(92. Jahrgang Nr. 135 Erichemi la glich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: (Siebener ftomilienblättei Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich .... .RM.1.80 Zustellgebüür... „ -L5 auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechamchluk 2251 Drahtanschrift' ,Llnzeige^ Posficherf 1168k Franks./M Zreltag, 12. Juni 19^2 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr desVormittagS AnAngen-Breise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rpf. für Namilienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvf. f. Werbeanzeigen unb geschäftliche Gelegenbeitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige' Vereinbarung) 25% mehr Eichener Anzeiger vrllHIIcheUnivrrsttArdruckerel». lange General-Anzeiger sm Oberhessen $ «letzen,^Schnlstratze 7-9 Südlicher Pfeiler des britischen Berteidigungssystems in Aordasrika erstürmt. Der Wehrmachiberichi. DRB. Aus dem Aührerhauptquarlier, 11. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Festungsgelände von Sewastopol wurde der Angriff in harten Kämpfen weiter vorgetragen. Verzweifelte Gegenangriffe des Feindes blieben erfolglos. 3m Verlauf heftiger Luftangriffe auf das Gebiet von Sewastopol wurde im Hasen dec Festung ein Handelsschiff von 3000 VRT. durch Bombentreffer versenkt. 3m 31 o r d a b s ch n i t t der O st s r o n t gab der Feind unter dem Druck unserer vorgehenden Truppen zahlreiche Ortschaflen aus. An der Wolchow- fr o n t wurden starke feindliche Angriffe unter blutigen Verlusten für den Gegner abgeschlagen. Küstenartillerie des Heeres bekämpfte mit guter Wirkung feindlichen Schiffsverkehr in der Kron- ftädter Bucht. Lin aus Leningrad aus- laufendes Unterseeboot und ein Begleitboot wurden in Brand geschossen. 3n Vordafrika wurde das Fort Bir h a ch e i m, der südliche Pfeiler des britischen Ver- leidigungssystems. in den heutigen Vormittagsstunden nach tagelangem erbitterten Widerstand der dort eingeschlossenen starken feindlichen Kräfte erstürmt. Luftstreitkräfte griffen in die Lrdkämpfe ein und bombardierten britische Truppenansammlungen und Kolonnen. 3n Luftkämpfen verloren die Briten 21 Flugzeuge. 3m östlichen Wittelmeer griffen deutsche Unterseeboote einen stark gesicherten, nach Tobruk bestimmten Geleitzug an. Sie versenkten in zähem Angriff zwei schwerbeladene Tanker mit zusammen 12 000 BRT. Außerdem wurden vier Transporter durch Torpedotresfer beschädigt. Auf der 3nfel Malta wurden britische Flugplätze bei Tag und Rächt mit Bomben belegt. Deutsche und italienische 3äger vernichteten hierbei acht britische Flugzeuge. Vor der englischen Südküste erzielten Kampfflugzeuge in der letzten Rocht Bombenvoll- treffer schweren Kalibers auf drei Handelsschiffen mittlerer Größe. Oberleutnant Gnädig. Kompaniechef in einem Infanterie-Regiment, hat sich bei den Kämpfen vor Sewastopol durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Das Afrikakorps im Gegenangriff. Von Kriegsberichter Horst Kanitz. PK. „Mit diesem Pulk fahre ich bis ans Ende der Welt!" sagt Major G. zu seinem Adjutanten, während beide im Wagen die Panzerdivision entlangbrausen. Und es ist in der Tat ein gewaltiger Pulk, der in ungeheurer Ausdehnung durch die Wüste rollt. Er hat den Auftrag, britische Kräfte anzugreifen und sie in eine Schlacht zu verwickeln, wo immer er sie trifft. Allen voran mahlen sich die Panzer durch den heißen Sand. hinter ihnen wälzt sich mir knirschenden Ketten die schwere Flak, gesichert von ihren leichteren Geschützen. Dann folgt leichte und schwere Artillerie. Die Flanke wird von den Panzern, Pak und Panzerjägern gedeckt. Endlich folgen schier unübersehbare Kolonnen: die Trosse. Jedes Fahrzeug zieht einen Wirbel von Sand und Staub hinter sich her. Das Ganze bietet das Bild eines trägen, durch weites Gelände ziehenden Ghibli. Ungünstigerweise haben die Fahrzeuge jetzt den Wind vom Rücken, so daß sie, in ihrer eigenen Staubwolke wie im Nebel fahrend, den Weg suchen müssen. Angestrengt suchen die geröteten, vom Wind brennenden Augen den Schleier zu durchdringen und den Vordermann zu erkennen. Man fährt wie in einer orangeroten Helle, die, je nach der Dichte des Sandstaubes und der Heftigkeit des Windes, bald blaß und gelblich erscheint, bald dunkelbraun und undurchsichtig ist. Der Kalkstaub der Straßen in der Ukraine war glasklarer Ozon gegen diesen Dreck! Und trotzdem gehts vorwärts,'wenn auch nur acht Kilometer in der Stunde. Eine andere Tücke des Wüstenkrieges ist die endlose Einförmigkeit im weiten Raum. Tiefer in die Dünen stößt jetzt der Pulk vor, und bald weist keine Erhebung, kein Dschebel, kein markanter Punkt mehr den Weg. Das Auge faßt nur eine einzige große Fläche und rings herum dehnt sich der end- iose Horizont. Da hilft nur eines zur Orientierung: Marschkompaß und Kilometerzahl. In gewissen Gebieten der Wüste versagt selbst auch die Starte, da man keinen Punkt hat, nach dem man sich einrichten kann. Und doch wird gefahren und das Ziel erreicht. Die ganze Nacht durch geht es vorwärts, und in den frühen Morgenstunden erreichen die Kampfkräfte feindliches Gebiet. Alles bleibt still. Im Osten geht blutrot die Sonne auf. Plötzlich Feuer von vorn! Der Feind! Die leichte Unebenheit des Bodens hat er ausgenutzt, um in ihrem Schutze Panzer und Geschütze aufzustellen. Nun rollen Panzer gegen Panzer. Es ist ein gewaltiges Bild. Die Kolosse, in der Weite des Raumes dennoch klein erscheinend, stoßen aufeinander zu. Feuerstöße blitzen aus ihren Rohren. Die Wüste brodelt von weißem Staub, in den hinein sich hin und wieder eine Fontäne schwarzen Qualms mischt — ein tödlich getroffener Panzer. Unsere Männer haben es schwer. Der Feind ist in der Uebermacht. Da greift die 8,8 ein als Retter aus hoher Not. Unter ihrem Feuer bricht der geplante Vorstoß des Gegners zusammen. Tote und Verwundete von Freund und Feind bleiben auf dem Schlachtfeld liegen. Die restlichen Panzer ergreifen die Flucht, deutsche Soldaten stoßen nach. An anderer Stelle ist man ebenfalls in Berührung mit dem Feind gekommen. Kessel werden gebildet, Panzer tauchen da, dort und dort auf. Aus allen Richtungen knallt es. Wo überall ist der Feind? Wer kesselt wen? Die dritte Tücke des Wüstenkrieges: ungemein erschwerte lieber» sicht. Da taucht Generaloberst Rommel auf. Um sein Fahrzeug zischen die Geschosse der feindlichen Artillerie. Er sieht ihnen kurz nach. Mit einer Handbewegung zeigt er dem Fahrer an, wie er einzubiegen hat, während fein Ordonnanzoffizier hinten im Wagen an Hand von Kompaß, Kilometerzahl und einer Spezialkarte genau den Weg verfolgt. Der Generaloberst gibt kurz Anweisung. Dort steht der Feind, an jener Stelle muß durchgebrochen chen werden, um die Verbindung mit einer italieni- werden, um die Verbindung mit einer italieni- Gesamtlage ist recht gut!", gibt Rommel noch bekannt, dann braust er mit seinem Wagen ohne Rücksicht auf das Artilleriefeuer des Feindes davon und ist bald hinter einer leichten Anhöhe verschwunden. Das ist eine der hervorstechendsten Eigenarten dieses genialen Generals. Er ist immer dort, wo es not tut; wo am härtesten gekämpft wird. Oie Erstürmung Bir Hacheuns. Von unserer Berliner Schriftleitung. Berlin, 11. Juni. (DNB.) In Nordafrika wurde die Erstürmung des Forts Bir hzrcheim durch zahllose Angriffe der deutschen Luftwaffe eingeleitet und unterstützt. Tag und Nacht griffen Sturzkampfflugzeuge den nach einem kühnen Vorstoß der deutschen Truppen umfaßten und in zähen Kämpfen schließlich in dem Wüstenfort zusammengesetzten Feind an, während Jäger und Zerstörerflugzeuge gleichzeitig in Tiefangriffen die Entsetzungsversuche der eingeschlossenen Truppen zunichte machten. 'Auch am Mittwoch richtete die deutsche Luftwaffe schwere Angriffe gegen das Wüstensort, bis im Zusammenwirken mit der Artillerie des Heeres eine Bresche im das stark befestigte Kampffeld geschlagen war. Dann stießen Truppen des Heeres;n diesqr Lücke vor und entrissen dem Feind zahlreich verteidigte Stützpunkte sowie die beherrschenden höhen nördlich Bir hacheim. Die deutschen Jagdflugzeuge schossen allein am 10. 6. über diesem Kampffeld zehn britische Jagdslugzeuae ab. — Bei den schweren Angriffskämpfen in Afrika ist Ritterkreuzträger Oberst Hans-Lewin von Bardy am 27. Mai 1942 seinen im heldenhaften Einsatz erlittenen Verletzungen erlegen. Die Soldaten seines Regiments verlieren in ihm einen vorbildlichen tapferen Kommandeur und sorgenden Vorgesetzten. Das arabische Wort B i r bedeutet auf deutsch Brunnen. Bir hacheim heißt Brunnen des hacheim. Mit dem Namen ist die ursprüngliche Bedeutung des Ortes umrisfen: Er ist eine W a s s e r st e l l e in 1) e r Wüste und gab Anlaß zu einem Zusammenlaufen mehrerer Wüstenpfade. Die heutige Bedeutung von Bir hacheim geht aus den! Wehrmachtbericht klar hervor. Die ursprüngliche Wasserstelle war zu einem Fort ausgebaut worden, der südliche Pfeiler des britischen Verteidigungssystems, das etwas westlich von Tobruk beginnt. Dieses Verteidigungssystem stellt keine zusammenhängende Linie dar, sondern wird von einzelnen Stützpunkten gebildet, zwischen denen Minenfelder liegen oder die Artillerie ein möglichst ausgedehntes Schußfeld besitzt. Der Wehrmachtbericht macht klar, daß die Kämpfe um Bir hacheim sehr heftig gewesen sind. Er spricht von einem „tagelangen erbitterten Widerstand der dort eingeschlossenen starken feindlichen Kräfte". In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, daß der Wehrmachtbericht vom 7. Juni bereits von über 10 000 Gefangenen, 550 Panzerkampfwagen, 200 Geschützen und einigen hundert Kraftfahrzeugen sprach, die die Engländer in Libyen verloren haben. Das sind für afrikanische Verhältnisse gewaltige Verlustzahlen. Schon zu Beginn der neuen Schlachten in Libyen machte der Londoner „Evening Standard" feine Leser darauf aufmerksam, daß „jede Maschine und jeder Soldat, die Rommel uns nach Libyen zu senden zwingt, ein Minus in den Lieferungen nach anderen Fronten bedeutet." An der Verteidigung von Bir hacheim haben Franzosen teilgenommen, die in der Wirrnis des Krieges zu dem Derrätergeneral de Gaulle gestoßen sind. Kommandant dieser Franzosen war ein General Koenig. Dieses Zusammentreffen, daß ein französischer General mit dem Namen Koenig Bir hacheim gegen deutsch-italienische Truppen verteidigte, wurde von dem englischen Nachrichtendienst "zu einer Agitationswelle ausgenutzt. Reuter gibt einige Daten über den General. Von Daterseite her ist er Elsässer, feine Mutter stammt aus der Normandie. Sein Vater war schon vor dem ersten Weltkrieg nach Frankreich ausgewandert, den Koenig als Fähnrich mitmachte. Um rascher avancieren zu können, trat er in die Fremdenlegion ein. Er war an den Kämpfen in Norwegen, in Eritrea, in Syrien und in Libyen beteiligt. Reuter meldet, daß die Garnison von Bir hacheim in der Nacht zum 11. Juni „zurückgezogen" wurde. Noch vor wenigen Stunden berichtete dasselbe Reuterbüro: „Eine Niederkämpfung von Bir hacheim ist unwahrscheinlich, da die britische Panzerstärke der deut- chen zumindest ebenbürtig ist." Alles Abstreiten des deutschen Erfolges hat also nichts mehr geholfen, da behilft man sich mit der schon so oft angewandten klassischen Formulierung, des „siegreichen" Rückzuges. So wie die Achsentruppen in Bir hacheim den üblichen Eckpfeiler der jetzigen Stellung der Engländer in Libyen erstürmten, so haben U-Boote an der anderen Flanke dieser Stellung, im maritimen Vorfeld Tobruks, einen bemerkenswerten Erfolg durch Störung des Nachschubs erzielt. In zähem Angriff wurden zwei schwer beladene Tanker mit zusammen 12 000 BRT. versenkt, vier weitere Transporter beschädigt. Die Engländer haben bei der Versorgung Tobruks nach Möglichkeit kleinere Schiffe eingesetzt, sogar Küstensegler verwendet, um das Risiko zu verteilen. Wenn sie auf dieser Gefahrenroute jetzt größere Schiffe eingestellt haben, so darf man daraus wohl schließen, daß es ihnen dank der U-Booterfolge bereits an kleineren Schiffen gebricht. Oer Kampf um Sewastopol. Berlin, 11. Juni. (DNB.) Wie das OKW. rnit- teri'lt, konnten die deutschen Truppen vor Sewastopol nach sehr harten Kämpfen in dem nach modernsten Grundsätzen ausgebauten feindlichen Befestigungssystem weiter Boden gewinnen. Der Feind, der wieder schwere blutige.Verluste hatte, versuchte vergeblich, den deutschen Angriff zum Stehen zu bringen. Der Kampf vor Sewastopol ist ein Ringen um die feindlichen Befestigungswerke, Artillerie- und Granatwerferstellungen, die in tiefen Felsschluchten und Kasematten eingebaut und von Hindernissen aller Art gesichert sind. Artillerie des Heeres und die Luftwaffe unterstützten in pausenlosem Einsatz Infanterie und Pioniere durch Beschießung und Bombardierung der feindlichen Festungswerke und Artilleriestellungen. Zahlreiche Volltreffer zerstörten Panzerkuppeln in den tiefgestaffelten Befestigungsanlagen und vernichteten Munitionsbunker sowie gepanzerte Festungswerke. Oer Schmelziiegel. „Vom Arbeitstisch des Präsidenten Roosevelt aus gelangte am Montag eine gewaltige Kriegsvorlage zur Finanzierung der Offensive für die Zermalmung der Achsenmächte zum Capitol-Hügel. Die alle Rekorde brechende Finanzvorlage, die weit größere Summen enthält als jede andere, die jemals von irgendeiner gesetzgebenden Körperschaft irgendwo in der Welt durchberaten worden ist, hat es mit einem Gesamtbetrag von 39,4 Milliarden Dollars zu tun." So eine echte USA.-Meldung. Die Einbringung eines Staatshaushaltes ist eine nüchterne Angelegenheit und in der Regel ist es nicht die Regierung, sondern die Opposition, die wegen der höhe der Aufwendungen Lärm schlägt. Die Washingtoner Regierung weicht von diesem aüge- meinet! Brauch wesentlich ab. Sie begleitet die Einbringung des Staatshaushaltes mit Posaunenstößen. Wir haben gerade dieses Beispiel gewählt. Denn der trockene Staatshaushalt bietet sicherlich keine sehr große Rechtfertigung für einen nationalen Be- geifterungsrausch, wie er bei einem Schlachtenbericht immerhin noch verständlich ist. Der Zweck dieses Beispiels ist, den amerikanischen Rekordfimmel in typischer Reinkultur zu zeigen. Im allgemeinen weiß jeder Europäer, daß der Pankee nur bei sich zu Hause alles groß und vortrefflich findet, daß er seine eigene — oft große — Leistungsfähigkeit mit immer neuen Zahlen beweisen will, daß er auf alles, was „un-amerikanisch" ist, mit offener ober schlecht verhehlter Verachtung herabsieht. Woher kommt nun diese Entwicklung des Rekordfimmels? Auch diese Eigenschaften müssen ihre Ursache haben. Und sie haben eine Ursache! Bis zum Jahre 1790 wanderten in die Vereinig, ten Staaten % Millionen Menschen ein; in den folgenden 30 Jahren bis 1820 betrug die Einwanderung % Million. Seit 1820 bis 1932, also in 112 Jahren, wanderten dagegen weitere 38 Millionen Menschen ein! Diese Menschen mußten amerikanisiert oder eingeschmolzen" werden. Die Vereinigten Staaten bezeichnen sich gern selbst als ein „melting pol", als Schmelztiegel. Wollten sie die Aufgabe eines Schmelztiegels erfüllen, so durften die Einwanderer nur genau so Rohstoff fein wie das Erz Rohstoff für den Schmelzofen oder die Hütte ist, um bann erst das blanke Kupfer oder den guten Stahl zu liefern. Alle Beziehungen der Einwanderer zu ihren Heimatländern mußten ununterbrochen werden. Ihnen mußten die Vereinigten Staa- Krieg in -er Tundra. Von Kriegsberichter Andres Feldle. DNB....., Juni. (PK.) Mit nickendem Geweih trotten Renntiere vor ihren niedrigen Schlitten einer Schneespur nach, die sich durch die öde Weglosigkeit der Tundra zieht. Auf der Seeniederung, in die die Spur hinter einer höhenfalte eingelenkt ist, bringt jetzt bereits die Nässe in ber Fahrbahn durch, aber noch hält bas Eis. hinter ben Schlittenkufen haben sich sowjetische Kugelmützen unruhig erhoben, als sich ein brummenbes Geräusch über ben weiten höhenwellen genähert hat. Die Fahrer haben aber kaum die Zügel anziehen können, als bas Verberben bereits über die nächsten höhenriegel hereinrollt unb sich mit berftenbem Gebröhn entlobet. Deutsche Kampfflugzeuge haben bie bolschewistische Renntierkolonne entbecft unb räumen nun mit Bomben unb Borbwafsen in ber schwer belabenen Schlittenreihe auf. Auf bem Eise ballt sich ein roilbes Knäuel zusammen, während eine Anzahl Gespanne in allen Richtungen ausein? anberftieben. Entsetzt haben bie Renntiere ben Kopf in bie höhe geworfen unb finb bie Schneeflanken ber nahen Kuppen hinaufgehetzt. Wenn sich ein Tier keuchenb irgenbwo zwischen Geröll unb Kriechgebüsch verfängt, sind die Seinen längst gerissen, unb die Last liegt irgendwo über Schneemulden und Geröllhalden verstreut. In der bolschewistischen Sammel- stelle wartet man vergeblich auf Munition unb Proviant, um weiter Boben in ber Tunbra zu gewinnen. In ber offenen Tunbra, bie vor Jahren kaum ein Fuß berührt hat, tobt ber Kampf. Es brobelt unb grollt über bie höhen, auf denen Schiefergeröll ben Schnee überragt, unb bie Granaten schlagen schwarze Trichter in bie höhenflanken unb erstarrten Senken. Die Bolschewisten haben unter Einsatz aller Mittel ein Gelänbe, bas ber baumlosen Höhenzone ber Alpen gleicht, zum Kampfgebiet gemacht, unb neue Brigaben, bie mit Renn- tiergefpannen als Nachschubmittel ausgerüstet sind, in bie wegelose Flanke ber beutschen Linien geworfen. hinter Geröll unb Schneewehen haben sich bie Gebirgsjäger weit vor ber eigenen Hauptkampflinie zur Abwehr eingerichtet. Die höhen, bie ihre Sicherungsgruppen besetzt haben, greifen wie bie Knöchel einer Faust zusammen, bie immer roieber zurückschlägt, sooft die Angriffe auch vorbranden. Es kommt der sowjetischen Führung auf die Menschen nicht an. Sie hat'bereits Bataillone geopfert, um gegen ben Verteidigungsgürtel ber Gebirgsjäger ein Seengelände zu erreichen, in das sie nun immer neue Massen stopft. Klumpenweise bedrängen die Sowjetarmisten, rücksichtslos vorgetrieben, bie Höhenstellungen ber Gebirgsjäger unb suchen sich hinter Birkenmulden unb Geröll festzusetzen. Manchmal bleiben ben Verteidigern kaum zwei Stunden Atempause, bis das kurze harte Schlagen der Granatwerfer wieder einen bolschewistischen Vorstoß ankündigt, hartnäckia krallen sich die erdgrauen Haufen in die höhenflanken ein, und wenn schon Hunderte in Klumpen erstarrt liegen, müssen kleine Stoßtrupps mit Handgranaten noch kleine Mulden ausräumen, aus denen der Tod zu ihnen hinüberspukt. Immer wieder nisten sich Scharfschützen ein und lauern auf eine unvorsichtige Bewegung. Wo sie stehen und liegen, gönnen sich die Verteidiger ein paar Minuten Schlaf, wenn es auf ben umtämpften höhen still geworden ist unb die Wachen die Sicherung übernehmen können. Mit einem Mantelzipfel haben sich bie Schläfer gegen bas Licht geschützt, bas im nahenben arktischen Sommer auch bie Nachtstunden überflutet. Der Ruf eines Postens läßt bie Ruhenben blindlings nach ben Munitionskästen greifen, während sich aus Schneefalten die Gestalten der Angreifer herauslösen und bie Leuckstspurgeschosse ber gegnerischen MGs. auch bereits über bie Blöcke streifen. Mit letzter Erbitterung wirb gekämpft. Die Verteidiger wissen, daß es nicht um die Stellungen geht, die mit ihren armseligen vermoosten Felsbrocken und Schneewehen nicht einen Tropfen des Blutes aufwiegen, das um sie vergossen wird. Die bolschewistischen Massen müssen überall, wo sie sich durch ein Loch durchzwängen wollen, um bie beutschen Verteidigungslinien in der Flanke zu überfluten, abgeriegelt werden. Einmal, zweimal, müssen die Verteidiger der Uebermacht eine höhe preisgeben, die sie dann im Gegenangriff wieder behaupten. Vier, fünf Kompanien werfen bie Bolschewisten gegen eine kleine höhenkuppe, bie sie am nächsten Tage erneut mit zweifacher Bataillonsstärke angreifen. „Wie bie Ameisen kamen sie", berichtet ein Verteidiger, „wo einer erschlagen würbe, stapften unb hetzten im nächsten Augenblick zehn neue über ben Schnee. Aber wir finb mit ihnen fertig geworben." Als die Bolschewisten über eine Seesenke nach Westen ausbiegen, erwartet sie auch dort ein Sicherungsgürtel, ber nicht weicht. In immer neuem Einsatz zerschlagen die deutschen Flieger bie Nachschublinien ber Sowjets, unb es nützt ihnen nichts, als sie sich unter schweren Verlusten in eine ßanbenge vorzwängen, um durch Stoßtrupps unb Scharfschützen bie Versorgungswege ber Gebirgsjäger zu stören. Wo Trägertrupps in ben Kampf eingesetzt werben müssen, springen Arbeitsmänner ein unb schaffen manchmal, burch bolschewistische Schützenschleier hinburch, die Lasten mit allem Nachschubmaterial in die vorberste Stellung. Eine Batterie, bie bie Bolschewisten in Stellung gebracht haben, hat keine Wirkung. Rücken an Rücken steht bie Front, benn auch bie Stellungen ber Hauptkampflinie stemmen sich -gegen einen ungeheuren Druck an, ber im pausenlosen Gebröhne ber Artillerie unb Granatwerfer auf einen lastet. „Molotow-Coctails" verzischen im Nahkampf, ohne in ben erbgrauen Gestalten eine Bresche brechen zu können. Das weiße Wellengelänbe ber Tunbra ist von vielen Granattrichtern schorfig geworben. Die höhen, bie Gebirgsjäger nach heimatlichen Anhaltspunkten und Erinnerungen benannt haben, sind von unzähligen Einschlägen durchfurcht und zerschlissen. Für 5000 Bolschewisten ist die brüchige Schneedecke der weiten Tundra zum Leichentuch geworden. Die Hauptkraft des bolschewistischen 2ln» griffs ist gebrochen, als ein heftiger winterlicher Rückschlag auch die Reste zum Rückzug zwingt. Für manche angeschlagene Gruppe ist es zu spät. Ein Schneesturm, der tagelang über die Tundra fegt, holt die rückflutenden Bolschewisten mit seinen tödlichen Fangarmen ein, und die Gebirgsjäger finden, als sich das Wehen wieder gelegt hat, überwehte Haufen, aus denen ein erstarrter Arm und Fuß und ein erstarrendes Gehörn vom Ende der Renntierbrigaden erzählt. Die Schlacht im Atlantik. ßififaibon, 12.Juni. (Europapreß.) „Zensurmaßnahmen so' undurchsichtig wie schemenhafte Nebelbänke verhüllen die wahren Tatsachen", meldet die nordamerikanische Wochenschrift „Time" zu den Schisfsversenkungen an der Atlantikküste. Trotzdem, so erklärte das Blatt weiter, habe der Vertreter des Staates Maine, Browster, dem Senat eingestehen müssen, daß jeden Tag mehr als ein Schiss von U-Booten der Achse versenkt werde, die von Neu- FunLland bis Südamerika operierten. Sämtliche Vertuschungsmanöoer der nordamerikanischen Marinebehörden hätten vor der Bevölkerung nicht länger die Tatsache verheimlichen können, wie die Schlacht im Atlantik wirklich stehe. Die erste Phase ei vorbei, die Nordamerikaner seien an ihrer ganzen östlichen Grenze geschlagen worden. In Hartford (Connecticut) allein betrügen die bei den Versicherungen gestellten Schadenersatzansprüche für Schiffsverluste seit 1. Januar dieses Jahres 73 Millionen Dollar, d. h. 17 Millionen Dollar mehr als die bezahlten Prämien, und verschlängen nahezu sämtliche Gewinne der Versicherungen in den letzten 22 Jahren. Die Regierung sei einaesprunaen und habe den Schiffsvcrsicherungs- fonds der USA. auf 250 Millionen Dollar erhöht. „Schutz der nordamerikanischen Kriegsschiffe ist unmöglich, weil die Kriegsmarine an anderen O r t en dringend benötigt wird", so fährt das Blatt fort. Das einzige Abwehrmittel, das die Vereinigten Staaten zur Verfügung hätten, sei das kleine Luftschiff „Blimp". Ein Einsatz in großem Umfange sei jedoch nicht möglich, .da der Bau von „Blimps" viel Zeit in Anspruch nehme. Als Lösung für das immer dringlicher werdende Be'förderungsproblem bleibe nur der Luft- ransport. Aber auch da werde esdreiJahre dauern, bis genügend Tranportfluazeuge zur Verfügung stünden, um genügende Flugzeuge für die zu 'befördernden Frachten zu haben. Nicht nur der Bau von neuen Fabriken soll in USA. aus Stahlmangel eingestellt werden, auch der Bau einer Oe Heilung von Longview (Texas) nach Salem (Illinois) muß aus dem gleichen Grunde unterbleiben, berichtet die nord- amerikanische Zeitschrift „Time". Innenminister Ickes/ der den Bau einer solchen Anlage vorschlug, habe vom Weißen Haus einen abschlägigen Bescheid bekommen. Die Anlage wäre indessen strategisch von großer Bedeutung, da die Tankschiffahrt an der Ostküste, die neunzig v. H. der Benzinausfuhr für die Oststaaten bewältigte, infolge des U-Bootkrieges vor der atlantischen Ostküste so gut wie still liege. Für den Bau von Eisenbahntankwagen fehle es ebenfalls an Metall. Um das größte liebel zu beseitigen, habe das Weiße Haus nun den Bau von Holzkähnen bewilligt, die Rohöl auf den B i n- nenwasserwegen von Florida bringen sollen. Diese Maßnahme könne jedoch ebenso wenig wie die Umlegung zweier bereits bestehender Oel'leitungen das Problem löse«, erklärte Minister Ickes. Das Tonnageproblem. Madrid, 11. Juni. (DNB.) Der Londoner Berichterstatter der Madrider Zeitung „Pa" schreibt: „Die hohe Versenkungsziffer, die durch die deutschen und italienischen U-Boote erreicht wurde, hat eine Gefahr- heraufbeschworen, die man nicht mehr zu bannen weiß. Zwar werden die deutschen Angaben als übertrieben bezeichnet, aber man ist sich klar, daß 500 000 BRT. monatlich verloren gehen. Jeder Engländer weiß, daß eine Seeherrschast ohne Handelsschiffe ein Nonsens ist, und errechnet den Zeitpunkt, wo dieser 'Zustand erreicht sein wird. Dazu kommt, daß das englische Mutterland für die Heranschaffung von Rohmaterialien zur Aufrechterhaltung seiner Kriegsindustrie und von Lebensmitteln jährlich allein 30 bis 40 Mill. BRT. benötigt. Die einzige Möglichkeit, die von den U-Booten der Achsenmächte geschlagene Bresche zu schließen, sieht man in dem gewaltsamen Neubau von Schiffen. Aber die bereits entstandene Lücke wird immer größer. Die englischen Werften stellen monatlich 100 000 Tonnen, die amerikanischen nicht ganz 200 000 Tonnen her. Selbst wenn Deutschland und Italien nur 500 000 Tonnen monatlich versenkten, bleibt ein Fehlbetrag von m i >n d e st e n s 200000Tonnen monatlich. Dabei sind noch nicht die Versenkungen der Japaner im Pazifischen und Indischen Ozean in Betracht gezogen. tcn als das Land der Verheißung erscheinen. In diesem Sinn nennen die Amerikaner ihr Land „God’s own country": Gottes eigenes Land. Hier waren Weite und Preite, hier waren Aufstiegmöglichkeiten, hier konnte jeder nach seiner eigenen Fasson leben und selig werden, hier wurden die Menschenrechte verkündet, hier wurde von Gedanken- und Redefreiheit gesprochen. Vieles war so: Die weiten Prärien lockten die Abenteurer. Nach Westen ging der große Zug. Das Leben mußte eingesetzt werden, aber oft lohnte der Einsatz. Es gab wenigstens so viele, die es „zu etwas brachten", daß die sehr vielen Opfer, die an der Straße des Erfolges liegen blieben, übersehen wurden. Das war die Stimmung, aus der Goethe die berühmten Verse schrieb: „Amerika, du hast es besser als unser Kontinent." Allein diese Frühzeit Amerikas überdeckt mit ihrem Morgenrot noch das wirkliche Amerika unserer Tage. Zwischendurch liegt die Zeit der Masseneinwanderung, in der auch das westeuropäische Element immer mehr zugunsten der osteuropäischen Einwanderung zurücktrat. Diese Einwanderer strebten nicht mehr in die Weite, um Neuland unter den Pflug zu nehmen. Sie bildeten Riesenstädte, die aus dem Boden heroorschossen. Wir kennen die Erscheinungen der frühen Industrialisierung in unserem alten Europa zur Genüge. In Amerika wurde ohne jede Hemmung jener „Fortschritt" proklamiert, der die Rücksichtslosigkeit des höchsten Nutzens, der Rekorddividende, des absoluten Gewinnstrebens ist. Auch die Einwanderer, die in diele Großstädte und Jndusttiereviere kamen, mußten zu „Amerikanern" gemacht roerberf, so schwer das oft halten mochte. Neulich hat Roosevelt bitter geklagt, daß viele Hunderttausende von eingezogenen Rekruten zum Militärdienst unfähig seien, weil sie nicht lesen und schreiben könnten. In der Einwanderung der Millionen „billiger Hände" liegt der Grund. Kinder, die oft im Ausland geboren waren, sollten plötzlich in amerikanische Schulen gehen. Sie blieben zurück. Niemand half ihnen, den Sprung von der heimatlichen Sprache zu dem amerikanischen Englisch zu machen. Die Talenttertesten mögen sich irgendwie — mehr schlecht als recht — durchgesetzt haben. Die große Masse blieb analphabetisch. Diese Masse muß mindestens auch von der Regierung beeindruckt und erfaßt werden. Die gröbsten Effekte sind gerade recht. Wenn Washington diesen Menschen nicht die Kunst des Lesens und Schreibens schenkte, so mußte es den Analphabeten einen Ersatz bieten. Der Ersatz besteht darin, daß diesen Analphabeten llargemacht wird, sie seien allen anderen Völkern überlegen, sie seien die berufenen Kreuzzügler für Zivilisation und Kultur, sie seien die Vorkämpfer für Gedanken- und Redefreiheit und die Menschenrechte schlechthin. Wir nennen einen so übersteigerten Nationalismus, der sich nicht inr Bereich der Wirklichkeit und der echten Leistung hält, Chauvinismus. Daß wir ein Fremdwort gebrauchen, hat feinen guten Grund. Diese AuswuchsforM des ed)t volklichen Gefühls ist uns fremd, und darum ist auch das Fremdwort durchaus am Platze. Mit diesem Chauvinismus aber hat es in den USA. nicht fern Bewenden. Um die Aufgabe als Schmelztiegel erfüllen zu können, herrscht ein gleichmacherischer Meinungsterror, der jede individuelle Geistigkeit durch die Massenhaftigkeit seiner groben und gröbsten Kampfmittel erstickt und der eine Verhöhnung jeder echten Gedanken- und Redefreiheit ist. Rekordsucht ist nicht Ausdrucksform von Gedanken- und Redefreiheit, sondern Behelfsmittel jenes Einschmelzungsprozesses, zu dem sich die USA. mit dem Wort vom „mel- ting pot" bekannt haben. Dr. Ho. Tschunking gibt die japanischen Erfolge zu. Schanghai, 11. Juni. (Europapreß.) Der Sprecher des Tschungking-Regimes mußte den Vormarsch der Japaner zugeben. Drei große japanische • Heeresgruppen hätten in den letzten 24 Stunden auf ihrem Vorstoß von Nantschang aus große Fortschritte gemacht. Die rechte Gruppe der Japaner habe bereits Nanfeng, 200 Kilometer südöstlich von Nantschang, erreicht. Die mittlere Gruppe stehe 130 Kilometer südöstlich von Nantschang bei Dschinhao. Die linke Gruppe habe sich entlang der Eisenbahnlinie Tschekiang—Kiangsi vorwärtsge- schoben und stehe jetzt in Gefechtsberührung mit Dschungking-Truppen zwischen Tunghsiana und Jngtan. Für diese Truppen bestehe die Gefahr, von den Japanern umzingelt zu werden. Auch die japanischen Streitkräfte, die über den Gelben Fluß in die Ordos-Ebene (Nordwestchina) vorgestoßen seien und damit eine neue Front in der inneren Mongolei erreichtet hätten, seien bereits bis Jingpantschao, 40 Kilometer südlich von Paotau, vorgedrungen. Kiangshan an der Tschekiang-Kiangsi-Bahn, nahe der Grenze der beiden Provinzest, fiel in japanische Hände, ebenso in Kiangsi die Eisenbahnstation Tungsiang, wobei große Mengen Kriegsmaterial erbeutet wurden. Der Plan der Dschungking-Chinesen, den japanischen Vormarsch durch die Entsendung von etwa 30 000 Mann vor Tschangtscha aufzuhalten, wurde mit der Niederlage dieser Truppen südlich Nantschang vereitelt. Die japanische Luftwaffe warf über Fucheng in Nord-Fukien mehrere Tonnen Bomben ab. In Kwangsin in Nordost- Kiangsi sind 20 Güterzüge in die Lust geflogen. Japanische Berichte sprechen ferner von schweren Kämpfen in Nord- H o nan , wo 10 000 Mann Tschungking-Truppen in der Nähe von Linshien umzingelt wurden. Kunst und Wissenschaft. Der Salzburger Sechs-INeister-Schachwettkampf. In der zweiten Runde konnte Ker es den Hamburger Klaus Junge zur Aufgabe zwingen. Einen zähen Kampf gab-es in der Partie Dr.Alfechin gegen Schmidt, doch erlangte der Weltmeister einen Mehrbauern und die bessere Stellung. Infolge eines Versehens ließ sich der Deutschlandmeister von Aljechin mattsetzen. Im nächsten Kamps sprach alles für einen zweiten Sieg Bogoljubows, aber fein Gegner erzwang eine ausgeglichene Stellung, und im letzten Augenblick verschenkte Bogol- jubow die Partie durch ein Turmopfer und verlor. Stand des Turniers nach der zweiten Runde: Keres- Stolz je 1% P., Aljechin-Bogoljubow je IP., Junge- Schmidt je P. Line Symphonie von Friedrich Jung. Die Kreisleitung München der NSDAP, hatte zu einem Sonderkonzert des Nationalsozialistischen Symphonieorchesters eingeladen, in dem eine Symphonie in B-dur von Kiedrich Jung uraufgeführt wurde, die der Komponist dem Reichsleiter Dr. Ley gewidmet hat. Der Komponist stellt sein vier- scitziges Werk unter programmatische Leitsätze, ohne deshalb als Programmusiker gelten zu wollen. Der erste Satz, vor 20 Jahren schon geschrieben, drückt die Stimmungswelt des Jahres 1918 aus und bewegt sich demgemäß zwischen den Polen depressiver und jäh ausbrechender Stimmungen. Der zweite Satz wird als „Totengedenken" bezeichnet und ist hauptsächlich der Kombination von Streichern und Orchelklängen übertragen, der dritte Satz — ein fa genannter Parlament-Totentanz — folgt symphonischen Formprinzipien, der vierte schließlich — das Jahr 1933 symbolisierend — stellt sich als ein gemessen schreitender Triumphmarsch dar, in den als kantables Seitenthema das Horst-Wessel-Lied einaeschmolzen ist. Das Werk zeigt Jung als einen Orchestertechniker, dem kein Geheimnis der orchestralen Farbenmischungen verborgen geblieben ist. Es verwirklicht alle Möglichkeiten, die einem modernen Orchester gegeben sind, klingt berauschend und voll- griffig. Es konnte infolge seiner klangsinnlichen Effekte der Wirkung auf den' Hörer gewiß sein. Reichsleiter Dr. Ley, der der Uraufführung beiwohnte, beglückwünschte den Komponisten zu seinem Erfolg. Erwin Bauer. Lin später Erfolg für Llemens Brentano. Ein ganz im Stil der Romantik geschriebenes Stück vermag heute noch unseren Beifall zu erringen, wenn es, wie bei der Uraufführung i m Düss eldorf er Schauspielhaus, durch einen verständnisvollen Dramaturgen überarbeitet wird. So hat Walter K o r d t, der schon früher mit einer Bearbeitung von Eichendorffs „Freiern" herausgekommen ist, das reizende Schauspiel „V a - leria" von Clemens Brentano unseren Bühnen zugänglich gemacht. Alle Geister liebenswürdiger Ironie, naiver Freude am Mummenschanz, der Verwechflungen und spielerischer Liebeshändel treiben in der vom Adel schöner Seelen, jovialer Aestheten und in modischem Weltschmerz befangener Schwärmer und Träumer erfüllten Atmosphäre ein ost kindliches, immer aber amüsantes und launiges Maskenfpiel. Die Vorgänge sind nach Spanien verlegt und spielen in der Zeit der napoleonischen Kriege. Ein in der Düsseldorfer Aufführung von Peter Ester mit unvergleichlich vornehmer Güte dargestellter Hidalgo kommt nach fünfzehnjährigem Aufenthalt in Amerika nach Europa zurück, um seine Kinder wiederzusehen und sie einer glücklichen Ehe zuzuführen. Der junge Kavalier Lope de Leon (Otto Collin) kann sich in zielloser Verliebtheit nicht für eine Frau entschließen und schwankt zwischen Valeria (Annemarie Jürgens), der liebreizenden Tochter eines braven Bürgers in Sevilla, und Isidora (Rotraut Schalk), der Tochter des zurückgekehrten Don Sarmiento. Mit Maskerade und sorglosem Getändel gerät die ganze Handlung in Verwirrung und wird zum glücklichen Ende von Don Sarmiento und Valeria gelöst. Hans Georg von Borries. Abschluß der Schweizer Reise der Berliner Philharmoniker. Nach Konzerten in Genf und Lausanne fand die Reise des Berliner Philharmonischen Orchesters unter Wilhelm Furtwängler durch die Schweiz in Zürich ihren krönenden Abschluß. Werke von Beethoven und Brahms wurden auch in der französischen Schweiz mit tiefem Verständnis ausgenommen. Zum besonderen Erlebnis wurde die Wiedergabe des „Meistersinger-Vorspiels in der Kathedrale von Lausanne, die für das Konzert des derttschen Meisterorchesters zur Verfügung gestellt worden war. Furtwängler wurde überall stürmisch gefeiert Kleine politische Nachrichten. Der thailändische Ministerpräsident Feldmarschall Plaek Pidulasonggram empfing Rash Bilari Base, den Führer der- nationalistischen Inder in Japan und Leiter der indischen Unabhängigkeitsbewegung in Ostasien, der sich in Bangkok befindet, um an den Sitzungen der Vertreter der nationalistischen Inder aus allen Teilen Ostindiens teilzunehmen. * Der zum Sondertreuhänder der Arbeit" für die Organisation Todt bestellte Reichstreuhänder für Hessen-Nassau Dr. Schmetter ist vom Reichsminister für Bewaffnung und Munition auch beauftragt worden, den Arbeitseinsatz^ für die zahlreichen Baustellen der Organisation Todt im europäischen Raum zentral zu regeln. . Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, Gauleiter Sauckel, hat Dr. Schmetter in seinen Arbeitseinsatzstab berufen. Der Führer hat dem ordentlichen Professor em. Geheimen Hofrat Dr. Lothar He ff ter in Freiburg i. Br. aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres in Würdigung seiner grundlegenden wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiete der Geometrie und der Topologie die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Höchste Anspannung der Reichsbahn. Der Staatsfekretär im Reichsverkehrsministerium, Dr.-Jng. H anz en mii l l e r, sprach vor der Presse über die Aufgaben und die Leistungen der Reichsbahn. In einem kaum vorstellbaren Maße ist im Laufe der letzten Jahre das Streckennetz gewachsen. Dazu kommt der gewalttge Einsatz in den besetzten Ostgebieten zur Versorgung der Front, für Truppen- und Materialtransporte, die einen großen Teil des Lokomotiven- und Wagenparks in Anspruch nehmen. Dabei konnte die Vermehrung dieses Fahrzeugparks in den letzten Jahren mit der außerordentlichen Erweiterung des Stteckennetzes nicht Schritt halten. Bis ein umfangreiches Fahrzeugbauprogramm durchgeführt ist, werden Maßnahmen notwendig sein zur Beschleunigung der Verladung und Entladung, zur Einschränkung des Transportes nichtkriegswirtschaftlich wichtiger Güter, Einschränkung im Personenverkehr, oie Beschränkung des Schlafwagenbetriebes, Einstellung der Speisewagen usw. Weitere Maßnahmen, die zu einer Entspannung in der Verkehrslage führen sollen, sind in Vorbereitung. Vor allem wird man danach streben, vermeidbare Transporte nach Möglichkeit zu beseitigen. Eine große Rolle wird dabei auch die stärkere Heranziehung der Binnenschiffahrt spielen. Die Umschlagleistungen der Binnenhäfen sind bereits in den letzten Kriegsjahren außerordentlich gestiegen; trotzdem wird der Anteil der Binnenschiffahrt am Transportwesen durch die geplanten Umlagerungen noch weiter steigen. Es wurde zur Regelung des Gesamtverkehrs eine Organisation aufgebaut, an deren Spitze in Berlin die Zentralverkehrsleit- Künstler-Ehen. Iu Saskias 300. Todestage. Vor dreihundert Jahren starb in ihrem Hause in der Breedstraat in Amsterdam nach achtjähriger Ehe Saskia van Uylenburch, die Gattin Rembrandts. Ihr Tod beendete einen Abschnitt im Leben des Malers, die Zeit der Jugend, des Aufstiegs, des Ruhmes und des Glücks, die in der Verbindung mit ihr ihren Anfang genommen hatte. Die Hand des vornehmen und reichen Mädchens zu gewinnen, mußte für den jungen Rembrandt als Inbegriff des Glückes erscheinen: die Patriziertochter hob den armen Müllerssohn in eine höhere soziale Schicht, ihr Vermögen erlaubte ihm, seinen Neigungen die Zügel schießen zu lassen, seine Gattin mit kostbaren Gewändern Und Edelsteinen zu schmücken, in feinem Hause alles zusammenzutragen, was ihm des Besitzes wert schien; das waren Erzeugnisse nus aller Herren Ländern, fremde Waffen, Trachtenstücke, Löwenfelle, antike Münzen, Musikinstrumente, Bambuspfeifen, kunstgewerbliche Dinge aus Asien oder Afrika, aber auch Mineralien, Muscheln, Korallen, Geweihe, Bälge vieler Land- und Meertiere, kurz, alles, was nur immer die lebendige Anschauung eines Stückes der bewohnten fernen Welt vermitteln konnte. Aber während der Meister dies alles in feiner „Kunstkammer" zusammentrug, regte sich zugleich.sein Pinsel, mühten sich in der großen Werkstatt neben feinem eigenen kleinen Arbeitszimmer die Schüler. Rembrandt war in jenen Jahren ein gesuchter und gut bezahlter Bildnismaler. Dessenungeachtet und trotz dem Vermögen seiner'Frau scheinen von Anfang an feine Ausgaben die Einnahmen überschritten zu haben. Vielleicht ließ er sich dadurch zum Spekulieren verleiten, wodurch er nicht nur auf die Dauer keinen Ausgleich schaffen konnte, vielmehr erst recht den Grund zu seinem späteren Bankrott legte, da er nach der Katastrophe bekannte, schwere Verluste „in der Negotie" und „auf der See" erlitten zu haben. In den ersten glücklichen Jahren mit Saskia jedenfalls pochte die Sorge erst nur leise an seine Tür. Schwer dagegen traf es ihn, daß die drei ersten Kinder, die sie ihm gebar, ihnen bald wieder durch den Tod entrißen wurden. Das waren die ersten Schatten auf feinem Glück. Die Frage läßt sich heute nicht beantworten, wie diese Ehe sich entwickelt hätte, wenn Saskia länger gelebt hätte. SU schien geschaffen zum Glück des Besitzens und Ge- nießens. Vielleicht nur dafür? Wie hätte sie sich bewährt im Leiden und Entbehren, das in Rembrandt so ungeheure Tiefen aufriß, das ihn im eigentlichen Sinne erst zu sich selber fiihrte? Die Prüfung blieb Saskia erspart, aber verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß sie sie nicht bestanden hätte. Nicht am wenigsten ihr Testament, in dem sie dem Gatten den Nießbrauch ihres Vermögens bis zur Großjährigkeit des Sohnes Titu? vermachte, aber nur, falls er sich nicht wieder verheirate. Ein erschütternder Zug von Ichsucht, von böser Besitzgier noch über den Tod hinaus, ein Zug, der sie weit abrückt von dem Titanentum des Meisters, der damals gerade in der „Nachtwache" mit seinem Dämon rang. Es erscheint unmöglich, daß eine solche Gegensätzlichkeit nicht auch übef die Ehe ihre dunklen Schatten legte. Dennoch blieb dies alles noch verhüllt. Und als Saskia bald nach des Geburt des vierten Kindes, des Sohnes Titus, starb, da war Rembrandt lange Zeit stumm vor Schmerz. Die glücklichen Sterne in seinem Leben waren untergegangen, nun begann die lange Dunkelheit. Durch diese Dunkelheit leuchtete nur noch Hendrickje Stoffels — Magd, Geliebte, Haushälterin, guter Engel. Sie war für Rembrandt alles, weil sie nichts für sich selber sein wollte. Sie löschte sich selbst aus, in vollkommener Demut und Aufopferung. Weder die Not vermochte sie in ihrer Treue zu erschüttern noch die Schande, als sie von dem l'alvinisttsch strengen Rat ihrer Stadt wegen Konkubinats mit Rembrandt — infolge von Saskias Testament — vor Gericht zitiert und vom Abendmahlstisch ausgeschlossen wurde. Als im Jahre 1656 Rembrandts Bankrott erklärt wurde und bet der Versteigerung feiner Sachen die Gläubiger von bem gefamteh Besitztum ihm nur zwei kleine Oefen ließen, da verband Hendrickje sich mit dem Sohn Titus, und diese beiden Getreuen machten von Hendrickjes Spargroschen ein kleines Geschäft auf, dessen Erträgnisse immerhin ausreichten, um die kleine Familie einschließlich der Tochter Cornelia, die Hendrickje Rembrandt geboren hatte, zu ernähren. Aber auch das letzte Stück Erden glück sollte diesem zweiten Hiob genommen werden: Hendrickje starb vor ihm. In der äußersten Armut verkaufte Rembrandt das Familiengrab in der Oudekerk, in das er vor zwanzig Jahren Saskia gebettet hatte, um eine Stätte zu haben, wo er Hendrickje zur Ruhe bringen konnte. Merkwürdig ist es, wie viele große Künstler unverheiratet waren: Leonardo, Michelangelo, Raffael, oder um in die Neuzeit zu gehen, Marses, Feuerbach, Menzel, Leibl, um nur einige zu nennen. Bei manchen anderen spielte die Ehe eine untergeordnete Rolle wie bei Holbein oder bei Böcklin. Doch es gibt Künstler, aus 'deren Leben die Gattin nicht fortzudenken ist, für die sie die befeuernde Muse gewesen ist. Da ist z.B. Rubens. Schon seine fürstliche Lebenshaltung erforderte die Gattin, die dem riesigen Hauswesen, zu dem ja die ganze große Schülerschar gehörte, vorstand, als Hausfrau und als Herrin. Aber eine nur konventionelle Ehe war für Rubens eine Unmöglichkeit. Für ihn, den Maler schöner üppiger Frauen, bedeutete die Ehe höchste Krönung und Vollendung des Lebens. Sicheres, seiner selbst bewußtes Glück blickt uns aus dem Bild entgegen, das er, auf der Höhe feines Ruhmes angelangt, von sich und feiner jungen Gattin, der anmutig liebevollen Isabella Brant malte. Nichts scheint den Himmel dieser beiden Menschen trüben zu können, denen im Laufe einiger Jahre drei gesunde Kinder geschenkt werden. Doch die Natur verfährt hier mit rätselhafter Tragik. Aus unerklärlichen Ursachen, vor denen die Aerzte hilflos stehen, welkte Isabella früh dahin und starb in ihrem 35. Lebensjahre. Bis zuletzt bewahrte ihr Gatte ihr die innigste Ergebenheit. Vier Jahre später heiratete er die sechzehnjährige Helene Fourment. Der Rcuftch dieser großen Liebe schenkte dem dreiundfünfzigjährigen Meister seine reiffte und großartigste Schaffensperiode. Wir kennen Helenes Gesicht; unzählige Male hat Rubens sie gemalt, allein, mit ihm zusammen, mit ihren Kindern, als vornehme Dame im Staats kleid oder mit dem lose umgeworfenen „Pelzchen", das nur knapp die herrliche Nacktheit verhüllt, aber auch als Göttin und Heilige, als Madonna und Nymphe, als Sufanna und Bctthseba, es war immer die gleiche „Dlämifche Venus", das blühend gesunde junge Weib mit dem berückend schönen Antlitz. Zehn Jahre durfte er noch die unerhörte Steigerung aller seiner Lebenskräfte genießen, die er dieser jungen Frau verdankt, bis der Tod ihn aus dem Schassen riß. * Aus dem 19. Jahrhundert soll hier nur ein Bei- , spiel einer Künstlerehe angeführt werden. Phllipp ltztto Bunge. dieser Mystiker. der in (einem künstlerischen Wollen wett über das Diesseits hinaus nach den Sternen griff und darin, wie nicht anders möglich, einsam war, fühlte sich doch zugleich tief und verwurzelt in der Liebe seiner Nächsten ge« borgen. An seine Braut schrieb er: „Es ist mir vieles in der Welt schon begreiflich gewesen, aber als ich Sie zuerst gesehen, war's mir erst, als ob alles ein doppeltes Leben hätte. Ich weiß, was ich, ohne daß Sie es wissen, Ihnen schuldig bin, und seitdem ist alles, was ich nur dunkel in mir ahne, deutlicher und bestimmt in mir geworden ..." Und an einer anderen Stelle bekannte er es, daß er „selbst für sein Innerstes einer bürgerlichen Existenz" bedürfe. Ohne diese innerste Sicherung, dig ihm durch das liebende schenken und Empfangen im engsten menschlichen Kreise zuteil wurde, batte er, auch noch beschattet von der Ahnung seines frühen Todes, sich nicht in die geistige Region hin« auswagen können, in der er lebte und für die er kämpfte. Das Bild „Wir drei" zeigt ihn im Kreise der ihm nächsten und teuersten Menschen, durch die er diese Sicherung erfuhr: feine Frau und sein Bruder. Zwar umstand ihn auch ein Freundeskreis aus den besten und erlesensten Geistern seiner Zeit, Arnim, Brentano, Tieck, Claudius, Görres und andere, äußerlich gesehen war er keineswegs ein einsamer Mensch, aber die innere, durch ihn selbst bedingte Einsamkeit vermochte nur durch die blut- haft Nächsten einen Ausgleich zu finden. Annemarie von Puttkamer. Zeitschriften. — Äm Juni-Heft der Zeitschrift „Neues Volk" (Blätter des Rassenpclittfchen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW 68) findet man u. a. aufschlußreiches Material zum Thema der Abstammungsver- fchleierung, ferner mit interessanten Abbildungen einen auch kulturhistorisch bemerkenswerten Beitrag „Freimaurer — Schrittmacher der Juden" von Friedrich Hasselbacher. Gegenwärtig besonders aktuell erscheint eine Bettachtung ,Lndien trägt die Kosten ..." Für die Frage der Beziehungen zwischen Erbanlagen und Lebensleistung liefert ein Beitrag „Reinhard von Sickingen — Stammvater großer Deutscher" schöne, vermutlich noch wenig bekannte Beispiele. Endlich sei auf die ständige Spalte „Völkische Lebensfragen" hin gewiesen, in bqt dfttz Vajjenpolttijchtz Amt AustzWs MeüL. Gut ausgestattete Kleiderlager. Gefüllte Säcke und große Bündel mit Altspinnstoffen. Nur noch wenige Tage — bis zum 15. Juni — sind die Annahmestellen der Attkleürer- und Spinn-- stoffsammlung geöffnet. Diese letzten Tage werden den dort tätigen ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen sicherlich noch eine weitere Steigerung des -bisher schon ständig angewachfenen Besuches der opferfreudigen Spenderinnen und Spender bringen. Wie bisher, so wird und muß auch für die Letzten Tage der Altkleider- und Spinnstoffsammlung die Parole lauten: Gebt reichlich und nach besten Kräften für diese Sammlung! Bei wiederholten Besuchen in den Gießener Annahmestellen konnten wir die erfreuliche Feststellung machen, daß der neue Appell an die verständnisvolle und tatfrohe Opferbereitschaft aller Volksgenossen überall ein starkes Echo gefunden hat. Der Zustrom von Männern und Frauen war von Anfang an in allen Annahmestellen erfreulich rege und hat sich je länger je mehr so weit gesteigert, daß in manchen Annahmestellen die Spender trotz eifrigster Arbeit der Annahmehelfer zeitweise auch etwas ,,Schlange stehen" mußten, bis sie ihre Kleidungsstücke oder Altstoffbündel loswerden konnten. In den Sammelstellen sahen wir, daß erfreulicherweise an gebrauchsfertiger Männer- und Frauenkleidung reichlich gespendet wurde. Da kamen Männer oder Frauen mit kompletten Anzügen über dem Arm. Neben dem Straßenanzug des Mannes wurde auch Arbeitskleidung gebracht; Mäntel, ja sogar Regenmäntel, Umhänge, Röcke, Hosen, Westen, Hüte, Mützen, Strümpfe, Wäschestücke usw., alles das wurde hier in erfreulich umfangreichem Maße zü- sammengetragen. Aber auch an Frauenkleidung fehlte es nicht; Kleider, Mäntel, Blusen, Jacken, Arbeitskittel, Schürzen, Wäschestücke, kurzum alles das, was die Frau bei der Arbeit gut verwenden kann, kam auch hier in den Annahmestellen in ansehnlichen Bergen zueinander. Daneben kamen die Spenderinnen und Spender mit mehr oder minder großen Bündeln oder gefüllten Säcken, in denen sie Altspinnstoffe herbeitrugen, die nun auf dem Wege über den Reißwolf den Weg zur Anfertigung neuen Stoffes antreten werden. Handwagen, Waschkörbe, Rucksäcke usw. waren in den Dienst der Sammlung gestellt, um möglichst viel und möglichst alles auf einem Spendengang zu den Annahmestellen heranzubringen. Vom Pimpf bis zum Opa, vom Jungmädel bis zur ehrwürdigen Greisin kamen alle mit spendefreudigem Herzen und umfangreich gefüllten Armen, um ihren Beitrag zu dieser Samlung zu leisten. Da wurde mit Stolz betont, daß man gern aus dem Kleiderschrank einen guten Anzug des Mannes oder des Sohnes oder auch noch mehr herausgenommen habe, um ihn zu der Sammelstelle zu bringen; nicht minder stolz hoben die Frauen hervor, daß sie sich gern von einem Hauskleid, einem Arbeitskittel, Jacken oder Blusen usw. getrennt haben, damit sie etwas zur unmittelbaren Verwendung an die Sammlung geben könnten. Die Kleiderschrank-, Kästen- und Lumpensackrevisionen sind gleichfalls recht ergiebig gewesen, wovon viele Bündel und Säcke voll Alt- Spinnstoff der verschiedensten Art in den Lagern der Annahmestellen Zeugnis ablegen. Hüte und Mützen aller Formen in durchweg gutem Zustande bilden eine weitere Bereicherung der großen Sammellager. Und nicht minder ist es die reiche Ausbeute cm Wäschestücken, die den Opfersinn unserer Gießener Bevölkerung beweist. So können wir denn jetzt schon mit Befriedigung feststellen, daß Gießen sich auch bei dieser Sammlung in anerkennenswerter Weise placieren wird. Dennoch ist es ratsam und wird es sich lohnen, überall noch einmal eine gründliche Nachschau in den Schränken, Kästen und Truhen zu hatten. Zweifellos wird sich dabei noch piancherlei vor- finden, das ebenfalls den Weg zur Altkleiber- und Spinnstoffsammlung antreten und von dort zur guten Verwendung weitergeleitet werden kann. Hitler-Jugend hilft! Unsere Hitler-Jugend wird am morgigen Samstagnachmittag die Haushattungen in Gießen aufsuchen, um nach den SpenÄepaketen oder Kleidungsstücken für die Sammlung zu fragen und sie zum Transport nach den Annahmestellen abzuholen. Dadurch wird manchen Familien der Weg zur Sammelstelle abgenommen bzw. erleichtert werden. Mögen viele Volksgenossen davon Gebrauch machen! Die Httlerjungen werden gerne die Pakete tragen, und je größer und schwerer sie sind, desto angenehmer wirb es den jungen Helfern fein. Darum: Sehl daheim nochmals nach und gebt reichlich! MI- f ft eite steht, die sich auf die regionalen Verkehrs-1 lertftellen in den Gauen stützt. Aber alle Maßnahmen, zu denen auch eine ver- •ftartte Heranziehung des Fahrparks aus anderen Ländern Europas gehört, können nicht ausreichen, um dem ungeheuren Bedarf der Rüstungsindustrie und Kriegswirtschaft an Transportmitteln nachzukommen. Hier sind noch besondere Maßnahmen zur Beschleunigung der Verkehrsabwicklung, des Neubaues und der Wiederinstandsetzung von Lokomotiven usw. notwendig. Lösung des Arbeiterproblems soll durch den verstärkten Einsatz ausländischer Arbeitskräfte geregelt werden. Das deutsche Eisenbahnpersonal hat bereits einzigartige Leistungen vollbracht, besonders auf dem östtichen Kriegsschauplatz. Das Bahnpersonal in der Heimat wird nicht zurückstehen und auch den neuen Anforderungen nachkommen. Beamtennachwuchs für die Reichsbahn Zur Bewältigung ihrer kriegswichtigen Aufgaben stellt die Reichsbahn unter Wahrung der Interessen der Kriegstellnehmer für ihre technischen Beamtenlausbahnen in allen Fachrichtungen technische Beamten an wärter mit Fachschulausbildung ober handwerklicher Vorbildung, sowie technische Angestellte ein. Sie nimmt ferner auf junge Leute mit Mittelschulreife oder> entsprechender höherer Schulbildung als Fachschulpraktikanten zu einer ijährigen praktischen Ausbildung im Baufach, schinenbausach ober Vermessungsfach als Vorbereitung für ein Fachschulstubium und begabter Bolksschiller zur Ausbildung als bautechnische Jung- Helfer für die technischen Beamtenlaufbahnen. Nähere Auskünfte geben die Reichsbahnbirektionen, die auch Merkblätter verteilen. Neuordnung von Bauvorhaben. Die Konzentration und Rationalisierung in ber deutschen Rüstungswirtschaft burch den Reichsminister für Bewaffnung und Munition hat eine. er>- hebliche Steigerung der Produktion in den bereits vorhandenen Betrieben ber Rüstungswirtschaft ermöglicht. Es ist baher möglich geworben, den Aus- , bau neuer Probuktionsstätten auf ein Mindestmaß Zu beschränken, bas zur Deckung des Bedarfs ausreicht. Hierdurch ist es gelungen, eine Reihe von Neuvlanungen sowie einen Teil bereits vorsorglich in Angriff genommener Bauvorhaben ft i H z u - legen und die an diesen Bauvorhaben eingesetzten nun freimerbenben Arbeitskräfte, Baustoffe und Transportmittel einem wichtigeren Ein- s a tz zuzuführen. Das bedeutet eine wesentliche Entspannung in ber Bauwirtschaft, so baß bie Festlegung von Baubringlichkeitsstufen durch eine beweglichere Rangordnung ber noch verbliebenen Bauvorhaben ersetzt werden kann. Einschränkung der Buchführungspflicht Unternehmer, die zuletzt mit mehr als 6000 RM. Gewerbeertrag ober mehr als 6000 RM. Einkünften aus Lanb- und Forstwirtschaft veranlagt worden sind, haben nach ber Reichsabgabenordnung Bücher ,zu führen und auf Grund jährlicher Bestandsaufnahmen regelmäßig Abschlüsse zu machen. Der Reichsfinanzminister hat sich damit einverstanden erklärt, daß wahrend des Krieges nur diejenigen Unternehmer der Buchführungspflicht entsprechen, die x zuletzt mit mehr als 12 000 RM. Gewerbe ertrag ober mehr als 12 000 RM. Einkünften aus Land- unb Forstwirtschaft veranlagt worden sind. Buchsüh- rungspflichten, bie sich aus anderen Vorschriften ergeben, bleiben unberührt. Earl Anders gestorben. Der Geschäftsführer des Reichsverbändes der beutschen Zeitungsverleger, Rechtsanwalt Carl Anders, starb im 32. Lebensjahre bet einem Unfall auf einem ber Berliner Seen durch Herzschlag zwei Tage vor seinem abermaligen Ausrücken ins Feld. Seit 8 Jahren hatte er als Mitarbeiter des Reichsleiters Amann hervorragenden Anteil an der nationalsozialistischen Umformung des Zeitungsverlagswesens. In Mecklenburg geboren, auf den Universitäten Jena und Rostock vorgebildet, war er der geborene Mann ber Feder; ohne nach außen her- vorzutteten, förderte er, nach dem Höchstmaß an Qualität und Wirkung strebend, das Schaffen der deutschen Presse und ihre Verbreitung im Ausland, deren zielbewußte Steigerung eines seiner Verdienste bleibt. Er leitete seit Kriegsausbruch bie Versorgung der kämpfenden Truppe mit Zeitungen und Zeitschriften. Idee und Plan ber Wochenzei- tung „Das R e i ch" und anberer großer Organe haben ihm Entscheibenbes zu verdanken. In einer Trauerfeier an der Stätte seiner Arbeit würdigte Stabsletter Ri en Hardt Persönlichkeit und Werk seines engsten Mitarbeiters, ber in frühem Mannesalter ein Menschentum entwickelt habe, bas man voll Trauer und Schmerz nun als vollendet hin- nehmen müsse. Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Das freut mich!" lacht Katta. „Nicht bie Aussicht, Sie in. so wenig bekleidetem Zustand zu sehen, lieber Borckmann ... aber baß ber Junge gewinnt. Ich werbe mich hüten, bem ein Enbe zu machen! O banke ..." . Bareiro ist wortlos aufgeftanben, unb hat ihr einen Stuhl geholt. Es ist eine fast überraschenbe Höflichkeit, an einem Tisch mit Spielern nimmt man es nicht so genau mit den Formen. „Nun, Senjore? Sie geben!" mahnt Borckmann. „Träumen Sie als Kinb sich zurück?" „Niemals", sagt Bareiro schnell und fest. „Ich träume immer nur in bie Zukunft — aber wollen mir nicht aufhören? Wenn uns die Gnade einer solchen Gesellschaft zuteil wirb, fänbe ich es schöbe um jeden Blick, den wir auf die Karten richten. Er sieht Katta nicht an bei diesen Worten, das nimmt ber Schmeichelei etwas von ihrer Ueber- triebenheit unb macht sie nur noch eindrucksvoller. Katta fühlt, was ihr selten geschieht, wie ihr das Blut heiß ins Gesicht steigt. „Meinetwegen." Borckmann schiebt brummend bie Karten zusammen. „Uns beiden kann man zum mindesten nicht nachsagen, daß wir uns mit bem Gewinn brücken, wenn wir Schluß machen." „O bitte", wirft Gerb ein, immer in ber Besorgnis, sich etwas zu vergeben, „ich bin gern bereit, weiterzuspielen." „Ein anbermal, Poggenburg, ein anbermal, wir werden schon Revanche forbern, aber heute reißt meine Pechsträhne doch nicht ab, ich fühle es! Ich fordere Sie ebenso bringenb wie höflich auf, stecken Sie den Mammon in die Tasche, auch wenn Sie dadurch etwas von ihrer schlanken Linie verlieren. Aus der Stadl Gießen. Wenn die Wiese blüht... Der Juni ist die Zett ber Grasblüte unb bringt bie Entfaltung einer noch immer zu wenig gewürdigten Schönheit. Die Wiese ist ja ein besonderer Schmuck unserer nördlichen Natur, um die wir von den Südländern beneidet werben, unb so tönt ihr Lob vielstimmig im deutschen Dichterchor. Aber wie wenige machen sich die kleine Mühe, die so unendlich lohnend ist, sich einmal in bas Wunder dieser Pflanzenwelt zu vertiefen. Dürer hat es getan und als erster bie wimmelnde Fülle dieses Lebens in seinem „großen Rasenstück" gestaltet, das uns immer lieber und wunderbarer wirb, je länger wir es anschauen. Hier ist jebes Einzelwesen liebevoll erfaßt unb zugleich die farbige Harmonie des Ganzen gegeben. Mit Dürerfchen Augen solllen mir einmal versuchen, in diesen Sommertagen die Kleinwelt einer Wiese anzuschauen. Allmählich erkennt man, daß ber Zauber ber Gräser unb Rispen nicht weniger groß ist als der ber Blumen. Die Eigenart ber Wiese ist es ja, daß sie neben dem Gras auch Blumen enthält; sie unterscheidet sich dadurch von der Weide, bie meist nur aus Grasnarbe unb Klee besteht. Der Bauer macht sich freilich nichts aus bem bunten Schmuck feiner Wiele; er möchte statt ber Blumen auch nährende Gräser haben. Aber welche Verarmung unserer Natur würbe entstehen, wenn biefer praktische Standpunkt restlos durchdränge. Die Mutter unserer deutschen Wiese ist bie Steppe, eine Landschaft, bie noch heute in Osteuropa unb anberen Erbteilen häufig ist unb in vorgeschichtlicher Zeit auch bei uns weite Flächen emnahm. Sie ist das Gebiet der Trockenheit, das bei Fehlen jedes Baumwuchses entsteht. Auch bie Germanen waren einst Steppenbewohner, und ein Nachklang jener fernen Zeiten sind bie Steppenpflanzen, die sich noch auf unserer Wiese erhalten haben. Da ist zum- Beispiel bie schöne .^Küchenschelle", die eigentlich Steppen-Anemone heißt, da ist das entzückende (übergraue Federpfriemen-Gras. An bie Stelle ber witben Naturgewalten, bie einst die Steppe beherrschten, ist jetzt bie liebliche kultivierte Schönheit unserer Wiese getreten, die als schönstes Geschenk von ber Steppe ben bunten Blumenteppich erhalten hat. Der Deutsche hat, als er sich ber Bearbeitung des Bodens^ eifriger annahm, auf ben Lichtungen, die durch den ausgerodeten Wald entstanden, vald. Wiesen angelegt, und schon im 8. Jahrhundert wird diese Arbeit von ben Klöstern eifrig gefördert. Mit dem Wald war die Wiese ursprünglich verschwistert, und ihren Aufbau hat man mit dem des soviel gewaltigeren Bruders verglichen. Mehr als 150 Grasarten gibt es auf der deutschen Wiese, und sie sind ungefähr dieselben in Nord und Süd. aber dabei herrscht eine unendliche Mannigfaltigkeit, und eine wechselnde, stets eigenartige Farbenskala entfaltet sich von dem tiefen Grün ber Marschen bis zu ber strahlenden Buntheit ber Alpenmatten. Im allgemeinen kann man sagen, baß auf dieser Palette ber Wiese bas Grün stets ben Grund- ton angibt, daß im Frühling Helle Farbigkeit vormaltet, bie bann durch bas lichte Weiß bes Wiesenschaumkrautes abgelöst wird unb schließlich im Sommer in dem Veilchenblau ber Glockenblumen gipfelt. Je weiter bie Jahreszeit vorrückt; befto mehr verblassen bie Töne unb verklingen in dem Abgesang des Herbstes. Auch die Tierwelt, die hier beheimatet ist, paßt sich in ihrer Farbigkeit den Pflanzen an, und wenn auch die Vögel immer mehr von ben Wiesen verschwinben, so herrscht doch eine unendliche Fülle von Schmetterlingen, Käfern unb Insekten aller Art. Die Faller sind ebenfalls nach ber Jahreszeit gekleidet. Der erste unter ihnen, der Zitronenfalter, ist gelb wie die Himmelsschlüsselchen, die mit ihm zu gleicher Zeit zum Vorschein kommen, bann folgen bie Schmetterlinge mit dunkleren Tönungen. Ein weiteres Wunder ber Wiese ist ber Geruch, eine Mischung feinster Düfte, die man noch nicht im einzelnen zergliedert hat, bei ber aber das Ruchgras, dem wir auch ben würzigen Duft bes fieu5 verdanken, ben Grunbton abgeben bürste. Unb dann kommt ber Tag, da diese Herrlichkett ber Sense zum Ovfer fällt. Von nun an ist sie, hie in so reicher Schönheit strahlte, nur noch bem Nutzen geweiht. Sie entwickelt zarteres Gras, das nicht m-hr so hoch wächst und beim zweiten Schnitt bas „Grummet" liefert. Doch nun bleibt ihr noch ein wenig freie Zeit, um eine letzte Schönheit entstehen zu lassen, wobei sie sich noch einmal vor dem Winterschlaf mit bem zarten Violett ber Herbstzeitlosen schmückt. C. K. Kettenbrief-ttnfua. Es rft festgestellt worben, baß in letzter Zett wieder sog. Kettenbriefe hergestellt und verbreitet werden. Es handelt sich um Briefe, die mit dem Be- „Verzeihen Sie, heißen Sie wirklich Toggen- burg?" fragte Bareiro mit einem höflichen Lächeln. „Ich habe vorhin Ihren Namen nicht verstanden." „Hoffftede." Gerd macht die Andeutung einer knappen Verbeugung. „Poggenburg heißt er nur bei uns, ich habe ihm ben schönen Namen gegeben", erklärt Borckmann. „Er hat ihn sich reblich oerbient!" „Hoffstede, Hoffstede" murmelte Bareiro mit schmalen Augen. „Ihr Gesicht ist mir so bekannt, aber Sie waren niemals brühen, nicht wahr? Warten Sie ..." Er zieht die Lust durch bie Zähne, baß es klingt, wie ein leiser Pfiff. „Haben Sie vielleicht eine Schwester, eine Schwester, bie Irmela heißt?" „Stimmt!" nickt Gerd. „Daher also. Natürlich unb Sie selstn ihr sehr ähnlich, soweit ich mich erinnere." „Hören Sie, Cabaljero!" mischt sich Borckmann ein. „Wenn Irmela Hoffstebe etwa eine Jugenb- liebe von Ihnen war, bann begraben Sie ihre Hoffnungen! Sie hat nicht auf Sie gewartet!" „Ich habe auch nicht barauf gerechnet, mein Bester!" Bareiro schüttelt mit leisem Lachen ben Kopf. „Sie war ein auffaUend hübsches Mädchen, unb wir haben zusammen getanzt unb gerudert, ich freue mich, zu hören, baß sie glücklich verheiratet ist." „Glücklich? Das ist überhaupt kein Ausdruck! Sie hat das große Los gezogen! Ist Ihnen ber Name Sierinck ein Begriff?" „D ja/' „Sehen Sie, bas dachte ich mir. Der Ruhm der Firma ist auch bis übern großen Peich gedrungen! Der jetzige Chef ist Albrecht Sierinck, und seine Frau ist bie schöne Irmela, Mutter von ein paar süßen Bälgen nebenbei — wieviel sind es, Gerd?" „Zwei, Junge und Mädchen." „Und unser kleiner Poggenburg ist ber jüngste Angestellte ber Firma." „Nicht ganz der Jüngste." „Na immerhin einer der Jüngsten, aber einer ber Tüchtigsten, ober etwa nicht? Wir rechnen damit. werten weitergegeben werden, ber Empfänger solle sie in mehrfacher Abschrift an seine Bekannten schicken. Der Inhalt dieser Briefe -ist durchweg ausgesprochener Unfug. Es wird bringend davor gewarnt, Kettenbriefe anzunehmen oder sie weiterzuverbreiten. Für Tapferkeit vor üem Feinde. Der Gefreite Archur Balser aus Gießen, Walltorstraße 65, wurde, nachdem er sich hn Westfeldzug bereits das Eiserne Kreuz II. Klasse erworben hatte, für Tapferkeit vor bem Feinde bei ben Kämpfen im Osten mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. NS.-Frauenschule für Volkspflege. NSG. Einem dringenden Bedürfnis nachkommend, hat die Gauamtsleitung ber NS.-Volkswohl- fahrt die Vorbereitungen zur Schaffung -einer Schulungsstätte für Volkspflegerinnen abgeschlossen. Die neue NS.-Frauenschule für Volkspflege hat ihren Sitz in Darmstadt, Steubenplatz 17, und verfüg über ein gut eingerichtetes Schulheim in Buchschlag. Der erste, zwei Jahre dauernde Ausbiloungslehrgang für Volkspflegerinnen beginnt am 1. September 1942. Anmeldungen hierzu werden bei ber Gauamtsleitung sowie bei allen Kreisamtsleitungen ber NSV. entgegengenommen. Junge Mädchen mit abgeschlossenem 19. Lebensjahr, die Eianung und Interesse am Beruf der Volkspflegerin haben, melden sich möglichst sofort mündlich oder schriftlich bei ber Stelle für Fachkräftenachwuchs und Fachausbildung ber Gauamtsleitung NSV., Darmstadt, Steubenplatz 17. Sperrt die Katzen ein.- Mitte Juni werben die Jungen der bei uns brü- tenben Singvögel flügge und machen in diesen Tagen ihre ersten felbftändigen Flugversuche. Meist gelingen diese ersten Flüge nicht recht, und mancher junge Vogel erreicht sein Nest nicht wieder; er muß irgendwo in einer Hecke mit neuen Versuchen beginnen. Viele ber jungen Vögel werden bei ihren ersten Flugübungen das Opfer ber Katzen, die ihnen mit List und Tücke nachstellen. Sie jagen die halbflüggen Vögel, bis diese ermatten und sich nicht daß er eine gewaltige Karriere macht und Millionär wirb, bann muß er uns alles ersetzen, was er uns jetzt mit feinem unverschämten Dusel aus der Tasche zieht." „Ich verspreche es feierlich!" sagt Gerd. „Hoffentlich haben Sie solange Geduld." 6. „Nun bekommen Sie zur Belohnung eine Zigarette!" sagt Detlev Nehl, während ber Kellner ben Tisch ab räumt. „Danke! Aber wofür soll ich belohnt werben?" „Dafür, baß Sie brav gegessen haben. Sagen Sie nun einmal selbst — sieht bie Welt nicht ganz an- bers aus, wenn man gegessen hat?" „O boch." Das schwache Lächeln läßt eine Reihe ebenmäßiger Zähne ausblinken. „Ich glaube nur nicht, baß es am Essen liegt, eher daran, daß ich einem guten Menschen begegnet bin, gute Menschen sind sehr selten." „Soll ich das sein?" Decken ruckr erstaunt mit dem Kops. „Bin ich ber gute Mensch?" „Ja. Es macht mir zum minbeften ben Einbruck." ,Kann ja sein!" Detlev zuckt kurz bie Schultern. „Ich hab offengeftanben noch nie barüber nachge- bacht. ^ebenfalls habe ich nicht viel Mühe damit, meine bösen Neigungen zu bekämpfen. Wenn es nach mir ginge, könnten alle Menschen glücklich sein — auch bie, bie mich manchmal ärgern." „Auch bie, bie Sie unglücklich machen? Auch bie, bie Ihr Leben zerstören?" In ben bunklen Augen ist eine brennenbe Glut, in der Stimme flackert eine verhaltene Heftigkeit. Detlev denkt ein paar Sekunden nach. „Man läßt fein Leben nicht zerstören", sagt er bedachtsam, enn man ben Dinegn auf ben Grunb geht, bann ist in einem unglücklichen Leben immer mindestens so viel eigene Schulb babei wie frembe Schuld. Schwäche, Eigensinn. Dummheit. Man verbeißt sich in irgendeine Vorstellung. Man will, daß alles so geht, wie man es sich ausmalt. Und wenn andere mehr erheben können. Dann fallen sie den Katzen unrettbar zum Opfer. Es muß daher von jedem Katzenhalter verlangt werben, daß er bie wenigen Tage über, an denen bie jungen Singvögel fliegen lernen, bie Katzen, besonders nachts, einfperrt. Viele taufend junge Singvögel würden dann am Leben bleiben, denn die alten Vögel finden ihre verirrten Sprößlinge mit Sicherhit wieder und tragen ihnen die erforderliche Nahrung zu. Gemüse und Fleisch frisch hatten. Die Frischhaltung leicht verderblicher Nahrungs- mite! in ber warmen Jahreszeit ist immer mit einigen Schwierigketten oerbunben, boch kann man mit Ueberlegung den Verderb im allgemeinen verhüten. Gemüse, wie Spinat, Salat, Radieschen, Kohlraben und dergleichen, welkt leicht. Man schlägt daher solche Gemüse in dicke Lagen nassen Zeitungspapiers ein unb ordnet sie, wenn möglich, in einen Steintopf so ein, baß bie unempfinblichen Gemüse ZU Unterst, die bruckempfindlichsten bagegen obenauf zu liegen kommen. Fleisch brät man sehr scharf von allen Seiten an. Abgekühlt gibt man es in einen engen Topf unb bedeckt es luftdicht mit Pergamentpapier. Zur Sicherung kann man noch ein mit Essigwasser befeuchtetes Tuch herumschlagen (Essig mögen bie Fliegen nicht und daher meiden sie solche Verpackung). Aufgeschnittene Wurst soll möglichst am Einkaufstag oder wenigstens am nächsten Tage aufgebraucht werden. Auch bas Aufbewahren zwischen zwei Tellern und selbst ein nasser Umschlag verhindern nicht immer, daß die Wurst unansehnlich wirb, lieber Wurstanschnitte binbet man luftdicht ein Pergamentpapier. Hartkäse bewahrt man am sichersten in einem mit Salzwasser getränkten Tuchumschlag auf. Die Käseglocke ist deshalb nicht so sehr zu empfehlen, weil die Fliegen sehr gern an deren Rand ihre Eier legen. Beim Abbecken kommen diese Eier bann auch an den Käse selbst. Butter wirb am zweckmäßigsten in ber Tonbutterbose aufbewahrt, deren Wasser regelmäßig erneuert wirb. Fehlt eine solche Butterbose, so legt man diese Butter in frisches Salzwasser, das öfter zu erneuern ist. Eier rollt man in Zettungspapier unb verwahrt sie in ber gut ausgeputzten Ofenröhre. Dort liegen sie bis zum Verbrauch bunfel, kühl unb luftig. Menschen dieser Vorstellung nicht entgegenkommen, dann machen sie einen unglücklich. Ist es nicht etwas ungerecht, ihnen daraus einen Vorwurf zu machen?" Um das schmale blaffe Gesicht tanzen bie bunklen Locken, so leohast schüttelt sie ben Kopf. „Sie sind ein Mann!" sagt sie nach einer kleinen Weile. „Das ist ganz etwas anderes. Ein Mann bleibt immer er selbst und führt sein eigenes Leben. Er will etwas, unb es scheint ihm schon ein Unglück, wenn er einen Widerstand findet. Aber eine Frau, wie soll ich das sagen?, eine Frau ist wie Wachs, ber Mann formt sie, er gießt seinen Willen in sie hinein, manchmal hat sie gerabe noch so viel Bewußtsein, um zu merken, wie sie verwanbelt ist, so sehr verwanbelt, baß sie sich selbst haßt, bas nenne ich ein zerstörtes Leben, aber das kann einem Mann nicht geschehen." „Ist eine Frau so?" Detlev breht an bem Fuß seines Glases unb siebt ins Leere. „Nicht alle sind so, leider, nicht alle lassen sich nach bem Willen eines Mannes formen, o nein." 7. „Ist Detlev schon fort?" fragt Gerb, während er Katta in ben Mantel hilft. „Dann barf ich Sie nach Hause bringen!" Katta lacht etwas. „Sie bürfen mir sogar ben Arm geben." „Sie sind schlechter Laune." „Ja, vielleicht, ein bißchen —" ,Hoben Sie sich über Detlev geärgert?" „Auch." Ihre Hanb liegt leicht auf feinem Arm, während sie burch bas Hellbunkel ber Straßen gehen. Gerd fühlt sich glücklich und stolz, diese schöne Frau am Arm zu führen, aber das beglückende Gefühl ihrer Nähe geht nicht so weit, baß er einen Haß gegen Detlev Nehl empfinben könnte. Er schätzt ihn, er liebt ihn fast, unb Detlev unb Katta sind in seiner Vorstellung unlösbar verbunden. (Fortsetzung folgt.) E ! Die Wanderung am Sonntag. nigsberg. Gegenüber der Oberförsterei Strupbach werden die Punkte verlassen; man geht geradeaus durch das hübsche Tal weiter und erreicht alsbald die Königsberger Landstraße, die an den Mühlen vorbei nach Bieber führt. Wanderzeit 4Vs Stunden. Gießen—Seemühle—Gleibachtal—Waldhaus— Sauwasen—Schmelz—Friedeihausen. Diese genußreiche Wanderung beginnen wir am Neustädter Tor. Wir gehen zunächst die Krofdorfcr Straße entlang bis zur Seemühle und benutzen von hier die gelbe Punktmarkierung, die uns an den Hängen des Wettenbergs her, nach Hefterschreiten der Krofdorf—Wihmarer Straße, nach dem Gleibachtal bringt. Das anmutige Tal aufwärts gehend, gelangen wir später auf die Landstraße und aus dieser am Forsthaus Waldhaus vorbei zur Kirchverser Straße. Die Zeichen führen bald darauf von der Straße ab durch den Wald und bringen uns zu dem überraschend schönen Ausblick oberhalb Kirchners über das Berstal bis zu den Hinterländer Bergen. Wir steigen nun abwärts, überschreiten den Sauwasen, einen tief eingeschnittenen Talgrund, in dem sich das Kirchverser Schwimmbad befindet, um auf der anderen Seite, einen Höhenrücken überschreitend, nach der idyllisch im Salzbödetal gelegenen Schmelz (Sommerwirt- schaft) zu gelangen, wo die Zeichen endigen. Das liebliche Tal abwärts gehend, erreichen wir, nachdem noch die Dörfer Salzböden und Lenhausen passiert sind, die Station Friedelhausen, von wo wir heimfahren. Dauer der Wanderung etwa fünf Stunden. Bieber—Dünsberg—Todmal—Helfholz—Pieber. Dom Bahnhof Bieber folgt man schwarzen Punkten, die an einem eingefallenen Bergwerk vorbei zum bewaldeten Dünsberg geleiten. In bequemem Aufstieg erreicht man die Höhe, erfreut sich an der prächtigen Rundschau von der Plattform des Turmes und folgt dann weißen Strichen, die durch ein idyllisches Seitentälchen in das Dünsbachtal führen. Man überschreitet das anmutige Tal und gelangt auf der anderen Seite in den Dalddistrikt Todmal. Waldbrände vernichten wichtigste Rohstoffe, deswegen rauche nicht im Walde! In langsamem Anstieg auf wenig begangenen Wegen erreicht man nach einiger Zeit eine reizend gelegene Jagdhütte an einer Waldwiese. Unvergleichlich schön ist von hier der Blick auf den Düns- berg, der sich von dieser Seite in seiner ganzen Größe und Schönheit mit dem sich anschließenden Jsselscheid dem entzückten Auge darbietet. Das Zeichen führt nun weiter, immer durch Wald, an einem groß angelegten Fuchsbau vorüber, zur Höhe des Helfholz, um dessen Gipfel sich ein Grasweg zieht, der wiederum überraschende Fernblicke bietet. Nach kurzer Zeit trifft man wieder die schwarze Punktmarkierung, die nach Hohensolms geht. Um nach Bieber zu gelangen, folgt man den schwarzen Punkten nach links und genießt unterwegs nochmals prächtige Blicke auf den Dünsberg und Kö- Unsere DersorgungSlage. Auf dem Getreidemarkt sind immer noch ansehnliche Mengen vor allem von Brontgetreiüe angeliefert worden. Die Versorgungslage in Mehl ist unverändert. Durch die Einstellung auf das Ab- lagern des Brotes ist jetzt größere Zufriedenheit über die Brotbeschaffenheit in den Verbraucherkreisen festzustellen. Die Kartoffelversorgung war ausgeglichen und ermöglichte die Ausgabe der vorgesehenen Mengen. Durch neue Anordnung wurde ein weiterer Vorgriff bis in den Juli hinein gestattet. Die Zugänge von außerhalb waren befriedigend. An Obst nehmen die Anfuhren von Erdbeeren und Kirschen ganz allmählich zu. Die Kirschen waren teilweise italienischer Herkunft. Der Gemüsemarkt hat zur Zeit fast nur Salat aufzuweisen, und auch diesen in beschränkter Menge. Es macht sich zur Zeit der Ausfall des sonst zu diesem Zeitpunkt vorhandene Frühkohls bemerkbar. Bei Spargel mußte die Notwendigkeit unserer Konservierung befriedigt werden. Es wird damit gerechnet, daß etwa in acht Tagen mehr Sommergemüse bereitsteht, insbesondere Erbsen. In allen Diehgattungen war die Bedarfsdeckung für Wehrmacht und Zivilbevölkerung sichergestellt. Es erfolgten Umleitungen von Rindern, Schweinen und Kälbern. Außerdem wurden der Vorratswirtschaft Kälber, der Verarbeitung Kälber und Schweine zugewiesen. Die weiteren Voranmeldungen lassen einen Rückgang des Rinderdruckes beobachten. Bedeutend starker ist aber der Andrang von Kälbern. Bei Schweinen ist der Markt nahezu ausgeglichen. Die Qualitäten waren bei allen Tiergattungen mittel bis gut. Die Bedarfsdeckung mit Milch und Milcherzeugnissen war sichergestellt. Die teilweise noch vorhandene Margarine gelangte' restlos zur Verteilung. Die auf den 36. Dersorgungsabschnitt nachträglich aufgerufenen zwei sowie die auf den Abschnitt 37 aufgerusenen drei Eier gelangen augenblicklich zur Ausgabe. ** Kein unreifes Obft «ernten! Mehr denn je gilt angesichts der herannahenden Obstreife (Kirschen, Beeren) die Mahnung: Verhütet Verlust von wertvollem Dolksnahrungsgut! Erntet keine unreifen Früchte! Vorzeitiges Ernten von Obst beeinträchtigt nicht nur den Ertrag nach Menge und Güte, sondern führt u. U. auch zu Gesundheitsstörungen. Aus der engeren Heimat. Oer Laubacher „Ausschuß". □ Laubach, 12. Juni. Was den Grünbergern ihr Gallusmarkt bedeutet, das ist für die Lau- bach er der „Ausschuß", ein echtes Volksfest, das seit vierhundert Jahren alljährlich Mitte Juni gefeiert wird. Es ist das Fest der Wehrhaftigkeit seit jenen Zeiten, als Laubach noch selbständige Reichsgrafschaft war und die Bürger zum Schutz der Heimat ihre Pflicht taten. Im Rahmen der alljährlich abgehaltenen militärischen Heftungen, in deren Mittelpunkt ein Preisschießen — daher der Name „Ausschuß" — stand, wurde dies Fest gefeiert, das den wehrhaften Bürgern Gelegenheit gab, ihre Fertigkeiten im Schießen zu zeigen, wobei dem besten Schützen ein vom Grafen Solms gestifteter Hammel zusiel. Heute stehen die Nachfahren jener Laubacher Schützen an allen Fronten in tapferem Einsatz zum Schutz der großen Heimat, und wenn auch jetzt nicht die Stunde ist, laute Feste xu feiern, so hat man doch zur Erhaltung der Tradition den Ausschußtagen auch in diesem Jahr in bescheidenem Rahmen ein festliches Gepräge zu geben versucht, wobei wenigstens die Jugend zu ihrem Recht kommen sollte. Auf der Hälle herrscht ein munteres Treiben, und die Verkaufsbuden waren ebenso stark von der Jugend beschlagnahmt wie die Pferde auf dem Karussel, während sich die älteren Semester aufs Zuschauen beschränkten und dann nach alter Sitte in den Gaststätten ihren „Halben" tranken, wobei in der Erinnerung an vergangene Zeiten manch lustiges Erlebnis wieder lebendig wurde. Am letzten Ausschußtag fand ein Krämermarkt und ein Ferkelmarkt statt, wozu sich zahlreiche Käufer eingefunden hatten. Landkreis Gießen. □ Laubach, 12. Juni. In diesen Tagen fanden in L a u b a ch und in Freienseen Abschlußprüfungen der Grundkurse des Roten Kreuzes für ,Erste Hilfe" statt. Als Beauftragte des Roten Kreuzes nahm DRK.-Feldführer, Med.-Rat Dr. Trautmann (Gießen), die Prüfungen ab, die sich auf die Erörterung anatomischer Kenntnisse, Hilfsmaßnahmen bei Unglücksfällen, praktische Hebungen im Verbandanlegen und künstliche Atmung erstreckten. Sämtliche Prüflinge, die von der DRK.-Haupthelferin Erbe (Laubach) unter Mithilfe von DRK.-Gruppenführerin Kr aut- wurst (Laubach) sorgfältig geschult waren, bestanden die Prüfung. Die Pertreterin der Kreisdienststelle Gießen, DRK.-Wachtführerin Pauly, übergab mit einer kurzen Ansprache die neuen Helferinnen der Wach- und Bereitschaftsführerin Gräfin Solms-Laubach, die dem Wunsch auf eine segensreiche Zusammenarbeit Ausdruck gab. Es wurden in Laubach und Gonterskirchen Gretel Flick, Emma Graf, M. Jungkunst, Martha Lamm, Rosel Lamm, Maria Kröll, Hedwig Kopp, Aug. Günther, Lydia Rohn, Gertrud Römheld, Tilli Palitsch, Johanna Stickel und Erna Wagner, und in Freienseen Ottilie Böck, Emma Jung, Minna Möll, Emmy Steih und Anni Wagner als Rote-Äreuz-Helfe- rinnen ausgenommen. M. D. Kreis Wetzlar. A Dutenhofen, 11.Juni. Die Gaufilmstelle. der NSDAP, brachte im Saale der Gastwirtschaft „Zum Jagdschlößchen" den Film „Stukas" zur Vorführung. Die Besucher der sehr interessanten Veranstaltung nahmen den Film mit lebhaftem Beifall auf. — i>ie hiesige Kriegerkameradschaft hielt im Saale der Gastwirtschaft „Zum Adler" ihren Jahresschlußappell ab. Kameradschaftsführer Weber gedachte nach Grußworten an die Kameraden zunächst der für Deutschlands Freiheit und Größe im ersten Weltkriege und im jetzigen Kampfe Gefallenen, ferner der Toten der Bewegung und der verstorbenen Mitglieder der Kameradschaft. Dann erstattete er den Jahresbericht, aus dem eine befriedigende Entwicklung der Kameradschaft und ihre rege Mitarbeit bei den Aufgaben der alten Soldaten in der Heimat zu ersehen waren. Kassenwart Kgrl Loh berichtete über den Stand der Kameradschaftskasse, der ein befriedigendes Ergebnis zeigte. Dem Kassenwart wurde Entlastung erteilt. Im 'Bundeswettkampfschießen des Kreisverbandes Wetzlar der NS-Kriegerkamerad- .schaften erhielt die Kameradschaft Dutenhofen für gute Schießleistungen den dritten Wander- Ehrenpreis. Mehrere Kameraden wurden für gute Schießleistungen mit den Ehrennadeln in Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet. Die Kameraden Friedrich Muhl und Kar! Müller wurden für 50jährige treue Mitgliedschaft vom NS-Reichskriegerbund mit den entsprechenden Diplomen geehrt, ihnen sprach der Kameradschaft- führer Dank und Anerkennung der Kameradschait aus. Für die Beteiligung am Reichskriegertag 1939 erhielt die Kameradschaft einen Fahnennagel zum Schmuck ihrer Fahne überwiesen. Nach Besprechung einiger kleinerer Angelegenheiten wurde der Appell mit dem Gruß an den Führer und unsere siegreiche Wehrmacht geschlossen. Diebstahl während des Lustalarms. LPD. Darmstadt, 10. Juni. Der im Betriebsluftschutz und in der Hilfsfeuerwehr feiner Arbeitsstelle in verantwortlicher Funktion eingesetzte 37 jährige August Mattern aus Rüsselsheim erlag während eines nächtlichen Streif- ganges im Betrieb der Versuchung und entwendete aus der Kassette einer Erfrischungsverkaufsstelle einen Geldbetrag. Der Zugang zum abgeschlossenen Tatort war ihm möglich, nachdem er zur Beseitigung einer nicht verdunkelten Lichtquelle zwei Schalterscheiben eingeschlagen hatte. Der Täter verriet sich auf diese Weise selbst, so daß die geringe Ausbeute seines Diebstahls sofort sichergestellt werden konnte. Er ist trotzdem zum Volksschädling geworden, weil sein Verhalten als verwerfliche Ausnutzung seiner Vertrauensstellung wahrend eines nächtlichen Luftalarms ein Kriegsverbrechen nach 8 2 der Verordnung gegen Volksfchädlinge darstellt. Das Sondergericht in Darmstadt verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr und drei Monaten Zuchthaus. Ein falscher Urlauber. LPD. Darmstadt, 10. Juni. Der 19jährige Heinrich Frenz aus Mainz, der bereits durch wiederholten Arbeitsvertragsbruch vorbelastet war, gab sich im Februar d.J. einer Frau gegenüber fälschlicherweise als beurlaubter Kamerad ihres zum Wehrdienst einberufenen Enkels aus, erbot sich unter Vortäuschung einer freundschaftlichen Hilfsbereitschaft zur Mitnahme eines Paketes an diesen und mißbrauchte das ihm gutgläubig geschenkte Vertrauen in verwerflichster Weise dadurch, daß er sich das Paket, seiner vorgefaßten Absicht entsprechend, aneignete und den Inhalt — Wurst, Aepfel, Zigaretten, Bargeld und einen Rasierapparat — für sich verbrauchte. Das Sondergericht in Darmstadt sühnte dieses Volksschädlingsverbrechen mit einer zweijährigen Zuchthausstrafe. verbrecherische Geschäfte mit gebrauchten Krastwagenbereisungen. LPD. Darmstadt, 11.Juni. Zahlreiche unzu- lässige und unter Umgehung der Bewirtschaftungsvorschriften durchgeführte Geschäfte mit gebrauchten Kraftwagenbereifungen brachten den 42jcihvigen Karl Aloys Höß aus Mainz auf die Anklagebank des Sondergerichts in Darmstadt. Höß hat bei Begehung feiner Straftaten mit dem bereits im Februar d. I. zu einer angemessenen Zuchthausstrafe verurteilten Autoschllisser Heinrich Konrad Riga zusammengearbeitet und ist wie dieser des fortgesetzten Verbrechens gegen § 1 der Kriegswirtschaftsverordnung sowie der Zuwiderhandlung gegen diö Preisvorschriften überfuhrt. Gegen Höß wurde nun- mehr eine Gesamtgefängnisstrafe von zwei Jahren und Geldstrafen von insgesamt 1300 RM. ausgesprochen. Von einer Zuchthaus- ftrafe sah das Gericht nur deshalb ab, weil dek Angeklagte sich zwischenzeitlich im mehrmonatigem Osteinsatz während des Winterfeldzuges bewährt hat. Zwischenrunde zur deutschen Handballmeisterschast. Am Endkampf um die deutsche Handballmeister- schäft der Männer sind nach zwei Ausscheidungs- runden noch acht Mannschaften beteiligt, die nun am kommenden Sonntag in vier Begegnungen der Zwischenrunde aufeinandertref'fen. Der Spielplan lautet: SV. Mannheim-Waldhof — ff Stuttgart Ordn.-Pol. Magdeburg — Ordn.-Pol. Hamburg MSV. Hindenburg Minden — Ordn.-Pol. Berlin LSV. Reinecke Brieg — Ostbahn-SG. Krakau. Fußball. Heuchelheim 1. Jgd. — Gr.-Buseck 1. 3gb. 4:0 (2:0). Am Sonntag trugen diese Mannschaften in Heuchelheim ein Freundschaftsspiel aus, das die Gastgeber verdient für sich entscheiden konnten. Heuchelheim ging in der Mitte der ersten Halbzeit durch seinen Linksaußen in Führung, und der Mittelstürmer konnte bald darauf auf 2:0 erhöhen. War das Spiel in der erften Halbzeit noch ausgeglichen, so war Heuchelheim in der zweiten Halbzeit hoch überlegen. Daß nur noch zwei Tore fielen, hatten die Großen-Busecker ihrer starken Hintermannschaft zu verdanken. verdvnkelungszeil: 12. Juni von 22.44 bis 4.29 Hhr. Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de» Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; lüt Stadt Gießen, Provinz, Wirtjchaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck unv Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. ■MRSBKKKHOBMHnnnni Am Mittwoch verschied nach schwerem Leiden unser lieber Sohn, Bruder, Neffe und Vetter Willi Dippel im 27. Lebensjahre. In stiller Trauer: Fischverteilung! Am Samstag, 13. Juni 1942, werden beliefert: Von Ja. Nordsee ... .die Nr. 10651-11450 Von ,ya.Fischh.Cnxhaven Nr.2731-3120 Von FF. a. Koch Nacht, die Nr. 4531-4820 62815 Wilhelm Dippel und Frau Katharina Elisabeth Dippel, Kurt Dippel, z. Z. Kriegsmarine Familie Heinrich Dippel nebst allen Angehörigen. Gießen, Münchhausen, Köhlermühle b Frankenberg, Röddenau, Meisehof, Frankenberg, Düsseldorf, den 12. Juni 1942. Die Beerdigung findet Samstag, den 13 Juni, vorm. 11 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 02811 Mietgesuche Jg., berufstätige Frau sucht 1-2 leere Zimmer auch Teilwohn., sofort ob. später. Schr. Ang. unt. 02807 a.d.G.A. -____moff ............. --»-- ALTKLEIDER-und SPINNSTOFFSAMMLUNG 1942 1.-15. JUNI InSchränken,Truh’n.Kommoden,Kisten liegt viel, worin die Motten nisten, Den Rohstoff spendet massenhaft I Ihr helft der deutschen Kriegswirtschaft! Aos Altem Neues wird gewonnen, nur für die Front wird es gesponnen 1 Es soll dies Wirken allgemein für Väter, Söhne, Gatten sein 1 G OER REICHSBEAUFTRAGTE DER NSDAP. FOR ALTMATERIALERFASSUNC tz 3-Zimmer- Wohnung in Gießen o. Umgeb. sofort ges. Willi. Zimmer G.m.b'H. Gieüen/L. Tel. 2072. l^oD |stellengesuche| Junger Mann sucht vorerst leichtere Bewältigung ain liebsten in Lazarett oder Krankenbaus. Schristl. 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