rmttWoch.n.msrzmr |92. Jahrgang Nr. 59 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener .>amilienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschlutz 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Franks. M. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 81/» Uhr desBormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel 1 AbschlüsseÄlengenstaffelir Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/.mehr Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Der japanische Feldzug aus Java. Tokio, 11. März. (Europapreß.) Aus Frontberichten vom japanischen Feldzug auf Java wird jetzt bekannt, baß der holländische Widerstand von Anfang an nicht sehr stark gewesen ist, wozu die Enttäuschung über die ausgebliebene Hilfe durch Großbritannien und die USA. beigetragen haben dürfte. Hinzu kommt, daß der Hauptoerantwortliche für den Kampf gegen Japan, der Vizegouoerneur van Mook, rechtzeitig sein Heil in der Flucht gesucht hat. Der Feind konzentrierte seine Hauptmacht auf den westlichen Teil Javas mit Bandung als Mittelpunkt, während nur eine schwächere Gruppe bei Surabaya zusammengezogen war. Dieser Derteidigungsplan der Holländer war berechnet auf einen japanischen Angriff aus Sumatra. Die Japaner, die diese Massierung der feindlichen Streitkräfte im westlichen Teil Javas erkannt hatten, setzten ihren Hauptangriff zwar gegen diesen Raum an, jedoch nicht nur von Sumatra aus, sondern gleichzeitig auch durch einen Vorstoß von I n - dramay und Rem bang her, wo nach Vernichtung der feindlichen Flotte in den Seeschlachten vom 27. Februar bis 1. März erhebliche Truppenverbände gelandet worden waren. Die hervorragende Zusammenarbeit des rechten und linken Flügels der in West-Java operierenden Gruppen ermöglichte ein schnelles Vordringen durch die nördliche Küsten- ebene. Mehr als die Waffen des Feindes, der sich in das Gebirgsland zurückzog, erschwerte das Klima den Vormarsch der japanischen Soldaten, denen am Tage brütende Tropenhitze und nachts Mosk'toschwörme das Leben zur Hölle machten. Während Batavia von den niederländisch-indischen Truppen kampflos geräumt wurde, versuchte der Feind die bei Jndramay gelandeten Truppen durch starke Kräfte aufzuhalten in der Erkenntnis der Gefahr der völligen Abschnürung Ost-Javas von West-Java. Doch schlugen die Japaner die holländischen Panzerverbände, die hier eingesetzt waren, am 3. März vernichtend, nachdem bereits am 2. März der Flugplatz Kal'.djati durch schnell vorstoßende Verbände besetzt worden war. Arn 6. März erreichte der japanische Vormarsch aus dem Norden die Hauptstellung der holländischen Armee rund um Bandung. Der Feind schien bereit zu sein, auch diese befestigte Stellung auszugeben, japanische Flieger berichteten, daß die nach Tjilatjap führende Straße von Kolonnen und Fahrzeugen dicht gefüllt war. Die japanische Luftwaffe vereitelte den Fluchtplan durch die Vernichtung der bei Tjilatjap versammelten Transportflotte. Den letzten Anstoß zu dem Entschluß, um Waffenstillstand nachzusuchen, dürfte ein besonders genialer Schachzug der Japaner gegeben haben. Während der bei Rembang gelandete Ostflügel seine Hauptmacht auf Surabaya vorschob, schwenkte ein anderer Teil plötzlich nach Westen ein, um, in einem Gewaltmarsch in Tjilatjap vorbeistoßend, bis in die Gegend von Taskmalaya vorzudringen. Hierdurch war nicht nur der Rückzug der holländischen Armee nach Tjilatjap, dem einzigen Hasen an der Südküste, abgeschnitten, sondern auch die letzte Verbindung mit Ostjava so unterbrochen. Den Entschluß, einen Durchbruch zu versuchen, konnte die holländische Führung nicht mehr auf bringen; sie wählte statt dessen die Kapitulation. Rangun, die Hauptstadt Burmas. 'M •f < ter, sahen wir dicke schwarze Rauchsäulen von den Werften am Flußufer aufsteigen. Speicher und Ver- ladeanlagen, vollgestapelt mit Waren, die über die Burmastraße nach Tschungking gehen sollten, schwelten noch immer. Das war das Ergebnis der letzten japanischen Luftangriffe. Ein britisches Bankhaus und andere britische Gebäude standen als Ruinen da. Britische und Tschungkingchinesische Läden waren von der burmesischen Bevölkerung, die ahrzehntelang der britischen Habsucht ausgeliefert gewesen ist, geplündert. Die Burmesen, die in der Hauptstraße Ranguns dem japanischen Einmarsch zusahen, schwenkten Fähnchen mit der ansteigenden Sonne und riefen: „Banzai! Banzai!" Oie weiteren Operationen in Burma Berlin, 10. März. (DNB.) In Burma haben die Japaner nach der Besetzung der Landeshaupt- tadt Rangun die Ortschaft Tharrawaddy, 100 Kilometer nördlich von Rangun, mit Vorausabteilungen besetzt. Tharrawaddy liegt an der Eisenbahnlinie von Rangun nach Prome am Jrawadi. Andere japanische Abteilungen stoßen in westlicher Richtung auf den Hafenplatz Bassein im Jra- wadi-Delta vor und haben den Ort Maubin bereits erreicht. Die, Kampfhandlungen am Mittellauf des Sittang schreiten fort. Durch den Fall von Rangun haben die Japaner wertvolle Kräfte.freibekommen, die sie jetzt am nördlichen Sektor der Birma-Front einsetzen können. Churchills grundsätzlicher Fehler. Von Dr. Otto Kriegk, Berlin. Die gesamte politische Literatur Englands durchzieht ein Gedanke: England ist eine Weltmacht und nicht eine kontinentale Macht. Aber England muß zum Schutze der Zentrale seiner Weltmacht, der Insel, drei Punkte ständig im Auge behalten. Es darf niemals das Flottenübergewicht der Nordsee oder des Atlantischen Ozeans an eine europäische Macht abgeben. Eb darf niemals dulden, daß in Europa eine Macht entsteht, die so stark ist, daß sie Englands Vorherrschaft über Europa, die nicht mit militärischem, sondern mit wirtschaftlichem oder politischem Druck ausgeubt wird, gefährden könnte, vor allem aber darf England niemals zulassen, daß sich an der g e g e n u be r • liegenden Kanalküste eine Macht festseht, welche in der Lage wäre, die Insel militärisch Jr- gendwie zu gefährden, sei es durch eine Jnvasicm, sei es mit U-Booten, sei es gar mit der Luftwaffe. Wenn eine dieser drei Gefahren auftaucht, muß England einen Krieg führen. So lautet eine immer wieder von der Literatur und auch in den Denkschriften des Foreign Office wiederholte grundsätzliche Lehre der britischen Außenpolitik. Als Churchill auf Roosevelts Kriegshetze einging und die Politik der Mobilisierung des britischen Vol- kes zu einem neuen Krieg gegen Deutschland betrieb, hatte er zunächst schon den propagandistischen 3« knapp 48 Stunden 45 prit sche Flugzeuge vernichtet. Berlin, 11. März. (DNB. Funkspruch.) Luftwaffe und Kriegsmarine vernichteten in der Zeit vom 8. 3. bis zu den ersten Morgenstunden des 10. 3., demnach in knapp 48 Stunden, insge- amt 45 britische Flugzeuge. So wurden am Nachmittag des 8. 3. an der Kanalküste im Lustkampf fünf feindliche Jagdflugzeuge, durch Flak- artiüerie ein Bomber und ein weiteres Jagdflugzeug abgeschossen. In der folgenden Nacht verloren die Briten nach eigenen Angaben bei Ein - lügen in das Reichsgebiet acht Bomber, in der gestrigen Nacht drei Bomber. Am 9. 3. schossen unsere Jäger im Westen vier Spitfire ab. Die Kriegsmarine vernichtete in den Gewässern des hohen Nordens drei Torpedoflugzeuge. Dazu kamen die Verluste der britischen Luftwaffe am 8. und 9. 3. im Mittelmeerraum. Auf Malta und auf Stützpunkten des Feindes in Nordafrika zerstörten deutsche Kampf- und Jagdverbände insgesamt 14 britische Flugzeuge am Boden. Im Luftkampf wurden außerdem sechs feindliche Flugzeuge abgeschossen. Am Montag 52 Sowjetflugzeuge vernichtet. Berlin, 10. März. (DNB.) Deutsche Jäger schossen am Montag an der Ostfront bei nur einem eigenen Verlust 32 feindliche Flugzeuge ab, darunter eine Reihe von Bombern. Bei Tiefangriffen zerstörten sie im Zusammenwirken mit Kampfflugzeugen auf sowjetischen Flugplätzen 18 Flugzeuge am Boden. Mit zwei von Flakbatterien zum Absturz gebrachten sowjetischen Bombern verlor der Feind innerhalb 24 Stunden insgesamt 52 Flugzeuge. RehrereiiefgegliederleIelMungendesIeindes im mittleren Frontabschnitt durchbrochen. Rangun ist reich an Bauwerken von hoher künstlerischer Vollendung. — Unser Bild zeigt den Jnnenhof der Shive-Dagon-Pagode. — (Schers-Archiv-M.) Oer Wehrmachtberichi. In Nordafrika beiderseitige Aufklärungstätigkeit. Kampf- und Jagdfliegerkräfte zersprengten Britische Sorgen nach dem Fall Ranguns 3n harten Abwehrkämpsen siegreich britische Truppenansammlungen und griffen Flug- zeugstühpunkte des Feindes in der ö ft t i ch e n Lyrenaika sowie westlich Alexandrien atu Im Hafen von Todruk wurde ein größeres Handelsschiff durch Bombenwurf schwer beschädigt. Auf Malta richteten Bombentreffer große Zerstörungen in Flugplahanlagen an. Deutsche Unterseeboote versenkten an der Westküste Afrikas vier feindliche Handelsschiffe mit zusammen 27 000 BRT., darunter zwei Tanker. Britische Bomber griffen in der vergangenen Nacht einige Orte in Westdeutschland an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und Verletzten. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen. Fahne wiederzugewinnen, wurde abgeschlagen und erlitt schwerste blutige Verluste. Nordostwärts des Ilmensees griffen DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 10. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt .bekannt: An der Ostfront setzte der Feind seine Angriffe auch gestern erfolglos fort. 3m mittleren Frontabschnitt durchbrachen Verbände des Heeres und der Waffen-^ trotz zähen Widerstandes mehrere tiefgegliederte Feldstellungen des Feindes. Die Sowjets verloren am gestrigen Tage 52 Flugzeuge, während nur ein einziges eigenes Flugzeug vermißt wird. Bei einem Vorstoß deutscher Seestreitkräfte in das Nördliche Eismeer versenkten Zerstörer bei der Väreninsel ein sowjetisches Handelsschiff. 3m weiteren Verlauf der Unternehmung wurden drei britische Torpedoflugzeuge abgeschossen. mee aufzustellen. Eine „verschlafene" Gelegenheit. Indiens Prodnktionsfähigkeit nicht rechtzeitig genützt. Bern, 9. März. (DNB.) Der Londoner Korrespondent der „Neuen Züricher Zeitung" behandelt xaf) verteidigte Stellung an. Durch das vernichtende Abwehrfeuer wurde der Panzerangriff zurückgeschlagen, wobei vier schwerste Feindpanzer etwa 50 Meter vor der deutschen Stellung bewegungslos liegenblieb. Da die Bolschewisten ihre Panzerkampfwagen weiterhin besetzt hielten und als Deckung für Unterstände,.die sie darunter anlegten, benutzten, nahm ein deutscher Stoßtrupp diese Panzer im harten Nahkampf. Südostwärts des Ilmensees haben Kampf- und Sturzkampfflugzeuge bolschewistische Artilleriestellungen durch Volltreffer vernichtet, andere Batterien, deren Feuer auf den deutschen Stützpunkten lag, zum Schweigen gebracht, zahlreiche zu Bunkern ausgebaute Häuser durch Sprengbomben zerstört. Zwischen Wolchow und Ladogasee griff der Feind, unterstützt von zahlreichen Panzern und Fliegern, mit stärkeren Kräften an. An einer Stelle ging der Gegner fünfmal gegen die deutschen Linien an. Bis auf einen örtlichen Einbruch, dessen Bereinigung im Gange ist, wurden alle Angriffe unter hohen blutigen Verlusten für den Feind abgewehrt. Jrn Raum von Oranienbaum wiesen deutsche Truppen einen Angriff der Bolschewisten unter blutigen Verlusten für den Gegner ab. An der Einschließungsfront von Leningrad herrschte im wesentlichen Ruhe. Artillerie bekämpfte mit guter Wirkung kriegswichtig^. Ziele in Leningrad, darunter eine Munitionsanstalt, und nahm den Verkehr feindlicher Fahrzeugkolonnen auf dem Eis zwischen Kronstadt und dem Ufer nordwestlich Leningrads unter Feuer. den könne, bleibe dahingestellt. Seit dem Eintritt von Stafford Cripps in das Kriegskabinett feien täglich die neuen „Versöhnungsvorschläge" erwartet worden. Die Verzögerung habe in manchen Kreisen Londons bereits wieder ernste Zweifel au'korn- men lassen, ob am Ende die alte imperialistische Schule doch wieder ihre für alle Sturmzeichen blinde Meinung durchsetzen werde. Der Jndienminister Amery habe in seiner letzten Rede in Oxford keine Spur realistischer Einsicht in die heutige Lage im Fernen Osten verraten. Oer japanische Einmarsch in Nangnn. Schanghai, 11. März. (Europapreß.) Eine packende Schilderung des Einmarsches der japanischen Truppen in Rangun gibt der Berichterstatter der Domei-Agentur. Nach einem Marsch, der über Berge von mehreren tausend Metern Höhe, über wüstenartige Ebenen und durch dichte Dschungel führte, erreichten die ersten Abteilungen am Samstagabend das breite Asphaltband der Burmastraße, das nach Süden zu der großen Hafen- Fall Ranguns mache man sich in London Sorgen i um die für China in Lafhio, dem Ausgangs-1 punkt der Vurmastraße, ausgestapelten Vor- rate. Der Londoner Korrespondent des „Svenska Dagbladet" spricht von der großen Schwierigkeit einer weiteren Verteidigung Burmas und meint, irgendwelche Möglichkeiten, um Verstärkungen aus Indien heranzuziehen, beständen nicht, selbst wenn Indien derartige Verstärkungen entbehren könnte. Dies sei jedoch nicht der Fall. London setze seine ganze Hoffnung auf die Tschungking-Trup- p e n. Der Korrespondent von „Dagens Nyheter" schreibt, man halte es in London für die schweifte Gefahr, wenn die Japaner nach ihrem großen Erfolg in Burma ihre Streitkräfte zu einem militärischen Schlag gegen die Tschungking-Regierung ein- fetzen würden. Dom größeren strategischen Gesichts- punkt aus gesehen sei daher der Fall Ranguns eines Der folgenschwersten Ereignisse im ostasiatischen Krieg. Die britischen Korrespondenten in Burma berichteten, daß die britischen Truppen nach den Kämpfen der letzten Wochen erschöpft seien. Dazu komme noch, daß die den britischen Streitkräften in Burma zur Verfügung stehende Panzer- waffe unzureichend sei. Der militärische Korrespondent des Londoner „Observer" sagt, Indien stehe heute vor einem feindlichen Angriff. Es habe bisher knapp so viele Truppen aufgestellt wie Neuseeland. Deren Bewaffnung lasse zu wünschen übrig, und ihre militärische Ausbildung könne man nur als ungenügend bezeichnen. Indien habe keinesfalls genügend Truppen, um die 2500 Meilen lange Küste zu verteidigen. Schließlich fei die Frage der Versorgung Indiens mit Kriegsmaterial ein Problem von nicht zu unterschätzender Tragweite. Alle schweren Geschütze, Tanks und Flugzeuge müßten von Uebersee nach Indien gebracht werden, denn die Eigenerzeugung könne höchstens den Bedarf an leichten Waffen und Munition decken. Indien sei jetzt nicht mehr in der Lage, noch rechtzeitig eine große und moderne Ar- Indien, die im Einvernehmen mit London die Möglichkeiten eines rascheren Ausbaues der industriellen Produktion Indiens für den Kriegsbedarf prüfen solle, könne wahrlich nicht als verfrüht bezeichnet werden. Daß die Produktionsleistungen Indiens weit höher geschraubt werden können, bezweifelte kein Kenner der angeborenen Geschicklichkeit des indischen Volkes. Eine volle Entfaltung dieser schlummernden Fähigkeiten würde allerdings eine jahrelange zielbewußte Stockholm, 10. März. (Europapreß.) Nach dem l die Innenpolitik der britischen Regierung. Die ntt (Pi«m menarbeit, die der Größe der Zeit entsprechend (Nachdruck verboten.) 86. Fortsetzung. UlUllltll I •• V--- Gerade als Fehr so weit erzählt hatte, fiel in 1 niedrige Htut*aplast e am bis mit HANSAPLAST Stets gebrauchsfertig! Im Nu angelegt,sitzt dieser praktische Schnell verband unverrückbar fest und schützt die Wund» vor Verschmutzung. Die Sprechstunde des Amtes für Agrarpolitik findet am Donnerstag, 12.3.1942, nachmittags von 15 bis 17 Uhr in Gießen, Lonystraße 18, statt. Sprechstunde des Kreisleiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet Donnerstag, 12. 3. 1942, nachmittags von 15 17 Uhr in Gießen statt. Amt für Agrarpolitik. • Ä Wunden *Ue,n® Verbunden Unsere „Blitzmädel" — geschulte Helferinnen des Heeres. Ausbildungsweg und Aufgabenkreis der Aachrichtenhelferinnen. seinen tapferen Einsatz im Osten das Eiserne Kreuz II. Klasse. Finnischer Gelehrter als Gast der Ludwigs-Universität. In einer Sitzung der vereinigten Oberhessischen Gesellschaften für Natur- und Heilkunde wird der Direktor des Physiologischen Instituts der Universi- tat Helsinki, Professor R e e n p ä ä, einen Vortrag mit dem Thema „Das psychophysische Problem im Kür Tapferkeit vor Üem Keinöe. Der Unteroffizier Karl Otto Lipp aus Klein- Linden, Pfingstweide 10, und der Gefreite Hermann Althen aus Klein-Linden, Hügelstraße 11, wurden für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen im Osten mit dem Eisernen Kreuz l. Klasse aus- man Gelege in seinen Nestern kaum an. Auch die Schwarzdrossel schreitet vielfach schon im März zum Nestbau, und es kommt nicht selten vor, daß in dem großräumigen und kunstfertig gebastelten Napf, den sie in Holzstapel und Battm quirle, in der Stadt auch in Gartenhecken und Mauerlöcher stellt, bereits um die Mitte des Monats die olivgrünen, dunkelgetupften Eier liegen. Oft geschieht es dann, daß das brütende Weibchen, dem das melodische Flötenkonzert des Männchens gilt, von Schneeschauern weiß gepudert wird. 216er das scheint seinen mütterlichen Gefühlen keinerlei Abbruch zu tun. Unter den Räubern und Wegelagerern sind es die Rabenkrähen, die am frühesten ihr Nest zimmern. Wir scheiden diese neuen Raubritterburgen von den vorjährigen, wenn wir aus ihnen den den Nestrand überragenden Stoß des brütenden Vogels hervorlugen sehen. Wer dann Lust hat, den Horst des un- sern Kleinvögeln nicht gerade gewogenen Gelichters zu plündern, mag, wenn der Baum, in dessen Wipfeln er steht, nicht zu lang und langschäftig ist, sein Glück versuchen. Mer nötig ist's nicht, denn die Natur und der Jäger mit seiner Schrotspritze sorgen ohnehin für einen gesunden Ausgleich. Die Naturfreunde und Beobachter aber freuen sich auch des klobigen Krähennestes, das den Frühling genau so ankündigt wie andere schönere Dinge. Der feurige Ofen Roman von Hans von Hülsen oben ging. Aber er steckte erst den Kopf durch die Tür; und da er den Baron mit geschlossenen Augen fand, machte er ihr ein Zeichen, ihren Besuch bis zum Erwachen zu verschieben. Doch Christian Fehr schlief nicht. Er hörte, wie der Arzt leise seine Instrumente zusammenräumte. Mit größter Anstrengung hob er die Lider und betrachtete ihn eine Weile, ohne daß Wulflam eS bemerkte. „Doktor —", sagte er endlich mit matter Stimmer „Kommen Sie mal. Setzen Sie sich ein Moment- chen auf mein Bett. Erzählen Sie mir von Ulla. Wie's ihr geht und was sie treibt ..." Wulflam tat es und dachte dabei, wie froh Ulla fein würde, weil der Vater nach ihr gefragt hatte. „Diese dumme Geschichte", sagte Fehr: „Was meinen Sie als Dritter dazu, Doktor? Soll denn das ewig so weitergehen? Ich sehe keine Notwendigkeit, sich weiter zu verbocken. Wir haben ja nun beide unsere Willen durchgesetzt, und ich finde, nun könnte wieder Friede sein. Vielleicht hinterbringen Sie diese Meinung eines armen Verwundeten unserer gemeinsamen Ulla? Sehr verbunden, in doppeltem Sinn, teils Ihnen, teils von Ihnen", versuchte er einen Scherz. „Sagen Sie ihr, daß ich am Samstagnachmittag immer allein bin, da fährt die Baronin in die Stadt, um einzukaufen, und daß es nett von Ulla wäre, wenn sie mir dann mal ein Stündchen die Langeweile des Krankenlagers vertriebe. Was denken Sie übrigens, wann werde ich wieder einigermaßen zusammengeflickt sein?" Wulflam wiegte den Kopf hin und her. Eins Woche werde wohl darüber hingehen. Er fommd morgen wieder, um die Wunde zu beschauen. Und Ulla wolle er sehr gern alles ausrichten. „Dank — Dank für beides, lieber Doktor!" Fehr reichte ihm die blasse Hand und ließ ihn gehen. Dann drückte er den Knopf der an der Wand hängenden Klingelbirne, und Fabian erschien: „Bitte die Frau Baronin!" (Fortsetzung folgt.) Fips hatte nicht viel Sinn für Natur, und sie verhehlte es nicht. Sie war ein Grohstadtkind, hatte zeitlebens zwischen steinernen Wänden gelebt, Wald und Berge gefielen ihr wohl, sagten ihr aber nicht viel. Weit mehr interessierte sie, was Christian Fehr unterwegs erzählte: die dramatische Verhaftung des jungen Emanuel Glumm. Er war von einem der Jäger gestern beim Wildern betroffen worden und hatte, wie ein echtblütiger Wilddieb, sogar auf ihn geschossen, was nun seine Strafe ganz empfindlich verschärfen mußte. Heute vormittag hatte Forstmeister Koch im Schloß Meldung gemacht, daß der Wilddieb bereits hinter schwedischen Gardinen säße. Wulflams Wagen stand bereits vor dem Schloßportal, er selber wartete in der Diele. Man schaffte Fehr nach oben in sein Schlafzimmer. Fabian entkleidete ihn, half ihm auf sein Bett. Inzwischen erzählte Marion draußen Dr. Wulflam mit hastigen Worten, wie das Unglück sich ereignet hatte. Er hörte stumm zu. Er sagte nur: „Der Baron hat sich viele Feinde in der Gegend gemacht. Durch den Verkauf der Sophienau." Dann kam Fabian, ihn zu rufen. Heber Fehr gebeugt, untersuchte er die Wunde, wortlos, emsig, gewissenhaft, wie es seine Art war. Der Schußkanal ging auf' Haaresbreite an der Schlagader vorbei. Die Kugel steckte im Fleisch. Es bedurfte eines Schnittes unter Anwendung örtlicher Betäubung, um sie herauszuholen. Fehr nickte. Der Doktor packte seine Instrumente aus, gab die Spritze, zog mit geschickter Hand den Schnitt, und Christian Fehr hielt, mit einem Schauer aller Nerven, das blutige Bleiklümpchen zwischen den Fingern, das ihm so leicht hätte das Leben kosten können. „Entschuldigen Sie mich einen Augenblick", sagte Dr. Wulflam, als er den Verband fertiggestellt hatte: „Ich möchte gleich an meine Frau telephonieren. Sie war begreiflicherweise in größter Aufregung über die Nachricht." „Ja, tun Sie das, Doktor." Fehr drehte den Kopf auf dem Kissen zur Seite. So schwach fühlte er sich vom Blutverlust und von der Erregung. Er hörte Wulflam leife die Tür hinter sich zuziehen. Im roten Licht der geschlossenen Lider sah er Ullas Bild, ein erblaßtes Gesicht, ängstlich aufgerissene Augen. ,Es ist nicht gut', dachte er, ,es ist gegen die Natur, ich muß es ändern'...' Lange dauerte es, bis Wulflam wiederkam. Marion hatte ihn drunten abgefangen und sich, mehr und mehr beruhigt, von ihm die Einzelheiten erzählen lassen. Sie schloß sich ihm an, da er nadr Aber seine Schwäche war groß, mit leichtem Schwindel im Hirn lehnte er sich gegen einen Baum und glitt daran nieder. Racheakt, dachte er, während seine Gedanken schon verschwommen: ,Gut, daß ich vor Marion stand ... sonst hätte sie's ab- ^E^dauerte keine zwanzig Minuten, so erschien Fabian und mit ihm Marion, die verschreckte Fips war zu Hause geblieben. Der getreue alte Diener brachte Decken mit und eine Binde aus dem Sanitätskasten des Autos. Er flößte seinem Herrn einen Becher Kognak ein, der Fehrs Lebensgeister auffrischte. Dann führten er und Marion den Verletzten, halb tragend, halb stützend , durch das 1 niedrige Gehölz zum Auto. Wer kennt sie nicht, unsere „Blitzmädel" in der kleidsamen hellgrauen Gleichtracht und dem kecken Schiffchen auf dem Lockenkopf? Alle sind wir irgendwo schon einmal einer dieser Nachrichtenhelferinnen des Heeres begegnet. „Blitzmädel" heißt sie der Volksmund, weil sie einen gelben Blitz am Aermel ihrer Uniform tragen — und „Blitzmädel" sind sie auch in des Wortes übertragener Bedeutung, tüchtige unermüdliche Helferinnen überall dort, wo man sie einsetzt und wo sie durch ihre Arbeitsleistung einen Soldaten der Heeresnachrichtentruppe für die Front frei machen. Jedes deutsche Mädel und jede deutsche Frau, die von Hause aus die charakterlichen Anlagen für den verantwortungsvollen weiblichen Kriegseinsgtz in sich trägt, kann sich bei dem für ihren Heimatort zuständigen stellvertretenden Generalkommando freiwillig als Nachrichtenhelferin melden. Daraufhin erfolgt die Einberufung und fachliche Ausbildung. Der Einsatz selbst erstreckt sich dann ausschließlich auf die Tätigkeit im Fernsprech- und Fern- schreibdienst in ortsfesten Vermittlungen der von der deutschen Wehrmacht besetzten Gebiete und des Heimatgebietes. Die deutsche Frau und das deutsche Mädel werden also zu einer Dienstleistung heran- gezogen, die der weiblichen Psyche entspricht und zu der sie die natürlichen Voraussetzungen mitbringen. Auch in Friedenszeiten wird dieses Arbeitsgebiet ja vornehmlich von weiblichen Kräften ausgefüllt. Als Gefolgschaftsmitglieder des Heeres erhalten die Helferinnen eine wehrsoldarttge Vergütung bei freier Verpflegung,' Unterkunft und Kleidung. Sie werden notdienstverpflichtet, um ihnen die sich hieraus ergebenden Vorteile zuteil werden zu lassen. Dadurch wird den Frauen und Mädeln der bisherige Arbeitsplatz gesichert, und da der Einsatz der Frauen unter das Wehrmachteinsatz- und Fürsorgegesetz fällt, kommen den Helferinnen alle damit verbundenen sozialen Fürsorgemaßnahmen zugute. „Bitte, bitte, sag's! Ich bin innerlich so ratlos ... zwischen diesen beiden Männern ... ich bin dankbar für den kleinsten Rat und Fingerzeig ..." „Ach, das ist kein Rat und kein Fingerzeig. Ich meine nur: für dich wär's am besten, dein verrückter Papa machte seine absurde Drohung wahr..." Marion hielt sich die Ohren zu. Sie wollte das nicht hören! An einem dieser Tage, einem Vorfrühlingstag mit milder Sonne und Lämmerwölkchen am Himmel, machten sie zu dritt einen Spaziergang durch den Wald. Der feuchte Laubgrund roch moderig, in den kahlen Zweigen glitzerten diamanten die Tropfen eines vor einer Stunde rasch niedergerauschten Regenschauers. Durch eine Schneise sahen sie den blauen Kamm des Gebirges. Die Bergwasser machten laute Musik. Aus der Stadt Gießen. Vogelnester im Vorfrühling. Wie das erste Grün und die ersten Blumen, so gehören auch die ersten Vogelnester zu den Zeichen des Vorfrühlings. Nur sehen mir sie so leicht nicht, weil der Nestbau meist recht heimlich betrieben wird und auch die wehrhaften Vogelarten bei diesem Geschäft viel Vorsicht gebrauchen, um Eier und Ärut vor Nachstellungen zu schützen. Aber dem Naturfreund, der sich in den Lebensgewohnheiten seiner gefieberten Freunde auskennt, fällt es nicht schwer, aller Heimlichtuerei zum Trotz die nistenden Paare zu belauschen und gelegentlich einen Blick in die kleinen Kinderwiegen zu tun. Natürlich nicht um die Eier oder Jungen zu plündern, sondern, um sich an Idyllen zu erfreuen, die das Auge genau so ergötzen wie der erste grüne Schimmer, der sich über Nacht über den Wald gelegt hat. Der Vogelarten, die schon in den ersten zwei Dritteln des März zum Nestbau schreiten, sind nicht gerade viele; adelnden Zaunkönig, der wie ein winziger Kobold wintertags in unserer Gartenhecke sein Wesen trieb, können wir, wenn wir an einem sonnigen Märztag uns in einem verlassenen Stein- bruch umsehen, vielleicht mit einem Halm im Schnabel unter dem den Rand der Grube über« sinnesphysiologischen Versuch" halten. Der Rektor der Ludwigs-Universität, Professor Dr. med. H. W. Kranz, empfing am Montagabend in den repräsentativen Räumen des Vorlesungsgebäudes im Namen der Ludwigs-Universität den finnischen Gast. In seiner Begrüßungsansprache hieß Se. Magnifizenz der Rektor Professor Reenp ää zunächst als den Vertreter des uns verbündeten tapferen finnischen Volkes willkommen und würdigte die Leistungen der finnischen Wehrmacht. Dann kam Prof. Dr. Kranz auf die zwischen der Universität Gießen uni) Finnland bestehenden Beziehungen zu sprechen und erinnerte daran, daß der ehemalige Staatspräsident Finnlands Svinhuvud als tapferer Vorkämpfer gegen den Bolschewismus von der juristischen Fakultät der Ludwigs-Universität zum Ehrendoktor ernannt worden fei. Dann begrüßte er Professor Reenpää als wissenschaftlichen Vertreter, als Kollegen und Kamerad. Er sprach von dem Willen, die engen Beziehungen kultureller Art weiter zu pflegen und würdigte die in Finnland wohlverstandene europäische Zusarn- nächster Nähe ein Schuß. Er griff sich an den linken Schenkel, stöhnte auf und stürzte vornüber. Marion schrie, tief erschrocken. „Jan!" Sie kauerte schon neben ihm auf dem feuchten Boden, nahm seinen- Kopf zwischen die Hände, sah, von allen Schauern der Angst überlaufen, wie aus der grauen Flanellhose das Blut sickerte. „Ja, ja! Was ist — Gott im Himmel?!" Er öffnete sofort die Augen, wie ein Ruf war ihre Stimme in die Traumentrücktheit seiner kurzen Ohnmacht gedrungen. Da er ihr schreckverzerrtes Gesicht sah, bemühte er sich, zu lächeln. „Schöye Schweinerei! ... Blutet ja ganz kräftig! ... Lauf, Marion, lauft beide, ruft Fabian mit dem Wagen. Telephoniere nach Dr. Wulflam. Ja, ich helfe mir, schon selbst, es hat nichts auf sich, denke ich ..." Marion zögerte eine Sekunde, dann eilte sie davon. Weiß wie eine Kalkwand folgte ihr Fips. Mühsam richtete Fehr sich auf. Gott sei Dank, er konnte stehen, der Knochen schiey heil! Er riß das Beinkleid herunter und knüpfte das Taschentuch über die stark blutende Wunde. Es nützte wenig, im Handumdrehen war es durchblutet. Da nahm er den Gürtel und schnürte das Bein ab, bis die Blutung einigermaßen zum Stillstand kam. Jacke. Das Hoheitszeichen kennzeichnet die Zugehörigkeit zum Heer. Das auf dem Aermel auf genähte Blitzzeichen und die hellgelbe Paspelierung des Schiffchens weist die Nachrichtenhelferinnen als Zugehörige der Nachrichtentruppe aus. Zu diesem Kostüm tragen die Helferinnen hellgraue Hemdblusen, bei Regen einen grauen Umhang mit Kapuze, während der kalten Jahreszeit einen Wintermantel. Begreiflicherweise verpflichtet die Außenstellung unserer „Blitzmädel" fern der Heimat zu einer be- anderen Haltung. Hier die entsprechende Ausrich- ung zu vermitteln, ist Hauptaufgabe der Schule. So ist der ganze Dienstbetrieb und die gesamte Ausbildung auf dieses Ziel ab gestellt. Im Fernsprech- und Fernschreibdienst werden die Helferinnen von Offizieren der Nachrichtentrupps ausgebildet. In besonderen Lehrgängen werden die Führeranwärterinnen auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet. Bei Bewährung steht jeder Nachrichtenhelferin der Weg zur Führerin offen. Nach ab geschloffener Ausbildung werden die Nach, richtenhelferinnen zu Einsatztrupps zusammengestellt. Jetzt ist der stolze Tag für die jungen Frauen und Mädel gekommen, an dem sie nach ihrem Einsatzort im besetzten Gebiet oder irgendwo in der Heimat in Marsch gesetzt werden. Hier hat die Heeresoerwal- hing bereits Vorsorge getroffen in der Beschaffung eines freundlichen Heimes, das von den Helferinnen nach eigenem Geschmack eingerichtet werden kann. Unter der Führung und Betreuung einer NH.-Führerin werden die Helferinnen in der netten Umgebung sehr bald heimisch. Nach der Einweisung in die prakttsche Arbeit bei den Heeresvermittlungen übernehmen sie das verantwortungsvolle Amt des Fernschreib- und Ferinsprechdienftes. Während der Freizeit aber lernen die „Blitz- • möbel" die Eigenarten des fremden Landes kennen und haben natürlich auch an den wehrmachtbetreuenden Einrichtungen des Heeres wie KdF.-Veran« ftaltungen und Filmbesuchen Anteil. Das Problem der geistig-seelischen Betreuung der Nachrichtenhelferinnen ist vollauf gelöst, ebenso die gesundheitliche Betreuung durch Truppenärzte des Heeres. Eine Reihe eigens für die Nachrichtenhelfe, rinnen bestimmter Heime nehmen erholungsbedürf- • tige Frauen und Mädel auf und geben ihnen neue Kraft für ihren Einsatz. Es war und wird niemals der Ehrgeiz der deutschen 'Frau fein, Kriegsdienst gleich dem Manne zu leisten. Aber es ist ihre vornehmste Pflicht, auch ihre ganze Kraft im Kriegshilfsdienst einzufetzen, ohne im geringsten etwas von chrem Frauentum preiszugeben. Unsere „Blitzmädel" aber sind ebenso wie unsere Kämpfer an der Front Helferinnen im besten Sinne des Wortes im großen Schicksalskampf unseres Volkes. durch die tapfere fanatische und kulturelle Mitarbeit zum Ausdruck komme. Der Rektor schloß seine Begrüßungsansprache mit dem Wunsche, daß sich der finnische Gast in Gießen wohlfühlen und ihm die Tage in Deutschland in guter Erinnerung bleiben möchten. Professor R e e n p a a, der auf seiner diesjährigen Mland-Reise nur in Berlin, Rostock, Gießen ürXburg einen Vortrag hält, dankte im Laufe des Empfangsabends, an dem ein kleiner Kreis von geladenen Gästen, barunter auch einige ausländische Akademiker, teilnahmen, für den freundlichen Empfang und für die ehrenden Worte, die der Rektor Professor Dr. Kranz Finnland gegenüber ausgesprochen habe. Professor Reenpää sprach davon, daß die Finnen ihr Heimatland immer gegen den Osten SmtWirlfHeiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des ^hauptmriitleiters: Ernst Blumschein. Berantwortlich für Politik und Bilder. Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyrtot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsdruckeret R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nt. 6. _______________________________ Aus dem Reich. Der Ginn unseres Kampfes. Köln, 10. März. (DNB.) Reichsleiter Dr. Ley, der jetzt Betriebe in den westlichen Gauen besucht, sprach in Köln. „Das entscheidende Ziel", so sagte Dr. Ley, „ist, das tägliche Brot zu erkämpfen und für alle Zeiten sicherzustellen. Dafür bluten unsere Soldaten, dafür arbeiten unsere Arbeiter! Bisher konnten den Völkern die primittvsten Lebensbedingungen verweigert werden, wenn es dem jüdi- schen Kapital gefiel. Dieser Krieg bringt die s o - ziale Befreiung vom Joch des Goldes, von jenem Joch, für das sich die Arbeiter in den Feindstaaten heute noch einsetzen, ohne zu begreifen, daß sie von ihrem Feind, dem Juden, gelenkt und geführt werden. In ihrer falschen Frontstellung werden sie sich immer vergeblich gegen ihr Los aufbäumen. Heute sind die Fronten klar gezogen. Dem Judentum ist die Tarnkappe, herabgerissen. So hart wie der Kampf gegen diese Clique ist, so hart müssen wir arbeiten und Härte predigen. Was leistungshemmend ist, muß rücksichtslos beseitigt werden. Der deutsche Sieg ist der Sieg Europas, die Rettung vor dem Bolschewismus. Die Zeit ist nicht gegen uns, jeder Tag bringt uns vielmehr neue Kräfte für den Sieg, Der mit dem deutschen Soldaten und Arbeiter, aber auch für den deutschen Soldaten und den deutschen Arbeiter erkämpft werden wird!" Verbesserung für Kriegsteilnehmer in der Rentenversicherung. Die Renten in der Invaliden-, der Angestellten- und der Knappschastlichen Pensionsoersicherung wer- den nur auf Antrag gewährt, und zwar beginnt der Rentenlauf erst, wenn der Antrag gestellt worden ist. In der Krieaszeit hat dies zu Härten geführt, da häufig der Antrag ohne Schuld des Betroffenen nicht rechtzeitig gestellt werden kann. Infolgedessen war zum Schutze der Hinterbliebenen von Versicherten vorgesehen, daß deren Renten mit dem Sterbemonat beginnen. Eine entsprechende Vergünstigung wird nun für Soldaten und sonstige Personen getroffen, die durch Kampfhandlungen invalide oder berufsunfähig geworden sind. Die Rente soll dann schon mit dem Monat be= ginnen, in dem dieser Umstand eingetreten ist. ben werden, aber wenig, was den Namen Dichtung verdient, hat Josef Weinheber in einsamer Meisterschaft der deutschen Nation ein Werk gegeben, das nicht dem Lärm des Tages, sondern der Stille entstammt, ein Werk, das nicht Ruhm will, sondern Ehrfurcht. „Kunst kennt keine Kompromisse. In Ihnen, Josef Weinheber, feiere ich heute mit diesen wenigen Worten einen Könner der Kirnst. Ich danke Ihnen im Namen der Jugend des deutschen Volkes. Ich danke Ihnen ergriffenen Herzens im Namen ihrer Vaterstadt, die auch durch Sie wie durch so viele ihrer großen Söhne verewigt wurde." — Der Reichsleiter verlieh Joses Weinheber den Ehrenring der Stadt Wien, dann sangen Hilde Konetzni und Dr. Alfred Poell zwei von Richard Strauß vertonte Gedichte Weinhebers: „Blick vom oberen Belvedere", ein zartes Lied, in dem der Dichter und der Komponist die Stimmung der Wiener Landschaft eingefangen haben, und der kraftvolle deutsche Hymnus „Sankt Michael". 700 000 Besucher im haus der Deutschen Kunst. Die im Juli 1941 eröffnete und soeben geschlossene Große Deutsche Kunstausstellung 1941 im Hause der Deutschen Kunst zu München hat mit 700 000 Besuchern, also 100 000 mehr als im Vorjahre, das hervorragendste Ergebnis aller seit der Eröffnung des Hauses im Jahre 1937 veranstalteten Kunstschauen gehabt. Dem entspricht auch das gesteigerte Verkaufsergebnis. Von 1886 ausgestellten Werken der bildenden Kunst wurden 1116 angekauft, also 60 vom Hundert aller ausgestellten Arbeiten. Der Erlös ist mit 2,9 Millionen RM. um 700 000 RM. höher als bei der vorausgegangenen Ausstellung. Ein Freund Wagners. Der Seniorchef des Schott-Verlages in Mainz, Geheimrat Dr. Ludwig Strecker, beging das fcltene Fest der diamantenen Hochzeit. Strecker war mit Richard Wagner befreundet, der in dem Hause des Musikverlegers öfter als Gast weilte. Seit fast 25 Jahren ist der Jubilar Präsident der Mainzer Liedertafel. Streckers Gattin stammt aus der bekannten Darmstädter Chemikerfamilie Merck und ist eine Urenkelin von Goethes Freund Johann Heinrich Merck. wie sie jeder Soldat genießt. Für ihren Einsatz erfahren die Nachrichtenhelferinnen des Heeres eine gediegene Ausbildung, die ie als „Mädchen in Uniform" befähigt, in bezug auf ihr Arbeitsgebiet an Leistung und Bewährung ebenbürtig neben den Soldaten zu stehen. Die Grundausbildung der Anwärterinnen im Fern- fprech- und Fernschrei-bedienst wird in NH.-Aus- bildungstrupps bei den stellv. Generalkommandos durchgeführt. Dann werden die Anwärterinnen in die Heeres- schule für Nachrichtenhelferinnen ausgenommen, die einzige Schule dieser Art im Reiche. Hier werden sie eingekleidet, um sie bewußt als Repräsentanten des deutschen Volkes im fremden Land zu kennzeichnen. Die schmucke Uniform hat den Schnitt eines Straßenkostüms aus hellem feldgrauen Tuch und besteht aus einem Rock und einer zweireihigen ragenden Wurzelwerk eines Baumstumpfes Der- chwinden sehen. Halten wir dann vorsichtig Nach- chau, so entdecken wir, wenn wir Glück haben, die cyon fast fertige Burg des Miniaturkönigs, die sich wahrlich sehen lassen kann. Denn diese stattliche, außen aus Moos und Halmen geflochtene Kugel, in deren weich ausgefüttertes Innere ein winziges Schlupfloch fuhrt, steht in ihrer Gröhe eigentlich in keinem Verhältnis zu der Winzigkeit ihres Erbauers. Ader da der Zaunkönig zu den Kinderreichen gehört und sich selten mit weniger als sieben bis acht Jungen begnügt, versteht man, weshalb er feine Kinderstube so geräumig'anlegt. Allerdings braucht bas Gebilde nicht unbedingt die Familienunterkunft zu werden; der etwas großspurige Geselle hat nämlich die Gewohnheit, außer seiner KiiNerstube noch etliche Schlafnester zu bauen, in die er sich wohl zurückzieht, wenn er nachts in seiner übervölkerten Bleibe keinen Platz mehr findet. Uebrigens ist das wohl die einzige Erscheinung dieser Art, die wir in unserer heimischen Vvgelwelt kennen. Bei der großen Arbeit, die der Bau mehrerer Nester mit sich bringt, ift es denn auch nicht zu verwundern, daß der pugige kleine Kerl seine eigentlichen Flitterwochen meist auf Ende März oder in den April verschiebt; vorher trifft Kreisbauerntag in Alsfeld. verteidigen. Die Finnen habe man die Preußen des Nordens genannt. Dies sei ein sehr ehrender und verpflichtender Name. Finnland und Deutschland würden auch in Zukunft eng Zusammenarbeiten. Die Tage seines Aufenthalts in Deutschland seien ihm ein besonderes Erlebnis, und er statte abschließend nochmals seinen Dank für den ehrenden Empfang in Gießen und an die deutschen Kollegen ab. Ostersendun en bis 15 März. Wie alljährlich lenkt die Deutsche Reichspost die Aufmerksamkeit auf den Osterpostoersand. Unter den gegenwärtigen außergewöhnlichen Verhältnissen ist es unerläßlich, Ostersendungen (Pakete und Päckchen) so früh wie möglich, spätestens aber bis zum 15. März, e-'mzuliesern. Haltbare Verpackung und genaue Aufschrift sind unbedingte Erfordernisse für richtige Ankunft. In jede Paket- oder Päckchensendung ist ein Doppel der Aufschrift einzulegen. — Auch briefliche Ostergrüße nach entfernten Bestimmungsorten dürfen nicht erst an den letzten Tagen vor dem Fest eingeliefert werden, wenn sie rechtzeitig beim Empfänger eintreffen sollen. Giegen-Klein-Linden. Dereinsführer Junker vom Obst- und Gartenbauverein Gießen hielt am Sonntag in der Wirtschaft von Friedrich Weller vor den Dereinsmitglie- dern aus Klein-Linden einen aufschlußreichen Vortrag über das Thema „Garteneinteilung, Düngung und Aufzucht der Jungpflanzen". Dem Vortrag folgte eine Aussprache, in der weitere Fragen des Obst- und Gartenbaues Beantwortung durch den Vortragenden erfuhren. x Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40,5 bis 44,5 Rpf., Bullen 37,5 bis 49,5, Kühe 21,5 bis 43,5, Färsen 31 bis 44,5, Kälber 35 bis 57, Hammel 15 bis 50 Rpf. je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,25 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (100 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 99,5 kg) 1,15, e bis f (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Specksauen) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15 RM. Marktoerlauf: alles zugeteilt. Gießener Dochenmarktpreife. * G i e ß e n, 11. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Weißkraut, % kg 8 bis 11, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 8 bis 12, Unterkohlrabi 8 bis 10, Lauch 17, Sellerie 15, Endivien, je Kopf 20 bis 25 Rpf. * *♦ Dienstjubiläum. Die an der Frauenarbeitsschule Gießen tätige technische Lehrerin Frieda Kellner kann am 12. März auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Alice- bzw. Frauenarbeitsschule zurückblicken. *♦ Theater der Universitätsstadt Gießen. Aus dem Dramaturgischen Büro wird uns geschrieben: „T e r a k o y a" von Takedo Jzumo (1688—1765), aus dem Japanischen als „Die Dorfschule" von Wolfgang v. Gersdorff verdeutscht, wurde von Intendant Hans Walter Klein für die 7. Morgenveranstaltung erworben. A Alsfeld, 10.März. Am heutigen Dienstag fand der diesjährige Kreisbauerntag der Kreisbauernschaft Oberhessen-Ost in Alsfeld unter Leitung von Kreisbauernführer Geiß, Vadenrod, statt. Der Besuch war recht gut. Die Tagung stand unter der Parole der Erzeugungsschlacht für dar Jahr 1942. Für die einzelnen Gliederungen der Kreisbauernschaft fanden am Vormittag besondere Arbeitstagungen statt; es tagten die Kreisfachfchaftswarte und Ortsgefolgschaftswarte, die Ortsbäuerinnen, die Orts- jugendwarte und -wartinnen. Im großen Saale des „Deutschen Hauses fand die Tagung der Ortsbauern-führer statt, an der auch die Ortsgruppenleiter der NSDAP, und die Bürgermeister der Kreise Alsfeld und Lauterbach teilnahmen. Nach einleitenden Begrüßungsworten des Kreisbauernführers sprach als erster Redner der Hauptstabsleiter der Landesbauernschaft Hessen-Nassau Dr. M e n z e l. Er wies auf die notwendige Zusammenarbeit der Ortsbauernführer mit den Ortsgruppenleitern und Bürgermeistern hin, die er näher erläuterte: sie müßten sich als wirkliche Führer erweisen. Seine Hauptausführungen waren der Erzeugungsschlacht für 1942 gewidmet, deren einzelne Forderungen er aufzeigte. Die Leistungen der deutschen Bauernschaft seien über jedes Lob erhaben. Er richtete einen dringenden Appell an die Amts- träqer, auch im Jahre 1942 alles zu tun zur Sicherstellung der Dolksernährung. Der'nächste Redner, Dr. Keß vom Landesernäh- rungsamt in Frankfurt a. M., behandelte Fragen der Kriegsernährungswirtschast, insbesondere die Hausschlachtungen, die Eierversorgung und das Verbot der Fütterung von Brotgetreide. Er schloß seine Ausführungen mit dem Hinweis, das deutsche Volk könne mit aller Zuversicht der weiteren Ernührungs- lage entgegensehen, wenn es etwaige Schwierigkeiten mit eiserner Disziplin überwinde. Anschließend gab Kreisbauernführer Geiß den Ortsbauernsührern die neuen Anweisungen für die ** Eine Luftschutz-Hausapotheke für jede Luftschutzgemeinschaft muß von allen Hauseigentümern bis zum 15. April beschafft werden Darüber wird heute in einer Bekanntmachung des Polizeideriktors als örtlichen Luft- schutzleiters nähere Mitteilung gemacht. Strafkammer Gießen. Unter der Anklage der Blutschande hatten sich Heinrich Franz und seine Tochter Erna aus Lollar zu verantworten. Die Angeklagten waren geständig. Der Mann wurde wegen zweier vollendeter und eines versuchten Verbrechens, letzteres in Tateinheit mit Nötigung, zu 1% Jahren Zuchthaus verurteilt, auf die vier Monate Untersuchungshaft angerechnet werden. Die Tochter erhielt wegen zweier Verbrechen 1 Jahr G e - f ä n g n i 9,‘ auf das drei Monate und zwei Wochen Untersuchung zur Anrechnung kommen. Die H. Th. in H. hatte wegen Diebstahls durch Urteil des Amtsgerichts Gießen 60 RM. Geldstrafe an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat erhalten. Sie hatte an ihrer Durchführung der Erzeugungsschlacht 1942 auf den einzelnen Wirtschaftsgebieten, insbesondere für den verstärkten Kartoffelanbau und den richtigen Einsatz der Arbeitskräfte, bekannt. Der Pressereferent der Landesbauernschaft, Dr. Henner, behandelte in seinem Vortrag die weltanschauliche Schulung der deutschen Bauernschaft, ausgehend von den Grundbegriffen „Blut und Boden". Der Redner machte sodann beachtenswerte Ausführungen über den noMschen Gedanken und über die wertvollen Eigenschaften der nordischen Rasse für den sittlichen Wert der Arbeit auf der Grundlage der schöpferischen Kräfte der Naturgesetze. In der Haupttagung am Nachmittag für alle Teilnehmer sprach Landesobmann Bauer Weintz in dem bis auf den letzten Platz besetzten großen Saale des „Deutschen Hauses" über die Notwendigkeiten der neuen Erzeugungsschlacht für 1942 und deren Hauptgebiete: Verstärkung des Kartoffelanbaues, der Oelfruchtsaaten und des Gemüsebaues unter Aufrechterhaltung des Standes der Milchwirtschaft, verstärkter Einsatz von Arbeitskräften, nötigenfalls im Wege der Notdienstverpflichtung. Der Redner schloß mit einer Aufforderung zur tatkräftigen Mitarbeit. Kreisleiter Zürtz würdigte in seiner Ansprache zunächst die hervorragenden Leistungen unserer ja'- panischen und finnischen Verbündeten und deren Ursachen vom weltanschaulichen Standpunkt aus. Er zeigte dann die Ursachen und den Sinn des gegenwärtigen Weltkrieges auf, wies auf die Weltgefahr des Bolschewismus hin und betonte das Verdienst des Führers und unserer unvergleichlichen deutschen Wehrmacht, diese Gefahr beseitigt zu haben. Er appellierte dabei an die Heimatfront, sich in gleicher Hingabe für Führer und Vaterland einzufetzen, wie die Front unserer Wehrmacht. Nach einem Schlußwort von Kreisbauernführer Geiß wurde der Kreisbauerntag mit dem Gruß an den Führer und unsere siegreiche Wehrmacht geschlossen. Ein Mann in Dorf-Gill hatte einen Strafbefehl über 10 RM. erhalten, gegen den er Einspruch einlegte. Er hatte am 9. Dezember 1941 als Erziehungsberechtigter seinem Sohne gegenüber die Aufsichtspflicht verletzt, indem er es dem Jungen ermöglichte, als Jugendlicher sich bei Dunkelheit auf den Straßen in Dorf-Gill herumzutreiben. Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 1 0 R M. verurteilt. Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für einen reifenden Dieb. LPD. Wiesbaden, 10. März. Der dreizehnmal vorbestrafte Jakob Wilhelm, ohne festen Wohnsitz, war stehlend und betrügend im Lande umhergezogen. Er hatte vor einiger Zeit eine Strafe wegen Arbeitsverweigerung erhalten und wurde nach deren Verbüßung wieder in den Arbeitsprozeß eingereiht. Doch abermals verließ er die Stelle und stahl in Marburg, Gießen, Bad-Nauheim, Friedberg, Würzburg, Aschaffenburg, Heidelberg, Darmstadt, Dieburg, Mainz und Wiesbaden, teilweise unter Ausnutzung der Verdunkelung, Fahrräder, die er an feinem nächsten „Standort" sofort verkaufte. W. reiste auf falschen Ausweispapieren und konnte sich hierdurch lange Zeit dem polizeilichen Zugriff entziehen. Nunmehr hatte er sich wegen der zahlreichen Diebstähle und Betrügereien im Rückfall und wegen gewinnsüchtiger öffentlicher Urkundenfälschung vor der Wiesbadener Strafkammer zu verantworten. Das Urteil lautete auf fünf Jahre Zuchthaus und 430 RM. Geldstrafe, fünf Jahre Ehrverlust und Sicherungsverwahrung. Drei Mona-e Gefängnis wegen Preisüberschreitung. , LPD. Mainz, 10. März. Das Amtsgericht Mainz verhandelte gegen einen Mainzer Obsthändler wegen Vergehens gegen die Vorschriften über die Preisbildung bewirtschafteter Bedarfsartikel. Der Angeklagte kaufte von einem Landwirt durch Vermittlung eines Dritten drei Zentner Aep'el und zahlte hierfür 90 RM., obwohl der gesetzlich zulässige Preis nur 45 RM. betrug. Diese Preisübertretung brachte ihm drei Monate Gefängnis ein. Der Verkäufer und der Vermittler wurden zu Geldstrafen von 350 bzw. 250 RM. verurteilt. Schweinemarkt In Gedern. ♦ Gedern, 10. März. Der heutige Schweinemarkt war mit 59 Ferkeln beschickt. Es (ofteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel etwa 30 RM., 8 bis 10 Wochen alte etwa 45 RM., 10 Wochen und ältere Tiere etwa 50 RM. das Stück. Geringer Ueberstand. Kreis Alsfeld. K Alsfeld, 4. März. Am Sonntag veranstaltete der hiesige Zweigverein des VHC. im kleinen Saal des „Deutschen Hauses" unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g eine Familienunterhaltung, in der die Wanderauszeichnun- gen für daL Wanderjahr 1941 an hie besten Wanderer zur Verteilung kamen. Es wurde an zehn Wanderer das goldene VHT.-Abzeichen verteilt^ da- von erhielt ein Mitglied das Abzeichen zum 15. Male. Anschließend folgte ein Lichtbilder vor trag von VHE.« Kamerad Jäkel über Alsfeld, der eine stattliche Anzahl Lichtbilder in vorzüglicher Wiedergabe an den Augen der dankbaren Zuhörer vorüberziehen ließ. Die Bilder zeigten die interessantesten Motive aus der alten Stadt Alsfeld. Wandermeister Rausch machte in einem heimatkundlichen Vortrag über Sagen aus dem Kreis Alsfeld die Zichörer mit einem interessanten Stück Heimatkunde bekannt. Die vorgetragenen Sagen bewgen sich auf die von dem Verein durchwanderten Gebiete des Kreises Alsfeld. Der Dereinsführer dankte allen Mitwirkenden herzlich für die Ausgestaltung. Der Verein führt auch während des Krieges ferne regelmäßigen Wanderungen durch. verdunkelungszeik: 11. März von 20.18 bis 7.15 Uhr.____ Arbeitsstelle auf einem Gutshof Getreide und Schrot entwendet. Gegen das Urteil legte die Angeklagte Berufung ein, sie hatte damit aber das Pech, daß die Geldstrafe aufgehoben und an ihrer Stelle eine Gefängnisstrafe von einem Monat ausgesprochen wurde. Amtsgericht Gießen. helfen bei Rheuma, Gicht, Ischias, Glieder- und Gelenkschmerzen, Hexanschuß, Grippe und Erkältungskrankheiten, Nerven- und Kopfschmerzen. Beachten Sie Inhalt und Preis der Packung; 20 Tabletten nur 79 PfennigI Erhältlich in allen Apotheken. Berichten auch Sie uns über Ihre Erfahrungen! TRINERAL MÜNCHEN J 27/547 Wir haben uns verlobt Kleines Junge Fahrkuh “Ä“ (Grauscheck) 01027. 5. 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März 1942. _______________________01004 Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß unser herzensguter, hoffnungsvoller Sohn, mein einziger, lieber Bruder, mein immer froher und guter Enkel, unser lieber Pate, Onkel und Neffe Karl Heinrich Becker Schütze in einer Panzerjäger-Kompanie bei den schweren Abwehrkämpfen im Osten im blühenden Alter von 19 Jahren in treuer, soldatischer Pflichterfüllung gefallen ist. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. In tiefer Trauer: Wilhelm Becker II. und Frau Katharine, geb. Euler Willi Becker, Rosine Becker, geb. Walter, und Familien Karbach Familie Christoph Becker Familie Ludwig Kimmel Famile Schmidt und Rühl und Familien Euler. Großen-Buseck, z. Z. im Felde, Frankfurt'M., Maar (Kreis Lauterbach), den 9. März 1942. 01013 Gr., Ebert, Klamermacher, Donnerstag, den 12. März 1942 S)ei ffteitev Schauspiel von Zerkaulen. Beginn: 1P.00 Ubr. Gießen/Lich Fulda, z.Z. im Felde • März 1942 3mWlet tMn) gesucht f. ^tägliches Austragen. 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Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesctz vom 23. 5. 1939 werden alle Hauseigentümer aufgefordert, bis zum 15. Apru 1942 für. jede Luftschutzgemeinschaft eine nach § 8 des Luftschutzgesetzes zugelassene Luflschuhhausapo- lheke zu beschaffen. Wer dieser Aufforderung feine Folge leistet, hat Bestrafung zu gewärtigen. Gießen, den 6. März 1942. 848D Der Hollzeidireklor als Örtlicher Lustschutzleiter._____________. Heute früh verstarb nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Pfeiffer geb. Kuhn im 40. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Hans Pfeiffer,Unteroffizier, z. Z. Im Felde Befreiter Erwin Pfeiffer, z. Z. im Felde Lieselotte Pfeiffer Familie Peter Kuhn Frau Margarete Pfeiffer Witwe. Gießen (Wolfstraße 14), Hamm (Westfalen), den 10. März 1942. Die Trauerfeier findet am Freitag, 13. März, 14 Uhr, in der Kapelle des NeuenFriedhofs statt 01033 | Vermietungen] Lagen (Laden bart.) zu vermieten. 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Danksagung. ^«7 Herzlichst danken wir allen denen, die in unserer tiefen Trauer um meinen unvergeßlichen,tapferen Mann,unseren geliebten, guten Vater,Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffen, Gefreiten Eugen Wagner, unseren großen Schmerz durch Zeichen inniger Teilnahme zu lindern suchten. Im Namen aller Trauernden: Erna Wagner, geb. Keßler Willi und Agnes Wagner. Großen-Linden, Lang-Göns, Dorf-Güll, im März 1942. __________________ Büroangestellte sucht freundlich moblierUiÄ Sckriftl. Angeb. unter 01028 an den Gieß. Anz. Beamter sucht sofort ein möbliertes Zimmer mMorgenkaffeo Schriftl. Angeb. unter 850D an den Gieß. Anz. Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche im Ortsteil Gießen» Klein-Linden. . Nach amtstierärztlicher Feststellung ist die Maul» und Klauenseuche unter dem Piehbestand des Land« * wirts Ludwig Jung, Gießen-Klein-Linden, Wetzlarer Straße 28, erloschen. Die am 2. Februar 1942 von mir angeordneten Maßnahmen werden hiermit wieder aufgehoben. 8490 Gießen, den 10. März 1942. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. I. V.: N i c 0 l a u s.________________ Bflmen- MlMMr gcfuyden, gegen Jnseratengebühr abzuholen 01025 Crednerstr. 31 Eine silberne Dam.-Armbanduhr verloren. Auf dem Wege Seltersweg — Marktvl.u.Neue Bäue.GegenBe- lobn. ^bzugeben aus d.Fundbüro.l 1 SMlselzeriehriinS kann einstellen VerlaOsdrndterei Albin Klein Gießen, Hindenburgwal 1 21. Alleinsteb. ältere Dame sucht k eine abgeschlossene Wohnung. Schr. Ang. unt. 0895 a. d. G. A, Assistentin an Univ.-Institut sucht gut möbl. Zimmer zum 15. März od. 1. Avril. Schriftl. Angeb. u. 01001 an denGieß.Anz. Mädchen oder Frau stundenweise zur Hausarb.gesucht. Zeit nach Vereinbarung. 812D Frau E. Mobs, Ludwigstr. 61p. Fürneuzeitl.Et.- Haushalt zuverl. 9ßü5fleöllfin oder junge Frau für bald od. spät, gesucht (evtl. n. für halbe Tage). 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Z. im Felde, und Familie Frieda Hildebrand Wilhelm Nocker und Frau, geb. Vogel Wilhelm Brück, z. Z. im Felde, und Frau, geb. Voge4 Heinrich Vogel, z.Z im Felde Fritz Vogel, zZ.i. Felde, u. Frau Wilhelm Vogel, z.Z. im Felde, und Frau Gießen-Wieseck, Gießen, Lauterbach, Trohe, Königsberg, Dülken, im März 1942. Gut erhaltener Faltbootzweier zu kauf, gesucht. Schriftl. Angeb. unt.01000a.den Gieß. Anz. erbet. Gut erhaltenes ScWimer zu kauf, gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 0970 an den Gieß. Anz. erbet. Suche gut erhaltenes soiaoset SoW zu kaufen. [ 01005 Tcleson258O. Gut erhaltene Kastenmatratze z. kaufen gesucht. Sckr. Ang. unt. 01015 a. d.G.A. Gut erhaltener herrenliWg Größe 48, z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 01016 an den Gieß. Anz. Cello von Privatmann zu taufen gesucht. Schriftliche An- Schr.Angeb.unt. ' 01007 an d.G.A.'del fcühl, Schulstr. 7 Kieidersciirank pol. Divan, PUM Tisch Büchergestell