(92. Jahrgang Nr. 2(3 Erichen« tagiidj, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener F-amilienblätter Heimat imBild-DieScholle BezugSvreisr Monatlich.,.. .RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge böberer Gewalt Sernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: ,Llnzeiger" Postscheck 11688 s^-rankf/M. M a w M Vannerstag, (v. §eptmber (9^2 Gießener Anzeiger ®s VI V -W "SSH* General-Anzeiger für Oberhessen 3n harten Kämpfen beherrschende Höhen unmittelbar westlich Stalingrad genommen. Oer Wehrmachtberichi. D)tB. Aus dem Aührerhauptquariier, 9. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Bei der Erstürmung einer beherrschenden höhe südostwärts Noworossijsk wurden über 1000, Gefangene eingebracht und 27 Geschütze, ein Panzerzug und zahlreiches sonstiges Kriegsgerät erbeutet. Bor der Schwarzmeerküste versenkten Kampfflugzeuge ein Transportschiff von 500 BEI. Am Terek verlor der Feind bei vergeblichen Angriffen 18 Panzerkampfwagen. 3m Festungsgebiet von Stalingrad durchbrachen Panzertruppen zäh verteidigte Stellungen hes Feindes und nahmen in erbitterten Kämpfen unmittelbar westlich Stalingrad gelegene beherrschende höhen. Bei Nacht wurden das Stadtgebiet sowie sowjetische Flugplätze ostwärts der Volga bombardiert. Südwestlich Kaluga wurden wiederholte örtliche Angriffe des Feindes abgewiefen. Die Zahl ter in diesem Kampsabschnitt feit dem 11. August vernichteten Panzer hat sich auf über 1000 erhöht. 3m Raum von Rschew fanden auch am gestrigen läge keine größeren Kampfhandlungen statt. 3n ber Zeit vom 30. 3ull bis 6. September wurden hier durch Heer und Luftwaffe 212 6 sowje - lische Panzer vernichtet. An der Einschließungsfront von Leningrad scheiterten vereinzelte feindliche Angriffe. Auf dem Ladogasee wurden drei sowjetische Kanonenboote durch Bombentreffer schwer beschädigt. 3m hohen Norden griffen Kampfflugzeuge einen Flugstützpunkt an der Kola-Bucht und das Hofengebiet von Murmansk an. 3agdflieger schossen in diesem Raum 26 feindliche Flugzeuge ohne eigene Berlusle ab. Die Sowjetluftwaffe verlor am gestrigen Tage in Luftkämpfen mit deutschen und kroatischen 3ägern und durch Flakartillerie 137 Flugzeuge. Bier eigene Flugzeuge werden vermißt. Bei Einflügen in die besetzten Westgebiete und bei vereinzelten Tagesstörftügen über Westdeutschland wurden in Luftkämpfen 10 britische Flugzeuge abgeschossen. 3m Lause der Nacht griffen Berbände der britischen Luftwaffe südwestdeutsches Gebiet an. Die Zivilbevölkerung hatte Berluste. Bor allem in Wohnvierteln entstanden Sach- und Gebäudeschäden. Nach bisherigen Meldungen wurden drei der angreifenden Bomber abgeschossen. 3n der Zeit vom 28. August bis 8. September verlor die britische Luftwaffe 2 5 2 Flugzeuge, davon 120 über dem Mitlelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 59 eigene Flugzeuge verloren. Kampfflieger griffen bei Tag und Nacht Rüstungswerke und militärische Anlagen an der englischen Südküste sowie in Mittel- und Ostengland an. Lin britisches Motorschiff von 300 BRT. wurde durch Bombentreffer versenkt. Churchill vor dem Unterhaus. Oer Besuch in Moskau. — (Sin peinlicher Rechenschastsbericht. Von unserer Berliner SchriftleiLung. Churchill, von dessen Existenz man in der Krischen Oeffentlichkeit nach seiner Rückkehr ans Mos- iu und Aegypten kaum mehr etwas verspürte, hat ich am Dienstag dem-Unterhaus gestellt, um den lon Parlament und Oeffentlichkeit geforderten. Beicht über die Ergebnisse seiner Reise sowie die Kriegslage zu erstatten. Im Gegensatz zu seiner htzten Rede vor neun Wochen, die einen mehr als !;ssimistischen Tenor hatte, erging sich Churchill esmal in hoffnungsvollen Andeutungen für die ukunft, offensichtlich zu dem Zweck, nach der un- ntevbrochenen Reihenfolge von politischen Fehl- )lägen und militärischen Niederlagen Großbritanniens und seiner Verbündeten im eigenen Lande Lieder einen gewissen Optimismus zu erzeugen. „Seit das Haus sich in die Ferien begab, sind verschiedene wichtige Kriegsoperationen vorgefallen." Dieser Satz steht zu Anfang ssiner Unterhausrede. Es ist wohl auch der einzige ratz, der der Wahrheit entspricht. Aber auch dieser Latz enthält eine Unwahrheit: Das englische Unter« lpus ging nicht freiwillig in die Ferien, sondern Churchill diktierte ihm den Zwangsurlaub, «eil er nicht den Mut hatte, über die verschiedenen unangenehmen Ereignisse Rede und Antwort zu stehen, die über England und seine Verbündeten hereinbrachen. Jetzt, neun Wochen später, geht er mit einer großzügigen Geste über die Geleit- zugkatastropHe im Mi ttelm'eer hinweg, iiie damals England entsetzte und die Welt in Atem hielt. Was damals als Katastrophe für England empfunden wurde, stellt er heute dem englischen Jolk als großartigen Erfolg hin, wenngleich er den Ilerlust eines Flugzeugträgers, zweier Kreuzer und eines Zerstörers neben Beschädigung anderer Schiffe emgestehen mußte. Ein noch größerer Erfolg war noch Churchill der „Angriff a u f D i e p p e", dessen militärischer Ruhm für diese — nach Churchills Worten — „höchst glänzende Angelegenheit" den kanadischen Truppen züfalle, die fünf Sechstel der ergreifenden Streitmacht bildeten. Das mißglückte Unternehmen nannte er einen mit großer Macht vorgetragenen „gewaltsamen Erkundungsoorstoß", ber die nötigen Informationen erbracht habe, die für mit größere Unternehmen notwendig seien. Er betrachte den Angriff auf Dieppe als das notwendige Vorspiel für die kommenden Großunternehmungen. Und dann tat er ganz geheimnisvoll: „Was der Hrind nicht weiß, ist, wann, wo und wie, mit welchen Kräften und t* welcher Weise er angegriffen werden wird." lieber den Hauptkriegsschauplatz im Osten verlor er nur einen Satz: „Von der russischen Front möchte ich nur sagen, daß heute der 8. September ist." Mag jeder dahinter ein Geheimnis, eine Erkenntnis oder ein Eingeständnis vermuten. Aehn- li* behandelte er das Thema Luftkrieg, für den sich „zweifellos neue Möglichkeiten eröffnen", und die Verluste zur See, die „noch immer sehr schwer sind", aber „wir müssen diesen Kampf ols Fundament aller Anstrengungen der Vereinigten Stationen betrachten". Noch konfuser waren feine Ausführungen über Nordafrika. Er mußte zu- geben, „daß in den Schlachten bei Gazala und bei CI Alamein die Divisionsformationen in großem Naßstabe aufgelöst, die Zahl der Schlachtgruppen und der improvisierten Formationen völlig zersplittert wurden. Sein Gesamturteil über Aegypten faßte er in dem Satz zusammen: „Wir sind berechtigt, die Kämpfe als nicht unbefriedigend an- znsehen", eine Charakterisierung, die selbst im Unterhaus Widerspruch auslöste. Natürlich wurden end) die mißglückten Unternehmungen der Nord- cmerikaner und Australier bei den Midways und bei den Salomoninseln dem Hause als große militärische Erfolge der Verbündeten vorgegaukelt. Zum Schluß sprach er über feinen Besuch in Moskau. Die vier Tage dort > müssen für ihn schwer und niederdrückend gewesen sein. Nöch im Unterhaus zitterte feine Erregung darüber nach, wenn er erklären mußte, die Sowjets feien nicht der Auffassung gewesen, daß England und die USA. bisher genug zu ihrer Entlastung getan hatten. In langen Konferenzen mit Stalin und Molotow, in denen mit größter Offenherzigkeit alle Fragen eingehend besprochen worden seien, habe er den sowjetischen Führern klarzumachen versucht, daß England und die Vereinigten Staaten alles tun würden, um ihrerseits einen Beitrag zum Kriege zu leisten, Es fei ihm gelungen, den Führern Sowjetrußlands Vertrauen 'einzuflößen und sie von dem loyalen Entschluß Großbritanniens und der USA. .zu überzeugen, so schnell wie möglich und ohne. Rücksicht auf Verluste und Opfer der Sowjetunion zu Hilfe zu kommen. Die umständlichen Formulierungen, die Churchill für diese Feststellungen wählte, sind ein Beispiel dafür, wie tief das englische Weltreich gesunken ist und wie tief sich fein Premierminister erniedrigen mußte. Sah sich Churchill doch gezwungen, von dem gleichen Mann, den er selbst einmal als Massenmörder bezeichnet hatte, als von einer „massiven Persönlichkeit" und als „Mann mit Humor" zu sprechen. Derselbe Mann, der das Blut von Millionen auf dem Gewissen hat, wird von Churchill nun, da er feiner dringend bedarf, als „Mann mit Humor" hingestellt. Darum nannte er Stalin „eine massive und starke Persönlichkeit, einen Mann von direkter und sogar barscher Rede". Man kann sich nach diesen Worten vorstellen, welche Rolle Churchill dieser „massiven und barschen Persönlichkeit" gegenüber gespielt hat. Er muß dort so klein gewesen fein, daß er das Ergebnis feines Moskau-Besuches dahin zusammenfaßte: „Ich glaube, daß ich ihm das Gefühl beibringen konnte, daß wir gute und treue Kameraden in diesem Kriege sind, daß aber Taten und nicht Worte hierfür den Beweis liefern müssen." Mit besonderem Pathos bemerkte Churchill dann: „Von einem bin ich nach meinem Besuch in Moskau überzeugt: das ist der felsenfeste Entschluß Sowjetrußlands, Deutschland bis zum Ende zu bekämpfen." Bereits im Juni seien die höchsten nordamerikanischen Militärs, der Generalstabsche : Marshall, Admiral King, zusammen mit Harry Hopkins nach London gekommen, um mit ihm wichtige Entscheidungen auf militärischem und kriegswirtschaftlichem Gebiet zu treffen. Seit dem letzten Zusammentreffen mit dem Parlament habe sich die Entwicklung des Krieges weiter zugunsten Englands und feiner Alliierten geändert. Der erste Sitzungstag des Unterhauses fand einen sehr merkwürdigen Abschluß. Im Anschluß an Churchills Rede war eine zweitägige Debatte über die Kriegslage vorgesehen. Aber schon nach der Rede des Premiers verließen die meisten Abgeordneten das Haus, jo daß der nach dem Führer der Arbeiterparteifraktion, Greenwood, zu Wort gekommene zweite Debattenredner, ein Konservativer, zeitweilig seine Rehe unterbrechen mußte, weil keine genügende Anzahl von Abgeordneten im Saale war. Stafford Cripps unterbrach darauf die Debatte und gab seinem Bedauern Ausdruck, in diesem Verhalten der Abgeordneten eine Mißachtung der parlamentarischen Institutionen sehen zu müssen. Englands wachsende Kneasausgaben. Stockholm, 9. Sept. (DNB.) Der britische Schatzkanzler Kingsley Wood legte dem Unterhaus einen Antrag auf Eröffnung eines neuen Kredits von einer Milliarde Pfund Sterling vor und sagte, daß durch diese neue Forderung die Gesamtschuld seit Kriegsbeginn auf 11 Milliarden 50 Millionen Pfund Sterling steigen würde. In den letzten Wochen beliefen sich die täglichen Kriegsausgaben Englands auf durchschnittlich 12 % Millionen Pfund Sterling, was im Vergleich zum Juni eine Erhöhung um eine halbe Million täglich bedeutet. Oie Unruhe in Nordirland. Stockholm, 9. Sept. (Europapreß.) In Nordirland fürchten die britischen Behörden, daß die Einzelaktionen, die in der letzten Zeit von Mitgliedern der Irisch-Republikanischen Armee verübt wurden, sich zu allgemeinen Unruhen auswachsen könnten. Von vielen Seiten wird für Nordirland die Einführung von Standgerichten gefordert, die ür terroristische Tätigkeit Todesurteile verhängen 'önnen. In Belfast ist ein ganzer Stadtteil zur Ge- ahrenzone erklärt worden, die Polizeipatrouillen Derben dort ständig verstärkt. Die Polizei unter- ucht systematisch Haus für Haus nach versteckten Terroristen, insbesondere nach solchen, die während der Schießereien der letzten Zeit verwundet wurden. In vielen Fällen werden Waffen und Dokumente beschlagnahmt. Die Behörden glauben, daß die Aufstandsbewegung Verstärkung von ihren An- hängern in Eire bekommen kann, und haben aus diesem Grunde die Grenzüberwachung verschärft. Britenfeindschast der irakischen Armee. Sofia, 10. Sept. (Europapreß.) Nach einer Meldung aus Bagdad begab sich Generäl Oui - n a n t in Begleitung mehrerer englischer General- stirbsosfiziere in verschiedene irakische Soldatenlager, um sie zu inspizieren. Ihm wurde jedoch ein derart kühler Empfang, zuteil, daß der General gezwungen war, sich nach Bagdad zurückzubegeben. Irakische Kreise glauben, daß die Engländer dem' Ministerpräsidenden Nuri Said zu verstehen gaben, die Haltung der irakischen Armee sei den Engländern gegenüber immer noch feindselig, trotz der Maßnahmen der Regierung, die versucht habe, alle nationalistischen Offiziere zu internieren. Die Engländer könnten daher zu der irakischen Armee kein Vertrauen mehr haben. Kampf um Getreide in Syrien und im Libanon. Vichy, 9. Sept. (Europapreß.) Nach Meldungen aus Alexandrette dauern die Unruhen in Syrien und im Libanon infolge des Lebensmittelmangels an. Die Landbevölkerung hatte sich geweigert, das von ihr verlangte Getreide für die britischen und gaullistischen Besatzungstruppen abzuliefern, worauf die Gendarmerie nachts in die Häuser einbrang und die dort Vorgefundenen Getreidebestände mit Gewalt an sich nahm. Diese Zwangsmaßnahmen haben unter der syrischen und libanesischere Bevölkerung große Unzufriedenheit hervorgerufen. Heute ganz anders. Wenn man vor nunmehr neun Monaten dem Präsidenten Roosevelt gesagt hätte, er werde früher oder später einmal Farbe bekennen und seinem Volke zu verstehen geben müssen, daß es großen Entbehrungen und schmerzlichen Verlusten entgegengehe, hätte er ungläubig die Achseln gezuckt und gemeint, daß der Krieg zugunsten der Alliierten entschieden fein würde, ehe die amerikanische Union zu vollen Kriegsanstrengungen angelaufen sein würde. Jetzt hat sich Winston Churchills Freuckd und Mitschuldiger doch entschließen müssen, dem nordamerikanischen Volk die Wahrheit zu sagen. Wenn man die Irrtümer der nordamerikanischen Politik verstehen will, muß man sich der Zeit des e r ft e n Weltkrieges erinnern. Damals haben die Vereinigten Staaten zwar auch von vornherein die Gegner Deutschlands unterstützt und sind auch nach etwa 2¥j Jahren aktiv in den Krieg eingetreten. Aber sie haben so gut wie keinen Mangel zu leiden brauchen. Das eigene Land bot an Lebensrnitteln genug, und wo etwas fehlte, konnte man es gegen begehrte Dollarnoten in jenen Ländern kaufen, die entweder gar nicht in den Krieg verstrickt ober durch den Fortfall des europäischen Marktes für die Befriedigung des nordamerikanischen Lebens- und Genußmittel-Bedarfs lieferfähig und lief erbe-' reit waren. Als im Jahre 1917 der deutsche U- Boot-Krieg auf feinen Höhepunkt stieg, waren es doch nur die Verbindungen von unh nach Europa bis kaum zur Mitte des Atlantischen Ozeans, die mit empfindlichen Verlusten an Handestonnage rechnen mußten. Die amerikanischen Küstengewässer, ber Südatlantik, der Indische Ozean und in noch höherem Grade der Pazifik waren so gut wie ungefährdet. Die Folge davon war, daß die geringfügigen Lebenshaltungseinschränkungen, welche bas amerikanische Volk sich auferlegen mußte, nicht eigentlich als Leiden, sondern nur als Kuriosum empfunden wurden. Das ist heute ganz anders. Die den Alli- ierten zur Verfügung stehende Tonnage ist längst „gepoolt", d. h. zufammengelegt und einheitlich bewirtschaftet. Der U-Boot-Tod lauert an allen Küsten, nicht ausgenommen selbst die entlegensten Gestade Australiens und Ozeaniens. Die Kriegsflotte und die Flugwaffe der Dreierpaktmächte haben ihre Gegner gezwungen, auf jeden entbehrlichen. Verkehr zu verzichten. Zwischen den Warenvorräten Südamerikas, Südafrikas und Australiens auf der einen Seite, den dicht besiedelten angelsächsischen Verbrau- chergchieten und den Kriegsschauplätzen auf der anderen Seite haben Deutschland, Italien und Japan das dichtmafchige Netz ihrer Gegenblockode gespannt. Wer den Pankees vor neun Monaten gesagt hätte, sie würden Ende 1942 fleischlose Tage und Straßen des LlGA. -Imperialismus. Von unserem L.-Korrespondenten. Bangkok, Anfang September 1942. Irgendwo" arnPersischen Golf sind Nordamerikaner damit beschäftigt, einen neuen Hafen anzulegen. In großer Eile werden moderne Ent- ladeoorrichtungen, Speicher und Werkstätten zum Zusammensetzen getrennt gelieferter Mafchinen errichtet. Anschließend an diesen Hafen wird eine Eisenbahn nach N v rd e n Richtung Kaspisches Meer von den gleichen Amerikanern gebaut. Das Irgendwo", welches anbeutet, daß hier ein militärisches Geheimnis gewahrt werden soll, ist i n der Nähe voN Bender-Schahpur zu suchen, einem von den Engländern benutzten, in letzter Zeit stark ausgebauten Häfen am Ende des Persischen Golfes. Zentrum des ganzen Gebietes, um das diese Aktivität kreist, ist Basra. Neben den Hafenanlagen entstehen Flugplätze, Funkanlagen und eine der größten Delraffinerien mit entsprechenden Bunkeranlagen. Auch ohne alle Einzelheiten zu kennen, kann man als Beobachter dieser Vorgänge feststellen, baß das Gebiet um Basra sich immer stärker zu einem Brennpunkt ber strategischen Gedankengänge Englands, der Sowjetunion und vor allem der Vereinigten Staaten entwickelt. Die t r a n s i r a n i s ch e Bahn wird teilweise bei dem Bau einer neuen Eisenbahn in Richtung Norden benutzt. Der Plan geht dahin, außer den jetzt benutzten Verkehrswegen nach dem Kaukasusgebiet neue Verbindungen nachSi b i r i e n und Chinazu erschließen. Die im Bau befindliche Eisenbahn durch Iran soll am Südrand des Kaspischen Meeres vorbei über Sa- markand nach Buchara in Russisch-Turkestan führen, dort erhält sie Anschluß an die Sibirien— Turkestan-Bahn in Chinesisch-Turkestan (Sin-Kiang). Ungefähr an der chinesischen Grenze wirb ber Anschluß an eine alte Heerstraße hergestellt, die in südöstlicher Richtung nach Tschungking führt. Hier wäre also ein Umlaben ber Güter auf Lastautos erforderlich. Außer bieser Straße soll über die gleichen Länder eine Lustl inie errichtet werden, bei der auch Sowjelflugplätze zu Hilfe genommen werben müssen. Die Verwirklichung dieser Pläne hängt von ber Zustimmung ber Sowjetregierung ab. Bisher hat Moskau noch nicht eingewilligt. Einmal spricht daraus Mißttauen gegen die Absichten ber Pan- kees in einem Gebiet, in dem sie nach Ansicht der Sowjetregierung nichts zu suchen haben, zum anderen die Befürchtung, die amerikanischen Lieferungen, die die Sowjetregierung für sich beansprucht, würden zersplittert und in unnötigem Ausmaß auch China zugute kommey. Als Iran überfallen und besetzt wurde, hatten England und die Sowjetunion lediglich die Lieferungen an die Rote Armee im Auge. Die Nordamerikaner hingegen haben noch andere Pfeile im Köcher. Für sie ist das Basra-Gebiet von vielfacher Bedeutung. Es ist zunächst ber Eckdpunkt jener strategischen Verbinbungslinie, die von Natal an ber brasilianischen Küste über Westafrika burch das Tschadseegebiet nach Norbafrika, Ostafrika und von dort nach Iran führt. Diese Straße des. USA.-Imperialismus, die in erster Linie eine Luftverkehrslinie darstellt, aber burch eine Autobahn unb einen Seeweg um Sübafrika ergänzt werben soll, ist einerseits ein Eingestänbnis der furchtbaren Nieberlage, die die USA- in Ostasien erlitten haben, anderseits aber auch ein Zeugnis für den skrupellosen Machtwillen ber Kreise um Roosevelt in Gebieten, in denen England unter normalen Umständen amerikanische Ansprüche niemals anerkannt haben würde. Ferner ist das Basra-Gebiet Ausgangspunkt für den Verforäungsweg nach der Sowjetunion, für die geschilderte neue strategische Verkehrslinie nachChina und schließlich, wie in amerikanischen Publikationen offen ausgesprochen wird, der einzige Zugang und das einzige Depot färben ganzen Vorderen Orient, wenn Llegypten eines Tages nicht mehr in englischen und amerikanischen Händen ist. Die Gesichtspunkte, von denen sich die USA. leiten lassen, gehen aus einer Veröffentlichung der „Saturday Eoening Post" hervor, in ber es heißt, nur bie USA. wären „in diesem Bereich eines zerfallenben Imperiums" imstande, die großen verkehrsstrategischen Aufgaben zu lösen, in ber aber auch mit Sorge darauf hingewiesen wird, daß die weitgreifenden Herrschaftspläne ber USA. bavon abhängen, daß die Sowjetunion im Kaukasus- gebiet Stand zu halten vermöge. Die Rote Armee spielt also in den amerikanischen Plänen nur eine Hilfsrolle. Das gleiche gilt für England, wie ber gut unterrichtete Washingtoner Korrespondent des „New Port Journal American" enthüllt hat. Er schrieb in einem offenbar inspirierten Aufsatz, bie Pacht- und Leihpolitik ber USA. gegenüber England unb bie Verteilung des 'Kriegsmaterials müsse im Falle eines Verlustes Aegyptens überprüft werben, ba England dann an keiner Front mehr kämpfe. Die dritte Figur in diesem amerikanischen Spiel ist C hi-na. Die USA. suchen Tschungking auf zwei Wegen zu erreichen. Auf ber geschilderten Route über Basra, die allerdings erheblich länger ist, als der Weg von San Franzisko nach Australien, und über die Aleuten. Dieser Wea ist zwar kürzer und regt die Phantasie amerikanischer Plänemacher seit langem an, hat aber den Nachteil, von den Japanern unterbrochen worben zu fein. Man mag aus Beschreibungen dieser Art erkennen, wie anspruchsvoll bie Rooseveltsche Außenpolitik einherschreitet, man kann aber auch daraus entnehmen, wie eng ber Zusammenhang aller Kriegsschau plätze ist. Der Krieg ber USA. gegen Japan ist z. B. untrennbar verknüpft mit der Stellung ber Sowjetunion. Wenn nicht andere Gründe dazu führten, bann wären es zumindest bie geographischen. Diese Zusammenhänge sind aber auch ber große Hemmschuh für die Verwirklichung der USA.-Pläne, denn eine entscheidende Niederlage auf dem einen Kriegsschauplatz, wie sie bie USA. in Ostasien erlitten haben, macht' einen entscheidenden Sieg auf einem anderen Kriegsschauplatz, sei dieser nun vorhanden ober geplant, in einem mobernen Weltkrieg unmöglich. Zu dieser Erkenntnis ist Roosevelts Gehirntrust allerdings altem Ayscheig nach noch nicht värgedrunge^. Gipfelsturm in Feindesland. Non Kriegsberichter Unteroffizier Hans K. Laböck. DNB. ... 9. Sept. (PK.) Am 21.August 1942, 11 Uhr, wurde aus dem Elbrus, dem höchsten Berg des Kaukasus, durch eine hochalpme Stoßtruppe zweier bayerischer Gebirgsdivisionen die Reichskriegsflagge gehißt und ein Stander mit Edelweiß und Enzian gesetzt. Heber der wild zerklüfteten vergletscherten Welt dieses sturmdurchtosten asiatischen Berglandes weht nun das Banner der siegreichen deutschen Wehrmacht, steht das Symbol bayerischer GÄiirgsjäger, die, erprobt in zahlreichen Schlachten und Gefechten aller Feldzüge, nun endlich auf alpiner Walstatt kämpfend weiterhin Sieg und Ruhm an ihre Feldzeigen heften. Am 19. August stiegen wir zum erstenmal aus. Bis 4800 Meter kamen wir, dann war der Berg stärker als wir. Er wehrte sich mit jähem Sturm, mit Nebel und Schnee. Seitdem warten wir auf schönes Wetter. Doch der Dunst kocht weiter über dem Gletscher. Der Wind pfeift über die Grate herein und der Weg ist zu, bis auf die weniaen Sonnenminuten des Tages zuvor. Da bringt der Abend des 20. August mit einer Meldung ein neues Moment , in den Gipfelkampf: den alpinen Wettstreit. Von Norden her st e i g t d e r Gegner. Ein sportlicher Widerpart droht mit dem gleichen Plan. Es geht nun nicht mehr zu warten, bis die Sonne über dem E-ife prunkt und der Elbrus mit freundlichem Gesicht zum Aufstieg einlädt. Vielmehr ist es wichtig geworden, als erster dort oben die Fahne aufzuhissen, mag das Wetter sein, wie es will, mag es ein Kämpfen werden mit allen alpinen Gefahren und Höhen. „Morgen also!" Die Nacht ist hell, der Himmel ist aufgerissen, als wird um 2 Uhr die Nase aus dem Fenster stecken. Im schmalen Licht des Mondes ragen die Spitzen ringsum auf. Der Elbrus ist frei. Noch reißt ihm der Wind eine Schneefahne vom Kopf, der Westen ist wolkendunkel, und vor den Sternen hängen dünne silberne Kumuluswolken. Das bedeutet nichts Gutes. Aber Jäger find optimistisch. Das erste Licht wacht auf,, als wir losziehen. Der Firn unter unseren Eisen ist glashart. An manchen Stellen ist Neuschnee zusammengeweht. Da gehen wir wie auf Watte. Jeder ist bemüht, einen falschen Schritt, ein Rutschen zu vermeiden, denn die Luft ist schon merklich dünn geworden und das Herz pocht einem gleich bis zu den Zehen herab. Grell geht die Sonne auf. Don einem Felsband rotschwarzen Lavagesteins sind wir weiter rechts herausgestiegen und können nochmals auf die Nachbarberge schauen, die über einer brodelnden Wolkendecke mit graublauen Eislichtern und goldgeränderten Schneefeldern dastehen. An manchen Flanken nistet schon der Nebel, der auch die Massive im Westen schon eingepackt hat und träge über den Paß auf das Gletscherfeld hereinfließt. Nach einer Traverse auf 4800 Meter hat uns der Nebel eingeholt. Er äst schneller als wir gestiegen. Im Augenblick ist alles milchig rundherum. Die Führer haben nach Kompaß und Karte gegriffen. 5000, 5200 Meter zeigt der Höhenmesser. Längst ziehen wir in die Scharte zwischen den beiden Köpfen herein, hinter denen der eigentliche Gipfel liegt. Wir suchen die Schartenmitte. Ein Augenblick bessere Sicht zeigt uns endlich das Blockfeld. Als wir in einem steilen Querhang die Gipfelhöhe anschneiden und dann ins Blockfeld hineinwechseln, ist der Sturm da. Rasend treibt er die Schneekristalle gegen unsere Gesichter. Die Brillen sind im Nu vereist. Wir müssen sie von den Augen zerren, um in kurzem Zwinkern überhaupt sehen zu können. Der Orkan drückt uns auf den schwarzen Pelz nieder. Langsam, unendlich langsam geht es aufwärts. Wenn wir atmen wollen, muffen wir uns in den Windschatten eines Steinbrockens beugen. Das Blut kocht in den Schläfen, in den Fingern, es hämmert überall. Das Blockfeld wird lichter. Steil wächst ein Firnhang auf, mit vielen offenen Eisstellen. Die Pickel hämmern, daß die Schollen spritzen. Am Seil entlang suchen die Eisen Tritt um Tritt. In wilden Böen wirft der Sturm den Schnee über uns herein. Die Reichskriegsflagge ist entrollt. Ein Oberfeldwebel trägt sie uns voran mit eisernen Fäusten und heißen keuchenden Lungen. Dann bricht ein Schrei aus, ein Jodler voll wilder Freude: „D e r Gipfel!" Und mit der Anspannung aller Kräfte stürzen wir dem leuchtenden Zeichen nach, stehen, dem Schneeorkan trotzend, um das flatternde Tuch und um den Gebirgsstander, den unser Oberarzt, ein Nanga-Parbat-Mann, Schulter an Schulter mit dem Oberfeldwebel hochgetragen hat. Tief werden die Schäfte ins Eis gewuchtet und vertäut. Dann heben sich die Hände der Gipfelmannschaft zum Gruß an den Führer, unsere bayerische Heimat, unser Deutschland! sogar eine Fleischkarte haben, wäre vermutlich als Irrsinniger in Gewahrsam genommen worden. Der Dollar hat auch aufgehört, das allgemein begehrte Gut zu sein, das er im ersten Weltkrieg aewesen ist, und das er trotz der Abwertung vom Vorfrühling 1933 bis in die letzte Vorkriegszeit hinein geblieben ist. Ein „Staatsmann" wie Roosevelt, dem soeben vorgerechnet worden ist, er habe in einem einzigen Jahre mehr ausgegeben, als die Bundeskaste der Union seit George Washington, macht die Erfahrung, daß selbst der USA.-Dollar auf die Dauer nicht gegen Wertschwund gefeit ist. Diese Sorge loste dem Mann im Weißen Hause die Zunge und veranlaßte ihn zu einer Rede, die seinen Mitbürgern viel Kopfschmerzen bereiten dürfte. , Wir haben den Krieg von Ansang an so angesehen und uns auf ihn so eingestellt, wie es der ernstesten Schicksalszeit, die es im Leben eines Volkes geben kann, entspricht. Trotz allen gegenteiligen Gerdes hat sich Präsident Roosevelt nur aus einen kurzen Krieg eingestellt. Wenn — wie Marme- sekretär K n.o x verkündet hatte — Japan in wenigen Wochen hinweggefegt und dem Kriea in Osteuropa und Nordasrika eine schnelle entscheidende Wendung zu Gunsten der Alliierten gegeben worden wäre, hätte das amerikanische Volk es vielleicht hingenommen, daß der Ausgleich durch Verlagerung des Verzehrs an Qualitätsnahrungsmitteln in tie oberen Zehntausend geschaffen wurde. So aber verlangen die Massen der Rüstungsarbeiter Versorgungsparität. Es ist ihnen, soweit sie ferne Ersparnisse haben, gleichgültig, ob der Ausgleich durch Stabilisierung bzw. Senkung der Preise oder aber durch Erhöhung der Löhne erfolgt. Nicht gleichgültig ist es aber den Gehaltsbeziehern, Rentnern und Sparern, denen Roosevelt schon deshalb nicht helfen wird, weil ihre Stimmen bei den Wahlen nicht von ausschlaggebender Bedeutung sind und der Patentdemokrat im Weißen Hause grundsätzlich mit den stärksten Bataillonen marschiert. Als Auftakt zu seiner Rede hatte sich der Präsident Reden und Zeitungsartikel von einigen Siegesherolden und Bußpredigern bestellt. Er ließ sich von einem früheren Handelsattache bestätigen, daß der zweite Weltkrieg in seiner letzten Phase genau so ablaufen, d.h. mit einem Siege der Angelsachsen enden werde wie.der erste Weltkrieg. Er ließ durch hohe Militärs Winston Churchill kopieren und für die nächste Zukunft Sorgen und Entbehrungen ankündigen. Es ist aber mindestens zweifelhaft, ob die Amerikaner diese Ankündigungen mit der gleichen Gelassenheit hinnehmen werden, wie sie das englische Volk bisher bekundet hat. Schließlich ist es eine unwiderlegliche Tatsache, daß die Amerikaner — kvenn man die tönenden Phrasen beiseite läßt — nicht für echte Lebensinteressen, sondern für den Profit einer kleinen Geldaristokratie und für das Geltungsbedürfnis eines eitlen und herrschsüchtigen Staatsoberhauptes kämpfen und leiden. Cr. Nordamerikanischer Truppentransporter ausgebrannt. Lissabon, 9. Sept. (Europapreß.) Der große nordamerikanische Truppentransporter „W a k e - field" ist durch ein Feuer auf hoher See völlig ausgebrannt. Es handelt sich um den früheren Passagierdampfer „Manhattan", der mit 24 289 BRT. das größte Schiff der nordamerikanischen Handelsflotte war. Die „Wakefield" war mit über 1000 Passagieren, vor allem amerikanischen Kindern und Frauen aus England und Irland an Bord nach den Vereinigten Staaten Unterwegs, als an Bord ein Feuer ausbrach. Die Passagiere wurden von begleitenden Kriegsschiffen übernommen. Es gelang, die Flammen zu löschen. Das ausgebrannte Schiff wurde dann nach einem nord- amerikanilchen Hafen abgeschleppt. Das Feuer soll aus bisher nicht.festgestellten Ursachen in einem der Decks ausgebrochen jein und sich trotz sofortiger Löschversuche außerordentlich schnell über das ganze Schiff verbreitet haben. Steigender Bolschewistenterror in Iran. Sofia, 9. Sept. (Europapreß.) Nach dem Bericht von zwei Reisenden, die aus Iran in der' Türkei eintrafen, wird die Behandlung der iranischen Bevölkerung durch die Sowjets von Tag zu Tag grausamer und blutiger. Seit dem deutschen Angriff auf den Kaukasus verstärkten die Bolschewisten ihren Druck in den besetzten iranischen Gebieten. Zum Tode verurteilte Iraner würden vor der Vollstreckung des Urteils gezwungen, ihre Gräber selbst zu schaufeln und sich zu entkleiden. Nach der Exekution verteilten die sowjetischen Soldaten untereinander die Beute. Die beiden 'Reisenden berichteten auch, daß von den brittschen Behörden in Iran die Ueberführung des Kronschatzes an einen sicheren Ort gefordert worden sei. Augenblicklich befinde sich der Kronschatz noch in einem Tresor der Nationalbank in Teheran. Aus -em Reich. Die Neuordnung der Rechtspflege. Reichsjustizminister Dr. T h i e r a ck erklärte der Presse, Sinn und Ziyl seiner Aufgaben seien, eine starke nationalsozialistische Rechtspflege aufzubauen, um die gewaltigen 'Aufgaben des Groß- deutschen Reiches zu erfüllen und all die Gesetze und Institutionen, die immer noch ausgerichtet feien auf «ine Zeit, in der das deutsche Volk zusammengepreßt war huf engstem Raum, durch einen anderen Geist und ein anderes materielles Recht zu ersetzen. Der Zenttalpunkt dieser großen Aufgaben sei d a s R e i ch s j u st i z m i n i st e r i u m. Es sei nicht nur Objekt des neuen Prinzips, sondern auch Subjekt. Die A k a d e m i e für deutsches Recht werde als wissenschaftlicher Helfer eingesetzt werden, auf ihr würden die Grundlagen geschaffen zum neuen Volksrecht, zum neuen Strafgesetzbuch — als helfende Organisation trete daneben der Rechts- wahrerbund in Erscheinung, der der Menschen- sührung diene. Diese Organisation dürfe keine Gesetzesfragen lösen, sondern sie diene allein der Aufgabe, die Menschen auf die deutsche Rechtspflege auszurichten und sie zu führen. Er werde darauf hinwirken, daß das deutsche Volk in Zukunft im deutschen Richter einen Helfer sieht, zu dem der einzelne Volksgenosse vertrauensvoll wie zu einem Arzt hinkomme. Der Richter dürfe nicht mehr ein verwaltungsmäßig arbeitender Jurist fein. Zwar könne der Richter nur ’mit dem Gesetz richten, aber es dürfe, vom Studium angefangen, nicht soweit kommen, daß der Richter das Gesetz beherrscht, das Leben aber nur durch die Brille des Gesetzes sieht. Die feindliche Agitation habe den Passus des Führererlasses, daß er, der Reichsjustizminister, bei seinen Aufgaben gegebenenfalls vom bestehenden Recht abweichen könne, in dummdreister Weise für ihre Zwecke verwendet. Er könne hierzu nur erklären, jene Agitationslügen seien der beste Beweis dafür, daß dem deutschen Volk mit der Erfüllung des Führerauftrages ein weiteres wichtiges Moment des Vertrauens zu den gesamten sozialen Errungenschaften des nationalen Staates zur Verfügung gestellt werde. Erneuter britischer Terrorangriff. T<$(9. In der Nacht zum 9. September 1942 griff ein britischer Bomberverband das Rhein- 2Nain-Gebiet mit Spreng- und Brandbomben an. Es entstanden Sach- und Personenschäden. Nach den bisherigen Feststellungen wurden 34 Personen getötet. Der Flak gelang es wiederum, die feindlichen Flugzeuge vor der Erreichung dichtbevölkerter Stadtteile abzudrängen. Der aktive Luftschutz und die Selbstschuhkräfte verhinderten größere S chadensauswirkungen dieses erneuten britischen Terrorangriffes. Kleine politische Nachrichten. Ritterkreuzträger Oberleutnant Becker, Staffelkapitän in einem Nachtjagdgeschwader, brachte in der Nacht zum Samstag bei der Bekämpfung der brittschen Bomberverbände, die einen Xerrorongriff auf Wohnviertel der Stadt Bremen unternahmen, innerhalb von 51 Minuten drei britische Bomber zum Absturz und errang damit seinen 33. bis 35. Nachtjagdsieg. * In Afrika fiel als Kommandeur einer Panzerdivision Generalmajor Georg v. Bismarck. Nach Beendigung des Westfeldzuges war chm das Ritterkreuz verliehen worden. Der Krieg gegen die Bolschewisten sah ihn als Kommandeur einer Schützen- Brigade überall an den Brennpunkten der Kämpfe. Im April 1942 zum Generalmajor befördert und zum Kommandeur einer Panzer-Division ernannt kämpfte er in Libyen und Aegypten und hatte an den Siegen der Panzerarmee Afrika hervorragenden Anteil. ' * Bei den harten Kämpfen im Raum von Stalingrad fiel am 21. August der Bataillonskommandeur in einem Infanterieregiment Major Adolf Jordan, der im Mai 1942 für seinen zähen Widerstandswillen bei der Verteidigung einer wichtigen, an der Donez- Front gelegenen Ortschaft gegen zahlenmäßig weit überlegene Angriffe der Bolschewisten mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet worden war. Bei den schweren Kämpfen vor Stalingrad fiel am 26. August der Kommandeur eines Panzer- Grenadier-Regiments, Oberst v. Lengerke. Als Kommandeur einer Aufklärungsabteilung hatte er sich schon im Polenfeldzug die Spangen zum E. K. II und I erworben. Als Abteilungs-Kommandeur in einem Reiter-Regiment nahm er in Holland eine Brücke in Besitz und durchbrach mit seinen Schwadronen starke Stellungen des geinbes. Zu Beginn des Ostfeldzuaes wurde er für einen entscheidenden Angriffserfolg mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. * Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Divisionsgeneral Manoliu, der als» Kommandeur einer rumänischen Gebirgsdivision beim Kampf um Sewastopol zäh verteidigte Höhenstellungen der Bolschewisten in Besitz nahm und beim Einbruch in die vom Feinde erbittert verteidigte Stadt wesentlich zum Erfolg beitrug. < * Zum zweiten Male seit Kriegsbeginn versammeln sich die Delegierten der Internationalen Forstzentrale und Sachverständige aus 16 Mitgliedsländern in Wien zur Komitee-Sitzung unter dem Vorsitz des Barons Waldbott, Präsidenten des ungarischen Reichs forstverbandes. Q * Eine Kommission portugiesischer Generalstabsoffiziere unter Führung von Oberst Ferreira de Passos sowie Pionieroffiziere unter Führung des Majors Vilar befinden sich, nachdem sie zunächst Einrichtungen des Heeres besichtigten, auf einer Informationsreise nach dem östlichen Kriegsschauplatz. * Die Ausstellung „Der Bolschewismus im Kampf gegen Europa" im Kunstpalast in Lille hat bei der Bevölkerung außergewöhnliche Anteilnahme gefunden. Bisher haben rund 140 000 Menschen die Schau, die besonders das unheilvolle Wirken der Sendlinge Moskaus in Frankreich beleuchtet, besucht. * Admiral Abrial, der Chef der französischen Land- und Seestreitkräfte im Raum von Dünkirchen in den für has Schicksal der französischen Nation entscheidenden Tagen, sprach im vollbesetzten Theater in Vichy über Englands Verrat an Frankreich. Kunst und Wissenschaft. Bruno-Slürmer-Konzert in Kassel. In Kassel kam ein dem Reichsminister Dr. Frick von der Stadt Kassel zugeeignetes und in ihrem Auftrag von Bruno Stürmer komponiertes „D e u t- fches Konzert (Das Vermächtnis) für Bariton und Streichorchester" zur Uraufführung. Stürmer versucht eine neue Form der Vereinigung des rein Instrumentalen mit dem Vokalen zu erreichen. Der langsame Mittelsatz bringt beschwörende Worte der Dichtung Karl B r ö g e r s durch die Singstimme zu eindringlicher Wirkung, während- die lebhaften Ecksätze in ihrer thematischen Gestaltung das eigen- willige- kompositorische Können Stürmers erweisen. Den Abschluß der Veranstaltung bildete ein vom Komponisten der Stadt Kassel gewidmetes „Fest- liches Konzert für Orgel und Orchester", das, wie Die Kunst des Spazierengehens. Von Wilhelm von Scholz. Sehr oft bin ich in meinem Leben in die Lage gekommen: wenn ich gern gereift wäre, wenn ich des Arbeitsalltags recht müde war und glaubte, unbedingt eine Ausspannung durch Ortswechsel zu brauchen, daß ich dann aus beruflichen oder Familiengründen zu Hause bleiben mußte. Da ist mir die Kunst des Spazierengehens als ein segensreicher Ersatz zu Hilfe gekommen und hat mir wahre Ferienerlebnisse gegeben. Vorausschicken muß ich, daß ich die Lust am Spazierengehen, die man. beinahe leidenschaftlich nennen könnte, schon vom Vater, Großvater und wahrscheinlich von noch älteren Vorfahren überkommen habe. Natürliche in der kleinen Stadt, in der meine Voreltern lebten — es war das schlesische Schweidnitz — da war das Spazierengehen so leicht, daß man es von selbst üben mußte. Die ruhevolle Natur, Felder, Wiesen, Dörfer, Wald fingen nahe dem Städtchen an und bedurften keines langen Anmarsches, um neben und um den Wandelnden Wirklichkeit zu werden. Aber dies Spazierengehen ist eigentlich noch nicht das, was man als Kunst des Spazierengehens bezeichnen kann, oder doch jedenfalls nur in bescheidenerem Maße. Für die Spaziergänge im Tiergarten, im Grünewald in Berlin, bei einer kleinen Stadt in der nahen ländlichen Umgebung bedarf es nur der Entspannung — die freilich immer eine Kunst ist. Die Arbeit, gleichviel, welcher Art sie sei, zieht den Blick mehr ins einzelne, das getan werden muß, und entläßt den Menschen schließlich, wenn er sein Tagespensum erledigt hat, verwirrt, ohne Ueberblitf, ohne das Gefühl der Beherrschung alles weiteren. Gewiß ist das zeitweilige Auslöschen im Schlaf das wirksamste Mittel, sein Ich mit allen Kräften wiederherzustellen. Aber der Spaziergang ist kein minder wichtiges. Wenn die Haustür hinter uns ins Schloß gefallen ist und wir in dem "ichlen, spätnachmittäglichen Licht, das nur noch über den Dächern zu leben scheint und nicht mehr als Widerscheinhelle zwischen die Steinwände in die Straßen herabsendet, den Spaziergang beginnen, dann kreisen unsere Gedanken zuerst noch um die eben verlassene 'Arbeit, wiederholen" schattenleicht, was wir getan, fliegen prüfend darüber hin ober werden schon vorher vom allgemeinen Leben der Straße, dem Gehen vieler Leute, dem Fahren der Wagen, von Schaufenstern und Auslagen abgelenkt, ohne sich neu zu binden. Sie gleiten in das allgemeine Dasein, füllen sich mit der dem Abend zu wachsenden Beruhigung und entspannen nun die Seele zum genußvollen, kräftigenden Ausschreiten. Bald hat man Rasenflächen, Baumgruppen, geböschte Wasserufer erreicht, kreuzt weiche Reitwege und genießt im Wandeln den Abend, das Gefühl des Lebens und des Ausruhens, während der Körper sickMom langen Sitzen ober Stehen burch bie leichte MMgung behaglich zurückgewinnt. Freilich ist der Genuß und bie Befriedigung im abendlichen Spaziergang durch das Bewußtsein des Krieges gemindert. Wir können von dem Gedanken an bie gewaltigen Entscheibungen, bie jetzt zu erringen sinb, wie von dem an unsere Lieben unb all unsere Brüder braufeen nicht los, spüren boch auch in jedem" Herzschlag den bas ganze Volk durchpulsenden Willen zum Durchhalten und Sieg, der unzweifelhaft mitschafft im großen Kampf und naturgemäß keine allzutiefe, allzulange Entspannung zu- läfet. Nur wer die Woche über unmittelbarste, sofort sich verwirklichende Arbeit für den Krieg geleistet hal, wird feiertags spazierengehend der völligen Entspannung teilhaft werden. Nun aber will ich, wie ich es verhieß, von der Form des Spazierengehens sprechen, die uns eine FerienreiseX ersetzt, die sich eigentlich mit jenem befreiten, ausruhenden Schlendern bekämpft. Der nachmittägliche oder abendliche „Lustwandler", dessen Lust eben nur das Gehen und das unbestimmte Bewegtwerden vom allgemeinen Leben ist, sieht ein wenig konturiertes fließendes Bild um sich, in dem ihm wohl einmal eine Einzelheit auf- sällt, das aber im Ganzen doch nur ein weich verschwommenes Umrund ist, das keine Ansprüche stellt, nicht an Beobachtung ober Nachdenken. Gingen wir so in den Ferien? Gingen wir so in einer fremden Stadt, einer fremden Landschaft, in bie wir gereift waren? Nein! Da wollten wir vor allem Neues sehen, erleben, Eindrücke sammeln, an denen wir, heimgekehrt, wieder lange zu zehren hätten. Wir wollten uns Stadtbilder, Bauten, Kunstwerke, Land- schaftsblicke einprägen und unseren inneren Besitz an Schönheiten der Erde, vor allem des Vaterlandes, mehren. Wenn ich nun nicht in die Ferien reifen konnte, sondern nur einen schönen Sonntag 'ober freien Nachmittag zur Verfügung hatte, sie mir zu ersetzen, habe ich mich bann in der Stabt, in ber ich wohnte, einfach so umgestellt, als ob sie eine mir srembe unb neue sei. Unb ba habe ich angefangen, sie auf meinen Spaziergängen überhaupt erst kennenzulernen. Man glaubt nicht, wie wenig man im allgemeinen die Stadt und das Land, worin man lebt, vielleicht seit Jahren lebt, wirklich kennt! Die Hauptsehenswürdigkeiten hat man freilich auswärtigen, besuchenden Verwandten ober Freunden gezeigt und dabei auch selbst gesehen. Die Gesamtheit der Stadt oder Landschaft hat man so obenhin ausgenommen. Aber hat man sie sich so zum inneren Besitz werden lassen wie manche auf der Reise besuchte Stadt, in der man nur eine Woche oder ein paar Tage war, und bie man mit aller Aufmerksamkeit ansah? Die aufrichtigsten meiner Leser werden sich selbst auf diese Frage mit Nein antworten. Und bas kommt eben baher, daß unser gewöhnliches Spazierengehen ein behagliches Hinschlendern ist unb bas unbestimmte Sehen eines sich ausrufjenben Auges. Nun also in ber eigenen Heimatstadt nicht verträumten Blickes zu'' gedankenlos ruhigem Ausschreiten das Haus verlassen, sondern offenen, wachen Auges unb nach ein wenig still versenkter Vorbereitung in bie Geschichte, das Wesen ber Stabt aufgebrochen! Man wird erstaunt fein, wie neu unsere nächste Umgebung auf einmal sein kann, weil man bisher einfach das Wenigste von ihr wirklich sah, wie reich sie ist an Bauten, Denkmälern, an noch durch bie heutigen Straßen und ihren Asphalt spürbarem Altertum! Vergangene Zeiten ber Stabt, einstige Lebensformen, Künstler, die vor einem ober ein paar Iahrhunberten wirkten, werben in unserem Bewußtsein plötzlich lebenbig. Eine Säulenstellung vor einem Hause aus ber Zeit Schinkels fällt uns als schön auf, an der wir täglich achtlos vorübergingen. Nun bleiben wir stehen, treten ein paar Schritte zurück, nun sehen wir sie von ber Seite an und machen uns die Gliederung des ganzen Bauwürfels klar. Ein Dentmal an unserem Berufswege war uns immer nur wie ein beliebiger Passant, den wir rasch mit einem Blick streiften — u.un ist es auf einmal ein Kunstwerk unb weiter ein Sttick Geschichte für uns; wir nehmen es als Besitz in uns auf. Ein alter Friedhof, wo wir einmal an stillem sonnigem Ferienvormittag die Grab- steininschriften lesen, wird in kleineren Städten zum Blättern in Familienchroniken, in der großen Stadt auch wieder zu einem Lesen ihrer Geschichte: denn von den alten Gräbern sind meist nur die ber einst bebeutenben Menschen erhalten. Ich glaube, daß es wenige beutsche Städte gibt, in denen nicht mancherlei baulich unb geschichtlich Lehrreiches unb Er- sulltes bem aufmerksamen Betrachter guten Lohn spenbet. SJtit ber Landschaft ist es für den, ber draußen in ländlicher Einsamkeit wohnt, nicht anders. Es bedarf auch hier nur der eindrücklichen Beschäftigung, mit ihr — nun nicht geschichtlich, sondern naturwissenschaftlich, geologisch ober wirtschaftlich ober botanisch? Auch so wird bas Sehen mit neuer Bereicherung erfüllt. 3ur Kunst unb, möchte ich hinzufügen, zum Nutzen bes Spazierengehens sei »och ein sehr wichtiges Drittes erwähnt! Ich glaube, Nietzsche hat es gesagt, bafe seine besten Gedanken ergangen seien, unb Hebbel hat ausgesprochen, daß man ihm, wenn man ihm seine Gehfähigkeit nähme, fein Schaffen rauben mürbe. Nun brauchen es gewiß nicht gleich große Dichter und Denker zu fein, denen der Spa» 3iergang bie schöpferischen Gedanken und Gefühle lost. Jeder von uns — ob als Kaufmann, als Arzt, als Beamter ober als Familienvater, der Kinder erzieht, als Grundbesitzer, der heute doppelt für Den Ertrag feines Bodens verantwortlich ist — braucht gute Gedanken, richtige Entschlüsse und aiich neue fruchtbare Einfälle für sein Tun und seinen Beruf. Sie kommen für die überwiegende Mehrzahl der Menschen im Gehen, sei es von innen durch das Freiwerden des Geistes in der körperlichen Bewegung, in dem nun das Neue, noch nicht mit bem alltäglich Gewohnten in Zusammen- bang Stehenbe emportauchen kann, oder von außen Durch all das Viele, eigene Gedanken Anregende, was bem aufmerksamen Blick begegnet . ist wahrscheinlich, daß die Kunst des Spazierengehens bei unseren ruhiger und bescheidener lebenden Vorvätern ohne Lebenshast besser ver- standen und mehr geübt wurde als heute — wie ™T\6L9eIe,ttnJ” b8n °lten Parks und Gärten Architektur und Bildhauerwerk, auch das Wort non Inschriften den sich Ergehenden! — unb es ist sicher, Dafe sie uns in ein eisernes Pfl-ichtzeitalter Gestellten eine noch viel notwendigere Lebensmitgab« tfÜ auch das eingangs gespielte „Konzert für Klavier und Orchester" monumentale Gestaltung erreicht -und im Mittelsatz, einem klangschönen Andante, seinen Höhepunkt besitzt. Bemerkenswert ist des Komponisten Verzicht auf Holzbläser. Stürmer, der am 9. September seinen 50. Geburtstag beging, wurde lebhaft gefeiert. Max Hafer. Bruno Stürmer hat bis jetzt über 120 Werke veröffentlicht. 1892 in Freiburg i. Br. geboren, erhielt er seine musikalische Ausbildung als Pianist und Komponist in Karlsruhe. Längere Zeit studierte er auch an den Universitäten cheidelberg und München Musikwissenschaften. Er wirkte dann als Theaterkapellmeister in Karlsruhe, Remscheid und Essen und als Lehrer in Heidelberg und Duisburg. Seit Jahren ist er in Kassel ansässig. Stürmer wurde vor allem durch seine Chormusik bekannt. Unter seinen Männerchören fanden vor allem auch die Volks- liedbearbeitungen Beachtung. Aber auch seine instrumentalen Werke hatten Erfolg. Beachtung findet auch sein reicher Beitrag zur Hausmusik. Professor INanigk gestorben. In Ueckeritz auf Usedom ist der emeritierte ordentliche Professor für deutsches und römisches Bürgerliches Recht, »Geheimer Justizrat Dr. jur. Alfred Manigk, kurz vor seinem 69. Geburtstag gestorben. Manigk, der aus Annaburg stammte, hat feine akademische Laufbahn im Jahre 1900 in Breslau begonnen. Von 1902 bis 1921 hat er in Königsberg gewirkt. Nach sechsjähriger Lehrtätigkeit in Breslau kam er im Jahre 1927 nach Marburg. An der Neugestaltung des deutschen Prioatrechts hat er lebhaften Anteil genommen. „Gajus Julius Lasar". Hans Rehbergs „Gajus Julius Cäsar" stellt die Erscheinung des Imperators als staatserhaltenden Begriff in Len Vordergrund. Cäsar ist das politische Genie an sich und darum der große Einsame, der nur für die Idee, die er Rom nennt, existiert. Er bäht die gestaltlose Masse des Volkes mit ebenso abgrundtiefer Verachtung wie die Mittelmäßigkeit )es eitlen geschäftstüchtigen Adels. Aus diesem Grunde besitzt er auch keine Gegenspieler im dramaturgischen Sinne. Sein Untergang ist keine Katastrophe im Ringen gleich starker gigantischer Mächte, sondern ein Werk blinden Zufalls. Rehberg läßt diesen Cäsar sich selbst und sein geschichtliches Blick- >e6b in einer geschlossenen Kette monologrstischer Gespräche airfbauen, in der alles andere nur als episodische Unterbrechung erscheint. In Szenen aber wie jener, in der der Imperator mit der kalten Ueber- iegenheit des seiner historischen Sendung Bewußten der Meute der Verschwörer entgegentritt, setzt sich 3er Dramatiker durch. Auch in der Art, wie das Zeitgeschichtliche mit knappen Strichen umrissen wird, zeigt sich der erfahrene Theaterdichter, dem überdies die Mittel einer ungemein zuchtvollen und gedanklich klaren Bühnensprache zu Gebote stehen. Lei der Uraufführung .im Breslauer Schauspielhaus pflegte die Regie Kurt Hoffmanns einen dem an- titen Stoff angemessenen heroischen Darstellungsstil. Der leicht pathetische Anklang in der Gestalt des Mn Hans Brackebusch psychologisch ausgefeilten Cäsar erfuhr durch den komödiantischen Realismus der Gegenfiguren, in denen uns Brutus als schäbiger Wucherer, Cicero als geschwätziger Hohlkopf, Cassius als kleinlich gehässiger General begegnen, einen Ausgleich. Werk und Wiedergabe ernteten freundlichen Erfolg. Wolfgang Pohl. Uraufführungen im hessischen Landestheater. Zur Uraufführung am Hessischen Landestheater Darmstadt hat Generalintendant Everth die Schau- piele „Der Mann unter der Treppe" von Bernt wn Heiseler und „Tanais" von Wilhelm Müller- Scheid angenommen. — Generalmusikdirektor Karl Maria Zwißler, der Intendant des Mainzer Stadt- cheaters, wird als Gastdirigent einige Opernaufführungen in Darmstadt leiten. Schwäbische Dichterwoche am Stadttheater Heilbronn. Das Stadttheater Heilbronn plant einen Zyklus dramatischer Werke schwäbischer Autoren in einer .Schwäbischen Dichterwoche" aufzuführen. Und ;war: Georg Schmück! es „Nero und Agrip- □tna" — E. W. Schäfers „Die Reise nach Paris" — Gerhard Schumanns „Die Entscheidung" — Schillers „Turandot" — Uhlands «Herzog Ernst von Schwaben" — Otto Rom - dachs „Taraskonischer Liebestraum" und Ker - ner-Uhlands „Die Bärenritter". Dieses Stück entstand 1809; nach Uhlands eigener Aussage rührte die „Hauptsache >im Komischen" von Kerner her, auf Uhland scheint vor allem der Text der Arien zurückzuführen fein. Man reichte 1813 das kleine Werk dem Stuttgarter Hoftheater ein, das den Text „zu gemein" fand (damals hatte Friedrich Knapp die Musik verfaßt). Jetzt erscheint das Werk- lein in einer Bearbeitung von Hans Viehweg und mit einer Musik von Heinrich Funk. Aus der Stadt Gießen. Heute teilweise Sonnenfinsternis. ' Am heutigen 10. September wird eine teilweise Sonnenfinsternis zu beobachten sein, sofern wir klaren Himmel haben. Ein derartiges Ereignis haben mir längere Zeit nicht mehr erlebt. Um so größer wird das Interesse an diesem sehenswerten Himmelsvorgang sein. Die Sonnenfinsternisse entstehen dadurch, daß der Mond seinen Schattenkegel bei bestimmten Bahnlagen des Neumondes auf die Erde wirft. Da wir uns ganz nahe der Spitze dieses Schattenkegels befinden, sind die Gegenden, die der Schattenkegel auf der Erde bestreicht, nur begrenzte Zonen. Damit erklärt sich die verhältttis- mäßige Seltenheit der Sonnenfinsternisse für einen bestimmten Ort der Erde. * Da der Mondschatten mit rund 500 Metern Sekundengeschwindigkeit über die Erde hinstreicht, haben verschiedene Orte auch verschiedene Finsterniszeiten. Beginn der Finsternis überhaupt ist um 15.57 Uhr. Die größte Phase der Bedeckung der Sonne wird um 17.39 Uhr erreicht. In Berlin wird, nach den Berechnungen der Astronomen, der Beginn der teilweisen Sonnenfinsternis uhi 17.26 Uhr deutscher Sommerzeit, ihr Ende um 19.08 Uhr zu beobachten sein. In Gießen kann man den Beginn der Bedeckung um 17.30 Uhr wahrnehmen, die Mitte der Verfinsterung wird um 18.22 Uhr, das Ende um 19.11 Uhr erreicht. Zur Beobachtung eignet sich am besten ein berußtes Glas, das die Sonne in einem rötlichgelben Licht zeigt. Zum berechneten Zeitpunkt entsteht rechts unten am Sonnenrand eine Einbuchtung, die immer größer wird. Zur Zeit der größten Phase bedeckt der Mond 36 v. H. des Sonnendurchmessers. Wer über ein Fernrohr mit Dämpfglas verfügt, kann am Rand des Mondes, der sich scharf vor der hellen Sonnenscheibe abhebt, die Mondberge im Profil sehen. Die Finsternis spielt sich tief am Himmel in den Stunden vor Sonnenuntergang ab. Im Osten Deutschlands geht die Sonne sogar noch verfinstert unter, das heißt, das Ende der Finsternis kann überhaupt nicht mehr beobachtet werden. Die Sonnenfinsternisse haben' der Wissenschaft manchen Dienst geleistet, sogar der Geschichtswissenschaft, da sie ein Hilfsmittel sein können, Ereignisse zeitlich genau zu bestimmen. Hauptsächlich zu diesem Zweck hat ein deutscher Astronom, der Wiener v. Oppolzer, im Jahre 1887 ein Werk herausgegeben, das 8000 Sonnenfinsternisse und 5200 Mondfinsternisse von 1207 alter Zeitrechnung bis zum Jahre 2161 neuer Zeitrechnung enthält. Dieser „Canon der Finsternisse" blieb bis heute ein einzig dastehendes Werk, Zeugnis deutschen Gelehrtenfleißes und deutscher Genauigkeit. E. D. £)ie (Störungen desRundsunkempsangs In letzter Zeit ist der Rundfunkempfang im Reich, besonders iw den Abendstunden, häufig durch Störungen beeinträchtigt. Diefe Störungen werden durch technische Maßnahmen hervorgerufen, die aus Gründen der Reichsverteidigung nicht näher erörtert werden können. Man bittet die Hörer für diese im Interesse der Bevölkerung getroffenen Maßnahmen um Verständnis. * Ist Läschwaffer da? NSG. Wie wat doch die Sache mit dem großen Brand vor einigen Jahren in Oeschelbrunn? Der Mangel an ausreichendem Löschwasser führte zu dem Verlust von 203 Gebäuden mit wertvollem Jnreniar, mit Getreide, Vieh und anderen Nahrungsmitteln. Gerade zur Erntezeit ist es dringend notwendig, sich von dem Vorhandensein genügenden Löschwassers zu überzeugen, auch darüber, ob Wasser und Behälter, Teich oder Graben in gutem Zustand, also schlick- und schlammfrei sind. Die verbesserten motorisierten Löschgeräte stellen an die Wasseroorräte wesentlich höhere Anforderungen als die alten Hand- bruckspritzen. Wassereimer und Handfeuerlöschgeräte gehören in jedes Bauernhaus, in jede Scheune, um ^in entstehendes Feuer schon beim Ausbruch zu Ersticken! Deutscher Bauer! Schütze Deinen Hof undXDeine Ernte! \ Gießener Docheamarklpreise. \ * Gießen, 10. Sept. Aus dem heutigen Women- markt kosteten: Wirsing, % kg 9 bis ly!Rpf., Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 13 bis 15, gelbe Rüben 10, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 10, Frühäpfel 64, Birnen 24, Salatgurken, das Stück 28, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 10, Endivien 10, Rettich 10, Radieschen, das Bund 10 Rpf. verdunkelungszeil 10. September von 20.51 bis 6.18 Uhr. Steuerbescheide und ihre Anfechtung. Nach den neuesten Bestimmungen (Verordnung vom 24. April 1942) müssen Steueranfechtungen schriftlich begründet werden. Die Frist für die schriftliche Begründung endet einen Monat nach Ablauf der Frist, in der die Anfechtung einzulegen war. Auf Antrag kann das Finanzamt die Frist verlängern. Die Anfechtung muß wie folgt begründet [ein: Es muß angegeben werden, inwieweit der Bescheid angefochten wird und welche Aenderungen des Bescheids beantragt werden, zweitens müssen neue Tatsachen oder Beweismittel, die vorgebracht werden, als solche gekennzeichnet werden. Das Finanzamt bzw. der Oberfinanzpräsident, die über die Anfechtung zu entscheiden haben, können Anfechtungen, die nicht form- und fristgerecht abgefaßt sind, als unzulässig verwerfen. Der Steuerpflichtige muß sich also schon die Mühe machen, hier ganz präzise Arbeit tu leisten, wenn er nicht den Erfolg des Einspruchs von vornherein in Frage stellen will. Weiter muß er beachten, daß die neue Verordnung erst am 28. April 1942 in Kraft getreten ist, also nur für Steuerbescheide gilt, die der Steuerpflichtige vor dem 28. April erhalten hat. Das Finanzamt kann über die Anfechtung durch Einspruchsbescheid eine vorläufige Entscheidung fällen, die wie eine Ansechtungsenkscheidung des Ober- finanzpräsibenten wirkt, vorausgesetzt, daß der Steuerpflichtige nicht binnen zwei Wochen nach Zustellung des Einspruchsbescheids eine Entscheidung des Oberfinanzpräsidenten beantragt. Wird der Antrag rechtzeitig gestellt, so wird dadurch der Einspruchsbescheid des Finanzamts aufgehoben. Im anderen Falle ist der Einspruchsbescheid des Finanzamts laut einer Verordnung vom 22. Juni 1942 endgültig, und zwar wenn das Finanzamt durch den Einspruchsbescheid die Anfechtung als unzulässig verwirft oder wenn der zur Entscheidung stehende Streitgegenstand keinen höheren Wert als 100 RM. hat. Nach der Verordnung vom 22. Juni 1942 kann das Finanzamt aber auch über die Beschwerde durch Einspruchsbescheid vorläufig entscheiden. Diese wirkt wie eine Beschwerdeentscheidung des Oberfinanzpräsidenten, falls nicht auch hier binnen zwei Wochen eine direkte Entscheidung des Oberfinanzpräsidenten beantragt wird. Daß eine Steuerbeschwerde nicht immer ohne Kosten abgeht, haben schon viele Steuerzahler erfahren müssen. Bekanntlich richtet sich die Rechtsmittelgebühr laut Reichsabgabenordnung nach dem Wert des Streitgegenstandes. Nach der Verordnung vom 22. Juni 1942 ermäßigt sich diese Gebühr um die Hälfte, falls die Anfechtung oder die Beschwerde sich durch einen Einspruchsentscheid des Finanzamtes erledigt. In den meisten Fällen wird das Finanzamt den Antragsteller, falls er keine Aussicht auf Erfolg mit seiner Anfechtung hat, schon vor vornherein zwecks Vermeidung unnötiger Kosten daraus aufmerksam machen. In diesem Falle kann sich der Steuerpflichtige unnötige Kosten sparen, wenn er den Antrag zurückzieht. Ä as die Hausfrau wissen muß. Und nun die Hagebutten. Im September kommt wieder ine Zeit der Hagebutten, deren Verwendung unseren Hausfrauen sicher nicht mehr ganz fremd ist. Sind doch gerade die Hagebutten die Früchte, die den höchsten Gehalt an Vitamin -C besitzen und deshalb restlos in der Küche Verwendung finden sollten. Das Sammeln der Früchte macht keine besonderen Schwierigkeiten. Sollen die Früchte entkernt werden, so ist es ratsam, dabei Handschuhe anzuziehen, da die an den Kernen sitzenden Härchen einen lästigen Juckreiz auf der Haut Hervorrufen. Für die Herstellung von Marmelade, bei der Vitamin C am besten «halten bleibt, folgendes Rezept: Hag e b u 11 e n m a r m e l a d e: 500 Gramm Mark, 500 Gramm Zucker. Die entkernten und gewaschenen Früchte werden mit soviel Wasser, daß sie gerade bedeckt sind, weich gekocht (10 Minuten). Dann streicht man sie durch ein gewöhnliches Sieb, danach durch ein Haarsieb. Den Zucker bringt man mit Vs Liter Wasser oder Apfelsaft zum Kochen, zieht ihn vom Feuer, rührt das Mus hinein und rührt so lange, bis die Masse fast erkaltet ist. Dann wird das Mus in gut gesäuberte Gläser oder Steintöpfe gefüllt und verschlossen. Hagebuttenmark ist äußerst vielseitig zu verwenden. Auf 1 Kilogramm Mark benötigt man 200 Gramm Zucker. Die Früchte müssen reif und fest fein. Sie werden gewaschen, halbiert und entkernt, knapp mit Wasser bedeckt, gargekocht und durch ein Sieb gestrichen. Dann setzt man den Zucker zu und bringt die Masse zum Kochen. Man füllt die dickliche Masse in Gläser und verschließt sofort. Für Marmeladen, Suppe« und Tunken läßt sich dieses Mark verwenden. Getrocknete Hagebutten. Hierfür halbiert man die Früchte, entfernt sie und läßt sie bei mäßiger Hitze auf dem Backblech im ober auf dem Herd trocknen. Auf das Backblech hat man zuvor ein weißes Papier gelegt. Trocknet man sie im Herd, muß die Backröhre etwas geöffnet bleiben, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Die Hagebuttenkerne werden ebenfalls getrocknet, durch Schütteln auf einem Sieb von den Härchen befreit und zu Tee verwendet. . Hagebuttentee ist äußerst wertvoll und wohlschmeckend, zwei Eßlöffel getrocknete Hagebuttenschalen und Kerne werden hierfür in 1 Liter kaltem Wasser eingeweicht. Man läßt sie etwa 12 Stunden stehen und kocht sie dann mit dem Ein- weichwasser 10 Minuten. Bei dieser Zubereitung bleibt Vitamin C weitgehend erhalten. Der Geschmack des Tees kann je nach Belieben durch einen kleinen Zusatz von Zucker, Vanillezucker ober Zitrone noch gehoben werden. Für Hagebuttensuppe ober Tunke lassen sich sowohl die getrockneten Hagebutten als auch das bereits angegebene Mark verwenden. Auch frische Hagebutten sind hierfür verwendbar. Man benötigt 125 g frische oder 50 g getrocknete Hagebuttenschalen, V/t Liter .Wasser, 40 g Stärkemehl, 60 g Zucker, evtl, etwas Zitronenschale. Die Hagebutten werden mit dem Wasser aufgesetzt und gargekocht. Die getrockneten Hagebutter werden 12 Stunden eingeweicht, mit dem Einweichwasser ausgesetzt und gargekocht. Alles gießt man durch ein Sieb, bringt zum Kochen, dickt mit dem kaltangerührten Stärkemehl an und schmeckt mit Zucker ab, evtl, wirb ein Stück Zitronenschale mitgekocht. Die Hagebutten- tunke wirb ebenso hergestellt, es wird jedoch nur % Liter Flüssigkeit genommen. Das focht die Hausfrau morgen? Wirsing mit Graupen: 1 kg Wirsing, 750 g Kartoffeln, 2 rohe geriebene Mohren, Zwiebel ober Lauch, 80 g Graupen, 2 bis 2% Liter Wasser, Salz, etwas Speck ober Fett. In dem heißen Fett bräunt man bie fleingeschnittenen Zwiebeln und gibt bie am Tage vorher eingeweichten Graupen mit dem Einweichwasser hinzu, kocht bas Gericht halbgar, gibt bann den zerkleinerten Wirsing darunter, ebenso bie in Würfel geschnittenen Kartoffeln unb kocht alles gar. Man schmeckt ab unb milcht vor dem Anrichten die geriebenen Möhren unter. Kürbisspeise. % Liter Milch, 30 g Zucker, 1 P. Vanillezucker, 70 g Stärkemehl, etwa 250 g gekochter Kürbis (süß-sauer ober süß), % Liter Saft (Apfelsaft) aber etwas Zitronensaft. Die kochenbe Milch mit dem angerührten Stärkemehl binden, Kürbissaft und Kürbisstückchen dazngeben, mit Zucker abschmecken unb in eine Glasschüsfel füllen. Man kann die Flammerimasse unb Kürbisstückchen auch schichtweise einfüllen. Gemüsehackbraten. 1 kg gemischtes Gemüse, 4 Brötchen, etwas Milch, 1 Ei ober Eiaustauschmittel, Salz, 2 bis 3 Eßlöffel Mehl, Weckmehl. Das vorbereitete kleingeschnittene Gemüse mit wenig Wasser gardämpfen, abtropfen lassen (bas Gemüsewasser wirb zu Tunken verwenbet). Die würfelig geschnittenen Brötchen werden mit ber Milch übergossen. Dann vermischt man alle Zutaten mitein« anber, schmeckt ben Teig mit Salz unb Kräutern ab, formt entroeber einen Braten, wälzt ihn in Weck- mehl unb brät ihn in ber Pfanne, ober man füllt die Masse in eine gefettete Auflaufform und backt im Backofen. Hirfepudding. 200 g Hirse, % Liter Milch, 1 Ei ober Eiaustauschmittel, Salz, Zucker, Zitronenschale. Die sehr heiß gewaschene Hirse wird in ber Milch weich gekocht, Ei, Zucker, evtl, etwas Fett, werben schaumig gerührt, die abgefühlte Hirse dazugegeben, abgeschmeckt, zuletzt der steife Eischnee daruntergemlscht. Man füllt die Masse in eine gefettete Auflaufform und backt im Backofen. Reifezeugnis für Soldaten. Regelung für frühere Schüler. Der Reichserziehungsminifter hat einen Erlaß über das Reifezeugnis für Kriegsteilnehmer herausgegeben, in dem bestimmt wird: Frühere Schüler der Höheren Schulen, die das Dersetzungszeugnis in die Oberprima einer neunjährigen Höheren Schule Dr. Brüggers Patientin Roman von Walter Klöpffer 38. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Annas Herz war schwer. Sie dachte: Nun habe ch ihm bie Heilstätte gerettet, sein Lebenswerk, aber cs ist doch alles umsonst. — Sie tat einen Seufzer, 1 r ber bis in bie Lungen schmerzte. ____ Weil Anna so gar nicht rebcte, holte sich Schorschi eine Stange und stocherte in dem verkohlenden unb schwelenden Dachgebälk herum. Es war lustig, die Balken so anzustoßen und aus ihrer lauernden, schwarzen Ruhe zu bringen, daß sie knirschten unb Keine, gloftenbe Stückchen von ihnen absprangen. Ein gellendes Signal zerriß bas einförmige Prassln bes niedergehenden Brandherdes. Die Trettauer Feuerwehr tobte mit ihrer Motorspritze durch die Nacht. Immer näher. Nun kamen sie schon ben Serpentinenweg herauf. — Wirb nicht mehr viel ju tun geben, buchte Glas! verächtlich unb stieß feine Stange ins Gebälk. Anna hob den Blick zu dem schwelenden, schwarzen Dachstuhl, der nur noch von einer unerklar- l'chen Kraft zusammengehalten wurde, wollte eine Warnung ausstaßen — zu spät —. Plötzlich tat Anna einen Sprung, riß den Buben zur Seite unb empfing dafür selber die volle Wucht des nieder- ftünenben Balkens, der sich lautlos aus dem Gefüge gelost hatte unb nun niebcrpolterte. Der Bud flog erschrocken, aber unbeschädigt zur weite und STnna mit [eifern Wehlaut zu Boden In diesem Augenblick brauste die Feuerwehr auf ben Platz. Behelmte Männer sprangen z^r Erbe, ein paar von timen hielten gleich auf die Frau zu, bereit tfeu je eben noch gesehen hatten. Einer riß ben rauchenden Balken zurück, ein anderer hob Anna auf. Annas Kopf baumelte schlaff nach hinten, roch rach verbranntem Stoff unb versengtem Fleuch. „Mein Gott, es hat sie erschlagen", murmelte ber Mann unb ließ bie leichte Bürbe unter dem Vorbach bes Haupteinganges sacht zu Boben gleiten. 16. Drei Männer stiegen schweigsam den schmalen Saumpfad zur Bünblesalpe hinan. Das letzte scharfe Stück, eiy sogenannter Abschneiber, trieb ihnen ben Schweiß auf bie Stirnen. Dr. Koch, der vorberste, zog seine Uhr zu Rate unb nickte zufrieden. Eine weißflirrende Mittagssonne schickte blindwütig ihre Pfeile eauf Bäume, Gras und Menschen. Graue Kühe'lagen 'in dem spärlichen Schatten und starrten verwundert auf bie Ankömmlinge. Nur ein Jungrinb sprang auf und schob sich neugierig näher. Ein dünner Strahl plätscherte in einem hölzernen Trog, um ben Löwenzahn unb Heilglöckchen wuchsen. Ein angeketteter Spitz kläffte. Unter der Hüttentür stand Fidel Butscher und zwinkerte unbehaglich dem Ereignis entgegen. Dr. Brügger betrachtete verschnaufend bas kleine niedrige Haus, dessen Sockel aus Stein und dessen geschindeltes Dach mit Moos bedeckt war. In der Regenrinne schmarotzte ein Büschel Hauswurz. Die Fenster waren ein wenig blind und die klobigen Holzwände grau vor Alter. „So, da wären wir", begann Dr. Koch und bearbeitete die Stirn mit einem farbigen Taschentuch. „Ja", sagte Dr. Brügger unb straffte seine Gestalt. Er trat mit prüfendem Blick auf den Sennen zu und fragte kurz: „Nun?" „Es geht gar nicht gut", murmelte der verlegen unb kratzte sich zwischen ben Schulterblättern. „Mit Verlaubnis gehe ich voran." Er führte bie brei in ein biirftiges Gemach, das nach lauer Milch, nach Kien unb nach billigem Tabak roch Auf dem Tisch staub ein Strauß Bergblumen in einem Trinkglas. Die zwei Aerzte traten an das blauweiß gewürfelte Bett. Der Kopf des Kranken lag abgezehrt in ben hochgetürmten Kiffen. Auf ber gelblichen Stirn lag Feuchtigkeit, bie Augapfel waren leicht nach oben verdreht. Fender fieberte und erkannte niemanden. Dr. Koch schlug beflissen bte Bettdecke zurück. Brügger untersuchte ohne Hast ben Puls, das Herz, den Leib. Dann flüsterte er: „Sie haben recht. Ein Transport ist ausgeschlossen. Wir müssen es hier, oben versuchen. Zuerst ein Stimulans, Hingerl!" Der Gärtner brachte die Jnstrumententafche. Brügger füllte eine Spritze mit Strophantin. Als Fender ben Einstich ber Nabel spürte, kam er zu sich, rang um Begreifen unb starrte seinen Stiefvater verwun- bert an. „Ja, ja, ich bin es. schon, mein Junge. Wir finb ba, um bir zu helfen", sagte Brügger freundlich unb in feinem guten, erprobten Arztton. Dabei strich er bem Kranken bas. nasse Haar zurück. „Es wirb alles wieber gut werben, aber wir müssen ein bißchen operieren, Boy." „Nicht schreiben —", hauchte Fender mit verzerrten Sippen. „Du mußt verständig sein, Boy. Ich verspreche dir, daß es nicht weh tut. Was sein muß, muß sein. Wir wollen dich doch durchbringen. Du darfst uns die Sache nicht erschweren, mein Junge. Na, ich habe ja gewußt, daß du vernünftig bist", lobte er, als der Kranke das Sträuben aufgab. Dann winkte er Hingerl, den mitgebrachten Koffer zu offnen. Während Brügger auf feinen Stiefsohn einredete, klirrten die Instrumente; sterile Tücher wurden ausgebreitet, und es roch plötzlich nach starken und fremden Dingen. Dr. Koch mühte sich in einen Mantel. Hingerl packte die Büchse mit den Gummihandschuhen aus. Der Ritus ber aseptischen Waschungen begann. Als Becken diente bie Suppenschüssel bes Fibel Butscher unb ein sauberer Milcheimer. Der Kranke war längst wieber in die Bereiche der Bewußtlosigkeit hinübergeglitten. Dr. Koch machte einen Jodanstrich, gewissenhaft unb voller Respekt ror ber Kunst bes bekannten Kollegen. Endlich war alles soweit. „Auf die Seite drehen, Hingerl. Lumbalanästhesie!" befahl Brügger fachlich. Sein Gehirn arbeitete. Sein Gesicht war gesammelt unb unburchbringlich. „Ich werbe einen Pararektalschnitt machen", erklärte er bem assistierenben Amtsbruber. „Jawohl, natürlich", raunte biefer ehrerbietig unb leckte einige Schweißtropfen weg, bie sich auf seiner rasierten Oberlippe niedergelassen hatten. Unb bann ging alles sehr rasch. Schnitt, Klemmen, Schnitt, Tupfer, Präparieren ber Hautschichten, ein zart ausfpürenber Stich mit dem Skalpell, ein Strom Eiter — Drän, Situationsnähte, Verband, fertig. „Wir wollew gleich einen Tropfeinlauf machen", sagte Brügger noch, während er die Handschuhe abstreifte, bann zog er sich in sich selbst zurück unb schwieg. Dr. Koch ehrte bieses Stummfein eine Zettlang, dann hielt er es nicht mehr aus. „Wiq beurteilen Sie den Zustand prognostisch, Herr Kollege?" Brügger hob die Schultern. „Es kommt alles auf bas Herz an. Wenn das Herz mitmacht, habe ich Hoffnung/' „Ich könnte diesem Ouadratesel ba braußen die Ohren abreißen — so lange zu warten!" murrte Dr. Koch. z Brügger starrte wortlos durchs Fenster auf einen heroischen Berg, ben er nicht kannte. Boy unb er waren nie besondere Freunde gewesen, ihre Naturen unb Neigungen waren zu verschieben. Aber jetzt, in dieser Minute, verspürte er eine starke Verpflichtung gegen ben Jüngeren, ber hilflos und geschlagen drüben in ber Ecke lag. Kollege Koch mit seiner Beflissenheit unb Betulichkeit ging ihm auf bie Nerven. Er drehte sich um unb sagte: „Wenn Sie eingepackt haben, Hingerl, fahren Sie ben Herrn Doktor heim." Dr. Koch machte Einwände. „Nein, nein. Fahren Sie nur. Ein Mann genügt hier. Sie dürfen Ihre Praxis nicht unnötig im Stiche lassen, Kollege. Ich komme schon zurecht." „Wann soll ich wieder nachsehen?" „Ich werde Ihnen Bescheid geben. Und einst- weilen vielen Dank, Kollege." Als Dr. Koch sich verabschiedet hatte, nahm sich Brügger den Fidel Butscher vor, der gerade an' ber offenen Tür vorüber wollte. (Fortsetzung folgt.) bzw. das Derfetzungszeugnis in die Klaffe 8 der achtklasfigen Höheren Schule besitzen, können auf diesem Zeugnis nachträglich auf Antrag bei ihrer Schule den Reifeoermerk unter der Voraussetzung erhalten, daß sie mindestens ein Jahr im Wehrdienst gestanden und sich vor dem Feinde bewährt haben. Dem Antrag ist die entsprechende Bescheinigung des Truppenteils beizufügen. Bedingung für die Zuerkennung des Reifevermerks ist, daß der Betreffende die Schule nicht vor Ostern 1936 verlassen hat, da den früheren Jahrgängen genügend Gelegenheit gegeben war, vor Ausbruch des Krieges das Reifezeugnis zu erwerben. Weitere Voraussetzung für den Reifevermerk ist, daß nach dem Charakter des Versetzungszeugnisses zu erwarten war, daß der Betreffende die Reifeprüfung ein Jahr nach seiner Versetzung in die oberste Klasse hätte bestehen können. Die endgültige Entscheidung darüber trifft die zuständige Schulaufsichtsbehörde. Erleichterungen im Krastfahrverkehr. Nach einem Erlaß des Reichsoerkehrsministers werden Anhänger, die lediglich zur Beförderung des Gasgenerators dienen, im Zulassungsverfahren als Teil des Kraftfahrzeuges betrachtet. Ackerschlepper mit eisernen Reifen und offenem Fahrsitz werden von der Ausrüstung mit Rückspiegeln für die Dauer des Krieges freigeftellt. Zusätzliche Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen müssen nach dem geltenden Luftschutzrecht durch Entfernen der Glühlampen außer Betrieb gesetzt werden. Diese Vorschrift findet auf die Lamven zur Beleuchtung von Arbeitsgeräten hinter land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen keine Anwendung. Solche Lampen sind durch Abdecken der Abschlußscheibe zu verdunkeln. * ** Für d i e Bestellung von Schulbüchern, soweit sie noch nicht erfolgt ist, wurde, wie der Reichserziehungsminister mitteilt, eine Nachfrist bis spätestens 15. September gewährt. Die Klassenleiter werden nachprüfen, ob die erforderlichen Schulbuchbestellunaen aufgegeben wurden. Gegebenenfalls werden Schüler und Schülerinnen veranlaßt, die Bestellung sofort aufzugeben. Im Interesse einer ausreichenden Versorgung der Schüler und Schülerinnen mit Lernbüchern soll die Nachfrist unbedingt eingehalten werden. **ErsolgreicheGießenerHundezüch- terin. Auf der Mannheimer Hundeausstellung, die Hunde aller Rassen zeigte, war auch der Tschau- Dschau-Rüde des Zwingers „Vom Hessenland", Besitzerin Frau Anny Fechter, Gießen, Kaiserallee 34, gemeldet. Trotz großer Konkurrenz wurde „Alf vom Saarowstrand" (Tschau-Tschau-Rüde des Zwingers „Vom Hessenland") mit der besten zu vergebenden Note „Vorzüglich" ausgezeichnet. Der Erfolg ist um so höher zu bewerten, als es sich bei den konkurrierenden Exemplaren um Tiere handelt, die bestes deutsches Zuchtmatetial darstellen. Vielfach herrschen über diese chinesische Spitzart in Laienkreisen falsche Anschauungen: teils wird er — offenbar verleitet der Name dazu — mit zierlichen Schoß- hundchen, etwa Pekingnesen, verwechselt, teils auch mit dem Eskimohund, mit dem er äußerlich viel Ähnlichkeit hat. Dieser Tibetaner ist durchaus nicht bösartig, sondern eher als gutmütig anzusprechen. Normalerweise erreicht er eine Schulterhöhe von 50 cm und wi.rd in den Farben Hellrot, Dunkelrot, Schwarz und Blau gezüchtet. Aus -er engeren Heimat S.jl-ifport Max Schmeling tritt ab. Nach einer Mitteilung seines Betreuers Max Machon wird Max Schrneling seinen Titel als Europameister der Berufsboxer im Schwergewicht kampflos abtreten und feine Lizenz als aktiver Boxer nicht mehr erneuern. Das bedeutet das Ende einer großen sportlichen Laufbahn. Schrneling holte sich die Europameisterschaft am 2. Juli 1939 in einem Kampf von zwei Minuten Dauer gegen Wolf Heuser. Deutscher Meister im Schwergewicht war Schrneling nur einmal, und zwar gewann er 1928 den Titel durch einen Punktsieg über Franz Diener. Ein Jahr vorher hatte er jedoch schon die Europameisterschaft im Halbschwergewicht gewonnen, und in dieser Klasse war er auch 1926 und 1927 deutscher Meister. Viermal kämpfte Max Schmeling in amerikanischen Ringen um die Weltmeisterschaft. Am 12. Juni 1930 nahm er in Neuyork dem in der 4. Runde wegen Tiefschlages disqualifizierten Jack Sharkey den Titel ab, den er am 4. Juli 1931 in Cleveland durch einen entscheidenden Erfolg in der 15. Runde gegen Young Stribbling erfolgreich verteidigte. Am 21. Juni 1932 verlor er, abermals in Neuyork, die Meisterschaft durch eine sehr zweifelhafte Punktentscheidung an Jack Sharkey. Schmelings zweifellos größter Erfolg war am 19. Juni 1936 in Neuyork fein K. o.-Sieg in der 12. Runde über Joe Louis. Daran ändert auch nichts der letzte schnelle Sieg des Farbigen, als er am 22. Juni 1938 im Weltmeisterschaftskampf in Neuyork den Deutschen schon in der ersten Runde durch verbotene Schläge kampfunfähig machte. Neusel — Hlufina — Landberg. Der Rücktritt Schmelings Hot die Lage in der europäischen Schwergewichtsklasse in .ein neues Licht gerückt. Um den frei werdenden Titel sind drei aussichtsreiche Bewerber vorhanden. Das erste Anrecht dürften der deutsche und der italienische Meister, Walter Neusel und Luigi Musina, haben. Der Schwede Olle Tandberg, der vbn beiden geschlagen wurde, wird erst in zweiter Linie in Frage kommen. eins „Harmonie" gewesen, in dessen Vorstand er bis 1920 als Schriftführer tätig war. Für Schahrlge aktive Sängertätigkeit war er mit der Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes ausgezeichnet worden. Für die Aufwärtsentwicklung des Gesangvereins „Harmonie" und für die Förderung des deutschen Liedes überhaupt hat er fetzr viel getan und sich dadurch um die deutsche Sängersache große Verdienste erworben. Lange Jahre war er auch im Gemeinderat und in der Verwaltung der Spar- und Darlehnskasse tätig. In weiten Bevölkerungskreisen wurde ihm große Wertschätzung entgegengebracht. Langsdorf, 10.Sept. Heute begehen troei Frauen unserer Gemeinde die Vollendung ihres 80 Lebensjahres. Frau Wilhelmine Bender, geb. Reitz, die Witwe des früheren Polizei- H«pttchrtftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« HanpttchrtftleiterS: Ernst Blumschein. Berantworttich für Politik und Lüder. Dr. Fr. W. Lange; für da« Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Prov n,. Wirtschaft und Sport: @rnß Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Untversitütsdruckeret R. Lange K. G, Verlagsletter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzetgenleiter: HanS Beck. Lnzeigenpretsliste Nr. 6. dleners Jakob Bender, der Wler feinem Dorfnamen weithin bekannt war. Frau Bender hat im erstell Weltkrieg den einzigen Sohn für das Vaterland geopfert, zur Zeit stehen ihre beiden Enkelsohne für Deutschlands Größe vor dem Feind. Sie selbst erfreut sich noch großer Rüstigkeit, so daß ste alle im Haushalt des bäuerlichen Betriebes vorkommenden Arbeiten gut versehen kann. — Frau Dorothea Roth, geb. Koch, kam aus Unter-Seibertenrod zu uns, ging also den Weg vieler Vogelsberger, die es aus dem ärmeren Gebirge in bie fruchtbaren Gefilde der Wetterau gezogen hat. Ihr einziger Sohn kam aus dem ersten Weltkrieg als Kriegsbeschädigter zurück. — Gestern vollendete unsere Dorfälteste, Frau Margarete Kuhl, geü. Roth, ihr 9 2. Lebensjahr. Wohl haben ihre Kräfte abgenommen, aber sie ist dem hohen Alter entsprechend noch recht interessiert an allen Vorgängen in ihrer Sippe und im Gesamtleben. Unser Glückwunsch gilt unseren ehrwürdigen Alten! Handball. Gauklasse. Psungstadt — Luftwaffe Gießen 5:3. Im ersten Spiel der neuen Runde mußten die Gießener eine knappe Niederlage hinnehmen. Trotzdem konnte man mit der Leistung der Soldaten zufrieden sein. In den weiteren 'Spielen wird sich die neuformierte Mannschaft besser finden, so daß sich auch Erfolge einstellen werden. Handball der f)3. Lützellinden — Lang-Göns 8:8 (4:5). Lützellinden ist auf eigenem Boden ein schwer zu schlagender Gegner. Obwohl die Mannschaft das Vorspiel gewinnen konnte, mußte sie sich diesmal mit einem Unentschieden begnügen. Bis zur Halbzeit gelang es den Gästen, einen knappen Vorsprung zu erzielen.. Nach dem Wechsel schaffte Lützellinden den Ausgleich, und beiderseits wurde nun um die Führung gekämpft. Lang-Göns gelang es schließlich,' das Unentschieden zu erzwingen. Mtv. Gießen 1. Jgd. — Hochelheim 1. Jgd. 4:9. Durch mehrere Spielerabgänge war der Mtv. gezwungen, neue Kräfte einzustellen, die in dem ersten Spiel noch nicht voll einschlagen konnten. Demgegenüber hatten die Gäste eine gut eingespielte Mannschaft zur Stelle. In der ersten Hälfte sicherten sic sich schon einen klaren Vorsprung. Obwohl sich die Gießener im weiteren Spielverlauf besser fanden, gelang es nicht, den Gegner ernstlich zu gefährden. Der Gästesturm, als bester Mannschaftsteil, stellte durch weitere Treffer den Sieg sicher. Mtv. G i e ß e n 2. Jgd. — Hochelheim 2. Jgd. 7:9. Die zweite Garnitur der Gießener ließ sich trotz der Niederlage besser an. Bei einigermaßen befferem Verständnis hätte ein Unentschieden erzielt werden können. Lustschutz auch auf dem Lande. In einem Erlaß des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe vom 30. Juni 1942 wird festgestellt, daß Voraussetzung für den Erfolg aller Luftschutzmaßnahmen auf dem Lande rechtzeitige und gute Vorbereitung ist und daß der Ausschaltung des Ueberraschungsmomentes bei der Brandbekämpfung und den Bergungsmaßnahmen: für Tiere, landwirtschaftliche Maschinen und Ernte! erzeugnisse besondere Bedeutung zukommt. Die Richtlinien zu diesem Erlaß, die im neuesten Heft der „Sirene" eingehend erörtert werden, behandeln Organisation nud Durchführung des Luftschutzes auf dem Lande. Wesentlich und neu sind die Bestimmungen über die Bildung von Landluftschutzgemein- schasten mit Landluftschutzleitern an der Spitze und der Zusammenschluß geeigneter Selbstschutzkräfte zu Feuerlösch- und Bergungstrupps. Für jeden, der im ländlichen Luftschutz eingesetzt oder an. ihm interessiert ist, lohnt es, Einzelheiten, in der „Sirene" nachzulesen. Tierversicherungs-Gesellschast Biedenkopf. Das 73. Geschäftsjahr brachte der Tieroersiche- rungs-Gesellschaft Biedenkopf (Lahn) a. G. eine weitere'Vergrößerung des Geschäftsbetriebes. Versichert waren 7816 Mitglieder mit 24 666 Tieren und VA Millionen Versicherungssumme. An Prämien gingen 202 829,10 RM. ein. Die Versicherungsleistungen betrugen 183 695,25 RM. Die Rücklagen haben sich um 13 930,75 RM. auf 173 030,02 RM. erhöht. Das Geschäftsgebiet der Gesellschaft umfaßt 11 Kreise. Landkreis Gieße«. 8. L a n g - G ö n s , 7. Sept. Für unsere Gemeinde und besonders für die Musikliebhaber war während der arbeitsreichen Erntezeit das gestrige Wunschkonzert der NSG. „Kraft durch Freude" in der Turnhalle — zu Gunsten des Kriegsivinterhilfs- werks — eine schöne Unterbrechung und zugleich eine gute Erholung. Viele Einwohner hatten sich durch zahlreiche Spenden fast alle Musikstücke und Lieder, die auf dem Programm verzeichnet waren, gewünscht, und so kamen alle zu ihre'r Lieblingsmelodie. Als Ansager und Erzähler kleiner Geschichten wirkte Emil Seidenspinner. Nach einer kurzen Pause erhielt das Konzert eine besondere Note dadurch, daß die Zuhörer das Lang-Gön- ser Heimatlied unter 'Begleitung des Musikkorps sangen. Dem Musikkorps der Luftwaffe, den Künstlern und Künstlerinnen Madien Madsen, Theo Herrmann, Emil Seidenspinner (Frankfurt a. M.) und Charlotte Schütz e (Wiesbaden) wurde durch reichen Beifall und Ueber- reichung von Blumengaben herzlich gedankt. Ueber 2600 RM. an Spenden (über 1700 RM.) und Eintrittsgeldern konnten von der NSG. „Kraft durch Freude" dem WHW. übergeben werden. , * Watzenborn-Steinberg, 8. Sept. Dieser Tage wurde hier bgr Weißbindermeister und Gastwirt Wilhelm Pfaff bei starker Anteilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen. Der Verstorbene war im Jahre 1906 Mitbegründer des GesangverI III. Gießen, den 9. September 1942. [2722D a In Apotheken zu RM 1.31 erhältlich Z1 2716 D KNORR Suppen (trecken Schwarzlederne Würfe oerloren. einzureichen. In den Beränderungslisten ist auch anzugeben, von wo und aus welchem Betrieb der Arbeiter kommt, oder wohin er verzogen und welches seine zukünftige Arbeitsstätte ist. v Für Arbeiter, die neu eintreten, haben die Betriebe neben der Eintragung in die Liste der Veränderungsmeldung die weiter erforderlichen Unterlagen (polizeiliche Anmeldung usw-> vorzulegen. Die Ausgabe der Wochenkarten an die Betriebe erfolgt auf Zimmer 14 des Ernährungsamtes in der Zeit vom 14. bis 18. September 1942. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen Ernährungsamt Abt. B. Heute nacht verschied nach einem arbeitsreichen Leben unsere liebe, unvergeßliche Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Karoline Christ, geb. Bender Trägerin des Mutterehrenkreuzes im Alter von 83 Jahren. Familien Christ und Friedrich Marie Treppinger Wwe , geb. Christ Dr. Bruno Christ und Frau Baurat Ed. Jung 10 Enkel und 10 Urenkel. Lollar (Holzmühle), Gießen, Ludwigshafen, Dtsch.-Krone, den 10. September 1942. Die Beerdigung findet Samstag, den 12. Sept., 16 Uhr, in Lollar von d. Leichenhalle aus statt. 2724 D Nach kurzer Krankheit verstarb unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Landwirt Georg Theodor Formhals im Alter von 76 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Heinrich Formhals Londorf, den 8. September 1942. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 11.September 1942, 14>.3O Uhr statt. Die Liebe höret nimmer auf, 1. Kor. 13, 8. Nach Gottes unerforschlichemRatschluß erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber, treuer Mann, der treusorgende Vater seines Töchterleins, unser lieber, treuer Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Leonhardt Schmidt Obergefr. in einer Nachrichten-Abteilung Inhaber des E. K. II und der Ostmedaille am 10. August bei den schweren Kämpfen- im Osten für sein geliebtes Vaterland kurz vor Vollendung seines 34. Lebensjahres gefallen ist. In tiefem Schmerz: Frau Martha Schmidt, geb. Sarnes, und Töchterchen Ludwig Schmidt 3. und Frau Marie, geb. Nebeling Heinrich Schmidt, Ltn., z. Z. im Felde, und Familie Marie Keil, geb, Schmidt, und Familie Marie Sarnes Wwe., geb. Gorr, u. alle Angehörigen. Burkhardsfelden, Gießen, Ettingshausen, Dorf-Güll, im September 1942. Die Gedächtnisfeier findet statt am Sonntag, dem 13. September, nachmittags 3 Uhr, in der Kirche zu Burkhardsfelden. 2717D Bekanntmachung. Betr.r Lebensmittelkarten - Regelung für ausländische Zivilarbeiter. Ordentliche Frau zum Austragen von Zeitungen sofort gesucht Verlag des Gieteoer Anzeigers Schulstratze 7 27i0d Wir suchen zur Unterstützung des Laboratoriumsleiters einen geeignet. Mann z. Anlernen als Laboranten (Stoffprüfer) Kriegsversehrte, die bereit sind, sich für diese ausbaufähige Lebensstellung umzuschulen, werden bevorzugt. Bei Eignung würde der Besuch einer Laborantenschule in Frage kommen. Die Einstellung erfolgt durch das Arbeitsamt Gießen. Ausführliche schriftliche Bewertungen sind zu richten an: Bänninger G.m.b.H., Gießen 2681P Knox unö öle lustigen vsMuiM mit Hans Moser Georgia Holl Leo Slezak — Adele Sandrock Pat und Patachon Arbeiters (der Arbeiterin) eingetragen werden Die Uebertragung der Karte auf andere Personen ist verboten. II. Die Ausgabe der Wochenkarten an die ausländischen Zivilarbeiter erfolgt durch die Betriebe, in denen die ausländischen Zivilarbeiter beschäftigt sind. Die Betriebe haben daher dem Ernährungsamt, Zimmer 14, sofort namentliche Listen der bei ihnen beschäftigten ausländischen Zivilarbeiter und vier Tage vor Beginn jeder neuen Woche Veränderungsmeldungen (Zugang, Abgang) zu dieser Liste Heute Donnerstag Lichtspielhaus Tägl. 3, 5.15, 8. So. 2.30, 5, 8 Jugend hat Zutritt! 2721C Für ausländische Zivilarbeiter, die in einem Angestellten- oder Lohnverhältnis stehen, aber nicht in landwirtschaftlichen Betrieben tätig sind und keine Gemeinschaftsverpflegung erhalten, wird mit Wirkung vom 21. September 1942 die „Wochenkarte für ausländische Zivilarbeiter" eingeführt. Die Wochenkarte besteht aus einem Stammabschnitt und Einzelabschnitten für sämtliche, den ausländischen Zwil- arbeitern in einer Woche zustehenden Lebensmittel. Die Einzelabschnitte sind während der aufgedruckten Zeitspanne und nur im Zusammenhang mit dem Stammabschnitt gültig. Auf dem Stammabschnitt muß der Name des Jedem Angestellten bieten wir für 2.20 RM. monatlich zusätzlich Krankengeld 60 bis 90 RM. monatlich, Krankenhaus- zuschuß bis 5 RM. täglich für bessere Pstegeklasse, Sterbegeld und weitere wertvolle Leistungen. Verlangen Sie Angebot. Die Hanse, Krankenschntz V. a. G., Frankfurt am Main, Goethestr. 21, Tel. 23471 Unerwartet und schwer traf uns die unfaßbare Nachricht, daß mein lieber Mann, mein guter Vater, Sohn und unser lieber Bruder Arthur Freitag Uffz. in einem Inf.-Regt., Inhaber des E. K. II, des Infant.-Sturmabzeichens und anderer Orden am 14. August 1942 beim Uebergang über den Kuban auf dem Felde der Ehre gefallen ist. Es trauern um ihn: Else Freitag, geb. Hammer, und Sohn Henriette Freitag Wwe. u.Geschwister Gießen, Heilbronn, im September 1942. Wetzlarer Weg 43. ______________________________________________________04420 Hoben Sie noch einen Gemüserest, der zu einer vollen Mahlzeit nicht mehrganz reicht, so können Sie mit einem KNORR - Suppenwürfel, der 2Tellergute Suppe ergibt, 3-4Teller kochen. Sie brauchen nur den Gemüserest mit etwas Wasser zu verdünnen, zur fertig gekochten Suppe zu geben und dann beides nochmals gut durchkodien zu lassenI KNORR jSfc Die Deutsche Arbeitsfront • Bornfserziehnngswerk Deutsche Stenografenschalt, Ortsvereln Gießen Am Montag, dem 14. September, beginnen die Lehr gemein schaiten in Stenografie und Maschinenschreiben Neuanmeldungen werd. a. d. DAF.-Dienststelle, Gießen, Schanzenstr.18,noch entgegengenommen. '____________________________2723V wirtsch. beü. vertraut, sucht auf d.Wegee.Frauv. 40 I. m. 20-30 Mg.Landwirtsch. zwecks HeiraLlDa And., bitte Wwe. n. ausge- ich ehrl. Finder fchloss. Zuschr. u. um Abgabe a. d. 04429 a. d. G. A. I04422 Fundbüro. Mit olieneo Augen Drei Jungen und «in MLdei entdecken ihre Waldheimat. Don TBertter Siebold 136 Setten Text und 8 Kunstdrucktaseln Leinen NM. 1,15 Hugo verrintthler Varlag Berlin - Lichterfelde Mann, .Mitte d. 30er Jahre, sucht d. Bekanntschaft ein. Mabels ob. Witwe zwischen 27-35 I. zwecks Heirat. Zuschriften unt. 04426 a.d.G.A. BieDeolschelrtteilsiroDl NSG. Kraft durch Freude Kreisdienststelle w Wetterau Donnerstag, 17. September 1942, 19 Uhr - 1. Veranstaltung im 16er Ring Der Thron zwischen Erdteilen Schauspiel von Hanns Gobsch Eintrittskarten 1 m Freiverkauf in der Karten Verkaufsstelle der NSG.„Kraft durch Freude“, Gießen, Seltersweg 60, Tel. 3961, zu den Preisen von RM 2.55, 2.05, 1.55, 1.05, 0.85. v Ringmitglieder, dieiihre Mitgliedskarten noch nicht abgeholt haben, werden gebeten, dies bis zum 15. 9.1942 gegen Zahlung der ersten Rate in der Kartenverkaufsstelle nachzuholen. 2718D | Mietgesuche~j Staatsbeamter, solider Herr, sucht möbliertes Zimmer Schriftl. 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