Samstag, 9. /Sonntag, 10. Mai 1942 Sietzen. Zchulstrahe 7-9 er- in nicht fest. Der japanische Geesieg im Korallenmeer (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Madrid, Ende April 1942. Wenn es heute anstatt geeinter Iberer Spanier und Portugiesen gibt, dann ist auch das ein trauriges Verdienst der Engländer. Als sich um das Jahr 1100 zu den bestehenden Königreichen auf der Iberischen Halbinsel noch ein Königreich Portugal bildete, blieb das im Hinblick auf die spätere Vereinigung der Einzelstaaten durch Isabella von Castilien und Ferdinand von Aragonien zum spanischen Königreich ohne Bedeutung, zumal Phi- kannt geworden, weil die Teilnehmer darüber Schweigen bewahren. Die Staatsmänner beider Länder betonten jedoch, daß sie in jeder Weise ihre Erwartungen erfüllt sähen. Zwei Tage später erklärte dann der spanische Staatschef, General Franco, noch am Konferenzort Sevilla, in einer Rede, daß Spanien in der Stunde der Gefahr nicht nur eine Division, sondern eine Million Soldaten gegen den Kommunismus aufstellen würde. Es ist nicht zu erwarten, daß der spanische Staatschef unter den gegebenen Umständen eine solche Erk a- rung abgegeben haben würde, wenn nicht in dieser Frage volle Uebereinstimmung zwischen den Brudernationen geherrscht hätte. Die antikommunistische Einstellung Portugals ist schon lange bekannt, die Feindschaft gegenüber einem mit England verbündeten bolschewistischen Rußland durfte jedoch aus vertraglichen Gründen nicht affen zutage treten, weil die Briten in den portugiesischen Kolonien em wertvolles Pfand besitzen. Aber da die Briten selbst als Verbündete Portugals die Rechte auf Timor zunächst nicht achteten, muß Portugal befürchten, daß seine Haltung, sei sie freundlich oder feindlich, England nicht daran hindern könnte, sich im Verlauf des Krieges die portugiesischen Kolonien anzueignen. Rur militärische Stärke kann die Güter in der Welt beschützen! Diese Stärke aber kann Portugal nicht allein ausbringen, ebensowenig, wie Finnland allein im Jahre 1939 den Sowjetsturm aufhalten konnte. Druck und Verlag: vrühlsche Umversltätrdruckerri R. tauge weis' dafür, daß auch Portugal kein Gegner der Völker ist, die die europäische Mission erfüllen. — Das Ergebnis der spanisch-portugiesischen Konferenz in Sevilla ist nicht be- füllen haben. Oer neue britische Befehlshaber in Gibraltar. Die beiden nordamerikanischen Flugzeugttäger Saratoqa" (oben) und „Yorktown" (unten). — (Scherl-Archiv-M.) Kamps in der Arktis. Die Wehrmachtberichte der letzten Woche haben mehrfach die Aufmerksamkeit auf einen Kriegsschauplatz gelenkt, auf dem hoch oben im Norden am äußersten linken Flügel der Ostfront Soldaten aller drei Wehrmachtteile zum Teil gemeinsam mit unseren tapferen finnischen Verbündeten unter schwierigsten Bedingungen, die ihnen Klima und Gelände auferlegen, in zähem Kampf mit der Natur und einem für die Eigenart dieses Kampfes besonders geschulten und ausgerüsteten, äußerst verschlagenen und harten Gegner eine Vielfalt wichtiger Aufgaben bewältigen. Die Sowjetunion verteidigt hier eine Schlüsselstellung ihres gesamten riesigen Raumes, deren Besitz eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Fortführung des Krieges überhaupt dar- stellt: den Zugang .zum Eismeer und damit zum Atlantik, also die Verbindung zu ihren Verbündeten, auf deren Zufuhren an Rüstungsmaterial, vor allem Flugzeugen und Panzern die bolschewistischen Heere nach den schweren Einbußen dieses Winterfeldzuges doppelt angewiesen sind in einem Augenblick, wo das Frühjahr den deutschen Armeen die Bahn für neue große Offensivoperationen freizugeben beginnt. Von den drei Wegen, die den Verbündeten für ihre Materiallieferungen an die Sowjetunion zur Verfügung stehen, ist der über Wladiwostok wegen der riesigen Entfernungen von mehr als 6000 Kilometer und der geringen Leistungsfähigkeit der transsibirischen Bahn selbst für die USA. der langwierigste und zudem durch den Krieg in Ostasien so gut wie unmöglich geworden. Auch der Weg durch den Indischen Ozean zum Persischen Golf, dem Ausgangspunkt der transiranischen Bahn, ist lang und nicht minder gefährdet. Bei weitem der nächste, was bei der wachsenden Schiffsraumnot her Alliierten den Ausschlag gibt, ist die nördliche Route, die von England die norwegische Küste entlang, um das Nordkap herum durch das Eismeer nach Murmansk und weiter durch das Weiße Meer nach Archangelsk führt. Auch das sind noch Entfernungen von rund 3000 Kilometer. Aber beide Häfen haben Anschluß an das sowjetische Eisenbahnnetz, die Anschlußstrecken fuhren sogar direkt hinter die Sowjetfront, aber die Murmanbahn liegt ständig unter dem Bombenhagel der deutschen und finnischen Luftwaffe und teilweise auch im Feuer der schweren deutschen Artillerie, so daß der Seeweg nach Archangelsk, der länger als ein halbes Jahr durch Packeis blockiert ist, mit Anbruch der wärmeren Jahreszeit an Bedeutung gewinnt. Er führt durch die ihrer schweren Stürme und dichten Nebel wegen berüchtigten Barents-See um die Halb- Kern sie bilden. Sie sind 1927 vom Stapel gelaufen und später in Sidney umgebaut worden. Sie laufen 31,5 Knoten. Ihre schwere Artillerie besteht aus acht 20,3-Zentimeter-Kanonen. Beide haben Flug- zeugschleuder und je ein Flugzeug an Bord, lieber die Typen der übrigen versenkten oder beschädigten Schiffseinheiten wurde gestern bereits berichtet. Welche strategische Bedeutung hat die „Schlacht in der Korallensee", die am 6. Mai begann? Den Japanern ist es wiederum gelungen, einen Teil der englisch-amerikanischen Flotten zu erwischen und zu vernichten. Wenn wir von dem Ueberraschungs- erfolg der Japaner in Pearl Harbour absehen so war es die Verzettelung des englisch-nordamerika- nisch-holländisch-australischen Gegeneinsatzes, der sich furchtbar gerächt hat. So gingen die beiden britischen Großkampfschiffe „Prince of Wales" und „Re- pulse" schon am 11. Dezember unter; m der Java- See fanden eine Reihe weiterer See- und Luft-See- Schlachten statt, die alle für Engländer, Holländer, Amerikaner und Australier sehr kostspielig waren. Dann kam die Versenkung der beiden großen Kreuzer „Dorsetshire" und „Comwallis" in den Gewässern von Ceylon. Und jetzt die Schlacht in der Korallen-See, die Engländern und Amerikanern besonders viel an den so wertvollen Flugzeugträgern gekostet hat. Die Korallen-See liegt im Nordvsten Australiens und ist das unmittelbare ozeanische Vorgelände für den südöstlichen Küstenstteifen Australiens, der von diesem Erdteil eigentlich allein besiedelt ist. Im Süden der Korallen-See beginnt das „Glückliche Australien". Dieses Australien sollte geschützt werden. Don dem Standort der USA.-Flugzeugträger in der Korallen-See wurden die Fliegerangriffe auf die japanischen Flugplätze in Neu-Guinea gestartet. Die Japaner hatten das stärkste Interesse, den Standort der feindlichen Flugzeugttäger festzustellen und dann zuzuschlagen. Das ist geschehen. Die Verteidigung Australiens hat einen schweren Schlag erlitten. Die Sicherheit des fünften Erdteils ist wieder in eine unmittelbar akute Krise geraten. Die Versenkung der großen Flugzeugttäger „S a - ratoga" und „Yorktown" schlägt schwerer zu Buch als der Verlust bzw. die Beschädigung der beiden Schlachtschiffe der „Warspite"- und „Cali- fornia"-K1asse. Flugzeugträger haben eine längere Bauzeit als Großkampfschifte, obwohl sie nur schwach Oie Meldung des Hauptquartiers. Tokio, 8. Mai. (Europapreß.) Das Kommunique des Kaiserlichen Hauptquartiers Über den großen Seesieg im Korallenmeer lautet: „Kaiserliche Marineeinheiten, die im Gebiet von Neuguinea operieren, entdeckten und stellten eine mächtige kombinierte britisch-amerikanische Flotte am 6. Mai nn Korallenmeer südösllich des Gebietes. Sie griffen 192. Jahrgang Nr. 107 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener »>amilienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich. . RM.1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: ,Llnzeiger" Postscheck 11686 Frankf./M. Zum Befehlshaber der britischen Truppen Gibraltar ist General Sir Colin Serbin ernannt worden. Ob General Jardin zugleich auch der Nachfolger des nach Malta versetzten Generals Lord Co'rt auf dem Posten des Gouverneurs ist, steht noch Es muß der künftigen Entwicklung überlasten bleiben, ob diese oder ähnliche Erwägungen die portugiesischen Staatsmänner geleitet haben, als sie die Freundschaft zu Spanien zu vertiefen trachteten dem Spanien, das sich als wesentlichen Bestandteil Europas fühlt. Dann würde sich auch diese Freundschaft auf Europa erstrecken, das zwar noch im blutigen Kampfe um feine Freiheit steht, aber aus diesem Kampfe geeinigt hervorqehen wird, um feine gemeinsamen Güter in der Welt zu verteidigen. Und in diesem neuen Europa würde auch Portugal zusammen mit dem blutsverwandten Spanien eine Mission zum Wohle der europäischen Völker zu ~ sie am 7. Mai an und v e r s e n k t e n s o f o r t ei n USA.-Schlachtschiff vom „California -Typ und beschädigten schwer einen br itisch en & r eu } e r vom „Canberra"-Typ, außerdem em britisches Schlachtschiff vom „Warspite"- Typ (das in der ersten Meldung als versenkt gemeldet wurde). Sie versenkten heute zwei USA-Flugzeugträger, und zwar einen vom „Saratoga"-Typ und einen anderen vom Borktown"-Typ. Der Angriff wird noch fortgesetzt. Die Seeschlacht wird die „Seeschlacht in der Korallensee" genannt." Der schwer beschädigte bnttsche Kreuzer vom C a n b e r r a" - Typ gehört zur Klasse der schweren Kreuzer Es handelt sich entweder um die „C a n - berra" (98-50 T.) ober ihr Schwesterschiff, die Australia" (9870 T.). Beide gehören, wie schon die Namen sagen, zur austtalischen Marine, deren Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr desBormittagS Anzeigen-Breise: Anzeigenteil 7 Rvt. ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachläße: Wiederholung Malstaffel I AbschlüffeMengenstanelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/.mehr gepanzert sind und auch nur Flakartillerie führen. Im gegebenen Augenblick aber fehlt es den Engländern und den Vereinigten Staaten überhaupt an Flugzeugträgern. Die Engländer hatten nach der Vernichtung ihrer Flugzeugträger „Ark Royal", „Courageous", „Glorious", „Unicom" durch deut« sche Seestreitkräfte keinen einzigen modernen, also insbesondere schnellen Flugzeugträger zur Begleitung ihrer Großkampfschifte nach (Singapur! Die Nordamerikaner haben im bisherigen Verlauf des ostasiatischen Krieges von ihren sieben Flugzeugträgern fünf verloren und besitzen nur noch zwei mittlere Flugzeugträger. Die Engländer hatten 1940 vier neue Flugzeugträger in Bau, die Amerikaner nur einen, soweit es aus den offiziellen Bauliften nach dem 1. Februar 1940 ersichtlich ist, aber in feinem Fall haben England und die Vereinigten Staaten ausreichend Flugzeugträger zur Verfügung, selbst wenn die englischen Flugzeugträger, die an dem angegebenen Stichtage in Bau waren, inzwischen fertiggestellt sein sollten ober ihrer Vollendung entgegengehen. Von ben moralischen Folgen ber neuen schweren Nieberlage sei gar nicht gesprochen. Durch Austra« lien wird ein kalter Schüttelfrost des Erschreckens gehen. Welche Hoffnungen man dort auf die Ankunft ber kombinierten britisch-amerikanischen See- ftreitfräfte in ben Gewässern von Australien gesetzt hatte, Hoffnungen, bie jetzt bitter enttäuscht wurden, geht aus ber Meldung hervor, baß bas australische Parlament erwartungsvoll gespannt war, als Mi- nifterpräfibent Curtin über bie — wie er sagte — außerorbentlich bebeutsame Seeschlacht im Süd- westpazifik zwischen Neu-Guinea unb ben Salomon- Inseln sprach. Curtin sagte, niemanb könne im Augenblick wissen, was bas Ergebnis ber noch an» bauernben Schlacht fein werbe. Sie werbe zwar nicht ben Krieg entfcheiben, aber boch bie Taktik ber nächsten Zukunft bestimmen. Wenn bie Schlacht nicht bie erwarteten Ergebnisse bringe, würben für Australien größere Verantwortlichkeiten unb neue Prüfungen bevorstehen. Noch ernster klangen bie Worte, bie ber Ministerpräsibent ausschließlich im Runbfunk an bas australische Volk richtete. Es sei sehr gut möglich, meinte er, baß bie ganze Welt demnächst unter ben Schlägen bes Krieges erzittern werde. Australien stehe vor lebensgefährlichen Wochen. ^Welche Bedeutung die Staatsmänner der beiden Nationen ber Stabilität bes erreichten Zustandes auf der iberischen Halbinsel beimaßem gehtrdaraus Kr^oTm ÄÄ Än^nä Portugal Iheotonio Pereira Madrid ernannte. Pereira, ein Hasser d Bolschewismus, schrieb im April des Jahres 1 bereits m der Zeitung ^Domingo": ..Dl-Erftchnm» h.it uns deutlich gezeigt, baß bie letzte Romequenz bes demokratischen Liberalismus ber Kommunismus M ber btt Menschheit in Blut ertränkt. Darum gilt unser Glaube lind unsere Liebe ben Ideen ber Juto- Hä ”C6inereneuen Probe wurde die spanisch-partugie- stsckie Freundschaft bei Ausbruch bes zweiten Welt- S SÄ. BX'X SÄÄÄ besikes übernommen hatten, an ßngian-o strikte Neutralität. Es sandte sogar zum Schutze seines Besitzes Truppen nach ben Atlantik- Inseln, denn zu oft hatten Engländer und Yankees mit dem Gedanken einer Besetzung gespielt, um ihre Absichten noch verbergen zu formen. Die Ausdehnung des Krieges auf den Pazifik brachte dann den Schlag, ben Portugal iip Stillen schon lange erwartet, an ben es aber nie hatte glauben wollen. England besetzte die Insel Timor. Was die Briten im Laufe ber Jahrzehnte durch ihre Propaganda an Sympathien im /portugiesischen Volke errungen hatten, wurde an diesem einen Tage Am Westrande Europas Von unserem T.-Berichterstatter. tipp II. ein Jahrhundert spater auch Portugal unter erschlagen. Leider aber mußte sich Portugal bei feine Krone brachte. Der gleiche' Ursprung ber 2301= biefer Gelegenheit auch gestehen, daß es a l l eck n fer, die gleiche Geschichte und ihre gemeinsamen Ber- im (grn[tfall nicht in der Lage ist, ben Verräter mit Dienste um die Eroberung ber Welt rechtfertigten @etDa[f jn seine Schranken zurückzuweisen, auch eine gemeinsame Zukunft. Außerdem aber ge° Unterbeffen hat ber Krieg im Pazifik bie Kräfte bot bie Erhaltung des spanisch-portugiesischen Welt- verschoben unb bie Briten müssen zum ersten Male reiches eine unzerstörbare Einigkeit des iberischen bcr beschichte ein Weltmeer ihrem Gegner Über- Volkes. Die britischen Seeräuber wußten jedoch bas [ai|en nur unter diesem Aspekt haben sie auf große Reich zu Fall zu bringen. Sie erweckten m ben unmißverständlichen Protest aus Lissabon hin Portugal Unabhängigkeitsbesttebungen und schon in £imor nieder geräumt. Unter dem Schatten ber der Mitte bes 17. Jahrhunderts trennte eine Grenze gewaltigen Ereignisse ist es weniger aufgefallen, das iberische Volk in zwei Nationen, die sich mehr ba^ 3U beginn des Jahres 1942 eine portugiesische und mehr entfremdeten. Sofort übernahm England ^iütärmiffion einer Einladung nach Spanisch- i)ie Vormundschaft über bas portugiesische Volk unb a r o f t o gefolgt ist unb mit ben spanischen Ka- verwickelte bas spanische in europäische Kriege, bei geraden bie Stätten ber gemeinsamen Vergangen- benen sich die Briten ben Besitz von Gibraltar sicher- beit besuchte. War es wirklich nur blinber. Zufall, ten. Als bann im ersten Viertel bes 19. Jahrhun- b^ in bcn Tagen, an benen bie Japaner in ©in« berts bie amerikanischen Kolonien ben iberischen gapur einrückten — in bie Festung bes britischen Mutternationen ben Rücken kehrten, blieben von I deren Fall nach Voraussagen britischer den ehemals stolzen Imperien nur noch zwei opn« Staatsmänner ber Untergang des Weltreiches fol- mächtige Staaten übrig, bie sich im Innern nicht gen rojrb —, ber kluge und weitblickende portugie- ohne englische Nachhilfe um kleinliche dynastische s^che Staatsmann Salazar den befreundeten spa- Fragen zerfleischten. Der von ben Briten geprebigte nij(^en staatsdjef General Franco besuchte, um Liberalismus zerschlug dann noch das Wenige, was ba5 Abkommen von 1939 noch zu vertiefen? Spa- die beiden Völker in das jetzige Jahrhundert geret- nien bat au5 seiner Freundschaft zu Deutschland nie ttt hatten. In Spanien und Portugal folgte eine; cin z^hl gemacht unb sich offen bereit erklärt, an Revolution der anbern und die iberische Halbinsel ber fommenben Neuordnung Europas unter ber hatte den Zustand erreicht, ben die Briten seit jeher ^,übrung des Deutschen Reiches teilzunehmen. Wenn erstrebten. v . _... nun Portugal seine Beziehungen zu diesem Spa- Bon dieser Seite hatten bie Englanber feine Sto- nijen be||en Söhne als Freiwillige in ber Blauen rung ihrer Pläne mehr zu erwarten. Und boch Division an ber Seite ber deutschen Truppen an irrten sich bie Briten, als sie ben Wert ber Fuh- ber Ostfront bie europäische Kultur uerteibigen, en« rerpersönlichkeiten in ben geknechteten Staaten gestalten will, so ist das zum mindesten ein Be- unterschätzten. Als General Carmona im Jahre ..... ... h<”‘ 1926 das Steuer des portugiesischen Volkes in die Hand nahm unb eine nationalistische Regierung bildete, um bie Mißstänbe im Innern bes Landes zu beseitigen, hatte er einen gefährlichen Weg beschritten. England wußte zu gut daß innerlich gefestigte Völker leicht auch nach außen hin stark wer- ben tonnen. Die schickte Politik des portugie= fischen Ministerpräsidenten Salazar, ber bie Außenpolitik in ihren alten Bahnen ließ unb bas freunbschaftliche Verhältnis zu Englanb stets betonte, beruhigte bie Briten jeboch roieber. Außerbem fnnb sich ja jenseits ber Grenze auf ber iberischen Halbinsel noch ein Volk, bas bereits in bie Hande ber Freimaurer geraten und formt em sicherer Garant für die Erhaltung des „GleichgewMes auf ber iberischen Halbinsel war. Was den Briten ' jedoch nicht gefiel, war ber Umftanb, baß sich auch in Spdnien bereits aufrechte Manner gegen ben liberalistischen Spuk erhoben. Und als General Franco im Jahre 1936 barum zu den Waffen griff, konnte sich ber britische Runbfunk nicht laut genug über ben „Rebellen" oustoben. . y Schon bamals würben bte bolschewistischen Mordbrenner bie erklärten Freunbe Gnglanbs benn ein hol chewistisches Spanien auf gleichem Raum mit einem nationalistischen Portugal paßte glanzend zu ben Plänen ber Briten. Doch d'er zeigte es M) bereits daß Portugal seine politische Ohnmacht überwunden hatte. Ungeachtet des britischen Druckes waren seine Sympathien vom ersten Tage des national-spanischen Aufstandes auf der Sette Francos, unb bie tatkräftige Hilfe bes portugiefifchen Volkes für bas spanische Brubervolk werben " Spanien unvergessen bleiben. Die iberischen Volker hatten erkannt, daß Friede und Wohlstand m ihrem Lebensraum nur erhalten ^iben konnten, wenn sie gestützt auf bie gleiche Historische Entwicklung, auch in gleicher politischer Ausrichtung miteinanber lebten. Diese Erkenntnis sand ihren N,-d-r,chlag IM naAemtm Sie«. m!i ber PorWeiMen $rub=r- Nation chloß. Damit war em seit Jahrhunderten durch die Briten künstlich aufrechterhaltener ZiÜtand der die dauernde Schwächung der iberischen Volker zum Ziele hatte, beseitigt. England datte seine erste politische Schlacht auf der Pyrenaen-Halbmsel Der= Siebener Anzeiger ®tncraI=Wiger W ©bcrMeii [MINDANAO- z? Ponape— ~ Neu- Ar u Port Darwin, XARPEN-; ■~*Neu-z~S Pommern- fo-TAIMH r ^=-ßAyrd AUSTRA LSiL E'N 0 R ALLE N MEER. •tcä/rnj - \pungene$$:.. ... =Bruneis > DA'?' T°s ir : Insel Kola herum durch das enge, tanggezogene Weiße Meer zu seiner östlichsten Bucht, an der Archangelsk an der Mündung der Dwina liegt, eine Stadt von 280 000 Einwohnern nach Angaben der Sowjets, die über Wologda Bahnverbindung mit Moskau hat, deren Hafen aber flach und für das Löschen größerer Transporte schlecht eingerichtet ist. Trotzdem war er schon im Weltkrieg em wichtiger Hafen für die englischen Zufuhren. Die Engländer kennen also seine Mängel und bevorzugen deshalb vorerst noch Murmansk, zumal die Fahrrinne durch das Weiße Meer selbst von den schweren Eisbrechern, über die die Sowjets verfügen, kaum offengehalten fein wird. Murmansk ist, obwohl es rund 300 Kilometer nördlich des Polarkreises liegt, durch eine seltsame Laune der Natur das ganze Jahr über eisfrei als einziger Hafen im nordosteuropäischen Raum, also das wichtigste Tor der Sowjetunion zum offenen Weltmeer. Ein Ausläufer des Golfstromes umspült das Nordkap und hält diesen Teil der dem Eismeer zugewandten Küste der Halbinsel Kola frei von Wintereis, während schon wenige Kilometer landeinwärts die Fjorde die winterliche Eisdecke tragen. Lange Jahre haben sich diese Gunst der Natur nur die norwegischen und russischen Fischer zunutze gemacht, die hier im Frühjahr die durch das warme Wasser angelockten Schwärme von Heringen und Kabeljauen fingen. Erst verhältnismäßig spät erkannte man die handelspolitische und strategische Bedeutung der Murmanküste. Im Herbst 1890 schlug der Ministerpräsident Graf Witte, der durch seine innerpolitischen Reformen in der Zeit der ersten russischen Revolution und seine aus eine Verständigung mit Deutschland gerichtete Politik in den ersten Weltkriegsjahren bekannt geworden ist, dem Zaren Alexander III. eine Bahnverbindung Petersburgs mit dem kleinen Fischerdorf Romanow, dem heutigen Murmansk vor, 1894 schon unter Niko- laus II. wurden die topographischen Untersuchungen des Bahnprojekts abgeschlossen und in drei Bauabschnitten mit dem Bau begonnen, 1897 Katharinenhafen, das shätere Alexandrowsk an der tief in das Land einschneidenden Kola-Bucht gegründet, das heute unter dem Namen Poljanorje, der Kriegshafen der Eismeerflotte ist. Die verkehrspolitische Erschließung der Murmanküste, die damit eingeleitet wurde, bekam einen stark imperialistischen Sinn durch eine Denkschrift des Kriegsministers Kuropatkin, der später als Oberbefehlshaber im russisch-japanischen Krieg so furchtbar Schiffbruch erleiden sollte. Damals wies er den Zaren auf die Notwendigkeit hin, sich des norwegischen Erzhafens Narvik zu bemächtigen, weil dessen Lage am offenen Nordmeer Rußland eine beherrschende Stellung geben würde. In einem europäischen Krieg, den man damals in Petersburg schon für wahrscheinlich hielt, hoffte man die Hand auf Narvik legen zu können. Inzwischen wurde jedoch der Bau der Murmanbahn weitergetrieben. Der südliche Abschnitt der insgesamt 146Ö Kilometer langen Strecke wurde bis Petrosawodsk am Onega-See noch vor dem Weltkriege fertiggestellt, ist aber erst unter dem Sowjetregime zweigleisig ausgebaut worden. Der Krieg beschleunigte dann auch den Bau der beiden restlichen Abschnitte bis Kem am Weißen Meer und Romanow, dem heutigen Murmansk. Dem Legen des Schienenstrangs bot das Gelände die größten Schwierigkeiten, denn auf mehr als ein Viertel der Strecke beherrschen Sumpf und Moor die Landschaft, das übrige ist Urwald und Tundra. Die Zarenregierung beschleunigte im Weltkriege den Bahnbau, der für sie als Anschluß an die Seever- binoung mit England größte strategische Bedeutung bekam, durch den brutalen Einsatz deutscher und vor allem österreichischer Kriegsgefangener, von denen Zehntausende als Opfer des unwirtlichen Klimas, gänzlich unzureichender Ernährung und völlig mangelnder hygienischer Vorkehrungen an Seuchen zugrunde gegangen sind. Murmansk hat sich aus einem elenden Fischerdorf dann unter dem Sowjetregime in fast amerikanischem Tempo entwickelt zu einem modernen Hafen mit allem für das Löschen großer Transporte erforderlichen Einrichtungen. Es zählt heute nach der Sowjetstatistik 118 000 Einwohner und ist die Hauvt- stadt des gleichnamigen Verwaltungsbezirks, der oie ganze Halbinsel Kola umfaßt. Das Gebiet, in dem 1914 kaum 10 000 Menschen siedelten, meist Fischer und nomadisierende Lappen, hat heute rund 300 04)0 Einwohner. Diese erstaunliche Entwicklung erklärt sich aus der 1929 begonnenen Erschließung der wert- vollen Bodenschätze auf der Halbinsel Kola. In den etwa 150 Kilometer südlich von Murmansk gelegenen, bis $u einer Höhe von 1200 Metern ansteigenden Chibiny-Tundren finden sich große Lager von Apatit, aus dem der wichtige Kunstdünger Superphosphat gewonnen wird, und Nephelin, ein wich- tiger Rohstoff für die Aluminiumerzeugung. Hier entstand 1925 die Stadt Chrbinogorsk, die 1934 nach dem ermordeten Leningrader Parteichef Kirow in Kirowsk umbenannt wurde und heute schon 60000 Einwohner zählt. Westlich davon wurden Lager von Nickel- und Kupfererzen gefunden und ein riesiges Barackenlager, die „Stadt" Montschegorsk errichtet, die durch eine Zweigstrecke mit der Mur- man-Bahn verbunden wurde. Eisenerze fanden sich am Kowodo-See und bei Olenjegorsk unmittelbar an der Murman-Bahm An der wesüichsten Ausbuchtung des Weißen Meeres liegt Kandalakscha, eine Stadt von etwa 25 000 Einwohnern, von der eine Bahn bis an die sinnische Grenze führt, der ausschließlich strategische Bedeutung zukam, wie auch von dem oben schon genannten Hasen Poljarnoje an der Tyvä-Vucht zwei Stichbahnen direkt auf die finnische Grenze zufuhrten, die ausschließlich der Vorbereitung des Angriffs auf Finn, land im Winter 1939 dienten. Man wird sich noch erinnern, daß Finnland sich im Moskauer Friedens- diktat vom 12. März 1940 verpflichten mußte, seine eigene Bahnstrecke Tornea—Kemisäroi bis an die Sowjetgrenze zu verlängern, um über Kandalakscha Anschluß an die Murman-Bahn zu erhalten, womit den Sowjettruppen der Vorstoß zum Bottnischen Meerbusen und die schwedische Erzbahn nach Narvik freigegeben worden wäre. Große Teile der Mur- man-Vahn und ihrer Anschlußstrecken sind elektrifiziert worden, da die zahlreichen Strvmschnellen und Wasserfälle der Halbinsel Kola die Anlage großer Wasserkraftwerke begünstigte. Welchen strategischen Wert die Sowjets dieser Eismeer-Stellung beimaßen, erhellt auch aus dem Bau des Stalin-Kanals, der unter Benutzuna des Ladoga- und des Onega-Sees, die der in den finnischen Kampfberichten der letzten Monate oft genannte Swir verbindet, zum Weißen Meer führt und damit die Schiffahrt zwischen Ostsee und Eismeer ermöglicht. Freilich ist er wie auch das Weiße Meer fast ein halbes Jahr hindurch vereist und dann auch nur für Zerstörer, Torpedo- und U Boote passierbar. Der Bau des Stalin-Kanals wurde wie der Ausbau der Murman-Bahn lediglich mit Hilfe der Deportationen bewerkstelligt. Die GPU. stellte dem Jnnenkommissariat zu Zehntausenden kostenlos die Arbeitskräfte. Politisch Verdächtige und Bauern, die sich als Gegner der Kollektivierung der Land- Der Lleberfall auf Madagaskar. Von unserer Berliner Schriftleitung. Churchill hat, wie schon kurz gemeldet, am Donnerstag im Unterhaus über Madagaskar gesprochen. Er begann seine Erklärung mit den Worten: ,Hch glaube, das Haus dürfte den Wunsch haben, sofort die neuesten Nachrichten über Madagaskar zu erfahren." Schon diese Einleitung spricht Bände. Die Eilfertigkeit, mit der Churchill über den Fall Madagaskar schwatzt, ist höchst verdächtig. Das englische Volk hat immer wieder dringend verlangt, doch endlich einmal amtlich zu erklären, wie es $u der Katastrophe von Singapur hatte kommen können. Churchill hat den Bericht darüber aus fadenscheini- gen Gründen immer wieder hinausgeschoben. Auch Über Burma, über Corregidor oder gar'über den neuen gewaltigen Seesieg der Japaner im Korallenmeer, von dem die englische Oeffentlichkett Überhaupt noch nichts erfahren hat, wußte Churchill nichts zu erzählen, um so mehr über den Gangsterstreich britischer Streitkräfte gegen das französische Madagaskar. Man brauchte in England und in den USA. in höchster Verzweiflung über die ständigen Schlappen endlich einmal einen „Erfolg". Daher fiel man über Madagaskar her. Das geschah, wie Churchill vor dem Unterhaus jetzt ausdrücklich betonte, mit „sehr starken Verbänden aller Waffengattungen", nachdem sich „i>ie Vorbereitungen über die letzten drei Monate" erstreckt hatten. Seit drei Monaten beschäftigt man sich also in London und in Washington mit dem Plan, das französische Madagaskar zu überfallen. In der amtlichen Begründung zu dem Gangsterstreich hieß es, man sei in letzter Minute einem japanischen Angriff auf die Insel zuoorgekommen und habe Madagaskar nur vor den Japanern für die Franzosen in Schutz nehmen wollen. Kein Wort davon ist wahr, Churchills Bericht ist ein neuer Beweis für den Zynismus, mit dem man in London und Washington Monate lang Raubzüge gegen Englands ehemaligen Verbündeten vorbereitet, um sich für die ständigen Niederlagen schadlos zu halten. Mit welcher Brutalität man dabei vorgeht, hat der lieber» fall auf Madagaskar erneut gezeigt. In einem eben in Vichy eingegangenen Bericht des französischen Generalgouverneurs von Madagaskar heißt es über die Verteidigung von Diego-Suarez: „Am dritten Tage eines ungleichen Kampfes, in dem der Gegner über zahlreiche mächtige See- und Landstreitkräfte verfügt, wobei die letzteren mit Panzerwagen und Flugzeugen in beträchtlicher Anzahl versehen waren, die Diego-Suarez einer st ä n- öigen Bombardierung aussetzten, mußte die französische Verteidigung kapitulieren, nachdem sie das Land Stück für Stück verteidigt und den Feind vor den Toren von Diego-Suarez hingehalten hatte. Mit mächtigen Mitteln gelang es dem Feind sodann, unsere letzten Stellungen zu nehmen. Der Befehlshaber dieser Verteidigungstruppen wurde in der Nacht gleichzeitig mit dem Befehlshaber der Marine gefangengenommen. Der Widerstand an anderen Stellen der großen Insel wird über mit Entschlossenheit fortgesetzt werden. Das Mutterland hat damit einen Beweis der Treue und Einmütigkeit aller Franzosen Madagaskars." Angesichts dieses Berichtes wagt Churchill heuchlerisch zu versichern: „Wir sind betrübt, daß es zu Blutvergießen zwischen den Truppen unserer beiden Länder gekommen ist. Wir haben das Vertrauen, daß die französische Nation diesen Zwischenfall einmal als gerechtfertigten Schritt zur Befreiung Frankreichs, darunter auch Elsaß-Lothringens, 'vom deutschen Joch ansehen wird." Wie einen Köder warf Churchill das Wort Elsaß-Lothringen in die Debatte. Das ist der Gipfel der Scheinheiligkeit dieses Kriegsverbrechers, der Frankreich für plutokratische Interessen kaltschnäuzig verbluten ließ. Der „Evening Standard"" schreibt zu der Churchill-Rede, daß England nun nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen dürfe, sondern alles daransetzen müsse, um die ergriffene Beute gegen einen Zugriff der Japaner zu sichern. Und „Manchester Guardian" sagt, daß es sich bei dem Madagaskar-Unternehmen nicht um eine isolierte Aktion gehandelt habe, sondern daß es die erste Frucht der Londoner Konferenzen von Harry Hopkins und General Marshall darstelle. Darüber hinaus bilde Madagaskar auch den ersten Baustein in der Mauer, die die Alliierten um Japan ziehen würden, „bis die Zeit für eine Offensive reif" sei. Die vernichtenden Schläge, die die britisch-amerikanische Flotte soeben erst im australischen Korallenmeer von den Japanern einstecken mußte, sind freilich kein Anzeichen dafür, daß ,chie Zeit für eine Offensive reif ist". wirtschaft mißliebig gemacht hatten, wurden zwangs- verschickt und in riesigen Lagern im hohen Norden zusammengepfercht, eine gewaltige Arbeitsarmee, die für die Erschließung der Sowjetarktis eingesetzt wurde. Hinter dieser ,Kolonisierung", auf die sich die Sowjetpropaganda viel zugute tat, verbirgt sich eine der furchtbarsten Tragödien des Bolschewismus. Vor allem die Bauern, darunter viele Deutsche, die aus der Krim und der Ukraine, von der unteren Wolga und dem Kaukasus stammten, dort ihres Besitzes enteignet und in die arktische Tundra verbannt worden waren, sind zu vielen Tausenden das Opfer des Klimas und der selbst für Sowjetver- hältnisse hier nördlich des Polarkreises unvorstellbar primitiver Lebensverhältnisse geworden. Aber was von ihnen am Leben blieb, war immer noch ein Heer von Staatsleibeigenen, das in harter Fronarbeit die in Moskau ohne Rücksicht auf Lebensmöglichkeit oder Wirtschaftlichkeit ausgeklügelten Verkehrsprojekte und Jndustrieplanungen in der Arktts durchzufuhren hatte. Ein erschütterndes Bild dieser grauenhaften Methode entrollt das vor kurzem erschienene Buch eines Deutschen (Matthias Pfördtner: „Die russische Wanderung" im Karl - Rauch - Verlag, Dessau). Als Offizier des Weltkrieges und ein Mensch, der ganz in der hohen deutschen Kultur wurzelte, hatte er sich in dem Wirrwarr des Deutschlands der Nachkriegsjahre nicht zurechtgefunden und war ohne die üb Spannten Erwartungen und ideologischen Illusionen vieler feiner Schicksalsgenossen in Lenins „Paradies der Werktätigen und Freien" gekommen in der Hoffnung, hier die Lösung der Fragen zu finden, auf die es in dem damaligen Deutschland keine Antwort gab. Aber trotz allen ehrlichen und aufgeschlossenen Mühens um Verständnis der Leninschen Staatskonstruktion stürzt er von einer Enttäuschung in die andere. Er muß am eigenen Leibe die Erfahrung machen, daß man im Reiche Stalins auch für einen geistigen Menschen nur Verwendung hat als gehorsamen Fronsklaven, der keine eigene Meinung hat und gläubig anbetet, was die „Generallinie" vorschreibt. Unter den albernsten Vorwänden verhaftet, teilt er das Schicksal der vielen Tausenden politisch Verdächtiger, die monatelang durch die Gefängnisse der GPU. geschleppt werden, um bann, in die unwirtliche Tundra der Arktis verbannt, für die Verwirklichung der sowjetischen Kolonisierungspläne au fronen. Seine Aufzeichnungen über seine Erlebnisse zwischen polittschen Sträflingen und „um- gesiedelten" Dauern sind in ihrer ehrlichen Sachlichkeit ein erschütterndes Dokument für die verbrecherische Frivolität und den eisigen Zynismus, mit denen hier das Lebensglück von Millionen von Menschen von Fleisch und Blut mit Füßen getreten wird, um einer Hypothese willen, die dem imperialistischen Mackstrausch des Bolschewismus jedes Opfer zu bringen befiehlt. Murman-Bahn und Stalin-Kanal haben im Kriege nicht das gehalten, was man sich in Mos- kau von ihnen versprochen hatte. Beide liegen im Aktionsbereich der deutschen und finnischen Luftwaffe, und auch die Geleitzüge, die von England aus den sowjetischen Heeren die so dringend ge- wünschten Waffen zuführen sollen, sind trotz stärkster Sicherung durch britische Kriegsschiffe, wie die Wehrmachtberichte schon mehrmals gemeldet haben, selbst unter den schlecksten Witterungsverhältnissen des Eismeeres und der Barents-See ständig Angriffen deutscher Zerstörer, U-Boote und Bomber ausgesetzt. Sie können sich bei ihren Operationen auf die normegifrije Küste stützen, die den Weg von England nach Murmansk flankiert. Von dem norwegischen Kirkenes und dem finnischen Petsamo am Eismeer sind es kaum noch 150 bzw. 100 Kilometer bis zu den Sowjet-Eismeerhäfen. So ist dieser kürzeste Weg, auf dem England seinem Sowjet-Verbündeten Hilfe bringen könnte, nach der er so sehnsüchtig ausschaut, mit dem Forischreiten des Frühjahrs immer stärker unter deutscher Kontrolle. Wie die Gebirgsjäger General Dietts. die hier zusammen mit den Finnen Marschall Man- nerheims am äußersten linken Flügel der gewaltigen Ostftont den bolschewistischen Heeren den Vormarsch über Finnland zum Atlantik verwehren, so stehen Marin« und Luftwaffe hier im hohen Norden auf Wache, um Briten und Sowjets nicht zueinander zu lassen. Dr. Fr. W. Lange. Weitere japanische Erfolge. Bisher 89 Flugzeuge abgeschossen. Tokio, 9.Mai. (DJIB. Funkspruch.) Das kaiserliche Hauptquartier gab am Samstag weitere Ergebnisse bekannt: Ein feindlicher Kreuzer, dessen Typ und Hamen unbekannt ist, wurde durch Torpedoflugzeuge, die sich in Selbstvernichtung auf das feindliche Schiff stürzten, schwer beschädigt. Ein feindlicher Zerstörer wurde versenkt. Seit dem 7.IHai wurden 89 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Die japanische Marine verlor einen kleinen hilfsflugzeug- trager, der aus einem früheren Tankschiff in einen Flugzeugträger umgebaut worden war; außerdem kehrten 31 japanische Maschinen bisher nicht zurück. Tokio feiert den Sieg. Tokio, 8. Mai. (Europapreß.) Der neue Schlag der japanischen See- und Luftstreitkräfte gegen eine an Umfang überlegene Kriegsflotte der Briten und Nordamerikaner im Korallenmeer bei Neu-Guinea hat die Bevölkerung von Tokio in unbeschreibliche Begeisterung versetzt. Menschenmassen vor den Gebäuden der großen Zeitungen begrüßten die Siegesmeldungen mit brausenden Banzai-Rufen. Sehr bemerkt wird in der japanischen Öffentlichkeit, daß der Seesieg genau fünf Monate nach dem Eintritt Japans in den Krieg gefeiert werden kann. Man stellt mit großer Genugtuung fest, daß die Flugzeuge, die am 8. April von dem nun versenkten Flugzeugträger des,„Saratoga"-Typs aufgeftiegen waren, um Bomben auf japanische Städte zu werfen, vernichtet worden sind. Die Tokioter Zeitungen stellen übereinstimmend die kampfmäßige Unterlegenheit der ziffernmäßig größeren englisch-nordamerikanischen Kriegsflotte fest. „Der Zeitpunkt ist nahe", schreibt ,^Hochi", „wo es weder im Pazifik noch im Atlanttk eine den Ach- scnstreitkräften überlegene anglo-amerikanische Flotte geben wird." Die Zeitung „Nichi Nichi" teilt mit, die Anwesenbett starker feindlicher Flotteneinheiten im Südpazifik sei bereits seit Tagen bekannt gewesen. Die feindlichen Schlachtschiffe und Flug,zeug- träger seien von Aufklärungsflugzeugen der japa- nischen Marine zuerst am 3. Mai entdeckt worden. Der Angriff auf den Feind wurde am 6. Mai von japanischen Flugzeugen und Kriegsschiffen gemeinsam eröffnet. Es wird angenommen, daß einige der schwer beschädigten feindlichen Schiffe inzwischen gleichfalls gesunken sind. „Mit diesem Sieg", so schließt das Blatt, „sind die im Sudpazifik stationierten anglo-amerikanischen und australischen Marinestreitkräfte praktisch vernichtet. Amerika, das jetzt nur noch drei Schlachtschiffe und drei Flugzeug- träger besitzt, hat nunmehr seine Offensiv» möglichkeiten gegen Dftafien verloren. Damit aber ist Australien isoliert. Zweifellos wird sich dieser Erfolg auch von größter B^deutuna für die Entwicklung im Indischen Ozean und in Indien selbst erweisen." Japaner schon tief im Operationsgebiet Tschnngkinqs. Tokio, 8. Mai. (Europapreß.) Die Burmastraße ist auf burmanischem Gebiet vollständig in japanischer Hand. Die Endstation der die Burmastraße bedienenden Bahn, L a s ch i o , ist bereits am 29. April besetzt worden. Daß Laschio schon vor dem Fall von Mandalay den Japanern in die Hände fiel, ist vielleicht ein Grund für die Zurückhaltung, die das japanische Oberkommando vor der Bekanntgabe des Vormarsches bewahrte. Gleichzeitig wird bekanntgegeben, daß B h a m o , etwa 150 Kilometer nördlich von Laschio, am 3. Mai besetzt wurde, und daß die japanischen Truppen in überraschend schnellem Tempo weiterstoßend, am 5. Mai Lungling besetzten, das etwa 150 Kilometer ostwärts bereits auf chinesischem Boden liegt. Damit ist der japanische Angriff schon tief in die Operationsbasis der Tschungking-Armee hineingettagen und bedroht jetzt den als Ausgangspunkt der Fluglinie nach Indien wichtigen chinesischen Flughafen Pungtschang (Paoschan). Durch das japanische Vordringen sind auch die britisch-chinesischen Pläne, durch Nordburma über den Endpunkt der nordburmanischen Eisen» Dor zwei Fahren. Die Forderung Stalins nach einer zweiten Front im Westen ist das Tagesgespräch in der feindlichen Presse, ist die Ursache der Angstträume Churchills und der Verzweiflung Roosevelts. Diese zweite Front hat bereits bestanden, sie war seit Jahren geplant und in ■ allen Einzelheiten vorbereitet. An dieser ersehnten und gewollten Front im Westen scheiterten alle Verständigungs-, Nichtangriffs- und Abrüstungsbemühungen des Führers. Die „internationale Clique jüdisch-plutokratischer und jüdisch» bolschewistischer Welteroberer wollte von hier auS Europa aufrollen, Deutschland vernichten und ihren Traum von der Beherrschung der Welt verwirk- lichen. Das war nicht Phantasie, das waren sehr betau» lierte Pläne, die sich auf starke Heere, moderne Waffen und geheime Bündnisverträge stützten. In Deutschland wußte man seit Jahren, daß nicht nur zwischen Paris und London laufend darüber verhandelt worden war, sondern daß auch Brüssel uni) Haag in diese Pläne eingeroeifjt und einbezogen waren. Danzig war lediglich das Fünkchen, das diesen Plan entzünden sollte. Polen der Degen, den man auf Deutschlands Herz richten ließ. Es war Tarnung, hinter der sich im Westen der Aufmarsch gegen Deutschland vollziehen sollte. Am 9. Mai 1940 ließ die Reichsregierung der belgischen und der niederländischen Regierung ein Memorandum überreichen, in welchem an Hand von dokumentarischen Unterlagen festgestellt wird: „Wie der Reichsregierung seit langem bekannt ist, ist das wahre Ziel Englands und Frankreichs: der sorgsam vorbereitete und nunmehr unmittelbar bevorstehende Angriff gegen Deutschland im Westen, um über belgisches und niederländisches Gebiet nach dem Ruhrgebiet vorzustoßen." Am 10. Mai 1940 in grauer Morgenfrühe überschritten die deutschen Truppen die Grenze in breiter Front, um die Neu» tralität Belgiens und der Niederlande mit allen militärischen Machtmitteln des Reiches sicherzustel» len. In seinem Aufruf an die Soldaten der Westfront vom 10. Mai sagte der Führer u. a.: „Der heute beginnende Kamps enffcheidet das Schicksal der deutschen Nation für die nächsten tausend Jahre." Der Ablauf dieses Feldzuges im Westen ist geschichtlich einmalig, sowohl. in feiner operativen Planung und Führung, wie in dem heldenmütigen soldatischen Einsatz, der vollendeten Beherrschung und Zusammenarbeit aller Waffen. Der frontale Angriff mit westlicher Stoßrichtung, die plötzliche Linksschwenkung des linken Angriffsflügels mit Drehpunkt bei Sedan, der Vorstoß aus der Mitts über Arras, Amiens und Abbeville bis zur Kanal» käste leitete den ersten Teil dieses Feldzuges ein und beendete ihn in der großen Flandernschlacht mit der Vernichtung der französisch-britischen Haupt- armeen. Schon vorher hatten die holländische und belgische Armee kapituliert. Der zweite Teil dieses Feldzuges begann am 5. Juni mit der großen Somme-Schlacht, der Zer- brechung der Weygand-Linie und führte durch die völlige Zerschlagung der französischen Westarmee ihre Verfolgung über Paris hinaus durch die Nor- mandie und Bretagne bis Bordeaux zu dem Was» fenstillstandsersuchen Pötains am 21. Juni. Die gleichzeitige Ueberremrung der Maginotlinie an den verschiedensten Stellen durch frontalen Angriff und die Einschließung der französischen Ostarmee in den Vogesen bestätigten die völlige Auflösung der fron» zösischen Wehrmacht unter den vernichtenden Schlägen der deutschen Waffen. In 40 Kampftagen zer» brach vor zwei Jahren die „zweite Front", nach der Stalin heute verzweifelt schreit. bahn, Myitkyina, eine Ersatzverbindung für die Burmastraße zu schaffen, vereitelt worden. Die tschungking-chinesischen Streitkräfte in Burma sind durch den japanischen Vorstoß längs der Burmastraße in zwei Gruppen aufgeteilt. Der Tschungkinger Militärsprecher gab zu, die erste Gruppe sei noch in Burma mit der Ausgabe betraut, die rückwärtigen Verbindungen der japanischen Truppen zu stören, was jedoch sehr schwierig sei angesichts der feindlichen Haltung der Burmesen. Die zweite Gruppe, die auf chinesisches Gebiet zurückgedrängt wurde, kämpfe in der Provinz Pünnan gegen dort vorrückende japanische Streitkräfte. Die japanischen Truppen, die Mandalay erobert hätten, hätten die englischen Truppen bis über 9)eu hinaus etwa 120 Kilometer nord» westlich von Mandalay zurückgeschlagen. Myitkyina von den Japanern besetzt. Tokio, 9. THal (DUB.-Funkfpruch.) Wie Dornet aus Burma berichtet, besetzten die nach Norden vorrückenden japanischen Streitkräfte am Freitag die wichtigste Stadt Trordburmas, M y i l k y t n a, ohne Blutvergießen. Myitkyina liegt am Oberlauf des Irawadl, rund 250 Kilometer von der nördlichen Grenze Burmas entfernt. Die Stadt ist Endstation der von Mandalay nach Norden führenden Eifenbahnsirecke. Oie Lleberlegenheit der japanischen Luftwaffe. Tokio, 8. Mai. (DNB.) „Einer der Hauptgründe für den Zusammenbruch unseres Widerstandes war die Tatsache, daß die Japaner schon sehr bald die völlige Luftherrschaft gewannen", erklärte der bisherige Oberbefehlshaber der USA.- Streitkräfte auf den Philivpinen, Generalleutnant W a i n w r i g h t, einem Kriegsberichter der Zeitung „Jorniuri Schirnbun" in den unterirdischen Festungsanlagen des Malinta-Hügels der Jnsel- fcftung Corregidor. „Vor mir", fo schildert der Kriegsberichter, „steht ein Mann, völlig erschöpft, mit melancholischen Gesichtszügen und silberweißen Haaren. Obwohl er mir erzählt, daß er 60 Jahre alt ist, hat man den Eindruck, eines Greises von roeit über 70 Jahren." „Wir sind geschlagen worden", so erklärte Wainwright, „Sie werden verstehen, daß ein geschlagener General nicht sprechen möchte. Wir rechneten nicht mit diesem Ende, das vor, allem darauf zurückzufübren ist, daß Ihre Luftwaffe so schnell die völlige lleberlegenheit gewann." Oie Wahlniederlagen der britischen Regierung. Lissabon, 8. Mai. (LNB.-Funkspruch.) In der englischen Oeffentlichteit werden die Niederlagen, die die britische Regierung bei den verschiedenen Unt"r- hausnachwahlen in der letzten Zeit erlitt, lebhaft diskutiert. Im „News Chronicle" erklärte Mrs. Cor» bett Ashdy, die Vorsitzende verschiedener einflußreicher Frauenorganisationen: „Derartige Nachwahlen fügen dem Lande einen ganz unberechenbaren Schaden zu." Andere Zeitungen, vor allem die „Times", warnen die alten Parteiorganifattonen davor, den Burgfrieden dazu zu benutzen, reiche Leute oder deutsche und fln- zer- den Aus dem Reich b a ch e r übernommen hat, hielt eine Tagung des bei der Befchie- mehrere größere Bezug für Haustrinkkuren durch: Jean Weisel,Gießen,Sonnenstr. 6, Tel.3888 sowie durch alle Apoth. u. Drog. 26 drei feindliche Kräfte in umfassenden Angriffen schlagen. 3n Luftkämpfen wurden im Osten feindliche Flugzeuge abgeschossen, weitere am Boden zerstört. 3n Leningrad entstanden feung kriegswichtiger Anlagen Brände. 3n Lappland vernichteten nifche Truppen in mehrtägigen erbitterten Kämpfen eine im Verlaufe der gemeldeten Gegenangriffe eingeschlossene Kräftegruppe des Feindes. Dabei verlor der Gegner außer zahlreichen Gefangenen über 1400 Tote und Kriegsgeräte aller Art. An der Bl u r m a n f r o n t wurden weitere deren Söhne auf bequeme Art ins Parlament zu bringen. Die Wählerschaft habe diese Taktik durchschaut und lehne sich in steigendem Maße dagegen auf. den stellvertretenden Gauleiter Staatsrat Görlitzer Beirats ab, auf der der Gauleiter erklärte, daß ihrer Bestimmung übergeben worden. In Dertre-' der Lons-Preis, der alljährlich m Hohe von 5000 Der Wehrmachtbericht. D)lB. Aus dem Führerhauptquartier, S. Blai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Donezgebiet, südostwärts des Ilmensees und an der W o l ch o w f r o n t wurden örtliche Angriffe stärkerer feindlicher Kräfte abgewiesen. Dabei verlor der Gegner elf Panzer. in verschiedenen Angriffen ein Ende bereitet. Ein deutsches Unterseebot hotte zwei Torpedotreffer erzielt, konnte jedoch bei der hohen See und dem und sozialen Denkens. In der Kriegserklärung des Reiches an die Bereinigten Staaten von Amerika hat der Führer in der Bestimmung zweier Lebenshaltungen die Gegensätze gezeigt, die heute die Alliierten und die Dreiermächte um Welten trennen. Indem nun dieser Weltkrieg die wahren Fronten der politischen und sozialen Neuordnung in sich ausgenommen und ihre Träger zu den Vertretern eines a b s i n k e n - den Finanzimperialismus auf der einen und einer sozialen Völkergerechtigkeit auf der anderen Seite gemacht hat, ist er ein Weltkrieg im totalsten Sinne, ein Kampf um das Weltbild der Zukunft politisch, kulturell und sozial. In diesem Sinne ist er bestimmend nicht nur für die Beteiligten, sondern für die gesamte Menschheit, er ist universal und in der Härte des Zieles unausweichbar geworden. Es ist stets ein Zeichen untergehender Epochen und ihrer machtsetzenden Träger gewesen, daß sie der Kraft revolutionärer Ideen die reaktionäre Beharrung und letzte Gewaltenifaltung möglicher Art entgegensetzen, ja selbst geistig auf die Mittel des Emporstrebenden zurückgreifen. Dieser Tatbestand zeichnet sich heute in den Versuchen der politischen Führung Washingtons, Londons und Moskaus ab, bei den ersteren sozial, bei dem letzteren national, noch einmal missionarisch zukunftsbestimmende Vollmachten zu erhalten. Die Furcht vor der geistigen Ansteckung läßt selbst die letzten Mittel zu. Dem gegenüber steht heute in Europa und Ostasien der politische und soziale Gleichklang der Kräfte, das verbindende revolutionäre Bewußtsein, zur Neuordnung der Welt berufen zu sein und int Kampf das Weltbild einer neuen Epoche über den Gegner hinweg durchzusetzeä. Die Ausstellung im Berliner Lustgarten „Das Sowjetparadies" ist am Freitagabend mit einer Kundgebung des Gaues Berlin der NSDAP, durch Niere und Blase Schriften durch die Kurverwaltung Bad Wildungen führen. Indem aber nun kulturelles, wirtschaftliches und politisches Selbständigkeitsbestreben die weißrassigen Gebiete europäischer Zivilisation — wie die USA. und die britischen Dominions — ebenso erfassen wie die Mischnationen von Eingeborenen und Europäern Südamerikas oder das von der europäischen Kolonisation überhaupt nicht erfaßte Japan und Teile Chinas, wird der Druck auf die planetarische Vorherrschaft der europäischen Großmächte unausweichlich bis zur Niederlage der Nachkriegsjahre. Der erste Weltkrieg hat daher als sichtbare Ergebnisse: 1. die weitere Niederhaltung der europäischen Mitte nach dem System von 1648 unter Verzicht auf eine europäische Einigung: 2. den Verlust der europäischen Vorherrschaft in der Welt: 3. den Aufstieg außereuropäischer Großmächte mit dem Anbruch eines ausgeprägten weltpolitischen Krästespiels. Für die weitere Entwicklung der Weltkonstellation war nun entscheidend, daß die Friedensschlüsse von 1919/ weder Sieger noch Besiegte gebracht habendes blieben Waffenstillstände für die geistige, politische und militärische Aufrüstung zum zweiten Weltkriege. Die europäischen Machtverhältnisse waren bereits im Ursprung der Pariser Dorortverträge zur weiteren Destruktion bestimmt und haben sich demgemäß nicht in der Richtung einer Neuordnung Europas ausgewirkt. Weltpolitik, Weltwirtschaft und Weltzivilisation im überkommenen Sinne lagen stärker am Boden als vor 1914. In den 20 Jahren nach dem Kriege ist als geschichtlich nachwirkende Folgeerscheinung bei den besiegten, betrogenen und niedergehaltenen Völkern ein allgemeines Bewußtsein wachgeworden: Die Fronten des Weltkrieges waren verkehrt, ihre Partner falsch gewählt gewesen, der Krieg wurde nur mit anderen Mitteln fortgesetzt. Der erste Weltkrieg steht aber nicht nur In machtpolitischer, sondern auch in gesellstchaft- lich- sozialer Hinsicht mit dem Ausklang einer alten und dem Beginn einer neuen Epoche in Verbindung. Wie die mittelalterlichen politischen 3m Küstengebiet der 3nsel Malta wurden Schiffsziele, Flaksiellungen und Detriebsstofflager erfolgreich bombardiert. Nachtangriffe deutscher Kampfflugzeuge richteten sich gegen Flugplätze auf Malta und gegen Nachschubverbindungen der Briten in Nordafrika. 3m Kampf gegen Großbritannien belegte die deutsche Luftwaffe bei Tag und Nacht kriegswichtige Ziele an der britischen Kanalküste sowie an der Themfemündung mit Bomben. Bei erfolglosen Angriffsversuchen britischer Bomber in der vergangenen Nacht gegen das dänische Küstengebiet verlor der Feind vier Flugzeuge. Die Versenkung der „Edinburgh". tung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, hielt Staatssekretär (Sutterer eine Ansprache. Der Rektor der Universität Rostock, Professor Dr. Steurer, gibt bekannt: Der Unterrichtsbetrieb an der Universität Rostock wird am Freitag, 8. Mai 1942, in vollem Umfang wieder ausgenommen. Unterbringung ist gewährleistet. Aus aller Meli. 50 3ahre Kyffhäuser-Denkmal. Am 10. Mai 1892, vor 50 Jahren, fand die Grundsteinlegung des Kyffhäuser-Denkmals statt. Der Reichskriegerführer weist darauf hin, daß dieser Tag eine wichtige Etappe des großen Soldatenbundes bilde. Der Kyffhäusergedanke war gleichzusetzen dem Reichsgedanken, für den sich die durch die Kriegskameradschaft von 1870 verbundenen Soldaten aller deutschen Stämme einsetzten. Soldaten aus dem ganzen Reich trugen zum Bau dieses Denkmals als Symbol geeinten SoDaten- tums bei. Todesstrafe für einen betrügerischen Grußbesleller. Hans Schuppenhauer aus Lübeck, dessen Strafte- gister zahlreiche schwere Vorstrafen wegen Diebstahls, schwerer Urkundenfälschung, Zuhälterei und Rückfallbetruges aufweist, begann im Februar 1941, nachdem er aus der letzten Strafhaft entlassen war, bald wieder mit ^Betrügereien. Nachdem er^ die Anschriften von Frauen, deren Männer oder Söhne im Felde standen, ausfindig gemacht hatte, besuchte er sie, gab sich als Unteroffizier aus und bestellte Grüße von den draußen stehenden Soldaten. Er erzählte dann, er fahre an die Front zurück und erklärte sich gern bereit, für den Mann oder Sohn ein Paket ober sonst etwas mitzunehmen. Ihm kam es besonders auf Geld und Lebensmittel an. Beides erhielt er in beträchtlichem Maße. In Köln wurde Schuppenhauer schließlich fesigenommen. Das Sondergericht Kiel verurteilte ihn als Dolksschädling und ge- fährlichen Gewohnheitsverbrecher zum Tode. Dem Andenken von Hermann Löns. Die Hermann » Löns - Gesellschaft in Hannover, deren Vorsitz Gauleiter Lauter- Die englische Kriegsmarine hat auch von deutschen Unterseebooten und Ueberwasserstreitkräs- ten einen schweren Schlag einstecken müssen. Wie man in London jetzt selbst zugeben mußte, ist dabei der englische Kreuzer „Edinburg h", einer der modernsten 10 000-Tonnen-Kreuzer der britischen Flotte, auf der Strecke geblieben. In einem geradezu idealen Zusammenarbeiten haben unsere U-Boote und Ueberwasserstreitkräfte diesem Kreuzer Nach einem Ablauf von rund 25 Jahren haben sich die unausgeglichenen Kräfte der Welt erneut in Bewegung gesetzt. Es hieße, ein Gesetz des 20. Jahrhunderts verkennen, wollte man den ersten und zweiten Weltkrieg nur chronologisch in Verbindung setzen und die Vielheit jener ursprünglich gegebenen Sachverhalte, Umlagerungen und natürlichen Gä- nmgen unterwerten, die historisch den zweiten zur Fortsetzung des ersten bestimmen. Diese Kontinuität des geschichtlichen Verlaufes zwischen zwei Kriegen stellt die jüngste Vergangenheit, Gegenwart wie nächste Zukunft erst unter ein einheitliches Zeichen: Die Weltkriege als Wende der Weltpolitik. Dem Zeitalter eigenständiger Europapolitik war die weltpolitische Entwicklung gefolgt, die, beginnend mit den Entdeckungsfahrten der Neuzeit und dem Ausgriff der aufstrebenden Seemächte, zur ersten Kolonisationsepoche führte. In den Jahrhunderten der inner- und außereuropäischen Auseinandersetzungen der kontinentalen Großmächte bis zu dem Hochimperialismus des 19. Jahrhunderts wird zwar die Vorherrschaft der weißen Rasse planetarisch ausgebildet. Die Wandlung eines ausschließlich europäisch bestimmten Weltbildes ist in dem kraftvoll bestimmten und ausgreifend europäischen Jahrhundert des Imperialismus noch verdeckt und in gewissem Sinne nur hinter den weltpolitischen Kulissen festzustellen, gewinnt jedoch eine offene Seite mit dem Ausbruch des Krieges 1914, als der Entente die Machtkonstellatton und Rohstoffreserven Europas njcht mehr auszureichen erscheinen, um den Entscheidungskampf gegen die bedrohlich stark gewordene europäische Mitte allein zu führen. Außereuropäische weiße, mischfarbige und farbige Hilfstruppen werden auf dem Mutterkontinent eingesetzt, fremdkontinentale Wirtschaftsmittel heran- gezogen und pankonttnentale Ideen ergriffen, um mit der Abwürgung der Mittelmächte eigene Ab- hängigkeit und europäische Ohnmacht heranfzu- Oer Weltkrieg des 20. Jahrhunderts Von Professor Dr. F. A. Six, Dekan der auslandswissenschaftlichen Fakultät der Universität Berlrn. Sauarbeitstagung des Führerkorps der Partei. NSG. Auf der monatlichen Arbeitstagung der Gauamtsleiter, Kreisleiter und Führer der Gliederungen und angeschlossenen Verbände der Partei behandelte Gauleiter und Reichsstatchalter Sprenger die Einschaltung der Parteidienststellen auf dem Gebiete des Arbeitseinsatzes. Nach einer Darstellung der kriegsentschei- denden Bedeutung dieses Aufgabengebietes verpflichtete der Gauleiter die Kreisleiter zur sorgfältigen Beobachtung der zur Durchführung gelangenden Maßnahmen. Einen breiten Raum der Rede nahmen alsdann aktuelle Fragen der Volksführung des Aufgabengebietes der Partei ein. Der (Bauleiter gab dabei dem Führerkorps Weisungen für die gerechte Behandlung kriegsbedingter Fragen des Volkslebens. Kleine politische Nachrichten. Der italienische Wehrmachtbericht vom Freitag meldet von der Cyrenaika-Front keine Ereignisse von Bedeutung, da die Tätigkeit der Aufklärungseinheiten infolge der ungünstigen Witterungsbedingungen auch weiterhin beschränkt war. Verfügung stellen. Dreißig neue Gaudiplome. Gauleiter Sprenger zeichnet rhein-mainische Betriebe aus. NSG. In einer kurzen Feierstunde im Adols- Hitler-Haus zu Frankfurt überreichte Gauleiter und Reichsstattbalter Sprenger 30 Betrieben des Gaues Hessen-Nassau das Gaudiplom für hervorragende Leistungen. Der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Gauamtsleiter 6 'm1?6- dem Gauleiter die Betriebsfuhrer und Detnebs- obmänner der als nationalsozialistische Musterbe triebe ausgezeichneten und der für die Verleihung des Gaudiploms vorgesehenen Betriebe. Er konnte weiter berichten, daß 15 Leistungsabzeichen an rbein-mainische Betriebe verliehen würben. (Bauleiter Sprenger behanbelte dann die Gestaltung unserer Kriegswirtschaft, als beren beibe Haupt- saktoren er Rüstung und Ernährung nannte. Der (Bauleiter zeigte die große Lime der Steuerung der Wirtschaft, die davon bestimmt ist, daß dieser Krieg nicht ei» Krieg um ein Gtud Sani onbcrn ein Entscheidungskrieg um S-m oder Nichtsein ift. Dabei tämpft jeder für sich, der Wehrfähige an.der Front und alle anderen an ihrem Arbeit-platz. Das letzte Ziel der liberalistischen Kräfte ist die schmarotzerhafte Ausnutzung der schöpferischen deut- schen Leistung. Daraus ergibt sich auch sur uns Die Notwendigkeit, den Krieg bis zu unserem Sieg zu Ende zu führen. Unterliegen wurde bedeuten, daß (Mniptfdjriftleitet: Tr. Friedrich Wilhelm Lange. Ttellvertteter bei HauptichrisUeilers: Ernst Äumichcin. Verantwortlich für Polltil und Bilder Tr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Tr. Hans Tburrot; ,ür Ltad, Gienen, Provini. Wirr ctiaft und Svort: Ernst B:umichein. Truä uno Verlaß: Brühl,che Univerntätsdruktere' R. Lange ft. G. Berlagsleiter i Tr.-Zna Erich Hamann: Anzeigenleiler: Hans Beck. AnzeigenpreiSIiste Nr. 6. Ungarn hat am 2. Mai mit Brasilien, Uruguay und Paraguay die diplomatischen Beziehungen abgebrochen als Ausdruck der Solidarität zu den Unterzeichnerstaaten des Dreimächtepaktes. Brasilien hat die Vertretung feiner Interessen m Ungarn der portugiesischen Regierung übertragen. Die unga« rischen Interessen in Brasilien werden von Schwe- den wahrgenommen. Der Botschafter Paraguays in Washington teilte seiner Regierung mit, daß die Vereinigten Staaten sich bereiterklärten, Paraguay eine Anleihe von vier Millionen Dollar zu gewähren, ferner berichtete der Botschafter, daß demnächst die erste über den Pacht- und Leihvertrag erworbene Waffensendung nach Paraguay verschiff) werde. Kompromißlose Preispolitik. Preiskommissar Dr.Fischboeck in Hamburg Auf Einladung des Reichsstatthalters sprach der Reichskommissar für die Preisbildung, Staatssekretär Dr. Fijchboeck, in Hamburg über aktuelle Fragen der Peispolittk. Er wies darauf hin, daß die Gewinnabführungsverordnung, auf Grund deren gewisse besonders weitgehende Uebergyoinne steuerlich erfaßt werden, die Wirtschaft kemeswegs von der Verpflichtung entbinde, die Preise enffprechend den Grundsätzen der Kriegswirtschaftsoerordnung zu bilden und ihre Gewinne von sich aus den durch den Krieg gebotenen Notwendigkeiten anzupassen. Das kompromißlose Festhalten am gegenwärtigen Preisstand treffe besonders die Land- und Forstwirtschaft, schon aus diesem Grunde seien nachhaltige Gewinnbeschränkungen auch bei den übrigen Zweigen der Wirtschaft erforderlich, insbesondere bei einigen Zweigen der verarbeitenden Industrie Uni) der Bau wirt schäft. Es gehe auch nicht an, das normale Risiko, das mit jeder unternehmerischen Betätigung verbunden ist, dadurch auszuschalten, daß überall dort, wo durch kriegsbed'ingte Notwendigkeiten Gewinnschmälerungen oder selbst Verluste eintreten, sofort staalliche Eingriffe zur Wiederherstellung der Unternehmerrente verlangt werden. Unternehmerkapital müsse auch bereit sein, Verluste zu tragen. Dann wies der Redner auf die unbedingt notwendige Gleichberechtigung des Sparkapitals mit dem Sachkapital hin, um das in die Zusagen der Staatsführung bekundete Vertrauen der bretten Masse der Sparer nicht zu enttäuschen. Es mußten daher Maßnahmen ergriffen werben, die verhindern, daß Sachwertbesitzer besser abschneiden als Sparer, die ihr Kapital direkt oder indirekt dem Reich zur Ordnungen durch die machtpolitisch bedingten Staatensysteme abgelöst worden waren, so die überkommene feudale Gesellschaftsordnung durch em neues Mensch-Staat-Derhältnis und die alte naturale Wirtschaftsordnung durch den an- setzenden F r ü h k a p i t a l i s m u s. Der Gleich- klang politischer, wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung, der sich im Zeitalter des demokratischen Liberalismus als politischer, kultureller und wirb schaftlicher zusammenfassen läßt, hat im ersten Weltkrieg 1914—1918 bei uns die erste Gegenfront einer neuen Bewußtseinseinheit gefunden. Es ist in den Kriegsthesen der Alliierten und westlichen Demokratien ausreichend zum Ausdruck gekommen und durch die Nachkriegszeit bis zur jüngsten Gegenwart durch Reden, Programme und Akte genügend belegt, daß sich die Vorstellung einer sozialen Dölkerkluft erhoben hat, die über die propagandistische Publizistik hinweg, seit der Unter- Hausrede des Sir Samuel Hoare 1935 die Formel der „Haves" und „Havenots" erhielt. .Auch insoweit ist der zweite Weltkrieg Fortsetzung des ersten, als das damalige Gegenwartsproblem mit veränderten Fronten sich zum Zukunftsproblem erhoben hat. Denn seit der Beendi- aung der Kriegsereignisse 1918 haben auf italienischer Seite Mussolini, Grandi und andere die Notwendigkeit eines engen Zusammenschlusses der „proletarischen Nottonen" Italien und Deutschland gefordert, hat Japan die Beziehungen zur europäischen Mitte als das Probletn eines weltpolitt- schen Ausgleichs auch wirtschaftlich-sozialer Natur vorausgesehen. Diese interkontinentalen Schichtlinien sind also nicht nur politisch, sondern ebenso stark geisttg-sozial ausgeprägt, indem sie von vornherein eine umwälzende Tendenz, die einer neuen Weltordnung in sich tragen. Diese Entwicklungstendenz, die zum Gesetz einer neuen politischen Epoche führt, beinhaltet aber ebenso den geistigen Umwandlungsprozeß in- Richtung auf eine soziale Völkerumschichtung wie die Auflösung des internationalen Finanzimperialismus, d. h. die nach historischen, polnischen und völkischen Gesetzen sich durchsetzende politische^ Neuordnung des Weltbildes wird gleichermaßen getragen von der unaufhaltsamen Idee eines völkerumschließenden politischen RM. an diejenigen vergeben wirb, die sich im Sinne des Dichters schriftstellerisch oder journalistisch besonders ausgezeichnet hätten, erstmals 1942 verliehen wird. Zu einer Gedenkstätte, dem Lönshof, werde ein Heidegehöft im Kreis Fallingsbostel eingerichtet werden. Dort solle der jeweilige Träger des Lönspreises eine Heimstätte zu ruhiger Arbeit finden. Kunst und Wissenschaft. 3um 60. Geburtstag von 3oseph Marx. Am 11. Mai vollendet Joseph Marx sein 60. Lebensjahr. Das rege Musikleben seiner Vaterstadt Graz förderte die früh offenbar werdende schöpferische Begabung des Künstlers. Nach frühen Erfolgen mit Liedwerken kam der Künstler 1914 als Theorielehrer an die Wiener Musikakademie. lieber 200 Klavierlieder und etliche orchesterbegleitete Gesänge, wie der Naturzyklus „Das verklärte Jahr", trugen seinen Ruhm weit über die Grenzen seiner engeren Heimat hinaus. Seine Kammermusik wird gerne gespielt. Eine Klavierfantasie mit Orchester „Castelli romani", das Romantische Klavierkonzert", weiter die „Herbstsymphonie", eine dreiteilige Natursuite (Symphonische Nachtmusik, Idylle, Frühlingsmusik), die „Nordlandsrhapsodie", die jüngst unausgeführten „Altwiener Serenaden" zeugen von dem Einfallsreichtum, der Klangphantasie und dem technischen Können des Tondichters, dessen Werk in immer neuen Spiegelungen künstlerischen Erlebens das unerschöpfliche Thema „Natur und Landschaft" ab wandelt. Roland Tenschert (Eine neue Filmrolle für Hans Moser. In Geiselgasteig wurden die Aufnahmen für den Hans-H.-Zerlett-Film der Bavaria „Einmal der liebe Herrgott sein" beendet. Unter der Spielleitung von Zerlett sind Hans Moser, Irene von Meyendorff, Margit Symo, Fritz Odemar, Ruth Eweler und andere in den Hauptrollen tätig. Der Film, der Hans Moser in der Rolle eines kleinen Hotelangestellten zeigt, befindet sich im Schnitt. der Vernichtungssturm über Deutschland Hinweg- Anschließend verlieh der Gauleiter die Gaudiplome an zwei Betriebe der Fachabteilung „Nahrung und Genuß", an einen Teilbetrieb, an zwei Betriebe der Fachabteilung „Bekleidung und Leder", an drei Wald- und Holzbetriebe, an vier Eisen- und Metallbetriebe, an fünf chemische Betriebe, an vier öffentliche Betriebe (Energie, Verkehr, Verwalttmg), an einen landwirtschaftlichen Betrieb, an drei Betriebe des Bergbaues und der Fachabteilung „Steine und Erden", an vier Handelsbetriebe und an einen Handwerksbetrieb. Nach Kreisen gesehen ergibt sich folgende Verteilung: Wiesbaden 6, Offenbach 5, Darmstadt 4, Mainz und Groß-Frankfurt je 3, Un- terwesterroald 2 und Bingen, Alsfeld-Lauterbach, Wetzlar, Odenwald, Dillenburg, Alzey und Groß- Gerau je 1 Gaudiplom. schlechten Wetter, das um diese Jahreszeit im Nördlichen Eismeer vorherfcht, keinen sicheren Erfolg beobachten. Es wurden daher gegen den Kreuzer und die ihn sichernden Zerstörer deutsche Zerstörer angesetzt, die bereits den britischen, für Murmansk bestimmten Geleitzug mit großem Erfolg angegriffen hatten. Die Zerstörer suchten den von dem deutschen U-Bvot gemeldeten Standort des beschädigten Kreuzers auf, beschädigten in kühnem Tagestorpedoangriff zwei feindliche Zerstörer und gaben trotz heftiger Abwehr durch die fdyroere Artillerie des Kreuzers der „Edinburgh" den Fangschuß. Bezeichnenderweise hat auch diesmal Churchill den Versuch' gemacht, diesen Verlust zu verschweigen, schließlich aber mußte er doch mit der Sprache herausrücken. Er konnte nicht einmal so lange warten, wie er es sich seinerzeit bei der Versenkung der „Barham" leistete. Dieser stolze Erfolg der deutschen Kriegsmarine, verdient die Bewunderung des deutschen Volkes. Das Ritterkreuz. Berlin, 8. Mai. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst K a e 11 n e r, der als Kommandeur eines Schützenregiments sich bei der Abwehr eines starken Angriffes gegen eine wichtige Versorgungsstraße auszeichnete. Bis auf drei Kilometer kamen zwei frisch eingesetzte Regimenter der Bolschewisten an die Marschstraße heran. Der bolschewistische Angriff wurde dann durch ein einziges Schützen-Bataillon abgeschlagen. Oberst Kaellner trat sofort zum Gegenangriff an, führte persönlich die vordersten Stoßtrupps und entriß dem Feind eine Ortschaft, deren Besatzung im harten Kampf vernichtet wurde. Der Feind verlor allein in diesem Abschnitt 810 Tote. Ein tapferer Sanitätsoffizier. Berlin, 8. Mai. (DNB.) Ein Bataillonsarzt beobachtet im südlichen Abschnitt, wie sein Jnfanterie- bataillon in schwerem Ringen gegen stark überlegene feindliche Kräfte die zäh verteidigten Stellungen des Gegners an einer wichtigen Straßenkreuzung in Besitz nahm. Den Schwerverletzten auf dem Kampffeld mußte Hilfe gebracht werden. Das pausenlose Feuer der Bolschewisten machte es unmöglich, den Truppenoerbandsplatz vorzuverlegen, ohne die Versorgung der Verwundeten zu gefährden. Der Sanitätsoffizier ging nach vorn, um Hilfe zu leisten. Durch verschlammte Mulden Und Wasserlachen kam er in die vorderste Linie. Als ihn das Rufen eines Schwerverwundeten erreichte, arbeitete er sich an ihn heran und schleppte ihn in eine Mulde. Die stark blutende Wunde wurde verbunden und eine Spritze sorgte für die Linderung der Schmerzen. Als er dem Verwundeten Worte der AufmunterunA sagte, be» ; merkte er, wie sich bolschewistische Schutzen an die ■ Mulde heranarbeiteten. Der erste Bolschewist griff : nach einer Handgranate. Blitzschnell riß der Sani- ' tätsoffizier die Handgranaten des Schwerverwun- : beten an sich und schleuderte sie in die feindliche > Gruppe. Noch einige Schüsse und die Bolschewisten i werden keinen Verwundeten mehr angreifen. Es Ist der Elen, er tut. was bn vchl(eflt HH Für Deutschlands Volk und Führer fiel am 2. April d. J. bei den schweren Kämpfen im Osten mein heißgeliebter, herzensguter Mann, der treusorgende Vater seiner , vier lieben Kinder, unser treuer Sohn, Bruder Schwiegersohn und Schwager. Philipp Eckhardt Landesschütze in einer Infanterie-Division im Alter von 38 Jahren. Wiedersehen war unsere und seine Hoffnung! Gleichzeitig geben wir traurigen Herzens bekannt, daß heute morgen gegen 6 Uhr das älteste unserer vier lieben Kinder Mariechen Eckhardt im Alter von 11 Jahren nach schwerer Krankheit ihrem Vater in die Ewigkeit gefolgt ist. In tiefem, stillem Schmerz: Maria Eckhardt, Witwe, geb. Mack, und Kinder Philipp Eckhard und Frau Heinrich Mack und Frau ' Familie Karl Eckhardt Alma Eckhardt, Witwe, geb. Luh, und Kinder Familie Joh. Schmidt Familie Wilh. Althen ' Familie Heinrich Schuster und alle Angehörigen. Hochelheim, den 9. Mai 1942. Mit der Beerdigung des Kindes und der Gedächtnisfeier für den Vater Philipp Eckhardt findet auch die Beerdigung des Obergefreiten Friedrich Eckhardt am Sonntag, dem 10. Mai, nachmittags 4 Uhr statt. 1550D -Wr Tieferschüttert und unerwartet erhielten IHK® wir die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber, herzensguter Mann, der treusorgende Vater seiner beiden Kinder, unser unvergeßlicher, ältester Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel und Pate, der Schütze Karl Dudenhöfer am 2. April 1942, kurz nach seinem 38. Geburtstage, den Heldentod starb. Wiedersehen war seine und unsere größte Hoffnung. Nun ruht er fern der Heimat und seiner Lieben in fremder Erde. In unsagbarem Leid: Luise Dudenhöfer, geb. Bernhardt, u. Kinder Anni u.Llesa Heinrich Dudenhöfer IV. u. Frau Margarete, geb. Dönges Heinrich Bernhardt und Frau Luise, geb. Wagner Heinrich Dudenhöfer u. Frau Kath., geb. Weber, u. Kinder Wilhelm Leicht u. Frau Luise, geb. Dudenhöfer, u. Kinder Hermann Schmidt und Frau Wilhelmine, geb. Bernhardt, und Kinder, nebst allen Verwandten. Bieber, den 7. Mai 1942. Die Trauerfeier findet am Sonntag, dem 17. Mai, nachm. um y23 Uhr, in der Kirche zu Rodheim statt. Wir, Betriebsführung u. Gefolgschaft der Fa. J. B. Häuser, schließen uns trauernd an, haben wir doch in Dudenhöfer einen treuen, langjährigen Mitarbeiter und Kameraden verloren. 1532 D Unser lieber Vater Herr Karl Mord Vermessungsrat ist heute für immer von uns gegangen. In tiefem Schmerz: Karola Mord Gisela Mord Gießen (Wilhelmstr. 63), den 8. Mai 1942. Die Einäscherung find, in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. 02204 • Mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater Peter W. Wilson ist am 7. Mai ruhig entschlafen. Luise Wilson, geb. Heß; Luise Seybold, geb. Wilson; Betr.-Direktor P. A. Wilson; Marion Wilson; Stud.-Rat A. Seybold; Grete Wilson, geb. von Teubern und drei Enkel. Gießen, 9. Mai 1942. Die Trauerfeier fand auf Wunsch des Verstorbenen in der Stille statt. — Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 02140 Heute mittag entschlief nach langem schweren Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin u. Tante Frau Marie Gorr Wwe. geb. Schneider im 63. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Artur Gorr und Familie August Bach und Familie Wilhelm Mühlig und Familie Ernst Steinmüller und Familie Heuchelheim, den 8. Mai 1942. Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. Mai, 15 Uhr, v. Trauerhause, Schillerstr. 7, aus statt. 1540D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme in Worten und Taten bei dem schmerzlichen Verlust unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fran Emilie Nebe, geb. Eckhardt Gießen (Krofdorfcr Str. 17), 7. Mai 1942. 02194 Achtung! Wohnungstausch Frankfurt—Gießen Suche in Gießen 2-3-Zimm er-Wohnung mit Zubehör in guterWohnlage Biete in Frankfurt saubere 1&-Zimmer-Wohnung mit Küche, Keller usw. Zuschriften an A. Graß, Frankfurt am Main-Süd 10. Postfach 1519 V Werkstatt Lagerraum u.Lagerplatz sofort zu mieten gesucht. Schriftliche Angeb. unter 2175 an den Gießener Anzeiger erb. Vermietungen | Schön möbliert Zimmer an berufstätigen Herrn zu vermieten. - Schr. Ang. unt. 02202 an o. Gieß. Anz. Einf.möbliertes Zimmer zu vermieten, am liebsten an Arbeiter. SÄr. Ang. unt. 02158 a.d.G.A. Geburtsanzeigen bei Brühl, Gießen Mietgesuche Suche geraum. 6—8-Zimmer- WoHnung mit Bad und Zentralheizung. Schr. Ang. unt 01872 a.d.G.A. junges Ehepaar sucht baldmögl. MllW mit Bad. Neubau bevorzugt. Schr. Ang. unt. 02159 a.d.G.A. Kirchliche Anzeigen. 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Hart und schwer traf uns die schmerz- liehe Nachricht, daß mein innigstge-, üobter, unvergeßlicher, guter Mann, mein ganzes Glück, unser liebevoller, sonniger Sohn und Schwiegersohn, unser lieber Bruder, Schwager und Pate Pg. Karl Gerstner Obertruppführer im RAD., Uffz. in einer MG.- Komp., Inhaber des E. K. II, Inf.- Sturmabz. und des Verwundetenabzeichens als Sudetenkämfer für seinen geliebten Führer und seine Heimat im Osten in soldatischer Pflichterfüllung, im Alter von 27 Jahren, den Heldentod fand. Wir wollen es so tapfer tragen, wie er für uns gekämpft hat. In tiefer, stiller Trauer: Frau Ottilie Gerstner, geb. Kranskopf; Familie Wilh. Kranskopf; Familie Josef Gerstner. Großen-Linde.n, Grafengrün (Sudetengau), den 9. Mai 1942. 02197 Der Herr über Leben und Tod nahm uns nach kurzem Krankenlager unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Placidus Wilhelm Krauskopf - Schlosser nach vollendetem 74. Lebensjahr, zu sich. Er folgte seinen beiden lieben Enkeln, die im Osten gefallen sind, in die Ewigkeit. Jn stiller Trauer: Wilhelm Krauskopf, Polstermeister, und Familie Heinrich Krauskopf, Metzgermeister, und Familie Ludwig Krauskopf, Friseurmeister, und Familie Albert Unger, z.Z. im Felde, und alle Angehörigen. Großen-Linden, den 9. Mai 1942. Die Beerdigung findet Sonntag, 10.5.,15.15 Uhr, vom Trauerhause, Bahnhofstr. 61, aus statt. 02198 Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden bei dem so schmerzlichen Verlust unseres in- nigstgeliebten Kindes MARIANNE sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Ganz besonders danken wir Herrn Pfarrer Müller für die tröstenden Worte am Grabe. In tiefem Schmerz: Familie Fritz Gerlach und alle Angehörigen. Großen-Buseck, den 9. Mai 1942. 1542 D Danksagung. Allen denen, die unserem lieben Entschlafenen in so zahlreichem Maße die letzte Ehre erwiesen, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. T e m In tiefer Trauer: Luise Magel und Kinder. Heuchelheim, den 9. Mai 1942. 1530 D ßjifhjn für 50Tagesverpfleg.f. nUUSlU Krankheits-Vertretung Wochen unb hausmöWen vertretungsweise i. Sanatorium gesucht. Schriftliche Angeb. unt. 1487V an ben Gießener Anzeiger erbet. Für leichte Arbeiten weibl. Hilfskräfte für ganze oder halbe Tage ges. Großwäscherei Edelweiß Schützenstraße 12. 1432 D Putzfrau für die Reinigung von Büro- Räumen zum sofortigen Eintritt gesucht.' Schriftliche An- gebote^ unter 1541V an den Gießener Anzeiger erbeten. MW für 4 bis 6 Vormitt. wöchentlich sucht [02152 Professor Kalbfleisch, Weißerde 3. Suche jüngere fulzta vorzustellen von 2-3 Uhr 1470D Prof. Gratzl, Bismarck^r 44. Zuverlässiges Mädchen f. Haushalt mit 3 Kindern zum 1. Juni ob. spät, gesucht. [02147 Tr.Gcrstenbcrg, Gießen, Wartwca 33. Aclt., durchaus erfahrene und zuverlässige WsgelzW z. selbst. Führung ein. frauenlosen Beamten-Haus- haltes z. 1. Juni ober 15. Juni gesucht. Schrill. Ang. u. 1523 V an b. 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(Er konnte wir es im Kriminalfilm zu tun bekommen. Doch gilt r *11. .. , Ua. (hXIav hl« Qnkr ö nnf on in mtf mirh hior hip nffp Eriahruna. daß die Svannuna Japanische Farbenholzschnitte leisen Lächerlichkeit mehr anhaftet, die früher durch Hermann Hackest wie der Spannung im Kriminalfilm. Die Spannungselemente des Kriminalfilms, „Was die Schwalbe sang, was die Schwalbe sang, die den Herbst und Frühling bringt, ob das Dorf entlang, ob das Dorf entlang das jetzt noch klingt?" Ja, gottlob, klingt und zirpt und schwirrt es Sommers noch immer durch unsere Bauerndörfer und Kleinstädte; jetzt aber beginnen die „Segler der Lüste" ihre Nestlein an Stallgiebel und Scheunendach instandzusetzen für die Brutzeit. Der Volks- mund sagt, Schwalben nisten nur dort, wo Eintracht im Hause herrscht, und das scheint zu stimmen; denn sie meiden.Lärm und Streit der Mem schon. So ist die Schwalbe geradezu ein Sinnbild freundlichen Familienlebens geworden. Auch wo das Rotschwänzchen nistet, kehre das Glück ein, sagt ein alter Volksglaube. Gewitter verheißen soll es, wenn der Buchfink früh am Morgen auf dem Hausfirst sitzt und lustig schlägt. Der Fink geht gern dem Lichte nach und schmettert fein Lieblein desto höher, je heller und sonniger es ist. Der Fink ist, wie die Meise, ein tüchtiger Schädlingsvertilger, und deshalb, wie auch wegen seines munteren Wesens, ist der kleine Finkenhahn sehr beliebt im Volke. Sogar Schiller hat ihn besungen, den bunten Vogel: „Flüchtig und flink, frei wie Reise zurücklegen. Zu den frühesten Heimkehrern gehört die Lerche; sie wandert paarig in großen Schwärmen aus dem Süden zu uns zurück. Es gibt wohl wenige Vögel, die so oft besungen find, wie die Heidelerche. „An ihren bunten Liedern klettert die Lerche selig in die Luft" heißt es bei Lenau. Ein besonders niedlicher, stimmbegabter Vogel ist das Rotkehlchen mit seinem D r u ck t e ch n i k des Ostens. Dort schnitt man bereits im 7. und 8. Jahrhundert n. Ehr. ganze Seiten in Holz, jedoch sollen schon im Jahre 593 buddhistische Bücher gedruckt worden sein. Der wahrscheinlich älteste erhaltene Bllddruck stammt oom Jahre 864. Die ersten Spuren einer besonderen japanischen Prägung sind im 17. Jahrhundert zu be- Am Dienstag, 19. Mai, wird die Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H. Gießen ihre 83. ordentliche Generalversammlung halten. Dem Geschäftsbericht für 1941 entnehmen wir folgende Einzelheiten: Die Bilanzsumme der Bank ist um 14,6 v. H. von 6 297 918 RM. auf 7 219 984 RM. angewachsen. Der Jahresumsatz betrug auf einer Seite des Hauptbuches 103 313 735 RM. Zur Bilanz- und Gewinn- und Verlustrechnung wird u. a. mitgeteilt: Die Barreserve betrug Ende 1941 343 947 RM. gegen 172110 RM. am Ende 1940. Der Bestand an Warenwechseln hat weiter abgenommen. Es wurden im Geschäftsjahr 994 Stück im Gesamtbetrags von 514 591 RM. angekauft gegen 2160 Stück im Betrage von 1 060 877 RM. im Vorjahre. Der Wertpapierstand wuchs von 1 509 847 RM. auf 2 976 485 RM. Die Wertpapiere sind zum Gestehungswert und damit unter dem Zeitwert bilanziert. Das Kreditgeschäft ist zurückqegan- gangen. Die Ausleihungen einschließlich Wechsel und Bürgschaften beliefen sich auf 2 298 215 RM. gegen 2 766 403 Ende 1940. Reue Kredite wurden meist nur für kurze Zeit benötigt. Zurückgegangen sind überwiegend die Kredite über 10000 RAt. Die Kredithöchstqrenze war nicht überschritten. Grundstücke und Gebäude sind mit 282 300 RM. bewertet. Die anhaltende Geldflüssigkeit brachte der Bank einen Einlagezuwachs von 880 336 RM., hiervon sind 523 371 RM. Spareinlagen und Kündigungs- gelder und 357 165 RM. tägliches Geld. Insgesamt beliefen sich die fremden Gelder Ende 1941 auf 6 386 177 RM. gegen 5 520 741 RM. Die flüssigen Mittel zeigten Ende 1941 einen Stand von 4 745 148 RM. gegen 3 242 051 RM. Ende 1940. Die flüssigen Mittel deckten Ende 1941 die täglich fälligen Verspätet die Zahl seiner Druckstöcke auf sieben, ja auf zehn erhöhen.) Harunobus Themen haben die knappe, einfache Form bester östlicher Ueberliefe- rung. Sie lauten etwa: Ein Jüngling im Schnee, Bambusschößlinge entdeckend; die Wäscherin mit äußerster Grazie durch einen Bach tänzelnd; eine junge Frau vor der Türe mit zwei jugendlichen Begleiterinnen und einem Hunde; zwei Mädchen am Meeresufer Schilf brechend. rischen Entwicklung der Filmkunst durchgemacht hat, seine Spannungselemente nicht verringerte. Im Gegenteil: die wahrheits- und wirklichkeitsgetreue Darstellung eines Ermittlungs- oder Gerichtsverfahrens, die sachlich einwandfreie Schilderung, wie eine Spur mit modernsten Mitteln ausgenommen und verfolgt wird, haben sich gerade als spannungför- gemäß §16, Abs. 1 (Barliquidität) auf 8,10 v. H. (Ende 1940 --- 4,41 v. H.), gemäß §16, Abs. 2 auf 74,98 v. H. (45,42 v. H.). An Geschäftsguthaben hatten die Mitglieder am Jahresschluß 501560 RM. gegen 460 451 RM. im Vorjahr. Die gesetzliche Rücklage betrug am Jahresschluß 1941 220 030 RM. und erhöht sich durch die vorgesehene Zuweisung aus dem Reingewinn auf 230 000 RM. Der ausgewiesene Kursgewinn wurde dem Konto „sonstige Rücklagen" zugeführt. Die Avalkredite für Ausführung behördlicher Aufträge und Holzkäufe verminderten sich um 175 260 RM., sie betrugen Ende 1941 312198 RM. Die Einnahmen und Ausgaben an Zinsen und Provisionen hielten sich annähernd auf der vorjährigen Höhe. Für Geschäftssteuern waren infolge von Nachforschungen größere Auf- der Fink auf Sträuchern und Bäumen!" Bemer- >wert ist es ornithologisch, daß die heimkehren- Finken in besonderen Geschwadern, die streng nach Weibchen und Männchen getrennt fliegen, ihre merken. , , Wenn auch der Entwicklung des fernöstlichen Holzschnittes wie bei uns die Malerei voraufging, so liegen die Dinge dort doch insofern anders, als der Malerei die Schriftmalerei (Kalligraphie), also die Graphik, voraufging. Und da diese Kalligraphie eine Bilderschrift war, war der Weg zum bildbaften Holzschnitt früh vorbereitet. Diese uralte Schule darf man bei dem Schwung japanischer Künstlerhände nicht vergessen. Die eigentliche Geschichte des japanischen Holzschnittes begann erst spät, im 17. Jahrhundert. Er ist der letzte Sproß einer reichen Kunstgeschichte. Als Begründer gilt Hishikawa Moronobu (1638 bis 1714). Seine Blätter waren noch einfach schwarzweiß, nur vereinzelt mit ein wenig von der Hand aufgetragener Farbe belebt. Erst ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode, nachdem man zuerst mit der Hand koloriert, dann mit zwei und danach mit drei Farbplatten gedruckt hatte, gelang der vollentwickelte, unbeschränkte Buntdruck, wie er später Weltruf erlangt hat. Moronobu wußte glücklich volkstümlichen Inhalt und dramatische Handlung mit eindrucksvoller Schmuckwirkung zu vereinigen. Von ihm wurde eigentlich die ganze Zeit der sogenannten Primitiven bestimmt. Wenn man heute gerade sie außerordenllich schätzt, so des- balb weil in ihnen die Einmaligkeit einer ursprünglichen. gant n-reflektierten Darstellung wirkt. Zwar sind sie entwicklungsgeschichtlich der Anfang, bilden indesten eine Höhe, die später, wo es mehr um Verfeinerung und technische Ausgestaltung ging, eigentlich nicht wieder erreicht worden ist. Als das klassische Jahrhundert gilt das achtzehnte. Seine Vollendung geschah durch Suzuki Harn- nobu (1725 bis 1770). Er hat jenen Holzschnitt geschaffen, wie wir ihn zumeist kennen. Er war Schüler Schiganagas, des Erfinders des Zwei-, per- antraten, ihre Schlüsse; sieht das Mädchen zuerst i einen fliegenden Storch, so heiratet es noch im gleichen Jahr, steht der erstgesehene Storch still so bedeutet es, daß man im ganzen Jahr nichts Gescheites zuwege bringen werde, klappert er gar bet seinem ersten Besuch, so bedeutet es, daß die Haustochter heuer viel Geschirr in der Küche zerschlagen werde. Ein prophetischer Vogel ist bekanntlich auch der Kuckuck; der Brauch, beim ersten Kuckucksrus die Geldbörse zu schütteln, geht auf eine ältere Sitte zurück. Wendungen erforderlich. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist einschließlich Gewinnvortrag aus dem Vorjahre einen Gewinn von 38 764,32 RM. aus. Der Generalver- sammlung wird folgende Gewinnverteilung vorgeschlagen: 5 v. H. Dividende auf die Geschäftsgut. haben = 21 929.50 RM., Zuweisung zur gesetzlichen Reserve 9970 RM., Vortrag auf neue Rechnung 6864,82 RM. Die Senkung der Dividende um y2 v. H. entspricht einer Empfehlung des Deutschen Genossenschaftsverbandes, die Dividende den allgemeinen Zinssätzen anzupassen und keinesfalls mehr als 5 v. H. zu verteilen. lassende Entwicklung gewahrt, bleiben muß. Der Freund des guten Kriminalfilms geht mit ganz bestimmten Erwartungen ins Theater. Wahrend er sich sonst gern vom Film überraschen läßt und sich — wo nicht gerade Lebensbilder großer Forscher, Erfinder, Künstler oder geschichtlicher Gestalten seine Erwartungen in eine ganz bestimmte Richtung lenken — willig in das Reich des Films entführen läßt, bringt der anspruchsvolle Kinobesucher beim Kriminalfilm' die Forderung nach einer besonderen Anspannung seiner Phantasie und seines Scharfblickes mit, zu der sich die Erwartung gesellt, daß auch die aus geheimem Erschauern vor den dramatischen Effekten und aus dem tiefen Behagen des unbeteiligt Beteiligtseins gemischte Befriedigung nicht ausbleiben möge. Zudem setzt er seine sittlichen Forderungen an den Lauf der Welt, vielleicht auch eine gewisse Kenntnis kriminalistischer Ermittlungstechnik — wenn auch nur unbewußt — in Beziehung zu dem, was vor seinen Augen auf der Leinwand abrollt. Alles in allem hat es der Kriminalfilm keineswegs leichter als eine andere Filmgattung. Bemerkenswert ist, daß die Wandlung, die auch der Kriminalfilm innerhalb der gesamten künstle- dringend eines, weiteren Ausbaues bedurfte. Daher ließ die Stadt Gießen im Jahre 1939 mit dem Bau eines zweiten langen Stallgebäudes beginnen, das im Herbst 1939 in Benutzung genommen wurde. Seitdem werden in diesen beiden Ställen im normalen jährlichen Betrieb in zwei Mastperioden je 430 bis 500 Schweine auf volles Schlachtgewicht ausgemästet und dadurch für die Versorgung der Gießener Bevölkerung mit Fleisch und Fett alljahr- lich rund 1000 Schlachtschweine zur Verfügung gestellt. Die Ablieferung der Schlachtschweine erfolgt monatlich ein- bis zweimal über den Viehwirt- schaftsverband an die Gießener Metzgereien. Das Futter für die Schweine stammt in per Hauptsache aus der Sammlung der Küchenabfälle der Gießener Haushaltungen; dabei ist besonders hervorzuheben, daß bis jetzt die Küchenabfälle nur in der Stadt Gießen selbst, nicht aber auch in Wieseck und Klein-Linden gesammelt werden. Das Ausmaß dieser Abfallsammlung deckt den täglichen Bedarf an Grundfutter und ermöglicht darüber hinaus noch die Ansammlung einer gewissen Futter- reserve in Betonsilos von je 70 Zentner Fassungs- raum, deren 12 vorhanden sind, und die noch ergänzt werden durch ein Reservesilo in Gestalt eines großen Fasses, so daß eine Futtervorratseinlagerung bis zu rund 1000 Zentner möglich ist. Neben dem Grundfutter erhalten die Schweine noch Zuckerrübenschnitzel und ein Eiweiß-Konzentrat, das aus erholungsheimen und ähnlichen Betreuungseinrichtungen der NSV. herangezogen. Dank dieses Nebenbetriebs ist es bisher möglich gewesen, den Verwundeten in den Lazaretten und erholungsbedürftigen Gästen in den Heimen der NSV. eine willkommene Abwechslung und Bereicherung des Küchenzettels zu bieten. Die ganze Anlage ist mustergültig für die übrigen EHW.-Mästeteien in unserem Gau ge-, worden und nimmt in der Fleisch- und Fettversorgung ihres engeren Bezirks eine bedeutsame Stellung ein. Im Juni 1937 brachte die Kreisamtsleitung Wetterau der NSV. den Mästereibetrieb des Ernährungshilfswerks in Gießen in Gang. Zunächst wurde die Mästerei vorübergehend auf dem Heibertshäuser Hof bei Saubringen untergebracht. Im September 1937 erbaute die Stadt Gießen auf städtischem Gelände am Gleiberger Weg, in der Nähe des Unteren Hardthofes, die für den Anfang erforderlichen Ge- bäube für das Ernährungshilfswerk und stellte sie der Kreisamtsleitung Wetterau der NSV. zur Verfügung. Es handelte sich damals um ein langes Stallgebäude für 200 Schweine, einen Vorbau zur Aufnahme der Futterdämpfanlage und ein einstöckiges Wohn- und Verwaltungsgebäude. Diese Einrichtung wurde im Dezember 1937 von der EHW.-Mästerei in Betrieb genommen. Im Laufe der Zeit zeigte sich immer mehr, daß dieser Anfang Das EHW. in der Fleisch- und Feiiversorgung Erfreuliche Entwicklung des Ernährungshilfswerkes im Gau Hessen-Nassau. perlenden Liede. Da es zutraulich, fast ein wenig neugierig ist, soll man es vor Enttäuschungen, Störungen und Schaden bewahren. Der Volksmund sagt, wer ein Rotkehlchen tötet, wird vom Schicksal bestraft, er habe Schaden in seiner Wirtschaft, Krankheit in der Familie zu erwarten, oder der Blitz treffe sein Haus. Hingegen bedeutet es Glück, wenn dies Tierchen einem jungen Paar auf dem Wege zum Traualtar begegnet. Ein gern gesehener Frühlingsgast ist der Storch. Die Madel auf dem Lande passen auf den ersten, den sie sehen, auf und ziehen daraus, wie sie ihn den mit oen ^utteravsauen, oie oon uen öajiutrincii nicht verwertet werden, Federviehbestände zur Ver- forgung von Lazaretten, Krankenhäusern, Mütter-1 Gesetz über das Kreditwesen belief sich Ende 1941 Von Hans Reetz. Jene Lesart, nach der die ersten bekanntgewordenen Farbenholzschnitte Japans um 1865 als Einwickelpapier mit einer Porzellansendung nach Europa gekommen sein sollen, klingt nicht unwahrscheinlich, waren doch diese Kunsterzeugm sie im Gesamten der Kultur des Landes nicht mehr als em Nebenbei eines außerordentlich entwickelten kulturellen Hochstandes. Sie waren nicht mehr als Bilderbogen, Drucke für das Volk, die Bauernstube, Schaubilder für Kinder, Andenken von Pilgerfahrten, Reiseandenken, Theaterprogramme mit «zenen und Schauspielerbildnissen, dazu Buchillustrattonen, Vorlagenblätter für Handwerker und manches andere mehr zum Gebrauch für das tägliche Leo en oder zur Unterhaltung. Auch geldlich hatten sie, deren Preise heute mehr als verhundertfacht stnd, keinerlei höheren Kunstwert. Sie kosteten zwischen zwanzig und fünfzig Pfennig. Sie waren eben Gebrauchsgraphik. Daneben gibt es eine gewisse höhere Art für bie oberen Schichten. Es sind Darstellungen vom Leben der Gesellschaft, des Theaters, der Teehauser, von schönen Frauen, galanten Rittern und von Vergnügungen aller Art. Aber auch ste stehen doch der Zweckkunst nahe und erfüllten etwa die Aufgabe wie be? uns Bildermagazine, illustrierte Zeitungen und Modeblätter. . . Gerade wegen ihres reichen und mannigfaltigen Inhaltes, ihrer künstlerischen Schönheit und der großen Menge der vorhandenen Bestände stnd ste von allem Kunstgut des Osten- in Emopa am besten bekannt und studiert worden, mell- cht sogar bester nr<- ;n Innern selber, jedenfalls früher. Erst ourcy unsere Anteilnahme wurde das gebildete Japan auf die Holzschnittschätze im eigenen Lande aufmerh ^Jh?e^Technik ist wegen der Großflächlichkeit und strengen Betonung der Linie nicht eigentlich schwierig. Daher wurde das Schneiden nickst: vow' Kuns- ler sondern vorn Handwerker ausgefuhrt. (So übrigens auch vielfach bei unserer Holzschmttechmk^ auch hier die alte Erfahrung, daß die Spannuna nicht durch die Charakterzeichnung, mag diese noch so interessant sein, erreicht wird, sondern durch die farbige, von Schauplatz zu Schauplatz eilende Handlung. Wobei auf der einen Seite die Wahrscheinlichkeit nicht über Gebühr belastet werden darf, auf der anderen aber doch der Dämmerschein des Ungewissen und eine tausend überraschende Wendungen offen So singt frühlingsfroh Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der Dichter unserer Nationalhymne, aus seinem naturnahen deutschen Herzen; und wenn wir die gesamte deutsche Lenzeslyrik bis ins Zeitalter der Minnesänger durchblättern, dann finden wir neben anderen Frühlingssymbolen auch immer wieder die gefieberten Sänger des Waldes, Feldes und der Gärten willkommen geheißen als Künder neuen Lebens. Und nicht nur die Dichtung hat sich der alljährlich von neuem freudig begrüßten Heimkehrer angenommen, sondern auch das Volkslied, die Märchenpoesie und der Mythenglaube. Denn alles, was dem Volke lieb und vertraut ist, bezieht es in fein Sinnen und Sagen hinein. Ja, selbst das Gesetz unserer Vorfahren nahm sich der Bewohner unserer Wälder und Auen schützend an. So finden wir in fränkischen Rechtsbüchern des Mittelalters schwere Strafen angedroht für den Fang der Meisen, und in Oberösterreich gibt es noch heute, ein Sprichwort, das vielleicht ein Rest eines alten Rechtsweistumes, zumindest aber Ausdruck einer tiersreundlichen Volksmeinung ist: „Alle Meisenfänger soll man aufhängen!" Die Meise hat sich als lieber Wintergast von jeher der besonderen Fürsorge des nordischen Menschen empfohlen: je kälter und schneereicher es war, desto näher hielt der zierliche Vogel sich am Hause, wohl wissend, daß ihn der Mensch nicht werde verhungern lassen. Jetzt im Frühling, wo die Tage immer länger und milder werden, zwitschert er sein Abschiedslied und wandert wieder waldeinwärts; den Text seines kurzen, aber anmutigen Liedes deutet der ala- mannische Volksmund als „Zit ifch do? Zit ifch do!" „Die Zeit ist da", wo die Meise überall ihr Futter- tijchlein finden und bald auch ein Nestlein baut. Aehnlich beutet Eichenborff in feinem „Taugenichts" das Verhalten eines anderen beutschen Vogels: Die Golbammer, welche im Herbst unb Winter immer betrübt am Fenster sang: „Bauer miet’ mich, Bauer miet’ mich!", ruft in ber schönen Frühlingszeit wieder ganz stolz unb lustig vom Baume: „Bauer, behalt deinen Dienst!" Schon zieht dann und wann in ihrem blitzartigen Fluge auch eine Schwalbe an uns vorbei. Was wäre ein deutsches- Dorf ohne sie? Sie ist geradezu Sinnbild der deutschen Heimat geworden, und so mancher Deutsche hat schon in weiter Ferne dem alten, volkstümlichen Liede Rückerts nachgesonnen: Vögel im Volksmund. Von Werner Lenz. „Alle Vögel sind schon da, alle Vögel — alle! Amsel, Drossel, Fink und Star, ja, die ganze Vogelschar! Alle Vögel — alle!" Gelegentlich einer Besichtigung von Einrichtungen der NSV. in unserem Gau konnten wir auch dem Ernährungshilfswerk in Darmstadt einen Besuch abstatten. Die dabei gewonnenen Eindrücke fanden ihre Ergänzung bei einer Besichtigung des Mästereibetnebs des EHW. ber Kreisamtsleitung Wetterau der NSV. in Gießen. Im Oktober 1936 verkündete Reichsmarschall Hermann Göring den Vierjahresplan, in dessen Rahmen er die NS.-Dolkswohlfahrt am 6. November 1936 mit der Organisation zur Sammlung und Verwertung der Küchen- und Nahrungsmittelabfälle beauftragte. Im Januar 1937 wurde im Gau Hesstn- Nassau die Einrichtung des Ernährungshilfswerkes beschlossen. Am 18. Januar 1937 begann als erste eine Ortsgruppe in Darmstadt mit der Sammlung von Küchenabfällen. Die ersten 400 Schweine wurden in gemieteten Stallungen untergebracht, aber chon im Oktober 1937 nahm Darmstadt eine neuerrichtete und vorbildliche Großmästerei in Betrieb. In rascher Entwicklung folgten bann die übrigen Städte des Gaues mit der Betriebsaufnahme des Ernährungshilfswerks. Während am 1. Januar 1937 nur eine Mästerei (Darmstadt) mit einem Bestand von 400 Schweinen vorhanden war, zählte man am 1. Januar 1938 bereits 25 Mästereien des EHW. mit einem Bestand von 2000 Schweinen. Am 1. Januar 1939 waren 56 Mästereien mit 4200 zur Mast ausgestellten Schweinen vorhanden. Bis zum 1. Januar 1940 war die Zahl der EHW.-Mästereien bereits auf 96 mit einem Schweinebestand von 11 000 Stück gestiegen, und am 1. Januar 1941 wurden in un- erem Gaugebiet 110 Mästereien des EHW. mit einem Bestand von 12 01M Schweinen gezählt. Die Tiere — durchweg die Rasse des veredelten Landschweines — werden aus den großen Schweinezuchtgebieten mit einem Gewicht von je etwa einem Zentner bezogen unb in einigen Monaten bis zu einem schlachtreifen Gewicht von 3 Zentner ausgemästet. Die Mästung nimmt im allgemeinen sechs Monate in Anspruch, so baß die Stallungen alljährlich zweimal bie volle Zahl Mastschweine erhalten. Dadurch ist es möglich, in den 110 Mästereien des EHW. in unserem Gau jährlich rd. 25 000 Schweine auf Schlachtreife zu bringen und der Fleisch- und Fettversorgung Der Bevölkerung zuzuführen. Die Großmästerei in Darmstadt arbeitet am Stadtrand auf einem weiträumigen Grundstück, auf [innehmen Wirkt anfallbeseitigend - lösend - beruhigend - guter Nachtschlaf. Best begutachtet - langjähr, erprobt - begelst. Anerkennungen. Überzeugen Sie sich von der Wirkung - PackO. RM 1.46 In Apo h. ' , Falls nicht erhält!.oder wegen Broschüre «chre.be man an Hersteller I Breitkreutz K. O., Berlin-Tempelhof 252 Rumeyplan46^ dem mehrere Reihen langer Stallbauten und außerdem die erforderlichen Betriebsräume in zweckentsprechender Ausgestaltung und mit moderner Be- triebsausstatttung errichtet wurden. Diese erste Mästereieinrichtung im Gau ist mit großen Dämpfanlagen zur Bereitung des Futters bzw. zu dessen Einlagerung in Silos in den Zeiten eines Futter- überschusses versehen. Dadurch ist es möglich, den gesamten Küchen- und Nahrungsmittelabfall der ganzen Stadt jederzeit aufzunehmen und der Verwertung durch die Schweinemast zuzuführen. Natürlich erhalten die Tiere nicht nur dies? Abfälle, jonbern baneben auch kräftigenbes Beifutter, bamit die Mast schnell und wirksam durchgeführt werden kann. Auslaufräume für die Borstentiere sind ebenfalls vorhanden, so daß sie sich auch im Freien aufhatten können, damit ihnen die wachstumsfördemds Einwirkung der Sonne und der Luft zugute kommt. Auf dem Betriebsgelände find ferner Anlagen zur Geflügelhaltung vorhanden. In diesem Zweig werden mit den Futterabfällen, die von den Schweinen K i j o n a g a (1742 bis 1815) brachte im europäischen Sinne natürlichere Anschauungsmittel. Sein Raum ist unserem Auge faßbarer. Sein Erbe ging an Uta mar c (1753 bis 1806), Jeischi (1764 bis 1829) unb To jo kuni (1768 his 1825) über. Vor allem finb Utamaro unb ber letzte Große H o k u f a i (1760 bis 1849) die bei uns Bekanntesten. Freilich stand Hokusai bereits deutlich unter europäischem Einfluß, wie ja anderseits gerade durch ihn Japan auf Europa gewirkt hat. In der flüssigen, geistvollen Schrift des Impressionismus berührten sich das Abendland und der Ferne Osten. Japan, das zeigt feine Kunst, ist jung und alt zugleich. Es macht feine Größe aus, daß es Tradition und die Bewältigung neuer Aufgaben glücklich zu vereinigen verstanden hat. Während Chinas Kunst unter der letzten Mandschu-Dynastie (1644 bis 1912) mehr unb mehr zur toten Schablone erstarrte, blühte Japans Kunst weiter unb offenbarte bie Zeugungskraft eines Volkes von wahrhaft ewigem Bestaube. er sich heute barstellt, finb vor allem wohl in leibenschaftlichen Aktion der handelnden Menschen zu erblicken, die vom Autor in den Brennpunkt der Betrachtung gerückt werden. Was uns immer bei einer dramatischen Schilderung interessiert, sind die inneren Vorgänge in der Seele eines Menschen, die ucijuiyi wuu, v«vcn ihn zu einer Tat bestimmen und die Folgen dieser dernd erwiesen, da ihnen heute kerne Spur jener Tat auf seine Umgebung unb beren Reaktion. leisen Lächerlichkeit mehr anhaftet, bie früher durch Es finb meist sehr problematische Typen von die phantasievolle Verzeichnung so oft unb peinlich Menschen und komplizierte Charaktere« mit denen drohte " Hermann Hacken binblichfeiten mit 115,7 v. H. (Enbe 1940 -- 91,9 । vorn Hunbert), die gesamten Verbindlichkeiten mit 60,9 v. H. (46,1 v. H.). Die Liquidität nach dem einer Mischung von verschiedenen Futterstoffen besteht. Besonders sei betont, daß an die Tiere kein Getreideschrot verfüttert wird, da das Getreide jetzt im Kriege für die menschliche Ernährung völlig ausgewertet werden muß. Allmonatlich werden die Schweine einer tierärztlichen Kontrolle unterworfen, selostverständlich wird auch die Gewichtszunahme der Tiere fortlaufend monatlich kontrolliert. Der gesamte Schweinebestand erhält als vorbeugende Schutzmaßnahme die Rotlauf-Schutzimpfung, und sollten einmal — was ja auch vorkommen kann — einige Borstentiere schwach in der Knochenbildung fein, so werden sie einer Vigantol-Kur unterworfen, durch die sie fest auf die Beine gestellt werden. Um das Einschleppen von Krankheitsgefahren von außen her zu verhüten, werden grundsätzlich sämtliche Fuhren von Küchenabfällen zuerst in der Futterküche durch die Dämpfvorrichtung geleitet, damit die Tiere nur das in den Dämpfern gekochte Futter fressen können. Die Zusatzfuttermittel sind auf großen Futterböden einwandfrei gelagert, so daß auch von hier aus nur guteß Futter zu den Schweinen gelangt. Die Stallungen werden von Wärtern ständig in einwandfrei sauberem Zustand gehalten, außerdem wird sorgfältig darauf geachtet, daß die für die Tiere am besten geeignete Temperatur immer in den Stallgebäuden vorhanden ist und die bei so großen Tierbeständen auftretenden Dunst- fchwaden durch Entlüftungsschächte ständig abgeleitet werden. Durch alle diese Maßnahmen ist in den Stallungen des EHW. eine einwandfreie Haltung der Tiere möglich und damit auch Verlusten durch Krankbeiten usw. wirksam vorgebeugt. Der anfallende Mist wird an Landwirte und Kleingärtner abgegeben, letztere erhalten die verhältnismäßig bescheidenen Düngermengen sogar kostenlos, wenn sie ihren Bedarf selbst abholen. Reben den beiden großen Ställen in Gießen — ein drittes großes Stallgebäude wäre zur weiteren Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Betriebs nötig und wird hoffentlich auch in absehbarer Zeit dem Betrieb noch hinzugefügt werden können — unterhält das EHW. Gießen zur Zeit noch Schweinemästereien in Friedberg mit 200 Schweinen, in Butzbach mit 75 Borstentieren und in Grünberg mit 10 Schweinen. * , Das EHW. stellt mit feiner umfangreichen Schweinemästerei einen Betrieb dar, der nicht nur für die Zeit des Krieges gedacht und auch nicht aus den Notwendigkeiten der Kriegsjahre entstanden ist. Es dient vielmehr der Aufgabe, wie schon zur Zeit feiner Entstehung so auch in künftigen Friedensjahren Quellen der Volksernährung in weitem Ausmaß dem Gemeinschaftsinteresse nutzbar zu machen, die vorher unbeachtet geblieben waren, und die in so glücklicher Weise ausgewertet werden können, wie wir es schon vor dem Kriege und besonders jetzt als guten volkswirtschaftlichen Gewinn verzeichnen können. Darum verdient diese Einrichtung der NSV. weiterhin alle Förderung durch die Volksgemeinschaft, insbesondere durch unsere Hausfrauen, die auf diese Weise den Kampf gegen den Verderb wirtschaftlich bedeutungsvoller Werte unterstützen können. Unsere Hausfrauen mögen also die für die Schweinemästerei geeigneten Küchenabfälle nach wie vor dem EHW. auf dem Wege über die Sammeleimer zur Verfügung stellen, und sie können dabei die Gewißheit haben, daß sie damit der Versorgung ihrer Familien aus der heimischen Produktion einen guten Dienst erweisen. B. Gießen-Meseck. Am heutigen Samstag, 9. Mai, wird unser Mitbürger Ludwig Oßwald II. 75 Jahre alt. Der Jubilar, der lange Jahre als Werkmeister bei der Firma C. Klingspor in Gießen tätig war, ist körperlich und geistig noch sehr rüstig und nimmt an den Ereignissen unserer Zeit noch mit großem Interesse Anteil. Dem alten Herrn gellen auch unsere herzlichen Glückwünsche. Die Bevölkerung vö« Gieße« mache ich auf die Großkundgebung der Partei am Samstag, 9. Mal 1942, ganz besonders aufmerksam. Um 20.15 Uhr spricht in der Reuen Aula der Universität * * Gauleiter Jakob Sprenger über das Thema »Sieg um jeden preis." Da die Rede gleichzeitig auch auf den Großen hörsaal und aus den Platz vor dem Universitätsgebäude übertragen wird, können alle Besucher die Rede hören, kein Volksgenosse und keine Volksgenossin versäume, an dieser wichtigen Kundgebung teilzunehmen. Der Kreisleiter. Musik und Dichtung. Feierstunde des Goethe-Bundes in der Aula. Die gestern abend vom Goethe-Bund veranstaltete Feier stund e „Musik und Dichtung" wurde eingeleitet mit zwei Sätzen des Streichquartetts C-dur von Mozart (K.-V. 465), in mustergültig klangschönem Zusammenspiel vor getragen vom Darmstädter Drumm-Quartett. Dr. Henning, Vereinsleiter des Goethe-Bundes, erinnerte in seiner Begrüßungsansvrache daran, daß die Gießener Kul- turwocke nun schon zum dritten Male im Kriege stattfinoe und gerade in dieser Zeit eine Woche der Besinnung sein müsse, ein gemeinsames Bekenntnis Aum deutschen Kulturschaffen, eine Stärkuna unserer seelischen Widerstandskraft im Rinaen um den End- sieg. Sein herzlicher Gruß aalt allen Ehrengästen, im besonderen Kreisleiter Backhaus, Oberbür- Sermeister Ritter, Ministerialrat Dr. Leib, berregierungsrat Dr. E r ck m a n n vom Propa- aandaministerium, Intendant Klein und Herrn Erle; Gruß und Glückwunsch entbot er den Professoren Dr. Eger und Temesvary als den Leitern des jubilierenden Konzertvereins, Gruß und Dank dem Dichter Friedrich Bischoff, der in Gießen einer aufgeschlossenen Hörerschaft gewiß sein dürfe. Oberregierungsrat Dr. (Erdmann von der Abteilung Schrifttum des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda überbrachte herzliche Grüße von Reichsminister Dr. Goebbels und rühmte die rege Kulturpflege in Gießen, die sich Oberbürgermeister Ritter angelegen fein lasse. Seine Ansprache „Das Lied in der Dichtung der Zeit" begann der Vortragende mit der persönlichen Erinnerung an einen Liederabend: die dort erfahrene unmittelbare Wirkung des Liedes auf die Zuhörer könne als Sinnbild für eine Kulturwoche im Kriege gelten. Er wies auf die innere Kraft unseres seelisch gewandelten Volkes hin und kennzeichnete bann mit einer Reihe charakteristischer Beispiele (Schumann, Tumler, Weinheber, Baumann, Hoerner, Bischoff und Stahl) die durch das Kriegserlebnis beflügelte, von neuer Innerlichkeit beseelte Lyrik der gegenwärtigen Dichtergeneration. Die Kulturwoche sei ein Beitrag zu dieser Wiedergeburt der deutschen Seele und stärke uns in der Zuversicht auf das vom Führer geschaffene, korw mende Reich der Deutschen. Darauf sang Susanne Horn-Stoll, von Professor Temesvary feinsinnig begleitet, mit weicher, biegifamer Stimme und beseeltem Ausdruck drei von Marc Lothar vertonte Gedichte von Bischoff: „Regenlied", „Die Weidenflöte" und „Der Pirol". Der Dichter Friedrich Bischoff, dem wir u. a. die Romane ,/Die goldenen Schlösser" und „Der Wassermann" und die Gedichtsammlungen „Schlesischer Psalter" und >,Das Füllhorn" zu verdanken haben, las nach einigen sehr schönen, tiefen Worten über das Wesen des reinen Gedichtes, aus seiner Lyrik: in einer musikalisch aufgebauten Folge — Andante, Presto, Scherzo-Finale — zuerst Gedichte der Kindheit und Heimat, dann Bal- laden, zuletzt Heiteres. Er begann mit der „Auskunft" aus dem „Schlesischen Psalter", in der mit magisch raunender Stimme das Erbe des Blutes und der Heimat im Osten beschworen wird. Das wundervoll tragende, sonore und glockentönig schwingende Organ des Dichters entfaltete — von der „Gartenglaskugel" über den großartig panischen „Gesang vom Sommer" bis hin zum „Apfellied" und zum „Kachelofen" — den vollen, reinen Glanz, die rauschende und verzaubernde Melodie einer Naturlyrik, die, mit jedem Wort in Schlesien wurzelnd, zum Schönsten und Reichsten gehört, was wir im deutschen Gedicht unserer Zeit besitzen. Dom gleichen heimatlichen Kraftstrom gespeist, fügten sich die Balladen an, ,^schinka Milla" aus der schlesischen Märchen- und Geisterwelt, „Der rote Daniel", wild, leidenschaftlich und lodernd wie ein östlicher Feuerreiter, zuletzt „Der Räuber Popeya". Dann folgte, leicht, heiter und liebenswürdig, als Finale das Scherzo: „3m Kirschbaum", „Der Priem" und „Auf dem Eise", getragen von einem schalkhaft-überlege- neu Humor; ,Mrmes" und „Schlesische Tanzmusik" aaben, wunderbar volkstümlich rhythmisiert, den Ausklang. — Die Hörer dankten mit großem, herzlichen Beifall. Menuett- und Allegro-Satz des Mvzartschen Streichquartetts C-dur, vom Drumm-Quartett vorzüglich gespielt, nahmen die musikalische Stimmung auf und leiteten über zur abschließenden Ansprache von Kreisleiter Backhaus: er wies darauf hin, daß wir, rückschauend auf das bisher in der Äunst- woche Erlebte, sehr befriedigt sein können. Sein Dank gelte, namens der Partei, allen, die zum Gelingen beigetragen haben, vor allem Dr. Henning, Oberbürgermeister Ritter, dem Intendanten Klein mit feinem Ensemble, Professor T e - mesvary und Professor Eger wie allen im Kulturleben unserer Stadt vereinigten Organisationen. Der Kreisleiter erinnerte dann an die neue Befruchtung unserer Kultur seit dem Jahre 1933, die als ein Führungs- und Erziehungsmittel der Partei gerade im Kriege von unschätzbarem Werte sei. In einer Zeit, in der vom Führer Geschichte gemacht werde, müsse das deutsche Volk auch kulturell voranmarschieren. Dazu leiste die Stadt Gießen mit dieser Woche einen verdienstvollen Beitrag. — Mit dem Gruß an den. Führer und unsere Wehrmacht wurde die Feierstunde beschlossen, die allen Hörern lange nach klingend in Erinnerung bleiben wird. Hans Tnyriot Gleßener Vochenmnrkkpreise. • Gießen, 9. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kpsteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 3-0 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 47, Spinat, Vi kg 12 bis 20, Spargel 71 Rpf. bis 1,39 RM., Zwiebeln 17, Meerrettich 50, Rhabarber 20 bis 26, Sellerie 30, Salat 95, Lauch, das Stück 5 bis 10, Oberkohlrabi 28, Rettich 10 Rpf. ♦ gfs. Nahberatung. In der Beratungsstelle des Deutschen Frauenwerkes in Gießen, ßtnben- platz 11, findet jeden Montag und Mittwoch von 15 bis 18 Uhr kostenlos eine Nähberatung statt. Jede Hausftau kann sich hier Rat und Anregung holen. * * Leseholzverbot im Mai und Juni. Wie das Forstamt Gießen bekanntgibt, ist in den Monaten Mai und Juni bas Leseholzsuchen, das Aufarbeiten von Abfallreisig sowie das Sammeln von Zapfen in den Waldungen verboten. Amtsgericht Gießen. Wegen Diebstahls und Bettugs stand die A. W. aus Frankfurt a. M., die sich in Gießen herurnttieb und hier allerlei Diebstähle und Betrügereien beging, zu verantworten. Es wurden ihr mehrere Gelddiebstähle, die Entwendung einer Armbanduhr und die Erschwindlung eines Mantels zur Last gelegt, ferner hatte sie sich wiederholt in Hotels unter falschem Namen einlogiert. Die Angeklagte wurde zu l1/» Jahren Gefängnis verurteilt, wobei sich verschiedene einschlägige Dorsttafen zu ihren Ungunsten auswirkten. Die B. K. in Gießen mußte sich wegen Beleidigung und übler Nachrede verantworten. Sie hatte Suf einer Postkarte eine Ariegerwstwe kn StM- härter Weise beleidigt. 100 RM. Geldstras sind die Sühne für die vollkommen unbegründete« Behauptungen der Angeklagten. j Strafkammer Gießen. In den Jahren 1939 und 1940 hatte der F. B. aus Gießen eine größere Menge Wäschestücke, die ihm zum Aufsticken von Namen übergeben worden waren, zum Teil verkauft oder zum Teil für sich behalten. Wegen dieser Unterschlagungen wurde der Angeklagte zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, auf das drei Monate Untersuchungshaft an gerechnet werden. Ans der engeren Heimat. Landkreis (Sieben. <£ Heuchelheim, 7. Mai. Dieser Tage hiett der Turnverein Heuchelheim seine Jahreshauptversammlung ab. Der Vereinsfuhrer Otto Rinn konnte dabei eine Anzahl Kameraden von der Front oder aus den Lazaretten begrüßen. Nach, denr Gedenken an die auf dem Felde der Ehre gefallenen Kameraden und an die verstorbenen Mitglieder gab der Dereinsführer einen Bericht übet die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Vereinsjahr. Er konnte feststellen, daß trotz aller Schwierigkeiten die turnerische und sportliche Betätigung des Vereins auf fast allen Gebieten fortgesetzt wird. Besonders hervorgehoben wurde die gute Beteiligung an dem Bezirks-Turn- und -Sporttag in Gießen. Obwohl diese Veranstaltung unter der Ungunst der Witterung zu leiden hatte, waren 204 Wettkämpfer und Wettkämpferinnen einschließlich Kampfrichter angetteten. Dabei konnte der Verein den vom Kreisführer gestifteten Wanderpreis für besten Einsatz zum dritten Male und damit endgültig verliehen bekommen. Auch bei dem Weidig-Bergfest in Butzbach war der Verein durch eine Anzahl Turner und ©portier vertreten und konnte auch dort, neben verschiedenen guten Einzelsiegen, zum zweiten Male den Moritz-Kuhl-Wanderpress erringen. Nach dem Jahresbericht des Vereinsführers und den Berichten der einzelnen Fachwarte folgte der Kassenberichts der von der Versammlung genehmigt wurde. ES wurde dann noch bekanntgegeben, daß am Sonntag, 17. Mai, der diesjährige Kreiswandertag statt- findet. Der Tv. Heuchelheim marschiert morgens um 8 Uhr nach Staufenberg. Der stellv. Vereinsführer und Diettvart Albert Rinn ermahnte am Schluß der Versammlung noch besonders die Jugend, gerade in der jetzigen Zeit Turnen und Sport mit Eifer und Idealismus zu betreiben. Mit dem Gruß an den Führer wurde bann die Versammlung geschlossen. Kreis Wetzlar. # Wißmar, 7.Mai. Bei guter Beteiligung der Mitglieder fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Spar - und Darlehns- k a f f c statt. Vorsitzender L. Leib eröffnete mit dem Gedenken an die verstorbenen und gefallenen Mitglieder die Versammlung, worauf Geschäftsführer W. B e ck e r die Bilanz und den Geschäftsbericht bekanntgab. Aus dem Bericht war zu entnehmen, daß auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Kaffe wieder erhebliche Fortschritte zu verzeichnen hatte. So flössen der Genossenschaft an Einlagen über 83 000 RM. neu zu. Die Rückzahlungen auf Kredite und Darlehen waren sehr gut. Die flüssigen Mittel wurden zum größten Teil in Reichspapieren angelegt. Im Warenabsatzgeschäft wurden 1030 dz Getreioe und 295 dz Kartoffeln erfaßt. Im Warenbezugsgeschäft betrug der Umsatz 14 000 RM. mehr als Vorjahre. Hierin zeigte sich die erste Auswirkung des Ende 1940 bezogenen eigenen Lagerhauses mit moderner Ladeneinrichtung. Auch von der Saatgutreinigungsanlage wurde in erhöhtem Maße Gebrauch gemacht. 1941 traten 9 Mitglieder der Genossenschaft neu bei, so daß deren Gesamtmitgliederbestand heute 307 beträgt. Die aus der Verwaltung satzungsgemäß ausscheibenden Mitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Aus dem Reingewinn von 1450,14 RM. wurden 4 v. H. Geschäftsanteilverzinsung gewährt, der Rest den Reserven zugeschrieben. Im Anschluß an die Versammlung gab Orts- bauernsichrer Wagner wichtige Mitteilungen des Reichsnährstandes sowie die Ergebnisse über die in der Gemarkung durchgeführten Bodenuntersuchungen bekannt. i-Gesellsdiafr,Hameln Man verlange beim Einkauf Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp 25. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 7. Die Proben für die große Jubiläumsoorstellung des Eispalastes hatten begonnen, und Elisabeth Perling war fast täglich im Bartete, um zu proben, so konnte es nicht ausbleiben, daß sie oft mit den drei Willis zusammentraf, die nunmehr Irene No- rodna in ihre Nummer ausgenommen hatten. Elisabeth Perling, der Universal-Star, war die große Zugnummer für den 10. September geworden. Wenn sie probte, war das Parkett gefüllt von den anderen Artisten, die ihre Vielseitigkekt bewunderten und sich bemühten, diesen oder jenen Trick abzusehen. Wenn sie auf der Bühne stand und ihre Vorführungen übte, so mochte dieser oder jener, der sie besser kanpte, an ihr einen sonderbaren Zug von Ernst und Traurigkeit wahrnehmen. Sie lachte selten, und der Regisseur hatte sie schon mehrfach gebeten, auf ihre Mimik zu achten und gerade das Lächeln nicht zu vergessen, jenes traditionelle Bühnenlächeln, das andeuten soll, daß die Artistik reine Spielerei ist und keinerlei Anstrengung kennt. In dem Verhältnis zu den drei Willis war eine Trübung eingetreten, die Elisabeth unerklärlich war. Sowohl Welt als auch der kleine Petersen vermieden, pr-vat mit ihr zu sprechen. Trafen sie sie im Hotel, so begrüßten sie sie wohl höflich, ließen sich aber niemals mehr an ihrer Seite nieder und zeiaten deutlich genug, daß sie sie mieden. Nur Willis setzte sich nach wie vor zu ihr und unterhielt sich mit ihr über alles mögliche, wobei er stets vermied, von dem Fall Lanos zu sprechen. Oft lag ihr eine Frage auf der Zunge, aber dann schwieg sie doch, weil sie fürchtete, durch ein An- schneiden jenes verpönten Themas womöglich auch noch die Freundschaft Willis zu verlieren. Sie konnte sich das Benehmen seiner Kollegen nicht erklären. Es war ja nicht nur das. Sie fühlte auch, daß die anderen Kollegen des Eispalastes sehr zurückhaltend zu ihr waren und es vermieden, sich mit ihr in der Kantine ober in den Pausen zu unterhalten. Dies alles mußte eine besondere Bedeutung haben, die sie nicht verstand. Willis, der das alles recht gut merkte, wußte sich auch nicht zu helfen. Aber er erfuhr, daß dunkle Gerüchte über Elisabeth im Umlauf waren, nach denen sie mit der Mordsache Lanos zu tun hatte. Von der einen Seite wurde behauptet, sie habe direkt damit zu tun und habe sich mit Lanos am Tage nach der Tat außerhalb Berlins getroffen, fei bann sofort nach Berlin gefahren, um zu erkunden, was gegen ihn unternommen werde. Andere wieder meinten, sie hätten aus zuverlässiger Quelle gehört, sie sei die Ursache des Mordes gewesen und habe beide Männer bewußt auf sich eifersüchtig gemacht, so daß es zu der Mordtat gekommen sei. Ja, man wollte sogar wissen, daß der Ermordete ihretwegen einmal im Gefänanis gesessen hatte, daß sie Lanos betrogen habe und ihm dann durchgegangen sei. Willis bemühte sich vergeblich, die Quelle all dieser Gerüchte festzustellen. Keiner wollte mit der Sprache heraus, selbst Welt und Petersen schwiegen und gaben ihm den wohlmeinenden Rat, sich etwas zurückzuhalten und nicht zu häufig mit ihr zu verkehren, weil er da Gefahr laufe, auch noch mit in die Sache hineingezogen zu werden. Welt sagte ihm eines Abends, als Willis ihn zur Rede stellte: „Ich habe gehört, sie soll mit Lanos zusammen in der Wohnung gewohnt haben, wo Barthold ermordet wurde." „Wer sagt das?" fragte Willis erregt. Welt zuckte die Achseln. „Das kann ich dir nicht sagen, ich habe mein Wort gegeben. Dir ist es lieb, daß ich es erfuhr, denn ich bin nun nicht mehr in der Ungewißheit und weiß, daß wir uns in ihr getäuscht haben. Sie war damals auch schuld, daß ich mich mit Petersen prügelte, und du weißt ja selbst, daß du sie fort- schicken mußtest, nur um die Einheit der Truppe nicht zu gefährden.' So, wie sie damals uns gegeneinander aufgehetzt hat, so hat sie auch Lanos und Barthold aufgehetzt. Und das wissen eben heute alle, deshalb redet kein Mensch mehr mit ihr und deshalb will niemand etwas mit ihr zu tun haben." „Was seid ihr alle für erbärmliche Menschen", brüllte Willis, „um irgendwelcher Quatscheveien willen meidet ihr das Mädel in einer Art und Weise, die beleidigend ist. Ihr solltet euch schämen. Keiner weiß etwas Genaues, keiner weiß, was wirklich los ist, der eine redet dies, der andere bas, alles sinb nur Gerüchte, die ihr glaubt und weiter- tratscht. Wenn ich den Kerl erwische, der biefe Sachen aufgebracht hat, verdresche ich ihn, baß ihm Hören unb Sehen vergeht." Am Vormittag vor ber Probe saß Willis allein in seinem Hotelzimmer unb bachte darüber nach. Wenn Elisabeth bei Lanos gewohnt hatte, bann mußte bas boch festzustellen sein. Er war entschlossen, nun selber ben Dingen auf den Grund zu gehen. Gegen 11 Uhr verließ er das Hotel und ging zur Kurfürstenstraße 143, um sich dort nach Elisabeth zu erkundigen. — Am frühen Nachmittag war er im Eispalast. Elisabeth probte allein. Nur die Japaner von dem Jongleurakt standen im Parkett unb unterhielten sich leise. Die Bühne war nur wenig erleuchtet, Elisabeth untersuchte ihre Requisiten unb übte im Trainingsanzug einige Saltos. Willis setzte sich in eine ber ersten Parkettreihen unb sah ihr zu. Sie hatte ihn nicht kommen sehen, weil der Zuschauerraum verdunkelt war. Sie baute ihre Schieß-Scheiben auf, um einige Schüsse abzugeben, da zu ihrem Aufttitt auch ein Akt als Kunstschützin gehörte. Plötzlich erschien ber Regisseur auf der Bühne. „Wir müssen Ihren Auftritt etwas kurzen, Fräulein Perling", sagte er so laut, baß es Willis hören konnte. „Sie müssen die Kunstschießerei weglassen unb den Tanzakt um drei Minuten kürzen. Es geht nicht anders. Wir müssen bas mit Rücksicht auf dis Willis tun. Denn die Norobna sagte, sie könne ihren Kunstschießakt keinesfalls auslassen, ba dann der ganze Auftritt auseinanberfatlen würde. Sie wisse« doch, baß bie Willis bie ganze Sache musikalisch aufziehen und wenn wir ba einige Takte herausnehmen, gibt es ein großes Durcheinanber, zumal bet Welt nicht ganz taktfest ist. Wir sinb froh, baß es mit ihm jetzt klappt. Also bleibt nichts anderes übrig, als Ihren Akt zu kürzen —" Willis stand auf unb eilte auf bie Bühne. „Ah, ba sind Sie selber", sagte Kräger, der Regisseur, „es ist gut, baß Sie ba sind. Ich sprach mit Fräulein Norobna —" „Wieso sprechen Sie mit ber Norobna", unterbrach ihn Willis, „schließlich bin ich der Kapitän ber Truppe unb nicht die Norobna' Die Norobna hat gar nichts zu sagen." „Das können Sie ja untereinander abmachen", sagte Kräger ärgerlich, „jebenfatis muß ber Aufttitt Perling gekürzt werden, weil ich an Ihrem Auftritt nichts kürzen kann." „Das hätten Sie sich früher überlegen sollen", meinte Willis, „da lassen Sie Fräulein Perling erst proben und alles Herrichten, und nun, einige Tage vor ber Vorstellung, verlangen Sie, baß sie ihre ganze Nummer umwirft." „Fräulein Perling geht Sie nichts an, Willis, mischen Sie sich nicht in biefe Dinge —" „Fräulein Perling ist meine Kollegin und ich trete für sie ein wie für meine eigenen Leute, Kräger, Sie müssen nicht benten, weil sie allein ist, baß sie mit ihr machen können, was Sie wollen." Der Regisseur würbe wütenb. „Herr", brüllte er, „wohin würbe es führen, wenn sich jeder Artist einmischen würde, wenn ich mit einem anderen etwas ausmache. Es bleibt so, wie ich bestimme: ber Auftritt Perling wird gekürzt. Am liebsten würbe ich bie Perling ganz ausfallen lassen, benn bei ben Gerüchten, bie über sie im Umlauf sind, ist es eine Zumutung —" (Fortsetzung folgt) 9.J4.-tfport Handball-Vorschau. Gauklasse. Luftwaffe Gießen — Mombach. ,2m letzten Heimspiel der Spielkunde empfängt die Giehener Luftwaffe Mombach. Diese stehen mit den Gießenern punktgleich in der Tabelle. Trotz guter Leistung mußten die Soldaten im Dorspiel eine knappe 6:8-Niederlage hinnehmen. Am vergangenen Sonntag beging man wieder frühere Fehler. Aus der vermeidbaren Niederlage wird man sicher gelernt haben und eine andere Mannschaftsleistung bringen. Auf Gießener Boden erwartet man daher einen Sieg der Luftwaffe. Handball der HI. Lang-Göns — Mtv. Gießen. Für beide Mannschaften ist das Spiel von großer Bedeutung. Gießen muß die Tabellenführung verteidigen, während Lang-Göns immer noch Aussichten besitzt, in die weitere Entscheidung einzugreifen. 9m Borspiel vergab die Platzmannschaft trotz Spielgewinnes durch Mitspielen nicht spiel- berechtigter Spieler die Punkte. Diesmal will man versuchen, unbedingt Sieger zu bleiben. Die Gießener haben lange ausgesetzt. Können sie verstärkt cm treten, so besitzen sie Gewinnmöglichkeiten. Vielleicht gibt jedoch auch der eigene Platz einen Vorteil für Lang-Göns. Watzenborn — Holzheim. 9m Vorspiel kam Watzenborn kampflos zu den ^Punkten. Holzheim hat nun in den letzten Spielen gezeigt, daß es nicht gewillt ist, am Tabellenende zu bleiben. Trotz aller Anstrengungen der Platzmannschaft werden die Gäste Sieger bleiben. DJ.-Klasse. Grüningen. — Heuchelheim. 9n dieser Klasse ist die Platzmannschaft Tabellen- ferfter. Das Vorspiel konnte sie schon klar für sich entscheiden. Die Heuchelheimer werden sich sehr anstrengen müssen, um ein günstiges Resultat zu erzielen. Lsng-Göns — Heuchelheim 4:0 (0:0). Lang-Göns gelang am vergangenen Sonntag ein klarer Sieg. In her ersten Hälfte war das Spiel noch ausgeglichen. Nach dem Wechsel kam die Platzmannschaft mehr auf und konnte durch vier Erfolge das Spiel sicher gewinnen. Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen! Bannnieisterschasten im Radfahren. Am Sonntag, 10. Mai, finden in Gießen die Bannmeisterschaften im Radfahren statt. Start 8 Uhr an der Volkshalle. Rückennummerausgabe 7.30 Uhr. Fahrtstrecke: Gießen—Lich—Grünberg—Gießen. Dom Rollschuhsport. Dom 11. bis 16. Mai findet auf der Gießener Rollschuhbahn am Schwanenteich ein Rollschuh- Lehrgang statt, der von der Deutschen Meisterin im Rollkunstlauf Alix Horn, Frankfurt a. M., geleitet verdunkelungszeit: 9. Mai von 22.01 bis 5.05 Uhr. 10. Mai von 22.02 bis 5.04 Uhr. und vom Bann 116 Gießen durchgeführt wird. Alix Horn wurde im vorigen Jahr bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Breslau 1. Siegerin, und es gelang ihr dann anschließend bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart, bei sehr starker Konkurrenz die Deutsche Meisterwürde im Rollschuhlauf zu erringen. Anschießen des Schützenvereins Gießen Mit dem Anschießen hat der Schützenverein seinen Sommerbetrieb ausgenommen. Die Beteiligung war trotz des Krieges zufriedenstellend. Die Leistungen zeigten, daß auch während der kalten Jahreszeit im Schützenhaus geübt wurde, und die gute schießsportliche Form, in welcher sich die Schützen im vergangenen Jahr befanden, noch vorhanden ist. Aktive Schützen (20 Teilnehmer). Legler-Plakette. Bedingung: Wehrmannscheibe 175 Meter, 3 Schuß liegend-freihändig (keine Wiederholung). Sieger Willi K u n e r t, 53 Ringe. Ehrenscheiben. Wehrmann 175 Meter 'liegend- freihändig für Schützen der Klasse A und B 1 Schuh, 1 Stechschuß. Sieger Hans Wessels, 20 Ringe (18), dergleichen für Schützen der Klasse C und D, Sieger Hermann Sauer, 18 Ringe (18). Stand- meister 175 Meter stehend-freihändig, Sieger Willi Horn, 19 Ringe (17). Kleinkaliber. 50 Meter. 1 Schuß liegend-freihändig. Klasse A und B, Sieger Willi Schuhmann, 11 Ringe; Klasse C und D, Sieger Willi Amend, 11 Ringe; bester Schütze in diesem Kampf Hans Wessels, 12 Ringe. Scheibenpistole. 50 Meter. 1 Schuß, 1 Stechschuß. Sieder Adolf Möhl, 17 Ringe (14). Jungschützen (12 Teilnehmer). 50 Meter, liegend-freihändig, Sieger Herbert Müller, 12 Ringe. Büchertisch. — Als Sonderdruck aus dem „Bericht der Ober- hessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Gießen, Band 20/22 (1942)*, Naturwissenschaft- liche Abteilung, erschien im Verlag der von Mün- chowschen Universitätsdruckerei Wilhelm Schmitz in Gießen eine interessante Arbeit des Dozenten am Botanischen Institut der Universität Gießen, Dr. phil. habil. Karl Heidt unter dem Titel „Gegenwärtige Kenntnis und Anwendung einheimischer Heilpflanzen in der Volksmedizin Hessen-Nassaus" (Preis 1,80 RM., 118 Seiten, Gießen 1942). Die Untersuchung, auf Anregung von medizinischer und veterinärmedizinischer Seite entstanden und mit Unterstützung des Reichsforschungsrates, der hessischen Landesregierung und der gesamten Dolksschul- lehrerschaft durchgeführt, richtet sich zwar in erster Linie an die Wissenschaft — mit dem Ziele, „ein möglichst genaues Bild von der gegenwärtigen Bedeutung der Volksmedizin zu erhalten" —, ist aber, gerade weil sich hier Theorie und Praxis in verschiedenen Fachdisziplinen begegnen, auch für den aufgeschlossenen Laien anregend und lehrreich zu lesen. Der allgemeine Teil gibt einen Einblick in die für die Untersuchung angewandte Methode und gewinnt aus der Betrachtung der Wechselbeziehungen zwischen Botanik und Volksmedizin eine Reihe auch etymologisch, volkskundlich und kulturhistorisch interessanter Gesichtspunkte; der spezielle Teil bringt in alphabetischer Folge (von Adlerfarn bis Zwiebel) eine so knappe wie gründliche Auswertung des in zehn Jahren sorgsam zusammengetragenen Materials; auch hier wird neben dem Botaniker und dem Pharmakologen wiederum der Folklorist und der Kulturhistoriker auf seine Kosten kommen. Eine schematische Uebersicht und die Zusammenstellung des einschlägigen Schrifttums runden die auch für den Außenstehenden ohne weiteres lesbare und nützliche Arbeit ab. Hans Thyriot. — Wir Arbeitsmaiden in Hessen. Ein Erinnerungsbuch füir Führerinnen und Arbeitsmaiden des Bezirkes XI, Hessen. Herausgegeben von der Bezirksleitung Wiesbaden, mit einem Geleitwort der Bezirksführerin Stabshauptführerin Lotte Hornung. Gestaltung und Text von Maidenoberführe- rin Lena Bendix. 95 Seiten mit zahlreichen Bildbeigaben. 3,90 RM. Verlag Erich Klinghammer, Berlin. — Das gefchmachvoll und gediegen ausge- ftattete, mit vielen Bildern geschmückte Buch will in erster Linie den Arbeitsmaiden unseres Bezirkes Hessen eine bleibende, lebendige Erinnerung an die Zeit ihres Einsatzes im Reichsarbeitsdienst und im Kriegshilfsdienst während des gegenwärtigen Kampfes fein. Darüber hinaus wird das Werk jedermann einen anregenden und vielfältig aufschlußreichen Einblick in das Leben und die Aufgaben des weiblichen Arbeitsdienstes geben. Die reiche und schöne hessische Heimat wird in Wort und Bild so anziehend geschildert wie der Innen- und Außendienst und der gefamle Tageslauf in den Lagern. Da ist nichts vergessen: der Fahnengruß am Morgen, die Arbeit beim Bauern und im Kindergarten, Musikpflege und Feierabendgestaltung, Wäsche und Küchendienst, Sport und gesundheitliche Betreuung, Kleiderappell und Urlaubstag; in den plastischen Bildausschnitten und den knappen, vielfach gereimten Erlebnisschilderungen der Maiden wird das alles, auch für den Außenstehenden, unmittelbarlich anschaulich. So wird das mit Sorgfalt und Liebe zusammengestellte Buch seinen Weg machen. Hans Thyriot. — Gothaisches Jahrbuch für Diplomatie, Verwaltung und Wirtschaft. 179. Jahrgang 1942. Verlag Justus Perthes in Gotha. Nach neunjähriger Pause erscheint dies Jahrbuch in deutscher Sprache wiederum, nachdem mart sich inzwischen mit dem „Almanach de Gotha" hat behelfen müssen, an dessen 178. Jahrgang vom vorigen Jahre es unmittelbar anschließt. Mit der deutschen Ausgabe entspricht der Verlag gewiß einem besonderen Bedürfnis, denn das Jahrbuch mit feinen! zuverlässigen und meist auf den neuesten Stand ge* brachten Angaben über politische Entwicklung, Verfassung, Verwaltung und Diplomatie nebst sorgfältig aufgestellten statistischen Tabellen über Fläche und Bevölkerung, Finanzen, Wirtschaft, Verkehr und Presse ist heute für jeden Zeitungsleser fast unentbehrlich. Besonders interessant find die durch den Krieg bereits heroorgerufenen territorialen Veränderungen, die schon berücksichtigt werden konnten. Durch Nachträge wurde das Jahrbuch auf den Stand vom März 1942 gebracht. Der neue Band, den ein Bild des finnischen Staatspräsidenten Nyti schmückt, zeigt die gediegene Ausstattung seiner Vorgänger. Dem Verlag, der die großen Schwierigkeiten nicht gescheut hat, die die Herausgabe eines solchen umfassenden und exakten Nachschlagewerkes mitten im Kriege bereitet, werden die vielen Freunde des Jahrbuches und sicher manche neue Benutzer Dank wissen für seine Mühe. Dr. Fr. W. Lange. — Elisabeth Schaible: Der zerbrochene Spiegel, eine Erzählung aus den Tagen Friedrichs des Großen, Verlag Rütten & ßoening, Potsdam Preis in Leinen gebunden 4,80 RM. — Aus einem Päckchen vergilbter Familienpapiere eines märkischen Adelsgeschlechtes enthüllt sich das Schicksal dreier seltsam miteinander verbundener Menschen, durchweht von dem Atem friderizianischen Geistes mit seiner Forderung der Pflicht und der Treue. Aus der tändelnden Grazie des Rokoko hebt sich das Element des Preußentums heraus in den Gestalten des großen Königs und einer zarten Frau, die Sinn und Aufgabe des Lebens über das Glück ihres eigenen Jchs hinweg im Wirken für das Ganze sieht. Die feingeschliffene strenge Form der Erzäh- lung rundet sie zu einem kleinen Kunstwerk. Fr. W. Lange. Eee__ H das aübewährle KPyO&FOl Hustenbonbon ■ Wal ÖM ■ kW nur jm Orangebeuiei ßüM^eilqueHe Karferprudei 2o gleichen Preisen in Apotheken, Drogerien und M Äe ßrunneoverwallung ßiskirchen > Rui 44 * erhältiicL Bekanntmachung. Das Lesholzsuchen in den Monaten Mai und Juni ist verboten. Auch das Aufarbeiten von Ab- faUreifig sowie das Sammeln von Zapfen auf Grund eines Erlaubnisscheines ist in diesen Monaten nicht gestattet. 1544C Gießen, den 7. Mai 1942. Hessisches Forstamt Gießen. Forstamt Krofdorf. Am Dienstag, dem 12.2Uai b. 3., von 9 Uhr ab, ßverden bei Gastwirt klinket zu Odenhausen (Lahn) aus den Distrikten 73a, 73b, 78a und 81 der Rfö. Salzböden zu festgesetzten Höchstpreisen verkauft: 1300 rm Ei.- u. Bu.-Stangenreiser 200 rm Bu.-Astreifer 70 rm Fi.-Stangenreiser. 1525D Die Forstkasse nimmt im Termin Zahlungen ent- Reisig-Verkauf im Licher Stadtwald. Am Montag, bem 11. Mai 1942, werden in den Vorstorten Eisenkaute, Mönchköpfe, Zappenau, Fich- stenkopf, Rehtränksberg und Eichwald verkauft: Reisig-Vellen: Buchen 15 000, Kiefern 7000. Das Durchforstungsreisig in Eisenkaute 33, Reh- kränksberg 14, Fichtenkopf 43 unh 44 und Eichwald 59 wird nicht vorgezeigt und ist vorher zu besich- tiqen. ' 15160 Treffpunkt vormittags 10 llhr am Kreuzungs- punkt der Nieder-Besfinger und Konzebuhl-Schneise. Lich, den 5. Mai 1942. ., Der Bürgermeister: Geil. Einfache bequeme Hqustnnkkur Rheumatismus Hexenschuss-Jschias Gichfosinf seit30 Jahren bewährt in allen Apotheken zu haben I Sßrobe u. aufGärenbe D-^christ k-MW-°°» Max Dultz, Berlin 235, Friedrich-Straße T15 empfiehlt er ein richtiges Wundpflaster. Also Traumaplast mit dem luftdurchlässigen Mullkissen, das ein weiches Polster bildet und die Wunde bzw. Blase sowohl vor Verunreinigung als auch vor neuerlicher Reibung schützt JJJundqrufmurrt 1 1 Der Arzt warnt vor einem einfachen Heftpflaster, vlelmfcfif ür’s Büro! 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Scherer, Niederdieten 1535 D Für die uns zu unserer silbernen Hochzeit dargebrachten Glückwünsche, Blumenspenden und anderen Beweise des Wohlwollens danken wir herzlichst Dr.phil.6eorg Walter, Studiendirektor, und Frau Johanna, geb. Müller Gießen, im April 1042 Kaiserallee 6tt Lindau (Bsee.) Mai 1942 Für die freundlichen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Verlobung sagen wir unseren herzlichen Dank Charlotte Mattern Georg Vaerst, Oberleutnant Gießen, im Mai 1942 Für alle mir zu meinem 80. Geburtstag zugegangenen Aufmerksamkeiten u. guten Wünsche sage ich hiermit herzlichen Dank. Wilhelm Engelhardt Gießen (Plockstr. 6), Mai 1942 ... 02189/ Ihre Verlobung geben bekannt Gertrude Meinel Opernsängerin Andreas Volpert Ballettmeister Seesand Mandelldeie Qi&uCfarercfcßchificU Für sehr Empfindliche auch ohne Seesamf. Streudose 95 Pfg. Karton 48 Pfg. Kleinpatkung 19 Pfg. Statt Karten! Arthur Krause und Frau Alma, geb. Seibel danken recht herzlich, auch im Namen derEItern,für die ihnen so zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten z. Vermählung Gießen (Germania-Drogerie), den 9. Mai 1942 ^Schutz vor Ansteckung bei Erkältung, Grippe usw. Gießen SchiffenbergerWeg34 Bismarckstr. 36 im Mai 1942 Das, Warenzeichen der Fabrik, chem.pharm. Präparate HO. ALBERT WEBER MAGDEBURG-W. ße/for4erS4r.23 Franz Ostermeier und Frau Mimi, geb. Bastian Ihre Vermählung geben bekannt Willi Georg Gefr. in einer Nachr.-Komp. Leni Georg geb. Roth Knobiauch-Beeren „Immer jünger" Frankfurt a/M. 9. Mai 1942 Gießen-Wieseck Lollar Am Eichelbaum z. Z. im Felde 10. Mai 1942 ..Hicoton“ ist altbewährt gegen das Uebel. Preis RM.2.90. In allen Apoth. u. Neue Apotheke, Gießen. Prosp. gratis vom Alleinhersteller: „Medika“ München 42. 32V BÜKO-EINRJCHTUNGEN Gießen, Bahnhofstraße. Charlotte Baur geb. Baunach 8. Mai 1942 z. Z. im Felde Gießen Kirchenplatz 2 Volksbundfürdas Deulschlum im Ausland Kreisverband Wetterau Ich bitte unsere Mitglieder, an der öffentlichen Kundgebung der NSDAP, am 9. Mai 1942, 20.15 Uhr, in der Aula der Universität geschlossen teilzunehmen. Schwarz VDA.-Kreisverbandsleiter 1527 D Wir danken herzlichsr für die uns anläßlich unserer Vermählung übersandten Glückwünsche und Aufmerksamkeiten Karl Beck und Frau Hanni, geb. Thoms Gießen (Seltersweg 47) _______________________02148/ Eintrittspreis: RM.l.-, auf Mitgliedsausweis des Gießener Vortragsringes RM.0.80, Wehrmacht und geschlossene Formationen RM. 0.50, in der Kartenverkaufsstelle der N8G.-Kraft durch Freude, Seltersweg 60, Tel. 2141, und an der Abendkasse. 1524D 10. Mai 1942 _________________02136/ Gießen, Kaiserallee 2 9. Mai 1942 ___________________02146/ Gießen, im Mai 1942. 02129/ Statt Karten Ihre Vermählung zeigen an Albert Römer Oberfeldwebel in einem Kampfgeschwader Anni Römer geb. Freitag z. Z. im Felde Heuchelheim Ernststr. 33 9. Mai 1942 ______1531 D/ Gießen, am 9. Mai 1942 02156/ Ihre Vermählung geben bekannt Otto Willi Abel Gefr. in einer Pz.-Jg.-Abtlg. Emilie Abel geb. Weller Gießen-Wieseck Kornblumen- Alten-Busecker Straße? Straße 25 9. Mai 1942 02199 / :ur DOOlnoo 0Ö7 A39o7W Die Mitglieder unserer Bank werden zu der am Dienstag, 19.Mai 1942, abends 8^2 Uhr, im Restaurant „Hindenburg“ stattfindenden 83. ordentl. Generalversammlung eingeladen. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes über die Geschäftsergebnisse des Jahres 1941 2. Bericht d. Aufsichtsrates über die Prüfung der Jahresrechnung und über die Revision der Bank durch den Verbandsrevisor 3. Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz und die dem Vorstand und Aufsichtsrat zu erteilende Entlastung. Beschlußfassung über die Verteilung des Reingewinns 4. Ersatzwahl ausscheidender Mitglieder des Aufsichtsrats 5. Verschiedenes. - , Unser Geschäftsbericht für 1941 liegt ab heute während der Geschäftsstunden bei uns zur Einsicht offen. Gießen, 6. Mai 1942. Handels- und Gewerbebank e.G.m.b.H. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats: Franz Gros. 1514 D 02207/ Gießen, 9. Mai 1942 02209/ 1529 D/ Hilde Benschllng Helmut Mandler Für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Verlobung danken wir herzlichst Heuchelheim, z. Z. im Felde im Mai 1942 Für die uns anläßlich unserer Silberhochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten undGeschenke sagen wir hiermit herzlichsten Dank Aug. Gensheimer u. Frau Allen, die mich anläßlich meines 75. Geburtstages durch Gaben und Glückwünsche erfreuten, spreche ich, da es mir nicht möglich ist jedem einzelnen zu danken,hiermit meinen herzlichen Dank aus. Adolf Bourgeois Gießen, den 9. Mai 1942 Neuen Bäue IG Das gute MWWWMWMD & 1ÄÖ BOSCH - Radlicht— letzt kaum mehr lieferbar— wird ta d el los reparlertdurch 1367 D Ludwig Fetzer Boschdienst Gießen, Schanzenstraße 3 Fernsprecher 2534 TOGALWERK MÜNCHEN Rheuma-Gicht Neuralgien Erkältungs? Krankheiten IPUDEIR Füße erhitzt überangestrengtz brennend? Nachsüllbeutel 50 Pf. Sn Apotheken,Drogerien u. Fachgeschäften erhälL Da hilft allen, die diel gehen und steheM müssen, rasch Efasit-Fußpuder. Er trocknet? beseitigt übermäßige Schweißabsonderung! verhütet Blasen, Brennen, Wundlausen. ohne Zucker in Zublnde gläsern und -gefäOen Beutel 20 Pfg. rohe oder gekochte j? Hersteller: Friko-Dorfmund, Postfach,225 Ruf; 34752 Überall erhältlich Bezugsquellen werden gern nachgewiesen m2V wie kommen wir nn das Vitamin Bit Vitamin Bi ist in den meisten natürlich. Flahrungs» Mitteln enthalten, sofern es nicht durch zu verfeinert. Wochen zerstört wird: auperd.in benRanbfchich- ten und Keimlingen des Brotgetreides (Vollkornbrot!), in Ceber, Nieren, Herz und irn Fleisch solcher Nere, die viel Kleiefutter bekommen. Das meiste Vitamin Bi enthält übrigens die Bierhefe, und mit diesem kostbaren Wirkstoff aus der fjefe ist unser Vitamalz-Einsachbier angereichert. Es ist also wohlschmeckendes Genußmittel, bekömmlicher Vurstlöscher und Vitaminspender zugleich. Unsere Nahrung muß bekanntlich durch den Stoffwechsel in Energie, Lebenskraft verwandelt werden. Dazu braucht unser Organismus dieses Vitamin Bl, und zwar täglich etwa den tausendsten Teil eines Grammes. 'ffüffn'n alkoholarm vitaminreich (B) Aber z Zt. denen lassen, die’s am nötigsten haben» Und; nicht schimpfen, wenn Sie's nicht immer be» kommen. Das wird auch wieder anders. — Alleioa herstell^.^Glaabsbräu^SeJigefKtad.tVHesseflfc^ir^