<92. Jahrgang Nr. <33 Cgrictjeini täglich, duftet Sonntags und feiertags Beilagen: Gteftener ^amilienblätter Heimat imBild-DieScholle Be^ugsvreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanichlnk 2251 Drahtanschrift: ,Änzeige^ Postscheck 1168k s^ranls./M. Gietzener Anzeiger vrühlsche Universtlätrdruckerei R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Gietzen^chulstratze 7-y Mittwoch, lO. Juni 1942 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/r Uhr deöBormittags Anzeigen-Preiie für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7 Stof, für ^amiltenan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvi. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/0 mehr Der Führer beim Staatsakt für Reinhard Heydrich Berlin, 9. Juni. (DNB.) Am Dienstagnachmittag fand im Mosaiksaal der Neuen Reichskanzlei in Gegenwart des Führers der feierliche Trauerakt für Len feiger Mörderhand zum Opfer gefallenen Stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren, ^-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, statt. An der Kopfseite des Katafalks, vor der mit schwarzem Tuch der -Fahne ausgeschlagenen Tür, stehen die Fahnenträger mit den ruhmbedeckten Zeichen der Waffen-A, des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe, vor ihnen zwei Standarten der ff. Zur Rechten und zur Linken der Bahre stehen je vier Ehrenwachen der^ Waffen-^, des politischen Führerkorps der NSDAP., von Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine. Auf den Stufen des Podiums find Kränze niedergelegt, auf einem Ständer zur Rechten der mit weißen Kallas und Lilien geschmückte Kranz des Führers. Gegen 15 Uhr haben, die Trauergäste Platz ge- Mit dem Tode des ^-Obergruppenführers Reinhard Heydrich, des Stellvertretenden Reichsprotektors in Böhmen und Mähren Und Chefs der Sicherheitspolizei, hat die nationalsozialistische Bewegung abermals einen opfervollen Beitrag zum Freiheits- kampf unseres Volkes gegeben. So unfaßbar für uns der Gedanke war, daß dieser strahlende, große Mensch nach kaum vollendetem 38. Lebensjahr nicht mehr unter uns weilen und in feiner Freunde Mitte kämpfen sollte, so unersetzbar sein einmaliges Können, verbunden mit einem Charakter von seltener Reinheit und einem Verstand von durchdringender Logik und Klarheit ist, so würden wir nicht in feinem Sinne handeln, wenn wir nicht hier an feinem Sarge die heldischen Gedanken vorn Stirb und Werde, die einstmals unser Volk beim Tode ihrer Liebsten bewegt haben, wieder zu unseren eigenen machen würden. In diesem Geist wollen wir die Feier zu seinen Ehren begehen, von seinem Leben erzählen, von feinen Taten sagen, um dann die stoffliche Hülle dem ewigen Kreislauf alles Seins auf dieser Erde wieder zurückzugeben und hernach, so wie er gelebt und gekämpft hat, weiter- zufechten, seinen Platz mit auszufüllen. Der Reichsführer ff schilderte sodann ben Lebensgang des Verstorbenen und seinen Weg in die ff und fuhr dann fort: Im Jahre 1936 wurde Heydrich in der durch den Führer neu geschaffenen Reichspolizei „mit 32 Jahren der Chef der Sicherheitspolizei. Es wurde ihm damit außer der Geheimen Staatspolizei auch die gesamte Kriminalpolizei unterstellt. Die Jahre 1933, 34, 35, 36 waren erfüllt von vieler Arbeit und zahllosen Ansangsschwierigkeiten, tatenfrohem, unbekümmertem Zupacken im Ausland gegenüber Emigranten und Landesverrätern, harter, schmerzvoller Pflichterfüllung im Innern und von der allerschwierigsten Aufgabe der neuen Polizei, insbesondere aber Heydrich s Sicherheitsdienst, dem SD. Respekt, Ansehen und Neckst im Derwaltungs- und Organi- sationsapparat der Länder und des Reiches zu verschaffen. Im Anfang des Jahres 1938 war die Sicherheitspolizei ein in jeder Richtung bereits weitgehend gefestigter und für alle Aufgaben gewappneter Apparat. Es fei heute ruhig ausgesprochen, daß Heydrich ein großes Verdienst an dem unblutigen Einmarschin die O st mark, in das Sudetenland und nach Böhmen-Mähren sowie bei der Befreiung der Slowakei durch seine sorgfältige Feststellung und gewissenhafte Erfassung aller Gegner und einen meist bis ins kleinste gehenden klaren Ueberblick über die Tätigkeit der Feinde in diesen Ländern, ihre Organisationsstellen und ihre Anführer hatte. Ich darf hier auch einmal vor aller Öffentlichkeit die Gedanken dieses von den Untermenschen gefürchteten, von Juden und sonstigen Verbrechern gehaßten und verleumdeten, und 'auch einst von manchem Deutschen nicht verstandenen Mannes darlegen. Alle Maßnahmen und Handlungen, die er traf, packte er als Nationalsozialist und ^-Mann an. Aus den tiefen Gründen seines Herzens und feines Blutes heraus hat er die Weltanschauung Adolf Hitlers erfühlt, verstanden und verwirklicht. Alle Probleme, die er zu lösen hatte, faßte er aus der grundsätzlichen Erkenntnis echter rassischer Weltanschauung und aus dem Wissen heraus an, daß Reinerhaltung, Sicherung und Schutz unseres Blutes das höchste Gesetz ist. Er hatte dabei die schwere Aufgabe, eine Organisation aufzubauen und zu führen, die sich fast nur mit den Schattenseiten des Lebens, mit den Unzulänglichkeiten, Abwegigkeiten und mit dem Unverstehen ebenso sehr wie mit dem bösen Willen, den verbrecherischen Trieben und asozialen Auswüchsen der menschlichen Gesellschaft zu befassen hat. Die größte Belastung dieses Sicherheitsdienstes der Nation besteht ja darin, daß an feine Männer erfreuliche Ereignisse kaum herangetragen werden. Heydrich war von einem unbestechlichen Gerechtigkeitssinn erfüllt. Schmeichler und Angeber erregten bei ihm nur tiefe und offene Verachtung. Wahrhafte und anständige Menschen konnten, selbst wenn sie schuldig waren, stets auf feine ritterliche Gesinnung und auf ein menschliches Verstehen hoffen. Nicht vergessen werden darf seine wahrhaft revolutionäre schöpferische und neugeftaltenbe Arbeit auf dem Gebiet der Kriminalpolizei. Wie in allen Dingen, ging er gerade" auch an die Frage der Kriminalität mit gesundem, nüchternem Menschenverstand heran. Gleichzeitig sorgte er aber dafür, daß die deutsche Kriminalpolizei die modernste technische und wissenschaftliche Ausrüstung bekam. Als Leiterder internationalen kriminalpolizeilichen Kommission gab er allen Polizeien in der Welt von seinem Wissen und seinen Erfahrungen kameradschaftlich wertvolle Beiträge. Sein Verdienst ist es mit in erster Linie, daß die Kriminalität in Deutschland vom Jahre 1936 an ständig im Schwinden nommen. In der ersten Reihe sieht man xur Rechten den Reichsmarschall und den ^-Oberst- Gruppenführer und Generaloberst der Polizei Sa- I u e g e, den kommissarisch beauftragten Nachfolger Heydrichs, sowie den ständigen Vertreter des Reichsprotektors, Staatssekretär ^-Gruppenführer K. H. Frank, zur Linken Staatspräsident Dr. Hacha mit den Mitgliedern der Protektoratsregierung. Frau Heydrich muß mit Rücksicht auf ihren Gesundheitszustand dem Trauerakt fernbleiben. Der Führer, begleitet vom Reichsführer ff Himmler, bleibt vor dem Katafalk stehen und grüßt den Toten mit erhobenem Arm. Als die Trauermusik aus der Götterdämmerung von Richard Wagner, gespielt von der Staatskapelle unter Leitung von Professor Heger verklungen ist, tritt der Reichsführer ff an das Rednerpult. Mit Worten stolzer Trauer, würdigt er die Persönlichkeit, das Lebenswerk, das Kämpfen und die Treue Reinhard Heydrichs. Er sagte: war und trotz des Krieges, nunmehr im dritten Kriegsjahr, den niedrigsten Stand seit jeher erreicht hat. Aus unzähligen Gesprächen mit Heydrich aber weiß ich, was dieser nach außen so hart sein müssende und strenge Mann in seinem Herzen oft gelitten und gerungen hat, und was es ihn manchmal kostete, dennoch immer wieder nach dem Gesetz der ff, das uns verpflichtet, „weder eigenes noch fremdes Blut zu schonen, wenn es das Leben der Nation verlangt", zu entscheiden und zu handeln. Die -unter seinem Befehl stehenden ^-Führer und Männer hingen mit herzlicher Liebe und h.öchster Achtung an ihrem stets für jje eintretenden Kommandeur, der auch in den schwierigsten Fällen sich vor seine Männer stellte und sie deckte, ein Herr von Geburt und Haltung. Er war ein ebenso leuchtendes Vorbild in der Bereitschaft, Verantwortung zu tragen, wie er ein Muster an Bescheidenheit war. Er vertrat den Standpunkt, daß es besser wäre, die geleistete Arbeit und das Werk sprechen zu lassen, als sich oorzudrängen. Ueberrascht waren manche, die er in die geistige Arbeit des Reichssicherheitsdienstes auf allen Lebensgebieten hineinblicken ließ. Keine Spur war hier mehr zu finden von einer alten verstaubten Büttel-Kriminalpolizei. In strengster wissenschaftlicher Forschung wurden die Grundlagen erarbeitet, und dann erst aus ihrer Erkenntnis an Tagesfragen herangegangen. । Es kam nun'd e r K r i e g ntit allen seinen vielen Aufgaben in den neubesetzten Gebieten. Schwer war es für ihn, diesen einsatzfreudigen Fechter und Draufgänger, nicht mit an der vordersten Front sein zu dürfen. Neben feiner nimmermüden vielen Arbeit, die er als einer der fleißigsten Männer im Reich Tag und Nacht leistete, nahm er sich Wochen und Monate hindurch in den Morgenstunden die Zeit, um seine Prüfung als Jagdflieger zu bestehen. In den Niederlanden und in Norwegen erwarb er sich die bronzene Frontflugspange und das Eiserne Kreuz II. Klasse. Am Anfang des Russenfeldzuges flog er dann, ohne mein Wissen — und dieses, das kann ich mit stolzer Freude bekennen und feststellen, war die einzige Heimlichkeit in den elf Jahren unseres gemeinsamen Weges, die er vor mir hatte — abermals als Jagdflieger bei einer deutschen Staffel in Südrußland und erwarb .sich dort die silberne Frontflugspange und das 'Eiserne Kreuz I. Klasse. In dieser Zeit schon hatte das Schicksal einmal seine Hand nach ihm ausgestreckt. Er war durch russische Flak abgeschossen worden, landete aber glücklich zwischen den beiden Linien und schlug sich durch, um am anderen Morgen in einem anderen Flugzeug sofort wieder auf- zusteigen. Der September des vergangenen Jahres brachte ihm eine neue große, und, wie wir es heute wissen, die letzte große Aufgabe. Der Führer setzte ihn tm Protektorat Böhmen-Mähren nach der Erkrankung des Reichsprotektors von Neurath als Stellvertretenden Reichsprotektor ein. Manche in Deutschland, vor allem aber im tschechischen Volk, haben damals geglaubt, nun käme dieser gefürchtete Heydrich und würde dort nur mit Blut und Terror regieren. In diesen Monaten jedoch, in denen er zum ersten Male eine große, vor aller Welk sichtbare, positive, schöpferische Aufgabe erhielt, zeigten sich seine genialen Fähigkeiten im reichsten Maße. Er griff hart zu, packte die Schuldigen, verschaffte der deutschen Macht und Reichsgewalt bedingungslosen Respekt, gab aber all denen, die eines «guten Willens waren, die Möglichkeit zum Mitarbeiten. Kein Problem des vielfältigen Lebens in diesen Reichslanden Böhmen und Mähren gab es, was dieser junge Stellvertreter des Reichsprotektors nicht angefaßt und aus der Kraft feines Herzens, dem tiefen Verstehen der Gesetze unseres Blutes und dem Durchdrungen sein vom Mythos des Reiches heraus nicht glückhaft in die Wege geleitet und zum Teil schon gelöst hätte. Am 27. Mai aber traf ihn die hinterhältige Bombe englischer Herkunft, geworfen von einem bezahlten Subjekt aus den Reihen wertlosesten Untermen- fchentums und brachte ihn zur Strecke. Furcht und allzS große Vorsicht waren ihm fremd, ihm, der einer der besten Sportsmänner der ff mar, ein kühner Fechter, Reiter, Schwimmer, Fünfkämpfer, ein Sportsmann an Können und an Gesinnung. Kennzeichnend für feinen Mut und feine Energie jedoch ist es, daß er, selbst schon schwer verwundet, sich noch wehrte und zweimal auf den Attentäter schoß. Tagelang hofften wir, daß fein aus der Kraft gesunder Vorfahren stammender und von ihm in einem einfachen und disziplinierten Leben gesund gehaltener Körper die schwere Gefahr bannen könne. Arn siebenten Tage, am 4. Juni 1942, hat dann das Schicksal, der Herrgott, der Uralte, an den er, der große Gegner des Mißbrauchs jeder Religion zu politischen Zwecken in selbstverständlicher Unbeirrt- heit und Unterordnung zutiefst glaubte, sein körperliches Leben vollendet. Wir alle, voran des Reiches Führer, dem er mit der ganzen Treue seines Herzens diente und mir, seine Freunde und Kameraden und seine beiden kleinen Söhne, die als Zeugen seines unendlich glücklichen Familienlebens und als Vertreter ihrer tapferen Mutter, die ein neues Kind erwartet, hier weilen, sind versammelt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Der Führer verlieh ihm das Ver- mundetenäbzeichen in Gold und zeichnete ihn dadurch aus, daß er einem Regiment der Waffen-^ an der Ostfront, der 6. ^-Infanterie-Standarte, am Tage seines Todes den Namen „Reinhard Heydrich" gegeben hat. Er wird weiterleben nach unserer heiligen lieber- zeugung, die auch sein Glaube mar, in unserer Ordensgemeinschaft der ff. Die Erinnerung an ihn wird uns helfen, wenn wir Aufgaben für den Führer und das Reich zu lösen haben: Er wird mit uns kämpfen und fechten, wenn mir, getreu dem Gesetz, antreten, angreifen und ausharren als letzte. Er wird so mit uns fein, wenn wir in guten und schlechten Zeiten ewig die gleichen bleiben werden. Er wird aber auch unter uns sein, wenn wir im Kameradenkreis zusammensitzen und feiern. Für den Sicherheitsdienst und die Sicherheitspolizei wird er als Schöpfer und Gründer das jedem einzelnen stets vor Augen schwebende, vielleicht niemals mehr zu erreichende Vorbild sein. Für alle Deutschen aber wird er als Blutzeuge ein Mahner sein, daß Böhmen und Mähren deutsche Reichslande sind und bleiben werden, wie sie es waren von jeher. Drüben, in der anderen Welt wird er mit unseren alten Kameraden Weitzel, Moder, Herrmann, Mülverstedt, Stahlecker und vielen anderen inmitten der langen Bataillone toter ^-Männer leben und ewig im Geiste in unseren Reihen kämpfen. Unser ist qber die heilige Verpflichtung, seinen Tod nun zu sühnen, seine Aufgabe zu übernehmen und erst recht ohne Gnade und Schwäche die Feinde unseres Volkes Au zernichten. Mir selbst bleibt nur noch eines zu sagen: Du, Reinhard Heydrich, bist wahrhaft ein guter ^-Mcmn gewesen! Persönlich aber darf ich dir hier Dank Tokio, 10. 3uni. (DJIB. Funkspruch.) Das Kaiserliche Hauptquartier gab am Mittwoch um 14.30 Uhr bekannt, daß im östlichen Pazifik operierende Seestreitkräfte einen lleberraschungsan- griff auf Dutch Harbour in Alaska sowie auch gegen die ganze Inselgruppe der A l e u - ten ausführten. Seeslreilkräfte unternahmen am 5. Juni auch heftige Angriffe auf die Insel Midway, wobei den Verstärkungen der in diesem Gebiet stehenden feindlichen Flotte schwere Schäden zugefügt wurden und außerdem auch die Flotten- und Luftwaffeneinrichtungen des Feindes schwer beschädigt wurden. Am 7. Juni kämpften japanische Seestreitkräfte im engen Zusammenwirken mit Truppen des Heeres eine Anzahl feindlicher Stellungen auf den Aleuten nieder. Sie sehen jetzt diese Operationen fort. Die japanische Marine Versen k t e bei den Operationen in der Nähe der Insel Midway einen Flugzeugträger der „6 n - terprife - Klasfe" und einen weiteren der „Hornet-K lasse" von je 19 000 BRT. 120 feindliche Flugzeuge wurden obgeschossen. Wichtige militärische Ziele wurden vernichtet. 3m Gebiete von Dutch Harbour wurden 14 feindliche Flugzeuge entweder abgeschossen oder vernichtet und ein größer feindlicher Transporter versenkt. 3apa- nische Luftstreitkräfte vernichteten durch Bombenwurf an zwei Stellen Gruppen großer O e l t a n k s, die in Brand gesetzt wurden, sowie auch eine große Flugzeughalle. Die japanischen Verluste werden wie folgt angegeben: Lin Flugzeugträger versenkt, ein Flugzeugträger schwer beschädigt, ein Kreuzer beschädigt und 35 Flugzeuge bisher vermißt. Die Midway-Jnseln liegen 2300 Kilometer nordwestlich von Hawai Und 2000 Kilometer nordöstlich der. Insel Wake, mithin in der ungeheuren Weite des Stillen Ozeans und sind feit einigen Jahren einer der.wichtigsten Flotten- und Flugzeugstützpunkte in dem großen strategischen Netz, das die Vereinigten Staaten vor ihre Westküste weit in den Pazifik hinaus vorgeschoben haben. Die kaum bewohnten Koralleninseln, von denen jede nur wenige Kilometer Ausdehnung besitzt, waren schon länger Kabelstation der Bereinigten Staaten und sind dann stark befestigt worden, als Sprungbrett auf dem Wege nach Ostasien nahmen sie zwischen Hawai und der Insel Wake eine besonders wichtige Rolle in den Offensivplänen des amerikanischen Admiral- stabes ein. In den ersten Tagen nach dem Kriegsausbruch im Pazifik hatten japanische Bomber bereits die Midway-Jnseln angegriffen. Von den jetzt bei den Midways Lurch die Japaner versenkten Flugzeugträgern der Bereinigten Staaten gehört der eine der „Hörnet"- Klasse an, die die neuesten Schisse dieser Art umfaßt. Die „Hörnet" selbst war erst im Dezember 1940 vom Stapel gelaufen. Sie hatte eine Geschwindigkeit von 34 Knoten und konnte 83 Flugzeuge aufnehmen. Fünf Schiffe der gleichen Art sind im Bau. Die „Enterprise" ist 1936 vom Stapel gelaufen, wenige Monate später als ihr bereits versenktes Schwester- schi'ff, die „Porktown". Sie hatte ebenfalls eine Geschwindigkeit von 34 Knoten und konnte 60 Flugzeuge an Bord nehmen. Bestückt war jie ebenso wie sagen für deine unwandelbare Treue und für die wunderbare Freundschaft, die uns in diesem Leben verband und die der Tod nicht trennen kann! Oie höchste Auszeichnung. Als der Reichsführer ff geendet hat, erhebt sich der Führer und spricht: „3ch habe diesem Toten nur noch wenige Worte zu widmen. Er war einer der besten Rational- sozialisten, einer der st ä r k st e n Verteidiger des deutschen Reichsgedankens, einer der größten Gegner aller Feinde dieses Reiches. Er ist als ein Blutzeuge gefallen für die Erhaltung und Sicherung des Reiches. Als Führer der Partei und als Führer des Deutschen Reiches gebe ich dir, mein lieber Kamerad heydrich, nach dem Parteigenossen Todt als zweitem Deutschen die Höch st e Auszeichnung, die ich zu verleihen habe: die oberste Stufe des Deutschen Ordens." Der Führer tritt nun heran zu dem Ordenskissen und heftet die Auszeichnung über die anderen Ehrenzeichen. Das Lied vom guten Kameraden begleitet das stille Gedenken, zu dem sich alle von ihren Plätzen erhoben haben. Der Führer tritt nun zu den beiden Söhnen Reinhard Heydrichs und verläßt sodann den Saal, nachdem er sich von Reichsmarschall Göring und vom Staatspräsidenten Hacha verabschiedet hat. Alle erheben noch einmal die Hand zum Gruß, als nun der Sarg hinuntergetragen wird. Dem Sarge folgt der Reichsführer ff, der zur Rechten und zur Linken die beiden Söhne Heydrichs führt. Es folgen die weiteren Angehörigen und dann der unübersehbare Zug der Trauernden. Durch das dichte Spalier der Menge nimmt die Trauerparade ihren Weg zum Jnvalidenfriedhof. Unter den Klängen des Präsentiermarsches wird der Sarg zur Grabstätte getragen. Die Spielleute rühren die Trommel, der Sarg sinkt ins Grab. Ritterkreuzträger beziehen Ehrenwache. Letzte Abschiedsworte ruft ein ff- Kamerad dem toten Obergruppenführer nach, das ^-Treuelied und das Lied vom guten Kameraden verklingen, über das offene Grad krachen drei Ehrensalven. die „Hörnet" neben zahlreicher Flakartillerie mit acht 12,7-cm-Geschützen. Die Besatzung bestand aus 856 Mann. Beide versenkten Flugzeugträger verkörperten den „Jnfeltyp", der die Aufbauten auf einer Seite des Decks konzentriert, um den übrigen Deckraum für Start und Landung der Flugzeuge freizuhaben, die mittels dreier Aufzüge an Deck geschafft werden. Die Baukosten der „Hörnet" betru- gen 32 Millionen Dollar. „Man muß auch Verluste ertragen können." Erklärungen eines japanischen Admirals. Tokio, 9. Juni. (Europapreß.) Man könne nicht immer Siege erwarten, sondern müsse auch B e r • l u st e ertrugen können, erklärt ein ungenannter japanischer Admiral in der „Asahi Shim-, bun". Der Admiral erinnert daran, daß zu Beginn des russisch-japanischen Krieges 1904/05 die japanischen Schlachtschiffe ,^H a t s u s e" und „P a s h i m a" durch Minen versenkt wurden. Während aber die Moral der Russen durch die Versenkung des Flaggschiffes „P e t r o p a w l o w s k" untergraben worden sei, habe Großadmiral .Togo die Nachricht vom Verlust zweiter Schiffe taltblütig aufgenommen. Solche Ruhe müsse jeder Führer einer großen Flotte besitzen. „Wenn der Krieg lange andauert", setzte der Admiral fort, „werden beide Gegner stark erschöpft sein. Es kann keine Situation geben, in der die eine Seite fortgesetzt glänzende Siege erringt, die andere nur Verluste erleidet. Deshalb wird diejenige Seite die Partie verlieren, welche z u e r ft des Kampfes und der Verluste müde wird." An diese Ausführungen des Admirals knüpft „Asahi" die Mahnung, daß jetzt nach sechs Monaten der Krieg kaum er st begonnen habe. 32. Tschungking-Oivision geschlagen. Tokio, 10. Juni. (DNB. Funkspruch.) Domei meldet aus" b e r Ebene v o n O r d o s in der nordwestchinesischen Provinz Suiynan: die japanischen Truppen schlugen südwestlich von.Pian'g- pantschau, 40 Kilometer südlich von Paotau, vernichtend die 32. Tschungking-Division und die 94. Armeegruppe. Bor diesem Bernichtungsschlag drangen hie japanischen Truppen über ben Gelben Fluß, warfen ben Feinb aus Piangpantschau unb stellten feinbliche Truppen südwestlich der Stabt zum Kamps. Die Japaner machten eine große Anzahl von Gefangenen. Ein britischer Gtaatsniinister für Westafrika. Stockholm, 9. Juni. (Europapreß.) Die Lon- boner Regierung hat in der Person des Lord Swinton einen Staatsminister für Westafrika ernannt. Swinton soll für eine wirksame Zusammenarbeit aller zivilen und militärischen Stellen in 'den britischen Kolonien Westasrikas sorgen. Mit der Schaffung dieses Postens führt die Regierung die aus der Not des Krieges geborene Koordinierungspolitik der überseeischen Zivil- und Militärdienste fort, die sie mit der Berufung eines Staatsministers für den mittleren Osten in Kairo begonnen hatte. Bemerkenswert ist vor allem aber auch, daß die Maßnahme einem im Oberhaus von Lord Iren- Hard gemachten Vorschlag entsprichst dec eins' Zu* Die Gedenkworte de« Reichsführers ff. Heftige japanische Angriffe auf die Insel Midway Zwei feindliche Flugzeugträger und ein Transporter versenkt, 134 Flugzeuge vernichtet. fammenfaffung der kolonialen Verwaltung unter einer einzigen leitenden Persönlichkeit forderte, um mit den „freien" Kolonialgebieten Belgisch-Kongo und Französisch-Aequatorialafrika Zusammenarbeit zu fördern. Mit einem im Kabinettsrang stehenden Staatsminister versucht England gleichzeitig dem wachsenden Einfluß der USA. an der afrikanischen Westküste zu begegnen. Lord Swinton war von 1931 bis 1935 Kolonialminister, von 1935 bis 1938 Luftfahrtminister, seit 1940 Vorsitzender der „United Kingdom Commercial Corporation", einer staatlichen Handelsgesellschaft. Staatspräsident Or. Hocha in Berlin. Berlin, 9.Juni. (DNB.) Zur Teilnahme an dem Staatsakt für den Stellvertretenden Reichsprotektor und ^-Obergruppenführer Reinhard Heydrich traf Staatspräsident Dr. Hacha mit den Mitgliedern der Protektoratsregierung in Berlin ein. Er wurde am Bahnhof im Auftrage des Führers durch Staatsminister Dr. Meißner und den Stellvertretenden Reichspro- tektor Generaloberst der Polizei Daluege begrüßt. Nach Abschreiten einer Ehrenkompanie der Leiostandarte begab sich Staatspräsident Dr. Hgcha, von Staatsminister Dr. Meißner begleitet, mit den Festungsanlagen von Der Wehrmachtberichi. DRB. Aus dem Führerhauptquarkier. 9. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Festungsgelände von Sewastopol halten die Kämpfe an. Von schwerster Artillerie und stärksten Kräften der Luftwaffe wirksam unterstützt, hat unsere Infanterie eine Reihe von Festungs- anlagen auf beherrschender höhe gestürmt und Gegenangriffe des Feindes blutig abgewiesen. Nordöstlich von Charkow scheiterten schwächere Vorstöße des Feindes. 3m mittleren und nördlichen Frontabschnitt wurden die eingeschlossenen feindlichen Gruppen unter wirksamer Unterstützung durch die Luftwaffe auf kleinem Raum zusammengedrängt. Oertliche Angriffe des Gegners blieben erfolglos. Auf dem Ladogasee wurde ein Handelsschiff durch Bombenwurf beschädigt. 3n Rordafrika dauern die Kampfhandlungen weiterhin an, Die britische Luftwaffe verlor hierbei 22Flugzeuge. Bei einem militärisch wirkungslosen Tagesangriff auf die K a n a l k ü si e schossen deutsche 3äger sieben britische Flugzeuge ab. An der Rordseeküsle brachte Marineartillerie ein feindliches Flugzeug zum Absturz. 3n der vergangenen Rächt richteten sich feindliche Luftangriffe gegen mehrere Orte Westdeutschlands. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Ls entstanden Schäden vorwiegend in Wohnvierteln und an öffentlichen Gebäuden. Rachtjäger und Flakartillerie schossen 16 der angreifenden Bombenflugzeuge ab. Bei der Zerschlagung des für die Sowjetunion bestimmten großen feindlichen Geleitzuges im Rordmeer haben sich Staffelkapiiän Hauptmann Flechner, Kampfbeobachter Leutnant Richtering und Flugzeugführer Unteroffizier P u s a v e c besonders ausgezeichnet. Kämpfe von unverminderter Heftigkeit. Berlin, 9. Juni. (DNB.) Der deutsche Angriff im Festungsgelände von Sewastopol begann nach starker Artillerievorbereitung und Bombardierung der Befestigungen durch Kamps- und Sturzkampfflugzeuge, wodurch mehrere Festungswerke stark angeschlagen oder vernichtet wurden. Die Kämpfe finden in einem unübersichtlichen, zerklüfteten W a l d g e l ä n d e statt, das von zahlreichen Schluchten und Steilhängen durchzogen ist. Die Bolschewisten hatten überdies diese natürlichen Hindernisse durch modernste Besestigungsmittel, durch Panzergräben, Minenfelder und Hindernisse ausgebaut. Trotz schwerster feindlicher Artillerieeinwirkung, insbesondere der Küstenbatterien, gelang es, nach Abweisung zahlreicher heftiger Gegenangriffe eine Reihe von Festungsan- Herren seiner Begleitung zum Gästehaus des Reiches, Schloß Bellevue. Reichsminister Dr. Goebbels empfing den Minister für Volksaufklärung in der Protektorats- regierung Emanuel Mo ravec zu einer längeren Unterredung. Das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Berlin, 9.3unL (DNB.) Der Führer hat dem Hauptmann Lent, Gruppenkommandeur in einem Rachl-3agdgefchwader, am 8.6. das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und ihm nachstehendes Schreiben zukommen lassen: „3n dankbarer Würdigung 3hres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich 3hnen als 98. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes." Am gleichen Tage wurde dem an der Ostfront gefallenen Hauptmann Robert Georg Freiherr von Walapert gen. Reuf ville, Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader, nachträglich vom Führer das Eichenlaub zum Rlterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Sewastopol gestürmt. lagen zu erstürmen. Die Kämpfe dauern mit unverminderter Heftigkeit an. Die pausenlosen Einsätze der Luftwaffe hielten die feindliche Artillerie nieder und brachten den Truppen des Heeres wesentliche Entlastung bei der Erstürmung der Bunker- und Grabensysteme. Besonders heftig waren die Luftangriffe auf einen von starken bolschewistischen Kräften verteidigten B a h n h o f am Stadtrand, der mitsamt abgestellten Güterzügen zerstört wurde.Auch mehrere Kasernen im Südteil der Stadt wurden in Brand geworfen. Am 28. Oktober des Borjahres war der Zugang zur Halbinsel Krim, die mit ihren 26 000 qkm etwa so groß ist wie die Länder Sachsen und Thüringen zusamengenommen, erkämpft. Am 15. November wurden Kämpfe im Gelände von Sewastopol gemeldet. Die nähere Umgebung der Stadt gehört dem Jaila-Gebirge an, das ein hohes Mittelgebirge etwa von der Art unseres Riesengebirges ist, aber vielfach aus Kalk besteht und darum sehr viel jähere Struktur form en zeigt. Infolge des Kalkgehaltes des Gebirgsbodens ist auch die Höhlen- bildung stark. In der näheren Umgebung von Sewastopol befindet sich der Teps-Kermen, ein Bergkegel von nur 542 Meter, der aber mehr als 10 000 (teilweise verwitterte) Höhlen in Reihen übereinander beherbergt, die als Wohnstätten oder Begräbnisplätze angelegt wurden. Die Südwestecke der Krim wird von einer Reihe parallel verlaufender Flußtäler, die tief eingefurcht sind, zerschnitten. Im 30-Kilometer-Radius von Sewastopol liegen allein die Täler der Katscha, des Belbek und schließlich der Tschernaja. Die Tscher - n a j a mündet an der Hauptbucht von Sewastopol. Die Stadt Sewastopol selbst liegt an einer nach Süden ausgreifenden Nedenbucht, der Südbucht. Sewastopol ist heute eine Stadt von 112 000 Einwohnern. Die außerordentliche Gunst des natürlichen Hafens und feiner gebirgigen Umgebung hat geradezu eingeladen, Sewastopol zu einer mächtigen See- und Landfestung zu machen. Die Einfahrt zu der Bucht von Sewastopol ist nur 800 Meter breit, die Bucht, von der die erwähnte Südbucht mit der Stadt Sewastopol selbst abzweigt, erstreckt sich 7 Kilometer in das Land hinein bis Inkerman, wo die Tschernaja mündet. Etwa parallel zum Flußlauf der Tschernaja ist die Wasserleitung angelegt. Sewastopol heißt auf Deutsch ... Augsburg! Das griechische Wort Sebastos bedeutet so viel wie Augustus: erhaben oder ehrwürdig. Augsburg und Sewastopol haben den gleichen Ursprung des Namens: „Kaiserstadt", Zwei USA.-Lustschiffe bei Lakehurst zusammengestoßen. Stockholm, 10. 3unl (DRV.) Wie aus Reu- york gemeldet wird, st i e ß e n bei Üebungsflügen in der Rähe von Lakehurst zwei nordamerikanische Luftschiffe zusammen und stürzten ins Meer. Rur ein Wann der beiden Besatzungen konnte sich retten. ZweiZahredeuffch-italiemscheWaffenbrüderschast Am 10. Juni 1940 verkündete Mussolini vorn Balkon des Palazzo Venezia, daß Italien zum Kampf gegen den gemeinsamen Feind England und Frankreich an die Seite Deutschlands getreten sei. Seit zwei Jahren kämpfen die Soldaten der beiden Nationen Schulter an Schulter auf den Schlachtfeldern dieses Krieges, zuerst im Westen, dann in Nordafrika, im Südosten und schließlich an der Hauptfront im Osten gegen den Bolschewismus. Ihre Luftwaffen und ihre Seestreitkräfte operieren in treuer Waffenkameradschaft gegen die feindliche Versorgungsschiffahrt und engen die Zustchr der Gegner immer mehr ein. Zwei Jahre deutsch-italienische Waffenbrüderschaft bedeuten zwei Jahre siegreichen Kampf gegen das plutokratisch-bolschewisti- sche Ziel der Aufrichtung einer Weltherrschaft des Judentums. Italien hatte gleich zu Beginn dieses von England und Amerika heraufbefchworenen Krieges -unzweideutig erklärt, daß es nicht neutral, sondern — zunächst — nichtkriegführendes Land sei. Aber noch bevor die Waffen ihre harte Sprache führten, stand Italien mit seinem politischen und militärischen Gewicht treu an der Seite Deutschlands, bis zum äußersten bemüht, den Krieg zu vermeiden. Doch der Krieg war in London und Washington seit langem beschlossen und vorbereitet — nur ein schwächliches Zurückweichen hätte ihn aufhalten, niemals aber verhindern können. Diese Einschüchte- rungs- uiÄ Zermürbungsmethode der Pluto-Demokraten ist vor wenigen Monaten auch gegenüber Japan versucht worden. Mussolini aber ließ sich ebensowenig einschüchtern und bluffen wie Adolf Hitler: beide erkannten die feindliche Taktik und behielten die Entscheidung des Handelns in ihrer Hand. Mit dem lO.Juni 1940 bestätigte der Ducs den vollen Sinn seines Wortes, das er im Jahre Jahre 1937 auf dem Berliner Mai-Feld prägte: „Die Ethik des Faschismus verlangt, mit einem Freund zusammen bis ans Ende zu marschieren." Der Eintritt Italiens in den Krieg bedeutete für die Feinde eine vollständige Verschiebung ihres-Kriegsplanes, der darauf ab gestellt war, die beiden befreundeten Nationen voneinander zu trennen und dadurch Deutschlands Südflanke aufzurollen. Wenn heute das Mittelmeer für England als Hauptzufuhrstraße und Operationsgebiet schwer gefährdet ist, so ist das die unmittelbare Auswirkung des Kriegseintritts Italiens. Die deutsch-italienische Freundschaft ist einmal auf den Gleichklang der nationalsozialistischen und faschistischen Grundidee des nationalen ivozialismus und zum andern auf der persönlichen Freundschaft zwischen Führer und Duce begründet. Sie hat sich schon vor dem Kriege als solide Basis erwiesen und wurde durch das gemeinsame Kriegserleben noch wesenllich gestärkt. Schon während des Spanienkrieges bewährte sich diese Freundschaft zwischen den Soldaten der beiden Nationen, die hier Schuller an Schulter mit den spanischen Freiheitskämpfern gegen den Bolschewismus ihr Blut einsetzten. Es hat im Laufe des jetzigen Krieges kein wesentliches Ereignis gegeben, das nicht im Geiste ehrlicher Freundschaft zwischen den beiden Staatsmännern besprochen und in ihrer Zielsetzung festgelegt worden wäre. Zwei Jahre Krieg Italiens an der Seite Deutschlands heißt zwei Jahre Kampf um die Neuordnung Europas, um die Vernichtung der jüdischen Pluto- kratie und des Bolschewismus. Die Flucht in die Diplomatie. Bon unserem Dr. L.-Korrespondenten. Stockholm, 4.Juni 1942. In London gefällt man sich augenblicklich in dem Gerede von einer beabsichtigten diplomatischen Aktivität der Briten und Amerikaner. Daß diese Angaben aus dem britischen Jnformationsministerium stammen, bedarf angesichts der reichlich dick aufgetragenen Farbe keiner Erwähnung. Trotzdem erscheint es ratsam, die Berichte über diese diplomatischen Verhandlungen nicht einfach als Erzeugnis der englischen Propaganda beiseite zu schieben, sondern sie vielmehr auf ihre politische Bedeutung zu untersuchen. Zunächst einmal ist es ziemlich deutlich, daß diese 0lucht auf das Schlachtfeld der Diplomatie die olge der Erkenntnis ist, daß die viel erörterte militärische Offensive der Engländer nicht möglich ist. Um diezweite Front ist es in England und auch in Amerika in den letzten Wochen wieder ziemlich still geworden. Die Öffentlichkeit hat sich erstaunlich schnell mit dieser Tatsache zufrieden gegeben, wobei wahrscheinlich die amtlichen Mitteilungen über die Errichtung einer „Luftfront" durch die Verstärkung des Bombenkrieges mitgewirkt haben. Um das englische Publikum zu beruhigen, wäre daher die Ankündigung einer „diplomatischen Offensive" kaum notwendig gewesen. Die britische Regierung hat aber schon seit langer Zeit nicht nur auf die eigenen Untertanen Rücksicht zu nehmen, sondern auch auf die Exilregierungen. Obwohl diese schattenhaften „Bundesgenossen" keine wirkliche Macht repräsentieren, so haben sie doch verstanden, sich einen beachtlichen Einfluß zu verschaffen. Ueber sie hinwegzugehen, kann sich die Regierung kaum leisten, weil dann sofort von den beleidigten „Bundesgenossen" einige englische Parlamentarier und Journalisten aufgeboten würden, die eine laute, vielfach auch wirkungsvolle Kampagne gegen die Regierung im Unterhaus und in der Presse inszenieren. Diesen Ministern von gestern und vorgestern sind durch die Mitteilung maßgeblicher englischer Politiker, daß die Errichtung einer zweiten Front in der nächsten Zukunft unmöglich ist, die Felle weggeschwommen, um ihre Enttäuschungen einzu- bämmen, mußte irgend ettnas geschehen. Ihnen genügt auch die Bombenoffensive nicht. Denn daß mit Fliegerbomben allein der Krieg nicht gewonnen werden kann, haben die meisten von ihnen längst erkannt. So begann man in London und Washington den Exilregierungen ein Bild des künftigen Europas zu malen, wie es sich die Herren in London nach ihrem „Siege" vorstellen. Aber schon gleich zu Anfang stieß man auf eine große Schwierigkeit. Die kleinen Trabanten fragten nämlich, wen man sich am „Tisch der Sieger" vorzustellen habe, etwa nur die Briten und Amerikaner oder auch die Sowjetunion. Wenn diese auch beteiligt sein sollte, so sei doch wohl die erste Voraussetzung daß die Sowjetregierung an den Besprechungen über die von diesen Herrschaften erträumte Neuordnung Europas und der Welt beteiligt würde» In London war man damit auch durchaus einverstanden, da dort schon seit langer Zeit unter dem Einfluß der „fortschrittlichen" Politiker, zu denen in erster Linie Churchill, Eden und Cripps, aber auch der neue Erzbischof von Canterbury und andere hohe anglikanische Geistliche zählen, eine engere Zusammenarbeit mit dem Moskauer Verbündeten befürwortet wurde. In Washington zeigte mgn sich zunächst weniger willig. Das Mißtrauen gegenüber den Bolschewisten ist außerhalb des Rooseveltkreises in den Vereinigten Staaten immer noch sehr rege; schließlich gelang es den Engländern jedoch, die Bedenken der Amerikaner zu zerstreuen, und die noch im Dezember den Sowjets verweigerte Kriegserklärung an Ungarn, Rumänien und Bulgarien, die ohnehin nur noch formelle Bedeutung hat, wurde als äußeres Zeichen des Willens zu enger Zusammenarbeit vom Kongreß bewilligt. Wie weit nun inzwischen die Besprechungen zwi- scken den drei Regierungen gediehen sind, hat die Außenwelt nicht erfahren. Mitteilungen darüber sind auch nicht sehr wahrscheinlich, wenngleich in London behauptet wird, es sei eine Erklärung der Kriegsziele vorgesehen, welche noch feierlicher formuliert und ihrem Inhalt nach sehr viel weiterreichend und präziser fein solle als die Atlantik-Erklärung nach dem ersten Zusammentreffen zwischen Churchill und Roosevelt im August vorigen Jahres. Selbst wenn aber zur Stärkung der Scheinregierungen in London eine feierliche Erklärung herauskommen sollte, so würde diese wohl keine konkreten Einzelheiten darüber enthalten, wie ein angelsächsisch-bolschewistisch regiertes Europa aussehen könnte. Enthüllungen solcher Art würden vielleicht doch eine allzu ernüchternde Wirkung nicht nur auf die verbündeten Exilregierungen, sondern auch auf ihre früheren Untertanen haben. Jedenfalls erinnert diese ganze diplomatische Offensive sehr stark an die geheimen Verhandlungen der Feindmächte während der letzten beiden Jahre des vorigen Krieges. Da- Das Goeihehaus in Weimar. Bon Professor Dr. Hans Wahl. Es gibt in der ganzen Welt keinen Raum, der mit dem Arbeitsleben eines der größten Menschen durch ein volles Jahrhundert verbunden gewesen ist unb der noch unverändert in unserer Gegenwart steht, außer dem Arbeitszimmer Goethes im Haus am Frauenplan in Weimar. Unb bieser große Dichter, Naturerforscher, Kunstbetrachter, Deyker unb Weise, ber gleichzeitig seinem Staate als Kriegs-, Bergwerks-, Straßenbau- und Finanzminister diente unb später als Staatsminister das Weimarische Theater in seiner Blütezeit leitete, die Jenaer Universität in ihrem Aufstieg förberte, — dieser Mann war nicht nur ein Deutscher, sondern keine Nation der Welt darf sich rühmen, in ihrer Vergangenheit einen in gleicher Weise umfassend tätigen, schöpferischen Geist hervorgebracht zu haben. Und dieser gewaltige Geist lebte, auch hierin ein echter Deutscher, trotz seiner hohen sozialen Stellung 50 Jahre in dieser bescheidenen Zelle, die seit wiederum einem halben Jahrhundert — seit bem Tobe seines letzten Nachkommen — die ganze Welt mit Ehrfurcht betritt, um nicht nur ihm als dem größten deutschen Dichter und Denker zu huldigen, sondern dem deutschen Gei st e überhaupt, bem alle Länber ber Erde so unendlich viel verdanken. Stein Urenkel Goethes konnte im Weltkriege mit- tämpfen, kein Ururenfel -kann jetzt an der Front stehen, da schon die Enkel den großen Namen, von seiner Last lebenslang bedrückt, ehelos ausklingen ließen. Ihre Lebensscheu hat die gesamte räumliche Umwelt des großen Vorfahren unberührt der Nachwelt geschenkt. Aber ihr Geschenk war weit umfassender und großartiger. Sie schenkten den gesamten Nachlaß Goethes bem deutschen Volke: den Nachlaß des Dichters, des Naturerforschers, des Kunstbetrachters, des Denkers unb des Weifen. Und aus diesem Geschenk erwuchs durch deutsche wissenschaftliche Forscherarbeit die gewaltige geistige Gestalt des deutschen Goethe, der die ganze Welt zur Ehrfurcht vor deutschem Wesen zwingt und auch heute mitten im Kriege die Deutschzugewandten der Erde im Glauben an Deutschland festhält. Vielfältig sind die Bande, die von Goethes Arbeitszimmer und von ber Schwelle feines Sterbe- zimmers Yinleiten zu den gutgesinnten Menschen aller Länber ber Erde, unb wenn sie auch jetzt mannigfach zerrissen sind, sie werden sich wieder cm- fnüpfen; die Herzen von uns Deutschen aber sind dem Bewohner der äußerlich so einfachen Werkstatt seiner Arbeit ungehindert verbunden geblieben und werden es bleiben. Ja, wir wissen, daß sie sich gerade jetzt fester unb inniger aneinanber knüpfen. Wenn jetzt mitten im Kriege die Frau eines Schlossers in einem großen Rüstungswerk, wenn der junge Feldunterarzt an der Front, wenn die Reinemachefrau eines Vortragssaales in einer Großstadt, wenn der Inspektor und der Stallknecht eines norddeutschen Gutes, wenn der Offizier und ber Mann aus bem Felde, um nur einige Beispiele aufzugreifen, gerade jetzt, Ehrfurcht und Dankbarkeit zu Goethe bekennen wollen, bann wissen wir, baß auch jeber an der Front, wenn er sein Vaterland verteidigt und wenn er dabei auch nicht an das Goethehaus, sondern vielleicht an den Brunnen in seinem Dorf denkt, sich bewußt ist, daß er sein Leben für die höchsten Kulturgüter ber Nation einsetzt. Jeber Deutsche im Felde draußen hat einen Brunnen, an den er mit Liebe denkt. Dem einen ist es ein wirklicher Dorfbrunnen, dem andern sind es symbolisch die Dächer der Großstadt, über die er oft hinweggeschaut hat, dem dritten ist es die stolze Geschichte seiner burggekrönten Heimatstadt, dem siebenten ist es ein Buch, bas seinen Geist entscheidend mitgeformt hat, dem zwölften ein wissenschaftliches Ziel, das er sich für die Zukunft gesteckt hat, ober die Werkstatt seiner täglichen Arbeit, dem hundertsten ein Bauernhof, den seine Väter von alters her treu und hart verwaltet haben, bem tausendsten vielleicht ein treues Herz, das ihm gehört. Sie alle aber horchen auf, woher sie auch gekommen sind und wo auch immer ihnen ihr Brunnen rauscht, wenn bas Lied erklingt: „Sah ein Knab ein Röslein stehn" oder „Ich ging im Walde so für mich hin". Sie denken vielleicht dabei gar nicht an Goethe, aber sie werden von seinem Geist leise gestreift, so wie den Kameraden zur Rechten bas Wort berührt „Ebel sei ber Mensch, hilfreich und gut", unb ben zur Linken „Allen Gewalten zum Trotz sich erhalten". Aber sie alle lieben, wenn sie ihren Brunnen rauschen hören,' ohne es zu wissen, in Goethe ben großen Deutschen, besten Haus, besten bescheibenen Arbeitsraum unb besten Sterbekammer sie ebenso oerteibigen, wie sein großes, ewig fruchtbares Geisteserbe. Ein deutscher Dichter, der Niederdeutsche Karl Imm ermann, har wenige Jahre nach Goethes Tode in seinen stillgewordenen Räumen gestanden und damals die Worte ausgezeichnet: „Hierher soll man junge Leute führen, damit sie den Eindruck eines soliden, redlich verwandten Daseins gewinnen. Hier soll man sie drei Gelübde ableaen lassen: des Fleißes, der Wahrhaftigkeit, ber Konsequenz." Unb der Weise von Weimar, er hat uns allen, an ber Front wie in ber Heimat, vor über hunbert Jahren ein kleines Bild gezeigt, auf dem ein be= schilberter, gepanzerter Arm schirmend eine deutsche Landschaft vor Gewitterstürmen deckt, und dazu die Worte geschrieben: „Manches Herrliche ber Welt Ist in Krieg und Streit zerronnen. Wer beschützet unb erhält, Hat das schönste Los gewonnen." Reise durch den deutschen Wald ' Bon Paul Eipper. Das erste Wort in dieser Ueberschrift ist falsch: man darf nicht durch ben Wald reisen, wenn man ihn erleben will; man muß im Walde verweile n. Sollten Sie, verehrter Leser, dagegen einwenden, wer das sich heutzutage wohl noch leisten könne, so. sage ich Ihnen, daß es auf die Länge ber Zeit babei ebensowenig ankommt, wie auf die zurück- gelegten Kilometer. Sie können eine Woche, einen Tag, ja sogar nur eine Stunde draußen unter den Bäumen wandern, gehen, verweilen und restlos beglückt werden; bas Naturerlebnis ist stets greifbar für ben, ber die Zauberformel weiß. Fahren Sie mit Straßenbahn, Omnibus ober Vorortzug an ben Saum des Waldes unb sagen Sie beim Aussteigen zu sich selber recht eindringlich: „So, jetzt gehe ich in ben Wald, zu ben Urquellen der Natur! Ich habe kein Ziel, feine Verpflichtung während der nächsten Stunden, während des Wochenendes oder der Urlaubstage; ich brauche niemals zu eilen. Wenn ich müde werde, kann ich rasten, überall und sofort." Aber Sie werden gar nicht müde, weil Sie sich körperlich unb seelisch. unter den Bäumen, im Gras unb auf ber Heibe nicht zu hetzen brauchen, weil man dort ohne Gier erlebt im Gegensatz zur Stabt, auch ohne Leidenschaft. Man ist «ur immer bereit für die Nähe und bie Ferne, und ich versichere Ihnen, man wird niemals enttäuscht. Glauben Sie nun nicht, lieber Leser, daß über allen meinen Waldwanderungen bie Sonne geschienen habe! Es waren viele trübe Tage dabei, nasse auch, kalte, verhagelte und stürmische.' Ich blieb in Winternächten braußen in ber Forst, während bas Thermometer 27 Minusgrade zeigte, lief im April fünf Stunden bei Dauerregen über Tag unb Berg. Meinen Sie, das fei häßlich ober unangenehm? Nein — es gibt im Walde überhaupt kein häßliches Wetter. Man muß sich nur zweckmäßig anziehen, unb man wirb entdecken, baß beispielsweise ber Regen im Wald besonders schön ist. Es gluckst und plätschert überall, bie Natur singt eine elegische Molltonmelodie, und auf wette Strecken begegnet man keinem Menschen. Das Erdreich dampft; würzige Gerüche strömen dir von überall zu. Du gehst im Regen wie in einer Umhüllung, bist eingesponnen und kannst dich endlich einmal selbst belauschen, ohne Storung von außen. Man braucht weder Zoologie noch Botanik studiert zu haben, braucht auch kein Jäger zu sein, um immer neue Entbeckerfreude im Walde zu genießen. Notig ist das aufgeschlossene Herz; bann sieht man den $3alb unb hort ihn, riecht, fühlt unb schmeckt seine Vielfalt, begegnet dem Gotte Pan in Busch unb Baum, bei Tag unb Nacht, am Morgen unb Abend. Wer heute keinen Kronenhirsch sieht, findet am welken Eichenblatt neue Wunder ber Erkenntnis, erlebt bie Urkraft des Gewitters, ben milden Glanz bes Vollmondes über einer bewaldeten Berg« halbe, oder liegt mit geschlossenen Augen ausge- ftretft im Moos, hört das Raunen der Lüfte. Nichts ist zu gering, um nicht im Kleinen noch die Göttlichkeit empfinden zu lassen. Ewig lebt ber Wald, ist täglich gleich und verändert sich doch mit jedem Atemzug. Schon ber erste Schritt in ben grünen Dom öffnet das Tor ftür Herzkammer der Natur, mitten hinein. mals versuchte man auch, ine künftige Welt im voraus zu organisieren, und schloß dann so viele Geheimverträge, daß zum Schluß die weniger Mächtigen erkennen mußten, daß sie betrogen worden waren. Es gehört schon die politische Kurzsichtigkeit der Exilregierungen dazu, nicht zu erkennen, daß die diplomatische Offensive nur ein geschickt inszeniertes Schauspiel ist, dessen schillernde Szenen von der grauen Wirklichkeit ablenken sollen. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat dem Reichsminister Graf Schwerin vonKrosigk,derin diesen Tagen seine zehnjährige Amtstätigkeit als Reichsminister der Finanzen vollendet hat, durch ein herzlich gehaltenes Telegramm seine Glückwünsche ausgesprochen. * Vor Studenten der Universität Berlin sprach Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank über das Thema' „Rechtsidee und Volksgemeinschaft". Diesem Vortrag wohnten neben zahlreichen Vertretern von Staat, Partei und Wehrmacht auch Vertreter der befreundeten auswärtigen Mächte bei. -- * Der König Viktor Emanuel stattete Versuchseinheiten der italienischen Luftwaffe auf einem mittelitalienischen Flugplatz einen Besuch ab. Dem Souverän wurden die neue st en Flugzeugtypen, die in nächster Zukunft eingesetzt werden sollen, vorgeführt. Kunst und Wissenschaft. Die Berliner Philharmoniker in der Schweiz. Das Berliner Philharmonische Orchester weilt zum erstenmal seit Kriegsbeginn in der Schweiz. Die Reihe der Konzerte unter Wilhelm Furtwängler wurde in Basel eröffnet mit Beethovens 1. Sinfonie, seiner großen Leonoren-Ouver- türe und der C-dur=Sinfonie von Schubert. Wurden die deutschen Gäste schon mit warmer Herzlichkeit begrüßt, so steigerte sich der Beifall des aus- oerkauften Hauses am Schluß zu ungewöhnlicher Lebhaftigkeit. — In Bern hatten sich neben den musikalischen Kreisen zahlreiche Diplomaten der verbündeten und neutralen Länder eingefunden. Mit der elegischen 4. Brahms-Sinfonie und Beethovens 7. Sinfonie, jener Apotheose des Tanzes, wie sie Richard Wagner genannt hat, riß Furtwängler die Berner zu einer Begeisterung hin, wie sie hier selten erlebt worden ist. Die deutschen Künstler werden in Genf, Lausanne und Zürich spielen. Familienlag der Vachs. Zwei Sendefolgen des Rundfunks schildern einen Familientag des weitverzweigten Geschlechts der Bachs, dessen Vorfeier mit Kammerorchester und Cembalo erklang. Der Musikhistoriker Prof. Dr. Hans Joachim Moser hat einen lustigen Text dazu verfaßt, der den Hörer mitten hinein in -das große Musikzimmer des Thomas-Kantors versetzt, in dem der Konvent tagte und der die Familienangehörigen aus dem Thüringer Raum aus Meiningen, Mühlhausen, Jena, Arnstadt und Weimar aufnahm. Ueberall waren sie ob ihrer Kunst geachtet und geehrt und auch diesmal kommt der Vetter Johann Nicolaus Bach, Johann Christophs Sohn aus Jena, zu Wort. Aber während sein Vater einer der größten Orgelspieler und Kontrapunktiter des 17. Jahrhunderts war, hält es der Sohn, obgleich darin ebenfalls „versieret" mit einem kecken Stücklein, und seine von Professor Fritz Stein herausgegebene und von ihm dirigierte Kantate „Der jenaische Bierhofer" ist ein lustiger Studentulk, über den wir heute noch herzlich lachen, wenn er so hübsch vorgetragen wird wie Lore Hoffmann, Marieluise Schilp, Walther Ludwig, Rudolf Bockel- mann und Reinhold Dörr es taten. Johann Sebastian, der fröhliche Gastgeber, stand nicht zurück und führte seine drastisch heitere Bauernkantate „Mir habn ne neie Obrigkeet" vor, was ebensoviel Beifall fand, wie Frau Anna Magdalenas „Honigbäume". Greta Daeglau. Roberl-Schumann-Fest in Zwickau. Das Robert-Schumann-Fest in Zwickau wurde mit der Jahresversammlung der Robert-Schumann- Gesellschaft eingeleitet. Die Zahl ihrer Mitglieder ist auf 400 gestiegen. Von der neuen Schumann-Büste von Alfred Brumme wurde je ein Exemplar in der Robert-Schumann-Schule und im Schumann-Museum in Zwickau aufgestellt. Die neue Schumann- Biographie von Dr. Bötticher kommt in diesen Tagen heraus. Im nächsten Herbst soll auch ein Auswahlband der Schriften und Briefe Schumanns erscheinen. Den Robert-Schumann-Preis 1942 erhielt der 75jährige Musikdirektor Paul Gerhardt, der verdienstvolle Altmeister der Zwickauer Organisten 400 Kinder der Zwickauer Schulen vereinigten sich unter Leitung von Lehrer Eibisch zu einem Gemeinschaftssingen. Das Mozarteum-Quartett aus Salzburg spielte Quartette Mozarts und Schumanns. * ___ Obus-Betrieb Gießen — Klein-Linden. Eröffnung am 18. Zuni. Am Donnerstag nächster Woche, 18. Juni, dem ersten Jahrestag der Eröffnung der ersten Obus- Linie in Gießen, wird der Obusbetrieb zwischen Gießen und Klein-Linden ausgenommen werden. Die neue Strecke vom Selterstor bis zum Endpunkt Klein-Linden ist 3,4 Kilometer lang. Die Strecke Gießen—Klein-Linden ist in vier Zahlgrenzen unterteilt, die Streckenlänge zwischen zwei Zahlgrenzen kostet stets 5 Rpf., so daß also Der Fahrpreis zwischen Selterstor und Klein-Linden (Endpunkt) 2Ö Rpf. beträgt. Die Linie hat folgende Haltestellen: Selterstor, Friedrichstraße, Klinikstraße, Schubertstraße, Aulweg, Dammstraße, Wetzlarer Straße, Kirchstraße, Waldweide (Endpunkt Klein-Linden). Angefangene Teilstrecken müssen voll bezahlt werden. Wer also z. B. von Klein- Linden Waldweide (Endvunkt) zum Bahnhof Gießen (Haltestelle Friedrichstraße) fahren will, muß vier Teilstrecken = 20 Rpf. Fahrgeld bezahlen, der gleiche Fahrpreis gilt für die Strecke Waldweide bis Selterstor. Die Wagen verkehren vom Endpunkt Klein-Linden (Waldweide) bis zum Selterstor, dort wenden sie und fahren nach Klein-Linden zurück. Voraussichtlich werden die Wagen halbstündlich fahren, soweit erforderlich, am Morgen und am Abend durch Bereitstellung von Einsatzwagen viertelstündlich. Um- steigemöglichkeit auf die anderen Obus-Linien ist am Selterstor. Die Linienführung des Obus um die Anlagen in Gießen wird eben fertiggestellt. Diese Linie wird vier Teilstrecken enthalten, und zwar Selterstor, Neuenwegertor (am Stadttheater), Walltor und Neustädtertor (Oswaldsgarten). Die Haltestellen auf dieser Linie werden sein: Selterstor, Goethestraße, Neuenwegertor, Moltkestraße, Landgericht, Walltor, Asterweg, Dammstraße, Neustädtertor, Bahnhofstraße, Selterstor. Der bessere Weg. Keine Männeranzüge und Mäntel zu Kinderkleidern verarbeiten! Kleine Kinder verbrauchen viel KleidmKff und die Kinderkleiderkarte ist nicht gerade üppig ausgestattet. Es bedarf viel guten Zuredens bei den Kindern, die Sachen doch möglichst zu schonen, und eine Mutter hat recht viel zu stopfen und zu flicken wenn die Kinder — allein auf die Kleiderkarte gestellt — immer nett aussehen sollen. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn eine Frau den ausrangierten Anzug ihres Mannes nicht fortgibt, sondern auftrennt und entweder selbst etwas für ihre Kinder schneidert ober schneidern läßt. Die Erfahrung lehrt nun aber, daß das Ergebnis — volkswirtschaftlich gesehen — ein sehr mageres ist. Aus einem Männerwintermantel kann man leider nur einen Knabenmantel herausschneiden, alles andere verfällt der Lumpenkiste. Und beim Männeranzug ist es nicht viel anders; allenfalls ergibt eine Männerhose zwei Röckchen für ein Mädel. Dies Ergebnis ist aber heute kaum zu verantworten. In einer Zeit, in der nicht nur die Spinnstoffe knapp sind, sondern auch alle Herrenschneider, soweit sie nicht gerade aus dem militärpflichtigen Alter heraus sind, eingezogen wurden, muß jedes noch tragfähige Herrenbekleidungsstück auf jeden Fall seinem Zweck erhalten bleiben, d. h. hier einem Arbeiter oder einem Bauern, die einen besonders großen Verschleiß an' Arbeitskleidung haben, zur Verfügung gestellt werden. Zu diesem Zwecke wird die jetzige Spinnstoffsämmlung veranstaltet. Wir haben volles Verständnis dafür, daß es für eine Frau heute äußerst schwer ist, sich von einem ausrangierten Kleidungsstück ihres Mannes zu trennen, weil es ja „doch noch etwas für den Jungen geben könnte", aber das muß fein. Hier leistet der Haushalt auch einen kleinen Beitrag zum Sieg, denn Arbeitskleidung ist unbedingt notwendig, notwendiger als der Sonntagsrock und viel notwendiger als das gute Angezogensein der Kinder. Wir müssen es uns als Eltern abgewöhnen, uns vor dem abgeschabten und gestickten Anzug oder Kleidchen unserer Kinder zu „genieren". Vor wem genieren wir uns denn? In der Regel doch nur vor den lieben Nachbarn, die selber keine Kinder mehr haben; denn wer Kinder hat, der weiß ja, wie es heute um den Kleiderschrank der Kleinen bestellt fein kann. Vor unfern Kindern selbst brauchen wir uns doch nicht zu genieren, denen ist es doch in der Regel, insbesondere den Kleinen selbst, höchst gleichgültig, was sie anhaben; die Hauptsache ist ihnen doch, daß sie raufen dürfen und nach Herzenslust spielen können. Also gebt die ausrangierte Männerkleidung dorthin, wo sie hingehört, in die Spinnstoffsämmlung, die sie Arbeitern und Bauern als Arbeitskleidung zur Verfügung stellt. Aus der Giadt Gießen. Gefährliche Pflanzen. Kinder sind im allgemeinen große Blumen- und Pflanzenfreunde und haben von klein auf den Wunsch, bei Spaziergängen durch Feld und Wald schöne Sträuße zu sammeln. Wenn schon gegen das wilde und wahllose Abreißen von Pflanzen — die nach kurzer Zeit oft als wertloser Ballast weggeworfen werden — von feiten der Mütter im Interesse des Pflanzenschutzes eingeschritten werden sollte, so auch noch aus einem anderen Grunde: Nicht alle Blumen «und Pflanzen sind ungefährlich, manche sogar ausgesprochen giftig. Die Kinder müssen darum schon früh dazu erzogen werden, daß'Pflanzen und Blumen nicht ohne weiteres gepflückt werden dürfen, wenigstens nicht, so lange sie nicht gelernt haben, schädliche von unschädlichen zu unterscheiden. Ihnen ganz fremde Arten sollen sie auch bann noch stehen lassen, falls nicht ein Pflanzenkundiger babei ist, ber ihnen sagen kann, um welche Art es sich handelt. Aber auch Erwachsene tun gut, sich etwas mehr Pflanzenkunde zu verschaffen, um nicht schädliche Pflanzen zu berühren, von denen oft rätselhafte Hauterkrankungen an den Händen berühren, deren Herkunft die Befallenen nicht kennen. Giftig und daher gefährlich sind z. B. die Blätter und Wurzeln der Zehrwurz, auch Aronsstad genannt. Die Pflanzenwurzel ist eine weiße Knolle, die Blätter sind pfeilförmig, die Blüte besteht aus einem noch vorn keulenförmig verdickten violetten ober rotbraunen Kolben. Auch bie Blätter des Kirschlorbeers sinb giftig, ebenso finden sich in den Beeren aller Sauerdorn- und Berberitzenarten schädliche Stoffe. Die Schoten des schönen Goldregens enthalten ebenfalls einen scharfen Giftstoff, wie auch die liebliche Christrose zu den gefährlichen Pflanzen zu rechnen ist, die man mit kleinen Wunden an den Händen besser nicht berührt; am allerwenigsten soll man ihre Stiele in den Mund nehmen. Der klebrige Milchsaft des Löwenzahn kann gleichfalls Krankheiten Hervorrufen, wenn er in Hautriffe eindringt. Das Spiel mit den Löwen- zahnstengeln, aus denen die Kinder so gerne Ketten Herstellen, ist durchaus nicht ganz harmlos. In den Blättern des rotblühenden Fingerhuts findet sich das in der Heilkunde zwar sehr geschätzte Digitalis- Gift, das aber beim unvorsichtigen Pflücken der Blätter nicht ungefährlich ist. Die Beeren ber Stechpalme beherbergen sogar mehrere Gifte, unb auch die Beeren des Efeus enthalten Giftstoffe und sind Darum als Spielzeug für Kinder nicht geeignet. Weiter zählen zu den giftenthaltenden Pflanzen bie blaulila blühenbe Küchenschelle, der Wasserschierling mit seinen weißlich-grünen Blütendolden unb Der gefleckte Schierling; auch die Wolfsmilch ist giftig, ebenso bie roten Beeren ber Tollkirsche. Der Stechapfel, ber Nachtschatten, ber rosa blühenbe Seibelbast unb bie Einbeere dürfen nur mit Vorsicht gepflückt werben unb sollten Kinbern ganz verboten werben. Aber auch das gemeine Geißblatt, manche Schneeballarten, viele Winden, den Oleander unb das Alpenveilchen vermeidet man besser. Ganz streng zu verbieten ist Kindern die Unsitte — auch Erwachsene machen sich ihrer oft schuldig —, Grashalm? durch den Mund zu ziehen. Sie sind oft mit gefährlichen winzigen Strahlenpilzen bedeckt, die schwere Erkrankungen Hervorrufen können. Lassen wir also Pflanzen und Blumen mehr eine Augenweide sein, statt sie abzureißen Lebensalter und Berufstüchtigkeit. Die Deutsche Arbeitsfront (Berufserziehungswerk) hatte im Rahmen ihrer Vortragsreihe „Führung unb Gefolgschaft im Betrieb" auf Den gestrigen Dienstagabend alle Bettiebsführer unb betrieblichen Unterführer ihres Betreuungsgebietes zu einem Vortag von Professor Dr. Arthur Hoffmann über „Lebensalter unb Berufstüchtigkeit" eingeladen. Den fesselnden Ausführungen über die neuesten Forschungsergebnisse auf diesem wichtigen Gebiet — nicht trockene Gelehrsamkeit, soydern aus bem praktischen Leben unmittelbar gewonnene Erkenntnis — folgte eine große Zahl von Hörern mit gespannter Aufmerksamkeit. Den Darlegungen des Vortragenden waren folgenbe Gesichtspunkte zu entnehmen: Fortschreitendes Lebensalter ist nicht gleichbedeutend mit dem Absinken ber arbeitsmäßigen Leistungsfähigkeit bes Menschen, sonbern beim Nachlassen gewisser Leistungen vollzieht sich eine Ablösung durch andere bisher nicht bekannte Fähigkeiten, und es ist Aufgabe der für die Betriebe verantwortlichen Männer, dgfür zu sorgen, daß bie in einer Hinsicht nachlasfenben Fähigkeiten bes Menschen rechtzeitig erkannt und durch entsprechend geartete Beschäftigung eine erneute Volleistungsfähig- keit erreicht wird. Den Nachweis Dafür erbrachte der Vortragende durch Beispiele aus bem Leben unb Wirken großer beutfcher Männer. Die Hörerschaft bankte bem Vortragenden mit lebhaftem Beifall. Lichtspielhaus: „Oer scheinheilige Florian". Ein bäuerliches Volksstück aus bem Bayrischen unb ~ aus der Zeit vor dem ersten Weltkriege: es geht überaus gemütlich und umständlich zu, und bie bewährte Pointen des Schwankes tun immer noch ihre Wirkung. Das Dorf Moosdenning bekommt eine neue Feuerspritze, was ein be'beutenbes Ereignis ist und mit einem Weihefestspiel gebührend gefeiert wird. Wie die Sache im besten Gange ist, geschieht das, was der ahnungsvoll beklommene Zuschauer seit geraumer Zeit kommen sieht: es bricht nämlich. Dem heiligen Florian zu Ehren, tatsächlich ein Brand aus, und man kann sich gar keine schönere Gelegenheit denken, die neue Spritze ihrer Bestimmung zuzuführen. Da es aber nicht nur nach Rauch, sondern außerdem auch verdächtig nach Brandstiftung und Versicherungsschwin- del riecht in diesem scheinheiligen und sündhaften Dorfe, fühlt man sich lebhaft an Bernhard Blumes Bauernkomödie „Fedrio" erinnert, und was erst so behäbig unb idyllisch begann, bekommt in der Gerichtsverhandlung zum Schluß noch bie geziemende dramatische Spannung und überdies eine -sozusagen pikante Wendung, Denn die Klärung der Brandursache ist nur durch die Preisgabe eines zarten Geheimnisses zu gewinnen, dessen Veröffentlichung wiederum auf die obligate Lustspielweise mit einer Verlobung sanktioniert wird. Das Drehbuch schrieben Ludwig Schmid - Wildy und Joe Stöckel nach einem Volksstück von Max Neal und Philipp Weich and. Stöckel führte auch sachkundig und bodenständig Regie unb spielte außerdem Den feisten und nicht sehr geisteskräftigen Oekonomen Johann Nepomuk Bacherer. Josef E ich h e i m bringt wieder eine seiner verschmitzten Bauerntypen aufs Tapet. Erna Fentsch und Beppo Brem als erfreuliches junges Liebespaar und Curt Vespermann als betriebsamer Versicherungsagent zeichnen sich im vielköpfigen Ensemble besonders aus. (Bavaria.) — Im Beiprogramm gibt es die neue Wochenschau und einen Vorspann zu dem Film „Himmelhunde". Hans Thyriot. Oie Brenneffel in Technik, Küche und Heilkunde. NSG. Der Gausachbearbeiter der Reichsarbells- gemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflcm- zenbeschafsung teilt mit: Wenn ausgerechnet die Brenneffel zum Gegenstand von Betrachtungen gewählt wird, so deshalb, weil an ihrem Beispiel gezeigt werden kann, wie außerordentlich nützlich manche von uns fälschlich als Unkraut bezeichnte Pflanzen, bie. uns bie Natur wildwachsend in Hülle unb Fülle beschert, fein können. Betrachten wir die tief dunkelgrünen Blätter ber Brenneffel, mit beten Brennbaren wir bei unvorsichtigem Eingreifen schon manchmal in schmerzhafte Berührung gekommen sinb. Ihre sattgrüne Farbe verdanken sie einem besonders hohen Gehalt an Chlorophyll, dem grünen Blattfarbstoff. Er ist so groß, daß bie Technik zur Gewinnung bes grünen Farbstoffes befonbers gern bie Brenneffel benutzt unb große Mengen von ihr verarbeitet. Auch die Stengel der großen Brenneffel finben als faser- (iefernbes Material, das nach verschiebenen Ver- suchsergebnissen wohl geeignet sein kann, als Aus- weichstofs in der Textilindustrie Verwendung zu finden, immer wieder Beachtung. Daß die Brenneffel auch für die Küche durchaus verwendbar ist, wissen heute zahllose Frauen aus eigener Erfahrung. Besonders die jungen, zarten Blätter liefern ein dem Spinat weitgehend ähnliches Gemüse. Wichtig ist dabei, baß in ber Brenneffel genau wie im Spinat ein Körper vorkommt, bas sogenannte Sekretin, bas u. a. auf bie Verbauungstätigkeit von Magen, Darm unb Bauch- speichelbrüfe anregenb wirkt. Für bie Küche ist wichtig, daß dieser Körper auch beim Kochen erhalten bleibt. Dem Bauern unb Geflügelhalter ist Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 3. Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) „Aus Liebe zu Ihnen! Ich bin nicht ber erste unb werde nicht ber letzte sein. Kommen Sie mit, Poggenburg!" Er legt Gerb bie Hanb auf bie Schuller. „Wir wollen uns gemeinsam trösten! Wir wollen unfern Gram in Alkohol ersäufen! Oder wollen wir ein Spielchen machen, um uns zu zerstreuen?" „Warum sagen Sie das nicht gleich'?" fragt Katta. „Daß Sie ein Opfer suchen, bas Sie ausrauben können?" „Ausrauben? Der Poggenburg wirb uns aus- rauben! Sie wissen doch, Unglück in der Liebe —' „Das ist nicht wahr!" Gerb weist tapfer unb mit heiterem Lächeln die Neckereien zurück. „Von einer nnermiberten Liebe können Sie reden, aber nicht von einer unglücklichen! Ich fühle mich durchaus wohl babei!" „Sehr richtig"^ brummt Detlev. „Eine erwiderte Liebe kann unglücklich fein unb eine einseitige sehr vergnüglich — im übrigen rate ich bir, mein Junge, laß dich nicht mit diesen Bauernfängern ein. Sie wollen bir nur bas Fell über bie Ohren ziehen! „Er zieht es uns über die Ohren!" Borkmann legt beteuernd bie Hand auf die Brust. „Dieses Küken hat mir in den letzten Wochen eine halbe Monatsgage abgenommen! Er muß mir Revanche geben, meine Kinder schreien nach Brot!" „Ist bas wahr, ©erb?" Detlev richtet einen ernsten und forschenden Blick auf Gerd, der zögernd aufsteht: „Daß feine Kinder nach Brot schreien? Das weiß ich nicht. Ich dachte, er hat keine", sagte er lächelnd. „9firer daß ich ihm allerhand abgenommen habe — das stimmt schon. Es ist mir selbst ein bißchen peinlich, aber man kann schließlich nichts dafür, wenn man eine Kutscherkarte in die Hand bekommt. Sie entschuldigen mich?" Katta nickt ihm zu: „Sie sind in Gnaden entlassen! Aber treiben Sie's nicht zu toll, sonst müssen wir für den armen Borkmann eine Kollekte veranstalten." „Du hättest ihn feschallen sollen", sagt Detlev nach einer Minute des Schweigens. „Wie komme ich dazu?" Katta zuckt gleichgültig die Achseln. „Ich bin nicht seine Kinderfrau." „Er ist so ein netter, frischer Junge — es täte mir leib, wenn er in schlechte Hände käme. Ich denke, wenn ich einen Jungen hatte ..." Was hat es für einen Zweck, sich ein ,Wenn* auszumalen, er langweilt mich, wenn er dasitzt und mich anbimmelt." „Oh, die Gnädigste hat Launen." „Ich gestatte mir. Ich habe bie Laune, mich zu langweilen." „Dann würde es wohl das gescheiteste sein, diesen Abend abzubrechen. Ernstlich. Ich langweile mich zwar nicht — wie nie in deiner Gesellschaft, aber ich würde gern morgen früh aufstehen, um zu arbeiten." „Ein sehr lobenswerter Entschluß. Laß dich durch mich nicht abhatten." „Also, du beabsichtigst, hier die Nacht durch hocken zu bleiben, um dich weiter zu langweilen?^ „Wo ich mich langweile, ist ja schließlich gleich —" 4. Zehn Minuten später tritt Detlev Nehl auf die Straße, schlägt den Mantelkragen hoch und vergräbt die geballten Fäuste in den Taschen. Er ist denkbar schlechter Laune — ein unhaltbarer Zustand, dem ein Ende gemacht werden muß! So oder so! Nichts kann trotz allem seine Ueberzeugung erschüttern, wenn er Katta zu dem Entschluß bringen könnte, zu heiraten. So wie es jetzt ist, geht es nicht weiter, 4s zermürbt ihn, es reißt an seinen Nerven. Er geht zehn Schritte auf seinen kleinen Wagen zu, mit Den Schlüsseln klappernd, als eine dunkle Gestalt auf ihn ßutommt — eine Frau — sein Gesicht wird noch finsterer, er macht einen Bogen und beschleunigt den Gang, er ist gerade in der Laune, sich von einem Frauenzimmer auf der Straße ansprechen zu lassen. , „Verzeihung, mein Herr", sagt eine gehetzte unb tonlose Stimme neben ihm. „Können Sie mir vielleicht sagen, was bas für ein Haus ist?" Was für eine alberne Ausrede! Unb eine Stimme, Die sich bemüht, kn einem fremdländischen Tonfall zu sprechen! Eine grobe Antwort schwebt ihm auf der Zunge, er dreyt halb den Kopf, um sie über die Schulter weg zu schleudern — und hält sie zurück, als sein Blick in ein Paar unnatürlich große und dunkle Augen trifft die voll zu ihm aufgeschlagen sind. „Wie bitte?" fragt er stehenbleibend. „Was wünschen Sie?" Der Schein Der Laterne beleuchtet ein schmales, reizvolles Gesicht — ein Gesicht, das trotz des zitternden Lächelns einen Ausdruck von Angst und Verzweiflung hat. „Das H^us, aus dem Sie gekommen sind, eben, bitte, ist es ein Privathaus?" „Nein, es ist ein Klub." „Ein Spielklub?" kommt die hasttge Frage. „Spielklub? — N — ein — mehr ein Künst- llrklub." „Es Dauert wohl noch sehr lange —• ich meine, es ist Die ganze Nacht offen?" „So ziemlich", sagt Detlev mit einem halb ärgerlichen Lachen. „Aber warum? Wollten Sie hinein- gehen? Es ist eigentlich nur für Mitglieder." „O nein!" Der schmale dunkle Koos schüttelt sich in heftiger Abwehr. „Nicht Hineingeyen. Ich warte hier." „Auf jemand, der da drinnen ist? Aber das kann unter Umständen sehr lange dauern." „Ich weiß." In dem kurzen Achselzucken liegt eine Welt von Resignation. Dann irrt wieder das zitternde Lächeln um die Lippen. „Ich danke Ihnen sehr, mein Herr, für die Auskunft." Die liebenswürdig gesprochenen Worte, das leichte' förmliche Neigen des Kopfes hat etwas so durchaus Damenhaftes, daß Detlev sich sozusagen entlasten fühlt. Er könnte nun an Den Hut greifen unb seinen Wagen besteigen. Aber seltsamerweise fühlt er sich feftgehallen, obgleich die Frau sich zum Gehen wendet. „Aber hören Sie mal, das geht nicht! Hie tön« neu hier nicht warten!" stößt er in einem polternden Ton heraus. „Ich kann es nicht zugeben, daß Sie Die ganze Nacht hier patrouillieren! Außerdem wird es kalt, unb Sie sinb viel zu leicht angezogen!" Ein gleichgültiges „Ach!" unb ein Achselzucken. Sein Blick geht über die schlanke, schmale Gestalt. Sie trägt einen dünnen schwarzen Mantel, der vielleicht einmal sehr teuer gewesen ist. Man kann nicht sagen, daß sie schäbig gekleidet aussieht, aber in der ganzen Erscheinung liegt etwas von mühsam festgehaltener Eleganz. „Kann ich nicht den Betreffenden herausrufen lassen?" fragt er drängend. „Oder wollen Sie hin- eingehen? Ich kann Ihnen auch Zutritt verschaffen." „Ach nein, danke." Sie schüttelt heftig Den Kopf. „Es macht nichts — wirklich, ich kann warten —" Detlev kann sich noch immer nicht zum Gehen entschließen. Er weiß, daß die Vorstellung ihn verfolgen unb ihm den Schlaf nehmen würde: dieses Wesen, Das auf Der dunklen menschenleeren Straße in der immer kälter werdenden Nacht auf unb ob läuft, bis ihm die Füße versagen. Es liegt etwas so unendlich Trauriges und Verlassenes in dieser schmalen dunklen Gestalt. i (Fortsetzung folgt.) Für die Hausfrau Zfiitfc: Nlarktstrahe 25, werktags von 17 bis 19 Uhr. Nord: „Einhorn", Lindenplatz 1, INontag, Mittwoch und Freitag von 1 7 b i s 1 9 ll h r. Ost: Licher Strafte 19, Geschäftsstelle der DAF., werktags von 15 bis 1 8 Uhr. Süd: hosmannstrafte 1, Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Liebigstrafte 58 (Autogarage), Mittwoch und Samstag von 19 bis 2 1 Uhr. Unterhos und Oberhof (Bergwerk), Mittwochund Samstagvon 19 b i s 2 1 U h r. Klein-Linden: Steinstrafte „Altes Backhaus", Mittwochund Samstag von!9bis21Uhr. M i e f e ck: Schulstrafte 3, Mittwochund Samstagvon 18bis22Uhr. oder Pflegeanstalt wurde dementsprechend ange« ordnet. Landkreis Gieften. * Langsdorf, 10. Juni. Der in weiten Be- oölkerungskreifen in Stadt und Land bekannte und geschätzte Landwirt Friedrich Bommers- heim und seine Frau Christine, geb. Hofmann, können am kommenden Freitag. 12. Juni, das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Der Jubilar ist durch seinen aufrechten und konsequenten Kampf gegen das Judentum, den er schon seit seinen jungen Jahren führte und der ihn in den Reihen der antisemitischen Bewegung war Köhler-Langsdorf und Dr. Böckel zu einem der aktivsten Mitkämpfer machte, weit über seine engere Heimat hinaus bekannt geworden. Ueberall wo es galt, deutsche Art und deutsches Bauerntum *gegen jüdische Machenschaften energisch zu vertreten, war Friedrich Bom- mersheim stets mit in vorderster Reihe. Diese Haltung zeichnete auch sein langjähriges Wirken als Mitglied des früheren Gießener Kreistages und anderer öffentlicher Körperschaften aus. Der in seinem ganzen Wesen schlichte und sympathische Mann errang sich durch seine öffentliche Tätigkeit ebenso alle Wertschätzung, wie er sie in seinem Heimatdorfs genießt. Dem Jubelpaar gelten zur goldenen Hochzeit auch unsere herzlichen Glückwünsche. (Straffammer Gießen. Der W. Pf. in Gießen hatte im Dezember v. I. unter der Vorspiegelung, er könne einen französischen Pelzmantel aus Berlin mitbringen, eine Frau aus Marburg zur Hergabe von 61 RM. veranlaßt. Er konnte und wollte aber den Mantel nicht besorgen. Im Oktober v. I. veranlaßte er einen jungen Mann in Gießen zur Hergabe von 15 RM. unter der falschen Angabe, er wolle mit diesem Betrag nach Wetzlar fahren, um dort fein Gepäck abzuholen. Das Geld gab er nicht zurück. Ferner wurde er beschuldigt, eine Hose und einen Rock entwendet zu haben. Die beiden Betrugsfälle gab der Angeklagte zu, den Diebstahl bestritt er. Der Sachverständige führte aus, der Angeklagte sei ein haltloser, sittlich verwahrloster, asozialer Mensch, der für seine Straftaten nicht verantwortlich gemacht werden könne (§511 StGB.). Die öffentliche Sicherheit erfordere es, daß der Angeklagte, der immer wieder strafbare Handlungen begehen werde, in einer Heil- oder Pflegeanstalt untergebracht würde. Die Unterbringung des Angeklagten in einer "HeilG. A.-Sport. Fußball. Atten-Buseck 1. Jgd. — BfB.-R. 1. Igd. 3:1.' Mit dem Spielbeginn fanden sich die Gäste gut zusammen und konnten schon in den ersten Minuten in Führung gehen. Bald kamen die Einheimischen besser ins Spiel und erzwangen in der 16. Minute den Ausgleich, dem bald der Führungstreffer folgte. Mitte der zweiten Halbzeit konnte der Linksaußen durch eine schöne Flanke auf 3:1 erhöhen und damit den Sieg sicherstellen. War es bei den Grün-Weißen der Mittelläufer, so stach bei den Gastgebern besonders die Hintermannschaft hervor. Handball. Watzenborn — Dutenhofen 5:8 (4:3). Die Platzmannschaft, die sich durch auswärtige Spieler ergänzen mußte, vermochte nicht den Sieg zu erringen, obwohl sie in der ersten Hälfte überlegen war. Die Gäste kamen erst nach der Pauss auf. Gegen den starken Wind.'spielend, konnte Watzenborn den Vorsprung der Gäste nicht aufholen. DJ.-Slasse. Mtv. Gießen — Lang-Göns 7:1 (2:1). Die Gäste hielten sich vor der Pause recht gut, so daß der Ausgang noch offen war. Nach dem Wechsel bestimmte jedoch Gießen das Spielgeschehen. Der Gegner wurde in die Verteidigung gedrängt und in schneller Folge die Treffer angebracht. Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik unk» Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot) für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck nnd Verlag: Brühljche Universiiätsdruckeret R. Lange K. (9. Verlagsleiter: Tr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigcnpreisliste 9Zr. 6. Gebt zur Mkleider- und Spinnstoff-Sammlung! Annahmestellen der Gießener Ortsgruppen: ein Zeichen dafiii^, daß der Inhalt an fängt, sauer zu werden, er kann aber auch manchmal von allzureifen Erbsen herrühren. Beim Oeffnen der Gläser ist Geschmack, .Geruch, Aussehen und Festigkeit zu prüfen, aber immer Vorsicht geboten. Bei saurem Geruch ist der Inhalt unbrauchbar. Steigen die Früchte in den Gläsern, so sind sie gu reif oder zu weich, es schadet jedoch dem Einmachgut nicht. Sauerwerden von Gemüse im Glas bedeutet Beginn einer Gärung, die durch Erhitzen nicht mehr unterbunden werden kann und die durch zu kurzes und niedriges Erhitzen hsrvor- gerufen wurde, oder auch durch Scheinverschluß, z. B. durch Bestreichen der Gummiringe. Fehlerquellen beim Einmachen. Zum Linmachen verwenden wir nur einwandfreie EiMiachgefäße. Gläser oder Deckel mit gesprungenem oder abgesplittertem Rand beeinträchtigen den Verschluß. Rur einwandfreies Gemüse und Obst wird zum Einmachen genommen und möglichst sofort verarbeitet, aber nicht während der Zubereitung von Mahlzeiten, da Essensdünste ungünstig aus das Einmachgut einwirken. Längeres Lieaenlassen von zerkleinertem Obst und Gemüse an der Lust oder im Wasser vermindert den Nährwert und die Haltbarkeit. Flüssigkeiten nicht zu hoch einsüllen, höchsten bis zweifingerbreit unter den Glasrand. Spangen dürfen nicht zu straff oder zu schwach gespannt sein. Bei zu schwachem Druck bringt beim Erkalten Lust in das Glas Imb es schließt sich nicht. Bei zu starkem Druck kann die Lust nicht entweichen, und das Glas springt beim Erhitzen. Sterilisierzeit und Hitzegrad sind genau einzuhalten, der Inhalt wird sonst nicht genügend erhitzt und die Keime nicht vernichtet. Es empfiehlt sich, Gemüse zweimal zu sterilisieren. Eingemachtes möglichst nicht im Sterilisiertopf erkalten lassen, da der Inhalt zu weich wird und Farbe und Geschmack sich verändern. Nichtschließen ober Aufgehen der Gläser wird meistens durch das Einmachgut, das zu lange herumgestanden hat, zu voll gefüllte Gläser oder auch durch ungünstige Witterung, die schon die Zersetzung hat beginnen lassen, verursacht. Auch das Ernten bei zu heißer Tageszeit, bei der eine starke Durchhitzung der Pflanzen stattgesunden hat, beeinträchtigt das Schließen. Trübwerden des. Einmachgutes ist meist ein Anzeichen für den Zersetzungsbeginn. Der Inhalt ist evtl, noch einmal durch Auskochen verwendbar. Der bei Erbsen-und Bohnen sich evtl, bildende weiße Ansatz ist meistens es eine alte und bewährte Erfahrung, Brennefjeln an das Geflügel zu verfüttern. Kommen wir zu den in neuerer Zeit von der Wissenschaft bestätigten Heileigenschaften der Brennnessel, so ergibt sich auch hier ein beachtlicher Wert. 11. a. bezeugt wird eine echte harntreibende Wirkung der Blätter, deren man sich aus mancherlei Heilabsichten bedient. Nachgeprüft ist auch die volkstümlich bekannte Verwendung des frischen Brennnesselsaftes als blutbildendes Mittel. Es hat sich ergeben, daß Brennesselsaft in dieser Beziehung Eisenpräparaten nicht nachsteht. Erwähnt sei, daß der Brennessel auch eine den Blut- und Harnzucker senkende Wirkung innewohnt. Diese Angaben sollen in keiner Weise dazu verleiten, nun willkürlich die Wirkung der Brennessel auszuprobieren. Maßgebend für ihre Anwendung ist lediglich der Arzt. Es möge jedoch auf die bedeutungsvolle und vielfältige Verwendungsmöglichkeit dieses „Unkrautes" hingewiesen und der Anreiz gegeben sein, seine Blätter in großen Mengen zu sammeln und zu trocknen zwecks Ablieferung an die NfH. Entsprechende Auskünfte erteilen die Kreisfachbearbeiter, deren Anschrift bei den Kreisleitungen der NSDAP, zu erfragen find. Gießener Schlachtviehmartt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmartt (Schlachtvieh-Derteilungsmarkt) in der Diehverstei- gerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 28 bis 46 Rpf., Bullen 39 bis 54, Kühe 26 bis,48, Färsen 40 bis 49, Kälber 30 bis 57, Schafe 28 bis 45 Rpf. je kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr)' 1,2-5 RM., bl (135 bjs 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (100 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 99,5 kg) 1,15, e bis f (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Specksauen) 1,25, i (Altschneider) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt. * ** 86 Jahre alt. Der Invalide Georg Rahn, Steinstraße 75 wohnhaft, wird morgen in geistiger und körperlicher Rüstigkeit 86 Jahre alt. Der alte Herr nimmt an dem großen Geschehen unserer Zeit noch regen Anteil. Dem Jubilar gelten auch unsere herzlichen Glückwünsche. ** Kostenlose Sandverteilung für Feuerlöschzwecke. Die Stadt läßt von heute ab größere Sand mengen anfahren, die besonders für die Innenstadt bestimmt sind. Der Sand wird kostenlos abgegeben. Näheres ist in der heutigen Bekanntmachung ersichtlich. ** Von einem Straßenbahnwagen angefahren wurde am gestrigen Dienstag gegen 13 Uhr die dreijährige Margot Becker in der Walltorstraße. Das Kind erlitt dabei leichte Verletzungen im Gesicht und einige Hautabschürfungen an der rechten Hand. Der Vorfall ist eine erneute Mahnung, auf Kinder, insbesondere auf Kleinkinder, beim Herannahen der Straßenbahn besonders sorgsam zu achten. Verdtmkelungszeit: 10. Juni von 22.43 big 4.29 Uhr. Die Weibliche Kriminalpolizei sucht Anwärterinnen für die Beamtenlaufbahn. Bevorzugt werden Volkspflegerinnen und andere sozial vorgebildete Kräfte, ferner Bewerberinnen mit guter Schul- bildungund mehrjähriger beruflicher Tätigkeit im Alter von 22 bis 30 Jahren. - Bewerbungs- gefuche find zu richten an das Reichskriminalpolizeiamt Berlin C 2 Werderfcher Markt 5-6. ___________________________ 1862 D Für leichte Arbeiten weibl. Hilfskräfte für ganze oder halbp Tage ges. Großwäscherei Edelweife Schützenstraße 12. 1432 D 50m 1165V IuverläffigerMann für leichte Arbeiten in Heffen- Naffau gesucht. Schädlingsgroßbckämvfung nnd Pflanzenfchntz Walter Jancke O.-Büro Gießen, Ttzolfstr. 16 02772 Für In- und Ausland Wachposten gesucht unter günstigsten Bedingungen. Schriftliche Bewerbung an den Bielefelder Heimschutz, Bielefeld 1807 V Geschäftshanshalt sucht für sofort oder 1. Juls perfektes Alleinmädchen das den Haushalt vollständig allein führen und kochen kann, eventl. unabhängige Fran für vormittags. Schrift!. Angebote unter 02761 an den Gießener Anzeiger erb. um Sie von Hühner* ougen,diesen Plagegeistern, zu befreien. Sofort noch dem Auflegen der Elastocorn- Pflasterbinde läßt die bohrende Pein nacfu 3000 Cimbru tut. Heu- und Grummetgras abzugeben. Schr. Ang. unt. 02779 a.d.G.A. Ein Mann «bis 60 Jabreals zweiter Hausdiener gesucht. Hotel Schütz, Gießen. 02767 MelnMende Betfon (Frau od. Fräulein), im Alter o. 35-55 Jahren, die Liebe zu zwei kleinen K,indern im Alter von 1 u. 3 Jahren hat, als Stütze der Hausfrau in ein. landwirt- schaftlich.Betrieb Nähe Grünberg gesucht. - Voller Familienanschluß zugesichert. Schr. Ang. unt. 1864va.d.G.A. Junger Mann sucht vorerst leichtere VeWskiWg am liebsten in Lazarett oder Mrnnfenbnity. Schriftl. Angeb. unter 1857 D an den Gieß. Anz. Bekanntmachungen. Abgabe desHcugrases der städtischen Wiesen Mit Rücksicht auf die Kriegsverbältnisse will ich in diesem Jahre von einer öffentlichen Versteigerung des Heugrases von den städtischen Wiesen avsehen. Die Vergebung des Heugrases erfolgt den Anmeldungen entsprechend, wobei die seitherigen Steigerer bevorzugt berücksichtigt tuerbeit sollen und nach Möglichkeit ihre seither ersteigerten Grasstücke zum Taxwert wieder befommen können. Tierhalter, die Heugras wünschen, wollen sich Montag, den 15. Juni 1942 im Stadthaus, Bergstraße 20, Sitzungssaal, melden, und zwar für: 8.30 Uhr die Wiesen von dem Wasserwerk der Gemarkung Großen-Buseck, Bügeeck und Schinderseck,- 9.15 Uhr die Wiesen im Utersbrunnen: 10.00 Uhr die Wiesen im Heegstrauch, Eisbahn und Plocksbrucke; 11.00 Uhr die Wiesen im Wiesecktal, ans der Burg, Eselswiesen, am Schlachthof . _ und in der Schwarzlach. Um 15.00 Uhr werd ei: die Wiesen in der Gemarkung Gießen-Klein-Lindeu auf dem Büro der Verwaltungsstelle Gießen-Klein-Linden vergeben. Liebhaber wollen sich dort zu der angegebenen Zeit einfinden. [1855A Gießen, den 8. Juni 1942. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus. | Verkäufe | 9 Hasen zu verkaufen. Ernst Weber, Leimcnkanter- weg 15. I02771 Maul- und Klauenseuche in Gietzen. Unter dem Viehbestand des Pserdemetzgers Fritz Schilling, Gießen, ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtstlerärztlich festgestellt worden. Tie Weide in den Eichgärten wird zum Sperrbezirk, der Nordostteih Gießens lKaiserallee, Moltkestraße, Schlageteranlage, Jrobelstraße und die angrenzenden Straßen) zum Beobachtungsgebiet erklärt. Die vom Kreisveterinäramt Gießen getroffenen vorläufigen Maßnahmen werden von mir bestätigt. Auf Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet sinden die gesetzlichen und viehseuchenpolizeilichen Vorschriften Anwendung. isoiC Gießen, den 9.Juni 1942. Ter Oberbürgermeister der Stadt Gienen Veterinärvolizei. _____________I. V.: Nicolaus._____________ Klinikspatienten. Durch Neuregelung des Lebensmiltelbezuges in Gemeinschaftsverpflegung (auch Kliniken) ist es dringend notwendig, daß Patienten vor stationärer Aufnahme in die Kliniken sich bei der Heimatbürgermeisterei die gemäß Erlaß des Herrn Landrats vorgeschriebene Bescheinigung in zweifacher Ausfertigung beschaffen und bei Ankunft der Kliniksstationsschwester einbändigen. 11813D Gießen, den 4. Juni 1942. ' Verwaltung der klinischen Univ.-Anstalten, Gießen. Kostenlose Sandverteilung für Feuerlöschzwecke^ Die Stadtverwaltung führt von heute ab eine zusätzliche Sandanfuhr durch, um besonders die Innenstadt nach den Erfahrungen aus den letzten Luftangriffen ausreichend mit Löschsand zu versehen. Zunächst wird er auf dem städtischen Platz hinter dem „Lotzekasten" ungefähren, dann auf anderen Plätzen der Innenstadt. Jeder Hausbesitzer soll genügende Sandmengen für den Dachboden und für den Hof bereit halten. Der Sand kann kostenlos abgcholt werden. Jeder Mißbrauch ist mir aber anzuzeigen und wird schwer bestraft. isööD Gießen, den 9.Juni 1942. Der Oberbürgermeister. J.A.: Gravert. | Verschiedenes Radio- Apparat Wechselstrom (WertRM.160- 220 Volt) gegen Gleichstrom, 220 Volt, z. tauschen gesucht. 1859D Angeb. u. Telephon 3852. Armband mit Anhänger (2 Fuchszähne) verloren. Abzugeben geg. Belohn. [02766 Werner, Neuenweg 52. | Kaufgesuche | Gut erhaltenes Herren-Fahrrad u. Darm-Fahrrad zu kaufen gesucht. Schrift!. Ang. u. 1860D an 0. Gieß. Anz. In kauf, gesucht: Kleineres SiWett mit Einstcck- Figuren. Z(us Elfenbein bevorzugt. Schr. Ang. unt. 02774 a. d. G.A. Gebranchte SmensMe Große 42/43, und ein NegenWriu 3. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 02777 a.d.G.A. Sta'tt Karten! Unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder, der Domänenpächter Friedrich Lyncker ist im Alter von 65 Jahren von uns gegangen. In tiefer Trauer: Familie Ewald Lyncker Familie Fritz Lyncjcer Anni Dietz, geb. Lyncker,u. Kinder Familie Fritz Heyd Johanna Heußer, geb. Lyncker Schiffenberg, Gießen, Köln, den 8. Juni 1942. Die Trauerfeier findet in der Stille statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. 02769 1858 D/ 02775/ geschlossen! LICHTSPIEL-THEATER Schiffenberg Am Donnerstag, dem ll.Juni bleibt das Lokal wegenTrauerfalli Die Verlobungjmserer Kinder Margot und Ludwig geben hiermit bekannt: Paul Fiege, Juwelier und Frau, geb. Hohenstein Hamburg 21, Wlnterhuderweg 108 Ludwig Friedrich Oberleutnant zur See und Frau, geb. Wilms Gießen, Dammstraße 31 I Statt Karten! Für die uns zu unserer Vermählung übermittelten Glückwünsche. Blumenspenden und Geschenke, dänken wir hiermit, auch im Namen unserer Eltern, herzlichst ,, , , Ewald Keusch und Frau Hedi, geb. Hof Gießen, im Juni 1942 Wir haben uns verlobt: Margot Fiege Ludwig Friedrich Oberleutnant (Ing.) Hamburg Gießen im Juni 1942 Gloria-Palast, Seltersweg: TOSCA vmA Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Der scheinheilige Florian Tagt 3,5.15,8, So. 2.30,5,8 Uhr SemnHchrrad mit Ballonbereifung u. Motor- radfattel abhanden gekommen. Wiederbringer Belohnung. Diezstraße 7 Tel. 3559. ■ 02778 V eranstallungsring der Hitler»Jugend Mittwoch, den 10. Juni 1942 S)ie (Räuber Schauspiel von Schiller Beginn: 18.30 Uhr. Kartenversand ab Samstag, den 6. Juni 1942. Sämtliche Karten werden mit der Post zugeschickt. 1863 D Gießen, im Juni 1942. 02768 2776 Dnuermietedn sucht mögt, für sofort gut möbl. Zimmer evtl. Wohn- und Schlafzimmer, i. gutem Hause. Schr. Ang. unt. 02773 a.d.G.A. Meine liebe gute Frau, meine treusorgende Mutter, unsere herzensgute Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Schlotzhauer, geb. Stückrath ist heute morgen 5J4 Uhr, im 56. Lebensjahre, sanft entschlafen. In tiefer Trauer: Heinrich Schlotzhauer Balth. Müller und Frau Martha, geb. Schlotzhauer und Kinder nebst allen Angehörigen. Heuchelheim,Langenhain, Gießen, Remscheid, Baumbach, Waldkappel, den 9. Juni 1942. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. Juni 1942, 15.30 Uhr, vom Trauerhause, Wilhelm- straße 82, aus statt. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Mutter, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspendcn und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Äk Anteilnahme an dem schweren Leid, das uns durch den Verlust unseres lieben Sohnes und Bruders, meines innigstgeliebtcn Bräutigams Karl Keller, Schütze in einem Inf.-Reg., betroffen hat, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Familie Albert Keller; Mariechen Rinker, Braut In tiefer Trauer: Heinrich Mattern und Kinder. Gießen, den 10. Juni 1942. [ Mietgesuche | 3-Zimmer- Wohnung in Gießeno. Umgeb. sofort ges. Wilh. wimmer G. m. b. H. Gienen/L. Tel. 2072. lieioD (Stellenangebote Zuverl., ehrlich Mädchen oder Frau für Ladenputz und Botengänge gesucht. Seltersweg36 Laden, lo-evs ELflSTOCORN