192. Jahrgang Nr. 132 Erichelni täglich, außer Sonntags undFeiertags Beilagen: Gteßener Famlltenblätter Heimat imBlld-DieScholle Bezugsvreis: Monatlich .... .RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernlvreckanschlnk 2251 Drahtanschrift: ,Llnzeige^ Postscheck 1168k Frankk^M. Gietzener Anzeiger Vrühlsche UniverfitStrdruckerei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Gietzen^Zchulftrahe 7-9 Dienstag, 9.3uni 1942 Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer biS 8'/, Uhr desBormtttags Anzeigen-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Nvf. für Famittenan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Nvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzetgen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/°mehr Spannungen Von unserem D. ? (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Rom, Ende Mai 1942. 2m allgemeinen stellt man sich unter Innerasien jenen gewaltigen Gebirgsgürtel vor, der von dem Hochgebirge von Armenien östlich streicht über Iran, das Pamirplateau, Himalaya und Tienschan bis lies nach China hinein. Aus den Büchern Sven Hedins weiß man, daß die mittleren Teile dieses Gebirgsgürtels zu den unwirtlichsten und nur wenig erforschten Teilen der Erde gehören. Deshalb mutet es merkwürdig an, gerade in bezug auf diese Teile von Spannungen zu sprechen, die in Zusammenhang stehen könnten, mit dem gewaltigen geschichtlichen Geschehen, das sich rings um uns herum vollzieht. Und doch ist dem so aus mehr als einem Grunde. Schon bei flüchtigem Blick auf eine politische Karte Asiens stellt es sich heraus, daß genau auf dem Gebirgsgürtel von Armenien bis Chino die Großmächte Asiens ihre Berührung finden, und zwar im Westen das britische Empire und Rußland allein, wogegen im Osten sich noch Japan zu beiden gesellt. Vergegenwärtigt man sich zu dieser äußeren Beob- in Innerasien. ^.-Berichterstatter. Sowjetunion verbündeten Briten in den Kernländern des Islams in Vorderasien und Nordafrika und nicht zuletzt auch in dem volkreichen Indien, das allein über 7Ö Mill. Mohammedaner zählt. Demgegenüber zeigen sich die Japaner in allen von ihnen eroberten Ländern als Freunde des Islams: Grund genug, den bisherigen Machthabern, den Briten und Russen, gegenüber mindestens eine gewisse Zurückhaltung zu üben. Dann wird die japanische Propaganda nichts unterlassen, bei den mohammedanischen Mongolen an den Seidenstraßen entlang das asiatische Bewußtsein zu wecken und mit allen Mitteln zu fördern. Ihre Streuung ist so überaus günstig, daß mit ihrer Hilfe das eigentliche China von Burma aus geradezu umgangen und zersetzt werden kann, während die nördlichen Seidenstraßen unmittelbar nach Westen, zu den bedrängten Glaubensgenossen in Iran, Irak usw. anschließen. Es werden dabei allerdings die wichtigen russischen Baumwollbelange in Turkmenistan, Usbekistan sowie Ostturkestan empfindlich berührt, aber barüber spricht man zunächst noch nicht. Jedenfalls sind zur Zeit diese japanischen Ausstrahlungen,- dank der seidenstraße, bis nach Ankara hin zu verspüren. Der nüchterne Türke weiß sie allerdings aus feiner bewegten asiatischen Geschichte zu werten. Dem religiösen Moment mißt er auch in diesem Falle ebensowenig Gewicht bei wie dem „heiligen Krieg" überhaupt. Warum die staatlich nur dürftig organisierten Völker an der Seidenstraße entlang sich jetzt in starker Spannung befinden, bedeutet ihm Geheimnis. Vielmehr ist es für ihn die immerwährende Frage nach der Macht! Die primitiven Völker Innerasiens wittern den Umschwung der Dinge, der sich an ihren Grenzen vollzieht. Sie sehen im Westen England vor Rußland zurückweichen, sie hören von den angelsächsischen Niederlagen an allen Ecken und Enden — da ist es für sie eine Lebensfrage, zur gegebenen Zeit auf der richtigen Seite zu stehen! In ihrer geringen staatlichen Verfestigung sind sie politisch ohnmächtig. Aber sie beherrschen wichtige Straßen, sie können damit dem Sieger von großem Vorteil sein, und dieser Umstand schließt Gewinne in sich, die so hoch wie möglich geschraubt werden müssen. Eine primitive Moral zwar — aber in ihren Auswirkungen ist sie doch so bedeutsam, daß das Abendland von ihr Kenntnis nehmen und mit ihr rechnen muß-- achtung einmal die Tatsachen seit dem Eintritt der Sowjetunion und vor allem Japans in diesen Krieg, dann muß man feststellen, daß Innerasien gar nicht mehr so weit von den zeitbestimmenden Ereignissen entfernt liegt. Mindestens muß man begreifen, daß durch das Vorgehen der Sowjetunion in Iran wie durch däs Eindringen Japans in Nordburma die Berührungszone der drei Weltmächte unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Um die Wirkung abmessen zu können, ist es vonnöten, die Landesnatur wie die Geschichte der Berührungszone mit ein paar Worten zu streifen. Das Urteil Sven Hedins soll nicht in Zweifel gezogen werden. Die Aufgabe feiner Forschungsreisen war es ja, das Unbekannte des Gebirgsgürtels aufzuhellen. Praktisch gesehen hieß das, gerade die unwirtlichsten Teile zu erschließen und die Kenntnis darüber der Wissenschaft wie sonstigen Interessenten zu vermitteln. Die Natur der Dinge brachte es mit sich, daß die bereits bekannten Landschaften und Wege als Ausgangspunkte dienten und infolgedessen bei der Schilderung nur gestreift wurden Ihre Zahl war aber gar nicht so gering, wie man bei dem Anblick der physikalischen Karte Asiens glauben möchte. Die Geschichte stellt fest, daß schon feit uralter Zeit Verkehrswege von Nordostchina her durch die innere Mongolei, das Tarimbecken, das Pamirplateau, Westturkestan, am südlichen Kaspischen Meer vorbei bis nach Mesopotamien strebten, wo sie Anschluß an den europäisch beeinflußten Handel des Vorderen Orients fanden. Nach dem Hauptausfuhrerzeugnis Chinas trugen diese Verkehrswege die Bezeichnung „S e i d e n st r a - ß e n". Sie sahen ihren Hochbetrieb in der Zeit des luxusbedürftigen römischen Imperiums im Altertum, zum Erliegen ist jedoch der Verkehr niemals gekommen — trotz der vielen Kriege und Seuchen, die feine Pfade und breiten Straßen benutzten. Im Grunde sind die Verkehrsmittel sogar dieselben geblieben: immer noch tragen Kamel, Pak, Zebu und Elefant die Waren, wenn auch wie in Turkestan, besonders im Tarimbecken, neuzeitliche Autostraßen entstanden sind. Für literarisch Interessierte fei bemerkt, daß man in diesem Gebirgsgürtel wegen feiner Unbeweglichkeit sogar noch mit Vorteil die Reiseberichte des Venetianers Marco Polo (1253 bis 1323) lesen und anwenden kann. Das Alter der entlang den ostwestlich streichenden Gebirgszügen gehenden Straßen macht es verständlich, daß diese nicht nur eine wirtschaftliche Rolle spielten, sondern auch eine kulturelle und politische. Damit nähern wir uns der Bedeutung des Gebirgsgürtels für die Gegenwart und lernen die in ihm möglichen Spannungen verstehen. Seine Wefthälfte liegt im Bereich des kulturell wie politisch gleich aktiven Islam. Da dessen Ursprungs- wie erstes Verbreitungsgebiet der breite Stepven- und Wüstengürtel oon Nordafrika bis an die Tore Indiens und Mittelasiens ist, der aber nur über eine unverhältnismäßig geringe Bevölkerung verfügt, wird es leicht verständlich, daß die ungeheuren Menschenballungen in Indien. Süd- und Ostasien eine bedeutende Anziehungskraft auf ihn aus- übten. Auf dem Seewege fand der Islam, begünstigt durch den stetigen Sommermonsum, schnell Zugang in Ostindien, in Malakka und auf den Sunda- inseln. Den Weg nach China bahnte er sich entlang der Seidenstraße, und zwar hauptsächlich auf der oben geschilderten durch Innerasien. Daneben aber drang er auch auf dem von Marco Polo auf feiner zweiten Reife nach China benutzten Wege vor, wobei er sich des jetzt soviel genannten Jrawadi sowie der heutigen Burmastraße — damals auch eine Seidenstraße — bediente und so über Iünnan, Szetschwan, Schansi gleichfalls nach Peking gelangte. Auf den hier genannten Wegen wie in Indien, China, Malakka und den Sundainseln zählt der Islam heute die aewiß nicht zu unterschätzende Zahl von etwa 135 Mill. Anhängern, das ist die Hälfte seines Gesamtbestandes. Neuerdings finden sich sogar in Japan einige hunderttausend Mohammedaner. Sie nähern sich damit in schnellem Tempo der Gesamtzahl javanischer Christen. Beachllich ist, daß die japanische Regierung vor gut einem Jahre vier Religionsgemeinschaften ihre Anerkennung in aller Form ausgesprochen hat: dem Schintoismus, Buddhismus, dem Christentum und dem — Islam? Diese letzte Tatsache bedeutet ein politisches Programm, das in der Führung Asiens durch Japan gipfelt. Eine . wesentliche Stütze zu seiner Verwirklichung soll dabei der Islam bilden unter der Losung: Asien den Asiaten! Unschwer wird jetzt klar, wie Innerasien mit seinen mohammedanischen Stützpunkten an den Seidenstraßen entlang in Spannung geraten kann. Im Westen zerrt die Sowjetunion an dem mohammedanischen Iran, daß ihm Hören und Sehen vergeht. Nicht viel besser handeln die mit der Britisches Schnellboot vor -er holländischen Küste beschädigt. Oer Wehrmachtbericht. DNB. Aus dem Führerhauptquarlier, 8.3uni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Südabschnitt der Ostsront wurden erneute feindliche Angriffe durch ungarische Truppen abgewiesen. 3m rückwärtigen Gebiet des mittleren Zrontabschnittes wurde der Angriff gegen die eingefchlossenen feindlichen Gruppen trotz ungünstiger Wetterlage erfolgreich fortgesetzt. 3m Wolchow-Abschnitt wiederholte der Gegner feine heftigen Angriffe gegen einen stark verteidigten Brückenkopf. Er wurde in harten Kämpfen abgewiesen und erlitt hohe Einbuße an Menschen und Material. 3n Nordafrika dauern die hartewckämpfean. Erneute wirkungsvolle Luftangriffe wurden gegen die Luft- und Flottenstützpunkte der 3nsel Malta geführt. An der Südküfie Englands wurde ein Handelsschiff mittlerer Gröhe durch Bombenwurf beschädigt. Bor der holländischen Küste hatten Minensuchboote in der Nacht zum 7.3uni Gefechtsberührung mit britischen Schnellbooten. Sie beschädigten ohne eigene Verluste ein feindliches Boot durch mehrere Artillerietreffer. Sieben Briten am Kanal abgesckwffen Berlin, 8. 3uni. (DRV.) Montag nachmittag flog bei leicht bedecktem Himmel ein durch zahlreiche 3agdflugzeuge gesicherter verband feindlicher Bomber in den Raum von Brügge und O ft en d e ein. Die deutschen 3äger stellten den feindlichen 3agdschuh über der Küste zum Kampf. 3n heftigen Luftgefechten wurden f i e b e n britische Flugzeuge abgefchossen. Die Briten, deren Bomben nur unbedeutenden Schaden angerichtet halten, drehten nach diesen Verlusten in westlicher Richtung ab und entzogen sich in der inzwischen starker aufgekommenen Bewölkung ihren Verfolgern. Mißerfolg der neuen Strategie Tschiangkaischeks Tschekiang sollte amerikanische Angriffsbasis gegen Japan werden. T o k io , 8. Juni. (Europapreß.) Oberst Harushige I w a s a k i, der Leiter der Presseabteilung bei den japanischen Expeditionsstreitkräften in China, äußerte sich über den bisherigen Verlauf der Operationen in der dritten Kriegszone Tschungkings. Der Feldzug in Tschekiang habe enthüllt, daß die Widerstandskraft der Tschungking- truppen seit dem Ausbruch des großoftafiatifchen Krieges merklich nachgelassen habe. Alle Vorbereitungen seien auf japanischer Seite für eine V e r n i ch t u n gs s chl a ch t gegen die starken gegnerischen Kräfte in der Umgebung von Ts chu- t schau getroffen. Der Sprecher hob die Schnelligkeit der japanischen Operationen hervor, die in wenigen Tagen wichtige strategische Plätze, wie Klnhwa und Tschutschau, ttotz widrigster Wetteroerhältnisie und jahrelanger feindlicher Befestigungsarbeiten bezwungen hätten. Die strategische Bedeutung der Einnahme von Tschutschau durch die japanischen Truppen geht aus einer Beschreibung hervor, die der Frontberichterftatter von „Asahi" von dem dortigen Flugplatz gibt. Der Berichterstatter stellt fest: „Dieser Flughafen war die Basis der Vereinigten Staaten und Tschiangkaischeks für die von ihnen geplanten Angriffe gegen Japan. Er hatte eine 1,8 Kilometer lange und 50 Meter breite Startbahn, deren Fertigstellung während des Frühjahrs durch die Heranziehung von mehreren tausend Bauern und Landarbeitern beschleunigt wurde. Die Flugzeughallen mojen 2 Kilometer von der Startbahn entfernt in einem Tannenwald versteckt, von dem eine 50 Meter breite Straße zum Flugplatz hergestellt worden war, auf der schwere Bomber durch Traktoren befördert werden können. Der Eingang der riesigen unterirdischen Flugzeughallen war durch ein neuangelegtes Kiefernwäldchen getarnt und durch starke Betonmauem gesichert. „Die Träume des Feindes^, so schreibt der Berichterstatter weiter, „der von hier aus die Bomber vom Northamerican- und 8-40-Typ direkt gegen Japan starten wollte, sind nun zunichte gemacht worden. Die Scheinwerfer- und anderen Anlagen des Flugplatzes sind sämtlich zerstört worden, ehe der Gegner eine einzige Gelegenheit fand, sie zu benutzen." Die Kämpfe um Tschekiang zeigen immer deutlicher das Bild der neuen Strategie Tschungkings. Mehrmals schon haben japanische Frontberichte erwähnt, daß die japanischen Truppen auf ihrem siegreichen Vormarsch schwer befestigte Bunker st ellungen überwinden mußten. So war auch Tchutschau von einem dreifachen Bunkerring umgeben. Diese starre Verteidigung von Positionen, die weit von dem in Westchina liegenden Kriegszenttum Tschiangkaischeks entfernt sind, widerspricht der bisherigen Strategie Tschungkings, unter Ausnutzung des Raumes elastischen Widerstand zu leisten, eine feste Linienführung zu vermeiden und die chinesischen Armeen bei dem japanischen Vormarsch in kleine Kampfgruppen aufzulösen. Das erst im letzten Sommer erbaute Stellungssystem Tschekiangs zwang die militärische Führung Tschungkings, viel stärkere Kräfte dort zll versammeln als je zuvor. So erwähnt der Frontbericht von „Asahi" in Zentral- china 15 chinesische Divisionen, was selbst unter Berücksichtigung der ungleichen Stärke der Tschung- kingdivisionen eine beträchtliche Streitmacht darstellte. Diese ist jetzt durch die japanische Zangenoperation aus dem Osten von Tschekiang und aus Nantschang schwer bedroht. Ihre Zersprengung würde wegen des unvermeidlichen Verlustes an Kriegsmaterial für das von jeder Materialzufuhr abgeschnittene Tschungking einen schweren Schlag bedeuten. Man schreibt die schon jetzt sich als Fehlschlag erwiesene neue Strategie Tschiangkaischeks dem nordamerikanisch en Einfluß zu, der an Stelle der bisher erfolgten Strategie des weiten Raumes ein offensives Vorgehen von Tschiangkai- schek verlangte. Die in Tschekiang versammelten chinesischen Offensiv-Truppen waren nach japanischer Ansicht gegen die japanischen Inseln selber gerichtet, da das Befestigunassystem Tschekiangs die dort errichteten nordamerikanischen Flugplätze decken sollte. Eine sechste Front. Schanghai, 8. Juni. (Europapreß.) In China wurde eine neue sechste Front eröffnet, teilt ein Kommunique der Tfchungking-Regierung mit. Japanische Kolonnen überquerten vonderInne- ren Mongolei her den Gelben Fluß und drangen in die Oroz-Ebene, innerhalb des nördlichsten Bogens des Gelben Flusses, ein. Der japanische Vorstoß begann von Paotau, einer Stadt der innermongolischen Provinz Suiyuan. Die anderen fünf Fronten, so erklärte man in Tschungking, an denen gegenwärtig schwere Kämpfe stattfinden, sind Tschekiang, Pünnan, Kwangtung, Kiangsi und Hopei. „Die Gesamtsituation für Tschungking ist zweifelsos sehr ernst geworden, da die Wiederherstellung der Verbindung mit der Außenwelt durch den Bau neuer Straßen nur teilweise zu lösen ist. Um Tschungking wirklich Hilfe bringen zu können, muß die Herrschaft in der Luft erreicht werden und Rangun wieder in der Hand der Alliierten sein." Diese Ansicht wurde von militärischer Seite in Tschungking geäußert. 2(m empfindlichsten macht sich für die Tschungking-Chinesen derMangelan Flugzeugen bemerkbar: ebenso fehlt es an motorisierter Ausrüstung und Schnellfeuergeschützen. 30 000 Tschungkrng-Soldaten bei Tsungjen umzingelt. Tokio, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Von der Kiangsi-Front sind 30 000 Tschungking-Sol- Wo lagen die Schlüssel? Von Dr. Paul Rohrbach. Vor bald zwanzig Jahren, Oktober 1923, schrieb ich in einer für amerikanische Leser bestimmten Veröffentlichung (Reports from Germany): „Die Lage in Europa ist verwickelter als jemals während des letzten Jahrhunderts, aber sie ist trotzdem einfach zu begreifen, wenn man weiß, w o die Schlüffe! liegen. Zwei von den Schlüsseln, die man zu ihrem Verständnis braucht, sind in England und Frankreich zu finden, und ein dritter, mit dem die Probleme zu lösen sind, in Amerika." Dann fuhr ich fort: x „Am 8. Februar 1923 wurde dem König und der Königin von England ihr erster Enkel geboren. Dazu schrieb Mr. Arthur Brisbane, einer der hervorragendsten amerikanischen Schriftsteller, in den Hearst-Zeitungen: „Möge er leben, gedeihen und aufwachsen zu einem guten Demokraten, fähig, mit den Veränderungen fertig zu werden, die es geben wird, bevor ihm sein kleiner Schnurrbart wächst. Sein 21. Geburtstag wird die englische Schlachtflotte so veraltet finden, wie ein handsom-cab (alte Londoner Pferdedroschke). Englands insulare Sicherheit wird dann überhaupt keine Sicher h e i t mehr fein. Flugmaschinen kümmern sich nicht um den englischen Kanal, und bald genug werden sie sich ebenso wenig um den Atlantischen oder den Stillen Ozean kümmern." Dieser Amerikaner hat den englischen „Schlüssel" merkwürdig richtig gesehen. Neben unfern Unter« feeboten sind es heute unsere Flugzeuge, die Englands Schlachtflotte im Hafenschutz festhalten, und welch eine Rolle die japanischen bisher gegen die Flotten Englands und der Vereinigten Staaten im Stillen Ozean gespielt haben, wird in London wie in Washington sobald nicht vergessen werden. Auch Norwegens atlantische Küstengewässer haben mehr als eine Katastrophe englischer Kriegsschiffe durch deutsche Flieger gesehen. Der Wendepunkt im Verhältnis zwischen Luftwaffe und Schlachtschiff lag in dem nicht zum bewaffneten Austrag gekommenen italienisch-englischen Konflikt wegen Abessiniens. Während des Welt« krieges waren Italiens Küsten tatsächlich so gut wie wehrlos gegen eine überlegene feindliche Flotte. Daß darnach aber die Eroberung Abessiniens trotz aller englischer Drohungen durchgeführt werden und die italienischen Schiffe mit Truppen und Kriegsmaterial ohne Gefahr den in englischer Hand befindlichen Suezkanal burd) fahren konnten, rührte daher, daß der Duce unmißverständlich erklärt hatte, gegen englische Gewaltmaßnahmen werde die italienische Luftwaffe eingesetzt werden. Damals hatte es noch keinen Kampf zwischen Schlachtschiff und Flugzeug gegeben. England riskierte die Probe nicht und beschränkte sich auf Unfreundlichkeiten auf dem Wege über den Völkerbund, wie die Warensperre gegenüber Italien, die sich als Waffe ohne genügende Wirkung erwies. Der jetzige Krieg hat nun die damals vermiedene Probe gebracht, und sie ist für England bitter genug ausgefallen. Der Amerikaner Brisbane mag sich auf feine Vorhersage etwas einbilden — auch wenn er nicht geahnt hat, daß die Schlachffchiffe seines eigenen Landes durch Luftangriffe noch härter mitgenommen werden würden, als die Englands. Der zweite, damals in Frankreich zu suchende Schlüssel der Lage von 1923 war die weitgehende Ueberlegenheit der französischen Irugwaffe über die englische. Frankreich war diejenige Macht, die am rückhaltlosesten aus dem Weltkrieg die Hehre gezogen hatte, daß Flugzeuge unter bestimmten Umständen kriegsentscheidend werden könnten. 5000 französische Flugmaschinen, mehr als dovpelt so viel, als England hatte, beherrschten den Kanal bedingungslos, und solange dies Verhältnis bestand und keine anderen Faktoren von Gewicht auftraten, genügte es, um England, wenn auch mit steigendem Mißbehagen, im Schlepptau der französischen Politik sestzuhalten. Sie hatte sich das Ziel gesetzt, auf dem Festland von Europa schlechthin zu dominieren, und im Grunde war es erst das unsinnige Experiment der sozialistisch-kommunistischen Volksfront, in Verbindung mit der reißend anwachsenden Finanzkrise, die das französische Selbstgefühl so stark erschütterte, daß Frankreichs Machtwille zusammensank. Damals wutde von polnischer Seite in Paris die Frage gestellt, ob Frankreich der beginnenden Ausrüstung Deutschlands ohne Gegenmaßnahmen zusehen wolle? Die Antwort war ein müdes Achselzucken: Es wird damit wohl so gefährlich nicht werden! Der amerikanische Schlüssel für die damalige Lage bei der Frage des — nicht gefaßten! — Entschlusses, das zweifellos vorhandene materielle lieber« gewicht der Vereinigten Staaten während des ersten Jahrzehnts nach dem Weltkriege zur Heilung der durch die Friedensdiktate unter Frankreichs Führung geschaffenen, auf die Dauer unmöglichen europäischen Zerrissenheit zu benutzen. Wenn die USA. damals eine Regierung von großem politischen Format besessen hätten, einen zweiten Abraham Lin- baten, die in dem überschwemmten Sumpf land südlich des Poyang-Sees kämpfen, durch motorisierte Einheiten der Javaner umzingelt worden. Diese besetzten im Vorstoß nach Süden Tsungjen, 95 Kilometer südlich Nanffchang, während andere schnelle Kolonnen in südöstlicher Richtung eine Umfrssungsbeweguna ausführten und bis I h w a n g , 35 Kilometer südöstlich. Tsungjen, vormarschierten. Oie ersten USA.-Großbomber an der Burma-Front abgeschoffen. Tokio, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Eliteverbände der japanischen Luftwaffe vereitelten die Absichten des Feindes, japanische Stützpunkte in Burma anzugreifen. Sie schossen zwei Flugzeuge vom Baunnffter „Boeing 17" in der Nähe eines Flugplatzes in Burma ab. Es sind dies die ersten amerikanischen Großbomber, die auch volkswirtschaftlich eigenartig. Die Monokultur, die wie die Baumwolle in Aegypten die Einseitigkeit in der Bodennutzung herausgebildet hat, ist der Weinbau. Jedes nur irgendwie dafür ge» eignete Fleckchen des fruchtbaren Vulkanbodens ist für den Weinstock erobert — und dabei will es die Ironie des Schicksals, daß dieser Wein, der unter Verzicht auf die eigene Getreide- und Gemüseversorgung so in den Vordergrund geschoben ist, unter dem Namen der Insel selbst weithin unbekannt ist. Die meisten dieser Weine machen als Cavri-Weine ihre Karriere in der Welt. Das ist volkswirtschaftlich keine Hilfe, aber wenigstens ein Stück ausqleichende Gerechtigkeit. Oie besten Kreunde. Bücher sind bessere Freunde als Menschen, denn sie reden nur, wenn wir wollen, und schweigen, wenn wir anderes vorhaben. Sie geben immer und fordern nie. Sie sind die ewig Geduldigen, die Jahre und Jahrzehnte warten können, ohne daß ihre .Gedanken bitter, ihre Gefühle kühl werden. Sie altern nicht, sie sind nicht launisch, sie haben immer Zett jur uns, wenn wir zu ihnen kommen. In ben Buchern hat jebcr Arme und Einfältige die Möglichkeit des Umgangs mit ben erlauchtesten Geistern feines Volkes, mehr noch: aller Völker, mehr noch: aller Zeiten aller Völker! Die Weisheit der Welt ginge verloren, wenn die Bücher verloren gingen, aber auch alle Schönheit der Welt lebt ihr höheres unb geistigeres Leben auf stillen Buchseiten. Die wahre Universität und die wahre Volksschule unserer Tage ist die Bücherei. Die stillste Kirche mit den erschütterndsten Predigten ist die Bücherei. Und der zauberische Gesundbrunnen immer erneuter Jugend, der nie versiegende Heilquell tiefster Genesung ist abermals die Bücherei. — Bücher sind die weisesten Greise, Bücher sind die tapfersten Männer, Bücher sind die mütterlichsten Frauen, Bücher sind die lieblichsten und zärtlichsten Mädchen. Wsr sieben gute Bücher hat, braucht keinen Menschen mehr! — Deshalb ist die Erfindung der Buchdruckerkunst das größte Ereignis der Menschheitsgeschichte, „von dem ein Zweiter Teil der Weltgeschichte anhebt* (Goeche). Alle Windungen verblassen neben dieser einen deutschen Tat! Borries, Freiherr von Münchhausen. derasien gehen dazu noch um Afrika herum. Die Vereinigten Staaten müssen in den sehr entfernten Gebieten Australiens und Indiens aushelfen. Engländer und Amerikaner zusammen haben die schwierigen Schiffsrouten um das Nordkap zur Unterstützung Moskaus, zu befahren. Die einfachste Möglichkeit, diese sehr unmittelbaren „Verkehrsschwierigkoiten" zu beheben, ist die Herstellung neuer Schiffe. Nur werden dazu Stahl und Facharbeiter gebraucht, die zugleich von der Automobil-, Panzer-, Geschützfabrikation dringend angefordert werden. Auch von der Lokomotiven- und Waggonfabrikatton, zumal die große Verkehrskrise in England und den Vereinigten Staaten sowohl eine Krise des See- wie des Landoerkehrs ist. Von den großen Schiffsbauprogrammen, mit denen so viel Aufhebens gemacht wird, kommt man daher wieder zu Behelfsmitteln, wie der Forderung nach besserer Ausnützung des Schiffsraums durch geschickte Beladung und durch größere Schnelligkeit bei der Abfertigung in den Häfen. In die Erörterungen spielen schließlich Argumente zweiten und dritten Ranges hinein, wie z. B. die Klage der englischen Presse, daß die USA.-Marine und das USA.-Heer zu viel Schiffsraum für sich benötigten und daß deshalb ein Schiffsraum-Diktator mit Ministerrang im Kabinett Roosevelt ernannt werden müsse, der sich gegenüber Marine und Heer durchzusetzen verstehe. Mindestens so wichtig als die englisch-amerika- nifche Verkehrskrise ist die der Sowjets. Das sowjetische Eisenbahnsystem umfast etwa 85 000 Kilometer Streckenlänge. Weit über die Hälfte von diesem Eisenbahnnetz ist in deutschen Händen. Die Sowjets haben westlich der Wolga nur noch zwei Nord-Süd-Linien zur Verfügung, östlich der Wolga gibt es keine durchgehende Eisenbahnverbindung von Norden nach Süden in der europäischen Sowjetunion, im Ural und in ganz Sibirien. Das ist auch einer der entscheidenden Gründe, warum die Sowjets so zäh jeden Quadratkilometer Boden verteidigen und keine Lust zeigen, die Unermeßlichkeit des „russischen Raumes" als Waffe zu benutzen. Ihre Zwangslage wird dadurch verschärft, daß die Vorkommen von Erdöl und von guter Steinkohle, die beide zur Lokomotivheizung verwendet werden, örtlich beschränkt und ihre Abtransporte langwierig find. Die Verkehrsadern als die großen Zubringer von Menschen und Material sind die Nerven des feindlichen Widerstandes. Dr. Ho. Kunst und Wissenschaft. Zum 100. Geburtstage des Frankfurter Lokaldichters Adolf Stothe. In der deutschen Mundartdichtung ist Adolf Stoltz e noch heute rühmlich bekannt, in Frankfurt a. M. vor allem, wo er vor hundert Jahren, am 10. Juni 1842, geboren wurde und als Mecha-' niker seinen Lebensweg begann. Er hat das Erbe seines berühmteren Vaters, des Frankfurter Volksdichters Friedrich Stoltze, weitergeführt; wie jener hat er in Lustspielen, Schwänken und Liedern die volkstümlichen Besonderheiten seiner Landsleute dar- gestellt. Er war nie gern feierlich, das unbekümmert deutliche, dabei aber gemütliche Wort saß ihm stets locker auf der Zunge. Bühnenstücke im Lokalton und m Hochdeutsch haben ihn nach schwierigen Anfängen bekannt gemacht; einige davon wurden noch in unserer Zeit gespielt, z. B. „Alt-Frankfurt" oder das lustige „Dodgeschosse". Was die Frankfurter und ihren Alltag angeht, hat Adolf Stoltze in Liedern und Festspielen festgehalten und mit witzigem Wort begleitet. Als hochdeutscher Bühnenschriftsteller und Librettist fand Adolf Stoltze auch auf den. meisten großstädtischen Bühnen des Reiches Aufnahme. Zu feinem 90. Geburtstage wurden ihm viele Ehren zuteil. Als er am 22. April 1933 starb, verloren mir einen tätigen Journalisten, einen geschickten Bühnenautor und einen liebenswerten Menschen, dessen Andenken in der deutschen Mundartdichtung lebendig bleiben wird. Franz Servaes 80 Jahre alt. Am 17. Juni begeht der als Sohn eines Arztes in Köln geborene Essayist, Theaterkrittker und Dichter Dr Franz Servaes seinen 80. Geburtstag. Nach der Studienzeit in Leipzig, Straßburg und Bonn war Servaes als Schriftsteller und Feuilletonist von 1887 bis zur Jahrhundertwende in Berlin tätig, ging dann nach Wien und kehrte 1915 nach Berlin zurück. Neben feiner publizistischen Tätigkeit als Theater- und Kunstkritiker hat Servaes eine umfangreiche dichterische und wissenschaftliche Wirk- samkett entfaltet. Seine biographischen Arbeiten zu Goethe, Kleist, Fontane, zu Dürer, Rembrandt, Max Klinger, Segantini sind weit verbreitet. Neben einem halben Dutzend dramatischer Werke stehen Romane wie „Gärungen" (1898), „Michael de Ruyters Witwerjahre" (1909), „Im Knospendrang" (1912) und andere. _________________________ Aus -er Giadi Gießen. Geheimrat Iromme 90 Zahre alt. Am kommenden Donnerstag, 11. Juni 1942, wird der frühere Ordinarius für Theoretische Physik an der Ludwigs-Universität Gießen, Geheimrat Professor Dr. Carl Fromme, 90 Jahre alt. An diesem Tage kann der. in weiten Beoöl^erungskreisen hochgeschätzte Gelehrte auf eine erfolgreiche Tätigkeit als Hochschullehrer und als selbstloser Förderer gemeinnütziger Werke und Interessen zurückblicken. Geheimrat Fromme stammt aus Kassel, wo er am 11. Juni 1852 geboren wurde. Nach dem Schulbesuch in seiner Vaterstadt studierte er von 1870 bis 1872 in Marburgs anschließend bis 1874 in Göttingen Mathematik. Physik und beschreibende Naturwissenschaften. Im Oktober 1873 promovierte er in Göttingen mit einer Arbeit über ein magnetisches Problem. Im Herbst 1873 war er Assistent am Physikalischen Institut in Göttingen geworden und hatte sich dort im Juli 1875 für Physik habilitiert, Sein Arbeitsfeld war in jenen Jahren das Gebiet des Magnetismus, im besonderen das magnetische Verhalten von Eisen und Stahl, über das er eine Reihe eingehender Untersuchungen veröffentlichte. Diese Arbeiten machten auf den jungen Forscher aufmerksam, und so kam es, daß er im Sommer 1880, als der außerordentliche Professor Dr. Zöppritz von Gießen nach Königsberg ging, von Röntgen als Nachfolger Zöppritz' vorgeschlagen und am 21. August 1880 zum außerordentlichen Professor für mathematische Physik und Geodäsie an der Universität Gießen ernannt wurde. Am 5. Februar 1881 hielt er seine akademische Antrittsrede über das Thema „Unsere hypothetischen Vorstellungen vom Magnetismus". Bald fügte er den Vorlesungen aus feinem Lehrauftrag aus eigenem Antrieb noch Vorlesungen über Astronomie, Ausgleichsrechnuna, Meteorologie und Klimatologie hinzu, die für viele Studierende besonders bedeutsam waren. Am 9. Juni 1894 wurde er zum ordentlichen Honorarprofessor in der Philosophischen Fakultät ernannt. Im Jahre 1906 fanden seine verdienstvollen Bemühungen um den Unterricht in der Meteorologie und Klimatologie durch Erteilung eines besonderen Lehrauftrags für diese Fächer die gebührende Anerkennung. Am 25. November 1911 wurde er zum Geheimen Hofrat ernannt. Am 17. Mai 1921 erfolgte seine Ernennung zum außerplanmäßigen, am 1. April 1922 seine Ernennung zum planmäßigen ordentlichen Professor. Als Ordinarius war er dann noch drei Jahre lang tätig. Hierauf kam er zunächst um seine Entlassung aus der Tätigkeit als theoretischer Physiker ein, eine langwierige schwere Erkrankung zwang ihn später dazu, sich auch auf den anderen Arbeitsgebieten emeritieren zu lassen. Neben seiner akademischen Lehrtätigkeit diente Geheimrat Fromme der Allgemeinheit in vielfältiger Weise auch durch se«e ehrenamtliche Arbeit. Von 1885 bis 1920 gehörte er dem städtischen Schulvorstand, von 1891 bis 1920 der Kreisschulkommission an. Seit 1892 ist er Mitglied des Alice-Schul-Der- eins, den er von 1914 bis 1923 als Vorsitzender ehrenamtlich leitete. Seiner beispiellosen Hingebung an diese bedeutsame Schulsache war es zu verdanken, daß die Aliceschule die Schwierigkeiten der Kritzgszeit 1914/18 und der folgenden Jahre glücklich überwinden konnte. Mit dem Anschluß des Fröbel-Seminars an die Alice-Schule im" Jahre 1923 vergrößerte sich dieses Arbeitsfeld Frommes noch erheblich. Seit 1897 war er Vorsitzender des Theatervereins, bis dieser vor einigen Jahren seine Aufgabe als erfüllt ansah und sich auflöste, und auf diesem Gebiete der Arbeit im Dienste des Gemeinwohls ist das Schwergewicht seines selbstlosen Einsatzes zu erblicken, denn ihm ist es in der Hauptsache zu verdanken, daß unsere Stadt in den Besitz ihres schönen Stadttheaters kam, das als ein „Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns" für alle Zeiten auch den Namen Carl Fromme rühmend in der Geschichte unserer Stadt verkünden wird, lieber die großen Verdienste Frommes gerade um unser Theater ist in diesen Spalten schon wiederholt, und erst jüngst wieder im „Gießener Anzeiger", Nr. 124 vom 30./31. Mai 1942, berichtet worden, so daß wir uns heute nur hinweisend auf jene Würdigungen beziehen können. Weiterhin war der Jubilar 1. Vorsitzender des Aufsichtsrates des städtischen Volksbades, und er hat in dieser Stellung wesentlich dazu beigetragen, daß das für die Volksgesundheit in unserer Stadt so bedeutsame Institut seinen Aufgaben in vorbildlicher Weise gerecht werden konntet Für seine vielfachen Verdienste um die Stadt Gießen und ihre Bevölkerung, insbesondere um den Auf- und Ausbau unseres Theaters, wurde Geheimrat Fromme anläßlich des 25jährigen Bestehens des Stadttheaters in seinem schonen Heim am 27. November 1932 als einer der ersten verdienten Männer durch die Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Gießen ausgezeichnet. Der Jubilar hat in unserer Stadt seine zweite Altspinnstoffe - nicht Lumpen! Zur Altkleider- und Spinnstoffsammlung 1942. Ist da ein Unterschied? Vielleicht nicht in den Sachen, die so bezeichnet werden, aber bestimmt in ihrer Wertung, oder besser Bewertung, und darauf kommt es doch überall im Leben an. Lumpen — wie verächtlich klang das — Alt- spinnstoffe aber, darin liegt schon: Respekt? Ich bin noch was! Freilich: „Alte Spinnstoffe" waren auch die Lumpen, hätten sie sonst aus ihrem verachteten Winkeldasein sogar in die hohe Politik eingreifen können? Das taten sie, als Preußen und Hannover sich aus sehr klingenden Gründen um ihre zollfreie Einfuhr stritten. Das war zur Zeit des Alten Fritz. Also nicht einmal die Bescheidenheit, die Goethe den zweibeinigen Lumpen als einzige Tugend zuspricht, ist von dem Lumpengesindel aus dem Textilreich zu verlangen, die Standes- erhöhung zum Altspinnstoff ist ihnen voll zu gönnen. In die weit verbreitete Sippe der Altstoffe treten sie da ein, als ein sehr prominentes Glied. Denn Altstoffe (Altmaterialien) sind Rohstoffe, und ohne Rohstoff keine Wirtschaft. Die Hausfrau weiß schon: nicht nur Lumpen — Verzeihung, Alt-Spinnstoffe — soll sie der Wiederoerwertung in der Textilwirtschaft zur Verfügung stellen, auch alte, nicht mehr getragene Kleider, Mäntel, Anzüge für Mann und Frau sind begehrte Dinge. „Aber", sagt die Hausfrau, „meine Lumpen kann ick; selbst nicht entbehren —, sie dienen mir noch als Flicken, als Staub- und Wischtücher; aus den alten Kleidern, die ich nicht flicke, mache ich Bekleidung für die Jungen und die Mädchen im Hause. Nein, meine Allspinnstvffe kann ich nicht entbehren." Schön, liebe Hausfrau, noch Brauchbares wird von dir auch nicht verlangt, — aber brauchst du wirklich alles, was du so sorgfältig noch aufhebst? Wie vieles davon hast du jahrelang nicht mehr angesehen und wirst es auch in Zukunft kaum noch eines Blickes würdigen! Andere können die Altkleider aber jetzt viel notwendiger sofort gebrauchen. Und die jämmerlichsten Lumpenkrüppel werden den Reißwölfen in den Rachen geworfen, und denkt nur — sie verlassen sie als brave Kämpfer für die Widerstandskraft Deutschlands! Da gilt es, keinen Wert unbeachtet, nichts umkommen zu lassen, eine Mahnung, die gerade die Hausfrau oft im Munde führt. Denn alle Dinge aufheben, weil man sie doch „vielleicht" noch ein» mal brauchen könnte und doch niemals braucht, ist Sinlos! Und so fristet vielleicht außer dem noch erwendbaren in der Stücken- und Flickenkiste der Hausfrau noch manches Stück Altspinnstoff ein nutzloses Dasein, — nutzlos für die Hausfrau, nicht aber für den Volkshaushalt. Die Hausfrau hat für den großen Hausputz eine treffliche Bezeichnung, die zu der Suche nach unbrauchbar gewordenen Dingen geradezu anreizt. „Stöbern", sagt sie; man sieht ordentlich, wie sie Vernichtung drohend als Stöbernde allen Spinnstoffen naht. Und was gibt der ordentliche Haushalt nicht alles beim Stöbern her, well eben eine richtige Hausfrau nichts wegwerfen kann: längst vertragene Kleider, Mäntel und Anzüge, Stoffreste, zu Staublappen zu winzig, zum Flicken wegen der Farbe oder der Stoffart nicht mehr zu verwenden, in Kartons wohlgesäuberte, aber schadhafte Gardinen, die in der Schule in goldener Jugend art selbstgenähte, gestickte und fast nie getragene Wäsche, durchlöcherte Strümpfe, die weder als Schuhhülsen für die Reise noch als Zutaten für Flickerlteppiche zu gebrauchen sind. Das alles muß zur Altkleider- und Spinnstoffsammlung 1942 gebracht werden. Heimat gefunden, der er sich aufs engste verbunden fühlll In weiten Beoölkerungskreisen werden ihm nicht nur wegen seiner Verdienste als Hochschul- lehrer^und Förderer gemeinnütziger Interessen,'sondern auch im Hinblick auf feine hervorragenden menschlichen Qualitäten große Wertschätzung und Verehrung entgegengebracht. Daher ist es auch nur natürlich, daß unsere Bevölkerung an dem 90. Geburtstage des Jubilars herzlichen Anteil nimmt und diesem vorbildlichen Diener des Gemeinwohls aufrichtige Glückwünsche entbietet, denen wir uns gerne anschließen. RfH. sammelt Kamillen! Mit den Worten: „Jede Frau sollte drei Bücklinge vor ihr machen" bekundete jene bescheidene, aber einsichtsvolle Bauersfrau den hohen Heilwert der landläufig als lästiges Unkraut bewerteten Heilpflanze Kamille. Ihre Sammlung wird auch in diesem Jahre nach Möglichkeit mit allen Kräften bei Vermeidung jeglichen Flurschadens durchgeführt werden. Groß und klein, alt und jung, Stadt und Land sind aufgefordert, nach besten Kräften zum vollen Gelingen ihr Teil beizutragen. Der gute Erfolg spiegelt sich aber nicht allein in der großen Menge wider, sondern im besonderen Maße in der vorzüglichen Qualität der Droge. Sie zu erzielen, erfordert viel Mühe, und Arbeit. Die jungen, entfalteten Blütenkörbchen, deren Beschreibung sich erübrigt, da die Köpfchen höchstens von kleinen Kindern mit der Hundkamille oder der grünlichen, strahlenlosen Kamille verwechselt werden, werden zweckdienlich mit der Hand gezupft. Die Blütenstiele sollen nicht länger als 1 Zentimeter fein. Wer über die gespreizten Finger streift oder gar das beliebte „Kämmen" anwendet, wird eine langstielige und an Unreinheiten reiche und damit eine minderwertige Droge gewinnen. Diese Schnellverfahren merzen auch nicht die halb verblühten Blüten aus, die beim Trocknen so gern und leicht in feinen Grus zerfallen. Um diesem „Apotheker-Schreck" den Auftritt zu wehren, bedarf es der Beachtung der erfolgreichen Trocknungsvorschrift: die Köpfchen werden in dünner Schicht, Blüte an Blüte im schattenreichen, aber luftdurchströmten Raum ausgebreitet und bis zur völligen Trockenheit in aller Ruhe liegen gelassen. Jede Berührung ist nicht nur überflüssig, sondern vom liebel, da „Bruch" und „Grus" sich e'instellen und als Begleiterscheinung vermeidbar gewesene Qualitäts- und Wertminderung. Die vollkommene Trocknung beansprucht bei geringer Luftfeuchtigkeit einige Tage. Um sich vor Schaden zu bewahren und dem Ruf nach „Kampf dem Verderb" Geltung zu geben, überzeugen wir uns vor dem Füllen der Dorratsgefäße, daß das Innere der hohlen Blütenkörbchen vollkommen trotten ist. Auf alle Fälle bleiben die in Karftms, Blechdosen, Papiersäcken geringer Größe eingefüllten Mengen ohne endgültigen, festen Verschluß noch etwa 10 bis 14 Tage stehen, um einer möglichen Gärung und Verfärbung des Sammelgutes vorzubeugen. Seine Ueberprüfung in dieser Hinsicht ist von Zeit zu Zeit immer wieder am Platze. Sollte sich ttotz aller Sorgfalt durch Zerfall älterer Blüten doch „Grus" gebildet haben, so füllt man ihn mit Hilfe eines Siebes von 2 Millimeter Maschenweite aus, bewahrt ihn getrennt auf und liefert ihn mit ab. In edlem Wettstreit wird groß und klein einen kleinen Kriegsdienst tun in den nächsten Tagen. RfH.: H. J. Gloria-palast: „Tosra". Puccinis berühmte Musik und der immer wieder erörterte Mangel an Drehbüchern dürften die entscheidenden Motive für die Verfilmung der Oper gewesen sein. Es handelt sich um eine italienische Produktion — musikalische Bearbeitung: Umberto Mancini; musikalische ßeitung: Fernando Prepitali — in einer von Friedrich Koppe und Otz Tollen redigierten deutschen Fafsung; auf diese Weise entstand nicht geradezu eine photographierte Oper (was ohnehin nicht die Aufaabe des Films hätte sein können), sondern eine Art von Schauspiel mit Musik. Dadurch rücken, dem UrbiDe gegenüber, Oie reinen Handlungselemente der Fabel in den Vordergrund, während die Musik mehr als stimmunggebende Begleitung wirkt. Die Motive des Textbuches — Liebe und Eifersucht, politische Intrige, Flucht und Verfolgung, Totschlag und Verrat, Folter, Erschießung und Selbstmord — sind zwar theatralisch wirksam, aber zugleich in ihrer ursächlichen Verknüpfung, wie schon in der Oper, nicht gerade erhebend, und der rücksichtslose Verismus, mit dem die Dinge dargeftellt werden, geht zuweilen etwas an die Nerven. Um einer gerechten Würdigung des Films willen wird man sich klarmachen müssen, daß die ursprüngliche, an und für sich schon problematische Form der Oper durch die Verfilmung und deren abermalige Rückübertragung in der Synchronisierung vom Italienischen ins Deutsche eine mehrfache Umschmelzung durchgemacht hat. Der Spielleiter Karl Koch hat sich, wie meist in Derartigen Fällen, die durch die unbeschränkte Reichweite der Kamera gebotene räumliche Ausweitung mit Geschick und Geschmack zunutze gemacht und ausgesprochen malerische, stellenweise monumentale Bilder als stimmungsvolle, natürliche Kulisse der lebhaft bewegten Vorgänge geschaffen. Jmperio Argen t in a spielt die von leidenschaftlichen Gefühlsaufwallungen beherrschte Tosca (deutsche Sprecherin: Franziska Liebing). Michel S i m o n als Scarpia, Rosfano Brazzi als Cova- radossi und Adriano Rimoldi als Angelotti stehen neben ihr im Vordergründe der Ereignisse. In die Gesangspartien teilen sich, mit schönem, in der Wie- Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) JRa, da bist du ja!" sagt er befriedigt. „Ja. Wie jeden Abend." Es ist ein leichter Spott in ihrem tiefen Lachen. „Und wie jeden Abend triffst du diese Feststellung. Wovon habt ihr euch fb angeregt unterhalten, als ich kam?" „Don einer Kette, die meine Schwester heut zum Geburtstag bekommen hat!" gibt Gerd bereitwillig Auskunft. „Grotjahn hat sie angefertigt nach einem Entwurf von Detlev Nehl!" ,Ma ja, das heißt ..." Detlev knurrt mit gerunzelten Brauen, weil er die Zigarette zwischen ' den Zähnen festhält, und ein Streichholz mehrere Male anreißen muß, ehe es aufflammt. „Kreuzmillionen, na endlich! ,Entwarft ist ja nun ein bißchen hart ausgedrückt, ich hab' Grotjahn einen kleinen Tip gegeben, aber ich hab' nicht im Traum daran gedacht, daß er daraufhin mit meinem Namen Reklame macht." „Aber er tut es doch mal, und er kann wohl sicher sein, daß du nicht protestierst." Detlev vermeidet es, Katta anzusehen, er hört aus ihren Worten den spöttischen Vorwurf heraus, aber er sieht nicht den zärtlich-nachsichtigen Blick, mit dem die schönen strahlenden Augen auf seinem Gesicht ruhen. „Und was hast du für ein fürstliches Honorar Aushebungen?" „Genau soviel, wie die Zeichnung wert war, nichts." „Das hab' ich mir auch gedacht. Wenn du ein ebenso tüchtiger Geschäftsmann wärest wie dein Freund Grotjahn, dann hättest du verlangt, daß er den Schmuck zweimal anfertigt, einmal für feinen Kunden und einmal für dich, wäre das nicht eine gute Idee gewesen?" „Das heißt also, einmal für dich. Wenn ich geahnt hätte, daß dir das Spaß macht!" „Oh! Das will ich damit nicht gesagt haben." Kattas Stimme erstarrt in eisiger Kühle. Sie liebt es durchaus nicht, ihre Beziehung öffentlich zu betonen, immer wieder verfällt Detlev in diesen Fehler, und er spürt sofort, ärgerlich auf sich selbst, daß Katta sich wie eine angerührte Schnecke zurück - zieht. „Entschuldigen Sie mich, bitte', sagt Gerd und steht bedauernd auf. „Da drüben sehe ich Bekannte, die mich sprechen wollen." Lächelnd sieht Katta ihm nach. „Hab' ich wieder alles falsch gemacht?" fragt Detlev seufzend. „Arbeiten tu ich unentgeltlich, indiskrete Bemerkungen mach' ich, ich versteh wirklich nicht, wie du's mit mir aushältst." „Ich auch nicht!" Kattas Nasenflügel zucken leise, wie immer, wenn sie ein Lachen unterdrückt. „Es muß etwas Eigenartiges fein, was mich an dich fesselt. Berechnung ist es jedenfalls nicht!" „Ach, Katta." Detlev wühlt verzweifelt in feinem dichten Haar. „Es wäre alles anders, glaub' mir, wenn ich die Pflicht und das Recht hätte, für dich zu sorgen. Wofür foll ich geizen? So viel ich brauche, verdiene ich noch lange. So viel wie du brauchst, werde ich nie verdienen." „Bestimmt nicht, wenn du deine Arbeiten verschenkst. Im übrigen habe ich noch immer selbst verdient, was ich brauche und noch nie etwas von dir verlangt." ,Leider nicht! Ich würde ein geschäftstüchtiger Streber werden, wenn du fo oernüroftig wärest, mich zu heiraten." „Hältst du das für vernünftig? Das ist Ansichtssache, Liebling. Ich halte es offen gestanden für vernünftiger, auf eigenen Füßen zu stehen und mir mein Brot selbst zu verdienen. Von Erfolg gar nicht zu reden " „O doch, gerade von Erfolg zu reden! Denn es geht dir ja um den Erfolg und nicht um das Brot, was ich dir ja eventuell auch noch bieten könnte! Aber ich bin ja schließlich kein Spießbürger, soviel Verständnis dürftest du mir wohl zutrauen. Wenn du nicht leben kannst ohne Deine Arbeit, ohne Rampenlicht und Beifall und einen Schwarm von Bewunderern, mein Gott, ich verstehe das, aber meinst du, ich würde meine Frau hindern, ihren Beruf auszuüben?" „Und wozu soll ich dann deine Frau werden?" Katta sieht chn sehr ruhig mit ihren großen ernsten Augen an. „Was würde dadurch geändert? Gar nichts. Was ist denn der Sinn und Zweck einer Ehe? Kinder?" Ein kaum wahrnehmbarer Schmerz zuckt in dem Spottlächeln um die schön geschweiften Sippen. „Und Kinder zu haben, das läßt sich wohl ziemlich schwer mit dem Beruf einer Nackttänzerin vereinigen?" „Katta?" entrüstete sich Detlev. „Gebrauche, bitte, nicht so scheußliche Ausdrücke!" „Also gut!" Die feinen Brauenbogen zucken hoch, Das überlegen-spöttische Lachen flackert in der tiefen ruhigen Stimme. „Sagen wir: eine mit einem Meter Schleiertüll und einer Handvoll Pailletten bekleidete Tänzerin." „Tänzerin überhaupt genügt schon." Detlev zieht die Brauen zusammen und furcht die Stirn. „Du kannst mir nicht den Vorwurf machen, daß ich nicht die größte Achtung und das tiefste Verständnis für dein Können aufbringe, auch nicht Den, Daß ich prüde bin. Trotzdem, es ist nicht ganz leicht, eine Frau zu lieben, Deren Lebensaufgabe Die Erhaltung jeder Linie ihres Körpers ist/ Er drückt nicht ganz deutlich aus, was in ihm vorgeht. Wenn er ehrlich wäre, müßte er sagen: ich bin sonst nicht prüde, aber wenn man liebt, ist das anders, ich will nicht, daß jeder Laffe sich gegen Eintrittsgeld an der Schönheit deines Körpers erfreuen kann. Ich will dich für mich haben, und ich will Kinder von dir haben. Mit einem Säugling an der Brust will ich dich sehen. Mit meinem Kind, begreift! du denn das nicht —? Nein, Katta begreift nichts davon, und er sagt es auch nicht. „Wenn es Dir auch nicht leicht ist", sie zuckt Die Achseln, „so kann ich Dir nur raten, mein Guter, es zu fassen." Gerd kommt hastig an den Tisch zurück. „Verleihung!" sagt er nach einer kleinen Verbeugung fast atemlos. „Borkmann hat mich aufgehalten." „Ach, ist Borkmann da?" „Ja, da Drüben sitzt er." Katta sieht in die Richtung, Die Gerd mit einer leichten Kopfbewegung anweist, unD nickt Dem Dicken Komiker zu. Der eifrig herüberwinkt. Er sitzt mit einem Herrn am Tisch, Der tief und förmlich grüßt — es sind mehr als zwanzig Schritte da hinüber, Tische stehen dazwischen, Menschen bewegen sich vorbei, der Rauch wölkt in dichten Schleiern — und trotz alledem hat Katta Das Gefühl, als ob der Mann neben Borkmann ihr auf Armeslänge in Die Augen sähe, sein Blick bohrt sich fast schmerzhaft in ihre Augen. „Mit wem sitzt Denn unser Dicker da zusammen?" fragt sie leichthin. „Kenn ich auch nicht", sagt Gerd. „Bareiro heißt er — ober fo ähnlich. Sieht gut aus, was?" „Ja, ganz interessant, soweit man -das auf Die Entfernung beurteilen kann." Sie spürt einen Riß, als sie den Blick wendet. Nach einer Weile kommt Borkmann herüber. Er schiebt seinen gewaltigen Bauch mühsam zwischen Den Stuhllehnen durch, prüftet wie ein Walroß und begrüßt sie mit einem Schwall von Worten: „Guten Abend, schönste der Frauen! Guten Abend, Detlev, wie geht's, altes Haus? Gut, natürlich, in so einer Gesellschaft! Und Ihnen, schönste Frau? Ich habe mich so magnetisch angezogen gefühlt durch Ihre Blicke, daß ich einfach nicht widerstehen konnte! Wollten Sie etwas von mir? Nein? Schade! Ich glaubte ein heißes Verlangen in der Tiefe Ihrer Äugen zu lesen." „Sie sind verrückt, Borkmann", lacht Katta, und ein ganz leises Rot steigt in ihr helles Gesicht. (Fortsetzung folgt.) — Verhalten We Empörung des gesunden Volks- empfinbens in hohem Maße herausgeforbert worben ist. Es würbe- auf Grund biefer strafschärfenden Umstände eine Zuchthausstrafe von drei Jahren unb unter Hinweis auf ben ehrlosen Charakter der Straftat ber Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte für gleichfalls brei Jahre ausgesprochen. Wirtschaft. Beschränkung des Güterversandes. Die Verkehrslage erfordert mit Rücksicht auf die dringenden Notwendigkeiten ber Wehrmacht und der Rüstung eine vorübergehende Drosselung des Güterverkehrs, soweit er nicht unbedingt kriegswichtig ist. Der Reichswirtschaftsminister hat infolgedessen eine Anordnung erlassen, durch die deck Betrieben der gewerblichen Wirtschaft gewisse Beschränkungen in der Beanspruchung der öffentlichen Verkehrsmittl auferlegt werden. Die Beschränkungen umfassen auch den Stückgutverkehr, den Sammelladungsverkehr und den Postverkehr. Zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, die auf diese Weise vorübergehend entlastet werden sollen, zählen neben der an erster Stelle zu nennenden Eisenbahn auch der Kraftwagenfernverkehr sowie der Schiffsverkehr, soweit es sich nicht um reinen Werkverkehr handelt. Die näheren Weisungen gehen den Betrieben in den nächsten Tagen durch die Reichsstellen oder durch die wirtschaftlichen Organisationen zu. Eisenbahntransporte für die Beschickung von Messen und Märkten werden bis auf weiteres nicht mehr zugelassen. Oie Gebietsmeisterschast im Handball. Bann 117 Mainz — Dann 116 Gießen 17:7 (6:3). Eine überraschend hohe Niederlage mußte die Bann-Auswahl im Entscheidungsspiel um die Gebietsmeisterschaft in Wiesbaden hinnehmen. Obwohl die Gießener in der stärksten Aufstellung antraten, gelang es nicht, an die Leistung des Gegners heranzukommen. Der Sturm der Gießener brachte keine einheitliche Linie ins Spiel. Trotz der Niederlage war die Hintermannschaft noch der beste Mannschaftsteil. Hier war es besonders der Torhüter Becker, der die „schärfsten Sachen" meisterte. Der Sieg der Mainzer ist in dieser Höhe verdient. Diese waren bedeutend schneller und zeigten auch die zweckmäßigere Spielweise. Das Spiel begann für Gießen vielversprechend. Es dauerte geraume Zeit, bis Mainz die Führung ausgleichen konnte. Obwohl der Gegner nun etwas mehr vom Spiel hatte, holte Gießen immer wieder auf. Beim Stande von ‘3:2 für Gießen hatte man immer noch Hoffnung. Mainz nutzte jedoch ein Nachlassen des Gegners aus und zog auf 6:3 davon. Nach dem Wechsel machte sich die größere Spielerfahrung bemerkbar, zumal bei Gießen Ermüdungserscheinungen zutage traten. In regelmäßigen Abständen gelang es Mainz, weitere Treffer anzubringen, denen Gießen nicht folgen konnte. Gebietsfachwart Heidt (Mainz) würdigte die Leistung der Gießener. Als Anerkennung wird im Monat Juli ein Gebietsvergleichskampf in Gießen aus- getragen werden. Fußball in Watzenborn-Steinberg. Gießen-Land — Gießen-Sladl 1:2 (0:0). Watzenborn-Steinberg — Garbenteich Jugend 2:2. Einen wenig interessanten Kampf lieferten sich am Sonntag die Auswahlmannschaften Gießen- Land gegen Gießen-Stadt auf dem Sportplatz der Watzenborn-Steinberger „Teutonen". Die Gießener traten nur mit 9 Spielern an. Recht aufovferungs- voll kämpfte insbesondere die Hintermannschaft mit Kaatz und Petri (Luftwaffensportverein Gießen) und Schlitz (DsB.-R. Gießen). Das Spiel entschied die Läuferreihe der Stadtmannschaft mit Müller, Weiß (Luftwaffe) und Weniger (1900 Gießen), die stets hinten aushalf, aber auch zur gegebenen Zeit im Sturm auftauchte. Ganz anders dagegen war die Landmannschaft. Hier spielten einige Spieler gerade lustlos. Dom Anpfiff des Unparteiischen an hatte die Landmannschaft stets leichte Feldvorteile, die der schußschwache Sturm aber nicht auszunutzen vermochte. Hier war Stumpf I. fast vollkommen auf sich selbst angewiesen, der aber stets gut gedeckt wurde. Auch als Mittelläufer Haßler in den Sturm genommen wurde, änderte sich das Bild nicht wesentlich. So wurden die Seiten torlos gewechselt. Nach Halbzeit weiterhin stets leichte Feldüberlegenheit ber Landmannschaft; nach etwa 10 Minuten Spielbauer mußte sich Kaatz burch Haßler geschlagen bekennen. So stand das Spiel 1:0 bis etwa eine Viertelstunde vor Schluß. Einen auf der Mittellinie wegen Handspiels gegebenen Strafstoß schoß Schlitz in den Strafraum der Landmannschast. Heil bekam den Ball jedoch unglücklich auf den Kopf und lenkte ihn am Tormann vorbei ins eigene Tor. Acht Minuten vor Schluß gelang der Stadtmannschaft bei einem weiteren Vorstoß durch den Läufer Weniger der zweite Treffer. , Dor diesem Spiel standen sich die Jugendmannschaften von „Teutonia" Watzenborn-Steinberg und Sportgemeinde Garbenteich gegenüber. Beide Mann- schäften hatten Ersatz in ihren Reihen. Den Leistungen entsprechend trennte man sich mit 2:2. Beide Mannschaften ließen mehrere Torgelegenheiten aus. Kurze Sporinotize«. Im Frankfurter Sportfeld wurde im Kampf zwischen Eintracht Frankfurt und Reichsbahn 05 Mainz die Frauen-Handballmeisterschaft des Sport- gaues Hessen-Nassau entschieden. Die Eintracht-» Frauen siegten leicht mit 11:2 (5:0) Toren. * Im vollbesetzten Wiesbadener Paulincnschlößchen standen sich die Boxvertretungen der HJ.-Gebiete Hessen-Nassau und Moselland im Rückkampf gegenüber. Die Moselländer erwiesen sich aus diesmal als die Besseren und siegten im Gesamtergebnis mit 11:9 Punkten. Verdunkelungszeit: 9. Juni von 22.42 bis 4.30 Uhr. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wrrtjchaft und Sport: Emst B'.umfchein. Dmck und Verlag: Brühlsche Universitätsdmckeret R. Lange K. (5. Berlagsletter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. dffentl.Abendvorlesungen d.UnlversItBt Prof. Vollrath über Englische Soldaten und ihre Führer am Mittwoch, dem. 10. Juni, 20.15 Uhr im Hörsaal 13 des Vorlesungsgebäudes 02729 V eranstaltungsring der Hitlerjugend Mittwoch, den 10. Juni 1942 3>ic (Raube, r Schauspiel von Schiller Beginn: 18.30 Uhr. 1838d Kartenversand ab Samstag, den 6. Juni 1942. Sämtliche Karten werden mit der Post zugeschickt. Wir sind genötigt, auf die Herstellung des tfr-Mundatiick« der GÜLDENRINO-Zigarette bis auf weiteres n verzichten. Statt der GÜLDENRING werden wir nunmehr unsere Marke MANENGOLD in einfacher mundstückloser Ausführung liefern« MANENGOLD 4 Pf. OVERSTOLZ 4»/»Pf, Nach wie vor aus reinem Orient-Tabak. dergabe einwandfrei herauskommendem Einsatz Malfalda Favero und Ferrucoio T a g l i a v i n i. — (Scalera-Film im Bavaria-Verleih.) Im Beiprogramm steht man die neue Wochenschau mit Bildberichten von der Schlacht um Kertsch, vom Staatsbegräbnis des Gauleiters Roever und vom ostasiatischen Kriegsschauplatz; außerdem einen Kulturfilm vom Leben in Mandschukuo. Hans Thyriot. Kein „Stoffbalkon" an Oamenhüten. Der Leiter der Arbeitsmeinschaft im Deutschen Damenhutgerverbe hat auf Anregung der Reichsstelle für Kleidung folgende Anweisung erteilt: „Es ist verboten, die neuerdings immer stärker auftretenden stoffvergeudenden seitlichen und rückwärtigen Drapierungen an Hüten, Turbanen und sonstigen Kopfbedeckungen zu verwenden und auszustellen. Die schon sertiggestellten derartigen Kopfbekleidungen dürfen noch verkauft werden. Das Verbot betrifft nicht die sog. Kapuzen, soweit sie zum Schutz gegen Regen oder Kälte dienen." Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 9. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 10, Kartoffeln, 5 kg 48, Spinat 13, Römischkohl 15, Spargel 45 bis 85, Salat, das Stück 10, Rettich 15 bis 25, Radieschen, das Bund 8 Rpf. * ** N S.- F ra u e n f ch a f t — Deutsches Frauenwerk, Ortsgruppe Gießen- Mitte. Unser Gemeinschaftsabend findet Donnerstag, 11. Juni, 20.30 Uhr, im Hörsaal des Botanischen Instituts statt. Eingang Botanischer Garten, am Brandplatz. Lichtbildervortrag von Prof. Dr. Küster über „Deutsche Gärten". ** Unzulässige Annahme nichtfälli- ger Kleiderkartenabschnitte. Immer wieder wird die Feststellung gemacht, daß bei Einkäufen unberechtigterweise auf noch nicht fällige Abschnitte der Reichskleiberkarte vorgegriffen worben ist. Die Reichsstelle für Kleidung verweist nochmals auf die Strafbarkeit eines solchen Vorgehens. Es gehe auf keinen Fall, daß sich skrupellose Geschäftsleute dadurch bei der Derbraucherschaft einen guten Namen machten, während der korrekte Geschäftsmann in den Ruf komme, ungefällig zu sein. ** Eine Gedankenlosigkeit. Es kommt immer wieder vor, daß Leute ihre Kanarienvögel ober andere Exoten aus irgendeinem Grunde fortfliegen lassen. Fremde Vögel, besonders Kanarienvögel, werden aber von den Spatzen verfolgt und grausam umgebracht. Der Tierschutzoerein weift deshalb darauf hin, daß ein solches Wegfliegenlassen eine Gedankenlosigkeit ist, die nicht begangen werden sollte. Wenn jemand glaubt, einmal gerade nicht geeignetes Futter für exotische Vögel zu haben, so kann er diese gut an Breitwegerichsamen und Ab- fallblätter, wie etwa von Salat und Spinat, gewöhnen. Aus der engeren Heimat. Landkreis Gießen. Leihgestern, 9. Juni. Ihre silberne Hochzeit können morgen Mittwoch, 10. Juni, der hiesige Förster Otto Heß und Ehefrau Christine, geborene Martini, Hindenburgstraße, und der Metallarbeiter Georg Kraft und Ehefrau Klara, geborene Popp, Kirchstraße dahier wohnhaft, begehen. Den Jubelpaaren unseren herzlichen Glückwunsch. + Gründ erg, 8. Juni. In der Turnhalle fand am Sonntag die Freisprechung der Landarbeitslehrlinge und ber landwirtschaftlichen Hausarbeitslehrlinge für den Bezirk Grünberg statt. Nach Begrüßungsworten durch den Jungbauer Q u e ck b ö r - ner sprach zunächst Kreisstabsleiter Weber für den erkrankten Kreisleiter. Er bezeichnete den Nähr- ftanb neben dem Wehrftand als eine wichttge Säule im Staatsaufbau. Er forderte die Lehrlinge auf, als Pioniere aufklärend zu wirken unb sich später als brauchbare ©Heber in ihren Berufsstand einzureihen. Als Vertreter der Hitler-Jugend sprach Gefolgschaftsführer Ger big, der besonders zwei große Aufgaben der Jugend herausstellte: Land- dienst und Besiedlung des Ostens. Kreisbauernführer Ott wies auf die Bedeutung des Bauernstandes hin, ber durch den Führer wieder seine Anerkennung gefunden, habe. Wir brauchen einen körperlich und aeistig gesunden Bauernstand, der von ernster Lebensauffassung und Pflichtgefühl durchdrungen 'st und mit Stolz auf seinen Beruf blickt. Nur der solle zukünftig in diesem Beruf tätia sein, der praktisch ben Nachweis ber Befähigung dafür erbracht habe und Lust und Liebe dazu mitbringe. Nicht mehr dürfe es vorkommen, daß der Geldbeutel des Vaters ausschlaggebend bei der Erwerbung eines Gutes für den Sohn sei. Es erfolgte dann die Freisprechung der Prüflinge und im Anschluß daran die Ausgabe der Zeugnisse an diese. An 54 Landarbeitslehrunge und 60 landwirtschaftliche Hausarbeitslehrlinbe, die sich auf über 30 Gemeinden unb einzelne Höfe, verteilen, konnten Prüfscheine ausgeteilt werden. Kreis Wetzlar. * Nodheim a. d. Bieber, 7. Juni. In der Nähe des hiesigen Bahnhofs ereignete sich ein V e r -> kehrsunfall. Der Kaufmann Bremer aus Offenbach (Dillkreis), der mit feinem Motorrad auf ber Fahrt von Gießen nach Biedenkopf unterwegs war, stieß mit einem Lastauto zusammen, wobei der Mann an Armen und Händen sowie cm Kopfe starke Verletzungen davontrug. Das Rote Kreuz in Gießen verbrachte ihn nach Gießen in die Chirurgische Klinik. An Sendungen für verwundete Soldaten vergriffen. Schwere Zuchthausstrafe ssir den gemeinen Verbrecher. Lpd. Darmstadt, 8. Juni. Der seit Juni 1939 als Reichsbahnarbeiter in der Güterabfertigung des Bahnhofs Bickenbach beschäftigte Ad. Dreher aus Rodau öffnete in der Zeit von Oktober 1941 bis März 1942 teils unter Ausnutzung der zur Luftabwehr erforderlichen Verdunkelungsmaßnahmen, teils auch begünstigt durch sonstige Kriegsum- stände mindestens zehn Expreßgutpakete und eine Anzahl Obstsendungen, um sich einen Teil des Inhalts anzueignen. Die beraubten Sendungen verschloß der Angeklagte wieder und beförderte sie weiter, um nach Möglichkeit einer Entdeckung seiner Verfehlungen vorzubeugen. Da es sich um insgesamt mindestens zehn Einzelfälle handelt, in denen sich ber Täter fast ausnahmslos an Sendungen für verwundete Soldaten vergriffen hat, bestrafte das Sondergericht Darmstadt das fortgesetzte Kriegs» unb Dolksschädlingsverbrechen ohne Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten besonders empfindlich, weil durch fein Am 8. Juni, morgens 3 Uhr, entschlief sanft unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete Lefe, geb. Heil Inhaberin des Mutterkreuzes in Silber im Alter von 76 Jahren. Sie folgt ihrem lieben Sohn Willi, der im Osten fiel. Es trauern herzlich um sie ihre lieben Kinder: Georg, Sofie und Anna nebst allen Angehörigen. Gießen, Mainz-Gustavsburg, Mainz-Weisenau, Hettenhausen, München. Die Beerdigung findet Mittwoch, 10. Juni, um 15.15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ____________________________________.__02753 Der Herr über Leben und Tod nahm am I Sonntagabend meine liebe, herzensgute Toch- I ter, meine einzige Schwester, unsere liebe I Schwiegertochter, Schwägerin, Nichte, Patin | und Kusine Fräulein Emilie Bernhardt im 23. Lebensjahr zu sich. Sie folgte ihrem I geliebten Bräutigam, der im Osten gefallen I ist, in die Ewigkeit. In tiefem Schmerz: Fr. Luise Bernhardt Wwe., geb. Kramer I Emmi Bernhardt; Familie Hrch. Unger M und alle Angehörigen. Fellingshausen, Heuchelheim, 9. Juni 1942. ■ Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. Juni, I um 15.30 Uhr, vom Trauerhause, Krofdorfer I Straße 94, aus statt. 1852 D B Bekanntmachung. Maul- und Klauenseuche in Gießen. Unter dem Viehbestand des Fuhrunternehmers Job. Elmshäuser zu Gießen, Leihgesterner Weg 51, ilt der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtstierärztlich festgestellt worden. Das Gehöft wird zum Sperrbezirk, der Südostteil Gießens (Leih- gesterner Weg, Aulweg, Wartweg, Ebelstraße und die angrenzenden Stratzenzüge) zum Beobachtungs- gebiet erklärt. Die vom Kkreisveterinäramt Gießen getroffenen vorläufigen Maßnahmen werden von mir bestätigt. Im übrigen finden auf Sperrbezirk und Beobach- tungsgebtet die gesetzlichen und viehseuchenpoli- zeilichen Vorschriften Anwendung. maC Gießen, den 5. Juni 1942-. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen Veterinärvolizci. I. V.: Nicolaus. Trockener Eflflertonin für alle Zwecke geeignet, zu vermieten. [02763 Hammstraßc 5. MemeAnzelgen 'M Gießener Anzeiger werden von Imiienben beachtet und gelesen. | Mietgesuche | Möbliertes Zimmer v. berufstätiger Dame zu mieten gesucht. Schriftl. An geb. n. 02755 an d. Gieß. Anz. Berufstätiger Herr sucht möbliertes Zimmer mit Morgenkaffee evtl.Mittagstisch. Schriftliche Angebote unter 02765 an den Gießener Anzeiger erbeten. Lagerräume trocken und gut verschließbar zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote mit. 02756 an den Gießener Anzeiger erbeten. toerfcige tasgtl* zum 1. Juli gesucht. Frau E. Seelbach, Gießen Hindenburgwall 12. [02748 Behörde sucht eine mit Abrechnung und Karteiführung vertraute Bürokraft Schriftl. Angeb. unter 1854 D an den Gieß. Anzeiger erbeten. Moderne Personenwagen in* und ausländische Fabrikate, bis 5 Liter, kauft Kaffe ab Standort. GebranchtwagenKnrfttrstenilamml56 Berlin-Halensee, Rn!: 97 5412. Am 6. Juni ist meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Maria Kornemann, geb. Gennes sanft entschlafen. Ernst Kornemann, Univ.-Professor a. D. Lothar Kornemann, Hauptmann, z.Z. Ostfront Irene Kornemann, geb. Nessel, und Kinder zugleich im Namen der übrigen Hinterbliebenen. München, den 8. Juni 1942. Von Beileidsbezeugungen bitten wir abzusehen -- 1851 D Für In- und Ausland Wachposten gesucht unter günstigsten Bedingungen. Schriftliche Bewerbung an den Bielefelder Heimschutz, Bielefeld 1807 V Vermietungen | Schöne, trockene Lagerräume zu vermieten. Schr. Ang. unt 02764 a.d.G.A Stellengesuche! Kaufmann in allen Sparten d. Berufs beitens bewandert, sucht führende Stelle in Handelsunternehmen - Evtl. Beteiligung an kl.Unternehmen. Schriftl. Angeb. unter 02760 an den Gieß. Anz. Keine Ursprungs* sengnisse, lonbern nur Zeugnis, obidjrtften dem 8e werbung-lchretben bet legen I — Lichtbilder undBewerbungSunte» lagen müllen zur Der- Meldung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift de« Bewerber» tragen! LICHTSPIEL-THEATER Gloria-Palast, Seltersweg: T O S C A i 7boA Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Der scheinheilige Florian Tägl. 3,5.15,8, So. 2.30,5,8 Uhr | Verkäufe Eisschrank geeign. f. Meßg., RM. 150,— Erkerschcibe, ca. 2x2 m, mit pass. Rolladen, RM.70,-z.verk. Frau r 02750 Tora Mandler, Rodbeim a.d.B. Krofd. Str. 2. Faltboot 2-Sitzcr, mit allem Zubehör, in gut.Zustande, zu verkaufen. RM. 300,- geg, Kasse. [185OD Gartenstr. 10. I Kaufgesuche | Gebrauchter, gut erhaltener KorbkindeFwagen zu kaufen gesucht. Schriftl. Ang. u. 1853D a.d.G.A. Klaviere Flügel gegen bar gesucht R. Schönau Bahnhofstr. 76 Tel. 32 69. 45oP taonium gut erhalten, geg. Barzahlung z. kaufen gesucht. Schriftl. Angcb. unter 1848D an den Gieß. Anz. HöQinaliDine in bar zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02747 an den Gieß. Anz. I Verschiedenes! Portemonnaie mit Inhalt gefunden. 02762 Abzuholcn bei Hofmann, Seltersweg 59. Ihre Vermählung geben bekannt Theo Tillmann z. Z. im Felde Maria Tillmann geb. Pecher Duisburg Gießen Neustadt 1 IL 91 Juni 1942 . 02745 / Statt Karten! Für die zu unserer Verlobung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir auch im Namen unserer Eltern recht herzlich Elli Schmidt Hans Dürrbeck Gießen-KLLindcn, im Juni 1942 __________________ 02752 / Statt Karten! Für die zahlreich. Glückwünsche und Geschenke anläßlich unserer Vermählung danken wir herzlichst Richard Becker und Frau Emilie, geb. Fuchs Rödgen, im Juni 1942 \ 02751/ +Meine Sprechstunden Mittwoch, den 10. Juni, fallen ans, Die nächsten Sprechstunden Mittwoch, den 17. Juni. Fran B.Gulden, seit 35 Fr.W.Henkel Gieflen, Am Riegelpfad 32,9-17 Uhr. [I356d [ Karlslprudel Zu gleichen Preisen in Apotheken. Drogerien am! thntii die Bnmneoverwaltung Biskireben - Ruf 44 * erhältlich.