192. Jahrgang Nr. 83 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener »vamilienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich... RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrecdanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Aranlf. M. Gietzener Anzeiger vrühlsche UniverfitStrdruckerri B. Lange General-Anzeiger sürOberhessen «ietzen^chulftratze r-4 §reNag.w. April 1942 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr desBormittags Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung MalstaffeH AbschlüneMengenstaffelü Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/.mehr Zusammenbruch der amerikanischen Verteidigung aus der Vataan-Halbinsel. Lissabon, 9. April. (Europapreß.) Den Zusammenbruch des letzten Widerstandes amerikanischer Truppen auf der zur den Philippinen gehörenden Insel Luzon deutet das USA.-Kriegsministerium in einem Sonderkommunique an Nach den letzten Meldungen aus Fort Hills heißt es, sei mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß die amerikanischen Stellungen aus 3er Bataan-Halbinsel überwältigt worden sind. Der Zusammenbruch des amerikanischen Widerstandes auf der Bataan-Halbinsel ist auf die zermürbende Wirkung der unaufhörlichen, in den letzten Tagen ständig gesteigerten japanischen Luftbombardements und der Artilleriebe- s ch i e ß u n g zurückzuführen. Nach Funkmeldungen des amerikanischen Oberkommandierenden, Generalmajor Wainwrights, seien feine Truppen „körperlich vollständig erschöpft". Bor einem schweren japanischen Angriff mußten die amerikanischen Stellungen am Mittwoch bereits zurückgenom- m en werden. Generalmajor Wainwright habe einkn verzweifelten Gegenangriff zur Wiederherstellung der alten Front unternommen, doch fei dieser gescheitert Der Zusammenbruch der amerikanischen Stellungen erfolgte durch einen umfassenden japanischen Angriff gegen die vom zweiten Korps der USA.« Streitkräfte gehaltene Ostflanke der amerikanischen Widerftandslinien. Hierbei bedienten sich die Japaner wiederum erfolgreich ihrer bereits auf Malakka angewandten Taktik. Sie umgingen die amerikanischen Stellungen, indem sie Gruppen auf Flößen die Küste entlang in den Rücken der Amerikaner brachten. Auch schwere Geschütze wurden auf diese Weise im Rücken der amerikanischen Stellungen eingesetzt. Der Widerstand der USA.-Truppen sei sozusagen gebrochen, teilt „National Broadcasting" mit. Die nordamerikanischen Truppen seien so gut wie zerschmettert, nachdem sie monatelang den überlegenen japanischen Truppen standzuhalten versucht hätten. Die Japaner setzten in großer Zahl Sturzkampfbomber ein, die die amerikanischen Truppen ständig angriffen. In militärischen Kreisen Washingtons klammert man sich an die Hoffnung, daß die Jnfelfestung Corregidor am Eingang der Bucht von Manila sich noch eine zeitlang gegen die Japaner halten könne. Allerdings müßten den Verteidigern der Felfeninsel auf schnellstem Wege Verstärkungen an Kreigsmaterial sowie Lebensmitteln gebracht werden. Corregidor ist das letzte Widerstandszentrum, welches den Amerikanern noch auf den Philippinen bleibt. fetfhire" ist ein Schwerer Kreuzer von 9975 Tonnen, der 1929 vom Stapel gelaufen ist und eine Besatzung von 680 Mann hatte. Das Schiff fuhr 32,2 Knoten und verfügte über acht Geschütze von 20,3 cm, acht 10,2-cm-Flugabwehrgeschütze, vier 4,7-cm-Geschütze, acht 4-cm-Flugabwehrgeschütze, acht MG.s und acht Torpedorohre. Ferner befand sich ein Wasserflugzeug an Bovd. Die „Cornwall", ebenfalls ein Schwerer Kreuzer, gehörte zu den größten und stärksten Einheiten, über die die britische Flotte in dieser Schifssklasse verfügte. Das 1926 vom Stapel gelaufene Schiff hatte bei einem Umbau neben Torpedowulften eine besondere Panzerung in der Wasserlinie und verstärkte Flugabwehr- bewafsnung erhalten. Bei einer Wasserverdrängung von 10 000 Tonnen und einer Geschwindigkeit von 31,5 Knoten setzte sich seine Bestückung aus acht 20,3-cm-Geschützen, acht 10,2-cm-Flugabwehrge- schützen, vier 4,7-cm-Geschützen und acht MG.s zusammen. An Deck befand sich ein Flugzeugschuppen mit drei Wasserflugzeugen. Die Besatzung betrug 680 Mann. Zehnjahresplan für die Crnah- rungswirischast Ostasiens. Tokio, 9. April. (DND.) In einer Sitzung des japanischen Landwirtschaftministeriums, an der auch Vertreter der Wehrmacht teilnahmen, wurde zur Sicherstellung der Ernährungsgrundlage Ostasiens ein Zehnjahres plan ausgestellt, der darauf abzielt, Japan, Mandfchukuo und China durch Erhöhung und Verteilung der Lebensmittelerzeugung unabhängig zu machen. So soll z. B. die R e i s Produktion Japans, die 1941 55 Millionen Koku (ein Koku gleich 180 Liter) betrug, auf 83 Millionen erhöht werden. Für Korea, Mandfchukuo und Formosa ist die Förderung des Anbaues von Reis, Sojabohnen, Zucker und Hirse vorgesehen. In China soll besonderes Gewicht auf die Erhöhung der Erzeugung von Getreide gelebt werden. Die überschüssigen Lebensmittel sollen gelagert und, je nach Bedarf, verteilt werden. Weiter soll der Anbau von Futtermitteln, Baumwolle gefördert und die Produktion von Düngemitteln erhöht werden. In den besetzten Südgebieten sollen Maßnahmen vermieden werden, die sich allzu einschneidend für die bisherige Lebenshaltung der Bewohner auswirken. Eine Aenderung in der Produktion soll daher dort nur insoweit erfolgen, als es unbedingt notwendig ist. Auf keinen Fall will man sich auf die Lieferung von Lebensmitteln aus den Südgebieten verlassen, ausgenommen Reis, der vor allem aus Thailand und Franzöfifch-Jndochina nach Japan gebracht werden soll. Das Zentrum dieser Ernährungsplanung wird jedenfalls Japan in Verbindung Mit Mand- schukuo und China bilden. Neuer Lustangriff auf Ceylon. Berlin, 9. April. (DNB.) In den frühen Morgenstunden des 9. 4. unternahmen starke Verbände der japanischen Marineluftwaffe einen erneuten Angriff auf den britischen Stützpunkt T r i n k o m a 11 im Nordosten der Insel Ceylon. In den Hafenanlagen wurden schwere Schäden angerichtet. Irin« komali ist der letzte Zufluchtshafen der britischen Asienflotte. Von dem strategischen Dreieck Port Blair auf den Andamanen, Sabang an der Nord- spitze von Sumatra, Trinkomali befinden sich die beiden ersteren bereits in japanischer Hand und dienen den Japanern als Luft- und Flottenstützpunkte für die Operationen im Golf von Bengalen. Weitere Erhöhung der Versicherungsprämien für die englische Schiffahrt. Z ü r i ch, 9. April. (Europapreß.) Die Kriegsrisiko- Prämien für die englische Schiffahrtstransportver- jicherung sind wieder beträchtlich in dis Höhe gesetzt worden. Für Transporte im Nordatlantik nach Häfen nördlich von Kap Hatteras an der nordameri- kanifchen Oftküfte, etwa 320 Kilometer südlich von Neuyork, wurde die Prämie von 2,5 auf 4, nach Häfen südlich von diesem Kap auf 5 v. H. erhöht. Für Transporte nach W e st i n d i e n sowie Südamerika wurden die Sätze von 4 auf 5 v. H. heraufgesetzt. Für West- und Südafrika betragen die Prämienfätze jetzt 5 (früher 3) v. H., nach O st a f r i k a 6 (3), nach Australien und Neuseeland 7 (5) und nach Indien östlich von Kap Comorin, der Südspitze von Vorder-Jndien, einschließlich Ceylon 10 (5) v. H. Am Vorabend der Iournalistentagung in Venedig. Venedig, 9. April. (DNB.) Donnerstag abend traf Reichsprefsechef Reichsleiter Dr. Dietrich als Ehrengast zum ersten Kongreß der Union nationaler Journaliftenverbände in Venedig ein. Am Bahnhof heißt ein großes Transparent die 300 Preffever- treter, die aus 15 Ländern in Venedig eingetroffen sind, willkommen. Mehrsprachige Programme und Führer, Tagungs- und Preßbüros, Ärbeitsräume mit eigens gelegten Telephonverbindungen ins Jn- und Ausland, sprachkundige Beratungen stehen zur Verfügung. Eine erste Fühlungnahme zwischen den ausländischen und italienischen Teilnehmern kam bereits bei der Besichtigung der ältesten italienischen Zeitung „Jl Gazzettino" zustande. — Der spanische Außenminister hat im Einvernehmen mit dem Madrider Presseverband dessen Vizepräsidenten und Direktor der Zeitung „Jnformaciones", den Direktor der Zeitung „Alkazar", den Direktor von Radio Nacional, und den Direktor der Falange-Zeitung „Jornada" (Valencia) als Vertreter Spaniens auf dem Kongreß der Union nationaler Journalistenverbände in Venedig bezeichnet. Der Madrider Preffeverband hat einstimmig den Beschluß gefaßt, der Union beizutreten. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Agram, Anfang April 1942. Wenn sich jetzt im Frühling, der der Natur und dem Leben neue Kräfte bringt, der Tag jährt, an dem vor einem Jahre, am 10.April, der Jahrhunderte alte Traum des kroatischen Volkes nach nationaler Freiheit und Selbständigkeit förmlich über Nacht feine Erfüllung fand, kann dieses Volk auf ein Jahr harter und schwerer Arbeit zurückblicken. Es war nicht leicht, auf den Ruinen der Vergangenheit das aufzubauen, was sich der Kroate unter einem eigenen Staatswesen immer vorstellte. Der ganze Verwaltungs- und Gesetz- gebungsapparat des jugoslawischen Staates nut seinen kroatenfeindlichen zentralistischen Tendenzen hinterließ nicht allzuviel, das brauchbar war. Auch das von einer gewissen Schicht im Lande einge« führte liberalistische Denken hatte zu Verhältnissen geführt, die, so verhältnismäßig jung sie waren, nun doch plötzlich überaltert erschienen und in das System der autoritären Ordnung, nach dem der Poglavnik den neuen Staat aufbaute, nicht mehr hineinpaßten. Jedes Volk hat eigene Lebensgesetze, die seinem inneren Wesen entsprechen und die es befolgen muß, wenn es vom Mühlrad der Geschichte nicht zermalmt werden soll. So wie der Nationalsozialismus den Lebensgesetzen des deutschen Volkes entspricht und der Faschismus auf der Erkenntnis der historischen Lebensgrundlagen des italienischen Volkes aufgebaüt ist, so mußte auch für die Struktur der neuen kroatischen Politik eine Form gesunden werden, die den Gesetzen des eigenen Volkslebens Rechnung trägt. Die Ustafcha-Bewe- g u n g, die von Ante Pawelitsch in stürmischen Zeiten gegründet worden war und sich auch in der Zeit der Unterdrückung durch Belgrad mit einer einzigartigen Lehens kraft aufrechterhielt, ist die Trägerin und Gestalterin dieser neuen Lebensformen, mit deren Einbau in das Volks- und Staatsganze das erste Jahr der kroaüschen Freiheit aus- gefüllt war. Um diese Formen aber auch mit dem richtigen Geist auszufüllen, hat der Poglavnik bewußt auf historische Erscheinungen zurückgegriffen, im klaren Bewußtsein, daß die Organisationsformen früherer Zeiten ganz von selbst aus dem Charakter des Volkes heraus sich entwickelt hatten und daher auch die einzig naturgegebenen sind. Auf diese Meise kam er zum Entschluß, den neuen autoritären Staat auf dem Ständegedanken aufzubauen. Es ist aber nicht der Ständegedanke der bekannten päpstlichen Enzykliken oder das theoretische Ständeprinzip Othmar Spanns, deren Weltfremdheit am Dollfus- Schufchniggfchen Ständestaat zur Genüge bewiesen wurde, sondern ein Ständeprinzip auf einer volksbiologifchen Basis, das dem Wesen des kroatischen Volkes entspricht. Die uralten Organisationsformen des kroatischen Volkes waren trotz der jahrhundertelangen Fremdherrschaft so stark geblieben, daß sie bei den ersten Freiheitsbestrebungen im Jahre 1918 von selbst zum Durchbruch kamen und damals schon die Struktur eines kroatischen Staates bestimmt hätten, wenn er nicht von der Machtgier Belgrads sofort wieder zerstört worden wäre. Die ganze Gedankenwelt Peter R a d i t s ch s entsprach diesem gesunden historischen Ständeprinzip, und es ist bezeichnend, daß die Machthaber in Belgrad mit allen Mitteln versuchten, gerade diesen Gedanken in Kroatien auszurotten, was ihnen aber trotz allen Bemühungen nicht gelungen ist. So hatte der Staatsführer Pawelitsch bereits gewisse feste Grundlagen, als er daran ging, dem neugeschaffenen Staate eine feste Organisation zu geben. Nachdem der gröbste Schutt des von den Serben hinterlassenen Trümmerhaufens beseitigt war und die Macht- und Sicherheitsverhältnisse durch den leidenschaftlichen Einsatz der Ustajcha-Be- „Geschloffene Tankstaiionen." Zu den größten Enttäuschungen der USA.-Be- völkerung über den Verlauf der ersten vier Kriegs« monate gehört die Entwicklung des Oelproblems für Nordamerika und feine Verbündeten. Bis zum Anfang Dezember o. I. kontrollierten diese Mächte, so jammert die nordamerikanische Zeitschrift „Time", 97,5 v. H. der gesamten Weltölerzeugung: jetzt seien viele der w i ch k i g fte n „I a n f ft a t i o n e n" geschloffen, und die Schließung weiterer ständs offenbar bevor: Südostasien hätten die Japaner, was die Deutschen planten, wisse man noch nicht genau, und hinsichtlich Tankerfrage und anderer Dinge stiegen die Schwierigkeiten von Tag zu Tag. So weit jenes USA.-Blatt. Wie steht es mit dem Oelpro- blem nun wirklich? Wenn wir einen Blick auf eine Weltkarte werfen, die die Oelgewinnnung verzeichnet, so ergibt sich, daß an ihr folgende Länder (in v. H.) hauptsächlich beteiligt sind: die USA. mit 60 v. H. Anteil, Mittel--, und Südamerika mit 15, Europa samt UdSSR, mit 15 und Asien mit 10 v. H. Oder, anders ausgedrückt: auf der ganzen Welt werden gegenwärtig im Jahre 275 Mill. Tonnen Oel produziert. Europa ohne die Sowjetunion hat nur einen verschwindend geringen Teil dessen, was an Oel überhaupt gefördert wird, so daß die Oelüberlegenheit unserer Feinde erdrückend scheint. Aber in Südostasien sind zunächst einmal rund acht Millionen Tonnen jährlicher Oelerzeugung in japanische Hand gefallen mit Niederlän- disch-Jndien, Nordborneo und Burma. Das scheint wenig und ist doch viel; denn diese Mengen wurden fast vollständig von unseren Gegnern importiert, und außerdem handelt es sich hier durchweg um hochwertige Flugbenzine. In Mittel- und Vorderasien stehen England und den USA. aus iranischer und irakischer Produktion weitere 10 und 4 Mill. Tonnen im Jahre zur Verfügung. Diese Mengen kommen gegenwärtig aber kaum für wegung konsolidiert worden waren, konnte mit dem Ausbau dieser neuen staatlichen und sozialen Orga- nisationsform begonnen werden. Jetzt, ein Jahr nach der Staatsgründung, ist dieser Umbau, der in aller Stille vor sich geht, im vollen Gange. Einer der leidenschaftlichsten Vorkämpfer der kroatischen Freiheitsbewegung, der jetzige Hauptsekretär im Regierungspräsidium und Staatssekretär im Korporationsministerium, Dr. Alexander Seitz, wurde vom Poglavnik mit diesem Aufbau betraut. 15 von ihm ernannte provisorische Verbandsobmänner fassen derzeit die einzelnen Stände im Sinne und im Geiste der Ustascha zusammen und schaffen auf ihrer breiten Basis die Grundlage, auf der sich die Zusammenarbeit und das Zusammenleben aller Gruppen im neuen kroatischen Volksstaate aufbauen soll. So erhält Kroatien jetzt schon seine innere Struktur, die ihm die Kraft geben soll, im neuen Europa die Rolle zu spielen, die dem kroatischen Volke, feinen Leistungsmöglichkeiten, feiner geographischen Lags und seinem nationalen Willen entspricht. Entscheidend ist dabei, daß die Prinzipien des wirtschaftlichen Liberalismus bei diesem Umbau der völkischen und sozialen Organisationsformen ebenso ausgemerzt werden, wie die parlamentarische Demokratie, die niemals dem Wesen des schollegebundenen kroatischen Volkes entsprochen hat, ausgemerzt worden ist. Die Mitarbeit aller beweist, daß die Bevölkerung dieser neuen Organisationsform nicht nur das größte Interesse entgegenbringt, sondern in ihr auch die Garantie für die Sicherung des staatlichen und völkischen Eigenlebens für alle Zukunft erblickt. Es ist erfreulich, wenn man feftftetlen kann, daß man trotz der Kürze der Zeit, in der die bisherige Arbeit geleistet werden mußte, nicht viel herumexperimen- tiert hat, sondern von allem Anfang an schon ganz klar nach den heute feststehenden Grundsätzen gearbeitet hat. Der Wunsch des Poglavnik, Kroatien auf Grund der Ustascha-Grundsätze aufzubauen, ist durch die Schaffung dieser inneren Organisationsform bereits wesentlich erfüllt worden, und wenn nun der junge Staat in das zweite Jahr feines Bestandes tritt, fo geschieht dies bereits im neuerrichteten eige« nen Haus, dessen Rohbau die endgültigen Formen schon deutlich erkennen läßt. Trotzdem der Staat nach den Grundsätzen des neuen Europa ausgerichtet wird und heute schon die Voraussetzungen schafft, daß er sich einst in die europäische Gesamtorganisation reibungslos einbauen läßt, wird er die nationalen Eigenarten des kroatischen Volkes nicht verleugnen. Der Poglavnik und die Ustascha-Bewegung sind die Garanten dafür, daß diese Synthese von verjüngtem Kroatentum und neuem Europäertum klar zum Ausdruck kommt und im Ustascha-Stände- staat eine dem kroatischen Volkscharakter entsprechende Form erhält. Ein Telegramm des Führers. Berlin, 10. April. (DNB.) Der Führer hat dem kroatischen Staatsführer Dr. Ante Pave« l i t f ch zum ersten Jahrestag des Bestehens des unabhängigen Staates Kroatien folgendes Telegramm übermittelt: „Zum ersten Jahrestag des Bestehens des unabhängigen Staates Kroatien über« mittele ich Eurer Exzellenz aufrichtige Glückwünsche für Ihr persönliches Wohlergehen und für eine glückliche Zukunft des verbündeten kroatischen Volkes, das an der Niederringung des Bolschewismus und dem Aufbau der europäischen Neuordnung so tatkräftigen Anteil nimmt." Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, hat die Glückwünsche der Reichsregierung zum Ausdruck gebracht. Zu den kroatischen Feierlichkeiten ist eine deutsche Sonderdelegation mit dem Chef des Protokolls, Gesandten von Dörnberg, nach Agram entsgndt worden. Die japanischen Operationen im Indischen Ozean Zwei englische schwere Kreuzer und 21 Handelssch ffe versenkt. lefunten. lieber 1100 Ueberlebenbe, darunter die »eiden Kommandanten, wurden gerettet. Die „Dor- Tokio, 9. April. (Europapreß.) Zwischen britischen und japanischen See- und Luftstreitkräften ist es im Indischen Ozean zu einem Gefecht gekommen, bei dem die japanischen Schisse und Marineflugzeuge einen britischen Kreuzer vom London-Typ (9850 -Tonnen) und einen weiteren britischen Kreuzer vom Cornwall-Typ (10000 Tonnen) versenkten. Im Verlauf von Operationen gegen die alliierte Ver- forgungsschiffahrt wurden ferner 21 Handeln- schiffe mit insgesamt 140000 BRT. versenkt und 23 Schiffe mit 102 000 BRT. beschädigt. Im Verlauf von Luftkämpfen wurden 60 britische und amerikanische Flugzeuge ab geschossen. Durch Bombenangriffe auf die britischen Luftstützpunkte wurden drei Flugzeughallen, eine Reparaturwerkstatt sowie andere militärische Anlagen zerstört. Die Verluste der japanischen Marineluftwaffe belaufen sich auf fünf Flugzeuge. Keines der an den Kämpfen beteiligt gewesenen japanischen Kriegsschiffe wurde beschädigt. Die britische Admiralität hat bereits die Versenkung der Schweren Kreuzer „D o r s e t s h i r e" und „Cornwall" im Indischen Ozean bekanntgegeben. Die Kreuzer seien nach japanischen Luftangriffen Unter amerikanischem Druck. Zohnstons Verhandlungen in Neu-Delhy. Schanghai, 10. April. (DNB. Funkspruch.) Nach den letzten Berichten über die Verhandlungen in Neu-Delhi hat der amerikanische Druck auf die Inder am Mittwoch feinen Höhepunkt erreicht. „Oberst Johnson, Roosevelts Beauftragter, fetzte den Kongreßleuten Daumenschrauben an",, heißt es bezeichnenderweise in einem amerikanischen Kabel. „Washington Post" erklärt: „Wenn die indischen Kongreßführer auf ihren Forderungen beharren, werden sie jede Spur des guten Willens verlieren, dessen sie sich bisher in den Vereinigten Staaten erfreuen!" Johnson erklärte den Kongreßführern, so berichtet das Blatt, bei Ablehnung der Vorschläge Englands müßten sie mit einer Militärdiktaturin Indien rechnen, die bei einem japanischen Angriff rücksichtslos Zerstörungen an Industrieanlagen und Verforgungsbau- ten durchführen werde. Roosevelt hat damit auch das Zuckerbrot nicht fehlen laffea und Johnson angewiesen, den Vertretern der indischen Gruppen mit« Anteilen, daß die Vereinigten Staaten ein starkes Interesse an Indien nehmen. Johnson soll Vollmachten erhalten haben, Indien die wirtschaftliche Hilfe der Vereinigten Staaten zuzusichern. Amerikanisches Kapital sei zur Beteiligung an der Entwick- ßmg der Industrie Indiens bereit. Der Vollzugsausschuß der indischen Kongreß« Partei ist am Donnerstagnachmittag zu einer Sitzung aufammengetreten. Die Besprechungen werden am Freitag-vormittag fortgesetzt. Am gleichen Tage versammelte sich auch der Arbeitsausschuß der Moslem-Liga. Anschließend an die Konferenz der Kongreßpartei wurden A z a d und Nehm erneut von Cripps empfangen. Cripps überreichte am Mittwochnachmittag dem Präsidenten der Moslem- Liga, Mohammed Ali Djinnah, neue Vorschläge. Oberst Johnson hatte am Mittwoch eine längere Unterredung mit Cripps. Die Besprechungen zwischen Johnson, Pandit Nehm und Cripps sollen auf Grund folgender britischer Vorschläge stattgefunden haben: W a v e 11 wird Oberbefehlshaber der Alliierten, der amerikanische General Hartley übernimmt das Oberkommando in Indien und der indische Verteidigungsminister erhält einen Sitz im Verteidigungskommitee mit erweiterten Befugnissen, die sich auf die Errichtung einer nationalen Miliz und einer Heimwehr erstrecken. Nach einer „United- Preß"-Meldung aus Bombay soll der National- Kongreß die von Cripps oorgeschlagene Formel angenommen haben. Dagegen meldet der Sender Schenectady am Donnerstagnachmittag, daß Johnson dem Führer der indischen Kongreßpartei, Pandit Nehm, einen neuen Vorschlag überreicht habe. Dieser sehe die sofortige Errichtung einer indischen Regierung vor, in der sämtliche Ministerien einschließlich des Verteidigungsministeriums durch ilationalinfter besetzt werden sollen. Kroatiens inneres Gesicht. Von unserem S.-Berichterstatter. die Ausfuhr in Frage, weil die britischen und sowjetischen Heere diese Mengen großenteils für sich benötigen und das, was aus den Raffinerien der Bahreininseln fließt, so gut wie restlos an der libyschen Front und im Mittelmeer gebraucht wird. Daß die Sowjetunion bereit und in der Lage sei, nennenswerte Mengen von Kaukasusöl auszuführen, wird sogar von der Presse unserer Gegner verneint. Es bleibt also praktisch die Erzeugung Nord- und Mittelamerikas. Für die USA. bedeutet es eine gewaltige Erschwerung, daß ihre Hauptölgebiete Texas und Oklahoma i m F n n e r n des Landes liegen und zu den Hauptverbrauchszentren an der Ostküste riesige Entfernungen zu überbrücken sind, die beinahe so weit sind wie die zwischen Berlin und dem Kaukasus. Diese Transporte wurden zu mehr als 90 v. H. durch Tanker bewältigt, nicht anders die von kalifornischem Oel nach Neuyork. Außerdem gibt es einige Oelleitungen (pipelines), die aber voll beansprucht sind. ° Nun haben bisher die USA. alljährlich etwa so viel Oel, wie sie ausführten, auch eingeführt, annähernd 25 Millionen Tonnen aus Venezuela, Mexiko und anderen ibero-amerikanifchen Ländern, Auch hierzu wurden ausschließlich Tanker benutzt. Damit wird uns klar, was der jetzt auf volle Touren gebrachte U-Boot-Krieg an der Ostküste Nord- und Mittelamerikas und die gewaltigen Tankerverluste unserer Feinde in diesen Meeren bedeuten. An der Florida-Straße werden die Oelfahrzeuge aus Mittelamerika getroffen, an der Ostmündung des Panamakanals die aus Kalifornien, und in den karibischen Gewässern sinkt Tanker auf Tanker, der von Aruba nach Cura^ao, nach Boston oder Philadelphia strebt. Mit der Tankschiffahrt wird eine Schlagader vor allem Nordamerikas gedrosselt, aber auch eine für England und feine Gliedstaaten lebenswichtige Verbindung. Bei Kriegsausbruch besaßen London und Washington zusammen annähernd 6 Millionen BRT. Tankertonnage davon sind beträchtliche Teile bereits vor der jetzigen Phase des U-Boot-Krieges versenkt worden, die Neubauten und Beschlagnahmen fremden Tankschiffsraumes haben diese Verluste bei weitem nicht ausgleichen können. Weitere Einsparungen am Eigenverbrauch der USA. als bisher sind kaum möglich. Eine stärkere Verlagerung auf den Eisenbahntransport ist nicht zu erwarten, weil die nordamerikanischen Kesselwagen nur 2 bis 3 v. H. des Konsums beförderten. Und dabei steigen die Anforderungen aus England und den Dominions. Früher bezog London beträchtliche Oelmengen aus den vom Moffulgebiet nach Haifa und Tripolis führenden Leitungen: heute ist das Mittelmeer verschlossen, der Weg um das Kap der Guten Hoffnug herum ist viermal länger und erlaubt einem Tanker höchstens drei, meistens aber nur zwei Fahrten — vorausgesetzt, daß er ankommt. Denn auch an der afrikanischen Küste und um die britischen Inseln herum warten deutsche U-Boote und Flieger! Außerdem braucht Australien, um nur ein Land zu nennen, angesichts des erwarteten japanischen Angriffs Oel, Oel und nochmals Oel. Immer neue Anforderungen an die unaufhörlich sinkende Tankertonnage, ständig neue Maßnahmen für Geleitzüge,, Zeitverluste über Zeitverluste bei wachsendem Eigenbedarf — das alles sieht nicht sehr erhebend aus. Damit wird uns deutlich, welches lähmende Entsetzen selbst Roosevelt für lange Zeit zum Schweigen zwang, als deutsche und japanische U-Boote die Küsten der USA. heimzusuchen begannen und sogar Oelraffinerien des Festlandes (in Kalifornien) oder dicht vor dem Kontinent (auf Aruba und Cu- rucao) mit Granaten beschossen. Hier stehen die Regimenter von gewaltigen Oeltanks, die auf die Zufuhren warten und keinen Treibstoff mehr her- geben, wenn die Verluste in der Tankerflotte anhalten. Eine nennenswerte Erzeugung synthetischen Oels gibt es weder in Nordamerika noch in England oder an anderer, ihnen zugänglicher Stelle. In Nordamerika häusen sich die bitteren Vorwürfe gegen Roosevelt, daß er dem Oel- und namentlich dem Tankerproblem nicht schon längst die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet habe. Damit werden aber die Verluste nicht ausgeglichen, die jeder Tag neu bringt. Mit gigantischen Tankerbauprogrammen sucht der Präsident die erregte Öffentlichkeit zu beschwichtigen; man hält ihm entgegen, daß 1941 in Nordamerika ganze 15 Tanker gebaut wurden und der Neubau dieser Spezialschiffe lange Zeit braucht, dazu neue Engpässe für den bedenklich angespannten Rohstoff- und Facharbeitereinsatz schafft. Wir müssen feststellen, daß die eingangs zitierte nordamerikanische Zeitschrift „Time" das Oelpro- blem noch gar nicht schwarz genug gezeichnet hat! Deutschland, dessen Oelförderung angesichts der seiner Feinde so gering ist, hat vorgesorgt und sich durch die synthetische Erzeugung vom Auslande weitgehend unabhängig gemacht. Daher auch der fromme Wunsch der Londoner „Financial News", das Reich müsse nach seiner Niederlage alle Anlagen dieser Art schleifen lassen. Zwischen dieser Forderung und ihrer Verwirklichung steht aber noch ein Hindernis: die deutsche Wehrmacht! —ow. U-Boot-Falle und modernes Kühlschiff versenkt. Berlin, 9.April. (DNB.) Unter den feindlichen Handelsschiffen, deren Versenkung v o r der amerikanischen Küste der OKW.-Bericht mel- bete, befand sich eine Unterseebootfalle. Ein Unterseeboot hatte einen Dampfer von 3000 BRT. angegriffen. Es kam zu einem erbitterten Gefecht, das teils über Wasser mit Artillerie, teils unter Wasser mit Wasserbomben und Torpedos ausgetragen wurde. Die stark ausgerüstete Unterfee'bootfalle war jedoch gegen das deutsche Boot machtlos und wurde durch einen geschickt angesetzten Torpedoangriff versenkt. Unter den versenkten Schiffen befand sich ein modernes Kühlschiff von 11000 BRT. Es war vollbeladen mit Fleisch und But- t e r aus Australien und versuchte einen der Geleitsammelpunkte an der amerikanischen Küste zum Anschluß an einen Geleitzug nach England anzusteuern. Das Schiff wurde nach vierzehnstündiger, zäher Jagd von einem Unterseeboot versenkt, dem es trotz der hohen Fahrt des feindlichen Schiffes gelungen war, eine günstige Angriffsposition ein-1 zunehmen. Argentinien lehnt Geleitschutz ab. Buenos Aires, 9. April (Europapr.) Argentinien lehnte eine Beteiligung an dem von den Vereinigten Staaten vorgeschlagenen Geleitschutzsystem für die interamerikanische Schiffahrt ab. In argentinischen Schiffahrtskreisen werden Gerüchte, nach denen zwei argentinische Handelsschiffe angeblich in nächster Zeit sich einem Konvoi anschließen sollen, als falsch bezeichnet. Die argentinischen Handelsschiffe werden auch weiterhin nach den Bestimmungen des Völkerrechts über die neutrale Schifffahrt fahren, das heißt, sie werden jeden Geleitschutz vermeiden und die vorgeschriebenen Lichter führen. Staatsgefährliche Musikinstrumente. Berlin, 9. April. (DNB.) Zu welchen Auswüchsen die amerikanische Hetze gegen Deutschland in Brasilien führt, wird aus einem Vorfall bekannt, der sich in Sao Paulo zutrug. In völkerrechtswidriger Weise drang die Polizei dort in das einer neutralen Schutzmacht übergebene deutsche Generalkonsulat ein, wo sie eine zweimalige Durchsuchung vornahm, die natürlich nicht das geringste belastende Ergebnis hatte. So griff man schließlich dazu, Trommeln und Hörner einer alten Musikkapelle sowie verschiedene deutsche Vereins sahnen, die auf Festen der deutschen Kolonie Verwendung gefunden hatten, zu beschlagnahmen. Daß man in solch harmlosen deutschen Gegenständen heute in Brasilien staatsgefährliche Instrumente erblickt, zeigt, in welch lächerlicher Form die von Washington geschürte Kriegspsychose von den brasilianischen Behörden Besitz ergriffen hat. Letzte Nachrichten. Britischer Flugzeugträger und zwei weitere Kreuzer versenkt. eue Erfolge der japanischen Streitkräfte. Tokio. 10.April. (DNB.Funkspruch.) Wie das japanische Hauptquartier bekanntgibt, wurden am 9. April in den Gewässern um Trincomali an der Ostküste von Ceylon versenkt: Ein britischer Flugzeugträger, Typ „Herme s", zwei Kreuzer, Typen „Birmingham" und „L m e r a l d", ein Zei> törer, ein Patrouillenschiff. Außerdem wurden schwer beschädigt: ein Kreuzer und sechs Handelsschiffe. In der Luft wurden wei» tere 56 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Die japanischen Verluste betragen 10 Waschinen. Eigene Verluste an Kriegsfahrzeugen sind auf japanischer Seite nicht zu verzeichnen. Der Wehrmachthericht. DNB. Aus dem Führerhauptquartiev^ 9. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m mi Hl er en und nördlichen Abschnitt der Ostfront wurden einzelne stärkere Angriffs des Feindes abgewiefen. Im Finnischen Meerbusen brachen An» griffe der Sowjets auf die von deutschen und finnfr scheu Truppen besetzte Insel T y t ä r s a a r i zusam- men. Der Feind verlor hierbei 270 Tote. An der Kaukasns-Küste griffen deutsche Verstärkter Schuh der Mungswirtschast. Berlin, 9. April. (DNB.) Der Führer hat den Reichsminister für Bewaffnung und Munition beauftragt, bei erhöhter Selbstverantwortung der In- dustrie Maßnahmen zur Einschränkung und Vereinheitlichung des Berichts- und Kontingent w e \ e n s in der Rüstungswirtschaft zu treffen. Die Betriebsführer sollen hierdurch noch mehr als bisher für ihre Hauptaufgabe, die Produktion auf einen Höchststand zu bringen, frei gemacht werden. Um dabei sicherzustellen, daß Arbeitskräfte und Materialien bestimmungsgemäß eingesetzt werden, hat der Führer eine Serorbnung zum Schutze der Rüstungswirtschaft erlassen. Wer falsche Angaben über den Bedarf oder den Bestand an Arbeitskräften und über den Bedarf oder die Vorräte an für die Rüstungswirtschaft wichtigen Rohstoffen, Materialien, Erzeugnissen, Maschinen oder Geräten macht und dadurch die Bedarfsdeckung der Rüstungswirtschaft gefährdet, wird mit Zuchthaus, in schweren Fällen mit dem Tode bestraft. Die Strafverfolgung tritt nur auf Verlangen des Reichsministers für Bewaffnung und Munition ein. Für die Aburteilung ift der Volksgerichtshof, wenn der Täter der Wehrmacht angehört, das Reichskriegsgericht zuständig. Wer in der Vergangenheit wegen falscher Angaben dieser Art sich nach anderen Strafbestimmungen strafbar gemacht hat, erlangt Straffreiheit, wenn die falschen Angaben innerhalb von drei Monaten berichtigt werden. Die Straffreiheit tritt nicht ein, wenn bereits eine Anzeige erstattet oder eine Untersuchung eingeleitet worden ist. * Durch den Erlaß wird der Rüstungsindustrie eine erhöhte Selb st Verantwortung übertragen, die zeigt, wie groß das Zutrauen der Staats- führuna in das Pflichtbewußtsein unserer Wirt- schaftsfuhrer ist. Dem Betriebsführer wird das Vertrauen ausgesprochen, daß er ohne Eigennutz und unter vollem Einsatz aller seiner Reserven die ihm gestellten Aufgaben durchführen wird. Diese erhöhte Selbstverantwortung, die nun die Rüstungswirtschaft übernimmt, schafft auch die Möglichkeit zu Einschränkung und Vereinheitlichung des Berichtsund Kontingentswesens, wodurch die Wirtschaft wesentlich entlastet wird. Das Vertrauen, das damit der Wirtschaft ausgesprochen wird, wird sie zu erhöhten Leistungen anspornen. Selbstverständlich muß diese erhöhte Selbstverantwortung dadurch geschützt werden, daß ihr Mißbrauch, der in Anbetracht der Stellung der Rüstungswirtschaft nur in einer Schädigung der Staats- und Volksinteressen bestehen kann, mit den schärfsten Strafen belegt wird. Die Disziplin, die unsere Wirtschaftskreise bisher bewiesen haben, wird die Gewähr dafür geben, daß solche Strafen kaum angewandt zu werden brauchen. Erbitterte Abwehrkämpfe. Berlin, 9.April. (DNB.) Am 8. April kam es im N o r d a b s ch n i t t der Ostfront $u schweren Kämpfen, die durch starke, von zahlreichen Panzern unterstützte feindliche Angriffe ausgelöst wurden. Bei erbitterten Abwehrkämpfen, die den ganzen Tag mit unverminderter Heftigkeit andauerten, wurden durch Panzer und Sturmgeschütze neun feindliche Panzer abgeschossen und der feindlichen Infanterie schwere Verluste zugefügt. Bei anderen bolschewistischen Angriffen wurden weitere fünf feindliche Panzer vernichtet. Südostwärts des Ilmensees unternahmen eingeschlossene Bolschewisten in Stärke von mehreren hundert Mann einen vergeblichen Durchbruchsversuch, bei dem der Gegner etwa 80 Mann, darunter zahlreiche Offiziere und politische Kommissare, verlor. Im mittleren Abschnitt griff der Feind nach star- 4» ker Artillerievorbereitung die Stellungen einer deutschen Division an. Eine feindliche Kräftegruppe, der es gelungen war, einen örtlichen Einbruch zu erzielen, wurde vernichtet. Weitere stärkere Angriffe der Bolschewisten wurden mit blanker Waffe abgewiesen und mehrere Panzer durch Panzerabwehr- fanonen vernichtet. Bei einem Gegenstoß wurden feindliche Bereitstellungen zerschlagen und mehrere befestigte Stützpunkte genommen. In viertägigen harten Kämpfen zerschlug ein verstärktes Infanterie-Regiment bei der Säuberung eines Waldgeländes vier bolschewistische Regimenter und nahm dabei 100 befestigte Stützpunkte. Die Bolschewisten verloren über 1200 Tote, mehr als 200* Gefangene, zwölf Geschütze, 35 Granatwerfer, 80 Maschinengewehre, 1000 Maschinenpistolen und Handfeuerwaffen. Kampfflugzeuge bei Tag und Nacht hafenanlageÄ und eine Ölraffinerie erfolgreich an. 3n der Zeit vom 31.3. bis 8.4. wurden an bei Ostfront 133 feindliche Panzer abg» schossen. 3n Nordafrika scheiterte ein Vorstoß starkes britischer Ausklärungskräfte gegen die Deutsch-Italic nischen Stellungen in der Lyrenaika. Die Luftwaffe setzte ihre Großangriffe gegetl die 3nsel Malta mit stärkster Wirkung fort. FlUK plähe und militärische Anlagen, Versorgungseinrich» jungen sowie feindliche Schisse wurden durch zah» reiche Bombentreffer erneut schwer beschädigt. Bei bewaffneter Aufklärung über dem Kanaß beschädigten deutsche 3äger ein britisches Vorposten, boot durch Bombenwurf. An der englif d)et| Südküste wurde eine Sendeanlage mit gutes Wirkung bombardiert. Britische Bomber griffen in der letzten Nacht einige Städte im norddeutschen Küstengebiet an. Viel feindliche Bomber wurden abgefchossen. Störflügtz einzelner britischer Flugzeuge führten nach Ost- und Süddeutfchland. Das Ritterkreuz. Berlin, 9. April. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz an Hauptmann Mach, Bataillonsführer in einem Infanterieregiment, Hauptmann B o n e r tz, Bataillonsführer in einem Infanterieregiment, Oberst i. G. Schulz, Chef des Generalstabes eines Armeekorps, Oberst Jost, Kommandeur eines Jägerregiments, und Oberleutnant P a u» l u s, Kompanieführer in einer Panzerjägerabteilung. Hauptmann M o ch s umsichtiger Führung ist es zu verdanken, daß alle zahlen- und waffenmäßig weit überlegenen Angriffe im Raum von Orjal unter schwersten Verlusten für die Bolschewisten abgewehrt wurden. — Hauptmann Bonertz hatte entscheidenden Anteil an der Verteidigung einer für die gesamte Abwehrfront wichtigen Schlüsselstellung. Durch seine unermüdliche Aufklärung in vorderster Linie gewann er nach einem Einbruch der Bolschewisten in die deutsche Stellung schnell ein klares Bild, stieß sofort zum Gegenangriff vor und fügte den Bolschewisten schwerste Verluste zu. — Oberst Schulz hat durch sein entschlossenes Handeln in der vordersten Linie des Korpsabschnittes eine bedrohliche Lage überwunden. Vorübergehend war es den zahlenmäßig weit überlegenen Bolschewisten gelungen, mit stärke, ren Kräften in die deutsche Stellung einzubrechen OerRing und die Granatkerne Von Wilhelm von Scholz. In dem Buche von „Tausend-und-ein-Tagen" — das ein späteres Gegenstück zu den „Tausend-und- ein-Nächten" ist — stehen viele schöne Geschichten, aber eine, deren tiefen Schicksalssinn man nicht genug bewundern kann. Diese Erzählung handelt von einem Vezier, der ein Schoßkind des Glückes ist, dem alle Unternehmungen gelingen, der in der höchsten Gunst des Kalifen sich sonnen darf, dadurch eine unwiderstehliche Macht ausübt, verehrt, geliebt, vergöttert wird; der in seinem Harem die schönsten Frauen, in seinem Stall die schnellsten Pferde, die herrlichsten Kamele hat. Der Vezrer steht am tiefen Springbrunnen im Blumenhof eines seiner bewunderten Palmengärten und freut sich am Spiel der Goldfische, der Schleierbarben und Segelflosser, denen er Futter streut, wenn sie aus den Schlingengewächsen und Algen des unsichtbaren Beckengrundes herauftauchen ins Durchschimmerte, Durchsichtige. Da fällt sein etwas zu weiter, kostbarer Ring zugleich mit den Brotkrumen seiner Spende ihm vom Finger. In dem kurzen Augenblick, der mit dem Hinübergleiten des goldenen Reifs über die oberen Gelenke und Glieder des Fingers begann — das der Vezier schon wahrnahm, aber noch nicht anzuhalten fähig war — und mit dem Berühren des Wassers durch den fallenden Ring endete, durchzuckte den Vezier der tolle und unwirkliche Wunsch, der Ring möchte nicht ins Wasser geraten, nicht in Tang und Fäden der Grundgewächse verschwinden. So schnell ist der Gedanke und sein Weg so breit, daß neben einem Gedanken der nächste — wie ein Wettrenner neben dem anderen — mitlaufen, ja den ersten Gedanken selbst überholen kann. Nicht nur der Wunsch der Erhaltung des Ringes hatte sich in dem Vezier gebildet, sondern auch eine unerklärliche Angst, der überhebliche Wunsch könne erfüllt werden. Und diese Angst war rascher am Ziel als der Wunsch. Sie war allein auf dem Platz, als der Ring Den Spiegel berührte und — entsetzlich zu sehen! — auf der hauchzarten Haut des Wassers liegen blieb, ohne unterzusinken. Kaum hatte der Vezier diese unglaubhafte lieber» gipfelung feines sprichwörtlichen Glückes — den Ring auf der Oberfläche des Fischbeckens — gesehen, als er sofort sein Haus bestellte und seinem vertrautesten Diener bedeutete: die Zeit des Glücks sei vor- beüllfine so abenteuerliche Gunst wie dieses Liegen* bleiben des kostbaren Ringes auf dem Wasser gewähre das Glück nur, wenn es schon im Begriff sei, sich abzuwenden. Er hatte sich nicht geirrt. Die Häscher, die ihn gefangen setzten und seine Schätze beschlagnahmten, pochten eben ans Tor. Neidlingen war es gelungen, dem Vezier die Gunst des Kalifen zu entwenden und den bisher gnädigen Herrn haß- und zornerfüllt gegen feinen obersten Diener zu stimmen, für den nun Jahre elender und trostloser Gefangenschaft anbrachen. Er ward im Kerker wie ein gemeiner Verbrecher gehalten, durfte mit niemandem sprechen, keine Bücher lesen, täglich kaum einige Schritte in dem eng ummauerten Hose gehen. Seine Nahrung war die denkbar schlechteste. Ohne zu klagen, ertrug der Vezier sein Unglück, wie er auch ohne llebermut, eher manchmal erschreckt, sein Glück hingenommen hatte. Und der Gedanke, der seinen Geist mehr peinigte als seinen Leib das Fehlen jeder Behaglichkeit, jeder guten Nahrung, war nur immer wieder: ob er sein Glück nicht selbst weise hätte dämpfen oder gar zerbrechen müssen, um so tiefen Sturz aufzuhalten, statt es mit dem törichten Wunsch, den Ring zu bewahren, überteuernd) zu überfrönen. Eines Tages — nach Jahren des Gefangenseins — schien ihm eine kleine Gunst zu lächeln, daß der Vezier aufmerksam ward; der Wächter brachte ihm ein Schüsselchen Granatkerne, die des Veziers Lieblingsspeise waren und die er nicht mehr gesehen, geschweige denn gegessen hatte seit jenem Tage, an dem ihm der Ring vom Finger glitt. Als die Granatkerne vor ihm standen, sann der Vezier einen Augenblick seinem Geschick nach und fand: es würde nun lange so bleiben, da es, gewohnt geworden, sich bessere — und sieht plötzlich, wie eine Maus über den Tisch läuft und feiste Granatkerne frißt! Da lacht sein Auge, er weiß: vorüber ist die Zeit seines Unglücks! Wie einst die Gunst des Geschickes, hat es sich übersteigert, indem es ihm die erste Freude zerbricht, die ihm seit Jahren geworden. Er hat kaum Zeit, in Erleichterung aufzuatmen, als schon die Boten des Kalifen, der fein Unrecht und die neidische Verleumdung von damals erkannt hat, eintreten und den Vezier in all seinen Besitz, feine Macht, seinen Einfluß zurückführen. — Immer wieder erfüllt mich diese kleine Geschichte mit staunender Bewunderung. Sie zieht den Leser so in ihre Gewalt, daß er zumindest, so lange er lieft, glaubt: hier ift ein Wesenszug des Schicksals richtig gedeutet. Aber wenn das der Fall ist, was vielleicht wirklich fein muß: wo ist der Vezier, diesen Zug in einem anderen Schicksal hellsichtig zu erkennen, zu wissen, was dem Ring gleicht, der auf der Haut des Wassers liegen bleibt, was den Granatkernen, welche die Maus frißt? Und werden wir nicht, wenn wir die Rolle des schicksalkundigen Veziers spielen sollen, von unserem steten Hoffen und Streben irregeleitet, oft glauben, ein Ungemach, das uns begegnete, entspreche den Granatkernen — und fast nie uns eingestehen, dies oder jenes Glück könne den tragischen Sinn des goldenen Reifs haben, der nicht unterfinkt? Und doch kann uns diese alte Fabel eine große und tiefe Anregung für unser eigenes Leben geben. Sie kann uns lehren, auf unser Schicksal wie auf ein fremdes zu achten, es nicht nur egoistisch mit Furcht und Hoffnung anzusehen, sondern mit Erkenntnistrieb als eben das eine Schicksal, das uns genauer gezeigt wjrd als alle anderen. Es gibt nichts innerlich Befreienderes, Erlösenderes als so — fremd und doch erkennend — das eigene Leben zu betrachten und zu erforschen. Wenn wir auch keine Regeln Darauf abzuleiten lernen wie Der kluge Vezier, vielleicht können wir so — nur so! — einen Sinn Darin finDen. Sinn in einem Leben aber hilft unD tröstet über manches hinweg. Neues über Heinrich von Kleist. Das Jahrbuch Der Kleist-Gesellschaft für 1938, das durch mancherlei Umstände erst jetzt erscheinen kann, bringt einen Auszug aus- dem Reisetagebuch Der Freifrau ADolphine von Werbeck im Sommer 1803. Die Schreiberin ist eine Tochter Des Generalmajors C. C. F. v o n K l i tz i n g auf Schor- bus und die Urenkelin des Baumeisters I. von Bode, des Erbauers des Berliner Zeughauses. Adolphine von Werbeck (1772 bis 1844) muß im Leben Kleists eine nicht unbedeutende Rolle gespielt haben, lieber ihre Reise von Potsdam nach Dessäu, Weimar, Eisenach, Frankfurt, Darmstadt, Heidelberg in die Schweiz berichtet sie viel Interessantes. In Meiringen trifft sie Kleist, den sie seit Anfang der 90er Jahre kannte. Was sie über Kleist berichtet, ist durchweg unfreundlich, er wird „unschlüssig", „launisch", „mit sich selbst beschäftigt" genannt, von „Robert Guiskard", defsen Titel sie völlig verdreht, spricht sie als von seinem „Peststück". Ein wirkliches Interesse an Kleists Schaffen hat sie nicht. Leider ift von diesem Tagebuch der 2. Teil, der die bestimmt wichtigeren Nachrichten über den Pariser Aufenthalt und das Zusammentreffen mit dem Dichter enthält, feit 1904 verschollen. Wie irnineH wenn neue Materialien zur Kenntnis Kleists auf- tauchen, steht die Kleist-Forschung auch hier sogleich wieder vor neuen Nätsekn. Alfred Kudin. Am 10. April vollendet Alfred Kubin, einer de- phantasiereichsten und fruchtbarsten Zeichner bet Gegenwart, sein 65. Lebensjahr. Ein Künstler, betf sich niemals zu einer „Schule" oder zu einem Stil bekannt hat, es sei Denn zu seinem persönlichen, Detf stets seine eigenen Wege gegangen ist, seit er oof etwa 40 Jahren Die Münchner Akademie verließ. Schon als Knabe war er ein unermüdlicher Zeichner» seine Blätter wimmelten von grotesken und schrecklichen Tieren, seine phantastischen Landschaften waren von Ungewittern belebt, Der ganze fpätera Kubin ist schon in Diesen kinDlichen Visionen enthalten. Im Frühling 1898 trat Die entscheiDend- WenDung in seinem Leben ein: in Der Alten Pinakothek in München sah er zum erstenmal mit Bewußtsein große Kunstwerke, und ein Sturz von Visionen überkam Den jungen Künstler. Als Erster veröffentlichte Hans von Weber ein Manuskript mit Zeichnungen, und Avenarius wies int „Kunstwort" auf Den eigenartigen „Traumkünstler" hin. Kubin unternahm Reisen nach Frankreich, Italien und Dem Balkan. Zurückgekehrt kaufte er Den LanDsitz Zwick* lebt in Oberösterreich, wo er noch heute lebt. Hier sinD Die Werke Der letzten Jahrzehnte entftanben. Die Illustrationen zu Poe, Strindberg, AnDersen, zu Arnim, Hauff, Hoffmann unD zu neueren Dichtern, wie Hauptmann, Hofmannsthal, Bierbaum, FrieDrich Huch, nicht zuletzt Die Mappen und Bücher, in Denen Der Künstler ganz frei gestaltete. Erstaunlich ist Das unerschöpfliche Strömen seiner Phantasie. Wie wenige Künstler beherrscht Kubin auch die Dichterische Sprache. Sein phantastischer Roman „Die anDere Seite" gibt Einblick in Die reiche Begabung Des Künstlers. 1926 erschien unter Dem Titel „Dämonen unD Nachtgesichte" seine Selbstbiographie. Sein letztes Werk (1939) „Vom Schreibtisch eines Zeichners" gibt einen Rückblick über fein eigenes Schaffen. Di- Eigenart Kubins, Der als Zeichner ebenso Märchen- Dichter wie LanDschaftspoet ift, ein in Diesem «Sinn® durchaus Deutscher Künstler, ist Die Schwarzweiß- tunft. Sie entspricht am besten feinem Hang zum Traumhaften unD Visionären. Er sieht Die Eigenart der Dinge nicht in fester Form, sondern nn Grenzen- lösen und Phantastischen. und bis zu einer großen Ortschaft im mittleren Abschnitt der Ostfront vorzustohen, die für die Verteidigung von größter Bedeutung war. Oberst Schulz übernahm die Führung einer Kompanie. Durch das tapfere Vorbild des Generalstabsoffiziers angespornt, warfen die deutschen Infanteristen den Feind. — Oberst I o st erstürmte, trotz eigener Verwundung in vorderster Linie führend, im Nachtangriff eine von den Bolschewisten zäh verteidigte Ortschaft, nachdem er in schweren Waldkämpfen die feindlichen Stellungen durchbrochen hatte, wodurch eine wichtige bolschewistische Marsch- und Versorgungsstraße gesperrt und eine besonders günstige Ausgangsstellung für die weitere schnelle Durchführung der Kampfhandlungen geschaffen wurde. — Oberleutnant Paulus vernichtete, als Mitte März im Raum von Juchnow Sowjetpanzer in die deutsche Stellung eingebrochen waren, durch geballte Ladungen drei Panzer. Seine Tat brachte den schwer bedrängten Infanteristen Entlastung, so daß die Bolschewisten zurückgeworfen werden konnten. Kleine politische Nachrichten. Zum Gedenktag von Narvik hat der Führer der Zerstörer, Kapitän zur See Bay, an den General der Gebirgstruppen Dietl ein Telegramm geschickt, in dem er der ruhmreichen Narvikfahrt unter Führung des unvergeßlichen Kommodore B o n t e gedenkt, der mit seinen Zerstörern den General Dietl und die 3. Gebirgs-Division nach Norden brachte. General Dietl antwortete in treuer Verbundenheit mit den tapferen Zerstörerbesatzun- gen. * Die britische Admiralität gibt bekannt, daß das Unterseeboot „T e m p e st" überfällig ist und als verloren betrachtet werden muß. * Die italienischen Transportflugzeuge haben seit dem Kriegseintritt Italiens zwischen Italien und Libyen 5600 Flüge durchgeführt. In 34 000 Flugstunden wurden zehn Millionen Kilometer zurück-' gelegt und 10 000 Mann, 7 300 000 Kilogramm Material sowie 1 300 000 Kilogramm Feldpost befördert. * Das aus Freiwilligen aller deutschen Gaue zusammengesetzte J.-R. „Großdeutschland" hat, obwohl es während der letzten Monate fast stets im Brennpunkt der Kämpfe an der Ostfront eingesetzt war und während des größten Teiles dieser Zeit heftige Angriffe abzuwehren hatte, für das K.-WHW. 85 650 RM. gesammelt. * Der Besuch des amerikanischen Generalstabschefs, General Marshall, in London wird nur von kurzer Dauer sein. General Marshall wird vor seiner Rückreise den amerikanischen Truppen in , Nordirland einen Besuch abstatten. Für den Aufenthalt des persönlichen Vertreters von Roosevelt, Harry Hopkins, in England sind mehrere Wochen vorgesehen. In Habana auf Kuba veranstalteten mehrere tausend Arbeiter und Unternehmer der Tabakplantagen eine Kundgebung vor dem Präsidentenpalast. Sie forderten die Wiedereröffnung der Ausfuhr nach den europäischen Ländern. * Der russische Großfürst Dimitri Pawlowitsch, ein Vetter des Zaren Nikolaus, ist in seinem Exil in Davos gestorben. Der Großfürst war an der Ermordung Rasputins im Jahre 1916 beteiligt. Er steuerte den Kraftwagen, in dem die Leiche Rasputins zur Newa-Brücke gefahren wurde, von wo aus man sie in den Fluß warf. Kunst und Wissenschaft. „Der tolle Markgraf", eine neue Operette. Im Hildesheimer Stadttheater sahen sich Johannes Müller und Oskar Felix als Autoren der Operette „Der tolle Markgraf" herzlich geehrt. Es ist ein Werk, in dem mit dem Versuch der Ent- schematisierung der Operette auch bühnensicheres Können verbunden ist. Reizende Grundlage dazu bot die Anekdote von dem Markgrafen Carl Wilhelm von Baden-Durlach, der seine vielen Gärtnerinnen mit einem Liebesverbot zügeln will und sie wie Soldaten hält. Eine reiche melodische Phantasie verbindet sich mit profilierter Rhythmik, kunstvoller, doch immer leicht bleibender Harmonik und reizvoller Instrumentation. In allem atmet das technisch recht anspruchsvolle Werk Opernlust, wobei es doch echte Operette bleibt. Heinz Hakemeyer. Auslandsreisen Gertruds Pihingers. Die auch in Gießen durch mehrere Konzerte bekanntgewordene bedeutende Altistin Gertrude Pitzinger befindet sich auf ihrer zweiten diesjährigen Konzertreise in Holland, wo sie von dem Komponisten Egon Korn auth begleitet wird. Anschließend wird sie Konzerte in Italien geben. Aus 6er Stadt Gießen. Heilschatz in deutscher Erde. Die Verwendung von Kräutern zu Heilzwecken ist uralt. Sie wurde in frühester Zeit hauptsächlich in den Klöstern durchgeführt, vermutlich deshalb, weil das Studium griechischer und römischer Schriftsteller, in deren Werken sich zuverlässige Darstellungen befanden, am ehesten diesen Leuten zugänglich war. Die älteste illustrierte Handschrift des Altertums ist ein Kräuterbuch „Dioskurides". Es wurde für eine reiche Römerin im Jahre 379 n. Ehr. abgeschrieben und mit 600 Pflanzenb'ildern ausgeschmückt. Das Werk befindet sich heute in der Wiener Hofbibliothek. Das amtliche deutsche Arzneibuch hat auch eine große Anzahl heimischer Kräuter in seinen Arzneischatz übernommen, und man bekennt sich in der heutigen Zeit immer mehr zu dem ungeheuren Schatz, den unsere deutsche Erde an Heilkräutern hervorbringt. Diese Erkenntnis hat bereits eine breite Wirkung auf weite Volks kreise gewonnen. Allerdings wird man sich von bereits vielfach beobachteten Ueber- treibungen fernhalten müssen, damit Heilkraft nicht wieder zu „Wundern" und „Zauberwirkungen" gesteigert wird, wie sich dies bei bestimmten Kräutern in der Ueberlieferung ländlicher Volks'kreise Verdunkelungszelt: 10. April von 21.11 bis 6.05 Uhr. feststellen läßt. Die Ursachen dazu liegen im Kultischen und sind meist unschwer aufzudecken. Das Wissen hiervon aber schwand mit dem Wandel auf diesem Gebiete. Erinnert sei hier nur an die Rolle, die Heilpflanzen wie z. B. Dorant, Dost, Baldrian, Allermannsharnisch, Johanniskraut, Farrensamen und die sagenhafte Springwurzel im Volksmund spielen. So sehr es erwünscht ist, die Kenntnis von der Heilwirkung unserer deutschen Pftanzen in die breitesten Volksschichten zu tragen, so unerwünscht ist es, wenn man daraus schließen wollte, daß dadurch das Fachwissen von Arzt und Apotheker auch nur im geringsten beeinträchtigt werden könnte. Das hat aber mit dem kleinen Vorrat an Heilkräutern nichts zu tun, den jede Hausfrau sich nach ihren Kenntnissen und Erfahrungen für den Fall leichterer Erkrankungen halten sollte. In der Großstadt kann sie diesen am besten beim Drogisten erhalten, aber wenn sie ein Gärtchen hat und gar auf dem Lande wohnt, dann sollte sie niemals versäumen, nach Anweisungen einen eigenen Heilkräuter-Garten anzulegen. Wesenllich ist dabei, daß 'bie Wirksamkeit der Droge nicht durch unsachgemäße Behandlung und Ueberalterung beeinträchtigt oder aufgehoben wird. o Was kann ein solches Schatzkästlein der Hausfrau bieten? Fangen wir mit der „Weißen Nessel" an. Das Kraut gibt einen Blutreinigungstee, der ausgepreßte Saft der Früchte gilt in manchen Gegenden als Volksmittel gegen Brustbeschwerden. Ausgekochte Blätter werden zum Haarwäschen gegen Haarausfall benutzt und dienen Frühjahrskuren, weil man ihnen blutbildende und reinigende Wirkungen zuspricht. Die Zweige des „Heilkrautes" haben eine auflösende Wirkung gegen Steinbeschwer- üen. Ausgekochte Blüten helfen gegen Leibschmerzen, und der Saft der Blätter soll bei Augenschwäche heilsam sein. Auch die „Hauhechel" dient mit ihren Wurzel stücken Heilzwecken. Die Blätter des „Breitwegerich" bedeuten eine Linderung bei Wundschmer- zen durch ihre Kühlwirkung. Das „Lungenkraut" spendet seine Blätter und Blüten für heilsame Tees, hauptsächlich bei Erkältungen. Auch das blühende Kraut des „Gundermann" sowie die „Schlehenblüten", Blätter und Kraut des „Odermennig" und Blüten unb Kraut des Johanniskraut", „Ehrenpreis", das Kraut des „Augentrost" und des „Gänsefingerkraut" liefern aromatische und heilsame Tees. Wie kräftigend der Saft der „Schlehenfrucht" ist, wird wohl vielfach bekannt sein, desgleichen die Früchte des „Wacholder". Die früher in jeder Küche verwendeten Wacholderbeeren find dort leider seltener geworden. Gern benutzt man sie zum Würzen des Sauerkrautes. Die Früchte haben als harntreibendes und magenstärkendes Mittel nie ihre Bedeutung verloren und sollten wieder im gleichen Umfange Verwendung finden wie ehedem. Auch soll hier die „Rotkleeblüte" genannt werden, deren Blütenköpfe ebenfalls einen Heiltee geben. Das „Tausendgüldenkraut" (Fieberkraut) ist geruchlos, hat einen bitteren Geschmack und wirkt auflösend. Es wird gern bei Verdauungsschwäche, Stockungen im Unterleib, Wechselfieber und bei Behandlung von Geschwüren benutzt. Der „Fingerhut" (Digitalis) ist zwar stark giftig, wirkt aber im Aufguß schmerzstillend und zerteilend. Er ist ein bewährtes Mittel gegen hohes Fieber und starke Herzbeschwerden, Lungenentzündung, Tuberkulose u. ä. Die „Toll- Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp 1. Fortsetzung. . (Nachdruck verboten.) Das war stets eine der unangenehmsten Fragen für Krähe. Obwohl er bei der Bearbeitung von Verbrechen und am Tatort oft die besten und richtigsten Schlüsse zog, ohne es zu wissen, konnte er niemals antworten, wenn es sich darum handelte, aus irgendeiner Tatsache einen ganz bestimmten Schluß abzuleiten. Er folgerte entweder instinktiv oder gar nicht. „Was ich daraus — hm", sagte er „er ist ein Ausländer." , . „Und Sie, Neubauer?" wandte sich der Krinu- nalrat an den Assistenten. „Er wollte den Ort verschleiern." Der Assistent war auf diese Antwort besonders stolz, weil er glaubte, damit den alten Krähe ausgestochen zu haben. „Sehr schön", lachte Wenig, „als Ausländer sieht er in Stendal oft genug das Wort Stendal, auf dem Bahnhof, auf den Ansichtskarten, im Hotel, bei den Behörden, daß er es nicht einfach falsch zu schreiben braucht. Und wenn er den Ort verschleiern wollte, weshalb gab er dann den Brief in Stendal auf?" Die beiden sahen ziemlich hilflos aus. „Was raten Sie denn?" sagte jetzt Krähe, und der Kriminalxat empfand lächelnd die ganze Unverschämtheit dieser Frage. „Neubauer, nehmen Sie den Brief und fahren Sie sofort nach Dahlem zum Dr. Kropp. Sagen Sie ihm, der Kriminalrat rate, daß das eine Geheimschrift ist, die er möglichst heute noch entziffern soll, weil die Sache eilig ist —" „Wieso eilig?" fragte Krähe. „Weil der Mann auf dem Umschlag oben links das Wort „Eilt!" geschrieben hat. Also los, Neubauer, in anderthalb Stunden können Sie wieder hier sein." Der Assistent holte seinen Hut und verließ, ohne ein Wort zu sagen, das Zimmer. „Nee, Herr Kriminalrat", sagte jetzt der Alte, „das ist keine Geheimschrift. Die kenne ich. Die bestehen aus Kreuzeln und Strichen und Punkten, aber so sieht eine Geheimschrift nicht aus. Das lasse ich mir nicht nehmen: der Brief ist von einem Dofkopp." Der Kriminalrat war aufgestanden, um sich ein Aktenstück zu holen. Dabei trat er zu Krähe, legte ihm die Hand auf den Arm und sagte vertraulich: „Wie lange sind Sie eigentlich im Dienst, Krähe?" „Dreißig Jahre. Warum?" „Nun, da haben Sie noch viel Zeit, um zu lernen. Den Brief haben Sie nicht richtig angesehen, das ist es. Sie sollten noch einmal zum Kursus geschickt werden. Wieso haben Sie eigentlich die Sekretärsprüfung bestanden?" Krähe merkte, daß der Kriminalrat ihn ein wenig ärgern wollte. Aber er ließ sich grundsätzlich nicht ärgern. „Hetze", lachte er, „bas ist doch nicht Ihr Ernst, Herr Kommissar." „Natürlich nicht, Krähe. Sie sind mitunter ganz tüchtig, aber in solchen Dingen versagen Sie. Sie holen aus einem Knopf und aus einem Fingerabdruck eine ganze Kriminalgeschichte heraus, aber bei Schriftstücken und Briefen sind Sie nicht zu gebrauchen. Da waren doch viele Fehler in dem Briefe, nicht wahr? Sehen Sie, wenn ein Mann einen orthographischen Fehler macht, so wird er ihn immer wieder wiederholen. Das hat der Brief- schroiber aber nicht getan. Manchmal schrieb er „Sie" mit i, manchmal mit ie, einmal Koffer mit zwei f, dann wieder mit einem f. Daraus geht hervpr, daß es künstliche Fehler waren, und die haben immer eine Bedeutung. Und warum schreibt er „Eilt!" auf den Umschlag? So wichtig ist doch der Inhalt nicht, sollte ich meinen. Nein, lieber Die neue Wochenschau Ueberall, wo es gilt, den Feind zu schlagen, beweisen unsere Solaoten Tag für Tag iyr kämpferisches Heldentum. Das zeigt erneut mit Eindringlichkeit ein packender Bildbericht in der neuen Wochenschau. Ein deutscher Handelsstörer operiert im Indischen Ozean und macht Jagd.auf britische Handelsschiffe. Kaum hat er einen Briten gesichtet, da feuert er ihm auch schon einen Schuß vor den Bug und bringt ihn zum stoppen. Ein bewaffneter Han- delsdampfer ist es, dessen Ladung aus Waffen und Munition besteht. Nachdem die Mannschaft in die Rettungsboote gegangen ist, wird das Schiff gesprengt, und gurgelnd sinkt es in die Tiefe. Das gleiche Schicksal ereilt einen zweiten Engländer, der noch den vergeblichen Versuch unternahm, sich durch schleunige Flucht zu retten. Unter einem Geschoßhagel geht er in Flammen auf und verschwindet nach kurzer Zeit unter der Meeresoberfläche. Im übrigen vermittelt uns die neue Wochenschau eine Reihe interessanter Aufnahmen vom „Tag der Wehrmacht", läßt uns einen Blick in ein deutsches Flugzeugwerk tun, wo Tausende von Händen an der Schaffung neuer Kampfflugzeuge arbeiten, und bringt erschütternde Bilder von den Zerstörungen in Lübeck, die für alle Zeiten Dokumente der britischen Schande und Barbarei bleiben werden. In einem Ausschnitt sehen wir dann die Säuberungsaktionen im Morgengrauen des 28. März nach dem mißglückten britischen Landungsversuch von St. Na- zaire, und schließlich taucht wieder die Ostfront vor unseren Augen auf. Unerbittlich und zäh gehen die Kämpfe an allen Abschnitten weiter, doch überall behauptet der deutsche Soldat das Feld. Vom Atlantik bis zum Indischen Ozean, zu Lande und in der Luft wird der Feind geschlagen, wo immer das deutsche Schwert ihn trifft! K. F. kirsche" ist ebenfalls stark giftig. Ihre glänzend schwarzen Beeren liefern einen süßlichen Saft. Wurzel und Blätter besitzen eine narkotische Wirkung. In geringen Mengen (Belladonna) findet sie bei Nervenstörungen, Lähmungen, Geschwülsten, Gicht, Neuralgie, Wassersucht und als Schutzmittel gegen Ansteckung bei Scharlach Anwendung. Auch der „Ginster" sei hier als stärkendes Arzneimittel gegen Blut- und Schleimflüsse, Ruhr und Geschwüre genannt. Der Saft der „Himbeere" bringt den Fieberkranken Kühlung und Erleichterung. Die Blätter geben einen angenehm schmeckenden Tee, der zusammenziehend wirkt und daher bei Durchfall gern Anwendung findet. „Salbei" ist nicht nur ein Gewürzkraut, sondern bedeutet mit seinem aromatischen und bitteren Geschmack ein bekanntes Heilmittel gegen hohes Fieber und Schweißausbrüche (besonders bei Schwindsucht). Aeußerlich dient er als Gurgelwasser, bei Schlaffheit der Schleimhäute des Mundes und Rachens, und gegen schwammiges Zahnfleisch. Zu den Bestrebungen der Deutschen Arbeitsfront gehört es heute, den Anbau wichtiger deutscher Heilkräuter in Stadt und Land zu heben und damit die deutsche Erde der Volksgesundheit auch in dieser Hinsicht nutzbar zu machen. Die letzte diesicihrige Reichsstraßensammlung des Kriegs - WHW. am morgigen Samstag und am Sonntag wird jedem Volksgenossen in Form von Abzeichen unsere wichtigsten deutschen Heilkräuter vorführen. Oie Heilkräutersammlung. Jrn Kreise Wetterau, der vergangenes Jahr mit dem Ergebnis der Heilkräutersammlung wieder mit an der Spitze des Gaues Hessen-Nassau marschierte, nimmt die Heilkräuterernte dieses Jahr mit dem Sammeln der Frühjahrsblüten nun ihren Anfang. Den Auftakt bildet das Einbringen der gelben Blütenköpfchen des Huflattichs, die in größten Mengen von allen Sammeleinheiten zu sammeln sind. Da bei der späten Blütezeit der genannten Heilpflanze in diesem Jahre mit einem raschen Abblühen zu rechnen ist, sollte jetzt jeder Tag für die Bergung der kostbaren Droge genutzt werden. Die Blätter des Huflattichs, die sich noch nicht entwickelt haben, werden später gesammelt. Bühneufchau deutscher Leibesübung. Am kommenden Sonntag findet im Bad-Nau- heimer Kurhause unter dem Leitwort „Sport ist frohes Leben" eine große Bühnenschau deutscher Leibesübung statt. Es handelt sich um eine große Werbeoeranstaltung des Sportgaues Hessen-Nassau, dessen neugebildete Gauvorführungsgruppe, die unter Leitung von Gauamtmann Martin Gebhardt steht, dabei erstmals öffentlich auftreten wird. Turner, Turnerinnen, Fechter, Boxer, Ringer, Radfahrer, Rollschuhläufer u. a., zusammen 90 Mitwirkende aus den ersten Kräften unseres Heimatgaues, werden eine Vorführungsfolge seltener Art bestreiten und allen Besuchern zwei genußreiche Stunden bereiten. In der Reihe der Spitzenturner des Gaues steht auch Ludwig Herbert vom Tv. 1846 Gießen. Die Namen Casimir und E i s e n e ck e r bei den Fechtern bedeuten ein Programm. Im Rollschuhlausen wird die deutsche Meisterin Alexa Horn und das Meisterpaar Müller-Fis ch- l e_i n am Start, sein. Die Veranstaltung wird den NSRL.-Vereinen mannigfache Anregung für ihre Arbeit geben. * ** Beförderungen bet der Wehrmacht. Zum Oberst befördert wurde der Oberstleutnant Freiherr von Kittlitz, wohnhaft in Gießen-Wieseck, ein in Gießen und bei allen 116ern bekannter Offizier. — Zum Major befördert wurde der aus Garbenteich bei Gießen stammende Hauptmann d. R. Friedrich Seng, der in seinem Heimatorte und dessen Umgebung weit bekannt ift Major Seng hatte als Unteroffizier und später als Feldwebel den ersten Weltkrieg mitgemacht und war nach dem Kriege bei einem Versicherungsamt im Rheinland in die Beamtenlaufbahn übergetreten. ** „B e i den deutschen Kolonisten in S ü d a m e r i k a." Der Dichter Siegfried o. Vege - s a ck wird am Sonntag, 12. April, auf Einladung der im Gießener Dortragsring zusammengeschlosse- nen Kulturverbände einen Lichtbildervortrag über das Thema „Bei den deutschen Kolonisten in Südamerika" halten. Er wird dabei zahlreiche Lichtbilder zeigen. Diamantene Hochzeit. LPD. Alsfeld, 9. April. In der Kreisgemeinde Schwabenrod begingen am 9.April die Eheleute Landwirt Heinrich Schrön und Frau das seltene Fest des 60jährigen Ehestandes. Der Jubilar ist 86, seine Frau 78 Jahre alt. Schwerer LluglückssallimSchlachthauS <£ Bad-Nauheim, 9.April. Im Schlachthaus der in ganz Oberhessen bekannten Großmetzgerei von Hch. U e b e l e ereignete sich gestern nachmittag ein tragischer Unglücksfall. Der Schwiegersohn des Besitzers, Metzgermeister A n t o n Ieckel, der am Tage des Unfalles sein 43. Lebensjahr, vollendete, war damit beschäftigt, einen Schießapparat, dessen Schuß sich nicht gelöst hatte, nachzusehen. Während der Instandsetzung löste sich plötzlich der Schuß. Anton Jeckel erlitt dabei schwerste innere Verletzungen, an denen er noch am gleichen Tage im Friedberger Krankenhaus verstarb. Beim Holzfällen tödlich verunglückt. * Naunheim (Kreis Wetzlar), 9. April. Bei Holzfällungsarbeiten in unserem Gemeindewald ereignete sich ein s chw erer Unglücksfa11. Der 62 Jahre alte Ludwig Neeb VII., der sich, obwohl er Invalide ist, bei dieser schweren Arbeit nützlich machte, wurde von einem A st s o schwer getroffen, daß der Tod des bedauernswerten Mannes auf der Stelle eintrat. Landkreis Gießen. * Muschenheim, 10. April. Der 19 Jahre alte Otto Becker von hier verunglückte am gestrigen Donnerstag auf seiner Arbeitsstätte in Trais-Horloff dadurch schwer, daß er unter einen Feldbahnwagen fiel, der ihm ein Bein abfuhr. Der bedauernswerte junge Mann wurde vom Roten Kreuz in Gießen der Chirurgischen Klinik zugeführt. ist wirklich ideal, es gibt dem Kuchen, auch wenn er mit dunklem Mehl gebacken ist, ein appetitliches Aussehen und feinsten Vanillegeschmack JbiMUvt J&ackfein ul das unbedingt zuverlässige Backpulver Krähe, da steckt etwas dahinter, und das soll uns Dr. Kropp sagen." Krähe schüttelte den Kopf, ging an seinen Schreibtisch und brummte: „Nicht für eine Million möchte ich Schriftsachverständiger sein. Ich würde verrückt werden, wenn ich mich länger als fünf Minuten mit so einem Brief abgeben müßte." * Das Eispalast-Variete, eine der größten Variete- bühnen im Westen der Reichshauptstadt, rüstete für die beginnende Herbstsaison am 1. September. Die Voranzeigen waren vielversprechend: da war Ras Tasi, der Fakir mit seinen hypnotisierten Krokodilen und Schlangen, Ben Buff, der Jnstrumental- komiker, die Carey-Sisters, tanzende und steppende Amerikanerinnen, vor allem aber Karlchen Emminger, der süddeutsche Humorist, Michel Goring-Mc. Kurry, die beiden berühmten Illusionisten, und Harro, der Gentleman auf dem Drahtseil. Klein und unbedeutend und kaum erwähnt nahm sich dagegen die Nummer der „3 Willis" aus, eine zusammengesetzte Akrobatik- und Musikal-Clown-Nummer. Die 3 Willis waren vor Jahren einmal eine Spitzennummer gewesen; das war damals, als der Kapitän noch Joseph Lanos war und die rassige Irene Norodna als Partnerin auftrat. Aber fett Lanos und die Norodna aus der Truppe ausgeschieden waren, gelang es den übrigbleibenden drei 'Mitgliedern der Truppe nur schwer, wieder ein Engagement zu finden, und sie mußten auf zweit- unb drittklassigen Bühnen auftreten. Nur durch eifriges Training war es ihnen gelungen, wieder so weit zu kommen, daß sie wieder bei einer führenden Bühne auftreten konnten. Am 1. September waren sie im Eispalast verpflichtet, und zwar als erste Nummer der Spielfolge. Eberhard Willis, der jetzige. Kapitän der Truppe, wußte recht gut, daß sie ihr Engagement nur dem Umstand verdankten, daß Ilona Harvey, die ungarische Spitzentänzerin, erkrankte. So rückten die Japaner mit ihrem Jonglierakt an die zweite Stelle und die erste Nummer erhielten die 3 Willis als Lückenbüßer. — Am Abend desselben Tages, da der Kriminalrat Wenig vom Polizeipräsidium Berlin jenen un- orthographisch geschriebenen Brief erhielt, saßen die drei Willis auf dem Dachgarten des Imperial- Hotels. Durch das große Glasdach kam ein gedämpftes Licht herein, hier und da brannten bereits die Tischlampen, und zwischen dichten und hohen Palmenbüschen saßen die Gäste in eleganten Korbsesseln. Dicke Matten und Teppiche verschlangen jedes Geräusch, man hörte nur die leise Unterhaltung, das Klirren der Tassen unb Lössel, wenn die Kellner servierten oder abräumten und ganz gedämpft die Musik der Kapelle. Die Schritte der Paare auf der kleinen Tanzfläche gaben ein rhythmisches Geräusch, das Eberhard Willis, der Kapitän der Truppe, besonders liebte. Er war vielleicht fein besonders guter Akrobat, sondern konnte sich die nötige akrobatische Fertigkeit nur durch stete Hebungen und zähe Energie anlernen, aber musikalisch besaß er ein feines Empfinden, und die Verbindung zwischen den akrobatischen Kunststücken und den klopfenden und schleifenden Geräuschen, die diese auslösten, und den Klängen der Kapelle hatte er stets ganz besonders gepflegt. Sein Musikal-Clown-Akt war deswegen berühmt gewesen, weil vom Beginn des Auftritts an jede Bewegung, jedes Geräusch der Truppe und ihrer Instrumente auf die Takte der begleitenden Kapelle abgestimmt war. Er wußte, daß Musik nicht unbedingt von Instrumenten herrühren mußte. Auch das leise stapfende Schleifen des Stepschrittes, der Laufschritt eines Menschen, Bewegungen, welche leise Geräusche auslösten, alles das gehörte mit zur Musik, die seine Akte so fesselnd machten und den Eindruck einer alles beherrschenden taktmäßigen Rhythmik hinterließen. (Fortsetzung folgt.) (Christi Mardajn) artet auch Orchester-Konzert des Gießener Konzertrings SVIahreMarine-Kameradschast Gießen Deutscher Manne-Vereine angehörte, wurden in den ganzen Jahren des Bestehens unter großer Beteiligung eifrig die Bundestage in den verschiedenen 'Städten des Reiches besucht. Im Jahre 1926 stellte der Marine-Verein eine Jugendgruppe zusammen, in der junge Menschen seemännisch ausgebildet wurden. Uniformen wurden beschafft, und gar manchem Gießener wird die Äugendgruppe noch in Erinnerung sein. An der Lahn in der Nähe der Margarethenhutte wurde eine Bootshalle errichtet und unter tatkräftiger Mitarbeit aller Kameraden drei Boote gebaut. Gelegentlich des 35. Stiftungsfestes erfolgte die Einweihung der Halle und die Bootstaufe. Von diesem Tage an war das Leben innerhalb des Marinevereins mit reZer Erziehungsarbeit ausgefüllt, und der größte Teil der in der Jugendgruppe befindlichen fangen Menschen meldete sich zum freiwilligen Eintritt bei der Kriegsmarine. Während dieser Zeit wurde aktive Verbindung mit der Kriegsmarine unterhalten. Die Jugendgruppe des Marineoereins beteiligte sich in der damaligen Zeit an vielen Wettbewerben gleichgesinnter Vereine und Organisationen und manchen Erfolg brachte sie nach Hause. Im Laufe der Zeit stellte sich jedoch heraus, daß der Platz dort an der Lahn nicht mehr ganz geeignet war, auch wurde der Wunsch nach eigenem Grund und Boden laut. Nach Ueberwindung mannigfacher Schwierigkeiten gelang es der damaligen Dereinsführung, Gelände an der Lahn, auf dem sich eine Eishalle befand, zu erwerben. Durch Umbau dieser Halle wurde das heutige Heim der Kameradschaft unter tatkräftiger Mitarbeit aller Kameraden geschaffen. Auf diesem Gelände wurde auch eine würdige Gedenkstätte für die im Kriege verbliebenen Marinekameraden errichtet. Weiteres Ausbildungsmaterial wurde zum Teil von der Kriegsmarine zur Verfügung gestellt, und unter der Leitung der alten Marinekameraden ging auch hier der Ausbildungsdienst lebhaft weiter. tengedanken. Die einzelnen Entwicklungserscheinun- gen gliederte er mit Nachgiebigkeit im Tempo wie mit dynamischen Abstufungen. Die Uebergänge waren hier wie auch in den anderen Sätzen aus dem organischen Geschehen heraus entwickelt. Das Andante, von einem innerlich glückhaften Gedankenkreis erfüllt, ließ die Holzbläser und Streicher im reizvollen Mit- und Nacheinander sich herausheben, besonders aber der Ausklang dieses Satzes mit seinen weihegebundenen Bläsern sei besonders hervor- aehoben. Das an Stelle des Scherzo erscheinende „Poco allegretto" steht in der Moll-Sphäre. Hier waren die Celli Träger einer empfindungsvollen Gesanglichkeit, abgelöst durch das Waldhorn. Die im ganzen Werk ruhende Problematik faßt das Finale zusammen, in dem es sich erst in seinem Schlußteil wieder zum bejahenden Dur bekennt. Das Drängen seines Hauptthemas und die Feierlichkeit des Seitengedankens wurden der Ausgangspunkt zu einem erregten Gewoge, das im Schlußteil seine Lösung in friedvoller Abgeklärtheit erlebte und in der nochmaligen Wiederkehr des Mottos, das den ersten Satz beherrscht, das ganze Werk in Geschlossenheit band. Stark war der Beifall für den Solisten; dankende Zustimmung galt dem Dirigenten und seinem Orchester. Dr. Hermann Hering. Richard Wagners „Siegfried-Idyll" läßt öie Freude uoer die Geburt oiegfriebs, seines Sohnes, in breitem, subjektivem Erleben aus,cywm- gen. Themen aus dem Rmgdrama „Siegfried" geben die Grundlage ab für ein symphonisches Geschehen, das diese in weitester Ausdeutung und vielseitigster Verknüpfung sich auswachsen läßt und damit das, was in dem Mustkdrama szenisch gebunden erscheint, nun im Sinne des Rein-Musikalischen der absoluten Musik noch einmal in breitester Fülle erleben läßt. Das freudige Glück der Triebschener Jahre in ihrer stillen Erfülltheit gibt den Grundton dieser'sympho- nischen Dichtung an, die Wagner am 1. Weihnachtstage 1870 für Frau Cosima in seinem Landhause aufführte. Vielleicht war gerade aus dieser Zweckbestimmung heraus der Rahmen für ein kleines Orchester gegeben, das die Durchsichtigkeit der Stimmverknüpfung überall gewährleistet und in seiner intimen Klanglichkeit zum besonderen Stimmungsträger wird. Das bestätigte die Wiedergabe durch Otto Söll- n er. Im ruhigen Fließen, den einzelnen Entwick- lungssätzeu nachgehend, ließ er das aus dem Streicherklange sich allmählich entwickelnde Werk sich entfalten und dje Verwobenheit der Themen plastisch heraustreten. Sehr sauber waren die Ueberleitungs- triller der ersten Violine und in der Ueberbauung der Themen des Mittelsatzes (X-Takt) hoben sich die einzelnen Stimmen deutlich ab. Die Hornstelle erklang in Frische und Gemessenheit, umspielt von dem Holz; das Ganze aber entschwand im schwebenden Klingen des Schlusses. Dr. Georg Kuhlmann hat schon verschiedentlich hier in Gießen sich als Pianist bewährt; so konnte man der Durchführung einer größeren Aufgabe mit Interesse entgegensehen. Schumanns Klavierkonzert, aus der „Fantasie" mit Orchester aus dem Jahre 1841 erwachsen, ist eines der dankbarsten Konzerte. Schumann schwebt hier als Ideal Beethovens Ls-ckur-Konzert vor, und so vollzieht sich das musikalische Geschehen in symphonischer Verschmelzung von Orchester und Solopart. Das a-moN-Konzert gehört nicht in d e Reihe der virtuosen Konzerte mit technischen Künsten als Selbstzweck, sondern Schumann ordnet seine Anforderungen gcmzjich dem Musikalischen unter. Georg Kuhlmann hat sich im Laufe der Jahre bedeutungsvoll weiterentwickelt. Die schon früher vorhandene technische Reife hat sich ausgeschlifsen und kann jetzt in hohem Grade musikalischen Zwecken dienstbar gemacht werden. Mit lyrischer Weite erfaßte er das gefühlsgebundene Hauptthema mit weichem tragenden Anschlag, und bei seiner Wiederkehr erfüllte er es mit neuen Gefühlswerten. Das fein umschlungene Thema in der Andante-Episode erstand mit Innigkeit in dex Durchgliederung, ebenso ließ er im weiteren Verlauf des ersten Satzes die Thematik des Soloinstrumentes mit den Orchesterstimmen sich organisch verbinden; die Kadenz zeigte ihn in seinem musikalischen Erfassen auf sich gestellt, in der Durchartikulierung und im temperamentvollen Durchleben der hier gebundenen musi- kalischen Gegebenheiten. Das Andantino grazioso mit seinem zierlichen Rcmkenwerk der Solostimme verklang in Stimmungsgebundenheit, um dann im Finale zu vollem Einsatz des Impulses zu führen. Hier ließ Kuhlmann in dem Passagenspiel sein Können offensichtlich werden und im gegenseitigen Ab- Am 12. April 1942 kann die Marine-Kamerad- schäft Gießen auf ein 50jähriges Bestehen zurückbl-ik- ken. Als m den 90er Jahren sich überall im Reich der Gedanke der Seegeltung mächtiger regte, fanden sich auch in Gießen einige Männer zusammen, die am 12. April 1892 den Marine-Verein Gießen gründeten. Von diesen Gründern leben heute noch die Kameraden Peter Schmidt, Wilhelm Krause, Jakob Ritsert, Gießen, und Ludwig Bischof, Worms. Von Anfang an entwickelte sich im Marine-Verein reges Leben. Es wurde gar bald der Weg in die Öffentlichkeit durch Werbungen für den Marme- gedanken angetreten, größere Veranstaltungen wurden abgehalten, u. a. wurden in Steins Garten zur Fahnenweihe über 1000 Eintrittskarten ausgegeben. In den Jahren bis zum Weltkrieg gelang es, auf diese Art viele junge Menschen für die Marine und den Seegedanken zu begeistern und sie zum freiwilligen. Eintritt in die Kriegsmarine zu bewegen. Ohne auf das Niveau der Vereinsmeierei abzugleiten wurde es verstanden, dem Marine-Verein einen kameradschaftlichen und unterhaltenden Inhalt zu geben, der alle seine Angehörigen fest zusammen- schloß. . Bei Ausbruch des Weltkrieges wurden sofort mehrere Kameraden zum Dienst bei der Kriegsmarine einberufen. Die Zurückgebliebenen sahen während des Weltkrieges ihre Tätigkeit im Weitertragen des Willens zur Seegeltung und in der Betreuung der einberufenen Kameraden. Vier Angehörige der Marine-Kameradschaft kamen aus dem Weltkrieg nicht mehr zurück. Nach der Revolte von 1918 und dem Zusammenbruch des Reiches kam der Tag von Scapa-Flow, die Selbstversenkung der deutschen Flotte, an der ebenfalls Gießener Kameraden beteiligt waren. Soweit möglich wurde die Arbeit des Marine-Vereins nach dem unglücklichen Ausgang des Weltkrieges noch intensiver, die Kameraden blieben ihrer Richtung treu, und die hieß: Deutschland! Da der Marine-Verein schon lange dem Bund Am 11. und 12. April sammelt die DAF. für das Kriegs-Winterhilfswerk. Frühlingsblumen find an diesen Tagen das Zeichen deiner Spende. Gib doppelt bei dieser letzten Reichs- strahenfammlung des Kriegs-WHW. 1941/42. Hcmptfchriftleiter: Tr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei HauptschriftleiterS: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für bas Feuiüeton: Dr. Hans Thvriot; für Stabt Gießen, Provinz Wirtschaft und Sport: Ernst Blumjchein. Druck und Verlag: Brühlsche Univenilätsdruckeret R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. nehmen und Geben der musikalischen Gedanken zwischen Soloinstrument und Orchester klang das Werk mit höchstem Schwung aus. Was der Klangkörper als Orchester schon bei der Begleitung dieses Konzertes erwiesen hatte, be- {tätigte sich auch in der 3. Symphonie von Johannes Brahms. Unter den symphonischen Werken dieses Meisters ist gerade diese Symphonie wohl mit Rücksicht aus eine vielseitige Programm- Äung in den letzten Jahren hier nicht so zur iq gekommen, wie es ihr zusteht. Man hat dieses Werk wegen seines Inhaltes als die „heroische' Symphonie bezeichnen wollen und damit sicher eine bestimmte Seite ihres Wesens getroffen. Ganz besonders aber kennzeichnet sie die Eigenart der Brahmschen Symphonik, indem sie das Hauptgewicht schon in die Themen verlagert und damit durch die inhaltliche Sättigung den Raum der Durchführung begrenzt. Insofern verdient es Anerkennung, daß Otto S ö l l n e r im ersten Satz die Exposition traditionsgemäß wiederholte und damit dem Hörer das Gedankengut eindringlich naheftihrte: männliche Entschlossenheit im Hauptthema, idyllische Tone im Sei- Anpöbeleken der Systemanhanger gegen den Ma» rineoerein, der seine klare Richtung verfolgte, waren während dieser Zeit nicht selten, und gar oft gab es in der Nähe des Marineoereins blutige Köpfe. Das Jahr 1933 brachte in dem Marineverein feine großen Veränderungen, da die Richtung des Marinevereins bereits lange geklärt war. Die Jugendgruppe wurde in die Hitler-Jugend übernommen, die Marine-HI. gebildet, in der heute die alten Kameraden noch als Ausbilder tätig sind. Nach Bildung der Marine-SA., in der ebenfalls Kameradschaftsangehörige als Führer tätig waren, wurde das gesamte Ausbildungsmaterial an die Marine-SA. übergeben und Bootsplatz und Heim bereitwillig zur Verfügung gestellt. In eifriger Zusammenarbeit zwischen Marine-SA., Marine-Kameradschaft und Marine-HI. wurden wesentliche Forderungen erfüllt, die der Führer im Rahmen des Aufbaues an die Formationen gestellt hatte. Ein unlösbares Band treuer Kameradschaft verbindet Marine-SA., Marine-Kameradschaft und Marine-HI. In den nun folgenden Jahren wurden mit tatkräftiger Unterstützung des Oberkommandos der Kriegsmarine viele Werbungen für die Marinesache, sei es durch Filmvorführungen, Werbevorträge usw. fortgeführt. Die Verbindung mit der Kriegsmarine, die sich nun freier als in der Systemzeit entwickeln konnte, wurde enger gestaltet. Es wird noch in guter Erinnerung fein, wie oft die Kriegsmarine während dieser Zeit in Anerkennung der geleisteten 2lr*beit Abordnungen nach Gießen schickte. Eine Bezirkstagung des Marine-Bundes in Gießen, Einweihung des Skagerrak-Platzes, für den aus Kameradenspende der bronzene Lorbeerkranz gestiftet wurde, waren Höhepunkte der Kameradschaft in den vergangenen Jahren. Bei der Einweihung des Marine- Ehrenmales in Laboe war auch die Marine- Kameradschaft Gießen mit einer großen Abordnung vertreten. Die Marine-Kameradschaft erkennt aber auch dankbar die Unterstützung an, die ihr jederzeit von der Partei, der Stadtverwaltung, den hiesigen Mili- tärdienststellen, von der Presse und der Bevölkerung zuteil geworden ist. Zur Zeit besitzt die Marine-Kameradschaft einen Mitgliederbestand von etwa 200 Mann, von denen ein großer Teil seine Ehrenpflicht bei der Kriegsmarine erfüllt. Die in der Heimat verbliebenen Kameraden sind bei der Marine-HI. und an anderen Stellen tätig, bei denen vormilitärische Ausbildung für die Kriegsmarine betrieben wird. Von der Kameradenbetreuung der Marine-Kameradschaft werden fast alle zur Kriegsmarine Einberufenen des Kreises Gießen erfaßt. Am morgigen 11. April gedenkt die Marine- Kameradschuft in einer dem Ernst der Zeit entsprechenden Stunde in Anwesenheit des Marine- Landes-Verbandsführers, Kapitän A ck e r m a n n, des Tages, an dem sie vor 50 Jahren gegründet wurde. 9DH Wenn w* Gießen Samstag, den 11.Avril, von 14Uhr ab, findet auf dem Lager die Ausgabe von: Kalk, Kall. Ammoniak,Volldünger n. Thomasmehl statt. Dichte Säcke oder sonstige Gefäße sind mitzubringen. ussd Junker, Vereinsleitev» Sie erwartet Im weißen Rößl Die lustige große Tonfilm-Operette überschäumender Fröhlichkeit, deren entzückende Handlung uns in unsere schöne deutsche Ostmark zum Salzkammergut und an den Wolfgangsee entführt. mit Christi Mardayn Herrn. Thimig Theo Lingen Heute Wiederaufführung Gloria-Palast Täglich 2.30, 4.45, 7.30 Uhr Sonntags 2.00, 4.30, 7.30 Uhr Jugend hat keinen Zutritt 1195A Gießen, Walltor st r. 63 1169 D | Vogelsberger 01604 | Mietgesuche] [Stellenangebote] Keine Ursprünge- PERI Schr.Angeb.unt. 01571 1187P an d. G.A. beachtet und gele'en. ZAHNCREME DR-KORTHAUS-FRANKFURT A M 01600 Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl’sche Druckerei Wenig ist schon viel! Eine kleine Menge PERI-Eucalyptus-Zahncreme genügt vollauf für wirksame Mundhygiene. laröer Gießen, Neuen Baue 11 THEATER der Universitätsstadt Gießen Zunge Frauen oder Mdchen für leichte Gartenarbeiten für ganze oder halbe Tage gesucht. NudolfSchneider, Gartenbaubetr. Gießen, Schiffenbcrger Weg 29. Fernruf 3247. oieoa Danksagung. raS Für die vielen Beweise herzlicher Teil- nähme jeder Art bei dem schweren Verluste unseres lieben Sohnes und Bruders Walter Otto Lippert, Gefreiter in einem Panzer-Regiment, sagen wir hiermit unseren tiefinnigsten Dank. Auch der Ortsgruppe der NSDAP. Rödgen für die erhebende Feierstunde am Heldengedenktag herzlichen Dank. In tiefer Trauer: Familie Ph. Lippert nebst allen Angehörigen. Rödgen, im April 1942. MMWIleW ZU Willigem Mllllk gefudjt. Angeb. mit Gehaltsansvrüchen, Zeugnisabschrift, u. Lichtbild an Wann-Me.lDeM _________\_______________1176 D Heute nacht, 23 Uhr, entschlief still und gottergeben mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Herr Peter Gerhard Schmiedemeister nach kurzem Krankenlager im 79. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabeths Gerhard, geb. Arnold Familie Heinrich Gerhard Familie Karl Gerhard Familie Heinrich Hahn Familie Heinrich Klingelhöfer Oppenrod, Reiskirchen, Steinbach, den 9.4.42. Die Beerdigung findet Samstag, den 11.4.1942, nachmittags 15 Uhr statt. Sonntag, den 12. Avril 1942, nachmittags 15 Uhr im großen Bühnensaal des KurhausesBad-Nauherm erstes Auftreten der Gauvorführungsgruppe 90 Mtwirlende aus allen Sparten von Turnen und Sport. Eintritt: NM. 2-, 1.50, 1.-, für Wehrmacht und Jugendliche 0.75 RM. - Karten an der Tageskasse, Vorbestellungen beiHrch.Salzmann, Bad-Nauheim, Gartenfeldstrabe 9. imD Die 7. Deutsche Reichslotterie beginnt am Freitag, dem 17. April Wählen Sie Ihr Los bei den Gießener Staatlichen Lotterieeinnahmen Mses.srMM.MWn zur Erlernung der Blumenbinderei kann sofort eingestellt werden. Meldungen über das Arbeitsamt. Blumenhaus Schneider ($arl Diel? Nacht. I01602 Gießen, Seltersweg 38, Ruf 3247. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise aufrichtigerTeil- nahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau, für die Kranz- und Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Jost sage ich auf diesem Wege allen meinen herzlichen Dank. Ludwig Schenk Gießen, Ludwigstraße 20. Suche für mein Haupt- Geschäft 1 Mm. Lehrmäöthen Frdr. Teipel, Markt 16 Kurz-, Weiß- und Wollwaren Einstellung erfolgt über das Arbeitsamt. imD Kraftfahrer gesucht für 3-To.-Ford-Lastwagen Hottmann-Werke, Wetzlar _______________ 1175 D Geräumige 4-5-3lm.-Wolin. mit Bad u. Zubehör oder Einfamilienhaus v. Beamtenehevaar zumietengesucht. Schr. Ang. unt. 01605 a. d. G. A. Kl. Wohnung evtl, leeres oder möbl. Zimmer, mögl.fließ.Wass., zum 1. Mai dringend gesucht 016I6 Angebote an Dr.Albrecht, Göttingen, Schillerstr. 31 v. Rind 10 Monate alt, zu verkauf, [oiei? Lollar Lumdastraße 39. Neuer silbergrau. OarGniratel mit Kavuze für mittlere Figur zu verkauf.(60Rm.) Schr. Ang. unt. 01612 o.d. G.A. | Kaufgesuche | fiinöer SMlMgev zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt. 01610 and. G.A. Gebrauchter EeöerWoinen stabiler, gut erb. u. nicht zu kleiner Leiterwagen gebrauchter Vnovenwagen zu kauf, gesucht. Zeugnisse, lonbem nur Zeugnisabschriften dem Be roerbunfldid)reiben beließen I — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen aut Vermeidung von Verlusten auf der »Rüdteite Warnen und Anschrift des Bewerbers tragen I Zuverlässige Putzfrau täglich 3 Stunden nach 16 Uhr ab sofortgesucht. Stadt. Franen- arbeitsschute, Gießen, imD Gartenstr. 30 p. Freitag, den 10. April 18.30 bis 21.45 Uhr: 28. Freitagmiete u. Halbmiete A Das Herrenredit Oper von Wilhelm Stärk. Preise von 1.20 bis 4.10 RM. 1111 o Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Äücher!! Gut erhaltenes Koffer- Grammophon mit Platten zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt. 01609 and.G.A. | Verschiedenes | w. Wilotien werden erteilt. Schrift!. Angeb. unter 01459 an den Gieß. Anz. Andrehkurbel von Lastwagen verloren. Abzugeben lusiv Möbelfabrik Hahn Löberstraße 17. Verloren Hörrohr ioWel Goethestraße - Blockstraße. Abzugeben geg. gute Belohnung Löberstraße 22. MeineAnzeigen IM Gießener Anzeiger werden von Tagenden NG-Reichsbund für Leibesübungen £ Verkäufe ] Svortgau Hessen-Nassau Vogelsberger Unsere liebe, gute Mutter, unsere treubesorgte Oma Frau Julie Keilig ist nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden für immer von uns gegangen. In tiefem Schmerzt Erna Keilig Julie Koch, geb. Keilig Paul Koch und zwei Enkelkinder nebst Angehörigen. Gießen(Kaiserallee 58), Hof-Strupbach, Hahn, Mainz, Biebesheim a/Rhein, den 8. April 1942. Die Beerdigung findet Samstag, den 11. April 1942, vormittags ll3/< Uhr auf dem Neuen Friedhof statt.