Mittwoch, U. Januar M2 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Zchriftleitung und GeschastrsteNe: Dietzen, Zchulstratze 7-9 Englische Befürchtungen Zahlen: Dieses Sammelergebnis Waggons stückzahl 153p/ Bereitsteh. Waggons lertttt« M Politit unb nä Tbyriot; imldtra. lianfltÄ.9. Hm? «eck. mtl $l.9h.6. seit für 100 Jahre in die fiänbe der USA. und Englands gelegt worden, es ; gelte, die Legionen Hitlers und seiner Trabanten in Italien und Japan zu besiegen, entdeckt plötzlich, der Feind, den die Rooseveltianer vor allem niederringen müßten, sei „nicht Japan, auch nicht Italien, es ist Hitler und Hitlers Anhänger, Hitlers Deutschland." Denn die USA. dürfe die Atlantikschlacht nicht vergessen. Sie sei das wichtigste. Dahinter verbirgt sich das Geständnis, daß die USA. im Pazifik machtlos sind. Die Schläge der Japaner scheinen eine wirklich unerwartete Wirkung auf die Kriegshetzerbande Roosevelts gehabt zu haben, die einst den Himmel stürmen wollte und nun wissen sie nicht ein noch aus. Erbitterte Kämpfe auf Bataan Tokio. 13. Jan. (DNS.) Landungskorps der japanischen Marine besetzten auch an der Oft- lüste von Minahassa, der nördlichen Halbinsel von Celebes die Stadt Sema. etwa 40 km ostwärts der Stadt M e n a d o, bei der bereits am Sonntag japanische Streitkräfte an Land gingen. In Luftkämpfen wurden sieben feindliche Bomber j abgeschossen. Andere japanische Einheiten besetzten ! T o n d a n o südöstlich von Menado. Es ist anzunehmen daß die von der west- und von der Ostküste verflößenden Truppen sich bald vereinigen werden. Druck und Verlag: vruhlsche UniversttatrdruckereiR. Lange zwei Torpedotreffer auf einen USA.-Flugzeug- träger vom „L e x i n g t o n"- Typ von 33 000 Tonnen in den Gewässern westlich von Hawai erzielt hak. In dem Kommunique wird gesagt, daß es dem U-Boot nicht möglich gewesen sei, zu bestätigen, daß der Flugzeugträger gesunken sei, da es schnell tauchen mußte, um einem Zerstürerangriff zu entgehen. Jedoch glaubt man bestimmt, daß das Schiff gesunken ist, da zwei heftige Explosionen ge- hört wurden, nach dem das U-Boot getaucht war. Bei dem torpedierten Flugzeugträger handelt es sich entweder um die „Lexington" selbst oder um die „Saratoga-, die beiden größten Flugzeugträger, die die Bereinigten Staaten besitzen. Sie wurden 1925 als Schlachtkreuzer begonnen, der Bauplan aber nach dem Washingtoner Abkommen geändert. Beide Schiffe haben je neunzig Flugzeuge an Bord und 1400 Mann Besatzung. Tokio, 13. Jan. (DNB.) Etwa 20 km südlich des Kriegshafens Olongapo im Gebirge au der Halbinsel Bataan auf Luzon versuchen ame- rikanische und philippinische Streitkräfte sich mit allen Mitteln zu verteidigen. Die feindlichen Hauptkräfte auf Bataan werden mit 50 000 Mann ge- Ein anderer Korrespondent des gleichen Blattes, der ebenso enttäuscht von der Front zurückkehrte, meint, daß Singapur schon in Kürze verloren sei, wenn nicht der Schrei der britischen Militärbehörden nach mehr Truppen und Flugzeugen endlich beantwortet werde. Der Vormarsch der Japaner an der Ost- und Westküste gehe mit ungeheurer Präzision vor sich, wobei beide vormarschierenden Armeen sich immer in gleicher Höhe hielten, um die Engländer vor sich herzutreiben. Die Engländer würden in der Mitte eingekeilt. (Ein englischer Soldat sagte, als er von der Front zurückkehrte, „es ist ein verflixter Krieg. Man kann ständig von sechs Seiten vom Feind beschossen werden". * In Singapur wurde der nordamerikanische Rundfunkreporter Cecil Brown von den britischen Behörden v e r h a f t e t. Er funkte Tag für Tag von Singapur aus seine Berichte nach USA. Er wurde dabei von der Zensurstelle des britischen Bundesgenossen überwacht. Diese hat ihn nun hinter Schloß Und Riegel gesetzt, da, wie es heißt, „seine Rund- Geburt* reicht feitet ;licb 192. Jahrgang Nr.y I Erscheint täglich, außer : Sonntags und feiertags der sich folgendermaßen: Gesamt- Abgegang. Das endgültige Gauergebnis. Die Woll- und Wintersachensammlung in Hessen-Nassau. NSG. Das abschließende Ergebnis der Woll- und Wintersachensammlung für die Front des Gaues Hessen-Nassau liegt nunmehr vor. Es erbrachte bis zum 13. Januar 1942, mittags 12 Uhr, folgende 5:3). M wo 'len hoch «tnis Mtouffe Spieler weniger °ch holte he Tor. len ging Halbzeit Dietzen. Nieite Anfang nun ihr waffe in 'e jchotz. onen ein aber bei annschaft h wieder hr etwas zügig, chaft ge- jenbacher ranhurt, m Siege I der ge> Reichert Nicht ein, noch aus Von unterer Berliner Schriftlcitung. jt 6ießen -L Neue Landungen auf Celebes Oie Städte Kema und Tondano beseht. „Lleberredet oder gezwungen." Verschärfter Druck Londons und Washingtons auf Irland. Aus dem Gau Hessen-Nassau sind somit 119 Waqgons mit Wintersachen für die Front qesammelt wordem D.eses Erqebme tft ebenso ein Beweis der treuen Gefolgschast zum Führer wie die unzerbrechliche Kameradschaft der Heimat zur Front. Der Marineminister Roosevelts, W. F. Knox hatte vor einigen Jahren Roosevelt als eine Katastrophe in Kriegszeiten bezeichnet. Danach fand er den Weg zu Roosevelt und machte seine Kriegspolitik intensiv mit. Aber jetzt fliehen nur mühsam die Geständnisse der unerwarteten Niederlage von seinen Lippen. Ich würde Ihnen gegenüber nicht osten sein ,jo sagte er den USA.-Bürgermeistern, „wenn ich eie 2U der Annahme verleiten würde, daß Sie günstige dramatische Entwicklungen durch triumphale amerikanische Marineoperationen im Stillen Ozean m naher Zukunft erwarten könnten." Und er erklärte das damit: „Die Elemente von Zeit und Entfernung und die notwendig bedingte weite Verteidigung unserer Marinestreitkräfte lassen das nicht zu, was meiner Meinung nach Sie alle von nur als Vor- chlag erwarten: einen baldigen entscheidenden Waffengang mit der japanischen Marine Denn , so sagte Mr. Knox, „die kühl überlegene Führung unseres Oberstkommnndierenden, des Präsidenten, hat uns vor dieser Gefahr (!) bewahrt." Roosevelt befindet sich in der Defensive, denn Knox erklärte weiter, er hätte lange Küsten zu schützen weit zer- 0°ember Aschen L.klr Alttliih ftlcr -0 Kilo. Rifo. N ein 20.15 Uh! Reibe lgtforte fachen Ät 0150 Stockholm, 13. Jan. (Europapreß.) Die Sicherheit Indiens ist bedroht, das ist der Gedanke, der in und zwischen den Zeilen der britischen Kommentare zur Entwicklung in Ostasien zu erkennen ist. Immer deutlicher erscheint im Bewußtsein der englischen Oeffentlichkeit die Vorahnung, daß Singapur nicht mehr gehalten werden kann. Bezeichnend hier- ür sind Sätze wie: „Es ist nicht sicher, daß Singapur die japanische Bedrohung überleben wird", den der militärische Mitarbeiter der „News Chronicle gebraucht, während es in dem Kommentar der „Times" heißt, es sei deutlich, daß „die Gefahr für die Verteidigung Singapurs eher zu- als abnimmt . Die Landungen der Japaner auf Celebes haben in der öffentlichen Meinung Englands eine neue Welle von Pessimismus ausgelöst. „Es scheint, daß die Japaner landen können, wo sie wollen, wann sie wollen und wie sie wollen. Wir können sie vorläufig nicht aufhalten." So äußert man sich in London. Auch in Washington bezeichnet man bereits das vom Kriegsschauplatz noch roeit entfernte Australien als „natürlichen Ausgangspunkt" für eine Gegenoffensive. Man müsse damit rechnen, daß die Japaner ihren Vorstoß weiter forffetzten, und es sei unmöglich vorauszusehen, wann man sie zum Stehen bringen könne. Ihre einzige Hoffnung setzen die Plutokratien auf die Tschungking-Chinesen. Sie sollen die Japaner zum Stehen bringen, wozu England und die USA. sich als unfähig erwiesen haben. Der „Daily Expreß" meint, die Japaner hätten Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer biZ 8l/9 Ubr desVormittags Anzeigen-Preiie: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachläße: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengemtaffelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25Q/<>mehr w Ü» R Unerbetener Vorspann. Die englische Presse hat in den letzten zwei Tagen eine Türkenkampagne eröffnet. Die versprochene Auslieferung Europas an die Sowjetunion hat schon im August 1941 in der Türkei em orgenvolles Echo gefunden. Was damals schließlich noch „Privatarbeit" der „Times" war, wird jetzt durch zwei hervorstechende Akte der britischen Politik unterstrichen. Eden erklärte am 8. Januar im Unterhaus: „Das Prinzip der modernen Türkei ist ein enges Einvernehmen zwischen der Sowjetunion, und der Türkei." Er berief sich dabei auf Mustafa Kemal Atatürk. Aber wenn wir nicht irren, war England der leidenschaftliche Gegenspieler der Türket in ihrem bewunderungswürdigen Freiheitskampf gegen das geplante Friedensdiktat von Sevres. Woher in aller Welt nimmt Eden, der Vertreter der Macht, die alles iat, um den „unaussprechlichen Türken" von den Küsten des Mittel« meers abzudrängen und in das kleinasiatische Hochland zu verbannen, den Mut zu einer Erklärung über die türkische Polittt, wie sie sein sollte? Es ist richtig, daß die Türkei in den Jahren ihres Befreiungskampfes von der damaligen Sowjetunion mit (Übrigens nicht allzu umfangreichen) Materiallieferungen unterstützt wurde. , Aber die Sowjetunion von 1920 ist nicht die Sowjetunion von 1941/42. Die Sowjetunion von 1920 war mit sich selbst beschäftigt. Sie glaubte auch noch an ihre ursprünglichen Ideale. Sie trat eine Reihe von Grenzbezirken an*die Türkei ab, die sich die Zaren mit rauher Kriegshand genommen hatten. Die Sta- linsche Sowjetunion ist eine andere Sowjetunion. Sie hat nicht umsonst Peter I. und Suworow zu ihren Ahnherren proklamiert. Die Stalinsche Sowjetunion ist das Machtgebilde des „roten" Zaren. Ob der Zar rot oder weiß ist, kann jenen gleichgültig sein, die seine Opfer werden. Die qlte Sultans-Türkei ist von den moskowiti- schen Zaren berannt und entkräftet worden, bis sie der „tönerne Koloß" oder „der kranke Mann wurde. Atatürks Befreiungskampf war ein Protest gegen diese schmähliche Rolle. Atatürk würde sich im Grabe umdrehen, wenn er hörte, daß ihn ein englischer Außenminister zu seinem Kronzeugen macht. „ . Die Reichsregierung hat die türkische Regierung darüber unterrichtet, daß Molotow feiner Zeit bei seinem Besuch in Berlin die Zustimmung Deutschlands zu einer vertraglichen Abmachung nut der Türkei zum Zweck der Schaffung einer Basis । für Land- und Seestreitkräfte der Sowjetunion am ; Bosporus und an den Dardanellen auf der Grund- läge einer langen Pacht forderte. Deutschland hat es damals abgelehnt, Stalin Hilfsdienste zu leisten bei dem Versuch, auf die Politik Peters des Großen Die frühzeittge Eroberung der südlichsten Philip- pmenhalbinsel Mindanao bezeigte schon den Drang der Japaner nach Süden: ihre Landungen in Borneo Md Celebes sind die gradlinige Fortsetzung. Nach ihren Erfolgen auf den Philippinen im Osten, der Malaiischen Halbinsel im Westen greifen sie die zweite Linie der eng- lisch-amerikanffch-niederländischen Front an: dahinter liegen Neuguinea und Australien. Zwischen der Malaiischen Halbinsel und (Sumatra im Westen, Neuguinea und Aüstralien im Südosten erstreckt sich ein unendlich mannigfaltiges Jnselgewirr. Hier pflegten sich die ostindischen und Südsee-Piraten vergangener Jahrhunderte mit Vorliebe zu verstecken. Dieses Versteckenspiel gewinnt im Zeitalter der Luftwaffe und der U-Boote eine neue Bedeutung, die sehr viel weiter reicht: für defensive und für offensive Zwecke. Niederländisch-Ostindien ist der Ruhm unb der Reichtum der Niederlande gewesen. Es ist jetzt zum Kampfobjekt geworden. Roosevelt und Churchill haben der Exkönigin Wilhelmina versichert, daß sie mit ihrem ganzen Einsatz Niederlän- disch-Ostindien verteidigen werden. Die ganze Welt wartet auf die Einlösung dieses Versprechens. Die Exkönigin Wilhelmina war leichtsinnig und stur zu- glffch. Immerhin — sie hat ein Versprechen. Das nie der ländische Volk hat Sorge. Die Insel Celebes, die durch die japanische Landung in den allgemeinen Blickfang gerückt ist, gehört zu den großen Sunda-Jnseln, nebst Borneo, Sumatra und Java. Die Insel ist mit ihren 179 400 qkm fast ein Fünftel größer als Großbri. iannien (ohne Schottland). Sie gleicht einem Tintenfisch, der seine Fangarme nach vier Seiten ausstreckt. Die Einwohnerzahl wird auf 4,2 Millionen angegeben, darunter knapp 8000 Europäer. Die Insel ist sehr gebirgig und hat eine Reihe noch tätiger Vulkane. Einige dieser Vulkane erheben sich auf der nach Nordosten ausstrahlenden langen und schmalen Halbinsel Minahassa, an deren schwieriger Steilküste jetzt die Japaner — und zwar an drei Stellen zugleich — gelandet sind. Auf dieser Halbinsel Minahassa finden sich aber auch einige breite Täler, auf denen in jüngster Zeit ein ganz hervorragender Kaffee (neben Baumwolle, Zuckerrohr und Reis) angebaut wird, der über den wichtigen Handelsplatz Menado als „Menado-Kaffee" verschifft wird. „Aus die Dauer entmutigend." „St 5 fyiu. ktiita Untet; . S au5 W QUg | )es öan» ' sunkberichte zu pessimistisch gewesen seien und auf die Bevölkerung Singapurs eine abträgliche Wirkung ausgeübt hätten". Zwei Torpedotrejfer auf LtGA.-Flugzeugträger. Nach heftigen Explosionen wahrscheinlich untergegangen. Tokio. 14. Januar. (DNB. Funkspruch.) Das kaiserliche Hauptquartier gibt bekannt, daß ein japanisches U-Boot am Abend des 12. Januar einen großen Teil ihrer Erfolge der Unfähigkeit gewisser Prahlhänse zu verdanken. „Es ekelt mich an , heißt es in dem Blatt, „die Beschreibungen zu lesen, die die Japaner lächerlich machen sollen. Um den Sieg über diesen entschlossenen Feind davonzutra- gen^ bedarf es anderer Dinge als einer Aufzählung von Schimpfworten." Einer der Hauptunzufriedenen mit der Unterstellung britischer Streitkräfte unter nordamerikani- sches Kommando ist der englische Abgeordnete, General Sir George Joffrey. Dieser politisierende General ist ein Exponent der zahlen- und einfluß= mäßig nicht unbedeutenden englischen Adelskreise, die keine Lust verspüren, sich in Singapur von nordamerikanischen oder anderen ausländischen Offizieren kommandieren zu lassen. Joffrey vor allem ist es, der in aller Oeffentlichkeit über die alliierte Kriegführung Beschwerde führt. Die nichtenglischen Offiziere, so meint er, müßten sich erst einmal bewähren, die nordamerikanische Flotte beispielsweise habe überhaupt keine Kriegserfahrung. Es sei eine Schande, englische Soldaten von Nordamerikanern befehligen zu lassen. England müsse führen, es müsse zuerst kommen und an vorderster Stellung stehen. Joffrey ist der Vertreter des Britentums schlechthin. „Daily Expreß" gibt dafür folgenden Beweis: In Boulogne-sur-mer sei seine Antwort auf die Frage eines französischen Zollbeamten nach seinem Gepäck gewesen: „Mein Herr, sprechen Sie englisch mit mir oder überhaupt nicht." Stockholm, 13.Jan. (DNB.) Im Zusammenhang mit den Londoner Gerüchten, daß die britische Regierung von Südirland Stützpunkte für Flotte und Luftwaffe -verlange, meldet „Stockholms Tidningen", man halte es in London für wahrscheinlich, daß in Nordirland, wo schon seit längerer Zeit bedeutende Stutzpunkt eingerichtet worden seien, USA.-Truppen stationiert würden. Deshalb liege es auf Mr Hand, daß die Verhandlungen über gewisse Plane zur Zusammenarbeit in der Verteidigung von Sud- irland im Falle eines Angriffs aufgenommen wurden. Wenn weitgehende Vorschläge über Stutzpunkte in Südirland vorgebracht werden sollten, so halte man es jedoch für natürlicher, daß Washington diese Vorschläge mache. „Chicago Sun" erklärt, daß Amerika diese Stützpunkte brauche. Auch „Chicago Tribüne" schreibt: „Kein Land hat mehr getan als die USA., um Irlands Sache zu fordern, und selbst wenn eine Überlassung von Stützpunkten in einer Weise diese USA.-Unterstützung ausgleichen würde, so brauchte eine solche Handlung keine andere Empfehlung als Irlands eigenes Interesse. Wenn irgendein Amerikaner irischer Herkunft dem Vor chlag entgegenarbeitet, so hilft er Irland darin, seine eigene Unabhängigkeit zu verlieren. „Daily Telegraph" führt aus, man beabsichtige, de Dalera Angebote zu machen, die auch britische und amerikanische Konzessionen auf wirtschaftlichem Gebiet vorsähen. Diese Probleme seien auch unlängst mit dem Premierminister Nordirlands bei seinem Besuch in London erörtert worden. „Sunday Expreß" schrieb: „Es ist an der Zeit, de Valera und Eire gegenüber ein deutliches Wort zu sprechen. Das arme, wehrlose Land ist ü u ß e r st unwillig, Großbritannien oder den USA. zu erlauben, eine Verteidigung zu übernehmen. Die Irländer würden nicht imstande sein eine Flottenbasis oder einen Flugplatz auch nur eine Stunde zu halten. Natürlich würden britische Truppen und Flugzeuge ,gegebenenfalls aus Nordirland heran- geftürmt‘ kommen, doch würden sie ohne Zweifel zu spät erscheinen, um eine Gefahr für die Alliierten abwehren zu können. Ein amerikanisches Expeditionsheer solle nach Europa entsandt werden, und Irland wäre der selbstverständliche Ausbildungsplatz und Derteidigungsposten für dieses Heer. Eire spiele eine hoffnungslose Rolle, wenn es nicht überredet ober gezwungen werde, seinen ehrenvollen Platz in der Front der Alliierten' einzunehmen. De Valero müsse jetzt der ,amerikanischen gesunden Vernunft sein Ohr zu leihen und einer amerikanischen Streitmacht zur Verteidigung Irlands den Willkomm entbieten'. Wenn er aber nicht hören wolle, bann müsse man durchHandlungenzu ihm reden." 1647 8 275 6 745 131 343 204 657 108 977 21 346 34 611 5 848 490 1941 1366 3 368 66 237 103 717 ! 201 709 der einzelnen Kreise glie- wend, u ~ ,11 freute aut ’-öaraan roeroen mu juwu gestreute Stutzpunkte und den Panamakanal z „ ~ roüen unter starkem Lebensmit- sichern. Dazu langten 9$Ie9r^r^teiqIlAd>|n A^m tetmangel leiden. Artillerie in Zusammenarbeit mit Ä “Ä ÄS. des Vorjahres erzählte, die Beherrschung der See tert geführt. Schanghai, 13. Januar. (Europapreß.) „Der . kritische Rückzug von Kuala Lumpur ist eines der hervorragendsten Ereignisse in der Geschichte dieses Krieges", so schreibt der Sonderkorrespondent von Reuter, Willert Maut der den britischen Truppen auf Malaya zugeteilt war, über den jüngsten britischen Rückzug. Auf die Dauer sei es aber ent- j m u t i g e n b , über Rückzüge zu schreiben, fährt er | fort. Die von Kuala Lumpur nach Süben führende i Straße sei neun Stunden lang mit marschierenden : Soldaten und Kriegsfahrzeugen vollgestopft gewesen. Ein pessimistisches Bild über die Lage auf der ‘ Malayen-Halbinsel geben auch die anderen aus Kuala Lumpur geflüchteten Korrespondenten, die sich | jetzt in Singapur aufhalten. Aus ihren Berichten ! spricht die Gewißheit, daß Singapur nicht zu halten i ist. „Daily Telegraph" meint, daß es nicht lange ! dauern wird, bis japanische Schlachtschiffe vor ? Singapur erscheinen, um die Festung mit schwerer : Artillerie zu belegen, nachdem Sturzkampfbomber die britischen Batterien zum Schweigen gebracht unb die Flugplätze vernichtet haben. „Daily Expreß" hieint, daß auf der Malayen-Halbinsel feine Flugzeuge stationiert seien, die sich den japanischen Angriffen widersetzen könnten. Wenn man im Kampfabschnitt das Dröhnen eines Flugzeuges höre, laufe alles automattfch m den Dschungel, da man die Gewißheit habe, daß sich nur feindliche M a - s ch i n e n zeigen. Die Japaner nutzten ihre lieber» ; legenheit gut aus unb bepflasterten Straßen und Truppenansammlungen mit Bomben, ohne daß eng- i lisch- Flakgeschütze in Aktion träten. Beilagen: 3 ßlieftcner ftamilienblättei Heimat imBild DieSckolle Bezugspreis: Monatlich... .RM.1.80 Zustellgebühr... ,, 7-25 miet) bei Nichterscheinen non einzelnen Nummern , infolge höherer Gemalt ; Kernsvrecharrschluk 2251 | Drahtanschrift:^Anzeigeri i Postscheck 11686 Franks./M. Ueberschuhe 1348 Pelzdecken Pelzstiefel 783 Decken Sttümvfe 305 152 Lederhandschuhe Unterhemden 85 951 > Wollhandschuhe Unterhosen 76 268 Schals Leibbinden 84 483 Pelze Brustschützer 63181 Muffen Kopfschützer 151 554 Skier Ohrenschützer 101 429 Skistiefel Kniewärmer 65 591 Skianziiae Pulswärmer Wollwesten, 303 869 Traininasanzüge Pelzmäntel Pullover 191 416 Mäntel Pelzjacken 2 974 Felle Pelzwesten Gef. Westen 10 419 14 640 Sonstiaes Wolldecken 42 083 Zusammen 2 Alsfeld-Lauterbach 49 165 1 2 Alzey 30 566 2 2 Bergstraße 36 382 2 — Biedenkopf-Dillenburg 66 080 3 1 Bingen 50 560 1 1 Büdingen 43 446 2 — Darmstadt 150 904 3 + 3 1 + 1 Gelnhausen 37 082 1 — Groß-Frankfurt 484 094 17 — Groß-Gerau 55116 3 1 Hanau 81 434 3 1 Limburg-Unterlahn 82 226 3 — Maim u. Obertaunus 115 735 7 2 Mainz 152 153 5 2 Oberlahn-Usingen 40 989 2 1 Oberwesterwald 34 311 2 •— Odenwald 71 242 3 1 Offenbach 107 655 5 2 Rheingau-St. Goars Hausen 62 197 2 —— Schlüchtern 20 683 1 Untertaunus 27149 1 1 Unterwesterwald Wetterau 37 756 122 879 1 6 + 1 1 +i Wetzlar 49193 4 1 Wiesbaden 122 313 7 2 Worms 70 399 2 1 Zusammen 2 201 709 93 26 Entschlossene Abwehr an der mittleren Front Das hi ruf an i In bem t A Waffei Ä> längs, ich der I Wem 3af I hi Intm Meine politische Nachrichten. Auf Einladung des Reichsoenvesers und der ungarischen Regierung trifft der italienische Außenminister Graf Ciano am.15.Januar zu einem mehrtägigen Besuch in Ungarn ein. Am Montag trat der Schwedische Reichstag zue fammen und nahm eine Thronrede König Gustafs entgegen. Mgehend hie Frage M einer rung der 3 hamachunl durch die - tr den Sc initiotiue n ' sich die ge zum 9lotio Danach uom Stellt über die i Hit der Sauamtsle ier Gaule! hu oergan fie nüd) mi schung de Akrfühn ruvollbü Raumes, zu dem Australien gehört, stand nicht nur das menscyenüberMte und rohstoffhungrige Japan, sondern steht heute die entschlossenste Militärmacht dieses Erdteils, die auch dieses Problem lösen wird! Das australische Dilemma. Bon unserem rm.-Berichterstatter. übrigen als einen „Eckpfeiler", dessen strategischer Wert aber mit der Behauptung Ängapurs steht und fällt. Und wie es um Singapur steht, braucht hier nicht weiter aus-gefuhrt zu werden. Auch mit den Bemühungen Curtins sind die selbstverschuldeten Probleme Australiens nicht zu lösen, denn Australien kann als junger, allen Möglichkeiten offen stehender Kontinent nicht sein Schicksal mit bochkapitaliftischen Ländern verbinden, deren Witt- schastsform und deren politisches System abgewirtschaftet hat. So lange diese schicksalhafte Verknüpfung geopolitischer und imperialistischer Gegebenheiten nicht von den australischen Politikern erkannt wird, bürfte die Enttäuschung, daß das englische Mutterland sich als schutzunfähig gezeigt hat, nicht die letzte sein. Denn im Norden des ostasiatischen 'S' 5? schlick^ Brat 2 "V Ä» S5 SÄ lies Fuhn im gefamte Dann lP (eiter* AMNitsl^ Presse". N Msgaben gebens un kenirzeichne leuten einst nicht genug über Deutschland spotten konnte, erklärte, vor vier Monaten habe man in England gehofft, 1942 die Rationen wieder etwas heraufsetzen zu können. In den letzten Wochen habe sich jedoch die Lage völlig geändert. Einmal sei durch die Waffentransporte nach dem Nahen Osten (Schiffsraum für Lebensmittelzufuhren verlorenaegangen, vor allem aber seien die Lebensmittellieferungen aus den im Pazifik gelegenen Ländern „recht unsicher" geworden. Infolgedessen sei im neuen Jahr in England statt mit einer Erhöhung der Lebensmittelrationen leider mit einer Herabsetzung zu rechnen. Gleichzeitig berichtete die Zeitung „Financial News", die englische Bevölkerung müsse darauf gefaßt sein, daß bei der nächsten Kleiderkarte die Abgabe aller Textilien verkürzt werde. Men de I Md) Mn mellenden pertauisei I !^st bish een ;st Trotzdeutf ters auf, Nieten ^sichtlich Mer ernj her Kulti M mer söhlige ■ vront zu Wof|enl)ei ^iigunb «8 Schick Friedrich Kayßler, ein deutscher Schauspieler. Bon E.F. M.Aders. „IRein wie das feinste Gold, Steif wie ein Felsenstein, Ganz lauter wie Kristall Soll dein Gemüte sein." Angelus Silesius. Seit jenen lange verschollenen Tagen, da der junge Kayßler Hebbels Gyges spielte, steht er vor uns als der Exponent einer besonderen Gattung des Schauspielertums, die eigentlich so recht erst durch ihn, durch seine Wesensart, in Erschei- rmng und in unser Bewußtsein trat. Es ist die untomödiantische Art, die sich nicht „verstellen" kann; noch mehr, die es verschmäht, dies zu tun. Denn wenn das Wort auch hart und primitiv ist: auf ein „Verstellen" lief, und läuft noch, am Ende bas Komödienspielen hinaus. Der Durckschnitts- schauspieler war nie etwas anderes als ein in seiner Eigenpersönlichkeit wenig ausgeprägter Mensch, der, mit mehr oder weniger Gewandtheit, Geschick und Erfolg, so tat, als sei er jemand anders als er selbst. Da, wo dieses Sichverstellen durch stimmliche, mimische und körperbewegungsmäßige Veränderungen eine fremde Individualität so überzeugend vorzu- täuschen verstand, daß uns dieses Spiel verzauberte, im tieferen ergötzte oder ergriff, wurde das Handwerk zur Kunst. In dem Maße, wie diese Derwandlungsmagie blutmäßig durchdrungen wird von der echten Gefühlskraft einer starken menschlichen Eigenpersönlichkeit und getragen wird durch eine seelenkundige Kenntnis des Lebens und des Leidens, sprechen wir dann von Menschendarstellung. Mit Friedrich Kayßler trat, wenn auch nicht zu- erst und nicht einmalig, so dach am ausgeprägtesten und eindringlich-beispielhaftesten, eine Art von Schauspieler auf den Plan, die ihr Mimentum allein aus dem Trieb besttitt, die eigene gehaltvolle Persönlichkeit auf der Bühne unverändert herzuleihen für die menschliche Glaubhaftmachung dichterischer Figuren. Wenn auf dem alten Wiener Konservatorium die Eleven der Bühne diagonal einen großen Saal durchschreiten mußten, als König, als Bettler, als Priester, als Tänzer, als Bürger, als Richter, als Verbrecher und in zehn anderen Oer Leopard von Madukani. Bon E. W. Strach. Am Rcmde des Magarafumpfes habe ich mein Jagdzelt aufgeschlagen, um hier noch mein zweites Nashorn zu schießen, das mir auf den großen Jagdschein zusteht. Mein Auto ließ ich in Madukani beim Häuptling Michael zurück und bin nur mit wenigen Trägern zu Fuß bis an den Sumpfgürtel vorgedrungen. Am zeitigen Morgen des dritten Tages breche ich wieder auf, um die einwechselnden Nashörner noch abzuschneiden, bevor sie wieder in das Labyrinth der Papyrusstauden und Schilfstengel ziehen. Doch nur Kühe und schwächere Bullen kommen mir schußgerecht; ein alter Bulle, wie ich ihn suche, ist nicht dabei. Müde kehre ich gegen acht Uhr in mein Helt zurück. Schon von weitem sehe ich viel Volk tu meinem kleinen Lager versammelt. Eine Abordnung von Michael ist eingetroffen und berichtet mir, daß ich sofort nach Madukani kommen möchte, da der Leopard, der in den letzten Wochen fast jede Nacht die Ziegen und Schafe der armen Wambugwes weghotte, verfolgt worden sei und sich in einen riesigen Kugelstrauch am Rande der Buschsteppe eingeschoben habe. Der Strauch selber sei im weiten Kreise von Michaels Getreuen umstellt. Verflogen ist alle Müdigkeit nach der anstrengenden Pirsck, einen Becher voll Kaffee schütte ich hinunter, fülle die Feldflasche, und wenige Minuten später schreite ich mit den Boten durch die sonnendurchglühten Steppen auf Madukani zu. Nach dreistündigem Marsch erreiche ich die armseligen Hütten der Steppenneger. Bald hinter der Negersiedlung kommt mir schon Mickael entgegen, der den Schlachtplan gegen den räuberischen Leoparden bis dahin selber geleitet hatte. Er versichert mir, daß der Leopard noch in dem einzelnen Kugelstrauch stecke, und ich brauche nur zu kommen, um ihn zu schießen. Don weitem schon sehe ich eine aufgeregte Volksmenge um einen verwachsenen Strauch der Riesenmimose im großen Kreise stehen. Don dem Grundsatz ausgehend, daß die Vorsicht der bessere Teil der Tapferkeit sei, hatten die braven Wambugweleute eine respektvolle Entfernung zwischen den Mittelpunkt und den Rand des Kreises gelegt. Aus fünfzig Meter vor mir breitet em verwachse- Berlin, 13. Jan. (DNB.) An der S ü d t ü st e d e r K r i m unternahm am 11. Januar eine kleinere bolschewistische Abteilung im Schutz unsichtigen Wetters einen' erneuten Landungsversuch. Das feindliche Unternehmen scheiterte jedoch an der Wachsamkeit der deutschen Küstenwachen, die die Bolschewisten nach kurzem Kampf überwältigten uckd gefangennahmen. Auch bolschewistische Vorstöße an der Einschließungsfront von Sewastopol wurden mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Im Raum nordostwärts Taganrog kam es zu Späh- und Stoßtruppunternehmen. Während ein sich den deutschen Linien nähernder feindlicher Vorstoß frühzeitig abgewiesen werden konnte, drang ein deutscher Spähtrupp zwischen den sowjetischen Gefechtsvorposten ein und brachte mehrere Gefangene zurück. Ein Stoßtrupp der Waffen-^ sprengte drei Kampfstände in die Luft. Auch im Raume o st - wärks Charkow hatte ein Stoßtruppunter- nehmen gegen einen bolschewistischen Stützpunkt vollen Erfolg. Bei geringen eigenen Verlusten verlor der Feind über 200 Tote und 93 Gefangene. Der Stoßtrupp brachte wertvolle Aufklärungs- ergebnisse mit. Im mittleren Abschnitt wiesen die deutschen Truppen im Raume ostwärts Orel mehrfach bol- schewisttsche Vorstöße, ine teilweise mit Panzer Unterstützung durchgeführt wurden, erfolgreich ab. Die immer wiederholten Versuche der Bolschewisten, in die deutschen Linien einzudringen, scheiterten an der entschlossenen Abwehr der deutschen Soldaten, die ihre Stellungen trotz eisiger Witterung und st arten feindlichen Feuers hielten. Die Bolschewisten erlitten dabei schwere Verluste. So wurden in dem Abschnitt einer einzigen deutschen Division nach den Abwehrkämpfen des 10. und 11. Januar über 500 gefallene Bolschewisten gezählt. Die deutschen Verluste sind demgegenüber sehr gering. Mit wertvollen Ausklärungsergebnissen kehrten deutsche Spähtrupps in ihre Ausgangsstellungen nordostwärts Drei zurück. Sie waren in der Nacht zum 12.1. über einen vor den deutschen Linien liegenden Fluß vorgestoßen und hatten durch tiefen Schnee und über das ineinander geschobene Eis des Kusses hinweg in den bolschewistischen Linien auf dem jenseitigen Flutzufer Aufträge durch- geführt. Im Gebiet o st wärts Kursk , 150 km südlich Drei, richteten sich starke bolschewistische Angriffe gegen eine von deutschen Truppen besetzte Ort« schäft. Obwohl der Feind in mehreren Wellen den Drt umfassend angriff, schlugen die deutschen Sol- baten alle gegnerischen Angriffe in harten Einzelkampfen bei einer Kälte von über 25 Grad zurück und vernichteten einen bolsckewistischen Panzer- kampfwagen, während Artillerie eine feindliche Lastkraftwagenkolonne zersprengte. Die Ortschaft blieb fest in deutscher Hand. Am 10. und 11. Januar wurden in diesem Frontabschnitt sieben Panzerkampfwagen, darunter drei 52-Tonner, vernichtet, zwei roeitere schwer beschädigt. Die Bolschewisten verloren bei nur sehr geringen deutschen Verlusten 180 Tote und 10 Gefangene. Im Raume ostwärts Moshaisk, im Frontabschnitt vor Moskau, gelang am 11. Januar starken Kräften der Bolschewisten ein vorübergehender Einbruch in die deutschen Linien. Ungeachtet des starken Frostes unternahm eine deutsche Division sofort einen heftigen Gegenstoß, unter dessen Wir- kung der Feind das Gelände wieder räumen mußte. Heber 300 gefallene Bolschewisten wurden feftge= Gestalten, mit jedesmal völlig verändetter (Sangart, so hat Friedrich Kayßler und die um die Jahrhundertwende aufgekommene Gattung von Schauspielern, die er am sinnfälligsten vertritt, noch niemals einen Schritt getan, eine Handbewegung gemacht, eine Miene verzogen und einen Laut von sich gegeben, die anders gewesen wären, als es der eigenen menschlichen Persönlichkeit im realen Leben gemäß war. Und dennoch kam Kayßler, der Künstler, welcher ein ganzer Mensch und ein Dichter ist, auch so ans Ziel der Schauspielerei, die auszuüben es chn trieb: seine dramatischen Gestalten lebten dermaßen aus dem Einsatz seiner seelischen Hingabe, daß es keinerlei „Verstellung" bedurfte. Wir nahmen sie nach Alter, Stand und Wesensart für das hin, was sie sein sollten. Das jeweilige andere Kleid genügte dem Jllusionsbedürfnis. Alles übrige tat die geistige Ausstrahlung des künstlerischen Menschen. Ein Menschenalter lang haben wir so Kayßler In hundert Gestalten gesehen, auf der Bühne und im Film; er war nie schwach, matt, sich bloß wiederholend, nie stereotyp und monoton; das charaktervolle, gehaltstarke Menschentum bot sich in einer tief künstlerischen Sensibilität und zugleich in einer Schlichtheit der Herzenswahrhaftigkeit dar, die immer wieder fesselten und überzeugten. Vielleicht muß man Friedrich Kayßler einmal in seinem alten, unverändert und still die Zeitläufte überdauerndem Heim, weit draußen vor den Toren Berlins erlebt, gesehen und gesprochen haben, um das Geheimnis feiner Wirkung erfühlen zu können. Sein Arbeitszimmer mit dem schlichten, klaren, geradlinigen, zeitlos-gültigen Hausrat, peinlich geordnet, gemahnt an die Goethe-Zeit oder an eines jener Pastorate, die so oft Wiege tiefsten und reinsten deutschen Dichtertums waren. Eine edel-fromme Melodie, gleich einem Spieluhrchoral aus behüteter Kindheit, scheint mit dem zarten Lavendelduft durch diese phrasenloseste aeistesarbeiterliche Stube zu wehen: Abbild der Wesensart Friedrich Kayßlers, des Menschen, des Schauspielers unb Dichters, welche der treueste Spiegel nordgermanischer Seele ist. In der balladesken Verfilmung des Dramas „Der Strom" von Max Halbe wird Kayßler wiederum in einer seiner erohaften Gestaltungen zu sehen sein. Der Bildstreifen wird, unter der Regie von Günter Rittau und mit Richard Angst an der Kamera, von der Terra-Filmkunst herausgebracht. (Nachdruck, auch mtt Quellenangabe, verboten.) Stockholm, Mitte Januar 1942. Wir werden wohl kaum erfahren, wie Mr. Shurchill auf die Enthüllung Roosevelts rea- grt hat, daß Australien über den Kopf des briti- en Premiers hinweg sich um ein Militärbündnis mit den USA. bemühte. Die Nilpferdnatur eines polittschen Hasardeurs von dem Format Churchills verdaut auch solche Ohrfeigen, aber es gehört nicht viel Phantasie dazu und hätte auch nicht der beschwörenden Angstschreie der „Times bedurft, um zu verstehen, daß man in London die Reden und Taten Australiens seit dem Kriegseintritt Jovans geradezu als einen Erdrutsch empfunden yat, als ein warnendes Menetekel, das auf Den riefelnden Zement aus den brüchigen und morschen Fugen des Empirebaues hinweist. Die Ablösung des Englandfteundes Menzies durch den jetzigen Ministerpräsidenten Curt in war von Australien aus gesehen ein Schritt in der Erkenntnis, daß Menzies und feine englischen freunde für Werte kämpften, die durch diesen Krieg zweifelhaft geworden waren. Für Australien als Erdteil zwischen den Mächten gesehen, bedeutet et allerdings noch keine Lösung, vor allem nicht bei der heutigen Stellung Japans im Pazifik. Das weiß man in Canberra sehr genau, unk darum auch die Nervosität, die bitteren Anklagen gegen England, die Hilferufe an die Adresse Washingtons und das Beftteben, die an anderen Stellen des Empire wieder einmal wie im Weltkriege Dämpfenden australischen Truppen für die Verteidi- gung des eigenen Landes zurückzubolen. Daß die Entwicklung gerade in Aufttalien diesen Weg nahm, zeigt in der Tat wie kein zweites Ereignis die Schwäche des britischen Empire, denn man darf nicht vergessen, daß die Englandbegeiste- tung eines Menzies und eines Hughes — der im Reichskriegskabinett von Lloyg George faß und 1919 eine deutsche Iributleiftung von 1000 Milliar- den Mark verlangte! — einer australischen Heber- feeferung treu blieb, die im Weltkrieg dieses „britischste" und reichstreueste Dominion bestimmte, in den Jahren 1914/18 300 000 Mann nach Europa rmd Vorderasien zu schicken, von denen 60 000 auf den Schlachtfeldern blieben. Australien war so sehr tmphretreu, daß es fast für überflüssig hielt, das Statut von Westminster in Kraft zu setzen, mit dem }931 das Mutterland auch förmlich die Selbständig- eit der Dominien anerkannte. Aber diese von Men- flies, Hughes und ihren Freunden so stark betonte Empiretreue bekommt schon ein anderes Gefickt, wenn man weiß, daß ein Viertel der Bevölkerung Australiens — irischer Herkunft ist, vnd daß diese Iren heute das Rückgrat der Arbeiterpartei gegen den britisch gesinnten Imperialismus von Menzies und Genossen bilden. Die — man kann wohl sagen: schicksalhafte Tragik dieses Erdteils liegt darin, daß es vom brittschen Kapitalismus und von der Londoner Finanz in erster Linie als Rohstoffquelle und Jnvestitions- gelegenheit angesehen wurde, während das irische Element bewußt nationale Ziele verfolgt, die allerdings von der Erkenntnis der wirtschaftlichen und wehrpolitischen Abhängigkeit des Landes bestimmt werden. Bei dieser Konstellation mußte es zwangsläufig zu einer tiefen Krise kommen, die bereits damit begann, daß Churchill ganz nach dem Muster des Weltkrieges glaubte, diesen von ihm angezettelten Krieg wieder in erster Linie durch den Einsatz von Truppen aus dem Empire gewinnen zu können. Bereits in F ran krich mußten die Australier einen hohen Blutzoll zahlen, der sich noch wesentlich erhöhte, als unter Wavell die .Kritischen" Truppen in Nordafrika und in Grie- ckenland, vor allem bei der Katastrophe auf Kreta, schwer geschlagen wurden. Nimmt man hinzu, daß dieses Land mit rund 7 Millionen Einwohnern auf einem Gebiet von 7,7 Millionen Qua- dratkilometern Rüstungs- und Kriegsausgaben auf* brachte, die im Jahre 1938/39 13,8 Millionen australische Pfund, 1939/40 55,1 Mill. Pfund, 1940/41 186,5 Mill. Pfund betrugen und für 1941/42 auf 250 Mill. Pfund veranschlagt wurden — eine Summe, die sich inzwischen beträchtlich erhöht haben dürfte! —, daß aber auf der anderen Seite sich England infolge des Schiffsraummangels als unfähig erwies, die auf gestauten Warenmengen in Australien, vor allem Wolle und Wei,zen, abzunehmen, hat man den Schnittpunkt, auf dem die unzweifelhaft bestandene „Reichstreue" Australiens mit den sich immer höher auftürmenben eigenen Schwierigkeiten zusammen pralttn mußte. So gesehen, ist es geradezu ein Paradoxon, daß dieses Land, das für England unerhörte Blutopfer gebracht hat und auch zu Beginn dieses Krieges mit besonderem Eifer dem britischen Weltreich diente, sich heute vor die Alternative gestellt sieht, seinen menschenleeren und wehrkraftsbedürfttgen Staatenbund über alle geopolitischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des pazifischen Raumes hinweg an die 11621. anzugliedern. Ein Paradoxon insofern, als dieser jüngste und zukunftsträchtige Kontinent mit diesem Schritt die „Ordnung" des brutalsten Egoismus jener Welt für sich akzeptiert, die chm — wie die Erfahrungen mit dem britischen Weltreich beweisen — keinerlei Hilfe brinaen kann, weder in wirtschaftlicher noch in militärischer Hinsicht. Es liegt eine tiefe Wahrheit in dem Wort des australischen Schriftstellers Paul M o g u i r e, der nach einer Rundreise in den Australien umgrenzenden Räumen äußerte: „Als Australien noch als Kolonialland empfunden wurde, überwachte das englische Mutterland unsere Außenpolitik. Jetzt müssen wir dies tun. Wir find kein pazifisches Volk, sondern gehören im weitesten Sinne dem Raum des südlichen Asien zu. Wenn dieses neugestaltet wird, müssen wir wissen, daß unser Schicksal mit dem der indo-asiatischen Völker verknüpft ist. Wir sind aber auch an einer harmonischen Ordnung zwischen Europa und seinen Abkömmlingen und den indochinesisch-asiatischen Völkern interessiert." Trotz dieser hier so klar ausgesprochenen Zugehörigkeit Australiens zum großasiatischen Lebens- und Wirtschaftsraum unb obAeich diestr Kontinent seine Enttäuschungen mit dem britischen Weltreich sowohl im Weltkrieg als auch in diesem Kriege mit starken Blutopfern bezahlen mußte, kann Australien nicht über seinen eigenen Schatten hinwegspringen. Die Krise Australiens entspringt der Schwäche des Mutterlandes, das wiederum zu stützen, der menschenleere Äontinent von jeher wahrhaft gigantische Anstrengungen gemacht hat, um die es sich aber immer wieder getäuscht sah, da London den australischen Kontinent unter rein wirtschaftlichen Perspektiven sah und im stellt. Zu einem harten Kampf zwischen Infanterie und mehreren bolschewistischen Schwadronen kam cs am 11. Januar im Raum von Kaluga, 120 km südlich Moskau. In der grimmigen Kälte des Januartages wiesen unsere Truppen die über das hartgefrorene Schneefeld zurückweichenden feindlichen Schwadronen ab und fügten ihnen schwerste Verluste zu. Im N o r d t e i l der Ostfront hatten die deutschen Truppen am 10. Januar einen erfolgreichen Vorstoß zur Verbesserung ih^er Stellungen unternommen und sich dabei in den Besitz mehrerer von den Bolschewisten angelegten Feldstellungen und Bunker gesetzt. Gegen diesen Abschnitt richteten sich mehrere feindliche Angrifte, die jedoch an der harten Abwehr scheiterten. Auch ein Vorstoß bolschewistischer Kräfte, den der Gegner überraschend zu führen versuchte, wurde rechtzeitig erkannt, so daß er unter hohen Verlusten des Feindes im deutschen Abwehrfeuer zusammenbrach. An der Karelischen Front gelang es einer finnischen Infanterie-Division eine bolschewistische Kräftegruppe, die in dem unübersichtlichen Gelände bis zur Sicherungslinie vorgedrungen war, rinzw schließen und zu vernichten. In tapferem Ringen nahmen die finnischen Soldaten trotz einer Kälte bis zu 30 Grad etwa 150 ausgebaute Kampfstände. Heber 500 gefallene Bolschewisten bedeckten das Kampf selb. Auch an einer anderen Stelle rannte sich ein in mehreren Wellen vorgetragener feindlicher Angriff an der finnischen Abwehr fest. Der Wehrmachiberichi. DNB. Aus dem Führerhauptquartler, 13. Januar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Krim und im Donezbecken nur geringe Gefechtstätigkeit. Im Raum ostwärts Charkow führten unsere Truppen erfolgreiche Erkundungsvorstotze gegen feindliche Stützpunkte. Der Gegner verlor 219 Tote und 93 Gefangene. Die Kämpfe im mittleren Frontabschnitt und im Waldai-Gebiet halten an. Bei einem Stotztruppunternehmen an der Ein- schlietzungsftont von Leningrad wurden 22 feindliche Bunker mit ihrer Besatzung vernichtet. Starke Kamps-, Sturzkampf - und Jagdfliegerverbände griffen in die Erdkämpfe ein. Die Sowjets erlitten besonders hohe blutige Verluste und bützten umfangreiches Kriegsmaterial ein. Zahlreiche belegte Ortschaften und Eisenbahnzüge wurden in Brand geworfen. In Rordafrika wurden heftige britische Angriffe im Raum von S o l l u m abgeschlagen. Die schweren Kämpfe dauern an. Südwestlich von A g e d a b l a scheiterte ein feindlicher Panzervorstotz. Deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge bombardierten britische Kraftfahrzeug- und Panzeransammlungen im Raum voy Agedabia sowie Flugplätze und Hafenanlagen in der Eyrenaika. In Luftkämpfen wurden drei feindliche Flugzeuge abgeschosieu. Die Luftangriffe auf Flugplätze der Insel Malta wurden bei Tag und Rächt erfolgreich fortgesetzt. zurückzuarerien. Die Reichsregierung hatte es erlebt, daß 1940 das ganze Baltikum entgegen den ausdrücklichen Moskauer Zusicherungen bolschewi- siert und wenige Wochen nach der Besetzung kurzerhand von der Sowjetregierung annektiert wurde. Mit diesem warnenden Exempel vor Augen lehnte sie Molotows Forderung nach einem sowjetischen Pachtgebiet auf türkischem Boden ab. Das hat man in Ankara zur Kenntnis genommen und sich zur Lehre dienen lassen. Neue Herabsetzung der Lebensmittelrationen in England. Genf, 14.Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Unter, staatssekretär im britischen Ernährunasmindsterium, Major Lloyd G e o r g e, der mit seinen Lands- ner Mimosenstrauch seine Aeste und Luftwurzeln bis auf die Erde aus, wohl zehn Meter mag das dornige Steppengestrüpp im Durchmesser haben, wie eine undurchdringliche Glocke hängt es über dem Boden. Unb dort drinnen sitzt nun der Leopard. Ich lege mich lang auf die Erde und sehe schließlich wirklich einen lichtbraunen Fl-eck eng an eine der starken Luftwurzeln gepreßt. Mit dem scharfen Glase erkenne ich schr bald die schwarzen Tupfen daraus: taftächlich, der Leopard ist noch in dem Kugelbusch. Doch alles, was ich von ihm sehen kann, ist nicht größer als ein Teller, durch eine einzige Lücke im Gezweig erkenne ich ein Stückchen Fell von ihm. Ich zögere immer noch, ob ich aufs Geradewohl auf den kleinen Fleck schießen soll, der sich mir zeigt. Die Sache kann faul ausgehen, denn der krankgeschossene Leopard nimmt fast immer an, und zwar mit einer solchen Schnelligkeit, daß man die zweite Kugel faum noch zum Fangschuß los wird. Endlich enftchließe ich mich, den unsicheren Zufallsschuß zu wagen. Ich liege lang auf die Erde, nur so kann ich das tellergroße Stück vom Leoparden sehen. Zwei Neger müssen mir vor dem Büchsenlauf alle Grashalme unb Hindernisse ausrupfen, damit die Kugel nicht auch noch durch einen Fremdkörper abgelenkt wird. Dann setze ich das Fadenkreuz meines Zeiß-Zielfemrohres mitten auf den kleinen Ausschnitt des angedrückten Leoparden. Kaum daß der Schuß raus ist, so sehe ich auch schon die muskulöse Riese-nkatze wie einen Blitz aus ihrem Versteck schnellen, der Kreis meiner begeisterten Zuschauer stiebt auseinander, Rufe, Schreie werden laut, der Leopard hat die freie Steppe erreicht unb versucht sich mit zerschossener fiüfte in die nahe Domensteppe zu schleppen! Meine Kugel hatte ihm beide Hüftgelenke zerschmettert, so daß er nach dem ersten Absprung nur noch verhältnismäßig langsam vorwärts kam unb sich auf den Vorderpranken fortbewegte. Im gleichen Augenblick bin ich auch schon wieder hoch, renne ein Stück um den hindernden Strauch herum und setzte dem Leoparden noch einen zweiten Schuß auf die Breitseite, der ihn endgültig zusannnenwirft. Noch minutenlang zuckt er, ehe bas letzte Leben aus dem Körper gewichen ist. Dann trete ich heran, und mit mir stürmen plötzlich von allen Seiten die Neger aus den Leoparden los. Mein Freund Michael dankt mir besonders, und der Leopard von Madukani hat unsere alte Freundschaft aufs neue besiegelt und gefestigt. Mortfe) Ate °be nur Men i ?J»an( OrheiLi ' I Hm Men. ton ■ «'M frSie qe| r °bk fe R :*** sh 54S °n ben ?? & «Ujs 7 s-!sU ?* ^ügeti d«, R7 rannt» ;t kintHi^et W ^iofn Jl.*!, LL-H *>*6 ti. 'uarller. Wehrmacht ev nur y. i^den tut» '^de gegen «219 Tole itontab. jolten an. n der ß|n. wurden 22 vernichtet. önHagb. Kämpfe ein. 'luiige Bei» lalerial ein. 'eubahnzüge rilische An- hlagen. Die e ein feind- und Sturz. krnftfahr. Raum von afenanlagen e Kgzeuge fel Malta i tfaMl J ö mcht nur i rttfe Japan, | Itilitumacht | löjen wir-! | ichirn. lnd der wiche Außen« r zu einem eichstag P nig Gustafs Luftwurzeln er mag das eifer haben, gt es über 'n der Leo- e und sehe Fleck eng t Vit dem , schwarzen ist noch iu , ihm sehen durch eme n Stücks geradewohl er sich , denn der immer am t daß man unM-« die Erde, SS ■SS B W J rf" Tw. * 'reiö mem-r Sr cder, . 4 die/^ b»? tzSk “Ä; Kultur- und Wirtschaffsfragen vor der presse. NSG. Auf einer Gaupressekonferenz, auf der die Hauvtschnstleiter sowie die Kultur- und Wirtschafts, schristleiter und die Hauptschriftleiter der Zeitschriften des Gaues Hessen-Nassau versammelt waren, wurden Kultur- und wirtschaftspolitische Fragen behandelt. Der Leiter der Abteilung Zeitschriften/ Kulturpresse im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Ministerialrat Bade, nahm die am gleichen Tage stattfindende Uraufführung von Werner Egk, „Columbus" in Frankfurt zum Ausgangspunkt eines in kulturpolitischer Hin- sicht lebendigen und aufschlußreichen Referates. Anschließend beleuchtete er aktuelle politische Tagesfragen im Ablauf des Kriegsgeschehens und kennzeichnete die Haltung der Presse, die ihr in der Begegnung mit der englischen Vorstellung vom Ausgang dieses Krieges Aufgabe sein muß. Mini- sterialrat Bade umriß des weiteren die Aufgaben der Kultur während des Krieges. Nachdem auf allen Gebieten des Kulturschaffens in Deutschland während der waffenmäßigen Auseinandersetzung nirgends ein Stillstand, sondern überall ein Aufschwung zu verzeichnen ist, läßt die Zukunst bereits Schlüsse auf ein noch stärker intensiviertes Kunstschaffen zu, zumal der Führer nach wie vor dem geistig-schöpferischen Leben der Nation sein besonderes Augenmerk widmet. Selbst langjähriger Journalist und Schriftsteller, umriß Ministerialrat Bade abschließend die Aufgaben der deutschen Presse nach dem Kriege, wo sie als kulturelles und politisches Führungsinstrument ein maßgebender Faktor im gesamteuropäischen Raum sein wird. Dann sprach der Sonderbeauftragte des Gauleiters für Wirtschaftsführung und Wirtschaftseinsatz, Gauamtsleiter A o i e n y, über „Wirtschaft und Presse". Nach einer eingehenden Darlegung der Ausgaben der Wirtschaft im nationalsozialistischen Reich, in welcher er diese als Mittel der Politik, ausgerichtet auf die Erhaltung und Sicherung des Lebens und damit der Wehrkraft unseres Volkes kennzeichnete, gab er der Presse Hinweise, deren Befolgung eine wirksame Unterstützung der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung sein können. Eingehend behandelte Gauamtsleiter Avieny dann die Frage der Privatinitiative in der Wirtschaft. Nach einer Abgrenzung von Führung und Steuerung der Wirtschaft durch den Sta'at und die Nutzbarmachung der damit geschaffenen Voraussetzungen durch die Initiative der Selbststeuerungskrätte zog er den Schluß, daß die Entfaltung der Privat- initiative um so erfolgreicher sein werde, je stärker sich die geistige Umstellung des Unternehmertums zum Nationalsozialismus vollziehe. Danach sprach Hauptmann Bardenhewer vom Stellvertretenden Generalkommando XII. A. K. über die Fragen der Zusammenarbeit der Presse mit der Wehrmacht. Der Leiter des Gaupresfeamtes, Gauamtsleiter Uckermann, dankte im Austrage des Gauleiters der Presse für ihre geleistete Arbeit im vergangenen Jahre und wies darauf hin, daß sie aüch mit ihrem zukünftigen Einsatz in der Unterstützung des Kampfgeistes des deutschen Volkes eine Dolksführungsaufgabe von entscheidender Bedeutung zu vollbringen habe. An die bildenden Künstler Großdeutschlands. Das Haus der Deutschen Kunst erläßt einen Aufruf an die bildenden Künstler Großdeutschlands, in dem es heißt: Das Wort von den Musen, die im Waffenlärm schweigen, hat im neuen Deutschland längst keine Geltung mehr. So wendeten sich auch der Großen Deutschen Kunstausstellung in diesem Jahre wieder weiteste Volkskreise mit größtem Interesse zu. In bisher fünfmonatiger Dauer hat die Schau 600 000 Volksgenossen, Männer und Frauen der Heimat und Urlauber aller Fronten, nach München gezogen. Die Leistungen der aus- stellenden Künstler aber wurden belohnt durch einen Verkaufserfolg, aus dem der beteiligten Künstlerschaft bisher schon weit über zwei Millionen RM. zugestossen sind. Für die nächste Große Deutsche Kunstausstellung fordern wir die Berufeneu unter Großdeutschlands Künstlern im Namen des Führers auf, ihr Können und ihre schöpferische Kraft einzusetzen. Die Ausstellung, deren Eröffnung vor- aussichtlich Anfang Juli 1942 stattfindet, soll in dieser ernsten Zeit eine stolze Manifestation deutscher Kultur und ein glänzendes Zeugnis deutscher Kraft werden! Sie wird die Verpflichtung haben, unzählige deutsche Menschen der Heimat und der Front zu erfreuen, sie zu beglücken und ihre Entschlossenheit vermehren, die heutige schwere Zeit mutig und siegesbewußt zu überwinden, in die uns das Schicksal gezwungen hat. Aus -er Stadt Gießen. »Nach Ihnen!" Ich hatte es eilig. Wenn ich meine Straßenbahn noch erreichen wollte, mußte ich mich darüber hinwegsetzen, daß lange Hosenbeine und ein Stehkragen von einem Manne verlangen, sich mit einer gewissen Würde auf der Straße zu bewegen. Ich lief. Und ich war im besten Lauf, da kam mir an einer Ecke aus einer Nebenstraße überraschend ein Kraftwagen in die Quere gefahren. Welch ein Wagen! Blau, grau abgesetzt, funkelnd und blitzend. Immerhin — mochte er so vornehm aussehen, wie er wollte — ich hatte nicht die geringste Lust, es mit ihm anzulegen und mit ihm zusammenzustoßen. Er war nicht nur vornehmer, sondern sicher auch stärker als ich. Ich bremste. Aber er bremste auch. Sicherlich sah es nicht im mindesten elegant aus, wie ich, noch im Schwung des Vorwärtsftürmens, auf dem linken Fuß hüpfte und mit dem Oberkörper hinterherkam. Ich habe sogar den Verdacht, daß es ausgesprochen komisch und albern anzusehen war. Der Wagen machte es viel anmutiger — ein sanfter Ruck, er hielt. So standen wir uns gegenüber, Auge in Auge, wenn ich so sagen darf. Der Mann im Wagen wartete. Es wäre sein gutes Recht gewesen, rauschend an mir vorbeizufahren und womöglich ironisch zu lächeln über meine allen anatomischen Gesetzen Hohn sprechende Körperhaltung. Er tat nichts dergleichen. Er machte eine verbindlich einladende Handbewegung: „Nach Ihnen!" Ich ließ mich nicht lumpen. Ich lächelte gewin- nend und tat meinerseits so: „Nach Ihnen!" Aber jener ließ von seiner Liebenswürdigkeit nicht einen Deut ab, auch er lächelte hinter den Scheiben seines Wagens und winkte mir nochmals: „Nach Ihnen?" Nun — ich ging dann grüßend vorbei, schließlich konnten wir uns in der Höflichkeit, einander den Vortritt zu lassen, nicht bis zum nächsten Morgen überbieten. Wir schieden in gegenseitiger Hoch- achtung und als beste Freunde. Daß ich meine Straßenbahn doch versäumte, tut nichts zur Sache. Und wenn der Mann in dem blau- grauen, blitzenden Wagen dies liest, so gelte ihm mein Gruß. n. T. Achtung Zentralheizungsbesitzer! 1. Bei eintretendem Frost muß die Warmwaffer. Zentralheizung wegen der Gefahr des Einfrierens der Heizkörper und -leitungen in Betrieb genommen oder das Wasser muß aus der Anlage entfernt werden. .2. Bei in Betrieb genommenen Anlagen muß während der Frostperiode so gefeuert werden, daß die Warmwassertemperatur während der Nacht nicht unter 40 Grad Celsius sinkt. Bei besonders kalter Witterung muß notfalls Brennstoff für den Nachtbrand nachgeschüttet werden. 3. Heizkörper sind bei Frost höchstens so weit ab.zusperren, daß die Raumtemperatur nicht unter drei Grad Celsius sinkt. Das gilt insbesondere auch für unbenutzte Räume. Um bte unausgenutzte Wär. meabgabe der Heizkörper in diesen Räumen einzu- schränken, sind die Heizkörper allseits mit Papier einzuhüllen. 4. Wenn das Ausdehnungsgefäß und seine An- schlußleitungen auf dem Dachboden oder in einem unbenutzten Raum untergebracht sind, müssen sie durch Holzummantelung, die mit Jsoliermaterial ausgefüllt ist, gegen (Einfrieren geschützt werden. Beschädigter Frostschutz ist sofort auszubesiern. Das Ausdehnungsgefäß muß stets mit Wasser voll gefüllt sein. Das ist der Fall, wenn der Zeiger des Wasserhöhenmessers am Kessel über der roten Marke steht. 5. Fenster, Türen und Luftlöcher In Kellern, Durchfahrten, Dach- und Nebenräumen sind im Winter gut verschlossen zu halten. Die Lüftung der Räume durch Oeffnen der Fenster ist auf wenige Minuten zu beschränken. 6. Soweit die Mieter für die Ausführung der vorstehenden Vorschriften in Frage kommen, sind sie dazu anzuhalten. Der Heizwart muß sich öfters von her Durchführung der notwendigen Maßnahmen überzeugen. 7. Sollen aus Gründen der Brennstoffersparnis Teile der Heizungsanlage stillgelegt werden, so ist wegen geeigneter "Maßnahmen zum Frostfchutz der Anlage eine Fachfirma zu Rate zu ziehen. 8. Wird die gesamte Heizanlage aus irgendeinem Grunde, z. B. Reise, für längere Zeit ganz sttllge- legt, so sind bei der Entfernung des Wassers aus der Anlage die Ventils der Heizkörper zu öffnen. Während der Zeit der Stillegung darf der Ent- leerungshahn nicht geschlossen werden. Vom „Tag der demschen Briefmarke" in Gießen Das interessiert die Hausfrau. Der Kleineinkauf von Speisekarloffeln. NSG. Bekanntlich können Speisekartoffeln im Kleineinkauf beim Einzelhändler nur auf den roten Eintaufsausweis bezogen werden, falls dieser mit dem Stempel „gültig ab 12.1.1942" versehen ist. Einkaufsausweise, die diesen Stempel nicht tragen, werden nicht beliefert. Verbraucher und Einzelhändler werden darauf aufmerksam gemacht, daß nach wie vor die Kartoffeln im Kleineinkauf nur bei dem Einzelhändler bezogen werden können, in dessen Kundenliste der Verbraucher eingetragen ist. Verbraucher, die nicht im Besitze eines mit dem Stempel „gültig ab 12. 1. 1942" versehenen roten Einkaufsausweises sind, sind in der Kundenliste zu streichen. Gießener Vochenmarkkpreise. * Gießen, 14. Jan. Auf dem heuttgen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Wirsing, % kg 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7 bis 10, rote Rüben 10, Unter- kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 6 bis 10, Lauch 17, Sellerie 15, Rettich, das Stück 10 his 15 Rpf. glatte beim "lOintetspoit Sprödes Gesicht und aufgesprungene Hände verhütet man mit NIVEA-CREME. Nivea ist knapp; was es gibt, soll vielen zugute kommen. Sei sparsam damit! Bürgen lind Vandenkmäler unseres Ganes. Wahrzeichen unseresGaues als WHW.-Abzeichen für die Gaustraßensammlung ganzen Serien gekauft. Es ist auch in diesem Jahre dafür Sorge getragen, daß genügend Abzeichen für alle Sammler zur Verfügung stehen. Liebhaber werden sich deshalb die Gelegenheit nicht entgehen lassen und sich um die Erlangung ganzer Serien bemühen. Freude bereiten die schmucken Abzeichen aber auch jedem Volksgenossen, der sie am 1 7. u n b 18. Januar auf der Straße angeboten bekommt. Zugreifen und s o geben, daß es als ein Opfer für das Kriegswinterhilfswerk angesprochen werden kann, sei der leitende Gedanke, der uns am kommenden Wochenende beseelen mag, denn niemals kann die Heimat ihren Söhnen vergelten, was diese als tapfere Soldaten im Kampf gegen unsere Feinde geleistet haben und noch leisten müssen. 130000 Stück für denKreiSWetterau. Für den Kreis Wetterau stehen 130 000 Abzeichen zum Verkauf zur Verfügung. Davon entfallen auf die Stadt Gießen 46 000 Stück. Die Sammlung wird von den Politischen Leitern, den NSV.- und WHW.- Waltern und -Helferm der Hitler-Jugend und dem BDM. durchgeführt. Nach dem Vortrag setzte ein lebhafter Verkauf der Sondermarken zum Tag der deutschen Briefmarke ein, von denen 600 Stück abgesetzt wurden. Wer einen Sonderstempel zu erwerben wünschte, erhielt diesen durch die Sammlergrupve am Sonntag vermittelt bei einem der fünf Sonderpost- ämter des Gaues Hessen-Nassau. Sehr viel Gebrauch gemacht wurde von dem Erwerb des Sonderstempels .Kampf dem Kommunismus", der anläßlich einer gleichzeitig laufenden Hamburger Ausstellung ,Kampf dem Kommunismus" durch ein Hamburger Sonderpostamt bezogen werden konnte. Auch die Gedenkkarte aus der Liebigstadt Gießen, die eigens zum Tag der Briefmarke gedruckt wurde, fand großen Absatz. Anschließend setzte ein sehr lebhafter Großtauschverkehr ein. Die Gießener Sammlergruppe hat sich mit ihrer Veranstaltung, auf deren Verlauf sie in jeder Beziehung stolz fein kann, um die Briesmarkensamm. ler von Gießen und Umgebung ein Verdienst erworben. Die Veranstaltung, die die Sammlergruppe der NSG. „Kraft durch Freude" am vergangenen Sonntag flum ,Zag der deutschen Briefmarke" im Hotel Schutz durchfuhrte, erwies sich für die Gießener Sammler als besonders anregend und erlebnisreich. Sie wurde von dem Kreisreferenten für das Sammlerwesen, Gerlach, eröffnet. Er schilderte die Verdienste des Generalpostmeisters Heinrich von Stephan um das deutsche Postwesen und die Gründung des Weltpostvereins (9. Oktober 1874). Zum Gedenken an Heinrich von Stephan finden alljährlich an dem Sonntag, der auf die Wiederkehr seines Geburtstags (7.1.1831) folgt, durch die KdF.-Sammlergruppen und durch die Sammlervereine des Philatelistenbundes Gedenkfeiern, Veranstaltungen mit Ausstellungen und Sonderpoftämtern für den Verkauf von Sonder-Briefmarken zum „Tag der Briefmarke" statt. Briefmarken sind feit dem Zeitpunkt ihres ersten Auftretens beliebte Sammeloojekte geworden, die belehrend wirken über die Kultur, Sitten und Bräuche der Völker. Darüber hinaus bieten sie dem Sammler an feinem Feierabend eine Erholung, die sein Wissen über weltweite Völker erweitert. Das Aufstreben der Kultur der jungen Völker finden wir besonders ausgeprägt auf den lebhaften, frischen Darstellungen der Marken Deutschlands, Italiens und Spaniens, während Erschütterungen im Staatsleben auch auf den Briefmarken einen Niederschlag finden, wie dies deutlich bei den Sowjetmarken hervortritt. Die Gestalten, die Kopfzeichnungen auf diesen Marken sind stur, stumpf, roh, terroristisch und grausam, so wie wir dieses Volk in Wirklichkeit kennengelernt haben. Der Redner schilderte dann die Entstehung der ersten ,Kraft-durch-Freude"-Sammleraruppen vor sechs Jahren und das Entstehen der Gießener Sammlergruppe im vorigen Jahre. Die Gießener Sammlergruppe trat dieses Jahr erstmalig mit einer Werbeveranstaltung vor die Oeffentlichkett. Das Mitglied der Gießener Sammlergruppe G l o- gow hielt anschließend einen besonders für die jüngeren Sammler lehrreichen Vortrag über Neudrucke und Fälschungen. Ein Neudruck ist eine Marke, die nach Außerkurssetzung einer Serie neu gedruckt worden ist. Es gibt amtliche Neudrucke, die im Auf. trag der betreffenden Posthoheit gedruckt worden find, und private Neudrucke, die ebenfalls amtlich veranlaßt sein können, ^oder aber widerrechtliche Drucke sind, mit denen sich der Drucker Geld verschaffen wollte, wobei er den Markensammlern ziemlich Kopfschmerzen bereitete, zumal, wenn er versuchte, diese Marken zu stempeln und als Original- marken an den Mann zu bringen. Solche widerrechtlichen Neudrucke gibt es besonders von Helgoland, Bergedorf, dem Kirchenstaat und Sardinien. Heute sind die Briefmarken der großen Kultur- ftaaten durch Wasserzeichen einigermaßen gegen Fälschungen gesichert. Von deutschen Marken gab es die ersten Fälschungen zum Schaden der Post von Preußen und Hannover. Drei Fälschungen von Preußenmarken waren im Schaufenster der „Kraft durch Freude"-Gefchäftsstelle ausgestellt. Don der Adlerausgabe der deutschen Briefmarken des Jahres 1889 wurde ^besonders die Zehnpfennigmarke an verschiedenen Orten des Reiches gefälscht, doch wurden die Täter sehr bald ermittelt und entsprechend bestraft. NSG. Unser Gau Hessen-Nassau ist reich an geschichtlichen Baudenkmälern: Die Gauhauptstadt mit ihrem Römer und zahlreichen anderen Bauten, der Rhein mit seiner Pfalz, seinem Mäuseturm und den vielen stolzen Burgen auf den Uferhöhen. Der Odenwald mit seinen Ruinen an der Bergstraße und sei- nen. altertümlichen Städtchen. Worms, Mainz, Darmstadt und Gießen mit ihrer reichen Geschichte, die bis in die Nibelungenzeit zurückreicht, bieten vielerlei Stoff für die Gestaltung der Kunstharzabzeichen „Burgen und Baudenkmäler des Gaues Hessen-Nassau", die der Gaubeauftragte für das Winterhilfswerk in diesem Jahre bei der Odenwäl? ber Elfenbeimndustrie hat Herstellen lassen. Der größte Teil dieser ansprechenden und schönen Abzeichen wurde in Heimarbeit angefertigt und legt von dem hohen handwerklichen Können unserer heimischen Elfenbeinindustrie im Odenwald beredtes Zeugnis ab. Es hat sich vielfach eingebürgert, daß die Kunstharzabzeichen des Winterhilfswerkes als beliebte Broschen und Anstecknadeln getragen werden, auch werden besonders ansprechende Abzeichen gerne in 296 Explosion in Raum5 Roman von H.G. Hansen Copyright by Prometheus-Varlag Dr.Eldiadcer, Crfibenxell b.MBndbra 36. Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „Sehr gern", erklärte Aenne Barkow ruhig. „Ich habe nur noch diesen Brief für Herrn Kobelt zu schreiben und stehe dann zur Verfügung." Sie ließ sich zwanglos an ihrer Schreibmaschine nieder und arbeitete ohne Hast weiter. Nach fünf Minuten war sie fertig, legte den Brief in eine Mappe und fragte Michel, womit er beginnen wolle. Er nannte aufs Geratewohl die Personalkartothek und hörte sich aufmerksam die Erläuterungen an, die ihm gegeben wurden. Er konnte nicht umhin, auch seinerseits ab und ZU eine Belyerkung zu machen, und geriet mit ihr allmählich in ein Gespräch, dem er nicht gewachsen war. Sie fragte danach, wie es in der Fabrik seines Vaters gehandhabt würde, und brachte ihn damit in eine Verlegenheit, die er zwar gewandt meisterte, ohne aber zu wissen, ob sie gemerkt hatte, wie ahnungslos er war. Die Personalakten überblickte er nur flüchtig, ließ sich erläutern, nach welchen Gesichtspunkten sie geführt würden, und verabschiedete sich nach kurzen Dankesworten. Draußen auf dem Korridor atmete er erleichtert auf. Es war eine verteufelt schwierige Angelegenheit, ohne wirkliche Kenntnisse mit gut unterrich- »teten Gefolgschaftsmitgliedern Gespräche zu füh- ren. Man mußte den Schweigsamen spielen und sich aufs Zuhören beschränken. ? Bärbel konnte ihrem Verlobten abends bei der »Besprechung der Lage nur versichern, daß mehr als Vorsicht am Platze sei. Der neue Volontär bilde por allem bei den weiblichen Angestellten Gegenstand lebhaften Interesses. Es war nicht alltäglich, den künftigen Inhaber einer Fabrik um sich zu haben, einen jungen Mann, der sicher reich war, ympathifch wirkte und beinahe sogar hübsch aus- 'ah. Bärbel schwankte zwischen Necken und einem kleinen Anflug von Eifersucht, obwohl sie sich nicht wenig geschmeichelt fühlte, weil ihr Auserkorener ungeteiltes Lob bei allen Kameradinnen buchen konnte. Kurt war diesmal genau der gleichen Meinung wie seine Schwester und bot sich an, Michel in den freien Stunden allerlei juristische Kenntnisse beizubringen, die für einen hroßen Betrieb vonnöten waren. Aber ein solches Verfahren schien zu umständlich. Es konnte doch nicht ewig dauern, bis sich eine Spur fand, zumal man schon überzeugt war, der Anfang dieser Fährte liege bei Aenne Barkow. Kurz nach neun Uhr fand sich Michel wieder im Werk ein. Die Anmeldung war erledigt. Ein Zimmer würde er heute Mittag finden. Seine Wirtin sollte zur Erklärung hören, daß ihr Mieter für einige Wochen verreise, so daß er nach jeder Seite gedeckt war. Nur mußte man jetzt auch beim Aus- gehen mit Bärbel vorsichtig sein. Ein Dummer Zufall konnte sie mit der Barkow zusammenführen, die 'sicher sehr verwundert sein würde, ein verlobtes Mädchen mit dem neuen Volontär zu sehen. * Nachdem fast alle Beteiligten seit dem Tage der Verhandlung gegen den Werkmeister Möller ständig in Atem gehalten worden waren, trat nun eine Pause in der Flut der Ereignisse und Ueberraschun- gen ein, die aber keineswegs wohltuend wirkte, sondern die Spannung bis zur Nervosität ansteigen ließ. Michel wirkte von früh bis abends in der Kaf- parfchen Fabrik, steckte die Nase in jeden Winkel, beobachtete alle Menschen, die überhaupt verdächtig werden konnten, und fiel nach und nach allen zur Last, die an der ersten Besprechung teilgenom- men hatten. Obwohl Kammin befohlen hatte, Bericht nur nach der Ermittlung wirklich neuer Dinge zu erstatten, bildete sich der Brauch heraus, daß Michel jeden zweiten Tag früh zu ^Beginn de« Dunstes im Präsidium erschien und seine Eindrücke schilderte. Er wurde immer aufmerksam angehört, mit dem oder jenem Ratschlag versehen und zum Schluß freundlich entlasten. Der Kommissar drängte nicht und war auch keineswegs ungeduldig, weil keine Ergebnisse Vorlagen. Im Gegenteil ermahnte er seinen jungen Mitarbeiter zur Geduld und Zähigkeit. Kurt Eberhard traf sich sehr oft mit Aenne Barkow. Ohne daß er sich der Tatsache voll bewußt war, unterlag er allmählich einem gewissen Zauber des Mädchens, das stets gleichbleibend freundlich, jeder lauten Fröhlichkeit ober Mißmutsäußerung abhold, gerade wegen seiner abgeklärt wirkenden Ruhe auf den jungen Mann wirkte. Sie konnte gewandt auf jedes angeschnittene Thema eingehen, lächelte gern und oft in der Art gereifter Frauen, die überstandenes Leid mit Abgeklärtheit zu überblicken wissen, und war dabei alles andere als etwa welt- weise. lieber seine jungenhaften Scherze lachte sie verhalten und melodisch. Manchmal war sie verschlossen und zurückhaltend. Die Liebe mit all ihren tausend Zugehörigkeiten schien kein Gesprächsstoff zu fein, so daß sie sich nur aufs Zuhören beschränkte. Männer im Alter Kurts sind selten in der glücklichen Lage, ohne Widerspruch ihre Ideen entwickeln zu können. Wenn sie dann einen Menschen finden, der die Kunst des Zuhörens versteht, sind sie glücklich und verschwenden sich förmlich. Den reizvollsten Gegensatz zu solchen Stunden bildeten Unterhaltungen, in denen Aenne das Hauptwort führte. Stets handelte es sich aber dabei um Fragen, die ebenso gut von einem Manne hätten behandelt werden können, vielleicht eher zu einem solchen als zu einer Frau paßten. Er hörte bann nicht ohne Erstaunen, wie belesen sie war und wie treffend ihre Urteile bisher nie entdeckte Seiten an scheinbar altvertrauten Dingen aufzeigten. Darüber vergaß er mehr und mehr, welche Aufgabe ihn eigentlich zu diesem Mädchen geführt Hatto. Er suchte sie um ihrer selbst willen auf, sprach nicht in der Absicht, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, sondern gab sich dem Genüsse des Beisammenseins hin. Erst die Berichte, die er Bärbel und Michel erstatten mußte, führten ihn zum Ausgangspunkt zurück, wobei er sich jedesmal Mühe gab, die beiden anderen nicht merken zu lasten, daß die Entwicklung andere Bahnen einfchlug, als diese wünschten. Nachdem die Bekanntschaft eine Woche gewährt hatte, drängte Kurt halb unbewußt, halb wollend zu einer Erwiderung seiner Gefühle, und wenn sie nur eine vorläufige bedeuten würde. Wäre er Dabei mit kühler Ueberlegung vorgegangen, so hatte ihm der Verdacht kommen müssen, Aenne Barkow treibe seine Sehnsucht an, indem sie ihm ihre Zuneigung halb verweigerte und halb nachgab. Aber er war fern aller solcher Betrachtungen, sah nur noch das Mädchen neben sich, verlor sich im Banne keimender Hoffnungen und hatte schlaflose Nächte voll quälender Sehnsucht. Daß sie einige Jahre älter war als er, entschwand völlig feinem Bewußtsein. Sie war nur noch eine Frau, vielleicht die Frau für ihn schlechthin. Sie verlor die Härte um Mund und Kinn, wenn er Zärtlichkeiten ahnen ließ. Ihr Blick wurde dunkel und verschleiert. Manchmal zuckten ihre Finger und ballten sich zusammen. Die Stimme war tief und schwang wie ein Cello. Kühn gemacht, beugte er sich dann vor, nahm ihre Hand, streichelte über den auf dem Tisch liegenden Arm und wollte entscheidende Worte sprechen. Sobald es soweit war, zuckte sie zurück. Ihr Gesichtsausdruck wurde wieder kühl und herb. Sie wechselte unvermittelt das Thema, lehnte sich fest auf den Stuhl zurück und sah über Kurt hinweg, als sei er nicht vorhanden. Das machte ihn immer sofort nüchtern. Er nannte sich einen dummen Tolpatsch, der es nid)t verstehe, mit einer Frau umzugehen, und Minuten darauf schlug sein Herz heftig, weil die Verweigerung auch der kleinsten Annäherung seine Hoffnungen erst recht aufzustacheln vermochte. Nicht anders verhielt es sich mit den kurzen Spaziergängen, die sie unternahmen, bevor sie irgendwo einkehrjen, oder mit den Heimwegen im Dunkel der Somm-wabende. Sie schritt"», n"h-neinnnder durch Duft. Süße und warme Weichheit. Dann verlor sich der Abstand zwischen ihnen. Ihre Hände suchten sich, aber das Mädchen strebte in dem Augenblick von ihm fort, wo er im Begriffe war, seinen Arm um sie zu schlingen. (Fortsetzung folgt.) g.ji.-tfpott tzenborn-Steinberg — Naunheim; Wölfers- — Burgsolms; Gießen 1900 — SV. Großleiter in jenem Jahre von dem inzwischen verstorbe- Wettkämpfe beginnen am 15. Februar mir oen nen Museumsdirektor Prof. Kramer übernommen. Kreismeisterschaften der Turr^r in Heuchelheim, wurde 32 Jahre lang, bis zu dem im Jahre 1928 verbunden mit einem ^uhnenschauturnen am Nach- erfolaten Tode von Professor Kramer, war Ohr auch mittag. Der 22. Februar bleibt für den ^ebiet - diesem Museumsleiter ein treuer und °°rst°ndm-- °-ruI°ich« der HI. r°>. d°r m G.°tzen durch- '.ra jenen Museums. I Die Deutsche Arbeitsfront E NSG. „Kraft durch Freude' Kreisdiensstelle WjF Wetterau Am e über 0172 Es spielt: | Kaufgesuche"] aVUijU UvU iU kaufen nefud: Albach, den 13. Januar 1942. zu kaufen gesucht 166D 168 A Schrift!. Angeb. unter 0168 an den Gieß. Anz. 50 Jahre im Diente -es Overhe,fischen Museums. THEATER der Universitätsstadt Gießen geführt werden soll. Am 1. März finden die Mann- schaltskämvfe der Jungmädel und des BDM. und die Wettkämpfe der HI. im Gerätturnen statt. In der Geschichte dieser Kultureinrichtung, die auch für ganz Oberhessen besondere Bedeutung besitzt, hat sich Adam Ohr durch seine verdienstvolle Mitarbeit einen würdigen Platz erworben. In diesem Zusammenhänge sei erwähnt, daß das Oberhessische Museum mit den Gail'schen Samlungen nach einem Gesellschaftsvertrag vom 30. Dezember 1912 von diesem Zeitpunkt ab als eine G. m. b. H. geführt wurde, die sich aus der Gtadt Gießen, dem Oberhessischen Geschichtsverein und dem Geh. Kommerzienrat Dr. Wilhelm Gau zusammensetzte. Nach jenem Vertrag stellte die Stadt Gießen gegen Miete geeignete Räume für die Unterkunft der Sammlungen nebst Heizung und Beleuchtung zur Verfügung und legte die Mittel für ein angemessenes Gehalt zur Besoldung des Direktors der Samlungen vor. Seit 1. Juli 1936 ist das Oberhessische Museum in der alleinigen Ob- but der Stadt Gießen, die es als städtische kulturelle Einrichtung betreut. maschine nicht erforderlich. Meldungen unter Beifügung eines Lebenslaufs u. 177D a. d. Gieß.Anz. 1 Vogelsberger br.frischmelkende Aiehener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Derteilungsmarkt) in der Viehverstei- qerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 41,5 bis 45,5 Rpf., Bullen 39 bis 43,5, Kühe 22 bis 43,5, Färsen 39,5 bis 44,5, Kälber 20 bis 57, Schafe 20 bis 40 das kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,20 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,20, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,18, c (100 bis 119,5 kg) 1,14, d (80 bis 99,5 kg) 1,08, e bis f (unter 80 kg) 1,04, gl (fette Specksauen) 1,20, i (Altschneider) 1,18, g2 (andere Sauen 1,08. Marktverlauf: alles zugeteilt. Postsparkaffenbriefe gebührenfrei. Auf Wunsch aus Kreisen der Postsparer werden vom 1. Februar 1942 ab die Briefe der Postsparer an" das Postsparkassenamt in Wien bei Benutzung heim - —, Karben; Luftwaffe Gießen — Ehringshausen. Perfekte Hausschneiderin gesucht. Schr. Ang. unt. 0170 a. d. G. A. geteilt: Watzenborn-Steinber, Verdunkelungszeit: 14. Januar von 17.52 bis 9.21 Uhr. x Danksagung. WSÄ Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme inWort u. Schrift sowie für die Kranzspenden anläßlich des Heldentodes meines lieben hoffnungsvollcnMannes, unseres lieben Vaters, Sohnes, Bruders, Schwiegersohnes u. Schwagers Jakob Haas, Gefreiter bei einer Kraftfahr-Abteilung sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. In tiefer Trauer: Frau Anna Haas, geb. Langsdorf u. Kinder Karl und Helga, sowie alle Angehörigen. | Stellenangebote KMMümW sucht einen Mann zur Bedienung der Heizung. Schr.2lngeb.unt. 176D an d. G. A. Mittwoch, den 14. Januar 15 bis 17 Uhr Dornröschen Weihnachtsmärchen von Robert Bürkner. Preise von 0.30 bis 1.60 RM. Winterarbeit im JJÖBL Sportkreis Gießen. Tanzunterricht Am Montag, 19. Januar, 20 Uhr, beginnt ein neuer Tanzkursus Vorherige Anmeldungen erbeten Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31, Tel. 3835 121 v Ich will e Ins Feld • tu den Soldo. • len, um ihnen T Speisen, Ge- T franke, Rosier- T wasser heiß tu Z Nico Dostal aus seinen Operetten die schönsten und bekanntesten Melodien persönlich dirigieren, ein Ereignis das für unfere Stadt einen besonderen Heiz hat. Es spielt das Rhein-Mainische Landesorchester. Ferner wirken singend und tanzend mit Lilly Claus (Koloratursopran), Joop de Vries (Tenor) vom Stadttheater Düsseldorf und das Buffo- paar des Deutschen Theaters Wiesbaden Charlotte Schütze und Joe Ei b in g er. Der Abend verspricht den Besuchern einige schöne Stunden tm Bereich der heiteren Kunst. Landkreis Gießen. z Steinbach, 14. Jan. Morgen kann Frau Christina Clara Gerhard, geb. Schmidt, Witwe des am 29.3.1934 verstorbenen Karl Gerhard IV., ihren 8 2. Geburtstag feiern. Unsere besten Glückwünsche. Zwei gefährliche Verbrechen dmgfest gemacht. Danksa gung. Für die herzliche Teilnahme und die vielen Beweise der Liebe und Verehrung, sowie für die überaus zahlreichen Kranzspenden bei dem Heimgang unseres teuren Entschlafenen sagt herzlichen Dank im Namen aller Hinterbliebenen: Marie Wetter, verw. Christner. Gießen (Liebigstr. 67 II), den 13. Jan. 1942. Karten im Vorverkauf in der Kartenyerkaufsstelle der NSG. Kraft durch Freude, Gießen, Seltersweg 60, Fernsprecher 2141 ____________175 D XOST Das Rhein-Mainische Landes-Orchester Eintritt: RM. 3.60, 2.80, 2.20 und 1.30 Pfeiffer Apparatebau G. m. b. H. sucht Stenotypistin m. höh. Schulbild., mögt Abitur, f. interessante Arbeiten. Pcrsönl. od. schriftl. Bewerb, mit den übl. Unterl. erb. a. d. Personalabtlg. d. PleillerApparatebauG.iD.b.H. Wetzlar, Brühlsbaeh 17. 74d Inlelligente Frauen n.Mädchen ijX mit höherer Schulbildung vonBe- .... . . Hörde in Gießen gesucht. Kennt- lkk(irn£0QSD1616D niste in Stenogrnvlne und Schreib- Ä““u ubUJtpiuivu voller Mitarbeiter. In den Jahren 1904 und 1905 wurde das Oberhessische Museum vom Alten Rathaus am Marktplatz in das jetzige Heim im Alten Schloß am Kanzleiberg verlegt. Bei diesem Umzug aab es reichlich Arbeit, da im Laufe der Jahre eine große Fülle von Material der verschiedensten Art zusammenaetragen und aus dem Besitz des früheren Geh. 'Kommerzienrats Gail viele Stucke als Gailfche Sammlungen" dem Museum zur Verfügung gestellt worden waren. Alle diese Stacke, die zum'großen Teile mit besonderer Sorgfalt zu behandeln waren, wurden von Ohr in chr neues Heim gebracht. In der neuen Heimstatt des Oaer- hessischen Museums, im Alten schloß, half Adam Ohr in unermüdlicher Arbeitsfreude werter mit am Aus- und Aufbau des Oberhessischen Museums. Nach dem Tode von Professor Kramer stand er dessen Nachfolger in der Muleumsleitung, Professor Helmcke, bis zu dessen Rücktritt im Jahre 1933 zur S"ite. dann wirkte er unter Professor Richte r, dem Denkmalsvflcger für Oberhessen, und seit einigen Jahren unter der Leitung des jetzigen Museumsdirektors Dr. Krüger im Dienste des inzwischen räumlich und materialmäßig außerordentlich gewach- Lpd. Worms, 13. Jan. Ein Landwirt in Dit« telsheim (Kreis Worms) entdeckte in den gestrigen Abendstunden in seiner Scheune zwei junge Burschen, die dort ihr Nachtlager aufgeschlagen hatten. Der eine, her sofort flüchtig ging, wurde von jungen Leuten eingefangen, so daß beide der Gendarmerie übergeben werden konnten. Hier stellte es sich heraus, daß es sich um z w e i S ch w e r v erbrech e r handelt, die trotz ihrer erst 19 Jahre be« reits'acht und fünf Jahre Zuchthaus.zu verbüßen haben. Sie waren in Groß-Rohrheim in einem Lager untergebracht und bei Außenarbeiten ausgerückt. Auf ihrer Flucht hatten sie in Winternheiin einen Einbruch verübt und dort auch eine Scheune in Brand gesteckt. Auch im Nachbarort Dorn-Durk-' heim verübten sie Einbrüche nach Kleidungsstürlen und Nahrungsmitteln, bis sie in Dittelsheim, wo sie ebenfalls Nahrungsmittel und eine Geldbörse gestohlen hatten, festgenommen werden konnten. fiauhÜAnftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter de« tzauptschriftleit-rs: Emst Blumichein. Kcrnntroorthd) für unb Bilder: Tr. 5r. W. Lansie; sur das Feuilleton: Dr. Hans Thynot, für Stabt Gießen, Provinz, Wirtschaft.». Sport: Emst Alumschein Druck und Berlaq: Brnhlsche Umversitaisdruckerei R. Lange K.G. Dermgsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: An^igenletter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.^r.6. machen. Esbih £ ® Trocken-Brennstoff ist käuflich in G x einschl.Geschäften.Pckg.20Tabl. G ? Zum Feldpostversand zugelassen. • • Bezugsquellen-Nachweis durch : * • HERST. ERICH SCHÜMM • STUTTGARLW109 Am morgigen Donnerstag, 15. Januar, kann der Rentenempfänger Adam Ohr, Landgraf Philipp- Platz 8 wohnhaft, auf eine 50jährige XatigCeit als Museumsdiener des Oberhessischen Museums in Gießen zurückblicken. Der Jubilar, der am 20. Dezember vorigen Jahres 77 Jahre alt geworden ist, hat die Entwicklung unseres Oberhessischen Museums aus den bescheidensten Anfängen bis zu seiner heutigen Bedeutung miterlebt und sich tm Laufe der fünf Jahrzehnte so stark m diese Tätigkeit vertieft, daß ihm das Museum zu einem kostbaren Stück seines Lebens geworden ist. Beruflich war der Jubilar 38 Jahre lang, bi- -um Jahre 1929, als Sortierer in der Gaillchen Ziegelei tätige aus der er im Alter von 65 Jahren ausschied. Lurch (einen Schwiegervater, den sruhe- ren Bademeister und Museumsdiener Wilhelm Schm all, kam Adam Ohr, ein geborener Gieße- ner schon in jungen Lebensjahren mit dem nn Jahre 1879 vorn Oberhessischen Geschichtsverem und von Universitätsprofessor Gareis und dem ehemaligen Oberlehrer Professor Buchner gegründeten bzw. betreuten Oberhessischen Museum m Berührung. Damals war das Museum, das bis zum Jahre 1896 von Professor Buchner geleitet wurde, im Alten Rathaus am Marktplatz untergebracht. Räumlich ging es sehr bescheiden Her, denn sur das Museum war nur ein Zimmer mit einem Lisch und zwei Schränken vorhanden, in dem die damaligen Museumsschätze untergebracht waren; an den Vonntagnachmittagen kam noch das angrenzende Ortsgerichtszimmer, die sog. Kapelle, hinzu, m dem kirchliche Museumsstücke, Bauerngeschichten usw. aufbewahrt wurden. Die Arbeit des Museumsdieners war damals also nicht allzu umfangreich. Im Januar 1892 übernahm Adam Ohr die Nachfolge seines Schwiegervaters als Müscums^ener. Bis zum Jahre 1896 arbeitete er mit Professor Buchner zusammen, dessen Amt als Museums- Montgg, den 19. Januar, 19.30 Uhr, im „Gloria-Palast“ Großer Operettenabend ICO DOSTAL dirigiert persönlich die schönsten und bekanntesten Melodien aus seinen Operetten „Clivia“ — „Die Vielgeliebte“ — „Extrablätter“ — „Monika“ „Die ungarische Hochzeit“ usw. Es singen und tanzen: Lilly Claus, Koloratursopran Joop de Vries, Tenor, vom Stadttheater Düsseldorf und das ausgezeichn. Buffopaar d. Deutschen Theaters Wiesbaden: Charlotte Schütze und Joe Eibinger ukazIz. TomZM w« die deutsche Industrie an neuen Materialien schuf und was das deutsche Handwerk an Gebrauchsartikeln daraus herstellte, kann sich in der Welt gehen lassen ... nur im Vaterlande selbst war es oft schwer, ' diesem Neuen Eingang zu verschaffen ... bis der Mangel zur Verwendung zwang. Und siehe da: Man entdeckte, daß das Neue gut war. Und dennoch gibt es heute noch einige, die da glauben : was früher aus Wolle war, müßte auch heute aus Wolle sein ... und was einstens aus Seide war, könne heute nicht aus Kunstseide sein. Diese Mitbürger — es sind nur wenige — möchten wir gern praktisch von den besonderen Werten neuer Materialien über* zeugen.. .von Vorzügen, die diesen Zweiflern und Ablehnern nur zum Vor* teil gereichen können. Wer also Saulus war und bereit ist, nun Paulus zu werden, der komme getrost zu uns: wir tun unser Bestes! Weiterhin beabsichtigt die Kreisführuna, etwa an 15 größeren Orten des Sportkreises Bühnenveranstaltungen durch Zuteilung von Dorsührungs- gruppen zu unterstützen ober auch vollständig durchzuführen. Die Vorarbeiten hierfür sind ausgenommen, schon im Januar werden die ersten Deran- taltungen durchgeführt. H. Fußball in Heffen-Aaffau. Die vierte Tschammer-Pokal-Runde. Die vierte Spielrunde um den Tscharnrner-Pokal in Hessen-Nassau, die am 25. Januar ausgetragen wird, wurde vom Gausportwart u. a. wie folgt ein- Die Veranstaltungen am 3. und 4. Januar in Gießen haben dem Sportkreis einen Höhepunkt turnsportlichen Lebens gebracht. Nun läuft die gewohnte Arbeit für die deutschen Leibesübungen planmäßig weiter. Im Vordergrund steht nach wie vor die Förderung des Nachwuchses, die Lehrgangsarbeit, um den Vereinen und Gemeinschaften die Möglichkeit zur Breitenarbeit zu geben. Den Auftakt übernahm am Sonntag das Fachamt Turnen mit einer Schulung der Turnwarte und Vorturner, die Kreismännerturnwart R e u - t e r in Anwesenheit von Sportkreisführer Stein und Kreisfachwart Daupert in Gießen durchführte. Nach einer kurzen Eröffnung, dem Grug an Führer und Wehrmacht und dem Lied „Auf hebt unsre Fahnen" begann die Arbeit mit einer Körperschule, die zugleich zu einer Vorfuhrungs- gruppe zusammengestellt war. Bei der Erarbeitung der Pflichtübungen an den Geräten für die Kreis- meisterschaften standen dem Turnwart die Lehrwarte Lettin und Herbert helfend zur Seite. Zum Schluß wurde auf die nächsten Lehrgänge der Turner und auf die Wettkämpfe hinaewiesen. Am 25. Januar findet ein weiterer Lehrgang für Turnwarte und Vorturner in Gießen statt, zu dem die nicht vertretenen Vereine nochmals eingeladen werden sollen. Am 1. Februar werden gemeinsam mit der HI. in einer Schulung die Hebungen für die Bannmeisterschaft im Gerätturnen nochmals durchgearbeitet. Die Turnerinnen beginnen am 25. Januar mit einem Lehrgang für Abteilungsleiterinnen, dem am 8. Februar eine Leistungsschulung und Uebungsstunde für die Kreisvorführungsgruppe der Turnerinnen folgt. Die Wettkämpfe beginnen, am 15. Februar mit den Stoffspezialhaus BERNARD & SOHN GIESSEN, Plockstraße 14-16 Für Mmbellen tätlich einige Stunden jemand gesucht. Schriftl. Angebote unter 0179 an d. G.A. Suche zuverläss. Hausgehilfin evtl, auch tags- 18.30 bis 21.45 Uhr IS.Mittwochmie te u.HalbmieteB Der Zarewitsch Operette von Franz Lehär. Preise von 0.90 bis 8.60 RM. 118V Am 22. Februar findet die fünfte Spielrunde statt. Die Gauliga greift bekanntlich erst zu Beginn der Hauptrunden ein, deren Termin auf den 19. April, 17. Mai und 14. Juni anberanmt wurden. * Watzenborn-Ziemberg I — VC. Sinn I 0:0. Zu einem wenig interessanten Spiel kam es am vorigen Sonntag in Watzenborn-Steinberg. Sinn, vergeblich auf zwei Spieler wartend, verzichtete freiwillig auf die Punkte und trat dann zu einem ein- ftünbigen Gesellschaftsspiel an. Die Einheimischen mußten auf die erkrankten Spieler Fett und O. Burger verzichten, hatten dafür aber die Urlauber Schmitt und Wehrum zur Stelle. Sinn stellte sich nur auf Verteidigung ein und hatte so fast stets alle Spieler im eigenen Strafraum. Daher war dieses Spiel eine zu einseitige Angelegenheit. In Tores- nähe kam der einheimische Sturm wegen der massiven und aufopfernden Abwehr der ©inner nicht zum Torschuß, und mit Weitschüssen war dem Torhüter nicht beizukommen. Selbst Mittelläufer Hed- rich und Verteidiger Schmandt tauchten öfters im Sturm auf, doch auch sie konnten den Bann bei dieser vielbeinigen Verteidigung nicht brechen. Schiedsüchter Hofmann (Gießen-Wieseck) hatte so ein leichtes Amt. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß wurde uns gestern abend 11% Uhr plötzlich und unerwartet unser einziger heißgeliebter, hoffnungsvoller Sohn und Enkel Werner nach kurzer, schwerer Krankheit im zarten Alter von 5% Jahren durch einen sanften Tod entrissen. In tiefer Trauer: Familie Ernst Müller, Schuhmachermeister und Angehörige. Heuchelheim, den 13. Januar 1942. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 2 Uhr, vom Trauerhause Ludwigstr. 5 aus statt. __169 P Dr. Gonter, Seltersweg 75 Putzfrau gesucht, täglich 2—3 Stunden oder 2 mal wöchentlich 170P Liebigstr. 58 I Elmshansen bei Bensheim Tel. 263 Bensh. Radio Klein- od. Volks- emvfänger. geg. bar zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 0166 an den Gieß. Anz. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 | Verschiedenes | Kaufmann bilanzsich. u. mit Steuerangelegenheitvertrant, emvfieblt sich für einige Stunden wöchentl. z.Bei- tragv.Gesch.Eücb. Schr. Ang. unt. 0176 a. d. G. A. Dunkelblauer fiiaoer- üoiinontfdiul) im Eichgärtenweg (Pestalozzl- schule) gesunden Abzuholen in der Geschäftsstelle. Schwarzer Hood mit rotem Halsband entlaufen. Abzugeben geg. Belohnung Ioi78 Schanzenstr. 16 bei Kreß. üefieüli. iMoriisge der üniversilät Mittwoch, 14. Januar, 20.15 Uhr Fortsetzung der Reihe „Englische Schlagworte und Sprache derTatsachen** Hörsal 34 der Universität. 01M Heizer gesucht sowie Putzfrau für vormittags. tisD Parfümerie Doll Wetze«, Marktstr. 28. Tel. 8795. | Verkäufej WesöosE neu, für zierliche Figur, zu verkaufen. 0169 13-14 Uhr Fröbelstratze 33 Soülenniflntel fast neu, 0177 Gr. 40'42, noch zu verkaufen. Anzusehen von 13-15 und nach 18 Uhr Neustadt 27 I der amtlichen, am Postschalter erhaltluhen Postspar- kassen-Briefumschläge gebührenfrei befördert Um klarheit besteht vielfach noch über die Gutschrift der Zinsen in den Postsparbüchern. Die Zinsen für Em- lagen bei der Postsparkasse, die bekanntlich 2% v. H. betragen, werden dem Postsparkonto des Sparers zu Beginn jedes Jahres gutgeschrieben und als Einlage verzinst. Uebersteigen die Zausen den Betrag von 50 RM. so übersendet das Postsparkassenamt in Wien dem' Sparer ohne Aufforderung eme Zm- senanweisung, die zur Eintragung in das Postspar« buch an) Postschalter vorzulegen ist- • ' * ** Operettenabend mit Nico DostaI durch „KdF.". Arn kommenden Montag, 1-9. Ia nuar (nicht am 26. Januar, wie vor einigen Tagen infolge eines Irrtums befanntgegeben worden war) bereitet die NSG. „Kraft durch Freude", Kreisdienststelle Wetterau, den Freunden der Operette einen besonderen Abend. An diesem Tage wird z. kaufen gesucht. Schr. Llng. unt. 0175 a. d. G. A. Klavier zu kaufen gesucht. liiesD G. Ebert, Klaviermacher, Blei chstra sie 17 2 kessel W WenWelt Si. Angeb. unter 0173 an den Gieß. Anz. Zu kaufen gef.: ^inderbcttstelle, etwa 1.50 Mtr., kleiner Rodel- schlitten,§Hndcr- fkifchuhe,Gr.33, M °§chuhe,Gr37 Krau Brill, Jriedrichstr. 55. Wau für die Abendstunden werktäglich gesucht. 174D Wener Anzeiger Schulstraße 7. Putzfrau l zur täglichen Reinigung des Ladens gesucht. FranzBogtL'^o Seltersweg 44 Putzfrau für mehrere Stunden a.Tage gesucht. [67D Blockstraße Qp. | Mietgesuche 3—4-Zimrner- Wohnung alsbald od.später gesucht. Schr. Ang. unt. 0164 a. d. G. A. GesWsiStzW evtl, mit Garten -.H'Temvet.