192. Jahrgang ttr.no Erscheint täglich, nutzer Sonntags und feiertags Beilagen: Gtehener kvamilienblätter Heimat iniBild-DieScholle Berugsvreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Posts djetf 11686 Franks./M. Metzener Anzeiger vrühlfcheUniverfttatrdn«kerriR.Lcmge General-Anzeiger für Oberhessen Gietzen^chulftrahe 7-y Mittwoch, 13. Mai l-42 Annahme von Anzeigen > für bie Mittagsnummer bis 81/, Uhr desVormittagS Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseMengenstaffelL Plahvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25*7« mehr Tschiangkaischeks Fehlspekulationen. Von unserem B.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Bangko k, im Mai 1942. Es bedurfte gar nicht der katastrophalen militärischen Niederlagen der so „uneigennützigen Freunde" des Tschungking-Regirnes (Niederlagen, die durch die Etappen Hongkong, Singapur, Nieder- ländisch-Jndien und jetzt schließlich Burma gekennzeichnet wurden), um schon vor Wochen und Monaten zu erkennen, daß sich das Verhältnis zwischen Tschungking und den Alliierten grundlegend gewandelt hat. Die verschiedenen energischen Vorstellungen Tschiangkaischeks in Washington, die Reisen, die der Marschall teils allein, teils mit seiner politisch außerordentlich klugen und interessierten Gattin während der Cripps-Mission nach Indien und Burma unternahm, stellen im Licht der Katastrophen von Lashio und Mandalay gesehen, nur weitere Stufen auf dieser Leiter dar, auf der die Tschungking-Regierung von ihren Hochgespann, ten Erwartungen allmählich aber sicher auf die Ebene eines sehr kühlen und sehr — begründeten Mißtrauens herabstieg. Der Brief, den Frau Tschiangkaischek in dem „New Bc>rk Times Magazine" veröffentlichte und eine geharnischte Abrechnung mit der historisch einmaligen imperialistischen Politik der großen Raubstaaten gegenüber China darstelkte, war noch vor dem jetzt eingetretenen endgültigen Zusammenbruch der britischen Burmafront geschrieben. Er war auch ohne die inzwischen eingetretene Tatsache, daß japanische Truppen von Burma aus auf chinesisches Gebiet vorgedrungen sind und an der Grenze Indiens stehen, für die Demokratien bitter genug und ist daher auch in London sorgfältig verschwiegen worden. Was Frau Tschiangkaischek der anglo-amerikanischen Raubgier und Ueberheblichkeit ins Stammbuch schrieb, stellt eine einzige Ohrfeige für die unver- yüllten Kolonisierungsbestrebungen sowohl der Vergangenheit als auch der Gegenwart dar und darf als zuverlässiger Gradmesser für die augenblicklich in Tschungking herrschende Stimmung aufgefaßt werden, und zwar für die Stimmung Tschiangkai- scheks selbst. So aufschlußreich dieser Brief auch ist, so wäre es doch falsch, daraus zu folgern, daß Tschiangkaischek die Summe aus den Erfahrungen mit den Demokratien zieht und zu Einsichten kommt, von denen er sich seit den Schüssen aus der Marco-Polo- Brücke im Jahre 1937 so weit entfernt hat, daß eine Umkehr zwar möglich -ist, aber aus dem ganzen bisherigen Verhalten Dschiangkaischeks nicht ohne weiteres geschlossen werden darf. Es ist das historische Versagen dieses zweifellos bedeutenden Militärs und feine Tragödie, daß er sich von dem entscheidenden Satz des großen chinesischen Revolutionärs und Erneuerers Sun Pat Sen in verhängnisvoller Weise entfernte. Dieser Satz lautete: „Es gibt ohneJapan kein China, und es kann auf die Dauer ohne China kein Japan geben." Sun $at Sen hat zweifellos sowohl beim westlichen Denken Anleihen gemacht, als er auch versuchte, mit der bolschewistischen Doktrin Fühlung zu bekommen. Aber es steht auch ohne Zweifel fest, daß der Gründer der Kuomintang kurz vor feinem Tode ahnte, daß er mit diesen beiden Experimenten einen für China verhängn^oollen Weg beschritten und einer groben TäusciMng anheim gefallen war, denn die Grundlage des staatsmännischen Denkens Sun Dat Sens war die Erkenntnis, daß sowohl der Bolschewismis als der westliche Kapitalismus einer eigenständigen chinesischen Entwicklung äußerst schädlich sein müsse. Hier muß ein Ereignis in das Gedächtnis zurückgerufen werden, das künftigen Geschichtsschreibern der jetzigen Epoche des uralten chinesischen Reiches vielleicht einmal als Schlüssel der Gesamtentwicklung dienen dürfte. Das ist bie Trennung Tschiangkai- scheks von einem anderen bedeutsamen Schüler Sun Vat Sens, dem heutigen Präsidenten Nationalchinas, Wangtschingwei. Dieser „zweite Mann" Chinas war es, der 1932 eine entscheidende politische Wandlung durchmachte, die vielleicht Sun Pat Sen ihm noch beispielhaft vorgelebt hätte, wenn er nicht allzu früh verstorben wäre, so früh, daß er die staatsmännischen Konsequenzen aus der Einsicht, groben Täuschungen erlegen zu sein, nicht mehr ziehen konnte. Wangtschingwei jedenfalls wurde 1932 aus einem finksradikalen und japan- feindlichen Politiker ein Mann, der mit großem persönlichen Mut und als der beste Redner unter 400 Millionen Chinesen die Auffassung vertrat, daß China nur durch eine enge politische Zusammenarbeit mit Japan in einen neuen Abschnitt seiner alten Geschichte geleitet werden könnte. Als Tschiangkaischek im Januar 1936 den Haftbefehl gegen Wangtschingwei ausstellte, also gegen einen Politiker, der bereits unter Sun 5)at Sen sowohl wie unter Tschiangkaischek zweimal an maßgebender Stelle der chinesischen Politik gestanden hatte, entschied er sich innerlich nicht für den politischen Vealismus Wangtschingweis, der zweifellos weniger Soldat als Intellektueller ist, sondern handelte als Feldherr und Marschall, mit einem Wort: a l s Militär! Es muß noch einmal seine persönliche Tragik genannt werden, daß er als solcher auf einen Pfad geriet, der ihn bald in eine ausweglose Situation verstrickte. Tschiangkaischek vertraute zu sehr den nordamerikanischen Versprechungen, nahm die von den USA- Militärberatern vorgelegten Rüstungsstatistiken als bare Münze an und mußte zusehen, daß die wehr- geographischen Tatsachen, unter deren Voraussetzung er den Krieg mit Japan begann, durch die meisterhafte japanische Strategie ad absurdum geführt wurden. Solange die Burmastraße einen ernst- zunehmenden Faktor in den militärischen Berechnungen des Marschalls bildete, konnte er sich der Illusion hingeben, daß seine Strategie doch einmal noch zum Erfolg führen müßte. Es war aber trotz allem eine Illusion, da es immer offensichtlicher wurde, daß Tschiangkaischek völlig in den Händen der Politiker des Weißen Hauses in Washington mar, deren Kurzsichtigkeit in bezug auf das japanische Potential in diesen wenigen Monaten geradezu sprichtwörtlich geworden ist und als solche auch in bie Geschichte eingehen wird. Tschiangkaischek hatte sich in die Hände derer begeben, von denen seine Frau in ihrem anklagenden Brief jetzt offen aus- sprach, daß sie niemals bie Freunbe, fonbern immer Die Feinde und Ausbeuter Chinas gewesen sind. Zudem haben die Japaner es in wahrhaft grandioser Weise verstanden, die ein gestandenen oder un- eingeftanbenen Spekulationen Tschiangkaischeks auf bie Zeit und den grenzenlosen Raum Chinos durch ihre überlegene strategische Planung und durch die schonungslose Enthüllung des nordamerikanischen und englischen Bluffs im Raum des Pazifischen und Indischen Ozeans zuschanden werden zu lassen. Was, Tschiangkaischek vielleicht noch vor fünf Monaten als eine scheinbar unbegrenzte Frist zur Erreichung des Sieges erschien, nämlich die Spekulation, daß selbst bie geballte militärische Kraft Japans einmal Oer Wehrmachtbericht. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 12.2Hai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Halbinsel Kertsch sind deutsche und rumänische Truppen, von starken Kräften der Lust- mässe unterstützt, am 8. Mai zum Angriff ange- treken. Die Schlacht ist seitdem in vollem Gange. Bei der Bekämpfung von Schiffszielen in den Gewässern der Halbinsel Kertsch und vor der Südostküste des Asowschen Meeres versenkte die Luftwaffe zwei Transportschiffe mit zusammen 5000 BRT. sowie mehrere kleine Fahrzeuge. Lin weiteres Handelsschiff wurde beschädigt. An der übrigen O st f r o n t scheiterten vereinzelte Vorstöße des Feindes. Angriffs- und Stoßtrupp- unternehmen deutscher, kroatischer und rumänischer Truppen waren erfolgreich. In Lappland und an der Murmanfront wurden vereinzelte Angriffe schwächerer feindlicher Kräfte abgewiesen. DRV....., 12. Mai. (PK.) Die deutsche Luftwaffe holt aus zum ersten starken Schlag in diesem Frühjahr. Seit der ersten Stunde des Angriffs haben unsere hier auf engstem Raum zusammengezogenen Luftwaffenkräfte die unbeschränkte Luftherrschaft, auch kilometerweit hinter den Linien. Bombentrichter reiht sich an Bombentrichter. Der Flieger Habben Eindruck, als steche er in einem Ameisenhaufen, so dicht liegen die jowjetischen Feldstellungen: Loch an Loch, Graben an Graben. Auf Straßenkreuzungen hinter der Front flauen sich die Lastkraftwagen, die von den Fahrern panikartig verlassen worden find. Andere Kameraden melden durch die Bordoerständigung, daß sie vereinzelte Ueberläufer gesehen haben, andere beobachten bie eigene Infanterie in zügigem Vorgehen. Verlassene oorbere Sowjetstellungen zeigen besonbers beutlich bie Wirkung der rollenben Angriffe. Geschützrohre, bie kein Mann mehr bebient, starren gen Himmel. Aber bie Bolschewisten wehren sich verzweielt ihrer Haut. Zwar läßt bas Feuer ber schweren Flak an einigen Stellen etwas nach, boch aus allen Erblöchern flitzen bie Maschinengewehrgarben unb Gewehrgeschosfe herauf. Es gibt Treffer in bie beutschen Maschinen. Zwei Kameraben blieben heute weg. Die feinbliche Flak traf sie kurz vor bem Sturz. Aber weit mehr als 2000 Stukabomben zersprengten bie ersten sowjetischen Linien, brachen ber Infanterie bie Bahn. Der Riegel von Kertsch sollte uneinnehmbar sein, boch bröckelt er schon bedenklich am ersten Tage des deutschen Angriffs. Kein Sowjetflugzeug darf die deutschen Linien erreichen, lautete die Parole. Hier zeigte es sich, welche Kräfte in den deutschen Einheiten stecken, die den Gegner in Stunden vollkommen ausschalteten: Die Halbinsel Krim, die selbst nur durch bie schmale Landenge von Perekop mit dem südukrainischen Festland zusammenhängt, hat nach Osten hin eine Fortsetzung: das ist die Landzunge von Kertsch. Hier tobt seit dem 8. Mai die Schlacht. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, daß es eine örtlich begrenzte Schlacht ist. Die Bolschewisten haben sich nordöstlich von Feodosia etwa dort festgesetzt, wo die Halbinsel insel Kertsch an die Krim anschließt. Die Entfernung nach ber Doppelstabt Kertsch-Jenikale beträgt rund 80 Kilometer. Das Gelände ist zunächst step- pig, wird allmählich von Hügeln, Salzseen, auch Schlammvulkanen belebt unb geht unmittelbar vor der Ostküste, wo die 40 Kilometer lange unb 4 bis 7 Kilometer breite Seestraße von Kertsch bas Asow- sche mit dem Schwarzen Meer nerbinbet, in ein Hügelland über. Kertsch und bas 11 Kilometer entfernte Jenikale sind alte Seefestungen, die bie Bolschewisten seit Jahren auch gegen bie Londseite — über bie zur Zarenzeit schon vorhandenen starken Erbwälle hinaus — intensiv ausgebaut haben. Die Bolschewisten hatten im Lause des Winters Zeit und Gelegenheit, die nur etwa 20 Kilometer breite Landenge, bie bei Parpätsch im chinesischen Raum versickern uyb an dem chinesischen Zeitmaß zerschellen würde, ist heute bestenfalls eine Gnadenfrist geworben, die kaum ausreichen dürfte, daß der Marschall fick) auf die wahren Erkenntnisse Sun 5)at Sens besinnt und daraus politische Konsequenzen zieht, die sein einstiger Mitarbeiter unb heutiger Gegner Wangtschingwei bereits vor sieben Jahren zog. Tschungking steht jedenfalls heute vor der Tatsache, von allen Zufuhren abgeschnitten zu fein, keine nennenswerten Reserven mehr zu haben, wertvollstes Kriegsgerät den Japanern überlassen zu müssen und „Freunde" zu besitzen, die sich bisher als krasse Egoisten und durch die Ereignisse der letzten Tage als außerordentlich bedrängte Rückzügler erwiesen haben, die froh sind, wenn sie ihre eigene Haut retten können. Wer weiß, was die Engländer und Nordamerikaner Tschiangkaischek angesichts dieser Lage noch politisch unb militärisch zu muten. Die harte Wirklichkeit, die auf die abgeschnittenen riesigen Nachschublager im besiegten Burma unb auf die militärische Unfähigkeit der „Freunde" hinweist, dürfte vielleicht jetzt, wo es fast zu spät ist, doch I eine härtere und machtvollere Sprache sprechen. Aber nod) ist die Frage berechtigt: „Was wird aus I Tschiangkaischek?" Auf Malta bombardierten deutsche kampfflie- gerkräfte trotz schlechter Wetterlage weiterhin mit guter Wirkung die Flugplahanlagen der Insel. 3m Seegebiet südlich Kreta griffen Kampfflugzeuge in mehreren Wellen einen von Aufklärungsflugzeugen festgeftellten Verband von vier britischen Zerstörern an. Sie versenkten durch Vom- benvolltrefser drei der feindlichen Kriegsschiffe, während in Luftkämpfen zwei britische Flugzeuge, die den Flotlenverband sichern sollten, abgeschossen mürben. Eigene Flugzeuge gingen bei diesem Angrif nicht verloren. Vor der niederländischen Küste griffen drei britische Bomber vom Muster Hudson ein deutsches Geleit an. Alle drei feindlichen Flugzeuge wurden, ohne Bombentreffer erzielt zu haben, von den Geleitfahrzeugen der Kriegsmarine abge- schossen. 3n der Zeit vom 1. bis 10. Mai verlor die britische Luftwaffe 161 Flugzeuge, davon 32 über dem Millelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 42 eigene Flugzeuge verloren. „Wir haben sie zerstampft", meldet ein Oberleutnant bem Kommodore, als er von einem Einsatz zurückkehrte. 25 Me waren auf ungefähr die gleiche Anzahl sowjetischer Maschinen gestoßen. Ein Gegner nach bem anderen purzelte vom Himmel. Zwei Ra- tas versuchten, als bie Sache für sie aussichtslos mürbe, ihr Heil in ber Flucht. Aber ehe sie ent« wetzen konnten, war bie Meute der Me’s hinter ihnen her, bis auch sie brennenb zu Boben gingen. Kein Sowjetflieger erreichte feinen Heimathafen roieber. 36 Maschinen würben abgeschossen ohne eigene Verluste. Kann es ein besseres Zeugnis für die beutsche Luftwaffe geben, wenn einmal acht Deutsche gegen 20 Sowjets, bann 16 gegen 25 unb schließlich sogar 16 gegen 70 so erfolgreich sind? 75 Abschüsse am Tag bei einem eigenen Verlust im Luftkampf. Schützenkönig würbe ber Leutnant D., der elf Gegner an einem Tage ab schoß unb damit feinen 63. bis 73. Abschuß erzielte. Leutnant G. war achtmal erfolgreich (79. bis 86. Abschuß), Feldwebel St. holte sieben Gegner herunter (52. bis 58. Abschuß), Oberleutnant F. wurde nach seinem Erfolg abgeschossen, erreichte aber wohlbehalten feine Einheit unb war bereits wenige Stunden später Sieger in vier neuen Lustkämpfen. Auch jüngere Jagdflieger standen ihren erfahreneren Kameraden wenig nach. Der zweite Tag brachte nicht weniger erfreuliche Ergebnisse. Bei geringsten eigenen Verlusten wurden bis in bie frühen Nachmittagsstunben 36 Sowjets abgeschossen, unb noch immer kehren wackelnb unsere Me zurück. Wo deutsche Jäger in starker Zahl zum Angriff ansetzen, ist kein Kraut zur erfolgreichen Gegenwehr gewachsen. bie Halbinsel Kertsch mit der Krim verbindet, auf bas Schwerste z u befestigen. Die Haupt- unb Hafenstabt ber Halbinsel, bie über 100 000 Einwohner zählenbe Stabt Kertsch mit ihren Stahlwerken, Waffenfabriken unb Flugzeugwerken war bas Arsenal für bie Ausrüstung ber bolschewistischen Truppen und Kampst'tellungen. Die Bolschewisten haben in den letzten Monaten zahlreiche, wenn auch völlig vergebliche Angriffe unternommen, um die Krim zurückzuerobern. Nachdem am 18.1. Feo- bofia in kühnem Zugrist dem Feinb entrissen worben war, traten die Bolschewisten am 26. 2. hier unb vor Sewastopol zum Angriff an. Schon nach wenigen Tagen erlahmte infolge ber ungewöhnlich hohen Verluste an Menschen und Material die Kraft des Feindes. Nach Beendigung ber Schneeschmelze und Abtrocknung des Geländes hatten bie Bolschewisten bie Parpatsch-Stellungen auf bas stärkste ausgebaut, damit diese sowohl als Basis für ihre Angriffe bienen könnten, als auch bei einem etwaigen beutschen lieber- raschungsangrist den Wiberstand ber feindlichen Truppen erleichtern sollten. Hinter einem breiten Panzerabwehrgraben war ein ,ftarte5z tief geglieder- Oer Führer als Feldherr. 3m „Völkischen Veobach ter“ schreibt der Oberst des Generalstabes, Walter S ch e r f f, Chef der kriegsgefchichtlichen Abteilung des Oberkommandos der Wehrmacht, einen Aufsatz „Die große Bewährung“, dem wir folgende Stellen entnehmen: „Weite Kreise des deutschen Volkes zeigten sich aufgeschlossen, als Reichsmarschall Hermann Göring am 20. Mai 1940 die geniale Feldherrnkunst des Führers in den Mittelpunkt seiner bekannten Betrachtungen über die Kriegslage stellte. Unb doch gab es Zweifler, bie selbst bann noch von Byzantinismus sprachen, als — mitten im siegreichen Verlauf des Balkanfelbzuges — bie deutsche Presse am 20. April 1941 bas Felbherrntum des Führers gebührend zu würdigen sich bemühte. Ja, sogar die gewaltigen Erfolge des Ostfeldzuges 1941 reichten noch nicht aus, um hierin letzten Wandel zu schaffen. Gerade solche Menschen, die sich vermöge ihrer Bildung feste Vorstellungen über Felbherrntum unb Kriegführung geschaffen hatten, fiel es zum Teil schwer, an bas Phänomen zu glauben, bas sich in ber Felbherrngestalt Adolf Hitlers verkörpert. Sie waren bereit, im Führer die ideale Zusammenfassung aller Kräfte der Kriegführung anzuerkennen. Felbherrntum war für sie aber doch etwas anderes. Ihr ressortmäßiges Denken wurde davon beeinflußt, daß die großen Schlachtpläne ber neueren Zeit nicht vom Obersten Kriegsherrn, sondern von Männern wie Moltke, Schlieffen, Hindenburg und Ludendorff entworfen wurden. Man wußte, baß diese als Feldherren in die Geschichte eingegangen sind, obwohl sie nur Generalstabschefs waren. Der Begriff ber Feldherrnleistung war mit der geheimnisvollen Vorstellung technischer Meisterschaft verwoben, wie sie nur in jahrzehntelanger, arbeitsreicher Laufbahn im Generalstab erworben werben kann. Daher glaubte man auch leichter an Hintermänner" ober anonyme Institutionen als an bas Ungewöhnliche, unfaßbar Große, an bas Schöpferische, das immer einmalig unb neu ist. Nun weiß jeder, ber bas Glück hatte, den Führer im Rahmen feiner militärischen Arbeit zu erleben, baß sein Wissen unb Können auf diesem Gebiet über jeden Zweifel erhaben sind. Sein Genius ist es, der sowohl organisatorisch wie taktisch und operativ alle Feldzugpläne von Grund auf beeinflußt und ihre Durchführung beherrscht. Immerhin konnte man — und nicht mit Unrecht — einwenben, daß ihm ein Führungsapparat zur Verfügung steht, wie er bei unseren Feinden nirgends auch nur in ähnlicher Hochwertigkeit zu finden ist. Der Führer selbst hat ihm oft genug öffentliches Lob gezollt. Und doch gibt es in jedem großen Kriegsgeschehen Entschlüsse, die weder rein technisch bewältigt noch mit anderen geteilt werden können. Es sind die großen Augenblicke echter Felbherrnbewährung, m denen höhere Eingebung, bas Vertrauen auf bas eigene Können, unb bie Macht der Persönlichkeit allein in der Lage sind, bas Schicksal zu meistern. Ein solcher Augenblick war gekommen, als Anfang Dezember 1941 ber außergewöhnlich frühe Kälteeinbruch unsere Truppen knapp vor Moskau überraschte und in eine äußerst kritische Lage brachte. Unter einem für europäische Begriffe unvorstellbaren Bluteinsatz unb alle Vorteile des eige- tes Stellungsfystem angelegt. Die Kampfstellungen, Unterkünfte unb Bereitstellungsräume waren mit frischen Divisionen aufgefüllt. Große Mengen von Munition, Artillerie unb Panzern standen bereit. Alles ist auf hinhaltenben Wider- ftanb eingerichtet, wobei die bolschewistische Führung ihre Hoffnung daraus setzte, aus bem Gebiet jenseits ber Straße von Kertsch starke Luftstreitkräfte von Flugplätzen heranzuholen, bie durch ihre natürliche Lage gut getarnt sind. Auch die vielen ausgezeichneten Häfen an ber Ostküste bes Schwarzen Meeres geben der sowjetischen Schwarzen-Meer-Flotte wertvolle Stützpunkte. Deutsche und rumänische Truppen haben nun am 8. Mai diese tiefgestaffelten feindlichen Stellungen angegriffen, bie Schlacht ist feitbem in fupätorn Feodosu •SäKdl KRIM 2>n)eP *$'ü 18 vollem Gange. Die deutsche Luftwaffe belegte zur Vorbereitung unb Unterstützung bes deutschen Angriffs bie Bunkerlinien bes Feinbes in rollenben Einsätzen mit Bomben. Zahlreiche feinbliche Batterien unb einzelne feuernde Geschütze des Feindes wurden außer Gefecht gesetzt. Sturzkampf- lugzeuge bekämpften zur Verteidigung ausgebaute Ortschaften, zertrümmerten an den Schwerpunkten des deutschen Angriffs den feindlichen Widerstand unb vernichteten zahlreiche Panzer. Schlachtgeschwaber griffen feinbliche Bereit- teüungen mit vernichtenber Wirkung an unb ver- hinberten bie Entfaltung feinblicher Gegenstöße. Während Kampfflugzeuge die bolschewistische Artillerie nieberhielten, unb baburch bas Vorgehen der beutschen Heeresverbänbe erleichterten, überwachten Jäger den gesamten Luftraum der Halbinsel unb stellten bie feinbliche Luftwaffe immer wieder zu erbitterten, für bie beutschen Jäger erfolgreichen Luftkämpfen. Durch die pausenlosen Angriffe ber beutschen Luftwaffe, bie sich auch auf bie feinb- heben Nachschubstraßen, ben Schiffsverkehr in ber Straße von Kertsch unb bas Seeqebiet rings um bie Halbinsel Kertsch erstreckten, erlitten bie Bolschewisten hohe Verluste an Menschen unb Material. Aus der Halbinsel Kerlsch zum Angriff angelreten. 3m Bombenhagel unserer Slurzkampsslieger. Von Kriegsberichter Rudolf Bruening. OieSchlacht auf -erLandenge vonKertsch 9 Die seltene Ehrung eines kaiserlichen Handscl)reibens wurde dem Oberbefehlshaber der Armeestreitkräfte in den Südgebieten, General T e r a u ch i (links), und dem - Oberbefehlshaber der Hochseeflotte, Admiral Y a m a m o t o (rechts), in Würdigung ihrer großen Erfolge in Burma und im Indischen Ozean zuteil. — (Schörl-Archiv-M.) Tokio, 12. Mai. (Europapreß.) Ein abschließender Bericht des japanischen Hauptquartiers bestätigt noch einmal, daß in der Seeschlacht im Korallenmeer die beiden nordamerikanischen Flugzeugträger „S a- r a t o g a" und „Porktow n", ein nordamerikanisches Schlachtschiff vom „California"-Typ, sowie ein Zerstörer versenkt, ein britisches Schlachtschiff vom „W a r s p i t e"-Typ, der schwere Kreuzer „Canberra" und ein unbekannter Kreuzer beschädigt wurden. Ergänzend wird noch die Beschädigung eines feindlichen Oeltankers von 20 000 Tonnen bekanntgegeben. Die Zahl der während der Seeschlacht abgeschossenen feindlichen Flugzeuge wird mit 98 (bisher 89) angegeben. Die japanischen Verluste bestehen aus einem kleinen Hilfsflugzeugträger und 31 Flugzeugen. Wie der japanische Marinesprecher, Kapitän Ka- mada, der Presse in Schanghai bekanntgab, hat plötzlich auftretendes schlechtes Wetter, das die japanische Flotte zwang, die Schlacht zu beenden, die britisch-nordamerikanischen Seestreitkräfte vor der völligen Vernichtung bewahrt. Ferner erklärte Kamada zu dem britischen Dementi über den Ver- zeugen vernichtet worden. Sie kehrten ohne e i g e n e V e r l u st e zu ihren Einsatzhäfen zuruck. Die Zerschlagung dieses Zerstörerverbandes im Seegebiet südlich Kreta bedeutet eine weitere empfindliche Störung der den Briten noch verbliebenen stark gefährdeten Schiffahrtswege von Port Said und Alexandria nach Malta und Gibraltar. Zugleich werden dadurch die im Mittelmeer unter besonders schwierigen Verhältnissen operierenden deutschen Unterseeboote fühlbar entlastet. Mit diesen drei Zerstörern hat die britische Kriegsmarine seit Kriegsausbruch 72 Zerstörer eingebüßt, während der Gesarntt vertust Großbritanniens im ersten Weltkrieg sich nur auf 66 Zerstörer belief. Der Mangel an Zerstörern war in England so groß, daß es sich gezwungen säh, von den Amerikanern 50 Zerstörer gegen Abtretung wichtiger Stützpunkte im Atlantik zu kaufen. Die Zerstörer, die dieser Handel einbrachte, sind alt und zahlreiche von ihnen sind inzwischen schon gesunken. , Die Versenkung von drei britischen Zerstörern im Mittelmeer wurde inzwischen auch amtlich rn London bekanntgegeben. Es. handelt sich um die Zerstörer „L i v e l y" , „Ia ck a V* und „Kiplin g". Die beiden Zerstörer ,Hackal" und „Kipling" von 1690 Tonnen wurden im Jahre 1938/39 vom Stapel gelassen und laufen 36 Seemeilen. Der Zerstörer ,Zioely" wurde tm Jahre 1940 vom Stapel gelassen und hat 1920 Tonnen. Er gehört der „Blitzklasse" an. Landschaft der Krim. Die Krim ist das Süüland des Zarenreiches gewesen. Man kann es den reichen Gutsbesitzern des eintönigen Landes, auch den wohlhabenden Städtern in Moskau und Leningrad nachfühlen, daß sie in der Krim eine eigene „R i v i e r a" suchten, "der die Krim hat mittelmeerisches Klima nur im südlichsten Teil: dort wo aus dem Schwarzen Meer fast unmittelbar die Höhen des Jaila-Gebirges aufstei- gen, an dessen unteren Hängen sich prachtvolle Weingärten und Obstpflanzungen Hinsehen. Dieser paradiesische Teil der Krim macht von der ganzen Halbinsel nur ein Fünftel aus. Das Jaila-Gebirge ist zugleich eine Wetterscheide. Nördlich von ihm triumphieren die rauhen Stürme Zentralasiens und Osteuropas über die Milde des Mittelmeerklimas. Die Halbinsel Krim ist so groß wie die Rheinpro- oinz, aber sie zählt nur ein Zehntel der Bevolke- rung der Rheinprovinz, weil die 25 310 qkm, die die Krim umfaßt, zum weitaus größten Teil Step- p e sind und darum im Jahre 1926 nur 715 000 Einwohner ernähren konnten. Seither haben die Bolschewisten die Eisenlager der Halbinsel Kertsch stärker zu erschließen begonnen, auch im Süden und in der Hauptstadt Simferopol die einheimische tatarische Bevölkerung durch russische Zuzügler zprückzudran- gen versucht. Diele der Hafenstädte auf der Krim sind uralt. Das gilt auch von der jetzt wieder vielgenannten Hafenstadt Kertsch, die eine Gründung der kleinasiatischen Griechenstadt Milet ist. Der König Mithridates, ein erbitterter Feind des alten Roms, regierte hier und gab sich, als die römischen Heers die Ueberhand gewannen, auf dem Mithridatesberg, wie noch heute der größte Hügel von Kertsch heißt, den Tod. In der Zeit der Völkerwanderung kamen die Goten von Schweden zunächst in die Ukraine und auf die Krim und traten von hier erst ihre. Wanderungen nach Italien und Spanien an. Später überfluteten die Tataren, die zu den Türkenstämmen gehören, das Land und hielten auch mit der Sultansregierung in Konstantinopel enge Verbindung. Erst vor 150 Jahren unter Katharina IL ist die Krim wie die ganze Nordküste des Schwarzen Meeres in den Besitz der russischen Zaren ge^ kommen. Belgisch-Kongo sott die ostasiatischen Nohstoffverluste ersehen. Genf, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Gene- ralgouoerneur von Belgisch-Kongo forderte in einer Rundfunkansprache aus, mehr Palmöl, Kautschuk, Erdnüsse und vor allem Zinn zu fördern, um die Verluste der Verbündeten in Ostasien auszugleichen. lüft des englischen Schlachtschiffes „Warspite , daß nach den Aussagen der an dem Kampf beteiligten Flieger die „Warspite" von japanischen Bomben so schwer getroffen worden sei, daß sie gesunken oder zumindest für die Dauer des Krieges unbrauchbar gemacht worden fei. Schnette Verfolgung der Tschunking-Armeen. Tokio, 13. Mai. (Europapreß.) Domei meldet, daß japanische Streitkräfte durch einen überraschenden Angriff Stellungen des 5. und 6. Armeekorps der TMngkingftreitkrcifte etwa 260 Kilometer östlich von Mandalay bei Wankawnhawng auf dem rechten Ufer des Nanpawn, einer Abzweigung des Stromnetzes des Salween, erobert haben. Wan- kawnhawnq wurde bereits am 10. Mai erobert, wobei dem Feinde durch rechtzeitige Verlegung seines Rückzuges nach Kengtung, an der Grenze Pünnans, große Verluste beigebracht wurden. Berlin, 12. Mai. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Leyser, Kommandeur eines Jnfanterieregl- ments; Major Pintschovius, Bataillonskom- mandeür in einem Infanterieregiment und Mr Hauptsturmführer Bochmann, Führer einer Jägerabteilung in einer ^-Division. — Oberst Leyser erreichte südlich des Ilmensees, obwohl seine Kräfte in drei Gefechtsgruppen räumlich weit voneinander getrennt waren, trotz schwierigster Wege-, Wetter- und Geländeverhältnisse sein An- grisssziel. — Major Pintschovius erkannte, als der Angriff seines Bataillons vorübergehend liegen blieb, eine schwache Stelle in der bolschewistischen Abwehrfront, stieß mit großem Schwung durch die feindlichen Stellungen und öffnete der Division den Vormarschweg. Ende Juni 1941 war es seinem entschlossenen Handeln zu verdanken, daß eine verlorengegangene Brücke über den Jrpenfluß unversehrt wieder genommen werden konnte. — Mr Hauptsturmführer Bochmann gelang südlich des Ilmensees nach härtesten Kämpfen die Einnahme einer wichtigen Ortschaft und damit die Verbindung mit einer aus. anderer Richtung vorstoßen- den Kampfgruppe. Die Bolschewisten verloren im Nahkampf 13 Geschütze. * Der Führer verlieh ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshaber der Luftwaffe das Ritterkreuz an Oberleutnant Lasse, dem als Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader der Abschuß von 39 Flugzeugen und kühne Tiefangriffe auf der britischen Insel und im Osten, die Versenkung von zwei Schnellbooten und die Zerstörung von 17 Flugzeugen am Boden gelang. Unbesiegt vom Feinde starb er im Osten den Fliegertod. Oie Seeschlacht im Korallen-Meer. 3u 88 versenken drei Zerstörer Oer deutsche Lustsieg bei Kreta. nen Landes ausnutzend, trieb Stalin feine Horden! gegen unsere Linien vor. Mehr als einmal wurde die Frage aufgeworfen, ob unsere Truppen standhalten und da und dort erzielte Einbrüche des ^Gegners wieder aufzufangen in der Lage fein würden. Sollte man nicht besser gleich auf breiter Front ausweichen und damit auch unsere Nachschublinien verkürzen? Schon wurde die Lage von 1812 beschworen und legte sich lähmend auf Führung und Truppe. _ Da nahm der Führer die Zügel noch schärfer auf als bisher. Nie hat man ihn so entschlossen gesehen, und nie war sein Geist so rege wie jetzt. Kampf bis aufs Messer war sein Befehl, Mobilisierung aller denkbaren Hilfsmittel das Problem, mit dem er Tag und Nacht gerungen hat. Kaum hatte er einen klaren Ueberblick über die Lage an der Front, da sann er auch schon darauf, dem Willen des Gegners wieder mit Angriff zu begegnen. Tiefstes Mitempfinden mit den Opfern der Truppe im Herzen, wußte er zugleich, daß er seinen Soldaten ein napoleonisches Schicksal nur ersparen konnte, wenn sein Wille mit unerbittlicher Härte zur Geltung kam. Der Erfolg hat dem Führer recht gegeben, als er in dem monatelangen Ringen immer wieder die Auffassung vertrat, daß es jetzt darauf ankomme, die stärkeren Nerven zu behalten. Denn sein Blick war nicht nur auf die Verhinderung eines tödlichen Rückzuges sondern zugleich auf die Fortführung der Angrifssoperationen in diesem Jahre gerichtet." Churchill ahnungslos. Von unserer Berliner Schriftleitung. „Nun warten wir während der jetzigen Ruhepause darauf, daß die Hölle in der Sowjetunion wieder losbricht. Wann dies sein wird, wissen wir nicht. Und es sind auch keine der üblichen Truppenkonzentrationen bemerkt worden, die dem deutschen Angriff gewöhnlich vorangehen. Vielleicht sind dieselben geschickt getarnt worden oder sie sind immerhin noch nicht gestartet. Immerhin haben wir heute schon den 10. Mai und die Zeit vergeht schnell!" So sagte Winston S. Churchill in seiner Rundfunkansprache an das englische Volk am letzten Sonntag. Man muß schon sagen: der englische Premierminister war trefflich im Bilde, als er über die strategische Lage in der Sowjetunion .. .orakelte. ' Durch seine Rede klingt ein warmer Unterton von Sorge, daß die Deutschen mit ihrer Strategie in diesem Sommer zu spät kämen. Die Schlacht von Kertsch war aber schon zwei Tage im Gange. Nur Herr Churchill wußte nichts da- v on. Das ist auch nicht verwunderlich. Denn die Sowjets haben schon im Vorjahr den englischen Militärattaches keinen Einblick in die tatsächlichen Operationen gewährt, auch nicht den Zugang zur Front freigegeben. So sitzt der englische Erstminister in Downing Street 10 und hat keinen Schimmer von dem, was bei seinem Verbündeten geschieht. Das Ritterkreuz. Wie jetzt aus Leopoldville gemeldet wird, geschah dies auf den Druck einer besonderen amerikanischen Militärmission hin, die bei ihrem Besuch im Kongo-Gebiet dem Generalgouverneur Ryckmans im Auftrage Roosevelts ihr Mißfallen äußerte über den angeblich zu geringen Beitrag, den Belgisch-Kongo bisher zum Kriege geleistet habe. Deshalb beeilte sich Ryckman, sofort 44 Millionen belgische Franks zum Ankauf von Jagdflugzeugen zur Verfügung zu stellen. Ungeachtet der Tatsache, daß die Kolonie keine Industrie zur Herstellung von Bedarfsartikeln für die Bevölkerung besitzt, werden Menschen und Produktionsmittel unter staatliche Kontrolle gestellt, um aus dem zentralen Afrika den Plutokraten wenigstens einen Bruchteil dessen 3ut Verfügung zu stellen, was diese durch ihre Niederlagen in Ostasien verloren haben. Weder England noch Südafrika oder auch die USA. sind in der Lage, auch nur die elementarsten Bedürfnisse der Kolonie an Jndustrieerzeugnissen zu decken, da ihnen Material und Schiffsraum fehlen. Kleine politische Nachrichten. Eine Gruppe italienischer Wirtschaftsschriftteiter traf auf einer Studienfahrt durch Deutschland in Frankfurt ein. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger begrüßte die italienischen Gäste. Dabei wies er besonders auf die Aufgaben hin, die der Presse bei der' Ausrichtung der Wirtschaften der Achsenmächte auf den Sieg zufallen. * Der Führer hat dem Präsidenten der chinesischen Nationalregierung, W a n g t s ch i n g w e i, anläßlich seines Geburtstages ein herzliches Glückwunschtelegramm übermittelt. Als Nachfolger des verstorbenen Erzbischofs von Köln, Kardinal Schulte, wurde der Geistliche Dr» Joseph Frings zum Erzbischof von Köln ernannt. Victor Emanuel III. eröffnete die 10. Schau der „Deutschen Akademie" in der Villa Massimo in Rom, die einen Querschnitt durch das Jahresschaffen der Studiengäste und Stipendiaten dieses Instituts gibt. Der König, in dessen Gefolge sich Außenminister Graf Cianö, Unterstaatssekretär del Giudice, so. Berlin, 12. Mai. (DNB.) Montagmittag wurde ein aus vier Zerstörern bestehender britisechr Verband im östlichen Mittelmeer von deutschen Aufklärungslugzeugen gemeldet. Sturzkampfflugzeuge vom Muster su 88 sichteten kurz nach 15 Uhr die briti- chen Zerstörer, die auf westlichem Kurs liefen, und egten sofort mit Sturzflügen auf den Verband an. Mit vier Bomben wurde einer der Zerstörer so chwer getroffen, daß er innerhalb weniger Minuten versank. (£ine zweite Angriffswelle stieß auf mehrere britische Zerstörerflugzeuge, die zur Sicherung der Kriegsschiffe über dem Verband kreisten.' Dabei kam es zu Luftkämpfen, in deren Verlauf ein Br istol-Zerstörerflugzeug ab geschossen wurde und brennend auf dem Wasser aufschlug. Der britische Verband hatte inzwischen seinen Kurs geändert und versuchte, vor den deutschen Luftangriffen nach Südosten zu flüchten. Vier Ju 88 erzielten j e z w e i V o l l t r e f f e r mit Bomben schwerer Kaliber a u f z w e i Z e r st ö r e r n. Einer der Zerstörer wurde gegen 19 Uhr in sinkendem Zustand beobachtet, während der andere bereits zu einem großen Teil unter Wasser lag und versank. Der vierte Zerstörer versuchte mehrmals vergeblich, sich diesem sinkenden Kriegsschiff zu nähern und lief denn ab. Trotz heftiger Abwehr durch Schiffs- flakartillerie und Sicherung durch Flugzeuge waren damit drei britische Kriegsschiffe im Verlauf eines Nachmittags von deutschen Sturzkampfflug- andat Smilla'; Kunlong' lUtirädit TlQUnl •X THUlVND -‘.v5 xNikoMawen. iMulmein 1 <• Amherrt / & HM ' >yj.unQ>sthanr jh-nigyd-ng ( IMonyi A-../\Maingkwan ' TW/-'.....'■£ Shillongs a \ /M|itkjina A Originalsendung oder Schallaufnahme? EinBlick hinter die Kulissen des Rundfunks Seit seinen Anfängen bedient sich der Deutsche Rundfunk für bestimmte Fälle bei der Gestaltung seines Programms der Schallaufnahme. Diese Praxis hat bei den Hörern verschiedentlich zu Erörterungen über das Für und Wider einer Programmgestaltung mit Hilfe von Schallaufnahmen geführt. Die dagegen ins Feld geführten verschiedenen Gründe träfen aber fast nie den Kern des Problems, zumal sich der Laie beim besten Willen keine rechte Vorstellung von den Erfordernissen und dem Ablauf des modernen Sendebetriebs machen kann. Die Gestaltung ganzer Abendprogramme unter Benutzung von Tonträgern bedeutet außerdem keine Qualitätsverminderung, sondern ist neben gewissen zeitbedingten Umständen gerade die Folge des Bemühens der Sendeleitungen, dem Hörer die besten überhaupt zur Verfügung stehenden, künstlerischen Kräfte an das Mikrophon zu bringen. Dies läßt sich aber in vielen Fällen nur auf dem Umwege über die Schallaufnahme durchführen, da die meisten Künstler in den Abendstunden an ihren ständigen Wirkungskreis, wie Theater, Konzert usw., gebunden sind und nur in den Tagesstunden dem Rundfunk zur Verfügung stehen können. Die Sendeleitung kann aber natürlich ihre Planungen nicht von der eventuellen Möglichkeit oder Unmöglichkeit des Erscheinens eines Künstlers zu einem vorgesehenen Zeitpunkt abhängig machen, sondern muß so disponieren, daß das beabsichtigte Programm zum festgesetzten Zeitpunkt und mit der vorgesehenen Besetzung über den Sender gehen kann. Sie ist also in manchen Fällen einfach gezwungen, zur Schallaufnahme zu greifen. Bei einem Besuch im Hause des Rundfunks in Berlin war nun einmal die Möglichkeit gegeben, sich neben zahlreichen anderen Dingen auch über die enge Zusammenarbeit zwischen Künstlern und technischem Apparat zur Erzielung einer unbedingt naturgetreuen und vollkommen der Originalsendung entsprechenden Wiedergabe bei den notwendig werdenden Schallaufnahmen ein Bild zu machen. Dem Rundfunk stehen heute füp die Schallaufnahme drei Möglichkeiten zur Verfügung, und zwar die Aufzeichnung auf die Schallfolie, die Wachsplatte und das Hochfrequenzmagnetofonband. Je nach der Besonderheit der Aufnahme wird die am besten geeignete Methode angewandt. Da stst zunächst die Schallfolie, eine dünne, der Industrie schallplatte ä hnliche, aus Kunstharz bestehende, schwarze Platte, die besonders für die Aufnahme von Reportagen für das Zeitgeschehen benutzt wird und zum Teil auch bei den Propagandakompanien der Wehrmacht Anwendung findet. Ihr sst es zu danken, daß der Rundfunkhörer heute bei allen wichtigen Tagesereignissen durch den Rund- funkberichter ein Hörbild von einer Eindringlichkeit bekommt, wie es bei einer späteren Berichterstattung nicht zu erreichen wäre. Die Schallfolie bietet den Vorteil einer mehrfachen Abspielmöglichkeit, steht aber in der Wiedergabequalität etwas hinter den beiden anderen Verfahren zurück. Der bisher wohl am meisten benutzte Tonträger ist die sog. Wachsplatte, die diesen Namen eigentlich zu Unrecht trägt, denn es ist eine Scheibe von der Dicke von etwa 10 bis 12 normalen Schall- platten. Sie besteht aus einem Preßwachs von vollkommen gleichmäßiger Struktur und erlaubt die Aufzeichnung der allerfeinften Schwingungen, da sie verhältnismäßig weich ist Die Beschriftung erfolgt ebenso wie bei der Schallfolie mit Hilfe eines sog. Schneidkopfes, der die im Mikrophon in elektrische Energie umgewandelten und im Verstärker verstärkten Schallschwingungen mit einem Saphirstichel in spiralen Linien in die Platte eingräbt. Die Wachsplatte ermöglicht ein vollkommen störungs- und rauschfreies Abspiel, hat aber den Nachteil, daß dies ohne Qualitätseinbuße nur einmal geschehen kann, so daß bei beabsichtigtem mehrmaligen Wiederholen jeweils beim Abspielen eine oder auch mehrere neue Platten mitgeschnitten werden müssen. Man kann allerdings von der Wachsplatte auf galvanischem Wege eine Matrize Herstellen, die dann die Herstellung einer beliebigen Anzahl normaler Schallplatten ermöglicht. Eine unbrauchbar gewordene Wachsplatte kann abgeschliffen und dann wieder für neue Aufnahmen verwendet werden. Ihre Verwendungsmöglichkeit ist aber sowohl durch den Umfang der Platte als auch durch die Größe und Schwere der Schneideapparatur ortsgebunden. Wenn auch die Wachsplatte eine vollkommen natur- getteue Wiedergabe von Sprache und Musik sowie aller anderen Geräusche gestattet, so ließ doch die durch das Gewicht und die Empfindlichkeit gegen Bewegungen bedingte beschränkte Verwendungsmöglichkeit immer wieder den Ruf nach einem anderen Tonträger laut werden, der auch in bewegten Fahrzeugen, wie Flugzeug und Schiff, verwendet werden ^ann und vor allem auch eine längere Aufnahmedauer gestattet. All diesen Wünschen kann das 1938 im Rundfunk eingeführte sog. Magnetofon gerecht werden, das inzwischen zum Hochfrequenzmagnetofon entwickelt wurde und eine technische Vollkommenheit erreicht hat, die kaum noch zu überbieten fein dürfte. Dieses Gerät hält den Ton auf einem schmalen Streifen aus einem Sicherheitsfilmstoff fest, der eine magnetisierbare Eisenschicht trägt, Die Spieldauer eines Streifens beträgt das Fünffache der Platte. Darüber hinaus kann der Filmstreifen geschnitten und geklebt werden, was gegenüber der Platte einen erheblichen Vorzug bedeutet. Die Ad- spielmöglichkeit ist nahezu unbegrenzt, ebenso die Verwendbarkeit des Materials, das nach Löschen der Aufzeichnung mit Hilfe eines Magneten immer wieder verwendet werden kann. Der größte Vorteil des Magnetofons, das im übrigen das Jdealgerät für alle Arten von Schallaufnahmen darftellt, da cs in jeder Lage einwandfrei arbeitet, ist aber, daß es die Darbietungen über das gesamte Frequenzband vollkommen naturgetreu und ohne das geringste Nebengeräusch wiedergibt, roetdje Eigenschaft sich auch durch mehrfaches Abspielen nicht ändert. Das Magnetofon gestattet also, im Zusammenwirken mit den übrigen zur Erzielung einer der Darbietung in jeder Hinsicht entsprechenden Schallkulisse eingesetzten technischen Hilfsmittel, Aufnahmen zu senden, die von einer Originalsendung beim besten Willen nicht zu unterscheiden sind. Aus all dem ergibt sich, daß die Abneigung mancher Hörer gegen „Aufnahmen" nicht nur unbegründet ist, sondern daß die Hörer vielmehr alle Ursache haben, den deutschen Ingenieuren für die auf dem Gebiet der Tonaufzeichnung geleistete Arbeit dankbar zu sein, denn ohne die Schallaufzeichnung wäre es heute unmöglich, das Rundfunkprogramm so vielseitig und künstlerisch hochwertig zu gestalten, wie es' dank einer vorbildlichen Zusammenarbeit von Künstler und Techniker zum Vorteil des Hörers geschieht. Erich Günther. Oer Komponist Christian Graupner. Die Stadt Darmstadt veranstaltet dieser Tage ein Graupner-Musikfest. Damit wird zum ersten Male ein Querschnitt durch das Didfeitige Schaffen Christoph Graupners gegeben, der einer der bedeutendsten Tonmeister der Bach-Zeit gewesen ist. Graupner war landgräflicher Hofkapellmeister in Darmstadt. Seine Zeit stellte ihn neben Georg Philipp Telemann. 1683 geboren, lebte Graupner 1696 in Leipzig und „verharrte allda", wie er in seiner selbstverfaßten Lebensbeschreibung erzählt, „über neun Jahre auf der Thomasschule". Danach studierte er noch zwei Jahre auf der Leipziger Universität. Seit 1706 wirkte er als Cembalist und Komponist mehrerer Opern an der Hamburger Deutschen Bühne. Dort lernte ihn Ernst Ludwig, Landgraf von Hessen-Darmstadt, kennen und zog ihn nach Darmstadt. In Darmstadt brachte Graupner, einem ineressan- ten alten Berichte zufolge, „in kurzer Zeit die hiesige Kirchen- und Theatermufik sowohl durch seine Compofitionen als auch durch Herbeyziehung meh- rerer Virtuosen in ein solches Aufnehmen, daß sie damals für eine der vorzüglichsten in Deutschland gehalten wurde". 1709 Dizekapellmeister, 1712 wirklicher Kapellmeister, entfaltete Graupner in Darmstadt eine erstaunliche Fruchtbarkeit. Das Darmstädter Graupner-Fest wird drei charaktervolle Kantaten des Meisters zu Gehör bringen. Graupner betont eine edle melodische Linie, die der Natur der menschlichen Stimme entgegen kommt. Die Arie wurde deshalb eine der Hauptformen, die er pflegte. Daneben ist Graupner als Muster ausdrucksvoller Deklamation im Umkreise feiner Rezi- tattve anzusprechen. Die Sorgfalt der Deklamation übertrifft weithin den Durchschnitt, den die Zeitgenossen aufweisen. Innerhalb seiner reinen Instrumentalmusik stehen die Solokonzerte obenan. Flöte, Oboe, Fagott, Violine und Viola d'amore finden Verwendung. Als Kontrapunkttker ersten Ranges beherrscht er auch die zu feiner Zeit übliche Form der Symphonie in hohem Grade. Graupners Symphonien zeigen zum Teil eine für ihre Zeit auffallend entwickelte Faktur und rücken ihren Schöpfe» in den Kreis der Vorkämpfer für den modernen deutschen Jnstrumentalstil. Otto SchilliDS-Trygoßhontt, wie der Gouverneur von Rom, Fürst Borghese, be- fanden, wurde von Botschafter von Mackensen begrüßt. * Der Reichsverweser hat im Beisein des Mmister- präsidenten und der Regierung eine Truppenübung der neu aufgestellten ungarischen Panzerverbände besichtigt. Der Hebung wohnten auch die Militärattaches Deutschlands, Italiens, Japans und Bulgariens bei. * Die englische Luftwaffe verlor an den italienischen Kriegsschauplätzen in den letzten vier Tagen insgesamt 48 Flugzeuge, zu denen noch zahlreiche weitere, die mit Sicherheit vernichtet oder am Boden schwer beschädigt wurden, hinzukommen. Heber drei Millionen BRT. Tankschiffraum versenkt. Berlin, 12. Mai. (DNB.) Unter den durch die deutschen U-Boote nach den letzten Sondermeldungen des OKW. versenkten Schiffen befindet sich wiederum eine Reihe von großen Tankern. Eine Zusammenstellung über die seit dem ersten Auftreten deutscher U-Boote in nordamerikanischen Gewässern eingetretenen Tankeroerluste wurde zuletzt am 11. 4. 1942 ausgegeben. Bis zu diesem Tage waren seit Mitte Januar 1942 vor der USA.-Küste und in anderen Seegebieten des Atlantik 81 Panker mit 642 710 BRT. versenkt. Bier Wochen später hatte sich diese Zahl auf 105 Tanker mit 854100 BRT. erhöht. Diese Tankeroerluste treffen die feindliche Versorgung um so schwerer, als auch schon vor dem Eintritt der USA. in den Krieg in mehr als zweijährigem Seekrieg die feindliche Tankertonnage stark mitgenommen wurde. Die letzten Versenkungen bringen die feindlichen Tankeroerluste vom September 1939 bis zum 10. 5. 1942 auf insgesamt 3,1 Millionen BRT. Dieser Verlust nähert sich dem Gesamtbestand an Tankschiffen, den die USA. in Friedenszeiten befaßen. Die (Schule unter der Parole .(Sieg um jeden Preis". Der Reichswalter des RS.-Lehrerbundes, Gauleiter W a e ch t l e r, wendet sich unter dem Losungswort „Sieg um jeden Preis" in einem Aufruf an alle Erzieher. Er sagt darin: In den Volks- und höheren Schulen, wie in den Berufs- und Fachschulen muß diese Parole zu erzieherischer Bildung und Beeinflussung der persönlichen Haltung führen, -nicht nur im Deutsch-Unterricht, im Geschichts-, Erdkunde-, im Zeichen- und Sing-Unterricht sowie in der Reichskunde der Berufsschulen, sondern auch beim praktischen Kriegseinsatz der Schulen, also beim Arbeitseinsatz für die Landwirtschaft, der Altmaterial- und Heilpflanzensammlung, besonders aber bei dem neuen Schülerwettbewerb des RS.-Lehrerbundes „Der Kampf im Osten". Durch die Arbeit der Schule unter dem Leitwort „Sieg um jeden Preis" soll die deutsche Jugend zu einer festen, entschlossenen, zu jedem Einsatz und jedem Verzicht bereiten Haltung erzogen werden, die über die Schule und den Einzelschüler hinaus nachhaltig in das Elternhaus und damit ins gesamte Volk zu wirken vermag. Dank an die Mütter. Rach einem Bericht von Dr. Magda Monzerath von der Reichsfrauenführung wurden 1941 Höchstzahlen der Mütterschulung mit über 500 000 Teilnehmerinnen in rd. 31 000 Kursen erreicht. Insgesamt haben feit Bestehen des Mütterdienstes dreieinhalb Millionen Teilnehmerinnen hier eine Ausbildung erhalten können. Eine Million Frauen wurde in der Säuglingspflege Untermieten. Die Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft sucht durch Lehrküchen und Hauswirtschaftliche Beratungsstellen den Hausfrauen und Müttern die Erfüllung ihrer häuslichen Mission zu erleichtern. Millionen von Frauen haben hier Auskünfte und Ratschläge erhalten, Hunderttausende in Kurzkursen und durch Schaukochen praktischen Anschauungsunterricht erhalten. Durch die Betreuung der Pflichtjahrhaushalte leisten 20 000 Vertrauensfrauen den kinderreichen Müttern unersetzliche Dienste. Der Nachbarschaftshilfe wurde in Millionen Einzelaktionen Hilfe. In Kinderstuben und zur Kinderbetreuung in den Haushalten werktätiger Mütter 35 000 Frauen 750 000 Stunden und in bäuerlichen Haushalten 43 000 Frauen fast eine Million Stunden ausgeholfen. In kinderreichen Familien kamen 69 000 Frauen eineinhalb Millionen Stunden zur Hilfe. In Kinderstuben und zur Kinderbeteruung waren zudem noch 10 000 Frauen 300 000 Stunden angefetzt. 1700 Frauen wurden der NSV. benannt, die bereit waren, sich als Vormund zur Verfügung zu stellen. In den luftgefährdeten Gebieten übernachteten die Helferinnen vielfach im Haushalt von kinderreichen oder werdenden Müttern, um in Notfällen bei der Hand zu fein.' Aus der Siadi Gießen. Falsch verbunden. „Hast du denn dein Telephongespräch schon beendet, Inge? Das ist aber einmal fix gegangen!" „Leider nicht — du weißt doch Lotte, ich telephoniere nicht sehr off, und da habe ich scheinbar etwas falsch gemacht, es meldete sich eben ein Dr. Möller oder so ähnlich. Da habe ich natürlich schnell wieder abgehängt!" „So, so ... Aber meinst du wirklich, daß das so natürlich ist? Hast du gar nicht daran gedacht, daß du dich eigentlich entschuldigen könntest?" „Wieso denn entschuldigen? Wenn ich eine falsche Nummer wähle, so ist das doch eine rein technische Angelegenheit!" „Diese Auffassung teilst du leider mit vielen Zeitgenossen! Aber denkst du denn gar nicht daran, daß hinter jeder Nummer ein lebendiger Mensch steht? Und heute meist ein angestrengt arbeitender Mensch, der wenig Zeit hat? Dein Dr. Möller ist vielleicht ein vielbeschäftigter Arzt gewesen, der heutzutage ohne Sprechstundenhilfe auskommen muß und dem jede Minute für feine Patienten kostbar ist. Oder du erwischt eine Hausfrau, die alles stehen und liegen läßt und durch drei Zimmer zum Apparat eilt, nur um zu hören, daß drüben abgehängt wird, oder einen Techniker, den du aus schwierigen Berechnungen reißt. Weitere Möglichkeiten seien deiner Phantasie überlassen." „Ja, allerdings, da hast du recht — aber anderseits kann ich durch eine Entschuldigung die Störung auch nicht ungeschehen machen? „Das zwar nicht, aber denke einmal an folgendes: Als dich neulich der junge Mensch auf der Straße anrempqlte, hast du dich da nicht wütend umgedreht und gescholten: .Nicht einmal entschuldigen kann sich dieser Flegel!' Ich möchte wetten, hätte er um Verzeihung gebeten, so hättest du ihm lächelnd versichert, daß die Sache gar nicht so schlimm wäre. Und so wird es auch den versehentlich durch eine falsche Verbindung Gestörten gehen. Eine höfliche Entschuldigung wird immer versöhnend wirken, und die Betroffenen werden wenigstens nicht mehr verärgert an ihre unterbrochene Tätigkeit Hurückgehen." „Ja wirklich, ich glaube, auch hierin hast du recht, Lotte! Wenn ich wieder einmal eine falsche Verbindung erwische — was hoffentlich nicht so bald vorkommt — will ich mich bestimmt danach richten!" J.G. Theater der Universitätsstadt Gießen. Vom Dramaturgischen Büro wird mitgeteilt: Das Theater bringt in jeder Spielzeit einen eigenen Tanzabend, der von der ganzen Tanzgruppe und den Solisten ausgeführt wird. In diesem Jahre ist es ein Reigen bunter Tänze nach Musiken von Corelli, Schumann, Strauß, Sibelius, Smetana und einigen modernen Komponisten. Die Choreographie und Einstudierung der Tänze leiteten Ballettmeisterin Inge Berg und Ballettmeister Andreas D o l - pert. Musikalische Leitung: Gerhard Hergert und Carl Willy Hahn. Erstaufführung am Mittwoch, 13. Mai, 19 Uhr. — Bei dieser Gelegenheit wird nochmals darauf hingewiesen, daß alle Vorstellungen jetzt wieder um 19 Uhr beginnen. Für die Berufstätigen bedeutet dies eine Erleichterung des Theaterbesuchs, die während des Sommers von allen Besuchern begrüßt werden dürste. Mehl auf Nährmittelkarten. NSG. In einem Erlaß des Neichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 24. April wird darauf hingewiesen, daß zur besseren Belieferung mit Nährmittelerzeugnissen neben der Verteilung von Erzeugnissen aus Hafer, Gerste und Grieß auch ausländisches Weizenmehl zur Ausgabe gelangt. Die Kleinverteiler dürfen für die Abschnitte der Nährmittelkarte ausländisches Mehl, das ihnen auf Nährmittelbezugfcheine geliefert worden ist, abgeben. In welchem Verhältnis zu Nährmitteln dieses Mehl ausgegeben wird, kann grundsätzlich dem Kleinverteiler selbst überlassen bleiben. Er kann sich dabei nach Möglichkeit nach den Wünschen der Verbraucher richten. Weizenmehl, das auf Bezugscheine oder Großbezugscheine über Mehl geliefert worden ist, darf auf Nährmittelbezugfcheine oder auf die zum Bezüge von Nährmitteln berechtigten Abschnitte der Nährmittelkarten nicht abgegeben werden. Gießener Dachenmarktpreise * Gießen, 12. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 47, Spinat, V- kg 18 Rpf., Spargel 1 40 bis 1,56 RM.. Zwiebeln 17 Rpf., Lauch, das Stück 5 bis 10 Rpf. Verdunkelungszeit: 13. Mai von 22.07 bis 4.59 Uhr. Volksgemeinschastliches Handeln. An Dauern, Handwerker, Kaufleute und Verbraucher. NSG. Folgender Aufruf zu volksgemein- fchaftlichem Handeln wird von offizieller Stelle an die Erzeuger, Verteiler und Verbraucher erlassen: „Das deutsche Volk steht vor neuen, weittragenden Entscheidungen. Das Jahr 1942 verlangt deshalb den geschlossenen Einsatz aller Kräfte und die unbedingte Disziplin jedes einzelnen Volksgenossen. Die weitere Sicherstellung der Nahrungsmittel für unsere Soldaten sowie für die Heimat fordert als Voraussetzung das volle Verantwortungsbe- wußtfein der Erzeuger, Verteiler und Verbraucher, insbesondere die vorbehaltlose Einhaltung aller Lebensmittelvorschriften. Es ist daher als ein Verbrechen an der gemeinsamen Kampffront des deutschen Volkes zu bezeichnen, wenn der Bauer dem Handwerker oder Kaufmann Lebensrnittel ohne Marken als Entgelt für irgendwelche Gegenleistungen gibt, wenn Handwerker oder Kaufleute sowie deren Gefolgschaft vom Bauern in solcher Weise Lebensrnittel annehmen ober sie verlangen, oder wenn Tauschgeschäfte unter den Geschäftsleuten vorgenommen werden. Nicht die hohen, auf solche Tauschgeschäfte gesetzten Strafen sollen alle Beteiligten zur Pflichterfüllung mahnen. Vielmehr müssen das persönliche und das Standesehrgefühl von solchen Verstößen gegen die Volksgemeinschaft abhalten. Das Beispiel und die einzigartige Disziplin der unter schwersten Verhältnissen kämpfenden und siegenden deutschen Soldaten, das Opfer der Gefallenen ist uns in der Erfüllung aller, auch dieser Kriegsnotwendigkeiten, heiligste Verpflichtung!" Dieser Aufruf ist unterzeichnet von K.-Landes- bauernführer W e i n tz und Landeshandwerksmeister Samer und von den Leitern der Unterabteilungen Groß- und Ausfuhrhandel, Einzelhandel, Ambulantes Gewerbe, Vermittlergewerbe und Gemeinschaftseinkauf der Wirtschaftskammer Hessen. Mdrljahrgang iS2^ wird zum RAD. gemustert. Berufe, die während des Krieges nicht herangezogen werden. In diesen Tagen beginnt die Musterung des Geburtsjahrganges 1924 zum Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend. Die eigentliche Heranziehung soll in zwei Abschnitten zum Herbst 1942 und Frühjahr 1943 erfolgen. Während des Krieges werden von der Ableistung des RAD. folgende Mädel zu- rückgestellt: Vollberufstätige in der Landwirtschaft, Kinder von Bauern, Landwirten und Landarbeitern, die als mithelfende Familienangehörige in der Landwirtschaft dringend benötigt werden, ferner Vollberufstätige, die bei Arbeiten von besonderer kriegswirtschaftlicher Bedeutung eingesetzt sind oder eingesetzt werden müssen, und endlich Hausgehilsin- nen. Von der Zurückstellung solcher Jugendlicher, die ihr Pflichtjahr in der Land- oder Hauswirtschaft ableisten, wird jedoch abgesehen. Der Reichsarbeits- führer hat angeordnet, daß Zurückstellungsanträgen von Dienstpflichtigen, die als mithelfende Familienangehörige in kinderreichen Familien dringend benötigt werden, in jedem Falle stattzugeben ist. Dienst- pflichttge Schülerinnen der öffentlichen und privaten Schulen sind ohne Stellung eines Zurückstellungsan- ttages bis zum Abschluß ihrer Schulausbildung zu« rückzustellen. Die Arbeitsämter sind angewiesen, dafür zu sorgen, daß einerseits dem RAD. die benötigten Dienstpflichtigen nach Möglichkeit zur Verfügung gestellt werden und daß anderseits der kriegs- und lebenswichtige Arbeitseinsatz durch Abzug von RAD- Pftichtigen möglichst nicht gestört wird. Bei Festlegung des Personenkreises, der während des Krieges von der Erfüllung der RAD.^Pflicht zurückge- stellt werden soll, werden die betrieblichen und bezirklichen Verhältnisse berücksichttgt. Eine Zurückstellung von der RAD.-Pflicht erfordern alle Arbeiten, die zur Durchführung von Aufgaben der Reichsverteidigung, der lebenswichtigen Erzeugung, der lebenswichtigen Versorgung der Bevölkerung und der Ausfuhr geleistet werden müssen. So kann in Ausna-Hmefällen auch die Zurückstellung von Lebensmittelverkäuferinnen erforderlich werden. Außerdem müssen diejenigen RAD.-Pflichtigen, die sich m einer ordnungsgemäßen Berufsausbildung befinden, zurückgestellt werden. ' , Mitarbeit der Frauen auch in unserem Gau notwendig. NSG. In dem Entscheiduirgskampf des deutschen Volkes will die deutsche Frau nicht abseits stehen und des deutschen Mannes, der an der Front seine Pflicht tut, würdig sein. Tausende sind so in die Reihen der Schaffenden eingerückt und haben einen Arbeitsplatz gefunden, an dem sie eine wichtige Aufgabe erfüllen. Nur wenige haben die letzten Hemmungen noch nicht überwunden, die ihrer freiwilligen Eingliederung in den Arbeitsprozeß entgegen« stehen. An sie war der Appell des Führers in der letzten Reichstagsrede gerichtet, sich durch besonderen Einsatz in den Befreiungskampf unseres Volkes einzuschalten, und ihnen galten die wiederholten Hinweise unseres Gauleiters, daß noch zahlreiche deutsche Frauen in den Arbeitsprozeß eingegliedert werden können. Die Dienststellen der Partei sind dabei bemüht, alle Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen, die bei der einzelnen Frau auf Grund ihrer Verpflichtungen gegenüber ihrer Familie auf treten können. An alles ist gedacht, an die Unterbringung der Kinder, an die notwendige Freizeit für Einkäufe, die große Wäsche usw. Wo zu große sonstige Verpflichtungen im Wege stehen, können die Frauen auch in Halbtagsarbeit eingesetzt werden. Für Hemmungen ist also kein Grund vorhanden, sie müssen überwunden werden. Sollte eine Frau aber trotzdem den richtigen Weg nicht wissen, dann wende sie sich vertrauensvoll an die Orts- und Betriebsobmänner und an die Betriebsfrauenwalterinnen der Deutschen Arbeitsfront. Hier findet sie Rat und Gelegenheit, ihre Einsatzbereitschaft durch die Tat zu beweisen. Weitere Bestimmungen zurKleiderkarte Die Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete veröffentlicht im „Reichsanzeiger" vom 9. Mai ihre Bekanntmachung Nr. 29. Darin werden einige weitere Ergänzungs- bzw. Aenderungsbe- ftimmungen zur Kleiderkarte gegeben. So können nun Handtücher und Frottiertücher nicht mehr auf Kleiderkarte, sondern nur noch auf Bezugschein bezogen werden. Ferner sind Männer-, Burschen- und Knabenmützen jeder Art, auch Schiffchen, von der Punktpflicht befreit worden. Bisher war nur ein bestimmter Teil dieser Mützen punktfrei. Ausdrücklich sei jedoch darauf hingewiesen, daß Mützen für Frauen und Mützen für Knaben bis zu drei Jahren weiterhin der Punktpflicht unterliegen. Nach wie vor punktfrei ist Säuglingswäsche und Säuglingskleidung aus Austauschstoffen. Schi-Klub Gießen. Dieser Tage hielt der Schi-Klub im „Burghof seine Jahreshauptversammlung ab. Der stellv. Ver« einsführer Ha genauer begrüßte zuerst eine Anzahl Kameraden, die von der Front oder aus dem Lazarett in Urlaub sind, darunter den Vereinsführer Fritz Dörsner. Nach dem Gedenken an die gefallenen Kameraden gab der stellv. Dereinsführer ^agenauer einen Bericht über die Ereignisse hn letz- ten Vereinssahr. In den Sommermonaten wurde eifrig Tennis, Leichtathletik usw. betrieben, ebenso die traditionellen Trockenschikurse in der Reithalle unter der bewährten Leitung von Frl. Erika Weber. Der Winter wurde dazu benutzt, schöne Fahrten in die nähere Umgegend oder den Vogelsberg zu machen. Eine Jugendschifahrt über Weihnachten ins Wal serial hatte besonderen Anklang. Durch die Schnelle Hilfe durch die Pflasterbinde Elastocorn! Gleich nach dem Auflegen flaut der Schmerz ab, und das Hühnerauge verschwindet in wenigen Tagen. ELASTOCORN^ Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp 28. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Sie müssen hier unterschreiben, Herr Willis", sagte Krähe und legte ihm das Protokoll, vor. „So, und jetzt warten Sie bitte im Nebenzimmer", bat Wenig, „ich werde mir erst mal Herrn Hanke vornehmen." Als Willis an Hanke vorbei ins Nebenzimmer trat, blieb Hanke stehen, sah sich nach ihm um und rief: „Den kenn ich doch! Der war doch gestern bei mir. Ach, das ist wohl auch ein Krimineller gewesen?" „Nein, Herr Hayke", beruhigte ihn Wenig, „der ist auch nur Zeuge. Nun nehmen Sie mal Platz und erzählen Sie uns, was Sie über die Braut von Herrn L-anos wissen." Hanke setzte sich und langte in das Zigarettenetui des Kriminalrats. „Danke schön", sagte er, nachdem er sich die Ziaarette angesteckt hatte, „ja, da ist nicht viel zu er- zählen. Sie kam öfters zu ihm, manchmal blieb sie auch über Nacht oben, manchmal ein paar läge, manchmal kam sie eine ganze Woche nicht. Sie kam auch manchmal, wenn er nicht da war und x hatte den Wohnungsschlüssel und den Hausschlüssel, und ich habe ihr schon oftmals gesagt, Fräulein, habe ich gesagt, das geht aber nicht. Sie wohnen hier nicht, und Hausschlüssel sind nur für die Mieter —" „Und was hat sie daraus geantwortet?" fragte Wenig. „Och, sie sagte so ganz fein: Ach, verzeihen Sie, mein Herr, aber wer sind Sie? Ich sage: ich bin der Portier, sage ich, und ich muß auf Ordnung im Hause sehen. Tun Sie das und belästigen Sie mich nicht weiter, hat sie dann gesagt. Und dann ist sie weggerauscht. Ich sage zu meiner Frau: ein freches Frauentzimmer. und meine Frau meint, das jft eine Ausländerin, vielleicht eine Polin, weil sie so ein schwarzer Deibel war und so kornisch betont hat. Na, jedenfalls ich rauf zur Hauckwitz und sage ihr das. Sie sagt, wenn Herr Lanos seinen Schlüssel seiner Braut mal gibt, so kann sie nicht dafür. Sie kann nicht immer hinter ihrem Zimmerherrn her sein. Da hat sie ja recht, aber sie muß ihm das eben verbieten." „Sehr schön, und was war nun am 28. August, also am Mordtage?" unterbrach ihn der Kriminalrat. „Das kann ich gar nicht mehr vergessen, so oft bin ich danach gefragt worden. Da war erst so gegen 6 Uhr abends der Mann, der vor dem Hause stand. Als Herr Lanos kam, stand er gerade an der Ecke zur Budapester Straße und rannte zurück und ging hinter ihm hinein. Herr Lanos kam so gegen 8 Uhr. Halb neun kam er dann mit der Braut herunter—" „Und wann ist die Braut denn gekommen?" „Das weiß ich nicht, denn immer kann ich nicht in meiner Loge hocken. Vielleicht nachmittags, wie ich Kaffeetrinken war —" „Wann trinken Sie denn Ihren Kaffee?" „So gegen fünfe.“ „Aha. Können Sie beschwören, daß die Braut mit Lanos gegen halb neun Uhr herunterkam?" „Wegen der Braut — ja. Aber wegen Lanos nicht. Denn der ging im Dunklen, immer hinter ihr, so daß ich fein Gesicht nicht sehen konnte. Ich habe eben angenommen, daß es Lanos ist, aber beschwören? Nee, Herr, das kann ich nicht." Wenig warf ihm einige Postkartenansichten hin. Es waren die Bilder von Schauspielerinnen, von denen er die Namen unten abgeschnitten hatte. „Sehen Sie mal zu, Herr Hanke, ob die Braut unter diesen Damen ist. Prüfen Sie jedes Bild genau uni) dann sagen Sie mir, welche von den Damen sie ist. Und ob sie überhaupt dabei ist." Hanke nahm bedachtsam die Bilder in die Hand. Zugleich begann er zu lächeln. „Das ist doch die Dings, die — na, wie heißt sie denn — die Pola Negri, nee, die war es nicht, Herr Kriminalrat, die hätte ich schon erkannt. Und hiex, das ist die Maria Andergast, die war es auch nicht — aber hier", rief er plötzlich, indem er eine Karte hochhob, „das ist sie, und sie hatte auch immer den Hut auf und den Mantel, natürlich, das ist sie, Herr Kriminalrat —" Wenig nahm das Bild auf, das ihm Hanke hin- aereicht hatte. Es mar jenes Bild, Has ihm Irene Norodna gegeben hatte. Nun, dachte er, das ist ja ein Lichtblick. Die Norodna ist also die Braut von Lanos gewesen, die bei ihm oft gewohnt und ihn am Mordabend besucht hat. „Es ist gut, Herr Hanke, Sie sind bereit, zu beschwören, daß das die Dame ist, die oft zu Lanos kam, die die Schlüssel hatte und die auch am Mordabend da mar?" „Jamohl, das kann ich beschwören." „Schön. Dann unterschreiben Sie jetzt das Protokoll, das Ihnen der Kriminalsekretär jetzt vorlesen wird. Dann können Sie nach Hause gehen." Hanke erhob sich, hörte sich aufmerksam an, was Krähe ihm vorlas, unterschrieb und wollte gehen. „Sprechen Sie aber nicht draußen mit Frau Hauckwitz, Hanke", warnte ihn Krähe, „das ist verboten." „Nee, ich bin nicht so vergnügungssüchtig. Guten Abend." Wenig trat ins Nebenzimmer, wo Willis noch saß. „Sie können Fräulein Perling beruhigen, Herr Willis", sagte der Kriminalrat zu ihm, „bie Dame, die oft bei Lanos mar, mar sie bestimmt nicht —" „Wer mar es denn?" fragte Willis schnell. Der Kriminalrat zuckte die Achseln. „Das — kann ich Ihnen nicht sagen. Ich brauche Sie jetzt nicht mehr. Bitte sprechen Sie nicht über das, mas Sie feststellten, und roas mir miteinander besprochen haben. Zu niemandem, Herr Willis. Ich denke, Sie merden bald weiteres von mir hören. Wann ist die Jubiläumsvorstellung? Heute"" „Nein, am Sonntag." „Vielleicht werde ich hinkommen —" „Darf ich Ihnen eine Karte schicken?- „Das märe reizend. Zwei, wenn ich bitten barf, denn ich werde mit Herrn Krähe kommen." Als Willis gegangen mar, meinte Krähe: ,Jst das nicht bißchen spät — am Sonntag? Ich meine: frische Fische, gute Fische —" ,Lch habe ihm das nur gesagt, damit unsere Überraschung nicht danebengelingt, Krähe", gab Wenig zur Antmort, „mir kommen eben unerwartet etmas früher — und das rnird recht gut sein. Ich halte Tjillis zrnar für einen anständigen Kerl, aber selbst von anständigen Menschen soll man sich nicht zu sehr in die Karten sehen lassen. Holen Sie Frau Hauckwitz herein, Krähe." Frau Hauckwitz saß mit hochrotem Kopf auf ihrer Bank und schimpfte wütend hinter Hanke drein. Als der Portier nämlich in den Flur getreten war, mar Frau Hauckrnitz roie ein Stoßvogel auf ihn losge- fchosfen und hatte ihn mit Fragen überfallen. Sie rnollte sich gern ein bißchen informieren, um zu wissen, mas sie drinnen sagen sollte. Aber Hanke lächelte sie frech an und sagte: „Ich habe gar keine Zeit, Frau Hauckrnitz, ich muß den Hof sauber machen und das Flurfenster dichten, damit es nicht mehr zieht." „Ach, Unsinn, Hanke, das habe ich doch bloß so gesagt, sagen Sie mir doch menigftens, mas die Sie drinnen gefragt haben und mas sie gesagt haben, ich muß doch —" „Nichts meiter", lachte Hanke wieder, „der Kriminalrat hat mich nur gefragt, ob es regnet —" „Ob es -regnet?" wiederholte Frau Hauckwitz erbost. „Ja, und roas ich vom Wetter halte, und dann haben wir uns über die politische Lage unterhalten und so haben wir denn ein bißchen geklönt." „Hanke", fauchte sie jetzt, „wenn Sie mich auf den Arm nehmen wollen —" „Nee, ich habe das Reißen im Arm und da schaffe ich drei Zentner nicht mehr — na, mir sehen uns ja noch — auf Wiedersehen —" Sie rief ihm noch einige fromme Wünsche n"ch und zog sich dann zu ihrer Bank zurück. (Fortsetzung folgt.) 1591 D 15720 17. Mai, um 14 Uhr statt. nÄW.<»-als VVerbed. uame Warenh.all. 1582 D TH IE ATER der Universitätsstadt Gießen M WM! ßnnMIi (besonders Kochschrift?) als Werbed. f. Spez.-Art in arenh. all. gr. Städte und !. Gut. Verd. gar. Bildan- a. Platz ges. geböte unter D 2730 an Hanex, Hamburg 36. iwsV Statt Karten! Für die freundlichen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung sagen wir unseren herzlichsten Dank Willi Georg und Frau Lenl, geb. Roth Gießen, Mai 1942. Mittwoch, den 13. Mal 19 bis 21.30 Uhr: 32.Mittwochmiete u.HalbmieteB Erstaufführung Tanz-Abend Preise von 0.60 bis 3.10 RM. 1554 D Die Deolsdie Arbeitsfront E USD.,.Kratt dürdtFrende' Kreisdienststelle Wetterau Hart und schmerzlich traf uns die unfaßbare Nachricht, daß mein herzensguter Mann, mein ganzes Glück, der treusorgende, liebevolle Vater seines Kindes, unser guter, unvergeßlicher Sohn und Bruder, unser stets hilfsbereiter Schwiegersohn, Schwager und Pate Heinrich Schmidt Soldat in einer Panzer-Division kurz vor Vollendung seines 34. Lebensjahres im Osten den Heldentod fand. Seine Lieben und die Heimat wiederzusehen war seine größte Hoffnung. In tiefem Schmerz: Frau Lina Schmidt, geb. Hahn, und Sohn Horst; Kaspar Schmidt und Frau; Familie Karl Schmidt; Kath. u. Anna Schmidt; Adolf Hahn,Schmiedemeister, u. Frau; Otto Hahn, z.Z. Wehrmacht, und Frau; Gretel Hahn; Karl Hahn, z. Z. Lazarett; Robert Hahn, z.Z. Wehrmacht, und Kurt Hahn, Rödgen, den 11. Mai 1942. Die Trauerfeier findet Sonntag, den 17. Mai, nachmittags 31/- Uhr, in der Kirche statt. 6 02242 SommerxModensdiau 1942 Schönes Modeschaffen und interessante Anregungen Modell-Vorführungen durch Kölner Vorführ-Damen 100 Modelle: Bunte Beyer-Schnitte, Kübler-Kleider MitlmprägnolbehandelteModelle.ROGO-Strümpfe * Ansage: Erna Monien Leitung: J.M.Ewald Langen,Lev.-Schlebusch 3,b.Köln >CAF6 WIEN«, GIESSEN MITTWOCH, 13. MAL u. DONNERSTAG, 14. MAI 16 und 20 Uhr Eintritt 75 Rpf. und städtische Steuer - Karten im Vorverkauf am Büfett-Tischbestellung rechtzeitig erbeten junge Verkäuferin für Lebensmittelgeschäft, evtl, junge Frau, als Aushilfe für halbe Tage per sofort gesucht. Schriftl. Angebote unter 02255 an den Gießener Anzeiger erbet. Tagesmädchen für Geschäfts- haushalt gesucht. [02244 Blockstraße 10. Tieferschüttert und unerwartet traf uns das Schicksal mit der schmerzlichen Nachricht, daß mein lieber, herzensguter Mann, der treusorgende Vater seines Söhnchens, unser unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Pate Wilhelm Horn Gefreiter in einem Pionier-Bataillon am 1. April 1942 bei den schweren Kämpfen v im Osten, kurz nach seinem 31. Geburtstage, sein treues Leben für sein Vaterland geopfert hat. Sein größter Wunsch, die Heimat und seine Lieben wiederzusehen, bleibt unerfüllt. In tiefer Trauer: Emma Horn, geb. Horn, u. Söhnchen Karl-Heinz; Marie Horn Wwe.; Heinrich Haas III. u.Familie; Heinrich Horn III. und Familie; Gefreiter Karl Horn, z.Z. in Urlaub; Soldat Ludwig Horn und Familie; Gefr. Philipp Horn, z. Z. im Felde, und Familie; Otto Horn und Familie; Obergefr. Ernst Horn, z.Z. im Felde; Jakob Horn IV. und Frau; Hans Kraft und Familie und alle Angehörigen. Steinbach, Steinberg, den 13. Mai 1942. Die Gedächtnisfeier findet am Sonntag, dem EE Klärung in der HJ.-Klasse ist durch die Nie- derlaqe der Gießener noch nicht erfolgt. Gießen führt jetzt bei 7 Spielen mit 11:3 Punkten, wahrend Lang-Göns mit 6 Spielen 8:4 Punkte besitzt. Ebenso hat Grüningen bei 4 Spielen und 4:4 Punkten noch geringe Aussichten. Lang-Göns — Mtv. Gießen 7:3 (4:1). Das Zusammentreffen beider führenden Mannschaften brachte den Einheimischen einen klaren Sieg. Gießen konnte wohl verstärkt antreten, hatte Abschluß. Gießener Gchlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Derteilungsmarkt) m der Drehversteige- rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 42 bis 46 Rpß, Bullen 43 bis 49, Kühe N bis 48, Färsen 40 bis 49, Kälber 38 bis 57, Schafe 25 je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden ,e kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse■ a (150kg und mehr) 1,25 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (100 bis 119 5 kg) 123 d (80 bis 99,5 kg) 1,15, e—f (unter 80 kg) 111 gl (fette Specksauen) 1,25, i (Altschneider) 1'25' g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt. * ** Ausgabe von Fischvollkonser0en. Bon heute ab werden die vorbestellten FlsHvoll- konserven ausgegeben. Näheres in der Bekanntmachung des Ernährungsamtes Abt. B. Strafkammer Gießen. Schi-S-mmlung für unsre tapferen Soldaten an der Front wurde dem Schisport ein Halt geboten. Trotzdem führte der Verein nochmals zwei Fahrten m das Walsertal durch, die auch ohne Bretter den Kameradinnen und Kameraden Freude und Erholung gaben. Ein Kameradschaftsabercki, der unter dem Motto „Und dennoch weitermachen durchgeführt wurde, war sehr gut besucht. Filmoorfuhrun- gen und ein Harmonika-Orchester bereicherten den Abend. Weiter gab Kamerad Hanauer die Richtlinien für bas neue Geschäftsjahr bekannt. Als Ergänzungssport für den Winter soll wieder Tennis und Leichtathletik betrieben werden auch Wanderungen in die nähere Umgegend sollen Iatt^dem Zum Schlüsse dankte der stellv. Veremsfuhrer den Mitgliedern, die sich für das verflossene Jahr zur Verfügung stehen. Frl. Muhl als Kassenwartin gab einen kurzen Bericht über die finanzielle Lage des Vereins, die in bester Ordnung befunden wurde. Mit Filmvorführungen fand die Versammlung ihren über feinen Wagen gewesen. Straferschwerend wirkte der Umstand, daß em Menschenleben vernichtet wurde, strafmildernd dagegen die. seitherige Unbescholtenheit des Angeklagten. Jugendliche in Schanklokalen. Der Gastwirt darf einen Ausweis verlangen Lpd. Frankfurt a. M., 12. Mai. Rach der Polizeioerordnung zum Schutze der Jugend vom 9 März 1940 dürfen sich Jugendliche unter 18 Jahren, die sich nicht in Begleitung des Erziehungsberechtigten oder eines von ihm beauftragten Erwachsenen befinden, nach 21 Uhr nicht m Gaststätten aufhalten. Für Jugendliche unter 16 Jahren ailt dies auch ohne Beschränkung auf die spaten Abendstunden. Ein Gastwirt, der Jugendlichen einen Verstoß gegen diese Vorschriften vorsätzlich oder fahrlässig ermöglicht, macht sich strafbar Der Inhaber eines viel besuchten Frankfurter Abendlokals, in welchem die Polizei wiederholt Jugendliche ohne Begleitung Erwachsener festgestellt hatte wies vor Gericht darauf hin, daß er auf das Verbot durch Anschlag von Plakaten im Lokal aufmerksam gemacht habe und daß allabendlich um 21 Uhr vom Musikpodium aus die Jugendlichen zum Verlassen des Lokals aufgefordert wurden. Er Überzeuge sich auch durch Stichproben davon, daß der Aufforderung Folge geleistet werde, fühle sich aber nicht berechtigt, von Jugendlichen, die behaupteten Tagung des RS^L. NSG. Der Nationalsozialistische Reichsbund für Leibesübungen hatte die Amtsträger und Amtsträgerinnen des Sportgaues Hessen-Nassau über das vergangene Wochenende zu einer Arbeitstagung m die Gauhauptstadt Frankfurt am Main eingeladen. Ären Auftakt bildete eine Veranstaltung nn Großen Sitzungssaal des Adolf-Hitler-Hauses am Sams- taqnachmittag. , .... ?)er stellv. Sportgauführer, Obersturmbannführer Rieke begrüßte außer den Vertretern von Partei und Staat vor allem die zahlreich erschienenen Gaste. Er betonte in seinen Ausführungen, daß sich der NS-Reichsbund für Leibesübungen in seiner gesamten Arbeit auf die kriegsbedingten Belange umgestellt habe. Allgemeine Ertüchtigung, Hebung der Volksgesundheit, Erziehung zum Wehrwillen und Wehrertüchtigung seien die wesentlichsten Forderungen und Grundsätze für diese wichtige, der völkischen Gesamtheit dienende Aufgabe. Der stellv. Gauleiter Linder, der im Auftrage des dienstlich verhinderten Gauleiters erschienen war überbrachte zunächst die Grüße des Gauletters und ging in fernen Ausführungen von dem Grundsatz aus, daß die gesamte Arbeit jedes Einzelnen, wo er auch immer stehe, unter dem Gesichtspunkt des unerschütterlichen Siegeswillens zu stehen habe. Er rollte in lebendiger Schilderung die jüngsten politischen Ereignisse auf und wies die geniale Taktik des Führern nach, den bolschewistischen Vernichtungs- Veranstallungsring der Hitlerjugend Samstag, den 16. Mai 1942 7. Vorstellung: „Königskinder“ Oper von Humperdinck. Beginn: 18.30 Uhr. isasD Karten versand ab Mittwoch, den 13. Mai 1942. Sämtliche Karten werden mit der Post zugeschickt. Die Karten mit dem Aufdruck 18. Mai 1942 behalten ihre Gültigkeit für Samstag, den 16. Mai 1942. CkcA Satyiaflsi ! 27 / Ein« Do.« „KM«" r«i Seltcrswea 3. lichtspiel-th eateh Gloria-Palast, Seltersweg: Die Sache mit Styx 1598A Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Alles hört auf me in Kommando Tägl. 3,5.15,8, So. 2.30, 5, 8 Uhr 18 Jahre ölt zu sein, einen Ausweis zu verlangen Das Amtsgericht Frankfurt a. M. hatte den Wirt freiqesprochen. Die Strafkammer des Landgerichts verurteilte ihn aber zu einer Geldstrafe. Es führte aus, daß der Schankwirt kraft feines Hausrechts und seiner Verantwortung für die Befolgung der polizeilichen Vorschriften berechtigt und auch verpflichtet sei, sich in Zweifelsfallen von den Jugendlichen Ausweispapiere vorzeigen zu laßen und sie, falls sie dies nicht vermögen oder es verweigern, aus dem Lokal zu weisen habe. Im übrigen waren m dem fraglichen Lokal auch 14jährige Mädchen aus- aegriffen worden, die auch ohne Ausweis als fugend- kich zu erkennen waren. Don einem Lastauto totgefahren. * Wetzlar, 12. Mai. In den gestrigen Abendstunden wurde in Aßlar vor der Aßlarer Hütte der sieben Jahre alte S 0 h n des Arbeiters Wilhelm D e b u s, als er über die Straße zu einem von feinem Großvater gelenkten Gespann laufen wollte, von einem beladenen Lastkraftwagen üb erfahren und fo schwer verletzt, daß der T 0 d des bedauernswerten Kindes auf der Stelle eintrat. Der Lastkraftwagenführer versuchte seinen Wagen durch scharfes Bremsen nod) vor dem Kinde zum Stehen zu bringen, was jedoch leider nicht gelang; dagegen l geriet das Auto bei dem starken Bremsen ms Schleudern und stieß mit einem Kuhfuhrwerk zusammen, wodurch erheblicher Materialschaden an l dem Fuhrwerk entstand. jedoch in der Aufstellung einen Fehler begangen. Ihre bekannten wurfkräftigen Sturmer wurden ver« türkt bewacht, wodurch sie nicht zur Entfaltung kommen konnten. Alle weiteren Anstrengungen (heiterten an dem restlosen Einsatz der Platzbesitzer. Die Mannschaft lieferte wohl eines ihrer besten Spiele. Den Führungstreffer konnten die Gaste bald ausqleichen. Lang-Göns kam dann mepr auf und gab bis zur Halbzeit den Ton an. Mit drei weiteren Toren sicherte man sich schon einen Vorsprung. Nach der Pause konnte Gießen zwei Treffer aufholen und das Spiel offen gestalten. Watzenborn — Holzheim 7:7. Zu diesem Spiel war der Schiedsrichter nicht erschienen so daß eine Wertung als Punktspiel wohl nicht erfolgen wird. Obwohl die Platzmannschaft nur • mit neun Spielern antrat, gelang ihr überraschenderweise ein Unentschieden. Die Gäste waren gezwungen, mehrfachen Ersatz einzustellen, der sich nicht bewährte. Dazu nahm man das epiel noch zu leicht. Die Platzmannschaft ließ sich nicht beirren und holte den Vorsprung der Gäste immer wieder auf. Universität Gießen in Marburg. Am heutigen Mittwoch fährt die Fußballmannschaft der Universität nach Marburg, um mit der dortigen Studentenschaft ihre Kräfte zu messen. Da die Gießener noch eine Niederlage gutzumachen haben, werden sie alles daransetzen, erfolgreich abzw schneiden. Das wird jedoch nur gelingen, wenn sich der Sturm zu einer einheitlichen Leistung zusam- menfinden wird. Kurze Sporinotizen. Die Reichsjugendführung veranstaltet vom 25. bis 29. Juni in Ballenstedt (Harz) einen Reichswettkampf der Modellflug-Gruppen, bei dem neben fliegerischen auch sportliche Leistungen geniertet werden. Teilnahmeberechtigt sind alle Gebiete der HI. 8 4 Turner werden in diesem Jahr zu den Ge- rätmeisterschaften am 30. und 31. Mai in ®r^5^I.u zugelassen. Willi Stadel und Karl Stadel sind die Titelverteidiger.___________________________ — Hauplchristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HmwtschrifUeiters: Emst Blumschein. Verantwortlich für Pollllk und Bllder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Stadt Gießen, Provinz, Wirtichaft und Sport: Emst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleller: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Donnerstag, den 14. Mai: Beginn der Tenniskurse Regelmäßige Uebungsstunden: Donnerstags von 18.00 bis 20.00 Uhr Sonntags... von 8.00 bis 12 00 Uhr Teilnehmergebühr bei mindestens 12stündiger Verpflichtung: die ersten 4 Stunden ... insgesamt RM. 6.00 xjede weiteren 4 Stunden insgesamt RM. 5.00 Schläger und Bälle werden gestellt. Anmeldungen in der Kartenverkaufstelle der NSG. »Kraft durch Freude«, Gießen, Seltersweg 60, Telefon 2141. 1564 D NS.- Gemeinschaft Abteilung Kraft durch Freude Volksbildungswerk Kreisdienststelle Wetterau und Deutsch-Japanische Gesellschaft Zweiggesellschaft Südwestdeutschland, Sitz Frankfurt am Main Sonntag, 17. Mai, 19.30 Uhr, Gießen, Neue Aula der Universität Der Kampf Japans um den Groferaum Ostasien Redner: Admiral z.V. Richard Foerster Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Berlin Eintrittspreis : RM. 1.—, auf Mitgliedsausweis des Gießener Vortragsringes RM.0.80, Wehrmacht u. geschlossene Formationen RM. 0.50, in der Kartenverkaufsstelle der NSG.-Kraft durch Freude, Seltersweg 60, Fernruf 2141, und an der Abendkasse. Die Plätze sind numeriert. A.ll.Mai,18Uhr, v.Ecke Schubert- ftrabe zur Obus- Haltestelle e.Paar braune Tamen- lederhandschube verloren.Abzug. geg. Bel. auf d. 0224V Fundbüro. Nachhilfe in Englisch für 12iäbrig. Jung, gesucht. [1596D Lotz, Streu- u. Jäucher- Sägmehl gibt laufend ab Ludwig Debns, Münzenberg. 1515 D Tel. 37. Kaufgesuche"] Suche 5W- und SMiMeMi neu oder gebr., zu kaufen. (02220 Karl Wilke. Masch.-Schloss., Wiescck. Weg 26 Gut erhaltene Hobelbank z. kaufen gesucht. Sckr. Ang. unt. 02219 a.d.G.A. 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