vlenrtag. 8. Dezember 19§L Eichener Anzeiger (92. Jahrgang Nr. 289 öricbemt lagtlch, mitzer Sonnlaaö und s^ket erlag- Beilagen: Gießener ^amilienblätter I Heimat imBild-DieScholle I Be-maSvreiSr Monatlich .... .RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Annahme von 'Anzeige* für die NtittagSnummer in» 81/, Uhr dedBornllttag» An-einen-Breile für die MUIimeter-Zeüs von 22 Millimeter Breitei 7Nvi. für FamUienmtz» zetgen und vrivate GelegenheftSanzetge» 14Nvi. i. Werbeanzeige« und geschäftliche «etegendeitsan-etaea Platzvor'chrift (vorheriao Berernbarung) 25*/. mehr General-Anzeiger für Oberheffen Für eine neue Weltordnung her Gerechtigkeit Eine Erklärung Botschafter Oshimas Dor- Oer Streit um Darlan Größte Verwirrung in Kranzösisch-Nordafrika worden waren. •fängniffen entlassen werden, doch wird der Endsieg unfer' sein. Denn auf der Seite derjenigen, die bereit sind, für die Ge° Der „Paris Soir" berichtet, daß sich in Marokko 56 000 Flüchtlinge, der Hauptsache nach Juden, und in Casablanca 28 000 Flüchtlinge befinden. Die französischen Siedler und Kaufleute, die Arbeiter, die Mitglieder der Frontkämpferleaion stünden nach wie vor treu zu Frankreich. Die Abneigung gegen Nogues, so schreiben „Les Nouveaus Temps", mache sich in ganz Nordafrika bemerkbar. Die Bevölkerung von Rabat veranstalte anti-amerikanische Demonstrationen und Kundgebungen gegen Noguös. Er war nach der Sitzung des Imperialen Rates für Algier" gezwungen, unter starker nordamerikani- scher Bewachung nach Hause zu gehen. Der Rektor der Akademie in Algier hat bekanntgegeben, daß die Anstalt bis auf weiteres geschlossen ist, da man antiamerikcmtsche Kundgebungen der Studenten be- fürchtet Tanger, 8. Dez. (Europapreß.) Die Verwir- rung, die der Abfall des Admirals Darlan und die Aufrufe von Marschall P 6 t a i n und Admiral Platon unter den Truppen Französisch-Marokkos hervorgerufen haben, konnte auch durch die intensive Propaganda des Generals Nogues nicht beseitigt werden. Reisende, die aus Französisch-Ma- rokko in Tanger eintrafen, berichten, daß zahlreiche Truppenteile passiven Wider st and leisten und keinesfalls militärisch eingesetzt werden können. Die Besatzungsbehörden forderten deshalb, daß alle Truppenteile, deren politische Haltung „nicht einwandfrei" sei, zwangsweise im Landesinnern kaserniert werden sollen. rechtigkeit alle Opfer zu bringen, steht die sehung." Japan feiert den Tag des Kriegseintritts. Tokio, 8. Dez. (Europapreß.) Neber jedem japanischen Haus weht am Dienstag die rpeiße Flagge mit dem Sonnenball. Japan feiert den ersten Jahrestag der Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten und Großbritannien. Mit einer Verlesung jener Botschaft, die der Tenno am 8. Dezember 1941 an die Nation richtete, wird man in allen Fabriken, Büros und Schulen den Tag beginnen. In allen Tempeln des Reiches werden Dankgottesdienste abgehalten. Am Mittag wird eine Derkehrsstille von einer Minute allen Japanern Muhe geben, in'stillem Gebet der Gefallenen zu gedenken, deren Tapferkeit die einzigartigen Erfolge zu verdanken sind, die Japan in den verflossenen 12 Monaten errungen hat. Die erwachsenen Mitglieder des nationalen Dienstes in ganz Japan wurden um 6 Uhr mobikisiert, um sich vor den verschiedenen Schreinen zu vereinen und für den Sieg der japanischen Waffen zu beten. Ftnanzminister Kaya richtete um 7 Uhr über den Rundfunk eine Erinnerungsrede an die Nation. In Tokio wird eine große Versammlung abgehalten, auf der Premierminister Hideki T o j o sprechen wird. Um 19 Uhr werden in der Hibiya- halle Oberst Nahagi, der Sprecher der Armee, und Kapitän zur See Hiraide, der Sprecher der Marine, das Wort ergreifen. Dem ausländischen Beobachter fällt immer wieder die völlige Selbstverständlichkeit auf, womit das japanische Volk die kriegsnotwendigen Einschränkungen seiner Lebensweise hinnimmt und die unerschütterliche Siegeszuversicht. Jeder Japaner ist durchdrungen von der Ueberzeugung, daß alle Hindernisse erfolgreich überwunden werden und daß, wie es in jener Botschaft des Tenno heißt, „bie Quellen des Bösen schnell vernichtet werden und ein dauerhafter Friede in Ostasien errichtet werden wird, der den Ruhm unseres Reiches bewahrt." Kraftwerk mit 6 Turbinen erbauen ließ, die mit ihren 250 000 Pferdestärken ganz Sudfinnland bis Helsinki und Turku mit Strom versorgen und außerdem die hier erschlossenen Kupfervorkommen, die gleich an Ort und Stelle verhüttet werden, reichste Ausbeute geben. Einen Steinwurf von hier gen Osten aber liegt das Meer Laatokkä, das die deutsch-finnischen Heeresberichte immer wieder nennen. Wasser, Wasser und nochmals Wasser, so weit das Auge reicht, in dessen nördlichstem Teil sich die Inselgruppe Valamo aus den Fluten erhebt, ein Komplex von 25 größeren und kleineren Landstücken, um die der Kampf tobt. Der gleichnamige Haupthafen V a - lamo bietet eine der größten Sehenswürdigkeiten Finnlands: das Kloster. Seine Gründung geht auf das Jahr 992 zurück, es ist ein zweiter $ery Athos im Norden Europas! In langen Jahrhunderten bewiesen die Herrscher Rußlands dem Kloster ihre besondere Gunst. Der Ruhm Dalamos verbreitete sich über die ganze griechisch-katholische Welt, und Wallfahrer kamen aus aller Herren Ländern. Wer diese- kleine Geographie der Landschaft lieft und auf einer guten Landkarte verfolgt, der wird verstehen, warum gerade das Meer Laatokka uns im Begriffe des „Ladoga--Sees" in diesem Kriege so geläufig wurde: hier liegt der Schlüssel nach Kronstadt und Petersburg. Wer den Ladoga fest in der Hand hat, der beherrscht die rechte russische Flanke! Borposten des Abendlandes Von unserem HEM.-Sonderberichterstatter. man vielmehr, daß ständig neue Verhaltungen erfolgten. D e Gaulle erklärte sich in einer Rundfunkansprache zur Mitarbeit bei einer Zusammenfassung aller französischen Kräfte bereit, durch die der Feind aus den Gebieten Frankreichs vertrieben werden solle. „Doch wird die französische Nation es nicht zulassen", erklärte de Gaulle weiter, „bafc eine Handvoll Männer, welche die Kapitulation und die widerrechtliche Besitzergreifung verkörpern, die Disziplin der anderen mißbrauchen, um Ehre und Pflichterfüllung vorzutäuschen. Die Nation wird nicht dulden, daß die Männer, die im Krieg versagt haben, das Schicksal tter Nation lenken, auch wenn dadurch ein Bürgerkrieg entstehen könnte." — Besonders die „Legion des Combattants" in Berlin, 7. Dez. (DNB.) Anläßlich des Jahrestages des japanischen Kriegseintritts erklärte der japanische Botschafter, General O s h i m a, einem Vertreter des DNB.: „Es ist gerade ein Jahr her, daß Japan, gezwungen durch die dauernden und planmäßigen Herausforderungen der angelsächsischen Mächte zu den Waffen griff. Wir haben viel erduldet, um eine Klärung der Lage und eine Versöhnung herbeizuführen, sie aber haben dies für ein Zeichen der Schwäche gehalten und darauf mit einer Verstärkung des Drucks und der Bedrohung geantwortet. Dieser Gang der Ereignisse hätte — wollte man ihn japanischekseits gewähren lassen — nicht allein die langjährigen Bemühungen Japans um die Stabilisierung Ostasiens zunichte gemacht, sondern auch den Bestand des japanischen Kaiserreiches unmittelbar gefährdet. Drei Tage nach dem Ausbruch des großostasiatischen Krieges" — so führte General Oshima weiter aus — „haben Deutschland und Italien ebenfalls den Krieg gegen die Vereinigten Staaten erklärt. Gemeinsame Ideale und dasselbe Kriegsziel führten unsere Mächte zueinander und halten sie fest zusammen. Großeuropa ringt um die Schaffung einer wahren Gemeinschaft und die Errichtung einer neuen Ordnung unter der Führung Deutschlands und Italiens, und ebenso ftebt Grohostasien unter der Führung Japans im Kampfe um die Vereinigung aller Völker dieses Raumes unter einem Dach." Im Hinblick auf die gegenwärtige Kriegslage betonte General Oshima, daß die feindlichen Mächte, die infolge ihrer dauernden Niederlagen in eine verzweifelte Situation geraten sind, nunmehr zu allen Machenschaften der Tücke und Niedertracht greifen und sich vis zum Aeußersten anstrengen, um Gegenschläge zu führen. „Wir dürfen uns daher nicht in Sicherheit wiegen, sondern müssen mit eiserner Entschlossenheit den Feind immer schwerer schlagen. Wir sind in diesem Kriege, der nicht nur eine Auseinandersetzung der Waffen, sondern auch eine Kraftprobe des Geistes ist, berufen, der Gerechtigkeit in der Welt zum Durchbruch zu verhelfen. Das stolze Bewußtsein, daß wir für das hehre Ziel der Errichtung einer neuen Weltordnung kämpfen und dafür unser Aeußerstes einsetzen, verbindet unsere Völker auf das festeste. Der Kampf wird noch härter Auch unter den Vichy-Gegnern selbst halten die Zerwürfnisse an. In Französisch-Marokko find ebenso wie in Algier die de Gaulle-Anhänger, die von den Vichy-Bohörden verhaftet worden waren, noch immer nicht aus den Gefängnissen entlasten worden. In de Gaulle-Kreisen Tangers behauptet Nordaftika führt in Wort und Tat nach wie vor einen eifrigen Kampf gegen die de Gaulle-Bewegung. Man verfolgt bei den in Tanger lebenden Franzosen diese Zerwürfnisse mit Besorgnis, da man den Eindruck hat, daß unter dem Deckmantel dieser Auseinandersetzung in Wirklichkeit Großbritannien und die Vereinigten Staaten ihren Streit um das französische Kolonialreich ausfechten. Die Unterhaltungen, die Darlan geführt hat, werden von de Gaulle als null und nichtig bezeichnet. De Gaulle verweist darauf, daß Darlan überhaupt keine Vollmacht hatte, im Namen irgendwelcher französischen Stellen zu sprechen oder gar mit der Sowjetunion zu verhandeln, da die diplomatischen Beziehungen .zwischen Dichn und der UdSSR, zu einer Zeit abgebrochen wurden, als Darlan sich als stellvertretender Regierungschef in Vichy befand. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Helsinki, Anfang Dezember 1942. Von der hohen Schi-Schanze bei Kotka ließ ich den Blick schweifen, weit ostwärts, über Man- iierbeim-ßinie und finnisches Land, hinein nach Diußland, kurz vor Losbruch des deutschen Sturms 'm das bolschewistische Herz. Eine unendliche, ja sewige Symphonie von Seen und Wäldern, von Feldern und Wiesenstücken bis zu dem flimmernden Horizont, kaum Menschen oder gar Häuser, kaum Heben in dieser gesegneten Landschaft, die so fried- sich schien und doch schon damals Krieg bedeutete. jSm Rücken lag Kotka am Kymijoki und an den Ufern des Finnischen Meerbusens, Dome in der Ferne Karelien und ganz — ganz hinten, wo Die Welt zu Ende schien, das Meer Laatokka: der Ladoga-See. Doch dazwischen wehte der Begriff Wiborg, Finnlands .Heilige Stadt", da- mal3 noch' unter Moskaus Knute und nebst Hangö puomis offene Wunde, die erst in dem Augenblick Heilte, als der Blutfetzen der Sowjets von diesem Bollwerk des Westens gegen den Osten von dem Oorwärtsstürmenden finnischen Löwen wieder von Burg und Turm heruntergeholt wurde. Man zieht mit vollen Lungen diese finnische Wald- und Seeluft in sich ein und weitet das Auge vor einem Panorama, das die Welt in solcher Schönheit, Abgeschlossenheit und Schwere wohl nur jmmal kennt. So stand ich auf hoher Warte, und |ms Minuten wurden Stunden! Da unten, einer Wpielzeugschachtel gleich, das Weltgeschehen und die vzene. Heute noch Frieden, gestern Krieg, und morgen — das wußte schon im Herbst 1940 ein jedes Kind in Finnland — neuerlich Krieg. Und hier war, wie schon immer in Hunderten von Iahten, wie in der ganzen finnisch-russischen Geschichte, las Angriffs- und Derteidibungszentrum, hier war ter Boden blutgetränkt, hier gingen Heere und ziehen Heere. Dieser Flecken Erde wurde zu Begriffen für die Seite nach Westen und die Front -ach Osten; dieser Strich bedeutet Leben oder Sterben; hier endet in nördlichen Breiten die Kul- tur des Abendlandes, um das Erbe an Asien ab» !autreten. Die Frage war nur stets die, wo die Grenze verlief: am westlichen oder gar am Etlichen Ufer des Ladoga-Sees; damals war sie 'wieder einmal seit einem halben Jahre nach Westen rerrückt (und darüber hinaus noch westlicher fixiert); Leute ist das Meer Laatokka wieder finnisch es Meer, wenn auch noch vereinzelte Sowjet- pyrzepge diesen größten See Europas in Nacht int) Nebel, fliegenden Holländern gleich, befahren. Künfxefjrn Monate wehte über Wiborg das Banner Irnnischer Trauer, eineinviertel Jahr irrten Stare« Vertrieben, im. Lande der, tausend Seen umher, | ertrieben, im Lattde der tauschend Seen umher, lopflos, verstört, ohne Heimat. I Die Roten aber schanzten und befestigten in die- | ?m Interregnum, zogen Schützengräben durch »fruchtbarstes Ackerland und bauten Bunker in Denk- I Haler jahrhundertalter Architektur, um — wenn es lad) Moskaus Plänen gegangen wäre — von dieser vturmPlattform aus die Seuche über kurz oder fang vorwärts zu tragen. Obwohl die Sonne schien, lag damals dichte schwarze Trauer über Lebendem int) Totem, hier zwischen Kotka und Ladoga. Es har ein Wahn zu glauben, Petersburg sei in dem ilugeiEck gefährdet gewesen, in dem Suomi im besitze Kareliens und des nördlichen Teils des kadoga war. Wer die Geschichte sowohl Finnlands Ils auch Rußlands kennt, sieht klar und deutlich len ewigen Zug "der Rusten immer wieder und bieder zum Meere Laatokka und nach Wiborg. immer standen hier die Finnen in steter Abwehr ior dem Koloß, der sie zu erdrücken drohte, da nicht lur nationale oder internationale Expcmsionsbe- frebungen des weißen und des roten Zaren hier tue Rolle spielten, sondern auch wirtschaftliche Fak- bren den Russen Wasser auf die Mühle waren. - Wiborg ist nach Helsinki und Tampere die größte Stabt Finnlands, und die Gewässer auf der Nordsitte der Stadt, der Suomenvedenselkä, der mit dem Saimaa-Kanal verbunden ist, sind nicht nur End- Lunkt der gesamten östlichen finnischen Flößerei, son- Pern machen Wiborg auch zum Mittelpunkt des Handels ganz Ostfinnlands. Zahlreiche Verkehrswege lau- In hier zusammen, fünf Eisenbahnlinien haben hier ren Scheitel, das gesamte Binnenwassersystem nbet hier seinen Ausgang. Kein Wunder, daß die urie Krieg sich hier immer wieder und wieder aus- bte und Wiborg, dem Herzen Kareliens, auch heute nod) den Stempel stärkster Befestigung aufpragt, Pud) wenn die Sowjets sich bei ihrem Abzüge nicht Leuten, alles in Schutt und Asche zu legen. Neben Ruinen alter Befestigungsbauten aus dem Mittel- 01 ter weist die Stadt auch heute noch Hochstleistun- len neuester Baukunst auf, und die Umgebung mit itren zahlreichen, märchenhaft schönen. Parkanlagen feilt ein kleines Paradies dar. > Aber auch die Wirtschaft Finnlands hat ihr Po- hntial am Meere Laatokka und in Karelien mit einem Wasserwege von außergewöhnlicher roirt- shastlicher und somit auch strategischer Bedeutung, btr immer wieder und wieder Anlaß gab zu Den Kriegen der letzten Jahrhunderte: dem wegen seiner landschaftlichen Schönheiten bekannten Salmaa- Kanal. Dieser Wasterweg nimmt von Wiborg aus leinen Ausgang und endet bei der Stadt Lappeen- rtnta," durch mehrere Schleusen unterbrochen, du einen Höhenunterschied zwischen dem Saimaa-See tob dem Finnischen Meerbusen von 76 m m ur- lirünglidj 28, nach den durchgeführten Enieuerungs- tob Erweiterungsarbeiten jedoch nur noch 9 Schien len ausgleichen. Durch den Kanal werden m Frie- dmszeiten vor allem gewaltige Mengen Holz alle. ?lct befördert, heute dient er jedoch Dormtegeno militärischen Zwecken. ,. J Hier pulst das Herz Kareliens, von hier erreicht in kürzerer ober längerer Fahrt die Setten- -«le der Provinz, zuerst einmal das gegenüber bir Festung Kronstadt am Finnischen Meerbusen gelegene Terijoki, heute ein einziger wüster Trümmerhaufen, in dem kein Stein mehr auf dem anderen steht. Vor dem ersten Weltkriege entwickelten sich Terijoki und die weiter an der Küste gelegenen Nachbarorte Kellomaki, Kuokkala und Dl- lila zu Sommerfrischen, die von den oberen Zehntausend des nahen Petersburger Hofes bevorzugt wurden. Nach dem hunderttagigen Winterkriege 1939/40 mußte Finnland mit der Abtretung Kareliens auch Terojoki räumen. Mit ihm auch Koi- viste, den Treffpunkt Kaiser Wilhelms II. mit dem Zaren Nikolaus II. im Jahre 1905 anläßlich der Unterzeichnung >des deutsch-russischen Sicherungsoer- trages, der später so wirkungslos im Sande verlief. Während I m a t r a , an der Stelle gelegen, wo der Duoksi, ein Ausfluß des Saimaa, sich nach Durchbrechen des Geröllrückens Salpausselkä fernen Weg durch den Felsengrund bahnt und hierdurch die weltbekannten Wasserfälle bildet, nach dem Friedensschluß vom 12. März 1940 finnisch verblieb, verlief in den folgenden 15 Monaten die damalige neue Sowjetgrenze wenige Kilometer ostwärts. Imatra ist für Finnlands Wirtschaft aus dem Grunde von besonderer Bedeutung, da die Regierung hier in den Jahren 1921—1929 ein gewaltiges Ein Jahr Ostasienkneg. Von Major Ein Endo. Ein Jahr ist vergangen, seit Japan am 8. Dezember 1941 in den Krieg um die Befreiung des ostasiatischen Raums vom Joch Englands und der Vereinigten Staaten und die Errichtung einer neuen Ordnung in Ostasien eintrat. In dieser Zeitspanne hat sich die Lage in Großostasstn völlig verändert, die Macht Großbritanniens und der USA. ist hin- weggefegt worden, Union Jack und Sternenbanner sind verichwunden, und von den Aleuten im plorben bis Java, Timor und Neuguinea im Süden weht das Sonnenbanner. Der westliche Teil des Stillen Ozeans und der östliche Teil des Indischen Ozeans sind unter japanischer Herrschaft. Vergleicht man bas Japan vor einem Jahr, als es unter dem Druck der Einkreisung durch die ABCD.-Staaten zu ersticken schien, mit dem heutigen, das sich sowohl der erfolgreichen Durchführung des Krieges, als auch dem Aufbau im großostasiati- schen Raum widmet, so ist man geneigt zu glauben, ein Wunder sei geschehen. Pearl Harbour bildet die größte lieber- raschung der Kriegsgeschichte. Mögen Militärschrift» steller auch behaupten, daß manche zufälligen Um» stände zum japanischen Erfolg beigetragen hätten, beispielsweise seien die Offiziere und Mannschaften der USA.-Kriegsschiffe über Weekend an Land gewesen, daher hätte die amerikanische Flak beim ersten Luftangriff nicht eingegriffen; die USA- Schlachtschiffe wären paarweise in einem Abstand von nur 25 Metern wie bei einer Ausstellung von Kriegsschiffen aufgestellt gewesen; die Witterungsverhältnisse wären ungünstig und die angreifenben Flugzeuge daher nicht gut auszumachen gewesen. In ber Tat sprechen auch wir Japaner in .einem solchen Falle von einem „Segen bes Himmels", boch Darf man angesichts biejer Begünstigung burch die Vorsehung nicht die vorzügliche Ausrüstung, den hohen Grab ber Ausbildung und den eisernen Kampfwillen ber japanischen Wehrmacht außer acht lassen ober unterschätzen. Ohne biete brei Momente — insbesondere ohne die harte Schulung, welche es den Flugzeugführern ber japanischen Marine gestattete, bei heftigem Sturm vom Deck ber Flugzeugträger zu starten, und ohne ben unbebingten Willen, sich zu opfern >— hätte bei aller Begünstigung burch ben Himmel nicht ein Zehntel des tatsächlich erzielten Resultats erreicht werden fönnen, Zwei Tage nach Pearl Harbour würben Ausbildung und Kampfentschlossenheit auf hoher Se» vor Malaya erneut unter Beweis gestellt; hier spielte der Zufall nicht hinein; die als unoer« sinkbar geltende „Prime of Wales" und die „Re- pulse", beide vollständig gerüstet, wurden —' dir erstere burch sieben, bie zweite burch vierzehn Luft- torpebo-Treffer — auf Den Meeresgrund geschickt. Unsere eigenen Verluste waren Dagegen unwahrscheinlich gering: nur brei Flugzeuge gingen verloren. Das japanische Oberkommando hegte vor Ausbruch bes Krieges Befürchtungen über bie Möglichkeit einer Verbinbung amerikanischer und britischer Seestreitkräfte im südlichen Stillen Ozean; bie Ueberraschung von Pearl Harbour unb ber Ausgang ber Schlacht vor Malaya haben jeboch biese Verbindung scheitern lassen, so baß diese beiden Gefechte die Vorbedingungen für die folgenden ßanbungs* Wachsende Beunruhigung in England. Stockholm, 7. Dez. (Europapreß.) Die Dar- lan-Affaire wird in immer stärkerem Maße zum beherrschenden Problem nicht nur der englischen Innenpolitik, sondern auch insbesondere ber Beziehungen zu Norbamerika. Der Londoner Korre- fponbent von „Allehanda" berichtet, daß man itt Washington und London die Absicht habe, je einen politischen Vertreter nach Nordaftika zu senden, um an Ort und Stelle über die Möglichkeit einer Lösung zu verhandeln. In London erwartet man mit Spannung die Geheimsitzung des Unterhauses in dieser Woche. Wie ber Korresponbent der „Göteborger Handels- und Schiffahrtszeitung" berichtet, werben nahezu alle Abgeordneten der Regierung mitteilen, daß in den Wahlkreisen große Unruhe über die Zusammenarbeit mit Darlan herrsche. Der schwedische Korrespondent fügt hinzu, daß trotz des vollständigen Schweigens ber englischen Presse die Unruhe über die Affaire Darlan sich im ganzen Lande verbreite unb jeden Tag zunehme. Die Tatsache, daß Eben in der vorigen Woche im Unterhaus erklären durfte, bie britische Regierung fei über bie Proklamation Darlans nicht unterrichtet gewesen, wird in London als Beweis für eine mangelhafte Zusammenarbeit mit Nordamerika gewertet. Der „Manchester Guardian" deschäfttgt sich mit ben Derschiebenheiten der Auffassung über Darlan in beiden Ländern unb schreibt, Meinungs- verschiebenheiten könnten nicht daburch beseitigt werben, baß man sie übersehe. Französische Journalisten von den Nordamerikanern in Algier erschossen. Paris, 7. Dez. (Europapreß.) Auf Befehl der norbamerikanischen Behörben in Algier ist ber ranzösische Journalist Marcel S a u v a g e erschos- en worden. Marcel Sauvage hatte sich als Der- asser einer größeren Anzahl Romane und Gedichte owie als Journalist einen Namen gemacht. Er war von einem Juden als Gegner der norbamerikanischen Invasion denunziert worben. Weitere Mel- burtgen aus Marokko besagen, außer Sauvage wären noch neiin andere französische Journalisten mit ber gleichen Begrünbung erschossen worben. Die Blätter forbern, daß in Frankreich unter ben dort lebenben Engländern, Nordamerikanern, Juden und Gaullisten eine Anzahl von Geiseln verhaftet werden, um Vergeltung für die Erschießung französischer Ötwmaltften in Nordasrita zu üfcm Operationen geschaffen haben. Ohne sie wäre die Besetzung Singapurs, der Philippinen und Nie- derländisch-Jndiens fraglich gewesen. Die Operationen auf Malaya bilden den Höhepunkt des Ost- asienkrieges, weil Singapur die führende Schlüsselstellung einnimmt. Bei diesen Operationen hat Japan nur fünf Divisionen eingesetzt; der Oberkommandierende war Generalleutnant Barna- f h i t a, der von Januar 1941 bis kurz vor Ausbruch des russischen Krieges als Chef der japanischen Militärmission in Deutschland weilte und Strategie, Taktik und Ausrüstung der deutschen Wehrmacht im Westfeldzug eingehend studieren konnte. Es wird behauptet, die Malaiische Halbinsel, die mit Dschungel bedeckt ist, lasse keine großangelegten Operationen ou. Di? dortigen Operationen haben aber eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Maas-Durchbruch, wo der A r d e n n e r Wald großzügigen Operationen hinderlich sein konnte. Dennoch hat die deutsche Wehrmacht hier zahlreiche Panzeroivisionen eingesetzt. Die japanischen Streitkräfte haben während der vierjährigen Kämpfe im Gebirge, dichten Wald und Sumpfgelände des chinesischen Hinterlandes eine besonders harte Schulung erhalten, daher bildete der malaiische Dschungel kein Hindersnis für sie. Daß diese Truppen zwei Wochen nach ihrer Landung auf- der Insel Singapur die gesamte Insel und Festung besetzt hatten, mag dennoch getrost als „Wunder" gelten. Durch die völlige Besetzung Niederländisch- Indiens konnte Japan das riesenhafte natürliche Rohstoffvorkommen, insbesondere das Erdöl sicherstellen und so die unerschütterlichen Grundlagen für den Aufbau Großostasiens schaffen. Von diesem Gesichtspunkt betrachtet, kommt den Operationen in Niederländisch-Jndien dieselbe Bedeutung zu wie dem deutschen Vorgehen in Norwegen, der Ukraine und dem Kaukasus. Der Feldzug in Burma hingegen ist bemerkenswert wegen des zu bezwingenden ungeheuren Raums, der geringen Zahl der zum Einsatz gelangenden japanischen Streitkräfte — rund 4 Divisionen —, der Schwierigkeiten des Geländes und der großen Hitze. Dieser Operation kommt ein großes Verdienst in der Sperrung der Burmastraße, und der Schließung des östlichen Zugangs nach Indien zu. Die Tatsache, daß dar burmesische Volk unter japanischer Führung sehr eifrig für seine Selbständigkeit und Freiheit kämpft, wird früher oder später eine entscheidende Rückwirkung auf das Dreihundertmillionenvolk der Inder haben. Wenn die Eroberung der Bataan- Halbinsel und der Festung Corregidor sich etwas verzögert hat, so darf hierfür eine Erklärung General MacArthurs, der mit feiner Frau im Flugzeug nach Australien floh, als Begründung angesehen werden: „Daß die von allen Verstärkungen und Zufuhren abgeschnittenen amerikanischen Streitkräfte in Corregidor sich so lange halten konnten, wurde auf die Kampfkraft dieser Truppe zurückgeführt; dies ist völlig verfehlt. Daß Corregidor erst im April in japanische Hand fiel, kommt vielmehr daher, daß die japanischen Streitkräfte aus strate- giscken Gründen den Angriff verzögerten." Aus demselben Blickwinkel wollen auch die japanischen Operationen im Gebiet der Salomoninseln, die seit dem August des Jahres im Gange sind, betrachtet werden. Die Salomonen sind für die Verteidigung Australiens von großer Bedeutung, doch ist es für die Japaner, welche die Seeherrschast in diesem Raum besitzen, nicht schwer, die 15 000" Mann amerikanischer Truppen, die sich noch auf Guadalcanar befinden, zu vernichten. Wenn sie nichtsdestoweniger diese Verachtung nicht mit einem Schlage durchführen, so geschieht das in der Absicht, die Salomonen als einen Köder zu benutzen, mit dem der Feind aus seinem Bau gelockt werden kann. Auf diese Weise bleiben die Salomoninseln für die amerikanische Marine eine stets offene Wunde, die ihre Schwächung herbeiführt. In diesem Sinne dürfte es auch die Absicht der deutschen und italienischen Streitkräfte sein, die amerikanischen und britischen Trupven, die jüngst in Nordafrika gelandet sind, als Köder zu verwenden, um die noch vorhandenen britischen und USA.-Schiffe her- anaufocfen und zu vernichten. Die glänzenden Erfolge der japanischen Marine im ersten Kriegssahr — bis zum 15. November — werden aus der folgenden Aufstellung ersichtlich. Die feindlichen S ch i f f s v e r l u ft e betrugen: Versenkt: 10 Schlachtschiffe, 13 Flugzeugträger, 34 Kreuzer, 42 Zerstörer, 89 U-Boote, 391 Frachtschiffe mit zusammen 2 200 000 BRT. Schwer beschädigt: 7 Schlachtschiffe, 3 Flugzeugträger, 14 Kreuzer, 18 Zerstörer, 39 U-Boote. Stark befestigte Bergstellung nördlich Tuapse von deutschen Jägern gestürmt Oer Wehrmachiderichi.. DTlB. Aus dem Führerhauptquartier, 7. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gib! bekannt: Nördlich Tuapse stürmten deutsche Jäger unter schwierigsten Gelände- und Detterverhältnissen eine stark befestigte Bergstellung und nahmen über 65 Kampfstände. Anter Einsatz frischer Kräfte rannte der Feind nördlich des Terek zwischen Dolga und D o n und im g r o ß e n D o n b o g e u erfolglos gegen die deutsch-rumänischen Stellungen an. Auch im Mittel- und Nordabschnilt griff der Feind wie bisher vergeblich an. An mehre- een Stellen wurde örtlich eingebrochener Gegner in Gegenangriffen geworfen, an anderen Abschyittep feindliche Bereitstellungen schon durch Artillerie- feuer zerschlagen, 37 Panzer und Panzerfahrzeuge vernichtet. In der L y ren aika verstärkte sich die Artillerie- und Spähtrupptätigkeit. Britische Bereitstellungen und ein Versorgungslager wurden mit Bomben bekämpft. In Tunis waren Panzer- und Kraftfahrzeugansammlungen des Feindes das Ziel schwerer Luftangriffe. Kampsfliegerverbände bombardierten nachts die Häfen Bone und Philippeville. Deutsche Jäger schossen im Mittelmeerraum ohne eigene Verluste sechs feindliche Flugzeuge ab. Die britische Lustwaffe griff tagsüber unter Wolkendeckung die besetzten Weslgebiete, in der vergangenen Vacht west- und Südwestdeutschland an. Die Bevölkerung hatte Verluste. Bei diesen Angriffen über dem Kanal und im deutschen Küstengebiet schossen Jagdflieger, Flakartillerie der Luftwaffe und Kriegsmarine am Tage 30 britische Jagd- und Bombenflugzeuge, bei Rächt fünf Bombenflugzeuge ab. Drei eigene Flugzeuge gingen verloren. Jagdflugzeuge griffen am Tage Ziele im S tib- o ff en Englands mit guter Wirkung an. Die japanischen Verluste betrugen dagegen: Versenkt: 1 Schlachtschiff, 2 Flugzeugträger, bret Kreuzer, etwa 10 Zerstörer, 5 U-Boote. Schwer beschädigt: 1 Schlachtschiff, 2 Flugzeugträger, etwa 5 Kreuzer, etwa 10 Zerstörer. Das Verhältnis ist, wie ersichtlich, em für Japan außerordentlich günstiges und beträgt im Durchschnitt 10:1. Aehnliche Resultate erbrachten die Operationen der Land- und Luststreitkräfte. Die glänzenden japanischen Frfolge im Ostasien- krieg haben zusammen mit denjenigen Deutschlands und Italiens in Europa eine weltgeschichtliche Bedeutung. Fragt man nach der Ursache der japanischen Erfolge, so ist es mit einem Wort zu beantworten: Die Tenno treue, die den hauptsächlichen Wesenszug des japanischen Soldaten ausmacht. Diese hohe Eigenschaft erzeugt die hervorragende Führung und den unbedingten Kampfes- mut der Mannschaften, sie läßt den japanischen Soldaten sein Leben freudig für den Tenno hingeben. Es versteht sich, daß wir Japaner einen großen Stolz über die Erfolge des vergangenen Jahres empfinden, doch heißt es anderseits bei uns: „Nach dem Sieg binde den Helm fester"; und wir sind uns wohl bewußt, daß die bisherigen Erfolge n u r das Vorspiel zum Ostasienkrieg bilden. Die Welthegemonie der angelsächsischen Mächte, die im Laufe von zwei Jahrhiyiderten aufgebaut wurde, können wir nicht in kurzer Frist vernichten. Wir unterschätzen auch nicht die verbleibende britische Seemacht und die industriellen Kräfte der Vereinigten Staaten, doch besitzt Japan seinerseits durchaus die materiellen Voraussetzungen für die Durchführung des Krieges, ebenso wie Deutschland im Osten in der ukrainischen Ernährungsbasis in der Hand hat. Der Krieg des 20. Jahrhunderts ist in gewissem Sinne e-inWettkampfderVolksenergien und erschöpft sich nicht in homerischen Waffentaten wie es der Westfeldzug oder die Malaya-Operation waren. Erste Vflicht eines jeden Angehörigen der Dreiermächte ist es, die Losung Adolf Hitlers „Nie kapitulieren" zu beherzigen bis zum Tage des Endsieges. Beim unbedeutenden Wechsel des Kriegsglücks gleich nervös zu werden, bedeutet in die ^e'mtückilche Falle des Feindes geraten, denn wer sie im Osten in der ukrainischen Ernährungsbasis in wahrt, geht als Sieger hervor. Auch Ostkarelien feiert. Helsinki, 7. Dez. (DNB.) Der 25. Jahrestag der finnischen Selbständigkeit wurde auch an der Front überall feierlich begangen. In den von den finnischen Truppen besetzten Teilen D ft t a r e * liens versammelte sich die Bevölkerung, um des Tages zu gedenken. In der Hauptstadt Ostkareliens Aeänislinna fand eine Kundgebung statt. In den Ansprachen wurde auf die Schreckensherrschaft der Bolschewisten hingewiesen. Die Redner gaben ihrer Freude darüber Ausdruck, daß Ostkarelien an der Seite Finnlands einer glücklicheren Zukunft entgegengehe. England findet keinen neuen Vizekönig für Indien. Stockholm, 7. Dez. (Europapreß.) Die Wahl eines neuen Dizekönigs für Indien ist auf beträchtliche Schwierigkeiten gestoßen. Churchill kann nie- mand finden, der zur Uebernahme des schwierigen Poftens bereit ist. Unter diesen Umständen hat sich Lord Linlithgow einverstanden erklärt, noch bis zum nächsten Oktober in seinem Amte als Vizekönig von Indien zu bleiben. Kleine politische Nachrichten. Nach der vom Reichsfinanzministerium herausge- gebenen Uebersicht über den Stand der Reichsschulden belief sich am 30. 9. 1942 die Summe der fundierten Schuld auf 80 772,8 Mill. RM. gegen 76 720,5 Mill. RM. am 30. 6. 1942. Die schwebende Schuld des Reiches war am 30. 9. 1942 auf 86 928,7 (76 014,8) Mill. RM. gestiegen. • Der von Berlin aibberufene bisherige spanische Botschafter Don Jose Finat y Escriva de Romani, Graf von Mayalde, verließ die Reichshauptstadt. Zu seiner Verabschiedung hatten sich im Auftrage des Führers der Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister Dr. Meißner, und im Auftrage des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop Staatssekretär von Weizsäcker eingefunden. Der Führer hat dem, Botaniker Professor Joseph B o r n m ii l l e r in Weimar aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste um die botanische Orientforschüng die Goethe-Medaille für Kunst- und Wissenschaft verliehen. Aus dem Reich. Vormilitärische Winterausbildung durch die SA. Jrn Rahmen der SA.-Wehrerziehung wird der vormilitärischen Ausbildung für den W.nterkrieg und im Schneeschuhlauf auf Grund der Erfahrungen des Winterfeldzuges 1941/42 besonderes Augenmerk gewidmet. Zu diesem Zweck veranstaltet die Oberste SA.-Führung auf dem SA.-Schi-Haus Valepp-Alpe fortlaufend 14tägige Lehrgänge, die von einem SA.- Führer geleitet werden, der schon mehrfach bei der Wehrmacht für die Winterausbildung der Truppe eingesetzt war. Zu den Lehrgängen sind die Ausbildungsleiter der Gruppen kommandiert. Oie zwischenvölkische Ehe. Professor Dr. Groß, der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., erklärte, die eine Berührung aller europäischen Völker habe vor allem das Problem der zwischenvölkischen Ehe akut werden lassen. Grundsätzlich sind Ehen Deutscher nur mit Angehörigen unseres eigenen Volkes erwünscht und zulässig. Außerdem hat die Erfahrung gezeigt. daß Ehen zwischen Ausländern und Deutschen wenig harmonisch verlaufen. Besonders wandte sich Dr. Groß gegen die Auffassungen, in denen analog zu der wirtschaftlichen und militärischen Gemeinsamkeit Europas auch eine, rassisch-völkische Einheit behauptet wird. Sie widerspricht dem nationalsozialistischen Prinzip, welches die Besonderheiten der Kulturvölker als unantastbare Gegebenheit betrachtet, deren rassisch-völkische Zerstörung einen Verlust für die europäische Kultur bedeuten müßte. Für di- Rassenforschung gilt es, die Kräfte und Richtung der Fortpflanzungs- und Auslesevorgänge unseres eige nen Volkes zu ergründen und die rassische Artung und erbliche Beschaffenheit der Völker im eur^ päischen Raum zu studieren. Die an den einzelnen Deutschen zu stellende rassenpolitische Forderung verlangt die Nachordnung der persönlichen Neigungen gegenüber der Pflicht unserer Zukunft. Oer Friedensspruch kostet keine Gerichtsgebühren. Der Friedensspruch wird berufen sein, die Fülle der Bagatellprozesse zu beseitigen. Gerichtsgebühren werden nicht erhoben, wenn die Privatklage durch Friedensspruch oder durch Vergleich erledigt wird. Auch ein Gebührenvorschuß wird vom Privatkläger, Widerkläger oder Nebenkläger nicht erhoben werden. Im Privatklageverfahrey stehen dem Rechtsanwalt für die Mitwirkung in einer zur gütlichen Erledigung oder zur Fällung eines Friedensspruchs bestimmten Verhandlung keine weiteren Gebühren zu. Dasselbe gitt für seine Mitwirkung beim Abschluß eines Vergleichs in ober außerhalb der Hauptverhandlung. Mit dem Friedensspruch wird also auch der Vergleich kostenmäßig begünstigt. Kunst und Wistenschast. Die erstmalige Verleihung des Grazer Kunstpreises. Der Kunstpreis der Stadt der Volkserhebung, der jährlich einmal in Höhe von 10 000 RM., aufgeteUt auf drei Einzelpreise zu je 5000, 3000 und 2000 RM., vergeben wird, kam in diesem Jahr zum erstenmal zur Verteilung. Er wurde in der Höhe von 5000 RM. dem Steirischen Tondichter Professor Dr. Joseph Marx, in Höhe von 3000 RM. dem Steirischen Graphiker und Maler Professor Karl Mader, und in der Höhe von 2000 RM zu je 1000 RM. den Bühnenbildnern der Grazer Städtischen Bühnen Hans Hamann und Paul M e h n e r t zuerkannt. ♦ Der BühnenibiUmer Hans Hamann ist ein Sohn unserer Stadt. Er hat seine Ausbildung auf der Frankfurter Kunstgewerbeschule erfahren, wurde dann Assistent des bekannten, jetzt in München wirkenden Bühnenbildners Professor Ludwig Sievert an den Städtischen Bühnen in Frankfurt. Seine erste selbständige Stellung hatte er an den Städtischen Bühnen in Münster. Von dort wurde er vor einigen Jahren an die Städtischen Bühnen nach Graz berufen. Der Maler rNüller-Larssel f. Adolf Müller-Cassel, ein mit seiner hessischen Hei« mat eng verbundener Maler, ist in Kassel im 79. Lebensjahr gestorben. Müller hatte feine große Zeit vor dem Weltkriege, als die romantisierende Land- fdjaftsauffaffung feines fruchtbaren Schaffens viel Widerhall fand. Damals erwarben die Nationalgalerie in Berlin und viele andere Sammlungen Bilder des Künstlers. Die poetisch-versponnene Mal- weife Müllers hatte es schwer, sich in der Zeit des künstlerischen Verfalls durchzusetzen. Erst im hohen Alter gelangte er wieder zur Anerkennung. Müllers künsllerischer Werdegang begann auf der Kasseler Akademie und führte über Rom nach Berlin, wo er feine besten Schaffensjahre verbrachte, und endete in Kassel. « G. M. Vonau. „Shibia Humanltatls". In der alten Aula der Berliner Unioerfität fand eine Feier zur Eröffnung des der Schirmherrschaft der Kgl. Akqademie Italiens unterstellten Jnstttuts „Studia Humanitatis" statt. Das Institut wird der Erforschung der italienischen Geistesgeschichte in gemeinsamer Arbeit deutscher und italienischer Gelehrter dienen. Die Feier wuroe mit einer Begrüßungsansprache des Reichsministers Rust eingeleitet. Der italienische Unterrichtsminister B o 11 a i hob sodann in einer in deutscher Sprache gehaltenen Rede hervor, daß ebenso wie die Italiener gerade auch die Deutschen sich mit dem Wesen der Antike ausein» andergesetzt haben in einer Weise, die wesensverwandt sei, weil von beiden Völkern die Antike als Aufgabe und nicht als Stoff begriffen wurde. Das Kampf gegen Batterien. Von Dr. I. Schwanke. Bakterien, welche ein Gift ausscheiden und mit diesem die Zellengewebe des menschlichen Körpers angreifen, lassen sich seit fast zwei Menschenaltern mit der Serumtherapie bekämpfen, die dem Kranken Gegengifte zuführt oder ihm hilft, solche Gegengifte rascher selbst zu bilden. Gegen die Eitererreger aber, gegen die Bakterien, die auch bet der schweren Angina und vor allem beim Kindbettfieber die Schuldigen sind, wußte man kein solch spezifisches Mittel. Mit Serum und den in ihm erzeugten Gegengiften ließ sich hier offenbar nichts ausrichten. Man wußte doch gar nicht, wie diese Krankheitserreger angreifen. Als junger Medizinalpraktikant in Kiel wurde seinerzeit der Schöpfer der heute unter dem Namen „Sulfonamide" weltbekannten neuen chemischen Heilmittel, Professor Dr. D o m a g k von dem physiologischen Chemiker, Prof. Hoppe-Seyler auf die Zusammenhänge hingewiesen, die zwischen den Vorgängen im menschlichen Körper und der Chemie bestehen. Er untersuchte daraufhin den Eiweißstoffwechsel bei gesunden und kranken Menschen und es fiel ihm auf, daß bei Lungenentzündungen die Kranken vielfach Leberschwellungen zeigten, die durch nichts anderes als durch vermehrt abgebautes und in der Leber gesammeltes Eiweiß gebildet wurden. Wie kommt das? Lagern sich hier gleichsam die aus Eiweiß bestehenden Leichen überwundener Bakterien ab oder die Ueberrefte zerstörter Körperzellen? Das waren Fragen, die er sich vorlegte. An den Wänden der feinsten Blutgefäße, der sog. „Kapillaren" besonders in der Milz, der Leber, der Lunge, aber auch afn Knochenmark und an den Lymphdrüsen fand nun Prof. Domagk das Schlachtfeld, auf dem sich der Kampf zwischen Körper und Krankheitserreger abfpielt: Dort gibt es ein System von Körperzellen, die die Aufgabe haben, die eingedrungenen Keime „zu fressen". Diese Beobachtungen eröffneten zwei Wege, für die Krankenbehandlung. Entweder mußte man die Körper- Zellen zum stärkeren Fressen anregen, oder man mußte die Bösartigkeit der eingedrungenen Bakterien abschwächen, damit die Zellen sie leichter fressen konnten. Daß es kaum möglich sein würde, die Eindringlinge im Körper selbst direkt zu töten, weiß man schon seit Robert Koch. Aber die Versuche z. B., aus dem Gewebe von Tieren Stoffe zu ziehen, welche die Freß- und Derdauungstätigkett der Kapillarzellen verstärken könnte, waren vergeblich. * Die Eitererreger lassen sich zur Untersuchung unter dem Mikroskop färben. Das wußte man schon länger. Diese Bakterien hatten also wohl die Neigung, chemische Stoffe anzuziehen. Sollte man ihnen da nicht Substanzen aufpacken können, die ihnen wie „ein Klotz am Bein" bei ihrem Angriff auf den Körper hinderlich sein mußten? Von den Farbstoffen ging die Arbeit aus. Bei den Versuchen, zunächst im Reagenzglas, schwächten eine Reihe chemischer Verbindungen die Erreger stark. Aber im Körper unserer Versuchstiere blieb die Wirkung aus! Eine bestimmte Gruppe aus Farbstoffen zeigte endlich auch Andeutungen von Wirkung auf die Erreger innerhalb des Körpers lebender Tiere. Stickstoff- und Schwefeloerbindungen waren hier im Molekülaufbau in ganz bestimmter Stellung zueinander gelagert. Es ist das große Verdienst der Mitarbeiter Prof. Domagks, Dr. Klarer und Dr. M i e tz f ch, daß sie bei Hunderten von Reihenversuchen, bei immer erneuten Rückschlägen nicht verzweifelten. ♦ Rot-gelb-ftichig sahen die Farben meist aus, die dann einen Erfolg brachten, Streptokokken wurden von kranken Menschen auf Tiere überimpft und die kranken Tiere dann mit den Chemikalien behandelt. Als man so die wirksamsten Substanzen gefunden hatte, und sich keine schädlichen Nebenerscheinungen mehr zeigten, übernahmen es vor einigen Jahren namhafte Aerzte, in ihren Kliniken die neuen Mittel ZU erproben. Die Erfolge waren wunderbar. Die' Sterblichkeit bei Kindbettfieber sank nach Einführung der Sulfonamid-Behandlung von 20 auf 4 v. H. Sie ging noch weiter zurück nach Behandlung mit verbesserten Sulfonamid-Präparaten bis auf 1 v. H. So lösten gerade auch im Ausland die Erfolgsberichte bald die Stimmen ungläubigen Staunens und tiefsten Mißtrauens. Bei der Hirnhautentzündung durch Streptokokken, die früher bei 90 v. H. tödlich verlief, konnten schon 1937 in mehreren Kliniken vier Fünftel der Kranken gerettet werden. Aber da gegen die Staphylokokkenkrankheiten z.B. Furunkel und- gewisse Knochenmarkentzündungen, die Erfolgs noch ausblieben, wurden piebet rem chemisch jene Stoffverbindungen verändert,, und der Schwefelanteil darin verdoppelt. Diese neue chemische Zusammensetzung schwächte im Körper die Staphylokokken Jo, daß nun auch sie und auch die Kolibazillen — die Erreger mancher Nierenbecken- und Blasenentzündungen — ja selbst eine Virusart von Zellengeweben gefressen werden können. Allerdings müssen alle biefe Mittel möglichst früh gegeben werden, sonst sind die Freßzellen selbst schon zu sehr geschwächt und können die Verdauung der Erreger nicht mehr leisten. Selbstverständlich gehören alle diese Mittel nur in die Hände des erfahrenen Arztes. Was die neuen Mittel, die in den letzten Jahren ununterbrochen weiter verbessert wurden, für alle durch Kugelbakterien verursachten Krankheiten bedeuten, läßt sich auch heute noch nicht im ganzen Umfang übersehen. Sie bedeuten eine Wende. Lücherfisch. — Behring zum Gedächtnis. Unter diesem Titel hat der Verlag Bruno Schultz, Derlin- Grunewald, die Reden und wissenschaftlichen Vorträge, die auf der Behring-Erinnerungsfeier zu Marburg Anfang Dezember 1940 gehalten worden waren, zu einem stattlichen Bande vereinigt, dem der damalige Rektor der Philipps-Universität, Professor Theodor Mayer, ein Geleitwort vorangestellt hat. Ausgenommen sind auch, zum Teil in Faksimiledruck, die zahlreichen Huldigungsadressen ausländischer Universitäten und gelehrten Gesellschaften, ein ein- drucksvolles Zeugnis von der Weltgeltung der deutschen Wissenschaft. — Mit dem ganz aus eigenem Erleben geschriebenen Buch „Die Kinderfarm", das mit dem Preis des NS.-Lehrerbundes ausgezeichnet wurde, bat E r n st L u d w i g C r a m e r sich die Herzen der Jugend im Sturm gewonnen. Der beste Beweis dafür ist ein neues Buch „Kinderfarm- Briefe", in dem er nun alle die vielen Anfragen beantwortet, in denen sich begeisterte kleine Leser bei ihm nach dem weiteren Schicksal der Kinder- farm-Familie erkundigt hatten. Und dabei erzählt er auch von seinem Ergehen als Arbeiter und Soldat fern von seiner Familie, und dabei kommen Erinnerungen an die eigene Jugendzeit und das Farmerleben im afrikanischen Busch. Eingestreut sind Siele Kinderbriefe, ganz unoerbesjert, wie sie ihm zugegangen sind. So ist wieder ein rechtes Jugendbuch entstanden ganz aus unserer Zeit und für eine Jugend, die im Leben einmal ihren Mann stehen möchte. (Verlag Rütten & Loening, Potsdam. Preis geb. 4,80 RM. fr. W. Lange. — Walter Bauer: Bis zum Hahnenschrei. Erzählung. 140 Seiten. Geb. 5,— RM. Karl Rauch Verlag zu Dessau. — Das Thema des jungen Menschen, feiner Erziehung, Bildung und Entwicklung, gehört zu den alten, nie veraltenden Gegenständen der Literatur. Walter Bauer, dessen „Tage* buchblätter aus Frankreich" und dessen Bildnisse europäischer Maler (unter dem Titel „Das Lichte und das Dunkle") wir früher hier besprochen haben, bemächtigt sich des beliebten und zu allen Zeiten aktuellen Stoffes, indem er dessen eigentümliche Anziehungskraft mit einer bereits bewiesenen Vorliebe für Themen aus dem Bereiche der bildenden Kunst zwanglos in Beziehung setzt: wir lernen in der Erzählung „Bis zum Hahnenschrei" die von schmerzlichen und beglückenden Erschütterungen bewegte Geschichte eines jungen Menschen kennen, der, einer kleinen und ungeistigen Umwelt entwachsend, Schritt für Schritt die Voraussetzungen für ein neues, seiner unabweisbar starken Begabung gemäßes, der Malerei verschriebenes Dasein gewinnt. HansThyriot. — Herbert Grünhagen: Klein.e Wette r p r a k t i k. Vom Spähen und Schauen — vom Wind und den Wolken. 448 Seiten. Geb. 9 RM. Karl Rauch Verlag zu Dessau. — Dieses Buch, das von Wind, Wolken und Weiter handelt, verarbeitet eine erstaunliche Fülle von Fachliteratur und ist trotzdem auch für den Laien ohne weiteres verständlich und mit praktischem Nutzen und vielfälttger Anregungen lesbar. Das Thema ist ja auch für den fachlich ungeschulten und unvorbereiteten Leser jederzeit interessant und aktuell. Nicht umsonst handeln — im Kriege wie im Frieden — so viele, wenn, auch meist unverbindliche Gespräche vom Wetter. Das Gespräch, das Grünhagen mit dem Leser führt, wird in einer zugleich unterhaltsamen und unaufdringlich belehrenden Form geführt und befaßt sich in den Hauptabschnitten mit der Kunst der Beobachtung, mit dem Wind, den Wolken und den Wetterregeln. Die beiden, sehr übersichllichen Tafeln der Wetterregeln werden durch die Beilagen in der Falttasche ergänzt, wo men Wolkentafeln, Windstärketafel, eine Tafel der Niederschläge und eine europäische Wetterkarte findet»___ Hans Thyrk* 1 o n r * Ä Ä w s niin® ! yernha Stiert ; jSniS?" hM> Uti .^resfi' seiner 1- Eleipata ajurbe läge nm jeinem ' Merai konnte d kr Oeffe )ie Seil' lkllsiklebl icg. Wilde Riemann zessen w kichard < ■ Ler £ llniversil erer; llnioersit Professor ; inen folger vo erfriät - i cinie ftr Lehrer n nbet dei jer UniiH nann, ierte er Berte ftd »ich Grc er 8er larms Berlin, ] He Preu kn Aust Bert .,1 ! neinfdjai yerk „G 63 Ein C »OG kn schn W be: löumunr lie llnh oben er ktollenei Ätz $ ii'Neukl dadurch ölten L Kzichun un sich ferner oouersto M und bergab kn ßait ramm ( Wxi keife ui tite am uprrg, tnirteil -onberge J"»0 R Wfoft * 1000 3 . % ti&ottft N bis J^ini W von lMc tot Le bbe Aetnf: N Wei yiii JWiii »be Ijeh Stil A Ä: SP ItjS Cf 6 IflM Hochschulnachrichten. 1000 RM. Geldstrafe. (Nachdruck verboten.) 80 Fortsetzung. Ge- das ist ein Mg QU! . wuchs en mir- Sie« antfurf an btn wuchs Lühn» Prch l> M PtdlK ng-dki d W r M Trazi ) N len Hch, i7S.Lt. ße Ki e Landl i ;ns M ational- nlimgen ne Mal- Zeit der i hohen Merf Kasjelei i, wo er ) eM ronau. JriDoj. jch tL d Dor Berlin, promovierte dort 1893 und kam 1901 an ic Preußische Akademie der Wissenschaften, wo er en Auftrag erhielt das von Engler herausgegebene Derk „Das Pflanzenreich" zu redigieren. In ~ neinfchaft mit Prof, von Dalla Torre gab er Verk „Genera Siphonogamarum" heraus. Der große Irrtum Roman von Meta vrik. h R W Wn ilhttc K 11 fe 111 u- ■> nur ruro Mt- 'eruft- tat fand I errlchaM 3nW vird bin] >e in AN Gelchn iißE itet. M ) fodan» tebe W\\ auch bin Qusein1 eiensDiPl ntike all rbe. D» ** Jugend' für emH in m-H Lange- ihnen' >s jung^ guNj t Segn' n M SilbniW m J« ■ 3'1* ilich-L Vorlieb >en NI ider n schnM beWT TM A isThyr*01 .e Ä»t' "s-Z Luch'Ä r teres rJ V* L-A ber%( Mitglied per Kgl. Akademie Italiens, Ricco- bone, hielt in lateinischer Sprache einen Dortrag Iber das Schicksal des römischen Rechts. Professor lZduard Spranger behandelte das Thema „Der Humanismus in deutscher Sicht". Zum Schluß iprach der Direktor des Instituts Prof. Ernesto Srass, über die Ziele des Instituts: Erforschung der Beziehungen zur Antike, zum Humanismus und zur Renaissance, durch eine eigene Bibliothek, Stipendien an deutsche und italienische Studenten, Dor- träge und Veröffentlichungen von Quellen und neuen Werken. Beziehungen zur bäuerlichen Bevölkerung ankniiplle, im sich zusätzliche Nahrungsmittel auf Kosten der Allgemeinheit zu verschaffen. Sie brachte die ßauerstochker Monika Schoep' ■ nifc lerjm ’M 'dtttu Jirtuij ierljaih chM t Um die gleiche Zeit führt dos Auto Doktor Mars- eins in das Viereck des Gutshofes ein und halt vor iem weißen Haus. Mcrswin kommt nicht allein; er Ifeiri) von einem anderen Herrn begleitet. Bernhardine, durch Bergenroth von dem inog* then Besuch Marswins unterrichtet, tritt aus dem ilous, den Gast zu empfangen. Die alte Frau mit ihm ernsten Gesicht, im schwarzen Kleche und blen- btnb weißer Schürze, sieht sehr wurd-igi aus. Als Blick auf den zweiten Besucher fallt tritt sie Unwillkürlich einen Schritt zurück, und em großer schreck fährt über ihr Gesicht. Doktor Marswin sieht sie befremdet an. Ludwig k8tautenberg aber kommt unbefangen auf ote alle (rau zu und reicht ihr die Hand: „(Buten Tag, räulein Bernhardine! Wie geht es Ihnen. Bernhardine nimmt sich zusammen. «ie berührt la um die dargebotene Hand, grüßt den anderen 5errn mit einer leisen Neigung des grauhaarigen Sopfes und fragt: „Herr Doktor Marswin? „Richtig. Ist fierr Bergenroth da? Bernhardine macht eine emladende Handbs »egung: Wollen Sie, bitte, Eintreten.„3d) lalle Kren Bergenroth 1°!°" benachrichtigen Marswin wehrt ab: „Besten Dank, FrauldiN ... wie sagten Sie eben. Rautenberg ... Fräulein bernhardine, nicht? Ich bin erstaunt... ote kennen jf*?" Die Frage richtet sich an Rautenberg. .Der hat ein freundliches Lächeln, eln uberlegene schein' Er sagt: „Mein Erscheinen ist schon eme Überraschung für Fräulein Bernhardine. Ich er .tote Ihnen daß ich (frau Bergenroth und das ucäulein hier ebenfalls, von Berlin Wer ken . Marswm wendet sich wieder an die alte Frau. Aus aller Wett. 63 Todesopfer bei einem Grubenunglück in der Türkei. Ein Grubenunglück in Zonguldag hat drei- rndfechzig Todesopfer gefordert. 10 Personen wurden schwer verletzt. Man befürchtet, daß sich die Zahl der Toten noch erhöhen wird, da die Auf- mumungsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Die Untersuchungen über die Ursache des Unglücks Kaben ergeben, daß eine Schlagwetterexplosion den dtolleneinsturz herboigeführt hat. Zuchthaus für Hamsterei. Die Fischhändlersgattin Auguste Funk aus Berlin-Neukölln glaubte ihre finanziell günstige Lage dadurch ausnutzen zu können, daß sie bei wieder- jolten Sommer« und Winteraufenthalten in Tirol _________________ Schoepf dazu, daß sie ihr »ach und nach 35 Kilogramm Butter und 40 Eier Übergab oder nach Berlin schickte, und veranlaßte den Landwirt Rathold Kranewitter, ihr 12 Kilo- ramm Speck und l/’e Kilogramm Butter zu ner- ^fen. Dabei bezahlte sie Preise, die die normalen steife um ein Vielfaches überschritten. Die Schoepf atte auch noch anderen Abnehmern in Berlin und eipzig, die alle ermittelt wurden und gesonderter emrteilung entgegensehen, Butter geschickt Das oNdergericht Innsbruck verurteilte die Funk zu rei Jahren Zuchthaus und einer Geldstrafe von ID 000 RM., Monika Schoepf zu zwei Jahren und athold Kraüewitter zu IV* Jahren Zuchthaus und 200 Jahre Berliner Staafsoper. Ms sich am 7. Dezember 1742 abends 6 Uhr zum irsten Male der Vorhang im Berliner Königlichen Dpernhaufe hob, ging ein Iugendtraum Friedrichs les Großen in Erfüllung. Am 31. Mai 1740 hatte Friedrich den Thron bestiegen, im Herbst überreichte der Architekt Georg von Knobelsdorfs dem König die ausgeführten Pläne, die er selbst bereits in Rheinsberg entworfen hatte. Am 5. September 1741 erfolgte die Grundsteinlegung und bereits nach $ öahresfrift konnte der König im eigenen Opernhause tzines Lleblingskomponisten (Braun „Caesar und Cleopatra" als erste Aufführung erleben. Das Haus wurde 1843 ein Raub der Flammen. Aber schon drei üage nach dem Unglück gab Friedrich Wilhelm IV. feinem Baurat C. F. Langhans den Befehl zum Wiederaufbau. Bereits ein Jahr nach dem Brande tonnte die Oper mit einer Festvorstellung erneut ber Oeffentlichkeit übergeben werden. Seitdem war bie Berliner Oper stets ein Mittelpunkt deutschen Musiklebens, der die bedeutendsten Kräfte an sich jog. Namen wir Jenny Lind, Adelina Patti, Mathilde Mallinger ober der Wagnersänger Albert Riemann und Franz Betz sind noch heute so unver- [effen wie/ aus jüngerer Zeit das Wirken eines Richard Strauß. Lothar Band. Der Direktor des Pathologischen Instituts der lniversität Tübingen, Prof. Dr. med. Erich Let - er er, hat den an ihn ergangenen Ruf an die niversität Frankfurt abgelehnt. Ebenso hat der stofessor der Mathematik Dr. Hellmuth Knefer inen Ruf an die Universität München bis Nach- olger von Prof. Caratheodory abgelehnt. Die Uni- ersität Tübingen und die Ingenieur-Offiziers-Aka- emie sind dankbar dafür, daß sie ihren geschätzten ehrer nicht verlieren. — In großer Frische voll- ndet der einer. Ordinarius für Augenheilkunde an er Universität Graz^ Prof. Dr. Maximilian Salz- mann, fein 80. Lebensjahr. In Wien geboren, linierte er in Men, promovierte dort 1887, habili- erte sich 1895 und siedelte 1911 als Ordinarius ach Graz über. — Im Alter von 72 Jahren starb er Berliner Botaniker Professor Dr. Hermann a r m s. 1870 in Berlin geboren, studierte er in Arbeitsgemeinschaft sürLugenvveireuung Ein Ausschuß unter Vorsitz des Kreisleiters. Am gestrigen Montagvormittag fand im Hanse der Deutschen Arbeitsfront eine Sitzung unter Leitung des Kreisleiters, Oberbereichsleiter Backhaus statt, die der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft für Jugendbetreuung in Gießen galt. Kreisleiter Backhaus betonte im Anschluß an feine Begrüßungsworte die besondere Wichtigkeit ber Betreuung unserer Jugend, für die neben den drei Erziehungsfaktoren, Ellernhaus, Schule und Hitler-Jugend, noch eine Reihe von Behörden und Dienststellen in Betracht kommen, die mit der Jugend zu tun haben. Weiter machte er die Notwendigkeit der enaften Zusammenarbeit der Partei- und Behördendienststellen bei der Erfüllung dieser Ausgabe deutlich, wobei er das Schwergewicht der Arbeit auf belehrende Einwirkung auf unsere Jugendlichen legte. Als Organ für diese Arbeit an unserer Jugend soll eine Arbeitsgemeinschaft für In- aenbbetreuung wirken, die sich an die entsprechende Arbeitsgemeinschaft für den (Bau bzw. an die Reichsarbeitsgemeinschaft für Iugenddetreuung anschließen wird. Nach den Anordnungen von höherer Stelle führt der Kreisleiter den Vorsitz dieser Arbeitsgemeinschaft, die als ein Ausschuß von Vertretern der zuständigen Parteidienststellen, der in Betracht kommenden Behörden und der Schule wirken wird. Diesem Ausschuß obliegt es, bei der Betreuung unserer Heranwachsenden Jugend durch geeignete belehrende Schritte mit dafür zu sorgen, daß auch in den Kriegsjahren unsere Jugend auf guten Bahnen heranwächst. Der Äretsleiter gab sodann die personelle Zusammensetzung der Arbeitsgemeinschaft bekannt, in der alle mit der Jugend- betreuung und Jugenderziehung befaßten Stellen der Partei, der Behörden und des Wirtschaftslebens durch führende Persönlichkeiten vertreten sind. Anschließend hielt der Sozialreferent des Bannes Gießen (116), Obergefolgschaftsführer Rahn, einen aufschlußreichen Vortrag über „Das Derfasfungs- recht der deutschen Jugend und ihre Erzieher". Der Redner ging bei seinen Darlegungen von dem Hit- ler-Iugend-Gesetz von 1936 aus, durch das der Führer der Hitler-Jugend ihren Platz in der großen deutschen Gemeinschaft angewiesen habe. Die Hitler- Jugend werde verfassungsrechtlich sowohl von der Partei, als auch vom Staate getragen. Zur Erfüllung ihres Auftrages fei engstes Zusammenwirken mit den verschiedenen Behörden, Dienststellen und Organisationen notwendig. Der Erziehungs- auftrag für die Hitler-Jugend sei vorwiegend ein politischer, nämlich die Erziehung der Jugend zum Dienst am Volk und an der Volksgemeinschaft. Diese Erziehung baue auf der Grundlage der Kameradschaft auf. Das Erziehungsziel bestehe darin, körperlich und seelisch gesunde, sittlich gefestigte, geistig hoch entwickelte, beruflich tüchtige deutsche Menschen, Die rassebewußt in Blut und Boden verwurzelt und Volk und Reich unlöslich verbunden sind, zum Wohle der Volksgemeinschaft heranzu- vilden. Diese Arbeit strebe also nach dem gle'chen Ziel, bas auch den übrigen Erziehern für ihr Wirken gesteckt sei. Nach einem Hinweis auf die Erziehungsaufgaben von Eltern und Schule betonte der Redner, der Schwerpunkt der Erziehung in den Einheiten der Hitler-Jugend liege in ber Charakter- erziehung und in ber politischen Erziehung zum Dienst am Volke Dann brachte der Redner eine Reihe von praktischen Beispielen, aus denen die breite Arbeitsbasis ber Arbeitsgemeinschaft für ihre Aufklärungsarbeit ersichtlich war. In diesem Zu- famnlenhange gab er dem Wunsche Ausdruck, die erwachsenen Volksgenossen möchten der Hitler- Jugend immer ihre positive Hilfe zuteil werden lassen, da diese eine wertvolle Mitarbeit zum Wohle unserer Jugend darstelle. M t der Gründung ber jetzt geschaffenen Arbeitsgemeinschaften komme zum Ausdruck, daß das Volk selbst für die Erziehung seiner Jugend verantwortlich sei. Die Aufgaben ber Arbeitsgemeinschaften kennzeichnete ber Vortragende wie folgt: die Aufmerksamkeit ber Erwachsenen ?egenüber der Jugend allgemein zu verstärken: Auf- (ärungsarbeit durch Vorträge, Rücksvrache mit den Eltern und Erziehern ufro.; Verstärkung ber Kon- trollmaßnabmen gegenüber der Jugend, insbesondere durch die Hitler-Jugend und die Polizei; Kontrolle von Gastwirtschaften, Kinos usw. nach der Richtung hin, daß die gesetzlichen Bestimmungen über den Besuch durch Iugendlid)e genau* beachtet werden: Beobachtung der Auswirkungen von Ju- genbarreft usw. in erzieherischer Hinsicht unb Auswertung dieser Feststellungen: nachgehende Betreuung ftrafentlaffener Jugendlicher. Die Hitler- Jugend erhoffe von der Mitarbeit der Erwachsenen über die Arbeitsgemeinschaft einen wertvollen Gewinn für die Jugend. Mit dem Wunsche, daß die Zusammenarbeit zwischen der Jugend und den Erwachsenen allezeit fruchtbar sein und die darauf gesetzten Hoffnungen verwirklichen möge, schloß der Redner seinen fesselnden Ueberblid. Im Anschluß an den Vortrag gab Kreisleiter Backhaus noch einige Hinweise und Anregungen, die der Förderung der Arbeit für unsere Jugend zu dienen bestimmt sind. Aus -er Stadt Gießen. Weihnachtliches Hoppelpoppel. Ich kam in eine sehr schöne Stube. Die Möbel waren herrlich blau und, ach, so hübsch bemalt. Wie gemütlich war es hier. Eine Standuhr tickte leise. Unb draußen war es so falt. Hier stand ein Kachelofen in der Ecke, unb ich bemunberte gerade bas schöne Geschirr auf dem Schrank unb bie Blumen au fbem Blumenständer, als bie Tür aufging unb das Gänseliesel hereinkam. „Guten Tag", sagte es mit heller Stimme und knixte in seinem roten Kleidchen mit weißer Schürze so artig, baß ich gar nichts sagen konnte, als nun sechs Gänse in einer Reihe hereinaewatschelt kamen unb sich um den Kachelofen auffteilten. Ich setzte mich nur vor lauter Verwunderung in einen ber schönen Sessel unb stieß dabei an die Wiege, die mitten im Zimmer stand. Das rot- und weißgewürfelte Deckbett war aber so aufgetürmt, daß ich nicht sehen formte, was darinnen lag. Das tat mir sehr leid, denn ich sehe so Meine süße Wickelkinder zu gern. Aber schon wieder ging die Tmr auf, unb ein sehr merkwürdiger Mann kam hereingetanzt. Ja, wie sage ich nur, er war wirklich sehr merkwürdig, fast komisch, denken Sie nur, er hatte einen ganz bunten Anzug an, ich glaube wirklich, es war ein Hampelmann! Ich freute mich schon, mal einen richtigen Hampelmann persönlich kennenzulernen, denn bis jetzt war ich in meinem Leben noch keinem begegnet, nur Männern, und das ist doch langweilig, nicht wahr? Er schien aber das Gänseliesel schon zu kennen, denn sie sprachen sofort eifrig miteinander, dann gingen sie zu einem Fenster und sahen hinaus. Auf einmal lachten sie sehr. Leise schlich ich mich an ein anderes Fenster und sah ebenfalls hinaus. Da mußte ich auch laut lachen, denn draußen ging ein sehr komischer Mann vorbei, ganz steif und gerade, der hielt einen Stock in der Hand, womit er eine Ziege vor- märtstrieb. Ach, was hatte die Geiß für ein schönes, weißes Fell! Ich hätte sie zu gern mal gestreichelt. Hinterher kam ein Kind gehopst, das hatte ein Hüpf- feil mit so schönen Anfassern, wie ich es noch nie gesehen hatte. Da kam ein schrecklich dickes Schwein aus einem Hof gelaufen, unb wir mußten wieber sehr lachen, so dick war es. Man hatte ordentlich Angst, es könnte platzen, denn es lief sehr schnell. Ader nun sahen wir auch, mit Schrecken, warum es bas Schwein so eilig hatte: ein grünes Krokodil kam hinter ihm her gekrochen, fürchterlich war es anzusehen mit seinem geöffneten Rachen. Das dicke Schwein hatte sich inzwischen unter einem Wagen verkrochen, der auf der Straße stand. Oh, es war ein feiner Wagen, anscheinend ganz neu und wundervoll angemalt, merkwürdig, daß ich ihn die ganze Zeit gar nicht gesehen hatte! Drei Tauben saßen daneben und pickten ruhig und unbekümmert ihre Körner auf. Ein wunderschöner bunter Hahn stolzierte gerade vorbei, sechs Hühner im (Befolge, während zwei Frauen ein Stück Wäsche reckten, das sie komischerweise fortwährend hin- und herzerrten. Da wieherte plötzlich ein Pferd dicht neben mir, wie kam das nur in die Stube? In diesem Augenblick — wachte ich auf und merkte, daß ich von der Spielzeugausstellung ber Oberschule geträumt hatte! E. L. St. <5:e6ener Hitler-Iuqend im Zeichen der Bastelaktion. Wie schon öfter herooraehoben, steht die diesjährige Winterarbeit der Hitler-Jugend bis Weihnachten vollkommen unter der Parole „Spielzeug für unsere Soldatenkinder". So laufen auch im Standort G'eßen und darüber hinaus im ganzen Bann 116 schon feit vielen Wochen bie Vorbereitungen. unb Tausende unserer Jungen und Mädel sind mit Begeisterung während ihres Dienstes und ost genug auch noch in ihrer Freizeit nvt ber Herstellung von Spielsachen aller Art beschäftigt. Denn kein Kind — und ganz besonders keines, dessen Vater heute an der Front, steht — soll on Weihnachten ohne Svielzeug sein. Und dieses Ziel wird zumindest im Bereiche des Bannes 116 tatsächlich erreicht werden, trotz aller Schroierioteiten in der Materialbeschaffung und trotz der Hindernisse, die sich d»r Arbeit sonst noch in den W-g gestellt haben. Ein Beweis dafür sind die Ausstellungen, die von einigen besonders eifrigen Gruvpen und Fähnlein bereits jetzt in mehreren Schaufenstern in Gießener Geschäften gezeigt werden können. Doch ist dies erst ber Anfang und nur ein Ausschnitt von all dem. mag bie Hitler-Jugend auf diesem Gebiet noch an Ueberroschungen zu bieten hat, über die wir an dieser Stelle fortlaufend berichten werden. Vo. Jetzt die Weibnochtsvakete aur Post. Wer es versäumt, feine Weihnachtspakete und -Päckchen noch in der zweiten Dezemberwoche zur Post einzuliefern, kann nicht damit rechnen, daß die „Herr Bergenroth ist wohl draußen auf den Feldern?" „3a", erwidert Bernhardine und denkt, daß sie Frau Bergenroth sehr schnell benachrichtigen muß. „Also bann beschreiben Sie uns, bitte, den Weg nach braußen, ober geben Sie uns jemanden mit." „Bitte sehr", sagte Bernhardine bereitwillig. Gut so. Da wird sie Zeit gewinnen. In diesem Augenblick aber sagt der eben vorübergehende landwirtschaftliche Gehilfe, der Marswins Worte noch hörte, daß er jetzt gerade auf dem Wege nach draußen fei. Wenn die Herren also mittommen wollten ... „Also, dann los!" Marswin wirst noch feinen Hut in den Wagen unb streicht flüchtig durch das volle Haar, das nur an den Schläfen erst leicht ergraut ist. Dann gehen sie. Bergenroth sieht die Ankommenden zuerst. Da die Sonne blendet, beschirmt er die Augen mit der Hand, um besser zu sehen. Helene hat sich auf einen umgestülpten Gartenkorb gesetzt und schreibt in ihrem Buch. Ihr Mann sagt: „Da ist ja Marswin schon. Und er bringt noch jemanben mit." „So ..." Helene steht auf, tritt neben Bergenroth und folgt seinem Bl'ck. Sie sieht den Weg hinunter und sieht bie beiden Männer näherkommen. Der Angestellte ist dabei, zeigt mit ausgestrecktem Arm den Weg und wendet sich bann in einer anderen Richtung ab. Helene erkennt Rautenberg sofort. Sie steht wie oom Blitz getroffen. Ihr Herz beginnt wie irrsinnig zu hämmern. Das ist doch so unwahrscheinlich ... und ist doch Wirklichkeit ... Rautenberg kommt immer näher, kommt gerade auf sie zu. Sein Gesicht sieht strah- lend und sehr zuversichtlich aus. Helene legt ihre Hand auf den Arm Bergenroths. Er will gerade sagen, daß man die beiden Herren wohl zu Tisch dabchatten wird. Da sieht er Helenes Gesicht ... sieht, wie es den Ankommenden finster Sendungen rechtzeittg zum Weihnachtsfest beim Empfänger eintreffen. Haltbar verpacken! Genaue Anschrift! Doppel der Aufschrift gehört in jede Sendung! Ein Gießener Ehrendoktor aestorben. Kurz nach Vollendung feines 79. Lebensjahres starb ber einer. Ordinarius für Tierzucht an ber Universität München, Geheimer Aofrat Professor Dr. med. vet. h. c. Leonharb Vogel. 1863 in Rothenburg geboren, war er zunächst praktischer Tierarzt. 1894 kam er in das bayerische Min.ste- rium des Innern, 1913 übernahm er das Ordinariat für Tierzucht an der TH. München unb sechs Jahre später den Lehrstuhl für Tierzucht unb Vete- rinärfunbe an der Universität. Die Veterinärmedizinische Fakultät Gießen ernannte ihn zum Ehrendoktor, 1934 schied er aus feinem Amte. Prof. Vogel war Mitbegründer der „Süddeutschen landwirtschaftlichen Tierzucht" und Mitherausgeber ber „Deutschen landwirtschaftlichen Tierzucht", sowie der „Berliner tterärztlichen Hochschule". D;e Veterinärpolizeiliche Anstalt in Schleißheim, bie für viele andere Staaten vorbildlich wurde, war sein Werk. Bohnenkaffee muß voll ausgewogen werden. Jeder Verbraucher hat Anspruch darauf, daß er dos volle Gewicht ber Kaffeeration erhält, bie anläßlich ber besonberen Weihnachtszuteilungen aus- gegeben wird. Der Reichskommissar für bie Preis- bilbung hot bereits bei der letzten Kaffeezuteilung vorgeschrieben, daß ber Einzelhandel den Kaffee netto abpockt und verkauft. Diese Bestimmung gilt selbstverständlich auch jetzt noch. Das Mitwiegen der Tüte ist also unstatthaft. /X 3um Ausbau der Schweinehaltung. Zum weiteren Ausbau der Schweinehaltuck^ find durch eine Anordnung ber Hauptvereinigung ber Deutschen Viehwirtschaft vom 30.11.1942 die Preise entgeaenblitft, und ehe er noch die Ursache ihres Unwillens erfragen kann, sagt sie: „Marswins Begleiter ist Ludwig Rautenberg!" Eine Sekunde ist nun auch Bergenroth betroffen. Dann nimmt er Helenes Hand mit festem Druck zwischen die seinen unb entgegnet: „Vielleicht müssen wir diesen Besuch als eine etwas listige lieber- raschung nehmen, wie? Jedenfalls wird Frau Bergenroth dieser Begegnung durchaus gewachsen sein!" Helene fühlt den Rückhalt, den ihr diese Worte geben. Marswin winkt mit lebhaften Gebärden. Er ist immer sehr beweglich. Jetzt begrüßt er Helene und Bergenroth herzlich. Ich bringe Ihnen einen alten Bekannten mit, Frau Bergenroth. Vorn im Gutshaus hat Rauten- berg schon bas sehr nette alle Fräulein Bernhardine in große Bestürzung versetzt. Ich hoffe, Sie haben den Mann hier in angenehmer Erinnerung, denn, offen gestanden, sehr erfreut haben Sie die alte Dame da vorne wohl nicht, Rautenberg!" Der Doktor lacht zu seinen Worten. Er ist so ahnungslos. Nun schüttelt er Bergenroth die Hand. Rautenberg tritt mit feiner gewandten lieber- lcgenheit zu Helene und neigt sich in seiner eigentümlich geschmeidigen Art über ihre Hand. Unb nun berührt wieder die klangvolle, einst so vertraute Stimme ihr Ohr: „Ich hoffe sehr, gnädige Frau, Sie verzeihen mir mein Eindringen ..." Rautenberg kennt Helenes heftiges Temperament. Er ist auf eine eisige Begrüßung gefaßt. Und da er sich fast auf diesen stillen Kampf gefreut hat, ist er nun enttäuscht, als Helene liebenswürdig erwidert: „3d) freue mich, Herr Rautenberg ..." Diese höfliche Form ist natürlich eine Heuchelei. Er weiß das. Seine sprühenden Augen gehen über Helenes Gesicht, sehen in die dunklen Augen, unb dort findet er den haßvollen Zorn, den er erwartet bat Zwischen den dunklen Brauen steht eine scharfe Falte. Er kennt diese Falte des Unwillens sehr gut. Und er möchte Helene jetzt sagen dürfen, wie wunderbar sie aussieht, wenn sie so böse ist In ber ersten Minute, da er sie erblickt ...in dem heißen für Schweine sowie Schweinefleisch im Großhandel neu festgesetzt roorben. Nach dieser Anordnung werden die geltenden Grundpreise für Schweine für bie Schlachtwertklassen a unb gl um 9,50 RM., für bie Schlachtwertklasse bl um 8,50 RM., für die Schlachtwertklassen b2, d, g2. h unb i um 7,50 RM unb für die Schlachtwertklassen c, e und f um 6.50 RM. je 50 k" Lebendgewicht erhöbt Die Klein- bandelsvreise für Schweinefleisch werden durch bu Neufestsetzung nicht berührt Die Anordnung tritt am 7. Dezember 1942 in Kraft. Die Preiserhöhung in Verbindung mit den futterwirtschaftlichen Erleichterungen auf dem Gebiete der Schweinemast dürfte der Nachzuchtoerftärkung im Schweinebestond einen kräftigen Auftrieb geben. BerbanfelungsjeU: x 8. Dezember von 17.09 bis 7.50 Uhr. * ** 8 9. Geburtstag. Am heutigen Dienstag, 8. Dezember, begeht Frau Elisabeth Wagner, geb. Mohr, Ludwigstraße 14 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 89. Geburtstag. Der Jubilarin gilt unser herzlicher Glückwunsch. ** 85 Iahre alt. Frau Margarete Krehbast, geb., Junker, Neustadt 14 wohnhaft, kann am heutigen Dienstag, 8. Dezember, in körperlicher unb geistiger Frische ihren 85. Geburtstag begehen. Mit den Kindern vereinigen.sich neun Enkel und zehn Urenkel um die Jubilarin. Auch wir gratulieren herzlich zum Geburtstag. ** Treppenbeleuchtung auf „M inu- It e n 1 i d> t". Der Reichsführer ff und Chef ber Deutschen Polizei hat burch Erlaß an alle Polizei- beworben festgestelU, baß es zur Stromersparnis heute erwünscht ist, die Treppenbeleuchtung in Häusern, in denen kein Geschäfts- oder Behördenver- iehr oder sonstiger gesteigerter Verkehr stattfindet, nur auf „Mmutenlicht" zu schallen, auch in ber Zeit, in der die Haustüren noch nicht verschlossen sind. Duft des Sommers, inmitten des bunten Blumenfeldes ... erkennt er, daß sie sich verändert hat. Das durchaus nicht schöne Mädchen, dessen Reiz in ber chr ganzes Wesen durchströmenden, leiben- schaftlichen Unruhe lag, in ihrer inneren Beweglichkeit — bieses Mübchen ist eine schöne Frau geworben, blüht wie bas hier braußen so überreiche, berauschenbe Leben — Rautenberg löst den Blick von Helenes Gesicht und läßt ihn über die Felder gehen. Er sagt: „Heute sehe ich Sie in einem ganz neuen Rahmen, meine gnädige Frau. Doktor Marswin sprach mir schon von Ihren Fachkenntnissen. Oh, sehen Sie doch, wie lebhaft hier der Bienenflug ist ..." Er hebt die Hand, als wolle er den summenden Schwarm von Helene fernhalten. „Die Insekten sind notwendig, werden uns aber jetzt lästig", sagt Bergenroth. Er hat den unerwarteten Gast mit ruhiger Höflichkeit begrüßt. „Ganz fremb sind wir uns nicht", sagt er und spricht bann mit Marswin weiter. Dabei beobachtet er Helene unb Rautenberg. Den Mann vor allem. Unb obwohl Bergenroth persönlich nicht bie geringste Ursache hat, Rautenberg mit unsreunblichen Gebauten zu begegnen, so spürt er boch eine heftige Abneigung. Der Mann siebt vorzüglich aus. Sein Körper ist schlank und boch kräftig. Das Gesicht hübsch ... findet Bergenroth. Unb Rau- tenberg hat die leichte, bezwingende Liebenswürdigkeit, die alle Frauen lieben. So beobachtet und urteilt Bergenroth, und die Muskeln feines Gesichtes verhärten sich. Zu Tisch wollen die Herren nicht bleiben ... nein, vielen Dank! Sie müssen bald weiterfahren. Einem Frühstück aber wäre man nicht abgeneigt. Helene bittet also, sie zu entschuldigen, und wendet sich zum Gehen. Rautenberg macht impulsiv eine Bewegung, als möchte er Helene begleiten. Da aber zieht Bergenroth ihn in bas Gespräch, das er mit Marswin führt, auch Rautenberg auf eine so selbstverständliche Weise hinein, daß ein Abwenden unmöglich wird. (Fortsetzung folgt.) 3 gefr. Xerübffd «mohleser 3 «tae goaahlau^ Jlztteupftfln i 60g »etle (TTtargartat). Wie 3000 wegen Mannschaftsschwie- IIAl'ElkCIE Wir haben uns verlobt Dornbirn im Felde November 1042 Gut erhaltenes •cii zu kaufen achsenm. Büchs., 20b.40 Mk.,sow. )üler j SS*/ Wfflt g. unt. 06379 d. Gieß. Anz. iGkhtosinlj seit 30 Dohren bewährt 1 I in allen Apotheken zu haben | TI6L 2.30, 4.45.7.30: $0. 2.00, 4.30,7JO Dir G. A-Sport. Handball-Sauklaffe Uck ane. V4l ßane Lch-La» ess tn» tegl ► eof dn gtfOda Mich. BorfifUt Etwa 15 ZZtaffis 6d Patte Hlhr. Da gched« Vabtrjwta rotrb xrfl faoM Stmnmlaft ßdfcffl Tö<») ötrtflfcfl, dich de WP Maffe etijtey. Sm btßrrithl banÖ «r «ih tz-tz» Mcha-We, An, an Als Verlobte grüäen Hilde Weber Richard Gewiese Christi Spinka Klaus Hildebrand Assistenzarzt | Kaufgesuche | Weusme z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 06376 an Sen Gieß. AN;. Mit Rücksicht auf die Ablösung der chauszinssteuer bis zum Ende des Jahres ist für die betroffenen Hauseigentümer die Geltendmachung von Ertragsminderungen für ihr Grundstück von besonderer Bedeutung. Der Jahresbetrag der Hauszinssteuer, mit dessen lOfachem die Hauszinssteuer abzulösen ist, wird u. a. um die Ermäßigungen wegen Ertragsminderungen gekürzt. Anträge auf Berücksichtigung von diesbezüglichen Aenderungen, die in den Verhältnissen der Grundstücke bis zum 30. 11. 1942 eingetreten sind, können nur innerhalb der Ausschlußfrist bis zum 10. 12. 1942 beim Katasteramt eingereicht werden, Aenderungen, die später im Dezember eintreten, können lediglich noch im Billigkeitswege auf Antrag berücksichtigt werden, da grundsätzlich die Verhältnisse am 1.12.1942 maßgebend sind. Die Voraussetzungen für die Gewährung einer Steuerermäßigung wegen Ertragsminderung sind nach den maßgebenden Vorschriften folgende: Eine Beispiel: Die Ertragsminderung stellt sich auf 3000 (ges. Miete)—2400 (vereinb. Miete). 10Q _ 2Q Für gepflegten bürgerlichen frauenlosen Haushalt sucht Witwer, 66 Jahre, eine erfahr., selbständige Haushälterin Alter 45—55 Jahre. Schriftliche Angebote unter 06361 an den Gießener Anzeiger erbet. Tgd. Dietzenbach LSV. Wiesbaden GfL. Pfungstadt Tv. Griesheim SA. Frankfurt LSV. Gießen Tgs. Offenbach Tgs. Rüsselsheim Turngemeinde Hanau rigkeiten ausgeschi^ren. Möbliertes Zimmer f. seriösen Herrn in guter Familie mit voller Verpflegung gesucht. Schr. Ang. unt. 3698Da.d.G.A. für 200 ______ Bücher zu kaufen gesucht. Unsere liebe, treue Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Schwägerin Frau Bertha Wenderoth ist im Alter von 62 Jahren unerwartet für immer von uns gegangen. Um sie trauern: Willi Wenderoth und Frau Marie, geb. Kauk ßeorg Hagel und Frau Martha, geb. Wenderoth Reinhard Görnert und Frau Else, geb. Wenderoth und 6 Enkelkinder. Gießen (Seltersweg 10), im Felde, 7. Dez. 1942. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 9. Dezember, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. -06381 der Universitätsstadt Gießen Dienstag, den 8. Dezember 18.30 bis 21.45 Uhr 12. Dienstagmi^te u.HalbmieteA Liselott. WetlsW zu kaufen oder leihen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 06363 an den Gieß. Anz. Fm Zuge Ehringshausen- Gießen Koffer veriaucht. Mitteilung an d. Fundstelle [o637i BahnhofGiesien Garant guter Arznei-Präparate - e*n 1893 - Lagerführer für Ausländerlager, der in der Lage ist, sämtliche Verwaltungsgeschäfte selbständig zu erledigen, zum baldmöglichsten Eintritt nach Wetzlar gesucht. Organisatorisch befähigte Herren werden gebeten, ihre Bewerbungen einzureichen unter 3699D an den Gieß. Anz. Che tu. Fabrik Krewel-Leuffen C.e.b.H. K5t* ErmäßigungsanirägezurHauszinssteuerablösung bis zum 10. Dezember 1942! Berücksichtigung von Srtragsminderungen. Von Dr. jur. et rer. pol. K. Wuth, Steuerberater, Berlin. liOkwOe Mergeslell achsenm.Büchs., für 200 bis 300 Am 6. Dezember starb plötzlich und unerwartet, infolge eines Herzschlags, unser lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Pate Theodor Maid Oberschütze in einem Ld.-Schütz.-Btl, im Alter von 40 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Jobs. Maid V. und Frau Sophie, geb. Maid Otto Maid und Frau Anna, geb. Schäfer Ernst Engel und Frau Emilio, geb. Maid Anna u. Otto Maid; Walter u. Helmut Engel. Watzenborn-Steinberg, Annerod, 7. Dez. 1942 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. Dezember, 15 Uhr statt. 06375 SANATOCEN FORMAMINT KALZAN z. älterem Herrn gesucht. Schriftl. Ang. unt. 06364 an d. Gieß. Anz. Welcher jnoallöe oder Beniner nimmt leichte, saubere Arbeit in Wetzlar /Lahn an? - Für Unterkunft wird gesorgt. - Schriftl. \X Die Tabelle hat nach den Spielen vom 6. Dezember folgendes Aussehen: S;' ' Ordnungspolizei Frankfurt Oeffentliche Abendvorträge der Universität zweite Reihe 06348 Prof. Vollrath über; „Landungen in England und die Furcht vor Invasionen.“ Alle 14 Tage, mittwochs von 20.15 Uhr bis 21.30 Uhr, im Hörsaal 13 der Universität. — Unentgeltlich. Beginn: Mittwoch, 9. Dezember. Erlassen werden 30 v. H. der Hauszinssteuer. Die Ablösungssumme für die Hauszinssteuer fällt im vollen Umfange fort, wenn die Ertragsminderung auch nur 662/s v. H. ausmacht. Für eigengewerblich-genutzte Grundstücke oder Grundstücksteile, für die Mieten sich nicht schätzen lassen, insbesondere Fabriken, werden bei der H a u sz i n s sie u e r die wertmäßigen Umsätze (einschl. der umsatzsteuerfreien Umsätze) verglichen, die in dem maßgebenden Kalenderjahr gegenüber den Umsätzen eines für das Geschäft normalen Jahres oder den durchschnittlichen Umsätzen mehrerer Jahre erzielt worden sind. Andere Vergleichsmaßstäbe sind für besondere Fälle zugelassen. Die Ertragsminderung muß für das ganze Grundstück 20 v. H. übersteigen, wenn der Gründ- stücksteil, für den die Umsätze verglichen werden, wertmäßig überwiegt. Das gleiche gilt für den Vergleich der Bettenbelegung bei eigengenutzten Grundstücken des Beherbergungsgewerbes. Im übrigen kann der Steuererlaß versagt oder auch bei geringerer Ertragsminderung als 20 v. H. ausnahmsweise gewährt werden, wenn dies nach den wirtschaftlichen. Verhältnissen des Betriebs gerechtfertigt ist. Gelten für > verschiedene Grundstücksteile abweichende Vergleichsmaßftäbe, (z. B. für einen Grundstücksteil der Umsatz), so wird jeder Teil für sich behandelt (vgl. H. Bil. R. vom 6.4. 40 Fin. Min. BL S. 28). — Ist der Bescheid über den Abgeltungsbetrag ohne Berücksichtigung der Ermäßigung bereits ergangen, so wird er vom Katasteramt nachträglich berichtigt. Es wird sich in diesem Falle regelmäßig empfehlen, in Höhe des Betrages, um den die Ablösungssumme vermindert wird, ausdrücklich Stundung zu beantragen. Erwähnt sei noch, daß, wenn nach dem 31.12.1942 eine Ertagsminde- rung bei einem Grundstück eintritt, für das die Hauszinssteuer bereits abgelöst ist, eine Beihilfe nach Richtlinien gewährt werden kann, die vom Reichsfinanzminister noch erlassen werden. ? eine Nach kurzem Krankenlager entschlief ganz plötzlich und unerwartet unsere liebe Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Dorethea Läufer, geb. Glös im Alter von 80 Jahren. ' ImlNamen . / der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Läufer; Frau Bittdrf Familie Dern; Familie Rudolf nebst allen Angehörigen. Lollar, den 7. Dezember 1942. Die Beerdigung findet am 8. Dezember, nachmittags 4 Uhr, in Lollar statt. 06378 • Wer 3' tim MS vifr bebc tie in ! rschaikoa ___wir gestern bereits berichteten, gelang es dem LSV. Gießen auch am Sonntag nicht, gegen die Turngemeinde Dietzenbach erfolgreich zu be- stehen. Betrachtet man die Tabelle der Gauklasse, so kann man feststellen, daß Dietzenbach ein ernster Anwärter auf die Meisterschaft ist und daher für alle Mannschaften einen außerordentlich starken Gegner darstellt. Im Treffen der Vorrunde siegten die Tur- ner aus Dietzenbach gegen die Luftwaffe mit 11:3 Toren. Seitdem ist die Mannschaft des LSV. von großen Mannschaftsschwierigkeiten geradezu verfolgt worden, so daß das Ergebnis mit 6:13 Toren zu der Hoffnung berechtigt, daß die Flieger in den kommenden Spielen doch noch Gelegenheit haben werden, sich den Verbleib in der Gauklasse zu sichern. Seither war das Sorgenkind der Mannschaft die Angriffsreihe. Hier scheint man nun die richtige Zusammensetzung gefunden zu haben, denn am Sonntag klappte es schon sehr gut. Die Schwierigkeiten bestehen jetzt in der Besetzung des Torhüters. In der ersten Hälfte des Spieles war Dietzenbach stark überlegen und sicherte sich einen ^kaum einzuholenden Vorsprung. Als sich die Flieger einigermaßen eingespielt hatten, waren sie der Mannschaft von Dietzenbach gleichwertig. Die Torerfolge der zweiten Halbzeit standen mit 4:4 gleich. Besonders erfolgreich war Dietzenbach in der Ausnutzung von Strafwürfen, wodurch allein 8 Tore erzielt wurden. Der Torwart der Soldaten zeigte das, was man von ihm erwartet hatte. Es mangelte ihm sehr an dem bei Strafwürfen wichtigen Stellungsspiel. Da er dies gar nicht besaß, konnten die Dietzenbacher i diesen Umstand tüchtig ausnutzen. Alles in allem kann man sagen, daß die Mannschaft trotz aller seitherigen Niederlagen ein gutes Handballspiel zeigt. Für die uns zur Verlobung erwiesenen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten danken wir herzlich Anni Staubach Erhard Weigel Leihgestern Politz (Elbe) z. Z. im Felde Reichsmietenaesetzes festgestellt. Verbesserungen an dem Grundstück werden durch angemessene Erhöhung der Miete berücksichtigt. Um die Sammel- heizungskosten usw. wird die gesetzliche Miete entsprechend gekürzt, also die reine Friedensmiete zugrunde gelegt. Von der Ausgangsmiete wird die nunmehr vereinbarte Miete, bei eigengenutzten Grundstücksteilen die übliche Miete (die in Anlehnung an die regelmäßig für Räume gleicher und ähnlicher Art und Lage vereinbarten Mieten zu schätzen ist) abgezogen, um die Ertragsminderung zu errechnen. Don der vereinbarten Miete werden unter bestimmten Voraussetzungen Mietausfälle gekürzt, leerstehende Räuiüe mit Null angesetzt. Bei Mietausfällen darf der Eigentümer nachweislich die vereinbarte Miete nicht erhalten haben und ihm auch die Einziehung nicht zugemutet werden können. Leerstehende Grundstücksteile werden mit 0 RM. nur angesetzt, wenn eine Vermietung zu angemessener Miete nicht möglich ist. Liegt hiernach eine Ertragsminderung vor, so wird die Haus- zinssteuer in Höhe von 150 v. H. der vollen Ertragsminderung erlassen. AÄ*Wanen 1 Paar gut erb. alle Idfttg. Haare Mnderschuhe, Leberflecken und ~ "■ ~~ sonstigen Schön- Zeitungsträgerin sucht Verlag des GiehenerAnzeigen 3704 D Kaninchenausstellung in Lich. <£ Lich, 7. Dez. Der Kaninchenzüchter- verein Lich trat am Samstag und Sonntag mit einer gut beschickten Kaninchenausstel- l u n g, die im Saal des „Holländischen Hof" durchgeführt wurde, an die Öffentlichkeit. Das ausgestellte Tiermaterial war nach Ansicht des Preisrichters W. Diehmann (Reinheim i. Odw.) und des am Samstagnachmittag die Ausstellung besuchenden Kreisfachgruppenvorsitzenden Ludwig Kreiling (Gießen) von recht guter Beschaffenheit. Der stellv. Veroinsführer Karl Trechsler und seine Mitarbeiter Fritz Trechsler, Fritz Arnold und Karl Süßel hatten die Ausstellung in mustergültiger Weise aufgebaut. Die Lehrschau brachte Aufklärung über richtige Kaninchenzucht und Tierpflege, über Fellbehandlung, Wollgewinnung usw. Da die^ Mitgliederzahl des rege arbeitenden Vereins ständig im Wachsen ist, betrug die Anzahl der ausgestellten Tiere 120. Unter diesen waren die sehr anspruchslosen Kleinchinchilla mit 35 Nummern am stärksten vertreten. Ferner waren noch ausgestellt: 9 Angora- kaninchen, 8 Widder, grau, 1 Widder, weiß, 13 Helle Großsilber, 6 Großchinchilla, 4 Blaue und 18 Weiße Wiener, 1 Gelbsilber, der Rest war Jungtiere. Der Besuch der Ausstellung war an beiden Tagen recht gut. Die Ergebnisse der Bewertung: Die höchste Auszeichnung, den Reichsfachgruppenehrenpreis, erhielt Friedrich Trechsler I. auf Kleinchinchilla; das Diplom der Reichsfachgruppe und der Zuschlagspreis der Kreisfachgruppe fielen an Fritz Arnold auf Helle Großsilber. Den Zuschlagspreis der Reichsfachgruppe für beste Gesamtleistung errang Fritz Trechsler, die beiden Ehrenurkunden der Fachzeit- Schriftl. Angeb. unter 06372 an den Gieß. Anz. | Verkäufe [ Reürrassiger, kleiner, weißer Spitz zu verkaufen. Jahnftrahe 34, vart., lks. [Q6386 Mädchen-Jacke, Gröhe 38, 8,-; Schi-Jacke, Große 36, 8,-; lneueMütze2,50r fastneueSckuh!e, 40-41, 18,- u. 12,-; reparatur- bed. Schuiranz. 3,-; verschiedene Sviele; Jugendbücher -,50 bis 3,50; 1 seidener Lamvenschirm, 15,-, zu verkaufen. [08373 Löberstr. 10 p* schrist Werner Häuser auf Helle Großsilber und Karl Eise auf Angora. Ferner erhielten noch auf Angora: Karl Eise Ehrenpreis, einen 1., drei 2. Preise; Erwin Schöne E, 3.; Friedrich Trechsler LBE. — Weiße Widder: Karl Dreruff 3. — Graue Widder: Karl Eise E. drei 1., 3. — Helle Groß- silber: Fritz Häuser E, zwei 1., zwei 2.; Fritz Arnold 1., zwei 2. — Großchinchilla: Gustav Radetzky zwei 2., 3.; Wilhelm Lich 1., 3. — Blaue Wiener: Vereinsrammler 1; Heinz Passau E; Helmut Lechens 2. — Weiße Wiener: Wilh. Kraus zwei 1., 2.; Karl Süßel 1.; Karl Dieruff KFE, zwei 2.; Erwin Sommer 2.; Walter Kübler 2.; Heinrich Lotz E, 1., 2.; Heinz Wilh. Stein 1., zwei 2. — Kleinchinchilla: Heinz Reinhardt 1., zwei 2.; Gustav Radetzky E, 1., 2., 3.; Karl Zimmer 3.; Karl Trechsler zwei E, zwei 1., drei 2.; Friedrich Trechsler I. zwei E, drei 1., vier 2. — Gelbsilber: Gustav Schmidt 2. — Jungtiere: Großchinchilla: Wilh. Lich 2., 3. — Blaue Wiener: Walter Kübler 2. — Weiße Wiener: Wilh. Herd 1.; Erich Heckmann 2.; Heinz Wilh. Stein 1., 2., zwei 3. — Kleinchinchilla: Hermann Land mann 1., 2.; Wilh. Kutscher 2.; Erwin Sommer 3. — Kleinsilber, schwarz: Karl Schwenk 1., 3. 1 Landkreis Gieße«. s Lang-Göns,, 8. Dez. Am Mittwoch, 9. Dezember, kann unser Mitbürger Konrad Rudolph, Obergasse, seinen 8 5. Geburtstag bei guter körperlicher und geistiger Frische feiern. Wir sprechen ihyr die herzlichsten Glückwünsche aus. Schwelnemarkl in Alsfeld. Msfeld. 7. Dez. Der heutige Schweinern a ^k t war mit 73 Ferkeln beschickt. Es kosteten 6 vis 8 Wochen alte Ferkel 40 bis 45 RM., 10 bis 13 Wochen alte 55 bis 70 RM. pro Stück. Nach flottem Geschäft verblieb geringer Ueberstand. Fußball. 1900 Gießen 1 — Leihgestern 1 2:4 (Ist). Am Sonntag trug die 1. Jugend der Spielvg. 1926 Leihgestern das fällige Verbandsspiel in Gießen aus und konnte zwei wertvolle Punkte mit nach Haufs nehmen. Nach diesem Spiel steht Leihgestern mit 12:0 Punkten und einem Torverhältnis von 20:6 weiter an der Spitze der Tabelle. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Hdnge. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein, l^rantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. HanS Thnriotj für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschcin. Druck und Verlag: Brühlsche Untversitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Tr.-Ing. Erich Hamann: Anzetgenleiter: Hans Beck. Llnzeigenpreisliste Nr. 6. heitsfehler entfernt für immer Frau B. Gulden seit 1835 Fr.W.Henkel Am Biegelpfad 32. Sprechstund.ietzt Mittwochs,fließen 9-17 ühr dnrehg. Verloren sckw. Oelhaut- schirm m. bunt. Blumen Sams- taa geg. 18 Uhr, Obus-Haltestelle Ludwigsvlatz. Da Andenken an meinen Mann, bitte gegen Belohnung abzu- aeben im Fundbüro oder bei Frau [06366 Sckmeding, Sicher Str. 45. LICHTSPIEL-THEATER Blerla-Palatt, Seltersweg ? Die Entlassung Lichtspielhaus, Bahnhofstraße ■ Das unsterbliche Herz [Steilenangebote| Buchhandlung sucht Mithilfe für Büro und Laden, evtl, halbtags. Schr. Ang. unt. 06368 a.d.G.A. Pfleger oder Pflegerin ins Haus zu älterem Herrn gesucht. Schriftl. Ang. unt. 06362 an o. Gieß. Anz. Fräulein oder Frau zum Bedienen m Sveise-Restaur. für Samstag u. Sonntag gesucht. [06370 Schäfer, Gießen, Bahnhofstr. 18. Reicksb.-Beamt. sucht Wohnung, 4-5 Zimmer und Bad. Evtl, kann Wohnung an der unteren Sieg in Tausch gegeben werden. 06377 Schmidt, Löberstraße 15. M-Zim-Wohiig. in Gießen sofort oder später gesucht. Schriftl. Angeb. unter 06385 an den Gieß. Anz. Alleinsteh. Herr, anfangs 50, in sicherer Position, mit eig. Möbeln, sucht bald, kleine Wohn.i.d.Stadt, SMe«.We Schriftl. Angeb. unter 06382 an den Gieß. Anz. Gießen-KI.-Linden Schroda Frankfurter Wartheland Strabe 115 e. Z. bei der Wehrmacht im November 1942 < ■ 06360/ Minderung des Grundstückserirages wird durch Ermäßigung der Hauszinssteuer berücksichtigt, wenn infolge des Leerstehens von vermietbaren Räumen, Billigervermietung, Mietausfällen oder Betriebsrückgang eine Ertragsminderung für das ganze Grundstück in Höhe von 10 v. H., in den Fällen eines Vergleichs der Umsätze bei den hierfür in Betracht kommenden Gewerbebetrieben (vgl. unten!) oder nach der Bettenbelegung im Beherbergungsgewerbe 20 v. H. übersteigt. Um das Ausmaß (Hundertsatz) der Ertragsminderung festzustellen, wird die im maßgebenden Rechnungsjahr (zur Zeit 1942) vereinbarte Miete mit einer Aus aangs- miete verglichen. Erlaßzeitraum ist der Kalenoermonat. Ausgangsmiete ist die monatliche gesetzlich^. Miete (regelmäßig 120 v.H. der Friedensmiete). Soweit das Reichsmietengesetz nicht gilt (z. B. bet gewerblichen Räumen, Großwohnungen), wird eine fingierte gesetzliche Miete auf der Grundlage der Friedensmiete entsprechend den Vorschriften des ■!*> * »len, *ii Jta - Z'°h- SS Ab, Sn Sjiet Sm Räder, 20 bis 30 Mk., Geschirrteile, 50 Mk., Kreu;züg.20Mk., Schlittengeläute 30 Mk., sow.eine Bettstelle, 8 Mk., z. verkauf. [06337 Otto Huhn, Rittergasse 23. Tisch 1 m Durchmess., z. kaufen gesucht. 06384 Rehder/ Seltersweg 54. IWWen und Ständer- lamve, neu oder gebraucht, z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 06367 a.d.G.A. SHehtct WpeliMgen zu kaufen gesucht. [06365 Eickweg 7 H. Größe 30, rot, z. tauschen gegen gleichw., Gr. 33. Fr. Probst, Atchack 35 d. | Verschiedenes) Gut erhaltenes AlMüMm gegen gut erhalt, filuoiet z. tausch, gesucht. Schr. Ang. unt. 06369 a.d.G.A. ^sensgk fr.nimt. § tie dams rrrsinkt! f3i Hiige 13b schal tat und ffij kein 2 bis Bess besitz er taget Lber die euch dies hxnentfbi Wägung Lessarabi _ k Zar« LMluß Noch in l l fhem Sl trRucks I Gin 3c ,rch imrr Prungsr krinzhaup rot allei taues, Diederin ‘ stllung i Idem Be ' mskowil ’ das Sou j fihrte di • germeifte tioufgebnü tnhäufei zftrschüük SGlektri Wetzt w ^-sich verg ^nutzbar 1 I Die bc Miesem $ ||om Wer Uchon ii IlSertreibi pehar 1 pinterm 5 rlche Art | IjS'efteUun hrdjgefi -N