Donnerstag. U.ZuniM2 Eichener Anzeiger 192. Jahrgang Nr.^ (Lricheinl lagt ich, außer Sonntags und Feiertags Beilaaen: Gießener ^amiltenblötter Heimat imNild-DieScholle Be-uasvreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Ferirsvreckiamcblnk 2251 Drahtanschrift • „Anzeiger" Pollfcheck 1168k s>ranss./M vrühlfcheUniversttätrdruckereiR. Lange General-AnzeigersürGberhessen Siehen?5chulstrahe 7-9 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*4 Uhr desBormiitags Anzeig en-Preife für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Familienan» -eigen und private Gelegenheitsan-eigen 14Rvf. t. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsan-eigen Platzvorichrift < vorherige Vereinbarung) 25°/0 mehr ■ :> - L T 4' , < y. O EW Kanada reich an Raum - arm an Menschen. Von unserem rey.-Berichlerstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Buenos Aires, im Mai 1942. Der Krieg hat die in dem britischen Empire ruhenden inneren Schwierigkeiten und Gegensätze in steigendem Maße an die Oberfläche gebracht. Nicht nur, daß es beinahe täglich deutlicher wird, wie schwer diese verschiedenartigen und weit voneinander gelagerten Teile zu verteidigen sind, mehr noch zeigt sich, daß ihr Eigenleben sich nicht auf die Dauer unterdrücken läßt. Vielmehr benutzen die Teile die allgemeine Verwirrung, um sich neu zu orientieren und ihre innere Selbständigkeit zu stärken. Gegenstand der größten Sorge Londons sind zweifellos die Dominien A u st r a l i e n und K a - n a d a, weil hier die mannigfachsten Fragen zu gleicher Zeit auftreten. Da Australien zur Zeit im Brennpunkt der Erörterungen steht, wollen wir uns auf Kanada beschränken. Der letzte größere Besitz einer europäischen Macht in Amerika verfügt über einen Umfang von 9 569 326 qkm, ist also fast so groß wie Europa und beinahe um 2 Millionen qkm größer als der geschlossene Landbesitz der benachbarten Vereinigten Staaten von Nordamerika, hat aber nur 11,1 Mill. Einwohner. In Kanada kommen also auf 1 qkm nur 1,2 Menschen, während in Europa 56 und in den Vereinigten Staaten wenigstens 16 den gleichen Raum besiedeln. Schon diese nüchterne Feststellung geht gleich an das schwierigste Bevölkerungsproblem des Landes. Es wird etwas günstiger, wenn man die weiten, klimatisch unbesiedelbaren Räume der Polarwelt Kanadas abstreicht. Aber dann bleibt für das bewohnbare Land immer nur noch die geringe Ziffer von etwa 3 Menschen auf 1 qkm übrig. Also läßt sich gegen die Leere des Raumes tatsächlich nichts Ernsthaftes sagen. Es ist dies eine höchst befremdliche Tatsache, wenn man bedenkt, daß es wenig Länder auf der Erde gibt, die über ähnliche Mengen von fruchtbaren Ackerböden, unübersehbaren Wäldern und ebenso ausgedehnten wie vielseitigen Bodenschätzen verfügen wie gerade Kanada. Im Grunde fehlt hier nichts, wonach ein Menschenherz begehren kann. Es bestehen auch keine nennenswerten Ein- wanderungsverdote, die sich als ein Hemmnis der Besiedlung erwiesen hätten. Vielmehr muß man feststellen, daß die Statistik der Bevölkerung Kanadas so ziemlich alle in Betracht kommenden Völker aufweist, allerdings mit Ausnahme einiger Haupt- gruppen von jedem Volke doch nur verhältnismäßig wenig Vertreter. Es ist leicht begreiflich, daß wenigstens die Hälfte der Bevölkerung englischer Herkunft ist. Wenn daneben ein Viertel der Gesamt- bevölkerung von Franzosen gestellt wird, so erklärt sich das aus der Geschichte des Londes. Es wurde nämlich zuerst von den Franzosen besiedelt und erschlossen. Die heutige Millionenstadt Montreal (= Königsberg) in Ostkanada kann in diesem Jahre ihr 400jähriges Jubiläum feiern. Durch den in Amerika durchgefochtenen Siebenjährigen Krieg gelangte 1763 dieser älteste französische Kolonialbesitz in englische Hand. Er benutzte jetwch nicht die Gelegenheit des Abfalls der Neuenglandkolonien vom Mutterland 1776, um sich dem neu sich bildenden Staatswesen der Vereinigten Staaten anzuschließen. Vielmehr bildete sich in Kanada ein ganz merkwürdiges Treueverhältnis gegenüber der englischen-Krone aus, das in religiösen Gründen seine Ursache besaß. Die Franzosen waren von Haus aus Katholiken. Sie sehen dieses Bekenntnis in dem englischen Bereich besser geschützt als in den Vereinigten Staaten mit dem vorberrschenden Sektierertum und der in diesem steckenden Unduldsamkeit. Damals und noch lange später bezeichneten sich die Franko-Kanadier als „treueste Untertanen" Seiner Majestät des Königs von England. Nicht mit Unrecht! In dem verflossenen Jahrhundert erwies sich die Beeinflussung der britischen Kanadier von den Angelsachsen in den Vereinigten Staaten her als außerordentlich stark, hauvtsächlich gestützt durch die vielfältigen wirtschaftlichen Beziehungen über die bequeme Landarenze. Es war deshalb ein geschickter politischer Schachzug, aber auch ein Gebot kluger Erkenntnis, daß die Londoner Regierung 1867 den kanadischen Besitzungen in der Gestalt eines Bundesstaates das Dominion- Statut verlieh und ihnen dadurch weitgehende Selbstverwaltung mit eigener Regierung und Volksvertretung gab. Durch diese demokratischen Maßnahmen wurden die besonderen Bevölkerungs- Probleme in Kanada aewiffermoßen ins Lebe» gerufen.^ Das nationale Empfinden der Franko-Kanadier erwachte dagegen in dem Maße, wie die religiösen Besorgnisse in bezug auf den südlichen Rach- barn zurückgingen. Da eine Wiedervereinigung nut Frankreich außerhalb jeder Möglichkeit lag, so zielten die Bestrebungen dahin, eine stärkere Einflußnahme des französischen Volkselements auf Regierung und Verwaltung durchzusetzen. Im Laufe der Zeit fanden diese Bestrebunaen eine merkwürdige Unterstützung. Während das Britentum sein Ueber- gewicht nur durch Zuwanderung aus dem britischen Empire aufrechterhalten konnte, fing das ?xran= zosentum an — ganz im Gegensatz zu Altfrankreich — von Innen heraus in bemerkenswerter Weise zu steigen. Die tiefwurzelnde Religiosität der .zranko- Kanadier bedingte einen Kinderreichtum, der das Britentum mit Sorgen an die Zukunft denken laßt. Heute kommen auf" 1OOO Einwohner im ^hre bereits 25 Kinder französischer und nur 16 britischer Herkunft. Die Rechnung für die Zukunft ist mit dieser Feststellung leicht aufgemacht. Zugleich erklären sich aber auch der Nachdruck der französischen Forderungen und die Rücksichtnahme, welche die Regierung ihnen schuldet. Daß in der fanabifmen Bevölkerung sich auch ein starker deutscher Em- schlaa befindet, ist bekannt. Bloß fvielt er trotz seines Umfangs (über 400 000 Menschen) politisch nur eine geringe Rolle. Zudem neigt er naturgemäß zum Anqelsachsentum und wird dadurch von diesem stark aufgesoqen. . ....... Die Menschenleere des Raumes wie die völkische Zersplitterung wirken sich in eigenartiger Weise aus. Der ersteren glaubt man begegnen zu können, indem man die Menschheit an den bevorzugten Gebieten des Ostens, wo Landwirt- chaft und Industrie sich ergänzend die Hand reichen, zusammenballt. Dadurch wird aber nur erreicht, daß das übrige Land noch leerer wird, d. h. es wird zugleich abschreckender, weil ja schließlich der Mensch nicht ohne Geselligkeit sein kann. Hier liegt das vielleicht empfindlichste Bevölkerungsproblem in Kanada vor, besonders wenn man berücksichtigt, wie sich unter solchen Verhältnissen die soziale Gliederung des Volkes entwickelt hat. Bei dieser sieht man einen interessanten Parallelfall: Im Jahre 1937 lag die Sache o, daß 56,2 v. H. der Bevölkerung ein Einkommen Tokio, 10. Juni. (Europapreß.) Das Kommunique über die gleichzeitigen japanischen Angriffe auf die Aleuten und Midways, die zu einer Besetzung mehrerer Stützpunkte auf den Aleuten durch die Japaner führten, wird von der Tokioter Presse eingehend kommentiert. Mit dem Angriff auf die Aleuten, schreibt ,Nicht Nicht", habe die strategische Lage im Nordpazifik eine völlige Umkehrung erfahren. Aus der Bedrohung Japans vom Nordpazifik aus fei jetzt eine Bedrohung der USA. aus dieser gleichen Richtung geworden. Die Angriffe auf die Midways und die Aleuten bedeu- deten aber weit mehr. Sie bewiesen, daß die Streitmacht des Feindes ausdemWestpazifikver- trieben und daß die japanische Wehrmacht zu großen Operationen im Ost Pazifik angst r e t e n und damit in der Lage sei, das nord- amerikanische Fe st land ernstlich zu bedrohen. In einem Interview mit „Asahi" erklärte der im Ruhestand lebende Vizeadmiral S o s a , der Angriff auf die Aleuten habe Roosevelts letzte Route für Angriffe gegen Japan vernichtet. Die Besetzung Guams und W a k e s unmittelbar nach dem Debakel von Hawai habe bereits die Hoffnungen der USA. zerschlagen, Angriffe gegen Japan über Tokio, 10. Juni. (Europapreß.) Die nach dem Bericht des japanischen Hauptquartiers an mehreren wichtigen Punkten der Aleuten durchgeführten Landungen japanischer Heeresverbände stellen, wie von maßgebender Seite erklärt wird, den ersten Vorstoß in das Vorfeld des amerikanischen Konti- nental-Derteidigungssystems dar. Diese erste bedeutsame Offensive der japanischen Wehrmacht gegen die Vereinigten Staaten wurde ebenso wie di^ Landungen im bisherigen Feldzug in Ostasirii, mit großer Kühnheit unter engster Zusammenarbeit aller Wehrmachtsteile durchgeführt. Am 4. und 5. unternahmen japanische Flottenstreitkräfte See- und Luftangriffe gegen Dutch-Har- bour und andere militärisch wichtige Punkte auf den Aleuten, denen am 7. Juni Landungen an mehreren wichtigen Punkten folgten, an denen Verbände des Heeres beteiligt waren. Die Kämpfe dauern noch an. Während die Operationen gegen die Aleuten im Gange waren, griffen am 5. Juni Verbände der japanischen Flotte die amerikanische U-Boot- und Flugbasis auf den M i*d w cM - I n s e l n an, wobei sie in einen Kampf mit einem Midway zu Hilfe eilenden amerikanischen Geschwader gerieten. Sie fügten den militärischen Einrichtungen auf den Midways sowie den am Kampf beteiligten amerikanischen Flotten- und Luftstreitkräften Verluste und Beschädigungen zu. Dieser gegen die Midways geführte Flottenvor- von weniger als 1000 Dollar bezogen und 23,7 v. H. ein solches von unter 1500 Dollar. Der Vergleich mit der Bevölkerungsstauung im Osten Kanadas wird dadurch versinnbildlicht, daß 11000 Einkommenempfänger an der Spitze der Stufenleiter über das gleiche Einkommen verfügten wie 400 000 ihrer Mitbürger an ihrem Fuße. Wer kann hier das Wort von der typischen Plutokratie, wie sie den Angelsachsen eigen ist, unterdrücken? Es wird noch unterstützt durch einen Hinweis auf die Lebensverhältnisse im Lande. Man mußte feststellen, daß von 100 Kanadiern, die' vom 25. bis 65. Lebensjahre im Arbeitsprozeß standen, bis zu dessen Ende bereits 36 starben, nur einer wurde reich, vier wohlhabend, fünf lebten noch von ihrer Arbeit, aber 54 konnten sich nicht mehr selbst ernähren. Von welcher Seite man also die Bevölkerungsprobleme in Kanada anfaßt, überall erhält man dasselbe Bild: sie verlangen nach Abhilfe aus einer ständig unmöglicher werdenden Lage! die mittlere pazifische Route durchzuführen. Inzwischen sei auch die südliche Route für Schläge gegen das japanische Mutterland versperrt worden. Die einzige Angriffsroute, die bis vor kurzem noch intakt und in amerikanischen Händen gewesen sei, sei die nördliche Route über Alaska und die Aleuten gewesen. Sie sei allerdings nur im Sommer benutzbar. Die Landung japanischer Marinestreitkräfte auf den Aleuten habe nunmehr jede vom Norden her kommende amerikanische Angriffsdrohung fürJapan b e - feitigt. Japan laufe jetzt nicht mehr Gefahr, im Rücken bedroht zu werden. Nach Ansicht von .Zomiuri Schirnbun" ist Javans strategische Lage nunmehr völlig gesichert, selbst amerikanische Angriffe mit Bombenflugzeugen würden nach der Blockierung der nördlichen Angriffs- route in hohem Maße ausgeschaltet. Die feindliche U-Boot-Waffe müsse sich jetzt nach neuen, weitabgelegenen Stützpunkten umsehen. Das Tschungking- Regime sei isolierter denn je und auch die Lage Indiens und Australiens habe sich weiter verschlimmert. „Tschugai Schogyo" führt aus, daß die Operationen gegen die Aleuten als Vorspiel für einen japanischen Angriff auf das nordamerikanische Festland angesehen werden könnten. stoß scheint als Flankendeckung für das Unternehmen gegen die Aleuten gedacht zu fein. Der hierbei von japanischen Seestreitkräften errungene Erfolg wiegt um so schwerer, als durch den Verlust von zwei weiteren Flugzeugträgern der Bestand der amerikanischen Flotte an diesem für die Fernkriegführunb zur See wichtigsten Schiffstyp nahezu erschöpft ist. Diese Tatsache rechtfertigt die Verluste der japanischen Flotte, die aus allen bisherigen Kämpfen so gut wie völlig intakt hervorgegangen war und nach wie vor seestrategisch im Stillen Ozean und auch im Indischen Ozean zahlenmäßig überlegen ist. Kapitän Hiraido von der Presseabteilung des japanischen Hauptquartiers ging auf die inneren Zusammenhänge zwischen dem Angriff gegen die Aleuten und den Operationen gegen die Midway- Jnseln ein. Die japanischen Operationen gegen die Aleuten seien nur auf geringen Widerstand gestoßen, weil die nordamerikanischen Kräfte durch den gleichzeitigen Angriff auf die Midways im mittleren Pazifik gebunden worden seien Dadurch, daß es den japanischen Flugzeugen gelungen sei, durch ihren Angriff auf die Midway-Jnseln die nordamerikanischen Flugzeugträger aus ihren dortigen Schlupfwinkeln hervorzulocken, habe der groß- angelegte strategische Plan der japanischen Marine zum Erfolg geführt werden können. Angesichts der Größe der japanischen Operationen, die sich über Des Führers Abschied von Reinhard Heydrich. Unser Bild zeigt den Führer nach der Kranzniederlegung vor dem Sarge des Toten beim Staatsakt in der Neuen Reichskanzlei. — (Scherl-Bilderdienst.) Die strategische Lage im Pazifik völlig umgekehrt Rach den japanischen Angriffen aus Aleuten und Midways. Die japanischen Landungen aus den Meuten. Erster Vorstoß in das Vorfeld des Kontinental-Verteidigungssystems der USA. Oie Hebelarme von Hawai. Die japanischen Aktionen bei den Midway-Jnseln und den Aleuten hängen zeitlich und ursächlich zusammen. Ein Blick auf den Stillen Ozean zeigt eine ungeheure Fläche zwischen den beiden amerikanischen Kontinenten auf der einen, Asien, Australien und Neuseeland auf der anderen Seite. Die japanischen Aktionen scheinen sich in dieser Unermeßlichkeit des Riefenmeeres zu verlieren. Ganz anders ist das Bild, wenn wir einen festen Standplatz auf Hawai einnehmen. Hawai war — bis zum 8. Dezember — die Ausgangsstellung der Vereinigten Staaten für eine in den westlichen Pazifik ausstrahlende offen- ive Strategie. Drei Hebelarms gedachten sie von hier aus zu bedienen: den nördlichen Hebelarm in Richtung auf Dutch Harbour, den mittleren Hebelarm in Richtung Midway—Guam—Manila und den üblichen in Richtung auf Neu-Guinea—Ozeanien, wo wir die Samoa-Inseln als Zielpunkt annehmen. Die Japaner haben den mittleren Hebelarm, den die USA. von Hawai aus zu bedienen gedachten, zuerst lahmgelegt. Sie haben Guam und die Wake-Insel besetzt und durch ihre absolute Vormachtstellung im Südchinesischen Meer den mittleren Hebelarm gegenstandslos gemacht: Es gibt hier nichts mehr aus den Angeln zu heben. Die Kämpfe in den Gewässern der Midway-Jnseln haben die Japaner bereits im Angriff, die Amerikaner in der Verteidigung gezeigt. Ziel des japanischen Angriffs war die Zerschlagung der hier zusammenge- 30 gen en Verstärkungen der USA. Das ist gelunaen. Insbesondere sind die Verluste der USA. an Flugzeugträgern schlechthin katastrophal. Das japanische Hauptquartier, das in seinen Mitteilungen sehr vor- ichtig ist, gab am 8. Juni in einem zusammenfas- enden Uebevblick die Versenkung von insgesamt drei USA.-Flugzeugträgern (bei Hawai am 12. Januar und im Korallenmeer) bekannt. Jetzt kommen zwei weitere USA.-Flugzeugträger von modernstem Typ hinzu. Der Kamps war erfolgreich, aber schwer: Die Japaner melden die Versenkung eines eigenen Flugzeugträgers und die schwere Beschädigung eines zweiten Flugzeugträgers und eines Kreuzers. Die Landung der Japaner aufben Aleuten trifft den nördlichen Hebelarm der Vereinigten Staaten. Schon in den ersten Junitagen setzten japanische Flugzeuge zu einem Doppelangriff auf Dutch Harbour an. Die jetzigen Landungsoperationen, die örtlich nicht näher bestimmt sind, tragen die japanische Offensive — auch hier wird die Zu« rückdrängung der USA. in die strategische Verteidigung offenbar — auf altameritani® jches Gebiet in der unmittelbaren Nähe Alaskas, und zwar in der Jahreszeit, die für diese unwirtlichen Gegenden allein in Frage kommt. Es kann sein, daß die auch im Sommer häufigen starken Nebelbildungen den Angriff auf die Aleuten erleichtert haben, während die Hauptkräfte der amerikanischen Flotte und Luftwaffe bei den Midways reichlich beschäftigt waren. Die japanischen Landungen auf Neu-Guinea und auf den Salomon-Inseln sowie die Seeschlacht im Korallenmeer (vom 6. bis 8. Mai) haben schließlich die USA. auch bei der Bedienung des südlichen Hebelarmes in verlustreicher Verteidigung gezeigt. Die O f f e n s i v l i n i e der amerikanischen Kriegsflotte war Dutch Harbour—Singapur—Port Darwin. Die Verteidigungslinie beginnt auch bei Dutch Harbour, läuft aber über die Midway- und Hawai-Jnfeln nach Samoa. Sie liegt 6000 Kiloweite Räume erstreckten, habe das Opfer der versenkten bzw. beschädigten Kriegsschiffe vorausgesehen werden müssen. Der Feind habe das Märchen in die Welt gesetzt, die USA.-Flotte habe bei der Midway-Jnsel zwei japanische Flugzeugträger versenkt, zwei weitere schwer beschädigt und auch drei Schlachtschiffe versenkt. Es sei jedoch merkwürdig, daß der Feind die japanische Amree und Marine an einer Landung und an einer Besetzung der westlichen Aleuten- Jnseln nicht habe hindern können, ebensowenig wie die Beschießung Sydneys. Eine derartige Agitation sei also nichts anderes als eine Bestätigung des japanischen Sieges. Die Japaner hätten die westlichen Aleuten-Jnseln lediglich deshalb besetzen können, da der Feind infolge des starken japanischen Angriffs auf die Midways nicht in der Lage gewesen sei, Verstärkungen nach den Aleuten zu senden. Damit hat die japanische Marine bereits die internationale Datumslinie ubersch r i 11 en und operiert im Ostpazifik. Die Besetzung der westlichen Aleuten setzt dem Feind die Schwertspitze an die Kehle. Nur noch zwei Flugzeugträger der LlGA. Tokio, 10. Juni. (DNB.) Nach der Versenkung von zwei amerikanischen Flugzeugträgern vom Typ „Enterprise" und „Hörnet" bei der Midway-Jnsel, hoben die Vereinigten Staaten, die vor Kriegsbeginn sieben Flugzeugträger besaßen, nur noch zwei Flugzeugträger, da die japanische Flotte vorher bereits drei amerikanische Flugzeugträger versenkte, einen der „V 0 r k t 0 w n"-Klasse und einen der „S a r a t 0 g a"-Klasse in der Schlacht im Korallenmeer und einen der „Lexing10 n"- Klasse am 12. Januar westwärts von Hawai. Wahrscheinlich werden die Vereinigten Staaten jetzt den Umbau von Handelsschiffen in Flugzeugträger beschleunigen, um die Lücken wieder aufzufüllen, jedoch ist die Leistungsfähigkeit der umae- bauten Flugzeugträger natürlich viel geringer. Die noch verbleibenden amerikanischen Flugzeugträger der „Range r"-Klasse von 14 500 Tonnen sind im Jahre 1933 vom Stapel gelassen und im Jahre 1934 fertiggestellt worden. Sie besitzen eine Geschwindigkeit von 29,5 Knoten und können 80 Flugzeuge und eine Bemannung von 1000 bzw. 788 Mann mitfüh. ren. Wie weit die bei Kriegsbeginn noch im Bau befindlichen fünf Flugzeugträger der „Hovnet"-Klasfe (20 000 Tonnen) fertiggestellt find, entzieht sich natürlich der Kenntnis. punkt. Dr. Ho. von Aus dem Reich Merkwürdiges von alten Theaterzetteln rooouraj m Peden Kapiteln das Leiden ins" — Der Rott' Christi dargestellt wird usw." Handschriftlich ist vor-1 verhandelte Braut" 10. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Vor Sewastopol gelang es in harten Kämpfen und durch die Luftwaffe wirksam unterslühk. weitere Festungsantagen zu nehmen. Bei örtlichen Kampfhandlungen südostwärts des Ilmensees wurden in der Zeit vom 3. bis 6. Juni 4 8 3 feindliche Kampf st ände vernichtet. An der Wolchow- $*t onk scheiterten konzen- trische Angriffe des Feindes gegen einen Brückenkopf an der tapferen Haltung -er Besatzung. Im I Nahkampf vernichtete sie am 8. und g. Juni 2 4 Panzer. 3n Nordafrika fanden auch gestern heftige Kämpfe statt. Feindliche Gegenangriffe wurden blutig abgewiesen. Die Luftwaffe griff in der vergangenen Nacht das Hafengebiek von Great Yarmouth mit Bomben schweren Kalibers an. Unterseeboote versenkten in amerikanischen Gemässem acht feindliche Handelsschiffe mit zusammm 41 000 BRT. sowie einen Bewacher und beschädigten ein weiteres großes Handelsschiff durch Torpedokreffer. An der kanadisch e n K ü st e wurden zwei Fischkutter durch Artillerie versenkt. Häfen zum größten Teil lahmgelegt. Der Warenaustausch zwischen Argentinien und den USA. mm) nur noch von argentinischen Schiffen mahrgenommen und außerdem durch die am 2. Juli in Kraft tretenden neuen nordamerikanischen Ausfuhrbeschränkungen behindert. Es herrscht kein Zweifel darüber, daß Argentiniens schwierige Lage von heute auf morgen behoben werden könnte, wenn Ar- 41000 VRT. in amerikanischen Gewässern durch Movie versenkt Sine ZentralverkehrSleitstelle der Reichsbahn. Um eine den Bedürfnissen der Kriegswirtschaft -entsprechende Verteilung der Transporte im gesamten Reichsgebiet sicherzustellen, hat der Reichsverkehrsminister eine Zentralverkehrsleitstelle am Sitz der Generalbetriebsleitung Ost der Reichsbahn in Berlin errichtet. Zu ihren Aufgaben gehört die planmäßige Versorgung mit Eisenbahnladeraum und die Entscheidung darüber, welche Güter vordringlich sind. Weiterhin wird sie dafür sorgen, daß die für die einzelnen Transportmittel festgelegten L^ade - und Löschfristen eingehakten werden, und von der Zwangsbe- und entladung unverzüglich Gebrauch gemacht wird. Schlafwagenplätze nur für kriegswichtige Reisen. Vom 15.Juni ab werden Bettkarten" 1. und 2. Klasse mährend der Vorverkaufsfrist bei Reisen im Auftrage einer Behörde, Parteistelle oder Firma nur gegen die schriftliche Bestätigung dieser Stellen verkauft, daß es sich um eine dringende- kriegswichtige Dienst- oder Geschäftsreise handelt und die Schlafwagenbenutzung auch unter Berück- Oer Wehrmachtbericht. DNV. Aus dem Führer Hauptquartier, ■ AL..1_____S. . v w , * „ , 1 sche" Abendmahls an, hinter dessen leinenbedecktem Tisch der Herr und die Jünger auf Schinken und steinerne Altbierkrüge schauen, noch einmal des Lebens und ihrer Gemeinschaft froh, bevor das Martyrium von Gründonnerstag und Karfreitag beginnt. In den anderen Kirchen prägt sich bei aller ungewandelten Hoheit das Land tief aus; sie sind Westfalen. Maria zur Wiese aber hat den freien Atem der Welt, den pfingstlichen Geist der großen Gotteserde. Nur die kleine Nikvlaustapelle, das Gotteshaus der Schleswigfahrer, ist ihr trotz größeren Alters verwandt; sie birgt als erlesenste Kostbarkeit das einzige Tafelbild, das die Stadt von ihrem Meister Konrad behielt. St. Nikolaus steht darauf niit Johannes dem Täufer und dem Evangelisten, der heiligen Barbara und St. Katharina. Die Stadt, mitten im Binnenlands gelegen, sprach einmal doch auch zur See vernehmlich mit. Ihr Ge- setz, das sog. Statutarrecht, wurde für Lübeck und damit für die Hansa überhaupt maßgebend; eine niederdeutsche Fassung, die Schrae, ist mit zwei Handschriften des Sachsenspiegels, dem Nequam- buch, einer semgerichtlichen Sammlung, etlichen Luther- und Melanchthonbriefen im Stadtarchiv erhalten. Nebenan hat man die Gemäldegalerie zeitgenössischer Meister untergebracht; man staunt auch hier, was eine kleine, mit Kulturwillen geladene Stadt vermag. Soest hatte zur Hansezeit die reifste Blüte erreicht, etwa zwischen 1150 bis 1350. In der Soester rzehde von 1444 bis 1449 zeigte sie noch einmal, was zusammengeballte Kraft vermochte. Dann kam die mit ebensolcher Leidenschaft durchgeführte Reformation. -opr gehört Heinrich Aldegrever, Albrecht Durers Schüler, an, von dessen graphischem Werk, ™ M auf 288 gesicherte Stücke beläuft, die Stadt 236 in ihrem schönen Burgmuseum aufbewahrt. Der große Glaubenskrieg folgte und die friderizianische Zeit; Soest litt und verfiel, ihre Rechte wurden von ■reUr^ln beseitigt. Die Ruhe einer abgelegenen, gänzlich nebensächlich gewordenen Landschaft 'spann und Wälle, Giebel und Gärten grün ein Gelobt sei dieses Schicksal! Es erhielt die Stadt fast ganz frei von Ab- und Durchbrüchen, Verkehrsund Jndustriesorgen, Renovationen und Restaurationen einer künstlich, nicht künstlerisch rückwärtsgewandten Zett. Und als man endlich wieder sehen Soest, die ehrenreiche. Von Ludwig Bäte. Ich bin wieder in Soest. Es hat sich nicht viel verändert, Gott sei Dank! Diese Stadt muß so bleiben; man möchte, daß Wilhelm Pinder mit seinem Vorschlag durchdränge, sie als Nationaldenkmal von Reichs wegen in vollem Umfange zu erhalten. Denn dieser so unermeßlich begnadete Ort ist trotz Nürnberg, Dinkelsbühl, Ellingen, trotz Würzburg, Bamberg, Aschaffenburg einzigartig in Deutschland. Nicht nur der Kirchen, der Befestigung, einzelner Häuser wegen, sondern um seiner ruhigen mittelalterlichen Geschlossenheit willen, die kaum angegriffen, nur selten leise zerstört wurde. Soest liegt in seiner hellen fülligen Bördelandschaft, die August Kracht, Adolf v. Hatzfeld und andere wundervoll erfaßten, wie ein schmerbeladenes Schiff, dessen hohe Turmmasten weit über das Gemoge der gelben Roggen- und Weizenfelder vorstoßen. ' Da steht der Turm von St. Patroklus, wie ein oerber unbeugsamer Bauer Westfalens und doch er sullt-von selbstbewußtem italienischen Städteqeist der Stauferzeit. Da häkeln die schlanken Spitzen'der Wiejenkirche in die dunklen Gewitterwolken St Petri steigt auf. St. Pauli, St. Thomä und die Brunsteinkapelle. Maria zur Höhe hebt sich aus ihren Linden, die Nikolauskapelle duckt sich in die gewaltige Nachbarschaft des Patroklusdomes, und das Ofthofentor des hessischen Meisters Porphyrins beweist, wie sich eine Befestigung am Ende des Mittelalters zugleich kraftvoll und anmutig lösen ließ. Die Raumstimmung'der Kirchen ist vielleicht noch schöner, vor allem in St. Maria zur Wiese, mit deren Bau man bald nach 1300 begann. Man fing mit den Chören an; die Türme stammen aus viel Ipaterer Zeit, ihr letztes Gesicht erhielten sie erst, als man im vergangenen Jahrhundert den Kölner Dom neu aufzubauen anfing. Was dabei störte, hat man nach dem letzten Kriege mit Geschmack und Geschick entfernt. Doch entscheidet die Halle, die nur das unbedingt notwendige Gerüst stützt, eigentlich fast ganz. Alles ist Licht, Glut, Sonne; man übersieht beinahe die edlen Einzelheiten des herrlichen Raumes, seine Plastiken und Gemälde und hält allenfalls vor der erdhaften Ursprünglichkeit, des gläsernen westfäli-1 lernte, schälte man behutsam ab, was billige Tünche lieblos verschmiert und verkleistert hatte. Jetzt ist eine Fahrt nach Soest wieder eine Reise ins deutsche Mittelalter; alles prangt wie einst, eingebettet in öen Schaum der blühenden Kirschengärten im Mai, m das sommerliche Gleißen der Felder, in das Rostrot des Herbstes und den Weihnachtsschnee des holden Soester Glorias auf dem Turme St. Petri. Und immer stehen die hohen Kirchen offen und auch die vielen, unglaublich vielen Kneipen einer ungemein lebenszuversichtlichen Bevölkerung, und wer um die satten Tage des von der Kniegsfortuna herher verschlagenen Simplizius Simplizissimus weiß, der ahnt bald, wie sich äuch darin nichts geändert hat. Es wäre auch schade, wenn die Mauern nur Stein und Kunstgeschichte geblieben wären. sichtigerweise darunter geschrieben: „Sofern sich das Wetter zur Klarheit anschicken wird." Unter den Ankündigungen der späteren Theater- zettel sind besonders beliebt die Entschuldigungen des Prinztpals, der für spätere Aufführungen noch immer Besseres verspricht. So bemerkt zum Beispiel Mann Johann Carl von Eckenberg, der 1739 mit seinen „von Jhro König!. Majestät in Preußen allergnadlgst priviligierten Hofkomödianten Seiltänzern, Volttgirern und Luft-Springern" auftrat, auf einem Theaterzettel vom 14. Oktober: „Wenn etwa unsere gestrige Arbeit und vorgestellten ^xercitien nicht nach genügsamer Contentement einer angewesenen Assemblö repräsentieret werden, verhaftet man, solche zu excusieren, weil es der Anfang gewesen, promittiren aber anbei, was in ge- nuglamer Vergnügung gestern manquiret, anheute m t desto mehrern Fleiß zu ersetzen." Die Bitte um guten Besuch wird häufig unter Anführung der L- Fanillienverhältnisse vorgebracht, ebenso die Bitte an das verehrte Publikum, die Bühne nicht zu betreten. Die Ankündigung, daß ein Theaterspiel stattfinden werde, geschah bis tief in das 17. Jahrhundert hinein gewöhnlich durch Ausrufer, die mit Trommeln und Trompeten, von der ganzen Truppe begleitet, durch die Straßen zogen und umständlich mitteilten, welch großartiges Schauspiel das verehrliche Publikum zu sehen bekommen würde. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts bürgerte sich der Theaterzettel bei den Wandertruppen immer mehr ein, und er enthielt manchmal sehr lange Inhaltsangaben der stucke, so daß engbedruckte Folioblätter auf beiden Setten gefüllt waren. Oft aber wurde er auch ausgiebig zu Anpreisungen und zu allen möglichen Mitteilungen benutzt, die sich auf einem Theaterzettel sehr sonderbar ausnehmen. Vorläufer des Theaterzettels gab es an einzelnen Stellen allerdings schon vor dem 17. Jahrhundert. Der erste -Theaterzettel, der uns erhalten ist, war eine geschriebene Ankündigung einer Passionsaufführung m Hamburg in. niederdeutscher Sprache. Der älteste gedruckte Theaterzettel bezieht sich auf eine Auf- suhrimg m Rostock im Jahre 1520 und beginnt mit den Worten: „Durch Gunst und Erlaubnis der geistlichen und der weltlichen Obrigkeit wird man hier am kommenden Sonntag zu der Ehre Gottes ein schönes inniges und bedeutsames Spiel veranstalten üom ötanö der Wett und sieben Altersstufen der Menschen, wodurch in sieben Kapiteln das Leiden Die ungewollte Komik ist in den barocken An- Preisungen all der Wunder, die in den „Maschinen- tomobien gezeigt werden, für den heutigen Leser ubermaltigend; das damalige, noch nicht so skeptische i-ubttkum nahm es aber sehr ernst, wenn ihm zum Beispiel m einem Zettel der „Neuberin" in dem rcxaulp,e -ruchlosen Leben und erschrecklichen S"b,L?cs wel bekannten Erz-Zauberers Dr. Johann ^aust mitgeteilt wurde, man werde sehen- ,Ein. Rabe kommt aus der Luft und holt die Handschrift oes Dr. Faust. Ein fürmitziger Hofbedienter, welcher den Faust verspottet, bekommt sichtbarlich Hörner an der Stirn. Ein Bauer handelt dem Dr. Faust em Pferd ab, und sobald er es" reitet, verwandelt " r'lS 55 bündel Heu. Hans Wurst will gern »iel Qielö haben; ihn zu vergnügen, läßt Mephisto- pheles Gold regnen usw." — Um dem Publikum öurd) den Titel einen größeren Anreiz zu geben, wurde oft noch ein zweiter Titel angehängt, also zum Beisplssl „Emilia Galotti oder der hinter- gangene Fürst". — „Minna von Barnhelm ober der Ma,or mit dem steifen Arm". — „Romeo und « der unvermutete Ausgang auf dem Kirchhofe — „Claoigo oder das Leichenbegäng- ^Postzug ober die um einen Zug Pferde I VA 1U • L V p v - ■w •»•••• 8 Stockholm, 10. Juni. (Europapreß.) Die . den USA. gegen Argentinien verhängten wirtschaftlichen Maßnahmen, mit denen das Land gezwungen werden soll, seine Neutralität aufaugetren und auf die angloamerikanische Linie einzuschwenken, haben zu einer schweren Wirtschaftskrise in Argentinien geführt. Angesichts des Boykotts des Hafens von Buenos Aires durch die USA., deren Schiffe sich nur noch des Hafens von Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay am anderen Ufer der La-Plata-Mündung, bedienen, ist der Seeverkehr zwischen Buenos Aires und den USA.- stchtigung der kriegswichtigen Aufgaben der Reichsbahn dringend erforderlich und nach den Anordnungen zulässig ist. Cinzelbesteller, z. b. Freischaffende, müssen auf einem Vordruck eine schriftliche Erklärung abgeben, in der auf die strafbaren Folgen bei Inanspruchnahme eines Bettplatzes für andere Zwecke hingewiesen ist. Für Schwerkriegsbeschädigte und Verwundete sind Ausnahmen zugelassen. Für Reisen aus persönlichen Gründen (Erholung, Besuch usw.) werden Karten erst am Reisetage ab 15 Uhr verkauft. Bettkarten 3. Klasse sind ausgenommen. Oie Weimar-Festspiele. Auf den Weimar-Festspielen der deutschen Jugend werden die jungen Kulturschaffenden der Völker Europas zusammentreten. Arbeitsgemeinschaftender Jugendabordnungen werden Fragen der kulturellen Erziehung, der Pressearbeit, der Schrifttums- und Rundfunkarbeit der Jugend erörtern. Die Ausstellungen „Junges Schaffen", „Jugendbuch", „Jugendpresse und „Jugend und Theater" sowie die Verleihung eines Jugendbuch- und Musikpreises werden ein Bild des gemeinsamen Wollens vermitteln. An festlichen Aufführungen im Deutschen Nationaltheater sind Schillers „Räuber", Goethes „Faust" und Wagners „Meistersinger" vorgesehen, ferner die Ausführung von Fritz Helkes „Maximilian von! i Mexiko". Der Festvortrag eines italienischen Jugendvertreters über Dante und das Gemeinschaftskonzert der deutsch-italienischen Jugend sind Ausdruck der freundschaftlichen Zusammenarbeit der Jugend. Im ; Mittelpunkt der Kulturkundgebungen steht ein Fest» ; att mit der Rede des Reichsjugendführers Ax- ; mann. Auf der Schlußkundgebung wird Reichs- : (eiter v. Sch.ira ch sprechen. Zu den Veranstal- : hingen in Weimar vom 18. bis 23. Juni begrüßt [ die Hitler-Jugend Führerabordnungen aus Bulga- ; rien, Dänemark, Finnland, Kroatien, den Nieder- , landen, Norwegen, Rumänien, Slowakei, Spanien : und Ungarn sowie der flämischen und wallonischen ; Jugendorganisationen. Die Abordnungen nehmen : anschließend als Gäste der italienischen Staats- . jugend an der Kulturkundgebung in Florenz teil. Echwerkriegsverletzte im Handwerk. Ndz. Zur Wiedereinführung der Kriegsversehrten! in das Berufsleben äußerte sich auf einer Veranstaltung der Handwerkskammer Berlin der Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik der Berliner Charits und des Oskar-Helene-Heims, Professor Dr. Kreuz. Schwerverletzte, bei denen Bein-Amputationen erfolgten, seien wieder voll einsatzfähig in ihrem Berus. Bei Handverletzungen gäbe es entweder die Schaffung eines Ersatzes durch eine Kunsthand oder die Auswahl der ärztlichen Operationen in der Richtung, daß der Versehrte auch ohne Kunsthand wieder für seinen oder einen verwandten Beruf arbeitsfähig gemacht werde. In der Kru-- l e n b e r g - O p e r a t i o n habe sich eine Lösung gezeigt, Sie auch die natürliche Sensibilität der Haut berücksichtige. Ziel des ärztlichen Bestrebens sei es, auch bei Verlust der Hand die Berufsfreuds wieder zu wecken, so daß der Bersehrte in der Lage sei, an seinem alten Arbeitsplatz oder in einem verwandten Beruf vorrvärtszukommen. Lcmdes- handwerksmeister Lehmann bezeichnete es als eine der dornehmsten Aufgaben des Handwerks, für die Unterbringung kriegsversehrter Soldaten inden Handwerksbetrieben zu sorgen. Films zeigten, wie erfolgreich diese Bestrebungen sind. So kcmnten Schwerverletzte, die beide Unterarme verloren haben, für handwerklichen Einsatz beim Feilen, Drehen, Schmieden, Sägen usw. ausgebildet werden. Kleine politische Nachrichten. Gesandter Thomsen, der vom Führer mit dem Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes ausgezeichnet wurde, spricht am heutigen Donnerstagabend 19.45 Uhr, im Rund f un k über das Thema „Auf diplomatischem Vorposten in den USA." * Der spanische Außenminister Serrano Suner ist in Begleitung seiner Gattin nach Italien abgereist, wo er Gast des italienischen Außenministers Graf Ciano fein wird. * Der D u c e nahm unerwartet an einer Aufführung für italienische und deutsche Verwundete unb Soldaten in der Römischen Oper teil. Der Duce, der von Parteisekretär Minister Vidussoni begleitet war, wurde begeistert gefeiert und besichtigte anschließend die Ausstellung im Felde stehender italienischer Künstler. » * Englische Flugzeuge warfen erneut Spreng- und Brandbomben auf Tarent ab. Es entstanden einige Brände, die rasch eingedämmt und gelöscht wurden. Bisher wurden an Opfern 20 Tote und 74 Verwundete festgestellt. Die Bevölkerung bewahrte eine beispielhafte Haltung. ♦ „Italienische U-Boote versenkten im Attantik feindliche Handelsschiffe von insgesamt 38 000 Tonnen, von denen 27 000 Tonnen auf Tanker entfallen. Aus aller Welt. Bogoljubow schlägt Aljechin. 'Schon die erste Runde im Kampf der sechs Schachmeister in Salzburg brachte eine groBe Uebertaschung. Bogoljubow spielte sicher und verstärkte den positionellen Druck bis zur Eroberung von zwei Bauern. Dr. Aljechin, der in Zeitnot geriet, 'mufcte seine Züge fortgesetzt aus den stark drohenden Freibauern seines Gegners abstellen. Schließlich ging noch ein Bauer verloren und der vorrückende Freibauer zwang den Welt- meister zur Aufgabe. Der 18jährige Hamburger Nlaus Junge vermochte gegen den Europameister to t o I B (Schweden) das Stellungsübergewicht zu erlangen, geriet jedoch am Abend ebenfalls in große ■öeünot. Die Partie endete unentschieden. Die dritte Oie Aleuteu. Die A l e u t e n sind eine Inselgruppe, die von der Südwestgruppe Alaskas bis an die ostsibirische Halbinsel Kamtschatka reicht. Gleichzeitig scheidet sie das Bering-Meer von dem Stillen Ozean. Die Aleuten gehören zu dem USA.-Territorium Alaska und erstrecken sich in einem 2300 Kilometer langen Bogen zwischen dem 51. und 55. nördlichen Breitengrad, was etwa in seiner Ausdehnung der Entfernung von Königsberg in Ostpreußen nach Madrid entspricht. Die Aleuten werden von 150 Inseln gebildet, deren Gesamtfläche mit 38 000 Quadratkilometer etwas größer als die Mark Brandenburg ist. Sie werden aber nur von rund 1100 Eskimos bewohnt, die seit der russischen Herrschaft, die bis 1867 dauerte, neben ihrem Heimatdialekt auch russisch sprechen. Ihre Hauptbeschäftigung ist die Jagd auf Seetiere, die sie in kleinen, ungemein schnellen Booten geschickt zu erlegen verstehen. Die wichtigste der Inseln ist Unalaska, auf der der jetzt so viel genannte Hafen Dutch Harbour liegt. Die Insel ist mit ihren 3090 Quadratkilometern (und rund 800 Einwohnern) etwas kleiner als Braunschweig. Dutch Harbour liegt 2200 Kilometer von den Kurilen entfernt, einer Inselgruppe von ähnlich erdgeschichtlich-vulkanischem Aufbau zwischen dem eigentlichen Japan selbst und der yst- sibirischen Halbinsel Kamtschatka. Beängstigende Nekordzahlen. Lis s a b o n, 11. Juni. (Europapreß.) „Wenn Hitler die Seeherrschast gewinnt, dann ist es mit England zu Ende", stellt die „Daily Mail" fest, bis dahin wäre es anscheinend gar nicht mehr so weit. Wenn Hiller noch weiter nach Osten vordringe, wären die letzten Reste der britischen Blockade weggeräumt, und der bereits überlasteten englischen Schiffahrt würden neue Lasten aufgebürdet.' „Wo stehen wir eigentlich?", fragt das Blatt bann. Aus Len USA. eingetroffene Berichte besagten, daß die Verbündeten mehr Schiffe verlören, als sie bauen könnten, die Deutschen ihrerseits aber mehr U-Boote bauten, als die Alliierten versenken könnten. So hätten die Verbündeten in noch nicht mal fünf Monaten 250 Schiffe verloren. Ein anderer Bericht meldet, daß die Alliierten allein im Atlantik in der letzten Woche 24 Schiffe einbüßten. Das feien beängstigende Rekordzahlen. Wie unerträglich die Notlage des britischen Schiffsraumes bereits geworden sei, gehe auch aus dem Aufruf des britischen Ernährungsministers hervor, der die britischen Landwirte aufgefordert habe, weitere 500 000 Acres zu bebauen, damit die „ernsten Schiffsverluste" wettgemacht werden könnten. Staatspräsident Or. Hacha vom Führer empfangen. « e r l i n , 10. Juni, (DNB.) Im Anschluß an ba L.ICHTSPIEL..THEATER Gloria-Palast, Seltersweg: T O S C A 1790A Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Der scheinheilige Florian Tagt 3,5.15,8, So. 2.30,5,8 Uhr