(92. Jahrgang ttr.6} Erscheint täglich, nutzer Sonntags und feiertags Beilagen: Gietzener.>amilienblätter HeimatimBild DieDcholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gemalt Aerrrsvrechmischluk 2251 Drahtanschrift: Anzeiger" Postscheck 11686 Mantf.M. Gietzener Anzeiger vrühlfche Universttätrdruckerri R. Lange General-Anzeiger für Obechessen Sieben,^Schulftratze 7-9 8rettag,tz.MSrzt912 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr desBormittagS Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Nvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell AbschlüsseMengenstaffelü Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/» mehr Indien hat in diesem Kampf nichts zu verlieren als seine Kelten. Oie Mächte des Oreierpaktes Indiens natürliche Verbündete. — Ein neuer Aufruf Boses an das indische Volk. Berlin, 13. März. (DNB. Funkspruch.) Subhas Chandra Bose, der bekannte indische Nationalisten- sührer, der kürzlich mit einem Freiheitsmanifest das indische Volk zum Kampf gegen seine englischen Bedrücker aufgerufen hat, richtete am Mittwoch über einen Rundfunksender einen neuen Appell an Indien, in dem er sagt: Seit dem September 1939 hat das indische Volk immer wieder an die britische Regierung appelliert, sie solle die Prinzipien der Freiheit und Demokratie auf Indien anwenden und dadurch ihren guten Glauben beweisen. Einige Nationalisten sind sogar soweit gegangen, Großbritannien volle Unterstützung im Kriege anzubieten, falls Indiens nationale Forderungen erfüllt würden. Hierauf hat England nur mit einer Ablehnung geantwortet, und zwar nicht klipp und klar — was uns lieber gewesen wäre — sondern mit einer hinterhältigen und heuchlerischen Ablehnung. Die Engländer, die sich während der ganzen Dauer ihrer Herrschaft in Indien bemüht haben, im indischen Volk Zwietracht zu säen, haben nun diese künstlich geschaffene Uneinigkeit als Vorwand benutzt, um I n d i e n das Selb st be st immun gs recht zu verweigern. Die britischen Provagcmdisten versuchten, dem indischen Volk einzureden, seinem Lande drohe einfeindlicher Angriff, und die Grenzen Indiens lägen deshalb bei Suez und Hongkong. Unter diesem Vorwand wurden indische Truppen zwangsweise bis nach Libyen und Frankreich im Westen und bis nach Singapur und Hongkong im Osten geschickt, und zwar gegen den ausdrücklichen Willen des indischen Volkes. In Wirklichkeit hat aber Indien keine Wavell- schen Grenzen, die nur eine Ausgeburt der Phantasie sind, sondern seine Grenzen sind jene nationalen und geographischen Grenzen, die von der Dor- ehung und von der Natur selbst gezogen sind. Gren- en, die sich von Nord bis Süd, von Ost bis West sinziehen, hat nur das britische Weltreich. Und die- es Weltreich hat, gleichgültig, ob es von Konservativen oder von einem Labourkabinett regiert war, von einem Churchill oder einem Cripps, das indische Volk um Leben und Freiheit, um Brot und Waffen gebracht. Um dieses Weltreich zu retten und dadurch zugleich seine eigene Sklaverei zu verewigen, sollte das indische Volk unermeßlich bluten, arbeiten, Schweiß und Tränen vergießen, obgleich es im Grund außerhalb seiner eigenen Grenzen keinen einzigen Feind hat. Seit einiger Zeit haben die Engländer ihre Taktik geändert. Indische und andere Truppen werden nach Indien zurückgeschickt, und dem indischen Volk wird gesagt, jetzt würde es Krieg in Indien geben. Aber wer hat denn Himmel und Hölle in 'Bewegung gesetzt, um Indien in die Kriegszone hineinzuziehen? Hätte die britische Regierung im September 1939 Indien nicht zur kriegführenden Macht erklärt und hätte sie nicht mit allen Mitteln, sauberen und unsauberen, ver- fllcht, den Reichtum, die Menschenkrast, die Rohstoffe und die industriellen Möglichke'ten Indiens onszunutzen, um die britische Kriegsmaschine in Gang zu halten, hätte sie Indien nicht zu einem großen militärischen Stützpunkt gemacht, sondern hätte Indien neutral bleiben dürfen, wie Irland — dann wäre es überhaupt nicht möglich gewesen, Indien in diesen Krieg hineinzuziehen. Man wird von den Engländern vergeblich erwarten, daß sie Indien aus der Kriegszon-e heraushalten, um dem indischen Volk das Leid, das Elend und di? Entbehrungen eines modernen Krieges zu ersparen. Sie werden bei ihren militärischen Opera« honen keinen Augenblick zögern, auch unser Land zur verbrannten Erde zu machen. Das britische Weltreich, das ans Raub und Habgier entstanden ist und von Unrecht und Bedrückung lebt, wird auch weiterhin andere ausbeuten und terrorisieren so lange es besteht. Wenn das indische Volk sein Land aber aus dem Kriege heraushalten will, dann muß es selber die militärische Basis der Engländer m Indien beseitigen und der Ausnutzung Indiens zu imperialistischen Kriegszwecken ein Ende machen. Ein Sieg des britischen Weltreiches bedeutet die Verewigung unserer Sklaverei. Eine Eman'ipation Indiens kann nur durch den völligen Sturz dieses Weltreiches bewirkt werden. Deshalb handelt jeder Inder, der fetzt für Großbritannien arbeitet, gegen die wahren Interessen seines eigenen Landes und wird zum Verrät er an der Sache der Freiheit. Dis indischen Nationalisten werden nicht nur gegen ihre imperialistischen Herren zu kämpfen haben, sondern auch gegen die Lakaien des britischen Imperialismus. Churchill hat versprochen, Indien so bald wie möglich nach dem Kriege den Dominion-Status zu geben. Auf seinen Befehl hin, muß jetzt Sir Stasford E r i p v s nach Indien fahren, um bei den verschiedenen Dolksströrnungen eine Einigung zu erzielen und zu entscheiden, welche politischen Konzessionen gegenwärtig gegeben werden. Nur ein auf dem Monde Lebender kann annehmen, daß Indien heute noch den Dominion-Status innerhalb des Empire wünscht, oder daß sich auch nur ein einziger Inder findet, der noch das geringste Maß an Glauben für britische Versprechungen besitzt, die nach Beendigung des Krieges erfüllt werden sollen. In Indien weiß man gut genug, daß die viel besprochenen sogenannten Un-inigkeiten künstlich geschaffen wurden und daß, so lange die Engländer in Indien bleiben, sie ihre schändliche Politik des „Teile und herrsche" fortsetzen werden. Churchill und seinem Kabinett wird es bald klar werden, daß politische Brosamen, die man dem indischen Volk von Westminster aus zuwirft, nicht geeignet sind, es auf die Seite Englands zu bringen. Das britische Empire geht nun den Weg, den viele Weltreiche vor ihm gegangen sind, und aus feiner Asche wird ein freies und geeintes Indien emporsteigen. Deshalb hat auch der Besuch Cripps' ober irgendeines anderen englischen Politikers zu dieser späten Stunde für Indien keinerlei Bedeutung und wird auch im Lande kein Interesse mehr Hervorrufen. 3n dem gegenwärtigen, weltumspannenden Kampf versucht die eine Seite verzweifelt, den Status quo aufrechtzuerhalten, der sich aus dem Vertrage von Versailles und ähnlichen Verträgen der Vergangenheit ergeben hat, die andere Seite dagegen ist entschlossen, die alte Wettordnung umzustoßen und eine neue zu begründen. Indien hat in einem solchen Kampf nichts zu verlieren als feine Ketten. Die Hoffnungen und Dünsche des indischen Volkes können durch die Aufrechterhaltung der alten Dcltordnung nicht erfüllt werden, sondern nur dadurch, daß jene Deltordnung umgestoßen wird, die für sie Demütigung, Sklaverei und Tod bedeutet. Die Dächte des Dreierpaktes, Deutschland, Italien und Japan, die das zuwege bringen werden, sind deshalb unsere natürlichen Freunde und Verbündeten. Es ist eine unerhörte Lüge, zu behaupten, diese Dächte bedrohten Indien. Im Gegenteil, ich kann aus meiner genauen Kenntnis dieser drei Tlat'onen versichern, daß sie Indien und der indischen Unabhängigkeit ausschließlich Sympathie und guten Dillen entgegenbringen. Denn darüber je ein Zweifel bestanden haben sollte, so dürste die historische Erklärung, die der japanische Premierminister, General To jo, kürzlich abgegeben hat. meine Landsleute ein für allemal beruhigen, und kein Inder darf sich in Zukunft mehr von der britischen Propaganda täuschen lassen. Freuen wir uns deshalb, daß das britische Weltreich, unser Erbfeind, unter den gleichzeitigen Schlagen der Macht des Dreierpaktes am Zusammenbrechen ist. Freuen wir uns über das schnelle, siegreiche Dorrücken der japanischen Streitkräfte im Fernen Osten. Freuen wir uns, daß die in Versmlles begründete alte Wcltordnung vor unseren eigenen Augen zusammenstürzt. Und freuen wir uns der aufsteigenden Morgenröte, die Indien Freiheit und Gerechtigkeit, Glück und Wohlstand bringen wird. lleberall Fortgang der japanischen Operationen. Berlin, 13. März. (DNB. Funkspruch.) Die! Kampfhandlungen in Burma haben seit der Räumung Ranguns durch die britischen Seestreitkräfte an Heftigkeit zugenommen. Die Japaner haben ihre Trupppen im Raum von Pandoon- Tharrawaddy erheblich verstärkt und bedrohen die britischen Rückzugslinien nach Norden. Das Auftreten bewaffneter burmesischer Aufstän- bischer, die sich den Japanern zur Verfügung gestellt haben, erschwert die britischen Operationen außerordentlich. Die Japaner haben stärkere Panzereinheiten eingesetzt, m t denen sie den zurück- gehenden britischen Streitkräften ständig auf den Fersen bleiben. Im wesentlichen handelt es sich bei den Kämpfen nordwärts Rangun bis zur Linie Prome—Toungoo um Rückzugskämpfe. Schnelle japanische Verbände erreichten im Raum von Lepadan britische Nachhuten, die fast ausschl eß- lich aus Indern bestanden. Die indischen Einheiten wurden, soweit sie sich nicht kampflos ergaben, völlig vernichtet. Günstig für die Japaner ist der Umstand, daß ihre Nachschubwege durch den Fall Ranguns verkürzt wurden, während die wenigen britischen Rückzugsstraßen nach Norden durch ständige japanische Bombenangriffe zum großen Teil unbrauchbar gemacht worden sind. Westlich von Rangun stoßen stärkere japanische Einheiten über das Jrawadi-Delta auf den Hafen Bassein vor. Offenbar bestand bei den Briten die Absicht, einen Teil der vorher bei Rangun stationierten Truppen in Bassein nach Indien einzuschiffen. Durch die völlige Zerstörung der Hafenanlagen in Bassein durch japanische Luftangriffe ist dies jedoch unmöglich geworden. Die Briten versuchen nunmehr, sich in nördl cher Richtung auf Hen - zada durchzuschlagen. In M a n d a l e wurde der Belagerungszustand verkündet. Der britische Verbindungsoffizier zu den Truppen T s ch i a n k gisch e k s in den Schon-Staaten (Nordost-Burma) äußerte Zweifel darüber, ob es den den Sittang aufwärts zurückgehenden britischen Truppen gelingen werde, die Verbindung mit den chinesischen Truppen in Ost-Burma herzustellen. Der britische Rückzug verläuft infolge der Straßenschwierig- keiten zu langsam, um der großen japanischen Zangenbewegung noch rechtzeitig ausweichen zu können. Aus Sumatra verläuft der japanische Vormarsch weiter planmäßig. Nennenswerter Widerstand war von den japanischen Truppen nicht zu überwinden. Die japanischen Truppenlandungen auf Neu- Guinea gehen weiter. Die Flugplätze von Sela- maua und Lae sind von den Japanern besetzt und werden zur Zeit ausgebaut. Man rechnet mit einer Verbreiterung der japanischen Landungsbasis nach W e st e n. Trotz verschiedener Störungsversuche durch amerikanische Flottenverbände und australische Flugzeuge konnten bie Japaner bisher ihre Seeverbindungen nach Neu-Guinea offen halten, so daß der Nachschub sicherge stellt ist. Sala- maua ist einer bet wichtigsten Hasen des ehemaligen deutschen Mandatsgebiets. Lae war wegen seiner Nähe zu den am Südende gelegenen Goldfeldern von der australischen Regierung an Stelle von Ra- baul zur Hauptstadt des Mandatsgebiets gemacht worden. Lae liegt am Huon-Golf, Salarnaua weiter nördlich an der Wüste. Port Moresby, die Hauptstadt von Papuaian an der Südküste Neu- Guineas, erlebte abermals einen Luftalarm. Durch ihre neuen Flugbasen von Lae und Salarnaua auf Neu-Guinea sind die Japaner in der Lage, Port Moresby in weniger als einer Flugstunde zu erreichen. Salarnaua ist auch nur noch rund 1000 Kilometer von der Nordspitze des australischen Staates Queensland entfernt, das entspricht etwa der Entfernung von Aachen nach Königsberg. Die Meeresstraße zwischen Neu-Pommern und Neu- Guinea wird bereits von den Japanern völlig beherrscht, auch die Torres-S^raße und das ostwärts anschließende Korallenmeer liegen im Aktionsbereich der japanischen Luftwaffe. Daß auch der Feind die strateaische Bedeutung der japanischen Landung auf Neu-Guinea erkannt hat, geht daraus hervor, daß er einen erheblichen Teil seiner zahlenmäßig beschrankten Luststreitkräste (60 Flugzeuge) zu einem Angriff auf die gelandeten Japaner und deren Tran Sportschi ile sowie Kriegsschiffgeleit ansetzte, der jedoch unter Abschuß von vier feindlichen Flugzeugen von den Iapan-rn abgewiesen wurde. Heber Kampfhandlungen auf der Bataan- Halbinsel (Philippinen) liegen weder von amerikanischer, noch von japanischer Seite neue Meldungen vor. Offenbar besteht japanischerseits die Absicht, das amerikanische Widerstandsnest schon in den nächsten Tagen zu zerschlagen. Oke großen Erfolge unserer Unterseeboote in den amerikanischen Gewässern. Oer Wehrmachibericht. DNV. Aus dem Führerhauylquarller, 12. Därz. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auch gestern blieben die an verschiedenen Abschnitten der Ostfront wiederholten Angriffe des Feind.es erfolglos. Del eigenen Angriffen und Stoßtruppunternehmungen wurden mehrere Ortschaften genommen und dem Gegner hohe Verluste zugefügt. Am 10. Därz zerschlug das Infanterieregiment 17 durch Angriff mehrfach überlegene feindliche Kräfte in der Bereitstellung. Die Luftwaffe unterstützte erfolgreich die Kämpfe auf der Erde, führte rollende Angriffe gegen den Nachschub der Sowjets und bombardierte die Hafenanlagen von Sewastopol und Kertsch. In Nordafrika erfolgreiche Gefechte mit britischen Spähtrupps im Gebiet ostwärts Dechili. Im östlichen Dittelmeer erlitt ein britischer F'otlenverband schwere Verluste. Italienische Torpedoflugzeuge erziehen Treffer auf drei, deutsche fiimpffliegerfrS'fe auf einem britischen Kreuzer. Lin weiterer Kreuzer wurde durch zwei Torpedo- freffer eines deutschen Unterseebootes schwer beschädigt. Die durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben die Operationen deutscher Unterseeboote in nord- und mittelamerikanischen Gewässern zu neuen großen Erfolgen geführt. 17 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 109 000 BRT. sowie ein großer Bewacher und ein Unterseeboot-Jäger wurden versenkt. Ein Unterseeboot drang in den Jnnenhafen von Port L a st r i e s auf der britischen Insel Santa Lucia vor. Es versenkte zwei große am Kai liegende Schiffe und ein drittes Schiff im Seegebiet vor der Insel. Im Kanal griffen Schnellboote einen stark gesicherten feindlichen Geleitzug an und versenkten zwei Dampfer mit zusammen 5000 Bruttoregistertonnen. Vor der schottischen 0 ff f ü ff e beschädigten Kampff'ugzeuge ein Handelsschiff mittlerer Gröhe durch Bombenwurf. Bel den Unternehmungen In amerikanischen Gewässern zeichneten sich die llnferfeeboofe unter I Führung der Kapitänleutnante Achilles und jNlko Clausen besonders aus. Ein wichtiger Beitrag. Die Taten unserer U-Boote sind wichtige Bel« träge in dem Kriege zur Niederringung der Pluto« kratien und zur Freimachung des Weges zu des künftigen Neuordnung. Sie schwächen vor allem die feindliche Tonnage in einem Ausmaß, das England und die Vereinigten Staaten auf die Dauer nicht auszuhalten vermögen. Sie binden darüber hinaus erhebliche feindliche Streitkräfte, die bereitgeftellt werden müssen, um die Handelsschiffe zu geleiten und unsere Angriffe abzuwehren. Sie verstärket schließlich die Nöte in den Ländern, für die dis Ladungen, die durch die U-Boote auf den Grund des Meeres geschickt werden, bestimmt waren. Ab« gesehen davon liefern diese Taten der deutschen Streitkräfte auch noch einen erheblichen Beitrag zmt psychologischen Kriegführung. Die ohnedies gedrückte Stimmung, die infolge der ständigen Niederlagen! in den USA. und in England herrscht, erhält durch die Nachrichten über das so erfolgreiche Auftreten der deutschen Unterseeboote alles andere als einen Auftrieb. Je ungewisser und je undurchsichtiger die Berichterstattung über die durch den Handelskrieg verursachten Verluste ist, desto stärker ist erfahrungs« gemäß die Beunruhigung, die sich in den Völkern,, die von den Schiffsverlusten betroffen werden, zeigt. Mit welchem Elan unsere Unterseeboote an der Küste Nord- und Mittelamerikas an die Lösung der ihnen gestellten Aufgaben Herangehen, zeigen! aber nicht nur die außerordentlichen Erfolge, die sie aufzuweisen haben, sondern auch die kühnen Husarenstücke, die sie sich dabei noch leisten. Wäre es schon eine gewaltige Leistung für sich, in so kurzes Zeit siebzehn feindliche Handelsschiffe mit zusammen 109 000 BRT. auf den Grund des Meeres zu schicken, so wird aber dieses stolze Ergebnis noch durch besondere Einzeltaten vergrößert. So gelang es, auch einen Unterseebootsjäger trotz seiner lieber* legenheit zu versenken. Ein anderes Unterseeboot wagte sich schneidig in den Jnnenhafen von Port Castries auf der britischen Insel Santa Lucia und versenkte dort kurzerhand zwei große am Kai liegende Schiffe, während einem dritten Schiff im Seeaebiet vor der Iniel der Garaus gemacht wurde. Man kann die Größe dieses Erfolges, den sich hier die deutschen U-Boote wieder errungen haben, nur voll und ganz ermessen, wenn man sie in Vergleich stellt zu den üblichen Dersenkungsziffern und zu den Schwierigkeiten, die dabei zu überwinden sind. Man muß bedenken, daß diese Siege ja erfochten werden in Gewässern, die Tausende von Kilometern vom Ausgangspunkt der U-Boote entfernt sind. Im Rahmen der Gesamtkriegführung sind diese U-Boot-Erfolge ein wesentlicher Beitrag und werden auch von Freund und Feind so gewertet. Das deutsche Volk aber weiß den blauen Jungens Dank für den Schneid und den Mut, mit dem sie den Feind dort schlagen, wo sie ihn treffen, und so dazu beitragen, die Voraussetzungen für den Endsieg zu schaffen. Oer Angriff auf (Santa Lucia. Berlin, 12. März. (DNB.) Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, ist das deutsche Unterseeboot, dessen Erfolge bei Santa Lucia im Wehrmachtbericht gemeldet wurden, dis in den durch Molen geschützten Jnnenhafen von Port C a - st r i e s eingedrungen. Es suchte sich von den dort liegenden Schiffen für einen blitzschnellen Angriff bie beiden größten aus, die am Kai lagen. Beide Schiffe wurden von Torpedos aetrof- f e n. Das eine Schiff ging sofort mit oem Heck unter Wasser, während das brennende Vorschiff herausragte. Das andere Schiff legte sich auf die EZ Trinidad (brj ’vtbr.) ------------- Portorico(V-St) Casirii St Lucia (Scherl-Bilderdienst-M.) Seite. Dann folgte eine weitere Detonation. Offenbar war eine Munitionsladung in die Luft gegangen. Da die Wassertiefe im Hafen etwa zehn Meter beträgt, ragten nach dem Untergang der beiden Schiffe die Aufbauten noch teilweise aus dem Wasser heraus. Dor dem Hafen gelang es dem Unterseeboot, noch einen dritten Dampfer zu versenken, der ebenfalls Munition geladen hatte» Als die beiden Dampfer am Kai explodierten, wurde das deutsche U-Boot von Land aus mit Maschinengewehren beschossen, wodurch das Auslaufen aus dem Hafen nicht gestört werden konnte. Die erfolgreiche Unternehmung von Port Castries ist ein neuer Beweis für die Findigkeit und Geschicklichkeit unserer U-Boot-Kommandanten, wie sie sich in ähnlicher Weise schon bei den Unternehmungen gegen Aruba und (£ u r a <; a o sowie den Hafen PortofSpain auf Trinidad bewährt hat. Port Castries, in desse? Jnnenhafen nun ein deutsches U-Boot zwei Schisse versenkte, liegt auf der britischen Insel Santa Lucia. Diese gehört zu der Inselgruppe der Kleinen Antillen. Santa Lucia ist 614 Quadratkilometer groß und hat eine Bevölkerung von über 50000. Die Insel ist hoch und steil und wird von einem vulkanischen Gebirge durchschnitten. Der Vulkan Walibu wirst Schwefel aus. Die Dersenkungsorte, die der Meldung über den neuen Erfolg unserer U-Boote zugrunde liegen, geben ein eindrucksvolles Bild von der Ausdehnung d-s Operationsgebietes unserer Unterseeboote. Die 17 Schisse wurden bei gleichzeitigem Austretent aus Das den Als ich Bose verließ, hatte ich den Cnnbrucf, mit einem Manne gesprochen zu haben, der genau wußte, was er wollte. Er hatte nichts von einem Fanatiker an sich, sondern glich eher einem kühlen Auge gefaßt worden. Inzwischen sind zweieinhalb Jahre weltgeschichtlicher Umwälzungen verflossen, und das Schicksal pocht, wie zu erwarten, an die Tore Indiens, England wird alles versuchen, um durch politisches Entgegenkommen zu retten, pos es noch retten zu können glaubt. Mögen andere durch halbe Erfül- ' langen zum Einschwenken in die Front unserer Gegner gewonnen werden — Bose wird nicht zU ihnen zählen. Er ist noch jung und hoffentlich gesund genug, um den Tag der vollen Entscheidung herbeiführen zu helfen. Die Schatten des Krieges über Indien. auch das Mendland in Atem hielten. Ich erzählte ihm von der Arbeit des Indischen Ausschusses, die sich pflichtgemäß von jeder Tages- polittk fernhalte, um in einem höheren, oder nicht minder bedeutsamen Sinne für eine Annäherung der Völker zu wirken. Er stellte in Aussicht, daß auch in Indien künftig Plätze für junge Deutsche zum Studium der indischen Verhältnisse und Sprachen geschaffen werden sollten. Seine Zeitung („The Liberty", später „Forward" in Kalkutta) stehe für alle solche Bestrebungen weit offen. Lissabon, 12. März. (Europapreß.) „Bombay ist vollgepfropft mit Flüchtlingen aller Klassen und Nationen", berichtet der Londoner „Daily Telegraph". Es gebe in dieser Stadt kein freies Zimmer oder Bett mehr. Die Lebensmittelversorgung sei ein Problem, das mit jedem Tags schwieriger werde. Bombay werde bereits als Kriegsgebiet angesehen. Ueberall rüste man fieberhaft zur Verteidigung. 9000 Luftwarte seien bereitgestellt. Mit dem Bau von Luftschutzkellern und Splittersicherungen seien Tausende von Arbeitern beschäftigt. — Die Räumung der Insel Cey- l o n durch die Zivilbevölkerung hat begonnen. Auf Grund einer Verfügung des Oberbefehlshabers, Vizeadmiral Layton, müssen alle nicht ständig auf Ceylon ansässigen Zivilpersonen und alle Frauen, deren Aufenthalt auf der Insel nicht unbedingt erforderlich ist, Ceylon verlassen. — In allen Teilen Indiens machen sich nach Darstellung in Bangkok eingetroffener nationalgesinnter indischer Flüchtlinge Anzeichen einer ständig st eigen« den Gärung gegen die englische Herrschaft bemerkbar. Zahlreiche indische Patrioten seien in letzter Zeit verhaftet worden. Versuche, das indische Volk an der Verteidigung Indiens zu interessieren, haben nach Angaben der indischen Flüchtlinge bisher wenig Erfolg gehabt. Insgeheim werde von den Engländern bereits der Abtransport brittscher Frauen und Kinder vorbereitet. Ernste Folgen des Verlustes von Südburma. Lissabon, 12. März. (Europapreß.) Die „Times" schreibt, daß durch den Fall von Rangun der Ausgangspunkt für alle Lieferungen nach TfchunH- king-China in die Hände der Japaner gefallen ser. Auch Indien erleide durch den Ausfall der Lieferungen aus Burma große Einbußen. Vier vom Hundert der indischen Reiserzeugung — der grüß- tcn der Welt —, die zusätzlich aus Burma nach Indien eingeführt wurden, fielen nun weg, ebenso die Einfuhr von Bauholz, Oel und Petro- troleum. Dazu komme der Verlust des kriegswichtigen Tungsteines, der aus Tavoy ein« geführt wurde. Der Ausfall der Oellieferungen aus Burma könne auch nicht durch Lieferungen aus Iran wettgemacht werden, da die Verbindungen zwischen Iran und Indien weit schlechter seien, als die zwischen Indien und Burma es waren. Auch Wolfram könne man jetzt nicht mehr für die indische Industrie aus Burma beziehen. Die Gefahr sei nunmehr, daß die Japaner nach La sh io in Nord^Burma vorstießen, wo die Burma-Straße über die chinesische Grenze führt. Dort lagerten große, für China bestimmte Kriegsmaterialmengen, die man wegen der Transportschwierigkeiten erst im Laufe von Monaten nach China bringen könne. Die in Burma noch vorhandenen britischen Truppen reichten kaum aus, die Japaner aufz uh alten. Verstärkungen aus Indien noch jetzt nach Burma zu bringen, sei infolge der Transportveryältnifse so schwierig, daß man wahrscheinlich überhaupt von Hilfsmaßnahmen absehen müsse. Schonan-Bangkok Expreß. Bangkok, 12. März. (Europapreß.) Auf Grund eines zwischen der japanischen Armee in Malaya und der thailändischen Regierung getrof- Begegnung mit Subhas Ehandra Bose Von Franz Thierfelder. Das Ritterkreuz für General Munoz Grande. DNB. Ausdem Führerhauptquartier, 12. März. Der Führer hat dem Kommandeur der spanischen Freiwilligen-Legion, Generalleutnant Munoz Grande, das Ritter- kreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Die spanischen Freiwilligen kämpfen an einem der Brennpunkte unserer' Ostfront Schulter an Schulter mit den deutschen Soldaten. Die Division steht ununterbrochen in vorderster Linie. Immer wieder versuchten die Bolschewisten, die Front zu durchbrechen, aber überall haben die tapferen spanischen Kämpfer ihnen schwere Verluste zugefügt. Gedanken ganz neue Möglichkeiten. Wer Eindrücke aus den ersten Asta-Rielsen-Filmen fast gleichzeitig mit denen aus dem Faust-Film, dem früheren Fri- dericus-Film, den ersten Tonfilmen und den bis ins Letzte ausgefeilten historischen Filmen sehen kann, wie wir sie im „Bismarck" vor uns haben, dem ist nahezu die Möglichkeit gegeben, aus der Geschichte des Films jene Kräfte zu erfassen, die überhaupt im Film noch wirksam werden können. Es kommt dabei weniger darauf an, die Elements des Spielfilms als solchen klarzumachen und zu verwerten, es ist vielmehr wichtig, sich daran zu erinnern, daß der deutsche Film durch die Entwicklung besonders der letzten 25 Jahre heute eine Macht darstellt, die nicht mehr überwunden werden kann. Wenn wir uns vergegenwärtigen, daß beim Ausbruch des Weltkrieges in Deutschland noch 70 bis 80 v. H. aller Filme, die in den Kinos gezeigt werden, französischen Ursprunas waren, daß man im Jahre 1915 noch französische Wochenschauen zeigte, obwohl Oskar M e ß t e r schon 1914 dokumentarische Bildstreifen schuf, dann verstehen wir, daß das letzte Vierteljahrhundert etwas hervorgebracht, das wir schlechthin als deutschen Film bezeichnen können. Der deutsche Film hat, wie die Beispiele aus den verschiedensten Jahrzehnten zeigen, eine ungeheure Wandlungsfähigkeit bewiesen. Er hat sich von einem hoch ausgeprägten romantischen Sujet, wie es der Faust-Film darstellt, bis zum politischen Bekenntnis der jeweiligen Gegenwart, wie wir es etwa in „Pour le m£rite“ verkörpert finden, entwickelt, dabei aber eine bestimmte Linie doch nicht verlassen, wir meinen das ständige Ringen um das Problem, das nicht nur interessant, sondern lebenswichtig und lebensfördernd ist. Diese Haltung spricht aus dem Siegfried-Film des Jahres 1924 ebenso wie aus dem Film ,Hch klage an". Wenn heute die Diskussion um den Film und den Filmstil auch gerade wieder mit einem neuen Problem, nämlich dem Farbfilm, belastet ist, so bleibt doch das Wesentliche in der Filmentwicklung nicht die technische Verbesserung und Vervollkommnung, sondern der Wille zur Gestaltung echten Lebens. Der Film ist vielleicht die einzige Kunstform, die es fertigbringt, durch Selbstdarstellung etwas, über ihre Problematik zu sagen. Daß sie es kann, ja, daß sie es mit besonders starker Wirkung vermag, hat dieser Film, den die Ufa aus den wichtigsten Ueberrefteft des filmischen Daseins geschaffen hat, bewiesen. Hans-Hubert Genseri, dosia zu setzen, ist es zü verdanken, daß die Stadt mit verhältnismäßig geringen Verlusten genommen werden konnte. Hauptmann Jakob wurde 1910 als Sohn des Schuhmachermeisters Friedrich Jakob z u Ehringshausen, Kr. Wetzlar/Lahn, geboten. — ^-Oberscharführer K o e ch l e brach tn einem kühn durchgeführten Stoßtruppunternchmen in eine den eigenen Abschnitt durch ständiges Flankenfeuer bedrohende Feindstellung ein und vernichtete sechs Bunker und eine MG.-Stellung durch Handgranaten. — Unteroffizier Jakob hat am 18. Januar mit seinem Zuge eine stark überlegene Feindgruppe überraschend angegriffen und vernichtet. Hierdurch schuf er für fein Regiment die Mog- lichkeit des erfolgreichen Angriffs auf Die Stadt Feodofia. Bei einem Einsatz feines Regiments Ende Januar ist er in vorderster Linie gefallen. auserlesene Inder zur Fortsetzung wissenschaftlicher und beruflicher Studien nach Deutschland gebracht hatte. Er versicherte, die Wirkung, die diese von Deutschland auf kulturpolitischem Gebiete bisher nicht gewohnte Initiative in Indien aus- geübt habe, fei weit größer, als der materielle llufwano vermuten lasse. In einer kritischen Stunde eines Volkes habe die hilfreiche Geste aus Mün-. chen ermutigend und beglückend gewirkt und werde nie vergessen werden. Ich versicherte ihm, daß wir von dem Echo der bescheidenen Stipendien, die mehr als Aufmunterung denn als wirkliche Hilfe zu bettachten seien, gerührt gewesen und nichts versäumen würden, in Zukunft noch mehr indische Studenten nach Deutschland kommen zu lassen. Abends trafen wir uns zur verabredeten Stunde. Viele Blumen und ein einfacher Imbiß standen auf dem Tische. Subhas Chandra aß nur Gemüse. Ob aus religiösen Gründen ober mit Rücksicht auf feine angegriffene Gesundheit, weiß ich nicht mehr. Gin paar dunkelhäutige Inder (Bose wirkt wie viele Bengalen ziemlich hellfarbig), Studenten und Sti- pendiaten der Münchener Hochschulen, die Sekretärin des Indischen Ausschusses Fräulein v. D. und ich saßen um den künftigen Führer Indiens, der chon einmal Bürgermeister der bedeutendsten Stadt eines Landes gewesen war, der in Englands Hörsälen gelernt und in Englands Gefängnissen gelitten hatte, der in Eens das törichte Spiel der europäischen Mächte mit undurchdringlichem Blick aus der Nähe verfolgt und in den Hauptstädten Mitteleuropas Menschen kennengelernt und Fäden zwischen den in Europa studierenden Landsleuten geknüpft hatte. Bose sprach sparsam und zurückhaltend. Er wollte Deutschland in seiner Umwandlung von 1933 studieren. Deutschland könne für Indien viel bedeuten, wenn es die indischen Studenten gut ausbilde und namentlich auch moralisch erziehe. Er verstehe, daß in der Politik die Wege nicht immer gleichlaufen könnten: Deutschland habe Rücksichten zu nehmen, die man in Indien begriffe, aber andererseits dürfe Indien wohl hoffen, daß man feinen Freiheits'kampf würdige und die indischen Verhältnisse gerechter als bisher beurteile. Viel fei gewonnen, wenn die Berichterstattung ernsthafter werde: hier bessere Verhältnisse in Europa zu schaffen, sei ein Hauptziel feiner Reife. Das Land der märchenhaft reichen Maharadschas, der Witwenverbrennungen unib schwülen Dschungeln müsse der Vergangenheit angehören — es fei für einen Inder schmerzlich zu sehen, welche falschen Vorstellungen noch immer über einen Teil der Welt herrschten^ in dem dieselben sozialen und nationalen Probleme brennend geworden seien, die Rechner, der nicht eher handelt, als bis er seines Sache sicher ist. Kurz bevor er Präsident des 2Ilft • indischen Kongresses geworben mar, erhielt ich eines Tages einen Brief aus Kalkutta, ob ich bereit sei, auf ein halbes Jahr nach Indien zu kommen, um der deutschen Oefsentlichkeit ein Bild vom natio« ncllen Indien zu vermitteln. Ich sagte zu, und als Tag ber Abreise war der 1. September 1939 ins Ein Film vom Film. Dokumente seiner Entwicklungsgeschichte. Seit dem halben Jahrhundert, in dem der Mensch filmen kann, hgt sich bas Phänomen von reinen Effekten unb der spielerischen Ausdruckssphäre in einem so starken Maße gelöst, daß wir in der Geschichte des Films, die Geschichte des letzten halben Jahrhunderts unmittelbar ablesen können. Dte Ufa hat versucht, durch die Wiedergabe einzelner Filmteile aus den verschiedensten Entwicklungsstadien des Films überhaupt das Werden des Films dokumentarisch festzuhalten. Durch dieses Experiment hat sie offenbar noch mehr erreicht, als sie beabsichtigte. Ein Filmwerk, bas mit einer Spieldauer von VA Stunden uns sowohl in die Erlebniswelt des Kinos, das um die Jahrhundertwende auf dem Jahrmarkt zu finden war, hineinstellt, uns über die einzelnen Entwicklungsphasen des stummen Films hinweg zu der scheinbar erlösenden Tat des Tonfilms führt unb über diese hinaus noch die Leistungen zeigt, die der deutsche Farbfilm aufzuweisen hat, reißt notwendig eine solche Fülle von Erinnerungsbildern und Erlebnisebenen in uns auf, daß wir durch eine solche Zusammenstellung etwas mitbekommen von der Dynamik unseres Zeitalters überhaupt. Daß es heute möglich ist, die Stil- und Willensbilder der Zeiten von 1901 bis 1912, des Weltkriegs, der Nachkriegszeit und der Epoche vor der Machtübernahme zusammen mit den Ausdrucksformen des neuen Deutschland innerhalb einer kurzen Zeit prägnant unb gültig hintereinander vorzuführen, gibt den sich um die Filmdramaturgie bewegenden solle sich anbinden, wenn er da oben schafft; denn da unter der Decke sammelt sich das Gas an einigen Stellen wie m einem Ballon. Richtige Nester sind das, und wenn da einer rein kommt .. Nun, daran hab' ich gedacht, und so bin ich denn rauf. Und das ist alles. Als der lange Karl wieder in feine Gondel (Interpreß-Copyright.) < Eines Morgens — es war im Jahre 1936 — ’ wurde mir einer meiner indischen Schutzbefohlenen , gemeldet. Er trat aufgeregt und geheimnisvoll zu- - gleich ins Zimmer. „Er ist gestern abend von Prag gekommen , ■ lüfterte er, als wenn er befürchtete, die Wände könnten Ohren haben. Wer?" fragte ich verwundert, — „etwa ; Gandhi ...?" , , tm„ Auch Gandhi hatten mir ernst in München er- wartet, als er zur Round Tadle Conference in London weilte, aber Gandhi hatte abgesagt. Er, ber persönliche Gefahren in heiklen Lebenslagen me scheute, war als politischer Taktiker voller Vorsicht, unb außerbem hatte er zu den Deutschen fein rechtes Verhältnis. ’ „Ach Gandhi--", sagt Dr. D. mit einer bei- . nahe geringschätzigen Handbewegung. „— Ein mel wichtigerer Besuch: Subhas Chanbra Bose! In ber £at, bieser Gast war vielleicht doch noch bemerkenswerter als der alte Rechtsanwalt aus Südafrika, der unendlich viel für fein Volk getan, aber nun das Alter erreicht hatte, in dem er ber nachbrängenben Generation Platz machen mußte. Und diese Generation, die Zukunft des indischen Nationalismus, verkörperte der Hindu Subhas Chandra Bose, den die Engländer „Sir" nannten, während sie ihn innerlich zum Teufel wünschten. Er möchte Sie sprechen", stotterte Dr. D., „heute abend im Regina-Palast-Hotel. Er möchte sich aus- führlich mit Ihnen unterhalten." Ich versprach zu kommen. . Kurz darauf machte Sir Subhas Chandra Bose seinen offiziellen Besuch. Sein Bild ist in den (efeten beiden Jahren schon oft durch die deutschen Blatter gegangen; damals aber kannte feinen Dramen außer ein paar Berufsdiplomaten kaum ein Deutscher, unb wenn ich eine etwas lebendigere Vor» fteHung von ihm hatte, so deshalb, weil die letzten acht Jahre kaum ein bedeutenderer Inder nach Europa gekommen war, der nicht ein Stündchen im ,Lndia Institute of the German Academy" ter- verplaudert hätte. U ebereinstimmend hielten ihn schon damals alle seine Landsleute für Indiens kommenden Mann. Doch da öffnete sich die Tür und herein trat -em schlanker, etwas über mittelgroßer Mann, der auf den ersten Blick keinen überwältigenden Eindruck machte. Eleganz, Selbstbewußtsein und Würde prägten sich in seiner Haltung aus; der lange hochgeschlossene Rock unb die fezartige Kappe wirkten feierlich. Er trug eine Hornbrille mit kreisrunden Gläsern, hinter denen er nach Art Kurzsichtiger bre Augen zu einem schmalen Spalt zusammenkmff. Am auffälligsten war sein volles, rundliches Ge- sicht, das nach europäischen Begriffen ungewöhnlich jung wirkte. Man hätte den damals Neununddreißigjährigen leicht um fünfzehn und noch mehr Jahre jünger schätzen ckönnen. Wenn man freilich länger mit ihm zusammen war, verriet die Sicherheit seines Auftretens, die bestimmte Art, sich auszudrücken unb die Verknüpfung der Gedanken, die er äußerte, daß dieser Mcmn den Osten und Westen genau kannte und auch bas Geringste in Rechnung stellte, wenn es irgendwie in Zusammenhang mit seinen politischen Zielen gebracht werden konnte. Der Inder dankte zunächst für bas Stipendien- werk, das von München ausgegangen war unb zum erstenmal — noch ehe die Humboldtstiftung in Berlin gegründet worden war — ein halbes Hundert will er denn da? Was will er überhaupt? Der klettert ja ins Dach hinein. Nun steht er schon i oben in den Bindern. Na, wenn ihn das nicht seinen Arbeitsplatz kostet! Und nun, was ist das denn? Was iist denn nun auf einmal los? Was ist denn mit dem kleinen Pisternik los? Ja, hält der sich denn nicht fest? Der taumelt doch! Der stürzt ja! Der fällt ja in den offenen Mischer! Nein, er fällt nicht. Der lange Karl ist schon bei ihm und packt ihn. Nun hält er ihn fest. Ganz vorsichtig tastet er sich mit ihm am Binder entlang. Er schleppt ihn auf die Plattform seines Krans. Nun erst haben auch die anderen begriffen. Einer ist schon die Leitern hoch, die zum Kran hinaufführen. Und dann schaffen sie Pisternik zu zweien nach unten. An die leere Pfanne, die immer noch über dem Riesenmaul des Mischers hängt, denkt zunächst niemand mehr. Aber dann ist es ber Meister, ber den langen Karl fragt: „Sagen Sie mal, Kranführer, wie kam denn die ganze Geschichte? Wie konnten Sie denn in Ihrer Gondel überhaupt wissen, baß da oben was geschehen mürbe? Als Sie hochkletterten, war der Kleine doch noch ganz munter!" Die Arbeiter verstehen immer noch nicht. Der lange Karl erzählt: Ich hab mal einen Vogel gesehen, der flog hier oben unter dem Dach herum. Bald saß er auf diesem Binder, bald auf jenem. Und hüpfte luftig weiter. Vielleicht sang er auch dabei. Das hört man ja nicht, wenn ber Kran rasselt, und nebenan brüllt der Hochofen. Aber fröhlich war er doch. Ja, und dann sah ich ihn in die Ecke hüpfen, eben da, wo der kleine Pisternik saß, eben noch saß; unb bann hüpfte er luftig weiter und weiter, und auf einmal, nichts mehr, fällt er um und ift im Mischer verschwunden. Nur ein Vogel war es. Ein andermal hab ich's wieder so gesehen. Und wieder an derselben Stelle. Und wieder ein Vogel. Und wie ich vorhin den Pisternik gesehen habe, wie er bei feiner Arbeit immer näher an die Stelle gerückt ift, wo damals ber Vogel faß, da hab' ich an den Vogel gedacht. Nur an drei Vögel, aber ich hab' gedacht: Wenn das, was dem Vogel ; geschehen ist ... Nun, der Pisternik hat doch i Frau und Kinder, und überhaupt, es ist doch i ein Kamerad. Und da wollt' ich rauf und wollt' . ihn runterholen. Oder vielleicht wollt' ich bas > nicht einmal, ich wollt' ihm wohl nur sagen, er Die Vogelwarnung. Von Erich Grisar. Ratternd fährt der große Kran mit der Zwei- hunberttonnenpfanne, bie mit weißflüssigem Eisen bis an ben Rand gefüllt ist, in die Mischerhalle. Bis zu der Riesentrommel, die, ebenfalls mit stufst- ( gern Metall gefüllt, ihr offenes Maul langsam der Pfanne zubreht, während oben, zehn Meter Darüber, direkt unter dem Dach, ein paar Arbeiter bad ei sind, ein paar schadhafte Stellen bes Glasdachs, durch die bei Tage Regen herein und bei Nacht das Licht der Halle hAausbringen könnte, auszubessern. Wie Fliegen klettern die Männer in ber Dachkonstruktion herum, überall bie Oefsnunyen ver- ftopfenb, burch bie ausfaUenbes Licht bei Nacht dem nach lohnenden Zielen suchenden Feinde einen Fingerzeig geben könnte. Ruhig dreht sich die gewaltige Trommel. Die Arbeiter sind unterdes an einer Stelle des Daches fertig geworden. Sie rücken ihre Bretter weiter. Der kleine Pisternik, der immer so lustige Scherze zu erzählen weiß, wenn er mittags bei ben Schmelzern sitzt unb sein Mittagessen verzehrt, hockt letzt genau über ber Mischeröffnung. Man sieht, wie die Glut ihn von unten her anstrahlt. Der Kleine kümmert sich nicht darum. Gleichmäßig tut er seine Arbeit. Nun hält ber Kran genau über dem Mischer. Die Pfanne neigt sich. Ein bitter Strom hellflüssigen Metalls ergießt sich in bas offene Maul der Riesentrommel, in der die verschiedenen Sorten geschmolzenen Erzes zu einer einheitlichen Masse zusam- mengemischt werden, bie einen Stahl von fester gleichmäßiger Struktur ergibt. Doch plötzlich, was ist benn nun geschehen? Hat der lange Karl ben Verstand verloren? Der setzt ja einfach seinen Kran still! Natürlich, die Pfanne ist leer, aber er muß doch fort, eine neue Pfanne holen, und bie leere Pfanne kann doch auch nicht ewig über ber Mischeröffnung hängenbleiben! Was ist denn los da oben, schreit schon ber Meister burch den Bau und stellt sich neben die Arbeiter, die verwundert wie er nach oben blicken. Aber ben langen Karl rührt bas nicht. Unbekümmert klettert er die kleine Leiter hinauf, die von seiner Koje unter bem Kran nach oben führt. Nun läuft er schon über bie Plattform bes Krans. Gleich muß er bei den Rädern auftauchen. Was Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes als 80., 81. und 82. Soldaten der deutschen Wehrmacht an Hauptmann Ubben, Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschwader, anläßlich seines 67. Luftsieges, an Oberleutnant 0 ft ermann in einem Jagdgeschwader anläßlich seines 62. Luftsieges und an Hauptmann Eckerle, Gruppenkommandeur In einem Jagdgeschwader, anläßlich seines 62. Luftsieges. Hauptmann Eckerle ist von einem Feindflug nicht zurückgekehrt. ♦ Der Führer verlieh das Ritterkreuz an: Major Simons, Führer eines Infanterie-Re P- ments;, Hauptmann Jakob, Bataillonsführer in einem Infanterie-Regiment: jf - Oberscharführer Ko echle, Zugführer in einem Jnfanterle-Regi- ment einer //-Division und Unteroffizier Jakob, Zugführer in einem Infanterie-Regiment. Major Simons hat in zäher Abwehr und m mutigem Gegenstoß eine taktisch besonders wichtige Stellung gegen einen zahlenmäßig weit überlegenen Feind erfolgreich gehalten. — Hauptmann I a k ob hat in ber Schlacht um Feobosia Mitte Januar durch persönliche Tapferkeit und kühnes, selbständiges Handeln zum Erfolg beigetragen. Semem Entschluß, über ben Auftrag hinaus sich noch in der Dunkelheit in ben Besitz des Norbwestteils der Stabt üeo- deutscher U-Boote in folgenden Seegebieten versenkt: Auf der Neufundland-Bank unb vor Neufundland vor Halifax (Neuschottland), dem Hauptsammelpunkt der nach England bestimmten Geleitzüge, vor Neuyork, vor der Delaware- Bai (Einfahrt nach Philadelphia), vor ber F l o - rida-Straße, im Karibischen Meer unb vor Britisch-Guayana. Auf ihren Fahrten von und zum Operationsgebiet jenseits des Ozeans fanden an- und abmarschierende U-Boote auf den Schiffahrtswegen zwischen Nordamerika und England sowie auf den Zufahrtswegen nach Nordamerika ihr Ziel auch im freien Atlantik. Heber 50 Breitengrade, vom Aequator bis in den Nordatlantik, erstreckten sich bie Jagdgrünbe unserer U-Boote bei diesen Erfolgen. Neben ber Versenkung von Handelsschiffen war wiederum der Kampf gegen Sicherungsstreitkräfte erfolgreich. Die Versendung eines Bewachers und eines U-Boot-Jägers erfolgte vor ber kanadischen Küste. Unter den versenkten Schiffen befinden sich vier Tanker. Seit dem ersten Auftreten unserer Unterseeboote an der amerikanischen Küste belaufen sich damit die dortigen Tankerverluste, die den Feind besonders empfindlich treffen, auf 50 Einheiten mit pfammen 385 000 BRT. Seit ber ersten Erfolgsmeldung vom 24. Januar 1942 sind von deutschen Unterseebooten in amerikanischen Gewässern 115 feindliche Handelsschiffe mit 772 400 BRT. versenkt worben. Hinzu kommen 50 700 als Erfolg italienischer U-Boote. Unter dem Eindruck dieses neuen Schlages hat der USA.-Flottenbefehlshaber, Admiral K i n g, an- geordnet, daß die namentliche Veröffentlichung von Schiffsverlusten sofort eingestellt wird. In Zukunft sollen nur noch allgemein gehaltene Meldungen herausgegeben werben, wobei die Schiffsgrößen nur durch vage Zusätze — wie mittlere ober größere Schiffe — an gedeutet werben sollen. Zwei Monate U-Boots-Krieg in amerikanischen Gewässern haben also genügt, die amerikanische Schiffahrt so empfindlich zu treffen, daß die weiteren Verluste nun nach britischem Muster möglichst verheimlicht werden sollen. Der angekündigte Wechsel der amerikanischen Berichterstattung enthält eine ungewollte Anerkennung der Leistungen ber deutschen U-Boot-Waffe. Daß sie auch in anderen Seegebieten erfolgreich zur Stelle ist, bestätigt bie Torpebierung eines britischen Kreuzers vor Libyen. Das Eichenlaub mit Schwertern an Hauptmann Philipp. DRV. Aus dem Führerhauplquartier, 12.2Närz. Der Führer verlieh Hauptmann Philipp, Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschwader, das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und sandle ihm folgendes Telegramm: Im Ansehen Ihres bewähr- len Heldentums verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 86.Luststeges als 8. Offizier der deutschen W e h r m a ch t das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler.- kletterte, flog eben ein Vogel in die offene Halle. Er setzte sich auf das Brett, auf dem vor einer halben Stunde der Pisternik noch gesessen hatte. Er hüpfte hin und her auf diesem Brett. In diesem Augenblick erwachte Pisternik seiner Betäubung unb schlug die Augen auf. erste, was er sah, war ber Vogel, ber in offenen Mischer stürzte. fenen Uebereinkommens werden Vorbereitungen für einen Eisenbahnexpreßdienst zwischen der Stadt Schonan (dem ehemaligen Singapur) und Bangkok getroffen. Der Zug soll zweimal wöchentlich verkehren. Vor dem Kriege dauerte die Fahrt 46 Stunden. Der neue Expreß wird die Strecke in einer um mehrere Stunden verkürzten Fahrzeit zurücklegen. Aus dem Reich. Robert Bosch gestorben. In Stuttgart ist nach kurzer schwerer Krankheit Dr.-Jng., Dr. med. h.c. Robert Bosch, Pionier der Arbeit, Ehrenmeister des Handwerks und Ehrenbürger der Stadt Stuttgart, im 81. Lebensjahr gestorben. Die von Robert Bosch gegründete und geführte Firma hat Weltruf. Die von ihm erfundenen Zündapparate, Anlasser, Bremsvorrichtungen, Scheinwerfer, Signalapparate find zwar nur Hilfsgeräte der Automobil-Industrie, aber von solch grundlegender technischer Bedeutung, daß sie heute kaum noch an den verschiedensten Motorfahrzeugen weggedacht werden können. Seine Erfindungen dehnte er auch auf t)aa Flugzeug aus. Er ist immer mit der Zeit gegangen, so daß auch Elektrowerkzeuge, Rundfunk- und Filmgeräte, Kühlschränke usw. zu den Herstellungserzeugnissen der Boschwerke gehören. Robert Bosch ist immer Dheoretiker und Praktiker in harmonischer Verbindung gewesen. Deshalb konnte es nicht überraschen, daß er auch das Problem der Herstellung synthetischer Werkstoffe ziel- - bewußt anpackte. Er war in Wahrheit ein Pionier der Arbeit im Interesse der deutschen Wirtschaft. Friedrich Wilhelm Lange gestorben. NSG. Gauamtsleiter Friedrich Wilhelm Lange ist einer kurzen, heftigen Krankheit während.seines Aufenthaltes im Feldlazarett, in dem er mit einer an der Ostfront erhaltenen Verwundung dameder- lag, erlegen. Die Gauleitung Hessen-Nassau verliert mit ihm einen ihrer ältesten hauptamtlichen Mitarbeiter. Er wurde 1905 in Bad Orb im Kreis Gelnhausen geboren. Nach dem Besuch der Schule in Bad Orb, München, Miltenberg und Würzburg wandte er sich dem kaufmännischen Berus zu. Bereits 1929 wurde er Mitglied der NSDAP, und hauptamtlicher Mitarbeiter der Gauleitung Hessen- Nassau. 1933 wurde er als Geschäftsführer in das Stabsamt des Gauleiters berufen und 1937 mit dem Amt eines Gauinspekteurs betraut. Don 1937 bis 1939 war er Reichshauptstellenleiter im Stab der Partei-Kanzlei in München. Bis zu seiner Einberufung zur Wehrmacht im Jahre 1940 bekleidete er wieder den Posten eines Inspekteurs in der Gauleitung Hessen-Nassau und führte gleichzeitig vertretungsweise den Kreis Hanau. Friedrich Wilhelm Lange starb als unermüdlicher und aufrechter Nationalsozialist. Ein gefälschter Mölders-Brief. Berlin, 12. März. (DNB.) Nach dem Tode des Obersten Mölders wurde in verschiedenen Teilen des Reiches ein Brief verbreitet, den der Fliegerheld angeblich kurz vor seinem Tode an den katholischen Propst in Stettin gerichtet haben sollte. Der Inhalt des Briefes ließ sofort erkennen, daß eine üble Fälschung vorlag. Inzwischen hat der Propst von Stettin als angeblicher Empfänger des Briefes eindeutig festgestellt, er habe Oberst Mölders nicht gekannt, habe auch n i e einen Brief von ihm erhalten. Der katholische F e l d b i s ch o f der Wehrmacht gab in Nr. 1 seines Verordnungsblattes vom 10.1.1942 bekannt: „Einwandfreie Feststellungen haben ergeben, daß es sich hierbei um eine grobe Fälschung handelt. Wenn daher dieser Brief irgendwie auftaucht, ist seine Verbreitung zu unterbinden." Durch die Geheime Staatspolizen sind inzwischen einige Personen, die den sogenannten Mölders-Brief verbreiteten, obwohl die Tatsache der Fälschung bekannt war, in ein Konzentrationslager einet i e f e r t worden. Die Fahndungen nach den älschern des Briefes laufen weiter. Für die Auf- ärungen, die zur Festnahme der Schuldigen führen können, wurde der Preis von 100000 RM. ausgesetzt. Llrlaubsdauer für Inhaber des Frontkömpfer-Ehrenkreuzes. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet H e f s e n hat in neuen Tarifordnungen bestimmt, daß Inhabern-des Frontkämpser-Ehren- kreuzes die Zeit ihres Kriegsdienstes ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt des Eintritts in den Betrieb bei der Berechnung der Urlaubsdauer als Betriebszugehörigkeit angerechnet wird. Im Interesse einer gleichmäßigen Behandlung aller Frontkämpfer des ersten Weltkrieges 1914/18 empfiehlt der Reichstreuhänder, diese Regelung auch in den Gewerbezweigen anzuwenden, in denen sie tariflich bisher noch nicht vorgesehen ist. Aus der Siadt Gießen. Oer kleine König. Dreimal wöchentlich, kurz nach 18 Uhr, findet sich in meinem Cafe eine Skatrunde ein. Einer der Herren wird Oskar genannt. Er nimmt eine bevorzugte Stellung ein. Häufig dröhnt der Tisch wider von Vorwürfen und Anklagen. Besonders Franz scheint nur wenig sattelfest im Spiel zu sein. Es werden erhitzte Meinungen über die Zweckmäßigkeit des Abwerfens einer Karo-Zehn oder des Stechens mit einem Jungen gewechselt und temperamentgeladene Worte gesagt. Aber Oskar habe ich noch niemals in einen solchen Kampf der Meinungen mit hineingezogen gesehen. Die Güte seines Spieles ist anerkannt und stammtischnotorisch. Wenn die anderen drei streiten, oleibt er mit undurchdringlicher Miene sitzen und hört den Kampf der Parteien als unfehlbarer Richter an. Seine Partner lassen es sich nicht anmerken, daß sie sich der Müßigkeit ihrer Auseinandersetzungen bewußt sind. Der Männerstolz in ihnen bäumt sich gegen solche Herabsetzung. Aber es ist so, daß im geheimen jeder des Urteilsspruches Oskars harrt Verdunkelungszeit: 13. März von 20.22 bis 7.10 Uhr. und genau weiß, daß es einzig auf diesen ankommt. Gewiß ist auch Oskar nicht durchaus gefeit gegen gelegentlichen Widerspruch: Uber der nimmt dann nie die Form der krassen Ablehnung an, sondern ist immer nur schüchterner Einwand, aus dessen Tonfall herausklingt: freilich lasse ich mich auch gern eines Besseren belehren. Oskar ist hier ein kleiner König. Er beherrscht diese Spielnachmittage, hat den freien Blick und die weite Brust, ist der stille Lenker dieser Drei, der respektierte Chef. Dieser Tage habe ich zufällig erfahren, daß die soziale Stellung, die die Vier im Berufsleben bekleiden, keineswegs dem Range entspricht, den sie an diesem Tische für den unbefangenen Betrachter einnehmen. Oskar ist ein kleiner Angestellter, und der vielkritisierte Franz leitet ein Geschäft, in dem ein Dutzend Leute vom Schlage Oskars beschäftigt sind. Aber das ist eine Sache für sich, die ihre Wellen nicht bis hierher schlägt. Das Leben da draußen ist vom Blickpunkt dieser Spielnachmittage das Nebenher, das Außenseiterische. In allen möglichen Kreisen gibt es diese kleinen Könige, die Männer mit der Begabung im Besonderen. Zwei oder drei Stunden am Tage oder in der Woche oder im Monat und manchmal auch nur, sofern ihre Meisterschaft auf außergewöhnlichem Gebiete liegt, einmal im Leben, wachsen sie über den Rahmen ihrer Alltagsgeltung hinaus, überschatten den Augenblick und werfen die herkömmliche Rangordnung über den Haufen. H. B. Oie Heldengedenkfeier in Gießen. Vom Standortältesten wird uns mitgeteilt: Die Feier zum Heldengeden-ktag am 15. März um 9.30 Uhr am Denkmal des I.R. 116 auf dem Landgraf- Philipp-Platz wird in etwas größerem Rahmen als in den Vorjahren stattfinden. Als Ehrenkompanie wird außer einer Land ess chützenko mp anie mit Spielleuten eine Kompanie der Luftwaffe mit Fahne am Denkmal Ausstellung nehmen. Ferner werden die übrigen Truppenteile des Standortes mit Abordnungen vertreten sein. Für die Angehörigen der Gefallenen des Weltkrieges und des jetzigen Krieges werden bevorzugte Mätze bereitgehalten. Oer Fettgehalt der Milch auf 2,5 v.H. festgesetzt. Zu Beginn des Krieges wurde, um den Ausfall von Fettzufuhren aus Uebersee durch eine Steigerung der ButtererzeuFung auszugleichen, die Milch- versorgung der Erwachsenen von Vollmilch auf entrahmte Frischmilch umgestellt. Diese Regelung hat sich gut bewährt. Jeder Verbraucher erhält damit ein in seiner Zusammensetzung gleichmäßiges Erzeugnis. Anders liegen die Dinge bisher bei der Versorgung mit Vollmilch, da der.Fettgehalt der Vollmilch in den einzelnen Teilen des Reiches verschieden ist. Im Jahre 1932 wurde, den damaligen Verhältnissen entsprechend, der Mindestfettgehalt der Trinkmilch für den größten Teil Deutschlands auf 2,7 v. H. festgesetzt. Für gewisse Teile des Reiches gilt ein anderer Vom-Hundert-Satz, für einige fehlt es an einer ausdrücklichen Vorschrift. Es ist zweckmäßig, auch hier im Interesse einer gleichmäßigen Versorgung zu einer einheitlichen Linie zu kommen. Eine einheitliche Regelung erleichtert auch die Ueberwachung. Anderseits ist es unbedingt notwendig, möglichst viel Milchfett für die Herstellung von Butter verwenden zu können. Der Reichs- SozialversicheruWpsW und Ehefrauen er währt werden, versicherunasfrei, und zwar auch dann, wenn ihnen eine Anwartschaft auf Hinterbliebenenfürsorge nicht gewährleistet ist. In allen anderen Fällen sind die Ehefrauen versicherungspflichtig. Anträge auf Versicherungsfreiheit sind in diesen Fällen zwecklos und erschweren nur die Verwaltung. Der Reichsarbeitsminister behält sich jedoch vor, nach Beendigung des Krieges zu prüfen, ob den Ehefrauen, die wirklich nur zu vorübergehender Aushilfe, wenn auch länger als drei Monate tätig gewesen sind, die von ihnen selbst getragene Beitragshälfte erstattet werden kann. Die Versicherungsfreiheit in dem obengenannten ersten Fall, in dem die Ehefrauen wegen der schon gesicherten Versorgung ihres Ehemannes versicherungsfrei sind, fällt mit dem Tode des Ehemannes weg. Die Witwe kann aber, wenn sie Witwengeld erhält, auf Grund § 1237 ‘her Reichsversicherungs- ordnung ihre Befreiung von der Versicherungs- pflickt beantragen. Ehefrauen, die versicherungsfrei sind, unterliegen auch nicht der zusätzlichen Versicherung in Rentenversicherung der Angestellten und der Zusatz. Versorgungsanstalt des Reiches und der Länder. Für die übrigen Ehefrauen in angestelltenversiche- rungspflichtiaer Tätigkeit besteht die Möglichkeit, sich auf ihren Antrag von der Verpflichtung zur zusätzlichen Versicherung bei der Reichsoersicherungs- anftalt für Angestellte befreien zu lassen. Während des Krieges haben zahlreiche Ehefrauen eine Beschäftigung übernommen. Es ist das Bestreben dieser Frauen, möglichst von der Sozial- oersicherungspflicht freigestellt zu werden, sei es, daß ihre Ehemänner sozialversichert sind und sie deshalb glauben, daß sie dadurch im Jnvaliditätsfall bzw. im Todesfälle ihrer Ernäherer sichergestellt sind, oder sei es, daß lediglich das Bestreben vorliegt, die Sozialoersicherungsbeiträge zu sparen, weil doch nur eine vorübergehende Beschäftigung vorliegt. Zahlreiche Eingaben sind deswegen an die Behörden gemacht wovden. Am 13. September 1941 ist nun durch eine Durchführungsverordnung in dieser Frage eine eingehende Klärung erfolgt, aber trotzdem entstehen immer wieder Zweifel und Mißverständnisse. Der Reichsarbeitsminister hat deshalb in einem Runderlaß im neuesten Reichsarbeitsblatt Nr. 6, Teil II, Seite 136, nochmals zu dieser Frage Stellung genommen und die Fälle, in denen Versicherungsfreiheit der Ehefrauen besteht, aufgezählt. Es handelt sich um die im § 8 der Durchführungsverordnung vom 13. September 1941 erwähnten Ehefrauen, deren Männer selbst eine Anwartschaft auf Ruhegeld haben oder solche Bezüge erhalten und denen daneben eine Anwartschaft auf Hinterbliebenenfürsorge gewährleistet ist. Ferner sind diejenigen Frauen, die selbst Bezieher von Ruhegehalt, Wartegeld oder ähnlichen Bezügen sind, die ihnen auf Grund eigener früherer Beamtentätigkeit ge- minister des Innern und der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft haben daher verfügt, daß der Fettgehalt molkereimäßig behandelter Milch im ganzen' Reiche einheitlich 2,5 v. H. betragen muß. Ostersendungen bis 25. März. lieber die Aufgabe von Ostersendungen 1942 wird vom Reichspostministerium zur Klarstellung darauf hingewiesen, daß es unter den gegenwärtigen außergewöhnlichen Verhältnissen unerläßlich ist, sie so früh wie möglich, spätestens aber bis zum 2 5. März, einzuliefern. Der in einer früheren Notiz genannte 15. März als spätester Termin wird durch diese Klarstellung berichtigt. Ostersendungen, Pakete und Päckchen, sollen also spätestens bis zum 25. März zum Postoersand gegeben sein. Haltbare Verpackung und genaue Aufschrift sind unbedingt erforderlich. Auch briefliche Ostergrüße nach entfernten Bestimmungsorten dürfen nicht erst an den letzten Tagen vor dem Fest eingeliefert werden, wenn sie rechtzeitig eintreffen sollen. Offizier-Anwärter der Lustwaffe. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe gibt bekannt, daß die Einstellung der Offizier-Anwärter der Fliegertruppe und des Jngenieur-Offizier-Korps am 1. Juli und 11. November 1942, die der Flak und Luftnachrichtentruppe am 1. August 1942 erfolgt. Die Einberufung erfolgt durch die zuständigen Wehrbezirkskommandos. Bewerbungen (für alle Offizierslaufbahnen der Luftwaffe) für obige Einstellunastermine sind sofort, spätestens aber bis sechs Wochen vor dem betreffenden Einstellungstermin bei der dem Wohnort des Bewerbers am nächsten liegenden Annahmestelle einzureichen. Für unsere Gegend kommt die Annahmestelle für Offiziersbewerber der Luftwaffe, Hannover, Eschertraße 12, in Betracht. Die Einstellungsbedingungen ind aus dem bei allen Wehrbezirkskommandos omie den Annahmestellen für Offiziersbewerber erhältlichen Merkblatt „Der Offiziersnachwuchs der Luftwaffe im Kriege" Ausgabe Oktober 1941 zu ersehen. Dürfen Läden urlaubshalber geschloffen werden? Die Urlaubsgewährung an die Gefolgschaftsmitglieder im Einzelhandel ist in den vielen Zehntausenden von Kleinbetrieben schwierig und war vielfach nur durch Schließung des Geschäftes möglich. Damit aber die berechtigten Anforderungen der Verbraucher nicht leiden, hat der Reichsarbeitsminister neue Richtlinien herausgegeben, die zusammen mit der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel und dem Fachamt „Der Deutsche Handel" in der Deutschen Arbeitsfront aufgestellt worden sind. In diesen Richtlinien wird bestimmt, daß Schließungen offener Verkaufsstellen für Sicherstellung des tariflichen Urlaubs der Gefolgschaftsmitglieder grundsätzlich nur solchen Betrieben genehmigt werden dürfen, in denen die Vertretung des beurlaubten Personals durch andere Gefolgschaftsmitglieder nicht möglich ist. Die Schließung darf 14 Tage nicht überschreiten. Die Anträge auf Genehmigung müssen bis zum 15. April 1942 bei der unteren Verwaltungsstelle eingereicht sein. Geschäftsschließungen zum Zwecke der Erholung dürfen einzeln arbeitenden Kaufleuten nur dann genehmigt werden, wenn keine Vertretung des Inhabers vorhanden ist. Hierbei ist ein strenger Maßstab anzulegen. Die Schließung von Lebensmittelgeschäften soll nicht genehmigt werden. In Ausnahmefallen bedarf sie der Zustimmung des zuständigen Ernährungsamtes. Die Verwaltungsbehörden stellen im Einvernehmen mit der Handelskammer und den Untergliederungen der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel und des Fachamtes „Der Deutsche Handel" in der DAF. einen Plan auf, der allen billigen Wünschen der Betriebsführer wie der Verbraucher nach Möglichkeit entsprechen wird. Schadenverhütung im Kriege. NSG. Die Gaudienststelle Hessen-Nassau der Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenoerhütung teilt mit: Die Erkenntnis, daß der Kampf gegen Schäden aller Art ein Kampf zur Erhaltung der lebensnotwendigen Güter der Nation ist, wird im Frieden von führenden Männern der Partei und des Staates als eine Aufgabe von größter Bedeutung angesehen. Während aber im Frieden die Werterhaltung allgemein auch von den Laien als eine selbstverständliche Notwendigkeit angesehen wird, so wird doch ihre Bedeutung im Kriege oft bezweifelt. Besonders im Kriege ist die Schadenverhütung eine wesentliche Grundlage unserer nationalen Kraft. Diese Aufgabe hat sich auch das Institut für 23er- sicherungswissenschaft zu eigen gemacht und zu diesem Zwecke die Zusammenarbeit mit der Reichs- arbeitegemeinfdjaft Schad enverhütuna ausgenommen. In steter Erziehungs- und Aufklärungsarbeit wollen diese beiden Institutionen dem deutschen Volke den Schadenverhütungsgedanken nahebringen. Als erste Gemeinschaftsveranstaltung des Institutes für Dersicherungswifftnscha ft an der Universität Leipzig und der Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenverhütung findet daher gegenwärtig eine Tagung unter dem Motto „Schadenverhütung" statt, in Der feurige