Tapfere deutsche Jugend. Berlin, 13. Okt. (DNP.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing im Beisein Les Reichsjugendführers 31 Hitlerjungen aus den luftbedrohten deutschen Gauen, die sich bei feindlichen Fliegerangriffen durch besonders tapfere Haltung uni) Unerschrockenheit hervorgetan haben. Dr. Goebbels begrüßte die Jungen, von denen zwei mit dem Eisernen Kreuz und die anderen mit dem Kriegsverdien st kreuz mit Schwertern ausgezeichnet worden sind, und ließ sich von ihnen über ihre Erlebnisse während der Alarmnächte berichten. In einer herzlichen Ansprache an die Hit- lerjungen führte der Minister aus, dies sei einer der schönsten Besuche, die er je in seinem Ministerium empfangen habe. Er sei auf das tiefste bewegt durch die Tatsache, Knaben vor sich zu sehen, die das Eiserne Kreuz trügen. Daß hier 15jährige Jungen, fast möchte man sagen noch Kinder, mit diesen ehrenvollen Auszeichnungen vor ihn träten, das sei für ihn eine besondere Freude. Es habe sich beim Luftkrieg insgesamt eine Haltung des deutschen Volkes gezeigt, die zu einem beachtlichen Teil auf die nationalsozialistische Erziehungsarbeit zurückzuführen sei. Daß.Männer sich bei Luftangriffen tapfer benähmen, das halte man für selbstverständlich. Von den Frauen pflege man oft zu sagen, sie seien das schwache Geschlecht. Sie haben bei den Luftangriffen dieses Wort Lügen gestraft, denn unsere Frauen hätten sich in den Alarnächten in aufopferungsvoller und tapferster Weise gezeigt. Daß aber unsere Knaben und unsere Mädchen sich bei den Luftangriffen a l s Helden beweisen würden, das hätten wir alle in dem Umfang nicht für möglich gehalten. Beim Anblick dieser jungen Menschen, die alle mit dem Eisernen Kreuz oder dem Kriegsoerdienstkreuz geschmückt seien, habe er nur den einen Wunsch, daß in diesem Augenblick das ganze deutsche Volk Zuschauer sein möge, vor allem die deutsche Bevölkerung in den Gebieten, in denen es bisher noch keine Luftangriffe gegeben habe, damit alle vor dieser Jugend ihren Stolz und ihre Freude bekunden und vor allem, die ganze deutsche Jugend sich cm diesen Jungen ein Beispiel nehme. — Nachdem Dr. Goebbels noch einmal seiner herzlichen Freude über den Besuch der Hitlerjungen Ausdruck gegeben, hatte, lud er sie über den regulär für sie vorgesehenen Besuch ein, für zwei Tage seine Gäste in der Reichshauptstadt zu sein. Vergebliche bolschewistische Gegenangriffe in Stalingrad. Berlin, 13. Okt. (DNB.) In Stalingrad versuchten die Bolschewisten die stählerne Klammer, die unsere Truppen -in die Ruinenstadt geschlagen haben, im Gegenangriff herauszureißen. Sie legten mit Artilleriefeuer aller Kaliber, mit Granatwerfern und Maschinengewehren ihre Sperrfeuer rings um die angegriffene Zone. Dann versuchten Panzerkampfwagen zwischen den Schuttbergen vorwärts zu kommen. Aber die Ruinenfelder und zerschlagenen Eisenkonstruktionen wurden zu Panzersperren und die zerschossenen Keller zu Panzerfallen. Die gemeinsam mit den Panzern vorstoßenden bolschewistischen Schützen waren bald wieder allein im Kampf. Panzerabwehrkanonen, Flakgeschütze und Maschinengewehre hämmerten in sie hinein. Handgranaten und Spaten entschieden schließlich den Kampf Mann gegen Mann. Unsere Soldaten hielten jedes Widerstandsnest, jeden Trümmerhaufen, jeden Keller und gaben keinen fußbreit Boden ab. Schlachtflieger erfaßten die zurückweichenden Bolschewisten mit Bomben und Bordwaffen. Damit brach der feindliche Panzervorstoß zusammen. Der Wehrmachibericht. DRB. Aus dem Führerhauplquarlier, 13. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Rordweftteil des Kaukasus wurde in schwierigen Daldkämpfeu abermals eine feindliche Kräftegruppe eingeschlossen und vernichtet. Angriffsvorbereitungen der Sowjets wurden an anderer Stelle durch wirksames Artilleriefeuer zerschlagen. Südlich des Terek blieben von Panzern unter- stützte feindliche Gegenangriffe erfolglos. Deutsche und rumänische Kampffliegerkräfte belegten feindliche Versorgungsstühpunkte auf Transportbewegungen beiderseits der Wolga mit Bomben aller Kaliber. Die in dem kaukasischen Lrdöl- zenkrum Grosny entstandenen Brände wurden durch nächtliche Luftangriffe erweitert. 3m Raume von Stalingrad und an der D o n f r o n t wurden örtliche Angriffsversuche des Feindes durch deutsche bzw. ungarische Truppen im Keime erstickt. 3m mittleren und nördlichen Abschnitt der O st f r o n t bei zunehmender Wetterverschlechterung nur Artillerie- und Spähtrupp- tätigkeik, wobei die spanische Blaue Division angreifende Russen im Gegenstoß restlos zurückwarf und ihnen schwere blutige Verluste zufügte. Die Luftwaffe bekämpfte den feindlichen Rachschubver- kehr auf wichtigen Eisenbahnstrecken im Waldai- Gebiet und erzielte Volltreffer in Ausladestationen. Auf IN a t t a bombardierten bei Tag und Rächt deutsche und italienische Kampffliegerverbände britische Flugplätze mit starker Wirkung. 3n heftigen Luftkämpfen verlor der Feind 15 Flugzeuge bei zehn deutschen Verlusten. Britische Bomber führten in der letzten Rächt Skörflüge über der Rord- und Ostsee durch, wobei einzelne Spreng- und Brandbomben ohne Wirkung abgeworfen wurden. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Leichle deutsche Kampfflugzeuge griffen gestern im Tiefflug 3nduslrieanlagen einer Stadt an der englischen Südküste an. Gießener Anzeiger Mittwoch, 14.Oktoberly§2 elles." Oie spanische presse zum Konflikt zwischen den UGA. und Chile Länder s i ch sehr schnell erschöpft. Für Nationen ist die Stunde gekommen, sich zu die der alle er- lebuni ün NS.-Beltl Baslkkorpi i mng der Ü-Bii 1942 In Glill hof Marine-UjJ im der Kam" „Eine Lektion für Sumner ung der LMM t Gießen dnq arinemusikkorj leister Indem iches Konzert! ?khaus. ria-Palast ung . I rps der Krieg end. Es sprecoj indes. AdroirN mandant tM°hr- ch, SonnenstraW' [arinemusikktf SS- Die Ausstrahlung -er Windrose. Die Tatsache, daß England in diesem Weltkriege noch lauter und hartnäckiger als im Völkerringen 1914/18 die Behauptung aufstellt, Deutschland habe sich selbst dadurch größten Schaden zugefügt, daß es > sein Fundament als ruhenden Pol der geistigen Wechselbeziehungen zwischen den Völkern selbst zerstörte, ist zu interessant, um einfach zu dem beträchtlich gewachsenen Wust jener feindlichen Behauptungen gelegt zu werden, die sich selbst zu richten' pflegen. England vermißt das „ehemalige Land der Dichter und Denker" und es beklagte das völlige Fehlen jener schlichten Biedermeiersalons, in Lenen einstmals bei dünnem Tee und dürftiger Kerzenbeleuchtung gleichwohl ein Kulturzentrum entstand, das seinen Anspruch auf Geltung zu Recht erhob. — Wir wollen diese durchsichtigen Klagen zum Anlaß eines kurzen Versuchs über den gegenwärtigen deutschen Kulturanspruch nehmen. Daß die deutschen Biedermeierjahre in der englischen Erinnerung in besonders angenehmen Farben schillern, ist verständlich, denn wir entsinnen uns, wie gerade in diesen Jahren die politische Entrechtung des Reiches dadurch gekennzeichnet war, haß Deutschland selbst politisch ja keine Tatsache, sondern beinahe eine Fiktion darstellte. Wenn 'man auf der Feindseite gerade jetzt in diesen Erinnerungen schwelgt und den mutmaßlich wehrlosen Gegner von einst aus der Versenkung Iheraufbeschwört, so ist das eine Angelegenheit des Charakters. Wichtiger aber ist das ungewollte Eingeständnis des tatsächlichen deutschen kulturellen Anspruchs, der sich etwa auf literarischem Gebiet eindeutig nachweisen läßt. Und hier hat sich nichts geändert, well gerade die deutsche Ehrfurcht vor jedem allgemein gültigen Kulturschaffen ein kennzeichnender Zug unseres Wesens ist, der unvergänglich bleibt. Es ist erstaunlich, wie sich im Auf- und Niederwogen der Zeiten gerade die ewigen schöpferischen Werte auch dann in Deutschland bewährten, wenn jenseits der Grenzen, oft im Lande des Schöpfers selbst, Modelaunen und Geschäftemacherei das Gültig-Wertvolle flu überwuchern drohten. Es war fein Zufall, daß And erfen viele feiner unsterblichen Werke nicht in feiner dänischen Muttersprache, sondern in deutsch schrieb, daß er sich in Deutschland bereits einen Namen erworben hatte, während er in seinem Lande noch mit Widerwärtigkeiten bdl«5o6‘ en5^ irb>< i>°u- J löer. aus @ied M l\ Inders J Gericht j. drei 3)l0l 192. Jahrgang Nr. 242 Gcicbemt täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener AamiUenblätter Heimat imBild-DieScholle BezugSvreis: Monatlich . .RM.1L» Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen vrm einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Ssvreckanschluß 2251 itanschrrft: Anzeiger" 1 check 116«6 ?>ranff^M 1 Frankreich in der Ausrichtungskrisis Von unserem ste.-Berichterstatter. Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer biS 8'/, Uhr desVormittagS Auzeigen-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Stof, für ftamtlienan- -eigen und private Gelegenheitsanzergen 14 Stof. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzetgen Platzoorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr Genf, 14. Okt. (Europapreß.) Das Ende der Fastenzeit unter der mohammedanischen Bevölkerung, das Ramadan-Fest, gestaltete sich zu einer großen Kundgebung für Marschall Petain und seine Politik, mit Deutschland zusamMenzuarbeiten. In Tunis gab der Dey ein großes Galadiner, an dem auch der Generalrefi'dent, General E st e v a, teilnahm. In Algier fand unter Teilnahme des Generalgouverneurs Chätel ein Empfang statt, bei dem über 3000 Ehrengäste gezählt wurden. In sämtlichen Städten von Marokko, Senegal, Tunis und Algerien kam es zu Riesenkundgebungen, immer wieder in einem Bekenntnis zur Politik Zusammenarbeit mit Deutschland ausklangen. zu erteilen. Das Echo in Japan. Tokio, 13. Oft. (Europapreß.) Dem japanischen Kabinett berichtete Außenmimster Ian t über die Verschiebung des Besuches des chilenischen Präsidenten Rios nach den Vereinigten Staaten, lani gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß Argentinien und Chile auch weiterhin dem politischen und wirtschaftlichen Druck Amerikas Widerstand leisten ünb den Achsenmächten gegenüber ihre gerechte und faire, dem eigenen nationalen Interesse entsprechende Politik fprtsetzen würden. „Nitschi Nitschi" erklärt, wenn Sumner Welles behaupte, die Gegenwart von Angehörigen der Achsenmächte in Chile und Argentinien bedeute eme Bedrohung des amerikanischen Kontinents, so stehe diese schwere Anschuldigung den Erklärungen Argentiniens und Chiles gegenüber, daß sie in fei n e r Deise von der Achse bedroht feien. Die Machenschaften Washingtons mögen dazu geführt haben, daß Jbero-Amerika über die Weltlage unrichtig informiert ist, schließt „Nitschi Nitschi , wir ver- trauen aber daraus, daß die Staatssuhrung m Argentinien und Chile weise bemüht sind, J?alt.un9 von den durchsichtigen Manövern Washingtons nicht beeinflussen zu lassen. Reue Drohungen aus Washington. Lissabon, 14. Oft. (Europapreß.) Zu der Reaktion Argentiniens und Chiles aus die Rede von Sumner Welles schreibt „Washington Post : „Cs heißt nicht viel übertreiben, wenn man über unsere Beziehungen zu den einzigen Nationen dieser Henn- st höre, die neutral geblieben, sagt daß der Augenblick, da auf irgendeine Weise d i e Karten 0 ff en auf den Tische gelegt werden muffen sich nähert. Es ist sicher, daß die letzten Ereignisse klar beweisen, daß die Geduld der Vereinigten Staaten hinsichtlich der unsicheren Polittk dieser General-Anzeiger für Oberhessen ^»etz«^Sch«lftra?- Stent I d-§ SBetriebl -nstverrich^I ".DolkssM ’M bisherig^ ■ bestraft. r-I lt« zuletzt J ft'id) II. J m DarmM 1 °-n Expreil er zu einerl ÄUchthau« utiie durch J echte für zwl Sepädarbeiifl us DffentoJ eit nächtlichxl Wendung Del In und (kl ßgutsendungk-l Verpackung J te. Auch feir>| ingsverbrecha ndergerichtb c ch t h a u s U in jugendliche die unter btil der Straftat«! nisstrafen rc del | ?. Stellvertreter H llich für Win! al Dr. Hans 33w.| Ernst BlumichÄ | erei R. Lange 9.< mleiter Han- kämvste. Wie beglückend ist der tiefe Strom tiefen Verständnisses durch die Jahrhunderte auf deutscher Seite gegenüber der divina commedia des Dante. Ob die Zahl der in Spanien gedruckten Werke des Miaue! de Cervantes y Saavedra auch nur entfernt heranreicht an die in Deutschland hergestellten Bücher des ewig lebenden Don Quixote? Cervantes bleibt uns nicht weniger gegenwärtig als Calderon de la Barca, dessen 73 autos sacramentales und 108 comedias, an der Spitze der „Richter von Zalamea", in unseren Herzen leben. Oder nehmen wir Lope de Vega. Hat nickt der deutsche Dichter Grillparzer Anspruch darauf, der Welt diesen vielleicht größten spanischen Dichter überhaupt erst geschenkt zu haben? Es steht schlecht um die Behauptung der Engländer, denn während sie antideutsche autodafes veranstalten, erscheinen Shakespeares Werke und Shaws Satiren auf deutschen Bühnen. Wir lassen den Dichtern nicht entgelten, daß ihrem Lande ein Churchill beschert wurde. Es waren Deutsche, die dem Dramatiker Shakespeare in'der Verdeutschung jedem seiner Gedanken das ihn am klarsten interpretierende Sprachbild schufen mit dem Ergebnis, daß es in England zeitweilig hieß, dep „Engländer" Shakespeare sei ein Mythos! Rousseau, Maupassant, Zola, Duma? und Voltaire — Menschen alle mit oft recht derben Schwächen, fanden eine kulturelle Gedächtnisstätte in Deutschland, die einsichtige Franzosen angesichts der in Frankreich grassierende Literaturmoden immer wieder zum Vorbild nahmen. — Im Norden bietet sich dasselbe Bild. Die Namen Ibsen, Björn- son, Selma Lagerlöf und Strindberg sind beredt genug. Es ist kein Zufall, daß auch in Deutschland jenes Unternehmen schon vor über einem Jahrhundert gegründet wurde, düs beträchtlich mithalf, die Werke jener wahrhaft gültigen Dichter zu einem wahrhaften Volksgut zu machen. Als das Bibliographische Sn ft i tut 1826 entstand, hatte der Schöpfer I. Meyer nur einen Wunsch: ein ganzes Volk sollte teilhaben an diesen Kulturleistungen einzelner, mochten diese diesseits oder jenseits der Grenzen gelebt haben oder noch schaffen. Der Versuch gelang in geradezu einzigartiger Weise. Er wäre nie gelungen, hätte die innere Bereitschaft auf der Seite der Bevölkerung gefehlt. Sie war wack, wie sie es auch ist. Wenn Zeiten kamen, in denen diese Bereitschaft sich selbst überspitzte in der Anerkennung auch von Machwerken, mochten sie nur von „drüben" kommen, so bleiben sie nur Episoden. Sie fanden ihr Ende mit dem Anbruch eines neuen Reiches, das nicht nur politische Umwertungen prägte, nicht nur auf der Fläche tätig war, sondern tiefer schürfte, weil dieses Reich den Durchbruch einer neuen Weltanschauung bedeutet. Sehr bald und sehr genau wurde auch auf allen kulturellen Gebieten die Spreu vom Weizen geschieden, das interessante Ergebnis war, daß die großen Werte unangetastet blieben. Gerade um diese Zeit setzte auch in der jüngsten Kunstgattung, im Film, eine Sichtung gerade der Stoffe ein. Das Verlangen nach dem Filmdichter wurde wie nie zuvor laut. Weder aus eigenem noch auch fremdem Kulturgut sollte der Film bedenkenlos wählen, hinzufügen, zerschneiden. Es kam so, daß gerade in diesem Kriege unter schärfsten Ansprüchen aller Art jede Kunstgattung zu einem Mittel wurde, nun durch sich selbst wieder über die deutschen Grenzen zurückzustrahlen. Die Tatsache, daß auf künstlerischem Gebiet zwischen jenen Völkern, die sich weltanschaulich nahestehen, eine Wesensqemeinschaft entstand, die, der europäischen Kunst beinahe täglich den Weg bahnt, liegt klar. Berlin, Rom, Madrid sind wichtige Angelpunkte dieser umfassenden weltanschaulichen Ge- meinschatft, an anderen Stellen beginnt die Erkenntnis nach den geordneten Forderungen.von Morgen zu dämmern. Wenn Deutschland, Jahrhunderte hindurch Sammelbecken und Brennspiegel europäischer Kultur schlechthin, gerade in diesem schicksalhaften Kampf seine allgemeinen kulturellen Ausstrahlungen mit Wirkungen einsetzt, die schon setzt verblüffende Erfolge zeittgen, so ist das der stolzeste Beweis eines bewußten Kulturdaseins, den keine Behauptung jener Demokratien erschüttern kann, die nicht kulturelle Geltung, sondern das Jahreseinkommen meinen, wenn sie fragen, wieviel der Künstler I wert fei. Jörg Rehoff. Kleine politische Nachrichten. Am Ende ihres dreitägigen Besuches in der Reichshauptstadt auf Einladung des Reichsministers Dr. Goebbels nahm Reichsarbeitsführer Hier! Ge- Roosevelt in Verlegenheit. Stockholm, 13.DEL (DNB.) Gleichzeitig mit Sill fand sich auch Roosevelt bewogen, wieder ede zu halten. Er zeigte sich dieses Mal ziemlich gedämpft. Besonders wunderte er sich, daß die Deutschen immer behaupten, eine zweite Front fei unmöglich, und trotzdem schickten sie ihre Truppen nach allen Richtungen, um dieser zweiten Front zu begegnen. Aber daß eine zweite Front unmöglich ist, liegt ausschließlich daran, daß die deutsche Wehrmacht jeden Feind, wo immer «er sich ^uck zeigen möge, unverzüglich aus dem Feld schlägt. Roosevelt gesteht, daß er eigentlich erst jetzt, nachdem er seine Besichtigungsreise beendet hat, so richtig erkannt habe, wie groß die Produktionskraft der amerikanischen Wirtschaft ist. Womit er selbst zu-gibt, daß er seine früher beliebten astronomischen Zahlen ohne Kenntnis der tatsächlichen Verhältnisse in die Welt posaunt und also frei erfunden hat! Daß er es für notwendig hält, das Mindestalter für die Wehrmacht von 20 Jahren auf 18 Jahre herabzusetzen, wird namentlich bei den amerikanischen Müttern nach-- haltigssn Widerhall finden, denen der Präsident noch vor IVi Jahren versicherte, daß er sich vor ihnen schämen würde, wenn er auch nur einen einzigen amerikanischen Soldaten an irgendeinen Kriegsschauplatz außerhalb Amerikas einsetzen würde. Be- .merkenswert war schließlich, daß der Präsident so vorsichtig war, einer Behandlung der eigentlich kriegsentscheidenden Verhältnisse aus dem Wege zu gehen, die zweite Front nur ganz am Rande zu streifen und den Pazifik und das Tonnageproblem jedoch vollständig zu verschweigen. Eine stumpfe Waffe. „Der Weltkrieg wurde durch Wilsons 14 Punkte gewonnen." Stockholm, 13. Okt. (DNB.) Der nordamerikanische Kommentator Volney Hurd erklärte in einem Rundsunkoortrag, der Weltkrieg 1914/18- sei vor allem auf geistigem Gebiet, und zwar durch das Wilsonsche Programm der 14 Punkte, gewonnen worden. Aehnlich stehe es in diesem Kriege. „Auch in' diesem Weltkrieg brauchen wir etwas ähnliches, um zur Beendigung des. Kampfes beitragen zu können." — Im Bewußtsein des'nationalsozialistischen Deutschland ist die Kenntnis um diese hinterhältige feindliche Kriegswaffe längst fest verankert. Der Deutsche hat sich einmal durch schöne Worte betrügen lassen und nach Versailles bitter dafür büßen müssen. Als sich Roosevelt und Churchill vor einiger Zeit auf dem Allantik trafen, um nach bewährtem Rezept, diesmal mit acht Punkten, einen neuen Betrugsversuch zu starten, da ging das deutsche Volk mit einem mitleidigen Achselzucken darüber hinweg. Diese Waffe heimtückischer Plutokraten ift stumpf geworden, und Volney Hurd bemüht sich vergeblich. Auch nicht durck Betrug sind die jungen Völker, die um lhr Levensrecht kämpfen, diesmal zu schlagen. Eingeständniffe auf Raten. Die Schiffsverluste der USA. / bei den Salomonen. Berlin, 13.Okt. (DNB.) Die Bekanntgabe des Verlustes von drei Schweren USA.-Kreuzern bei den Salomonen, den das Washingtoner Marinedepartement volle zwei Monate nach der Schlacht eingestand, wirft wieder ein höchst bezeichnendes Licht auf die amerikanische Nachrichten- gebung. Als das japanische Hauptquartter unmittelbar nach dem Treffen die Versenkung von 13 Kreuzern, neun Zerstörern, drei U-Booten und zehn Transportern meldete, sprach man in Washington von „typisch phantastischen Behauptungen" der Japaner und verschanzte sich auf das „Fehlen von Einzelheiten". Um aber auf kommende, nicht zu umgehende Geständnisse vorzubereiten, gab man am 10. August amtlich bekannt: „Ein USA.-Kreuzer wurde versenkt, zwei Zerstörer und ein Transporter beschädigt." Der Rundfunk erweiterte diese Liste durch zwei beschädigte Kreuzer und weitere beschä- digte Transporter. Endlich, am 18. August, sprach das Marinedepartement von japanischen Luftangriffen, die angeblich alle abgeschlagen worden seien, während die USA.-Verbände „nur geringfügigen Schaden" erlitten hätten. In heftigen Kämpfen seien feindliche Kreuzer und Zerstörer zum Rückzug gezwungen worden, bevor sie die amerikanischen Schiffe überhaupt hätten erreichen können. Dem fügte man folgenden, echt Rooseveltschen Passus an: „Es ist unmöglich, die feindlichen Verluste während dieser Nachtkämpfe zu schätzen, lieber die Ausdehnung unserer eigenen Verluste kann gegenwärtig noch keine Erklärung abgegeben werden, weil solche Informationen für unsere Feinde von unschätzbarem Wert wären." Die japanischen Meldungen über die USA.-Perluste seien deshalb „unglaubwürdig", weil es während der Nachtoperationen unmöalich gewesen sei, das Ausmaß der angerichteten Zerstörungen zu übersehen. Roosevelt und der Marineminister Knox glaubten zunächst also, das Ausmaß der amerikansich-briti- scheu Verluste an Leichten Seestreitkräften im Dunkel der Nacht verschwinden lassen zu können. Es ist ihnen nicht gelungen. Nachdem der australische Premierminister Curtin bereits am 20. August den Untergang des Kreuzers „Canberra" in der ersten Seeschlacht bei den Salomon-Inseln zugegeben hatte, gestand Washington jetzt den Verlust der drei Schweren Kreuzer u i n c y", „Vincennes" und „Asto ria" zu. Dabei wird jetzt zugegeben, daß japanische Scheinwerfer und Leuchtmunition die finftere Nacht erhellten und die „Ziele beleuchteten". Weiter heißt es: „Das feindliche Feuer war schwer und lag gut." „Quincy" und „Vincennes" seien wiederholt getroffen und versenkt worden, während die „Astoria" die ganze Nacht gebrannt habe, bis sie am Morgen sank. legenheit, sich mit seinen 50 Führern und Alckeits- männem, die sich bei den Abwehrkämpfen bei Rschew besonders ausgezeichnet hatten, über ihre Kampferlebnisse zu unterhalten. * In Rom sind Armeegeneral Conte Tassoni und General C i a c c i gestorben. Conte Tassoni nahm am italienisch-türkischen Krieg 1911/12 teil und war später Unterstaatsfekretär im Kriegsministerium sowie Gouverneur von Tripolis. — Ciacci nahm 1916 als Oberstleutnant am Feldzug in Libnen teil. Er gehörte von Anfang an der faschistischen Bewegung an und war Generalleutnant der Miliz. * Wendel! Wiükie ist, mit dem Flugzeug aus China kommend, in Edmonton (Kanada) eingetroffen. Er wies die an feinen Aeußerungen über die Notwendigkeit von Entlastungsaktionen zugunsten der Sowjets in Amerika und. England vorgebrachte Kritik zurück und erklärte, er habe bei feinem Aufenthalt in der Sowjetunion umfangreiches Material gesammelt. Er werde dies in den Vereinigten Staaten bekanntgeben. * Am 22. November tritt eine strenge Benzinrationierung und die Kontrolle der Motorentreibstoffausgabe für die gesamten Vereinigten Styaten in Kraft. Bisher wurde die Rationierung nur in einigen Staaten der Union durchgeführt. Kunst und Wissenschaft. h ochschulnach richten. Als Nachfolger be£ nach Heidelberg berufenen Professors Dr. Schaefer wurde der Dozent Dr. phil. Hermann Bengtson als a. o. Professor für Alte Geschichte an die Universität Jena berufen. Bengtson ist 1909 in Ratzeburg geboren, in München hat er sich 1939 habilitiert. Von seinen Arbeiten nennen wir „Die Strategie in der hellenistischen Zeit, ein Beitrag zum antiken Staatsrecht". — Professor Dr. Günther Rienäcker, Abteilungsvorstand am Allgemeinen chemischen Laboratorium der Universität Göttingen, erhielt einen Ruf auf den Lehrstuhl für anorganische Chemie an der Universität Rostock. Rienäcker wurde 1904 in Bremen geboren, promovierte 1926 in München, war in Freiburg am Physikalisch-chemischen Institut, wurde 1936 dort Dozent und hat dann in Göttingen den Lehrstuhl des emerit. Professors Koetz versehen. 1938 wurde er Abteilungsvorsteher. * Der außerplanmäßige Professor Dr. Gotthilf von S t u d n i tz wurde zum o. Professor für Zoologie an die Universität Halle berufen. Studnitz wurde 1908 in Kiel geboren. Er promovierte dort 1930. 1935 habilitierte er sich ebenda. Sein Spezialgebiet ist Sinnes- und Nervenphysiologie, insbesondere ver- I gleichende Physiologie der Lilhtsinnesorgane. — Im Alter von 68 Jahren starb der frühere Professor der Philosophie an der Universität Freiburg, Dr. Georg Mehlis. In Hannover geboren, studierte er in Marburg, Heidelberg und Freibura, promovierte 1906 in Heidelberg, habilitierte sich 1909 in Freiburg, wurde dort Professor und legte 1923,aus Gesundheitsrücksichten fein Amt nieder. In Chiavari an der Riviera lebte er dann als Schriftsteller. Don seinen Arbeiten nennen wir ein Lehrbuch der Geschichtsphilosophie und Schriften über die deutsche Romantik. — Im Alter von 69 Jahren starb tn Stuttgart der frühere Dozent der Philosophie an der T. H. Stuttgart, Professor Dr. D. h. c. Adolf ft aut. In Ludwigsburg geboren, studierte er in Tübingen und Berlin, promovierte. 1903 in Tübingen und war bann lange Jahre Lehrer am Karlsgymnasium in Stuttgart. Gleichzeitia hatte er einen Lehrauftrag für Philosophie an der T. H. Stuttgart. Eine Nnführung in die Philosophie und die Schrift über „Religion, Technik, technisches Zeitalter" machten ihn bekannt. Die Universität Tübingen ernannte ihn 1930 zum D. theol. Professor Hugo von Daldeyer-harh gestorben. Im Alter von 66 Jahren starb in Heidelberg der Lehrbeauftragte für Wehrwissenschaft an der T. H. Hannover, Kapitän z. S. a. D. Professor Hugo von Waldeyer-Hartz. Er war mehrere Jahre im Admiralstab und im Reichsmarineamt. Von 1919 bis 1933 war er Vorstand der Bücherei des Reichswehrministeriums. Waldeyer-Hartz ist auch mit einer größeren Zahl von Romanen an die Öffentlichkeit aetreten. Wir nennen u. a. „Rochus von Dattenberg", „Jürgen Wullenwever", „Wagen und Winnen", „Die Welser in Venezuela", „Mein Volk —■ mein Land". Auch seine Jugenderzählungen fanden weiteste Verbreitung, darunter: „Don Tsinatau bis zu den Falklandinseln", „Ums deutsche Danzig", „Zwischen Eisbären und Walen", „Als Feriengästs auf der Swanhild". Von seinen marinegeschichtlichen Werken wurden bekannt: „U-Boot und U-Bootkrieg", „An Bord des Kriegsschiffes »Schlesien' bet. Ausbruch der Revolution", „Unsere Reichsmarine" und „Der Kreuzerkrieg". Leonardo da Vinci, Tizian und Rubens auf einer Wiener Lunstauktion. Leonardo da Vinci, Tizian und Rubens auf einer Kunstauktion sind keine alltäglichen Ereignisse, so konnte das Wiener Dorotheum für feine neue Kunstauktion des größten Interesses aller Sammler gewiß sein. Demgemäß war auch die Beteiligung der Käufer, die zahlreich auch aus Italien gekommen waren, ungemein rege. Das Hauptinteresse galt Leonardo da Vinci und seinem Gemäldo „Maoonna vor chem Castell", Tizians „Porträt eines venezianischen- Patriziers" und einer Wald- Landschaft von Peter Paul Rubens. Von den übrigen Versteigerungsergebnissen der durchweg hochwertigen Gemälde verdienen besondere Erwähnung ein Pieter de Hooch, ein Cranach, ein Samt-Brueghel, ein Lorenzo Lotto, ein Grenze, ein Ruisdael und zwei Blumenstilleben von Jan von Os. vorbildliches vuchschaffeu. Unter dem Leitwort „Das gute deutsche Luch muß auch schön sein" wird auch in diesem Jahre der Buchwettbewerb „Vorbildliches Buchschaffen durch das Fachamt Druck und Papier der Deutschen Arbeitsfront mst der Reichsschrifttumskammer und dem Werbe- und Beratungsamt für das deutsche Schrifttum durchgeiführt. Durch die Verleihung von 1500 Reichsmark an Barpreisen und 150 Urkunden werden die schönsten Bücher, die in Papier, Satz, Druck, Illustrierung und Einband mst dem Inhalt harmonieren, ausgezeichnet. 125 Jahre varmer Siagverein. Mit dem Elberfelder Gesangverein gehört der Barmer Singverein, dessen 125. Gründungstag in der Barmer Concordia in einer Feierstunde gedacht wurde, zu den ältesten gemischten Chorvereinigungen. Bei Verschmelzung der Städte Barmen und Elberfeld verewigten sich die beiden großen Chorgemeinschaften Barmens und Elberfelds zum „Städtischen Konzertverein Wuppertal". Der Jubiläumsfeier vorauf ging eine Hubert-Pfeif- fer-Gedenk stunde. Pfeiffer, der als Sohn eines Barmer Färbermeisters 1891 blind geboren wurde, stieg durch eisernen Fleiß und unter lieber- windung unsäglicher Schwierigkeiten zum schöpferischen Musiker. Nach seinem Klavier-Lehrerexamen studierte er an der Universität Köln Komposstion, wurde Organist in Barmen und widmete sich dann ganz dem freien Musikschaffen. Kurz vor Vollendung seiner großen weltlichen Kantate „Sang, an dis Sonne" starb er am 1. Weihnachtstag 1932. De« 3um Bären, znm Riesen, zur Traube. Bon alten deutschen Gaststätten. Der alten deutschen Gaststättenkultur ist das Reichsgaststätten-Museum gewidmet, mit dessen Einrichtung jetzt im Hermann-Esser- Forschungsinstitut für Fremdenverkehr in Frankfurt a. M. begonnen wurde. Geräte, Urkunden und Kunstblätter sollen das deutsche Gaststättenleben vergangener Jahrhunderte veranschaulichen, von dem noch eine Reihe historischer Gaststätten in deutschen Städten, die in ferne Jahrhunderte zurückreichen, unmittelbar Kunde geben. An vielen deutschen Städten kann der aufmerksame Reisende, der auf Zeugen ihrer Vergangenheit achtet, auch auf Gasthöfe stoßen, deren ehrwürdiges Aeußeres den Stil einer früheren Zeit Zeigt und so sein hohes Alter verrät. Mit diesen alten Gaststätten sind oft (Erinnerungen von geschichtlicher Bedeutung verknüpft, Menschen haben'in ihnen verkehrt, deren Name noch heute einen Hellen Klang hat. Eine der ältesten dieser Gaststätten ist der „B ä r" in Freiburg im Breisgau; er wird schon in einer Urkunde von 1387 als Herberge erwähnt, und seit dem 14. Jahrhundert hat das Gebäude bis heute als Gasthaus gedient. Bei anderen Gaststätten ist das Bauwerk noch älter, wenn auch nicht immer ein Gasthofbetrieb darin unterhalten wurde. Wohl das älteste Bauwerk dieser Art ist der „Stern" in Hersfeld, was zwei Säulen, eine aus Stein und eine aus Holz, bezeugen, deren Alter auf über 1000 Jahre geschätzt wird. In Konstanz stammt das Haus des „Insel- Hotels" aus dem Jahre 1236, aber bis 1785 diente es als Kloster, und der alle Kreuzgang ist in die Hotelanlagen übernommen worden, wie die ehemalige Basilika heute der Speisesaal ist. In anderen Fällen besteht der Gasthof als solcher schon länger, aber das jetzige Haus stammt aus jüngerer Zeit. So wird in Miltenberg der „Ries e" als Fürstenherberge schon im 12. Jahrhundert erwähnt, aber das heutige Gebäude stammt aus dem Jahre 1590. Der „Riese" war für die früheren Zeiten ungewöhnlich groß; er hatte Stallungen für hundert Pferde, und die Höhe des Gebäudes zeugt von feiner Bedeutung. Kaiser und Könige haben im „Riesen" Rast gemacht, so Kaiser Rotbart, Ludwig der Bayer und Karl IV. Im weingesegneten Rheingau hat sich schon früh ein großartiges Herbergswesen entwickelt. Hier liegt die Aßmannshäuser „Kron e", bereit älterer Teil die Jahreszahlen 1541 und 1703 trägt £as alte Fremdenbuch aus dem 18. Jahrhundert wurde von einem Engländer entführt, aber auch in den späteren fallen viele bekannte Namen auf. Da findet man Geibel, Hoffmann von Fallersleben, Scheffel, Simrock, vor allem aber häufiger Freiligrath, der hier längere Zeit wohnte, weiter Jordan, Keller, Rosegger, Wolff, Fontane, Grillparzer, Wildenbruch und Menzel. Wetter rheinaufwärts liegt der Oestricher „Schwa n", ein schöner Fachwerkbau, der 1628 errichtet wurde. Die Darmstädter „Traube" beherbergte seit dem 17. Jahrhundert Gäste; sie ist besonders berühmt geworden, weil auf ihrem Speicher der Plan zum Kölner Dom gesunden wurde, durch den der Ausbau dieses großen Denkmals erst möglich mar. Ein aünftiges Geschick hat den „Ritter" in Heidelberg bei der allgemeinen Zerstörung der Neckarstadt in den Kriegsjahren des 17. Jahrhunderts erhalten; das Haus stammt aus dem Jahre 1592 und zeigt edelste Renaisiancekunst. ' , In Bayern sind besonders die „Drei Mohre n" von Augsburg zu erwähnen. Das Haus, das einst den Fuggern gehörte, besitzt noch heute den berühmten Kamin, an dem der Schuldschein Kaiser Karls V. in Rauch und Asche verwandell wurde. Die Gästebücher dieses Hauses sind berühmt; man findet in ihnen Fürst Metternich und die zweite Gattin Napoleons, Marie-Louise; auch die unglückliche Marie-Antvinette ist auf ihrer Fahrt zur Hochzeit nach Frankreich in den „Drei Mohren" abgeftiegen, und der Deutsche Bundestag hat hier 1866 seine letzten Sitzungen abgehalten. 2n Mitteldeutschland ist der „Anke r" in Saalfeld zu erwähnen, der sich früher „Güldme Gans" nannte und dadurch berühmt wurde, daß 1547 Soifer Karl V. hier nach der Schlacht bei Muhlberg Quartier nahm; noch heute sind in den Raumen zwei Quadersteine zu sehen, die von seiner wundersamen Rettung aus Lebensgefahr zeugen. In Weimar läßt sich die Geschichte des Gasthauses „Zum weißen Schwan", in dem die Größen der Goethezeit verkehrten, bis ins sechzehnte Jahrhundert verfolgen. C. K. (Sin Meister der porzettan-plastik. JohannPeter Melchior zrrmLYY.Geburtstage In der nicht beträchtlichen, Reihe deutscher Meister der Porzellan-Plastik nimmt Johann Peter Melchior einen der ersten Plätze ein; die bedeutendsten seiner Zeitgenossen haben ihn sehr geschätzt, und kein Geringerer als Goethe war von ihm „entzückt"; er achtete nicht nur den Künstler, sondern auch den Menschen in Melchior und stand nicht an, ihn als seinen Freund zu bezeichnen. Wir wüßten über Johann Peter Melchior nicht allzuviel, wenn /er nicht selbst in einer köstlichen kleinen Selbstbiographie von sich und seinem Werdegang geplaudert hätte. Am 12. Oktober 1742 kam er in Lindorf, einem Kirchdorf im damaligen Herzogtum Berg, das zur Kurpfalz gehörte, als arm- ieliaer Bauernjunge zur Welt und mußte bald mit« helfen als Hütebub, in den Ställen und auf dem Acker. Es war ihm selbst seltsam, wie früh bereits sich seine Begabung zeigte. Er bemalte, bezeichnete oder, wie seine oft zürnende Mutter behauptete, „besudelte" alle Wände, Tische, Stühle, Bänke, Möbel und Fußböden, und wenn er „so recht dabei mar", konnte er oft Essen und Trinken darüber vergessen; in kranken Tagen bedeutete ihm diese Beschäftigung, die sein Vater als „Schmiererei" betrachtete, mehr als Arznei. Ueberall fand man seine Figuren von Menschen, Tieren und sonstigen Dingen; das Bossieren und Modellieren ging ihm über alles. Allerdings hatte er manchmal viel zu leiden, wenn die Ettern, die nichts von Kunst ahnten, ihm feine „Verunreinigungen" verboten. So blieb ihm nichts anderes übrig, als seine Lieblingsbeschäftigung in der Scheune, auf dem Felde oder im Walde vorzunehmen; besonders gern saß er in einer am Walde gelegenen Lehmkule und „formte Menschen und jegliches Getier, auch Fabelwesen". Nach dem frühen Tode beider Eltern entdeckte der kunstverständige Ortspfarrer die Begabung des Knaben und veranlaßte, daß er nach Düsseldorf auf die Kunstsckule geschickt werden konnte. Doch hier hielt es Johann Peter nicht lange aus; er entwich heimlich den Lehrern, tauchte nach einiger Zeit in Aachen und schließlich in Mainz auf, wo er, wie er berichtet hat, „durch Denkmalsentwürfe plötzlich fein Glück machte". Er wurde kurmainzischer Bildhauer der Porzellanfabrik in Höch st und trat bald .gu berühmten Leuten in Verbindung. Hier entwarf er das Medaillon für Goethe in gebranntem Gips, das die von dem Dichter gewünschte Inschrift erhielt: „Der Verfasser der Leiden des jungen Werthers durch seinen Freund Melchior 1775 nach dem Leben gearbeitet" Goethe verehrte das kleine Kunstwerk dem Herzog Karl August, der ihm in dem Schlößchen Tiefurt einen würdigen Platz pah. Nach zehn Jahren hat Melchior ein zweites Medaillon mit kleinen Aenderungen geschaffen, das wie auch feine kleinen Porträts des Herrn Rat und der Frau Rat heute im Goethe-Pational« mufeum aufbewahrt wird. Don Höchst ging Melchior nach Frankenthal, wo feine beste Zeit begann. Heute noch bewundert man seine lieblichen Putten, seine drolligen Hütejungen, und seine zarten Denusftäulein sehen aus wie die kleinen Hirtenmädchen feiner ländlichen Heimat. Er hat selbst bekannt, daß chm die künstlerischen Kräfte aus dem heimischen Boden zuströmten. Die „frohen Schaffensjahre" aber gingen rasch zu Ende. Krankheiten, der frühe Tod feines ältesten Sohnes, der sich einem leichtsinnigen Leben hingegeben hatte, und schließlich die Ausweisung durch die Franzosen trübten feine Schaffenskraft. Er erhielt zwar in Nymphenburg wieder einen chm zusagenden Wirkungskreis, hier modellierte er noch Kinder, Hofdamen und Chinesen, aber der Meister jener lebendigen Zwischenzeit zwischen Rokoko und Klassizismus kam zu dem klassizistischen Stil, der damals Europa beherrschte, und verlor natürlich dabei an Tiefe und Wirkungskraft. Er ahnte selbst, daß fein Hauptwerk getan war; in literarischen Arbetten legte er seine ästhetischen Anschauungen nieder und trat immer weniger hervor. Dann kränkelte er und starb im Jahre 1825. Nicht nur in seinen kleinen Plastiken und in seinen Abhandlungen, sondern' auch als fetnempfinbenber Mensch blieb er zeitlebens schlicht und von kerndeutschem Gepräge. Unter unseren Kleinmeistern ist er einer der größten gewesen. Hans Sturm. Aus her Stadt Gießen.I Kulturwoche der NSDAP, in Gießen -i- i. ®<>nniflC ^erbftto9e- , Agnes Miegel liest aus eigenen Werken. °tben. gehört der (Nachdruck verboten.) ortfetzung. Land des Heimkehrers enh der flüchtigen Schilderung ft, wie etwa aus Gedanken eines Wen* bet marine" Luch muß Jahre der en durch ischen Ar« ' und dem Mann rechnet ah Roman von Horst Biemath nden wer- atz, Druck, lt harmo» ffauttlon. ttns auf " Tr-tg- te i«lne les aller h die Be. ls Italien luptinter. Gemälde ./Porträt er Wald« n übrigen hochwerti» mung ein Brueghel, ?bad und lereinigun« rmen und ßen Chor- elds §um Der Jubi« f.Pfeif. als Sohn j) geboren der Ueber» m fchipfi' )rere$amen Mposition, > sich dann Vollendung rg' an die 1932. Der Hans Hüllender. Aus dem Reich. Das Bauen auf -em Lande vor großen Aufgaben. Theater der Llniverfltätsstadt Gießen Paul Lincke: „Frau Luna^. Düsseldorf nnte. Doch us; er ent- ich einiger auf, wo er, Dürfe W inainzischee jtunbtt« dUNg-. N he m Dichter flJJ der Selben ch Melchior he verehrt August, d^r rdigenM ein zvettl ,fentVi ligen ehen • ländE «die tu" Loden 8U 'S» Lebe» 2l«5»S SZ Sx Ä:S <«$ St» „Du wirst das beste Geschäft machen, Antonio, jedenfalls das am wenigsten anstrengende. Du wartest hier also. Und wenn du den Burschen, der den Gesuchten gefunden hat, zu mir bringst, erhältst du ebenfalls fünf Pesos, na?" „Sie sind ein Caballero!" grinste Antonio beglückt und versöhnt. „Wo finde ich Sie?" „Auf der Terrasse des »Pullman'. Du kennst das Lokal?" „Natürlich, Tenor." „Falls ich durch irgendeinen Zufall verhindert sein sollte, auf oich zu warten, hinterlasse ich beim Portier Nachricht, wo du mich findest. Mein Name ist Forester, Doktor Frank Forester. Merk chn dir!" Brackmann 'schlenderte zum Hafen hinunter. Im ersten Becken lagen die Touristendampfer, Nordamerikaner zumeist, strahlend weiße Lurusschiffe, wie sie auf den Werbeplakaten der Reisebüros, von Möwen begleitet, mit schäumender Bugwelle dem blauen Himmel ewig blühender Küsten entgegenziehen. Das zweite Hafenbecken wurde zur Zeit ausgebaggert. Im dritten endlich lagen die Handelsdampfer vertäut. Sie luden und löschten. Dampfwinden kreischten. Ladungen schwebten, von Kränen geschwenkt, durch die Luft und senkten sich über wartende Güterwagen oder in die dunkeln Luken der Schiffe. Die „Manuela" war ein mittelgroßer, ziemlich älter Kasten. Die blauweißrote chilenische Flagge mit dem weißen Stern in Blau hing träge an der Heckstange. Die Dampfwinde arbeitete polternd. Ein voar Neger mit alten Kaffeesäcken als Kopf, und Rückenschuß stauten unter der Aufsicht eines mür- risch dreinblickenden Mestizen Sisalballen in den achteren ßaberauni Brackmann rief den Mestizen an. „He. Tenor, ich suche den Kapitän. Bin herbestellt." Der Mestize deutete mit dem Daumen aufs Dor- schiff: „Er sitzt in seiner Kabine." Brackmann kletterte übers Fallreep an Bord. Der Sisalstaub lag dick auf den Planken. Die Luft war dem hier von einem zur sterbenden Großmutter heimkehrenden Arzt berichtet wird, erlebt man, wie ein Mensch, „über Land und Meer und über zwanzig Jahre" hinweg zu seinen Ursprüngen zu« rückkehrt, vom vertrauten Umkreise ausgenommen und zurückgewonnen wird und, Stück für Stück, aufs neue von der geliebten Heimat Besitz ergreift. Im lockeren, schnellen Fluß der Erzählung, der man noch im Lesen die sehr feste, bewußt lenkende, aufbauende und ordnende Hand anmerkt, tauchen Gestalten, Gesichter und Schicksale auf, spiegelt sich das Spezifische im Allgemeinen, das Oestliche im Menschlichen, sind die «pannung zwischen weiter Welt und geliebter Heimat, die Abstände wie die Gemeinsamkeiten der Generationen zu empfinden; ein ganz leiser Humor ist nebenbei zu spüren, eine duftende Erinnerung an die schon sagenhaft gewordenen lukullischen Genüsse einer gesegneten, dem Leben zugewandten Provinz, endlich auch der men- schenkennerisch Gereifte Blick dichterischer Erfahrung: sie spricht ebenso aus dem verhaltenen Wissen um Die schicksalsschweren Entscheidungen, denen das S"|; tote* v". 6fi unij ^ubin, Bande, die er zusammengetrommelt hatte, zehn Jungen, von denen jeder ziz der schönen Hoffnung berechtigte, eines Tages am Galgen zu enden. Forester zog es vor, die Verhandlungen mit den Schlingeln hinter der Kirche zu führen, auf einem verwahrlosten kleinen Friedhof aus der Conquista- dorenzeit, unter dessen umgestürzten uralten Grabsteinen zahllose Eidechsen raschelnd verschwanden. „Hört zu, Jungens! Antonio wird euch gesagt haben, daß ich für euch eine Arbeit habe. — Ich suche einen Bekannten, oer sich irgendwo im Hafenquartier in einem Hotel eingemietet hat. Er heißt Brackmann, es ist aber möglich, daß er sich auch anders nennt — so etwas kommt ja vor ... Hier ist sein Bild. Seht es euch gut an. Eure Aufgabe ist es, ihn zu finden und, wenn ihr ihn entdeckt habt, mir seinen Aufenthalt mitzuteilen. Aber macht es ein wenig unauffällig — ich möchte chn nämlich überraschen —" Die zehn Bengel kniffen wie auf Verabredung gleichzeitig ein Auge zu und grinsten Forester an. Sie kannten solche Ueberraschungen. Wahrscheinlich sollte der Senor auf dem Bild eine Kugel in den Rücken kriegen. Auch gut, für solche Scherze hatten sie volles Verständnis. — Forester zog die halbierten Geldscheine aus der Tasche und oerteilte sie. „Für die Arbeit gibt's einen Peso. Hier habt ihr die Anzahlung. Den Rest bekommt chr nach Beendi- gunq des Auftrages. Wer mir die Adresse bringt, erhält außerdem eine Prämie von fünf Pesos, einverstanden!" — Die Burschen wollten schon davonjagen, aber Forester hielt sie zurück: „Noch eins. Wer von euch den Gesuchten entdeckt, findet sich hier an der Kirche ein. Antonio erwartet ihn und wird ihn zu mir führen. Ihr habt zwei Stunden Zeit. Verteilt euch auf die Straßen, damit nicht mehrere zugleich in derselben Gegend suchen. Los jetzt! Fünf Pesos sind zu verdienen!" „Und ich, Senor?" fragte Antonio enttäuscht und verstimmt, als die Burschen nach kurzer Beratung auseinandergelaufen waren, „ich soll hier sitzen und zusehen, wie mir fünf Pesos in der Lust zerplatzen?" Agnes Miegel begann ihre Lesung mit einem Gedicht „Urheimat", in welchem gewissermyßen der Grundakkord der sehr einheitlich aufgebauten und durchkomponierten Melodie dieses Abends angeschlagen wurde: grüßende Anrufung der östlichen Erde, die ihr mehr ist als zufälliges Ursprungsland, mütterlicher Nährboden nämlich ihres Wesens und Werkes. Im Mittelpunkt des Vortrages, in dessen Sprachklang sich auch sinnlich wahrnehmbar etwas von jener Grundmelodie allenthalben bewahrte und mitteilte, stand, eingeschlossen von Gedichten, eine große, ungefähr um has Jahr 1929 spielende Erzählung „Heimgekehrt": in ihr war die eigentümliche Atmosphäre, das Wesen von Land und Leuten in Agnes Miegels ostpreußischer Heimat für den westlicher beheimateten Zuhörer vielleicht am lebhaftesten und unmittelbarsten spürbar. In- Mboden seiner Musik war der reich fließend« k°nn-n heimatlicher Melodien. Sein Werk umfaßt »Hlrelche geistliche und weltliche Chorwerke Lie- zu Kl-mer und Orchester, Klavierwerke'(dor- mlerbte mit dem Beethooen-Preis belohnte e-moll- gmate) und zahlreiche kleinere Komposstionen p,e herzliche Würdigung seines Schassens bot dst IÄ,lärei)™00.n ®rnft Kuckelsberg Unter den ßeiss-rsch-n Werken die in der Gedenkstunde er" Mf",. il-b-n besonders die Kompositionen aus r letzten Schafsensperiode des Künstlers den tihen Tod Hubert Pseisfers bedauern " iv; Ss 1919 bis ?leichz< flii eine; Echkeit Dollen, i nb Win. - Volk - ! 11 fanden Pau bis Danzig«, tiengäfti J Promo. rester warf ihm eine Zigarette hin: „Wie du?" iiwnio, Senor ..." ■ refter legte dem Jungen die Hand auf Die ter: „Paß gut auf, Antonio, ich habe einen für dich, bei dem du einen Peso und unter n bedeutend mehr verdienen kannst. Aber it brauche ich einmal zehn solche Lungen rote Es dürften auch ein paar mehr sein. Kannst nir die besorgen?" di fünf Minuten, Senor!" rief der -Bengel. Tayfur Tag leuchtet die Sonne vom tiefblauen Himmel. Wenn auch die Nächte kühl sind und am URorgen die Wett im Nebel liegt, desto schöner ist dann alles, wenn die Sonne durch den Nebel dringt. Am Sonntag gre'fen wir jetzt zum Wanoerstab und pilgern hinaus. Der Weg führt durch Wiesen und Fetter, an ©arten vorbei. Noch blühen und leuchten die letzten Rosen, Dahlien und Herbstastern. Auch die letzten Tomaten haben sich in diesen Tagen noch gerötet, unö hier und da sehen wir ttefdunkle Trauben an Spalieren. Die Bäume haben zum Teil schon buntes Laub. Einzelne Aepfel und Birnen hängen noch, zur Freude der Kinder. Sie können nun noch einige arüdjte zusammenstopveln. Der Wiesengrund, der seine Pracht zweimal hat hergeben müssen, hat sich mit neuem Grün geschmückt. Darin sind, wie in einem feinen Teppich, die violetten Herbstzeitlosen emgeftitft. Zähe und ausdauernde Blumen finden wir aber noch am Wegrand. Dort stehen die letzten Schafgarben, Habichtskräuter, Flockenblumen unb oie nimmermüden Gänseblümchen. Unverdrossen fliegen auch noch die Bienen und holen sich, was noch an Nektar da ist. Im Wald leuchten alle Farben in wundervollem Zusammenklang. Von dem Boden her, der mit buntem Laub bedeckt ist, wächst die Pracht. Da stehen die Büsche, umrankt von dunklen Brombeerruten, m buntem Herbstgewand. Dahinter erheben sich die Buchen. Die schlanken Birken haben ein goldgelbes Meid angezogen. Zarte Sommerfäden umwinden die bunten Blätter. Die Eichen sind noch grün, sie lassen nur langsam ihr Laub fallen. Es müssen starke Stürme kommen, um sie kahl zu zausen. Ganz im Hintergrund stehen stumm und aufrecht die dunklen Fichten. Still und weich kommt dieses Herbstwunder, nicht stürmisch wie nach einer lauen Frühlingsnacht das Erwachen des Waldes. Wie in Andacht stehen die Bäume. Es ist ein Abschiedsfest.Nur dann und wann hören wir den Schrei eines Eichelhähers, auch das Zirpen einiger Meisen, sonst herrscht Stille. Ab und zu knackt es im dürren Laub. Die reifen Eicheln und Bucheckern fallen zur Erde ... Ein Ton von Scheiden und Meiden klingt durch das herbstliche Fest. Wir fühlen es in diesen Tagen mit leiser Wehmut, wie nun bas Jahr sich langsam zu Enbe neigt. Es ist ein Abschied wie bei einem guten Freund. Wenn alles gesagt ist, schauen wir uns noch einmal stumm in die Augen unb drücken uns still die Hanb. Es ist ein.schönes Scheiben. — h. Der nunmehr über 75 Jahre alte Paul Lincke ist mit seiner Musik zum eigensten Ausdruck bodenständigen Berlinertums geworden. Vieles was in unserer Erinnerung fortklingt, wird wieder lebendig, wenn wir seine Weisen hören. Es ist eine ehrliche Musik, etwas geradezu, aber unverfälscht im Ausdruck und die Situation sicher treffenb; wenn manchmal auch etwas berb, aber nie überspitzt ober gar kraftlos. Das bewies bie Aufführung feiner großen Aus- ftattungsoperette „Frau Luna. Es ist keine leichte Aufgabe, ein solches Werk, dessen Melodien durch jeden Leierkasten weitergetragen wurden und auf jedem Tanzboden erklangen, wieder in feiner ur- sprünglichen Ausdruckskraft zu erwecken und bann das Ziel zu erreichen, den Hörer für einige Stunden das Grau und bie Strenge des Alltags vergessen zu lassen unb ihm burch solchen Ruhepunkt bie Kräfte für weiteres Wirken zu geben. Das ist der Spielleitung des Intendanten Hans Walter Klein im vollen Maße geglückt. Der Weg von der Einsamkeit unb Dürftigkeit ber Dachkammer in ber Mulackstraße bis 'zum Schluß des fünften Bildes war ein ständiges Wachsen unb Sichentwickeln, ausstrahlenb in ber glanzvollen Apotheose der „Berliner Luft", die das alte Berlin mit allen seinen jetzt zum großen Teil entschwundenen aber noch immer symbolhaften Werten erweckte, wo die Bollejungens unb bie Vertreter ber verschobenen Handwerke ebenso wenig fehlten wie das Ausziehen ber Wache. Immer neue Silber für bas Auge breiteten sich aus unb nahmen bie Sinne gefangen. Der zweite Teil des Werkes kieß den Glanz von Frau Lunas Reich leuchtend aufstrahlen mit bunter Farbigkeit im Wechsel des flutenden Lichtes (Karl U h l) und blendender Pracht. Daß alle diese Dekorationen, wie der Zettel bemerkte, in eigener Werkstatt gefertigt waren, ist ein ehrendes Zeichen für bie sich nie nerausgabenbe Schöpferkraft von Karl Löffler. Dem Sinn des Werkes entfprechenb, würbe die Musik ständig in Bewegung umgefetzt, unb in reicher Kurzes bienten zahllosen Tauben als „Nistplatz. »Sc) erwarte euch dort an der Kirche." Riit, Senor, und wie steht es mit einer kleinen Wlung?" fragte Antonio mißtrauisch. Mester griff m die Tasche unb holte ein paar Mkloos hervor: „ Da ... aber jetzt mach, Daß löegtommft, ich habe nicht viel Zeitig Ivtionio schoß bcwon. Forester zündete Jia) eine fctetie an unb trat, als fein Rauchbebu^sms nach Ffaar Zügen gestillt war, jrt bie Ar He ^5° R» am Eingang auf einer der kühlen Steinbanke jm er Platz. Duft von Weihrauch, Wachs und ßntn erfüllte den dämmerigen Raum. Vor dem fc flackerte in einer Ampel aus Rubmglas em Vches Flärnmchen. Ein paar Indioweiber rmc« Flitter dem dunkeln Gnadenbild der Madonna. Mester brauchte keine Viertelstunde zu warten, «Antonio wieder erschien. Es roar eins tolle Chirurgen kurz vor ber Operation. Das Heimatgefühl, von bem hier bie Rebe war, bestimmt auch entscheidenb den Charakter ber von- einanber nach Inhalt und Form merklich zu unterscheidenden Gedichte, mit denen Agnes Miegel bie wohlgerundete Lesung beschloß. Im „Jungen Germanen" wie in den „Straßen des Ostlands" Ist wohl am deutlichsten ber Ballabenton zu erkennen, der uns aus früheren Lesungen unb eigener Lektüre noch im Ohr ift Der „Sonnwendreigen", geschrieben im Sommer 1939, beschwört bie Erinnerung an bie schicksalschwangere Seit, „als wir es noch nicht zu hoffen wagten, baß Danzig so bald heimkehren sollte". Sehr schön bas Gedicht „Röper* nikus", in Dem ein heute längst nicht mehr um» ftrUtener geistiger Anspruch in eine makellose künstlerische Form gekleidet ist; sehr schön auch, ein bewegter und bewegender Ausklang, „An meine Heimat", ein kleiner, von Liebe und kindlich dankbarem Gefühl getragener Hymnus an bie ewigen Mutter-« fräfte des Urfprungs. — Die Hörer Dankten mit herzlichem Beifall. Hans Thyriot. LI,!L??Kn,^envnlan9l!r in unserer WtolW* Vas Kardinalproblem der nächsten dtrzehnte ,-in Die Mechanisierung der Landarbeit p d-m Acker sei tm wesentlichen gelöst, nicht jedoch »Mechanisierung der Arbeit aus dem Hof Di- ^wirtschaftlichen Bauten seien auf dem Stanb vor Pa 100 Jahren stehen geblieben. Vor allem müsse WR SU einer Erleichterung der Arbeit für die ■inbfrau kommen. Ebenso wie bie Technik ir fc 3nbuftrie ben Achtstundentag ermöglicht habe, Mse bie Technik auch eine Erleichterung unb 23er« Wuny der Landarbeit vor allem bei den Frauen Möglichen. Die Technik solle dabei auch die Pro- tetivltät der einzelnen Arbeitskraft erhöhen. Die Mppheit an Baumaterialien mache es erforder- M die zweckmäßigsten Bauformen herauszu inden. p sei selbstverständlich, daß, so groß die Bedeutung p Zweckmäßigkeit im landwirtschaftlichen Bau- Wen auch fei, doch die Tradition unb Boden- kbigteit berücksichtigt werden müssen. tt-Gruppenführer von Massow gestorben. liach kurzer, schwerer Krankheit starb ff.®rup« Mrer Generalleutnant a. D. Dr. h. c. Ewalb in Massow. Er roar als Sohn bes Generals R Kavallerie von Massow geboren, diente im larbe-Regiment, besuchte bie Kriegsakademie und firte 1900 zum ostasiatischen Expebitionskorps. n 1908 bis 1910 war er Militärattache in Buka- H von 1910 bis 1912 Generalstabsoffizier unb Brenb bes Balkankrieges im bulgarischen Haupt- Mier. Im Weltkrieg war er Generalstabsoffizier 1. Armeekorps, später Chef bes Generalstabes 25. Reservekorps, vom Herbst 1915 bis Oktober ! deutscher Militärbeobachter in Bulgarien. 1920 ö er aus dem Heeresdienst aus. 1930 war er in NSDAP, eingetreten. Im Juli 1932 kam er utzstafsel als jf-Mann, wurde am 30. Januar ^-Sturmbannführer, am 9. November 1933 ff« turmbannführer, am 23. März 1934 ff-Stan- jmführer, am 9. November 1934 ff-Oberführer, 30. Januar 1936 ff-Brigabeführer unb am April 1939 ff-Gruppenführer. Seit 1933 war er Präsibent bes beutschen a f a b e m i = Akademie, Präsibent ber Alexander-Humboldt- apolitischen Amt der NSDAP., Präsident der sch-Bulgarischen Gesellschaft, Senator ber Deut- fabemin, Präsibent ber Alexanber-Humboldt- ung unb Gauverbandsleiter des Gaues Aus- ber nationalsozialistischen Stubentenkampshilse. Lustnachrichtenhelferinnen werden gebraucht. bie Luftwaffe ruft zum sofortigen Ein - Itii t als Luftnachrichtenhelferin auf unb nimmt Übungen von Mädchen unb Frauen laufenb ent- Der Einsatz erfolgt je nach Wunsch unb Eig- im In- unb Ausland als Fernsprecherin, schreiberin, Funkerin, Helferin im Flugmelde- t sowie als Schreibkraft, Wirtschafts- ober Ge- itspflegerln bei den Helferinnenkameradschaft Borkennt Nisse sind nicht erforderst. Die Ausbildung ist kostenfrei. An sie schließt A sofort ber Dienst bei ben militärischen Dienst- an. Die Vergütung regelt sich nach ben sätzen für Angestellte im öffentlichen Dienst, rbungen sind an bie nach st gelegene troaffenbien ft (teile zu richten. _____ Sprechstunde des Kreisleiters. Die Sprechstunbe des Kreisleiters flnbet am Donnerstag, 15.10., nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt. Amt für bas Landvolk. Die Sprechstunde bes Amtes für das Landvolk findet am Donnerstag, 15.10., nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt. Altpapiersammlung am 16. und 17. Oktober. In ber Ortsgruppe Gießen-Süb wird am Freitag, 16., und oamstag, 17. Oktober, ab 9 Uhr das von den Luftschutzhauswarten in den Vorfam- melstellen gesammelte Altpapier von der HI. und BDM. abgeholt. Die Luftschutzhauswarte werden gebeten, den Abholern behilflich zu sein. Gesammelt wird: Am Freitag durch bie HI.: Schiffenberger Weg, Heegstrauchweg, Am Großen Morgen, Am Riegel- pfad sowie Aulweg, Wilsonstraße, Ebelsttaße, Lud- wigstraße, Frankfurter Straße, Bahnhofstraße, zwischen Wilhelmstraße und Bahndamm; durch BDM.: Liebigstraße. und Wilhelmstraße auf beiden Seiten. Am Samstag durch die HI.: Im Wohnviertel zwischen Frankfurter Straße rechte Seite und Wetzlarer Weg; durch BDM: Im Wohnviertel oberhalb ber Wilhelmstraße unb Frankfurter Straße linke Seite einschl. Kliniken. Der Drtsbeauftragte für bie Altstofferfasfung. Spielzeug gegen Kinderkleiderkarte. Der Reichswirtschaftsminister hat bie Genehmigung erteilt, Spielzeug nur gegen Abstempelung ber Kinderkleiderkarte abzugeben, um eine möglichst gerechte Verteilung der Warenbestände zu sichern. Die Einschränkung bes Verkaufs gegen Kin- berkleiderkarte ist jeboch für bas in ben Wochen vor Weihnachten noch vorhanbene unb für bie Durchführung bes Weihnachtsverkaufs bereitzustellenbe Spielzeug aufzuheben. grau unb kitzelte Nafe unb Rachen, ßacerta saß in feiner Kabine über dicken Kontobüchern. Eine Tequilaflasche stand in tröstlicher Nähe. Sein Gesicht war noch roter unb aufgebunfener, als Brackmann es in Erinnerung hatte. Es roar erftitfenb heiß in dem kleinen Raum. Der Staub brang burch die offenen Fenster herein unb lagerte sich in dicken grauen Schichten auf ben zerschlissenen Wbelstücken. ßacerta trug einen blauen Schlafanzug mit gelben Schnüren. Seine braunen Füße steckten in Bastpantoffeln. Auf bem Kopf trug er einen schmierigen Tropenhelm. Er stanb auf und reichte Brackmann die Hand. „Ah, da sind Sie, Senor Eriksen — Ionas Eriksen", sagte er mit Betonung. „Sonas Eriksen —", wiederholte Brackmann langsam, als schmecke er seinen neuen Namen erst einmal mit der Zunge ab. ßacerta öffnete eine Schublade feines Schreibtisches unb warf ben Paß, ber mit ben Seemannspapieren bes ehemaligen Maschinisten Ionas Eriksen zusammengebünbett war, auf den Tisch. Er rutschte Brackmann entgegen und zog quer über die staubige Tischplatte eine blanke Furche. „Sehen Sie sich bie Papiere an! Ich sage, sie sitzen Ihnen wie 'n guter Schneideranzug. Direkt Maßarbeit. Wenn Sie sich drei Tage lang nicht rasieren, kriegen Sie sogar mit dem Paßbild Aehn- lichkeit." Brackmann schnürte ben Wollfaben auf, mit bem bie Papiere über Kreuz zusarnrnengebunben waren. Ionas Eriksen, fünfundbreißig Jahre alt, Geburtsort Narnsos in Norwegen, Haare bunkelblonb, Augen grau, ohne besondere Kennzeichen. Ionas — da war doch mal ein Bursche mit Namen Ionas von einem Fisch verschluckt unb nach langer Irrfahrt wieder an Land gespien worben. In Valparaiso vielleicht ... „Gut, Senor ßacerta, unser Handel gilt!" Brackmann zog bie Brieftasche, um breifeig Dollar ab» zuzählen. (Fortsetzung folgt) Fülle konnte bie Tanzgruppe unserer Bühne unter Leitung von Inge Berg ben inneren Impuls ber Szene plastisch abbilben unb mit Tanzeinlagen von Katja Krö ck unb Leonore Hurnbur g befonbere Höhepunkte bieten. Ein originelles Terzett Mit typischer individueller Ausprägung waren Franz Payer, Kurt B o s n y unb Willy Fuhrmann, in Bewegung, Mimik unb Geste immer roieber ben Hörer fesiemb. Dazu gefeilte sich Lia Zimmer als resolute Berlinerin, währcnb Valeska Lange mit ihrem sehr geschmackvoll gesungenen Walzerlieb weichere Töne in bas Ganze hineintrug. Eine strahlende „Frau Luna" roar Gabriele Pos- sinke, eine gewitzte Kammerzofe Annemarie Schwind, behende unb beweglich in Gesang unb Tanz. Glanzvoll in ber Gestalt war Hugo H e 11» mers-Hallwegh als Prinz Sternschnuppe, unb bem viel besungenen Theophil gab Walter V i l l - mann treffende Verkörperung. Jeder einzelne aus den vielen sich einfügenben Gruppen roar vollauf an feinem Platze. Unter ber temperamentvollen Leitung von Georg Pipplng wurde ber zuckende Rhythmus ber allbekannten Melobien in unmittelbar mitreißenber Frische klingenb, ja, es wurde stellenweise ersichtlich, wie Paul Lincke auch ber bramatischen Zuspitzung der Situation durchaus Rechnung trägt; überaus dezent unb fein abgetönt waren bie Zwischenmusiken. Das ausverkaufte Haus würbe von ber sprühen- ben Lebendigkeit der Aufführung mitgeriffen unb entzündete sich zu stürmischem Beifall. Dr. Hermann Hering. Aepfel über da« Kontingent frei verfügbar. Von maßgebender Seite wird darauf hingewiesen, daß die in ber zweiten Anordnung des Landes» ernährungsamtes Hessen betr. Abgabe von Obst von Erzeugern vom 29. Juni b. I. getroffenen Bestimmungen keine Anwendung auf Aepfel finden. Für Im Programm der Kulturwoche kam ber Gießener Vortragsring (Goethe-Bunb, NSG. „Kraft burch Freube , Kulturelle Vereinigung) gestern abend in der stark besuchten Aula mit einer Dichterlesung zu Wort: die ostpreußische Dichterin Agnes Miegel, bie sich bei ihren früheren Besuchen hier bereits einen großen Freunbeskreis geschaffen hat, las aus eigenen Werken. In Vertretung von Kreisleiter Backhaus richtete Kreispropaganba- leiter Zinfer zu Beginn des Abends herzliche Worte der Begrüßung an Frau Miegel: wir freuen uns, so führte er etwa aus, bah sie, im An- schluß an bas Weimarer Dichtertreffen, ihren schon im vorigen Jahre geplanten Besuch bei uns nachhole. Aus bem Osten kommend, werde sie uns bas geben, bas ihr Innerstes ein Menschenalter lang bewegt hat. Die Kämpfe im Osten unb um ben Osten, bie Ahnung bes Großbeutschen Reiches, wie es heute Wirklichkeit geworben ist, und bie tiefe Verbundenheit mit Heimat unb Scholle feien in Agnes Miegels Werk immer lebenbig gewesen. So werde diese Dichterlesung im Rahmen ber Kulturwoche zu einem besonderen Ereignis. Nachdem der Sprecher darauf hingewiesen hatte, daß unser Bestreben dahin gehe, alle kulturellen Vereinigungen und Einrichtungen unserer Stadt einem gemeinsamen kulturellen Ziele zuzuführen und unterzu- orbnen, bat er bie Dichterin, bas Wort zu ergreifen. Per wo finde ich Sie?" _ . ferefter jah sich um. Ein paar Schritte weiter Mfte er bie bröckelnde Barockfassade einer kleinen ty-’. Anscheinend roar sie St. Christophorus ge= kl, denn ein Hochrelief des Heiligen befand sich 'tr Dem Portal. Die Falten feines steinernen Len- Uuf einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft zur Äderung bes landwirtschaftlichen Bauwesens sprach «uatssekretar Backe Die Sprengung der Rauim uze durch die deutsche Wehrmacht, bringe dem deut. !&l’-?aU61nnU-1Jl K"ege außerordentliche ifgaben. ffieite Jiaume müßten mit deutschem Dtuemblut besiedel werden. Gleichzeitig aber müße tii ernahrungswirtschastliche Leistung Ser Höfe im »reich w-rter gesteigert werden. Beide Aufgaben Anten gleichzeitig nur geleistet werden, wenn die lichnik >n größtem Umfange in den Dienst der jrtbarbeit gestellt werde. 1909 k ! A -aus b.et ®i" s Für Werkskantine gesucht: 2 saubere Mädchen für unsere Werksküche Wohnung im Hause, Angebote an Zuckerfabrik Offstein Neuoflstein (Pfalz) Werksk^ntine. 3010d wirt lud) Aus der engeren Heimat erbän ließen den Gästen die Punkte. Braunschweig, Händelstraße >46. • rutscht 3079 D stählern« 83 Diese Anordnung tritt mit sofortiger Wirkung Mädchen b?r 8rü. Tüchtiger, gesunder 307sD fehlen noch einige TeilnehnH1 A Anmeldungen sind unverzüglich bei dem sich j erziehungswerk der DAF., Gießen, Schanz*^ 1 Straße 18, vorzunehmen. H hk. ------------------u n rvj oder der Universitätsstadt Gieße» 6. Mittwochmiete u. Halbmiete A 05115 a.d.G.A. Frau Ijuna. I Mietgesuche | |stBl„.nangphntB| ykbiaitter sucht l- । . •> । I 2887 D Gießen, den 14. Oktober 1942 Marburger Straße 35 Sdilosser u. Installateur sofort gesucht. Verwaltung der klinischen Univ.-Anstalten, Gießen, Frankfurter Str. 53 I KleineAnz eigen im Siebener Anzeiger werden von Lautenden beachtet und gelesen. Ziehungsbeginn übermorgen I ose in Gießen in den beiden Staatlichen Lott.-Einn. Buchacker Neuen BJfae 11 Dr. Flimm Walltoretrefie 63. Ihrk Kriegstrauung geben bekannt Adolf Schneider Unteroffizier im D. A. K. Gerda Schneider geb. Krisp Joachim Schneider Erika Schneider, geb. Rink kriegsgetraut Leib erreichten in bester Gesundheit dieses schöne Alter. Frau Leib konnte bereits ihr »lhahrM Jubiläum als Kulturarbeiterin in den heimischen Waldungen begehen und ist heute noch in diesem B^N^d'e rkleen, 12. Okt. Am Erntedankfest überreichte der Ortsbauernführer Frl. Emma G ün- ther aus Bingenheim (Kreis Büdingen) Die vom sichrer gestiftete Urkunde für langjährige treue Dienste in der Landwirtschaft. Emma Günther ist seit 10 Jahren im landwirtschgftlichen Betrieb des Bauern Ernst Eisen Hardt in Niederkleen (Kreis Wetzlar) tätig. yzeoge b nenbool i Bei der ' Znsel 21 and nbe erzi eilende zehn bri sflugze la Jlorl es mok Brifen ein-Jri erbände britisch zum Kritische Einende i l?3 f5nn blaue stro ' ?adeirc «änner c »'die Cs! Heute nachmittag 14.30 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem, mitegroßer Geduld ertragenem Leiden unsere gute,innigstgcliebte, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau Auguste Wittenburg, geb. Möller im Alter von 73 Jahren. In tiefem Schmerz: Georg Christ und Frau Erna, geb. Wittenburg; Hans Wittenburg und Familie; August Schmidt und Frau Johanna, geb. Wittenburg; Wilhelm Wedel und Frau Else, geb. Wittenburg; Paul lamme und Frau Gretel, geb. Wittenburg; Wilhelm Sehrt und Frau Elfriede, geb. Wittenburg; und 18 Enkelkinder Gießen (Marktplatz 7), Güstrow, Lang-Göns, Leipzig, den 12. Oktober 1942. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 15. Oktober 1942, nachmittags 2 Uhr statt. 05113 Mil' l, Oktober hl bekann # Bi, Samstag, 17. Oktober 1942, 19 Uhr, jm Theater Festliches Orchester-Konzert Ausführende: Städtisches Orchester Leitung: Städtischer Musikdirektor Otto Söllner Solistinnen: Lore u. Heide Walterspiel, München Klavier. Werke von Bach, Mozai^:, Beethoven. Karten zu RM. 8.55, 2.80, 2.05, 1.55 Inder Karten Verkaufsstelle der NSG. „Kraft durch Freude“, Seltersweg 60, Teh 3961, und in der Musikalienhandlung ChalHer, Neuenweg 10. Drücken io eir igle 5® ZllStnl ein! obgeivb dielten L lertaltrai jets. Mi (lerer St lln der D ne eigene Zu, mit j der Ver Bunker c Wochen alle 20 bis 30 RM. das Stuck. Der Handel war lebhaft, der Markt wurde geräumt. Schweinemarkl in Alsfeld. * Alsfeld, 12. Oktober. Auf dem -heutigen Schweinemarkt standen 93 Ferkel im Alter von 7 bis 8 Wochen zum Verkauf. Es wurden 18 bis 20 RM. für das Stück bezahlt. Bei ziemlich flottem Geschäft verblieb geringer Ueberstand. Kreis Vehlar. HAMBüRÖ-BERGEDORF 1 ^7n Deutschland und vielen Staaten der Welt cis Hersielter ven Q^aUtät^er^ugni^gn bekamt Y 23.2.1912 21. 9.1942 Mein geliebter Mann, der gütige Vater meiner Kinder, unser guter Sohn und Schwiegersohn Bernhard Klingenberg Hauptmann und Bataillons-Kommandeur Inhaber des E. K. 1 und 2, des Sturmabzeichens und der Ostmedaille, ist in einem Feldlazarett seiner schweren Verwundung erlegen. Er gab sein Leben — wie 1914 sein Vater — für Deutschlands Ehre und Freiheit. In tiefem Schmerzt Frau Melanie Klingenberg Ute und Bernhard sowie alle Angehörigen. z. 1. Noo. oder Dez. gut heizb., möbliertes Zimmer in Kliniksnähe. Schr. Ang. unt. 05119 a.d. G.A. Die Denlsche Arbeilsfronl NSG. Kraft durch Freoii Kreisdienststelle M Wetterau Zu den Lehrgemeinschaften Technisches Zeichnen, Stufe I, II und II Tüchtiger Heizer für Einfamilienhaus gesucht. Schrift!. Angeb. unter 05080 an den Gieß. Anz. Umstellung von Lastwagen aller Fabrikate AUF HOLZGASBETRIEB OPEL IN GIESSEN Marburg. Str. 145, Ruf 2847-48 s 2697 D/ Ä Nun n der Hii Sonne b heraus ur der Brüt i Rücken ' ii angt i scharf ai Pfahrzeu mfahren, m Werber ! mehr i halber £ 1 heißen lm bekam Gloria-Palast, Seltersweg; 7 Jahre Glück ' 2975? Lichtspielhaus, Bahnhoistraß6 .. . reitet für Deutschland JMein lieber Mann, unser guter, bester Vater, Schwiegervater und Opa, unser Bruder und Onkel Conrad Rübsamen ist nach langem, schweren Leiden am 11. Oktober von uns gegangen. Im Namen der Hinterbliebenem Sibylla Rübsamen, geb. Schneider. Gießen, Horst-Wessel-Wall 38. Die Beerdigung fand in der Stille statt. — Von Beileidsbesuch, bitten wir Abstand zu nehmen. _____________________________'_________________________________, 05091 Putzfrau für die Reinigung von Büroräumen zum sofortigen Eintritt gesucht. Heyllgenstaedt & Comp. Gießen ■et x lc iS in Kraft. Gleichzeitig tritt die Anordnung des Landesernährungsamtes Hessen, betreffend das Verbot des Dämpfens von Kartoffeln, vom 21. 11. 1941 nutzer Kraft. [sossD Der Leiter des Landesernährungsamtes Hessen. I. V.: gez. Weintz. * Krofdorf, 12. Okt. Der seltene Fall, daß Zwillingsgeschwister ihren 7 5. Geburt st ag feierten, kann von hier berichtet werden. Der Land- ‘ Philipp Leib und seine Schwester Elisabeth Gemeinsame Bekanntmachung der Landrate der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Frredberg, Gretzen und Lauterbach, sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. Betr.: Verbot des Dämpfens und der Lohntrocknung von Kartoffeln. Anordnung des Landesernährungsamtes Hessen. Auf Grund der Verordnung über die öffentliche Bewirtschaftung, von landwirtschaftlichen Erzeugnissen vom 27. 8.1939 (RGBl. I, S. 1521) wird zur Sicherung der Versorgung der Bevölkerung mit Speisekartoffeln angeordnet: § 1. Das Dämpfen und Lohntrocknen von Kartoffeln ist verboten. Ausgenommen von dem Verbot ist: 1. Das Dämpfen und Lohntrocknen von Kartoffeln durch Erzeuger, die ihr Ablieferungssoll an Kartoffeln erfüllt haben, 2. das Dämpfen und Lohntrocknen von kleinen, angehackten, grünen und sonstigen für die menschliche Ernährung nicht geeigneten Kartoffeln. In beiden Fällen ist das Dämpfen und Lohntrocknen von Kartoffeln jedoch nur gestattet, wenn dies im Einzelfall auf Antrag durch den zuständigen Kreisbauernführer schriftlich genehmigt wird. §2. Verstötze gegen diese Anordnung werden nach den geltenden Bestimmungen bestraft. Als Verstötze sind auch Handlungen anzusehen, die eine Umgehung der Anordnung darstellen. um zu den Punkten zu kommen. Lang-Göns — Holzheim 4:2 (0:2). In der ersten Hälfte wollte es bei der Platz. Mannschaft nicht klappen, und man mußte Holzheim die Führung überlassen. Rach dem Wechsel halb man den Vorsprung auf und stellte den Sieg sicher Mtv. Gießen II — Alle nd orf a. d.Lda. 2. Veranstaltung im 16er Ring Montag, 19. Okt., 18.30 Uhr, im Theater Der Thron zwischen Erdteilen Schauspiel von Hanns Gobsch. der 91Qi !tl nun Tfill.2,30,4.45,7.36; 5v.2.00.4.30.7.30P> tfutzfrau für die Abendstunden gesucht Siebener Anzeiger Schulstraße 7 3073D auf sich nehme, so glaube sie auch fest an den Sieg unserer tapferen Wehrmacht. Bürgermeister König verlas dann einen Bries des Ortenberger Bürgermeisters Schupp, der an der Ostfront steht und der als früherer Besucher des Gallusmarktes dem Markt einen guten Verlauf wünscht und der Hoffnung Ausdruck gibt, daß sowohl der Grünberger Gallusmarkt, ’ als auch der Ortenberger „Kallemarkt" nach dem Kriege in alter Blüte wiedererstehen möchten. Der Vorstand der Marktkommission, Schreinermeister Gehringer, lud hierauf die Urlauber zu einem Glas Bier ein. Bei dem geselligen Beisammensein wurden dann noch manche Kriegserlebnisse ausgetauscht. Der heutige Schweinemarkt war mit 345 Ferkeln beschickt. Es kosteten bis 6 Wochen alte. Ferkel 15 bis 18 RM., 6 bis 8 Wochen alte 20 bis 25 RM., 8 bis 13 Wochen alte 26 bis 30 RM. pro Stück Nach lebhaftem Handel verblieb geringer Ueberstand. Der heutige Markttag brachte außerordentlich starken Zustrom von Besuchern aus der ganzen Umgegend hierher, so daß sich alsbald ein reger Marktbetrieb entwickelte. Sängerkreisführertagung in Frankfurt Lvd. An Stelle eines ordentlichen Gausängertages des Sängergaues Hessen-Nassau findet Mitte November in Frankfurt a. M. eine Tagung der Sängerkreisführer statt. Bei der zweiten Reichsstraßensammlung am 24. und 25. Oktober unterstützen die Gesangvereine die Sammeltätigkeit durch öffentliche Liederstunden. Die näheren Richtlinien dazu sind bereits ergangen. Schweinemarkt in Friedberg. * Friedberg, 14.Oktober. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 218 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 10 bis 15 RM., 6 bis 8 Wochen alte 15 bis 20, 8 bis 12 Gießen Berlin Am Schlangenzahl 2 14. Oktober 1942 ■ 05098/ Eröffnung des Grünberger Gallusmarktes. Grünberg, 14. Okt. Während sich in Friedenszeiten die Eröffnungsfeier des Gallusmarktes unter Beteiligung einer großen Volksmenge auf dem Marktplatz am strahlend beleuchteten Rathaus mit einer Ansprache des Bürgermeisters und der Hissung der Marktfahne vollzieht, sand die Eröffnung des diesjährigen Gallusmarktes am gestrigen Dienstagabend in engerem Rahmen im Sitzungssaal des Rathauses statt. Besonderes Gepräge erhielt die Feier dadurch, daß mit ihr eine Begrüßung der zur Zeit auf Urlaub aveilenden Grunberger Soldaten verbunden war. So hatten sich außer der Marktkommissiön und der Stadtver- wMung noch, 14 Urlauber eingefunden. Bürgermeister König gedachte zunächst mit ehrenden Worten der Gefallenen. Herzliche Begrüßungsworte richtete er sodann an die Urlauber. Er wies darauf hin, daß am heutigen Tage die Gedanken zu unseren Brüdern an die Front gehen, wie auch sicherlich deren Gedanken am Gallusmarkt- tage nach der Heimat sich richten, und so der Markt ein geistiges Band zwischen Heimat und Front schlingt. Mit dem Dank an die Marktkommission für die geleistete Arbeit eröffnete der Bürgermeister den 462. Gallusmarkt, der in schicksalsschwere Zeit für unser Volk falle, und gab der Hoffnung Ausdruck, in nicht ferner Zukunft den Markt in friedlicherer Zeit feiern zu können. Ortsgruppenleiter Schütz erinnerte daran, daß der jetzige Gallusmarkt schon der vierte seit Kriegsbeginn ist. Alle unsere Kämpfer wüßten, worum der Kampf gehe. Die Ortsgruppe lege Wert darauf, mit den Grünbergern draußen an der Front Verbindung zu halten, sie tue das durch die Versendung von Heimatbriefen, die, wie gar viele Antworten bezeugten, lebhaften Anklang bei den Empfängern fänden. Wie die Heimat fest stehe und alle Opfer der) 1,26, g2 (andere Sauen) 1,16, h (Eber) 1,16 Reichsmark. — Marktverkauf: Alles zugeteilt. ** Deutsches Frauenwerk. Der Mütterdienst des Deutschen Frauenwerkes beainnt einen Kochkurs am 22. Oktober, 20 Uhr, in Der Alicen- schule Außerdem beginnt ein Nähkurs des Mutterdienstes am Montag, 26. Oktober. Anmeldungen für beide Kurse Frankfurter Straße 1. Kreisgeschäftsstelle der NS.-Frauenschast. ** Verkehrsunfall. In der Grabenstraße in Gießen-VZieseck stieß ein Wagen der Straßenbahn mit einer Radfahrerin zusammen. Die Radlerin wurde dabei durch Prellungen und Hautabschürfungen am Kopf, an den Armen und an den Beinen leicht verletzt. Das Fahrrad wurde stark beschädigt. Strafkammer Gießen. Der Hermann Walter in Hopfgarten (Kreis Alsfeld) hatte sich gestern vor der Gießener Strafkammer zu verantworten, weil er sich in den Jahren 1940 und 1941 sittliche Verfehlungen an minderjährigen Schülerinnen hatte zuschulden kommen lassen. Der Angeklagte wurde zu einer Zuchthaus st r a s e von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Frauen und Mädchen für leichte Näh- u. Stepparbeit ganze oder evtl, auch halbe Tage gesucht. Die Einstellg. erfolgt über das Arbeitsamt. Vorzustellen vormittags in der Zeit von 9-12 Uhr bei Lehfeldt & Schäfer Liebigstraße 13 3037 D SA.-Mannschast des Gaues erringt die deutsche Schiehmeisterschast. NSG Bei den Mannschaftskämpfen in Berlin um die deutsche Schießmeisterschaft hat die aus vier Frankfurter SA.-Männern bestehende Mannschaft des Gaues die Meisterschaft in der Altersklasse errungen. Der Wettbewerb, der gegen eine starke Konkurrenz aus allen deutschen Gauen ausgefochten wurde, bestand aus einem Mannschafts-Kleinkaliberschießen (militärischer Anschlag) bei 30 Schuß, hier- von 10 liegend freihändig, 10 knieend und 10 stehend. Dieser schöne Erfolg ist um so größer als sich in diesem Jähre zum erstenmal die SA. bet der deutschen Schießmeisterschaft beteiligte und gleich den Sjeg erringen konnte. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — 1900 Gießen I 5:2 (1:1). Am Sonntag weilte die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900, Gießen, in Leihgestern, um das fällige Derbandsspiel auszutragen. Spielverlauf: Gießen hat Anstoß und findet sich gleich gut zusammen. Leihgestern braucht lange Zeit, um sich einigermaßen ins Spiel zu bringen, ohne verhindern zu können, daß 1900 in Führung geht. Kurz vor Halbzeit erzielt dann W. Rühl für Leihgestern den Ausgleich. Nach Seitenwechsel stellt Leihgestern um und kommt nun besser ins Spiel. Hier liefert E. Seel ein hervorragendes Spiel als Mittelläufer. In regelmäßigen Abständen fallen weitere vier Tore für Leihgestern, denen 1900 nur noch eins entgegensetzen kann. Besondere Anerkenung gebührt dem Schiedsrichter Schulze (VfB.-R. Gießen), der das Spiel vorbildlich und in jeder Hinsicht einwandfrei leitete. Handball d?r HZ. Grüningen — Mtv. Gießen 5:6 (3:4). Wie i vorauszusehen, gab es ein äußerst hartnäckiges Treffen. Die Führungserfolge der Gießener glichen die Platzherren immer wieder aus. Alle Versuche der Gäste, einen größeren Halbzeitvorsprung zu erringen, scheiterten an der Abwehr der Einheimischen. Mit größtem Einsatz wurde beiderseits in der zweiten Hälfte gekämpft. Grüningen verstand es nicht, dem Spiel eine Wendung zu geben,, um dadurch zu dem möglichen Unentschieden zu kommen. Lang- G ö n s — Holzheim 3:6 (1:4). Obwohl der Platzmannschaft mehrere Spieler nicht zur Verfügung standen, rechnete man mit einem DJ.-Klaffe. Srüningen — Mtv. Gießen I 3:4. Grüningen konnte diesmal nicht an die sonstig« Leistung herankommen. Wie in dem Treffen her ersten Mannschaft, vergaben auch sie bas möglich« Unentschieden. Watzenborn — Klein-Linden 4:5 (3:4). Bei vollständiger Spielerzahl der Platzmanns hätte es wohl ein umgekehrtes Resultat geben kön> nen. Klein-Linden mußte sich mächtig anstrengen, 7'stür 1® ber < va ^civmicii, utuiv i, ii M,,M "TW sieh, die in den ersten Tagen anlaufen sollt1* M Qu, f o h 1 o n t» i n i rr o HP A i 1 n P h TU L.