Dienstag, U-Auguft W Eichener Anzeiger Hi S> der mit Be< Als der Minister geendet hatte, dankte ihm die plen 23790 f ta« j> iS B Am Montag sprach der Minister auf einer Massenkundgebung in seiner Vaterstadt Rheydt, wo ir er er ei en m [an an- am em ’d er elbfl kntzö löst. Sicht )w!' Bv r der I md I (to M E. 0. SÄ Neue Träger des Eichenlaubes DRV. Aus dem Führerhanptquartier, 10.Aug. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen reu- ; es : dem Hauptmann Hackel, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, als 109. Soldaten der deutschen Wehrmacht; dem Generalmajor Herr, Kommandeur einer Panzerdivision, als 110. Soldaten der deutschen Wehrmacht, und dem General der Panzertruppen Kempff, Kommandierenden General eines Panzerkorps, als 111, Soldaten der deut«, jchen WchrmaLt. .Sagen Sowjets nach hartnäckigen Angriffen der Einbruch an einer „Nahtstelle", an der Abschnittsgrenze zwischen zwei deutschen Divisionen, hier waren schwere feindliche Panzer eingesetzt. Der von den Sowjets erzielte Geländegewinn war an sich unbedeutend, wenige Kllometer tief, auf einer normal gebräuchlichen Karte der UdSSR, überhaupt nicht wahrnehmbar-. Immerhin war der Vorstoß eine auf das Herz unseres Abschnittes gerichtete Pistole. Sie durfte nicht zum Schuß kommen. Was taten die Bolschewisten weiter, was taten wir? Die Bolschewisten setzten in der Einbruchsstelle Massen ein, um J>en entscheidenden Durchbruch zu erzwingen. Massen an Menschen, Panzern, Fliegern. Sie ließen Bomben und Granaten regnen, ihre Geschütze schickten unablässig Feuer und Tod in unsere Linien. Wir Jungen ahnten, die Alten bestätigten es überzeugt: Die Materialschlacht der Somme, der Kampf um stahlzerpflügte, blutgetränkte Quadratmeter wurde in Vorstellungen oder Erinnerungen zu neuerlebter Wirklichkeit. Der Rutsche Divisionsgeneral warf dos Beste, was ihm zur Verfügung stand, in die Schlacht: ei ne Aufklärungsabteilung, eine zahlenmäßig zwar nur kleine, aber in vielen heißen Kämpfen bewährte Truppe, eine Truppe der tapferen Herzen, die von Tod und Teufel nicht ins Wanken zu bringen ist. „Sie halten", sagte der General zu dem Abteilungs-Kommandeur, möU immer". DNB. Rschew, Anfang August. (PK.) In der Moraendärnrnerung setzten die Bolschewisten eine größere Zal)l von Schlachtfliegern an, die in rollen- dekl Einsätzen die deutschen Stellungen nördlich Rschew, unsere Nachschubstraße sowie die Stadt Rschew selbst mit Bomben belegten. Truppen und Nachschubfahrzeuge wurden von ihnen im Tiefflug mit Bordkanonen und Maschinengewehren angegriffen. Etwa eine halbe Stunde später löste heftiges Artilleriefeuer die Fliegerangriffe ab. Wie man bald feststellen konnte, hatten die Bolschewisten an diesem Frontabschnitt sehr starke artilleristische Kräfte zusammengezogen, die mit einem Trommelfeuer aller Küliber der sowjet-russffchen Infanterie den Weg nach Rschew freikämpfen sollten. Viele Stunden lang schossen die Rauch- und Dreckfontänen in dichten Lagen aus dem Boden. Dem dumpfen und Hellen Krachen der Abschüsse und Einschläge untermischte sich der pfeifende Heulton der durch die Lust fliegenden Granaten.'Dann antworteten unsere Geschütze. Der Kampf der Arttllerie war entbrannt; er sollte in den nächsten Tagen höchstens für einige Nacht- Oer Wehrmachibericht. DNB. Aus dem Führerhauptqnartier, 10. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Wie durch Sondermeldung am 9. August bekanntgegeben, durchbrachen deutsche Infanteriedivisionen, hervorragend unterstützt durch Verbände der Luftwaffe, nach außergewöhnlichen Marschleistungen und in harten Kämpfen bei tropischer Hitze stark ausgebaute Stellungen nördlich des Kuban und nahmen die für die feindliche Rüstungsindustrie wichtige Hauptstadt des Lubangebietes Krasnodar. Die Stadt Maikop, das Zentrum des bedeutenden Oelgebietes am Rordrand des Kaukasus, wurde von Schnellen Verbänden im Sturm genommen. In raschem Vorstoß nach Süd ost en nahmen Schnelle Truppen die Stadt Pjatigorsk. Südwestlich Stalingrad wehrte sich der Feind verzweifelt. Seine Gegenangriffe scheiterten in harten Kämpfen. 3m großen Donbogen wurde eine starke feindliche Armee westlich Kalatsch eingeschlossen. Wiederholte Ausbruchsversuche blieben erfolglos. Den eingekesselten und auf engem Raum zusammengedrängten feindlichen Kräften fügten Rahkampsfliegerverbände schwere Verluste zu. Außerdem wurden Truppeu- und Materialcinschifsungen an der nordkaukasischen Küste durch die Luftwaffe wirkungsvoll bombardiert. hierbei versenkten Kampfflugzeuge im Hafen von Tuapse ein Handelsschiff von 4000 VRT. durch Bombentreffer und beschädigten ein weiteres schwer. Weitere Angriffe richteten sich gegen Lisenbahnanlagen südlich Stalingrad. Ein sowjetischer Panzerzug wurde vernichtet. Südostwärts Rschew setzte der Feind seine Angriffe fort. Sie wurden in erbitterten Kämpfen Die neuen großen Erfolge im Süden der Ostfront pjatigorfk genommen. - Starke feindliche Armee westlich Kalatsch eingeschloffen. Zuhörerschaft mit stürmischem Beifall für seine Aus- er von seinen Mitbürgern in besonders herzlicher führungen. Weise begrüßt wurde. In seiner Rede gab Dr. Goeb- Am darauf folgend en Tage besichtigte Reichsmini- bels einen umfassenden Ueb erb lick über die militä- ster Dr. Goebbels die Städte Neuß und D ü s s e l-1 rische und politische Lage. l fü tm iter» darf. Wieder hatte der Minister Gelegenheit, mit den bombengeschädigten Volksgenossen engste Fühlung aufzunehmen. Ebenso wie in Köln legte auch in Neuß und Düsseldorf die Bevölkerung eine bewunderungswürdige tapfere und siegesbewußte Haltung an den Tag. Bei allen war der Wunsch, ihre Arbeit sofort weiterzuführen, besonders ausgeprägt. Im Anschluß an eine Pressekonferenz sprach Dr. Goebbels auf einem Massenappell im Kaiser- und Rittersaal der Tonhalle zu Düsseldorf. Viele Tausende von Volksgenossen aus allen Bevölkerungsschichten füllten die Veranstaltungsräume und angeschlossenen Parallelveranstaltungen. Der Minister, dankte den Düsseldorfern in bewegten Worten für die heroische Haltung^ die sie während der englischen Terrorangriffe immer wieder an den Tag gelegt hatten, und übermittelte ihnen dafür den Dank des Führers und des ganzen deuffchen Volkes. Die Ausführungen des Ministers wurden immer wieder durch den lebhaften Beifall der Zuhörer unterbrochen. Gauleiter F l o r i h n schloß die Kundgebung mit abgewehrt und hierbei 3 4 feindliche Panzer vernichtet. An der ä g y p ti s ch e n Front herrscht zur Zeit nur geringe örtliche Kampftätigkeit. Rach einigen militärisch wirkungslosen Tages- Störflügen über norddeutschem Küstengebiet griff die britische Lustwaffe in der vergangenen Rächt wiederum westdeutsches Gebiet an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. 3n einigen Orten, hauptsächlich in Wohnvierteln der Stadt Osnabrück, entstanden Sach- und Gebäudeschäden. Fünf der angreifenden Bomber wurden zum Absturz gebracht. Die Luftwaffe belegte am gestrigen Tage Truppenunterkünfte und wehrwirtschaftliche Anlagen an der englischen S ü d k ü st e mit Bomben schweren Kalibers. In der Rächt zum 10. August wurden Rüstungsanlagen in den M i d l a n d s sowie Werft- und Dockanlagen an den Küsten Englands bombardiert. 3n den frühen Morgenstunden des 9. August kam es im Kanal erneut zwischen deutschen Minensuchbooten und britischen Schnellbooten zu einem Gefecht. Auf einem Schnellboot wurde ein Volltreffer erzielt, ein. weiteres blieb unter starker Rauchentwicklung brennend liegen. Pjatigorsk. Pjatigorsk ist eine Stadt von 65 000 Einwohnern, die in der Gegend der berühmten kaukasischen Mineral- und Heilquellen liegt. Das Stadtbild ist daher auch reich an Sanatorien und Hotels. Pjatigorsk liegt inmitten eines reichen landwirtschaftlichen Gebietes, das besonders wegen seines Gartenbaues und feiner Milchwirtschaft bekannt wurde. Dementsprechend ist die Nahrungsmittel- und Genußmittelindustrie hier stark entwickelt. Don der metallverarbeitenden Industrie ist eine Fabrik zur Herstellung von Munition und Ueberholung von Kraftfahrzeugen erwähnenswert. Vertreten sind hier weiterhin Werke der chemischen Industrie, Leder- und Textilindustrie und Möbelfabriken. övy iinit > X gen ick« un« W bet acht 3m enj Ms ' Sin Wall tapferer Herzen Von Kriegsberichter Hans-Joachim Szelinski. „Nie werden sie uns unterkriegen." Reichsminister Or. Goebbels bei den Bombengeschädigten im Rheinland Postscheck 11686 Firanks./M. vrühlfcheUniverfttStrdnrckerei B. £mebt Nun liegt die Abteilung, verstärkt durch Panzerjäger und Sturmgeschütze, schon 72 Stunden im Abwehrkampf. Die Männer haben kaum eine Stunde Schlaf in die Augen bekommen. In strömendem Regen, die Kleider völlig durchnäßt, hocken sie in ihren Erdlöchern, kleben am Bod^i hinter ihren Gewehren und MGs., und was auch immer gegen sie stürmt, einzeln sprungweise oder in dicken braunen Scharen, es wird zurückgejagt von peitschenden Salven. Vor den deutschen Linien heben sich von dem flachen Boden des sumpfigen Wiesen- und Kusselgeländes viele dunkle Punkte ab. In der heiß umfämpften Schlüsselstellung ist kein Haus mehr ganz, aber längst waren auch schon die Häuser geräumt, unsere Infanteristen haben sich auf freiem Felde eingegraben. Dem irrsinnigen Materialaufwand der Bolschewisten soll möglichst wenig kostbares Blut zum Opfer fallen. Dreimal ließen unsere Infanteristen die schweren bolschewistischen Panzer über sich hinwegrollen, tief preßten sie sich in ihre Schützenlöcher und bissen die Zähne hart auseinander, aber kaum waren die Panzer vorüber, da hatten die Männer auch bereits wieder den Finger am Abzug ihres Gewehres oder MGs. Eine unüberwindbare Feuerwand schoben sie zwischen» die Panzer und die nachfolgenden bolschewistischen Schützen. Die Panzer aber kamen nicht wieder zurück. Für sie hatten etwas weiter hinten Sturmgeschütze und Panzerjäger todbringende Granaten bereit. Am ersten Angriffstage sollte Rschew fallen, sagten die Gefangenen aus. So habe ein Befehl von Stalin selbst gelautet. Am dritten Tage hatte — wiederum nach Gefangenenaussagen — eine bolschewistische Panzerbrigade nur noch den Auftrag, bis zum Abend die Schlüsselstellung vor Rschew zu nehmen. Nun werden die Bolschewisten in Kürze sroh sein, wenn sie ihre Ausgangsstellungen halten könnest! Die Angriffe einer ganzen Division und einer Panzerbrigade scheiterten an der deutschen Aufklärungs-Abteilung. Die Bolschewisten hatten Gardeschützen eingesetzt, — es half nichts. Sie legten viele tausend Granatekk auf den kleinen Raum vor ihrer Angriffsspitze, sie fegten aus der Lust mit Bordkanonen und Maschinengewehren über die Erd- löcher unserer Infanterie, — es half ihnen nichts? Eine Panzerbrigade ließen sie anrennen gegen die deutsche Mauer der tapferen Herzen. Nun bildet der Stolz dieser Brigade, zusammengeschossen und ausgebrannt, einen neuen Panzerfriedhof. Der Totengräber war die gemischte Panzerjäger- und Aufklärungs-Abteilung. Sie allein vernichtete an zwei Kampftagen 20 Sowjetpan^er, vorwiegend vom Typ T 34, aber auch einige weit schwereren Ausmaßes. Am zweiten -und dritten Kampftage brachten Sol- * baten der Aufklärungs-Abteilung die ersten Ge- fangenenzüae nach hinten. Gefangene werden in der Abwehr selten gemacht. Aber diese Aufklärungs- Abteilung kann nicht nur verteidigen, sie muß angreifen. Bereits am ersten Tage setzte sie zum Gegenstoß an, der zwei Tage später zu einer Flankenbereinigung und wesentlichen Festigung der von ihr zu haltenden Schlüsselstellung führte. Die Männer der Aufklärungs-Abteilung aber fragen immer wieder ungeduldig: „Wann setzen wir zum großen Gegenstoß an?" Gegen eine vielfache Uebermacht an Menschen und eine nicht abzusehende an Kamvf- material hat die kleine Abteilung unter schlechten Wetterverhältnifstn den ihr erteilten Befehl cflis- geführt und die Stellung gehalten. Der General sagte es selbst: „Wie immer!" egeisterung aufgenommenen Versicherung: Sie dem Füchrer,daß die ganze Krast unserer Herzen ausschließlich ihm gehört!" Berlin, 10.Aug., (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels besuchte zwischen dem 7. und 10. August die Gaue Köln-Aachen und Düsseldorf. Der Minister benutzte die Gelegenheit dieses Besuches, um sich durch eingehende Besichtigungen und enge Fühlungnahme mit der Bevölkerung einen persönlichen Peb erblick über die Auswirkungen der englischen Terrorangriffe zu verschaffen. Bei den Besprechungen des Ministers mit den Bombengeschädigten kam immer wieder die ha^ te Entschlossenheit und der ungebrochene Siegeswille der westdeutschen Bevölkerung zum Ausdruck. Aus allen Schilderungen ging mit eindeutiger Gewißheit hervor, daß Churchill mit seinen verbrecherischen Angriffen auf Kulturdenkmäler, Wohnviertel und eine arbeitsame Zivilbevölkerung das Gegenteil, von dem erreicht Hal, was er durch seine Rundfunksender ganz offen als sein Ziel bezeichnen ließ: „Es fft höchstwahrscheinlich, daß, wenn es zu einem Zusastimenbruch Deutschlands von innen heraus kommt, die Einwohner der deutschen Städte im Westen zu einem nicht gerin^n Teil dazu beitragen werden", hatte der Londoner Nachrichtendienst frohlockend verkündet. Aber er hat zu früh triumphiert. i „N i e werden sie uns untertriege n", erklärten einmütig die Arbeiter eines Kölner Großbetriebes Reichsminister Dr. Goebbels, als er mit ihnen über die Erlebnisse in der Nacht des Molotow- Angrifses auf Köln sprach. - Der Minister war von der heldenmütigen Haltung und unerschütterlichen Moral aller Schichten der Bevölkerung aufs tiefste beeindruckt. Auf einer Großkundgebung in der Werkhalle eitles großen Jn- ibuft riebe triebe s in der Nähe von Köln, zu der sich runb 15 000 Gefolgschaftsmitglieder mehrerer Kölner Rüstungsbetriebe und eine große Anzahl verwundeter Soldaten versammelt hatten, brachte er. zum ; Ausdruck, daß der Führer und mit ihm das ganze ^deutsche Volk mit stolzer Dankbarkeit der Leistungen der Volksgenossen gedenke, die ihre harte Kriegsarbeit unter Bedingungen durchführen, denen sonst nur der Frontsoldat unterworfen fei. Die Köl- Iner Bevölkerung sei in diesem gigantischen Kampf mit einem rücksichtslosen Feind leuchtendes und an- »spornendes Beispiel für die ganze Heimat. Mit besonderem Nachdruck hob der Minister hervor, daß Iman nicht nur den Männern, sondern gerade auch rben Frauen für ihre tapfere und unerschrockene U Haltung größte Hochachtung zollen müßte. Aber B nicht nur Frauen, sondern sogar Knaben und Mäd- I'chen hätten in Augenblicken größter Gefahr wahre »'Heldentaten vollbracht. Daran könne man am besten I den Wandel erkennen, der seit 1918 im deuffchen »Volk eingetreten sei. Der Minister kam sodann aus Ziele und Melho- I den der deutschen Kriegführung zu sprechen. Dieser «Krieg sei wie noch kein anderer in der deuffchen I Geschichte ein totaler, d. h. ein Krieg um den »völkischen 23 e ft a n b der Nation. Es sei I ein Krieg um ein menschenwürdiges nationales Da- !• fein, das wir als verschämte Arme bisher nicht »'hätten führen können. Unter brausendem Beifall ■führte der Minister wörtlich aus:, „BJit führen diesen Krieg nicht für eine privilegierte Schicht,- sondern für die breite Masse unseres Volkes, die wir ohne Sieg nicht sattmachen können." Auf die Methode der Kriegführung des Führers eingehend, erklärte Dr. Goebbels sodann, daß es im Gegensatz zur englischen nicht die Absicht der beut- idjen Führung sei, Tageserfolge zu erringen. Es handele sich für uns bafum, im Schlieffenschen Sinne „S i e g e von Format" z u e r f ä m p = Jen und damit den Krieg zu gewinnen. Bei dieser Zielsetzung müsse jede Zersplitterung der Kräfte vermieden und durch einheitlichen Einsatz von Menschen und Waffen der Erfolg errungen werden. Die Bevölkerung Kölns müsse verstehen, daß der Schwerpunkt unserer Kriegführung zur Zeit im Osten läge, und wir daher im Westen zu einem gewissen Teil Gewehr bei Fuß stehen mußten. Wörtlich erklärte der Minister: „Ich habe en Mut, vor Arbeitern, Soldaten und Frauen dieser heimgesuchten Stadt Köln zu sagen: das alles muß ertragen werden im Sinne einer höheren Kriegführung, und ich habe das Vertrauen daß meine rheinischen Mitbürger diese Notwendigkeit »erstehen und billigen." (Die Versammlung brach bei diesen Worten in besonders starken Beifall aus.) Der Minister wandte sich dann in überlegen sarkastischer Form der strategischen Lage unserer Gegner zu. Wieder einmal hätte die deutsche Wehrmacht im Osten geschichtlich einmaligen Erfolg errungen. Timoschenko sei aus dem vielge priest nm .Marschall Vorwärts" zu einem „Marschall Ruck- Därts" geworden. Auch die Großsprechereien und Auffzahlen der Amerikaner könnten auf uns keinen Eindruck machen. „Was man in der Rüstung tauen und produzieren kann, das wissen wir, denn vir betteiben diese Ausgabe seit einer ganzen Reihe ’on Jahren. Auch die Schlacht auf den Weltmeeren habe einen überaus günstigen und für unsere Gegner geradezu niederschmetternden Verlauf genommen. General-Anzeiger für Gberhess en Oelfrage, die er nicht mehr kontrollieren kann: „Wenn meine pessimistischen Voraussetzungen eintreffen, werden die Achsenmächte .bie Herren der Welt mit Ausnahme vielleicht des Oels des amerikanischen Festlandes." Das Papier, auf dem alle diese Äußerungen gedruckt wurden, war noch nicht gong trocken geworden, als die furchtbaren Schläge fielen: Ämder- meldung aus dem Führerhauptquartier: Krasnodar — das' alte Jekaterinburg —, die Hauptstätte der sowjetischen Rüstungsproduktion im Kaukasusgebiet, genommen, kurz darauf: Maikop, das Zentrum des bedeutenden Oelgebietes am Kaukasus, erstürmt! Also ist Stalins Befehl: „Keinen Schritt weiter zurück, da jeder weitere Rückzug die Sowjets wichtig- tigster Gebiete beraube und „gleichbedeutend mit Untergang" sei, vergeblich gewesen. Die gepanzerte Faust unserer Stürmer, der Stukas, die alle Ab- wchrvorbereitungen der Sowjets zerschlugen, ist stärker gewesen als die Anordnung Stalins, die bolschewistischen Heeresmassen vor den Maschinengewehren von Einpeitschdivisionen in die Schlacht zu jagen oder diese Massen zu morden. Im schattenlosen tropischen Sonnenbrand, unter ungeheuren Mühen, die eine neue Heldenepopöe bilden, sind unsere Truppen marschiert und marschiert, sie haben im Sturm auf Krasnodar und Maikop in dreizehn Tagen allein 280 Kilometer zurückgelegt, die Ver- teWgungsstellungen der Sowjets über den Haufen gerannt, wissend, daß der zusammengeballten An- griffsgewolt und der Genialität der deutschen Führung niemand zu. wiederstehen vermag. „Dies illa“ für unsere Feinde, die diesen Krieg herbeisehnten und nun verzagen! Und dazu der Schlag bei den Salomon-Inseln! Seit Wochen hatten die Pankees und Briten von einer großen Offensive im Pazifik gefaselt, die die Japaner aus ihrer Umklammerung Australiens, aus Burma und Singapur, aus Hongkong und aus den Philippinen werfen sollte. Als die ersten nichtssagenden amerikanischen Berichte über eine Offen- siobewegung der amerikanisch-englischen Flotte bekannt wurden, wiegte man sich in Siegesträumen, bis — das bittere Ende kam. Unsere Verbündeten in Ostasien haben über diese Seeschlacht Berichte veröffentlicht, aus denen hervorgeht, daß sie geradezu eine Katastrophe für den Rest der amerikanisch- englischen Seegeltung im australischen Seegebiet bedeutet. Japans Kriegsschiffe und Seeslugzeuge haben über 100 000 Tonnen feindlicher Kriegsschiffe versenkt, dazu zehn Truppentransporter. Jlnb noch ist die Seeschlacht nicht zu Ende. Sie wird von den Japanern als die größte seit Pearl Harbour bezeichnet und dürfte den Phantasien Roosevelts und Churchills ein Ende mit Schrecken bereiten. Die USA.- Marineleituna hüllt sich noch in betroffenes Stillschweigen, aber der Sonderbevichterstattor eines Londoner Büros im Hauptquartier des Reklame- aenerals Mac Arthur berichtet bereits, die USA.- Berluste seien sehr hoch, und im übrigen hätten sich die verschiedenen Einheiten der Roosevelt-Flotte ,-in dichte künstliche Nebelwolken gehüllt". Wer um die Technik des Wortemochens der englischen Nachrichtenagenturen weiß, erkennt, was das zu bedeuten hat. Die Japaner sind ober bereits in der Lage, genaue Einzelheiten über ihren Sieg zu berichten, die Freude darüber, daß es ihren Streitkräften gelungen ist, endlich wieder die feindliche Flotte zu stellen und zu vernichten, spricht aus jedem Wort. Fürwahr, Tage, „die die Well zur Asche wandeln", sind hereingebrochen über die Clique, die diesen Krieg entfesselte und die nunmehr von diesem Krieg so geschüttelt wird, daß ihr Hören und Sehen vergeht. E. S. Zusammenhang der Fronten. Bon unserem Py.-Korrespondenten. Rom, August 1942. „Wenn einmal die Geschichte dieses Krieges vom strategischen Gesichtspunkt aus geschrieben wird", so äußerte dieser Tage eine hohe militärische Persönlichkeit in Rom, „so werden diese Abhandlungen, von welcher Seite immer sie auch kommen mögen, an einem Grundfehler der englischen Kriegführung nicht vorübergehen können: an der Verkennung der gegenseitigen Bedingtheit der Fronten." Diese Auffassung vertritt man in Italien nicht zum erstenmal. Als unter dem Ansturm der Japaner der große Zusammenbruch im südlichen Pazifik begann, hat man in Rom mit Recht daraus hin gewiesen, daß diese Erfolge Japans ohne die Kämpfe in Afrika nicht möglich gewesen wären. Don englischer Seite ist diese Auffassung damals in vollem Umfange bestätigt worden. Langsam sickerte etwas durch über die bitteren Auseina7Ü>er- setzungen im britischen Generalstab kn Kairo, und zwischen Australien und dem Mutterland über die von beiden Seiten für falsch erklärte Politik des Einsatzes der Machtmittel. Alle Teile mußten sich schließlich mit Churchills resigniertem Wort zufrieden geben, daß man eben nicht überall stark sein könne. Der Fehler, so sagt man in Rom, lag schon damals anderswo und wiederholt sich auch heute: Man sieht weder in London noch m Washington die Zusammenhänge der Fronten und ihre Abhängigkeit untereinander. Man sieht jede Front als Ding an sich. Hinterher stellt man bann mit Verblüffung fest, daß ein Rückschlag an einer Front, der dort zwar ärgerlich, aber nicht von um- stürzender Bedeutung schien, plötzlich das volle Ausmaß seiner Größe erst durch die Rückwirkungen erhält, die er auf eine andere Front ausübt. Ein Beispiel ist El Alamein. Zunächst hat man in London mit angehaltenem Atem die Lawine der Achsenoffensive nach Osten rollen sehen. Als sie bei El Alamein zum Stehen kam, traute man sich zunächst nur, wieder Luft zu holen. Als dann aber unter Einsatz aller verfügbaren Mittel Auchinlecks die Pause anhielt, begann man wie hypnotisiert auf diese Front zu starren, und bald begannen die ersten Andeutungen:' Auchinleck dürfe den Rückzug nicht auf sich sitzen lassen, er müsse zuschlagen. Die Klagelieder aus Moskau und Tschungking begann man mit heftigen Worten abzuschneiden: auf dem zentralen Kriegsschauplatz in Afrika würden sich bald große Dinge ereignen. Die" Sowjetrussen wollten eine zweite Front? Aber hier sei sie doch! Inzwischen rollte und schwamm nach Aegypten, was man in Bewegung fe^en konnte: Die 9. Armee, große Teile der 10., Material von Südafrika über Suez, Lebensmittel aus Syrien, Palästina und dem hungernden Aegypten. Auchinlecks Offensivversuche in Aegnpten begannen, einer am 9., der andere am 23. Juli. Der Erfolg „entsprach nicht den Erwartungen", wie sich die englische Presse zurückhaltend ausdrückte. Die Front der Achsentruppen stand bei El Alamein unerschütterlich, eine Front von Truppen, die eben erst eine tolle Jagd über Hunderte von Kilometern hinter sich hatten, deren Bestand an Panzern nach den englischen Meldungen längst bis aus das letzte Stück hätte aufgebrauchttsein muffen, die offenbar nur noch von der Luft lebten und ihre Kraftfahrzeuge und Flugzeuge mit Befehlen statt mit Benzin zum Laufen brachten. In dieser Lage wurde man sich in englischen Mili-, tärkreisen des Zusammenhanges zwischen den Kämpfen in Afrika und der deutschen Offensive in Rußland bewußt. Die Engländer spürten plötzlich ein unangenehmes Gefühl der Leere im Rücken! Nach dem Abzug von Truppen aus den Ländern des Vorderen Orients erhob sich die ernste Frage, was man gegen einen EinbrUch von Norden her einzusetzen habe. Gleichzeitig begannen wieder die unangenehmen Mahnungen aus Washington und Moskau, einen Teil der in England stehenden Millionenarmee entweder nach Afrika zu entfenhen oder für die Errichtung einer zweiten Front einzusetzen. In London wurde, hiergegen geltend gemacht, daß die Heimattnsel 'nicht von Streitkräften entblößt werden dürfe, weil die Gefahr einer Jn- vision nicht aufgehört habe. Immer noch sei England selbst die wichtigste Front. Wieder sah man die Teilfront, die noch nicht einmal zur Front geworden war, und vergaß die Zusammenhänge: Ohne den/ Kaukasus fein Oel, kein>Benzin für die Sowjetfront, aber ernste Gefahren für den arabischen Raum: ohne El Alamein kein Alexandria, kein Suezkanal und wieder ernste Gefahren für den arabischen Raum, für alles, was England noch im Mittelmeer zu halten vermocht hatte. Und was bedeutet der Verlust des Suezkanals und der Landbrücke nach Asien und der Sowjetunion für Indien, für Autralien? Was würde das Freiwerden großer deutscher Kräfte von der Ostfront für England selbst bedeuten? Man kann sich vorstellen, daß es für die Verantwortlichen in der Weizenernte. Von Gerhart Pohl. Im verwaschenen Blau des Himmels hängt die Sonne über der endlosen Weite der Niederung. Der mächttge Strom ist zu einem Flüßchen geschrumpft, dessen Spiegel Sandbänke zerfurchen. Altweibersommer läßt schon leine weißen Wimpel flattern. Die Schwalben gleiten durch die staub- satte Luft und durch die schwärmenden Heere der Mücken. Reglos stehn die Windmühlen im Gelände und die beladenen Apfelbäume längs der Straße. Drüben auf/dem großen Acker des schlesischen Dominiums hat schon die Heimfuhr des Weizens begonnen. Noch stehn die Garben aufgemandelt in endlosen sauber gegliederten Reihen wie die Gewehrpyramiden eines rastenden Heeres. Nur eine winzige Lücke ist in das riesige Schachbrett gerissen: der erste Erntewagen hat seinen Weg begonnen. Noch stampfen die mächtigen gewölbten Rappen, deren Felle wie Ebenholz glän»?n, aus der übermütigen Kraft des Morgens mit den Husen. Das junge Mädchen, das ihre Seinen führt, hat eine Blume zwischen den Zähnen, die schneeweiß im gebräunten Gesicht glitzerf. Und schneeweiß sind Kopftuch und Bluse. Der verschlissene Rock ist hochgebunden und wulstet sich über dem Leib. Die nackten braunen Füße stecken in abgerissenen Schuhen. Jetzt spuckt ein vierschrötiger Soldat auf Urlaub, der heben dem Wagen steht, in die Hände und faßt die Reichgabel fester. „Los geht's, Vater Hahn!" ruft er vergnügt. „Sprüche!" brummt aus verfilztem Graubart der Alte auf dem Wagen. In sich versunken hat er über die weiten Felder geschaut. Hinter dem Horizont da liegen neue Felder — hat er gedacht — überall Ernte, und diese hier ist meine vierzigste! Wieviel Wagen mag er beladen haben in diesen vierzig Jahren? Zur Erntezeit hat er stets' nur Wagen beladen, niemals gegabelt, niemals weitergerückt. Ihn umgibt der Mythos des großen Künstlers, der Erntewagen in fehlerlosem Gleichgewicht beladen kann. Jetzt packt der Alte die erste Garbe und legt sie zwischen die Leitern längs der beiden Bretter, die Aehven nach außen. Die nächste fliegt ihm zu: er stößelt sie sauber ein. In diesem Augenblick hebt der Soldat die nächste, und wenn er die letzte einer Mandel aufnimmt, schlenkert das Mädchen die Seinen. Ihr „Hüyo" ist der erste Saut seit langem. Dann tönt das Klinkern der Deichselketten, das Schnaufen der Pferde, das Knarren des Wagens. Die Sprache der Menschen ist verklungen: die Sonne sengt, die Arbeit fordert alle Kraft Allmählich türmt sich das Strohgebirge mit glatten Wänden, die weit über die Settern des Wagens hängen. „Noch zwei!" ruft der Alte von seinem heißen Berg herunter. Dann geht er knickebeinig, rechts und links das Gleichgewicht der La- dung prüfend, zum Ende des Wagens. Der Soldat hat 'irie Gabel auf halber Höhe in die Garben gestoßen. Der Alte tritt darauf wie auf die Sprosse einer Setter. Dann gleitet er auf die Erde herunter. „Mach, mach!" ruft er dem Soldaten zu, der einen Schluck aus feinem blauen Kaffeekännchen nimmt. „Wir müssen's Wetter nutzen!" Der nimmt die Seinen aus den Hände des Mädchens und die Pettsche von der Wagenrunge. Unter' seinem festen Griff straffen sich die Rappen. Sanft fächelt die Peitsche über die breiten Rücken der Pferde. Die Rappen springen an und taumeln zurück: ein kurzer Hieb, ein neuer Sprung: Geschirre und Achsen quietschen: die Räder heben sich langsam aus dem dornigen Erdreich: der getürmte Erntewagen schwankt über den Stoppelacker dem Wege zu. Unterdessen hat sich das Mädchen in den Schatten der nahen Windmühle gleiten lassen. Ihre Hände spielen über das ©ras; über ihre Sippen summen die Töne eines Sommerliedes. Der Alte steht an die einsame Pappel des Rains gelehnt, die Gabel hat er in einen Ast gehängt Den Hut zurückgeschoben, die Hände locker über dem Bauch,' so schaut er sinnend dem Erntewagen nach, der seine Masse durch die Säulen zweier Apfelbäume zwängt und bann auf der Landstraße Schritt für Schritt dem Dorfe zuschwankt. Da geht am anderen Ende eine Staubwolke auf. Aus ihrem grauen Dunst traben zwei Falbe. Ein hemdärmeliger Bursche steht breitbeinig, die Peitsche schwingend, auf dem Gefährt. Der Alte nimmt die Gabel, das Mädchen springt aus dem Schattenkegel. Schon biegt der Wechselwagen m den Feldweg ein. britischen Kriegführung fast wie eine Erlösung wirkt, wenn die akuten Ereignisse an irgendeiner Front ihnen eine Ausrede liefern, sich mit ihren Gedanken auf diese Front zu konzentrieren. Am verlockendsten für dieses Verfahren ist unstreitig die Atlantik- front, bei der es am einfachsten ist, die Verluste mit dem Hinweis darauf zu verschleiern, man dürfe dem Feind keine Hinweise geben. Eine andere Versuchung ist die Unter- schätzung des Gegners, vor allem die Italiens. Man war in Italien darauf gefaßt, daß England als den für sich entscheidenden Kriegsschauplatz bas Mittelmeer wählen würde., England hat sich andere Kriegsschauplätze aufzwingen lassen, hat sie zum Teil selber gesucht — in Norwegen, in Belgien, in Frankreich, im Nahön und Fernen Osten. Inzwischen hat es auf dem Kriegsschauplatz, der ihm der wesentlichste hätte fein müssen, Schritt für Schritt Raum, Menschen und Material verloren, einen Verlust nach dem anderen bei der Mittelmeerflotte hingenommen, Griechenland und Jugoslawien nutzlos geopfert. Man kann auch ein großes Bild so betrachten, daß man immer nur die Teile sieht und das Ganze nur auf den Teil bezieht, den man gerade im Auge hat. Vor diesem Fehler weiß man sich in Rom sicher und betrachtet mit dem Auge des wifsenschafllichen Experimentators, wie die Dinge verlaufen, wenn ein anderer diesen Fehler macht. Weitere Ausdehnung der Unruhen in Indien. Mit Bleiknüppel und Feuerwaffen gegen das indische Freiheitsstreben.—Einsatz von Truppen zur Verschärfung der Unterdrückungsmaßnahmen. Stockholm, 11.Aug. (DNB. Funkspruch.) Die am Dienstag früh aus englischer und amerikanischer Quelle vorliegenden Nachrichten aus Indien müssen eine weitere Ausbreit ung der Unruhen sowie das Aufflackern von Streikbewegungen zugeben, ferner den Einsatz von Truppen an einigen Stellen, wo der Polizeiknüppel nicht ausreicht, um die über die Verhaftung ihrer Führer erregten Volksmassen niederzuhalten. Angesichts der Tatsache, daß alle diese Berichte einer strengen Zensur unterliegen, muß auf eine w >eitere Zuspitzung der Sage durch die brutalen Unterdrückungsmaßnahmen gegenüber jeder freiheitlichen Regung der Inder geschlossen werden. Für Bombay allein wurde die Zahl der Todesopfer bis Montag abend mit 19, die Zahl der Verwundeten mit 200 angegeben. Im einzelnen be- sagey die Berichte: Saut Reuter meldet ein amtlicher Bericht der Provinzregierung in Bombay, daß Polizei und Militär bis 16 Uhr auf die in der Stadt „reooltrerenben" Menschenmassen das Feuer etwa zehnmal eröffnen mußten. Am schlimmsten betroffen seien die Gebiete von Du- g o n g unb ,2) ab a r. In diesen beiden Stabtoier- teln sowie in anderen Gebieten habe es zahlreiche Fälle von Gewalttaten gegeben. Bei den Unruhen am Sonntag seien im Stadtgebiet acht Tote und 169 Verwundete zu verzeichnen gewesen, unter letzteren 27 Polizisten. Eine Reutermeldung aus Bombay besagt, daß die Unruhen im' nördlichen Stadtviertel am späten .Abend des Montag ernster wurden. An diesem Tag seien nahezu 60 Personen in Hospitäler eingeliefert worden, bauoM die meisten mit Schußwunden. Die Zahl der Toten habe sich auf'15 erhöht. Immer wieder habe die. Menge versucht, die Straßen und Gassen durch Ziegelsteine und Schutt zu blockieren. In der Textilindustrie und in anderen Industrien machten sich „gewisse Betriebsstörungen" bemerkbar. In Dadar habe die'Menge eine Tankstelle in Brand gesetzt. Durch studentische Demonstrationen sei der Vorortverkehr der indischen Zentraleisenbahn von Bombay nach Baroda lahmge- leat worden. Ein starker Verband britischer Truppen habe das Gebiet von Chau- pathie säubern müssen, wo Studenten Kundgebungen veranstalten wollten. Die Arbeitseinstellung habe am Montagnachmittag an Häufigkeit zu- genommen. Der Sender Delhi berichtet, daß der Belagern n g s z u st a n d i m B o m b a y a uf weitere Gebiete ausgedehnt worden sei. Ein Bericht des englischen Nachrichtendienstes besagt, daß die Hauptstörungen in Bombay unb Ahm ad ab ad zu verzeichnen seien. Truppen hätten an verschiedenen Stellen eingesetzt werden müssen. In einigen Stadtteilen sei der Verkehr unterbrochen. Bei dem Sturm der Menge auf die D ab ar - Ei s enbahnstatiön seien über 150 Personen verhaftet worden. 10 Verwundete hätten ins Hospital gebracht werden müssen. Die Polizei habe dabei 45 Verwundete gehabt, von denen inzwischen zwei peftorben seien. In Lucknow habe die Polizei gleichfalls auf Studenten schießen müssen, die versuchten, einen Umzug zu veranstalten. 13 Studenten seien in Hast genommen worden. Eine weitere Meldung des Londoner Nachrichtendienstes meldet aus Poona, daß die Polizei auf eine Men sch en an s ammlun g feuerte, die sich in der Nähe von Gandhis Bungalow aufhielt. 14 Personen seien verwundet worden. Ein Bericht des nordamerttanischen Nachrichtendienstes stellt fest, daß die Menge in Bombay unb an anderen Orten immer wieder den Kugeln der Polizei getrotzt habe. In Bombay feien 19 Tote und mindestens 200 Verletzte zu verzeichnen. Dort seien überall reguläre Truppen zum Einsatz gekommen. In achtzehn Baumwollmühlen sei die Arbeit nieber gelegt worden. Auf sämtlichen Märkten habe der Handel eine Unterbrechung erlitten. Aus dem Tertilzentrum Ahmedabad werde gleichfalls über Streiks berichtet. In einem weiteren amtlichen Bericht, der voll Reuter verbreitet wurde, heißt es, daß im Bom- bayer Stadtteil Baroda im Laufe des Montag- nachmittag Versuche unternommen wurden, Brände anzulegen. Auch fefen drei Po- lizeistationen in Brand gesteckt worden. Die Telephonleitungen wurden an vergebenen Stellen durchschnitten. Weiter wurden von der erregten Menge Straßenbahnwagen und Lastkraftwagen der Stadtverwaltung umgeworfen, aus den Gummireifen angehaltener Autobusse die Lust entfernt und Briefkästen heruntergerissen. Aus einem^Bericht der Regierung der Vereinigten Provinzen ergibt sich, daß in Lucknow gleichfalls Militär e inges etzt werden mußte. Dort ist ein Streik a u5 geb roch en. Laut Reuter wurde in Ahmedabad ein britisches Jnfanteriebataillon eingesetzt. Alle 23 er- b u n f e I u n g s b e ft i m fn u n'g e n seien dort für eine Woche aufgehoben worden, um die „Arbeit der Polizei zu erleichtern". In Benares wurde laut, Reuter eine Studentenkundgebung von der Polizei mit Bleiknüppeln auseinandergetrieben. Es habe einige Verwundete gegeben. Immer neue Verbote. Stockholm, 11. Aug. . ® Mrte, L «ei' Feld' eine" r $ tll* em:..; yie w" I bit'\ bien I ijd)t Heilen 'e, die Iweise durch- ieiden, entlich Mn- : Pal' zu >er er- nngen, - mm- inbert? ilnphl m Be- NSG. Das Gauamt für Dölkswohlfahrt teilt mit: Nach einer Vereinbarung des Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk mit dem Reichsfinanzministerium verbleibt es trotz des Einbaues der Bürgersteuer in die Lohnsteuer für Opfer von Lohn und Gehalt bei 10 v?H. der- Lohnsteuer (ohne Kriegszuschlag). Maßgebend für die Berechnung sind die in Kursivschrift eingesetzten Zahlen der ab 1. 7. 1942 geltenden Lohnsteuertabelle. Da das Winterhilfswerk 1942/43 bekanntlich bereits 1. September 1942 beginnt, muß der Abzug Lohn und Gehaltopfer erstmals für September oorgenommen werden. N Ku. lehie are achi, N anbei triW. chtt! öoh Boni: Stockholm, 11. Aug. (Europapreß.) Die abhängige Arbeiterpartei hat dem Sprecher Interhauses durch James Mexton den Antrag zu- gleitet, .das Pärlament zu einer Aussprache jber Indien einzuberufen. nenten r Stille' «Reifen 0, a" ergne' ui |d 9s-1 ein nb! ter : ugt ■ chik 'etin : „Jawohl, Frau Purgstaller meinte, da Sie selbst an wesend wären —" „ „Schon gut. Was machen die Beschwerden? Anrainer betete eine Litanei neuer Klagen her. „Na, dann kommen Sie in Gottes Namen mit. Wir wollen es mal mit Hochftequenz versuchen." Er führte den unwillkommenen Patienten in den Apparateraum und befahl ihm, sich auszuziehen. Dann pinselte er mit einer sonderbaren Röhre an Anrainers Kreuz herum. Gesprächig, wie der Hotelier mar, glaubte er den Arzt unterhalten zu muffen. . „Ich habe vernommen, Sie wollen sich wieder verheiraten, Herr Doktor?" „Das hat Ihnen wohl Frau Purgstaller erzählt? Daß Frauen doch nie den Schnabel halten können! Ja, ich habe mich verlobt." _ Ich verstehe Ihren Entschluß vollkommen, lieber Doktor. Ich stecke nämlich in derselben Haut. Auch Eheaspirant. Haha. Ganz recht, daß Sie eine Junge nehmen. Mein Vater selig pflegte immer zu sagen: eine junge, .Bu, frißt auch nicht mehr als eine alte. Hihi! Auhhhl Was machen Sie denn da? Paffen Sie doch auf, Sie verbrennen mir ja den Rücken! brüllte Anrainer. „Seien Sie doch nicht so wehleidig, Mensch! Ich habe nur den Strom verstärkt. Und was Ihre Ausdrücke betrifft, fo muß ich Sie bitten, etwas wählerischer zu sein. Ueberhaupt habe ich Sie nicht nach Ihrer Ansicht gefragt", schloß Brügger ärgerlich. Dos wurde ja immer schöner. Der eine riet ab, der andere riet zu. Zum Teufel, was hatten sich andere Menschen in seine Angelegenheiten zu milchen. „Bitte", erwiderte Anrainer verschnupft, „man wird doch noch einen Ton reden dürfen." Bei persönlichen Angelegenheiten muß ich nur jede Einmischung verbitten!" Aber über die Hypothek habe ich mit Ihnen reden dürfen!" schnaufte Anrainer höhnisch. „Hypothek! Hypothek! Das ist doch etwas ganz an^5ür' mich nicht. Ich werde Ihnen was sagen, I. grW u W E en, W im; sdarf N Po. rben Roman von Walter Klöpffer 12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Seien Sie doch nicht so unfreundlich, Mann! Ein bißchen mehr Anteilnahme durftet ihr hier schon zeigen. Der Purgstaller paßt es auch nicht, aber das ist mir gleich", polterte Brügger verstimmt, hingerl zuckte die Achseln. • Dann bequemte er sich zu einer Rede, weil e- doch nicht zu umgehen war: Schauen S, Sgrr Doktor, ich hab' so meine Erfahrungen. Und vie, sollte man meinen, gewiß auch. ' Gott vergönne ihr die ewige Ruhe, war mit Respekt au sagen — ein Drachen. Ja, ja, -schwamm aber jetzt da- Miko nut der neuen? Sie haben es dach fo viel schöner. Wtonur an der blandhaareten Urschtl drüben genug, sagen C /selber, zahlt sich das aus?" ,, ■„ . Bruger seufzte. Dieser Hingerl war und blieb em baMtarriger Esel, der nicht zu belehren w«. Er Chatte den Gang hierher überhaupt nur unternommen, um Anna den Boden zu bereiten. „Ja, Hingerl, das zahU sich schon aus Ein Ar -Vie ich braucht eine Kameradin, die -seine Arbeit lMd seine Sorgen teilt. So einschichtig wie Die her- ixmlaufen, ist halt nicht jedermanns Geschmack. Im ;übrigen wird es schon recht werden. Verlasen « ^Hoff°n^ wir's", meinte Hingerl und blies Knn- ^,Mi?euch^ift mcht zu reden", ^^^Lrei’ wirsch und sprang auf den Boden. Y Alle Freude könnt ihr einem verderben Mit kurzem Nicken verlretz er die ^i^e, ging nach der Villa zurück und besichtigt^ aus pur Langeweile ein paar Zimmer Als er die Tur z Wariezimmer aufftieß, erblickte er Anramer „Sie hier? Wollen Sie zu mir? fragte er un reimdlich, ganz gegen feine Art. an einem Balken, und schwere, geschnitzte Truhen standen in den Ecken. Eine Spinne hielt geduldig Wache vor ihrem Netz. Brügger stieß eines der Fenster auf ... , „Ach", sagte Anna nur und folgte mit den Augen seiner weisenden Hand. Das also war Trettau. Der Hausberg der Trettauer, dgs Widderhorn, trug hochfahrend fein Haupt rn den Wolken. Auf ieinen Schultern lag Schnee, von feinen Knien stürzten eilige Bächlein in die Tiefe, und mit den Füßen stand er in einem Teppich von grünen Wiesen. Manchmal leckte die Tettach an seinen Sohlen empor. Und um das Widder Horn standen die ande- ren Berge herum wie Vasallen. Alle leuchtend in Sonne getaucht. Brügger nannte Namen, aber Anna schüttelte lachend den Kopf. „Soviel auf einmal kann ich mir nicht merken. Du kriegst eine dumme Frau, Martin —" Rings um das Haus lag der Ort. Niedrige, ge* duckte Dächer, gut geschützt gegen den Schnee, gegen Sturm und Regen, alte und neue, aus Blech, aus Ziegeln, aus graugewordenem Holz. Ein spitzer Kirchturm, abgebrannt und wieder aufgebaut. Freundliche Gärten. Saubere Häuser mit weißem Bewurf. Dazwischen ein paar ckltersgebeizte aus Holz, der First eingesunken wie der Rücken einer tragenden Kuh. Ein freier, mit Blumen bepflanzter Platz mit einem Musikpavillon und einer Wandelhalle. Das Kurhaus. Weiter draußen aufgleißende Schienenstränge. Von den nahen Hängen kam das Geläut der Herden. „Schön, schön", lächelle Anna mit halbgeschlossenen Augen. „Schade, daß dein Vater heute nicht dabei fein rann, Anna. An unserem Hochzeitstag. Ich hätte ihn so gern kennengelernt." „Das läßt sich nachholen, Martin. Ist Ischias sehr schlimm?" „Unangenehm, Kind. Nicht gefährlich." (Fortsetzung folgt. auch an Nachmittagen Langkurse im Schneidern einzurichten, die über zehn Abende zu je drei Stunden laufen sollen und unter Leitung von Schneidermeisterinnen stehen. Unkostenbeitrag 5,— RM. für den ganzen Kursus. Anmeldungen sofort erbeten in der Beratungsstelle, Kaiserallee 6, und an jedem Dienstag von 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr. Diese Lehrgänge stehen allen Volksgenossen zur Verfügung. Es ist außerdem geplant, einen Lehrgang für Wäschenähen, Flicken, Stopfen und Pantoffelnähen unter Leitung von Fachkräften anzusetzen: auch hierfür wird sofortige Anmeldung erbeten. Aus Altem Neues schaffen ist heute unsere Losung, und damit helfen wir der Kriegswirtschaft, wertvolle Stoffe zweckmäßig zu verwerten. Unseren Hausfrauen wird hiermit Gelegenheit geboten, ihre und ihrer Ange- hörigen Kleider und Wäschestücke selber auszubessern und anzufertigen und damit dem m jetziger Zeit überlasteten Schnerderhandwerk manche Arbeit abzunehmen. Ols. Laßt Sprengstücke und Bombenreste unberührt. Es ist wiederholt darauf hingewiesen worden, daß das Anfassen von Sprengstücken und anderen Resten abgeworfener Bomben gefährlich fein kann, weil diese z. T. Phosphor enthalten, der nicht nur giftig ist, sondern auch zu Verbrennungen führt. Trotzdem wird immer wieder festgestellt, daß insbesondere Kinder Abwurfreste 'einsammeln oder mit den klebrigen. Gummimassen spielen und dadurch zu Schaden kommen. Eltern und Erzieher, bewahrt euere Kinder vor solchen Verletzungen! Belehrt sie erneut und sorgt, insbesondere nach Fliegerangriffen^ für entsprechende Aufsicht. Schalenwild auf Fleischkarte. Wenn der Iagdausübungsberechtigte Wild für fick) selbst verwendet oder an Verbraucher abgibt, so sind nach einer neuen Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Diehwirtschaft hei ganzen Stücken 25 v.H. (statt bisher 15 v.H.) des Gesamtgewichtes und bei Teilstücken 50 v.H. (statt bisher 30 v.H) des Gewichtes der Teilstücke auf die Reichsfleifch- tarte anzurechnen. .Wildragout (Kopf, Hals, Brust lund genußfähige Abfälle) wird nicht angerechnet. erst, als er verwundet im Lazarett liegt und ihre Liebe schmerzlich entbehrt, daß großes Gefühl unb vollkommene Pflichterfüllung keine sich ausschlie- ßsnde Bereiche zu sein brauchen, wenn. Menschen sie gegeneinander abwägen, die an der Größe der Zeit gereift sind und sich ihrem Gesetz willig beugen. * Der Spielleiter Rolf Hansen hat diesem schlichten Vorwurf, den ihm das Drehbuch bot, ohne aufdringliches Pathos und äußere Dramatik genommen. Ihm war es genug, mit alltäglichen Spannungen am Rande des großen Geschehens unsere Anteilnahme zu wecken, und es erweist sich, wie in früheren ähnlichen Filmen („Urlaub auf Ehrenwort", „Wunschkonzert"), daß die einfache Pro- blemstelluna aus dem eigenen Erleben unserer läge, gerade weil sie uns alle angeht, auch unser volles Interesse findet. Was nicht zum Alltäglichen gehört, das Zusammentreffen zweier so verschiedener Löbenskreise wie der des Offiziers und der Varietö- Künstlerin dient nur der Auflockerung und Unterstreichung des Allgemeingültigen. Zarah Leander ist die liebende Frau, die bereit ist, ihre große Kunst ihrem Herzen zu opfern und dann erlebt, daß sie auch ihr dem Stolz und Ehrgeiz der Künstlerin abgetrotztes Glück mit der Berufspflicht des geliebten Mannes teilen muß. Verhalten und • sparsam in Geste und Wort spielt Zarah Leander ganz aus dem großen Gefühl heraus. Das eigenartige Timbre ihrer schönen dunklen Stimme bringt bid von Michael Iary komponierten Chansons zu großartiger Wirkung. Viktor Staat spielt den jungen Offizier, einen unbekümmerten Draufgänger von geradezu entwaffnender Frechheit, dessen charakterliche Qualitäten der Künstler jedoch mit einer schönen unaufdringlichen Selbstverständlichkeit sich entwickeln läßt. Paul Hörbiger ist der Freund der Sängerin, der sich immer zu Selbstlosigkeit zwingen muß, weil er liebt, wo er nur helfen und raten und trösten darf. Mit knurriger Sefbftironic entledigt sich Hörbiger dieser nicht sehr dankbaren Aufgabe. Grethe Weiser spielt temperamentvoll und schlagfertig eine ihrer munteren Kammerzöfchen, Viktor Janson atemlos und liebenswürdig einen umfangreichen Varietö-Direktor. An der Camera stand Franz Weihmayr. Der Film läuft seit gestern im „Gloria", • Fr. W. Lange. Dieser Film, zu dem die Idee von dem Dichter Alexander Lernet-Holenia stammt, steht mit beiden Beinen in der Gegenwart. Er packt mutig hinein in desi Alltag unseres Kriegsgeschehens und sucht Antwort auf Fragen und Zweifel, die jedem von uns im Zusammenstoß feiner persönlichen Sphäre mit dem Kriege heute oder morgen so oder ein wenig anders nicht erspart bleiben. Da ist die Frage nach dem Recht auf Gestattung des eigenen Lebens in Konflikt mit dem Imperativ der Unterordnung unter das Wohl der Gemeinschaft. Das Verlangen nach persönlichem Glück ist im Streit mit dem Gebot der Pflicht, das keine privaten Bereiche der Gefühle, des Mitleids, der Liebe anerkennen kann. Es liegt in der diesseitigen, ganz dem Dasein hingegebenen Natur der Frau, daß sie für ihre wirklich „große Liede" keine begrenzenden Einschränkungen dulden möchte, daß ihr überströmendes Gefühl alles andere ausschließt, daß sie geneigt ist, als abstrakt abzulehnen, was in ihre Sphäre persönlichen Glücks eindricht. Deshalb legt das harte Gesetz des Krieges unseren Frauen mit seiner wieder und wieder gestellten Forderung von Ab- 'schied und Verzicht eine besonders schwere Prüfung auf, und wie sie diese bestehen, still und selbstverständlich, das stellt sich soldattscher Haltung ebenbürtig zur Seite. * Dieser Film nun spiegelt das eben .Gesagte im Schicksal einer gefeierten Sängerin, deren Herz ein junger Jliegeröffizier während einer Urlaubs- nacht im Sturm erobert hat, ohne zu sagen, wer er ist und weshalb sie lange nichts von ihm hören wird. Erst nach vielen Wochen trifft er sie wieder und bittet um ihre Hand. Am Polterabend wird er abberufen, sie steht zum erstenmal dem für fie Unbegreiflichen gegenüber, und als er einen späteren Urlaub aus eigenem Entschluß abbricht, weil ein Kamerad ihm Andeutungen gemacht hat, daß seine Staffel unmittelbar vor neuem Einsatz steht, ist die Frau in ihr aufs tiefste verletzt. Ohne ein versöhnendes Wort des Abschieds läßt sie ihn fahren. Von widerstreitenden Regungen hin- und hergerissen, wartet sie auf Nachricht von ihm und sucht in der Arbeit wieder Halt zu finden, nachdem er ihr geschrieben hat, daß es ohne Liebe leichter gehe. Sie sind beide auf Irrwege geraten, erkennen aber mal die „Sperre" an der Hand meiner Mutter durchschreiten durfte, um uuf-ben „Perron", wie es damals noch so scheußlich „schön" hieß, zu gehen und wahrhaftig in einen jener Züge zu steigen, die ich so oft vom Fenster meines Vaterhauses aus davonfahren gesehen hatte, da wurde dies einer jener unvergeßlichen Tage reinsten Kindheitsglücks, die heute noch in der. unoerwelkten Erinnerung dem Herzen ein leises ßädjeln bringen. Dabei: was waren das um die Iährhundert- wende noch für düster verräucherte Bahnhofshallen! Wie fauchten und ächzten noch die Lokomotiven mühsam aus den Bahnhöfen heraus! Wie langsam zottelten besonders auf den Nebenstrecken die Züge durch die Lande! Trotzdem blieb der verräuchertste Kleinstadtbahnhof, den man aus ganz gewöhnlichen Backsteinen in nüchternster Gestalt errichtet hatte, für mich immer von einem romantischen Hauch umweht. Heute, wenn man die schmucken, modernen Bahn- S betritt, deren Hallenwände oft die Bilder von dfchafteN schmücken, lacht das Herz im Leibe. Die frühere Enge und Bedrängtheit in den alten Bahnhofshallen ist einet Weiträumigkeit gewichen, die in ihrer Sauberkeit Behagen erzeugt. Gewiß war es für mich als Kind ungewöhnlich eindrucksvoll, wenn man im Wartesaal saß und auf den „Klingelmann" wartete, der mit einer dröhnenden Glocke die in mehr oder weniger geduldigein Harren vor sich hin dösenden „Passagiere" plötzlich aufschreckte und ihnen verkündete, daß der Personenzug nach dorthin oder dorthin abginge. Heute regeln Lautsprecher und deutliche Schilder übersichtlich und spielend den Verkehr: ein Zaubermärchen moderner Technik. Meine größte Bewunderung von Kindheitstagen an aber gehörte immer den Männern^ in den Stellwerken. Nie versäume ich noch heute als Erwachsener, im Vorüberfahren einen Blick nach den Fenstern des Stellwerkes zu werfen, dessen Männer mit Ruhe und Sicherheit die Signale und Weichen bedienen. Als ich einmal von einem Stellwerksmeister wissen wollte, wie er gleichsam als unsichtbarer Schutzgeist den ein- und ausfahrenden Zügen mit unbedingter Sicherheit den Weg weist, da war viel von „Verriegeln der Gleisanlage", von „feindlichen Fahrten", vom „Blocken eines ausfohrenden Zuges", von „Schließen des Stromkreises" und was weiß ich die.Rede. Ich gab es bald auf, diese technischen Verzwicktheiten begreifen zu lernen. Der Stellwerk- meister aber stand lächelnd an dem mit Geranien geschmückten Fenster seines Stellwerkes und schaute in die ihm vertraute Welt der Schienen, Laternen und Signalmasten hinaus. A. H. Opfer von Lohn und Gehalt im Winterhilfswerk 1942/43. Staatsbegräbnis in Berlin. Berlin, 10.Aug. (DNB.) Im Ehrensaal des Reichsluftfahrtministeriums fand am Montagmittag auf Befehl des Führers in Gegenwart zahlreicher «Hoyer Vertreter von Wehrmacht, Staat und Partei Homte einer Reihe von Militärattaches der befreundeten Staaten in feierlichem Rahmen der Staatsakt «für den verstorbenen General der Flieger H er - I.inann von der Lieth-Thomsen statt. Als eBertreter des Führers nahm Generaloberst Weise «an der Trauerfeier teil. Generäl der Flieger K a st - liner-Kirdorf widmete als Vertreter des Reichs- knarschalls dem großen Pionier der deutschen Luft- la'ffc tiefempfundene Worte ehrenden Gedenkens. Nach dem Staatsakt wurde die sterbliche Hülle des großen Soldaten nach dem Jnvalidenfr^dhof über- geführt und dort zur letzten Ruhe gebettet. Kunst und Wissenschaft. Professor Schiffner 80 Jahre alt Am 10. August vollendete der frühere Botaniker an der Wiener Universität Professor Dr. Viktor Schiffner sein 80. Lebensjahr. Schiffner wurde m Böhmisch-Leipa geboren. Er war lange Jahre on der Deutschen Universität in Prag tätig. Forschungs- retfen führten ihn nach Brasilien, Java und Suma- tra, an die Ostsee, nach Griechenland, Korsika, Dal- jnmtien und nach Istrien. Von 1902 ab wirkte er an der Universität Wien und trat 1932 in den Ruhestand. Zahlreiche wissenschaftliche Gesellschaften ehrten ihn. Sein Spezialgebiet ist Kryptogamenkunde. | Wiedererweckung einer Oper von Otto Nicolai. ' Intendant Willi Hanke und Dr .Max Loy haben im Auftrage der Reichsstelle für Musikbe- arbeitungen des Reichsministeriums für.Volksaufklärung und Propaganda Otto Nicolais Oper „D t e Heimkehr des Verbannten" unter dem Titel „Mariana" neu bearbeitet. Die Uraufführung der Neufaffung findet an der Staatsoper Berlin int Dezember statt._________ Aus -er Giadi Gießen. Oie Welt des Bahnhofs. Trotzdem ich in diesem Jahr nicht verreise, gehe ich öfters auf den Bahnhof, um mich dem Zauber, der in der Pahnhofswelt für mich eingefangen ist, hinzugeden. Schon als Kind beglückte mich der Anblick der blitzenden Schienenstränge, die aus einer Bahnhofshalle hinaus ihren Weg in die weite Wett nehmen. Da mein Geburtshaus einem großen Bahnhof gegenüberstand, ist dies nicht weiter verwunderlich; denn mein allererstes Ausschauen in die „geschäftige Welt da draußen" galt diesem Bahnhof mit seinen ein- und ausfahrenden Personen- und Güterzügen, mit seinem ganzen ach, damals noch völlig geheimnisvollen Zauber, der das auch von den Erwachsenen immer mit Entzücken ausgesprochene Wort „Reise ..umschwebt. Meine ersten größten Gehversuche landeten in der immer so fröhlich-bewegtes Leben in sich bergenden Bahnhofshalle. Und als ich mit etwa vier Jahren zum erften- Nach Erfüllung von 75 v. H. des festgesetzten Gesamtabschusses an SdjalenmiLb im Iagdjahr 1942 darf der Iagdberechtigte bei einem berechtigten Ab- schuß von fünf Stuck ein Stück, bei 15 Stück zwei Stück, bei 25 Stück drei Stück und darüber hinaus für je weitere 20 Stück je ein weiteres Stück ohne Anrechnung auf die Reichsfleischkarte verwenden. Er darf das jhm markenfrei zustehende Schalen-« wildbret nur für feinen Haushalt oder das am Abschuß beteiligte Personal verwenden. Getreidediemen — keine Kinderspielplätze. 9dSG. „Der Deubel soll euch holen!" wettert der alte Knecht und schimpft hinter den Kindern her, die wie die Bürstenbinder davonlaufen. Wütend wirft er einen Blick auf die zerwühlte Stelle an dem Getreidediemen, wo die Kinder ihr Spiel getrieben Haden. Da gewahrt er mit grimmigem Erstaunen eine halbgeöffnete Schachtel — Streichhölzer! Jochen meldet die Sache dem Bauern. Der Bauer, der die Kinder schon oft genug von diesen ungeeigneten Spielplätzen gejagt hat, hat nun genug und beschwert sich beim Dorfschullehrer: „Was soll ich da bloß tun? Ich kann doch nicht immer Aufpasser hinstellen, und die Jungen festbinden kann ich auch nicht!" In der nächsten Unterrichtsstunde nimmt sich der Lehrer die Kinder vor und erzählt ihnen, wie wichtig die Ernte für die Ernährung des Volkes ist, und daß daher Schober und Scheunen- keine Spielplätze für Kinder sind. j Die deutsche Ernte ist zu kriegswichtig, als daß fie durch Kinderhand in Flammen aufgehen sollte! Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 11.Aug. Aus dem heutigen Wochen- markt kosteten: Kartoffeln, 5 kg 85 Rpf., Wirsing, kg 8, Weißkraut 6 bis 9, Rottraut 12 bis 15, gelbe Rüben 12, Römischkohl 12, Bohnen, grün, 30, Erbsen 25, Mirabellen 36, Salatgurken 28 bis 30, Einmochgurken 15, Blumenkohl, das Stück 10 bis 25, Salat 8 bis 10, Endivien 15, Oberkohlrabi 8, Rettich 5 bis 10 Rpf. * Verduukelungszeit: 11. August von 21.57 bis 5.28 Uhr. Mhberatung im Deutschen zrauenwerk. Das Deutsche Fraüenwerk hat nun auch für Näh- und Flickarbeiten laufend eine Beratungsstelle eingerichtet in den Räumen der NSDAP. Ortsgruppe Ost, Kaiserallee 6. Es ist vorgesehen, je nach Beteiligung, mehrmals in der Woche on Abenden oder pertretern gab der in Moskau weilende amerikanische General Bradley Erklärungen ab über pen ihm von Roosevelt erteilten Sonderauftrag. „Mein Auftrag ist rein militärischer mrt-, sagte General Bradley. Er setzte noch hin- e bii.Kpi, daß es sich bei seinem Auftrag darum ^handele, 1. I üe amerikanischen Lieferungen an die UDSSR, zu sink- I beschleunigen und zu erleichtern. General Bradley ileich. | patte bereits vier Besprechungen mit sowjetischen Dori WMilitärbehörden, die im Derteidigungskommissariat Wstattfanden. Vertreter anderer Mächte seien, so be- ... I tonte er noch, an ihnen nicht beteiligt gewesen. Luck aus Madras werden Unruhen gemeldet. In, zwischen begann auch die B o y k o 11 b e w e g u n g gegen britische und amerikanische Waren. Die Industriellen der für Indiens Kriegswirtschaft besonders wichttgen Provinz Bengalen verweigerten jede Zusammenarbeit mit den Briten. Indiens Studenten 1 für den Freiheitskampf. Schanghai, 11.Aug. (Europapreß.) Trotz starken Polizeiaufgebotes stellten sich die der indischen ämoersitätsvereinigung angehörenden Stuben- en rn einer Massenkundgebung in Allahabad sinter die Politik der Kongreßführer. Eine Ent- chließung spricht sich für die Unterstützung )er Kongreßpartei aus. Einberufung des Parlaments gefordert. fsrlich-Iapanische Hauptquartier mitteilt, haben japanische Marinestrettkräfte am 8. August starke feindliche Flotten st reitkräfte, die in ben Gewässern der Aleuten auftauchten, rückgeschlagen. Nähere Einzelheiten sind her noch nicht bekannt. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Anteilnahme an unserem schmerzlichen Verlust anläßlich des Heldentodes unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes, Bruders, Bräutigams, Schwiegersohnes, Schwagers, Neffen u. Vetters Willi Kammerer, Obcrgefr. in einem Inf.-Regt., sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. In tiefer Trauer: Fam. Konrad Kammerer, Martha Goffolmeyer als Braut u. Familie. Gießen (Mühlstraße 2 und Kaplansgasse 14), im August 1942. 03890 Mieter und Vermieter nach Fliegerangriffen 0er Entschädigung gezahlt wird oder die Entschädigung als sicher erfolgend angesehen werden kann. Wenn sich der von der Umquartierung Betroffene selbst arnerung Betroffene selbst Mietbeihilfe gezahlt. Muß hnort liegende Wohnuna , asserbo ■\ | cherung eil if irbe darÄ Sicht Dort iJIfd Wir erhielten die traurige Nachricht, I hBESJ daß mein lieber, herzensguter Mann, JSL der treusorgende Vater seiner beiden Statt Karten. Danksagung. Becker. Gießen, den 10. August 1942. kaufen 03883 03879 LICHTSPIEL-THEATEÄ Statt Karten. d Danksagung. brä Zo gleicteo Preisen in Apotheken. Drogerien ond dirrt Äe Braaoenverwallung Biskireben - Ruf 44 - erhältlich. Heinrich Matheis und Frau Luise, geb. Möhl Adolf Christ z. Z. im Felde kann wird Eß grüßen als Verlobte Dorothea W erner Intelligente Dame mit guter Allgemeinbildung für selbständige Tätigkeit, evtl, halbtägige Beschäftigung, von Behörde gesucht. Kenntnisse in Schreibmaschine und Stenographie nicht unbedingt erforderlich. Bewerbungen erbeten unter 2444 D an den Gieß. Anz. Der m. Au- 2 gleiche ßolzbellslelleo zusammen für 25 Mk. zu vcr- digung wegen Fehlens der erforderlichen Zustimmung des Arbeitsamts nicht ausgesprochen ist; 2. wenn zwar unter Einhaltung der sonstigen gesetzlichen Vorschriften gekündigt, aber die vorgeschric- bene Kündigungsfrist nicht eingehalten worden ist; 3. wenn das Beschäftigungsverhältnis fristlos gelöst wurde, ohne daß der hierfür erforderliche wichtige Grund vorlag. Grundsätzlich reicht schon ein fahrlässiges Zuwiderhandeln aus, um den Täter zu bestrafen. Neben dem Zuwiderhandeln ist auch noch das Umgehen unter Strafe gestellt. Ein Umgehen ö Seemeile' i Boote 31 in Frach Md des c ifl zum £ »le am Fe hlechtw mtnenbi ; wurden Der Sachbearbeiter des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz, Ministerialrat Dr. Sturm, gibt im „Reichsarbeitsblatt" eine Erläuterung zu der neuen Anordnung des Generalbevollmächtigten „gegen Arbeitsoertragsbruch und Abwerbung sowie das Fordern unverhältnismäßig hoher Arbeitsentgelte". Die am 15. August 1942 in Kraft tretende Anordnung, die die bisherigen Vorschriften der Treuhänder gegen die Außenseiter des Arbeitslebens ablöst, muß in allen Betrieben und Betriebsabteilungen— ausgenommen lediglich die Hauswirtschaft — an geeigneter, den Gefolgschaftsmitgliedern zugänglicher Stelle ausgehängt werden. Auch wer hiergegen verstößt, macht sich strafbar. Der Referent empfiehlt daher den Betriebsführern, sich Abdrucke der neuen Anordnung zu verschaffen, die von der Geschäftsstelle des Reichsarbeitsblatts bezogen werden können. vlach der Anordnung ist u. a. die „pflichtwidrige Arbeitsverweigerung oder das pflichtwidrige Zurückhalten mit der Arbeitsleistung" verboten. Hierzu bemerkt der Kommentar: Auch wenn der Betriebsführer oder sein Beauftragter infolge der Kriegsverhältnisse gezwungen sind, dem Gefolgschaftsmitglied eine andere Arbeit zuzuweisen, muß das Gefolgschaftsmitglied diese ihm zumutbare Arbeit ausführen. Hierfür gelten die Arbeitsbedingungen, die nach der Kriegswirtschaftsoerordnung für die neue Tätigkeit maßgebend sind. Das gilt nicht nur, wenn die andere Tätigkeit an derselben Betriebsstätte, sondern auch wenn sie in einem anderen Betriebswerk oder gar an einem anderen Ort aufzunehmen ist. Etwaige Uebergriffe des Betriebsführers oder seines Beauftragten, die einen Mißbrauch dieses Weisungsrechts enthalten, werden im Wege des sozialen Ehrengerichtsverfahrens verfolgt. Daß die Gefolgschaftsmitglieder auf Verlangen des. Betriebsführers oder seines Beauftragten auch zur Leistung von Mehx-, Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit verpflichtet sind, ist ausdrücklich in der Anordnung hervorgehoben worden. Ferner ist auch das disziplinwidrige Verhalten ganz allgemein unter Strafe gestellt. Der Referent erklärt hierzu, daß jedoch Bagatellsachen nicht unter diese Vorschrift fallen sollen. Auch der eigentliche Arbeitsvertragsbruch wird mit Strafe bedroht. Er liegt im Sinne der Anordnung vor, 1. wenn das Befchäftigungsverhältsiis überhaupt nicht gekündigt oder eine wirksame Kün- Söhnchen, unser einziger braver Sohn, unser guter Schwiegersohn und Schwager * Obergefreiter Helmut Pfeiffer im Alter von 31 Jahren, am 1. Juli, im Osten gefallen ist. ( Die tieftrauernden .Hinterbliebenen: Anna Pfeiffer. geb. Forbach, u. Kinder Herrrhinn Pfeiffer und Frau, Eltern Familie L. Forbach II. Lollar, Liebichau i. Schlesien, 11. Aug. 1942. 2441 D Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgänge unsrer lieben Entschlafenen und die zahlreichen Kranzspenden, sowie die tröstenden Worte des Herrn Pfarrer Weisel danken wir hiermit herzlich. • Hch. Albert Rinn und Angehörige. Heuchelheim, den 10. August 1942. Serbin, -licht gern, 18. folgen irhe in i Sugust von Äierendei Für Führer, Volk und Vaterland fand bei den Kämpfen im Osten, am 18. Juli, mein tapferer Sohn, mein innigstge- liebter Bruder, unser unvergeßlicher, hoffnungsvoller Neffe Gefreiter Walter Bönning Kriegsfreiwilliger in der Panzerjäger-Komp, eines Infanterie-Regiments den Heldentod. Er war unser Stolz und unsere Freude. Ernst Bönning, Pfarrer Ernst Otto Bönning, cand. mach. nav. Geschwister Bausch. Rödgen und Gelnhausen, im August 1942. 03874 M 8W drangung 1 bestand M-Lustal । acht 4-ci ch engliB Muge an -750 Man tr englisch« Stone" stn l? wurde ei b Flugzeu! i war er m Schuhe Ml. nnget zunn lcrgwß Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrühPschen Druckerei Schweinemarkt in Schotten. * Schotten, II. August. Aüf dem heutigen Schweinemarkt waren 150 Ferkel aufgetrie- den. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 RM., 8 bis 9 Wochen alte Tiere 30 bis 35 RM, 10 bis 13 Wochen alte 40 bis 50 RM., Einleger 80 bis 100 RM. pro Stück. Der Markt wurde geräumt. | Mietgesuche | Junge saubere Frau mit 3 Kindern sucht MI.3MM m.Kochgelegenh. Schr. Ang. mit. 03877 a.ü.G.A. jährlich abzutragen. Äst eine Miete bei 3 v. H. tragbar im Sinne ortsüblicher Mieten, so eine Senkung erfolgen. Das Reichsdarlehen als Hypothek an breitester Stelle eingetragen. Der Erlaß des Ministeriums spricht von privaten Bau» Herren, denen diese Mittel zur Verfügung stehen. Darunter, so wird natürlich betont, fallen auch die Hart und schwer traf uns die schmerzliche, unfaßbare Nachricht, daß mein lieber hoffnungsvoller Sohn, mein guter und stets hilfsbereiter Bruder und Schwager, mein lieber, guter Enkel und Pate Karl Mengel Gefreiter in einem Inf.-Regt., Inh. des E.K. II bei den schweren Kämpfen im Osten sein Leben, im blühenden Alter von 31 Jahren, für Führer, Volk und Vaterland hingegeben hat. Sein Vater st arb den Heldentod in Frankreich im Weltkriege. In tiefem Schmerz: Katharine Menge! Wwe., geb. Balser; Familie Wilhelm Mengel; Ellsabethe Balser, geb. Lepper, und alle Verwandten. Reiskirchen, den 10. August 1942. Die Gedächtnisfeier findet am Sonntag, dem 16. Aug., um 14.15 Uhr, in Reiskirchen statt. __ 2442D Für die liebevolle Anteilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen Lina Möhl danken wir herzlich, ebenso dem Herrn Pfarrer 3 getragene D.-Morgenröcke 1 Paar getr. 0.-Spangenschuhe Gr. 4'/r mit hohem Absatz, f. zusammen RM. 30.-3.verf. Schr. Äng. unt. 038ß2a.h.G.A. Die neue Regelung über Arbeitsdisziplin Was ist „Arbeitsverweigerung" und „Arbeitsvertragsbruch". NSG. Äm Rahmen der vom Reichsminister für Bewaffnung und Munition zur Sicherstellung der für die deutsche Rüstung notwendige« Eisenerzeugung angeordneten Mobilisierung von Ei senre fernen ist fiir den tGau Hessen-Nassau die Ändustrieabtei« lung der Wirtschaftskammer Hessen mit der örtlichen und mengenmäßigen Ermittlung des abzuliefernden Materials betraut worden. Mit Zustimmung des Gauleiters hat der Leiter der Wirtschaftskammer Hessen dön Gouamtsleiter Landeshandwerksmeister Gamer für den Gau Hessen-Nassau mit der Leitung der Schrottsammelaktion beauftragt. Die Meldezettel für die Mobilisierung der Eisenreserven sind von der Wirtschaftskammer Hessen an die in Betracht kommenden Industrie firmen bereits auf den Weg gebracht worden, lieber die Jnnungs- verbände erhalten die eisenverarbeitenden Handwerker im Gau Hessen-Nassau die gleichen Meldezettel, die über die Landesbauernschaften auch an die landwirtschaftlichen Betriebe über 100 Hektar zum Versand kommen. In diesen Togen beginnt die Auswertung der Meldezettel durch die Wirtschaftskammer Hessen. Da unter Umständen die Industriebetriebe nicht sofort in der Lage sind, einen zuverlässigen und erschöpfenden Ueberblick über den Gesamtumfang ihrer Eisenreserven zu gewinnen, wird der ersten Erhebung bei der Industrie eine zweite folgen, um die bei der ersten Meldung noch nicht erfaßten Eisenreserven auch noch in die Sammel- AkMÜNM 2 Tonnen, in gutem Zustand, mit Bereifung, zum Taxwert zu verkaufen. Schrift!. Angeb. unter 03856 an den Gieß. Anz. aktion einzubeziehen Im Rahmen der zweiten Meldezettelaktion können dann auch alle die schwierigen Fälle in der Industrie erfaßt werden, für die Entscheidungen seitens der Betriebsführungen nicht sofort getroffen werden können. Das laufende Angebot der Wirtschaft cm den Schrotthandel darf durch die Meldungen nicht auf- gehalten werden; es ist im Gegenteil wichtig, möglichst große Mengen dem Schrotthandel sofort zuzuführen. Bei den zu treffenden Maßnahmen ist zwischen chargierfähigem und nicht chargier fähigem Schrott zu unterscheiden, worüber der Schrotthändler Auskunft gibt. Firmen mit Bahnanschluß müssen den chargierfähigen Schrott unverzüglich an die von ihrem Schrotthändler zu benennenden Hüttenwerke zum Versand bringen. Der nicht chargier- fahige Schrott soll einem Schrotthändler mit Eisenbahnanschluß zu geführt werden. Falls ein Betrieb keinen eigenen Gleisanschluß besitzt, ist der Transport zum Schrottlager des Handels bzw. zur Versandstation in der Regel durch den Betrieb selbst auf eigenen Fahrzeugen vorzunehmen. Ist dies ausnahmsweise nicht möglich, ist mit dem Schrotthändler des Betriebes sofort eine Verständigung herbeizuführen. Ueberhaupt sollen sich die Firmen in allen Zweifelsfällen zunächst an ihren Schrotthändler wenden. In nicht zu klärenden Fällen wende man sich an die Wirtschaftskammer Hessen, Frankfurt am Main, Börse (Telephon 20 361). Gelbe Rüben mit bratenbrouner Soße schmecken auch ohne Fleisch. Für die Zubereitung der Soße brauchen Sie kein Fett, nur den Knorr-Soßenwürfel, der alles enthält. Den Würfel fein zerdrücken, glattrühren, mit ’/< Liter Wasser unter Umrührer 3 Minuten kochen. KNORR Die Schrottsammelakion im Gau Hessen-Mau Schnellstes Handeln ist erforderlich. liegt z. B. vor, wenn sich der Täter im Betriebe disziplinlos benimmt und auf diese Weise seine Ent» lassung durchsetzt. Als Strafen kommen Ordnungsstrafen in Geld in unbegrenzter Höhe — im Nichtbeitreibungsfalle Haft bis zu sechs Wochen —, aber auch gerichtliche Geld- oder Gefängnisstrafen in Betracht. Der Referent betont noch, daß für die überwiegende Mehrzahl der Schaffenden die neuen Vorschriften nur theoretische Bedeutung haben. Langen Heuchelheim-Gießen (Hessen) im August 1942 s 03878/ HB. Ml: 4i" im «e iflttn ®e t Irischer, gebr., emailliert. Ofen zu 55 Mk., sowie ein Mayfarth 2-Schar-Pflug zu 60 Mk. und eine Kartoffelernte-Maschine mit Stangen zu 60 Mk. zu verkaufen 03873 Karl Boller II., Lang-Göns. Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen und --ge- nossenschaften. Personen, die auf behördliche Anordnung aus Gründen der Luftgefährdung ihrer Wohnung vor. sorglich in andere Räume oder in Aufnahmegebiete außerhalb ihres Wohnortes umquartiert werden, er. halten Räumungs-Familienunterhalt. Das gleiche gilt für- die Verlegung von Betrieben, ebenso für Personen, die wegen bereits -erfolgter. Zerstörung umgpartiert werden mußten. Dagegen wir der Räumungs-Familienunterhalt bei einer Nmquar- tierung nach außerhalb nicht gezahlt, wenn eine Mu r Selk 1 SM K Sr® MM Selbständiger Schreiner f. Maschinensaal und Hilfsarbeiter gesucht 03889 Karl Halm, Möbelfabrik, Gießen, Löberstraße 17. Suche für sofort Köchin fürmiltlerenBe- trieb. Dauerstellung. 2488D Gefl. Offerten erbeten an Hauvtbalmhof- gaststätte, R. Andree, Offenbach/Main | Verkäufe | la Deutscher Schäferhund mit Abstamm- nachm., dressiert gelb mit schwarzen Streifen, sofort zu verkaufen Schranken- wärterliaus 76 zwischen Lang- Göns u.Großen- Linden. 0388« Monika In großer Freude und Dankbarkeit geben wir die Geburt eines gesunden Sonntagsmädels bekannt Klara Voßmann, geb. Werner Dr. Heinz Voßmann Oberveterinär, z. Z. im Felde Hungen / Oberhessen z. Z. Kath. Schwesternhaus . Gießen, den 9. August 1942 _____________ 2445 D/ Für das Theater -Büfett suche ich solide Frau mit Beihilfe Konditorei-Cafe Amend, Gießen Selterstor. „3885 unterbringt, wird eine ! , , „ „ für die un alten. Wohnort liegende Wohnung weiterhin die Miete gezahlt werden, so wird auch hierfür eine Mietbeihilfe gewährt, auch wenn für den Umquartierten in dem neuen Unterkunftsort an den Quartiergeber eine Vergütung gezahlt werben muß. Der Mietvertrag bleibt, wenn eine Wohnung durch Fliegerangriff unbenutzbar geworden ist, unverändert bestehen, wenn die Räume nur für kurze Zeit nicht bewohnt werden können, wie das bei leichten Beschädigungen durch Splitterwirkung oder durch Blindgänger und notwendige Sprengungen der Fall sein kann. Die Miete selber fallt jedoch für die Dauer der Unbenutzbarkeit fort. Aufwendungen für die Ersatzunterkunft werden, wenn sie sich in angemessenem Rahmen hasten, nach der Kriegsschadenverordnung erstattet, wobei jedoch die nicht geleistete Mietzahlung an gerechnet wird. Der Mietvertrag tritt mit allen Rechten und Pflichten wieder in Kraft, sobald die Mieträume wieder benutzbar gemacht sind. Wird für ein zerstörtes Haus ein Ersatzbau errichtet — worüber die Entscheidung bei dem Oberbürgermeister oder dem Land rat, also bei der Feststellungsbehörde, liegt —, dann werden die erforderlichen öffentlichen Mittel nicht nur für den Hauseigentümer, sondern auch für den Mieter aufgebracht. Daher ist es billig, daß der Hauseigentümer des Ersatzbaues sich keine neuen Mieter, die ihm vielleicht genehmer wären, sucht. Der alte t Mieter fyat auf Grund des auch jetzt immer noch gültigen Mietvertrages das Recht, in das neue Haus einzuziehen, ohne daß die neu gebauten Räume vom zuständigen Wohnungsamt etwa kinderreichen Familien zur Verfügung gestellt werden könnten. Der Mieter, der selbstverständlich das Recht hat, unter Einhalt der vertraglichen Frist zu kündigen, wenn er eine bessere, andere oder ihm mehr zusagende Wohnung gefunden hat, hat auch Anspruch auf die Wohnung im Ersatzbau, wenn sie der alten gegenüber wesentliche Neuerungen und Verbesserungen aufweist. Will der Mieter die Mehraufwendung nicht aufbringen, ist der Vermieter verpflichtet, einen Ersatz zu schaffen. Der Mieter hat jedoch keinen Ersatzanspruch, wenn die zerstörte Wohnung aus Erfinden städtebaulicher Planungen oder wegen bereits festliegender Fluchtlinienpläne nicht mehr aufgebaut werden soll. Für die Errichtung von Ersatzwohnungsbauten für die durch Luftangriffe zerstörten Wohnungen hat das Reichsarbeitsministerium Mittel zur Verfügung gestellt, aus denen Wohnungsbauten für obdachlos gewordene Volksgenossen gefördert werden sollen. Diese Mittel stehen außerhalb der Kriegs- sachschädenregelung und des Sozialen Wohnungsbaues. Sie sollen in erster Linie Lücken in der Finanzierung schließen, sollen jedoch nur zum Bau Gestern abend entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe, gute, treu- sörgende Mutter und Schwiegermutter Frau Marie Serth Wwe., geb. Lang kurz vor Vollendung ihres 49. Lebensjahres. Ihr Leben war Arbeit, Treue und Pflichterfüllung. jn jefer Trauer 3 Elli Serth Heinz Ebschner, Bräutigam im Namen aller Angehörigen. Gießen, den 11. August 1942. Die Trauerfeier findet Mittwoch, 12. August, 15.15 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. — Beileidsbesuche dankend verbeten. 03891 Bewährte Hilfe für alle, die an Fußflechte leiden. Die häßliche und übertragbare Fußfiechte, die der Arzt Dermatomykose nennt, kann auch die saubersten Menschen befallen. Die feuchten Stellen, schmerzhafte Hautrisse zwischen den Zehen und unter den Fußballen, entstehen durch einen Pilz, der in Wärme, Feuchtigkeit und starker Schweißabsonderung besonders gedeiht. Befeuchten Sie morgens und abends die von der Fußflechte befallenen Hautstellen mit Ovis, dem erprobten Desinfektionsmittel für Füße. Ovis dringt tief in die Oberhaut ein und tötet die Pilzbildung schnell und schmerzlos ab. Beobachten Sie Ihre Füße täglich. Bei den ersten Anzeichen, die auf Fußflechte schließen lassen, verwenden Sie sofort Ovis. Alpine Chemische A.-G., Berlin NW 7. i643v Raum 1 treten Kai Men. 6h • ;t Kräflegr Akte ihr, "gen und "gebiet so, ’ie.Jloro 1 11 Ti ?00 BRT. östlich infam Achtung e 'örtlich^ lfllingt( *« aufeett, ,6f mit y ** Jl ' ® Baum Macht a S Wen ,ie seine h J» Wlde, *Wtuppe Van, 'Metb, Ntpätf i6es 3c *>fei Sä' ;Stan” > *■ »Punft l !? 0 ff Eh e,nb Et?** ■'n7«m von.wohnungspolitisch einwandfreien Häusern gebraucht werden bei der Voraussetzung, daß die übrige Finanzierung auf den üblichen Wegen durch Eigengeld und Hystothekenaufnahme auf dem privaten Kapitalswege dovgenommen wird. Diese Reichsdarlehen weiden grundsätzlich mit 3 v. H. jährlich verzinst und sind mit mindestens 1 v. H. ' ' " ' " nicht Bahnbofstr.66v | Kaufgesuche | Suche sofort ein Paar kräftig, gut eingefahr. flotte Fahrstiere. Altevu.Preisang. u.2443Da.G.A. Elektrischer MlsWnk f. Wechselstrom, 220 Volt, zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 2440Da.d.G.A. Gebrauchter GMMen gut erhalten, zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 03861 a.d.G.A. Gebr. kleiner Herd z. kaufen gesucht Erhard, Wieseck, 03875 Gießener Str.73 Gebrauchter Sauerkraut- ständer (evtl, auch Faß) etwa 80 Pfund fassend,zu kaufen gesucht M4gd Liebigstratze 33. alle lästig. Haare Leberstecken und sonstigen Schönheitsfehler entfernt für immer Frau B. Gulden seit1935 Fr.W. Henkel Am Riegelpfad 32. Svrechstund.jetzt Mittwochs,Gießen 9-17 Uhr dnrehg. Erdbeerptaen gratis geg. diese Anzeigengebühr abzugeben «387« Hindenburg- wall 22 II. Stud.Konzert Sänger sucht in Gießen Familie, die sehr mufikliebend ist, zw. gemeinsam. abenülichenKon- zertierens kenn, zu lernen. Gest. Zuschr. u. 03887 an d. 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