|92. Jahrgang Nr. 267 (Äricbeim n o 11 ctj, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener »>ami!ienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich RM.1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernivreckamk-luß 22M Drabtaniclirist „Anzeiger" ^osÜcheck11tzn6s>ranfs./M vonnerrtag,lr. Novemberly42 JgHI d ▲ vonner Gietzener Anzeiger Annahme von Aiuei en für die Lltittagsnummer bis 8'/, Uhr desBormittagS An-eigen-'vreise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Familienan- Zeigen und private GetegenbeitSanzeigen 149h)f. f. Werbeanzeigen und geschäftliche GeiegenheitSanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) M/^mebr vrShlfche Vmverfttätrdruckerei H. Lanze General-Anzeiger für Oberhefsen ^?iche«,^Sch»l»raI,« 7-9 DEHNEN-DIEN5T 0 SARDINIEN Tripolis. Wqia \ Am 11. November hat der Führer einen Aufruf Franzosisch-Nordasrrka rR!0 DE OHO (Spin-) tyhadames. • L / ß YEN Oie Amerikaner verlassen Vichy. Vichy, 11. Nov. (Europapreß.) Die hiesige nordamerikanische Kolonie einschließlich der USA.-Bot- schäft verließ Mittwoch nachmittag Dichy in Richtung Pau. Es heißt, daß die Angehörigen der Botschaft sich nach Lourdes, dem bekannten Wallfahrtsort in den westlichen Pyrenäen, begeben. Die französische Regierung hat ihre Grenze nach der Schweiz und Spanien für alle amerikanischen Staatsbürger gesperrt. Gleichzeitig mit dem Vorrücken deutscher Truppen sind italienische Truppen am Wttlwochvor- mittag in das nicht besetzte französische Gebiet eingerückt. Land zweier großer Meere ist: im Westen schlägt die Brandung des Atlantischen Ozeans gegen seine Küsten, von Tanger bis Tetuan bildet es die Südseite der Meerenge von Gibraltar und dann gehört es dem äußersten westlichen Mittelmecr bis zur Grenze Algeriens an. Marokko hat keine guten Häfen, wenigstens nicht für moderne Schiffe. Die Mittelmeerküste ist steil und schutzlos. Am Westausgang der Meerenge von Gibraltar liegt an der Südseite die Reede von Tanger, und die atlantische Küste ist — wenn auch Kunstbauten hier und da einen Wandel geschaffen haben — ebenso ungünstig. Ein weiterer Umstand hat dazu beigetragen, daß der moderne Berkehrsstrom lange an Marokko vorüberging. Bon der Küste des Mittelmeers steigt ein etwa 60 Kilometer breites bergiges, fast immer kahles und oft unwegsames Küstenland bis zu 2000 Meter auf und daran schließen sich nach Süden weitere Höhenzüge bis zur mächtigen alpinen Gebirgskette des Atlas, der schon die Phantasie der alten Griechen und Römer beschäftigt hat. Zwischen dem Atlas und der atlantischen Küste liegt der fruchtbarste Teil Marokkos. Hier liegen auch die binnenländischen Großstädte Fes, die nördliche Hauptstadt mit 140 000 Einwohnern und Marrate s ch, die südliche Hauptstadt, mit fast 200 000 Einwohnern. Die wichtigste Hafenstadt ist Casablanca, das ebenfalls eine Großstadt mit 250 000 Einwohnern ist. Nördlich von Casablanca liegt die Hafenstadt Rabat, an sich eine Stadt von nur 80 000 Einwohern, aber Sitz des französischen Generalresidenten. Südlich von Casablanca liegt die jetzt vielgenannte Hafenstadt Safi, wo die Amerikaner nach Ueberwindung von Widerstand gelandet sind. Bon diesem Safi hat das feine Ziegen- leder den Namen Saffian oder Maroquin. Noch weiter südlich liegt Mogadox, ursprünglich ein berüchtigtes Seeräubernest, das in den letzten Jahren kräftig aufgeholt hat, weil der Hafen gegen den offenen Atlantik durch Felsbänke und kleine Inseln geschützt ist. Seit Frankreich 1912 seine Schutzherrschaft über Marokko erklärte, wurde das Land durch Eisenbahnen erschlossen, die auch Anschluß an das Eisenbahnnetz Algeriens haben, so daß eine durchgehende Verbindung von Casablanca und Rabat über Algerien bis nach Tunis besteht. Ebenso entwickelten die Franzosen auch das Straßennetz. Daneben spielt das Flugzeug eine beachtliche Rolle. Es bestanden Flugverbindungen von Casablanca und Rabat nach Algier und Frankreich sowie südwärts nach Dakar, der Hauptstadt von Französisch-Westafrika. Di" Bevölkerungszahl Marokkos, das ohne seinen Wüstenanteil mit 420 000 Quadratkilometer etwas kleiner ist als das Deutschland von 1919, wird auf sechs Millionen geschätzt, darunter rund 160 000 Juden und 220 000 Europäer. Hauptausfuhrwaren sind Phosphate, Weizen, Wolle und Eier. Algerien liegt der französischen Südküste gerade gegenüber. Es ist ein typisches Küstenland. Nicht nur, weil es mit gut 1000 Kilometer an der südlichen Mittelmeerküste beteiligt ist, sondern vor allem auch deshalb, weil die fruchtbarsten Gebiete und die größten Städte im Küstengebiet liegen. Dahinter steigt eine Höhenregion an, die in ihren Spitzen Höhen von 2300 Meter erreicht, in der Hauptsache aber ein Hochplateau darstellt, das von Steppen und Salzsümpfen, den sogenannten Schotts durchzogen ist. Dieses Hochland geht schließlich in die Sahara über. Die franzosen haben sich niemals auf eine feste Begrenzung Algeriens nach Süden eingelassen. Mit anderen Worten: sie haben über die Sahara über. Die Franzosen haben sich niemals sisch-Westasrika und ihren Kolonien am Golf von Guinea herzustellen versucht. Zu dem seit Jahrzehnten besprochenen Bau der Transsahara-Bahn ist es allerdings niemals gekommen. Die Franzosen haben mit der Erwerbung Algiers, die im Jahre 1830 begann, den Grundstock zu einem neuen Kolonialreich gelegt, nachdem sie ihre ursprünglich sehr ansehnlichen Herrschaftsgebiete in Ostindien und Nordamerika verloren hatten. Algier gilt aber heute nicht als ein Teil des französischen Kolonialreiches, an dessen Wiederaufbaubeginn seine Eroberung gestanden hatte, sondern ist verwaltungsmäßig ein Teil von Frankreich selbst und zerfällt in die drei Departements Algier, Constantine und Oran. Der räumlichen Ausdehnung nach ist Algier, wobei das fast unbewohnte Saharagebiet den weitaus größten Teil einnimmt, mit 2,2 Millionen Quadratkilometer fast fünfmal so groß als Deutschland von 1919, aber die drei Departements Algier, Constantine und Oran, die nördlich vom Saharagebiet liegen, umfassen nur eine Fläche von etwa 210 000 Quadratkilometer, was knapp der Größe Preußens entspricht. Das fast unbewohnte Saharagebiet ist unter dem Sammelnamen „Südterritorien" zusammengefaßt. Die Einwohnerzahl betrug 1936 7,3 Millionen, darunter fast eine Million Europäer. Almer ist eine der überseeischen Besitzungen Frankreichs, in der die Franzosen eine wirklich kolonisatorische Tätigkeit enthaltet, also nicht nur eine politisch-militärische Hoheit begründet haben. An der europäischen Bevölkerung Algiers sind die Franzosen reichlich mit drei Vierteln beteiligt; dann folgen die Spanier mit einem Anteil von 18,4 v. H. und schließlich die Italiener mit 4 v. H. Die spanische Bevölkerung Alaeriens wobnt in der Hauptsache in und bei Oran, das nur 250 Kilometer von der spanischen Küste entfernt ist und von 1512 bis 1792 auch spanischer Besitz war. Die größten Städte Algeriens sind die Hauptstadt Algier mit mst einer Viertelmillion und Oran mit rund 160 000 Einwohnern. In normalen Jahren wirft die Landwirtschaft Algeriens reichliche lieber schlisse, besonders an Weizen und Gerste, auch an Fleisch, Wein und Gemüse ab. Bettächttich ist die Zahl der Schafe mit 5,4 Millionen. Der Bergbau auf Eisenerz, Zink, Phosphate tritt in der wirtschaftlichen Bedeutung hinter der Landwirtschaft weit zurück. Ebenso wie Algerien ist Marokko durch die amerikanisch-englischen Landungen Kriegsgebiet geworden und in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Das Land stellt die Nordwestecke Afrikas unmittelbar gegenüber der südspanischen Küste dar. Damit ist auch schon gesagt, daß Marokko das Daß der Aufruf des Führers im französischen Volke diesseits wie jenseits der jetzt von den deutschen und italienischen Truppen überschrittenen Demarkationslinie auf Verständnis stößt, geht aus Pariser Pressekommentaren sowohl wie aus den Berichten über die Aufnahme des Führeraufrufes in Vichy hervor. So schreibt „Paris Soir", es seien wiederum die guten Freunde England und Amerika, die Frankreich vor eine neue Prüfung gestellt hätten. Das französische Volk müsse Ruhe bewahren. Durch das gleiche Ziel seien die beiden ehemaligen Gegner Deutschland und Frankreich heute einander näh er - geb rächt. Jetzt werde sicher jeder Franzose erkennen, welches die wahren Verbündeten Frankreichs seien. „In dem Augenblick", so heißt es im „Le Nouveau Temps", „da die europäischen Grenzen und die französischen Afrikabesitzungen bedroht sind, schützen die deutschen Waffen die Grenzen Frankreichs. Damit verwirklicht sich, was seit zwei Jahren geplant war, nämlich die Einbeziehung Frankreichs in den europäischen Blo cf." Die Demarkationslinie überschritten. DNV. Aus dem Führerhauptquarlier, 11. Nov. Das Oberkcmmando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche Truppen haben am 11. November früh zum Schuhe des französischen Territoriums gegenüber den bevorstehenden amerikanisch-britischen Landungsunternehmen in Südfrankreich die Demarkationslinie zum unbesetzten Frankreich überschritten. Die Bewegungen der deutschen Truppen v e r laufe n p t a n m ä h i g. ßäter ein zweites Dünkirchen zu i mn gehabt hätten." Im übrigen bemühte sich Oer LleberfaN auf Nordafrika schon im Luli beschlossen. Landung auf dem Kontinent war Churchill zu gewagt. verzeich- Berlin, 11. Nov. (DNB.) Nach Meldungen tm habe, um ihm zu helfen. „Die 19 nach Ruß-lmscher Agenten nach Franzos,scy°Noro land durchgeführten Geleitzugoperationen waren jede für sich eine bedeutsame Marineoperation, schon wegen des Gros der feindlichen Flotte, das sich in unmittelbarer Nähe aufhielt." Churchill vergaß allerdings mitzuteilen, wie viele Geleitzüge in der Sowjetunion eingetroffen sind, worauf es entscheidend ankommt. Don Moskau nicht als zweite Front betrachtet. Genf, 12. Nov. (DNB. Funkspruch.) lieber den Eindruck, den der englisch-amerikanische Ueberfall auf Französisch-Nordafrika in der Sowjetunlon hervorgerufen hat, berichtet der Korrespondent der „News Chronicle" vom 10. November, in Moskau habe man keine besonders großeFreude darüber an den Tag gelegt und empfinde diese Operationen nicht als Entlastung. Von Begeisterung und freudiger Erregung sei durchaus nichts zu verspüren. Die Moskauer Presse verhalte sich zurückhaltend und verweise darauf, daß die militärischen Operationen in Französisch-Nordafrika keine zweite Front in den Augen der Sowjets darstelle. * Auch in Großbritannien selbst scheint man sich nicht überall wohlzufühlen, schreibt „News Chronicle". Es dürfe sich niemand einbilden, daß es in Nordafrika nun pausenlos Erfolge geben würde. Man tue gut daran, sich nochmals vor Augen zu führen, was Hitler in seiner letzten Rede gesagt habe. Jedenfalls ständen den Engländern und Amerikanern noch schwere Kämpfe bevor. Giraud brach sein Ehrenwort. Lm Schutz der deutschen Wehrmacht Von unserer Berliner Schristleitung. Stockholm, 11. Nov. (DNB.) Churchill hielt dm Mittwoch im Unterhaus eine Rede, in der er sch in erster Linie mit dem Unternehmen in tfrary Psisch-Nordafrika befaßte. Dabei teilte Churchill t.'m Unterhause mit, er habe der Sowjetunion b e- reits im Juni schriftlich erklärt, daß England rod) für 1942 eine große Landung plane, aber em 6 esbezügliches Versprechen nicht abgeben könne. »Ich habe Stalin bei meinem Besuch auf die k chwierigkeiten einer Landung im $. an al gebiet hingewiesen und ihm den Beschluß mitgeteilt, in Nordafrika zu intervenle- r n. Schon gelegentlich meines ersten Besuches in Washington gab Präsident Roosevelt der Ansicht Ausdruck, daß sich Franzosis ch - N o r d - asrika besonders für eine amerikanische Invasion eigne. Wir waren in diesem Punkte v ö l l i g ‘itnig. Die entsprechenden Befehle wurden daher mit erhöhter Eindringlichkeit Ende I u l i e r- t?i(t. Womit Churchill beweist, daß die Erklärung Roosevelts, er hätte durch seine Landung Tunis vor einer deutsch-italienischen Invasion schützen wollen, e ne plumpe Lüge war. „S t a l i n hielt den Beschluß, durch Nordafrika loszuschlagen, für ungenügend, trotzdem schieden wir als gute freunde , fegte Churchill hinzu. Bemerkenswert ist auch das Geständnis Chur- | Sills, daß eine zweite Front auf dem europäischen i Kontinent ein zu gewagtes Unternehmen fei. Dem britischen Premier sind die Rufe Stalins auf die : Nerven gegangen. Darum rief er aus: „Ware es i e ne Entlastung für die Bolschewisten gewesen, wenn mir einen verfrühten Angriff über den Aermel- I Kanal oder wenigstens ein Dutzend Unternehmun- gtn wie in Dieppe an einem Tag durchgefuhrt hatten und wenn wir danach ein oder zwei Wochen 'FRANKREICH f <1 Marseille a f ri f a gelangt. Giraud, der im Frankreichfeldzug in deutsche Gefangenschaft geriet, war unter Ausnutzung ihm gewährter Erleichterungen aus der deutschen Kriegsgefangenschaft entflohen. Durch Ehrenwort gegenüber dem französischen Staatschef war Giraud an den Aufenthalt in einem südfranzösischen Ort gebunden. Giraud steht französischen Emigrantenkreisen, die mit England Zusammenarbeiten, nahe. Admiral D a r I a n ist von einer Besichtigungsreise, auf der er sich zuletzt in Algier aufhielt, bisher nicht zurückgekehrt. Ueber ein Schicksal ist in amtlichen französischen Kreisen nichts bekannt. Kreuzer von italienischen Flugzeugen in den algerischen Gewässern versenkt. Rom, 11. Nov. (DNB.) Der italienische Wehr machtbericht vom Mittwoch gibt u. a. bekannt: Staffeln unserer Torpedoflugzeuge führten' erneut A n - griffe gegen d i e englisch-amerikanischen Flottenverbände in den algerischen Gewässern durch. Ein feindl eher Kreuzer erhielt drei Torpedotreffer, die ihn auseinanderrissen. Der Kreuzer ging schnell unter. Ein weiterer wurde beschädigt. Ein 15 000-BRT.-Dampfer wurde getroffen und erhielt Schlagseite. Mit seinem Untergang ist zu rechnen. Einer unserer Verbände führte mit großem Erfolg einen Bombenangriff gegen den Flugplatz von Algier durch, bei dem große Brände entstanden. Englische Saboteure in Italien dingfest gemacht. Rom, 11.Nov. (DNB.) In der Nacht zum 9.November setzte ein englisches U-Boot zwei Personen, die die Uniformen italienischer Offizier trugen, an der süditalienischen Küste an Land. Sie wurden sofort oon der Küstenbewachung feftg enommen. Es wurde festgestellt, daß es ich um zwei fahnenflüchtige zum Feind übergelaufene italienische Staatsangehörige handelte. Sie waren im Besitz von falschen Ausweis- papieren, großen Geldsummen und eines Radiosenders und Empfangsgeräts. Sie gestanden, zu Spionage- und Sabotagezwecken nach Italien entsandt worden zu sein. Bereits am 9. November wurden die beiden Hochverräter vom Sondergericht für die Verteidigung des Staates zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am Dienstagvormittag vollstreckt. Madrid A . _ —Lissabon^:£ J f b, t* ' tagend f - — ?Algier~±&'tone // ^Constantine, V”' *■ XI z=5af£MAR0KK0 Mogadof^ 4 Marrakesch f&fy/omb Oie europäische Mission. Von unserer Berliner Schriftleitung. Der Aufruf des Führers an das französische Volk ist mit einem sehr guten Gewissen geschrieben worden. Er ist durchtränkt von dem Gefühl einer übergeordneten Verantwortung, die den billigen Erfolg verschmähte, um eine Zukunft zu gewinnen und zu gewährleisten. Der Führer konnte den Franzosen in dem Augenblick, da die deutschen Truppen in der Frühe des 11. Novembers 1942 die Demarkationslinie zwischen dem besetzten und unbesetzten Frankreich zum Schutz des französischen Territoriums gegen neue amerikanisch-britische Landungsunternehmen überschritten, vor Augen halten, daß Deutschland ein maßvoller Sieger war, ein Sieger ohne Rachegefühle. Ein Sieger, der die Lehre aus seiner eigenen Geschichte wohl im Herzen und im Sinn getragen hat. 1866 war es noch zu einem innerdeutschen Bru- derkamps gekommen: auf der einen Seite standen • die Preußen, auf der anderen die damaligen Oester- reicher, die Sachsen, Bayern und Hannoveraner. Wer denkt noch daran? Wem in Deutschland wird noch das Herz heiß bei dieser trüben Erinnerung? Bismarck schlug seine eigene Stellung in die Schanze, um bas ganze Deutschland für die Zukunft vorzubereiten, und im Grabe noch feiert er den höchsten Triumph eines Staatsmannes, daß das ganze Deutschlandland lebt und nach außen streitet und daß der innere Kampf, der ja nur 76 Jahre zurückliegt, vergessen ’ijt. Der Führer wollte und will dasselbe für Europa, was Bismarck für Deutschland gewollte und durchgesetzt hat. Wie der Führer, so Hut auch die deutsche Wehrmacht gegenüber Frankreich ein gutes Gewissen. Als acht Millionen Menschen auf den französischen Landstraßen lagen, als Panik das chaotisch gewordene Frankreich beherrschte, da war in der wilden Erscheinungen Flucht die deutsche Wehrmacht der ruhende Pol. Millionen Franzosen danken es ihr, daß sich die Familien wieder zueinander fanden, daß die Kamine in Frankreich wieder rauchten, daß die segensreiche Arbeit und mit der Arbeit auch die Ordnung und die Ruhe das tolle Chaos ablösten. Gerade das ist nicht nach dem Sinne Amerikas und Englands. Aber das ist der Ehrentitel, auf Grund dessen die deutsche Wehrmacht den Schutz Frankreichs in vollem Umfang übernimmt. Frankreich ist ein Teil unseres Kontinents, dessen Garant die deutsche Wehrmacht ist. Dr. Ho. 8arcelond‘^==^- korhUA lLänd/ —-------- •.—v ^üibraltgr^zjr&p^ 7* . Z i......^•laghuat j !. < — i --./ALGERIEN ' N das französische Volk gerichtet und ihm mitge- ült, daß durch den feigen Ueberfall auf Französisch- lordafrika und durch die Absichten der Feinde, die nsel Korsika und Südfrankreich zu besetzen, die Zoraussetzungen des Waffenstillstandes hinfällig geworden sind. Der Führer hat den Befehl gegeben, □fort durch das unbesetzte Frankreich zu marschieren nd die von den englisch-amerikanischen Landungsruppen vorgesehenen Stellen zu besetzen, mit dem siel, jeden amerikanisch-englischen Landungsversuch turückzuschlagen. Das ergibt sich aus der Notwendigleit der Selbstverteidigung. Deutschland und Italien oben die Mission übernommen, Europas Gebiet zu chützen und, wie der Führer dem französischen ßolfe verspricht, „die afrikanischen Besitzungen der uropäischen Völker für die Zukunft vor räuberischen Ingriffen zu bewahren". Es liegt an Frankreich, lit Deutschland und Jatlien gemeinsam an diesem werk mitzuarbeiten. Wenn dem Vormarsch unserer verbände durch blinden Fanatismus ohex durch be- whltc englische Agenten Widerstand entgegengefefoi wird, spricht die Waffe! Wir kommen nicht als Feinde, wie wir auch nach ;em Waffenstillstand bewiesen haben, daß wir ge- reu alle Verpflichtungen halten und nicht von uad)egeift gegen Frankreichs Volk erfüllt sind. Wir jben im Gegenteil die Hoffnung, daß trotz gewisser Schwierigkeiten, die in Vichy immer wieder der Zusammenarbeit der beiden Nationen entgegen- ^stellt wurden, sich diese benachbarten großen Völ- -r doch zu einer Zusammenarbeit finden. Die onften und versöhnlichen Worte des Führers an das anzösische Volk sind getragen von feinem euro- üischen Bewußtsein und seinem tiefen Verantwor- mgsgefühl. Es gilt, den Briten endgültig die Ab- cht zu zerstören, Europa in Uneinigkeit zu halten, ^as ist Ziel und Sinn dieses Aufrufes, der vom mnzöfischen Volk nach allem, was es von den Briten erfahren, erwartet, daß sich feine besten . räfte in gemeineuropäischem Interesse gegen dre kindringlinge von Ueberfee her wehren und mit ins und unseren Verbündeten zusammenstehen. f9Ayadir..s"" 1 ) Ts ÖD- TERRITORIUM ( 0 500 /lOQO I \ 1 ■- - 1 km Erfolgreiche Mchhuikämpfe an -er ägyptsschen Front. Berlin, 11. Noo. (DNB.) An der nordafrikani- schen Front ist zwischen den deutsch-italienischen Hauptkräften und den nachdrängenden Briten ein beträchtlicher Zwischenraum entstanden, so daß die deutsch-itcüienische Panzerarmee ihre Bewegungen unbehindert fortsetzen konnte. In den Auffangstellungen trafen erneut versprengte Kampfgruppen ein, die sich an den Hügelterrassen des Dschebel entlang durchgeschlagen hatten. Die starken Wolkenbrüche der letzten Tage hatten die von diesen Höben zur Küste verlaufenden Wadis unter Wasser gesetzt und den Wüstensand so tief aufgeweicht, daß die Briten ihre Bemühungen, mit schweren Waffen auf den verschlammten Wüstenpisten oorwärtszukommen, aufgeben mußten. Nur für leichte Panzerspähwagen und Infanterie war das Gelände passierbar. Als solche Einheiten südöstlich Marsa Matruk die felsige Senke am Oberlauf eines Wadis zu überschreiten versuchten, gerieten sie in das Feuer deutscher Kampfgruppen, die hier die Rückzugsbewegungen italienischer Verbände deckten. Trotz ihrer zahlenmäßigen Ueberlegenheit konnten die angreifenden Südafrikaner bei der fehlenden Unterstützung durch schwere Waffen nicht vorwärtskommen. Auch die leichten Panzerspähwagen hatten keine Aussichten gegen die schweren deutschen MGs. Mehrfach stürmten die Angreifer vor, doch jedesmal mußten sie im Feuer liegen bleiben. Das ganze Gefecht löste sich schließlich in Einzelkämpfe um Löcher und Felsbrocken auf, in denen der Feind von den schwachen deutschen Kräften so lange aufgehalten wurde, bis die italienischen Truppen sich weit genug abgesetzt hatten und den ungehinderten Marsch zu den Hauptkräften antreten konnten. Der Feind wagte der kleinen deutschen Kampfgruppe nicht zu folgen, als sie sich ebenfalls vom Gegner löste. Die Verschlammung der Wüste hat die Bewegungsmöglichkeiten der Briten erheblich eingeengt. Der Feind ist gezwungen, sich an das feste Gelände der K ü st e n st r a ß e zu klammern. Hier entstanden daher Fahrzeugaufstauungen, die unseren Kampfflugzeugen lohnende Ziele für überraschende Angriffe boten. Durch die Tiefangriffe unserer Kampf- und Schlachtflieger hatte der Feind empfindliche Ausfälle. Die amerikanisch-britische Landungsflotte weiterhin von Luststreitkrästen bekämpft. Der Webrmachtberichi. DRV« Aus dem Führerhauplquartier, 11. Jioo.e Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westkaukasus und am Terek-Ab- schnitt wurden zahlreiche feindliche Angriffe in erbitterten Sümpfen abgewehrt und Bereitstellungen des Feindes durch Artilleriefeuer zerschlagen. 3n Stalingrad lebhafte Stoßtrupptätigkeit. An der D o n f r o nt wiesen rnmänische Truppen feindliche Angriffe ab. Schlachtflieger griffen in die Erdkämpfe mit Erfolg ein. Ungarische Truppen vereitelten einen Uebersehversuch des Feindes. 3m mittleren und nördlichen Frontabschnitt wurden eigene Stoßtruppunternehmungen durchgeführt und einige feindliche Vorstöße abgewiesen. Kampf- und Sturzkampfslieger setzten ihre Angriffe gegen Trup- penbereistellungen und Bahnanlagen fort. An der ägyptischen Front nehmen die beabsichtigten Bewegungen der deutschen und italienischen Truppen, die in erfolgreichen Gefechten zwölf feindliche Panzer zerstörten, ihren Fortgang. Die britische Luftwaffe verlor vier Flugzeuge. Deutsche und italienische 3agdflieger schossen | in Luflkämpfen gegen überlegene feindliche Luft- s ftreitkräste vom 5. bis 10. Rovember 21 feindliche Flugzeuge ab. | Deutsch-italienische Luftstreitkräfte bekämpften wei- s terhin die amerikanisch-britische Landungsflotte an der Küste Rordafrikas. Lin Flugzeugträger und ein großes Handelsschiff erhielten Treffer. Kampfflieger schossen drei feindliche 3agdflug- zeuge ab. 3n der Rächt zum 10. Rovember stießen Schnellboote gegen den feindlichen Geleitverkehr an der ^britischen Ostküste vor, versenkten unter hefti- ' gen Kämpfen gegen britische Zerstörer vier Schiffe mit 11 000 VRT. imd beschädigten zwei Schiffe sowie ein Sicherungsfahrzeug durch Torpedotreffer. Alle Boote sind zurückgekehrt. Ein im 'Kampf beschädigtes eigenes Schnellboot wurde in | einen deutschen Stützpunkt eingeschleppt. An der Küste der besetzten Weflgebiete wurden vier britische Bomber abgeschossen. 3m Rordatlantik traf ein deutsches Unterseeboot ein britisches Schlachtschiff der „Oueen-Eli- zabeth--Klasse durch Torpedo. Eine schwere Explo- jsion wurde beobachtet. Aus -em Reich. Hermann Röchling 70 Jahre alt. Kommerzienrat Dr. Hermann Rö.chling wird am 12. November 70 Jahre alt. In Saarbrücken als Sproß einer alten saarländischen Unternehmerfamilie geboren, übernahm Röchling nach Studien an einer Reihe deutscher Hochschulen und nach Reisen ins Ausland 1897/98 die Leitung des Baues der Carlshütte bei Diedenhofen, 1901 der väterlichen Eisen- und Stahlwerke in Völklingen mit seinem Bruder Louis. Nach dessen Tode 1926 wurde Hermann Röchling alleiniger Leiter des Familienunternehmens. Daneben ist er geschäftsführender Teilhaber der Bank Gebr. Röchling in Saarbrücken und persönlich haftender Gesellschafter der Kommanditgesellschaft Gebr. Röchling und Gebr. Röchling, Eisenhandelsgesellschaft in Ludwigshafen. 1922 wurde ihm von der Universität Heidelberg die Würde eines Dr. rer. pol. h. c. und 1930 von der Technischen Hochschule Berlin die Würde eines Dr.-Jng. e. h. verliehen. Die Verdienste Röchlings gehen weit über die Rationalisierung und den Produktionsausbau seines eigenen Werkes hinaus. Er hat frühzeitig die Notwendigkeit einer Erschließung der eisenarmen Jn- landserze erkannt und schon 1934 die Erschließung des südbadischen Doggererzvorkommens gefördert. Zur Verhüttung der eisenarmen und kieselsauren deutschen Erze entwickelte Röchling unabhängig von Paschke-Peetz das Säure-Schmelz-Verfahren mit anschließender Sodaentschwefelung des Roheisens. Er ist Vorsitzender der Reichsvereinigung Eisen und Leiter der Wirtschaftsgruppe eisenschaffende Industrie. Den Kampf um die Saar von 1919 bis 1935 hat er mit beispielloser Zähigkeit unter rücksichtslosestem Einsatz seiner Person und auch seiner Firma geführt, wobei er auch französische Ueberfremdungs- bestrebungen in der Saarwirtschaft clbwehrte. Oie Krankenernährung im Kriege. Auf einer von dem Ernährunasbeauftragten des Reichsgefundheitsführers, Professor Dr. Wirz, geleiteten Tagung des Hauptamtes für Volksgesundheit der NSDAP, berichtete die Reichsärztekammer, Abteilung Krankenernährung, über die bisher auf diesem Gebiet getroffenen Maßnahmen. Oie Graugans zieht. Von Woldemar Bosenstein. Wenn das Mondlicht durch die schwarz und gespenstisch in die Nacht ragenden Föhenstämme bricht, wenn Nebelschleier brauen und der Kampfschrei des Rothirsches über die Heide dröhnt, zieht die Graugans dem Süden zu. Geisterhaft zieht das Kakeln des schwebenden Dreiecks zur Erde hernieder. Irgendwo in einem Moorloch, das, versteckt vor dem Blick der Menschen, sich hinter Wacholderbüschen duckt, fällt ein Trupp ein. Denn weit ist die Heerfahrt aus Lapplands Tundren hinab zur Mittelmeerküste und vielleicht hinüber zu den flachen Strandseen von Tripolis und Aegypten. Da heißt es ausruhen und sich zur neuen Reise stärken. Stockente und Bläßhuhn erheben vernehmlich Protest, doch mit der schneidigen Graugans anzu- binben ist nicht ratsam, und selbst Meister Reineke, der anaelockt von dem Geplätscher herbeischleicht, um einen saftigen Geflügelbraten zu erhaschen, stutzt beim Anblick des stolzen, selbslliewußten Ganters, dessen Warnruf mehr einem Kampfruf gleicht. Zischend, mit gesenktem Kopf und ausgebreiteten Flügeln, geht er dem jungen Rüden zu Leibe. Da der nicht sehr hungrig ist und es im Moor ja noch andere, leichter zu bewältigende Beute gibt, tritt er rasch, wenn auch ärgerlich keckernd den Rückzug an. Die Gänseschar aber badet ausgiebig und, nachdem das Federkleid fein säuberlich geordnet und geputzt ist, verteilt sie sich auf den Moorwiesen, um zu äsen. Da sind schon allerhand Verwandte emsig tätig — Acker- und Saatgänse, auch die kleine Nonnengans fehlt nicht. Und mancher andere gefiederte Wanderer ist auch noch da. Nach reichlicher Sättigung wird schnell der Kopf unter den Flügel gesteckt und auf einem Ständer stehend mehrere Stunden geschlafen, während die Posten mit gestrecktem Halse schärfste Umschau halten, daß nicht irgendein Unhell sich nahen möge. Frsihnebel decken Moor und Heide. Einer roten Feuerkugel gleich hängt die Morgensonne im Grau. Drunten aber schimmern all die zarten Pflänzchen in erstem Frühreif. Die Gänse haben noch ein schnelles Bad genommen, haben getrunken, und nun gibt es zunächst eine aufgeregte und eindringliche Unterhaltung: die Parole für den Tag wird aus- gegeben. Dann aber steigen sie plötzlich mit klatschendem Fluge auf. Einen Ganter an der Spitze, formiert sich der Flugkeil. Laut rufend, mit schnellen, leichten Flügelschlägen ziehen sie unterm grünblauen Himmel dahin. Von Zeit zu Zeit nimmt der jeweilige Hintermann des Spitzentieres die Führung, es gewissermaßen in der Verantwortung ablösend. — Immer neue Keile ziehen rufend gen Süden. Herb und würzig riecht der weiße Rauch verbrennenden Kartoffelkrautes. Irgendwo singt ein flachshaariger Hütejunge feinen Schnucken oder Kühen ein altes Lied von Heide, Wald und Moor. Oie Grenzen des Erdballs. Das geographische Wettbild Alexanders des Großen. Alexanders des Großen Kriegstaten und Herrschaftspläne sind aufs engste verbunden mit seinem geographischen Weltbilde, das in den ersten Jahren seiner Feldzüge den damaligen Vorstellungen von der bewohnten Erde entsprechend, kaum über das Zweistromland hinausreichte. Seine Unternehmungen galten, seitdem er im Jahre 330 in Persepolis eingezogen war, der Erkundung der weiter darüber hinausliegenden Länder kaum weniger als ihrer Eroberung. Wie umfassend diese Pläne waren, zeigt Prof. Dr. Helmut B e r v e in einem Aufsatz über das geographische Weltbild Alexanders des Großen, den er in den „Forschungen und Fortschritten" veröffentlicht. Ueber Indien waren viele phantasierende Erzählungen im Umlauf, aber sachlich wußte man kaum mehr zu sagen, als daß es das östlichste Land Asiens und damit überhaupt der bewohnten Well fei. So mußte Alexanders Zug, seitdem er über die Grenzen Mesopotamiens hinausqing, weitgehend ein Erkundungszug werden, selbst wenn er ihn nicht bewußt als solchen aufgefaßt und seinem wissenschaftlichen Stab entsprechende Aufgaben gestellt hätte. Als das Heer im Jahre 329 im heutigen Turkestan in der Nähe von Chodschent den Syr- Darij erreichte, hielten Alexander und seine Begleiter diesen Fluß für den Don, der die Grenze zwischen Europa und Asien bilden sollte, und da der König sich seit Beginn des Perserfeldzuges die Gewinnung Asiens zum Ziel gesetzt hatte, machte er hier kehrt, um sich nunmehr Indien als dem östlichsten Lande Asiens zuzuwenden. Es war bei dem damaligen Stande der astronomischen Wissenschaft nicht möglich, die eigene Position zu bestimmen, und zu erkennen, daß man sich wesentlich südlicher und östlicher befand als der Don; das Erdbild schob sich im Süden wie im Norden eigentümlich zusammen, so daß Alexander, als er 326 zum Indus kam, diesen Strom zunächst für den Oberlauf des Nil halten konnte, weil hier wie am Nil Lotospflanzen und Krokodile zu finden waren. Man hielt auch das Meer im Süden wie die Kaspische See im Norden für ein Binnenmeer, und Oftafrika und Indien gingen gleichsam ineinander üver. Aus den Berichten der Eingeborenen erkannte Alexander jedoch bald, daß der Indus sich als ein selbständiger Strom in das südliche Meer ergieße, das nun vielleicht doch, wie manche meinten, der Ozean fein konnte. Um dies zu erkunden und gegebenenfalls auch dort an die Grenze Asiens zu gelangen, ließ der König eine gewaltige Stromflotte bauen, während er selbst zum letzten der fünf Ströme des Pendschab zog, wo das bewohnte Land und damit Asien überhaupt enden sollte. Auf dem Vormarsch erhielt er jedoch die Nachricht, daß nach einer Steppe von 12 Tagesmärschen Tiefe wieder Menschen in Städten an einem Strom wohnten, so daß das Endziel in weitere Ferne gerückt wäre und zur Fortsetzung des Zuges gen Osten geführt hätte, wenn nicht das phußsch und moralisch erschöpfte Heer sich geweigert hätte, weiter zu marschieren. Wider Willen und voll Bitternis mußte sich Alerander daher zur Umkehr entschließen, ohne das Ende Asiens erreicht zu haben. Sein Wunsch, den Indus hinab an das südliche Meer zu gelangen, war nun um so leidenschaftl cher geworden. Er überwand die widerspenstigen Inder am südlichen Pendschab und am unteren Jnduslauf und erreichte im Sommer 325 die Spitze des Jn- dusdeltas und bald darauf die Küste des Meeres. Der Eindruck von Ebbe und Flut, die der König hier zum ersten Male in ihrer vollen Gewalt erlebte, da im Mittelmeer die Gezeiten kaum in Erscheinung treten, gab ihm die Gewißheit, nicht an irgendeinem Binnenmeer, sondern am Ozean selbst zu stehen, der die bewohnte Erde umschloß. Die Wirkung dieser überwältigenden Erkenntnis bestimmte fern Denken während der folgenden Zeit und ließ feine Herrschaftspläne über die bisher erstrebte Gewinnung Asiens hinauswachsen. Zunächst sollte eine Flotte die Seeverbindung zum Persischen Golf suchen, der nur eine Bucht des Ozeans fein konnte, während das Landheer zum Zweistromland zurückkehrte. Weiterhin sollte die Ozeangrenze der Erde aufgespürt und alles von ihr umzogene Land der eigenen Macht unterworfen werden, die Idee der Weltherrschaft stieg vor Alexander auf, er hatte das Weltmeer kennengelernt und sah nun in dessen Küsten die natürlichen Grenzen seines universalen Wirkens. Bald nachdem die ausgesandte Flotte nach glücklich vollendeter Fahrt sich mit dem Landheer in der persischen Hauptstadt Susa wieder vereinigt hatte, wurde im Jahre 324 eine Flottenexpedition zur Umseglung Arabiens vordere tet, schien es doch nun gewiß, daß auch das Rote Meer eine Ausbuchtung des Ozeans sei. Schon waren Erkundungsgeschwader an der arabischen Ostküste südwärts vorgestoßen, schon lag eine riesige Flotte bei Babylon bereit, die der König selbst begleiten wollte, als der plötzliche Tod Alexanders im Juni 323 das Unternehmen zunichte machte. Entwürfe, die sich im königlichen Nachlaß sanden, lassen erkennen, daß die Umseglung Afrikas nur das erste Glied einer Kette von Fahrten und Feldzügen fein sollte, mit denen die Verwirklichung der Herrschaft über die Welt geplant war. Nach den bisherigen Fahrten schien es durchaus möglich, nicht nur Arabien zu umsegeln und bis an den Golf von Suez zu gelangen, sondern auch Libyen, womit Afrika gemeint war, im Süden zu umfahren und die Seeverbindung zu dem Ozean an den Säulen des Herakles, also an der Straße von Gibraltar, herzustellen. Von der Größe Arabiens, geschweige denn von der Ausdehnung Libyens hatte Alexander keinerlei Kenntnis, so daß er einen solchen uns phantastisch anmutenden Plan fassen konnte. Zügle.ch war aber auch eine Land- und Seeexpedition an der afrikanischen Mittelmeerküste entlang gen Westen bis zu den Säulen des Herakles vorgesehen, und es ist zu vermuten, daß die beiden afrikanischen Unternehmen schließlich an der Straße von Gibraltar Zusammentreffen sollten. Die im Nachlaß gefundenen Entwürfe lassen die Absicht erkennen, den Rückweg von den Säulen des Herakles durch die südeuropäischen Länder zu nehmen, und es ist durchaus n cht unmöglich, daß auch eine nördliche Umseglung Europas versucht werden sollte: die Erfahrungen mit dem Südmeer hatten in Alexander Zweifel erweckt, ob das Kaspische Meer wie der Persische Golf nicht auch die Bucht eines J^ans, und zwar des nördlich um die bewohnte Grö fließenden, wäre, und eine Erkundungsexpedition, die infolge seines jähen Todes nicht mehr zur Ausführung kam, sollte hier Klarheit bringen. C.Kt Reichsgesundheitsführer Dr. Conti stellte den Grundsatz auf, daß jeder wirklich Kranke die Lebensmittel erhalte, die er dringend zu feiner Ge- sundheit brauche. Nach diesem Gesichtspunkt sei die Krankenemährung bereits in der hinter uns liegenden Kriegszeit, vor allem auf der Arbeit von Professor Dr. Schenck fußend, erfolgreich gehandhabt worden. Bei der Beurteilung der geringfügigen Erkrankungen müsse trotz der verbesserten Ernäh- ungslage weiter so vorgegangen werden, wie es im Interesse der gleimäßigen und gerechten Verteilung aller vorhandenen Nahrungsmittel für die Gesamtheit des Volkes liege. Auch für die Zukunft bleibe in jedem Einzelfall das ärztliche Urteil entscheidend. Es sprachen noch Dr. v. S ch r ö - d e r über die Organisation der Krankenernährung im Kriege und Professor Dr. Schenck über allgemeine und ärztliche Indikationen für die Gewährung von Lebensmittelzulagen. Die Krankenernährung habe sich als so wirksam erwiesen, daß Dauerschäden in jedem Fall vermieden werden konnten. Bei der Bedeutung, die dem Brot innerhalb der menschlichen Ernährung zukomme, müsse eine weitere Förderung des Vollkornbrotes und die Anwendung des besten Backverfahrens gefordert werden. Oie neue dän'sche Regierung. Kopenhagen, 11. Nov. (DNB.) Die bisherige dänische Regierung mit Staatsminister Buhl ist zurückgetreten. Die Leitung der neuen Regierung hat der bisherige Außenminister C?N von Scavenius unter Beibehaltung des Außenministeriums übernommen. Sie hat eine Erklärung abgegeben, in der es heißt: Die neu gebildete Regierung roirb nach außen es als ihre wichtigste Aufgabe ansehen, für eine Stärkung und Befestigung der guten und nachbarfreundlichen Verhältnisse zwi- scheu Dänemark und Deutschland zu wirken und eine gegenseitige vertrauensvolle Zusammenarbeit zu fördern. In Erkenntnis der europäischen Schicksalsgemeinschaft ist sich die Regierung der Verantwortung bewußt, die auch ein kleines Land wie Dänemark im Hinblick auf den Aufbau des kommenden neuen Europa hat, und sie wird nach ihrem Vermögen ihre Mitarbeit an der Lösung solcher Aufgaben leisten, die Dänemark zufallen. Die Regierung wird die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im Lande sichern. Der Standpunkt der Regierung gegenüber dem Kommunismus ist klar. Kommunistische Betätigung ist ungesetzlich. Das fand seine Bestätigung durch Dänemarks Beitritt zum Antikominternpakt. französische Arbeiter — entlassene Kriegsgefangene. Paris, 11. Nov. (DNB.) Im Laufe des Dienstag verließen vier Züge mit französischen Arbeitern den Pariser Ostbahnhof in Richtung Deutschland. In Compiegne ttaf am gleichen Tage ein Zug mit entlassenen Kriegsgefangenen ein. Oie Idee von Langemarck. Von Reichsstudentenführer Wie alljährlich gedenkt das deutsche Studenten- tum, mit ihm die deutsche Jugend und das ganze Volk, auch in diesem Jahre wieder des Sturmes auf Langemarck im November 1914. Auch in dem jetzigen gewaltigen Ringen hat der Sturm auf Langemarck in den ersten Flandernschlachten des vorigen Weltkrieges seine besondere symbolische Bedeutung behalten. Wir wollen uns an diesem Tag die Tatsachen, die dem Sturm auf Langemarck zugrunde liegen, noch einmal ins Gedächtnis zurückrufen. Mit Ausbruch des Weltkrieges 1914 strömten junge Freiwillige in Massen in das deutsche Heer. Unter ihnen eilte die gesamte studentische Jugend voller Begeisterung aus den Hörsälen, Jnstttuten und Laboratorien der Hochschulen zu den Waffen, um für das angegriffene Deutschland zu kämpfen. Viele Regimenter wurden aufgestellt, die in der Hauptsache aus blutjungen deutschen Männern bestanden, die einen ganz besonderen Schwung und eine begeisternde Haltung an den Tag legten, die aber natürlich gemessen an der Routine älterer und erfahrener Truppenteile, in ihrer Jugend unerfahren waren. Solche Regimenter, in- denen junge deutsche Arbeiter und junge deutsche Menschen aller Stände nebeneinander kämpften, in denen aber vor allem das Studententum besonders stark ver- treten war, kamen im November 1914 zum erftenmal in den Kampf an d i e Front. Solche Regimenter — der Wehrmachtbericht vom November 1914 nennt sie schllcht „junge deutsche Regimenter" — wurden bei der Offensive in Flandern eingesetzt. H er geschah dann jenes denkwürdige Ereignis, das wie eine Heldensage anmutet und für immer in der deutschen Geschichte lebendig bleiben wird. Diese jungen deutschen Regimenter, diese jungen Studenten stürmten mit dem Deutschlandlied auf den Lippen unter den schwersten Bedingungen das Dorf Langemarck und nahmen es. Sie stürmten singend zum Sieg. Viele von ihnen fanden, das Lied aller Deutschen singend, den Tod. Dies große und erschütternde Ereignis einer starken männlichen Tapferkeit und Opferbereitschaft hat auch in dem heutigen Ringen feine Bannkraft nicht verloren und ist unseren Soldaten immer noch ein leuchtendes Vorbild. Die Helden des Polenfeldzuges, des Feldzuges in Norwegen, Frankreich und auf dem Balkan, die Helden von Kreta, von Tobruk und El Alamein und von der riesigen Ostfront, bei Sewastopol und bei Stalingrad und im Kaukasus, sie haben den Geist von Langemarck aufaenommen, um but> zu verwünschen, was jene ersehnten. Dr. Gustav Adolf Scheel. Das deutsche Studententum hat in der schwersten Zeit des Niederganges nach Dem Weltkriege das Vermächtnis der Toten von Langemarck aufgenommen und zum höchsten Ideal für den jungen deutschen Menschen erhoben. Es schuf den Toten eine Weihestätte an der Stelle, wo sie für Deutschland starben. Das Studententum ist damit der Träger des Vermächtnisses von Langemarck geworden. Im Zeitalter Adolf Hitlers ist aber das Vermächtnis von Langemarck nicht Sache der Studenten allein, sondern des ganzen deutschen Volkes. Der deutsche Student wahrt somit dieses Vermächtnis nicht für sich, sondern für jeden Deutschen, für den gefallenen Arbeiter und Bauern genau so wie für den gefallenen Studenten. Worin liegt aber nun für uns in dieser Zett die Langemarckidee? Wie soll sich die Langemarckidee in der Zukunft fortsetzen und erfüllen? Wir glauben, daß das Vermächtnis von Langemarck allein getragen und erfüllt wird, wenn der Student heute i n der sozialistischen Volksgemeinschaft unseres Führers *steht und vorbildlich für deren letzte Verwirklichung kämpft. Die Männer von Langemarck kämpfen für ein neues Deutschland, von dessen Größe und dessen innerem Wesen sie nur eine Ahnung hatten. Ihre schönsten und größten Vorstellungen sind gewiß weit übertroffen von dem, was Adolf Hitler heute bereits verwirklicht hat. Das höchste Ideal des deutschen Studenten ist es deshalb, im Gedenken derer von Langemarck im Frieden und im Kriege für den Führer und seine Bewegung zu stehen, zu kämpfen und, wenn es das Schicksal erfordert, zu sterben. Student fein kann nicht mehr heißen, ein Vorrecht zu hefigen, sondern kann nur heißen. Besonderes zu leisten und in stärkster Pflichterfüllung und Treue der nationalsozialistischen Idee zu dienen. Die gesamte Arbeit des Studtzntentums dient nicht der Vergangenheit, die mir in ihren Taten stets verehren, sie dient in stärkster Pflichterfüllung, Treue und Leistung der Gegenwart, in der wir leben, und der Zukunft, für die wir kämpfen. Die Arbeit des Studententums dient nicht einem Stand, sie dient dem deutschen Volk. Der Student will und muß das Vertrauen eines jeden Volksgenossen besitzen, in allen Lebensgebieten, in Wissenschaft und Kultur, in Leibeszucht und Charakter- erziehung. Durch den Einsatz in den luftgefährdeten Gebietey und in den Fabriken, überall dient er dem Ganzen. Im besonderen sieht er seine Aufgabe darin, den Sozialismus der Bewegung zu verwirklichen. Neben vielen anderen Maßnahmen ist es Pflicht Aus -er Stadt Gießen e unb ,Fragment aus dem Aeschylus' weislungsvollen Rufen, das de mit seinem rx* zweislungsvollen Rufen, das den Hörer in feiner I gaben folgen, elementaren Unmittelbarkeit ansprach. Stark in 6er 1 zeichnet werden. Sie werden zusammen mit den liche Selbstversorger (Gruppe B) über 18 Jahre: in die Gemeinschaftsverpflegung erhalten haben. raden von stellt ist. g g g g g g g g klar, Daz «tritt Wenn Winter brauchs. 500 200 125 62,5 250 125 125 50 Weizenmehl, Type 1050 Fleisch Butter Käse Zucker Hülsenfrüchte Zucker waren Bohnenkaffee Verwehtes Laub. der Laubwald zu Ende ist, beginnt der in dem üblchen Sinne des Sprachge- Denn der Sprachgebrauch kümmert sich Darmstadt, den Part am Flügel übernommen: er begleitete nachgiebig, mit weicher Hand und Sinn für die thematische Linie, zumal in den Nachspielen. Herzlicher Beifall dankte beiden und ließ Zu- Dr. Hermann Hering. meinschaftsoerpflegung befinden, stellen die Ernäh- rungsämter den Anstalten oder Lagerleitungen auf der Grundlage von Bedarfsmeldungen Bezugscheine über die je Kopf cmfgesührien Mengen aus, wobei Schwerstarbeiter je eine Flasche Wein und alle Verbraucher über 18 Jahre in den stark luftgefährdeten Gebieten eine ganze Flasche Trintbrannt- wein an Stelle der oben vorgesehenen halben Flasche. Ueber die Weinoerteilung ergehen besondere reichseinheitliche Bestimmungen. Die Abgabe der weiteren halben Flasche Trinkbranntwein wird von den Ernährungsämtern der bedachten Gebiete geregelt. Die Sonderzuteilungen werden auch allen Versorgungsberechtigten gewährt, die sich in Gemeinschaftsverpflegung (Schutzgliederungen außerhalb der Wehrmacht, Reichsarbellsdienst, Krankenanstalten usw.) befinden. Wehrmachtsurlauber, die mindestens eine Woche Urlaub haben, der in die Zeit der 44. Zuteilungs- bräucher über 18 Jahre. Landwirtscha ftliche Selbstversorger (Gruppe A) über 18 Jahre erhalten 500 g Weizenmehl, Type 1050 250 g Zucker 125 g Zuckerwaren 50 g Bohnenkaffee * Den Verbrauchern wird empfohlen, die Waren der Sonderzuteilungen möglichst bei den Verteilern zu beziehen, bei denen sie ihre regelmäßigen Ein» taufe auch sonst tätigen, damit unliebsame Verschiebungen und Störungen der Vertellungsabwick- lung vermieden werden. Schon die Ankündigung der Sonderzuweifungen zum Weihnachtsfest durch den Reichsmarschall in int nicht ’n stets Mung, in der r kämp« )t einem Student Volks« Wissen« aratter« ihrdeten lienf er ne Auf' zu ver» ; Pflicht m der Welt- emarck n jun« Toten >eutsch- it der zewor« > Ver« deuten ’• Der ächtnis ür den iie für leit die irckidee auben. in ge« iute in ichaft ich für ter von rd, von iie nur pöhten n dem, it. Das eshalb, ien und [una zu ff al er« t mehr nn nur i stark« »zialisti« noorfen ieg vor mnenge- türlichen ch gl^ t in der qt hatte, tion 3ur voch nun buchtung ; Dorge* Babylon >ttte, °l- 323 d°- ä; M • untz arbeit -chiik. -kant. 1 töie fe um mich in meinem neuen Wirkungskreis ruhmvoll einzuführen." „Sie sind noch nicht lange hier, Senor Forester?" „Acht Tage genau, Madame Perano — ich war ein paar Jahre lang in Tampiko stationiert." Er malte Buchstaben auf die Tischplatte. „Es war immer mein Wunsch, nach Lerakruz zu kommen", gestand er, „um Sie einmal zu sehen." Seine Hände schienen vor Verlegenheit feucht zu werden, er rieb sie an den Knien trocken. „Man erzählt sich viel von Ihnen — an der ganzen Küste —, von Ihrer wunderbaren Simme, meine ich..." Er fügte es hinzu, um peinlichen Mißverständnissen vorzubeugen. „Auch ich besitze ein Bild von Ihnen — im spanischen Kostüm —", sein Blick tastete sich unendlich verlegen zu ihrem Gesicht empor, und wie von seiner eigenen Kühnheit überrannt, gestand er verschämt, daß sie in Wirklichkeit noch schöner als ihr Bild sei. „Sie sind noch sehr jung, Senor Forester", sagte die Perano mit einem bezaubernden Lächeln. Sie lehnte sich ein wenig zurück und schlug die Beine übereinander. „Neunundzwanzig, Madame —", protestierte er verwirrt. „Ich meinte — an Erlebnissen mit Frauen." Forester senkte den Kopf. „Ich bin bisher immer enttäuscht worden", murmelte er, „ober vielleicht träumte ich zu hock hinaus, von Frauen, die für mich unerreichbar sind." Sein Blick glitt auf die Armbanduhr. glaube, keine Frau ist unerreichbar", sagte sie leise. In diesem Augenblick hob Forester das Gesicht unb lauschte. Seine Hand fuhr in die Tasche. Er veränderte seine Stellung so jäh, daß die Perano entsetzt zusammenfubr. Es war etwas Lauerndes, Sprungbereites in feiner Haltung. ist?" flüst-rte ss- imb starrte ihn ängstlich an. J)örten Sie nichts?" flüsterte er. „Jemand machte sich an ein»m Fenster zu schaffen — nebenan .. Er erhob sich unb schlich lautlos zur Tür, um in den Flur hinnusenlauschen. Seine Finger um» frkfnff*>n d"n Schaft einer schweren Pistole. Er brückte die Sicherung zurück. Es gab ein kniendes, unangenehmes Geräusch. (Schluß folgt.) DieGon-erzuLsilungenanLebensmitteln anläßlich des Weihnachtsfestes. Vt Flasche (0,35 Liters Trinkbranntwein. Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren sowie pforte auf. Ciquita Perano selber empfing ihn an der Haustür. Er zog die grüne Legitimationskarte und nannte seinen Namen. „Don Santacilla fürchtete schon, ich könne zu spät kommen —", murmelte er beruhigt. „Wie war es nur möglich, daß Brackmann entkommen konnte?" fragte sie erregt und ging in den Raum voran, in dem sie am Nachmittag Santacilla empfangen hatte. Forester folgte ihr langsam. Das ganze Haus war hell erleuchtet. Er ging quer durch das Zimmer zu den Fensterläden unb rüttelte an ihnen. Sie roiberftanben einem tüchtigen Druck. Es waren hölzerne Jalousieläden, die beweglichen Bretter waren heruntergelassen. Es drang nur wenig Licht nach außen. Erst nach dieser. Prüfung bequemte er sich dazu, der Perano zu antworten. „Sehr einfach, Madame: Brackmann hat den Aufseher unter irgendeinem Vorwand in die Zelle gelockt, k. o. geschlagen und ist davonspaziert. Ein ideales Gefängnis — für die Gefangenen." „Glauben Sie wirklich, Senor Forester, daß wir uns auf Brackmanns Besuch gefaßt machen müssen?" „Don Santacilla meinte zwar, Brackmann werde auf einem Schiff zu flüchten versuchen, da er sich ia ausrechnen könne, daß er hier der Polizei in die Arme laufen würde, anderseits ist Brackmann ein Bursche, dem olles zuzutrauen ist. Sagte Don Santacilla Ihnen übrigens am Fernsprecher. daß Brackmann in seiner Zelle einen Zettel hinterlassen hat, er habe sich erlaubt, dieses Mätzchen zu verlassen, um zu beweisen, wer in Wahrheit Gonzales' Mörder sei? — Eine hanebüchene Unverschämtheit, wie? — Sie könnm sich denken, daß Santacilla vor Wut schäumte. Er beteiligt sich selber an der Fahndunasaktton. Leider Haden wir zu wenig Leute, um die Sache im großen Stil burch- zu sichren. . Von d-m Dutzend Kriminalbeamten, die Smta- cilla zur D^rfümmg st"hen, hat er zwei im .El Faro< postiert imb mich zu ?hrem persönlichen Schutz befohlen. Ich versuchte ihn ja zu überreden, er solle fieber Ihr Haus umstellen lassen, aber er meinte in Hner renen^n Art. wenn Brackmann wirklich die Frechheit b^fee, hwr einzudrinoen. dann überliehe er mir die Ehre, Drackrnann unschädlich zu machen, Diens« bei« eutsch. 1 3ug n ein. Gießener Konzertrlng Liederabend Lore Fischer. ilafc fan' Afrikas rten und rklichuns or. N inoW' an den , Libyen- «s i-h-" L KS fanfl A KZ Ur °» At eines i'frinj» Lebensmittelkarten der 44. Zuteilungsperiode verteilt. Sie bestehen aus einem Stammabsckmtt und Einzelabschnitten und sind vom 14. Dezember 1942 bis zum 31. Januar 1943 gültig. Die Einzelob- schnitte werden von den Kleinverteilern abgetrennt und sind gemäß den für Einzelabschnitte geltenden allgemeinen Bestimmungen zu behandeln. Für die Dersorgungsverechtigten, die sich in Ge- Die Zahl der bei uns anzutreffenden wirklichen Attstimmen ist nicht groß. Der beträchllichere Teil von timen wird durch die Bühne aufgesoaen und nur wenige, die den Willen aufbringen, ihr Sondergebiet aus sachlichem Interesse zu pflegen, verbleiben dem Konzertgesang. Lore Fischer hat im Laufe der Jahre hier in Gießen dafür Zeugnis abgelegt, daß sie mit zähem Ernst und innerer Ergebenheit dem Liedgesang sich widmet. Wenn man die Vortragsfolge des letzten Liederabends durchsieht, so muß man feststellen, daß sie unbekümmert um besondere, immer wieder bevorzugte Lieblinge des Konzertpublikums aus den weniger bekannten Schätzen des deutschen Liedgutes manches heraussucht, das zu Unrecht vergessen war, und dem sie durch ihre ein- dringende Gestaltungskraft Geltung verschaffen zu können vermeint. An diese Aufgabe tritt sie mit der Anspannung aller inneren Kräfte heran und macht ihr stimmliches Vermögen, das mehr der Mezzoregion zustrebt, ihnen dienstbar, ganz auf- gehend in dem Ziel, der Kunst zu dienen und dem Hörer weniger Bekanntes eingängig zu erschließen. Dabei bevorzugt sie jene Gruppe von Liedern, die dem Pathetischen verhaftet sind und dem Sinn der Lebenstiefe in ihrem Gedankengut nachspüren. Das erwies unter den Schubert- Liedern d-*s Kampf an der Front zur Anspannung seiner letzten Kräfte befähigen! Zm Gedenken der Heiden von Langemarck. B e r I i n, 10. Nov. (DNB.) Auch in diesem Kriegs- fahr gedachten Wehr m‘a ch t, Studenten- scyaft und Jugend gemeinsam des Sturmes auf Langemarck. Auf dem Patenfriedhof der deutschen Studentenschaft in Langemarck legte der Mili- tarbefehlshaber in Belgien einen Kranz nieder. Eine Abordnung der deutschen Studentenschaft, oertreten durch zwei Ritterkreuzträger aus ihren Reihen, ehrte die gefallenen Kameraden durch einen Lorbeerkranz l sie überbrachte auch Kränze des Reichsleiters Bormann und des Reichsschatzmeisters Schwarz. Reicksjugendführer Armann ließ feinen Kranz durch HJ'Führer niederlegen. Am Ehrenmal Unter den Linden in Berlin legte Reichsamtsleiter Dr. Gmelin den Kranz des Reichsstudentenführers und Generalmajor z. D. Freiberrvon Grothe den Kranz des Reichsjugendführers nieder. Vier Lehrgänge des Langemarck-Studiums der Reichs- studentenführung und eine Ehrengefolgschaft der HI. waren anaetreten. der Wehrmachtskommandant von Berlin, Generalleutnant von Haase, der Inspektor des Erziehunas- und Bildungswesens des Heeres, Generalmajor Wolf, sowie Vertreter des NS.-Reichskriegerbundes und des Reichskriegsopferführers wohnten der Ehrung bei. Gauleiter Sprenger ehrt Freiwillige des studentischen Kriegseinsatzes. des Stubententums, dafür Sorge zu tragen, daß ohne Rücksicht auf Herkunft und Stand jeder für die hohen Schulen des Reiches Befähigte auch die Möglichkeit erhalten muß, zu studieren. Auch hier gilt der Grundsatz des Führers: .Leber Deutsche trägt den Marschallstab im Tornister." Im Lange- mar ck st u d i u m der Reichsstudentenführung, dem anknüpfend an die Idee von Langemarck dieser stolze und verpflichtende Name verliehen wurde, geht dieser sozialistische Grundsatz seiner Verwirklichung entgegen. Schon jetzt stehen viele Lange- marckstudenten in der Bewährung des Krieges. Wir sind glücklich darüber, daß sie sich ohne Ausnahme tapfer geschlagen haben. Sehr viele junge Soldaten stehen in den deutschen Armeen, um nach dem Siege in das Langemarckstudium einzutreten. Sie werden bann zusammen mit den Jüngsten als Männer, die sich im Beruf und im Krieg bewährt haben, als Aerzte, Erzieher ober Ingenieure die großen Aufgaben des Friedens mit übernehmen. Das ganze deutsche Volk steht heute in der entscheidenden Bewährungsprobe feiner Geschichte. Ein neues Zeitalter ist angebrochen, an dessen Fundament wir alle mitzuarbeiten berufen sind. Jeder echte Idealist kämpft in der Bewegung, kämpst also für die neue Zeit. Möge jeder Student nach diesem entscheidenden Ringen vor den Gefallenen dieses Krieges bestehn! Möge das Beispiel der Helden von Langemarck ihn in der Arbeit, in der Heimat und im Slusbcutung mar die „Auflösung" mit der schwingenden Bindung der ausladenden melodischen Linie. — Unter den Liedern von Robert Schumann hatte sie den „Liederkreis" erwählt. Die geschlossene Darbietung dieser Abfolge zog den Hörer ganz in die Stim-.xungswelt Schumanns hinein, das wehmutsschwere „3n der Fremde", das roman- ttsche, dramattsch-erreate „Waldesgespräch", die versonnene „Mondnacht^ und das befreiende Aufwallen der „Frühlingsnacht". Jedes einzelne Lied ließ sie aus dem ihm zukommenden Grundzug erstehen. Der letzte Teil der Vortragsfolge war Hugo Wolf gewidmet: Gesänge aus dem Spanischen Liederbuch. Tristanstimmung durchzog das „Bedeckt mich mit Blumen". Weiche Empfindung ging von „Ach, im Maien mar's" mit feiner gelösten Klavierbegleitung aus. In klarer Gegensätzlichkeit stellte sie die seelische Verfassung in „Sie blasen zum Ab- marsch" heraus. Die Reihe ihrer Gaben beschloß sie mit „Weylas Gesang", an Stelle von „Geh, Geliebter, geh jetzt". Für Professor Hermann Reutter hatte Paul Zoll, Direktor der Städttschen Musikschulen in Ein Mann rechnet ah Roman von Horst Biemath 47. Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „Eine unangenehme Nachricht, Madame Perano!" rief Santacilla hastig, als fei dieser Anruf für ihn eine äußerst störende Nebenarbeit zwischen eiligeren und wichtigeren Geschäften. „Brackmann ist es soeben gelungen, aus der Untersuchungshaft auszubrechen. Alle verfügbaren Leute sind hinter lym her —", er lauschte sekundenlang in den Hörer. „Bitte, unterbrechen Sie mich nicht!" sagte er scharf. ,Zch habe jetzt keine Zeit für lange Erklärungen! Mir ist die Sache unangenehm genug! Ich kann nichts dafür, daß der Staat keine besseren Gefüng- nisse baut!" Und etwas verbindlicher werdend: „Entschuldigen Sie meine Erregung, Madame Perano, eher Sie können sich denken, daß ich nicht gerade luftig bin. r . Einer meiner Leute ist bereits auf dem Weg zu Ihnen. Senor Forester, merken Sie sich, daß er viermal läutet — viermal! Woher sprechen Sie Überhaupt? Aus Ihrer Prioatwohnung? Ausgezeichnet, bleiben Sie dort, und machen Sie unter keinen Umständen auf! Ich nehme ja nicht an. öaß Ihnen eine unmittelbare Gefahr drcrht, da Brackmann sich wahrscheinlich ausrechnen wird, daß wir bas ,El Faro< bewachen. Immerhin rate ich.-öbnen, bas Haus auf keinen Fall zu verlassen und äußerst vorsichtig zu fein. _ .. , Alles weitere erfahren Sie von Senor Forester! Schluß, ich bin jetzt beschäftigt!" Er hängte kurz em. Forester sah, daß kleine Schweißperlen auf ferner Stirn standen. „Haben Sie den Eindruck, daß sie sich hat täuschen lassen?" . „ ,.9ns, Doklar! Mächen Sie, daß Sie fortkommen! rief Santacilla und schob Forester zur Tür hmaU5- Forester rannte in langen Sätzen zu seinem ^a Wehrmacht, die uns ben londwirtschastlich genutzten Ferner erhalten alle Lang-, Rocht-, Schwer- unb Raum im Osten erkämpft hat, die Ernährungslage ~...... — '' ~~ " * " des deutschen Volkes auf eine breitere Basis ge- M Schuhkrem ^Sra M nur hauchdünn WM S auftragen I W| 1 So pflegt man M | das Leder richtig « und spart dabei i 1Ugfin Echt nur mit dem Aufdruck Guttalin GurtoUn-Fobrik Köln kwm IM*.11 i Schuh- u. Lederpflege ? Nicht jede Schuhcreme irt W WM ^DlC Cltts gtllc doch kostet d^- OetHlCJ'*'J3ackpufoefz ffiacllin nur n&cfv leie baj n au hab gen r Pi M -- “ iprtch ist. 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