Samstag, 10. / Sonntag, 11. Januar 1942 ä A d Samstag, 10. / Sc Gießener Anzeiger 3m Kampfgebiet von Malakka ) Rur noch zwei Tage Frist, um Deine Wollsachen und Skier der Front zu geben! ivppe Buer- isoßo Mit- eisch gend Klär- 4.510 • allo erelt$ fein j mit Aoi- gs iS" Um- inn 2 ulrlt« nicht " vrr. ER 16ieflen helos tfl- .ube* ende Tokio, 9. Ian. (DNB.) Das kaiserliche Hauptquartier gab am Freitag um 16.30 Uhr japanischer Zeit bekannt, daß die japanischen Streitkräfte, die an der Westküst.e der Malaien-Halbin- f e I in südlicher Richtung vorgehen, nach einer Um- klammerungsbewequng und vernichtenden Schlägen gegen die feindlichen motorisierten Truppen f e st e Stellungen nördlich von Trolak (im äußersten Süden von Perak) etwa 90 Kilometer von Kuala Lumpur eingenommen haben. Vorausabteilungen sind am 8. Januar über Tangjong Malim an der Grenze zwischen den Sultanaten Perak und Selangor hinaus vorgestoßen. Tangjong Malim liegt ungefähr 80 Kilometer nördlich von Kuala Lumpur.' Rach Berichten von der Front ziehen sich die Briten in allgemeiner Verwirrung aus dem nördlichen und südlichen Abschnitt von Selangor zurück, wobei sie Brücken und Straßen auf ihrem Rückzug zerstören, um die japanische Verfolgung aufzuhalten. Mit Unterstützung schwerer Tanks haben die Japaner die britischen Truppen h i n t e.r d e n S l i m - Fluß zurückgedrängt. Nunmehr ist nur noch der Selangor-Fluß etwa 30 Kilometer nördlich der Stadt die letzte natürliche Verteidigungslinie. Weiter westlich verläuft die britische Front nördlich von Kuala Selangor, das nördlich des Selangor-Flusses an der Küste gelegen ist. Die Kämpfe der beiden letzten Tage waren äußerst erbittert. Die Japaner wurden durch Kampfwagen und Stukas wirksam unterstützt. Im Verlauf der bisherigen Kämpfe spiegelt sich eine überlegene Kampfmoral der einheitlich ausgerichteten und ausgebildeten japanischen Truppen gegenüber den aus Engländern, Indern, Malaien und Chinesen zusammengesetzten Empire-Streitkräften wider. Einer sich ebenfalls deutlich abzeichnenden Uneinheitlichkeit der britischen Führung steht die zielbewußte japanische gegenüber, die es immer wieder verstand, unter Ausnutzung der bereits errungenen See- und Luftherrschaft, ohne daß die britische Führung dies verhindern konnte, hinter neu errichteten Verteidigungsstellungen Truppenlandungen vorzunehmen und die englischen Widerstandslinien so in die Zange zu fassen. Eine entscheidende Rolle für die Erzwingung des Sieges auf Malakka spielt der Besitz zahlreicher Flugstützpunkte. Don diesen starten japanische Bomber zu ununterbrochenen Tiefangriffen auf britische Stellungen und zu operativen Unternehmungen auf das britische Hinterland. Don japanischer Seite wird hervorgehoben, daß sich die Japaner gerade im Dschungelkampf ihren Gegnern überlegen gezeigt hätten, obwohl sie oft auf zahlenmäßig stärkere feindliche Einheiten stießen. Die japanische Bewaffnung sei den Eigenarten iti* ,nn$ie antel *u) in Gegend en, Lich, nrenberg •loren. ;eben gegen Belohnung mdbüro ließen, wo im Seeqebiet von Polynesien von einem japanischen Unterseeboot versenkt. Das 11050 Tonnen große, aus einem ehemaligen Kohlendampfer umgebaute Flugzeugmutterschiff hotte eine Geschwindigkeit von 15 Knoten, war mit vier 12,7-cm-Ge- schützen bestückt und faßte 16 Wasserflugzeuge, die durch Flugzeugschleuder gestartet werden konnten. Brand rm Tokioter Auhenamt Tokio, 9. Januar. (DNB.) Ein Brand im Außenamt brach kurz vor 3 Uhr nachts durch einen Unalücksfall aus, und zwar im Rordostflugel, wo die'erste Abteilung des Ermittlungsburos unter gebracht ist. Don dort aus sprangen die Flammen aus die Handelsabteilung, das Archiv und die Rechnungsabteilung, da es sich bei den meisten Gebäuden ' des Außenamtes um Holzkonstruktionen handelt. Feuerwehren konnten den Brand gegen 5 .Ihr morgens löschen. Glücklicherweise konnten die wichtigsten Gebäude vor dem Uebergreifen der Flammen bewahrt bleiben. Immerhin ist fast die Hälfte des Gebäudekomplepes dem Feuer zum Opfer gefallen Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Die zerstörten Gebäudeteile entstammten der neueren 3eit, während der architektonisch wertvolle hi» storische Torbau des Nordflügels unbeschädigt geblieben ist. Dieser Torbau ist eines der wenigen . noch erhaltenen Beispiele der früheren japanischen Adclshäuser. Die Ursache des Brandes ist noch nicht völlig geklärt. Ungleiche Partner Von unserem Dr. L.-Korrespondenten. 192. Jahrgang Nr. 8 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter HeimatimBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.. RM.1.80 Zustellgebühr ,, -.25 miet) bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanschlnß 2251 Drahtanschrift: „Anzeigers Postscheck 11686 Franks. M. ließen ein los Koos uni. 890 r erbeten. Ibmiete B to i Verdi 4.10 RM, Annahme von Anzeigen für die Vlittagsnummer bis 81/, Uhr desVormittagS Anzeigen-Breise: Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvs. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüffeMengenstaffelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/0 mehr des Kampfes in derartigem Gelände durchaus angemessen. Oer Kampf am Eingang zur Manila-Bucht. Tokio, 9. Jan. (Europapreß.) Der hartnäckige Widerstand der Nordamerikaner am Eingang zur Bucht von Manila stützt sich auf starke und seit Jahren vorbereitete Stellungen, wie die Frontberichterstatter der japanischen Presse melden. Die unterirdisch angelegten Befestigungen seien für zwei bis drei Jahre mit Proviant versehen und paßten sich geschickt den natürlichen Gegebenheiten des Geländes an. Auf der Westseite seien sie in der Flanke von steil abfallenden Klippen und auf der Ostseite von den Sümpfen und Mooren des Ufers der Bucht gedeckt. Im Hafen von Marivales lägen 20 Schiffe der nordamerikanischen Verteidiger bereit, um die die Stellung haltenden Soldaten zu evakuieren. Allerdings sei die Aussicht, die japanische Blockadelinie um die Philippinen zu durchbrechen, für die nord- amerikanischen Schiffe gering. Der Vertreter von „Domiuri Schimborn" meldet, daß den USA.-Truppen durch den japanischen Angriff a u f d i e H a l b - insel Dataang jede Fluchmöglichkeit genommen sei. Die nordamerikanischen Truppen würden keine Gelegenheit mehr haben, die in ihren Verteidigungsstellungen aufgespeicherten großen Lebensmittelreserven anzugreifen. Sollten die Ueberrefte der 31. Division beabsichtigen, zu Schiffe zu entfliehen, so würden sie an der japanischen Blockadelinie von den japanischen Flotteneinheiten in Empfang genommen werden. lieber welch weiten Raum die Japaner ihre Lufttätigkeit ausdehnen, geht daraus hervor, daß auch Ambon, eine der holländischen Molukken- Inseln nördlich der Banda-See, erneut bombardiert wurde. Wegen der Weiträumigkeit der Inselgruppen hat die niederländisch-indische Regierung A u st r a - H en gebeten, Flugzeuge zur Unterstützung nach K ö p a n g an der Südspitze von Timor und Ambon zu legen, um die auch für die australische Verteidigung wichtigen Zufahrtswege besser überwachen zu tonnen. Das USA-Flugzeugmutterschiff »Langley" versenkt. Tokio, 9. Jan. (Europapreß.) Das nordamerikanische Flugzeugmutterschiff „Langley" wurde, wie das kaiserlich japanische Hauptquartier bekannt gibt, am Donnerstag südöstlich der Johnston-Jnftl Q1S Unb ■■.’S;: t.v.s. W Dor allem in London beginnt man sich über die Folgen dieser völligen Wandlung des. strategischen Bildes im Pazifik für die Gesamtkriegführung der Alliierten wie für die Existenz des britischen Empire überhaupt klar zu werden. Daß mit dem Fall Singapurs in absehbarer Zeit gerechnet werden muß, daß dann der Japaner die Sundastraße und damit den Zugang zum Indischen Ozean beherrscht, daß Rangoon, die Hauptadt Britisch-Burmgs, bereits Tag für Tag den Angriffen der japanischen Luftwaffe ausgesetzt ist, womit die letzte Verbindung mit Tschungking bedroht wird, das läßt in London immer wieder die bange Frage laut werden: wo bleibt die amerikanische Flotte? Die Außerge- fechtsetzung des amerikanischen Hawai-Geschwaders durch den Luftangriff auf Pearl Harbour schon am Tage des Kriegsbeginnes und die Versenkung der beiden britischen Schlachtschiffe im Golf von Burma wenig später haben den Japanern erlaubt, ihren Feldzug gegen die feindlichen Besitzungen in der Südsee im wesentlichen als Landoperationen anzulegen. Der Derteidigungsplan Manilas wie der Singapurs beruhte auf der Annahme, die Japaner würden von der See her angreifen. Beides war ein Irrtum. Im wesentlichen ungestört durch feindliche Seestreitkräfte konnten sie sowohl auf den Philippinen wie auf Malakka an verschiedenen günstigen Stellen Truppen landen und den Angriff auf Manila wie auf Singapur von der Landseite her beginnen. Der Oberkommandierende der U -...» Armee auf den Philippinen, General Mac Arthur, der seit dem Jahre 1935 mit dem Aufbau .eines eigenen philippinischen Heeres beschäftigt war, da die Philippinen ja 1946 ihre politische Unabhängigkeit erhalten sollten, kämpfte nach dem Schlag von Pearl Harbour, der Unterbrechung des Ein Bild aus Kuala Lumpur, der Hauptstadt der malaiischen Provinz Selangor. (Scherl-Archiv-M.) Oer britische Rückzug auf Malakka. kn DieDerteidigung derSiidsee. „Japan hat bereits einen großen Teil seines ' Kriegsprogrammes verwirklicht." Das ist das Fazit, das selbst englische Blätter aus den ersten vier Wochen des Krieges im Pazifik ziehen. Durch den Luftangriff auf Pearl Harbour hat Japan die ihm in Verhandlungen seit zwanzig Jahren verweigerte Flottenparität mit den USA. mit einem Schlage hergestellt. Die schnelle Eroberung Hongkongs, die Besetzung der Philippinen und die lebensgefährliche Bedrohung Singapurs haben nach der blitzartigen Wegnahme der pazifischen Brückenpfeiler Wake und Guam Japans seestrategische Stellung von Grund auf gewandelt. Sie haben aber nicht nur den militärischen Einkreisungsring, der nach der Absicht Roosevelts das japanische Jnselreich in weitem Bogen von Alaska über Ostsibirien, Tschungking-China, Burma und die Südseestütz- punkte umspannen sollte, an entscheidender Stelle durchbrochen, sondern auch die zur wirtschaftlichen Erdrosselung Japans eingefädelte Fernblockade illusorisch gemacht, denn Japan hat sich mit we. nigen wuchtigen Schlägen den ihm im Verhandlungswege immer wieder verwehrten Zugang zu den bedeutendsten Rohstoffgebieten seiner Interessensphäre erkämpft und geht bereits daran, sie ur sich nutzbar zu machen. Die Errichtung einer mit Staatsgeldern ausgestatteten Bank zur wirt- chaftlichen Entwicklung der besetzten Gebiete zeigt, daß man in Tokio nicht einen Augenblick zögert, aus den schnellen und großen militärischen Erfolgen die wirtschaftlichen Folgerungen zu ziehen. In Britisch-Nordborneo hat Japan die Hand auf ein höchst ergiebiges Erdölgebiet gelegt, auf den Phi» lippinen erhält es neben Chromerz wichtige Kolonialprodukte, vor allem Reis, Zucker und Manilahanf, auf der Malayen-Halbinfel sind ihm bereits öie wichtigsten Zinngruben zugefallen, und es steht JS! begriff, sich durch den weiteren Vormarsch nach Süden auch die Hauptkautschukpflanzungen zu sichern. Wenn man in Washington und London feine provokatorische Politik gegenüber Japan vor allem auf die Meinung stützte, daß dieses gerade angesichts der empfindlichen Lücken in seiner Rohstoffversorgung es niemals wagen würde, es zum Aeußersten kommen zu lassen, so hat die japanische Wehrmacht schon in den ersten vier Wochen dafür gesorgt, daß nicht nur dieser Mangel im wirtschaftlichen Kriegspotential Japans voll ausgeglichen wird, sondern nur der Gegner selbst durch den Verlust wichtiger Rohstoffgebiete in seiner Rüstungsproduktion erheblich geschwächt ist. gerade mit den Mächten verbündet, die in der Vergangenheit den größten Anteil an den Ursachen der politischen Ohnmacht Chinas gehabt haben. Schließlich kommt dann die große Gruppe der angelsächsischen Vasallen, die sich nur dadurch wieder unterscheiden, daß die dem amerikanischen Einfluß unterworfenen Nationen noch über eigene Gebiete verfügen und daher — wenigstens cheinbar — Anspruch auf die Bezeichnung Nation erheben können. Die englischen Vasallen, deren Namen unter der Washingtoner Erklärung stehen, ind aber bloße Schattenexistenzen, Exilregierungen, die fern ihrem Heimatland in London ein seltsam unwirkliches Dasein führen, das sich an Könige ohne Thron, an geflohene Kriegsschiffe und an ein Häuflein Legionäre in britischen Diensten klammert. Was sie vereinigt, ist entweder der Haß gegen das nationalsozialistische Deutschland oder der Gehor- am gegen ihre angelsächsischen Herren. Was sie rennt, ist mehr, als hier gefaßt werden kann. Wenn die Wiederaufnahme des Bündnisses zwischen England und der Sowjetunion, zwischen China und den Vereinigten Staaten noch etwas von der tragischen Größe historischer Irrtümer in sich trägt, so ist die Tatsache des Bündnisses zwischen Costarica Doch auch zwischen dem britischen Reich und den Vereinigten Staaten bestehen Gegensätze, die vielleicht manchmal durch die angelsächsische Verwandtschaft überdeckt werden können, bereit Realität aber nicht verkannt werden kann. Der vor 50 Jahren erwachte und seither immer weiter ausgreifende nordamerikanische Imperialismus bedeutet eine Gefahr für die britische Herrschaft, die auch in England stellenweise erkannt, aber gegenwärtig durch den Haß gegen den Nationalsozialismus überschattet wird. Schließlich ist auch das Empire selbst kein in sich von Widersprüchen freies Gebilde, sondern gerade die jüngste Entwicklung des Krieges hat gezeigt, daß selbst das britischste aller Dominien, Australien, seine eigenen Bündnisse und Wünsche hat, die sehr leicht mit den Interessen des Mutterlandes in Konflikt geraten können. Im übrigen hat man, teils um den Eifersüchteleien der Dominien zu begegnen, teils um die Summe der Verbündeten zu erhöhen, die Gliedstaaten des Empire einzeln aufgeführt und auch Indien als selbständige Nation gezählt. Als ob die indische Regierung eine andere Entscheidung treffen könnte als die Regierung in London! Zu diesen drei Hauptmächten tritt dann eine zweite Gruppe von Staaten, die zwar nicht das gleiche Gewicht wie die drei anderen haben, aber doch wichtig genug sind, um von ihnen als beinahe gleichberechtigt behandelt zu werden. Bisher gehören zu dieser Gruppe nur China und Nieder- ländisch-Jndien. Hier zeigt sich schon wieder, wie fragwürdig die Behauptung von den 26 Nationen ist, da das China Tschiangkaischeks nur noch ein Teil der chinesischen Nation ist, während Niederländisch-Jndien ursprünglich nur Kolonialgebiet war und erst nach der Emigration der holländischen Regierung eine Art eigenen Staatslebens erhalten hat. Außerdem tritt aber auch hier wieder die Gegensätzlichkeit der Interessen zutage, da Chinas Nationalpolitik — ob mit ober ohne Japan geführt — jedenfalls immer auf eine Befreiung raumfremder Mächte abzielen muß, während sich die Regierung in Tschungking und der Großherzogin von Luxemburg nur noch eine Travestie. Herr Benesch, der als Präsident der tschecho-slowakischen Republik die Welt aus den Angeln heben wollte, befindet sich heute wieder im Exil und als Verbündeter des Präsidenten der Negerrepublik von Haiti. Noch aber sind die Urheber dieses neuen Bundes nicht zufrieden. Die Washingtoner Erklärung schließt mit der Feststellung, daß es niemandem genommen sei, durch seine Unterschrift dieser neuer 'Völkerliga b e i 3 u t r e t e n. Weitere Vasallen werden gesucht, und es ist nicht schwer, zu erraten, daß sich dieses Angebot an die drei großen iberoamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien und Chile vor allem richtet. Doch hoffen die Engländer vielleicht nicht weniger, daß auch noch ihre Gefolgschaft vergrößert werde durch den Beitritt nahöstlicher Länder. Doch wie immer das Böse etwas Gutes wirkt, so läßt sich auch von bei Washingtoner Erklärung sagen, daß sie für eine letzte Klärung d e r Fronten gesorgt hat. Auf der einen Seite stehen die starken Völker Europas und Ostasiens, die vereint sind in dem Wunsch, die Sicherheit ihres Lebens in ihrem Raum für die künftigen Geschlechter zu erkämpfen, und auf der anderen Seite finden wir den Bund des Hasses, dessen innerlicher Widersinn nicht besser kundgetan werden konnte, als durch den Klang der Weihnachtsglocken, deren frohe Botschaft in den Herzen der beiden Männer in der Kirche in Washington keinen Widerhall fand. Stockholm, Anfang Januar 1942. Am Weihnachtstag des Jahres 1941 knieten nebeneinander in einer Kirche in Washington Franklin D. Roosevelt, zum dritten Male Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, und Churchill, Ministerpräsident von Großbritannien Während vom Altar her die Worte von der frohen Botschaft durch die Kirche hallten, bewegten diese beiden Männer in ihren Herzen andere Gedanken. Nur eine kurze Unterbrechung bedeutete der Kirchgang in den Beratungen, um deren Willen England« Premierminister den Atlantik zum zweiten Male innerhalb von fünf Monaten überquert hatte, und nur als Geste für das Volk war der Besuch der Weihnachtsmesse gedacht. Gleichwohl war diese Stunde geeignet, in symbolischer Weise den Wiederbeginn der Arbeit zu verdeutlichen, die im Weißen Hause auf die Rückkehr der Kirchgänger wartete. _ . Der Große Alliierte Kriegsrat, der Churchill seit Ausbruch dieses Krieges als Ziel seiner Wünsche oorschwebt, soll nun endlich Wirklichkeit werden. Nicht nur die wirtschaftlichen Hilfsquellen sollen in stärkerer Weise als bisher gemeinsam und gegenseitig ausgenutzt werden, sondern die militärischen Operationen sollen miteinander in Beziehung gebracht und aufeinander abgestimmt werden. Schließlich soll auch — so wird jedenfalls der Welt versichert — die Grundlage für den künftigen Frieden geschaffen werden. Ein umfangreiches Programm, welches schon als solches nicht einfach durchzuführen ist und dessen Aussichten auf Verwirklichung sehr stark von der Art und Natur derjenigen abhängen müssen, die es in die Tat umsetzen wollen. Hieran mögen auch Churchill und Roosevelt gedacht haben, als sie in der Weihnachtsmesse knieten. Sie mögen gedacht haben, daß der gemeinsame Kirchgang bei vollständiger Besetzung des Kriegsrats nicht mehr möglich gewesen wäre, denn weder die gottlosen Bolschewisten, noch die buddhistischen Chinesen würden ihre Vertreter in die Weihnachtsmesse entsandt haben. Und doch sind diese Verschiedenheiten in der Betrachtung Gottes, so wichtig sie auch sind, hier nur ein Symbol der Tatsache, daß kaum jemals zuvor so unterschiedliche, ja w i d e r st r e i t e n d e Kr ä f t e zusammengeschweißt werden sollen zu einem Vorhaben, über dessen Aussichten keine Klarheit und über dessen Ziele keine Einigkeit besteht. Wer sind denn die Alliierten, die sich in dem Kriegsrat zu- lammenfinben sollen? Als erstes Ergebnis der Besprechungen in Washington wurde eine Erklärung von 26 Nationen unterzeichnet, die sich im Kampf gegen die Achse vereinigt haben. Selbst wenn man zugeben könnte, daß wirklich 26 Nationen unterzeichnet haben, so muß man sich doch j fragen, wer diese 26 sind und wie sie zu einander । passen. Da gibt es zunächst die drei Hauptmächte: die Bereinigten Staaten, das britische Empire und die Sowjetunion. Der Widerspruch, der zwischen den aus abendländischen Wurzeln gewachsenen angelsächsischen Mächten au der einen Seite und der Sowjetunion au 1 der anderen Seite klafft, ist so augenfällig, daß wir uns mit seiner Erwähnung begnügen könnten, wenn es der einzige Widerspruch zwischen diesen Mächten wäre. Tatsächlich ist aber die Sowjetunion, die ja nicht nur die staatliche Organisation des Bolschewismus ist, sondern auch der Erbe russischer Machtpoljtik seit Generationen, der große Gegenspieler im Osten gewesen und wird 1 es auch bleiben, so lange die britische Herrschaft bis nach Dorderasien und Indien reicht. vrühlsche Universitätsdruckerei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Stehen, Zchulftrahe 7-9 Lebhafte Kritik im Llnterhaus der Die Verteidigung Australien« hat es schon einen mann Stokes machte seinem Unmut mit den Worten Luft: ,Hch bin manchmal ärgerlich über die » 3 hr Sri Selänbe, ge- auf we- Bein im britischen Empire, mit dem anderen aber großen Schritt hinüber zu den n getan. Roosevelt hat seiner samen Verteidigungsrat und enge Zusammenarbeit der Rüstungsindustrien beider Länder vorsah. Wenn schon zu Beginn des Krieges das nordamerikanische Kapital vier Milliarden Dollar in Kanada investiert hatte, so nahm im Laufe des ein Jahr das Recht erhalten sollen, in Australien Truppen zu unterhalten und die australischen * " tbasen zu benutzen. Dar- Flotten- un über hinaus solle der wichtigste Kriegshafen Australiens, Port Darwin, den Amerikanern durch Man lieh! das keine bietet. Wc Wind die Marsche 5n Ber mit seiner Npr s« ‘Qngiam i gefangene ^ge Str >e an Li brachen, i Ein kleine Hoden un in der Li rechts un deren 3ß( Rümmer oeten Sch Eine t erste im "ns wach Das Dor Sn rilkn uni hier, f "he lat °wch du korben, st-ht der beschosset "och die verstreut | Hir s rn-en n>! Rntdi !'* sis veuer fr Jetern i M "nt Deite, Jacf) & I ^etet «Hilft ‘50 000 k‘r-!hr, >> . M | L'^e UN' f Solle stritt, daß sich die Regierung bei den Vorbereitungen zur Verteidigung Singapurs gegen einen japanischen Angriff irgendwelche Nachlässigkeiten habe zuschulden kommen lassen. „Sollten wir falsch " handelt haben", erklärte Eden, „so war es Grund einer überlegten Entscheidung und nicht aen irgendeiner Vernachlässigung." — Auch oer Luftfahrtminister Sinclair, sagte, jene, die den Grund für die Rückschläge in Ostasien in der angeblichen Selbstgefälligkeit der Regierung und in der Unterschätzung der Stärke Japans sähen, treten daneben. Selbstzufrieden sind jene, die die Kraft unserer zwei gewaltigen Gegner — Deutschland und Italien — unterschätzen und die nicht erkennen, daß wir im Kampf gegen diese Mächte unsere Hilfsmittel aufs äußerste anspannen müssen. Trotz allem konnten diese Ministerreden nicht Bedenken des Unterhauses beseitigen. Der Labour- Tokio, 9. Jan. (Eurovapreß.) Ein Funkbericht aus Canberra bestätigt, daß zwischen den USA. und Australien ohne Wissen Englands über ein Verteidigungsabkommen verhandelt worden war. Erst nach dem Eintreffen in Washington sei Churchill davon unterrichtet worden, zu einer Zeit, als die Verhandlungen sachlich bereits sehr weit gediehen gewesen seien. Das Abkommen, dessen Unterzeichnung bevorstehe, bedeute, daß Australien faktisch aus dem britischen Empire ausscheide und sich in den Schutz der USA. begebe, da die USA .eine förmliche Garantie für die Sicherheit Australiens übernommen und dafür 3erHn; 8.3oifrJf Ei W ttilder! M stark« von merj ltneMlerstu langen er ine Bolsche' einen nW gepaßt ha" mürben , Miet. ixr Mrger 350 gefallen starker fern des 8.3am näherte, m barabschnit! Acht eben 3ud) dieser für den Fe JinSü eine rege - Dabei brai | risten in bi i windung d I lieber, doi y schmalem nihigte. - strnahmen huf himve in die Sie fen nerrtid An der Viesen \\ vistische 3 Landzunc einzelnen Schmerz wimmernden Zivilisten zu beruhigen. Worin diese „Beruhigung" bestand, enthüllte die Vernehmung einiger Zeugen. Danach war Caron in ttunkenem Zustande in den Keller eingedrungen und hatte durch sein wildes Gebaren, dem er mit gezogenem Revolver und der Drohung, die Gefangenen alle niederzuschießen, noch Nachdruck verlieh, die Panik auf den Höhepunkt gebracht. Zur weiteren Klärung wird sich das Kriegsgericht zu einem Lokaltermm nach Abbeville begeben. Abschied von Budapest. B u d a p e st, 9. Januar. (DNB.) Der Reichsmi- nister des Auswärtigen von Ribbentrop legte am Heldendenkmal für die ungarischen Gefallenen des Weltkrieges und am deutschen Heldendenkmal auf ' dem Militärfriedhof Kränze nieder. Freitagmittag gab der Reichsaußenminister im Hause der deutschen Gesandtschaft einen Empfang. Nachmittags verließ der Minister die ungarische Hauptstadt. Die Budapester Bevölkerung gab in stürmischen Kundgebungen ein Bekenntnis für die Waffenbrüderschaft und die deutsch-ungarische Zusammenarbeit. Ministerpräsident von Dardossy verabschiedete den Reichsaußenminister auf dem Ostbahnhof, wo eine Ehrenkompanie die Ehrenbezeugungen erwies. Oie HZ. sammelte 20 Millionen BM. für da« KriegS-WHW. Berlin, 9. Januar. (DNB.) Die bunten Holz- kreisel, die am 20. und 21. Dezember von der Hitlerjugend und BDM. im Rahmen der vierten Reichsstraßensammlung angeboten wurden, brachten dem Kriegswinterhilfswerk 19 712 314,98 RM. Gegenüber der gleichen Reichsstraßensammlung im abgelaufenen Winterhilfswerk hat sich das Ergebnis um rund 37 v. H. erhöht. Die Jugend, die sich begeistert in den Dienst dieser Sammlung gestellt hat, half mit, der Heimat die Mittel zu schaffen, um Mütter und Kinder stark und gesund zu erhalten. Helmut Hirth« Hliegerkleidung, Bismarck« Pelzmantel. Berlin, 10. Januar. (DNB.-Funtspruch.) Erst jetzt wird bekannt, daß die Witwe des erfolgreichen Vorkriegsfliegers und Gründers der Hirth Motoren BMBH. in Stuttgart-Zuffenhausen, H e l m u t h Hirth, dtt von ihm in den Jahren 1910 bis 1914 getragene Fliegerkleidung, u. a. PelMefel, Pelzmantel und Pelzmütze, sowie kamelhaargefutterte Unterkleidung bereits in den ersten Tagen der Woll- sammlung ihrer Ortsgruppe zur Verfügung gestellt hat. In der Ortsgruppe Aumühle, Gau Schleswig- Holstein, wurde am vorigen Sonntag der Pelzmantel des Reichskanzlers Otto von Bismarck von Angehörigen seiner Familie für die Wintersachensammlung abgegeben. Auf der Sammelstelle in Sagan wurde der Pelzmantel aus dem Nachlaß des Gene» ralfeldmarfchalls von Roon von dessen Urenkel abgegeben. Der Mantel, der den großen Soldaten auf seinen Winterfeldzügen begleitet hatte, ist aus schwarzem Tuch gefertigt und pelzgefüttert. Er trägt als einziges Zeichen des hohen Ranges feines Trägers einen schmalen roten Streifen unter dem Umlegekragen. einst vielgerühmten Festungsdreieck mit Hongkong und Singapur ohnedies die schwächste Position einnahm, ist nun dazu ausersehen, das Rückgrat der neuen und wohl letzten Verteidigungslinie der USA. in der Südsee zu bilden. Port Darwin am Nordzipfel Australiens, durch die haifischverseuchte Timorsee vom Sunda-Archipel getrennt, nannte noch vor wenigen Jahren der deutsche Weltreisende A. E. Johann eine gottverlassene Wellblechstadt von 1600 Einwohnern, deren natürliche Häfen in weitverzweigten Buchten zwar alle Flotten der Welt beherbergen könnten, zu deren Verteidigung aber von menschlicher Seite nicht viel getan worden sei. Ein paar Oeltanks am Hafen, sonst sei nichts geschehen, um aus Port Darwin eine Flottenbasis zu machen, und mit Thursday Island in der Torres-Straße zwischen Neuseeland und Neuguinea sei es auch nicht viel anders. Seitdem mag es unter dem Druck der wachsenden Spannung im Pazifik etwas besser geworden sein, aber es wird nach den Erfahrungen auf Hawai, auf Hongkong, auf Malakka und den Philippinen, noch viel zu tun übriggeblieben sein, um aus Part Darwin das zu machen, was die USA. und mit ihnen die Australier von ihm erwarten. Ob ihnen freilich die japanische Wehrmacht dazu Zeit lassen wird, muß die Zukunft lehren. Dr. Fr. W. Lange. Pachtvertrag vollständig ausgehändigt werben. Nach einer Rsutermeldung aus Canberra hat die australische Regierung den Vorschlag ihres Sonder- qesandten in London, Sir Carle Page, abgelehnt, Australiens Kommissar in England, Mr. Bruce, in das Kriegstabinett eintreten zu lassen. Im Unter- Oie preffe-poliiik her Schweiz. Vichy, 9. Januar. (Europapreß.) Marschall Pötain empfing den schweizerischen Gesandten Stucki. Man glaubt, daß der Marschall dem Gesandten sein Erstaunen darüber zum Ausdruck brachte, wie sehr die Schweiz zum Tummel- vlatz englischer und n o r d a m e r i k a n i - scher Journalisten geworden sei und wie willig sich die schweizerische Presse zum Abdruck der von diesen Journalisten verbreiteten Tendenzberichte hergebe. Die schweizerische Presse hatte geradehin den letzten Wochen eine Reihe Frankreich berührender' unwahrer Meldungen veröffentlicht, die aus diesen trüben angelsächsischen Quellen stammen. Ein Mitarbeiter der „Front", des Blattes der nationalen Schweizer, hat den Nachrichtendienst eines führenden schweizerischen Blattes, der „Neuen Zürcher Zeitung", überprüft und, festgestellt, daß in einer beliebig herausgegriffenen Nummer des genannten Blattes an englischen, nordamerikanischen und sowjetischen Meldungen 329 Zeilen enthalten waren, an Achsenmeldungen nur 56 Zeilen, an neutralen Meldungen (Schweiz, Schweden und Frankreich) 42 Zeilen. Der Mitarbeiter der „Front" schließt seine Feststellungen mit der Bemerkung, die schweizerische Presse halte sich etwas darauf, zugute, daß sie das Schweizer Volk unvoreingenommen informiere, nach dem oben erwähnten Beispiel erübrige sich jedoch jeder Kommentar, eine Ansicht, der man sich nur anschließen kann. Oer Massenmord von Abbeville. Brüssel, 8. Jan. (DNB.) Im Prozeß gegen friß Hauptverantwortlichen des Blutbades von Abbe- ville versuchten die Angeklagten Leutnant Caron und Sergeant M o l l e t den inzwischen verstorbenen Hauptmann D i n g e o n für die Ermordung der 21 Zivilgefangenen am 20. Mai 1940 verantwortlich zu machen. Mollet mußte angesichts des erdrückenden Beweismaterials zugeben, daß er nicht nur selbst mit geschossen hat, sondern auch den Soldaten den Befehl gab, auf die an die Wand gestellten Zivilisten zu feuern. Caron behauptete, er habe die Hinrichtung verhindern wollen, sei aber leider einige Minuten zu spät gekommen. Der Leutnant mußte doch zugeben, daß er kurz vor dem Massaker in den Keller des Kioskes gegangen fei, um, wie er sich ausdrückte, die gequälten und vor Krieges die Verschuldung Kanadas an die USA. rapide zu. Am 19. April 1941 wurde ein Wirtschaftsabkommen perfekt, in dem stch Kanada verpflichtete, wichtige Rohstoffe wie Nickel, Aluminium, Chrom, Kupfer, Blei und Zink statt wie bisher nach England nun an die Rüstungsindustrie der USA. zur Durchführung der Lieferungen aus dem Lerh- und Pachtgesetz zu liefern. 70 v. H. seines Einfuhrbedarfs bezog Kanada dafür aus den USA. Wenige Tage vor Churchills Ankunft in Washington — und das ist doch wohl bezeichnend — tat Kanada einen weiteren Schritt aus dem britischen Reichsverband. Am 23. Dezember 1941 vereinbarte der kanadische Ministerpräsident Mackenzie King mit Roosevelt, die gesamten Produktionskräfte der Vereinigten Staaten und Kanadas durch Beseiti- lller Handelsschranken einschließlich der Zölle o». fey S" “ft kJÄi hie W \ fr ; ft e n >' 'jfe fc Berlin, 9.Januar. (DNB.) Die ernste Sorge der englischen Oeffentlichkeit über den weiteren'Verlauf des Krieges bildete den Hintergrund der Sitzung des Unterhauses. Der stellvertretende Mimster- präfifrent Attlee erklärte: „Die Tatsache, daß Japan unsere Gebiete in Ostasien weniger stark besetzt und ausgerüstet fand, als wir dies selbst gewünscht hätten, ist nicht auf den Mangel an Voraussicht zurück- zusühren, sondern auf die fundamentale Tatsache, daß es unsere Hilfsquellen übersteigt, überall stark zu sein." — Auch Eden be- Das deutliche Wort. Leser und Zeitung im Kriege. NSK. Einer der wichtigsten Faktoren der Inne« I ren Front ist zweifellos die P r e s s e. Der Jour- nalist steht auf der Warte, er verfolgt das Gesche- U hen an den Fronten des Kampfes ebenso wie I draußen in der Welt und berichtet dem Volke, auf I daß es seine Haltung und sein Handeln den Ereig- I nissen gemäß einrichre. Niemals wird die Presse vom Leser genauer ge- I lesen und schärfer unter die Lupe genommen als I im Kriege. Das Bedürfnis nach NachrichtI und Unterrichtung — sonst oft nur das Er« I gednis von Wissensdrana oder Neuigkeitstrieb — I ist jetzt eine Forderung des Lebens und! der Arbeit im Volke. Die offene Aussprache I über solche Dinge, die alle angehen und alle be- I rühren, ist dabei die Maxime, mit der die deutsche I Presse gerade im Kriege ihre Stellung im Volk I immer weiter zu vertiefen sich bemüht. Gerade das Kriegsgeschehen ist es, das I dem Journalisten große Pflichten auferlegt: er I muß dem Volke das Zutreffende sagen und darf I dabei doch dem Feinde nicht nützen. Die deutsche I Kriegsberichterstattung kann von sich behaupten, I daß sie diese oft nicht leichte Aufgabe stets gelöst I hat, ja, wir dürfen sagen: sie hat den Beweis ge- I liefert, daß in diesen beiden Forderungen nicht der I innere Widerspruch steckt, den viele daran vermuten. I Nicht nur die präzise Berichterstattung des OKW- I Berichtes, auch der unmittelbare kämpferische Einsatz des Journalisten als Kriegsberichter an der Front vermittelt der Heimat ein Bi ld vom tatsächlichen Geschehen an der Front, wie er in solchem Umfang und in solcher Genauigkeit in keinem anderen Krieg und in keinem anderen Land bisher der Fall war. Gewiß — ebenso wie jede Zeitung das Abbild der journalistischen Leistung ihrer Schriftleiter ist, so ist jede Kriegsberichterstattung auch das Ergebnis einzelpublizifttschen Könnens, und ein Bericht mag deshalb vielleicht eine packendere und klarere Schilderung geben als ein anderer, das Wesentliche aber ist: die Absicht, dem Volk in der Heimat den Kamps so zu schildern, wie er im Großen gesehen f i 4 tatsächlich abspielt, steht ebenso fest und ' klar über jeder Zeile, wie auch der OKW.-Bericht ja gerade in den letzten Wochen manche neue Bestätigung seiner kühlen Sachlichkeit geliefert hat. ! Dieses Verfahren unterscheidet sich sehr beträchtlich । von den Erfahrungen, die andere Völker mit der | ihnen zuteil gewordenen militärischen Derichterstat- 1 hing machen mußten. Auch nach diesem Krieg wird die Liste der erst nachträglich zugegebenen britischen Verluste sicher nicht kürzer sein als jene, die dem erstaunten englischen Volk im Jahre 1919 prüfen« ! friert wurde! Doch nicht nur darin unterscheidet sich die deutsche Kriegsberichterstattung von der unserer Feinde. Denken wir nur an die Begeisterungstöne, die sie nach jeder ihrer vernichtenden Niederlagen vom Stapel ließen. Diese publizistischen Muten gehen sicher einmal als die dreistesten Volksverdummungsparolen in die internationale Pressegeschichte ein. Keinem deutschen Hauptschriftleiter wird es ein- fallen, etwa über Schwierigkeiten, die unseren Soldaten im Kampf erwachsen, redselige Litaneien loszulassen. Wir sind aus anderem Holz geschnitzt. Wenn beispielsweise praktische Erfahrungen im Win. terkampf uns lehren, daß Wollsachen dort deshalb am nötigsten sind, weil sie nicht nur Wärme spenden, sondern auch die Beweglichkeit des Soldaten im Gelände sichern, so wissen wir, daß unser Volk nicht Tiraden darüber erwartet, sondern nur hören aung al , z . , „ , für die Dauer des Krieges der Rüstung nutzbar zu machen. Wer in dieser Zusammenarbeit bestimmen wird, liegt auf der Hand. Alle Bemühungen Kanadas, seine Seloständigkeit gegenüber britischen Ansprüchen zu behaupten, haben nur dazu geführt, sie an die USA. zu verlieren. Nicht anders liegt es mit Australien. Der kleinste Erdteil, eine Schiffsreife von 11000 km vorn britischen Mutterland entfernt und doch ebenso wie sein Nachbardominion Neuseeland besonders stolz darauf, „weißen Mannes Land" zu sein, spürt jetzt im Kriege zum erstenmal mit Schrecken als Folge einer kurzsichtigen Einwanderungspolitik die Menschenleere seiner Räume. Sieben Millionen Menschen auf einem Gebiet, das dem Europas ohne die Sowjetunion gleicht, wobei noch mehr als die Hälfte in den sechs Großstädten des Kontinents leben, das ergibt eine Volksdichte von noch nicht einen Kopf auf den Quadratkilometer. Aber Australien hat unter Führung der sozialistischen Gewerkschaften — die Labourpartei ist in der Bundesregierung des Dominions zumeist am Ruder gewesen — durch Überspitzte Einwanderungsbeschränkungen alles getan, diesen ungesunden Zustand zu konservieren. Während sich die Hauptmasse der Bevölkerung in den Großstädten am Südostrand des Kontinents zusammendrängte, unterblieb jede kolonisatorische Erschließung der weiten Räume des Innern, vor allem auch des tropischen Nordens. Man wollte nur rein britische Einwanderer, aber der Zuzug aus England hat seit länger als einem Jahrzehnt überhaupt aufgehört, und so befand man sich wohl, solange es nur darum ging, durch Fernhalten arbeitswilliger und kolonisatorisch begabter Kräfte wie der Deutschen, der nordischen Völker, der Italiener und vor allem der Japaner jede unliebsame Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt auszuschalten und den Lebensstandard des australischen Arbeiters durch hohe Löhne künstlich hochzuhalten. Heute erhält man die Quittung für eine so kraß eigensüchtige Politik, denn Australien ist nicht entfernt in der Lage, sich selbst zu verteidigen und, außerstande auf irgendwelche Unterstützung durch das britische Mutterland zu warten, das seinerseits jedoch seinen Krieg in Europa und Afrika zum weitaus größten Teil mit australischen und neuseeländischen Truppen geführt hat, richtet das Dominion nun feine Blicke hilfesuchend nach Washington, wo man diese Notlage Australiens vielleicht als einziges Plus in der im übrigen recht deprimierenden Bilanz dieser ersten Kriegswochen bucht. Denn sie bringt Roosevelt seinem Ziel um ein bedeutendes näher, auch dieses britische Dominion dem amerikanischen Einfluß zu unterwerfen. Man spricht bereits von einem Militärbündnis zwischen Australien und den USA. Bezeichnend ist jedenfalls, daß General Wa- vell, der von Soerabaja auf der niederländisch-indischen Sundainsel Java aus die Verteidigung der Südsee leiten soll, Australien nicht unterstellt wurde. Es soll vielmehr unter amerikanischen Oberbefehl treten und vermutlich von amerikanischen Streitkräften besetzt werden. Port Darwin, das in dem Selbstzufriedenheit der alten Männer im Kabinett, die keine richtige Erfahrung in der Führung eines Krieges besitzen. Ich mutz mich über die lange Reihe von Fehlern beklagen, die den Chefs der Generalstäbe, dem Verteidigungsminister (Churchill) oder dem Kriegskabinett zugeschrieben werden müssen." Stokes sagte, es widerstrebe ihm, daran zu denken, daß die Kontrolle der militärischen Zentren in den Händen Washingtons liegen solle. Bereits seit Jahren beunruhige ihn der Gedanke, daß Großbritannien eines Tags für die Vereinigten Staaten „s o eine Art Helgoland vor der Küste Europas" sein würde. Der Abgeordnete Sruthby gab der Meinung Ausdruck, es wäre gescheiter gewesen, die Nordamerikaner hätten die Verteidigung ihrer lebenswichtigen Punkte verbessert, als Zeit unfr Material an die Schaffung von Basen zu verlieren, die Großbritannien nun in Westindien und Neufundland abgetreten habe. Der Abgeordnete Jeffrey stellte fest, die nordamerikanische Kriegsmarine sei praktisch und strategisch überrascht worden. Sie hätte sich an einem anderen Ort des Pazifiks aufhalten sollen, in Singapur! Die Japaner hätten bereits die Seeherrschaft errungen. Zum erstenmal feit vielen Jahren sei Großbritannien gezwungen, auf der anderen Seite des Ozeans einen Krieg zu führen, ohne dort die Seeherrschaft zu besitzen. England müsse sich mit der Möglichkeit weiterer Verluste zur See und zu Lande oertraut machen. Haus hat die Haltung Australiens große Besorgnis hervorgerufen. Verschiedene Mitglieder forderten die Regierung zur Bildung eines Empirekabinetts auf, „denn Australien habe bestimmt Berechtigung, an der Führung des Krieges teilzunehmen". Der Abgeordnete Granville sagte: Irgendwas muß nicht in Ordnung fein, wenn sich der australische Premierminister unmittelbar mit Roosevelt in Verbindung setzt." Der Kolonialminister von Niederländisch-Ost« indien, van M o o k, erklärte nach einer Konferenz mit dem australischen Ministerpräsidenten C u r t i n in Canberra, im der erstey Runde des Pazifikkrieges sei Japan, das müsse offen zugegeben werden, siegreich gewesen. Die Alliierten müßten die Zähne zusammenbeißen und versuchen, wenig st ens in fr er zweiten Runde die Scharte auszuwetzen. Die Bedrohung von Singapur fei äußerst ernst. Die Alliierten müßten schleunigst genügend Streitkräfte beranschaffen. Ein Abkommen über die gemeinsamen Verteidigungspläne von Niederländisch- Jnfrien und Australien wurde zwischen van Mook und Curtin am Donnerstag in Canberra unter« zeichnet. Vereinigten Staaten getan ganzen Einstellung nach selbstverständlich alle Minen springen lasten, um Kanada in sein Lager zu locken. So sicherte er schon lange vor dem Kriege die Ausdehnung der Monroe-Doktrin auf Kanada zu. Am 18. August 1940 schloß er ein Militärbündnis mit Kanada, das einen gemein« nächsten Verbindungsweges von den USA. über den Pazifik, dem Fall von Hongkong und der Bedrohung Singapurs, auf verlorenem Posten, denn er hatte keinerlei Aussicht, sich gegen den Angriff der japanischen Landungstruppen unfr der überlegenen japanischen Luftwaffe so lange zu behaupten, bis Verstärkung heran war. Sechzehn Tage Fahrtdauer rechnet man von Pearl Harbour bis nach Manila, jetzt sind schon vier Wochen vergangen, aber von den Resten der pazifischen Flotte der USA. ist noch immer nichts zu sehen. Sie würden auch an dem Schicksal der Philippinen nichts ändern können, ebenso wenig wie dem kleinen Asiengeschwader der USA anscheinend Gelegenheit gegeben war, wirkungsvoll in den Kampf um die Inselgruppe einzugreifen, denn zum Teil befindet es sich eingeschlossen in der Bucht von Manila zum Teil ist es in niederländisch-indische Gewässer geflüchtet. Der Philippinenfeldzug ist eben nach dem geglückten Landungsmanöver der Japaner ein reiner Landfeldzug geworden unfr nur rechtzeitig bewerkstelligte Truppentransporte hätten eine Wendung für die amerikanischen Waffen herbeiführen können. Aus den USA. waren sie nicht möglich unfr die Engländer waren durch den gleichzeitigen Angriff auf Malakka selbst in größter Der- legenheit und außerstande, dem Verbündeten aus« zuhelfen. So nützte es den Vereingten Staaten nichts, daß sie auf den Philippinen mit General M>ac^Arthur einen ihrer fähigsten Militärs mit der Verteidigung ihrer wichtigsten Position in der Sudsee betraut hatten, freilich ohne ihm ausrei- chende Truppen und Kriegsmaterial zur Verfügung zu stellen. Die überlegene Strategie der Japaner, der es überraschend schnell gelang, den Archipel zu höheren, und der bewunderungswürdige Schneid !?E°!P^en Truppen haben es vermocht, daß die USA. bereits nach vier Wochen Krieg ohne eigenen Stutzpunkt in der Südsee dastehen. Vielleicht ist es dieser überraschend schnelle Ab- ^Uff?er.erei9nijfc Pazifik, der in der nun in rÄn0ton und London begreiflicherweise sehr lebhaft entbrannten Diskussion über die Schuld der bisherigen Mißerfolge und den Kurs der nun ein- zuschlagenden Kriegführung die amerikanischen Militärs für eine Intensivierung des Kampfes im At- lantif plädieren läßt, während in der englischen P^sse die Sorge um Singapur und die Serbin- dungswege des Empire überwiegt und für eine Entlastungsaktion im Pazifik in die Waage fällt. sich der ehemalige Oberbefehlshaber der USA.-Flotte, Admiral Sterling, für die Verteidigung des Atlantik mit allen verfügbaren Kräften aus, auch auf die Gefahr hin eines Verlustes oingapurs, Niederländisch-Jndiens und möglicher- weise sogar Alaskas, denn im Atlantik falle die Kriegsentschiedung überhaupt. Demgegenüber ver- trat Ward Price in der „Daily Mail" die Auffassung, daß Singapur, koste es, was es wolle, gehalten werden müsse. Es sei das Schleusentor, das die Flut der japanischen See- und ßuftftreit- frafte vor dem Angriff auf den Indischen Ozean zurückhalte. Mit ihm falle die letzte Barriere, die Japans U-Boote und Kaperschiffe von Angriffen aus die lebenswichtigen englisch-nordamerikanischen Seeverbindungen abhalte. Mit Singapur verlöre England die Verbindung mit Indien, Sluftra- hen und Neuseeland, ja, die britisch-nordamerika- nischen Versorgungslinien nach der Sowjetunion durch den Persischen Golf würden bann ebenso bedroht wie die Verbindungslinien um das Kap der Guten Hoffnung und durch das Rote Meer zu den britischen Truppen in Nordafrika und im Mittleren Osten. Das sind schwerwiegende Einwände, die die prekäre Lage des Empire in ihrer ganzen Größe zeigen. Wenn ttotzdem Churchill in feinen Besprechungen mit Roosevelt allem Anschein nach die Vernachlässigung eines für die Existenz des Empire offenbar fo wichtigen Frontabschnittes in Kauf nehmen wollte und alles tat, um Roosevelt zu überreden, alle Kräfte im Atlantik zu konzentrieren, ja selbst die freilich aus meist stark veralteten und daher Den modernen japanischen Seestreitkräften unterlegegen Schlachtschiffen bestehende Atlantik- flotte der USA. nicht in den Pazifik hinüber zu dirigieren, fo lag diesen Bemühungen wohl der Lied- lingsplan Churchills zugrunde, um jeden Preis im Atlantik oder im Mittelmeergebiet irgendeine Entscheidung zu forcieren. Sei dem wie ihm wolle, das eine geht aus diesen Meinungsverschiedenheiten mit aller Klarhett hervor, die Alliierten fühlen sich nach den schweren Schlägen, die sie in diesen ersten vier Wochen des Krieges in Ostasien haben ein- stecken müssen, nicht stark genug, auf beiden großen Kriegsschauplätzen gleichzeittg sich auch nur in der Verteidigung zu behaupten, geschweige denn die Initiative zu ergreifen. Gehen also die Auffassungen über frie Zweck- Mäßigkeit dessen, was nun zu tun sei, schon in London selbst und zwischen London und Washington erheblich auseinander, so müßten sich die von dem Krieg im Pazifik am meisten betroffenen britischen Dominions Australien, Neuseeland und Kanada geradezu im Stich gelaßen fühlen, wenn auf dem alliierten Kriegsrat in Washington der Entschluß für den Atlantik kompromißlos durchgegangen wäre. Man hatte ihnen zwar ans Herz gelegt, den Krieg als ein Ganzes im Auge zu behalten und die eigenen Interessen den Erfordernissen der Gesamtkriegführung unterzuordnen. Aber das ist ein schwacher Trost, wenn der Feind vor den Toren steht und die eigenen Truppen zum größten Teil fern der Heimat in Nordafrika Kämpfen oder — bereits ein Zugeständnis Londons — in den Dschungeln Malakkas aufgerieben werden. Kanadische Divisionen sind freilich bisher nicht eingesetzt worden. Sie waren zur Verteidigung der britischen Insel herübergeholt worden, sind also da- heim ebenfalls nicht verfügbar. Für die Dominions, deren Sorgen bei Australien schon in lebhaften Hilferufen Ausdruck gefunden haben, vermag das britische Mutterland aus eigener Kraft nicht viel zu tun. Um so größer ist das Interesse für sie in Washington. Denn selbst in all den Nöten, in die ihn sein leichtfertig heraufbeschworener Krieg mit Japan schneller und ärger, als er es je vermutet hätte, gebracht hat, vergißt Roosevelt nicht sein Hauptkriegsziel, die Beerbung des britischen Empire. Das Dominion Kanada steht trotz aller rücksichtsvollen Behandlung durch die Londoner Regierung schon seit langem nur noch mit einem werben, [en e- Jetzt heißt unser Ziel Sewastopol. Durch bie ! zerklüfteten Ausläufer des Jaila-Gebirges, die schon der Schnee weiß einhüllt, auf steinigen und steilen Straßen steigen wir hinauf in die Tatarendörfer, die uns mit ihren weiß aufleuchtenden Steinhäusern so gut gefallen. Aber nicht nur die Däuser sind, bei aller Schlichtheit, so freundlich, sondern auch die Menschen, die dicht gedrängt darin um den Wärme jpendenden Herd hocken, ohne Stuhl oft und ohne langsam An der wähnung von Krc Heftige Abwehrkämpfe im Nordabschnitt der Ostfront r Neichsm- p legte am jüllenen des »enkmal aus reitogmittag e der deut- Nachmittags wtstadt. Die scheu Kund afftubruder' Menardeit. chicdete dm if, too eme noies. lienM Wir fahnden nach einer sauberen Kate, fegen eir-en weißgetünchten Raum mit großem Herd rein und machens uns häuslich darin. Als es Abend wird, sitzen wir schon um den großen Tisch. Das Feuer knistert, in der Pfanne bruzelt es. So tragen wir die Heimat im Herzen über Tausende von Kilometern hinweg bis in alle Welt, dem sowjetischen Haß und Dreck zum Trotz. Weiter geht es! Immer noch marschieren wir nach Süden, immer auf hart gefrorener, eisverkrusteter Straße durch das Steppengelände, bis vor S i m fe r o p ol, der Hauptstadt der Krim mit fast 150 000 Einwohnern. Einzelne Hügel, Felder, Pappelreihen und Obstplantaqen lockern das Bild der Landschaft auf, und von fern her grüßt das Panorama der schneebedeckten Gipfel des Iaila-Gebirges. beruhigen, nthüllte die war Taron ngedrungen Sem er mit g, die Oe« chdruS verbracht. Zur zsgericht zu >ben. bundene veränderte innere Gehalt der Presse sie und ihre Leser nicht schwächer, sondern stärker gemacht haben, weil sie gerade jetzt erst wirklich des aufrichtigen und offenen Wortes bewußt das sie seit Jahren miteinander sprechen. unten W rten * rächten W ® (W‘ mn itn di« fichix g-st'lll Itbofi'"' 7^ MW wirkungslose Gegenangriffe gegen die Boden gewinnenden finnischen Truppen. Wir führen einen Krieg, der nicht nur mit der Stärke der Waffen, sondern auch mit den seelischen Energien des unbeugsamen Mutes der Soldaten ebenso wie von der siegesentschlossenen Ausdauer der Heimat geführt wird. Dies ist der Grund, weshalb es so viel bedeutet, daß das deutsche Volk seiner Presse heute ein ehrliches Vertrauen schenkt. Sie hat es sich verdient und wird es sich weiterhin verdienen. Während die Presse unserer Feinde jahrelang auf den Nerven ihrer Leser herumgetreten ist und sie von Schwindel zu Schwindel führte, denen Enttäuschung auf Enttäuschung folgte, bleiben wir. in jeder Phase des Kampfes unserer Aufgabe treu, eine feste Stütze unseres Volkes in seinem größten Schicksalskampf zu sein. Diese Stütze ist stark und gesund und hat sich noch in jedem Abschnitt des gewaltigen Ringens gehärtet. Und auch jetzt wird es sich zeigen, daß die Monate der zähen Abwehr und der damit ver- Auch der Flugzeugmolor verbürgt den Sieg Ein Flugnwtorentverk lüstet seine Geheimnisse. Bon unserer Berliner Schriftleitung. Der Ring um Sewastopol Erlebnisbericht von Gefr. Haferkorn. Deutschland wird in diesem Entscheidungskriege der Sieg gehören, weil es über die besten Soldaten, die besten Waffen und die beste Führung verfügt. Wenn die deutsche Wehrmacht in der Güte der Waffen auch alle ihre Feinde übertrifft, so leistet dazu der deutsche Motor und vor allem auch der deutsche Flugmotor seinen Beitrag. Man kann sich davon überzeugen, wenn man Gelegenheit hat, in das Schaffen und in die Leistungen der deut- chen Flugmotorenindustrie einen Einolick zu tun. tnser Sonderberichterstatter hatte Gelegenheit, die- er Tage ein Flugmotorenwerk des BMW. - Konzerns zu besichtigen. Bisher haben die Flugmotorenbauer im Stillen ihre ungeheuer wichtige und verantwortungsvolle Arbeit geleistet. Sie haben damit der deutschen Luftwaffe Die In- Tisch oder Bank. Sie sehen uns nicht ungern kommen, die Krimbewohner, uni> räumen uns willig ihre entbehrlichen Nebenstuben; denn in ihren Herzen lodert der Haß gegen bolschewistische Knechtungen. Ein paar Tage verrinnen noch mit dem Marsch durch das Hinterlands dann sind unsere Stellungen vor Sewastopol, das letzte starke Bollwerk der Sowjets auf der Krim, erreicht. Wir schieben uns hinein in den Ring um den Feind, um ihn zu härten. Inzwischen ist viel Schnee gefallen. Zum zweitenmal begegnen wir dem russischen Winter, und diesmal findet er unsere Division im Einsatz, im Stellungskrieg vor Sewastopol. Der Wintereinsatz ist für uns alle ungewohnt. Er bringt neue Härten mit sich und stellt höchste Anforderungen an unser Geschick im Kampf gegen die tausenderlei Mühsale, die sich so nebenyer in den Weg stellen. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen. Da wird halt einmal Tee mehr gekocht am Tage, es gibt — wenn: möglich — eine Decke zusätzlich und was sich sonst tun läßt. Irgend etwas, das früher mal ein Ofen war und nach vielfachem Rohraeflick unter unseren Händen wieder einer wird, findet sich schon. Dieses heizbare Etwas steht dann, als kostbarster Schatz sorgsam gehegt, in der Ecke und — qualmt. Es qualmt wie ein Schlot! Und es erhebt sich die alte Soldatenfrage: Warmer Mief oder kalter Ozon? Wir sind für Mief, einstimmg! Aber einmal ist uns kürzlich doch die Geduld gerissen, und wir haben einen Ofen mit Flüchen und Fußtritten aus der Stube geballert. Der war so klein wie eine Stallaterne, denn wir hatten ihn aus einer sowjetischen Bahnlampe umgebaut, und er rauchte wie zehn Großstadtschornsteine, in dichten, quillenden Schwaden. • Hart ist es freilich für unsere Pferde, die selten ein rechtes Unterkommen für die Nacht finden, und für die Artillerie, die ihre schweren Geschütze durch Schnee und Eis in Stellung bringen und im Gefecht nachziehen muß. Hart ist es vor allem für die I n f a n t e r i e-Bataillone, die ganz vorn liegen und Tag und Nacht der bitteren Kälte ausgesetzt sind, ohne sich bewegen zu tönen, weil der Feind mit Artillerie und Granatwerfer schießt, sobald er nur einen Stahlhelm erblickt. Sie lassen nichts aus, die Sowjets in der Klammer von Sewastopol. Sie sind voller Geschäftigkeit, aber auch voll innerer Unruhe. Sie belegen unsere vorderen Linien laufend mit Störungsfeuer- und fliegen Tiefangriffe gegen unsere Stellungen. Mit Spähtrupps fühlen sie vor und setzen — mit besonderer Vorliebe im schützenden Schleier nebeliger Nächte — Stoßtrupps an. Es sind ihre Versuche, den Ring zu sprengen, der um sie geschlossen wurde. Sie werden vergeblich sein. Meine politische Nachrichten. Grabemann hat in Afrika zahlreiche Panzer- angriffe in vorderster Linie mit seiner Artillerie abgewehrt und in direktem Beschuß 60 Panzerfahrzeuge zerstört. Trotz viermaliger Verwundung gab er die Führung nicht ab. — Hauptmann Bach- maier hat beim Angriff auf Poltawa am 19.9. 1941 hervorragendes taktisches Verständnis und große persönliche Unerschrockenheit und Verant- wortungsfreudigkeit gezeigt. — Oberfeldwebel H e n- s e l stieß am 29.7. bei Majokewsk überraschend als Spitze mit der doppelten Anzahl von Feindpangern zusammen. Trotz Abschuß von zwei eigenen Panzern führte er das Gefecht aus eigenem Entschluß weiter. — Hauptmann Kiel warf bei einem Nachtflug auf London, ohwohl sein Flugzeug einen Flakvolltreffer erhalten hatte, seine Bomben in das befohlene Ziel, brachte das fast manövrierunfähige Der Führer empfing Generalleutnant von Seydlitz-Kurzbach, Kommandeur einer Jn- fanterre-Droffion, Oberst Scheidies, Komman- o- deur eines Infanterie-Regiments, und Oberleutnant i Flugzeug im Rückflug über den Kanal und konnte Bucht-rNrch, Kompaniechef eines Panzer-Re- sich und feine Besatzung durch Falllchirmabiprung giments, und überreichte tiefen Offizieren persönlich das Eichenlaub zum Ritterkreuz. * In Bern versammelten sich die Tellnehmer der zweiten Aerztemission für die Ostfront. Sie werden die erste Delegation ablösen. Auch die neue Mission wird sich während dreier Monate in den Dienst des Schweizerischen Roten Kreuzes stellen. Es haben sich wiederum rund 70 Aerzte, Krankenschwestern, Sekretärinnen, Krankenpfleger und Motorradfahrer gemeldet. Nun ist auch in der dritten Hauptstadt der früheren baltischen Staaten eine deutsche Zeitung erschienen. Neben die „Deutsche Zeitung im Osten" in Riga und die ,Muener Zeitung" ist jetzt die „R e - valer Zeitung" getreten, die es sich zur Aufgabe macht, in dem Gebiet des ehemaligen Freistaates Estland für die gemeinsame deutsch-estnische Aufbauarbeit zu wirken. Das Ritterkreuz. Berlin, 9. Jan. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber verlieh das Ritterkreuz, an: ^-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen- Eicke, Kommandeur einer ^-Division, General- major Fretter-Pico, Kommandeur eines Infanterieregiments, Oberst M e n n y , Kommandeur einer Schützenbrigade, Oberstleutnant C r a bemann, Kommandeur eines Artillerie-Reaiments, Hauptmann Bachmaier, Bataillonsführer in einem Infanterieregiment, Oberfeldwebel Hensel, Zugführer in einem Panzerregiment, ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe an: Hauptmann Kiel, Gruppenkommandeur in einem Kampfgeschwader, jinb Leutnant Bliesener, Flugzeugführer in einem Kampfgeschwader. ♦ ^-Gruppenführer Eicke hat bei dem Durchbruchsversuch der Sowjets am 26. und 27. 9. 41 durch rechtzeitiges persönliches Eingreifen in kritischer Lage die drohende Durchbruchsgefahr abgewen- bet und damit einen für die Abwehrfront südlich des Ilmensees entscheidenden Erfolg errungen. — Durch das persönliche Beispiel des Generalmajors Fretter-Pico konnte die Division schon Stunden nach Angriffsbeginn einen Brückenkopf über den Dnjepr bei Bozuly bilden. Am selben Abend wurde mit dem Brückenbau begonnen, so daß feindliche Gegenangriffe abgewehrt und der Brückenkopf erweitert werden konnte. — Oberst Menny hat im Afrikafeldzug am 23.11. einen schweren feindlichen Angriff zum Stehen gebracht, er. nahm einen Brigadekommandeur mit 800 Mann gefangen imb erbeutete 32 Geschütze. — Oberstleutnant fr je s« iS* 'M «U« -rt;Irl- beten Schaf- und Rinderherden. Eine kleine Siedlung, nach vielen Kilometern die erste im beängstigend weiten Raum der Krim, ruft uns wach aus dem Sinnen und zurück zur-Steppe. Das Dorf ist nur ein Häuflein bescheidener Katen, und auch die sind zumeist noch vom Kampf aufgerissen und zerfetzt. Unfaßbare Armseligkeit! Hier, in einer Landschaft, in der es keine natürliche Tarnung und Deckung gibt, ist der Durch- bruch durch die Landenge der Krim erzwungen worden. Die Spuren der Kämpfe zeichnen das @i sicht der Ebene. Da liegen sie noch herum, die abgeschossenen Ratas und Martinbomber, da klaffen noch die riesigen Stukatrichter, und die Trümmer sowjetischer Eisenbahnwagen und Geschütze liegen verstreut daneben. trumente in die Hand gegeben, mit der sie der Welt ihre Unüberwindlichkeit bewiesen. Wenn nun einmal Gelegenheit gegeben ist, auch über die Flug- motoreninbuftrie Der Oeffentlichkeit etwas zu erzählen, bann ist dies, wie der Generaldirektor Popp vom BMW.-Kon^ern in feiner Ansprache an uns ausführte, die Lüftung eines Geheimnisses. Man spreche ja allgemein nur vom Flugzeug. Der Motor finde schon in der Namensgebung keine Erwähnung im Gegensatz zu den Erdfahrzeugen, wo ~ aftfahrzeugen oder Motorfahrzeugen die i. Beim Luftfahrzeug werde der Motor so- Rede sei. Beim Luftfahrzeug werde der Motor sozusagen verschwiegen und die Zelle dominiere. So werde landläufig von einer Motorisierung des Erdverkehrs, aber nicht von einer Motorisierung des Luftverkehrs 'gesprochen. Dabei verlangen die Zellenbauer — so heißt man in der Fachsprache die Flugzeugkonstrukteure — natürlich mit Recht, daß der Motor sozusagen kein Gewicht haben soll, keinen großen Raum einnehmen und auch möglichst keinen Brennstoff verbrauchen soll, aber selbstverständlich eine unbegrenzte Leistungsfähigkeit besitzt. Wenn man so das Werk sah, bas die Worte des Betriebsführers illustrierte, so konnte man sich davon überzeugen, daß die Flugmotorenproduktion heute in der Erzeugung luftgekühlter Doppelsternmotoren in der höchsten Leistungsklasse angelangt ist. Das bedeutet aber nicht, daß nun nichts Besseres mehr geschaffen werden kann. Im Gegenteil, die Entwicklung schreitet ständig vorwärts und bringt immer noch gesteigerte Leistungen hervor. Wenn man das tote Material sieht und daneben Berlin, 9. Jan. (DNB.) In der Nacht zum 8. Januar spielten sich vor der Hauptkampflinie von zwei deutschen Infanterie-Divisionen im N o r b • teil der Ostfront heftige Kämpfe bei der Abwehr starker bolschewistischer Angriffe ab. In Stärke von vier Bataillonen und mit Panzer- und Artillerieunterstützung griffen die Bolschewisten die Stellungen der einen Infanterie-Division an. Obwohl die Bolschewisten ihre Panzerkampfwagen durch einen weißen Tarnanstrich der Schneelandschaft angepaßt hatten und trotz der nächtlichen Dunkelheit wurden 5 von den 7 angreifenben Panzern vernichtet. Bei der Säuberung des Kampfgeländes in der Morgendämmerung des 8. Januar wurden über 350 gefallene Bolschewisten festgestellt. Ein 80 Mann starker feindlicher Stoßtrupp, der sich am Morgen des 8. Januar erneut den deutschen Stellungen näherte, wurde vollständig aufgerieben. Im Nachbarabschnitt hatten die Bolschewisten in der gleichen Nacht ebenfalls mit starken Kräften angegriffen. Auch dieser Angriff scheiterte unter hohen Verlusten für den Feind. Im Südabschnitt der Ostfront entfaltete sich eine rege Tätigkeit unserer Späh- und Stoßtrupps. Dabei drangen an einer Stelle deutsche Infanteristen in die feindlichen Linien ein. Nach der lieber- Windung des Vorfeldes kämpften sie zwei Bunker nieder, von denen aus das feindliche Feuer auf schmalem Raum die deutschen Stellungen beunruhigte. — Vor dem gleichen Divisions ab schnitt unternahmen slowakische Soldaten über einen Fluß- lauf hinweg einen Vorstoß, der zu einem Einbruch in die Stellungen des Gegners führte. Die Slowaken vernichteten mehrere feindliche Unterstände. An der Norbspitze bes Onega-Sees wiesen finnische Truvpen mehrere bolschewistische Vorstöße erfolgreich ab. Die Säuberung ber Landzunge südwestlich' Powonez schreitet fort. An einzelnen Stellen unternahmen die Bolschewisten 8k. s <4 ,ut« K 19 'm $$ .""ich btt * e» 7 ixt “ym tat. »ie „ Weil fe ®«tn j>nd MbH Weiter ist »fyeinii nere öhL Eche aber Kampf *n |iX fcj* uns iiW.chknchi * neue Ae. 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Unten am Dnjepr setzte uns bis große, schwerfällige Fähre langsam über, von den schwieligen Hänben vierzig gefangener Sowjets am Stahlseil gezogen. Der träge Strom führte schon dünne Eisschollen mit sich, die an Brücken und Schiffen mit leisem Klirren zerbrachen. Ein Kran und ein Schlepper hatten eben ein kleines Schiff vom Grunde des Flußbettes gehoben und schleppten es ab. Es baumelte am Kran in der Luft wie ein Ballen Ware. An die Hänge rechts und links preßten sich kleine Lehmhütten, deren Weiß sich vom Hintergrund abhob. Ruinen, Trümmer säumten den Fluß, und dazwischen wei- will, wie es hier helfen und selbst mit zupacken *°Das deutliche Wort, wie wir es gebrauchen, hat mit Geschwätzigkeit nichts zu tun. Die Zeitung kann nicht jedes Ereignis auf Gottes weitem Erdenrund aussprechen und behandeln, aber sie bemüht sich, jedes für die Entwicklung des Krieges und damit für den einzelnen wichtige Geschehen dem Volksgenossen mit einer so weitgehenden Zuverlässigkeit nahe zu bringen, wie es dem im Tage stehenden und für den Tag arbeitenden Publizisten überhaupt mög- ^aß die deutsche Presse heute das Vertrauen der Führung des Reiches besitzt und oft auch ihr Sprachrohr zum Volke fein darf, gibt ihr die Möglichkeit, das offene Wort, Das sie spricht, stets den Problemen zuzuwenden, die im Gesamtgeschehen der Zeitung die bedeut- s am st e n sind. Die F o r m ber Mitteilung mag dabei manchesmal von ber Rücksicht auf den Feind und den militärischen Nutzen, den er aus größerer Deutlichkeit unserer Sprache ziehen könnte, bestimmt sein, der Inhalt wirb es nicht, unb bas beutsche Volk und seine Presse verstehen sich gut genug, um das zu würdigen. Kraftwerk zu vollbringen hat, so schnell, exakt und reibungslos — man kann schon fast sagen — her- vorzuzaubern. Hand in Hand greift ebenso wie Maschine in Maschine ineinander, bis die einzelnen Teile in der Montage zusammenkommen und zum Ganzen gefügt werden. Das Geheimnis dieser Lei- & liegt in einer äußerst einfachen, aber genialen rteilung ber Arbeit, die sich die Maschine soweit nur möglich nutzbar macht und auch die mensch-. liche Arbeitskraft, selbst wenn sie bislang noch nichts mit Motorenbau zu tun gehabt hat, befähigt, einen wesentlichen Beitrag zur Fertigstellung des Motors zu liefern. Diese Arbeitskräfte haben in der Hauptsache Maschinen zu bedienen, die von alleine arbeiten. Unb deren sind es in ber Flug- Aeugmotoreninbuftrie eine ganze Reihe. Da gibt es beispielsweise automatische Drehbänke, die in 5Vt Minuten leisten, wozu früher 35 Minuten notwendig waren, und deren Bedienung einer Arbeitskraft überlassen werden kann, deren Anlernung nur einige Tage braucht. Mit außerordentlicher Vorsicht werden natürlich alle Motoren darauf hin untersucht, ob sie auch keinen Fehler aufweisen und ob ihr sicheres Funktionieren gewährleistet ist. Da gibt es eine eigene Erprobungsabteilung, die in einer Standerprobung alle Maschinen mit allen Leistungen, Flugzuständen unb in allen Höhen erprobt. Einmotorenflüge werden in dieser Abteilung ebenso geprüft wie der Verbrennungsverbrauch unb an- bere Leistungen gemessen werden. Ueberhaupt werben alle Teile des Motors in jedem Abschnitt ihrer Fertigung vom Rohteil bis zum einbaufertigen Zustand von geschulten Prüfern nach neuestem Verfahren genau untersucht, wie auch der zur Herstellung verwendete Werkstoff und insbesondere seine Wärmebehandlung in einer eigenen Werkstoff- prüfanftalt Dauernd überwacht wird. Damit aber jede Gewähr gegeben ist, daß kein Motor mit irgendeinem Fehler das Werk verläßt, wird schließlich noch eine Rückmontage vorgenommen. Dabei wird der Motor, wenn er von den Probeflügen zurückkommt, noch einmal in alle seine Teile zerlegt. Jedes Teil wird wieder gründlich gesäubert unb erneut geprüft und sogar magnetisch auf Risse durchsucht. Erst nachdem der Motor die strenge Prüfung durch die Rückmontage bestanden hat, wird er abgeliefert. So ergab der Besuch in diesem Flugmotorenwerk die Uebergeugung, daß hier nicht nur die Serienerzeugung enorm vorwärtsgetrieben worden ist, sondern daß auch gleichzeitig die Entwicklung neuer und moderner Typen außerordentliche Fortschritte gemacht hat. Nach der zahlenmäßigen Seite allein hin kann festgestellt werden, daß die Ausfälle, die wir haben, einen erstaunlich geringen Bruchteil ber Erzeugung des Werkes, von dem hier die Rede ist, darstellen. Daneben gab dieser Besuch aber auch noch Einblick in die Produktion ber neuesten Flug- zeugtypen, die im nächsten Jahre zum Einsatz kommen werben unb dem Gegner zeigen dürften, daß die deutsche Luftwaffe von Jahr zu Jahr eine gefährlichere und schlagkräftigere Waffe für ihn wird. karelischen Front gewann eine finnische In- fanteriedivision im Raume zwischen Ladoga-See und Onega-See weiter Boden. In harten Kämpfen wurden dabei 30 stark ausgebaute Feldbunter vernichtet. Gegenangriffe wurden zurückgeschlagen. Die Bolschewisten verloren hierbei 400 Tote und mehrere Panzerkampfwagen. Eine bolschewistische Kampfgruppe wurde in einer Ortschaft eingeschlossen und steht vor ihrer Vernichtung. ©er Wehrmachtberichi. DNB. Aus dem Aührerhauplquarkler, 9. Januar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront dauern die erbitterten Abwehrkämpfe an. Dabei wurden Bereitstellungen des Gegners durch zusammengefaßtes Artilleriefeuer zerschlagen und zahlreiche feindliche Angriffe abgewiefen. Kampf-, Sturzkampf- und Iagdflieger- verbände unterstützten die Abwehrkämpfe des Heeres. In Nordafrika hielt das feindliche Artilleriefeuer auf die deutsch-italienischen Stellungen bei 5 ollum an. Im Raum von Agedabia beiderseitige Aufklärungstätigkeit. Deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge bombardierten britische Kraftfahrzeugkolonnen. In Luftkämpfen schossen deutsche Jäger ohne eigene Verluste sechs feindliche Alug- zeuge ab. Britische Ilugpläh^ auf der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht erfolgreich mit Bomben belegt. den fertigen Flugmotor bewundert, so muß man agen, daß sich hier geradezu ein Wunder von Präzisionsarbeit vollzogen hat. Viele Hunderte von Teilen sind zusammengestellt worden. Jedes von ihnen stellt ein Musterwerk fachlichen Könnens und unerreichter Konstruktionsarbeit bar, gleichgültig, ob es sich um eine Millimeter-Arbeit ober die wuchtigen Gehäuseteile handelt. Diele Tausend Stunden sind darauf verwandt worden, die Konstruktion bis aufs äußerste zu vervollkommnen. Der Konstruktionsleistung ist die Produktionsleistung gleichwertig. Man möchte es kaum für möglich halten, aus der papierenen Konstruktion bas komplizierte Werk bes Flugmotors, ber doch Leistungen wie ein kleines retten. Bei ber Schlacht im Raume ostwärts Kiew vernichtete ober beschädigte er mit seiner Gruppe 58 Eisenbahnzüge, 675 Lastkraftwagen unb 22 Panzer. — Leutnant Bliesener hat sich, obwohl er in kurzer Zeit dreimal abgeschossen wurde, durch Absprung aus dem brennenden Flugzeug retten, in anderen Fällen die flugunfähig gewordenen Maschinen unter schwierigsten Umständen zu Boden bringen mußte, zweimal hinter den sowjetischen Linien abgeschossen, mit seiner Besatzung zu den eigenen Linien durchgeschlagen und ist sofort wieder ins Flugzeug gestiegen, um seine Kriegspflicht zu erfüllen. t Aus aller Wett. Professor Wilhelm Teudt gestorben. Der Germanenforscher Professor Wilhelm Teudt ist im 82. Lebensjahre in Detmold gestorben. Teudt, der Sohn eines Pfarrers in Bergkirchen bei Bückeburg, war selbst zunächst Dorfpfarrer in Schaum- burg-Lippe und wurde bann Direktor des von ihm mitbegründeten ,Leplerbundes zur Förderung der Naturerkenntnis". Er setzte die Arbeit Gustaf Ko- sinnas zielbewußt fort und führte den Nachweis, daß wir in den Externsteinen im Teutoburger Wald das bedeutendste Dolksheiligtum unserer germanischen Vorfahren besitzen. Sein Buch „Germanische Heiligtümer" hat seinen Namen weithin bekannt- gemacht. Der Führer verlieh ihm zu seinem 80. Geburtstage die Goethe-Medaille. Teudt war auch Ehrenbürger der Stadt Detmold. Todesstrafe für einen Wollfachen-Marder. Der 61jährige, in Friedrichstal (Bezirk Oppeln) geborene Karl Sachs, der zuletzt feinen Wohnsitz in Alsfeld hatte, war am 24. Dezember von feinem Arbeitgeber in Alsfeld auf einige Tage beurlaubt worden. Diese Zeit benutzte Sachs dazu, sich in Fulda dem Alkohol hinzugebe-n, was Ikiju führte, daß feine Geldmittel bald verbraucht waren. Um wieder zu Geld zu kommen, verfiel er auf die verbrecherische Idee, bei einer Frau in Fulda am 29. Dezember Wollsachen abzuholen, bi« für die Front bereitgelegt worden waren. Er gab sich den Anschein, als ob er beauftragt wäre, die Sammlung vorzunehmen. Als ihn eine Frau nach der Quittung fpa-gte, versprach er, diese sofort zu bringen, der Sammelwagen halte in der Nähe des Hauses. Sachs fuhr noch am gleichen Tage nach Hünfeld, wo er versuchte, den bei der Frau ab geholten Pullover und die Pulswärmer zu verkaufen; los wurde er jedoch nur die Pulswärmer, für bi« er 1,50 RM. erhielt. Das Sondergericht in Kassel verurteilte ihn wegen Verbrechens im Sinne der Verordnung zum Schutze der Sammlung von Wintersachen für die Front vom 23. 12. 1941 zum Tode. Wildschweine und Füchse auf dem Hunsrück. Auf den Jagdstrecken des Hunsrücks wurden in den letzten Wochen zahlreiche Wildschweine und Fuchse zur Strecke gebracht. Der Bestand an diesen Wildarten ist in diesem Winter besonders stark. Zurückgegangen sind die Bestände an Hasen unb Feldhühnern, eine Erscheinung, die immer in solchen Jahren festgestellt wird, in denen sich der Fuchs besonders stark bemerkbar macht.__________________ Hauvt'«l»r1ftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des HcnlpllLrisllelterS: Dr Hans Thnrtot. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr.W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thnrtot: für Stadt Gießen, Provinz, Wirtfchaft u. efort: Ernst Blumschetn (beurl.), i.B.: Dr.Hans Tdnrior. , ä Druck und Verlag: Brühlsche UniversitcktSdruckeret R. Lange N.G, BerlagSleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; einAeteenlcüet: Han» Leranrworütch füi denJnMt dttAnzetgeturhevdorKümmü. PUkH läßt wehe Wunden schnell gesunden. 141 d Breitestratze 1—2. 122D gesucht. 127D . . RM. 6.00 per Stück . . Johannes Lauer/Giefeen Fernruf 2819 Selters weg 12 Außerdem sind zu Korsett-Moden — Seltersweg 59. 119G 5075 A 147 D Seltersweg 44 Gießen Goethestr. 32 | Mietgesuche u. 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In tiefer Trauer:. Hermine Schulte, geb. Wellmann Hanni Fischmeyer, geb. Wellmann und die übrigen Verwandten. Gießen, den 3. Januar 1942. Die Trauerfeier findet Montag, den 12. Januar, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 140 D 18.30 bis 21.30 Uhr Monika Operette von Hermecke/Dostal. Preise von 1.20 bis 4.10 RM. Pleitier Apparatebau 6. m. b. H. sucht Stenotypistin m. höh. Schulbild., mögt Abitur, f. interessante Arbeiten. Persönl. od. schriftl. Bewerb, mit den übl. Untcrl. erb. a. d. Personalabtlg. d. Pleiiler Apparatebau G.m.b.n. Wetzlar, Brühlsbach 17. 74d od. spät. gesucht. gesucht. Schr. Ang. unt. Schr. Ang. unt. 0102 a. d. G. A. 0114 a. d. G. A. Im Alter von 24 Jahren fiel im Osten am 19. November 1941 unser lieber, braver, jüngster Bruder, Schwager und und Onkel, mein lieber Bräutigam Emil Vogel Obergefreiter in einem Infanterie-Regiment Inhaber des Verwundeten-Abzeichens. In tiefem Leid für alle Hinterbliebenen: Lini Nocker, geb. Vogel Hildegard Seibert als Braut. Lauterbach, Gießen-Wieseck, Trohe, Dülken (Rheinland), Königsberg (Preußen), Düneburg, im Januar 1942. 146d Men-Mnlel Größe 46, z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 099 a. d. G. A. und Sie sind Hühner* äugen u. Hornhaut in wenigen Tagen losl Zur weiteren Fußpflege dann Fußcreme, -Puder u. -Bad! Ihre Fuße werden wieder Verkäuferin *> für sofort gesucht Parlflfflerie Doll. Marktstr.28 alte Silbermarken * kauft zum Höchstpreis Carl Bnück Außerdem sind zu zahlen für die gung der Bühnenschaffenden für die 5. im I. Ring........ im II., III. und IV. Ring . .. . —,90 Mein einziger sonniger Junge, unser guter Bruder, mein lieber Patenonkel Oberleutnant zur See Ernst Günther Krenzien kommandiert zur Luftwaffe Inhaber des E. K. I. und II. Kl. und der Frontflugspange für Kampfflieger in Gold wird nie mehr zu uns zurückkehren. Er starb am 6. Dez. im Alter von 22 Jahren den Fliegertod. In tiefstem Schmerz: Frau Else Krenzien Wwe., geb. Michel Dorothea Schäfer, geb. Krenzien Lenore Krenzien Georg Schäfer, Arzt Henner Voepel Karl Günther Schäfer. Gießen, Gutenbergstraße 14, Liebfgstraße 21, den 10. Januar 1942. Gut möbliertes Zimmer v.beruPt.Herrn, mgl. m. Schreibtisch u. Schlas- Couch, bis zu 40,- RM. zum Wo im., mogl.m. Heiz., v. alleinst. Dame,Dauerin., i. komm. Mon. z. miet.ges.od.biete herrsch.K-Zimm.- Wohruz. Tausch. Schr. Ang. unt. 0105 a. d. G. A. * Gleich morgen • oEsbit“ $ besorgen • Esbif-Trodcen- J Brennstoff f. d. J Mittagspause J _ w t. Erwärmen v. 5 ® Speis’ o. Trank. Kauft, in einschl. * ? Geschärt..Packung 20 Tabl. Auch £ « zum Feldpostversand zugelassen. G • Bezugsquellen-Nachweis durch, • • HERST. ERICH SCHÜMM • STUTTGART. W 109 Puiz- und Füßklrau gesucht. [0129 Zu erfragen: Buchhandlung Keitzner, Seltersweg 21. Für die Reinigung unsererGe- schäftsräume suchen wir eine MW Marktplatz. Friedrich Teipel Markt 16. «sv vornenm / Geschmackvoll! 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Siemens einem Auditorium von Wissenschaftlern zum erstenmal praktisch vorführte, nachdem er im Dezember des vorausgehenden Jahres seine Dorversuche abgeschlossen hatte, beginnt das Zeitalter der Elektrotechnik. Der auch den Lesern des Gießener Anzeigers bekannte Autor technischer Zukunftsromane, Hans Dominik, hat es unternommen, Umstände und Auswirkung der Erfindung der Dynamomaschine in einem Buche „Geballte Kraft" zu schildern, dem wir den nachfolgenden Abschnitt mit Genehmigung des Verlages Wilhelm Sintpert entnehmen. In der Induktorwerkstatt saß an einem klaren Spätsommertag des Jahres 1866 Werkführer Müller und schaute sinnend durch die Glasscheiben seines Derschlages nach der kleinen Hoppeschen Säulendampfmaschine, deren liebevoll gepflegtes Gestänge eilfertig in der Sonne auf und nieder blitzte. Sie war sein besonderer Stolz, diese einzige Dampfmaschine im ganzen Betrieb, aber heute hatte er keinen Sinn für ihre Reize. Er war müde. Trotz seiner 25 Jahre hatte ihm die rastlose Tätigkeit der letzten acht Tage arg zugesetzt. Er dachte daran, wie er vor zwei Jahren mit der „Ham- monia" nach Amerika wollte, den Kopf voll hochfliegender Pläne. Die Tränen der Mutter und das eindringliche Zureden eines wohlmeinenden Verwandten hatten ihn aus Hamburg zurückgeholt. War es gut so gewesen? Er dachte zuruck, wie diese tolle Zeit des ständigen Gehetztseins begonnen hatte: Da stand in der Werkstatt ein großer Ofen, in dem die Stahlmagnete für die Induktoren gehärtet wurden. Zwischen ein paar Fässern mit Wasser, Del und vielleicht auch noch anderen Flüssigkeiten zum Abschrecken der erhitzten Magnete hantierte der einzige alte Arbeiter, der die Geheimnisse dieses wichtigen Vorganges beherrschte. Aber ein gewaltiger Haufen Wenn Augen versagen -Magnus-Brillen tragen! teils schon verrosteter Magnete, der in einer Ecke 1 hinter Dem Ofen ein verachtetes Dasein führte, bewies doch, daß die Kunst dieses alten Hexenmeisters nicht unfehlbar war. Die Magnete wollten noch lange nicht immer so, wie er wollte; sie verzogen sich oder waren aus sonst einem nicht immer auffindbaren Grunde häufig nicht verwendbar. So sammelte sich hinter dem Ofen ein Kapital für damalige Begriffe an, so daß es einen gewissenhaften Werkführer jammern konnte. Waren die Magnete einwandfrei aus dem Fegefeuer des Härteofens hervorgegangen, so wurden sie polarisiert. Dazu diente ein großer, schwerer, von einer galvanischen Kette gespeister Elektromagnet, der infolge seiner rätselhaften und gewaltigen Kräfte in der Werkstatt fast ein Gegenstand abergläubischer Verehrung war. Sollte man nicht einn solchen Elektromagneten auch an Stelle der Stahlmagneten in den Induktoren benutzen können? Bei der ewigen Schererei mit den Stahlmagneten, die so schwierig zu beschaffen und zu behandeln waren, lag dieser Gedanke sehr nahe. Heute war es nun so weit. Die Maschine stand bereits in der Werkstatt; ob sie allerdings den Anforderungen des gestrengen Herrn genügen würde? Es war eine tolle Hetzjagd gewesen, und manches hätte in ruhigerer Arbeit sorgfältiger gemacht werden können. Müller hatte auch mehrfach versucht, den Anker der Maschine zu drehen und dabei ge- fanden, daß dies verdammt schwer ging. Auch die Anker feiner gewöhnlichen Induktoren setzten der Drehung einen gewissen Widerstand entgegen, aber doch nicht in dem Maße. Er hatte die Maschine wieder auseinandernehmen und die Lager nachsehen lasten, aber niemand hatte einen Fehler finden können; so sah Müller mit etwas gemischten Gefühlen dem Augenblick entgegen, in dem Werner Siemens kommen würde, um die neue Maschine zu prüfen. Ein Gehilfe bat um eine Auskunft, und als sie zusammen in die Werkstatt traten, sah Müller, daß Werner Siemens bereits an der Versuchsmaschine stand. Dieser hatte kaum bemerkt, daß Müller mit ehrerbietigem Gruß zu ihm getreten war. Die Hände in den Taschen fest verankert, stand er vor der Maschine und ließ seinen scharfen Blick von einem Teil zum anderen gleiten. Dann versuchte er zu drehen. Ra, nun geht das Donnerwetter los, dachte Müller; aber nichts dergleichen geschah. Im Gegenteil, die Sttrnfalte war zweifellos geglättet. Nun sollte Müller die Drahtverbindung der Batterie lösen. Das ging dem Alten aber zu langsam, und schon hatte er Müller den Schraubenschlüssel aus der Hand genommen, warf die abgespalteten Drähte beiseite wie etwas' Ueberflüssiges und verband nun das freie Ende der Magnetwicklung irgendwie mit den Schleiffedern am Kommutator Das alles ging so schnell, daß Müller kaum die geänderte Schaltung zu erkennen vermochte. Nachdem in den An- kerstromkreis noch ein Galvanoskop eingeschaltet war, mußte Müller drehen. Herrgott, das arme Galvanoskop! Das war nie wieder zu gebrauchen! Aber Werner Siemens klopfte dem verdutzten Werkmeister auf die Schulter und sprach zu ihm wie zu einem Freunde, was er früher nie getan hatte. Er sprach und sprach, und seine Augen leuchteten noch mehr als sonst. Was er eigentlich sagte, verstand Müller nicht recht vor lauter Verwunderung über das veränderte Wesen des Alten. Nur so viel hörte er heraus, daß Werner Siemens dieses Ergebnis erwartet hatte, und daß der natürliche Magnetismus des Eisens bei dem Vorgang eine wichtige Rolle spielte. Als der „Alte" nach dem Vorderhaus davongestürmt war, nahm Müller kopfschüttelnd sein ruiniertes Galvanoskop und ging nachdenklich an sein Pult zurück. Das Galvanoskop war das Opfer des ersten in einer Dynamomaichine erzeugten elektrischen Stromes geworden, und Earl Müller war der einzige Augenzeuge der ersten Verwirklichung des dynamo-elektrischen Prinzips gewesen. „Pegasus auf Reisen". lieber 35 neue Porträts von Dichtern der Gegenwart wird ein Geschichtenbuch „Pegasus auf Reisen" enthalten, das im Kanter-Verlag, Königsberg, für das Frühjahr angekündigt wird. Professor Olaf Gulbransson zeichnete u. a. Agnes Miegel, Knut Hamsun, Wilhelm von Scholz, Mans. Hausmann, Bruno Brehm, Heinrich Zerkaulen, Hans Franck, Heinz Steguweit, I. M. Wehner, M iu Barthel, Roland Betsch, Hans Schwarz, Hermann Claudius und v. a. m. Das Buch wird von Heinz Groche herausgegeben. Das Beste ist gerade gut genug! Endspurt in der Wintersachensammlung. — Hast Du wirklich alles gegeben? Viele Tausende von Volksgenossen waren erfreut, als die Verlängerung der Sammlung von W o l l -, Pelz- und W i n t e r s a ch e n für die Front bekanntgegeben wurde — nicht, wett sie saumselig waren, sondern wett viele Frauen die Verarbeitung der Wollfachen mit dem besten Willen nicht schaffen konnten und doch ihren Beitrag abliefern wollten. Während die ersten Waggons längst nach Osten gerollt sind, melden die Sammelftellen noch immer neue Spenden. Wir haben uns in den letzten Tagen an den verschiedenen Arbeitsplätzen dieses gewaltigen Einsatzes etwas umgesehen: es übertrifft wirtlich alle Erwartungen. „3d) hab nur die eine Decke!" In eine der vielen Sammelftellen kommt in diesen Tagen als erste am frühen Morgen ein Mütterchen mit einem Paket unter dem Arm. Ob sie da zur Wollsammlung für die Soldaten recht sei, fragt sie, sich etwas verschnaufend, und schnürt dann das Paket auf. Eine prächtige Kamelhaardecke kommt zum Vorschein. ,Hch habe nur die eine", meint die alte Frau, „aber ich brauche sie wirklich nicht so nötig." Und dann setzt sie, als sie merkt, welche Freude ihre Spende auslöst, froh hinzu: „Jetzt bin ich nur froh, daß die Sammlung verlängert worden ist. Ich war nämlich auswqrts, mein Enkel war auf Urlaub da..." Bierwagen, beladen mit Skiern. Vor einer anderen Sarnmelstelle fährt ein Wagen vor, ein breiter, schwerbeladener Bierwagen mit zwei starken Rössern davor. Geladen aber hat er diesmal nicht Fässer, sondern Skier. Vorne hängt ein Plakat dran: „Ortsgruppe L., 5. Wagen." Also fünfmal schon ist der*Wagen dieser Ortsgruppe zur Sammelstelle gerollt. Wir unterhalten uns mit dem Ortsgruppenleiter, der selber als Sammler dabei ist. „Ja, das waren heiße Tage — aber es hat sich gelohnt. Man weiß nicht, wer sich mehr freut: die Spender oder mir, die Sammler. Alle sind mit ihren Herzen habet. Da kam", berichtet er weiter, „ein alter Mann an drei aufeinanderfolgenden Tagen zu mir und brachte einmal einen Schal, dann eine Pelzkappe und schließlich Ohrenschützer. Sicher hat er die Sachen noch bis zuletzt getragen — und es sollte mich wundern, wenn er in diesen letzten Tagen nicht noch einmal kommt. Ich sah manchen — ich kenne ja meine Leute —, der mit der Spende dieses oder jenes Stückchens wirklich viel gegeben hat." pelzschau in der Turnhalle. • In der Turnhalle einer Volksschule, zwischen Bergen von Wollsachen und hochgetürmten Mauern von Skiern hantieren Frauen und Soldaten, sichten und prüfen, packen und bündeln. Die eine Längsseite der Halle ist eine richtiggehende Pelzschau. Prächtige Stücke sind darunter und beweisen, daß die Spender es mit der Parole hielten: für unsere Soldaten ist das Beste gerade gut g,enug. Eben wird wieder eine Ladung Skier hereingetragen. Manche Spender haben ein Kärtchen an den Brettern befestigt; da schreibt z. B. ein Mädel: „Lie- ber unbekannter Soldat, ich schicke dir meine Brettl. Ich verdanke ihnen manche frohe Stunde. Schreibe mir, wie du mit ihnen zufrieden bist — M B." — Der Kreisbeauftraxste tritt zu uns: „Ja, mit den Skiern ist das so eine Sache. Am Anfang tröpfelte es, da kamen dritte und zweite Garnituren. Aber dann ging es los: sehen Sie nur — lauter erst- affige Skier mit allen Schikanen... es ist sicher manchem nicht leicht gefallen, sich von den geliebten Brettern zu trennen. Aber jeder Sportler freut sich von ganzem Herzen, daß er hier unferen Soldaten einmal direkt helfen kann." Mit Kennerblick sortieren die dafür eingesetzten Landser die eingelieferten Skier und schmunzeln, wenn wieder ein .^Hunderter" fällig ist... Sich selber übertroffen... Wohl fetten hatte eine Sammlung einen so durchschlagenden Erfolg aufzuweifen. Mit geradezu leidenschaftlicher Hingabe setzen sich all die freiwilligen und unbekannten Helfer und Helferinnen für diese! große Sache ein. Das goldene Herzderdeut- schen Volksgemeinschaft hat sich wieder einmal selber übertroffen. Allen, die mitgeholfen haben, hat jener Kreisleiter aus dem Hetzen gesprochen: „Wir haben die Feiertage und die freien Abende geopfert, aber wie reich sind wir dafür de-» lohnt worden. Es ist für uns unvergeßlich, diesen Strom der Liebe zu sehen, der in den Spenden und ihren Spendern in unsere Sammelftellen fließt. Nein, unsere Soldaten sollen sich nicht in uns getäuscht haben, wir sind stolz, ihnen das so sichtbar beweisen zu dürfen." Gründliche Razzia vor Toresschluß. Bevor nun am Sonntag die Sammel« st eilen ihre Pfortenendgültig schließen, halte, lieber Leser, liebe Leserin, zum guten Schluß noch einmal eine kur.ze, aber gründliche Gewissenserforschung: Habe ich wirklich nichts mehr zu spenden? Habe ich alles getan, was in meinen Kräften steht? Die Skier, ja, die sind längst abgeliefert, denn unsere Soldaten brauchen sie ja in den weiten Schneefeldern des Ostens. Aber wie steht es mit den warmen Sachen? — Siehst du: die Pulswärmer, die Socken, der überzählige Schal.. Heute noch, spätestens morgen wollen wir noch einen letzten Gang zur Sammelstelle machen! Die Plakette aber, die dann eines Tages das Fa* milienarchio zieren wird, soll Kindern und Kindeskindern künden, daß Deuttchlands Söhne und Töchter in großer Zeit auch groß und edel gedacht und gehandelt haben. A. Sch. Man verlange Reese-Gesellsdiäft, Hameln „Lind sie bewegt sich doch!" Zum 300. Todestage Galileis. Galileo Galilei, Hofastronom und Hof- mathematiker non Florenz, der Begründer der modernen Physik und Bahnbrecher der neuen Astronomie, war der erste unter den Astronomen, der das Fernrohr mit einem kaum zu ahnenden Erfola auf das Firmament gerichtet hat. Mit diesem „allwissenden Augenglas", das Kepler für „kostbarer als jegliches Königszepter" hielt, durchforschte er feit dem Jahre 1609 unermüdlich den Himmel und machte bald eine Reihe von Entdeckungen, die die heißumstrittene Lehre des Kopernikus von der Bewegung der Ende und der Planeten um die Sonne immer mehr bestätigten. Durch das von ihm verbesserte Fernrohr sah er zunächst den Mond so nahe, als ob er kaum einen Erddurchmesser von her Erde entfernt wäre. Entgegen der Lehre der scholastischen Astronomie, die die Mondoberfläche als eine glatte Kugel ansah, bemerkte er wie auf her Erde bald bergartig sich erhebende, bald schluchtenartig sich vertiefende Gebilde. Dann beobachtete er häufig und mit unglaublichem Vergnügen die Fixsterne und die Planeten und sah mit dem Fernrohr die bis dahin verborgen gebliebenen Wunder des Weltenraumes. In den Plejaden z. B., die für das menschliche Auge sonst nur sechs gut sichtbare Sterne zeigten, zählte er mit verschärftem Auge über 40 Sterne, und die Milchstraße löste sich als eine Ansammlung von unzähligen Sternen aller Größen auf. Was die Planeten anbetrifft, so entdeckte er die vier Monde des Jupiter, ferner die Ringform des Saturn, die Sichelform der Venus usw. In der denkwürdigen Schrift „Sternbote" gab er der erstaunten Welt seine Erstlingsentdeckungen bekannt. Es blieb nicht aus, daß sich die Vertreter der scholastischen Wissenschaft gegen diese Entdeckungen und gegen die für das Kopernikanische Weltsystem gezogenen Folgerungen mit aller Heftigkeit und Ge- Hastigkeit wandten. Es gab einige Gelehrte, die in feiner Weise zu bewegen waren, einen Blick durch das Fernrohr zu tun, es gab andere, die aus den alten Texten herauszulesen meinten, daß es auf dem Mond unmöglich Berge und Täler geben könne. Aus einem aufschlußreichen Brief Galileis an Kepler erfahren wir darüber folgendes: „Und was sagst Du dazu: die ersten Philosophen der hiesigen Fakultät, denen ich tausendmal freiwillig meine «Untersuchungen vorführen wollte, weigerten ich mit der beharrlichen Trägheit einer vollgestes- enen Schlange, Planeten, Mond oder Fernrohr zu eben. Fürwahr, wie jene ihre Ohren, so ver- chließen diese ihre Augen vor dem Lichte der Wahrheit. Diese Menschensorte meint, die Philosophie sei ein Buch wie die Aeneis oder die Odyssee, und man müsse die Wahrheit nicht in der Welt ober in der Natur suchen, sondern — um mit ihren eigenen Worten zu reden — in der Vergleichung der Terte!" Ein Professor erklärte sogar, daß sich die Erde schon aus dem Grunde nicht bewegen könnte, weil sie keine Gliedmaßen und Muskeln hätte wie die Lebewesen, die sich mit Hilfe ihrer Gliedmaßen bewegen könnten. Die Gefährlichkeit der Gegnerschaft von feiten der scholastischen Wissenschaft und Theologie, deren Anhänger er zur Anerkennung der neuen Astronomie zu gewinnen hoffte, bestand vor allem darin, daß sie diese Entdeckungen und die Lehre des Kopernikus von her Erdbewegung um die Sonne, die Galilei aus seinen Entdeckungen folgerte, als schriftwidrig hinstellten. Galilei erwiderte darauf, daß die Heilige Schrift nicht wörtlich ausgelegt werden dürfe; denn bann müßte man Gott Füße, Hänbe, Augen zuschreiben, ihm menschliche Empsin- bungen, wie Zorn, Reue, Haß beilegen. Im übrigen — so bemerkte Galilei weiter — habe auf der einen Seite hie Lehre des Kopernikus mit bem Seelenheil her Menschen nichts zu tun, auf her anderen Seite sei die Bibel fein Lehrbuch der Naturwissenschaft und der Astronomie. Als Galilei feinen- berühmten „Dialog über die beiden hauptsächlichsten Weltsysteme, das ptolemäische und das kopernikanische" im Jahre 1632 veröffentlichte, kam es zu dem schmählichen Inquisitionsprozeß, in besten Verlauf her nahezu 70jährige Greis zum W i b e r r u f gezwungen und die kopernikanische Lehre als schriftwidrig oerbammt würbe. Erst im Jahre 1822 wurde bas Verbot biefer Sehre zurückgenommen; feit bem Jahre 1835 befinden sich auch Galileis Werke nicht mehr auf bem Inbex der verbotenen Bücher. Während der Jahrs nach seiner Verurteilung arbeitete Galilei in erster Sinie an der Grundlegung einer neuen Physik, insbesondere an der Lehre von der Bewegung. Im Jahre 1638 gab er sein letztes großes Werk heraus, nämlich „Dialoge über zwei neue Wissensgebiete", in welchen er Mathematik und Experiment, b. h. Denken unb Erfahrung in einzigartiger Weise verband und bamit bie Grunblage für bas großartige Gebäude der modernen Physik und her neuen Astronomie legte. Als Galilei sein schicksalreiches Leben in Arcetri bei Florenz am 8. Januar 1642 beschloß — in dem Bewußtsein, daß sich die Lehre des Kopernikus trotz alledem durchsetzen würde, hatte wenige Tage zuvor einer der größten Astronomen, nämlich Newton, das Licht der Wett erblickt, Newton war es bann, her mit Hilfe bes von ihm erfunbenen Gravitationsgesetzes bie Bewegung der Planeten um die Sonne erfchöpfenb erklärte. Dr. Konrad Karkosch. Theater in alter Zeit. Von Christian Bock. Die Schauspieler bes klastischen Altertums würben, wie man bei Lukian nachlesen kann, vom Direktor ihrer Truppe, der sich selbst immer bie Hauptrolle zufchanzte unb alle an bie Wand spielte, verprügelt, wenn sie ihm ober dem Publikum nicht gefielen. Die Schauspieldirektoren pflegten herkulisch gebaute Herren zu fein. Eine Voraussetzung erfolgreicher Regie. Ludwig XIV. brachte — immerhin zum Schutz des.Schauspielers — eine Anorbnung heraus, nach her es bem Publikum verboten wurde, „mit Steinen und Pulver auf die Bühne zu schießen". Nach her gleichen Anordnung aber wurde her Schauspieler, der seine Rolle nicht gelernt hatte, vom Profos ins Gefängnis gesperrt. Sein Rottenbuch bekam er mit, und er konnte sich nach einer gewissen Zeit beim Profos melden, daß er feine Rolle jetzt beherrsche. Der Profos hörte ihm die Rolle ab und entließ ihn wieder, wenn er sie konnte. Eine hannoversche Theaterhausordnung von 1871 enthält den folgenden Paragraphen: „Gegen die Schicklichkeit wird oft gesündigt, besonders bei Eß- und Trinkszenen, wo manche Schauspieler meinen, sie müßten wirklich trinten, wenn davon gesprochen wird, wirklich Tabak rauchen, wenn sie es vermittels einer Tabakpfeife nur zu tun scheinen sollen, wirklich knallen, wenn sie eine Peitsche als Requisite tragen. Es wird daher weder Trink- noch Eßware als Requisite geliefert, wo es mittels undurchsichtiger Becher, Flaschen und anbei« rer Gesäße oermieben werden kann. Sollte ein Darsteller bas Publikum auf diese Surrogate absichtlich aufmerksam machen, so wird er mit einem Reichstaler und zwölf Silbergroschen beftraft." Es war nämlich vorgekommen, baß der Komiker des Theaters mit den Fingerknöcheln laut auf den hohlen, aus Papier hergestellten Napfkuchen klopfte und ins Publikum rief: „Der ist nicht von Pappe!" * In einer Theaterordnung aus der gleichen Zeit heißt es: „Außer der Vorschrift des Verfassers darf nicht geküßt werden. Es darf nie geschehen, daß man ein Frauenzimmer zu sich hinaufhebt und küßt. In keinem Fall muß ein Mann ein Frauenzimmer auf den Mund küssen. Hat der Verfasser den Kuß mit der Handlung verknüpft, so küsse man bie Wange ober Stirn — Wer gegen einen dieser Punkte handelt, bezahlt acht Groschen ©träfe." Es gab um diese Zeit in Deutschland mehr als dreihundert solcher Theatergesetze, die alle gleich drakonisch waren. Unter den Schauspielern ging damals eine ergänzende Hausordnung von Hand zu Hand, die den Ton der Hausgesetze so persiflierte: „Wer einen Hund hat, zahlt zehn Mark Strafe Wer einen Vogel ins Theater bringt, zahlt eine Monatsgage. Auch die Damen sind berechtigt, aber nicht verpflichtet, Gage zu verlangen. Von jedem Mitglied werden von Anbeginn der Saison fünfundzwanzig Prozent der Gage für eventuell nicht einbringbare Strafen zurückbehalten. Wer an einen Vorschuß denkt, zahlt zehn Mark Strafe. Wer das Wort Vorschuß ausspricht, zahlt eine Manatsgage. Ist jemand durch nicht mehr einbringbare Strafe in Vorschuß gekommen unb stirbt er, so ist der Direktor berechttgt, die Leiche noch dvck Tage als Requisit zu benutzen/ Kein Tier ist im Krieg jo beliebt geworden wie, is Kaninchen. In unfern Dörfern, aber auch i Ihnen, einmal die Kolben Är Tapfe 33. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) SSW#-» warum denn, bruch-r.Ut-n hab.n- Da mußte Theo Kammin lachen. Er strahlte vor Su! bt Gießener Vortragsring. Waldemar Dönsels liest aus eigenen Werken. Sie suchte in seinen Mienen zu ergründen, ob das Ernst oder nur ein Scherz sei. „Jedes Ihrer Worte ist falsch. Ich bin weder unbeteiligt noch eine völlig gleichgültige Zivilperson." . »Wieso denn?" Er wollte ihre Neugier auf die Folter spannen und hatte ein Vergnügen ba*an, seine Überlegenheit ein wenig auszukosten. „Erstens bin ich die Tochter von Herrn Kobelt, der unmittelbares Interesse an verbrecherischen Vorgängen in seiner Fabrik besitzt, zweitens ec^hlte mir Herr Kaspar heute abend bei seinem Besuch zu zeigen." Damtt führte er uns Haus. Auch hier glanzte „Das habe ich nicht gewollt, Herr Kammin", flüsterte sie leise. .„Natürlich nicht. Frauen wollen auch selten Unheil anrichten. Man kann sie nicht schlechtweg als verworfen bezeichnen. Aber ihr Dasein an s^h genügt schon, die Luft mit einer verderbenbringenden Bakteriensorte zu infizieren." Er hatte Mühe, den tragischen Ernst der Stimme beizubehalten, und das wurde zum Verräter. Das Mädchen wurde hellhörig und fand seltsame Lichter in seinen Augen tanzen, die nicht allein vom drängte das Mädchen. „Sie wißen doch alles von Kaspar." „Aber von ihnen mochte ich es Horen. Das hat Der Kommissar begann. In zehn Minuten ent- ? er eine Uebersicht über die ganze Frage Barkow und machte aus seiner Ueberzeu- „Nein, Fräulein Kobelt, ich höre die Meinung eines anderen immer aufmerksam, auch wenn sie meiner eigenen widerspricht. Irrtümer habe ich selbst schon begangen. Es wäre ungerecht, wollte ich Ihnen einen einzigen Irrtum zum Vorwurf Widerschein der Lampen kamen. „Sie sind schlecht, Herr Kammin! Mich so in Schrecken zu versetzen!" Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich Krach mit meinem Vorgesetzten hätte?" Darauf wußte Karla zuerst keine Antwort. Ja sagen konnte sie unmöglich, und ein Nein würde an diesem Vormittag. ,Ha", sagte er, „die Hennen sind fleißig. Ich habe nur zehn, aber 3 bis 4 Eier am Tage habe ich immer, auch im Winter. Ich beziehe meine Hühner als Eintagskücken aus einer anerkannten Zucht und ziehe sie mit einer Wärmflasche groß. Ich habe immer gute Erfolge gehabt. In unserm Haushalt — wir sind sieben Personen — gibt es immer einige Abfälle, Körner ziehe ich mir selber, und Gemüse und. andere Pflanzen stehen im Garten. Die Hühner haben einen schönen Auslauf. Sehen Sie selbst." Ja, die Hühner sahen sehr gut aus, hatten rote Kämme und scharrten eifrig im Auslauf. Neben dem Hühnerstall war eine neue Wand an- gefangen, Steine und Hölzer standen daneben. „Wollen Sie die Hühnerzucht vergrößern?" — „Nein!" Das soll ein Ziegenstall geben. Nächstes Jahr kommt eine Ziege hinein. Ich habe schon alles für sie bereit. Auch für Futter ist gesorgt." „Dann haben Sie |a Fleisch, Eier und Milch für Ihre Familie!" Hause alles, was er von Ihnen und von Fräulein Barkow erfahren hat, und drittens bin schließlich ich es gewesen, der einem gewissen Kriminalkommissar den Gedanken eingab, Fräulein Barkow genauer vorzunehmen." „Tja, zugegeben. Stimmt alles. Aber die Tochter ist kein vollwertiger Ersatz für den Vater, wenig- stens nicht in solchen Angelegenheiten. Und wenn Herr Kaspar klatscht, kann ich nicht dafür haftbar gemacht werden. Ihr letzter Grund aber, liebes Fräulein Kobelt, müßte mich dazu bestimmen, mit Ihnen über den Fall Wand in allen feinen Einzelheiten überhaupt nicht mehr zu sprechen." „Warum denn das?" „Weil Sie mir da eine dumme Geschichte ein- gebrockt haben. In der Absicht, mich eine Wette verlieren zu laßen, reden Sie solange auf mich ein, bis ich mir tatsächlich eine Meinung beibringen lasse, die dazu führte, zwei Beamte Tag und Nacht hinter einer jungen Dame herzuhetzen, diese zu ängstigen und mich schließlich wie einen begoßenen Pudel vor ihr stehen zu laßen." „Haben Sie Unannehmlichkeiten gehabt?" fragte sie ängstlich. „Unannehmlichkeiten ist gar fein Ausdruck. Erst gab es einen sehr unangenehmen Auftritt bei Herrn Doktor Ball, und hinterher versicherte mir unser Polizeipräsident höchstpersönlich, er habe sich in meinen Fähigkeiten sehr aetäuscht." „Um Gottes willen!" Karla war ganz blaß gerne rhen und batte zuckende Lippen. Sie bemerkte in ihrer Bestürzung nicht, daß Kammin ein Schmunzeln kaum verbergen konnte. ..Sehen Sie, so gehfs! Ich habe seit mehr als anderthalb Jahrzehnten die durch viele Beispiele bewiesene Auffassung vertreten, Frauen stürzten die Männer fast stets ins Verderben. Zum ersten Male habe ich nicht streng nach dieser wohlbe- gründeten Ansicht gehandelt. Und der Erfolg war vernichtend wenigstens für mich." zu seinem kleinen Hühner- alles von Sauberkeit. Zwei für das nötige Licht. Im b«uu UbwMujtr *7» nicht« 2“r®ltkrC b des L «Eiserne happ, $ hp, mit Sparti B Schüler , bas is Schuss ihn beleidigen. , „Keine Antwort ist auch ein« Antwort, brummte er vor sich hin. .Hetzt lassen Sie den Unsinn?" Sie wurde böse. , Sie sind am Freitagabend gleich nach dem Gespräch mit mir zu Doktor Ball gefahren und haben mir dann erzählt, er sei mit ihnen einer Meinung. Also kann er heute keine Vorwürfe gemacht haben, als die Vernehmung von Fräulein Barkow einen anderen als den erwarteten Ausgang nahm. Und alles andere ist auch geschwindelt." „Was denn?" „ „Ihre Erzählung von den Unannehmlichkeiten einer Jugend, sondern es reiht lockere Schilderungen von Menschen und Begebenheiten aus der (Erinnerung an glückliche Kindertage aneinander. Hier zeigt sich Dönsels von feiper liebenswürdigsten, menschlichsten und zugänglichsten Seite: was hier erzählt wird, knapp, trocken, mit freundlichem Humor und heiterem Realismus, hat die spürbare, mit Salzwasser und Seewind gesättigte Atmosphäre von Bonsels' niederdeutscher Heimat und das würzige Aroma bis zur Neige ausgekosteter, schwereloser Ferientage. Die Hauvtgestalten sind ein Knabe von zwölf Jahren, das Mädchen Anni, begabt mit dem Aeußeren eines Engels, der Seele eines Teufels und dem Magen einer Gans: ferner das schart und treffend belichtete Original des Fischers Pile Trat, von dem ein schauriges Seemannsgarn gesponnen wird, und die verschollene alte Tante Eucharestic, in deren grotesker Welt dem Knaben unvergeßliche Eindrücke boschieden sind. Die schöne, ganz aus der kindlichen Sphäre entwickelte Schilderung ei^es geschwisterlich ausgeheckten Streiches bereitete zum fröhlichen Beschluß den Hörem, die großen Beifall spendeten, inniges Vergnügen. Hans Thyriot. große Fenster sorgten , Stall selbst lag eine Einstreu, unter den Stangen war ein großes Kotbrett. Daneben standen die Nester. Es lagen tasächlich einige Eier darin, schon Wir betrachteten alle Tierchen, auch den jüngsten Wurf. In einem warmen Nestchen lagen fünf Stück, noch beinahe nackt und ganz blind. „Die Kälte tut ihnen nichts", sagte der Züchter, ,cher Alte sorgt für sie." „Und das Futter?" fragten wir. Er deutete mit einer weit ausladenden Handbewegung über feinen großen Garten. „Hier wächst alles, was die Tiere brauchen. Sehen Sie da die Grasflächen, Bleichplätze meiner Frau. Viermal habe ich das Gras abgemäht und viermal Heu gemacht. Dazu habe ich mir draußen am Straßenrand ein Stück gepachtet. Heu ist im Winter das Hauptfutter für die Kaninchen. Die Runkelrüben habe ich zui.! größten Teil auch in meinem Garten gezogen, dort unter den Bäumen. Einige Zentner kaufe ich mir hinzu. Ebenso ein paar Pfund Hafer, und das Trinkwaßer kostet ja nichts." — „Aber mein Garten ist auch noch für die Hühner da. D-a oben, zum Teil sogar im Auslauf, habe ich Mais gezogen, vielleicht 150 qm waren cs. Nachher will ich Ihnen, einmal die Kolben das K - -... - . - . . in den Vorstädten, lieht man fast in jedem Hof die Kasten stehen, in denen eine Anzahl K- Explosion in Raum 5 Roman von H.C. Hansen Copyrlfht by Prometheue-Verfoi Dr.Eldiadrer, Gröbenxell b.MBndwn Besuch beim Kleintierhalter. Vom Federvieh, von den Stallbasen und der »Kuh des kleinen Mannes" n 0 Ä1* Ätz Holle J Pelz" v pari be M' Ls fl|b -Unbekannten . - dieser Tiere ihr Leben fristet. Wer einen Garten hat oder sonst irgendwie Futter beschaffen tonn, halt sich Kaninchen, um dann und wann einen Fe st braten zu haben. Die meisten Kinder haben sich Manchmal sehen wir die Kasten sogar auf dem schon mit der Aufzucht von Kaninchen beschäftigt. Waldemar Bonsels, deßen Vücher „Die Diene Maja", „Himmelsvokk", .Hndienfahrt", „Eros und die Evangelien" und „Menschenwege" (um die am meisten bekannt gewordenen zu nennen) etwa um 1920 besonders bei der jungen Generation von Hand zu Hand gingen und bald märchenhafte Auflage- Ziffern erreichten, begann feinen Vortrag in der Aula mit Danke smarten an den einladenden Goethe-Bund und dessen Letter Dr. Henning und Dr. T r aut- mann ; auch erinnerte er sich und die Hörer an die erste Begegnung von Angesicht zu Angesicht — gerade vor zwanzig Jahren. Bonsels las dann znuächst ein kurzes Prosastück „Der Tod im Feld": es enthält die letzten Gedanken eines Soldaten, der ttn Varwärtsstürrnen gegen den Feind tödlich getroffen wird. Die kleine Erzählung, welche die Würde und Masestat des Todes für das Vaterland beschwört, war a-Is Dank und Gruß an die Front gedacht, die in unerschütterlichem Ringen die Heimat verteidigt. Auf besonderen Wunsch las Bonsels danach, einer ihm zugetragenen Bitte aus der Leserschaft entsprechend, ein Kapitel aus der „Indienfahrt". Es öffnete sich hier eine ganz andere, sehr ferne Welt, erfüllt von der Melodie des Meeres, von der Sehnsucht nach fremden Ländern, von der vhantasiebe- schwingten Enttückung einer nächtlichen Stunde beim Wein. Es wird dem Verständnis für diese Erzäh- hmg gedient haben, daß Bonsels zuvor bemerkte, es handele sich hier nicht um eine (vielfach frag- würdige) Vermenschlichung des Tieres, sondern um ein Traumbild der beredt gewordenen Natur, die sich in der Gestalt des gemieteten Affen Hug ver- körpert. In der nächtlichen Zckiesprache zwischen Mensch und Tier entwickeln sich .zugleich träumerische und tiefsinnige Betrachtungen rmd Einsichten: in der farbigen Schilderung tropischer Wälder gewinnt die phantastische Szene ihren Höhepunkt und besinnlichen Ausklang. Abermals eine neue Welt tat sich au* in den Geschichten aus dem Buche „Tage der Kindbett , die Bonsels nach der Paule vortrug. Dieses Buch gibt sich nicht als streng historisch aufbauende ^hronik Balkon stehen. Unser Freund draußen im Vorort aber war auch schon vor dem Kriege ein Liebhaber aller Haus- tiere. Am letzten schönen Sonntag galt ihm deshalb unser Besuch. Wir trafen ihn gerade bei der Fütterung. Er ließ sich gar nicht stören, reichte seinen Tieren duftendes Heu und ein paar Körner Hafer, streichelte sie, und dann erst wandte er sich um und begrüßte uns. Die Freude leuchtete ihm aus den Augen, als er uns dann die einzelnen Abteilungen und ihren lebendigen Inhalt vorsührte. Seine Lieblinge waren die Angorakaninchen. Er sagte: „Sie machen wohl etwas mehr Arbeit, weil sie sehr sauber gehalten und von Zeit zu Zeit gekämmt werden müßen. Dafür geben sie bann aber auch die wertvolle Wolle. Das sind immer einige schöne Mark, und gebraten schmecken sie gerade sv gut wie die andern." „ .. „ Wir betrachteten die einzelnen Stalle. Unser Freund hatte sie alle selber hergestellt. Es war saubere Arbeit. In jedem Teil der Ställe lag ein Holzrost, damtt die Kaninchen auch trocken saßen. Darunter befand sich Dachpappe, und hinten waren Abzugslöcher für den Urin. „Ja, das Ausmisten und das Reinhalten , sagte er, „ist so meine ©amstagsarbeit. Aber viele vergeßen das ganz, und die armen Tierchen sitzen dann in dem Unrat. Wenn sie aber immer frische Ein- streu haben und eine trockene Unterlage, dann sind sie viel munterer und fressen auch mehr." Nach dem Gauleiter gab Diplom-Londwirt Döl« ling unter dem Motto „Siedlung schafft Werte" einige Zahlen bekannt aus unserem Gau: Die rhein-mainischen Siedler haben 70 000 Hühner, 60 000 Kaninchen, 9000 Enten, 2000 Gänse, 4000 Ziegen und 200 Milchschafe. Das Eraednis dieser Tierhaltung sind 12 Millionen Eier, 185 000 Kilo Fleisch, 2,5 Millionen Liter Milch usw. Der Gesamtertragswert kann auf etwa 10 Millionen Reichsmark beziffert werden. Diese Zahlen gelten für den Gau Hessen-Nassau. Auf einmal sieht man, was diese kleinen Tiere eigentlich für die gesamte Volkswirtschaft bedeuten. Wenn man von Nutztieren spricht, denkt man meistens an die Pferde, an die Kühe oder an die Schweine. Das „Kleinzeug" wird gar oft übersehen. Höchstens, daß einmal das Sprichwort „Kleinvieh gibt auch Mist" schüchtern an unser Geflügel, an die Kaninchen, an die Ziegen usw. erinnert. Aber man bekommt sofort ein ganz anderes Bild, wenn man sich einmal die Zahlen ansieht, die durch unsere Viehzählungen gewonnen wurden. Das Federvieh nimmt da den ersten Platz ein. . Durch die Eingliederung Oesterreichs, des Sudetengaues und des Memelgebietes hat es eine Erweiterung gegeben. Der gesamte Geflügelbestand von Großdeutschland (einschließlich des Protektorats) beträgt 130 Millionen Tiere (Hühner 118 Millionen, Gänse 8, Enten 3, übriges Geflügel 1 Million). Ohne das Protektorat besitzt Großdeutschland rund 90 Millionen Hühner, davon etwa 80 Millionen Legetiere. Diese Hübner erzeugten rund 7,5 Milliarden Eier. Die Durchschnittszahl für die Legeleistung ist also 94 (Hähne usw. mitgerechnet). Früher nahm man die Zahl 80 an. Es ist also eine beträchtliche Steigerung zu verzeichnen, die sich durch die Einstellung guter Iunghennen ergibt. Bei einem Kleinhandelspreis von 12 Rpf. für ein Ei kann man sich die Wertsumme errechnen, die der Leistung der Hühner entspricht (900 Millionen RM). Nimmt man noch die G^flügelfleischerzeugung hinzu (etwa ein Drittel der Legehühner wird jährlich geschlachtet, dazu kommen die Iunechähne), dann ersieht man daraus, daß die 90 Millionen Hühner weit über eine Milliarde Wert erzeugen Viele wißen auch den Wert zu schätzen, den Sie legte ihre kleine Hand in seine große, schwang sich auf den Rasenboden und reckte sich, als wolle sie neben seiner Gröhe auch bestehen. Dann suchten sie einen Tisch und fanden einen, der auf der einen Seite durch die Hecke, auf der zweiten durch einen Baumstamm gedeckt war und den Blick über den großen Gaittrn freigab, in dessen Mitte ein Musikpavillon stand. Karla wünschte ein Glas Mosel. Kammin bestellte ein kräftiges Abendessen und Bier dazu. Ihr Gespräch bewegte sich zunächst um Alltagsdinge. Während er mit sichtlichem Appetit ah, unterhielt ihn das Mädchen, plauderte von ihren Lieb- lingsspeisen und ergötzte ihren Zuhörer mit diesen harmlosen Geschichtchen viel besser, als die tiefgründigste Unterhaltung es vermocht hätte. Sobald der Kellner jedoch das Geschirr abgeräumt hatte, kam Karla auf das zu sprechen, was die Ursache für das Zusammentreffen gewesen war. „Nun müssen Sie mir erzählen, wie die Vernehmung von Fräulein Barkow verlaufen ist." „Oh", sagte Theo Kammin gedehnt. „Das geht leider beim besten Willen nicht. Ich kann unmöglich einer völlig unbeteiligten Zivilperson über interne dienstliche Angelegenheiten der Kriminalpolizei Auskunft geben." S ia ®1' ( die i ßÄ I* $1nebi f tUn«"16 *s,s W p'Ä V 5"5 armen, ,n £ unbtrn J * di- W WC ! in d<. tu ganz W > ** inlieri ugen. Lu eW i ,6 3» aber « W a11' ' Mößter $ n, wenn । ilen Seiten t gieret Hch einer dandes H Malter v | bis 30. rt-1941 n lknte jui enben 3a such die inbcftablief 61er üom S. und V Wies« Imtermona m Erze< e des A ■ 5m Zu« Mienen Ai ty Üleuorgt Ncfe der ^emvesens ’Parfaf < w 1942 llvande M übe H der nt Meinben machen." Karla schöpfte Mut und begann von neuem. „Daß Fräulein Barkow so schnell, so ohne jede Vorbereitung, ein Geständnis abgelegt hat, nimmt mich Wunder. Sie ist ein sehr herber, verschloßener Mensch, der dazu noch für eine Frau ungewöhnlich klug wirkt. Es scheint mir undenkbar, daß dieses Fräulein Barkow einfach zusammenbrach, als die Polizei die erste Frage an sie richtete." „Oh, dergleichen ist schon , oft vorgekommen. Leute schleppen sich tage-, wachen- ober monatelang mit einem schlechten Gewißen Bei der geringsten Berührung ihrer überreizten Nerven blechen sie zusammen und gestehen." „Ich glaube das, aber wirklich Willensstärke Menschen machen nicht sv schnell schlapp, Fräulem Barkow gehört dazu." „Was wollen Sie daraus schließen?" „Daß dieses Geständnis wahrscheinlich Komödie war. Ich habe irgendwo einmal gelesen, es sei alte Verbrechertakttk, kleinere Uebeltaten zu gestehen, um der Verantwortung für die großen zu entgehen. Fräulein Barkow legte ein Geständnis ab über ein Verbrechen, von dem ihr bekannt sein mußte, daß es gar keins war. Sie wollte damit die vernehmenden Beamten von dem ursprünglichen Ziel abbringen und hat bas auch glänzend erreicht." (Fortsetzung folgt.) gung kein Hehl, daß die junge Dame an dem Falle Wand unbeteiligt sei. „Ich kann mich ja irren, zugegeben, aber mtr kommt manches merkwürdig vor", antwortete Karla langsam, „Sie sagen selbst, daß jemand in der Fabrik den Agenten der Bande spielt. Obwohl so viele hundert Menschen bei uns beschäftigt sind, ist der Kreis nur gering, in dem man diesen Verräter suchen muß. Und die Barkow gehört dazu. ! Außer ihr auch noch zehn oder mehr andere Leute, alles Männer, aber immerhin, Fräulein Barkow ist dabei. Nehmen Sie es noch so ernst, wenn ich Ihnen meine Gedanken darlege, Herr Kammin, obwohl Sie anscheinend mit meinen Ideen Schifft „3a, wir können nicht klagen"", sagte er zufrieden. Wir warfen noch einen Blick in die Vorratskammer, wir sahen die aufgehängten Maiskolben, die die Hühner so erhalten, damit sie die Körner auspicken können. Wir sahen die praktischen Vorrichtungen, die Knochenpresse, den Gemüseschneider, den Kartoffelstampfer und andere Geräte. Die meisten hat sich unser Freund selber gezimmert. Er ist Schlosser und arbeitet in einem größeren Betrieb, aber jede freie Stunde gehört seinen Tieren. Die größeren Buben helfen ihm dabei, auch die Frau, die wir jetzt begrüßten, und die uns erzählte, daß ihr Mann ein rechter „Tier- narr" sei. „Schon immer kannte er kein größeres Vergnügen, als sonntags bei den Kücken zu sitzen und ihnen zuzuschauen, dann nimmt er seine Kaninchen aus dem Stall und läßt sie im Grase sich tummeln. Das ist sein Sonntagsspaziergang. Aber wir sind alle darüber froh, daß es so ist. Wir bekommen von Nachbarn und Bekannten die Kartoffelschalen und andere Abfälle und können so auch dann und wann ein Tier abgeben. Aber die Hauptsache ist, daß wir selber das Viehzeug haben." — • Nachdenklich setzten wir unseren Spaziergang nach der Besichtigung fort. Wir sprachen noch manches gute Wort über unseren Freund, und es kam uns fo recht zum Bewußtsein, wie wichtig eigentlich die Kleintierzucht ist. Wir dachten an das Wort unseres Gauleiters, der auf dem Siedlertag in Wiesbaden ausführte: „Siedler kann nur sein, her neben seiner beruflichen Arbeit sein Haus, seinen Garten und seine Kleintierzucht in Ordnung zu halten vermag. So ist also diese Zusatzärbeit ein Ausfluß der Arbeitsfteude, und daraus erwächst auch jener Gemeinschaftsgeist, der den Nationalsozialismus ausmacht. Das alles zusammengenommen gibt kraftstrotzende, gesunde Menschen, und die brauchen mir. Aus der Stadt Gießen. Briesmarken-Aeschichten. Zum lag der Briefmarke: 11. Januar. Zu Ende des Jahres 1861 wurden in Preußen Briefmarken ausgegeben, von denen sich kaum mehr ein Stück in gutem Zustand erhalten hat Es waren Marken im Werte von 10 und 30 ^ArHroschen. Bestimmt waren sie ausschließlich für Wertsendungen, denn für gewöhnliche Briese hatten sie sich ihrer merkwürdigen Beschaffenheit wegen nicht geeignet Diese Marken bestanden nämlich aus einem dünnen, durch Oeltrönkung trüb durchsichtigen Papier, das man damals „Kollodiumhaut nannte. Den Aufdruck trugen diese Marken auf der Rückseite, so daß er vorn nur durchschimmerte, und berühren durfte man sie nur sehr vorsichtig und mit ganz trockenen Händen, weil sie sonst Knitterfalten und Flecken davontrugen. Da es natürlich nicht ost zu einer so schonenden Behandlung kam, besitzen wirklich guterhaltene Stücke heute tatsächlich einen Seltenheitswert. Daß zwischen den gezähnten und ungezähnten Briefmarken ein Wertunterschied besteht, weiß jeder Sammler. Es kann dabei zu solchen Unterschieden kommen, wie seinerzeit bei her Hamburger Vier- schillingsmarke, die ungezähnt fast das Fünfzigfache der gezähnten Stücke wert ist. Für die „Briesmar^- ken-Dentisten" war aber auch das „Zahneinsetzen" eine lohnende Sache. Sie schnitten die Markenauf- dnicke aus älteren Postkarten heraus, schabten mit scharfen Messern das Kartenpapier bis auf Marken- dünne, worauf in die Marken die feine Zähnung der echten Briefmarke eingeschnitten wurde. Wer auf diesen Schwindel hereinfiel, mußte für die wertlosen Papierstückchen natürlich teures Geld befahlen. Wo das „Zahnreißen" eine Briefmarke wertvoller machte, wurde es ebenfalls vorgenommen, so z. B. bei den alten Thurn-und-Taxis-Marken (1865), deren kleinen Werten man die Zähnung einfach abschnitt, sie hierauf bis zur Farblosigkeit bleichte und mit Kaffee bräunlich färbte, so daß sie nun den Stücken der höheren Werte gleich sahen und als solche unkundigen Käufern angedreht wurden. * Vor siebzig Jahren, am 1. Januar 1872, wurden X in Deutschland die ersten Briefmarken mit der Aufschrift „Deutsche Reichspost" eingeführt, aber zu einer Vereinheitlichung der Geldwährung war es noch immer nicht gekommen, daher denn in Norddeutschland die Marken auf Silbergroschen und in Süddeutschland auf Kreuzer lauteten. Daneben gab es, obwohl der Pfennig noch nicht allgemein als deutsche Reichsmünze in Umlauf war, vereinzelt aber auch schon Pfennigmarken, deren Aufdruck jedoch zwischen „Pfennig , „Pfennige" und „Pfenninge" wechselte. Schon dieser Unterschied wurde von einigen Sprachforschern bemängelt; als aber von 1875 an die deutschen Marken nur noch in Pfennigwährung herauskamen, gerieten sie vollends in Harnisch und taten sich zusammen, um für die Aufschrift „10 Pfennig" statt „zehn Pfennig" zu kämpfen. Bis zum 1. Januar 1922 hatte sich das gewöhnliche Briefporto in Pfennigwerten bewegt, von diesem Tage an aber kostete ein einfacher In- lanhbrief zum erstenmal 2 Mark Porto, ein Jahr später schon 50 Mark, im September des gleichen Jahres 250000 Mark, ab 10. Oktober 5 Millionen und am 26. November 80 Milliarden. Damit war der Höhepunkt erreicht, denn vier Tage darauf wurde das Briefporto nach der Rentenmark berechnet, wonach ein Brief 10 Rentenpfennig kostete, was allerdings 100 Milliarden der vorherigen Papierwährung gleichkam. ♦ Es war im August 1900, zu einer Zeit, da Finnland mehr denn je unter der russischen Gewaltherrschaft zu leiden hatte. Da trugen auf einmal finnische Briefe ganz seltsame Marken. Sie waren einfarbig schwarz gefärbt und trugen nur an der Seite bas alte Wappen Finnlands und die Landesbezeichnung. Woher diele Marken auftauchten, ließ sich nicht feststellen, aber sie tauchten in Massen auf. Die Vorderseite der Briefe wurde mit ganzen Streifen der „Trauermarten" beliebt, wogegen man die russischen Marken auf der Rückseite per Briefe anbrachte. Es war ein stammender Protest gegen die russische Vergewaltigung, aber schon nach ein paar Tagen wurde die Verwendung der Trauermarken bei strengsten Strafen verboten. Doch hatten sie ihren Zweck bereits erfüllt und den russischen Machthabern die Gefühle vieler Tausender von Finnen gegen ihre Bedrücker gezeigt. M. A. v. L. Sie wußte nicht mehr, was sie sagen sollte, und sah ihrem Begleiter ganz fassungslos zu, wie dieser ••—-- v- , , sein Glas Bier auf einen Zug leerte und dumpf eine ganz andere Art, als wenn Onkel Kaspar so wieder auf den Tisch stellte Theo Sammln zeü-t mied er gibt. , ein bedrücktes Gesicht und starrte vor sich hin, als i Der sei alles Leid der Welt auf feine Schultern gebür« wickelte bet worben. ! Aenne Vergnügen wie ein Iunae, der den anderen herein- gelegt hat, daß Karla sofort versöhnungsbereit mar I Männer, die Kindereien verzapfen können, sind immer die besten Kerle, auch wenn sie manchmal I grob sind wie Landsknechte. „Nun erzählen Sie von der Vernehmung! S.Upori der Vorrunde erhält, haben sie ebenfalls noch Aus- Wohn- oder Geschältshaus NEU 0113 Mehr Freude an der Natur durch Äermühler-Bücher! CHUHE TASCHEN* in Gießen zu kaufen gesucht Schriftliche Angebote unter 3857A an den Gießener Anzeiger erbet. 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Hier sehen wir nämlich — mit ebnem besseren Ueberblick als der Soldat, der wirklich dabei ist — wie sich aus Feststellungen, die Aufklärungsflieger lieferten, der Entschluß zu einem Vorstoß in die Bereitstellungen des Feindes bei der militärischen Führung bildet, wie die Vorbereitungen zum Angriff getroffen und der Vorstoß selbst durchgeführt wird. Der militärische Teil zeigt uns weiterhin unsere Soldaten vor Leningrad in Bildern, bei denen auch der Humor nicht fehlt, und einen Angriff auf Sewastopol, bei dem wir wieder einmal die schon moralisch ungeheure Wucht eines Stuka-Angriffs mitbekommen. Einen sehr schönen Eindruck von der Sorge der 31. Dezember 1941 verwaltet: 17 605 000 NM. Gesamteinlagen. Darunter befinden sich 15,4 Millionen RM. Spareinlagen. Im Jahr 1941 betrug der Einlagenzugang rund 4 Millionen NM. Gießener Dochenmarttpreise. * Gießen, 10. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 42, Wirsing, % kg 8 bis 12, Weißkraut 7 bis 10, Rotkraut 8 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 10, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 40, Lauch 17, Sellerie 15, Feldsalat, l/w 10, Rettich, das Stück 10 bis 15 Rpf. Verdunkelungszeit: 10. Januar von 19.27 bis 9.28 Uhr. dort siegreich beenden. Alle anderen Mannschaften mußten mit mehr oder wenig hohen Niederlagen die Heimreise antreten. Wir glauben deshalb nicht, daß es dem VfB.-R. gelingt, in Ehringshausen zu einem Erfolg zu kommen. In Watzenborn-Steinberg ist Sinn zu Gast. Hier ist für die Platzbesitzer einige Vorsicht geboten. Die Niederlage der Sinner gegen die Adlerwerke im Pokalspiel darf nicht als Maßstab für die Leistung der Gäste genommen werden. Sinn besitzt immer noch eine beachtliche Mannschaft, in der die beiden Verteidiger Schäfer und Svoboda sowie der Mittelläufer Peter die Hauptkräfte sind. In Naunheim steigt bereits das erste Spiel der Rückrunde, wo der Tabellenführer die Burgsolmser empfängt. Nachdem es Naunheim in Burgsolms gelungen ist, beide Punkte zu erringen, darf man dies beim morgigen Spiel erst recht annehmen, denn es wäre schon mehr als eine Ueberraschung, wenn Burgsolms auch nur zu einem Punkte käme. VfD.-Reichsbahn in Ehringshausen. Am kommenden Sonntag fahren die Reichsbahner zum fälligen Verbandsspiel nach Ehringshausen. Daß dort die Trauben recht hoch hängen, beweist der Tabellenstand der Mannschaft. Ehringshausen steht an zweiter Stelle und ist ein ernstzunehmender Gegner. Die Mannschaft setzt sich aus schnellen und harten Spielern zusammen, welche alles auf eine Karte setzen, um einen Sieg herauszuholen. Was ihr an technischem Können fehlt, wird durch Eifer und Ausdauer ersetzt. Diese Vorzüge muß man leider bei den Stadtmannschaften vermissen. Die Platzverhältnisse sich auch nicht so besonders gut für die Reichsbahner, da der Platz etwas klein ist und den Hiesigen nicht besonders liegt. Jedenfalls müssen sich die Grün-Weißen sehr anstrengen, wenn sie einen bzw. beide Punkte mit nach Gießen bringen wollen. Beides wäre ein großer Erfolg und ein Beweis, daß die Reichsbahner auch was können, wenn sie es auch bis jetzt noch nicht gezeigt haben. Die Hiesigen fahren mit folgender Mannschaft nach Ehringshausen: Wiegel, Leutheuser II, Spatz, Hart- metz, Schlitz II, Burkhardt, Plaum, Schardt, Lotze, Keth, Bauer. Watzenborn-Steinberg I — VE. Sinn I. Zum ersten Meisterschaftsspiel in der Rückrunde empfangen die Watzenborn-Steinberger am Sonntag die I. Mannschaft vom BC. Sinn. Die Gäste aus dem Dillkreis haben schon von jeher eine kampfkräftige Mannschaft stellen können. Auch zur Zeit ist dies der Fall, was sie beim letzten Spiel auf eigenem Platze gegen die Spislvereiniqung 1900 bewiesen. Durch einige Urlauber verstärkt, haben auch die „Teutonen" eine Mannschaft, die als überaus spielstark anzusprechen ist, so daß auf dem Sportplatz an der Neumühle ein spannendes Spiel zu erwarten sein dürfte. 1900 — Universität. 1900, das ursprünglich gegen die Luftwaffe ange- setzt war, aber mit Rücksicht auf die Wiederholung Du bist gerufen! Bedenke, was sie für dich tragen, die draußen in den weißen Nächten und an den schneeverhängten Tagen für deines Hauses Frieden fechten! Bedenke, daß vor ihren Schilden im Kampf die fremden Waffen splittern, daß über unseren Gefilden die schwarzen Stürme nicht gewittern. Bedenke, daß sie schweigend ringen, damit der Brand dein Haus verschone; und die erstarrten Wälder singen zum Schwertgang unsrer Bataillone. Und Wolken lassen, sturmzerrissen, die weißen Lasten lautlos schweben. — Bedenke dies, dann wirst du wissen, was dir zu tun jetzt aufgegeben! Walter Schaefer. Wehrmacht und des Staates um die Versehrten, denen ihre Verwundung eine Einschaltung in ihren bisherigen Arbeitkreis nicht mehr ermöglicht, erhalten wir zu Beginn. Sie werden umgeschult, etwa vom Schlosser zum technischen Zeichner, vom Maurer zum Architekten, so daß sie in den meisten Fällen nicht nur ebenso freudig zur Arbeit gehen werden wie früher, sondern ihnen sogar die Möglichkeit gegeben ist, einen Beruf auszuüben, den zu erreichen ihnen bisher das Sprungbrett fehlte. Mit besonderer Liebe find die Bilder von der großen Wollsammlung für unsere Soldaten im Osten eingefangen worden. Hier gibt es auch heitere Bilder, vor allem, wenn es zu den Szenen kommt, in denen die ersten Ostland-Fahrer ihre Pelzwesten anprobieren. — Zusammenfassend läßt sich sagen, daß diese Wochenschau wieder einmal beweist, wie tapfer Front und Heimat diesen Winter bezwingen. H. H. G. Teile meiner geschätzten Kundschaft mit, daß ich ab 15. Januar 1942 mein Geschält wieder eröiloe Karl Volkmann jun. Metzgerei u. Gastwirtschaft Lollar jKaiaci^e.^concnüis sind die quälenden Zeuaen einer gefd)®5iMen. rehempfinbnAen, ollmals entzündlich veränderten SItmungdfdileimbaul; datier ihre Hartnäckigkeit. Tritt man ihnen ober mit.EilphoscaUn- entgegen, so zeig« man das richtige Verständnis für da«, was hier nottut, nämlich: nicht allein der jeweiligen Beschwerden Herr zu werden, sondern vor allem auch auf das anfällige Schleimhaut« aewebe in wirklich heilkräftigem Sinne einzuwirken. Das ist der Vorzug der .Silphoscalin -Tabletten- die seit langen Jahren elelfeltlge Anerkennung gefunden haben. — Achten Sie beim Sinkaui out den Namen »Ellphoscalin-, Ne grüne Packung und den ermäßigten Preis von JiDL 2.06 für 80 Tabletten. 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Das Hauptinteresse des heimischen Fußballsports dürfte sich auf das Pokalwiedecholungsspiel der Luftwaffe gegen Steindorf richten, das in Steindorf trotz Deriängerung un entschied en ausging. Diesmal wird eine Verlängerung wohl nicht erforderlich sein, denn es ist nicht anzunehmen, daß die Gäste abermals einen solchen Widerstand ausbrin-gen wie aus heimischem Gelände. Vielmehr darf man die Luftwaffe als sicheren Sieger erwarten. Beim Meisterschaftsspiel in Ehringshausen haben die Reichsbahner einen schweren Stand, denn bis jetzt konnte lediglich der Tabellenführer seinen Kgmpf A GO1D5R1CK=z:t13,=b fjonanJtertin UreiNBRAND W l, O'16 r? °6 8 Millionen Gänse darstellen, besonders jetzt in ^Auch^as^ Kaninchen ist wieder einmal zu llbren gekommen. In der deutschen Ernährungs- : und Rohstoffwirtschaft spielt es eine ganz schone Nolle Der Wert des Fleisches und der Felle geht weit 'über 200 Millionen Reichsmark. Die kleinen Stallhasen liefern nicht nur einen schmackhaften traten, sondern auch gute Winterfelle. Dazu kommt »»dl Wolle der Angorakaninchen, aus der sehr wertvolle Pelzmäntel hergestellt werden. Die „Kuh des kleinen Mannes, die vieae darf bei der Kleintierzucht nicht vergessen werden Es gibt in Deutschland über 2,5 Millionen vjeaen und sie geben vielen Familien nicht nur Milch 'sondern auch Butter, Fletsch und Häute. Sie lind ja wohl etwas anspruchsvoller in der Fütte- rung als die Kaninchen, aber ihre Bedeutung ist " Auch^di^B i e n e n gehören zum Kleinvieh. In Deutschland gibt es über 3 Millionen Bienenvölker. Rechnet man im Durchschnitt nur 10 Pfund Honig für ein Volk, dann kann man daraus ersehen, welche Werte die Bienen „aus dem Nichts" er- zeugen. Daneben sind sie uns im Obstbau als Be- fruchter unentbehrlich. _ . v Sehr entwicklungsfähig ist die Seidenraupenzucht. Nachdem aber durch minifterwUe Verfügung bestimmt worden ist, daß die Schule in jeder Gemeinde ein Stück Land mit Maulbeeren anpflanzen muß, wird es nicht mehr lange dauern, unb die Zucht von Seidenraupen wird m ganz anderem Umfange betrieben werden als seither. QUm Schluß sei noch die Edel Pelztierzucht erwähnt. In Deutschland gibt es über 1500 Pelz- tierfarmen, in denen Silberfüchse, Nerze, Sumpf- biber und andere Pelztiere gezüchtet werden. Mit den andern Zweigen der Kleintierzucht verglichen lind die Erzeugungswerte der Pelztierzucht wohl nickt sehr in die Waagschale fallend, aber immerhin !stellen diese Pelztiere (wohl über 50 000 Stück) einen ganz schönen Wert dar. : Im allgemeinen kann man sagen, daß unsere Kleintiere etroa das Doppelte ihres Eigenwertes erzeugen. Bei den Hühnern stimmt das fast haargenau. Schätzt man den Wert eines Legehuhnes mit l bis 6 RM. und den Wert der gelegten Eier auf 11 bis 12 RM., so wird man bas bestätigt finden. Aber auch die übrigen Kleintiere werfen einen Nutzen ab, der für unsere Volkswirffchaft von allergrößter Bedeutung ist. Es ist deshalb zu verstehen, wenn gerade die Kleintierzucht zur Zeit von allen Seiten empfohlen wird. —n. Eiererfaffung im Zahre 1942. Nach einer Bekanntmachung des Eierwirtschaftsverbandes Hessen-Nassau ist jeder Hühner- und Entenhalter verpflichtet, in der Zeit vorn 1. Oktober 1941 bis 30. September 1942 wiederum wie im Jahre-1941 mindestens 60 Eier je gehaltene Henne oder Ente zur Ablieferung zu bringen. Es wird im laufenden Jahr besonders darauf geachtet werden, daß auch die Enten zur Veranlagung kommen. Die Mindestablieferung von 60 Eiern verteilt sich auf 16 Eier vom 1.10. bis 31. 3., 30 Eier vom 1. 4. bis 30 6. und 14 Eier vom 1.7. bis 30. 9.1942. Samt- licke Ablieferungsmengen, welche im Laufe der Wintermonate abgeliefert wurden, werden in die neuen Erzeugerlisten übertragen und auf die erste Rate des Ablieferungssolls angerechnet. Gießen-Klein-Linden. beantragte an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von drei Monaten eine Geldstrafe von 450 RM. Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 300 RM. verurteilt. Strafmildernd wirkte der Umstand, daß der Angeklagte durch den Brand großen Dermögensschaden erlitten hat, da sein nichtversicherter Dreschwagen mitverbrannte. G. H. in O.-E. hatte sich wegen gefährlicher Körperverletzung zu verantworten. Er ist beschuldigt, am 24. August v. I. einen Mann aus O.-E. mit einem feststehenden Messer in den Unterleib gestochen zu haben. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten und führte aus,, es handle sich um eine besonders rohe und gemeine Tat und eine gefährliche Körperverletzung. Nur der ärztlichen Kunst sei es zu verdanken, daß der Verletzte am Leben erhalten worden fei. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt. Auf die Strafe werden vier Monate der Untersuchungshaft angerechnet. Frankfurter Slftlachkviehwarkt. Frankfurt a. M., 10. Jan. (Dorbericht.) Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen 37 bis 46,50, Bullen 40,50 bis 44,50, Kühe 25 bis 44,50, Färsen 41,50 bis 45,50, Kälber 40 bis 59, Schafe 32 bis 44, Schweine 53 bis 61. Marktverlauf: alles zugeteilt. des obigen Pokalspiels spielftei geworben ist, hat mit der Universität ein Gesellschaftsspiel vereinbart, um nicht abermals pausieren zu müssen. Durch bi« Mitwirkung von Wenz, Schäfer, Ludolph und Carstens bei der Universität tritt 1900 zwar in veränderter, aber immerhin starker Aufstellung an. Mit Butz, Becker (bekannt durch sein hervorragende» Spiel gegen Wetzlar 05), Goß, Ruhl, Kraft L, Weniger, Schellhaas, Sittner, Schuck, Langsdorf, Botz ist eine Vertretung zur Stelle, die in der Lage sein dürfte, zu einem sicheren Sieg zu kommen. Strafkammer Gießen. PH.L.A. in B. hatte sich wegen fahrlässiger Brandstiftung zu veranworten. Er ist beschuldigt, am 16. September v. I. in Reiskirchen durch Fahrlässigkeit ein Gebäude und Vorräte von landwirtschaftlichen Erzeugnissen in Brand gesetzt zu haben, indem er nach Eintritt der Dunkelheit eine Sturmlaterne anzündete und diese auf eine schrägstehende Blechleiste der in Betrieb befindlichen Strohpresse stellte, ohne sie gegen Umfallen zu sichern. Infolge der Erschütterungen der in der Scheune des Landwirts St. stehenden Strohpresse fiel die Sturmlaterne um, zerbrach und setzte das Stroh und die Scheune in Brand. Der Anklagevertreter werden aus ihrer Haftung entlasten. Die Gemeinden Atzenhain, Bernsfeld, Ermenrod, Flensungen, Groß-Eichen, Ilsdorf, Lehnheim, Merlau, Nieder- Ohmen, Ober-Ohmen, Ruppertenrod, Unter-Seibertenrod, Wettsaasen und Zeilbach werden aus ihrer Haftung für die Bezirkssparkaste Grünberg entlassen. Die neue Kreisspartasse Alsfeld bleibt als selbständige öffentlich-rechtliche Körperschaft bestehen. Vorsitzender des Verwaltungsrates ist der Landrat. Die im Gebiet der neuen Kreissparkasse bestehenden Zweigstellen werden von der Kasse als eigene Zweigstellen weitergeführt. Die Aufwärtsentwicklung der Kaffe war im ab= gelaufenen Jahr 1941 recht günstig. Es wurden am die Schulsparkasse eingelegt. Kreissparkaffe Alsfeld. Im Zuge der vom Reichswirtfchastsminister getroffenen Anordnung vom 27. November 1941 über die Neuorganisation der hessischen Sparkassen zum Zwecke der Vereinheitlichung des deutschen Spar- kassenwesens wurde die seitherige Bezirks- sparkasse Alsfeld mit Wirkung vom 1.Januar 1942 in eine Kreissparkasse um- gewandelt. Die Haftung für die Kreissparkasse Alsfeld übernimmt der Kreis Alsftld nach Maßgabe der neuen Satzung der Kasse. Die Mitglieds« gemeinden der seitherigen Dezirkssparkasse Alsfeld n.St, Ss " Men ‘"litte Junten. "Qlt ntei. «L NAtt * °> «niet, Subeten, Zweite. Qnb Don W hC1 Mionen Million). A rund Mionen 1 biliar. Pistung nahm Etliche durch die ,ei einem ?nn mon tunq der Nimmt W (efnm uelchlach, W man »eit über den. den G EBRaAXWTFäRBE r EI —Läden und Annahmestellen überall $ür Tapferkeit vor dem Feind wurden ausgezeichnet: Arthur Weber mit dem Jnfanterie- Sturmabzeichen, Unteroffizier Karl Marten, Cohn des Lokomotivführers Heinrich Marten, mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse, Unteroffizier Heirck ^Ultuuve MUUCU |lc tueil|UU3 lluu/ MU=- Knapp, Sohn des Lokomotivführers Heinrich sichten, in die weitere Entscheidung einzugreifen. Knapp, mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse. Am Obwohl Lang-Göns etwas stärker einzuschätzen ist, erften Spartag des neuen Jahres wurden von rund; muß man das Spiel als offen bezeichnen, da Grü- W0 Schülern der Volksschule Klein-Linden 6501 • - • — • • - - RM., das ist das Vierfache des vorigen Jahres, in Wirkt anfallbeseitigend - lösend - beruhigend - guter Nachtschlaf. Best begutachtet - langjähr. erprobt - begeht. Anerkennungen. Überzeugen Sie sich von der Wirkung • Packg. 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Bewährt sich die geänderte Aufstellung der Soldaten, so kann ein günstiges Resultat erwartet werden. f)3.-Spiele im Bann 116. Die HI. trägt die ersten Spiele der Rückrunde aus. Bei der ausgeglichenen Spielstärke der Mannschaften ist mit spannenden Treffen zu rechnen. Holzheim — MTV. Gießen. Auf Gießener Boden gelang es dem MTV., mit 11:5 siegreich zu bestehen. Holzheim ist allerdings zu Hause ein anderer Gegner. Wollen die Gäste weiterhin die Tabellenführung behaupten, so bedarf es großer Anstrengung, um zu den Punkten zu kommen. Allzuhoch wird der Sieg nicht ausfallen. Grüningen — Lang-Göns. Dieses Vorspiel endete 11:6 für Lang-Göns. Da Grüningen aber noch zwei Punkte aus einem Spiel Wir haben uns verlobt T&krfMH&t SttTfädcfi, RNTCN”6lsT3 im Januar 1942 068/ 0120/ wir tun unser Bestes! 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Kaufmännisches Rechnen Stufe I .. 2. Deutsch für den Kaufmann, Stufe I 2. Boden und Baugrund. 3. Einrichten von Baustellen. 4. Erdbau. 5. Straftenbau I. 6. Straftenbau II. 7. Brückenbau in Eisenbeton. 8. Eisenbabnoberbauarbeiten. 9. Die Baugrube. 10. Erd druck, Baunormen, Ordnung auf der Baustelle, Baustoffe. 11. Bauzeichnen. 12. Aufmessen, Zeichnen, Ab- Leibbinden Bruchbänder Einlagen Anfertigung in eig. Werkstotte Kurt Kling form. Heiler Nach!. 3aDdaßi$tenmelsl. MarktNitr.lt Lieferant der Krankenkassen DamenBedienung. (auch reparaturbedürftige) kauft nach Vereinbarung unter Postnachnahme Elektrokarax, Berlin W 50 Aber z Zf. denen lassen, die’s am nötigsten habe Und: nicht schimpfen, wenn Sie's nicht immer kommen. Das wird auch wieder anders. herstedlerLGlaabsbrä^^llg zeigen durch Hustenreiz, Verschleimung oder Atembeschweröen an, daß etwas nicht in Ordnung ist. Luftröhrenkatarrh, hartnäckige Bronchitis, chronische Verschleimung, quälender Husten und Asthma werden seit Jahren mit Dr. Äocther-Tabletten, auch in alten Fallen erfolgreich bekämpft. Dies bestätigen die vielen vorliegenden »ft geradezu begeisterten Dankschreiben von Verbrauchern. Dr.Boether- Tablelten sind ein unschädliches kräulerbaltiges Epezialmittel. Ent hält 1 erprobte Wirkstoffe. Stark schleimlösend und auswurffördernd. Beruhigt und kräftigt das angegriffene Lronchiengewebe. Jahl> reiche schriftliche Anerkennungen von dankbaren Patienten und —. zufriedenen Ärzten! In Apotheken * 1.31 und 3.24. Einlagen Leibbinden Gummistrümpfe 2977 A J. Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. Unsen Nahrung muß bekanntlich durch den Stoffwechsel in Energie, Lebenskraft verwandelt werden. Daxu braucht unser Organismus dieses Vitamin B1, und zwar täglich etwa den tausendsten Teil eines Grammes. Dos meiste Vitamin Bi enthält übrigens die Vierhefe, und mit diesem kostbaren Wirkstoff aus der kjefe ist unser vilamalz-tinsackbier angereickert. Es ist also wohlschmeckendes Genußmittel, bekömmlicher Vurstlöscker und vitaminspender zugleich. iltN ■S'»er sP K': M in h( Die Deutsche Arbeitsfront Berufserziehungswerk Tanzunterricht Am Montag, 19. Januar, 20 Uhr, beginnt ein neuer Tanzkursus Vorherige Anmeldungen erbeten Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31, Tel. 8835 121 D Ihre Vermählung geben bekannt Willi Plöger Unteroffizier Gusti Plöger, geb. Fleck Gewürzte Beifuttermlscnung ANIMALIN mit D-VITAMIN für alle HAUSTIERE Wertvolle Hilfe bei Fütterung von Nute und Mastvieh , 50,50 , 60,50 Gebühr RM. 12,50 7,50 7,50 7,50 7,50 8,50 8,50 9,50 9,50 10,50 10,50 10,50 11,50 12,50 Stufe 1 Sitlie. w» fet 1 m» 24 00° T , h« OPI« v* T°11 ls.3anmk, k lit «leist $6325 3 90 a 2958 155 ol-s 0er 3 Bei genügender Beteiligung werden im Laufe dieses Monats in Gieren folgende Lehvaemeinschakt«« BERNARD&SOHN GIESSEN, Plockstraße 14^16 Stufen I—III Jede Stufe 40 Dovv.= Stunden. Wöchentl. 2 Dovv.-Std. Geb.: Stufe I RM. 25,50 Kanin-, Hasen-, Rehfelle Füchse, Marder, Iltisse sowie alle anderen Felle kauft zu besten Preisen Heinrich Adorf, Marburg/Lahn Die Anmeldung muft auf der vorgeschriebenen Anmeldekarte persönlich in der Dienststelle der DAF., Hauptstelle für Berufserziehung und Betriebsführung, Gieften, Schanzenstr. 18, 1. Stock, Zimmer 4, vorgenommen werden. (Täglich von 8—13 und 14.30—18 Uhr, Samstag nur von 8—13 Uhr.) Mit der Anmeldung ist die Teilnehmergebühr zu entrichten. Bei Gebühren über RM. 20,— kann in Ausnahmefällen Ratenzahlung ein- geraumt werden. Berufslaufbahnberatung bei Anmeldung vorgesehen. Anmeldeschluß: 24. Januar 1942. mD Zu beziehen durch den Landhandel und die Landwirtschaftlichen Genossenschaften. Alleinvertrieb: Für den Handel: Wirtschaftliche Landhandels- Vereinigung Hessen-Nassau e.G.m.b.H., Frankfurt a- M. 4. Wohlerstrabe 2. Für d. Genossenschaftswesen: Bäuerl. Haupt- ßenossensch. Rhein-Main-Neckar e.G.m.b.H-, Frankfurt a. M. 16. Taunusanlage 3. Wie ffranvon seinem Metz« gef nicht verlangt, daß et auf Brotmarken Fleisch abgibt, so sollte man aych uns nicht zumuten, auf Punkte der Kleidcrkarte für Damen Herrenstoffe zu verkaufen oder umgekehrt. Das wäre doch etwas Anderes, meinen Sie ? Ö nein, das ist genau dasselbe: Der Staat, der in weiser Fürsorge alle Textilien bewirtschaftet, weiß genau, was innerhalb eines Jahres für Männlein und Weiblein ausgegeben werden darf. Wenn nun ein Teil der deutschen Frauen auf Männerpunkte „weibliche“ Textilien ein kaufen würde, dann würden mehr „weibliche“ Textilien verbraucht werden als vorgesehen war. Und die ganze, klug durchdachte Textilversorgung wäre über den Haufen geworfen. Unsere Ablehnung ist also kein schlechter Wille, sondern Vorschrift und eine Notwendigkeit, die jeder Vernünftige einsieht. Im übrigen sind wir zuvorkommend wie immer gangs)............................ Förder-Lehrgemeinschaften. 18. Förderlehrgeiyeinschast f. Angelernte und Hilfsarbeiter. (Zur Förderung junger Hilfsarbeiter und Angelernter aus der nietallverarbeitenden Industrie und Handwerk und zur nachträgl. Ablegung der Facharbeiter-Prüfung.) 19. Förderlehrgemeinschaft für jungeMe- tallfacharbeiter. (Zur allgemeinen Förderung im Beruf zur Erlangung höherer Leistungsstufen. Vorarbeiter- Nachwuchs.) 20. Lehrgemeinschaft für Unterführer- nachwnchs.(Zur Förderung hochauali- fizierter FacharbeiM über 25 Jahre nach dem einheitlichen Reichsplan für sämtliche Fachrichtungen für eine spätere Industrie-Lehrmeister- und Werk- meistertätigkeit.) Mit Abschtusr-Prüfung! 21. Techniker-Ausbildung (Betriebstechniker, Teilkonstrukteur, Fertigungsvorbereiter). (Zur Förderung befähigter Metallfacharbeiter mit abgeschlossener Lehre und nachfolgender zweijähriger Tätigkeit als Facharbeiter zum Tech-, niker.) 3. Doppelte Buchführung Stufe I............. 4. Doppelte Buchführung Stufe II............ 5. Doppelte Buchführung Stufe III (Abschluh- technik)................................. 6. Einzelhandelsbuchführung................. 7. Steuerkunde für den Kaufmann............ B) Technische Fächer (Eisen und Metall). 8. Technisches Zeichnen Stufe I............... 9. Technisches Zeichnen Stufe II.............. 10. Technisches Zeichnen Stufe III............. 11. Technisches Rechnen Stufe I............... 12. Technisches Rechnen Stufe II............... 13. Technisches Rechnen Stufe III ............. 14. Elektrotechnik Stufe I..................... 15. Elektrotechnik Stufe III.................... 16. Technisches Rechnen zur Vorbereitung auf Refa-Grundlehrgang ..................... 17. Refa-Fachlehrgang (Teilnahmevoraussebung: Erfolgreicher Besuch eines Refa-Grundlehr- „Hicoton“ ist altbewährt gegen das Uebel. Preis RM.2.90. In allen Apoth. u. Neue Apotheke, Gießen. Prosp. gratis vom Alleinherstellen “Medika“, München 42. z,V . Stufe VI C) Lehrgemeinschaften für Bau-Berufe 22. Baufachzeichnen Stufe I........... 48 23. Baufachrechnen Stufe I ........... 24 24. Fördermaftnahme „Pom Maurergesellen zum Polier". Diese Fördermahnahme er- a streckt sich über insgesamt 12 Stufen zu je bis 24 Stunden und umfaftt folgende Stoffge- m biete: 1. Messen, Berechnen, Erkunden. & geil*1 «K M UW rechnen. Teilnahmevoraussetzung: Gesellenprüfung. Abschluß-Prüfung ist vorgesehen! M.Ai IL Jan. 2 Wann!: 3m mi 'hnill r Inippen bi kitoeije n Panjetunfe läge befoi Material ] «lagen in Sdjroarjen Rillen b limpf ein. 3n bet chlige k h|el m 3n Hot Kauf ble Nel von L Hkulf