. - r V. lesintt unde: 0.342 linder 'u.Dn L-Kir. -ms« t. 8160 Dienstag, 10. Hl8r319^2 Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I ZlbschlüsseMengenstaffelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/» mehr Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8*/a Uhr desVormittags Anreigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, 192. Jahrgang Nr. 58 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugsvreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 anch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechanschluh 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf./M. Eichener Anzeiger__ General-Anzeiger für Oberhessen $*1 6ie6tn,9Sd>ulftr«8e7-9 ab. Wie Rangun erobert wurde Die nördliche Kampf grupp Sittangfluß in seinem Mittellau Mandala' SiHang i i [Makaban i **■- Xöcp =3tfMoulmein Teikul PeguJ iNGUN Jandowapf \ =fanteh\ Htnzada ßassein rT" { Thongwa Einfuhrhafen für Lebensmittel an der englischen Ostküste, die dort stark befestigt ist. In der Nähe befindet sich eine Großtankanlage der britischen Ma. nne. Dex Führer beförderte — wie schon gemeldet — den General der Flieger I e s ch o n n e k in Anerkennung feiner Verdienste als Chef des Generalstabes der Luftwaffe zum Generaloberst. — (Scherl-M.) Tokio, 9. März. (Europapreß.) Ein kühner Entschluß Generalleutnants Schorijo Iida, des Oberbefehlshabers der in Burma kämpfenden japanischen Armee, hat das Schicksal Ranguns besiegelt. Die nördliche Kampfgruppe, welche den fttoMWng> geschossen. Generaloberst Zeschonnel. -- 0 10-0 200k m^MdTtdC-dH^ laubt." Hier haben wir den Kern der englischen Ausbeutungspolitik. Nach einer Aufstellung der Journal of Royal Stat. Society waren von 10 000 Bewohnern des britischen Weltreiches Weiße 389, Braune 8470, Gelbe 401, Malaien und Polynesier 51, Schwarze 658, Rote 3 und Mischlinge 28. Die Menschen farbiger Rassen mußten Sklavenarbeit verrichten, da- mit^die englische Plutokratie lebe und die englischen Arbeiter auf der Mutterinsel wenigstens teilweise Beschäftigung fanden, während sie immerhin eine Arbeitslosigkeit aufzuweisen hatten, die wie Pest- qeschwure am Körper des englischen Kapitalismus zehrten. Das sind die Folgen der Polis- und Küstenzivilisation Englands für die Welt! Es ist nicht verwunderlich, daß jeßt dieses System zusammen- bricht und verjüngte Völker mit einer geschlossenen Binnenkultur ein neues soziales Zeitalter heraufführen. Bomben auf New Castle, Hutt und Grimsby. Berlin, 9. März. (DNB.) Im Kampf gegen Großbritannien haben, wie der deutsche Wehrmachtbericht meldet, deutsche Kampfflugzeuge in der ver« gangenen Nacht die britischen Hafengebiete an Hum« der und Tyne mit Spreng- und Brandbomben be- legt. Insbesondere waren die Hafenstädte New Castle, Hüll und Grimsby das Ziel der deutschen Bombenangriffe. New Castle ist der Hauptort der Grafschaft Northumberland und einer der wichtigsten Kohlenexporthäfen Englands sowie das Zentrum des Kriegsschiffbaues an der englischen Ostküste Es befinden sich dort große Werften sowie die Vickers-Armstrong-Werke. Hüll gehört zur Grafschaft York und ist der Haupthafen von Nordostengland mit mächtigen Docks, Flugzeug- und Mum° tionsfabriken. Grimsby (Grafschaft Lincoln) ist der größte Fischereihafen Englands und der bedeutendste Versinkendes Weltreich Von unserem S.-Berichterstatter. Java, Ende und Anfang. Mit der Kapitulation Javas werden 350 Jahre holländischer Kolonialgeschichte liquidiert. Man kann zu den Einzelheiten dieser Geschichte sehr viel Kritisches sagen, man wird aber zugeben müssen, daß diese holländische Kolonialgeschichte einen großen Zug hat. Es wäre falsch, sie aus den Gegebenheiten unserer Zeit zu sehen und zu beurteilen. 1938 zählten die europäischen Niederlande 8,6 Millionen Einwohner, 1830 aber — rund 100 Jahre vorher — 2,6 Millionen Einwohner. Die Einwohnerzahl der Niederlande um 1600 — der Zeit, in der die niederländische Seegeltung und das niederländische Kolonialreich begründet wurden — wird auf eine bis höchstens IV- Mllionen Einwohner zu veranschlagen sein. Und von diesem kleinen Ländchen und von diesem Häufchen Menschen ging der Kampf gegen das spanische Weltreich Philipps II. und die Eroberung eines Kolonialbesitzes aus, der ursprünglich noch sehr viel größer war als das bis jetzt übrig, gebliebene niederländisch-indische „Reich", wie die Holländer sagen. , Wir wollen gleich hinzusetzen, daß die Holländer diese Leistung nicht allein aus eigener Kraft vollbrachten. Sie waren eingeschaltet in die große Auseinandersetzung, die Frankreich, Venedig und England gegen das Weltreich Karls V. und Philipps II. führten. Aber es bteibt doch für die Holländer der Ruhm übrig, daß sie an der Wende des 16. zum 17. Jahrhundert das Glück mit beiden Händen beim Schopfe packten und auf ein halbes Jahrhundert die mächtigste Seemacht wurden. Damals begründeten sie ein Kolonialreich, zu dem auch die Ostküste Nordamerikas (Neuyork hieß ursprünglich Neu-Amster- dam), Südafrika, Ceylon, wichtige Niederlassungen in Vorderindien und Niederländisch-Indien gehörten. Während die kleinen Niederlande ein so großes Reich in Uebersee gegen die gewaltige spanische Weltmacht (wenn auch mit Unterstützung Frankreichs, Venedigs und Englands) begründeten, verfiel das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation". Der führen zu lassen und nunmehr in südlicher Richtung anzusetzen. Während die südliche Kräftegruppe von der Stadt Sittang aus in westlicher Richtung vordrang, rückte diese nördliche Kampfgruppe nach Süden längs der Bahnlinie Mandalay—Rangun vor. Zielpunkt beider Angriffsgrup- pen war der Eisenbahnknotenpunkt P e g u. Der Engländer hatte die Gefahr, wenn auch spät, klar erkannt. Wenn Pegu fiel, war der Weg nach Rangun für die Japaner frei. Durch die Niederung zwischen Jrawadi und Sittangfluß ging der japanische Vormarsch unaufhaltsam vorwärts. Auf die trockene Hitze und den Staub der improvisierten Straßen über die thailändisch-burmesischen Grenzgebirge ist die schwüle, feuchte Hitze des niederburmesischen Delta-Schwemmlandes gefolgt. Die Moskitoplage war unerträglich. Auf erschöpfende Märsche durch die Tagesglut folgten schlaflose Nächte. Am 4. März vor Morgendämmerung wurde Z a - y a t o, nördlich von Pegu, im kühnen Nahangriff mit dem Bajonett genommen. Am gleichen Tage fiel P a y a j i h (nur 12 Kilometer nördlich von Pegu) in japanische Hand. Jetzt warfen die Engländer In letzter verzweifelter Anspannung Reserven von Rangun aus auf Lastkraftwagen, begleitet von zwanzig Panzern, nach Pegu. Sie wurden in blutigen Kämpfen Mann gegen Mann zurückgeworfen. Schon am 6. März in der Frühe drangen japanische Vortruppen bis an den Rand von Pegu vor. Noch wehrte sich der Feind in tiefer Verzweiflung. Aber am folgenden Nachmittag, als die von Nordoesten und Nordosten gleichzeitig angesetzten japanischen Angriffe fühlbar wurden, verwandelte sich der Rückzug des Feindes in wilde Flucht. Jäger stellten im belgisch-französischen Küstenae- biet einen britischen Bomberverband, der von zahl« reichen Spitsire begleitet wurde. In heftigen Luft» kämpfen wurden fünf feindliche Flugzeuge ab geschossen. Außerdem brachte Flakartillerie.einen Bomber zum Absturz. Jagdflugzeuge nahmen mehrere Bal« lonsperren in der Umgebung dör Insel Wight vor der Einfahrt nach Southampton unter Bordwaffen- beschuh. Don den Sperrballonen, die zum Teil auf Vorpostenbooten verankert waren, wurden sechs cb- ... ,........ _ ittellauf überschritten hatte, warben nach Norden weichenden briti- chen Truppen in scharfen Verfolgungskämpfen mehrere Tage hindurch nachgestoßen, als sich das Oberkommando — unbekümmert um die von der Feindseite ausgestteuten Gerüchte über das Herannahen einer starken chinesischen Ersatzarmee von Nordburma her — entschloß, das Gros dieser Kampfgruppe eine volle Kehrtwendung aus- fierung und Jßerjubung. Wie im Altertum die Polis (die Stadt), so hat sich England als „Stadtstaat" betrachtet. Schon im „Libell of Englifh Policy", das etwa 1436 entstand, wird dieser Polischarakter betont: „Denn England ist vergleichbar einer Stadt, Die rings umher die See als Mauer hat; * Schützt drum die See, den Wall um unser Land." Noch der bekannte englische Nationalökonom Adam Smith meint' in seinem Werk: „Reichtum der Nationen", dieser Küstencharakter der englischen Zivilisation sei am vorteilhaftesten. Wie in Rom und in den mittelalterlichen Stadtrepubliken der Adel in den Städten wohnte und an den kapitalistischen Ausbeutungen und Gewinnen Anteil nahm, so auch in England, während auf dem europäischen Festland der Feudalismus ganz andere Wege ging und auch seine Ueberwindung die soziale und wirtschaftliche Struktur änderte, während die englische die alte blieb. । Dieser Strukturunterschied ist die Quelle aller ! Dinge, die die anglo-amerikanische Großstädterwelt von der germanischen Welt trennen. Trotz aller Industrialisierung ist Deutschland z. B. ein Land, das vor allem unter dem Nationalsozialismus die heimische Landwirtschaft mehr denn je pflegt, während die englische und amerikanische Agrarwirtschaft hoffnungslos dem jüdischen Spekulantentum untermorfcn ist. Während 1790, also zu Washingtons Zeiten, 95 v. H. der USA.-Bevölkerung Bauern waren, leben nach der letzten nordamerikanischen Volkszählung nur 24 v. H. Yankees (rund 32 Millionen) auf dem Lande, und ihre Zahl geht immer weiter zurück. Wir sehen also überall in der Welt, daß die Anglisierung die Weißen .in den Großstädten band, und England und sein amerikanischer Ableger praktisch auf die wichtige Funktion von Landbebauern verzichteten. Hinzu kommt hier noch öte — aus Nachwuchsmangel — immer größer werdende Unfähigkeit, Siedler hinauszusenden. Die englischen Städte selbst haben eine Blutauffnschung ihrer Einwohner durch Zuwanderung vom Lande aufgeben müssen. Neben der Fortentwicklung des eigenen Volkes müßte England mindestens 20 000 Weiße jährlich in die Kolonisationsgebiete entsenden. Statt dessen aber hat sich in den letzten Jahren sogar eine Abwanderung der Weißen aus den Kolonien und ihre Rückkehr ins Mutterland bemerkbar gemacht. Australien hat den niedrigsten Geburtenzuwachs der Welt; in anderen Dominien ist es nicht viel besser. England stirbt wie das alte Rom, denn die Römer beherrschten schließlich ihre Massen nicht mehr aus eigener Kraft, sondern durch Fremde, durch Barbaren. Schon jetzt ist nicht viel weniger als die Hälfte der weißen Bevölkerung der Dominien nichtbritischer Herkunft. Hauptgruppen dieser Fremden sind die rund 5 Millionen französischen Kanadier und die Buren, aber auch anderwärts sind deutsche und skandinavische sowie andere Pevölkerungsteile in einem Maße vorhanden, daß alle Versuche, die Leitung der Dominien in englischen Händen zu sichern, wohl auf die Dau^r ver- geblich fein werden. Da die wenigen Römer des römischen Weltreiches das Eroberte aus eigerter Kraft nicht halten und selbst nicht besiedeln konnten, waren die römischen Legionen schon in der Zeit des Augustus über- fremdet. Ein Binnenstaat wie Deutschland ver- maq ein Heer aus freien Volksgenossen aufzustellen. Das vermag ein Polis-Staat wie England nur in unzureichendem Maße. Folglich versucht England, wie einst Karthago, durch Söldner, Fremdstämmige usw. sich zu schützen oder andere Regierungen direkt del zusammen. Die wirtschaftliche Entwicklung der Kolonien Englands steht also lediglich unter dem Gesichtswinkel des Händlers, der sich um die Lage der Eingeborenen, um ihre Entwicklung zur höheren Kultur, nicht kümmert; es sei denn, daß ihnen solche Fertigkeiten beigebracht werden, die ihre Ausbeutungskraft erhöhen. In den weiten'Räumen des englischen Empire stehen 23 Millionen Weißen, die zudem nicht einmal alle blutsmäßige Engländer sind, etwa 420 Millionen Farbige gegenüber. Wie Serres im alten Rom Sizilien ausbeutete unb welche ber- brecherischen Mittel er anmanbte, ist durch Ciceros fulminante Anklage Gemeingut aller Gymnasiasten geworben. Aber noch heute ist es im britischen Empire ähnlich. Der bespotischste Tyrann, sagt selbst Adam Smith, wäre nicht so sorglos um bas Ge- beihen der ihm unterworfenen Bevölkerung gewesen, wie bie „Ostinbische Compagnie" bei ber „Koloni- fierung" Indiens. Nehmen wir ein modernes Ber- spiel für viele: Die Oikenwirtschaft hat in den tropischen Kolonien Englands die größtmögliche Menge Farbiger als Arbeitsvieh auf dem engsten Raum zusammengepreßt; von 450 Millionen Farbigen sind nicht weniger als 350 Millionen auf dem vierten Teil des Empire kaserniert. Die Plantagenarbeiter werden kontraktmäßig angeworben und dürfen ihre Arbeit nicht verlassen; sie verdienen so viel, um sich nur eben am Leben zu halten, aber nicht, um über das kümmerliche Dasein hinauszukommen. Sir Charles Bruce sagt ganz treffend in seinem „Broad Stone of the Empire" von diesen Tropenkolonien: „In ber Tat, man kann mit gutem Grund von den meisten Jnbustrien Englanbs sagen, baß sie ihre Wurzeln in ber Arbeit ber Farbigen haben, währen!» ihr Stamm, ihre Aeste, ihre Blüten unb Früchte bie Arbeit unb ben Profit bes weißen Mannes barstellen. Nur burch niebrige Lohnhöhe in dem tropischen Probuktionsareal, bas zur Erzeugung ber Rohstoffe benutzt wirb, ist es möglich, Jnbustrie- artikel (Englanbs) auf ben Markt zu werfen, ber einerseits einen großen Absatz unb anbererseits ge- nügenb hohe Löhne für den englischen Arbeiter er« (Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Rom, Anfang März 1942. Das alte Rom war im ganzen kompakt um bas Mittelmeer gelagert, im Gegensatz zum Streubesitz E n g la n b s. Trotzdem ist bie Grundlage bes britischen Empire unb bes altrömischen Imperiums der Besitz ber Küsten unb bie Unterwerfung der hinter ihnen wohnenben Nationen gewesen. Diese Zivilisationsformen gehen auf händlerische Ausbeutung hinaus, sie sinb großstädtische, keine binnenwirtschaftliche. Die V e r ft ä b t e r u n g im alten römischen Imperium war sehr bebeutenb. Rom hatte zwischen 1 unb 1% Millionen Einwohner; dort stossen alle Rassen zu einem Mischmasch zusammen unb fraßen zwangsläufig bie alten Römer auf. Alexandrien, Karthago unb Antiochia ftanben an Einwohnerzahl Rom kaum nach. Mailand hatte bereits 400 000, Caesarea 300 000 Einwohner, zahlreiche andere Städte wie Trier, Lyon, Emerita, Taracv, Smyrna, Ephesus usw. hatten Hundert- tausende von Einwohnern. Die Bildung der antiken „Wasserköpfe" geschah auf Kosten des flachen Landes und des Ackerbaues. Den gleichen Vorgang haben wir auf der Briteninsel und im Empire. Der Engländer ist Stadtmensch. Die Verbindung zum Lande ist, anders als in Deutschland, seit Generationen in England vollständig abgerissen. Jeder sechste Engländer lebt in London. Von den vier Millionen Schotten leben über dreieinhalb Millionen in schottischen Großstädten. In Australien leben bei einer Gesamtbe- üölferung von 6,629 Mill. Köpfen nicht weniger als 3,055 Millionen in Großstädten. Der fünfte Erdteil ist menschenleer. In Neuseeland sind von 1,49 Mill. Einwohnern nicht weniger als 494 000 Stadtbewohner. In Kanada wohnt über die Hälfte ber Menschen im Osten auf einem Raum, ber nur 3 v. H. ber Gesamtfläche dieses Dominions ausmacht. Hiervon stehen 4,8 Millionen Landbewohnern 5,57 Millionen Stäbter gegenüber! In Südafrika wohnen von rb. 2 Millionen Weißen immerhin 650 000 in Stäbten. Hier verhindert bas burische, also bas niederdeutsche Element, ein stärkeres Anwachsen ber Großstäbter. Wie bas antike Rom nur auf bie Städte blickte unb bas Land oerberben ließ, bamit aber schließlich ben Stäbten unb sich selbst bie Wurzeln abschnitt, so ist Verstädterung in ber nwbernen Zeit gleichbedeutend mit Angli- zu taufen. Während das Heer des Dinnenstcmtes den Fleiß feiner'eigenen Arbeit schützt, hat die tu- tenländische Kultur Englands Fremde, die seine Ausbeutung schützen sollen. Das ist eine der Wurzeln ber Unterlegenheit Englands im jetzigen Krieg. Entscheidend aber ist noch folgendes: Der größte Teil des britischen Besitzes ist wirtschaftlich Ausbeu- tungsobjekt; die Ausbeutung wird von den Stutzpunkten Englands aus vorgenommen (wie einst von den römischen Militärplätzen in der alten Welt). Die Bevölkerung dieser Gebiete lebt genau wie die des alten Rom — man denke z. B. an Aegypten — im sog. „Ditos". Ditos bedeutet Einzelwirtschaft zugleich als Produktions- und Konsumtionsgemein, schäft. Die Arbeitsgliederung ist auf die Familie beschränkt. Stoffveredelung ist wohl möglich, ebenso Kapital als Handels- oder Wucherkapital, aber bie Freizügigkeit ber Arbeit gibt es nicht. (In ben geschlossenen Difen gibt es feine freie Arbeit.) ußafy- renb aber im antiken Imperium der „Ditos sich auf kleine Gebiete beschränkte, die wiederum nebeneinander lagen, hat im britischen Imperium ber Dikos-Charakter gewaltige Formen angenommen. Im Zeitalter ber Küstenkultur leben nur bie, bie direkt an ben Stützpunkten sich befinden. Für ben Londoner Kaufmann gibt es nur die Kaufleute in Singapur, Bochbay, Kalkutta, Kapstadt, Quebeck und Ontario ufw. Für die englische Hochfinanz nur deren Mittelstellen in den gleichen Ländern. <5ie beurteilen alles nach ber Maxime bes englischen Nationalökonomen unb Freihändlers Richard Cobden: sehr billig eintaufen und teuer verkaufen. Dieser rein ausbeuterische, liberal istische und private Charakter muß vom englischen Staat unterstützt werden, da er ja aus dem gleichen Ei stammt. So schrumpfen für die Londoner die Dominien und Kolonien zu Küsten- und Umschlagplätzen für den Han- )amu ■ wä*» Wie erbittert ber Kampf war unb wie hastig bann der Rückzug, dafür fanden die nachdringenden Japaner in Pegu zahlreiche Spuren. Die Stadt war vollständig ausgeftorben. Noch in ben späten Abendstunden des Samstag gelang es ungestüm vorstürmenden japanischen Truppen, den wichtigen lug« platz von Norden und Westen zu nehmen. Damit - war auch das Schicksal der Stadt Rangun engültig entschieden, ©träte gif d) betrachtet bedeutet die Einnahme Ranguns nicht nur die endgültige A b • chneibungderB urmast raße nach Tschung« fing; sie befreit barüber hinaus bie japanische Kriegführung im Jnsulinde-Raum ein für allemal von jeder Ruckenbedrohung durch englische Offensiv- versuche von Indien her. Schwere Folgen y für Tschnnking. Schanghai, 10. März. (DNB.°Funkspruch.) Don hiesiger chinesischer ■ Sette wird erklärt, der Fall von Rangun vollende hie Blockierung Tschung- fings. Weiteres Kriegsmaterial ber Westmächts könne Tschungking auf bem Landwege nun nicht mehr erreichen, und bie Seewege seien schon längst abgeschnitten. Offen bleibe theoretisch allerbings^ nur bie aus ber Sowjetunion nach China führende Straße. Aber von dort könne Tschungking auf keinerlei Hilfe rechnen, da die Sowjetunion ihr Kriegsmaterial dringend selbst benötige unb in ben kommenden Monaten noch bringender benötigen werde als jetzt schon. Die „Ersetzstraßen" aber befinden sich noch im Planungsstadium und es bestehe kaum Aussicht, daß ihr Bau die Läge Tschungkings noch wesentlich beeinflussen könne. Dazu komme, baß bie Japaner in Zukunft den Golf von Bengalen beherrschen würden und damit einen großen Teil ber amerikanischen Lieferungen abfanaen konnten, noch bevor diese überhaupt das asiatische Festland erreicht hätten. Dadurch aber werd« Tschungking jede Hoffnung auf eine Offensive größeren Stiles, wie sie von den Engländern dringend erhofft wird, unmöglich gemacht. Tschungking werde sich wie bisher auf eine mühselige Verteidigung beschränken müssen. Große Kursstürze an der Schanghaier Börse. Schanghai, 9. März. (DNB.) Die mit ben japanischen Siegen in ber Sübsee in ber lebten Woche verstärkt einsetzenbe Flucht aus Der Tschungkinger Währung erhielt burch bie Einnahme Ranguns einen berartigen Antrieb, bah bie Kurse plötzlich um 20 v. H. und mehr stürzten. Die Panik der Bevölkerung, die die Tschungkinger Noten uni jeden Preis absetzte und dafür Militär^ Yen-Noten oder Noten der Nankinger Zentral- reservebank einhandelte, stieg weiter an, als ein großer Teil chinesischer Wechselstuben im Zusam- 1 menhang mit Terrorakten abgeriegelt wurde und : sich dadurch der Ansturm der Bevölkerung auf einige : wenige Wechselstuben richtete, wo Schlange gestanden wurde. Oer britische Oberbefehlshaber in Burma abgesetzt. i Stockholm,^ März. (Europapreß.) Die Reihe ; ber abgesetzten britischen Befehlshaber wirb immer i großer. So ist jetzt nach ber neuen schweren bri« • tischen Nieberlage in Burma, bie mit ber Erobe- i rung Ranguns burch bie japanischen Streitkräfte i unabänberlid) geworden ist, ber britische Oberbe- • fehlshaber in Burma, Generalleutnant H u t t o n, i seines Postens enthoben und durch Generalleutnant Alexander ersetzt worden. Minbu ta * X •Mamettiin U )r \ . t MeikHIa' fal/nl Oie Kapitulation von Java. Tokio, 9. März. (DNB.) Die japanischen Streitkräfte, die gegen die Hauptmacht des Feindes in der Umgebung von Surabana und Bandung operierten, zwangen die feindlichen Streitkräfte, die 93 000 Mann holländischer und 5000 Mann australischer, britischer und amerikanischer Truppen umfassen, am 9. März um 15 Uhr (8 Uhr MEZ.) zur bedingungslosen Kapitulation. Die Kapitulation erfolgte innerhalb von neun Tagen seit der Landung japanischer Truppen. In den frühesten Morgenstunden des 1. März waren stärkere japanische Einheiten im Gebiet der Bantam-Bucht, nordwestlich von Batavia und bei Kap Jndramaju, etwa 150 Kilometer von Batavia gelandet. Im Osten Javas gelang es japanischen Streitkräften, im Angesicht des Feindes bei R e m b a n g , nordwestlich von Suvabayü, an Land zu gehen. Schon am 2. März eroberten die Japaner den Flugplatz Kalidjkai südwestlich von Batavia. Don diesem Zeitpunkt an übten die Japaner über dem gesamten Gebiet von West-Java die fast uneingeschränkte Luftherrschaft aus. Gleichzeitig zogen die japanischen Truppen in der dortigen Gegend, unterstützt von Panzerabteilungen und Luftwaffe/den Einkreisungsring immer enger. Die Folge war die am 7. März, abends, vom Gegner angebotene Uebergabe. Zur gleichen Zeit wurde auch bei Surabaya der Gegner systematisch ein- gekcsselt. Schließlich stand er der Gefahr einer völligen Vernichtung gegenüber. Deshalb zogen es auch im Abschnitt Surabaya die niederländischen Nach Australien geflüchtet. Schanghais.März. (Europapveß.) Nach Meldungen aus Australien ist der stellvertretende Gouverneur von Niederländisch-Indien, van M o o k, mit 14 Angehörigen seiner 'Regierung aus Bandung ^flüchtet und im Flugzeug in der südaustralischen Stadt Adelaide eingetroffen. Van Mook erklärte bei seiner Ankunft, unter der holländischen Bevölkerung von Java herrsche B i t t e r k e i t u n d Enttäuschung darüber, daß die USA. und Großbritannien den kämpfenden Holländern keine wertvolle Hilfe gegeben haben. Die Hollän- der hätten mehr Hilfe erwartet als ankam. Diese Hilfe sei zu gering gewesen und sei zu spät gekommen. * Der eigentliche Generalgouverneur in Batavia war nicht van Mook, sondern Jonkheer Tjarda van Starkenborgh-Stachouwer, der von der Exkönigin Wilhelmine nur deshalb zum Gouverneur gemacht wurde, weil er durch seine Frau wertvolle Beziehungen zu Roosevelt hatte, denn seine Frau ist eine geborene Marburg aus Boston, deren Vater einst USA.-Gesandter in Brüssel war. Dr. van Mook, der 1894 in Samarong auf Java geboren wurde, hat seinen letzten Schliff auf der Stanford University in Kalifornien erhalten- 1918 wurde er von linksliberalen Elementen in den Volksraad von Jnfulinde gewählt, nachdem er Ueberwacher des Sultans .von Dokiakarta gewesen war, bald wurde er eine der einflußreichsten Persönlichkeiten Niederländisch ■ Jnsulindes. Er brachte schon im Jahre 1940 die Verhandlungen mit dem japanischen Handelsminister Jchizo Katayashi zum Scheitern. Japan schickte, um alle friedlichen Möglichkeiten zu erschöpfen, im Vorjahre den Bot- Sorgenvolle Betrachtungen in London. Streitkräfte vor, dem japanischen Oberkommando die Uebergabe anzubieten. Ueber den Rundfunksender Kalidjati gab der niederländisch-indische Gouverneur von Starken- bourgh-Stachouw^er nach Beendigung der Kapitulationsverhandlungen am Montagmorgen den Befehl än die gesamten auf Java kämpfenden alliierten Truppen, den Widerstand am Montagmorgen um 10 Uhr einzustellen. Nach dem Angebot der niederländisch-indischen Truppen in Bandung, die Feindseligkeiten einstellen zu wollen, war der Oberbefehlshaber der japanischen Streitkräfte auf Java, Generalleutnant Hitoshi Jmamura, mit dem niederländisch-indischen Generalgouoerneur von Starkenbourgh-Stachouw-^r zusammengetroffen und hatte ihm erklärt, daß lediglich eine bedingungslose Kapitulation der alliierten Truppen in Frage käme. Nachdem Starkenbourgh-Stachouwer zunächst für die im Bandung-Abschnitt kämpfenden Truppen annehmen wollte, entschloß er sich, nach einem Hinweis des japanischen Befehlshabers, daß der Kampf weitergehen würde, falls nicht die gesamten auf Java kämpfenden alliierten Streitkräfte die Waffen streckten, zur Annahme der Kapitulation für Montag vormittag um 10 Uhr. Generalleutnant Hitoshi Jmamura, der Sieger von Java, ist 55 Jahre alt und war früher im Gene^alstab tätig, dann stellvertretender Stabschef der Kwantung- armee. Er brachte auch längere Zeit in England und Indien zu. Als militärischer Oberbefehlshaber wird er gleichzeitig die Rechte des Generalgouver- neurs ausüben. schafter Poshizawa zu van Mook, aber auch diese Verhandlungen blieben ergebnislos. van Mook suchte nun Hilfe in Washington und London, im Januar 1942 war er selbst nach Washington geflogen, um Roosevelts Unterstützung zu erbitten, nachdem er bereits die Truppen seines Kolonialreiches trotz aller japanischen Warnungen in den Kampf geführt und die in Niederländisch- Jnsulinde stationierten Kriegsschiffe und U-Boote am Kampf gegen die Japaner hatte teilnehmen lassen. Roosevelt, unter dem Eindruck der Niederlage bei Pearl Harbour und des Verlustes der Philippinen, gab hinhaltende Redensarten, und nur Australien erklärte, während Churchill sich aus- schwieg, es sei bereit, „Niederländisch-Jndien als seine Schlachtfront anzusehen." Trotzdem sagte noch am 5. März van Mook in Bandung, wohin er sich bereits damals von Batavia aus geflüchtet hatte: „Es ist Nicht wahr, daß uns unsere Alliierten verlassen haben. Es befinden sich amerikanische, australische und britische Truppen in unserem Land, die genau so tapfer kämpfen wie unsere eigenen Leute. Unsere Haüptstellungen wurden zwar vom Norden au£ angegriffen, im Osten ist Surabaya bedroht, aber der Endsieg wird auf unserer Seite sein. Jeder Tag, den wir durchhalten, bringt uns näher zum Sieg." Es war Schwindel. Die Engländer hatten Java aufgegeben, Roosevelt konnte nicht helfen. Die Truppen, die van Mook zur Verfügung stayden, wurden so schnell geschlagen, daß jählings alle seine Hoffnungen zusammenbrachen. Er flüch- tete, aber die Geschichte wird einst über ihn urteilen, daß er in beispielloser Verkennung der Dinge Niederländisch-Jndien für das holländische Volk verspielt hat. , Loslösungsprozeß der Niederlande aus dem gemein-1 deutschen Bereich verschärfte sich. Der Westfälische Friede von Münster und Osnavrück besiegelte mit der Anerkennung der niederländischen Unabhängigkeit und Souveränität diese schicksalhafte Entwicklung. Die Niä)erländer waren damals die reichste Nation Europas. Der Dreißigjährige Krieg hatte alle freien Gelder, deren Besitzer um ihre Sicherheit bangten, nach den Niederlanden getrieben. Sie suchten dort Anlage um jeden Preis. Der Uebersee- handel erfuhr die gewaltigsten Auftriebe. In dieser Atmosphäre entwickelte sich die berüchtigte „Tulpenspekulation", die kurz vor dem Ende des Dreißigjährigen Krieges in den „Tulpenkrach" auslief. Tulpen waren Spekulationsobjekte geworden. Einzelne Tulpenzwiebeln hatten Preise von 10 000 und 15 000 Gulden erreicht. Aber ein anderes größeres Ereignis beendete die vorherrschende Stellung Hollands auf den Weltmeeren. Aus den Wirren der ersten englischen Revolution erhob sich die große Gestalt des Lordprotektors Oliver Cromwell. Mit der Navigationsakte von 1651 traf er den holländischen Zwischenhandel und damit die wirtschaftliche Machtstellung Hollands schwer. Kurz darauf brach der erste englisch-holländische Krieg um die Seegewalt aus. Die holländischen Flotten unter T r o m p und d e Ruyter fochten glorreich und siegten über eine englische Flotte im Unterlauf der Themse knapp unterhalb von London. Aber ... Holland verlor den Krieg. Cromwell war ein staatspolitisches Genie: zu gleicher Zeit hatten die holländischen Kaufleute (gegenüber den mehr militärisch und staatlich denkenden Oraniern) die Herrschaft an sich gerissen, die unter dem Stichwort „Krämerpolitik" berüchtigt wurde. Es war ein Glück für Holland, daß Cromwell bald danach starb. Aehnlich wie Holland war das aufkommende England selbst eine See- und Handelsmacht und hatte nicht viel Lust zu Landkriegen. England und Holland hatten außerdem erst Spanien, dann das unter Ludwig XIV. mächtig aufkommende Frankreich zu sehr gefährlichen Gegnern. So kam es, daß beide Mächte „zusammenlegten". Inzwischen waren in Holland die Dränier wieder zur Herrschaft gelangt. Wilhelm IIL, von 1672 bis 1702 Statthalter der Niederlande, bestieg nach der zweiten englischen Revolution den englischen Königsthron. Der Kampf gegen das Frankreich des Sonnenkönigs stand auf seinem Höhepunkt. Wilhelm III. legte den Grund für die englisch-holländische Zusammenarbeit. Sie dauerte — mit Unterbrechungen, in denen sich England Südafrikas, und Ceylons bemächtigte, — bis ... auf unseren heutigen Tag. Alle Menschen und alle Völker erleben es, daß ihre eigene Vergangenheit eine dauernde Gewalt wird, daß sie sich verselbständigt, daß sie zu einer gefährlichen Windung wird, daß die Vergangenheit die Gegenwart beherrscht und — wenn man will ‘— mißhandelt. Nur große Menschen können über diesen Konflikt zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hinwegkommen: nur Menschen, die die Kraft haben, über den eigenen Schatten zu springen. Die letzte holländische Königin aus dem Haufe Dränten, Wilhelmine, hatte den Ruhm, die reichste Fürstin unserer Zeit auf dieser Erde zu fein, aber ihr Reichtum wurde zur goldenen Kette, die sie an London und Washington band, zum verhängnisvollen Schleier, der ihren Blick blind für die Gegenwart und die Zukunft machte. Sie gehört in das Kapitel der Krämerpolitik, die einen Tromp und de Ruyter scheitern ließ. An dem holländischen Volk hat sich eine Tragödie erfüllt. Der Eigentumszusammenbruch, den Holland heute erlebt, hat sein Gegenstück in der deutschen Inflation. Aber das ist nicht das Wichtigste. Solange die Kraft zu einem tätigen Leben nicht geschwunden ist, kann noch am Grabe des Reichtums das Fähnlein der Hoffnung aufgezogen werden, kann geschwundener Reichtum Kraft werden. Die Holländer sind eine tüchtige Rasse. Die Krämerpolitik ist nicht das letzte Wort. In dem Augenblick, in dem sie mit lautem Krachen zusammenbricht, erhebt sich schon die Seele des holländischen Volkes. Nur eins ist notwendig: daß die Vergangenheit Vergangenheit ist, daß das Gestorbene als tot empfunden wird. Dann hat die Gegenwart ihr Recht, dann bleibt für die Hoffnung auf die Zukunft der Raum, den das Leben verlangt. Dr. Ho. Stockholm, 9. März. (Europapreh.) Ueber die Gefahren, die der alliierten Schiffahrt jetzt drohen, berichtet der Korrespondent der „Times", der aus Siügapur nach Java und von dort nach Australien flüchten mußte. Er schreibt, die Gewässer zwischen Java und Australien seien jetzt ebenso gefährdet wie der Atlantik feit Anfang des Krieges. Von Singapur f^ien nur 65 Kilometer bis nach holländischem Gebiet zurückzulegen gewesen. Aber von Java nach Australien seien es *1300 Kilometer über offenes Meer, auf dem japanische Kriegsschiffe nahezu ungehindert tätig seien. Am Abend vor feiner Abreise aus Java sei ein englisches Schiff von Java abgegangen und in 150 Kilometer- Entfernung vom Land t o r p e b i e-r t worden. Weiter sei ein amerikanischer Flugzeugträger, der wichtige Flugzeugverstärkungen von Australien nach Java bringen sollte, in den gleichen Gewässern von den Japanern torpediert worden. „Daily-Expreß" schreibt, nun beginnt die Schlacht der sieben Weltmeere. Die Schläge, die von den Japanern gegen britische Besitzungen in Uebersee, gegen holländisches und amerikanisches Gebiet ausgeteilt wurden, werden in jedem englischen Hause gespürt, als wäre Batavia Birmingham und Port Darwin Aberdeen. Wir dürfen uns nicht mit dem Gedanken trösten, daß es uns heute schlecht, morgen aber dafür guigehen wird. Wir müssen jetzt planen, angreifen und siegen. Wir können aber gegen die Japaner keinen TKrieg führen,wenn wir keine großen Schieß und Flugzeugträger haben, da uns die Stützpunkte fehlen, um sie mit Flugzeugen anzuareifen. Großadmiral Lord Chatfield fragte vor kurzem im Oberhaus, was aus den sieben Schlachtschiffen und 5 Flugzeugträgern geworden sei, deren Kiellegung vor 3Vr Jahren stattfand. W o sind die anderen Schlachtschiffe, die im Jahre 1939 in Auftrag gegeben wurden? Ob es uns paßt oder nicht, wir müssen den Tatsachen ins Gesicht sehen, da die japanischen Eroberungen durch eine Flotte von Schlachtschiffen ermöglicht wurde, die wir nie gesehen haben und von der wir wenig wissen. Wir können nichts gegen sie unternehmen, bevor unsere eigene Flotte und die der Vereinigten Staaten fertig sind. Im Londoner Nachrichtendienst sagte Robert Johnston: „Was die Japaner in kurzen 13 Wochen erreicht haben, ist genau so erstaunlich wie verwirrend. In weniger als 100 Tagen hat Japan tatsächlich e i n E m p i r e erobert. Diese Tatsachen sind unerfreulich. Die Lage ist zweifellos kritisch. Wir müssen die Tatsache anerkennen, daß die vereinigten Nationen einen schweren Rückschlag erlitten haben und daß in unsere Defensive eine Bresche geschlagen wurde. Wir erkennen, daß das Geheimnis von Japans Erfolg in seiner Seemacht liegt. Die Geschwindigkeit des japanischen Angriffs verschaffte den Japanern eine Seeüberlegenheit, welche sie in jeder Weise ausnutzten. Nun bereitet das indischeProblem den Regierungskreisen in London die größten Sorgen. Die Hauptschwierigkeit der Verteidigung Indiens ist nach Ansicht britischer militärischer Kreise die Produktion von Rüstungsmaterial in Indien für den Fall einer Blockierung der Zufahrtswege durch den Indischen Dzean durch die japanische Flotte. Daneben die Lösung des durch die großen Entfernungen' der indischen Häfen gegebenen Transportprobleme s. Indien soll trotz aller Bemühungen eine eigene Rüstungsindustrie im Lande selbst zu organisieren, nahezu völlig auf Einfuhr von schweren Waffen — insbesondere Flugzeuge, Tanks und schwerer Artillerie —, angewiesen fein. Die Haupthäfen Kalkutta, Madras und Bombay sind ebenso weit voneinander entfernt, wie London, Berlin und Smolensk. Die Verbindungsbahnen verlaufen längs der Küste und sind deshalb erheblich gefährdet. Auch die politische Entwicklung in Indien macht den Engländern Kopfzerbrechen. Während des Wochenendes waren in London unaufhörlich Beratungen Churchills mit feinen Ministern im Gange. Auch Lordkanzler Sir John Simon, der in den zwanziger Jahren die Vorbereitungen für die Konferenz am runden Tisch getroffen hatte, wurde zugezogen. Außenminister Eden, der in seinem Wahlkreis reden sollte, wurde in London zurückgehalten, um an den Beratungen teilzunehmen. Man weiß anscheinend nicht, wo die politischen Hauptschwierigkeiten zu suchen sind. Von englischer Seite werden sie mit Meinungsverschiedenheiten zwischen den verschiedenen Gruppen in Indien hemäntelt, während sie tatsächlich auf Differenzen zwischen den führenden Politikern in England selbst zurückzuführep sind. Australien erwartet den japanischen Angriff. Schanghai, 9.März. (Europapreh.) Für den Fall einer japanischen Invasion in Australien haben die Militärbehörden die Vollmacht, überall — wo es ihnen nötig erscheint — die völlige Zerstörung der Straßen. Eisenbahnanlagen, Kanäle, Wasserwerke, Flugplätze, Docks und Werften durchzuführen. Dieser Befehl, der nun herausgegeben wurde, hat in der Bevölkerung Erregung hervorgerufen, da man aus dieser Anordnung liest, daß die australischen Militärbehörden die japanische Invasion als unmittelbar bevorstehend erachten. Umbesetzungen in der LlSA.-Kriegsmarine. Stockholm, 10. März. (DNB. Funkspruch.) Admiral Stark wurde zum Befehlshaber der USA.-Seestreitkräfte in den europäischen Gewässern ernannt, Admiral King, der Ober» befehlshaber der USA.-Flotte, wird gleichzeitig die Aufgaben des Chefs der Flott enopera- t i o n en übernehmen, die bisher Admiral Start oblagen. Letzterer wird sich demnächst nach London begeben, um Vizeadmiral G h o r m l e y abzulösen, der gegenwärtig der rangättefte USA.-Ma- rineoffizier in Großbritannien ist. Ghormley wird einen Posten auf See übernehmen. Tigerjagd auf der Malayen-Halbinsel. Erzählt von Friedrich Schnack. Unser Freund, der Botaniker, der die Malayen- Halbinsel und ihre Urwälder durchquert hatte, um unbekannten Pflanzen nachzuspüren, war nicht nur ein gewiegter Forscher, sondern auch ein treffsicherer Jäger, er kam zuweilen in Umstände, in denen er sich mehr auf sein Jagdgewehr als auf sein wissenschaftliches Gerät verlassen mußte. Dennoch waren ihm seltene Moose lieber als Krokodile und Tiger. Die Eingeborenen eines Dorfes im Busch, er- zählte er, hatten durch die schönen, großen Katzen sehr zu leiden. Als eines Tages einer aus ihrer Mitte dem Tiger zum Opfer gefallen war, kamen die Männer, denen es von der Regierung verboten war, mit Schußwaffen umzugehen, und baten mich inständig, sie von ihrem Peiniger zu befreien. Ich sollte den Tiger töten. Da ich zu arbeiten hatte, wollte ich mich nicht dazu herbeilassen. Die Männer aber ließen mit ihrer Bitte nicht ab, so gab ich endlich nach. Bald hatte ich erkundet, wo der Tiger seinen Wechsel hatte, seinen gewöhnlichen Jagdpfad. An jedem Abend trat er zur selben Zeit an der gleichen Stelle aus dem Busch und ging auf dem gleichen Weg später wieder zu seinem Lager zurück. Nachdem ich die Fährte gefunden hatte, errichtete ich auf einem Baurn ungefähr acht Meter über dem Wechsel einen Hochsitz. Von ihm aus, mutmaßte ich, wurde die Jagd nicht weiter gefährlich sein. Mehrere Abende wartete ich auf fein Erscheinen — vergeblich. Ich wollte es schon aufgeben, da erschien am fünften Abend der Tiger. Es war kurz vor Einbruch der Nacht. Aus dem Geäst meines alten Urwaldbaumes vermochte ich ihn gerade noch zu erkennen, wie er gleich einem geheimnisvollen Schatten zwischen den Blättern der Büsche hin- huschte. Grünlich flimmerten seine Lichter, die nacht- durchdringenden Katzenaugen. Flink und geräuschlos legte ich an und feuerte: wie mir vorkam, brach er auf den Schlag zusammen. Da ich Patronen sparen wollte, schoß ich nicht ein zweites Mal. Ich hatte jedoch kaum den Karabiner abgesetzt, als der vermeintlich Getroffene aufschnellte und in einer (Entfernung von ungefähr dreißig Schritten im Dickicht verschwand. Dann war es auch schon völlig dunkel und vom Tiger nichts mehr zu sehen. Doch um so deutlicher hörte ich ihn: unbändig fauchte und wütete er gegen mich, dessen Nähe er bei dem leise ihm zuwehenden Nachtwind zu wittern schien. So war er also angeschossen. Daß er sich rächen wollte, konnte mir nicht zweifelhaft sein. Doch blieb er liegen. Er wollte mich gewiß erwarten. Dadurch kam ich in eine unbehagliche Lage, wohl oder übel mußte ich die Nacht auf dem Baum verbringen. Diese Aussicht mochte mir wenig gefallen. Ich dachte an mein gemütliches Zimmer, das ich bei einem Pflanzer gefunden hatte, auch an meine gesammelten Pflanzen und Präparate daheim auf dem Tisch. Die vielen Stechmücken, die mich umschwirrten, ließen mich noch sehnsüchtiger werden. Sie begannen mir die Sache zu verleiden. Immerhin waren sie noch zu ertragen. Ich hatte mich bereits an diese Quälgeister gewöhnt, und wahrscheinlich wäre ich während der ganzen Nacht auf dem Anstand geblieben, um in der Morgendämmerung dem Tiger den Gnadenschuß zu geben, wenn nicht eine neue Plage hinzugekommen wäre, die teuflischen roten Feuer- unreifen. Sie sind groß und gefährlich. Wahrscheinlich hatten sie auf dem Baum ihre Nester. Beim Bau des Hochsitzes hatte ich nicht aufgepaht und ihre Bauten in den Zweigen nicht beachtet, so mußte ich für meine Unachtsamkeit büßen. Diese Höllenbrut, durch den Schuß und noch mehr durch den sie störenden Pulverdampf wach und wild geworden, siel mich von allen Seiten an. „Im Ameis- h auf en wimmelt es!" heißt es bei Wilhelm Busch. Hier aber wimmelte und biß, stach urtb brannte es. Der Biß der Feuerameise schmerzt wie ein Wespenstich. Obendrein spritzt sie einem ihre Ameisensäure, ein gefährliches Gift, in die Wunde. Ich zweifelte nicht daran, als ich den ersten Stich weghatte, daß ich tot vom Baume fiele, sobald erst eine Hundertschaft dieser Krieger mich verwundet haben würde. Schon nach wenigen Augenblicken hatte ich eine ganze Anzahl von Bissen empfangen — ich schüttelte mich und versuchte, die roten Teufel wegzuschnicken, doch kamen beständig neue herbei und erprobten ihre Waffen an mir. Wohl oder wehe! Ich mußte das Feld räumen, den Baum verlassen. Unter aber fauchte noch immer der Tiger. Keinem Helden des klassischen Altertums, ^.der sich zwischen Schlangen und Löwen schweben sah, konnte behaglicher zumute fein als mir. Mich befiel eine Höllenangst. Alles aber konnte mich nicht mehr aufhalten, ich mußte, koste es, was auch immer, von dem schrecklichen Baum hinuntersteigen. Vorsichtig, sehr behutsam, sichernd und horchend, kletterte ich am Stamm in die Tiefe. Kaum am Boden angekommen, ließ ick mich in die Knie nieder, und das Gewehr im Anschlag, erwartete ich den Ansprung des Tigers. Eine kleine Oellampe, mit Docht und Kokosnußöl versehen, hatte ich angebrannt und am Gürtel. Sie leuchtete matt. In dieser Stellung verblieb ich ungefähr zehn Minuten. Zu meiner Ueberraschung nahm mich jedoch der Tiger nicht an. Hielt ihn das Licht zurück? Nicht das Geringste von ihm war mehr zu vernehmen. Mich behutsam (aufrichtend und vorsichtig rückwärts gehend, entfernte ich mich langsam von dem Ameisenbaum. Hatte mein Schuß so gut getroffen, daß die große Katze doch verendet war? Als ich an die sechzig Schritte vom Baum weg war, drehte ich mich um, in der Absicht, nun schleunigst die Beine in die Hand zu nehmen und in das Dorf zurückzueilen. Wie erschrak ich aber, als ich im gleichen Augenblick hinter mir ein leises Geräusch, das von einem zerbrechenden Zweig her- rührte, zu hören glaubte. Blitzschnell wandte ich mich um, drückte den Karabiner unter den rechten 'Arm, krümmte den Zeigefinger am Abzug und leuchtete mit der Laterne in der linken Hand. Im Schimmer des Lichtes stand in der Waldesfinsternis, acht Schritte vor mir, die mächtige Katze. Erschreckender, dämonischer Anblick! Zum genauen Zielen reichte die Zeit nicht, der Tiger zog sich bereits wie zum Sprung zusammen ... Wie willenlos handelnd drückte ich ab. Im selben Augenblick erlosch, wie vom Knall des Schusses erschreckt, die Lampe, und die tiefe Finsternis überfiel mich. Rasch sprang ich mit einem riesigen Satz zur Seite und verfeuerte meine letzten Patronen gegen die Stelle, wo ich den Tiger vermutete. Hierauf versuchte ich schnell ein neues Patronenlager in den Karabiner zu schieben. In der Aufregung und Hast entfiel der Rahmen jedoch meiner Hand, ich konnte ihn in ber stockfinsteren Nacht nicht wiederfinden. Fürchterliche, Angst durchzuckte mich. Der Tiger? Hatte ich getroffen? Kam er? Warum kam er nicht? Näherte er sich nicht schon auf leisen Katzensohlen? Das Blut brauste in meinen Obren — ich glaubte ihn heranschleichen zu hören. Wie versteint stand ich, völlig ratlos und betäubt. Dann ermannte ich mich, suchte in den Taschen nach Streichhölzern, fand sie und entzündete wieder die Oelfunzel. Ihr kleiner Schein verscheuchte sofort alle Furcht und Täuschung — ich sah: genau vor mir lag der Tiger hingestreckt — tot. Vor Freude wußte ich mich kaum zu fassen. Dann verließ ich den Wald und begab mich zu den Leuten des Dorfes, um ihnen den Abschuß zu verkünden. Sie hatten meine Schüsse gehört, sich aber nicht in den Wald getraut, weil ich nicht nach dem ersten Schuß zurückgekommen war. Ich führte sie zu meiner Jagdstrecke und überließ ihnen die Beute — bis auf die Decke, es war ein prachtvolles, schöngezeichnetes Fell, der Königsmantel des Herrn im Dschungel, der mir so schreckliche Augenblicke zugefügt hatte, eine abenteuerliche Erinnerung an den Malayenwald, den Ameisenbaum und die pechschwarze Nacht der Gefahr, der wilden Natur und des Jägerglücks. Zeitschriften. — Die Kunst schweigt trotz dem Kriege nicht, und so wendet sich bte „neue linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig-Berlin) ihr im besonderen in ihrem schönen Märzheft zu. Wir sehen Pastelle (Schauspielerköpfe) von Hans Jürgen Kallmann, in einer Technik von überraschender Kraft und in farbigen Reproduktionen.* „Münchner Regisseure", Fortsetzung der Veröffentlichung über Berliner Spielleiter. Einige der schönsten Steinmasken, die uns aus der Antike geblieben sind. Ober in der Reihe „Wie Dichter wohnen" Erwin Wittstocks Haus. Wir lesen: Die erste Preisnovelle dieses Jahres und mit ihr das Ergebnis des 11. Erzählerwettbewerbes. Soldatengedichte und den Berliner Theaterbericht XL — Daneben bringt die „neue linie" als Landschaftsthema herrliche Photos vom Weserbergland, dem „Stromland der Märchen und Sagen". Und eine ungewöhnliche Soldatenveröffentlichung, die Physiognomien zeigt, wie sie soeben überstandener, unerbittlicher Kampf prägte. — Die neue Frühjahrsmode zeigt das erste Frühjahrsheft der „Modenwelt" (im Deutschen Verlag, Berlin). Es bringt Kleider für jede Gelegenheit, Frühjahrskostüme, leichte Mäntel, Jackenkleider usw. Neue Blusen werden gezeigt. Praktische Umänderungs-Vorschläge werden gemacht. Auch Iungmädchen-Modellen und Kinderklefdera widmet das neue Heft einige Seiten» Schwere Abwehrkämpfe im südlichen Abschnitt der Ostfront. Fruchtgarten unter dem Aequator. Oie wirtschaftliche Bedeutung Tliederländisch-Indiens. Nirgendwo unter dem Aequator zeigt sich die tro- pische Landschaft so rein in ihren wesentlichen Merk, malen wie auf den Inseln von Niederländisch-Jn- dien in Südostasien. Diese erstrecken sich mit einer Oberfläche von 1899 751 qkm und einer Bevölke- rung von 66 Mill. Einwohnern, davon 250 000 Europäern, ziemlich gleichmäßig zu beiden Seiten des Aequators und setzen sich zusammen aus den Großen und Kleinen Sundainseln sowie den sich an beide anschließenden Molukken oder Gewürzinseln. Ihr Aufbau ist trotz sehr reichlicher Gebirgsentwicklung so glücklich, daß selbst eine so große Insel wie Borneo (735 000 qkm) keine Landschaft besitzt, die nicht dem Einfluß des Ozeans zugänglich wäre. In- olgedeffen ist die Pflanzenwelt außerordentlich entwickelt. Auf den meisten noch in der Form des Urwaldes, hingegen ist es den Holländern in dreihundertjähriger Kolonisationsarbeit gelungen, die. Insel Java (132 000 qkm) derartig zu durchdringen, daß sie schon seit langem die ehrende Bezeichnung eines „Fruchtgartens des Ostens" mit Stolz trägt. Im bescheidenen Maße verdient ihn auch die vielgliederige Insel Celebes, während ihn Sumatra und die Molukken anstreben. Borneo, dessen nördliches Viertel britisch war, wird einstweilen noch etwas vernachlässigt. In der gleichen Reihenfolge kommen die Inseln hinsichtlich der Bevölkerungsdichte. Java sieht 315 Menschen auf 1 qkm bei einer Gesamteinwohne?- zahl von 42 Mill. Es erreicht damit die dichteste Be. völkerung in der tropischen Zone überhaupt. Demgegenüber fallen Celebes mit 22, Sumatra mit 18 und Borneo gar nur mit 4 Menschen auf 1 qkm ganz ungeheuer ab. Ihre natürliche Fruchtbarkeit t zwar nicht geringer, aber es fehlt die erziehende Hand des Weißen, der die überall gleichartige malaiische Bevölkerung zu so großen Leistungen heranbildet wie aus Java. Die Fruchtbarkeit der Sundainseln hängt zum großen Teil von dem feinen Aschenstaub ab, den die zahlreichen Vulkane, besonders aus Java, gewissermaßen als Düngemittel ausstoßen. Das feuchtwarme Klima bindet ihn schnell und erzeugt dann die beispiellose Fruchtbarkeit. Der Urwald 'ift auch in Java noch längst nicht verschwunden, aber im ganzen erscheint doch die Insel wie ein Garten bestellt. Reisterrassen wechseln mit Pflanzungen von Zuckerrohr, Tee, Kaftee und Tabak. Die Holländer haben den sonst nur in Südamerika vorkommenden Chinarindebaum eingeführt und versorgen mit den daraus gewonnenen Heilmitteln fast die ganze Welt. Gleichfalls machten sie den G u m m i b a u m heimisch. Sein plantagenmäßiger Anbau ist derartig gesteigert worden, daß der daraus gewonnene Kautschuk mit 16 v. H. an der Spitze aller pflanzlichen Erzeugnisse steht. Es folgen Tee, Zucker und T a b a k mit se 8 v. H., Kopra mit 6, Kaffee mit 4 und Pfeffer mit 3 v. H. Die Ausfuhr von gesamt Niederländisch-Indien betrug 1937 über eine Milliarde holländischer Gulden, während die Einfuhr nur eine halbe ausmachte. An der Spitze aller Ausfuhrposten steht das Erdöl mit etwa 20 v. H., beachtlich bleibt außerdem noch das Zinn mit 8 v. H. Grundverschieden waren die Ausfuhr- und Einfuhrländer., In dem ersten Falle marschierten an der Spitze die Niederlande selbst mit etwa 30 v. H., es folgten die Vereinigten Staaten von Amerika mit 20 und Britisch-Malaya mit 15 v. H., dann in weitem Abstande Großbritannien und Japan mit je 6 v. H. Die Einfuhr nach Niederländisch-Indien besorgte in erster Linie Japan mit 30 v. H., dann folgten in weitem Abstande die Niederlande mit 17 und Britisch-Malaya mit 11 v. H., während die Vereinigten Staaten und Großbritannien mit je 8 v. H. von Deutschland mit 10 v. H. übertroffen wurden. An der Spitze der Verwaltung von Niederländisch- Indien stand ein Generalgouverneur, der über ausgedehntere Vollmachten verfügte als üblicherweise die englischen Gouverneure. Die Einnahmen und Ausgaben des Landes pflegten sich auszugleichen. Ein Drittel der letzteren entfiel auf Heer und Marine. Die Kolonialarmee umfaßte 50 000 bis 60 000 Mann, davon waren ein Drittel Europäer. Alle Europäer, Militär und Zivil, lebten unter holländischen Gesetzen, verwaltet von holländischen Richtern, die Rechtspflege bei den Eingeborenen wurde gemäß deren Gewohnheiten und Einrichtungen von eingeborenen Richtern ausgeübt, eine Einrichtung, die sich schon seit langem gut bewährt hat. Nicht fielen darunter die etwa 2 Millionen Einwanderer) von denen ein gutes Drittel Chinesen waren, die übrigen Japaner, Araber und sonstige Orientalen. Oer Wehrmachiberichk. DNB. Aus dem Führerhauptquarller, g. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im südlichen Abschnitt der Ostfront sind weitere schwere Abwehrkämpfe im Gange. Auch an den übrigen Frontabschnitten setzte der Feind seine ergebnislosen Angriffe fort. Eigene Angriffs- Unternehmungen brachten örtliche Erfolge. Bei Luftangriff en auf feindliche Nachschublinien wurden allein im Waldai-Gebiet 36 Transportzüge schwer getroffen. Kampfflugzeuge erzielten bei Nachtangriffen auf Rybinsk Bombentreffer schwersten Kalibers in dem dortigen Flugzeugwerk. In der Zeit vom 6. bis 8. März verloren die Sowjets 62 Panzer. In Nordafrlka wurden britische Spähtrupps zurückgeworfen. Wirkungsvolle Luftangriffe richle- teu sich vor allem gegen Hafenanlagen von Tobruk. Auf dem Flugplatz G a m b u t wurden vier britische Flugzeuge am Boden zerstört. Feindliche Flugplätze auf der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht bombardiert. Im Kampf gegen Großbritannien wurden in der letzten Nacht Hafengebiete am hu mb er und T y n e mit Spreng- und Brandbomben belegt. Deutsche Iäger vernichteten an der englischen Süh lüfte sechs Sperrb^llone und schossen mit Bordwaffen ein kleines Handelsschiff In Brand. Bel Angriffen der britischen Luftwaffe auf die b e s e h t e n Westgebiete, u. a. auch auf Paris, wurden am gestrigen Tage in Luft- kämpfen und durch Flakabwehr acht feindliche Flugzeuge abgeschossen. Britische Bomber griffen in der Nacht zum g. März einige Orte in Westdeutschland an. Die Zivilbevölkerung hatte geringe Berluste. Mehrere öffentliche Gebäude wurden beschädigt. Bier der «»greifenden Flugzeuge wurden abgeschossen. Mit -em Ritterkreuz ausgezeichnet. B e r l i n , 9. März. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalleutnant Freiherr von Wrede, Kommandeur einer Infanterie-Division; Oberstleutnant Dr.-Ing. Schröder, Kommandeur eines Pionier-Bataillons ; Hauptmann Hieber, Führer eines Infanterie-Bataillons, und Wachtmeister Kirchner, Geschützführer in einer Sturmgeschützbatterie. Generalleutnant Freiherr von Wrede hat fünf Wochen lang, alle Angriffe der Sowjets gegen die weitausgedehnten Stellungen einer Division abgewehrt. — Oberstleutnant Dr.-Ing. Schröder hat als Kommandant eines Stützpunktes im südlichen Abschnitt der Ostfront mit feiner tapferen Besatzung Zahlreiche Angriffe einer durch schwere Panzer unterstützten Sowjetdivision in heldenhaft geführter Verteidigung abgewehrt. Dabei hat er beherrschende Höhen, die vorübergehend dem Femo überlassen werden mußten, durch Gegenstoß wieder in Besitz genommen. — Hauptmann H i e b er hat vom 18. bis 22. Januar elf Angriffe der Sowjets, die häufig in Stärke einer Division gegen die Stellungen des deutschen Infanterie-Bataillons vorgetragen, wurden abgewiesen. Als es den Bolschewisten bei einem starken Schneetreiben gelungen war, in den Ostrand einer Ortschaft einzudringen, hat Hauptmann Hieber mit rasch zusammengefaßten Kräften aus Meldern, Schreibern, Fahrern seines Stabes den eingebrochenen Feind im erbitterten Nahkampf über die Ausgangsstellung hinaus zurück- gedrängt. — Wachtmeister Kirchner schoß bei Abwehr starker feindlicher Durchbruchsversuche trotz starken Pak- und Artillerie-Feuers am 11. 2. sechs Feindpanzer, und am 12. 2. einen 52-Tonner und zwei 32-Tonner ab. In der folgenden Nacht und am nächsten Tage setzte er sein beschädigtes Geschütz wieder instand und schoß bei einem Angriff der Bolschewisten einen 64-Tonner und einen weiteren 52-Tonner ab. Am 16. 2. hat er von 20 angreifenden Sowjetpanzern allein mit seinem Geschütz sieben überschwere Kampfwagen vernichtet. die raffiniertesten Stellungen, um sich nach allen Seiten gleichzeitig abzustützen. Man zieht die Knie an den Bauch, stemmt sie gegen die rechte Seite der Koje, macht einen krummen Buckel und stemmt ihn gegen die linke. Sehr bequem ist die^e Lage allerdings nicht. Einen halben Meter von meinem Ohr donnern die Seen gegen den Bootsrumpf. Im Boot sind tau- end Geräusche. Konservendosen rutschen im Spind von einer Seite auf die andere. Teller, Messer und Gabeln klappen: gegeneinander. Ein Schott knallt zu. Aus dem Lokus pumpt jemand eifrig und mit Hingabe das hinweg, was an Land die Wasser» pülung besorgt. Irgendwo klappert ein Gegenstand rhythmisch mit beharrlicher Ausdauer gegen die Wand. • Diel Schlaf gibt es nicht in solchen Sturmtagen. Sie zerren an den Nerven. Die Gesichter werden bleich und hager. Der Kommandant entschließt sich, des Abends kurz auf Tiefe zu gehen, um die Ventile auszutauen und der Mannschaft wenigstens eine ruhige Mahlzeit zu ermöglichen. Diele haben seit Tagen nicht gegessen. Ein Mann stürzte aus seiner Koje, zerschlug sich das Gesicht an den Scherben seines Tellers, den er gerade in der Hand hielt. Ein anderer fiel mitsamt seiner Hängematte, deren Stropp an einer scharfen Kante schamfielt hotte, auf die eisernen Platten und holte sich eine leichte Gehirnerschütterung. . „Bald sind wir ein Lazarettschiff und kein U-Boot mehr?" sagt der Kommandant. Es wird Zeit, daß das Wetter besser wird. Gaukutturwari (SmU Conrad seinen Verletzungen erlegen. NSG.-Gauhauptstellenleiter Emil Conrad ist seinen schweren, an der Ostfront erlittenen Verwundungen erlegen. Der Gau Hessen-Nassau verliert in ihm wiederum einen seiner. Besten. Conrad wurde 1907 in Bischmisheim an der Saar geboren. Nach Besuch des Ludwig-Realgnmnasiums in Saarbrücken widmete er sich dem Studium der Philologie, das er mit der wissenschaftlichen Staatsprüfung für das Lehramt an höheren Schulen abschloß. Als Saardeutscher hatte sich Conrad aktiv in dem Kampf um seine Heimat eingesetzt. Bereits vor dem Durchbruch der Bewegung galt seine Arbeit dem Sieg der nationalsozialistischen Idee. Sein politischer Einsatz diente später im wesentlichen dex studentischen Arbeit, in deren Rahmen er zunächst das Amt des Hochschulgruppenführers des RSD.-Studentenbundes an der Universität. Frankfurt und später des Gaustudentenführers bekleidete. Er war Träger des Ehrenzeichens des NSD.-Studentenbundes. Die Arbeit.seiner letzten Jahre galt vor allem den kulturellen Belangen der Partei des Gaues Hessen-Nassau, für die er sich, als er durch den Gauleiter zum G aukulturwart berufen worden war, jederzeit mit seiner ganzen Persönlichkeit einsetzte. Tagung des Führerkorps der NGOAP. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Spreu- g e r hatte das Führerkorps der NSDAP., ihrer Gliederungen und angeschlossenen Verbände zu einer Tagung zusammengerufen. Nachdem der Gauleiter die Grundsätze und Richtlinien für die Arbeit der Partei in den kommenden Wochen gegeben hatte, sprach ReichsgefolgschaftSwart M e t h l i n g (Berlin) über „Die Neuordnung des Landarbeitslebens auf völkischer Grundlage". Anschließend erstattete stellv. Gauleiter Linder Bericht über die Tagung der Reichsleiter und Gauleiter in München. Ferner nahm der Gaubeauftragte für die Kohlenftage, Dr. W a g n e r, zu der gegenwärtigen Kohlenlage Stellung. Die Tagung wurde am Nachmittag mit einer Besichtigung des Musischen Gymnasiums abgeschlossen. Oie Neuordnung des NS.-Attherrenbundes. Auf einer Arbeitstagung der Gauverbände Hessen- Nassau und Kurhessen des NS -Altherrenbundes der Deutschen Studenten sprach der Amtschef des NS.- Altherrenbundes, Pg. Dr. O st a r h i l d , von der Reichsstudentenführung über die Eingliederung der Altherrenvereinigungen alter Korporationen in die neu zu errichtenden Altherrenschasten des NS.-Alt- herrenbundes der Deutschen Studenten» Es fei gelungen, 700 Altherrenschasten mit 100 000 Mitglie- dern aufzubauen. Die Verantwortung des Alther« rentums als Bannerträger einer großen Idee verpflichte jeden, über die Irrungen und Wirrungen der Vergangenheit die Ideale des deutschen Stu- dententums zu stellen. Der Altherrenbund wolle durch Zusammenarbeit mit den Vereinigungen der alten Zeit die heutigen nationalsozialistischen Studentenschaften unmittelbare Traditionsträger der früheren Vereinigungen werden lassen. Die Alten Herren sollen an ihr ureigenes Gebiet herangeführt werden, wobei auch ihren Vereinigungen die Möglichkeit gegeben ist, ihre Tradition fortzusetzen. Aus ideellen Gründen solle eine Auflösung und Liquidation der Altherrenvereinigungen alter Korporationen vermieden werden und den einzelnen Vereinigungen die freie Entschließung überlassen bleiben. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels hat dem in Wien lebenden Dichter Joseph. Weinheber zu seinem 50. Geburtstag telegraphisch feine besten Wünsche übermittelt und ihm durch Reichspropagandaamtsleiter Frauenfeld eine Ehrengabe überreichen lassen. ♦ Geheimrat Dr. Robert Allmers, der langjährige Präsident des Reichs verband es der Auto- mobllindustrie und ständige Vertreter des Leiters der Wirtschaftsgruppe Fahrzeugindustrie, vollendete sein 70. Lebensjahr. Allmers gründete 1905 die ftan» a-Werke in Varel in Oldenburg, die späteren Hansa- Lloyd-Werke in Bremen. Die Marktordnung für den Kraftfahrzeughandel ist sein Werk. z * Aus Freude über die von der Heimat gespendeten Woll- und Pelzsachen veranstaltete ein moselländisches Infanterie-Regiment eine besondere Sammlung zugunsten des Deutschen Roten Kreuzes. Sie ergab 77 401,50 RM. Es handelt sich um ein Regiment, das im Ostfeldzug wiederholt Beweise höchster Tapferkeit und hartnäckiger Ausdauer abgelegt hat. * Am 7. März fand in Berlin eine Konferenz von Vertretern der in Europa lebenden Inder statt, die die von Bose erlassene Freiheitsbotschaft mit größter Genugtuung aufnahmen und in einer Resolution Chandra Bose Vertrauen und Gefolgschaft versprachen. * Der USA.-Botschaster in London, John G. W i n a n t, ist mit dem Clipper-Flugzeug in Neu- york eingetroffen. Er wird Roosevelt Bericht erstatten. * Der britische General Jock Campbell ist durch ein Kraftwagenunglück ums Leben gekommen. Campbell war der Organisator der auf britischer Seite in Libyen eingesetzten Panzerkolonnen. * Eine der hervorragendsten irischen Frauen, Mary Mac Sweenie, ist nach langer Krankheit gestorben. Sie hat ihre große Tatkraft für die Idee der irischen Unabhängiakeit und für irische Sprache und Kultur eingesetzt. Ihr Bruder starb während des Hungerstreiks. Sie selbst war im Gefängnis und hat an mehreren Hungerstreiks teilgenommen. * Nachdem sich der bisherige iranische Ministerpräsident Furughi acht Tage lang bemüht hatte, ein neues Kabinett zustande zu bringen, hat nun der bisherige Außenminister S o h e i l i die Regierung neu gebildet. Er selbst übernimmt auch das Innenministerium und behält das Außenministerium bei. Kriegsminister wird General Jahanbani (bisher Verkehrsminister). * König Gustaf von Schweden mußte sich einer Blasenoperation unterziehen, wobei ein großer Blasenstein entfernt wurde. Die Operation verlief normal, der Zustand des Königs ist vollkommen zufriedenstellend. In einer Sondersitzung des Kronrates wurde Kronprinz Gustaf Adolf beauftragt, während der Krankheit des Königs die Regierungsgeschäfte zu führen. Der ungarische Regierungschef von Bardossy, der sich wegen seines angegriffenen Gesundheitszustandes in einem Budapester Sanatorium? befinde^ hat seine Demission eingereicht. Schutz gegen den Ostwind. Deutsche Reichsarbeitsdienstführer bei einer Einsatzübung an der Cismeerfront. Die Fahrt mit den Polar- Hundeschlitten geht hier an einer Holzwand, die den eifigen Wind abhält, entlang. (PK.-Kriegsberichter Serr sSch.si) .. Deutsche Ll-Boote auf Feindfahrt in der Polarnacht Von Kriegsberichter Dr. Horst Gotthard Ost. II. Wie hat sich das Boot unten verändert in den vier Stunden! Von der Besatzung sieht man nicht mehr viel. Wer Freiwache hat, liegt in seiner Koje und schläft. Dafür sind die „toten" Gegenstände um so lebendiger geworden. Auf dem Fußboden führen Seestiefel, Zitronen, Taschenlampen, Teller und Löffel einen tollen Reigen auf. Eine Eierklste, die vor meiner Koje stand, möchte gern mttmachen. Rumms, saust sie nach Steuerbord rüber, wie das Boot überholt. Ueberall mußte der Koch feinen Proviant verstauen, so wenig Platz ist im 50001 Hart an meinem Kopf vorbei saust eine Kilo- Gemüsekonservendose durch die, Luft. Das ging gerade noch mal gut. Plötzlich schießt eine armlange Hartwurst in die Suppenterrine, bie noch halb gefüllt auf der Back steht. Das ist ja wie tm Schlaraffenland? Aber die Suppenterrine nimmt diesen Scherz der Wurst übel. Sie neigt sich über bie Tisch- kante, stürzt, verliert einen Henkel und em Stuck Rand und ergießt ihren Inhalt über den Kokos- läufer. Das Idyll dort unten wird immer bunter. Jetzt interessiere ich mich aber doch für die Herkunft all dieser guten Sachen, die hier vom Himmel zu fallen scheinen. Aha, dort zwischen Druckkorper und Holzverschalung ist ein schmaler Zwischenraum, in dem der Proviant schön kühl liegt. Draußen strömt fortlaufend die garantiert-patentiert-echte Dauerkühlung durch Eismeerwasser vorbei. Die Verschalung zieht sich bis zur halben Hohe des Raumes Hinter ihr liegen Konserven, Zitronen, Wurste und andere gute Dinge. Solange die Krängung des Bootes 45 Grad nicht überschreitet, geht alles gut. Aber dann wird es kritisch. Dann wird der Proviant neugierig und möchte sich im Innern des Bootes umsehen. Nun, mit ihm werden wir bald aufräumen, und es wird Platz geben. Die vitaminreiche Gemüsesuppe, die der Back- schafter anbringt, schmeckt ganz vorzüglich. Der arme Back cha ter! Er ist kreidebleich. Schweißperlen stehen ihm auf der Stirn. Man steht es ihm an. er kann das Essen nicht einmal von ferne riechen, so übel ist ihm. Er möchte sich am liebsten auf seine Koje packen und die Welt untergehen lassen. Aber Dienst ist Dienst, auch dieser unscheinbare, aber sehr wichtige Dienst als Backschafter. Er, mutz das Essen aus der Komoüse heranschleppen und hinterher das Geschirr abwaschen, stürzende Teller halten, über Gtag gegangene Essensreste auflesen, den Inhalt der Suppenterrine vom Kokoslaüfer entfernen usw. Es ist zum Gotterbarmen, aber Krieg ist Krieg, und winterliche Seefahrt im Eismeer keine Vergnügungsreise. Die Schlingerleisten aus der Back versagen ihren Dienst, erweisen sich als immer noch nicht hoch genug, obwohl sie beim Essen schon genug stören. Jeder Teller steht in einer eigenen kleinen Box, aus der er nicht ausbrechen soll. Unseren „zoologischen Garten" nennen wir das. Wenn der „Zoo" auf der Back erscheint, steht das Barometer auf Sturm. Er ift das untrügliche Anzeichen für jede Wetterverschlechterung. „Achtung, Boot ändert Kurs!" kommt es von der Brücke durch den Lautsprecher. Auch das noch! Das heißt für uns: Teller festhalten — wir gehen quer zur See!" „Konnte der Obersteuermann damit nicht bis nach dem Essen warten?" schimpfen mir. Nun geht es erst richtig los. Plötzlich werden die langen, schlanken Würstchen, die wir auf den Tellern haben, lebendig. Aalgleich, wie Blindschleichen oder ähnliches Schlangengetier gleiten sie über die Tellerränder. Elegant wie Rennpferde nehmen sie die Schlingerleisten, brechen aus den Boxen aus, saufen auf den nun schon ziemlich schmutzig gewordenen Boden und verstecken sich in ihrer rosigen Unschuld schamhaft unter einer Koje, ehe wir sie noch halten können. Ausdrücke wie „Hürdenrennen", „Pferdebahn.", „alte Erinnerungen" fallen. Das wird zuviel für den L. I. (Leitenden Ingenieur). Als Mann der Maschine hat er mit Neptun gar keine guten Verbindungen. ,Laß mich mal raus!" sagt er zu dem Eins W. O., der ihm den Ausgang versperrt. Dieser, selbst seelisch mit feinem Innern kämpfend, reagiert zunächst nicht daraus. ,.Laß mich mal raus!" wiederholt der L. I. lauter und gibt ihm einen Schubs in die Seite. Das ist unmißverständlich. Er wird durchgelassen. Aber auch der Eins W. O. verschwindet. Die Tafelrunde lichtet sich. Die Gemüsesuppe war zwar vorzüglich, aber man soll das Schicksal nicht heraus- fordern. Es erscheint angebracht, sich schleumgst langzumachen. Nach wenigen Minuten liegt die zwote Seewache in ihren Kojen. Oben steuern Kameraden das Boot sicher durch die tobende See. Wir können uns beruhigt aufs Ohr legen. Das ist leichter gesagt als getan, schlafen Sie einmal in einem Bett, das sich abwechselnd um 45 Grad nach rechts ober links neigt! MM erfindet Grünberg i. H., im März 1942. • 840 D Darmstadt, Eichbergstraße 2. 828 P he/ZEpwea, GL0RIO 842 D gegeben. 825V Preise von RM.0.90 bis3.60. Hesfischer 827 D ödjwarze osen agung. Statt Karten! Danks Für die zahlreichen Beweise herzlicher I ".y» 11 Tüchtige Stütze mit bürgerl. Kochkenntniss , alsbald „eine mit bürgerl. Kochkenntnissen Neueste Wochenschau für gut besuchtesFremdenheim 0996 iteilengesuche) | Verkäufe | _ Liselotte Henkel. Wie kommt das..? Seche Gießen, den 9. März 1942. 0985 830 D >. 1 Bezirksspark. >. J Johannesstr. Verteilungsstelle 1, Schanzenstraße: Montag, Mittwoch, 18.3. Donnerstag, 19.3. 838 D PPLQST Innigsten Dank für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und bei dem Tode unserer lieben Mutter. Im Namen der Hinterbliebenen: Eduard Braun, Apotheker. Handels- und Gewerbebank Servierfräulein Hausmädchen Hausbursche EinWien-Film im Verleih der Bavaria - Filmkunst SPIELLEITUNG: HANS THIMIG Frau Müller reicht mit ihren Waschmitteln immer gut aus und kommt nie in Verlegenheit; ihre Wäsche ist blütenweiß und wird beim Waschen geschont. [Emmi 841 D Gut erhaltener Stutzer mittlere Figur, zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 0978 a. d. G. A. ‘Vollmitreißender Spannung 6is zur letzten Szene WILLY BIRGEL der russische Gouverneur TIHUEAIDER der Universitätsstadt Gießen TJHDEATIER der Universitätsstadt Gießen der Schmutzlöser mit der Doppelwirkung Gretel Thöt und Angehörige. ___________________831 D Wesen Erkrankung wird heute, den 10. März Das Spitzentuch der Königin gesucht. Eintritt am 15. April. Bad Nauheim, Villa Else. 839 P MARTE HARELL WINNIE MARKUS JANE TILDEN HANS HOLT HERMANN THIMIG PAUL HÖRBIGER 18.3. 13.3. 13.3. Bezirksspark. Zweigstelle Kaiserallee Danksagung. Allen denen, die uns bei unserem schweren * Verluste aufrichtige Teilnahme erwiesen, sagen wir hiermit herzlichsten Dank. Gießen, den 9. März 1942. Das Leben Ferdinand Raimunds, seine Freunde und die ihn umgebenden Frauengestalten und sein Weg vorn jungen Schauspieler zum gefeierten Volksdichter seiner Zeit, geschildert in einem Film voller Heiterkeit, Wehmut und Glanz des Wiener Biedermeiers Verteilungsstelle 29, Kaiserallee r Verteilungsstelle37, Kugelberg: _ „ _ \ Handels- und j Gewebebank Wir bitten, die erhaltene Empfangsbescheinigung bei der zuständigen Kasse vorzulegen. Die Auszahlung erfolgt nur gegen Rückgabe der weißen Empfangsbescheinigung. Die Auszahlung erfolgt jeweils in der Zeit von 8 bis 18 Uhr und von 15 bis 16 Uhr. Nach Möglichkeit bitten wir die Auszahlungszeit von 8 bis 13 Uhr zu benutzen. Gemeinschastswett-Dersorgungsring Oberhessen-Aaffau G.m.b.S. Giktzrn, GLimsealKabk lt» Danksagung. Für die überaus herzliche Anteilnahme durch Wort und Schrift sowie für die Kranzspenden sagen wir allen, auch denen, die es sich nicht nehmen ließen, unserem lieben Entschlafenen, dem San.-Uffz. Albert Speier, das letzte Geleit zu geben, unsere tiefempfundenen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Amanda Speier, geb. Röhrsheim Familie Heinrich Speier. Odenhausen/Lahn u. Salzböden, im März 1942. _______0993 Am 19. Februar 1942 erlag unser lieber guter Sohn Helmut Löher Student der Forstwissenschaft Leutnant in einem Infanterie-Regiment seiner am 2. Februar in den Kämpfen im Osten erlittenen Verwundung. Oberforstrat Otto Löber Paula Löber, geb. Fischer Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang meiner lieben Frau, besonders für die Kranz- und Blumenspenden und die Begleitung zur letzten Ruhestätte danke ich herzlich imrNamen aller Hinterbliebenen t Friedel Hofmann. '111%. Frau Schulze verbraucht zuviel Waschmittel und macht sich unnötige Arbeit; ihre Wäsche wird nur durch langes Kochen und starkes Reiben klar. Infolge eines tragischen Unglücksfalles verschied am 8. März als Opfer seines Berufes unser lieber Landarbeitslehrling Heinrich Gorr im Alter von annähernd 15 Jahren. Der Verstorbene war der Liebling der ganzen Familie. Durch sein hilfsbereites, gefälliges Wesen und seinen vorbildlichen Fleiß gewann er sich unsere höchste Achtung und Wertschätzung. Wir trauern um ihn wie um einen braven, treuen Sohn und werden stets in Liebe und Dankbarkeit an ihn denken. In tiefem Schmerz: Familie Ludwig Schäfer II. Harbach, den 7. März 1942. Schöne Simmentelßr Kuli m.Mutterkalb(4.) sofort geg. bar zu verkauf,da Besitz, momentan auf Urlaub. Zu erfr. am Mittw., 11.3. bei Ernst Bender, Bäckermeister Villingen bei Hungen. gsM KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. Stat,t Karten! Allen denen, die beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen in so reichem Maße herzlich Anteil nahmen, und für die tröstenden und ehrenden Worte am Grabe sagen wir auf diesem Wege unseren tief empfundenen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenem Frau Henriette Deibel, geb. Losekam. Gießen-Wieseck, im März 1942. Grabenstraße 38 Allen, die uns bei dem Heldentode un- seres Jungen, Joachim Henkel, Kriegs- freiwilliger in einem Inf.-Reiterzug, Hilfe und Teilnahme erwiesen und allen, die unseren Liebling in liebevoller Weise bedachten, als er im Kampfe stand, danken wir innigst. Robert Henkel, Zahnarzt, u. Frau Suche.für sofort oder später 1 Küchenmädchen und 1 Hausmädchen bei gutem Lohn. — Geschirrspülmaschine und Kartoffelschälmaschine sind vorhanden. sssP F. Contino, Wetzlar Reichsbahn-Gaststätte, Tel. 2162. Den werten Kunden zur Kenntnis, daß ich das Geschäft meines verstorbenen Mannes in seinem Sinne unverändert weiterfuhre. GRETELTHÖT Danksagung Für die zahlreichen wohltuenden herzlicher Teilnahme bei dem H meines lieben Mannes Johannes Drescher sage ich auf diesem Wege meinei Dank- Frieda Gießen (Wolkengasse 18), Wim. Wellte mit jahrelang., ununterbrochen. Tätigkeit, bewandert- in allen vorkommend. Arbeiten (Buchführung, Maschinenschreiben, Stenographie usw.) sucht für halbe Tage ab 15.4. in Meßen Stelle. Schriftliche Angebote unter 0991 an den Giehener Anzeiger erbeten. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verlust unserer lieben Mutter und Großmutter Frau Margarete Rau, geb. Keßler danken wir herzlichst. Familie Adolf Rau Hilde Wagner Renigunde Wagner. Salzböden, Wetzlar, im März 1942. Infynterie-Ossizierssäbei aus der Zeit vor dem Weltkriege, gut erhalten, zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote an: Alexander Wilker, Weimar Wilhelm-Frick-Strahe 63. Inmitten von sich feindlich gegenüberstehenden Welten erfüllt sich die große, tragisch umschattete Liebe zweier junger Menschen 814a Lichtspielhaus | Neueste Wochenschau | Heute und morgen 2.30, 4.45 und 7.30 Uhr Jugendliche über 14 Jahre haben, Zutritt WILLY FRITSCH der Revolutionär LILIAN HARVEY die Tänzerin Teilnahme bei dem Heldentod unseres lieben Sohnes und guten Bruders, Schwagers, Onkels und Paten Hans Prunn, Uffz. in einem Pionier-Batl., sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Familie Jos. Prünn z und Angehörige. Gießen, im März 1942. Ganz einfach I Frau Müller löst den Schmutz vor dem Waschen gleich richtig auf. Sie verwendet stets Burnus, den Schmutzlöser, der auch das Wasser weich macht. Frau Müller fragt lieber noch einmal nach, wenn Burnus nicht gleich erhältlich ist, Burnus ist ja so sparsam im Gebrauch. Das macht den Unterschied! Schmutzauflösen schon beim Einweichen — durch Bumusl Seine Wirkstoffe lösen den Wäscheschmutz auf natürlichem Wege so auf, daß er ins Einweichwasser übergeht. Das Gewebe wird niemals angegriffen. Langes Kochen und scharfes Reiben der Wäsche werden überflüssig — die halbe Wascharbeit, Wasch- A — mittel, Seife und Feuerung werden gespart. Die Wäsche wird geschont und hält längerI Verteilungsstelle 3, Bleichstraße: Mittwoch, 11.8. Verteilungsstelle 11, Frankfurter Str.: Donnerstag, 12.3. Verteilungs$telle35, Krofdorfer Str.: Freitag, --- Verteilungsstelle 2, Asterweg: Freitag, Verteilungsstelle 39, Liebigstraße: Freitag, Jfri unsere 3£imds«fa Spitzentiere, Züchter Wilh. Müller Wwe., Gr.-Rech- tenbach (Kr. Wetzlar), Karl Weishaupt, Bromskir» t chen (Kr. Frankenberg) und Versuchsgut Selgenhof i (Oberhessen) Hum Verkauf. Diese hochgezüchteten I Rotviehbullen gingen zu den höchsten Tagespreisen ‘ sämtlich an den Bullenhaltungsverband des Kreises Wetzlar über, der damit wiederum, wie schon oft, das Spitzenmaterial der Ausstellung erwarb. Die tige Postkarte, wurde noch viel später „erfunden". Als der Geheime Postrat Stephan anno 1865 an feinem Schreibtisch saß und mit einem Gemisch von Wut und gelinder Verzweiflung auf einen Berg von Briefen sah, grübelte er darüber nach, wie man es den Leuten beibringen könnte, sich kurz zu fassen. Dabei kam ihm der erleuchtende Gedanke, daß man an die Sparsamkeit der eifrigen Briesschreiber appellieren müsse. Man müßte — so grübelte der erfinderische Geheime Postrat weiter —- auf eine kleine Karte bei ermäßigtem Porto eine kurze, durch den zur Verfügung stehenden Raum zwangsläufig und im Umfang begrenzte Nachricht schreiben können. Womit die erste Postkarte „erfunden" war! Immerhin bauerte- es noch bis zum 25. Juni 1870, bis in Berlin die ersten Postkarten ausgegeben werden konnten. Die Berliner waren aber auch damals schon „immer vorneweg" und kauften gleich am ersten Tag der Ausgabe über 45.000 Stück! Doch man lebte damals noch in den Ausklängen der Biedermeierzeit und legte Wert auf einen schönen Brief mit hübschen Redewendungen und allem möglichen Beiwerk. Man hatte eine Vorliebe für Äußerlichkeiten und langschweifige Ausführungen, ja, es galt nicht als „gesellschaftlich vornehm und anständig", jemandem auf einem offenen Blatt Papier etwas mitzuteilen. Die Postkarte wäre darum trotz des ermäßigten Portos wahrscheinlich noch lange nicht allgemein in Gebrauch gekommen, wenn nicht — und das ist für unsere heutige Zett gerade besonders interessant — ein äußerer Umstand ihren ungeheuren Wert Har hätte in Erscheinung treten lassen. Dieser Umstand war der Krieg von 1870/71 und die durch ihn bedingte Notwen- "Uebrigens prallten sie, als sie t^s Bahnhofsgebäude betraten, mit Ulla zusammen. Fehr stutzte einen Augenblick, bann nahm er ben Hut ab. Ulla nickte mit dem Kopf und ging vorüber, hinaus, zu ihrem Wagen ... Das Ganze verlief so blitzschnell, baß Marion, einen Schritt vor Fehr, es gar nicht bemerkte. Und wirklich, Fips erfüllte von nun an bas weiträumige Schloß mit einer lauten Fröhlichkeit. Soviel war hier feit langem nicht gelacht worden! Selbst Christian Fehr, der gute Laune ein wenig vortäuschen mußte, weil die Begegnung mit ferner Tochter noch schmerzhaft in ihm nach klang, lachte immer wieder hell auf, wenn die Kleine ihr Feuerwerk abbrannte. Er hatte so einen akrobatisch veranlagten'Kopf noch nie erlebt — höchstens einmal, von fern, minutenlang auf der Bühne eines Kabaretts verwundert betrachtet, aber noch nie in der Alltagsnähe' erlebt. Ihn amüsierte diese Fähigkeit zum- geistigen Purzelbaumschießen, zum Spiel der Worte. Er kam sich am ersten Abend vor, als wären nicht die Einfälle und Worte, als wäre er selbst es, der umhergewirbelt würde von diesem behenden Köpfchen, wenn eine neue Petarde des dauernden Feuerwerks explodierte. Eine Boheme- Natur durch und durch, die von Anfang an nicht eine Sekunde verhehlte, daß der Lappersdorfer Lebensstil — und Marion inmitten dieses Lebensstils — sie nur zur Parodie reizte. Und wahrhaftig, wie sie beim ersten Mittagessen am runden Tisch saß, das Mundtuch über die Knie breitete, sich von Fabian die- Speisen reichen, von Fehr den Wein einschenken- ließ und zu alledem mit ein wenig hochmütig geschürzter Lippe sprach, das war Parodie, über die beide, Marion und ihr Mann, herzlich lachen mußten. Auch als sie nachher im Gartensalon den schwarzen Kaffee tranken, hatte sie eine Art, ehrfürchtig und zugleich kokett-verliebt zu ben Ahnenbildern aufzuschauen, die unwiderstehlich komisch war. Fehr lachte wie ein Junge. Er wußte nicht, daß alles dies ein wenig auf ihn berechnet und zugefchnitten war, daß Fips sich ganz Kinderpflege und die nachgehende Fürsoras, b. h. die Betreuung der Säuglinge innerhalb der Familie im Rahmen der NSV.-Arbeit. Jedes junge Mädchen, das ben Schwesternberuf ergreift, findet also ein weites Feld, auf dem sie ganz ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend tätig sein kann. Das Mindestalter für ben Beginn ber eigentlichen Berussausbilbung ist 18 Jahre. Was tut nun die angehende Schwesternschülerin, um die Zeit'bis dahin zu überbrücken, wenn sie mit 15 ober 16 Jahren aus der Schule entlassen wird? Auch bafür hat die NSV. in vorbildlicher Weise gesorgt. Als Dor- schülerin der NSV. wird ihr Gelegenheit geboten, diese Jahre nutzbringend auszufüllen und sich gleichzeitig umfassende Kenntnisse in ber Haushaltspflege und Kinderbetreuung anzueignen, was ihr für ihren künftigen Beruf zustatten kommt. Denn auch eine Operationsschwester ober gar Oberin muß wissen, wie man einen Fußboden scheuert, und vor allem, wie man ein schmackhaftes und bekömmliches Essen zubereitet. Dabei erhält die Vorschülerin schon ein Taschengeld von 5 bis 20 RM. monatlich, je nach Alter und Vorbildung. So wird aus dem eben schulentlassenen jungen Mädchen allmählich die gefestigte Persönlichkeit, als die wir die Schwester der NSV. kennen. Stolz trägt sie ihr braunes oder blaues Kleid und ist immer bereit, sich einzusetzen, wo immer ihr Ein» satz im Interesse des Ganzen gefordert wird. Mädel aus dem Gau Hessen-Nassau, die am Schwesterndienst Interesse haben, wenden sich an das Amt für Dolkswohlfahrt ber Gauleitung Hessen-Nassau, Darmstabt, Steubenplatz 17, wo sie nähere Auskunft erhalten. NSG. Es gibt wohl kaum einen Beruf, für ein junges Mädchen, ber so vollkommen befriedigt, so tief beglückt, wie der Berus einer Schwester der NSV. Enthält er doch alles, was den natürlichen Fähigkeiten einer Frau entspricht. An keinem anderen Platz vermag sie so restlos ihr ganzes Frauentum zu entfalten, zu helfen, zu tröffen und zu lindern. Und wer zeigte sich auch dankbarer, empfänglicher für ben kleinsten Dienst als die kinderreiche Mutter, die Frau auf dem Lande, die Kranke? Freilich, es ist ein Beruf, ber ben ganzen Menschen verlangt, und bei dem es auch manchmal gilt, das eigene Ich zurückzustellen. Wer warum leuchten trotzdem die Augen der Schwester, klingt ihr Lachen so fröhlich, hat sie zu jeder Zeit ein auf» munterndes Wort auf den Lippen? Aus ihr spricht 'eben die tiefe Liebe zum gewählten Beruf. „Schwester, kommen Sie!" — „Schwester, helfen Sie!" — Schwester! Unendlich viel Vertrauen liegt in diesem Wort. Es ist, als schwände im Augenblick, da die Schwester an das Krankenlager tritt, schon ein Teil ber Not. Es wäre aber verfehlt, zu glauben, daß sich die Arbeit einer Schwester der NSV. in der Pflege von Kranken erschöpft. Nein! Es gibt kein Gebiet des völkifchen Lebens, bas die NSV. nicht sorgend umfaßt. Und überall, wo die NSV. eingreift, ha trifft man auch die Schwestern der NSV., die Braune sowohl wie die Blaue. Die NSV. hat nämlich zwei Schwesternorganisationen, die NS.-Schwesternschaft und ben Reichsbund ber Freien Schwestern und Pflegerinnen. Während die Ersteren, die sogenannten „braunen" Schwestern, hauptsächlich in der Gemeindepflege eingesetzt werden, ist bas Gebiet der Letzteren, ber Blauen Schwestern, die eigenttiche Kranken-, Säuglings- und Ferdinand Raimund, eigentlich Raimann, als Sohn eines Drechslermeisters 1790 in Wien geboren, entläuft als junger Mensch, von unbezwinglichem Drang zum Theaterspielen getrieben, ber Zuckerbäckerlehre, versucht sich als Schauspieler an allerlei kleinen Bühnen, hat in seiner Vaterstadt den ersten Erfolg, wird als Komiker und Volksstückschreiber bald fo etwas wie ber Wiener Moliere und endet chon 1836, nach tagelangem, qualvollem Leiden, durch einen Schuß von eigener Hand: ein hochbegabter, dichterischer Mensch, Schöpfer des altösterreichi- chen, volkstümlichen, märchenhaften Zauber- und Feenstücks; aber in unglücklicher Ehe lebend, emp- indlich und ganz dem Wiener Vorstadtpublikum ausgeliefert, dem er ben „Wurstl" machen muß, während sein Ehrgeiz (obwohl von Grillparzer gewarnt, ber seine eigentümliche und unnachahmliche Begabung richtig einschätzte) anfangs auf das „große", hochdeutsche, womöglich tragische Drama zielt. So gibt auch Raimunds Dichten und Trachten ein Beispiel für jene oft berufene Disproportion des künstlerischen Menschen zum Leben; Wilhelm Schä- . er erzählt in seinem „Wendekreis neuer Anekdoten" von ihm die feine, kleine Geschichte „Der falsche Patient", worin das lebenslängliche Mißverhältnis Raimunds und die heillose Melancholie feines Wesens auf eine menschlich wie dichterisch unwiderlegliche Weise gedeutet werden. Die Geschichte dieses Mannes in einem breiteren Rahmen darzustellen, müßte freilich die Aufgabe eines einfühlenden Romanciers sein; immerhin darf von dem Wien-Film ber Bavaria, zu dem Otto Emmerich Groh und ber Spielleiter Hans Th i - m i g das Buch schrieben, gesagt werden, baß er sich wenigstens nicht ausschließlich dem in derartigen (nicht seltenen) Fällen beliebten Rezept , „Drei Frauen um Raimund" überließ, sondern sich bestrebte, etwas von ber Umwelt des biedermeierlichen Wien, auch von Raimunds schwermütig beschattetem Wesen empfinden zu lassen. Daß die unglücklichen Liebesgeschichten (mit dem Skandal um die damals hochberühmte Therese Kranes im Mittelpunkt) dennoch ben breitesten Raum einnehmen, liegt in der Natur der Sache wie im traditionellen Stil der Filme dieses Stosskreises; baß bie Kamera dem eigentlichen Thema Raimund nur andeutungsweise nahekommen konyte, wird der einsichtige Beschauer selbst empfinden und immerhin für die knappen Szenen dankbar fein, in welchen Phantasie und Stimme des Dichters selbst am unmittelbarsten und persönlichsten zu uns sprechen: in jener vor allem, bie, auch musikalisch, das Leitmotiv und den Namen für bas Ganze hergab, wo die Krones als „Jugend" das „Brüderlein fein" aus dem „Bauer als Millionär" singt. Das nicht minder bekannte und beliebte Hobellied aus dem,/Verschwender" bildet beziehungs- voll ben Abgesang. Im übrigen wirkt ber Schluß des Films ein wenig unvermittelt und unentschieden, auch wenn er mit gutem Grunde darauf verzichtet, dem Besucher bas traurige und disharmonische Ende Raimunds in Erinnerung zu rufen; nur ein einziges Heines Bild wirkt wie eine vorweggenommene Anspielung. * Hans Thimig, bas jüngste Mitglied ber bekann- ten Schauspielerfamilie, inszenierte den Film mit empfindlichem Gefühl für das spezifisch Oester- reichische, bas eigentlich Komödiantische ber Fabel unb ein wenig auch für bie besondere Wesensmischung Raimunds. Der ältere Bruder Hermann gibt mit schöner Wärme den guten, verläßlichen Freund und Kollegen des Dichters, Ignaz Schuster. Raimund selbst ist Hans Holt, in einer bestechenden Maske und auch sonst in Wort und Gebärde so, wie man ihn sich in einer flüchtigen Bilderfolge (das Wesentliche aus eigener Phantasie und Erinnerung ergänzend) oorftellen mag. Marte H a - r e II als Therese Krones, bie in einem früheren Film von Martha Eggert gesungen würbe, gibt den zarten Umriß einer sehr umworbenen, lungenkrank vergehenden Theaterschönheit; das „Brüderlein fein", eine der stimmungsreichsten Szenen, singt sie reizend. Winnie Markus spielt bie rührende Figur der Toni Wagner, Jane Tilden mit wienerisch zwitschernder Beweglichkeit bie leichtfertige Luise- Gleich. Sehr fein und verständnisvoll macht Hörbiger den „Herrn von Grillparzer". Fred L i e w e h r als Jaroszinsky unb Wilhelm Heim als ber alte Gleich. Alexander Steinbrecher schrieb bie Musik; an der Kamera stand Hans Schneeberger. — Die schönste Wirkung des Films: wenn er den Besucher, über den flüchtigen Bild- und Gehörseinbruck hinaus, bazu anregte, die vermutlich ohnehin nur lockere Bekanntschaft mit Raimund selbst zu erneuern. Hans Thyriot W IlllllMHIli iiiniiiiim Wlllllllü Immiiiil llllllllW IHllllllllXlllllllllllj illllllllll miniijü riiiiüriiiiiiiiiiiiiitiifyiiiiiimiHsy IIILÖllllllllllllllllllllliNlimillilTeM MiniiiniHiiiiiiniiimjiiiiiiiiiiinÄ TTOiiiiiiiiiiiiriiimfHJiiiihiiiitijimiiil Wffmwtiiniiii LIIIBIIIIIlWJ riiiiiiiiiimi IIIIIIIIIUIII iimwfwuiiiiiiiiTmiiiiiiii] MiiiiiiMiiiiiiiiijM lilllllllllllUjätilllllRWTT I Aus der engeren Heimat Tüchtiger Gtenotypisten-Nachwuchs OrrFeldberogrpfcl im Besitz Frankfurts Lpd. Frankfurt a. M., 9. März. Der Feld- Berggipfel mit einer Fläche von rund sechs Hektar einschließlich des alten Feldbergturmes und des Brunhildisfelsens ist in das Eigentum der Stadt Frankfurt übergegangen. Sofort nach Beendigung des Krieges wird die Stadt Frankfurt zusammen mit den beteiligten Stellen bemüht sein, den Feldberggipfel, die höchste Erhebung des Taunus, würdig in die Landschaft einzugliodern. recht scharfe Bedingungen, die aber, wenn sie erfüllt werden, ein gutes Schriftbild gewährleisten und die Voraussetzung für einen schönen Brief geben, den man nicht, wenn er unterschrieben werden soll, zurückzugeben braucht. Es gilt also, Tipp- fehler unbedingt zu vermeiden. Das können insonderheit die Zehn-Finger-Schreiber (Blindschreiber), denn grundsätzlich werden heute „Tipper", die nur mit einzelnen Fingern schreiben und dauernd auf die Taften sehen müssen, zu den Prüfungen nicht mehr zugelassen. Der Schreiber muß aber auch seine Maschine genau kennen, weshalb er in der Maschinenkunde geprüft wird. Das ist ebenfalls von großer Wichtigkeit, weil es Vorkommen kann, daß während des Schreibens plötzlich die Maschine „bockt" und Hemmungen in der Bedienung eintreten. Wer sich in diesen kritischen Augenblicken zu helfen weiß, wird die Hemmung schnell beseitigen. Dank des andauernden Trainings, zu dem die Kurzschriftlehrer und -lehrerinnen der Städtischen Handelslehranstalt ihre Schüler angehalten hatten, blieb der Erfolg nicht aus. Das Ergebnis der Prüfung ist als das beste feit Bestehen dieser Handelskammerprüfungen in Gießen zu bezeichnen, denn alle 68 Teilnehmer haben die Prüfung bestanden. Zuchterckreffe erneut ihr lebhaftes Interesse an der heimischen Ro toi eh zücht zum Ausdruck brachten. roll Nri* i»nl bek Km ßnllM dürste. ■ lir* -w f B-lp i,i 6! Sertero einen 1 gapone Iräite , on, sed Futter, Saatgut und Brennmaterial geliefert. Art landwirtschaftlichen Erzeugnissen wurden 9000 Zenk ner abgeliefert und hierfür rund 70 000 RM. aus- bezahlt. Die Gesamtauszahlung der Molkerei an dis Erzeuger betrug in 1941 etwa 1,3 Millionen RM. Jahresrechnung und Bilanz wurden genehmigt». Ferner ist erwähnenswert, daß in Zukunft das Futter- und Düngemittelgeschäft aus organisatorischen Gründen von der Molkerei getrennt wird und als selbständige Organisation die „Bezugs- und 2Eb\ satzgenossenschaft Vogelsberg e. G. m. b. H." gegründet wurde. Tödlicher Hufschlag eines Pferdes. * Harbach (Kr. Gießen), 9. März. Vor einigen Tagen wurde, wie von uns bereits berichtet, oer. 15 Jahre alte Landwirtschaftslehrling Heinrich Gorr aus Burkhardsfelden, der in einem hiesigen landwirtschaftlichen Betriebe beschäftigt war, beim Putzen eines Pferdes von dem Tier m -itdemHuf an den Kopf geschlagen, so daß er mit schweren Verletzungen nach der Chirurgischen Klinik in Gießen verbracht werden mußte. Dort ist der bedauernswerte Junge nunmehr an den schweren Verletzungen geftorben. Schweinemarkt in Alsseld. Alsfeld, 9. März. Der heutige Schweine* m ar 11 war infolge ungünstiger Umstände nur mit 17 Ferkeln beschickt. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 30 bis 35 RM., S bis 12 Wochen alte 35 bis 40 RM. das Stück. Der Austrieb wurde vollständig ausverkauft. G.A.-Eport. Handball. Das Treffen Luftwaffe — SA. Frankfurt gelangte nicht zum Austrag. Bann-Auswahl — Luftwaffe komb. 12:10 (3:3). Obwohl die Platzverhältnisse nicht ideal waren, zeigten beide Mannschaften ein ftiWges Spiel. Dis Spieler der Luftwaffe verlegten sich mehr auf Ein- . zelspiel, wodurch vielleicht der Sieg vergeben wurde. Man muß jedoch auch berücksichtigen, daß die Mannschaft in dieser Aufstellung ihr erstes Spiel lieferte. Die Vertretung des Bannes 116 überraschte nach der angenehmen Seite. Die Mannschaft fand sich sehr schnell zusammen und lag bald mit 2:0 in Führung. Die Soldaten errangen schnell den Ausgleich und tonnten einen weiteren Treffer des Bannes aufholen. Rach dem Wechsel lag die Luftwaffe mehr im Angriff und konnte die neu eingestellte Verteidigung des Bannes oft überwinden. Der Sturm der HI. ließ jedoch nicht nach und konnte die Treffer jedesmal wieder aufholen. Als gegen Schluß die Soldaten nochmals alles drastfetzten, vermochten sie nicht die verstärkte Abwehr des Bannes zu überspielen. In den letzten Spielminuten stellte der Dani; den Sieg sicher. Der Sturm des Bannes war der beste Mannschaftsteil. Die Läuferreihe konnte sich zeitweise nicht dem Aufbau widmen, da die Verteidigung überlastet war. Beide Tormänner genügten. Die Luftwaffe hatte in den bekannten Spielern der ersten Mannschaft die besten Kräfte. **Kleingärtner-VereinPo st Gießen. Der seit 1919 bestehende Kleingärtner-Verein der Postbeamten in Gießen hat in zwei Versammlungen seine Mitglieder über „Erfolge im Gemüseanbau" und „Unser Beerenobst im Frühjahr und Sommer" unterrichten lassen. Zum erstgenannten Thema sprach Stadtgartenmeister Lange in grundlegenden Ausführungen über die Notwendigkeit und die Ausweitung des Gemüseanbaues für das Jahr 1942. Er gab dabei wertvolle Ratschläge über Sortenwahl, Anpflanzung, Pflege und Düngung sowie die Möglichkeiten der Vorratswirtschaft und die damit verbundene allgemeine Entlastung des Gemüsemarktes. Heber das zweite Thema sprach der 23er- einsleiter Nor 1 h. Er behandelte die verschiedenen Arten des Beerenobstes und gab u. a. Hinweise, wie der Ertrag und die Verwendung der Beeren- obsternte für den Haushalt von großer ernährungswirtschaftlicher Bedeutung fein können. In beiden Versammlungen wurden von den Mitgliedern Anfragen gestellt, die zu einem lebhaften Gedankenaustausch führten und in ihrer Auswirkung nutzbringend fein können. übrigen 4 Dullen dieser Klaffe wurden für die Kreise Biedenkopf, Siegen und Gießen, sowie für bas Generalgouvernement erworben. Die Bullen der III. Wertklasse erbrachten gutes Durchschnittsmaterial, das durch seine ansprechenden Formen und hohen Ahnenleistungen bestens für die Landeszucht geeignet ist. Die 23 Tiere dieser Klasse führen mit wenigen Ausnahmen das Blut der wertvollsten männlichen Vererb er und besten weiblichen Zluhtstämme. Die Nachfrage nach diesen Tieren war daher sehr groß. Die Entwicklung war trotz der knappgehaltenen Ernährungsweise voll befriedigend bis auf 4 Dullen, denen es etwas an dem gewünschten Wuchs und der Muskelbildung mangelte. Bei den 8 Bullen der IV. Wertklasse waren verschiedene Mängel im Exterieur festzustellen, dagegen ließ die körperliche Entwicklung nichts zu wünschen übrig. Sie fanden ebenfalls willige Abnehmer. Sämtliche Bullen wurden flott abgesetzt, und zwar in die Kreise Wetzlar, Dill, Biedenkopf, Siegen, Oberlahn, Frankenberg und Marburg, sowie nach Oberhessen und ins Generalgouvernement. Von den 13 weiblichen Tieren wurden 12 günstig zum Absatz gebracht. Allein 9 tragende Färsen erwarb die Liegenschaftsverwaltung Lublin. Der Besuch der Veranstaltung war außerordentlich gut, wodurch die Preistreiber am Pranger. RSG. Der Reichschatthalter in Hessen, Stelle für die Preisbildung, teilt mit: Der Kaufmann und Instrumentenbauer Adolf Brodbeck hat in Worms, Kämmererstraße 39, eine Musikalienhandlung betrieben. Beim Verkauf von Musikinstrumenten hat B robb eck wesentlich höhere Preise berechnet, als nach den preisrechtlichen Vorschriften zulässig gewesen sind. So hat er Musikinstrumente nicht nur bereits mit übersetzten Verkaufspreisen verschlüsselt ausgezeichnet, sondern darüber hinaus beim Verkauf dieser Musikinstrumente noch über den ausgezeichneten Preisen liegende Preise gefordert. Kennzeichnend für feine Einstellung zu den Preisvorschriften überhaupt ist sein zur Rechtfertigung feines Verhaltens vorgebrachter Hinweis auf die Schwierigkeiten des heutigen Einkaufs und die zur Zeit bestehende Konjunktur. Die ganze Verwerflichkeit des Geschäftsgebarens Brodbecks tritt aber unverhüllt darin zutage, daß er den Verkauf von Musikinstrumenten von der Lieferung von Lebens- und Genußmitteln durch den Käufer abhängig gemacht hat. Eine derartige Handlungsweise kann nicht scharf genug angeprangert werden. Gegen solche Geschäftemacher wird mit aller Strenge vorgegangen. Wegen vorstehender Verfehlungen hat der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung, Stelle für die Preisbildung — das Musikhaus Brodbeck in Worms, Kämmererstraße 39, mit sofortiger Wirkung auf d i e Dauer geschlossen und den Kaufmann Adolf Brodbeck an Stelle einer an sich verwirkten höheren Geldstrafe in eine solche von 3000 RM. genommen. Molkereigenossenfchast Hoher odskopf (D Schotten, 9. März. In der Generalver- ammlung der hiesigen Molkereigenossen- chaftHoherodskopf wurde im Jahresbericht ür 1941 u. a. mitgeteilt, daß im Berichtsjahre wieder eine recht beträchtliche Zunahme der Milchablieferung, und zwar um 200 000 Kilogramm, zu verzeichnen war. 1940 betrug sie 4 818141 Kilogramm, sie stieg im Jahre 1914 auf 5 019 484 Kilogramm. Die Zahl der Milchkühe im Einzugsgebiet hat sich um 132 vermehrt. Als Spitzengemeinde steht Einartshausen da mit 1600 Kilogramm je Kuh und Jahr: Betzenrod steigerte seine Ablieferung um 9 v. H. Die größten Milchmengen wurden geliefert von Gedern mit 534 000 Kilogramm, Eichelsachsen mit 530 000 Kilogramm und Rudingshain mit 480 000 Kilogramm. Bezüglich des Fettgehaltes der Milch steht Sichenhausen an der Spitze mit 3,79 v. H. bei einem Durchschnitt von 3,665 v. H. Der Milchpreis beträgt je Kilogramm 19,71 Rpf., wurde jedoch für den Winter auf 20,6 Rpf. erhöht. Die Jahreserzeugung war folgende: 4280 Kilogramm Butter, 180 000 Liter Vollmilch und 2 680 000 Liter Trinkmilch: an die Milchlieferer zurückgegeben wurden 450 000 Liter Magermilch. Sehr günstig hat sich auch das Warengeschäft der Molkerei entwickelt: hier war eine Zunahme um 30 v. H. zu verzeichnen. Für 178 000 RM. wurden Düngemittel, - Am Samstag und Sonntag herrschte in der Städtischen Handelslehranstalt Hochbetrieb. Die Industrie- und Handelskammer hatte mit der Direktion dieser Anstalt vereinbart, daß den Schülern der Abgangsklassen Gelegenheit gegeben werden sollte, über ihre Fertigkeit in Kurzschrift und Maschineschreiben in einer besonders eingelegten Handels- fammerprüfung nach den reichseinheitlichen Bestimmungen Zeugnis abzulegen. Das Interesse für diese Prüfung war bei den Schüleringen und Schülern sehr groß, denn es hatten sich im ganzen 68 Teilnehmer gemeldet, so daß in 3 Gruppen vor der Prüfungskommission geschrieben werden mußte. Wer sich das amtliche Zeugnis eines Stenotypisten in dieser Vorprüfung erringen will, muß vier Forderungen erfüllen. Die erste Aufgabe besteht in der stenographischen Ausnahme eines' Diktats von zweimal fünf Minuten in der Geschwindigkeit von 120 Silben in der Minute und der Übertragung dieser Ansage auf der Schreibmaschine. Dann folgt bab zehn Minuten dauernde Abschreiben einer maschineschriftlichcn Textvorlage. Als dritte Aufgabe wird ein Text in der Geschwindigkeit von 120 Silben diktiert. Dieses Stenogramm ist dann als formgerechter Brief innerhalb 20 Minuten säuberlich auf der Maschine zu übertragen. Neben der Fixigkeit und Richtigkeit werden bei der zweiten und dritten Aufgabe besonders die gleichmäßig angeschlagenen Buchstaben und die schöne Anordnung des Schriftstückes gewertet. Als Fehler werden gerechnet jedes zuviel geschriebene oder fehlende, überdruckte, falsche, umgestellte, nicht zum Abdruck ge- kommene, eingeklemmte, am Zeilenschluß nicht in voller Breite abgedruckte Schriftzeichen, fehlende oder überflüssige Leerräume, fehlende oder zweimal geschriebene Wörter, das Anhäufen am Zeilenschluß, unregelmäßiger Zeilenabstand, mangelhaft geführte Umschaltung, Irrtum in der Zeile u. a. Es sind das ^^^eilquelle KartefprutM Za gleicien Preisen in flpoöieken. Drogerien rod dnrd die BroimenxerwaltiiQö Biskirchen - Rui 44 - erhaltiidu 7830 helfen bei Rheuma, Gidit, Ischias, Glieder- und Gelenkschmerzen, Hexenschuß, Grippe und Erkältungskrankheiten, Nerven- und Kopfschmerzen. Beachten Sie Inhalt und Preis der Packung ■ 20 Tabletten nur 79 Pfennig! Erhältlich In allen Apotheken. Berichten auch Sie urts über Ihre Erfahrungen!. TRINERAL M ü N CH E N J 27/547 Schüler. Gießen, den 5. März 1942. Stadtschulamt Gießen. LV.r Walter, Schulrat» Bekanntmachung. Anmeldung zur Berufsschule in Gießen. Die an Ostern aus der Volksschule ausscheiüenden Schüler und Schülerinnen sind verpflichtet, sich zum Besuch der Berufsschule anzumelden. Schüler(mnen) einer Oberschule, die diese nicht vollständig durchlaufen, sind in der Regel berufsschulpflichtig (in solchen Fällen empfiehlt sich Rückfrage bei dem Leiter einer Berufsschule). Zur Ausfüllung eines Fragebogens ist bei der Anmeldung das erforderliche Schreibzeug (Federhalter) mitzubringen. Die Anmeldungen finden wie folgt statt: a) kaufmännische Berufsschule, Wernerwall 18, am Freitag, dem 13. März 1942, um 10 Uhr für die aus den Volksschulen der Stadt Gießen ausscheidenden Schüler(innen); vom 16. bis 21. März 1942 für die aus den Höheren Schulen der Stadt Gießen abgehenden und noch berufsschulpflichtigen Schüler(innen). b) Mädchen-Berufsschule, Kirchstraße 16, am Mittwoch, dem 11. März 1942, um 10!4 Uhr für die Schülerinnen aus der Schillerschule und Volksschule Gießen-Klein-Linden am Donnerstag, dem 12.2Narz 1942, um 10 % Uhr für die Schülerinnen aus der Pestalozzi- und Goetheschule sowie Schülerinnen aus den Höheren Schulen der Stadt Gießen, die noch berufsschulpflichtia sind. c) 2Nädchen-Vernssschule Gießen-Wleseck am Freitag, dem 13. Blärz 1942, um 9 Uhr in der Fa- brikschule. d) Gewerbliche Berufsschule, Kirchstraße 16, am Mittwoch, dem 11. März 1942, um 8 Uhr für die aus den Volksschulen der Stadt Gießen, am Donnerstag, dem 12. TNSrz, um 8 Uhr für die aus, den Volksschulen Gießen-Klein-Linden und Gießen-Meseck abgehenden Schüler; vorn 16. bis 21. März 1942 um 8 Uhr für die aus den Höheren Schulen der Stadt Gießen abgehenden und noch berufsschulpflichtigen 3 Doppelte Buchführung (Ank., Fortgeschrittene, Abschlußtechnik [Stufe II1J, Schwierige Abschlüsse [Stufe IV] a. Brettes (1.50). 0990 Besichtigans: 15 bis 19 Uhr. Friedrichstraße 10 III. Die Deutsche Arbeitsfront Bepifserziehungswerk, Übungsstätte Gießen Anfang April 1942 beginnen in Gießen neue Lehrgemeinschaften für Berufstätige. Es kommen zur Durchführung: b) Einzelhandelsbuchführung c) Kaufmännisches Rechnen d) Die Steuern des Kaufmanns e) Warenkunde für den Lebensmittelkaufmann f) Förderlehrgang für kaufmännische Lehrlinge im dritten Lehrjahr (zur Vorbereitung auf die Kaufmannsgehilfenprüfung im Herbst 1942 und Frühjahr 1943) g) Kurzschrift und Maschineschreiben für Anf. t^. Fortgeschr. h) Technisches Rechnen, Stufen I bis III (Eisen und Metall) i) Technisches Zeichnen, Stufen I bis III (Eisen und Metall) k) Techn. Rechnen zur Vorbereitung auf Refa-Grundlehrgang 1) Elektrotechnik, Stufen I bis III. Auskunft und Anmeldung bei der Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront, Hauptstelle für Berufserziehung und Betriebs- führung, Gießen, Schanzenstraße 18, täglich von 9 bis 13 und 14.30 bis 18 Uhr (außer Samstagnachmittag). \ 789 D Mittwoch, den 11. dies. Monats werden wir bei Herrn August ABmann, Dutenhofen erstklassige ' 8Md Ferkel und Läuferschweine zum Verkauf bringen. Gehr. Scheerer, Niederdieten Zu verkaufen: 1 großer Büro - Rollschrnnk (202.50), Außenmaße ca. 225/125/87 wie neu; Stehleiter (3.00), ca. 200 hoch, 8 Stufen; eis. Witschtest eil (2.00), ca. 78/65-45; Kttchenrahmen (3.00) mit 15 Haken und 8 Schubkästchen, ca. 120/80/20; Küchenresal (2.00), ca. 55/48/21; Konsole (0.50); tiewttrzstüniler (0.50); Quirl- halter (0.50); einfaches Bett sewtell mit Matratze (beides schadhaft 1.00); 1 Eckharde- robenstttnder mit 20 Haken (2.00), 200/70 70; derselbe ohne die vordere Hälfte des unteren säubern Kann Wie gründlich iMi beweist es jedem ÄrbcUemann! Ohne Seife unv Wafchpuloer roäfcht es stark verschmutzte verufsklelvung alter Ärt. Seit Jahren die gleiche Mischung * seit Jahren die gleiche Zigarette, fluch heute. 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