192. Jahrgang Nr. 85 Erscheint täglich, außer Sonntags unb feiertags Beilagen: Gießener rvamilienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernlvrecbanschluß 2251 Drahtan^Ärift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf./M. Gießener Anzeiger vrühlsche UniverfitStrdruckerri 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen »ittzen?Sch«lftratz«r-y Montag, 13. April (942 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8’/, Uhr desBormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rpf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung MalstaffelI AbschlüsseMengenstaffelS Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/» mehr Lripps hat Indien nach dem Scheitern seiner Mission verlassen. Stockholm, 12.April. Reuter verbreitet die Meldung, daß Cripps mit seiner Begleitung a u f der Reise nach London in Karachi, dem indischen Hafen am Persischen Golf, eintraf. Vorher hatte Cripps versucht, in einer Rundfunkrede in Neu-Delhi die Abfuhr zu bemänteln, die er sich durch das Scheitern seiner Verhandlungen in Indien geholt hat. Cripps versuchte den Abbruch der Verhandlungen der Uneinigkeit der indischen Führer in die Schuhe zu schieben. Er beteuerte die Aufrichtigkeit des britischen Wunsches, „Indien sobald wie praktisch möglich seine Freiheit anzubieten". Dabei mußte er aber zu geb en, daß selbst bescheidene Wünsche der Inder rundweg abgelehnt wurden. Er ließ jedoch durchblicken, daß er die Hauptschuld am Scheitern der Verhandlungen der Kongreß-Partei und ihren Führern zumißt. Cripps erklärte, solche Kritik, wie sie an den britischen Vorschlägen geäußert wurde, helfe nicht auf den Weg zu einem Kompromiß. Ein solches sei aber notwendig, um die in« vischen Probleme zu lösen. Wenn die Kongreßführer mit den anderen Parteien hätten zusammen arbeiten wollen, so wäre ein Ergebnis vielleicht doch erreicht worden. Die Antwort der Kongreß- Partei stelle aber fest, daß die indische Selbstregierung eine Farce sein würde, solange man dem indischen Volk die Verantwortung für seine Verteidigung voretithalte. Der britische Plan verhindere, daß eine völlig freie Selbstregierung in Indien zu- standekomme. 'Cripps erklärte, daß weitere Zugeständnisse auf dem Gebiet der Verteidigung nicht gemacht werden könnten, ohne die Erfüllung oer Aufgaben des Generals Wavell zu gefährden. Die Verteidigung Indiens werde die Aufgabe des Generals Wavell fein, aber die höchste Verantwortung trüge die britische Regierung. Sie könne sich ihrer nicht entledigen. Die britische Regierung betrachte die in dem Cripps-Plan gemachten Vorschläge als zurückgezogen, der frühere Zustand im Verhältnis zwischen Indien und dem Empire sei wiederhergestellt. Cripps sagte, nicht nur die Antwort der Kongreß-Partei, sondern auch andere Antworten, die er erhalten habe, hätten ihn veranlaßt, der Regierung zu raten, ihre Vorschläge zurückzuziehen. England würde mit amerikanischer Hilfe alles tun, um Indien zu verteidigen. Der Arbeitsausschuß der Kongreßpartei veröffentlichte die einsttmmig angenommene . Entschließung über die Ablehnung der brittschen Vorschläge. Darin wird sestgestellt, daß die wesentlichste Voraussetzung für die Einreihung Indiens in die englische Front immer die Freiheit Indiens gewesen sei. Die englischen Vorschläge hätten sich jedoch grundsätzlich nur auf die Zeit nach Einstellung der Feindseligkeiten bezogen. Der Ausschuß anerkenne, daß die britische Regierung das Prinzip der Selbstbestimmung für das indische Volk angenommen habe. Sie habe jedoch an Bedingungen geknüpft, welche die Entwicklung auf das äußerte aefährdeten. Die Tatsache, daß die 90 Millionen Inder der indischen Fürstenstaate« durch den britischen Indien-Plan vollkommen übergangen und der freien Verfügung ihrer Herrschaft überantwortet wurden, stellte eine Verleugnung des Selbstbestimmungsrechtes dar. Enklaven, in denen fremde Auchritäten weiterhin vorherrschend seien und die Möglichkeit hätten, Stteitkräfte zu unterhalten, würden eine dauernde Bedrohung ganz Indiens bedeuten. Einen ebenso schweren Schlag für den Grundsatz der Einheit Indiens würde es bedeuten, wenn jeder Provinz das Recht zugestanden werden sollte, dem indischen Staat nicht beizutreten. Der Ausschuß denke nicht daran, die Bevölkerung irgendwelcher indischen Gebiete zur Einheit zwingen zu wollen. Er fei jedoch der Auffassung, daß alle Anstrengungen gemacht werden müßten, die verschiedenen Gruppen zum Anschluß an nationale Zusammenarbeit zu veranlassen. Mit den Grundsätzen eines starken nationalen Staates sei es durchaus vereinbar, wenn jede territoriale Einheit des indischen Volkes innerhalb der' Union die größtmögliche Selbständigkeit erhalle. Die britischen Vorschläge würden jedoch schon zu Beginn des Bestandes der Union zu Ab- trennungsversuchen führen. Auch das Schreiben der Moslem-Liga an Cripps bezeichnet die englischen Vorschläge als unannehmbar. Das den einzelnen indischen Provinzen zu gestand ene Recht, sich aus der geplanten indischen Föderation auszuschließen, entspräche zwar den mohammedanischen Wünschen, jedoch seien die von den Engländern vorgeschlagenen Modalitäten derart, daß die Sicherung der mohammedanischen Interessen gegenüber den Hindus nicht erreicht werde. Besonders sei die Beibehaltung der heutigen Provinz-Grenzen unannehmbar, denn die indischen Provinzen verdankten ihre Entstehung lediglich Der» waltungLmäßigen Erwägungen der britischen Behörden. Der Präsident des indischen Nationalkongresses, A z a d, hat Cripps einen Brief geschrieben, der selbst in der von Reuter verbreiteten Formulierung erkennen läßt, wie nichtssagend die britischen Versprechungen und wie hinterhältig die englische Verhandlungstaktik war. Der Kongreß sei, so heißt es in dem Schreiben, bereit, die Verantwortung zu übernehmen, vorausgesetzt, daß eine wahrhaft nationale Regierung gebildet werde. Cripps' Entschuldigungsversuche, die Inder seien an dem Scheitern der Verhandlungen schuld, wird durch die Erklärung widerlegt: „Es ist eine weltumspannende Tragödie, daß selbst in dem Augenblick, in dem die öffentliche Meinung Indiens sich vollständig einig ist, die britische Regierung keine freie nationale Regierung geftatten will. Wir mußten zu der Schlußfolgerung kommen, daß die britische Regierung einer BeherrschungJn- b i e n 5 die größte Bedeutung beimißt, und daß sie deswegen Zwietracht und Uneinigkeit in'Indien fördert. Indien sei davon überzeugt, daß man sich auf halber Linie getroffen hätte, wenn die britische Regierung nicht wieder ihr« Zersplitterungspolitik verfolgt hätte. Wir sind nicht daran interessiert, daß der Kongreß als solcher die Macht bekommt, so schreibt Azad zum Schluß, sondern wir sind am indischen Volk als ganzes interessiert, an feiner Freiheit und an feiner Macht." Die englische Presse macht kein Hehl aus ihrer zunehmenden Gereiztheit über das Scheitern der Verhandlungen in Indien. „News Chronicle" schreibt, am Donnerstagabend habe man eine Definition in der Verteidigungsfrage gefunden, über die beide Parteien einig gewesen seien. Dann aber hätten die Kongreßmitglieder unter der Führung von Nehm mit einer Mehrheit von sieben gegen sechs Stimmen beschlossen, den britischen Plan m seiner Gesamtheit abzulehnen. Der Korrespondent des „Daily Herold" telegraphiert aus Neu-Delhi, man habe dort das Gefühl, daß eine Reihe von Mitgliedern der Kongreß-Partei entweder in einigen Punkten einen Rückzieher gemacht oder in gewisse Worte zu Stockholm, 11.April. (DNB.) Stalins Abgesandter bei Rosevelt, der Jude Litwinow- Finkelstein, forderte erneut eine sofortige L) f f e n s i v e der Briten und Nordamerikaner gegen Deutschland zur Entlastung der Sowjets, nachdem sich das Anrennen der bolschewistischen Millionen- massen gegen die deutsche Winterfront als völlig nutzlos erwiesen hat. Der Sowjetboschafter betonte, die vorteilhafte Lage der Dreierpaktmächte sei schon daraus zu erkennen, daß niemand im Lager der Verbündeten wisse, wo der n ä ch st e Schlag allen wird. Litwinow sagte: „Sofortige gemein» ame Anstrengungen werden benötigt", und zwar ollen es keine abstrakten ober Zukunftspläne fein. Jetzt müssen bie gemeinsamen Anstrengungen unternommen werden. Der Sieg wird uns nicht zufallen, wenn ein Staat seine Hauptkraft heute bei den militärischen Unternehmungen erschöpfen muß, während ein anöerer'feine Kräfte für mögliche Operationen in einer unbestimmten Zukunft aufspart. Der Sieg muß erst noch organisiert werden. Bisher tasten wir uns nur vorwärts. Der rechte Weg ist noch nicht gefunden. Es ist wesentlich, daß wir den Weg mit vereinten Anstrengungen finden, und wir müssen rasch handeln, oder der Weg dürfte versperrt sein. Die Achsenmächte können nicht durch eine Blockade Deutschlands oder lediglich durch Bombenangriffe auf deutsche Städte vernichtet werden, sondern nur durch eine Feldschlacht." Scharfe Kritik an Englands Seestraiegie. Stockholm, 11. April. (Europapreß.) Der Zusammenbruch der indischen Verhandlungen und die schweren Verluste der britischen Flotte im Indischen Ozean haben allgemein Unruhe in England heraufbeschworen. Die Londoner Presse ist voll von Kritik, die sich jedoch nicht gegen den Jn- dienvorschlag an sich richtet, sondern gegen die militärische Kriegführung, namentlich die <5eeftrate- ?; i e. Besonders besorgt äußert sich der als Marine» achmann geltende Lord W i n ft e r in einem Interview mit dem „News Chronicle". Winstey sagt, es fei wieder einmal mit unzulänglichen Mitteln etwas versucht worden. Die Planlosigkeit der Admiralität habe schon srüher große Opfer gefordert und müsse endlich beseitigt werden. Die drei großen Seeverbindungen durch den Indischen Ozean nach Suez, über den Nordatlantik und nach Murmansk konnten nicht alle drei gleich gut geschützt werden. Oer Wehrmachiberichi vom Samstag. DNB. Aus dem Führerhauptguartier, 11. April. Das Obertommanbo der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der £> die Spanier an. Aber die deutsche Abwehr stand wie eine Mauer. Von unseren Flügeln wurde unermüdliche Aktivität entfaltet. Aber wie schon vorher, so war auch jetzt Conen kein umsichtiger Angriffsführer. Decker schoß schon nach etwa 30 Minuten auf eine Flanke Dureks wieder schön auf das spanische Tor, aber Martorell hielt abermals sehr sicher. Als keinerlei Gefahr für unsere Mannschaft bestand, fiel in der 75. Minute völlig unerwartet der Ausgleich. Jahn ließ einen hohen Ball, den er anstatt zu fausten fangen wollte, fallen. Dom linken spanischen Flügel wurde das Leder über den Schlußspieler über das Tor gehoben. Da riß Rohde die Hände hoch, um den sicheren Erfolg zu verhindere Der Schiedsrichter mußte- auf „Elfmeter" entscheiden. Wuchtig, wenn auch nicht allzu placiert, schoß Campos den Ball ein. Unsere Mannschaft war durch diesen Erfolg des Gegners für einen Augenblick verwirrt, während Die Spanier selbstverständlich Auftrieb bekamen. In den letzten zehn Minuten versuchte der deutsche Sturm noch einmal den Sieg zu erringen. Mitten in einem deutschen Angriff pfiff der ausgezeichnet leitende italienische Schiedsrichter Barlassina den Kamps ab. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumichein. verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Tbyriot; für Stadl Gießen, Provinz Wirtichaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühtsche Univerfttätsdrucleret R. Lange K. G. Verlagsleiter: Tr.-Jng. Erich Hamann: Llnzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Aenflenmien der Badezeiten ab 14. Avril 1942 w 01668 Mittwoch. v. 14-19 Uhr für Damen Kassenschluß Vt Stunde vorher 1209 D GLORIfll 1229 D 01675 Fernsprecher 3731. 01676 1231 D POLOST Giessen Freitag • Freitag Freitag Geburtsanzeigen mi Brühl. 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Elnfamil.-Haus i.gut.Lageiof. o. spät. 3. miet. ges. Angebot, erbittet W.Olischlä er Holzgroßbandlg. Marburg Tel. 2216 Rotenberg 29. Hart und schwer traf uns die unfaßbare Nachricht, daß unser herzensguter, unvergeßlicher, jüngster Sohn, unser lieber, herzensguter Bruder, unser heißgeliebter, sonniger Nelle Hans Engel Gefreiter in einem Infanterie-Regiment im blühenden Alter von 20 Jahren an seiner schweren Verwundung gestorben ist. In unsagbarem Schmerz: Franz Engel und Frau Emma, geb. Schmidt Lotte Engel Walter Engel, z. Z. im Felde Ursula Engel Familie Hans Engel Familie Paul Valentin Anna Engel. Gießen, den 10. April 1942. Plötzlich und unerwartet verschied heute 1.30 Uhr mein lieber, herzensguter Mann, unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Ludwig Schaum IV. Rangiermeister i. R. im Alter von 75 Jahren. — Sein ganzes Leben war Liebe und Sorge für die Seinen. In tiefer Trauer: Frau Katharine Schaum, geb. Euler Wilhelm Schmidt u. Frau Kath., geb. Schaum Heinrich Luh und Kind Ursula Otto Weinandt und Frau Milli, geb. Schaum 7 Enkelkinder und alle Verwandten. Großen-Linden, Münster, den 11. April 1942. Die Beerdigung findet Dienstag, den 14. April, nachmittags 3% Uhr, von Frankfurter Str. 78 aus statt. MkseW" Heute mittag 12 Uhr entschlief still und Gott ergeben unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Onkel Herr Wilhelm Heinrich Leidich I. Kirchenrechner i. R. nach kurzer Krankheit im Alter von 89 Jahren. In stiller Trauer: Katharine Fay, Wwe., geb. Leidich Adam Bender und Frau Luise, geb. Leidich Wilhelm Engel und Frau Erna, geb. Fay Anneliese Fay, geb. Lotz, und Kinder Karl Jäger und Frau Frieda, geb. Bender und alle Angehörigen. Gröningen, Gießen, den 12. April 1942. Die Beerdigung findet Dienstag, 14. April, mittags 2 Uhr, statt. EIN VEIT HARLAN-FILM DERaB^ OTTO GEBÜHR . KRISTINA SÖDERBAUM GUSTAV FRÖHLICH . HANS NIELSEN P. Wegener • P. Henckels • H. Körber Buch und Regie: Veit Harlan Ein bewegtes Bild von menschlicher Größe und heroischem Opfermut in den gewaltigen Schlachten, die Friedrich der Große zur Sicherung vonVolk und Staat führen mußte. 3) ent sehe *Wo