192. Jahrgang Nr. 87 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und feiertags Beilagen: Gtetzener r>amilienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.... .RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Posts check 11686 Franks. M. vrühlsche Univerfitätrdruckerri 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen $wÄSTr: Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'Ubr öesVormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je nun bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengenstaffel B Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25°«mehr JKfSF 9 Z> Q Mittwoch,,5.April 1912 Giehener Anzeiger Der neue große Erfolg unserer Ll-Boote. Der Wehrmachtberichi. D3tB. Ausdem Führerhauptquartier, 14. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der H a l b i n f e t 6 e r t f ch und im Donez- gebiet fanden außer örtlichen Vorstößen schwächerer feindlicher Kräfte keine wesentlichen Kampfhandlungen statt. Deutsche Kampfflugzeuge beschädigten in einem Hafen der Kaukasus-Küste einen großen sowjetischen Tanker durch Bombentreffer. 3m mittleren Abschnitt der Ostfront wurde bei erfolgreichen eigenen Angriffshandlungen eine große Anzahl von Ortschaften genommen. An einzelnen Stellen wurden stärkere, von Panzexn unterstützte Angriffe des Feindes abgeschlagen. 3m nördlichen Frontabschnitt.wurde eine Kräflegruppe des Feindes eingeschlossen und vernichtet. 3n der Zeit vom 9. bis 13. April wurden an der Ostfront 175 feindliche Panzer abgeschossen. Die bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, griffen deutsche Unterseeboote im Nordmeer einen aus Murmansk ausgelaufenen Geleitzug an und versenkten zwei amerikanische Transporter mit zusammen 12 200 VRT.» von denen einer bereits durch Bomben deutscher Flugzeuge beschädigt worden war. Kampfflugzeuge versenkten aus demselben Geleitzug einen Tanker von 4000 BRT. und beschädigten ein großes Handelsschiff so schwer, daß mit seinem Verlust gerechnet werden muß.' 3m Atlantik versenkten Unterseeboote 12 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 104 000 VRT. Fast alle diese Schiffe, unter denen sich sieben große Tanker befanden, wurden unmittelbar unter der amerikanischen Ostküste torpediert. 3n Nordafrika wurden Vorstöße starker britischer Kräfkegruppen abgewiesen und im Nachstoß dem Gegner erhebliche Verluste zugefügk. Sieben Panzerkampfwagen und anderes Kriegsgerät wurden vernichtet oder erbeutet. 3n der M a r m a r i c a wurden britische Kraftfahrzeugansammlungen und eln Flugplatz bombardiert. Die Angriffe auf mili- tärifche Anlagen der 3nsel Malta wurden bei Tag und Nacht fortgesetzt. Leichte Kampfflugzeuge griffen am Tage Hafenanlagen und Versorgungs-Einrichtungen an der englischen Südküste erfolgreich mit Bomben an und zerstörten eine Fabrikanlage. 3n der vergangenen Nacht bombardierten Verbände schwerer deutscher Kampfflugzeuge einen versorgungswichtigen Hafen an der H u m b e r - M ü n d u u g mit guter Wirkung. Eine geringe Anzahl britischer Bomber versuchte in der Nacht zum 14. April das nordweskdeutsche Küstengebiet anzufliegen. Lin feindliches Flugzeug wurde abgeschossen. Bei den Erfolgen im Atlantik zeichneten sich die Unterseeboote desKapitänleuknantsHardegen und des Oberleutnants z. S. Lassen besonders aus. Die Besatzung eines deutschen Flugzeuges, bestehend aus Oberfeldwebel Nitsch, Feldwebel Schäfer, Feldwebel Richter und Oberqefreiter Hartmann hat ungeachtet stärkster feindlicher Boden- und 3aadabwebr einen wichtigen Auftrag über dem Kanal von Suez mit großem Schneid durchgeführt. Oie Tankerrechnung der LtSA. Wieder meldete der Wehrmachtbericht unter den Versenkungen am 14. April die Torpedierung von sieben weiteren Tankern. Wieviel dieser kostbaren Schiffe sind bisher versenkt? Und wieviel ror der amerikanisajen Küste? Am 6. April 1942 wurde mitgeteilt, daß seit Kriegsbeginn bis zum 81. März 1942 insgesamt 2 755 900 BRT. feindlichen oder dem Feinde dienstbaren Tan-kerschiffs- raums vernichtet worden sind! Im Vergleich dazu sei erwähnt, daß 1939 England 500 Tanker mit insgesamt 3,2 Millionen BRT. und die USA. 385 Tanker mit 2,8 Millionen BRT. besaßen. Weiter muß man im Gedächtnis behalten, daß auf jede Bruttoregistertonne Schiffsraums ein tatsächlicher Transport von 1.75 Tonnen Erdöl oder Erdölprodukten entfällt. Ferner muß die Zahl der Tanker multipliziert werden mit der Zahl der Reisen, die sie im Jahr unternehmen können, um das Jahresergebnis zu errechnen. Die Tanker an der amerikanischen Ostküste pflegen im Jahr 30, dri ^an | zwischen En al and und Trinidad, dem Star,. ■ großen britischen Raffinerien für das 23c < • < j Erdöl an,.der Rordküste Südamerikas, etwa 12 Reisen alljährlich zurücklegen. W Die feindlichen Verluste an Tankern seit dem erl sten Auftreten deutscher Unterseeboote in ameril konischen Gewässern haben sich mit der durch die Dienstaa-Sondermeldung bekanntaeaebr- nen Versenkungsziffer auf 88 Tanker mit 713 210 BRT. erhöht. Dies bedeutet für den Gegner den Verlust von rund 1070 000 Tonnen £M. Diese Ziffer entspricht der dreifachen Jahres^örderung an Oel m Deutschland im Jahre 1937. Wenn wir diese Tonnage und den 1939 überhaupt verfüabar-m amerikanischen Tankerschiffsraum von 2,8 Millionen BRT. zugrundelegen, so ergibt sich, daß die Vereinigten Staaten bereits annähernd 2 5 v. H. ihres gesamten. Tankerschiffsraums verloren haben! Da die amerikanischen Tanker besonders viele Seereisen von dem Industriegebiet um Reu- york oder Philadelphia zu den Pstroleumhäfen in den eigenen Südstaaten oder in Mexiko machen konnten, so läßt sich die Beengung der USA. in der Erdöl, und Venzinversorgung ermessen. Was lüacht nun den Tanker so wertvoll? Das Erdöl hat die Kohle als Heizmaterial der Schiffe weitgehend verdrängt. Das Oel fließt von selbst in die Kessel, entwickelt keinen Rauch und hinterläßt keine Asche. Das früher so mühevolle Heizen der riesigen Schiffskessel in Gluttemperatu-tzn ist auf wenige mechanische Handgriffe beschrankt. (Ob die Kohle vielleicht doch wieder „aufholt", ist eine andere Frage.) Für Kriegsschiffe wird die Oelfeuerung auch aus anderen Gründen bevorzugt: Sie erlaubt, sehr schnell von der Marschgeschwindigkeit zur Höchstgeschwindigkeit überzugehen und diese gleichmäßig zu erhallen. Aehnliche Erwägungen haben in den Vereinigten Staaten, die über die reichsten Erdölvorkommen verfügen, die Erdölheizung auch in vielen industriellen Anlagen, ja selbst in Privathaushattungen sehr beliebt gemacht. Dazu kommt .der riesige Bedarf der Autos, Lastkraftwagen und Flugzeuge. Die Tanker müssen eine genaue Gele ilytsverteüung haben. Der Tankraum ist des- »gen in einzelne Oelzellen untergeteilt, die gut Mftbar sein müssen. Bei der Feuergefährlichkell ■'ti der Tankraum von dem eigenen Kessel- oder ■ triebsraum des Schiffes streng geschieden sein. ”er Tanker ist daher an seinem Schornstein für An gase auf dem Hinterdeck leicht erkennbar. Seine Bauzeit ist entsprechend der komplizierten Bauart des Schiffes lang. ♦ Die Operationen unserer Unterseeboote werden anschaulich, wenn man die ungeheuren Entfernungen berücksichtigt, die zwischen den einzelnen Operationsgebieten liegen. Von den Einsatzhäfen bis zur amerikanischen Küste sind es 5000 km, bis zum Mittelmeer bzw. zur westafrikanischen Küste über 2500 km, bis zur Barents-See 3000 km. In diesem ganzen riesigen Seegebiet fahren unsere Unterseeboote unausgesetzt ihre erfolgreichen Einsätze, die der feindlichen Versorgungsschiffahrt schwerste Verluste zufügen. Das torpedierte Kriegspotential. Von unserer Berliner Schriftleitung. Die Taktik der Japaner und die der deutschen U-Boote ergänzen sich. Sie greifen den Gegner immer dort an, wo er am sterblichsten ist, und da der Aktionsradius unserer U-Boote sich weiter ausdehnt und aste Abwehrmaßnahmen dagegen versagen, sind die Aussichten für Roosevelt und Churchill niederschmetternd. Roosevelts Marineminister Knox, der einst in neun Wochen Japan erledigen wollte und es niemals für möglich hielt, daß deutsche U-Boote an der Atlantikküste der USA. auftauchen und die nordamerikanische Handelsschiffahrt dezimieren würden, hat am Montag auf einer Bostoner Werst bekümmert gesagt: „Dies ist der größte Seekrieg, den die Wett je erlebt hat", er vergaß, binzu- zufügen: Und er verläuft zuungunsten der Pluto- fratien. Ueberall tauchen unsere U-Boote auf, wo die Versorgungsstrecken der Feinde laufen. Am Samstag meldete das Oberkommando der Wehrmacht, feit dem 24. Januar seien in den Gewässern vor den UPA. 214 feindliche Handelsschiffe mit 1,42 Mill. BRT., darunter allein 81 Tanker mit 642 710 BRT., versenkt worden. Jetzt wurden dort wieder 12 Handelsschiffe mit 104 000 BRT., darunter wiederum sieben große Tanker, auf den Grund des Meeres geschickt, und sogar in der abgelegenen Barents-See in der Arktis Kanadas fielen zwei amerikanische Dampfer mit 12111 BRT. unseren U-Booteq zur Beute. Das englische Mrtfchastsblatt „Financial News" macht sich daher auch sehr ernste Gedanken über die Versorgungslage Englands, da nicht nur Dampfer mit Kriegsmaterial und kriegswichtigen Rohstoffen, sondern auch mit Lebensmitteln ver- nichtet würden. Aber den USA. geht es nicht viel besser.. Auch sie sind auf den Bezug kriegswichtiger Rohstoffe aus T m Auslande angewiesen. Die Tankerverluste haben die Rüstungsindustrie der amerikanischen Ostküste in eine gewaltige Verwirrung gebracht. Das nord- amerikanische Erdöl wird fast nur durch Tanker aus dem Golf von Mexiko und aus Texas nach den nördlichen Oststaaten transportiert. Da die industrialisierte Ostküste der USA. täglich rund 1,6 Millionen Faß Erdöl braucht, wobei ein Faß rund 140 Kilogramm Erdöl enthält, ist durch die Masienver- senküngen von Tankern diese Versorgung gefährdet, Ausweichmöglichkeiten haben die USA. nicht. Den Eisenbahnen fehlen die Tankwagen, und die Rohrleitung, die geplant ist, dürfte erst in etwa drei Jahren so weit sein, daß sie die Erdölversorgung sicherstellen kann. Die Schwierigkeiten der USA. haben bereits dazu geführt, daß der Verkehr nach Südamerika fast gänzlich eingestellt werden mußte. Das prahlerisch als „Arsenal der Demokratien" bezeichnete „Gelobte Land" Roosevelts steht also vor der Tatsache, daß die U-Boote dieses Arsenal gewissermaßen blockieren und die Ausfuhr von Kriegsmaterial nach England und der Sowjetunion sowohl auf der Atlantikroute wie auch durch das nördliche Eismeer emp- sindlich stören. Die Versorgung des vorderen Orients von den USA. und England aus muß auf dem Umweg um das Kap der Guten Hoffnung erfolgen, was sehr schwierig ist und vor allem zeitraubend. Und die Linie nach Indien ist durch die Japaner gefährdet. Wenn jetzt der Londoner „Daily Herald" jammert, auf der Flotte Englands lasteten so viele Verpflichtungen, daß es nicht mehr möglich sei, sie alle zu erfüllen, dann gilt das auch für die nordamerikanische Flotte. Die Illusionen Roosevelts sind bereits zertrümmert. Die Prahlereien über gewaltige Schiffsneubauten haben aufgehört. Nach den nüchternen Ziffern des American Bureaus of Shipping haben die USA. im letzten Jahre nur 664 000 VRT. gebaut. Das ist so viel, wie wir in einem Monat versenken! Man hat in England und in den USA. einst erklärt, der Seekrieg entscheide. Dieser aber aeht ganz anders, als Roosevelt und Churchill es sich ausgemalt haben. Italienisch-!- U-Doot-Erfolg im At'antik. Ein italienisches Unterseeboot unter dem Kommando von Korvettenkapitän Emilio O l i v i e r i, -das im Atlantik overierte, versenkte zwei Schiffe und drei Tanker mit insgesamt 48 000 BRT. Nur einen einigen Oamvfer anqetroffen Lissabon, 15. April. (DNB. Funkspruch.) Der Offizier eines in Lissabon eingetroffenen neutralen Schiffes berichtet, auf der Reise von Venezuela nach Lissabon habe sein Schiff während der drei Wochen lanaen Reise nur einen einzigen Dampfer angetroffen. Noch vor einigen Monaten feien ihm mehr als dreißig Dampfer auf der gleichen Route beaeg- n-t Die deutschen U-Boot-Erfolge im Karibischen Meer hätten den im Dienste Englands fahrenden Seeleuten einen panischen Schrecken eingejagt. Es sei daher für einen Kapitän n'cht mehr möglich, nut den angeheuerten Seeleuten für die Reise vollständig zu rechnendem aroßer Teil von ihnen fei beim Auslaufen des Schiffes nicht zur Stelle. England« fcfitvone Liste. Lissabon, 14. Avril. sEuropapreß.) Sechzehn argentinische und zwei chilenische Schiffe wurden auf d'.e „Schwarze Liste" Englands geseht. Man nimmt an, daß gegen die Schiffe dieselben Maßnahmen wie im Weltkriege ergriffen werden, daß also ihnen in allen britischen oder von England kontrollierten'Höfen die Versorgung mit Kohle und Lebensrnitteln verweigert wird, als Druckm'ttel gegen die beiden einzigen nevfr^fen Staaten, welche die Teilnahme am Konvoi-System ablehnten. Terror in Aegypten. Rom, 14. April. (Europcrpreß.) Die Verhüttung des Rektors der Azhar-Universität, des Scheiks el. Maraghi, der fünf Dekane sowie der Direktoren sämtlicher Sekundärschulen in Stadt und Provinz Kairo erfährt „Popolo di Roma". Der Scheik el Maraghi ist das Oberhaupt des Islams in Aegypten, hat die religiöse Erziehung des Königs Faruk geleitet und gehört zu den geschätztesten Ratgebern des Königs. Die Verhaftung soll erfolgt sein, weil er sich geweigert habe, als Rektor der Universität dem Befehl ihrer Schließung Folge Lm Zeichen der GchneeWrnefte. Berlin, 14. April. (DNB.) Die Kämpfe an der Ostfront werden von den Wasser- und Schlammassen, die durch die Schneeschmelze entstanden sind, immer stärker beeinflußt. Straßen und Wege sind noch mehr als im Spätherbst in M o r ä st e verwandelt. Straßengräben und Aecker sind überschwemmt, weil der tiefgefrorene Boden das Schmelzwasser noch nicht versickern läßt. Jedes Abweichen von den zerfahrenen Fahrbahnen, die von Bautruppen bei Tag- und Nachtarbeit mit Steinaufschüttungen und Knüppeldämmen immer wieder befestigt werden, führt zum Derlust von Fahrzeugen, Material und Pferden. Kettenfahrzeuge sind zum Abschleppdienst und zum Transport wichtiger Nachschubgüter eingesetzt. Wenn dennoch der Nachschub in Ordnung ist, so ist das eine außerordentliche Leistung der Versorgungstruppen. So war es im Süden des mittleren Frontabschnittes die Aufgabe der Munitionsstaffel einer Infanterie- Division, Munition zu einer Sturmgeschützbatterie zu bringen. Da nur wenige Nachtstunden zur Verfügung standen, wurde die Munition von Zugmaschinen auf Pferdefahrzeuge und dann wieder auf Lastkraftwagen umgeladen. In einer kleinen Talmulde saßen einige Pferde bis über bie Brust im zähen Schlamm und schienen absacken zu wollen. Mit abgeschlagenen Bäumen wurden Pferde und Fahrzeuge gestützt. Dennoch mußte zugesehen werden, wie einige Bespannungen im Schlamm versanken und ertranken. Am anderen Hang des Talgrundes stand auf einem festen Straßen- stück eine Lastkraftwagenkolonne, die die Munition weit-erfahren sollte. Aus Schnittholz, das am nahen Waldrand lag. wurde ein Trampelweg über den Morast gelegt. Mann für Mann oft bis an die Brust im Wasser, wurde dann ein Geschoß korb nach dem anderen zu den Lastkraftwagen getragen. Das Ritterkreuz. Berlin. 14.April. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz an: Oberfeldwebel Höfemeier, der als Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader in harten Lufttämpfen bisher 41 Gegner ab geschossen, zwölf Flugzeuge am Boden zerstört unh dem Gegner in kühn durchgeführten Tiefangriffen auf Eisenbahnanlagen, Panzer und Kolonnen schwersten Schaden zugefügt hat. Ferner an: Oberst Holste. Kommandeur eines Artillerieregiments, und Hauptmann Sach s e n - Heimer, Bataillonskommandeur in einem Jägerregiment. Oberst Holste befand sich im Raume von Rshew im Angriff bei den vordersten Schützen, um das Feuer seines Artillerieregiments wirkungsvoll leiten zu können, als der Widerstand der Bolschewisten sich versteifte. Er faßte das Feuer auf einen feindlichen Stützpunkt zusammen und riß die Panzer und die Schützen wieder vorwärts. — Hauptmann Sachsenheim er_ griff südlich des Ilmensees einen wichtigen Geländepunkt an, um dort einen Stützpunkt einzurichten, währenddessen griff der Feind in seinem Rücken eine nur wenig besetzte Ortschaft an. Hauptmann Sachsenh ei mer nahm nach hartem Kampf den wichtigen Geländepunkt und griff dann in den Kampf der schwer bedrängten Ortschaft ein. Der ein gebrochene Feind wurde zurückgeschlagen und damit eine wichtige Nachschubstraße der Bol- schewisten unterbrochen. Sorge vor einem japanischen Angriff an -er indischen Südküste. Schanghai, 15.April. (DNB. Funkspruch.) An der ganzen indischen Südküste erwartet man in wahrer Panikstimmung einen japanischen Angriff. Die Regierung von Madras hat angeordnet, daß alle nicht in unbedingt kriegswichtigen Betrieben arbeitenden Eingeborenen aus sämtlichen Kusten- ftäbten entfernt werden. Ein genauer Evakuierungsplan wird vorbereitet. Mit diesen Maßnahmen sucht man in die regellose Flucht der Bevölkerung Ordnung zu bringen, die, ähnlich wie in Kalkutta, in der vergangenen Woche einsetzte und beängstigende Formen annahm Sorge macht vor allem auch die Crnährungslage. Die indische Regierung hat, da sie sich sicher fühlte, in den ersten Kriegsjahren keinerlei Vorsorge zur Steigerung der Lebensm'ttel- produktion getroffen. Jetzt soll in aller Eile und mit großer Verspätung in allen Provinzen die Anbaufläche erweitert werden. „Kalkutta und Madras sind zum großen Teil schon evakuiert", berichtet „Exchange Telegraph" aus Kalkutta: „Don den 2,5 Millionen Einwohnern, die ständig in Kalkuatta leben, sind jetzt schon 750 000 evakuiert worden, 250 000 werden bis Ende des Monats die Stadt verlassen. Nur die Arbeiter, die für die nationale Verteidigung eingesetzt sind, sowie Mitglieder der großen Zivilbehörden und Militär werden in der Stadt bleiben, welche aus einem Handelszentrum erster Ordnung zur Festung wird. M a d r a s, das sonst 600 000 Einwohner zählt, wird bis Ende des Monats hiervon 300 000 verloren haben. Nur wer unbedingt in der Stadt bleiben muß, wird nicht evakuiert. Sanitäts-, Verpflegungsund Wafferpoften sind entlang der Straßen eingerichtet, die von den beiden Städten nach Westen führen. Jetzt hat General W a v e l l persönlich an- geordnet, daß alle Boote, Landungsstege und Transportmittel jeder Art aus den Küstenregionen ins Innere gebracht werden, um im Falle japanischer Landungen den japanischen Soldaten keine Transportmittel in die Hand zu geben, welche deren Vormarsch ins Innere erleichtern könnten." Indien am Kreuzweg seiner Geschichte. Ein Aufruf Boses am Jahrestage des Blutbades von Amritsar. Berlin, 14. April. (DNB.) Anläßlich der 23. Wiederkehr des Blutbades von Amritsar, erklärte der indische Nationalistenführer Sudhas Chandra Bose über einen unbekannten Sender, daß das Blutbad von Amritsar im April 1919 der Dank dafür fei, daß Indien im letzten Weltkrieg sein Blut und Gold zur Unterstützung Englands hingegeben hatte. Durch Erniedrigung' Verfolgung und Grausamkeit wurde Indiens Seele endlich geweckt. Der gegenwärtige Weltkonflikt stelle Indien an einen Kreuzweg seiner Geschichte — Indiens einzige Alternative sei, die alte Ordnung zurückzuweisen und alles daranzusetzen, die nationale Befreiung durchzusetzen. Pflicht eines jeden Inders sei es, für die Freiheit seines Landes zu kämpfen und sich den Feinden des britischen Imperialismus zu verbünden. Dose warnt dann eindringlich vor den Englandfteunden und sagt, es sei eine glatte Luge zu behaupten, die Feinde des britischen Imperialismus wollen Indien umgreifen. Diese Mächte — Deutschland, Italien und Japan — seien Freunde der indischen Freiheit, doch Feinde der in Indien errichteten M i l i t ä r b a s i s. Er werde niemals etwas sagen oder tun^das den.Interessen und der Ehre Indiens zuwiderlauft. Sein einziges Sinnen und Trachten sei darauf gerichtet, fein Mutterland so schnell wie möglich zu Freiheit und Frieden zu führen. Man dürfe nicht vergessen, daß die Engländer u m d e n Erhalt ihres Weltreiches und ihre Welt- macytstellung kämpften, und Indien bedeute Auslese für die Adolf Hitler-Schulen. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger bestimmte aus einem Lehrgang von 39 Jungvolkangehörigen 15 Jungen für die Adolf-Hitler- Schulen. Aus fünf Vorauslese-Lehraängen waren 39 Jungen zu einem Endauslese-Lehrgang in der Gaufchule der DAF. in Oberursel zusammengezogen worden. An der Besichtigung nahmen die k. Leiter der Gebiets'ührung der Hitler-Jugend, Dberbann-- führer Dr. Gauhl, und der Leiter des Gaupersonalamtes, Gauamtsleiter Holländer, teil. Aus allen Schichten der Bevölkerung setzte sich der Endauslese-Lehrgang zusammen. Wir fanden neben dem Sohn des Dauern den des Ingenieurs, des Arztes, des Schlossers und des Angestellten. Der Gauleiter ließ sich über die seitherigen Leistungen der einzelnen Lehrgangsteilnehmer Bericht erstatten und überzeugte sich dann persönlich bei Sport, Spiel und Unterricht von den Leistungen der Jungen. Zäh und hart, das sind die Eigenschaften, die von den Jungen neben dem geistigen Rüstzeug gefordert werden. In frischer und ftoher Art zeigten die Jungen dem Gauleiter, daß sie diese Doraussetzun» gen mitbringen. In einer kurzen Ansprache legte der Gauleiter den Jungen dar, daß ihnen durch die Aufnahme in die Aoolf-Hitler-Schulen und nach einem erfolgreichen Abschluß der Schulausbildung Gelegenheit gegeben sei, in höchste Stellen in Partei und Staat aufzurücken. Die Adolf-Hitler-Schulen geben neben dem geistigen und körperlichen Rüstzeug nationalsozialistisches Gedankengut mit auf den Weg, das entsprechend einzusetzen eine der schönsten Aufgaben der Adol'-Hitler-Schüler sei. Um aber später im Berufsleben bestehen zu können, müsse jeder an sich selb st roeiterarbei t e n und bestrebt sein, das Beste aus sich herauszuholen. Auch die Jungen, die nicht in die Adolf-Hitler-Schulen ausgenommen werden können, zählen zur Auslese. Auch sie werden aller nur erdenklichen Förderung der Partei durch die Hitler-Jugend teilhaftig werden. Mit den besten Wünschen für die Zukunft und einen weiteren erfolgreichen Verlauf des Lehrganges verabschiedete sich der Gauleiter von den Pimpfen. das Weltreich. Indien brauchten die Engländer, um es während des Krieges und auch nachher aus» zubeuteN. Dies fei die Logik des Imperialismus, und niemand sollte sich darüber wundern. Jndi-en werde während der nächsten Monate von England mit Hilfe Amerikas und durch brutale Gewalt regiert, die Verwaltung mehr und mehr militärdiktatorifch durchgeführt und absichtlich zur militärischen Basis gemacht werden. Die Engländer würden alles tun, den Krieg auf Indien ausMehnen. „Doch", so schloß Bose, „seid ohne Furcht. Wir müssen den Preis für die Freiheit bezahlen. Der Verfall des britischen Weltreiches vollzieht sich rascheftens, und bald wird Indien frei fein." Gegen die EinniifchungS- poliiik Roosevelts. Bangkok, 14. April. (DNB). Der indische Na- tionalausschuß in Bangkok richtete einen scharfen Angriff gegen die nordamerikanische Einmischung in Indien. Roosevelt sei wiederum der Kriegshetzer, nachdem er bereits verschiedene andere Völker in den Krieg gestürzt habe, wolle er nun auch das indische Volk für die anglo-amerikanischen Interessen opfern. Roosevelt fjabe stets von seiner starken Flotte im Pazifik geredet. Warum führe er denn diese Flotte nicht zu einem Angriff gegen Japan? Statt dessen verhafte sich Roosevelt still und lasse nur andere für sich kämpfen und bluten. Ausgerechnet Indien, ein durch die britische Ausbeutung verarmtes Land, solle im Namen der sogenannten Demokratien und Freiheit für die USA. kämpfen. Wenn aber das reiche Amerika den Kampf gegen Japan nicht wage, was solle dann erst Indien tun? Indien habe nur einen einzigen Feind, England, alle Feinde außerhalb von Indiens Grenzen bestünden nur in der Einbildung anglo-amerikanischer Agitation. Oie Politik Japans. „Wir müssen die Herzen der Inder gewinnen." Tokio, 14. April. (Europapreß.) Die japanische Presse erklärt, daß nach der Abreise von Cripps die UnabhäHgigkeitsbewegung in Indien weiteren Auftrieb erhalten habe. Englands Positton in Indien habe sich weiterhin verschlechtert. England müsse nicht nur mit japanischen Offensiven zu Lande, zur See und in der Luft, sondern auch mit einem bewaffneten Widerstand der Inder rechnen. „Hochi Shimbün" schreibt: „Wir müssen die Herzen der Inder gewinnen und ihnen die wahre Bedeutung des großasiatischen Krieges verständlich machen. Aus diesem Grunde müssen die Angriffe gegen die Briten fortgesetzt werden, und gleichzeitig müssen wir Japaner bei der Handhabung der Verwaltung Burmas vorsichtig fein, damit das indische Volk den richtigen Weg geht." Sieben führende indische Nationalisten haben sich auf dem Luftwege von Japan nach Indien begeben. Gitte Erklärung Nehrus. j Bangkok, 14. April. (DNB.) Zu den gescheiter-! tep Verhandlungen mit Cripps hat Pandit Nehru gesagt: „Cripps erklärte, die britische Regierung würde keinerlei Initiative mehr ergreifen, um das Jndienprvblem zu lösen. Wir (d. h. Indien) erwarten keinerlei Initiative der britischen Regierung. Wir erwarten überhaupt nichts von ihr, außer Obstruktion gegen jeden politischen und wirtschaftlichen Fortschritt Indiens. Ich glaube, es ist die Plicht jeden Inders, jeder Aggression und jeder Fremdherrschaft, sei es der alten oder einer neuen. Widerstand entgegenzusetzen. Oie Lage ans Eorregidor. Tokio, 14. April. (Europapreß.) Die nördlichen Batterien auf Corregidvr sind durch die unaufhörlichen Bombardements von Fliegern und Artillerie völlig zum Schweigen gebracht. Unter den Angriffen der japanischen Marinebomber flogen die Befestigungen eine nach der anderen unter schweren Explosionen in die Luft. Die östlichen Forts zeigen noch immer Leben, doch unterhalten die feindlichen Batterien ein nur sehr unregelmäßiges und schlecht gezieltes Feuer. Die Flotteneinheiten, welche die Blockade gegen die Bataan-Halbinsel aufrechthielten, haben jetzt ihre Aufmerksamkeit auf Corregidor konzentriert, so daß ein Entkommen aus der Festung unmöglich erschein^. Das Hauptquartier gibt als Ergebnis der Generaloffensive auf der Bataan-Halbinsel bekannt: 4 0000 Gefangene, darunter Generalmajor King, den Oberkommandierenden der USA.- und FilipinosStteitkräfte auf der Bataan-Halbinsel, Generalmajor Parker, den Kommandanten der 2. Division, Generalmajor Jones, Kommandeur der 1. Division, Generalmajor Francisco, den Kommandeur der Filipinos-Truppen. Fernerhin: 196 Geschütze. 320 MG s, 10 000 Gewehre, 124 Panzerwagen, 220 Kraftwagen sowie zahlreiche Mllnition- Aus dem Reich. Oie student scheu Frontkämpfer bei Or. Goebbels. Rsichsminister Dr. Goebbels empfing Abordnungen der ausländischen Studenten aus neun europäischen Nationen, die als Freiwillige im Osten gegen den Bolschewismus kämpfen. Er sagte, Europa erlebe eine Periode kontinentaler Entw ck» lung, die zu den großartigsten Epochen seiner Geschichte gezählt werden könne. Es sei selbstverständlich, daß in einer solchen Zeit die Jugend bahnbrechend voranmarschieren und ihren berechtgten Führungsanspruch anmelden müsse. Sie allein habe die dynamischen Kräfte, die neuen Ideen in ihrer ganzen Bedeutung zu erkennen und sich mit ihrem ganzen Sein für ihre Verwirklichung einzusetzen. Das starke Wachstum der Völker und der ungeahnte Aufschwung der Technik habe Europa vor ganz ttttie Probleme gestellt. Diele überholte Anschau- Ä.en müßten revidiert werden, um den ältesten ■tmmt einer glücklicheren Zukunft entgegen m- Mv. In diesem Sinne müsse auch der jetzige ■feg verstanden werden. Er könne und müsse f ü r ■u r o p a der. letzte fein und für immer die ■itinentale Zerrissenheit beseitigen. In diesem Sinne ^zeichnete der Minister den Bluteinsatz der jungen Oie „echten Schweden" ans Deutschland. Das Streichholz und seine Geschichte. Jeder Landser trägt ständig Streichhölzer in der Tasche; sie werden gehütet wie ein Schatz. Mit ihnen entzündet er seine Zigarette, mit ihnen entfacht er aber auch das wärmende Feuer in einem alten Blechfaß, das zu einem primitiven Ofen umgestattet worden ist. Bei allen Völkern künden Sagen von der Göttergabe, dem heiligen Feuer. In alten Zeiten ist das Feuer in Tempeln gehütet worden. Heute, im technischen Zeitalter, trägt es jeder bei sich. Es ist nur wenia mehr als drei Generationen her, daß das Entzünden von Feuer noch ein überaus umständliches Verfahren war, wobei Stahl, Stein und Zunder oder andere Zündungsvorrichtungen angewendet werden mußten. Vor 110 Jahren erst wurde der gewaltige technische Fortschritt der Erfindung des Zündholzes gemacht. Man erzählt sich scherzhaft, Goethe habe 1832 auf seinem Sterbebett gerufen „Mehr Licht", und daraufhin fei das Streichholz erfunden worden. Tatsächlich gilt dies Jahr als das Erfindungsjahr der Zündhölzchen. Wenn mir von der „Zeitreife von Erfindungen" sprechen, so hier in besonderem Maße. Verschiedene Völker machen Anspruch auf diese Erfindung, merkwürdigerweise werden mehrere Männer als Erfinder genannt, denn fast gleichzeitig tauchten damals an allen Ecken und Enden Hölzchen mit Zündkappen auf, die auch bald fabrikmäßig hergestellt wurden. — An und für sich waren schon lange vor dem Jahre 1832 Zündhölzchen oder ähnliche Zündkörper bei verschiedenen europäischen Völkern bekannt. Im Jahre 1832 jedoch waren diese Vorläufer in ihrer Vervollkommnung soweit gediehen, daß sie als gebrauchsfähige Erfindung gelten konnten. Die Erfindung lag gewissermaßen in der Luft, als die chemischen Kenntnisse sich mehr und mehr verbreiteten. Wir wissen aber nicht, wer der alleinige Erfinder ist. M , , Allmählich entwickelte sich aus vielen Verfahren das Streichhölzchen unter-fortwährenden Verbesse- rungen; sie wurden auch nach 1832 fortgesetzt und wiederum seltsamerweise von verschiedenen Seiten ost fast gleichzeitig gemeldet. Mängel waren aber immer noch vorhanden. Entzündete man z. B. so ein Streichhölzchen damaliger Herstellungstechnik, .so explodierte es mit heftiger Feuerwirkung und lautem Knall. Auch Selbstentzündungen kamen immer wieder vor. Außerdem war die Verwendung von weißem Phosphor überaus gesundheitsgefährdend. 1848 trat die letzte wirkliche, aber um so weitgehendere Verbesserung ein. Wir können mit Stolz daran denken, daß ein Deutscher, Professor B ö tt- ger aus Frankfurt, diesen umwälzenden technischen Fortschritt bewirkte. Er ist der alleinige Erfinder der Streichhölzchen ohne Kuppe aus weißem Phosphor und verwendete dafür roten zu den Reibflächen. Auf diese Weise war endlich der gesundheitsschädliche weihe Phosphor überflüssig geworden und die „S i ch e r h e i t s st r e i ch h ö l z ch e n" erfunden. Im großen und ganzen sind sie so geblieben, wie sie Böttger erfand, wenn natürlich auch kleine Aenderungen im Laufe der Zeit dazu kamen. Die Sicherheitszündmasse besteht heute aus einer Mischung von Kaliumchlorat, Schwefel, Leim usw. Sie ist absolut gesundheitsunschädlich. — Der Vorgang beim Entzünden der Hölzchen ist folgender: Durch die Reibwärme beim Anstreichen der Hölzchen wird ein Teil des roten Phosphors in weißen umgewandelt, der sich und das Hölzchen entzündet. Die deutschen Streichhölzchen konnten sich jedoch nicht durchsetzen. Interessant ist, wie die fehlende politische Erziehung der Deutschen jener Tage sich wirtschaftlich auswirkte. Das zur Herstellung der neuen Sicherheitsstreichhölzchen gegründete Werk brach zusammen. Erst als zehn Jahre später die Döttgerschen Hölzchen über Schweden nach Deutschland zurückkamen, wurden sie als „echte Schwedenhölzchen" in Deutschland bereitwilligst auf- genommen. Es waren eben „echte Schweden", und so etwas zog damals. Heute dagegen ist die Gewähr gegeben, daß die Erfindungen unserer deutschen Techniker ihre Anerkennung finden. Heute lassen wir nicht mehr deutsches Gedankengut, im Inland verlacht und verspottet, ins Ausland gehen, wo man sofort seine Bedeutung erkennt und es ausnutzt. Wir haben es nicht mehr nötig, deutsche Erfindungen als „echte Auslandsware" zurückzukaufen. Wenn wir uns vorstellen, daß 1928 in Deutschland 132 Milliarden Streichhölzchen hergestellt wurden, kann man erkennen, daß eine derartige Zahl nur bei Massenherstellung mit zweckvollster Maschinenarbeit erzeugt werden kann. Bewundernswert ist die ' neuzeitliche Herstellungstechnik der Streichhölzer. Man benutzt meist Pappel-, Lindenoder Weidenholz zur Herstellung der Streichhölzer. Das Holz soll möglichst frisch sein. In der Fabrik werden bie Stämme maschinell entrindet, um in Klötze bestimmter Länge zerlegt zu werden. In der Schälmaschine, welche einer Drehbank ähnelt, werden sie zu dünnen Blättern ober Bänbern von der Dicke ber späteren Streichhölzchen geschält. Diese Dänber werden maschinell entsprechend der Länge und Breite der Einzelhölzchen zerschnitten. Da nur frisches Holz verwendet werden kann, schließen sich Trocknungsoorgänge usw. an. Die Hölzchen werden schließlich geordnet und kommen dann auf eine Maschine, bie sie erst, in Schachteln verpackt, verlassen. Auf einem e fernen Transportband mit unzähligen kleinen Löchern, wo sie eingesteckt werden, marschieren die Hölzchen in endlosen Reihen auf. Ruckweise werden diese Reihen weiterbewegt. Ueber mehrere Arbeitsstufen, z. B. Erhitzen, Paraffintauchen, um die Brennbarkeit an dieser Stelle zu erhöhen, Tunken, wo sie die Zünb- köpfchen aus der Sicherheitszündmasse erhalten, Trocknen, Imprägnieren, um das Nachglimmen zu verhindern, marschieren sie zur Füllvorrichtung. Diese gibt 65 Hölzchen in jede Schachtel; da aber unterwegs Verluste eintreten, sind es durchschnittlich ein paar Hölzchen weniger. Sobald bie Schächtelchen gefüllt sind, werden sie maschinell in die äußere Schachtelhülle hineingeschoben und verlassen bann bie Maschine. Die Leistungsfähigkeit biefer Maschinen, von denen es natürlich verschiedene Ausführungen gibt, ist für den Laien erstaunlich. Sie können, ganz csieich ob mit ober ohne Schachtelfüllung, bis zu 10 Mill onen Hölzchen täglich Herstellen. Die gefüllten Schachteln roanbern auf einem anberen Transportband weiter und gelangen zwischen zwei mit flüssiger Reibflachen- mafse getränkte Bürstenwalzen, die die Schmalseiten der Schachteln mit den Reibflächen versehen. Sie werden bann getrocknet und erhalten durch eine neue Maschine das Etikett aufgeklebt. Dann werden zehn Schachteln zu einem Paket vereinigt, mit Packpapier umhüllt, zugeklebt und wiederum mit einem Etikett beklebt. Vor dem ersten Weltkrieg ist ber Verbrauch an Streichhölzern in Deutschland auf 12 Stück nro Kops der Bevölkerung täglich geschätzt worden. Wenn auch das Zündholz durch andere Zündvorrichtungen, wie z. B. Feuerzeuge, in harten Wettbewerb gedrängt worden ist, so hat es ihn doch siegreich überdauert und ist heute beliebter denn je» mals. Dr.-Jng. Hans-Otto KarL Der Bildhauer Georg Kolbe 65 ?ahre alt. Der bedeutende deutsche Bildhauer Georg Kolbe wird am 15. April 65 Jahre alt Ueberblicft man fein Werk, so findet man kaum äußere Spuren des Kampfes um Formprobleme, wie sie gerade an der Jahrhundertwende, zur Zeit der stärksten Entwicklung Kolbes diskutiert wurden. Kolbe war von ber Malerei gekommen, hatte sich aber bereits 1900 bei einem Aufenthalt in Rom ber Plastik zugewandt und bald in ber Darstellung des harmonisch bewegten Körpers feine künstlerische Aufgabe erkannt. Zwei Jahre zuvor in Paris hatte er Rodin kennen gelernt. Danach in Italien waren vor allem Michelangelos Meisterwerke für ihn eine Offenbarung gewesen. Michelangelo und Rodin, beide empfand Kolbe als „gotische Menschen im Gegensatz zur Antike". So wuchs fein eigenes Schaffen unter dem Einfluß dieser Großen. Er studierte aber nicht minder auch die Antike. Unter der Anleitung Tuai11ons in Rom, später bet Gaul wurde seinem fleißigen Talent der unbeschränkte plastische Bewegungsausdruck geläufig, der alle feine Figuren kennzeichnet. Es gelangen jhm die aus dem Seelischen her entwickelten Gestalten wie.die „Klage" oder seine „Pieta", es entstand die „Tänzerin , durch die Kolbes Name 1912 berühmt wurde. Unter seinen späteren Bildwerken ist mit an erster Stelle bas Gefallenendenkmal in Stralsund zu nennen, dessen symbolische Kraft gerade in diesen unseren Tagen wieder unmittelbar zu uns spricht. Manches Buch wurde inzwischen dem Schaffen des aus Mittweida gebürtigen Künstlers gewidmet. Unter den Autoren befinden sich die Namen Rudolf G. B i n d i n g und Wilhelm Pinder. Die beste Sammlung von Abbildungen älterer Arbeiten Kolbes sind noch immer bie hundert Licht- brudtafeln, die im Verlag des Kunstgeschichtlichen Seminars in Marburg erschienen und denen als Einleitung einige Worte Georg Kolbes zu feinent Werden und Werk vorangestellt sind. Rudolf Adrian Dietrich. Studenten aller Nationen als dte größte Pionier- tat für das Schicksal unseres Kontinents. Oie Stabilität -er preise. Dor Vertretern der Presse betonte Reichskommis, sar Dr. Fischbö ck, daß Preiserhöhungen im all- gemeinen abzulehnen seien, auch solche mit dem Ziele, hierdurch den Anreiz zur Erzeugung bestimmter wichtiger Produkte zu vergrößern. Der weitaus größte Teil der überschüssigen Kaufkraft finde heute den Weg in die Reichskasse. Solange das Volk das Vertrauen behalte, daß es in der Lage sein werde, für die gesparten Beträge auch in Zukunft immer so viel kaufen zu können wie früher, werde auch der Kaufkraftüberfluß in die zweckdienlichen Kanäle strömen. Daraus ergebe sich die Lehre für die Preispolitik,'alles au vermeiden, was Erschütterungen der Preisseite zulassen könnte. Er fei entschlossen, auch Preissenkungen eintreten zu lassen, wo immer die wirtschaftlichen Voraussetzungen es möglich machen. Das Zutrauen der Bevölkerung, zur Stabilität der Preise dürfe sich nicht nur auf die lebenswichtigen Güter beziehen, sondern müsse auch bei allen übrigen Warengruppen erhalten bleiben. Die Aufgabe des Preiskommissars werde es sein, gegen Preissteigerungen einzuschreiten, ganz gleich, wo sie sich zeigen. Gekürzter Urlaub -er Beamten. Nach einer Anordnung des Reichsministers des Innern kann Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst für das Urlaubsjahr 1942 nur Erho- lungsurlaub gewährt werden, soweit die Kriegsver- bältnisse dies zulassen. Der Urlaub darf grundsätzlich nicht mehr als 21 Tage betragen. Der Behördenleiter kann Beamten und Angestellten, die vor dem 1.April 1888 geboren sind, bis zu 31 Tagen Erholungsurlaub gewähren, wenn er dies für dringend erfordetlich hält. Nicht erhaltener Erholungsurlaub wird nicht abgegolten. Urlaubsreste aus 1941 können bis zum 15. Dtai 1942 übertragen werden. Die Sondervorschriften über Erholungsurlaub nach Entlassung aus dem Wehrdienst für beschädigte Beamte und Angestellte und über Mindesturlaub bei Arbeiten mit besonderer gesundheitlicher Gefährdung bleiben bestehen. Falls die Kriegs- und Ersahlage es gestatten, wird die Bestimmung, nach der der Erholungsurlaub nur 21 Tage beträgt, gelockert werden. Meine politische Nachrichten. Die französische Regierung ordnete den Abtransport englischer Staatsbürger, welche sich noch an der Riviera aufhalten, nach dem Inneren des Landes an. ch Die Verhandlungen im Staatsprozeß von Riom sind, wie durch amtliches Dekret bekanntgegeben wird, vertagt worden. Kunst und Wissenschaft. Eine Uraufführung in Darmstadt. Die Uraufführung des Schauspiels „Die letzte Festung" von Werner Deubel am 16. April im Größen Haus des Hessischen Landestheaters wird von Generalintendant Franz Everth inszeniert. Die Bühnenbilder entwarf Max Fritzsche. Das Schauspiel ist eine dramatische Gestaltung der Verteidigung der Festupg Kolberg im Jahre 1807 durch Gneisenau und Nettelbeck. Mit der Aufführung eröffnet das Landestheater eine „Woche zeitgenössischer Werke" des Schauspiels und der Over. In einer Morgenoeranstaltung am 19. April wird im Kleinen Haus der Präsident der Reichstheaterkammer, Ludwig Körner, über „Des deutschen Schauspielers theatralische Sendung" und Dr. K. H. R u p p e l über „Gestaltungsfragen des zeitgenössischen Bühnenbilds" sprechen. Rilkes „Weise von Liebe und Tod" als symphonische Dichtung. Das Orchester des Danziger Staatstheaters brachte von dem einheimischen Komponisten Alfred W. P a e t s ch aus einer Musik zu Hauptmanns „Versunkener Glocke" eine „Schlesische Märchenmusik für Kammerorchester". Die Märchenstimmung ist gut getroffen, die Tonsprache melodisch und harmonisch gewählt. Zu einer symphonischen Dichtung für großes Orchester hat Hans Grimm Rilkes „Weise von Liebe und Tod des Cornetts Christoph Rilke" benutzt. Unter Verwendung leitmotivischer Bildungen wird der dichterische Gehalt klanglich in seinen verschiedenen Stimmungen wirkungsvoll ausgedeutet, wobei eine straffere Zusammenfügung des Ganzen den Eindruck noch erhöhen würde. Karl T u t e i n verhalf den beiden Neuheiten zu einem unbestrittenen Erfolg. Helniuth Sommerfeld. Aus vor Stadl Gießen. Neues Land untrem Spaten. Im vorigen Jahr war es noch eine Wiese, das Gras konnte beliebig wachsen, es kümmerte sich niemand darum. Es war eine Wiese in der Nähe des Stadtrandes, und im Bebauungsplan ist zu sehen, daß hier einmal Häuser stehen sollen; aber es ist noch nicht so weit. Die Wiese lag still da und niemand achtete groß auf sie. Aber jetzt ist der Frühling da, und die Wiese llt aufgewacht. Nicht daß die Gräser sich dort wieder breit machen dürften, es geht jetzt sehr betriebsam auf dieser Wiese zu, und man kann sehen, daß sie die längste Zeit eine Wiese gewesen ist. Es ist nämlich so, daß sich Männer und Frauen jetzt Dort zu schaffen machen, ganze Familien mit Spaten und Harken und anderem Gerät hantiern. Eines Tages rückten sie an und fingen an zu graben, jeglicher auf dem abgesteckten Teil, der ihm zugewiesen war. Es war kein leichtes Arbeiten, das war 'den gekrümmten Rücken anzusehen. Die Spaten mußten mit Wucht durch die Grasnarbe in den Boden getrieben, es muhte gründlich umgegraben verdunkelungszett: 15. April von 21.19 bis 5.54 Uhr. werden. Denn aus der Wiese soll fruchtbares Land werden; auch dies ist ein Stück deutscher Boden, der nutzbar gemacht werden soll, eine neue Anbaufläche, auf der uns Gemüse zuwachsen soll, Kartoffeln, Kohlköpfe und sonst allerlei für den Kochtopf. Zuerst schien es, als wollte die Arbeit gar nicht vorankommen; die grüne Fläche wollte und wollte nicht kleiner werden,» die Rechtecke mit dem braunschwarzen Erdreich, das die Spaten zu Tage gefördert hatten, kamen noch nicht recht zur Geltung. Aber jetzt, da Männer und Flauen einige Tage emsig gewerkt haben, kann man sehen, was geschafft wurde, und daß es nur noch kurze Zeit dauern wird, bis alles unter den Spaten gekommen ist. Schon sind Gemüsebeete abgegrenzt, auch besät sind sie schon zum Teil. Ein paar Tage noch, und man wird sich wundern, wenn einem erzählt wird, hier sei einmal eine Wiese gewesen. Die Männer und Frauen stehen abends, bevor sie ihre Geräte schultern und nach Hause gehen, noch einmal vor dem Stück Land, das sie geschaffen haben. Das Kreuz mag ihnen wohl rechtschaffen weh tun, übet was bedeutet das neben der Freude, wenn sie diesen Boden betrachten, an den sie ihrer Hände Arbeit gewandt haben. Darin keimt es nun und drängt und wächst zum ^Licht, die Saat, die sie sekbst ausgesät haben. Ja, das ist ein schönes, heimliches Wunder, die meisten haben gar nicht gewußt, was das für Menschen bedeutet, die sonst : den ganzen Tag Asphalt unter den Füßen haben. Ein Stückchen Land, auf das manches Tröpflein Schryeiß gefallen ist, das ihnen aber auch die Mühe lohnen-und das Seine beitragen wirb für Deutschlands Kochtöpfe. T. Blumentöpfe zum Gemüsebau. Am heuklgen Mittwoch sammelt das Jungvolk in den Haushaltungen Blumentöpfe, die von den Gärtnereien zur Anzucht von Gemüsepflanzen zwecks Verstärkung des Gemüsebaues dringend gebraucht werden. Die Sammlung wird am nächsten Samstag fortgesetzt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Blumentöpfe zum Abholen bereilzuhalten. «Sie" en-Wieteck. Unser Mitbürger Philipp Robenhausen V., Schrankenwärter i. R., w'rd morgen 75 Jahre alt. Der Jubilar ist noch bei bester Gesundheit und arbeitet unermüdlich wacker mit Dem alten Herrn gelten unsere besten Glückwünsche. (Siebener Wochenmarktpreise. * Gießen, 15. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten, Markenbutter, V» kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 45, gelbe Rüben, % kg 14, Unterkohlrabi 10, Lauch 46, Blumenkohl, das Stück 65, Radieschen, das Bund 25 Rpf. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Berteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 36,5 bis 44 Rpf., Bullen 43,5, Kühe 23 bis 49, Färsen 33 bis 44,5, Kälber 35 bis 57, Schafe 15 je V» kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,25 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (100 bis 119,5 kg 1,23, d (80 bis 99,5 kg) 1,15, e bis f (unter 80 kg) 1,11, gl „Tag der Universität." Erste Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Universität-Theater. Am Geburtstage des Führers, 20. April, wird die neugefchaffene Arbeitsgemeinschaft Universität — Theater, wie Oberspielleiter Mund gestern in einer Pressebesprechung im Jn- tendanzbüro mitteilte, mit ihrer ersten Veranstaltung an die Oeffentlichkeit treten. Für diesen „TagderUniversität" sind zwei Programme vorgesehen: vormittags in der Aula eine Grillparzer-Feierstunde, die der Rektor Professor Dr. med. H. W. Kranz eröffnen wird; der Literarhistoriker Professor Dr. Rehm wird den Festvortrag über Grillparzer halten. Außerdem werden das Quartett des Städtischen Orchesters und als Sprecher von Dichtungen Grillparzers Luise Prasser und Herbert Köchling am dies academicus mitwirken. Am Abend findet im Theater als Festvorstellung außer Abonnement und als 5. Festabend dramatischer Bühnenkunst eine Aufführung des Trauerspieles „S a p p h o" von Grillparzer mit Bianca B l a ch a in der Titelrolle und Carl Bruno Schmidt als Phaon in der Inszenierung von Oberspielleiter Mund statt. Intendant K l e i n , der Rektor Professor Dr. med. H. W. Kranz und Studentenführer Stein werden kurze Ansprachen halten. Als Veranstalter des Tages sind neben der Universität und dem Theater die Gießener Hochschulgesellschaft unter Führung von Lau >rat Dr. Lotz unb die Studentenschaft unter Führung von Studentenführer Stein beteiligt. Als Beauftragter des Rektors hat sich der Dekan der Philosoph scheu Fakultät, Professor Dr. Rauch, nachdrücklich für das Zustandekommen und die Ausgestaltung des Tages »t, der als kulturelles Gegengewicht gegen das nterhaltungstheater und gemeinsame Kundmachung des kulturellen Aufbauwillens in unserer Stadt Universität und Theater einander näherbringen soll. Durch einen Ergänzungserlaß des Reichsluftfahrtministers sind im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister die Richtlinien für die Kostenerstattung bei der Ausführung von behelfsmäßigen Luftschutzräumen in einigen wesenllichen Punkten erweitert worden. An sich gelten die Richtlinien nur für die Luftschutzmaßnahmen in bestehenden Gebäuden. Ausnahmsweise werden jedoch vom Reich nunmehr auch Kosten von Maßnahmen in Neu-, Um- und Er- we terungsbauten erstattet, wenn sie erst nach Fertig tellung des Baues auf Grund nachträglicher polizeilicher Anordnung nachgeholt worden sind. Ferner werden auch Kosten für die Anlage vpn Schutzräumen ober Deckungsgräben neben dem Ge- bäube ober in kurzer Entfernung, davon erstattet, wenn sich die getroffenen Maßnahmen auf gas-, splitter- und trümmersichere Herrichtung beschränken und der örtliche Luftschutzleiter ihre Durchführung mit Rücksicht auf das Fehlen anderer geeigneter Schutzmöglichkeiten ungeordnet hat. Zu den erstattun'gsfähigen Kosten gehören nach den geltenden Richtlinien sowohl die Kosten der Arbeitsleistung, als auch die Kosten der Baustoffe. Dabei dürfen jedoch Baustoffe und Arbeiten, die die Boteftigten als Beiträge leisten, nicht in Rechnung gestellt werden. Fachliche Arbeiten, die von einem Beteiligten, insbesondere auch dem Eigentümer, auf Grund beruflicher Vorbildung geleistet werden, sind nach dem neuen Erlaß nicht als Beiträge anzusehen und können daher in Ansatz gebracht werden. Ferner sind in Erweiterung der bisherigen Vorschriften als Kosten für tzie Herrichtung behelfsmäßiger Luftschutzräume anzusehen Umlagerungs- Die fioSenerfiattong für LustschuhniaMMii Ein Erweiterungserlaß. kosten unb Transportkosten, die durch die Inanspruchnahme als Luftschutzraum notwendig geworben sind, weiter die Kasten für die behelfsmäßige Neueinteilung der übrigen Kellerräume, die Kosten für Errichtung von Schuppen usw. zur Unterbringung von Vorräten, die üblicherweise in Kellerräumen gelagert werben, wenn die verbleibenden Räume trotz größtmöglicher Einschränkung hierzu nicht ausreichen, desgleichen Kosten für die notwendige Anmietung von Ersatzräumen. Weiterhin sind erstattungsfähig die Kosten der Beleuchtungsanlage für die im Gebäude liegenden besonderen Zugangs- wege zum Luftschutzraum, Kosten für die Beseitigung des Gründwassers in den Schutzräumen, Kosten von Reparaturen an der Schutzraumanlade, Kosten für Nachbesserungen von zunächst vorläufig getroffenen Maßnahmen, wie Ersatz von (Erbauf» schüttungen vor den Kellerfenstern durch Splitterschutzmauern usw., schließlicy Kosten für die Unterkellerung eines Gebäudes zwecks Herrichtung eines Luftschutzraums, wenn der örtliche Luftschutzleiter diese Maßnahme angeordnet hat. Maßnahmen, die vor dem 1. Oktober 1940 durchgeführt worden sind, sind nach den Richtlinien mit der Maßgabe erstattungsfähig, daß die Beträge abzuziehen sind, die der Hauseigentümer auf Grund einer Entscheidung der Preisbehörden im Wege der Mieterhöhung auf die Mieter umlegen konnte. Sind dem (Eigentümer für die Zeit vor dem 1. Oktober 1940 Mieterhöhungen nicht bewilligt worben, so werben die vollen Kosten erftittet. Schließlich wirb klargestellt, daß die Richtlinien für die Kostenerstattung auch für Einfamilienhäuser gelten. (fette Specksauen) 1,25, i (Altschneiber) 1,25, g2 (anbere Sauen) 1,15, h ((Eber) 1,15 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt. Strafkammer Gießen. Der K. H. in R. hatte sich gestern wegen Amtsunterschlagung und Untreue zu verantworten. Es wurde ihm zur Last gelegt, als Beamter, und zwar als Gemeinderechner der Gemeinde R., einen Betrag von etwa 10 000 RM., den er in amtlicher Eigenschaft empfangen hatte, unErschlagen zu haben. Der Angeklagte war auch Rechner der Sparkasse in R. Er führte aber nicht, wie dies hätte geschehen müssen, beide Kassen getrennt Die Einnahmen unb Ausgaben der Gemeindekasse würben meistens von einem inzwischen in den Ruhestand versetzten Beamten aus Gießen verbucht, der sich zu diesem Zwecke die Belege und hie Bücher aus R. mit nach Hause nahm, um dort die Eintragungen vorzunehmen. Dieser Mann stellte auch im Auftrage des Angeklagten die Jahresrechnung der Gemeindeka sie auf. Zu seiner Entschuldigung gab der Angeklagte an, er habe sich um die Buchführung nicht so kümmern können, wie es nötig gewesen sei, und er habe deshalb auch wiederholt gebeten, ihm die G^meinde- kasse abzunehmen, was aber nicht geschehen sei, und so sei ihm die Sache schließlich über den Kopf gewachsen. Es bestand der Verdacht, der Antzeklagte habe mit dem fehlenden Gelb seinen Sohn, dem er die Landwirtschaft übertragen batte, unterstützt. Dieser konnte aber nachweisen, baß er von seinem Vater keine Geldzuweisungen erhalten hatte. Die von dem Angeklagten verwaltete Sparkasse ist in O.d- nung. Der Angeklagte soll viel für Alkohol und Rauchwaren gebraucht haben. -Die Vernehmung der Gastwirte in R. ergab, daß er täglich 3 RM. bis 3,50 RM. für Getränke und Rauchwaren ausgegeben .hat. Allerdings entsprach diese Ausgabe auch seinen EinkommLnsverhältnissen. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren unb sechs Monaten unb eine Gelbstrafe von 500 RM. Der Verteidiget betonte, nach Lage der Verhältnisse sei es als ausgeschlossen anzusehen, daß ber Angeklagte, ber über ein ansehnliches Einkommen verfügte unb im Hause feines Sohnes freie Kost unb Wohnung hatte, die fehlenbe Summe für sich verbraucht habe. Daher sei es rätselhaft, wo das Gelb verblieben sei. Auch sei die Möglichkeit eines Diebstahls nicht von der Hand zu weisen. Der Angeklagte wurde wegen Amtsunterschlagung in Tateinheit mit Untreue zu einer Gefängnis- ftrafe von einem Jahr unb sechs Mo» naten unb einer Gelbstrafe von 500 RM. verurteilt. Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp 5. Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) Gegen einhalb zehn Uhr kam ber Kriminalrat, lebhaft, munter, gesund, „neurenopiert", wie Krähe zu sagen pflegte, wenn der Kriminalrat in seinem russisch-römischen Bad gewesen war. „Guten Abend, Krähe", sagte er, „stehen Sie schon lange da?" „Kurz nach neun Uhr bin ich gekommen, Herr Kriminalrat", gab ber Sekretär zur Antwort, „und habe erfahren, baß Herr Lanos ausgegangen ift. „Tot ober lebendig?" „Das sagte der Portier nicht, ich glaube aber, er lebt noch." „ x Nun, wir wollen mal hinaufgehen — Aber Krähe hielt ihn am Arm. „Das hat gar keinen Zweck", sagte er, „Frau Hauckwitz, die Wirtin, ist nicht da, sie ist in ber Bayreuther Straße bei ihrer Schwägerin, Frau Landau —" .. r£ , „Woburn haben Sie sie nicht langst geholt, Krähe?" fragte Wenig vorwurfsvoll. „Ich geh' gleich mal hin —" „Ach wo, hier ist eine Kneipe, da telephonieren wir mal und trinken dazu ein munteres Helles. Kommen Sie!" Der Kriminalrat schritt voran und betrat eine kleine Bierwirtschaft, in der sich in ber Hauptsache Chauffeure befanden, die sich an Apfelbrause labten. Krähe hatte sich bas Telephonbuch genommen unb war dann in die Telephonzelle gegangen. Als er heraustrat, trank ber Kriminalrat bereits dis zweite Molls, und Krähe muhte sich beeilen, um mitzukommen. Aber er hatte nicht die Absicht, seinem Vorgesetzten etwas zu schenken, unb deshalb goß er die beiden Mollen hinter, daß sogar der Krim nalrat erstaunt mar. „Sie wird gleich kommen", sagte er bann, tief aufatmenb, „sie hat versprochen, in zehn Minuten ba zu sein." Als sie das Lokal verließen unb wieber zum Hause Nr. 143 zurückgingen, bemerkte der Kriminalrat, baß sich in regelmäßigen Abstänben Krähes langer Körper burch einen Schlucken erschütterte. Er begann oberhalb ber Gürtellinie, pflanzte sich bann auf Brust unb Hals fort und endete mit einer nach oben stoßenden Bewegung des Kopfes und einem hohen Schlucklaut. „Was haben Sie denn, Krähe?" fragte Wenig unb mußte lachen. „Schlucken — huck —" gab ber Kriminalsekretär zur Antwort, „ich habe das Bier sehr schnell getrunken. Aber — huck ~ bas geht gleich wieber weg —" „Wie wollen Sie das machen?" x „Ich brauche mich bloß darauf zu konzentrieren, eine Minute lang, bann geht er sofort weg." „Nun, bann lassen Sie sich nicht stören, wir haben ja jetzt einige Minuten Zeit." Der Kriminalrat ließ Krähe vor dem Hause stehen unb betrachtete sich mit Muße einige Schaufenster in ber Nähe. Krähe ftanb inzwischen, auf seinen Schirm gestützt, bie Stirn in tiefe Falten gelegt unb vor sich hinstar- renb vor bem Hause. Frau Hauckwitz, bie fast atemlos angelaufen kam, war eine etwas bickliche ünb altmodisch gefleibete Dame, bie ein Marktnetz in ber einen unb einen Schirm in ber anberen Hand trug. „Mein Gott, was ist benn passiert?" fragte sie, als ber Kriminalrat vor bem Hause, bas sie gerabe aufschließen wollte, aus sie zutrat. ,Zch weiß es nicht, Frau Hauckwitz, wir wollen nur mal Ihre Wohnung ansehen. Kommen Sie, Krähe." Er folgte ber Frau ins Haus, hinter ihm kam ber Kriminalsekretär. Als sie die Wohnung betreten hatten, fragte Wenig nach dem Zimmer von Herrn Lanos. Die Wirtin zeigte auf ein Vorderzimmer. „D'eses hier." ä Der Kriminalrat trat ein. Dann wandte er sich um, schob Frau Hauckwitz, die mit chm eintreten wollte, zurück unb sagte: „Gehen Sie in Ihr Wohnzimmer, Frau Hauckwitz, ich komme bann zu Ihnen, um Ihnen noch einige Fragen zu stellen. Krähe, kommen Sie." Er hatte nämlich ben Körper eines Mannes vor bem Schreibtisch entbeckt. „Wir find zu spät gekommen, Krähe", sagte er, „hier liegt er." Er kniete nieber unb besichtigte ben Toten. Es war ein Mann in ber Mitte ber dreißiger Jahre, unrasiert, etwas verwildert, mit ziemlich langem Haar. Die Kleidung war einfach, bie Stiefel beschmutzt unb die eine Hand krallte sich in den dünnen, abgetretenen Teppich. In der Brust hatte er eine Wunde, aus der viel Blut getreten war und den Teppich durchtränkt hatte. „Brustschuß — anscheinend", sagte Wenig..Dann erhob er sich unb sah sich im Zimmer um. Es war das übliche möblierte Zimmer, bas keinerlei besondere Note zeigte, weder Photographien an den Wänden, die gewisse Schlüsse auf ben Ermorbe- ten zuließen, noch Papiere ober Akten auf bem Schreibtisch. Der Kriminalrat hatte ben Eindruck, baß ber Tote alles vermieden hatte, was auf ihn hinbeuten könne. (Ein Tisch mit bunkelroter Plüschbecke unb einem Tafelaufsatz, ber sicherlich einmal ein Hochzeitsgeschenk gewesen war: eine Schale, von Blumengirlanben gehalten, bie auf brei Füßen stand. In der Schale lagen zwei Heftklammern, ein Gummiband unb einige Stecknabeln. Zwei Plüsch- sessel, ein Schreibtisch mit altertümlichem, geschmacklosem Gußeisentintenzeug, bazugehörigem Löscher unb einer Uhr. Am Fenster wieber ein Sessel mit einem Rauchtischchen unb einem Rauchservice, das weder Kerze noch Streichhölzer enthielt, an der Wand eine Kommode, in der sich etwas Geschirr befand, an der anderen Wand ein altes Kanapee mit einer zerschlissenen türkischen Decke unb zwei abgenutzten Kissen. Krähe ging zu efaer Seitentür unb öffnete sie. „5)ier ist bas Schlafzimmer", sagte er. „Gut, gehen Sie zu Frau Hauckwitz, e/zählen Sie ihr, was geschehen ist, lassen Sie sich bas Telephon zeigen unb alarmieren Sie die Morbkornrnission, Krähe", sagte der Kriminalrat. Das Schlafzimmer war sehr klein, kaum eine Kammer, in der nur ein Bett stand, ein Waschtisch, Nachttisch, Klc verschränk und eine Kommode, lieber bem Waschtisch hing ein Spiegel. Wenig öffnete den Kleiberschrank. Außer einigen Kleiberbügeln hing nichts darin. In der Wäschekommode fand er einen weißen Kragen, besten Knopflöcher ausgeriffen waren, eine befleckte Krawatte unb zwei Kragen- knopfe, sonst nichts. Leer ber Waschtisch unb leer ber Nachttisch. Nur oben, in ber Nachttischschublabe lag eine illustrierte Zeitung mit bem Datum vom 23. Juli, eine leere Zigarettenschachtel unb eine kle'ne Blechschachtel, in der sich zwei Kopfschmerzenpillen befanden. Das Bett war zerwühlt, ein Kissen war herabgefallen. Am Fenster hing ein dicker, roter Vorhang. Wenig trat wieder in das Wohnzimmer, warf noch einen Blick auf den Toten und ging dann zur Wirtin, die in ihrem Wobnz'mmer saß unb Krähe beobachtete, ber am Fenster stand unb auf die Straße blickte. „Wie lange wohnte Herr Lanos bei Ihnen?" fragte Wenig. „etwa ein Jahr. Er war ein ruhiger Mieter unb zahlte immer die Miete pünktlich. Manchmal war er einige Tage weg, manchmal sogar mehrere Wochen, aber er kam immer wieder zurück und ich war stets sehr zufrieden mit ihm —" „Bekam er viel Besuche?" „Nein — kaum, eigentlich gar nicht, höchstens, daß mal ein Herr zu ihm kam —N „Wie hieß der Herr?" „Ach, darum habe ich mich nie gekümmert, es war auch n'cht immer derselbe, ich meine, er hat eben mal Herrenbesuche gehabt, aber das war nichts Besonderes. Meistens war er allein." ^Fortsetzung folgt.) macht die Kinder gesund, kräftig, widerstandsfähig und. ist auch zum Vorteil Henner Voepel Lenore Voepel geb. Krenzien geben ihre Vermählung bekannt z. Z. Bayr. Gmain Gießen (Lahn) ü.Bad Reichenh; Gutenbergst.14 Ende März 194'2 ___________________________01642/ Y Statt Karten! Volker Unser zweiter Sohn ist angekommen ! Annemarie Söllner geb. Zöls Otto Söllner Gießen, den 14. April 1942. Welckerstraße 8. z. Z. kath. Schwesternhaus -____________________01727 / Cingezäuntes Gelände mit Gartenbäus- chen u. Brunnen in Krofdorf zu verpachten, oms Näher. Bücking, Hindenburg- wall 14. »_______________ Erde kostenlos abzugeben 12580 MMtt 33. Schm., fast neue Schnürschube o. Kappe (Salam.) Nr. 41 geg. möglichst gleiche Art mit Gröhe 42 zu tauschen gesucht Schr. Ang. unt. 01724 a. d.G. A. Montag abend Gloria- Palast - Seltersweg- NeuenBäuedunkelbl. Dam.* Handtasche verloren mit Inhalt u. Kennkarte auf den Namen L. Olt. Abzugeben gegen Belohnung bei Dr. Hohl, Neuen 08ue 27. [Ok28 BrocKmanns gewürzte Furterkalkmischung ZWERG-MARKE für alle Tiere Lagerplatz 15OO-2OOO qm groß, in Gießen oder nächster Nähe zu pachten oder kaufen ges. Schriftl. Ang. unt. 01698 an den Gieß. Anz. THEATER der Universitätsstadt Gießen Mittwoch, den 15. April 15 bis 17.15 Uhr: Der kleine Däumling Ostermärchen 1199 D von Karl Heinz Voigt. Preise von 0.30 bis 1.60 RM. 18.80 bis 21.45 Uhr: 29. Mittwochmiete u.HalbmieteB Das Herrenredit Oper von Wilhelm Stärk. Preise vpn 1.20 bis 4.10 RM. Llmfangreiches Hamsterlager aufgedeckt Gießen, Walltorstr. 63 1254 V 01717 1260 P liehen Eigenschaften Vermählungs-Anzeigen iefert Brühl'sche Druckerei ®n