192. Jahrgang Nr. 57 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener »>amilienblätter Heimat imBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr..: ,, -25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanscbluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheckll68kFrantt./M. GietzenerAnzeiger vrühlsche UniverfitätLdruckerri 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Sietzen,^rchulftratze 7-» Montag. 9. MSr; 19^2 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/r Uhr desVormittags Anreigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Nvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell AbschlüsseMengenstaffelü PlatzvlEchrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o meot „Trutz der Ilot durcl Von unserem D. . (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Zürich, März 1942. Die Aufforderung, die in der Ueberschrrft mitgeteilt wird, findet sich auf einem Plakat, das man in der Schweiz an allen bemerkenswerten Punkten angeschlagen sieht. Sie wird erläutert durch eine üppige Kornähre auf himmelblauem Grund. Damit ist man gleich beim Kernproblem des Schweizer All- tags, beim täglichen Brot! Um sie kreist alles Sinnen und Denken. Denn man sieht sich vor der Frage, beinahe etwas Unmögliches zu wollen. Die Schweiz ist als ausgesprochenes Gebirgsland fast zur Hälfte unproduktiv. Die Hochalpen sind zwar landschaftbich von höchstem Reiz und locken auch die Fremden in Friedenszeiten in großer Zahl heran, aber landwirtschaftlich ihnen etwas abzugewinnen, ist ein eitles Bemühen. Diese eine Hälfte des Landes muß also als hoffnungslos abgeschrieben werden. Die andere ist natürlich wie überall gut und weniger gut. Bei dem letzten Teil hat die Arbeit eingesetzt. Nicht ohne Erfolg! Man stellt jetzt mit Genugtuung fest, daß sich die Gesamtanbaufläche seit Kriegsbeginn um mehr als die Hälfte vergrößert hat. Sie beläuft sich zur Zeit, wie der eben erschienene Quar- talsbericht der Eidgenössischen Kommission für Kon- junkturbeobachhung mitteilt, auf 310 000 Hektar. Ze- doch, so wird gleich hinzugefügt, noch reiche die Fläche nicht aus: die Schweiz bedürfe zur Sicherstellung ihres täglichen Brotes einer Fläche von 500 000 Hektar! Ob die fehlende Menge vom Ausland hereinkommt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Deshalb trifft man die Vorsichtsmaßnahmen, das Getreide fo scharf wie möglich auszumahlen und das Brot nur „altbacken" zum Verkauf zu bringen. Durch dieses Mittel hat sich bisher die Rationierung vermeiden lassen. Dasselbe ist bei dem Fleisch gelungen. Doch griff man hier regelnd ein, indem man nach und nach drei fleischfreie Tage in der Woche einführte. Bei solchen Ernährungsver- hältnissen kann man natürlich noch nicht von einer eigentlichen Not sprechen, aber man wird doch besinnlich und sucht nach Auswegen. Hierbei bemüht man sich mit ehrlichem Bestreben um Verständnis. Man lehnt es allerdings ab, von ausländischen Journalisten mit einem entschwundenen Arkadien verglichen zu werden. Die Schweizer sind in allen ihren Volksteilen zu nüchtern, um jemals zu dem Glauben zu gelangen, daß in ihren Tälern früher ein idyllisches Hirtenparadies bestanden habe, wie es Sagen und Märchtenträume von Arkadien berichten. Selbst in der höchsten Blüte des Reiseverkehrs (vor dem Weltkriege 1914/18) liefen keine gebratenen Schweine herum, bei denen man nur zuzulangen brauchte. Vielmehr bestand das Alltagsleben der Schweizer bereits seit ihrem Zusammenschluß in der Eidgenossenschaft in einem stetigen Kampf ums Dasein. Aber sie führten ihn gegen alle Gewalten mit Freude und Kraft, weil die Landesfreiheit ihnen den Antrieb dazu gab. Dabei blieben sie sich keinen Augenblick darüber im Unklaren, wie wichtig für sie das gute Verhältnis zu den großen Nachbarn ist, zwischen denen und aus deren Volksteilen sie ihr Staatswesen aufrichten konnten. Daß sich bei solchem Entwicklungsgang nicht immer der richtige Gefühlsausgleich nach allen Richtungen hin vollzieht, bleibt menschlich verständlich. Man wird diesen Zustand hinnehmen können, wenn sich die Behörden und die Oefsentlichkeit der notwendigen Korrektheit befleißigen. Anderseits wird man auch anerkennen, mit welcher Zähigkeit und Zielstrebigkeit der kleine, einge- schlossene Binnenstaat sich bemüht, aller Schwierigkeiten Herr zu werden. Man man auch ein gewisses Schmunzeln nicht unterdrücken können, wenn man den Stolz der Schweizer auf ihre Handelsflotte sieht. Diese würde bestimmt noch erheblich mehr heranschaffen, wenn sie mehr Gelegenheit zur Warenbeschaffung hätte. Hingegen läßt sich ein Kopfschütteln nicht vermeiden, wenn man sieht, w.e wohlmeinende Patrioten eine Verbesserung des Wasserstraßennetzes durch die Anlage eines Kanals von der Aare zum Genfer See vorschlagen in der Hoffnung, einen regen Schiffsverkehr aus Deutschland zum Mittelmeer hochzuzüchten. Es ist jedoch nie bekannt geworden, daß die bereits bestehende Verbindung durch den Rhein—Rhone-Kanal jemals über nicht ausreichende Verkehrsmöglichkeiten geklagt hätte. . Es erscheint beachtlich, wie sich Die Schwerz der Kohlenknappheit mit Erfolg erwehrt. Deutschland ist ihr als einziger Kohlenlieferant übrig- geblieben. Natürlich wird auf diese Weise der Bedarf nicht ausreichend gedeckt. Zu dieser Kriegserscheinung kommt noch der strenge und lange Winter dieses Jahres. Kein Wunder, wenn die an sich' recht beträchtliche Elektrizitätserzeugung des Landes sich als unzulänglich erweist. Hauptsächlich aus klimatischen (Brünnen, da die Stauseen der Elektrizitätswerke vielfach zu Eis erstarrten und infolgedessen die Turbinen nicht mit Wasser beliefern konnten. Eine solche in diesem Winter übigens erstmalig beobachtete Erscheinung hat sogleich den Erfindergeist mächtig angeregt. Man wird ein riesiges Akkumulatorenwerk errichten, hier im Sommer Energie aufspeichern und diese dann im Winter nach Bedarf verteilen. Im Augenblick blieb natürlich nichts anderes möglich, als dos Heizen mit elektrischen Oefen in Privathäusern zu verbieten und den Eisenbahnverkehr weitgehend einzuschränken. Selbstverständlich ist der Kraftwagenverkehr seit Kriegsausbruch erheblich zurückgegangen, obwohl rür die großen Wagen der Holzgasgeneratorenantrieb sich auch hier sehr eingebürgert hat. Alle Treibstoffarten bleiben nach wie vor recht knapp. In der letzten Februarwoche hat sich Bundesrat Stampfli, der Leiter des Volkswirtschaftsdepartements, über die Wirtschaftslage der Schweiz in einer öffentlichen Rede geäußert. Er begrüßte die Fortschritte in der Agrarversorgung, stellte auch solche auf dem Gebiete der Ersatzstoffe, namentlich / Schweizer Brot!" Berichterstatter. in der Textil- und Treibstoffwirtschaft, fest, bedauerte aber, daß die Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern in der Verwertung der Altstoffe und Abfälle noch sehr weit zurückstehe. Er legte der Bevölkerung dringend ans Herz, sich für deren Nutzbarmachung mit aller Kraft einzusetzen. Die Verwaltung der Schweizer Bundesbahnen geht bereits mit leuchtendem Beispiel voran. Vor einiger Zeit ist die gewaltige, viergleisige Eisenbahnbrücke vom Hauptbahnhof der Bundeshauptstadt Bern über das Aaretal dem Verkehr übergeben worden. Sie ist die größte Betoneisenbahnbrücke in Europa und wird mit Recht als ein Meisterstück Schweizer Technik angesehen. Bisher ging der Verkehr über eine Brücke von Eisen und Stahl. Diese wird nunmehr behutsam abgebrochen. Mit 600 Tonnen Schrott liefert sie einen wertvollen Beitrag zur schweizerischen „Altmetallsammlung". Durch solche Maßnahmen zeigen die Behörden, daß sie gewillt sind, mehr und mehr sich von den rein lioeralistischen Wirtschaftsformen der Vorkriegszeit zu lösen. Sie erkennen, wohin eine allzu große Bewegungsfreiheit des Einzelnen führen kann. Bei etwas mehr Voraussicht und stärkerer Lenkung und lieber« wachung der vorhandenen Mittel wäre mancher gegenwärtige Mangel vermieden worden, manche Schwierigkeit vielleicht überhaupt nicht entstanden. So wirkt die Not als Erzieher. Am schmerzlichsten empfindet das der eigenwillige Schweizer in der Beschränkung seiner persönlichen Freiheit. Er kann I o t i o, 9. März. (DRV. Funkspruch.) Japanische Truppen haben an bisher unbenannten Punkten Landungen auf Neu-Guinea durchgeführt. * Neu-Guinea, die zweitgrößte Insel der Erde, mit seinen 800 000 Quadratkilometern noch um ein Viertel größer als das Deutsche Reich, aber mit kaum einer Million Einwohner einer der dünnst bevölkerten Teile der Welt, verdankt diese schwache Besiedlung den bis zu 5000 Meter ansteigenden Ge- hirgen, die die Insel durchziehen, und dem den Europäern wenig zuträglichen feucht tropischen Klima in den Ebenen und Küstenstrichen. Das ist wohl auch der Grund, warum Neu-Guinea erst verhältnismäßig spät in die Kolonialpolitik der europäischen Nationen einbezogen wurde. Denn wenn Rangun von jap Tokio, 9. März. (DRV. Funkspruch.) Rangun ist von japanischen Truppen vollkommen beseht worden. * Rangun ist mit 400 000 Einwohnern die Hauptstadt Burmas und der wichtigste Hafen Hinterindiens. Einige Entfernungsangaben mögen illustrieren, wie nahe — für die Verhältnisse der Kriegführung zur See und in der Luft — der Krieg an Vorderindien, dem Mittelpunkt des englischen Kolonialreiches, herangekommen ist. Es sind von Rangun nach Kalkutta 1350, nach Madras knapp 2000 und nach Colombo an der Westküste Ceylons 2370 Kilometer! Rangun hat für Vorderindien aber auch noch eine besonders weittragende Bedeutung. Es ist der größte Reishandelsplatz der Welt. Burma führt alljährlich drei Millionen Tonnen Reis aus. Davon geht rund eine Million Tonnen über die von den Japanern schon vorher besetzten Häfen Tavoy und Mulmein. Reichlich zwei Millionen Tonnen Reis werden aber über Rangun verschifft, von denen zwei Drittel für Vorderindien und Ceylon bestimmt waren. Da auch Französisch- Jndochina, Thailand und Jnsulinde als Reislieferanten ausscheiden, kommt die ganze Ernährungswirtschaft des ungemein dicht bevölkerten Indiens und der Insel Ceylon in Unordnung und die sehr mißlichen Ernährungsverhältnisse in Vorderasien — von Iran bis Aegypten — werden noch wesentlich verschlechtert. Nach dem Verlust der Erdölgebiete auf Borneo und Sumatra ist Burma auch das letzte Auch Djolialarta von Tokio, 7. März. (DNB.) Nach der vorherigen Besetzung von Purwodadi und Surakarta wurde der strategisch wichtige Schlüsselpunkt nahe der Südküste Javas D j o k i a k a r t a von den Japanern besetzt. Surakarta ist die Hauptstadt des niederlän- 'd-isch-indrschen Gouvernements gleichen Namens ungefähr in der Mitte der Insel Java. Sie hat rund 170 000 Einwohner. Besonders Gold- und Kupferwaren werden dort hergestellt. Djotiakarta ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, etwa 10 Kilometer nördlich von der Südküste, ungefähr in der Mitte der Insel Jcrva, einer Gegend, in der bevorzugt Kaffee, Zuckerrohr und Tabak angebaut werden. Die Stadt hat etwa 140 000 Einwohner und ist Sitz eines Gouverneurs. Durch den bereits vor mehr als 24 Stunden erfolgten japanischen Durchstoß zur Südküste von Java ist es den Verteidigern unmöglich gemacht worden, Truppen und Kriegsmaterial noch nach Australien abzutransportieren. Der einzige für Einschiffungen großen Stils zur Verfügung stehende Hafen an der Südküste Javas ist durch 'systematische Bombenangriffe nahezu unbrauchbar gemacht worden. Durch Truppenlandungen an einer Reihe weiterer Punkte der javanischen sich nicht mehr dem Beruf widmen, dem er gern möchte. Seine schönsten Erinnerungen gelten noch der Blütezeit des Hotelgewerbes. Sie haben sich aber schon längst zu einem Traumbild verflüchtigt. Bereits seit dem ersten Weltkrieg ist der Fremdenverkehr derartig zurückgegangen, daß sich langsam eine Umschichtung innerhalb der Berufe durchsetzen mußte. Seit 1940 beschleunigt sich deren Tempo. Die Landwirtchaft wurde zu einem ausgesprochenen Mangelberuf. Ihrem Wesen nach sind jedoch ihre Forderungen so gebieterisch, daß auch der „freieste" Schweizer sich ihnen nicht entziehen kann. Weiter verlangen die Uhrenfabrikation, vor allem die chemische Industrie und merkwürdigerweise das lange darniederliegende Stickereigewerbe einen erhöhten Zustrom von Arbeitskräften. Da alle drei Wirtschaftssparten wichtige Vertreter des Schweizer Exports sind, durch den Nahrungsmittel herangeschafft werden, so muß sich die arbeitende Bevölkerung oft genug umstellen. Sie tut dies, wenn auch mit Hemmungen. Diese liegen hauptsächlich in der immer beträchtlicher werdenden Spannung zwischen dem Lohnindex und Lebenshaltungsindex. Hier tritt die früher herrschende Wirtschaftsgesinnung am deutlichsten in Erscheinung, allerdings etwas verständlich gemacht durch die große Abhängigkeit vom Ausland gerade auf dem Gebiet der Ernährung. Es wird noch viele Bemühungen und noch mehr Einsicht bei allen Bevölkerungsschichten kosten, ehe hier der erträgliche Ausgleich sich durchsetzt. Er ist eine Naturnotwendigkeit aus innerem Schweizer Geschehen, zugleich aber auch eine Voraussetzung für die Angleichungen der Schweiz an das künftige Europa ... U -Guinea gelandet es auch schon Anfang des 16. Jahrhunderts von Spaniern entdeckt wurde, so nahmen, erst 1828 die Holländer die westliche Hälfte der Insel in Besitz, in die östliche teilten sich 1884 Deutsche und Briten. Zum damaligen deutschen Kolonialbesitz gehörte auch der Bismarck-Archipel mit den Inseln Neu-Pommern, Neu-Mecklenburg, Neu-Han- nover und den im Bogen nach Norden vorgelagerten Admiralitäts-Inseln. Das Versailles Diktat beraubte uns mit den anderen Kolonien auch dieser fernen Besitzungen, nachdem sie schon vor Beginn des Weltkrieges den Australiern in die Hände gefallen waren. Als Völkerbundsmandate verschüchterte man sie an Australien, das sich aber gänzlich unfähig zeigte, etwas der früheren deutschen Musterverwaltung auch nur annähernd Gleichwertiges auf die Beine zu stellen. en besetzt. große Erdölgebiet, das den Engländern im Indischen Ozean bis zum Persischen Golf zur Verfügung stand. Zwei Großraffinerien verarbeiteten in Burma jährlich über 1,1 Millionen Tonnen Erdöl zu hochwertigem Flugzeugbenzin. Für die englische Heimatinsel schlägt der Verlust der Oelsrüchte- einfuhr von Baumwoll- und Sesamsamen, von Erd- und Kokosnüssen schwer zu Buche. England und die Vereinigten Staaten können jetzt auch die letzten Liefermöglichkeiten von Blei, Zinn und Wolfram aus Hinterindien abschreiben. Auch pegu in japanischen Händen. Tokio, 9. März. (DNB. Funkspruch.) Die japanischen Truppen besetzten am Samstagnachmittag Pegu. Oberkommandierender an der Burma-Front ist Generalleutnant Shojiro Jida, der seinerzeit die Landungsoperationen im Süden von Französisch- Jndochina leitete. Pegu liegt etwa 70 Kilometer nörlich von Rangun. Nach der Einnahme von Martaban am 10. Februar verfolgten die japanischen Truppen die fliehenden Feinde. Sie durchbrachen am 16. und 17. Februar den starken feindlichen Widerstand am Flusse Bilin und vernichteten anschließend eine feindliche Division ostwärts vom Flusse ©ittang. In der Nacht zum 3. März erzwangen die Japaner den 11 eher gang über den Si klang und begannen am gleichen Tage den Angriff auf Rangun. Mit dem Fall von Rangun ist das Hauptziel der japanischen Operationen an der Burma-Front erreicht. den Japanern beseht. Nordweskküste ist es den Japanern gelungen, fast die gesamte etwa 50 000 qkm große Küstenebene unter ihre Kontrolle zu bringen. Die längs der Küste ver- laufenden Bahnlinien befinden sich in japanischer Hand. Burmas strategische Bedeutung. Tokio, 9. März. (DNB.-Funkspruch.) Major Takashi Hiraguschi von der Pressestelle des Kaiserlichen Hauptquartiers sprach über die militärischen Operationen in Burma. Die Burma-Front sei in zweierlei Hinsicht wichtig. Mit der Besetzung Burmas würden für Tschungking Oel- und alle anderen Zufuhren aufhören, was ein Ende der bisherigen Illusionen Tschiangkaischeks bedeute. Auch würden bedeutende japanische Truppen frei. Zweitens hänge Indiens Industrie und Handel fast völlig von den Rohstoffquellen Burmas ab. Ein Verlust Dur- mas bedeute eine direkte Bedrohung Indiens. Um diese strategisch wichtige Stellung gehe der Kampf. Nach dem Verlust Hongkongs und Singapurs mache England weitgehende Versprechun- Oer Schrei nach Schiffen. England hat sich auch in diesem Kriege in erste? Linie auf seine Flotte verlassen. Das Vertrauen zu? britischen Seemacht war anfangs noch so groß, daß man allein von der Blockade den Sieg erhoffte. Inzwischen sind jedoch so vernichtende Schläge auf England herniedergesaust, daß dies Vertrauen in dis Flotte völlig erschüttert wurde. Viele der besten Schiffe wurden von deutschen U-Booten und japanischen Marinefliegern versenkt, andere von Streitkräften der Achse schwer beschädigt und schon weit über 15 Millionen BRT. Handelsschiffsraum vernichtet. Die Blockade-Schlacht im Atlantik geht pausenlos weiter und zehrt an den Kräften Englands», so daß Churchill zu dem Klageruf veranlaßt wurde» daß „England nur eben seinen Kopf über Wasser hielte". Das ist keine geeignete Stellung für den Beginn einer Offensive gegen einen mächtigen Gegner. Das Operationsgebiet der deutschen U-Boote hat sich inzwischen noch erweitert. Hoch oben in der Barents-See und im Nördlichen Eismeer bekämpfen sie die Geleitzüge, die den Sowjets nach Murmansk Kriegsmaterial bringen sollen. Dieser Kampf ist in feinen Bedingungen grundverschieden von dem Einsatz der deutschen U-Boote im Mittel m e e r, wo es gilt, die feindlichen Seestreitkräfte immer wieder anzugreifen, um damit die Nachschubwege der Achse und die Afrikatruppen zu entlasten. Daß dies in vollem Maße gelungen ist, zeigen die großen Erfolge des Generalobersten Rommel und seiner tapferen deutsch-italienischen Verbände. Inzwischen haben die deutschen Unterseeboote ihre Tätigkeit anderKüsteNordamerikas und Kanadas und im Karibischen Meer auf- genommen. Dis heute wurden dort schon 663 500 BRT. feindlicher Handelstonnage versenkt. Das ist in so kurzer Zeit ein gewaltiges Ergebnis. Auch hier stehen unsere U-Boote vor einer schwierigen Auf« gäbe, gilt es dach, weit entfernt von den eigenen Stützpunkten an der fremden Küste zu operieren, die von den eisigen Zonen Neufundlands bis in dis subtropischen Gewässer des Karibischen Meeres reicht. Trotzdem gelang es unseren kühnen U-Boot- Besatzungen, in das Karibische Meer ein« zudringen und die wichtigen Oelrafsinerien von C u* ra?a'o und Aruba zu beschießen. Diese beiden niederländischen Inseln, die von britischen und amerikanischen Truppen besetzt und damit feindliches Gebiet wurden, schlagen fast das ganze Rohöl aus Venezuela um. Das Oel kommt in Küstentankern aus Maracaibo und wird auf Aruba und Cura^ao veredelt zu Treiböl oder Benzin und von dort in Hochseetankern weiter verschickt. Don 1929 auf 1937 hat sich der Umschlag hier fast verdoppelt und erreichte eine Gesamt aus fuhr von 19,9 Millionen Tonnen. Am internationalen Handel mit Heiz- und Treiböl waren die beiden Inseln mit mehr als einem Drittes beteiligt. Man erkennt daran, ein wie wichtiges Zentrum der Deiner* f o r g u n g, vorwiegend für England, diese Inseln sind. Es ist klar, daß in diesen Gewässern auch immer ein besonders lebhafter Verkehr an Tankschiffen besteht. Auch bei den Versenkungen in den Gewässern Nordamerikas ft eben d i e Tankschiffe an erster Stelle. Don den 98 versenkten Schiffen waren nicht weniger als 46 Tanker. Das ist von großer Bedeutung,' da nicht nur die englische, sondern auch zum Teil die amerikanische Ölversorgung vom lieber*1 feetransport abhängig ist. England erhält heute mehr als die Hälfte seines Oels aus Nord- und Mittelamerika, davon wieder einen großen Teil aus Venezuela. Es ist natürlich besonders bedeutsam, diesen Verkehr schon an seinem Ausgangspunkt zu stören. Aber auch die Versorgung der' USA. erfolgt aus kalifornischen Häfen durch den Panamakanal und aus den Goschölen in Käst entan kern, die das Oel in die großen Raffinerien nach Neuyork und den anderen Häfen der atlantischen Küste brinnen. Eine Behinderung und Unterbindung dieser Küstenschifffahrt muß verhängnisvolle Folgen haben und dis gen, um Burma und Indien für sich zu gewinnen. Die traurigen Erfahrungen beider Länder ließen aber vermuten, daß sie nicht mehr gewillt seien, nach der englischen Pfeife zu tanzen. Burma wisse bereits, daß es ein selbständiges Glied Groß» ostasiens werden könne. ©üöfumafro in den Händen de^Zapaner Tokio, 8. März. (DNB.) Süd-Sumatra ist nun vollständig in den Händen der Japaner. Die japanische Armee besetzte nach der Vernichtung der feindlichen Truppen im Gebiet von Moerarä Tebo am Zusammenfluß der Flüsse Tebo und Djoedjoehan die strategisch wichtige Stadt D j a m b i am Süd» ufer des Hari-Flusses. Sämtliche Petroleumfelder in der Nähe von Djamdi fielen ebenfalls in japanische Hände. Djambi liegt 200 Kilometer nordwestlich von Palembang. Die gleichnamige Residenzstadt hat reine Erdöllager und Kautschukplantagen. Bombenangriff auf Pearl Harbour. Tokio, 9. März. (DNB. Funkspruch.) Die japanische Marinelustwaffe griff in der Nacht zum 5. März überraschend Pearl Harbour an. Ohne eigene Verluste wurden mehrere Tonnen Explosivstoff auf das Marinearsenal abgeworfen, daß die Amerikaner nach dem Angriff im Dezember wieder aufzubauen im Begriff waren. Außerdem wurden wichtige militärische Einrichtungen zerstört. Kriegsrat in Washington. Lissabon, 8. März. (Europapreß.) Der Ernst der Lage auf Java bildete den Gegenstand eines Kriegsrates der Vereinigten (Staaten unter dem Vorsitz von Präsident Roosevelt. An dem Kriegsrat, der ungewöhnlich lange dauerte, nahmen teil Kriegsminister S t i m s o n , Marineminister Knox, die Admirale Stark und King, General Marshall, der Chef der ßuftftreitfräfte der Vereinigten Staaten, Wallace, und die Chefs der verschiedenen Parlamentskommissionem schon bestehende Oelknavpheit der USA. verstärken. Die Tanker sind jetzt schon in den USA. äußerst knapp, da die Kriegsmarine viele beschlagnahmt hat und nun die großen Verluste durch deutsche U-Boote dazukommen. Die Kriegspläne Roosevelts werden durch die deutsche U-Boot-Osfensive umgeworfen, denn nun müssen nicht nur die USA.-Streitkräste zum Schutz der eigenen Schiffahrt aufgeteilt und eingesetzt wer. den, sondern die Neubauten an Handelsschiffen müs. sen zur Auffüllung der entstandenen Lücken dienen anstatt zur Vergrößerung der Flotte. Der Transport größerer Expeditionen wird so gut wie unmöglich. Dazu kommt noch, daß auch der USA.-Schiffs- verkeyr über den Nordatlantik zur Belieferung der Alliierten geschädigt wird. Auch der Verkehr der USA. mit Mittel- und Südamerika, der nach der Abschneidung von Südostasien an Bedeutung gewonnen hat, wird dadurch gestört. Der Vorsitzende des brasilianischen Schiffahrtsausschusses erklärte bereits, daß der Schiffsverkehr mit den USA. fast ganz unterbrochen fei. Wenn man bedenkt, daß an der pazifischen Küste Amerikas japanische U-Boote Handelskriea führen, so kann man sich vorstellen, daß die überseeische Handelsbetätigung und Verkehrsleistung der USA. auf das stärkste betroffen werden. Die Ausstrahlungen des deutschen U-Boot-Einsatzes in westatlantischen Gewässern reichen also bis nach Murmansk, bis Südamerika und bis in den Pazifik. Für England und die USA. ist dieser Krieg mehr denn je eine Frage der Schiffahrt und der Beherrschung der Seewege. Die ^Alliierten sind nur über See erreichbar. Jede Beeinträchtigung ihrer Seemacht und Schiffahrt muß zu einem empfindlichen Rückschlag führen. „Daily Telegraph" schrieb: „Schiffe, Schiffe und mehr Schiffe werden gebraucht; für das britische Volk ist es die Tonnage, die eine Veränderung in der Stellung der Waagschale bestimmen wird." Je knapper die Tonnage wird, desto schwerer wird die gesamte britische Verteidigung. Der Mqrinerninister Alexander wies kürzlich darauf hin, daß eine gewöhnliche Panzerdivision mit Personal und Ausrüstung allein 7000 motorisierte Fahrzeuge brauchte, die auf Schiffen über See befördert werden müßten. Da England zudem noch nach Nordafrika, Indien und Australien den Mittelmeerweg nicht benutzen kann, muß es den viel längeren Kapweg nehmen, so daß, wie Churchill feststellte, die großen Frachter nur noch drei Reisen im Jahr nach dem Osten ausführen können. Bis jetzt habe die britische Flotte zwischen England und der Niederlage gestanden, meinte Alexander. Das ist ein schwacher Trost für England, wenn es sieht, daß eben diese Flotte den Durchmarsch der deutschen Schlachtschiffe durch den Kanal, den Fall Singapurs und Malayas nicht hindern konnte, und den westlichen Pazifik und selbst den Indischen Ozean vor den Japanern räumen mußte, während das Mittelmeer allmählich dem britischen Dreizack entgleitet. Wie lange also wird die britische Flotte noch die letzte Stellung halten können? Das Ende ist nur noch eine Frage der Zeit. DSW. Ein schwerer Schlag für Englands Selbstvertrauen. Stockholm, 7. März. (Europapreß.) General Sir Hubert Gough, der als Oberbefehlshaber der 5. britischen Armee im Weltkrieg bekannt geworden ist und als Militärsachoerständiger in England gilt, greift in der Zeitschrift „Truth" den „Defensiv- g e i ft" an, der die ganze britische Militärtaktik beherrsche. „Die Lage im südwestlichen Pazifik", erklärt er, „ ist t o t a l v e r p f u s ch t worden, weil die Engländer es unterlassen haben, in Südburma Truppen zu konzentrieren, die Verbindung zwischen Burma und Indien zu sichern und sich zusammen mit den Chinesen mit aller Kraft auf die Japaner auf Malakka zu werfen. W a v e l l sollte vor ein Kriegsgericht gestellt werden, weil er und kein anderer die Verantwortung hat für diese Versäumnisse. Er hat die Italiener einmal besiegt und seitdem bedeutet er die einzige militärische Hoffnung des Imperiums. Man vergißt, daß er seinen Sieg zu einem Zeitpunkt gewonnen hat, an dem die Italiener nicht wünschten, in einen Kampf verwik- kelt zu werden. Nachher überlistete Rommel den General Wavell nicht weniger als zweimal. Waoells Taten in Syrien sind wahrhaftig alles andere als alänzend, wenngleich sie etwas besser (Miefen als seine Operationen in Griechenland." „Der Verteidiger von Malakka, General P e r- cival, ist", so sagt Gough, „bis zum Rand mit Ideen von einer defensiven Kriegführung vollgepfropft, er hat nicht ein einziges Mal eine richtige Schlacht durchgekämpft. Er hat niemals seine Truppen gesammelt und den Feind in der Bewegung ange griffe tu Er hat nicht einmal davon geträumt das zu tun." Auch Percivals Verteidigung von Singapur wird kritisiert? „3n Singapur waren, wie man erfährt, die Küsten der Insel nicht mit Stacheldraht versehen. Die Maschinengewehrstellungen waren nicht genügend vorbereitet, und die Feldartillerie war offenbar sorgfältig so aufgestellt, daß sie die Zufuhrwege der Japaner nicht unter Feuer nehmen konnte. Percioal hat niemals mit seinen gesamten Streitkräften die japanischen Landungstruppen angegriffen, sondern sich immer in Verteidigungsstellungen gehalten." General Gough schließt daraus, daß England niemals im Leben mit den jetzigen Methoden den Krieg gewinnen könne. Auch in der Presse werden heftige Anklagen gegen den „Defensivgeist laut. Man fordert größere Aktivität und schnellere Entschlüsse. So schreibt „Daily Expreß", das britische Empire befinde sich in einer sehr ernsten Gefahr. Es sei eine Lage entstanden, Der jetzt unbedingt und mit größter Schnelligkeit entgegengewirkt werden müsse. Noch in diesem Jahre müsse man „Pläne zur Rettung des Em- vire" ausarbeiten. Es habe keinen Zweck, stets dringende Angelegenheiten, wie man dies bisher dauernd getan fyabe, auf morgen, übermorgen ober Graf Zeppelin. Zu seinem 25. Todestage. Es ist lange her, seitdem wir zum letzten Mal einen Zeppelin in seiner stolzen Ruhe und Sicherheit durch die Luft gleiten sahen, noch länger, daß wir auf den Straßen, am Fenster, auf den Dächern standen, uns nach dem ersten Luftschiff die Hälse ausreckten und, als es erschien, vor jubelnder und staunender Begeisterung heiser schrien. Die rasend schnelle Entwicklung der für den Krieg entscheidend wichtigen FluAeuge hat gegenwärtig das Luftschiff in den Hintergrund gedrängt. Der Name seines Erfinders aber wird dem deutschen Volke immer ehrwürdig bleiben als eines Mannes, der viele Jahre lang, von fast allen verkannt und verlacht, einsam und unbeirrbar für seine Idee kämpfte und sie gegen alle Widerstände, Schwierigkeiten, Rückschläge zum Siege führte. Als Offizier hatte Graf Zeppelin eine hervorragende Tüchtigkeit bewiesen; während des Krieges von 1870 war fein Name durch einen kühn durchgeführten Erkundungsritt bekannt geworden. Ungewöhnlich schnell durchlief er die militärischen Grade und schied 1891 im Alter von 53 Jahren als Generalleutnant aus dem Dienst aus. Als er stch dann in Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Kober dem Bau eines lenkbaren Luftschiffes zuwandte, wurde dies von den meisten als vornehme Marotte belächelt. Aber nicht nur das oberflächliche landläufige Vorurteil stand ihm im Wege, sondern auch das ernsthafter Gelehrter und Autoritäten. Kein Geringerer als Siemens hatte das Problem des lenkbaren Luftschiffes für unlösbar erklärt, der große Physiker Helmholtz hatte über die Zeppe- linschen Pläne ein vernichtendes Gutachten abgegeben. Der Graf wußte, daß seine Verfuche „ein Sprung ins Dunkle" waren, wie er selbst sie bezeichnet hat. Um so erstaunlicher ist es, mit welcher Klarheit ihm die Grundzüge seines Werkes von Anfang an vor Augen gestanden haben. Es ist vielleicht das einzige Mal in der Geschichte der Technik, daß schon der erste Entwurf einer neuen Erfindung alle wesentlichen Merkmale und damit auch die äußere Gestalt aufweist, die für den gar einen noch späteren Tag zu verschieben. Nein, jetzt dürfe keine Verzögerung mehr entstehen, denn man tjabe keine Zeit mehr zu verlieren. Mit Plänen für 1943, 44, 45 dürfe man sich jetzt nicht befassen, denn es müsse zuerst eine Grundlage für 1942 gelegt werden. Die unmittelbare Gegenwart sei für England so drückend, daß es sinnlos wäre, von einer fernen Zukunft zu sprechen oder für sie gar Pläne zu machen. Wenn wir das Kriegführen unseren Gegnern überlassen, werden sich die Dinge für uns weder in diesem, noch im nächsten Jahre bessern. Wir müssen die Achsenmächte jetzt a n g r e i f e n. In den vergangenen drei Monaten haben die Japaner neue militärische Methoden zur Anwendung gebracht, die eine Revolution des militärischen Denkens darstellen. In der „Daily Mail" heißt es: Man habe in den letzten Tagen in England die britische Geschichte durchblättert, aber keine so erniedrigende Episode gefunden, wie die Uebergabe einer Armee von mehr als 70 000 Mann bei dem Fall von Singapur. Wohl sei einmal im Jahre 1756 ein englischer Admiral hingerichtet worden, weil es ihm nicht gelang, die englische Garnison der Inseln Minorca zu entsetzen, etwas Aehnliches wie Singapur kenne die Geschichte bis jetzt aber noch nicht. Die Oeffenllichkeit des Landes sei darüber entsetzt und frage immer wieder nach den Ursachen. Ge- schütze, Tanks und Flugzeuge allein könnten nicht einen Sieg bringen, solange nicht d ie Männer, die sie bedienten und deren militärische Führer vom echten Siegeswillen beseelt und eher bereit seien zu sterben als zu kapitulieren. England werde diesen Krieg nicht gewinnen, wenn es den Männern an der Spitze nicht gelinge, allen Engländern, ob zu Hause oder im Ausland, neues Vertrauen ein- zuflößen und den Krieg in Zukunft mit aller Kraft und ganzem Einsatz führen werde. Man habe in England das Empire als etwas viel zu Selbstverständliches hingenommen und sich nicht vergegenwärtigt, daß Großbritannien den Wohlstand seiner 45-Millionen-Bevölkerung nur dem Empire verdanke. Obwohl es in England sehr viele Arbeitslose gegeben habe, habe man weder daran gedacht, das Empire fortzuentwickeln, um sich dadurch einer Verpflichtung zu entledigen, noch genügend eigene Männer zur Verteidigung des Empire zu den Waffen zu rufen. Nach dem Versagen des Völkerbundes habe man sich auf die französischen Armeen verlassen, und jetzt glaube man,' die sowjetischen Armeen könnten England diesen Krieg gewinnen. Aber kein fremdes Land werde Großbritannien den Sieg bringen, sondern England müsse dieses Mal seine eigenen Leute einsetzen und eigene Opfer bringen. endgültigen Typ charakteristisch werden sollte: der langgestreckte „starre", durch ein Aluminiumgerüst versteifte Körper, die Unterteilung in Gaszellen, die getrennten Motorgondeln und die Propellerwirkung im Widerstandsmittelpunkt. Diesen ersten Entwurf konnte Zeppelin im Jahre 1894 der wissenschaftlichen und militärischen Sachverständigenkommission vorlegen, die ihn aber ablehnte. Die un- Graf Zeppelin mit seiner Tochter und Ingenieur Dürr in der Gondel seines Luftschiffes ,Z RIII" kurz vor dem Aufstieg. — (Scherl-Archiv-M.) 4^ » V ' günstige Begutachtung beirrte den Erfinder nicht, machte es ihm jedoch außerordentlich schwierig, die nötigen Geldmittel für den Bau zusammenzubringen. In der von ihm 1898 gegründeten „Gesellschaft zur Förderung der Luftschiffahrt" hatte er selbst den größten Teil seines Vermögens eingelegt Der König von Württemberg stellte ihm ein Domänenland am Bodensee als Baugelände zur Verfügung. Der erste der hier gebauten „Zeppeline", ein vier- undzwanzigeckiges Gestell von 128 Meter Länge, einem Maximum-Querdurchschnitt von 11,65 Meter, einem Gasinhalt von 11300 Kubikmeter und zwei Frankreich trauert um die Opfer des 3. Mrz. »Die Geschichte wird über diesen Angriff einer einst verbündeten Tiation richten.- Paris, 7. März. (Europapreß.) Unter einem grauverhängten Märzhimmel, aus dem vereinzelte späte Schneeflocken fallen, schickt Paris sich heute an, die Opfer des englischen Luftangriffes vom 3. März zu bestatten. Die Vertreter der Regierung haben sich in den Vormittagsstunden nach den Vororten begeben, wo in den würdig hergerichteten, mit Trauerflor ausgeschlagenen Sälen der Bürger- mefftereien oder sonst erhalten gebliebenen Gebäude die endlosen Reihen der aufgebahrten Särge ein trauriges Bild bieten. Zu Tausenden haben sich die Angehörigen der Opfer, die Vertretungen der Belegschaften und die sonstigen Bewohner dieser Vororte angesammelt, um in stummem Schweigen den Opfern des englischen Angriffs ihr letztes Lebewohl darzubringen. Die Hauptfeier wird in dem am meisten betroffenen Arbeitervorort abgehalten. 250 Särge sind hier aufgebahrt. Etwa hundert der Opfer konnten nicht identifiziert werden. Vor der Bürgermeisterei ist ein schwarz ausgeschlagener Altar errichtet, an welchem der Abbe C h r i ft i n i in Abwesenheit des Pariser Kardinal-Erzbischofs Suhard, von einer großen Menschenmenge umgeben, den Trauergottesdienst abhält. Nach dem Trauergottesdienst verlas Justizminister Barthelemy, als Vertreter der französischen Regierung, eine Botschaft des Marschalls P 6 t a i n , in der es u. a. heißt: „Gatten, Mütter, Väter, Kinder, Brüder und Freunde der Opfer! Ich überbringe Euch die Botschaft des französischen Schmerzes. Don bitterer Trauer erfüllt, daß ich nicht meine Tränen mit den Euren vermischen kann, will ich Euch doch sagen, daß ganz Frankreich die Opfer beweint. Die Geschichte wird ihren Richterspruch über diesen Angriff einer ein ft verbündeten N a - t i o n fällen. Nichts kann die Angreifer von ihrer Schuld lossprechen. Ihr Toten der Pariser Vororte und der Hauptstadt, tretet nunmehr ein in das Schweigen des in Trauer gehüllten Frankreichs, in das große Schweigen Gottes." Während alle Teilnehmer der Feier in tiefstem Schweigen verharren, ertönt das von der republikanischen Garde in ihrer Paradeuniform gegebene militärische Trompetensignal des Großes an die Toten. Dann setzt sich der lange Zug der Lastautos in Bcwegeung, auf die die Sarge gebracht worden sind, um auf dem nahegelegenen Friedhof beige- jetzt zu werden. Am Sonntagvormittag fand in der Notre- Dame-Kathedrale ein feierlicher Trauergot- tesbienft für die Opfer des britischen Luftüberfalls auf Paris statt. Die französische Regierung war durch Justizminister Barthelemy, die Botschafter de Brinon und Scapini und den Staatssekretär Lehi- deux vertreten. Deutsche Offiziere mit dem Kommandanten von Groß-Paris, Generalleutnant von Schaumburg an der Spitze, vertraten die Besatzungsmacht. Der Pariser Erzbischof Kardinal Suhard hielt die Predigt. Die Bevölkerung von Paris hatte bereits am Samstagnachmittag auf der Place de la Concorde von den Toten des 3. März Abschied genommen und ihr Andenken mit Blumen- spenden geehrt. An der Westseite des riesigen Platzes erhob sich vor der Brüstung der Tuilerien eilt großer mit einem weißen „F geschmückter schwarz ausgeschlagener Katafalk. Stundenlang bewegte sich die Menschenmenge in Vierrerreihen vorbei, um den Toten ihren letzten Gruß darzubringen. Auch in Vichy fand in Gegenwart des französischen Staatschefs Marschall P 6 t a i n , des Vizepräsidenten der Regierung Admiral Darlan sowie aller weiteren Mitglieder der Regierung in der Kirche St. Louis eine Trauerfeier statt. Erfolgreiche Abwehrkämpfe an der Ostfront. Berlin, 7. März. (DNB.) Die deuffchen Truppen führten in der er ft en Märzwoche erfolgreiche Abmehrkämpfe an allen Brennpunkten im Osten durch. Trotz des russischen Winters gelang es unseren Truppen, in beweglicher Verteidigung die unter starkem Einsatz unternommenen feindlichen Angriffe abzuwehren. Durch ununterbrochene Aufklärung wurden die Absichten des Gegners rechtzeitig erkannt und daraufhin seine Massenangriffe zerschlagen. Auf der Halbinsel Krim verbluteten die bolschewistischen Verbände derartig im deutschen Abwehrfeuer, daß sie in den letzten zwei Tagen infolge der hohen Verluste ihre Angriffe einstellten. Bis zum 7. März wurden von den Kampfabschnitten auf der Krim über 2200 Gefangene gemeldet. Die eigenen Angriffsunternehmungen zeigten gute Erfolge. Die geschickte Führung des Abwehrkampfes zeigte sich auch während der Massenangriffe des Feindes im D o n ezgeb iet. Deutsche Verbände zerschlugen in vorbildlichem Zusammenwirken mit Kampf- und Sturzka mpfoerbänden die feindlichen Angriffsgruppen. Dabei stießen die deutschen Panzer in den weichenden Feind hinein und fügten ihm schwere Verluste zu. Auch ostwärts Kursk und Drei erlitt der Gegner bei erfolglosen Angriffen hohe blutige Verluste. Ostwärts Gshatsk versuchte der Gegner gleichfalls — wie auch nordost- märte des Ilmensees — die deuffchen Stellungen zu durchbrechen. Bei zunehmender Külte stteßen unsere Truppen gegen den örtlich eingedrungenen Feind vor und riegelten die Einbruchs stelle ab. Die Luftwaffe unterstützte diese harten Erdkämvfe wirkungsvoll. Der Feind verlor vom 2. bis. 6. März 113 Flugzeuge. Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag. DRV. Aus dem FührerhauplquarNer, 8. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Donez-Gebiet und an der Front o ft ro ä r 15 Charkow scheiterten jahlreiche von starken Kräften geführte Angriffe des Feindes. An weiteren Stellen sind noch Kämpfe im Gange. 3m mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront dauern die Abwehrkampfe an. Bei eigenen Angriffsunlernchmungen warfen verbände des Heeres und der Waffen-^ den Gegner aus mehrereu Stützpunkten und gewannen trotz zähen feindlichen Widerstandes Boden. Der Feind verlor hierbei zahlreiche Gefangene, darunter einen Divisionskommandeur, und über 3000 Tote. 3n Luftkampfen schossen deutsche 3äger 22 Sowjetflugzeuge ab. Bel Flugplahbekümpfung wurden 9 Flugzeuge am Boden zerstört. 3n Nordafrika lebhafte beiderseitige Spähtrupptätigkeit. Deutsche Sturzkampfflugzeuge versenkten im Hasen von Tobruk durch Volltreffer einen Frachter von 3000 BRT. und drei Leichter. Durch Tiefangriffe deutscher Kampfflugzeuge wurde die westägyptische Eisenbahnlinie an verschiedenen Stellen unterbrochen. Die militärischen Anlagen der 3n- sel Malta lagen bei Tag und Nacht unter wirksamen Bombenangriffen. Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 7. Marz. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Osten wurden mehrere Angriffe des Feindes abgewiesen. Die Luftwaffe unterstützte eigene Angriffsunternehmungen durch vernichtende Schläge gegen feindliche Stellungen und Truppenansammlungen an der oberen Wolga sowie im Lowat-Abschnitt. Finnische Luftstreitkräfte zersprengten an der karelischen Front mit Kampf- und 3agdverbändcn Kolonnen und Truppenbereitstellungen des Feindes. 3n der Zeit vom 25. Februar bis 5. März verlor die sowjetische Lustwaffe 197 Flugzeuge. Davon wurden 165 In Luftkämpfen und 16 durch Flakartillerie abgeschossen. Der Rest wurde am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 31 eigene Flugzeuge verloren. 3n Rordafrika unternahmen deutsche Truppen einen erfolgreichen Aufklärungsverstoh. Sturzkampfflugzeuge und leichte Kampfoerbände der deutschen Luftwaffe bekämpften in der östlichen Cyre- naifa Zeltlager, Kraftfahrzeugansammlungen und Betriebsstoffanlagen des Feindes. Bei den Angrif- 14,7pferbigen Daimler-Motoren war im Juni 1900 vollendet. Am 30. Juni sollte die Probefahrt statt- sinden, mußte aber wegen ungünstiger Witterung bis zum 2. Juli verschoben werden. Am Abend dieses Tages, kurz nach 8 Uhr, verließ das Luftschiff zum erstenmal die Halle und stteg zu einer Höhe von 400 Metern über dem Bodensee auf, wo es verschiedene Kurven beschrieb. Eine Störung zwang jedoch den Lenker, nach 17 Minuten zu landen, was trotz Dunkelheit und heftigen Windes glatt vonstatten ging. Gewisse.Beschädigungen, die das Schiff beim Zurückbringen in die Halle erlitt, konnten rasch beseitigt werden, und zwei weitere Probeflüge am 17. und 21. Oktober erwiesen einwandfrei die Brauchbarkeit des Modells. Nun aber waren die wirtschaftlichen Kräfte Zeppelins erschöpft, und nur durch einen Aufruf an die Öffentlichkeit konnten die Mittel zum Bau eines verbesserten und vergrößerten Luftschiffs beschafft werden. Heber diesem zweiten Modell schwebte ein Unstern. Bei seiner ersten Probefahrt am 17. Januar 1906 erhob es sich sofort bis zu 450 Metern, wurde aber von erfctr starken Luftströmung landwärts getrieben. Das Seitensteuer geriet in Unordnung, mehrere Motoren versagten, und eine Stunde nach dem Aufstieg mußte es auf einer kleinen Wiese bei Kißlegg im Allgäu landen, wo es in der nächsten Nacht durch einen plötzlich aufge» kommenen Sturm so schwer beschädigt wurde, daß Zeppelin selbst den Befehl geben mußte, es an der Unglücksstelle in Stücke zu schlagen. Aber ungebrochen ging er sofort an den Bau eines neuen Modells, dessen Probefahrten so günstig verliefen, daß die (Stimmung in Regierungskreisen umschlug. Die Heeresverwaltung erwarb L. l. UI, und es wurden 2,5 Millionen für den Bau eines neuen Luftschiffes bewilligt. Dieser L. Z. UI war es, der im August 1908 feine berühmte Fernfahrt das Rheintal hinunter nach Schwaben machte und in ganz Deutschland ungeheure Begeisterung hervorrief. Ebenso groß aber war auch das Entsetzen des ganzen deuffchen Volkes bei der Kunde der Katastrophe von Echterdingen, wo durch eine elektrische Entladung das stolze Schiff vernichtet wurde. Dennoch wurde dieser scheinbare Hnglücks- tag zum Tag der Wende für das Werk Zevpelins. An diesem Tage bekannte sich das deuffcye Volk zu ihm, aus feiner Mitte heraus brachte es in kürzester Frist eine Nationalspende auf, die es dem Erfinder ermöglichte, an dem Werk weiterzubauen und es zu immer größerer Vollkommenheit auszugestalten, so daß es für die ganze Welt zum unerreichten Vorbild wurde. Was aber den Grafen Zeppelin für alle Zeiten zu einem so beispielhaften Deutschen macht, das ist die echt deutsche Verbindung von Idealismus und praktischer Nüchternheit, die geniale Schau des großen Werkes und die unbe' irrbare Treue im Durchhalten und Heberwinden der unzähligen Schwierigkeiten und Widerstände. Schöne alte Wen. Die Stadt Würzburg gelangte vor einigen Jahren in den Besitz einer Sammlung, die ebenso selten wie kostbar ist. Es ist die reichhaltigste und vollkommenste Hhrensammlung Deutschlands und enthält ungefähr 400 Hhren, darunter die älteste erhaltene Räderuhr, die nach den neuesten Forschungen um 1350 oder noch früher entstanden ist und somit ein Alter von nahezu 600 Jahren aufweist. Trotzdem ist sie heute noch betriebsfähig. Die Sammlung stammt von dem über Deutschland hinaus bekannten Hhrenspezialisten Gustav Frischholz und gilt in Fachkreisen als die vollständigste historische Hhrensammlung im Reiche. Sie enthält Muster aus allen Gebieten der Heitmeßkunst in geschichtlicher Reihenfolge. Haus- und Zimmeruhren aller Jahrhunderte 'fanden sich hier zusammen. Eiserne Hhren der gotischen Zeit, die frühesten Erzeugnisse des Schwarzwaldes aus Holz mit Glasglocken und Spielwerk. Taschenuhren aus der Zeit Peter Henleins, bogenförmig und in Eiform, Hhren der Renaissancezeit, des 17. Jahrhunderts in Formen kleiner Gebetbücher, in Kreuzformen, neben reizenden Rokoko-Damenührchen. Man sieht prachtvolle alte Sonnenuhren mit Kalendarium, Mondphasen, Windrichtungsanzeiger usw. ausgestattet. Die interessante Sammlung, die vorläufig in den Räumen des Mainfränkischen Museums Aufnahme fand, stellt eine einzigartige kulturhistorische Sehens« Würdigkeit dar, in der sich ein gut Teil deutsche» Geschichte jpiegelt. K,Lk Ein weiterer Gießener Ritterkreuzträger. fen auf britische Flugfkühpunkke und Elsenbahnzkele im nordägyptischen Raum wurde am 5. März ostwärts Marsa Matruk auch ein großes Frachtschiff durch Bombenwurf beschädigt. Auf Malta erzielten deutsche Kampfflugzeuge Bombenvolltreffer schwersten Kalibers in der Zitadelle und auf Schiffs- Uegeplähe des Hafens La Valetta. Wenigstens zwei Unterseeboote wurden schwer beschädigt. Aach der Offensive Rommels. Deutsche Panzer in der Verfolgung. Berlin, 7. März. (MB.) Bei der Verfolgung der geschlagenen Briten nach der siegreichen Offensive des Generalobersten Rommel in Nordafrika hat sich ein deutsches Panzerregiment besonders ausgezeichnet. Als der Feind von El Aghelia über Agedabia nach Nordosten zurückgeworfen worden war, stieß es nach einem Marsch von zehn Kilometer auf starke britische Kräfte, die es züm Zurückweichen zwang. In ununterbrochenem Kampf gegen den Feind, der immer neue Widerstandslinien aufzubauen versuchte, legte das Panzerreaiment in drei Stunden 55 Kilometer zurück. Die Nachhuten der Briten wurden überrannt, in Stellung gebrachte Batterien nach kurzem Feuerkampf genommen und feindliche Panzerkampfwagen zusammengeschossen. Infolge des schnellen britischen Rückzuges gelang es den deutschen Panzern, tief durch die zahlenmäßig überlegenen britischen Kräfte vorzustoßen und sie immer wieder zurückzutreiben. Artillerie und Kradschützen wehrten unterdessen seitliche Angriffe ab, wobei allein in der linken Flanke des Panzerregiments über 1000 britische Fahrzeuge abgeschnitten wurden. Am Ende dieser dreistündigen Verfolgung hatte das deutsche Panzerregiment den Rückzug des Gegners in regellose Flucht gewandelt. Der 40 Kilometer hinter der vorderen Linie liegende Stab der ersten vritischen Panzerdivision mußte Hals über Kopf fliehen. Auf dem Flugplatz Msus fielen dem Pan- Äerregiment 12 startbereite britische Flugzeuge in die Hände. 85 Panzerkampfwagen, 46 Geschütze sowie ungeheuere Mengen an Waffen und Gerät wurden als Beute eingebracht. Nie Ll-Booimänner von Pearl Harbour. Tokio, 7. März. (DNV.) Die japanische Presse würdigt die Heldentaten des Spezial-Angriffskorps der japanischen Marine in Pearl Harbour. Der erst 26 Jahre alte Kapitänleutnant I w a s a , Führer der Flottille, sagte in seinem Abschiedsbrief: Meine Entschlossenheit zur Erfüllung dieser wichtigsten Aufgabe ist unerschütterlich. Die Spannung hat ihren Höhepunkt erreicht, Japan steht vor einer wichtigen Entscheidung. Um den Weg für das japanische Volk zu öffnen, muß ich meine Tat vollbringen. Falls ich meine Aufgabe nicht erfüllen könnte, müßte ich wegen Untauglichkeit abgesetzt werden. Der jüngste Teilnehmer, der 23 Jahre alte Leutnant zur See H i r o o , schrieb bei seinem letzten Urlaub: Meine Familie und Bekannten sollen nicht von meinem Opfer wissen. Sie alle glauben, ich hätte heute gewöhnlichen Urlaub. Ich will und muß für das Vaterland und die Entwicklung unseres Kaiserreiches mein kleines Ich wegwerfen und im großen Ich fortleben. Der Sprecher der Marine, Kapitän Hideo Hi- roido, gab über den Rundfunk eine ausführliche Schilderung der Tat, wie wir sie schon berichtet haben. Der Sprecher schloß, ich möchte mit besonderem Nachdruck auf den ungeheueren Einfluß Hinweisen, den Japans Mütter auf diese bewundernswerte Geisteshaltung ihrer Söhne ausüben. Jeder dieser neunköpfigen todesmutigenSchar war bekannt für seine Mutterliebe und dafür, daß es zu seinen glücklichsten Augenblicken gehörte, wenn er für einige Tage heimkehren und diese Zeit zusammen mit seiner Mutter verbringen konnte. Wir Müssen diesen Müttern höchste Bewunderung dafür zollen, daß sie ihre Söhne in diesem Heldengei st e erzogen haben. Ohne die unsagbaren und stillschweigenden Opfer, die sie für ihre Söhne brachten und heute noch bringen und ohne ihre große Kindesliebe könnte Japan niemals Helden fein eigen nennen wie diese neun U-Boot- männer von Pearl Harbour. Meine politische Nachrichten. Der Führer beförderte den General der Flieger Jeschonnek in Anerkennung feiner Verdienste als Chef des Generalftabes der Luftwaffe zum Generalobersten. Der Führer beförderte den Oberbefehlshaber einer Armee General v. M a n ft e i n in Würdigung feiner Verdienste um die Eroberung der Krim und die anschließenden Abwehrkämpfe zum Generalobersten. Aus der Stadt Gießen. Reichseinheitliche »Verpflichtung der Jugend". Der 22. März 1942 ist für die neue deutsche Jugenderziehung ein Tag von besonderer Bedeutung. Zum ersten Male wird zu diesem Termin reichsein- heitlich die Verpflichtung der Jugend" durchgeführt mit der Maßgabe, daß von nun an alljährlich in gleicher Weise die 14jährigen Jungen und Mädel diesen Wendepunkt ihres Lebens' würdig begehen werden. Unter den drei Feiertagen der Jugend, die die nationalsozialistische Bewegung geschaffen hat — Aufnahme der 10jährigen in Jungvolk und Jungmädelbund, Verpflichtung der 14jährigen bei Ueber- nahme als Jungen und Mädel der Hitler-Jugend, Ueberweisung der 18jährigen in die Partei und ihre Erwachsenen-Formationen — wird in Zukunft die Verpflichtung der Jugend sogar die Vorrangstellung einnehmen, oenrt sie umfaßt zugleich den entschei- Verdunkelungszeit: 9. März von 20.14 bis 7.20 Uhr. denden Lebensabschnitt der Schulentlassung und des Berufseintritts. Ein ganzer Jahrgang 14jähriger Jungen und Mädel schließt damit die eigentliche Kindheit ab. In einer der Bedeutung dieser Tatsache entsprechenden Form soll deshalb zu diesem Zeitpunkt die Jugend in die weitere Gemeinschaft übernommen werden. Während bisher die Schulentlassung und der Berufseintritt ein Nebeneinander verschiedener Feiern mit sich brachte, wird von jetzt ab in steigendem Maße die reichseinheitliche „Ver- .pflichtung der Jugend" zur führenden und alleinigen Feier für den 14jährigen jungen Deutschen werden. Demgegenüber wird die Schulentlassung in Form einer persönlichen Verabschiedung des Lehrers von einer LA affe, der Berufseintritt durch eine interne Begrüßung im Rahmen des Betriebes erfolgen. 1942 gelangen zur Verpflichtung sämtliche 14M- rigen Jugendlichen, außer den von der Jugend- dienftpflicht Zurückgestellten, Befreiten, Ausgeschlossenen und den Bereitgestellten. Der Verpflichtung ging eine weltanschauliche Vorbereitung voraus, deren Themen waren: „Adolf Hitler, Lebenslauf und Persönlichkeit", „Inhalt und Bedeutung der Verpflichtungsformel" und „Der deutsche Jungarbeiter bzw. die deutsche Jungarbeiterin". Bei dem letzteren Thema sind u. a. behandelt worden die Weckung einer guten Arbeitsgesinnung und des Willens zur Leistung sowie praktische Hinweise zu Lehrvertrag, Arbeitsverhältnis, Urlaub, Difziplinarverhältnis usw. Am Vorabend der Derpflichtungsfeiern, am Samstag, 21. März, werden nach Möglichkeit festliche Aufführungen des Deranstaltungsringes stattfinden, die für die beteiligten Eltern und Jugendlichen kostenfrei sind. In den Städten kann es sich um Schauspiel, Oper oder Konzert, Dichterlesungen oder Filmstunden handeln, während auf dem Lande die Sviel- einheiten mit Chören, Orchestern und Laienspielgruppen verteilt werden sollen. Der Rundfunk wird Abschnitte aus der Hauptveranstaltung der Ver- pflichtungsfeier, am 22. März in Berlin, mit einer Ansprache des Reichsjugendführers Artur Axmann, übertragen. Die NSDAP, unterstreicht die Bedeutung des Tages durch maßgebliche Einschaltung ihrer Hoheitsträger. Die Einzelfamilie kann vieles zur individuellen Ausgestaltung beitragen, indem sie z. B. ihre besten Geschenke anläßlich der Derpflich- tungsfeier macht und anschließend an den offiziellen Akt' mit Verwandten im Familienkreise festlich zusammenkommt. An den eigentlichen Verpflichtungsfeiern am 22. Mörz nehmen außer den Eltern besonders geladene Gäste aus der gesamten Bewegung, den Schulen und Betrieben teil. Die Feier folge steht, umrahmt von Musik, Chören und Sprechern, eine Ansprache des Hoheitsträgers, die Verabschiedung der Schul- entlassenen durch den Schulleiter, die Verabschiedung durch den Jungvolkführer und die Uebernahme durch den HJ.-'Führer vor. Gemeinsam sprechen die 14- jährigen die Verpflichtungsformel: „Ich verspreche, in der Hitler-Jugend allzeit meine Pflicht zu tun, in Liebe und Treue zum Führer und unserer Fahne." Wieder Zeldpostbrirfsendungen bis 100 Gramm Im Feldpostverkehr sind vom 9. März 1942 ab wieder private Feldpostbriefsendungen bis 100 g zugelassen. Da der Transport dieser Art von Sendungen längere Zeit beansprucht, wird jedoch empfohlen, wichtige Mitteilungen nur in gewöhnlichen 1 Feldpostbriefen bis zu 20 g zu versenden. Im „Gießener Anzeiger" Nr. 39 vom 16. Februar berichteten wir, daß der Führer neben anderen Offizieren auch den Oberstleutnant Alexander M o e ck e l, Kommandeur eines Infanterie-Regiments, durch die Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet hat. Hierzu wird uns von einem zur Zeit im Felde stehenden Gießener Offizier, der mit Oberstleutnant Moeckel durch Schulkameradschaft verbunden ist, mit» geteilt, daß es sich bei Oberstleutnant Alexander Moeckel um einen geborenen Gießener handelt. Der neue Ritterkreuzträger wurde am 25. 3.1896 in unserer Stadt geboren, wo sein Vater Sekretär bei der Stadtverwaltung war. Er besuchte das Gießener Gymnasium, um nach der Kriegsreifeprüfung am 5. 8. 1914 als Fahnenjunker in das Jnf.-Regt. 88 in Mainz einzutreten. Schon im Weltkrieg erwarb sich der 1915 zum Leutnant Beförderte beide Eiserne Kreuze. Infolge des Versailler Diktates nach Kriegsende aus dem Heer ausgeschieden, wurde er im Jahre 1934 als Hauptmann in die nationalsozialistische Wehrmacht auf genommen. Nach verschiedenen Verwendungen wurde er vor einiger Zeit mit der Führung eines Regiments betraut. In dieser Stellung wurde der tapfere Offizier, der sich von Jugend auf mit großer Strenge und Zielstrebigkeit dem Soldatenberuf widmete, nun durch Verleihung des Ritterkreuzes ausgezeichnet. Die Eltern des verdienten Offiziers find während des ersten Weltkrieges in Gießen verstorben. Kür Tapferkeit vor öem Heinde. Der Gefreite Ludwig Benner aus Wieseck, Grabenstraße 32, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen eines Infanterieregiments im Osten mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Oer »Tag der Wehrmacht" im KriegS-WHW. 1941/42. Auch im Rahmen des Kriegs-WHW. 1941/42 wird wieder ein „Tag der Wehrmacht" durchgeführt, wie sich aus einer Verfügung des OKW. ergibt. Als Termin wurden der 28. und 29. März 1942 bestimmt. An diesen Tagen werden eine Strahen- jammlung und das öffentliche Eintopfessen in den Kasernen durchgeführt. Bei der Straßensammlung werden drei Abzeichen aus Zink — nach Entwürfen von Professor von Arent — und durch die Gau- beauftragten zusätzlich beschaffte Abzeichen verkauft. Es sammeln die Gefolgschaften der Wehrmacht, also ihre Angestellten und Arbeiter, weiter die Mitglieder der NS.-Kriegsopferversorgung, des NS.-Neichs- kriegerbundes, des NS.-Marinebundes, des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten und des Deutschen Roten Kreuzes. Außerdem sammeln Soldaten an den Stellen außerhalb der Kasernen und militärischen Liegenschaften, an denen Waffen der Wehrmacht oder Beutestücke zur öffentlichen Anstellung kommen. Ferner ist die Abgabe eines markenfreien Eintopfessens zum Preise von 0,50 RM. wieder vorgesehen, das wie immer, durch Einsparung von Verpflegungsmitteln gewonnen wird. Auf die gleiche Weise wurde es ermöglicht, auch Kaffee in Tassen abzugeben. Im Rahmen des Eintopfessens, das in diesem Jahre stärker als früher in den Kasernen ftattfinben wird, können abermals, wie in den Vorjahren, Musikkorps und Soldatenchöre eingesetzt, ferner Kleinkaliberschießen, Reiten der Zivilbevölkerung, Besichtigung der Unterkunft, dabei Vorführung von Lehr- und Anschauungsfilmen der Wehrmacht usw. veranstaltet wörden. Für unsere VerwUUdeten. Das Oberkommando der Wehrmacht veranstaltete durch die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen bunten Nachmittag in einem Lazarett. Die Tänzerin Gretel Schubert brachte in Spitzentanz, Step und Gymnastik gute Kunst. Rosel Dorsch erfreute als Soubrette mit bekannten Operettenliedern. Musikstücke und Lieder auf dem Akkordion zeigten Helma Keß als Künstlerin aufihrem Instrument. Kapellmeister Sonder-Mahnken hatte die musikalische Untermalung übernommen, brachte auch eigne Kompositionen durch Lieder am Klavier. Die besonders schönen Darbietungen des Musikalclowns Emil Kemp-Arnoldi bereiteten viel Freude. Emil Schäfer sorgte als Humorist für Stimmung und sprach die verbindenden Worte. Reicher Beifall belohnte die Künstler. Im Auftrage der Kreisbildstelle zeigte Lehrer Appel mann in drei Lazaretten verschiedene Filme. Eine Bärenjagd in den Karpaten und eine Fahrt zum Wetterwart auf der Zugspitze waren lehrreich. Der Puppenfilm „Tischlein deck dich" war recht lustig. Reicher Beifall wurde dem Veranstalter zuteil. Sparsamkeit im Gasverbrauch. Der Krieg verlangt haushalten vor allem mit Rohstoffen. Dazu gehört an erster Stelle die Kohle; aus ihr wird auch das Gas erzeugt. Gas ist als veredelter Brennstoff für die wichtigsten und kriegsentscheidenden Industrien unentbehrlich. Hier wird es heute mehr als vor dem Kriege gebraucht und muß deshalb in erster Linie dafür vorbehalten bleiben. Uebersteigerte Anforderungen des Haushalts gefährden die Versorgung der Rüstungsindustrie. Daher kann dem Haushalt Gas nicht unbegrenzt zur Verfügung gestellt werden. Wenn jede Hausfrau sparsam mit Gas umgeht, hilft sie mit, die Nüstungsbetriebe voll zu versorgen, so daß diese alle Anforderungen, die an sie gestellt werden, erfüllen können. Darum beachtet folgende Regeln beim Gasverbrauch im Haushalt: 1. Stelle die Gasflamme am Gasherd so ein, daß die Flamme nicht über den Boden der Kochtöpfe herausschlägt! 2. Mache von der Möglichkeit, Töpfe übereinanderzustellen, weitestgehend Gebrauch (Turmkochen). 3. Aus jeden Kochtopf gehört ein Deckel. 4. Halte Gasgeräte sauber, reinige die Gasbrenner so oft wie möglich. 5. Achte auf straffe Gasflamme. Flackernde Gaslammen zeigen an, daß der Brenner nicht in Ordnung ist. In diesem Fall wende dich an das Gaswerk. 6. Die Benutzung von Gaskochern und Gasbratöfen zum Heizen der Räume ist eine Verschwendung von Gas; eine richtige Durchwärmung der Räume kann damit doch nicht erzielt werden. Darum: Wer Gas spart, dient der deutschen Wirtschaft. Artilleristeu-Kameradschast 1895. Am gestrigen Sonntagnachmittag hielt die Ar- tilleristen-Kameradschaft 1895 Gießen bei starker Beteiligung ihrer Mitglieder ihren Jahreshauptappell im Hotel Köhler ab. Kameradschaftsführer Müller gedachte zunächst der Kameraden an der Front und der Gefallenen des jetzigen und des ersten Weltkrieges sowie der im letzten Jahre verstorbenen Angehörigen der Kameradschaft mit herzlichen Worten des Gedenkens. Dann wies er erneut auf die Pflichten der alten Soldaten im Dienste der Heimatfront hin, die hier mit allen Kräften zur Erringung des deutschen Sieges beizutragen haben. Aus dem von dem stellv. Schriftführer Kamerad Faber erstatteten Jahresbericht war eine rege Tätigkeit der Kameradschaft im verflossenen Jahre zu ersehen. Ferner ging daraus heraus, daß die Verbindung mit den im Felde stehenden Kameraden und Kameradensöhnen auch im Berichtsjahre durch Uebersendung der Reichskriegerzeitung, von Liebesgabenpäckchen, insbesondere zu Weihnachten usw. sorgsam gepflegt wurde. Von den Kameraden bet der Wehrmacht gingen fortlaufend Briefe und Karten als Bekundung ihrer Verbundenheit mit den alten Soldaten in der Heimat ein. Die Arbeit der Kameradschaft war auch im Berichtsjahr nur auf die Pflege der soldatischen Tradition und der Kameradschaft ausgerichtet, von festlichen Veranstaltungen wurde selbstverständlich Abstand genommen. Hie Rechnungslegung des Rechners Kamerad Stephan zeigte, daß die Kameradschaft ihren Aufgaben auch in finanzieller Hinsicht gerecht geworden ist und die Kassenoerhältnisse gesund sind. Der Kameradschaftsführer sprach dem Schriftführer und dem Rechner für ihre Mühewaltung und sorgsame Arbeit den herzlichen Dank der Kameradschaft aus. Sodann wurde Kamerad Müller durch eine einstimmige Kundgebung der Kameraden auch für das neue Jahr das Vertrauen ausgesprochen, gleich» zeitig wurde ihm herzlicher Dank für feine bisherige erfolgreiche Führung der Kameradschaft zum Ausdruck gebracht. Der Kameradschaftsführer bestätigte die bisherigen Mitglieder der Führung erneut in ihren Aemtern und bestellte den Kamerad Haas zum Schriftführer an Stelle des Kameraden F a - der, der dieses Amt bisher nur vertretungsweise neben seinen Aufgaben als Fechtwart mit versehen hatte. Nach Erledigung einiger kleinerer Angelegen- SSW» Y vv Der feurige Ofen Roman von Hans von Hülsen 84 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Am zweiten Sonnabend im März, einem Tag voll ungestümer Regenböen, traf sie zufällig mit Abbeg zusammen. Er bewohnte immer noch, wie er ihr damals am runden Tisch erzählt hatte, gar$on» mäßig seine beiden Zimmer in der Kreisstadt, bis die Direktorvilla unter Dach und Fach wäre, und fuhr jeden Morgen nach der „Sophienau" hinaus. Marion stand vor dem Fenster eines Kürschners, mit verliebten Blicken einen Blaufuchs betrachtend, als sie hinter sich ihren Namen nennen hörte. Sie wandte sich um und mußte sich gewaltsam beherrschen, da sie Abbeg erblickte: im dicken Ulster, den Kragen hochgestellt, den Bambusstock über den Arm gehängt. Es war das erstemal seit jenem Dresdener Abend, daß sie ihn allein sah und sprach; sie war etwas befangen, spielte die Befangenheit aber sogleich weg: „Oh, Direktor! Sie sind's!" „Nur ich, Frau Baronin. Und, wie immer, Ihr ergebenster Diener." ». „Woran ich nicht zweifle!", lachte sie. „Nach den Proben von Ergebenheit, die ich mir ständig ab ringe,« nicht wahr?" Er reichte ihr die Hand, hielt die ihre fest: „Mein Kompliment, Manion. Sie spielen Ihre Doppelrolle ausgezeichnet, das ist mein Eindruck. Halb Frau Baronin im Schloß und allem Heil, halb Theater — entschieden eine pikante Mischung in dieser im übrigen etwas triften Gegend ..." „Ja, da haben Sie recht, Abbeg. Was die Gegend betrifft. Und nicht einmal so sehr die Gegend, als die Leute. Sie haben sich neulich gewiß gelangweilt unter diesen Damen?" „Kann ich nicht sagen. Ich langweile mich überhaupt nie. ,Wo ihr's packt, da ist es interessant'. Ich habe meine Studien gemacht. Jagd auf Physiognomien — immer fesselnd. Und dann hatte ich ja mein diabolisches Spezialvergnügen, wie gesagt, an Ihrer Doppelrolle ..." Er ging, ohne gefragt zu haben, an ihrer Seite die Straße hinab. Der Regen klatschte ihnen ins Gesicht. Vor dem Hotel „Landskrone" hielt er inne: „Das beste Casö am Platz- Marion. Sogar mit Musik! Allerdings: ,Nie sollst du mich befragen*. Genehmigen Frau Baronin ein Schälchen Braun mit mir?" „Danke — das ist eine Idee! Ist ja wirklich ein fürchterliches Wetter. — Fabian habe ich ins ,Weiße Roß' geschickt, da trinkt er ein Münchner, ja, das ist (eine stille Liebhaberei, ich hab's aus ihm heraus- gefragt ..." Wenige Minuten später saßen sie, aus ihren nassen Mänteln gewickelt, an einem der Marmortischchen hinter der in halber Höhe von einer Gardine verhüllten Spiegelscheibe. Nur ein Dutzend Tische waren besetzt. Auf dem kleinen Podium mühte sich eine Kapelle mit allerlei Schlagern ab, unter denen Marion alsbald etwas aus der „Donaunixe" erkannte. Leise summte sie die Melodie mit. „Also, mal alle Ironie beiseite und in vollem Ernst gesprochen, Marion —", fing Abbeg an: „Wie gefällt Ihnen das neue Leben? Alle Erwartungen erfüllt, wie? Oder gar übertroffen? Gar keine Sehnsucht zurück? — Verzeihen Sie diese vielen Fragen einem, der immer auf Ihr Wohl bedacht ist ..." „Lieb von Ihnen, Abbeg, daß Sie das sagen. Ich hör' es gern. Und fast glaube ich's selber." „Ja? Glauben Sie's endlich?" „Seit neulich Abend." „Nicht seit Dresden? — Ich dachte. — Marion, verge sen Sie nicht, was ich Ihnen damals in Dresden sagte: es liegt alles in Ihrer kleinen schönen Hand. Jeder Mensch hat sein Schicksal allein in der Hand. Und erlauben Sie mir, zu bewundern, wie fest Sie bisher das Steuer halten. Der Baron Fehr liegt Ihnen ganz offensichtlich zu Füßen — ich habe mir das Vergnügen gemacht, ihn zu beobachten, feine Augen, die Blicke, mit denen er an Ihnen hing, als Sie sangen ... das ist Liebe." „Seien Sie nicht so abscheulich ironisch. Keine Silbe gegen Fehr, Abbeg! Er ist mir wirklich in einem Grade ergeben, daß es mich manchmal direkt rührt — weil ich's gar nicht verdiene, wie niemand besser weiß als Sie! — Und ich finde es, um nur ein Beispiel zu nennen, großartig, mit welcher männlichen Gelassenheit er alles trägt, was er sich um meinetwillen aufgebuckelt hat ..." „Die Sache mit der Tochter, meinen Sie? Ich habe davon gehört — man yört hier ja alles. Frau Doktor Wulflarn, geborene Baronesse Fehr ... Habe sie übrigens auch mal gesehen, in ihrem Wagen — eine rassige Person! Wissen Sie, so ’ne Existenz wie die ihre, traditionslos, ganz auf sich gestellt, aus freiem Entschluß ergriffen und gegen alle Widerstände durchgepaukt, die imponiert mir im Grunde mehr als die ganze Schloßromantik! — Haden Sie mal wieder von Ihrem Vater gehört, Marion?" „Nichts. — Gott sei Dank!" „Aber ich habe den Vorzug. Ja, er beehrt mich von Zeit zu Zeit mit seinen Sendschreiben. Fulminante Briefe — wenn er mich auch nicht mehr über den Haufen schießen will. Im Gegenteil ..." ,Hch sagte Ihnen ja: er ist nicht ganz bei Trost. — Was will er denn?" „Ach Gott, verschiedenes. Bald soll ich ihn rehabilitieren. Bald will er ein Darlehen, um sich eine Existenz aufzubauen, wie er sagt ..." „Von Ihnen — ausgerechnet? — Sie sehen, Abbeg, er ist wirklich verrückt. Antworten Sre ihm nie, nicht mit einer Zeile, ich bitte Sie! Das sind alles Ausgeburten seines kranken Gehirns, weiter nichts. Irgendwann wird er ja doch hoffentlich mal festen Fuß fassen, und dann wird sich das legen, denke ich ... Ich zergrüble mir immer den Kopf, ob man ihn irgendwo unterbringen könnte. Wissen Sie nicht etwas?" Abbeg überhörte die Frage, sie war ihm zu naiv. „Und wie ist's denn mit dem Baron Fehr? Marion? Ist er gar nicht neugierig? Ich meine, ein Mann wie er, der in sogenannten Familientraditionen groß geworden ist, wie alle diese schlesischen Landlords, der müßte sich doch eigentlich eines schönen Tages dafür interessieren, in was für eine Familie er da hineingeheiratet hat. Marion war es sehr unbehaglich bei diesem Thema. Was ging das Abbeg an?! „Er hat gefragt. Einmal, am Anfang. Und ich habe ihm gesagt, daß ich alle Brücken zu meiner Familie abgebrochen habe, als ich zur Bühne ging. Das ist die reine Wahrheit ..." „Reine Wahrheit, Marion? Sie sagen das so kindlich gläubig. Reine Wahrheit? Das gibts doch wohl nicht. Jede .Wahrheit' ist ein Spektrum nut allen Farben des Regenbogens. Und Ihre geschickten Hände, ich sagte schon, daß ich sie aufrichtig bewundere!, drehen das Spektrum so, daß der neugierige Herr Gemahl nur das lautere Weiß der Unschuld zu sehen bekommt. Marion, ich habe Sehnsucht nach dir. Die Karenz war lang. Wann besuchst du mich?" „Gott, Abbeg! Nun fangen Sie bloß nicht wieder davon an! Das ist zu Ende — muß zu Ende sein. So hab' ich's verstanden, damals in Dresden. Und das müssen Sie respektieren!" „Muß ich, Marion? Ich weiß nicht. Ich weiß nur, daß ich eins muß: fürchten, daß du mich mißverstanden hast. Oder, wenn das nicht: daß du mich mißverstehen willst. Mein inhaltsschweres Wort, daß alles fortan in deinen schönen Händen liegt ... „Pfui, Abbeg! Das finde ich gemein! Lassen Sw das Du, ich habe Ihnen schon einmal gesagt, ich will das nicht mehr. Und man könnte uns auch hören ..." (Fortsetzung folgt.) Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgang unserer lieben Schwester und Schwägerin sagen wir Tieferschüttert erhielten wir die unfaß- bare Nachricht, daß mein innigstgelieb- ter, herzensguter Mann, unser lieber guter Sohn, Schwiegersohn, Enkel, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter Herbert Meyerhof heilen schloß der Kameradschaftsführer den bienst- lichen Teil der Versammlung mit dem Gruß an den Führer und an unsere siegreiche Wehrmacht. Deutscher Alpenverein, Zweig (Sießen-Oberheffen. Im vollbesetzten Saale des Gasthauses Hindenburg bot der Zweig Gießen-Oberhessen des Deutschen Alpenvereins am gestrigen Sonntagnachmittag seinen Mitgliedern und Gästen wieder ein schönes Vortragserlebnis. Nach den Begrüßungsworten des Sektionssührers Direktor Wrede hielt Studiendirektor Dr. Diehl, Darmstadt, einen interessanten Vortrag über „Naturbeobachtung im Oetztal", auf Grund einer Wanderung, die er im August vorigen Jahres in den Oetztaler Alpen gemacht hatte. In etwa lVrstündigen Ausführungen, die durch die Vorführung einer großen Zahl ansprechender farbiger Photos bereichert wurden, ließ er die Hörer im Geiste an dieser Wanderung tcilnehmen. Er hat, wie er selbst bemerkte, keine schwierigen Hochgebirgstouren unternommen, sondern ist auf den üblichen Wegen gewandert und hat dabei in farbigen Aufnahmen das erfaßt, was dem Wanderer und Naturfreund auf diesen Wegen begegnet. Zuerst zeigte er zu seinen Schilderungen eine Anzahl Bilder aus dem Kalkalpengebiet, um damit den Unterschied zu den Granitalpen, aus denen die Oetztäler bestehen, klarzumachen. Die Wanderungen führten von dem 1333 Meter hoch gelegenen Dorf Sölden die verschiedenen Täler aufwärts und sektwärts, auf Almn, über Obergurgl, dem mit 1927 Meter höchstgelegenen Kirchdorf, zum Ramol- Haus und Hochwilde-Haus in die ewige Schnee- und Eisregion. . Die Bilder gsben neben dem Bericht des Vortragenden in bunter Folge einen anschaulichen Eindruck von den bei Liesen Wanderungen berührten Dörfern, Gehöften und Almhütten, von der Bauart der Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude und Gär- ten, von den ernsten, verschlossenen und zurückhaltenden Menschen der Hochgebirgswelt, von der herrlichen Natur mit ihren Tälern, schroffen Felsen und hochragenden Bergen, den prächtigen Fernblicken au' die über 3000 Meter ansteigenden Gipfel und Gletscher usw. Daneben lernte man durch Wort und Bild weiter die Pflanzenwelt mit ihren verschiedenen Daumgruppen (Lärche, Zirbelkiefer, Latschen) und vor allem die Alpenblumen in ihrer Blüh- zeit kennen, von denen der Vortragende eine große Anzahl Aufnahmen zeigen konnte, z. B. Edelweiß, Enzian mit einer seltenen weihblühenden Abart, Kohlröschen, Gletscherhcchnenfuß, Edelraute usw. Ferner machte der Redner auf viele geologische Besonderheiten aufmerksam, insbesondere auf die Arbeit der Gletscher und ihre Auswirkungen. Schließlich wies er noch darauf hin, daß die Filme „Der Meineidbauer" und „Die Geierwally" im Oetztal gedreht worden sind, er zeigte auch das Haus und G ILO R1 A*P AILAST Heute Montag Erstaufführung JQtü.deilebi fietn Ein Wien-Film im Verleih der Bavaria -Filmkunst NEUESTE WOCHENSCHAU «rM die Mädelstellenleiterm für Verpflichtungsformel verlesen hatte. Die Mannschaften der Jungmädel bestanden aus 6 Teilnehmern, die des BDM. aus 4. Die Jung- ** Beförderungen bei der Wehrmacht. Zum Oberstleutnant befördert wurden mit Wirkung ab 1. März 1942 die Majore Graf zu Münster und Schreiber in Gießen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 7. März. Es notierten je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 40 bis 42,5, Bullen a) 43 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, Kühe a) 43 bis 44,5, b) 39 bis 40,5, c) 30 bis 34,5, d) 20 bis 25, Färsen a) 44 bis 45,5, Hauck, nachdem Leibeserziehung die schäft mit 51 P.; 3. Mtv. I. Mannschaft mit 46 P. 4 Mtv. II. Mannschaft mit 43,5 P.; 5. Tv. 1846 III. Mannschaft mit 43 P. Leistungstabelle: die einzelnen Stellen des Gebirges, die in diesen Filmen eine Rolle spielen. Der außerordentlich fesselnde Vortrag wurde von den Hörern mit herzlichem Dank ausgenommen, den Direktor Wrede dem Vortragenden mit warmen Worten zum Ausdruck brachte. Diamantene Hochzeit. Die Eheleute Rentner Ludwig Goß und Frau Elesabethe, geb. Mank, Erlengasse 13 wohnhaft, können morgen, 10. März, bei bester Gesundheit das seltene Fest der diamantenen Hochzeit begehen. Der Jubilar ist 85, seine Frau 83 Jahre alt. Wir beglückwünschen beide herzlich zu ihrem Jubelfest und wünschen ihnen einen schönen Lebensabend. NSG. BNdervertrieb wand ernder Händler. Seit einiger Zeit bemühen sich im Gau- gebiet Hessen-Nassau wandernde Händler (Frauen pnd Männer) um den Verkauf von Bildern, die angeblich von Kriegsbeschädigten hergestellt wurden. Die Gaud-ienststelle Hessen - Nassau der N^KOV., Frankfurt am Main, teilt uns hierzu mit, daß sie der Angelegenheit fernsieht und es grundsätzlich ablehnt, derartige Geschäfte zu unterstützen, weil mit ihnen der Sache unserer verwundeten Soldaten nicht gedient wird. 25 Jahre Bürgermeister. * Schotten, 7. März. Bürgermeister Strauch in unserer Nachbargemeinde Breungeshain konnte dieser Tage auf eine 25jährige Tätigkeit als Bürgermeister seines Dorfes zurückblicken. Seit 4. März 1917 versieht er das Bürgermeisteramt in Breungeshain zur voll?n Zufriedenheit der Ortsgemeinschaft, die ihm zu Ehren anläßlich seines Jubiläums eine kleine Feier veranstaltete. Fußball-Meisterschastsspiele. Hessen-Nassau. TSvgg. 1860 Hanau — Kickers Offenbach 0:4; FC. Hanau 93 — SV. 05 Wetzlar 11:0. Kurze Sportnotizen. Hessen-Nassaus Ringer gewannen zwei Vergleichskämpfe gegen den Gau Bayerische Ostmark, nnd zwar in Mainz mit 5:2 und in Frankfurt a. M mit 6:1 Punkten. bach angetreten. Nach Lied und Spruch und EinführunZsworten der Bannmädelführerin Inge Hack begann der Wettkampf unter Leitung von Bannfachwartin Idel Bannmeisterschasten der Mädelbanne 116 Gießen und 823 Friedberg in Gießen. Zu den Wettkämpfen, die als Mannfchaftskämvfe aus-getragen wurden, waren 5 Mannschaften der Jungmädel des Bannes 116, 7 Mannschaften des BDM. (Leiftungssportaruppen der Turnvereine) des Bannes 116, 2 Mannschaften des Bannes 823 und als Gast eine Mannschaft des Bannes 304 Lautermädel turnten einen Dreikampf, bestehend aus einer Barren-, einer Bodenübung und einer Hindernisstaffel, für die Leistungssportgruppen des BDM. war ebenfalls ein Dreikampf vorgeschrieben, der aus einer Barren-, einer Ringeübung und der Hocke über das Seitpferd bestand. Der Wettkampf wickelte sich flott und reibungslos ab, die gute Vorbereitung in den Vereinen und der Eifer und Einsatzwille der Mädel führten zu schönen und beachtlichen Leistungen. Er wurde mit der Siegerehrung und dem Lied der Jugend abgeschlossen und hatte folgendes Ergebnis: B D M., Bann 116: 1. Sieger und Bannmeister Tv. 1846 Gießen mit 48 Punkten; 2. Tv. 1846 Gießen II. Mannschaft mit 46 P.; 3. Mtv. Gießen I. Mannschaft mit 45 P.: 4. Tv. Wieseck mit 43 P.; 5. Mtv. Gießen II. Mannschaft mit 40 P.; 6. VfL. Lollar mit 36,5 P.; außer Konkurrenz Tv. 1846 Gießen III. Mannschaft mit 44 P. — Bann 823. 1. Sieger und Bannmeister Tgde. Friedberg mit 47 Punkten; 2. Tv. Butzbach mit 37 P. — Bann 304, außer Konkurrenz Tv. Alsfeld mit 5 Teilnehmern 47 P. Jungmädel. Bann 116. 1. Sieger Tv. 1846 I. Mannschaft mit 55 Punkten; 2. Tv. 1846 II. Mann- Barren Pferd Ringe Gesamt BDM. Pkte. Pkte. Pkte. Pkte. Tv. 1846 I. Mannsch. 61 58 73 192 Tv. 1846 II. Mannsch. 51 64 70 185 Mtv. I. Mannsch. 45 65 71 181 Tv. Wieseck 49 59 66 174 Mtv. II. Mannsch. 39 54 69 162 VfL. Lollar 50 54 42 146 Tgde. Friedberg 61 67 63 191 Tv. Butzbach 35 59 57 151 Barren BodenHindernisübung staffel Pkte. Pkte. Tv. 1846 I. Mannsch. 104 107 52,5 Sek. Tv. 1846 II. Mannsch. 93 99 55,0 Sek. Mtv. I. Mannsch. 89 80 1:03,1 Min. Mtv. II. Mannsch. 85 80 1:09,8 Min. Tv. 1846 III. Mannsch. 79 71 1:01,3 Min. b) 40 bis 41,5, c) 36,5, Kälber a) 59, b) 56 bis 59, c) 45 bis 50, d) 30 bis 40, beste Mastlämmer 53, mittlere Mastlämmer 32 bis 40, geringere Lämmer 29, Schafe a) 42 bis 45, b) 35 bis 41, c) 22 bis 32, Schweine a) 63,5, bl) 63,5, b2) 63,5, c) 62 5, d) 58,5, e)56,5, gl) 63,5. Marktverkauf: alles zugeteilt. Don der Börse. Ruhige Aktienmärkte. Frankfurt a. M., 6. Mürz. Die Veröffentlichung der Einzelheiten zur Aktienmeldepflicht hat in der verflossenen Berichtsperiode a:>f die A k l i e n- Märkte etwas ernüchternd gewirkt. Die in den letzten Monaten immer wieder bevorzugten Aktien gaben weiterhin nach und nähern sich allmählich dem Kursstand, den man unter den gegebenen Verhältnissen als einigermaßen gerechtfertigt ansehen kann. Kursrückgänge waren also überwiegend zu verzeichnen, wobei das Ausmaß naturgemäß unterschiedlich war. Siemens erre chten wieder den Stand von 350, auch Rheinbraun sind von ihrem Höchststand von etwa 224 bis auf 214 gesunken. Gedrückt lagen weiter u. a. Holzmann, die bis 154, Zell Waldhof, die bis 119 zurückgingen. Daneben zeigten sich Aschaffenburger Zell als recht widerstandsfähig, ebenso wie auch die Standardpapiere JG- Forbenindustr.e und Vereinigte Stahlwerke sich kursmäßig hielten und nur leichte Schwankungen aufwiesen. Einigermaßen erstaunlich ist nur die Beobachtung, daß Abgaben größeren Ausmaßes auf Grund der Aktienmeldevflichl kaum zu bemerken waren, daß aber das Kaufinteresse eher nachgelassen hat, dem in einigen Werten Abgaben interessierter Stellen ausgleichend gegenüberstanden. Am Einhe'tsmarkt waren die Kursveränderungen bei weiterhin recht kleinen Umsätzen nicht erheblich. Zu -vermerken ist nur der insgesamt 7 v. H. betragende Verlust bei Eschweiler Berg, die allerdings letztmals am 31. 12. 1942 notiert waren und erst in den letzten Tagen wieder zur Notiz gelangten. In den Heimatpapieren k^m' es weiterhin zu Notizstreichungen, da kein Material an den Markt kam. Am Rentenmarkt war die Reichsaltbesitz durchweg freundlich, der Kurs schwankte zwischen 163 und 163,25. Steuergutscheine I bröckelten lang- sam ab und erreichten mit 103,65 den Tiefstand im neuen Jahr. Jr.dustrieobligationen waren wenig verändert und meist nur um Prozentbruchteile schwankend. Pfandbriefe sind nach wie vor gesucht, ohne daß es bet der bestehenden Marktleere ni nennenswerten Umsätzen auf Basis der Richtkurse kommt. Stadtanleihen zeigen sich gehalten. Das Anlage suchende Kapital greift daher weiterhin ?u den 3proz. Rcichschatzanweisungen von 1942 Folge 1, die fortlautend guten Absatz finden. Im Aktienfreiverkehr war die Umsatz- tätigfeit sehr klein und die Kurse zeigten nur geringe Veränderungen. H.I1CHTSP1IEILIHAUS Heute Montag .Schwalle JQoien mit WUly Birgel, Willy Fritsch,. LiUan Harvey NEUESTE WOCHENSCHAU 823D Weg. Aufgabe derWohnung müssen die bei der Firma Emmv Oehler. Neustadl 8 zum Umarbeiten gegebenen Hüte bis spätestens am 15. März 1942 abgeholt sein. 0»?a herzlichen Dank« si»d_ | Verschiedenes! | Vereine™ 0973 M.T.V. 818D geben. 0980 Wie kommt das..? 0974 821 D 0979 BURNUS • G M B H DARMSTADT Frau Müller bekommt beim Waschen auch stark ver- ichmutzteWäsche, z. B. ölige Berufskleidung, mühelos u. echonend tadellos sauber. Am Mittwoch, dem 11. März d. 3., mittags 12 Uhr, wird im Hofe des städtischen Faselstalles ein zur Zucht untauglicher schöner Eber öffentlich versteigert. Die Bedingungen-werden bei der Versteigerung Familie Albert Oehler Familie Emil Oehler Max Oehler und Frau. | Mietgesuche 3—4-Zimmer° Wohnung zum 1. 4. oder 1. 5. in Gießen ober Umgebung gesucht. Sckr. Ang. unt. 0975 a. ü. G. A. Gießen, Hedeper, Amsdorf und Wilhelmshaven, im März 1942. In tiefer Trauer: Lieselotte Lindemann, geb. Rühl und Töchterchen Dagmar Otto Lindemann und Frau Hermann Lindemann, z.Z. im Felde, u. Familie Richard Lindemann, z. Z. im Felde, u. Familie Gerda Lindemann, Schwester Inge Lindemann Heinrich Rühl und Frau. Gießen (Sonnenstraße 7), den 6. März 1942. Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. März, nachm. 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. __0971 Wiederbeginn der Turnstunde: Dienstag, 10.3 >12 ab 16 Uhr Kinder ab 17 Ubr I. M. ab 20 UbrTu,Tui u. BDM-L-Gr. Ter Vereins- führet. 8i6ö In tiefem Schmerz: Marie Däuble, geb. Stein Obergefreiter Otto Däuble, z.Z.lm Felde Oberwachtm. Paul Schulze-Greifenberg, und Frau Erna, geb. Däuble [z. Z. Im Felde und Kind Elke, nebst allen Verwandten Elsbeth Graf. Hauptfeldwebel in einer M.-G.-Komp. Inhaber des E. K. II, des Kriegsverdienstkreuzes und des Verwundetenabzeichens im blühenden Alter von 28 Jahren in den schweren Abwehrkämpfen im Osten am 2. Februar in treuer Pflichterfüllung sein Leben für sein Vaterland gegeben hat. In tiefer Trauer: Llesel Meyerhof, geb. Kratzenberger Hermann Meyerhof und Familie Charlotte Kratzenberger Wwe. und alle Verwandten. Gießen und Hermannsburg, im März 1942. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. _______________________________________________822 D Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Mutter Anna Marg* Wagenbad), geb. Rinn danken herzlichst die HinterbUebenen Heuchelheim, den 9. März 1942 bekanntgegeben. Lich, den 9. März 1942. ______Der Bürgermeister: Geil. Annhandnür vergoldet, m. Lederbandverloren zw. Liebig- und Gnauthstr. Ehrl. Finder wird geb. gegen gute Belohnung auf dem Fundbüro abzu- Unerwartet ist nach kurzer, schwerer Krankheit am 6. 8. mein lieber, herzensguter Mann, unser stets treusorgender Vater, Schwiegervater, Opa, Bruder, Schwager und Onkel Jakob Däuble Schuhmachermeister im Alter von 48 Jahren für immer von uns gegangen. XW Am 6. März erhielt ich die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, l&L * der Vater seines Töchterchens, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Onkel und Neffe Otto Lindemann Feldwebel für Volk und Vaterland beim Abwehrkampf im Osten auf dem Felde der Ehre gefallen ist. Frau Schulze hat große Plage bei der Reinigung der Berufswäsche. Es bleiben Flecke zurück und die Farbe verblaßt. Ganz einfach! Frau Müller löst den Schmutz vor dem Waschen gleich richtig auf. Sie verwendet stets Burnus, den Schmutzlöser, der auch Ja« Wasser weich macht. Frau Müller fragt lieber noch einmal nach, wenn Burnus nicht gleich erhältlich isL Burnus ist ja so sparsam im Gebrauch. Das macht den Unterschied! Schmutzauflösen schon beim Einweichen — durch Burnus!- Seine Wirkstoffe lösen den W^scheschmutz auf natürlichem Wege so auf, daß er ins Einweichwasser übergebt. Das Gewebe wird niemals angegriffen. Langes Kochen und scharfes Reiben der Wäsche werden überflüssig — die halbe Wascharbeit, Wasch- K — mittel. Seife und Feuerung werden gespart. Oie Wäsche wird geschont und hält länger! In soldatischer Pflichterfüllung fiel für sein Volk und seinen Führer am 12. Februar 1942 im Osten mein ge- * 1 liebter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Wilhelm Frank Schütze in einem Infanterie-Regiment Kreisamtsleiter der NSV. im Alter von 85 Jahren. Im Namen aller Hinterbliebenen: Gertrud Frank, geb. Schäfer Wolfgang Frank. Gießen (Fröbelstr. 32), den 4. März 1942 Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. Heute früh 7 Uhr entschlief mein lieber, treusorgender Mann, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Karl Gorr im Alter von 63 Jahren. In tiefer Trauer: Gertrud Gorr, geb. Dittmer Familie Philipp Gorr, Jugenheim Familie Wilhelm Gewandt, Heuchelheim Familie Heinrich Weber IV., Heuchelheim Familie Albert Hartmann, Heuchelheim. Heuchelheim (Wilhelmstr. 61), 8. März 1942. Beerdigung: Dienstag, 10. März, nachm. 4 Uhr. ________________________________________8150 MeineAtneigcn m ©icfienet Anzeipel werden von Tau enden beachtet und peWn. | Kaufgesuche | Gebrauchtes Fahrrad zu kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. unter 0969 an den Gieß. Anz. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme sowie für die vielen Kranzspenden bei dem Hin-' scheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Otto Wilhelm Artz. Gießen (Asterweg 86), den 9. März 1942. 820 0 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Sonntag, dem 8. März, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Anna Müller, geb. Hofmann im 91. Lebensjahre zu sich zu nehmen. In tiefem Schmerz: Familie Karl Schneider Familie Heinrich Schneider Familie Karl Langgöns Lang-Göns, Gießen -Wieseck, 9. März 1942. Die Beerdigung findet am Dienstag, 10. März, um 13'r Uhr, vom Hause Langgöns in Lang- Göns statt. Mädchen oder Frau stundenweise zur Dausarb.aesucht. Zeit nach Vereinbarung. 812D Frau E. MöbS, Ludwigstr. 61PJ Frauen, Töcbter, Verlobie! | Mittwoch und Donnerstag, den 11. und 12. März, findet im Part.-Saal des Hotel Schütz, Gießen, Bahnhofstraße, mein beliebter zweitägiger Siscftdedz- und :f eruier - Kursus mit praktisch.Vorführungen statt: Serviettenbrechen, Vorstellen, Besuche empfangen, Decken von Kaffee-, Tee-, Mittags- und Abendtisch. DieFesttafel m.Tafelschmuck, Servieren, Aufklärung über Verhalten bei Besuchen und in allen Lebenslagen. Mittagskursus von 15-17 Uhr. Abendkursus von 19.45 bis 21.45 Uhr. Honorar für 2 Mittage oder Abende nur RM. 4.-. Zehn Papierservietten oder Zeitungspapier mitbringen. Voranmeldungen sind nicht erforderlich. Eine Wiederholung findet in dies. Jahre nicht statt. (Oooo] Vera von Keitz. der Schmutzlöser mit der Doppelwirkung.