Dienstag, 8. September M2 Gießener Anzeiger Annahme von Anzewen für die Mittaasnummer bis 8V3 Ubr desVormittagS Anzeig en-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Familienan- zeigen und private Gelegenbeitsanzeigen 14Rvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzetgen Pladvorfchrift (vorherige Bereircharung) 25°/0 ment (92. Jahrgang Nr. 2U Gricheim täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.,.. .RM.1.80 Zustellgebühr,.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechanschlust 2251 Drahtanschrift: Anzeiger" Poftscheck1168kFrankf./M. vrühlsche Univrrfitatrdnuterei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen «irßen^chnlstratze 7-9 Sowjetische Treibstoffsorgen. Von Dr. Paul Rohrbach. Im früheren russischen Reich war die Oelfeuerung, namentlich für den Eisenbahnbetrieb, schon lange vor dem Weltkrieg in weitem Umfange eingeführt, pie Lokomotivkessel wurden mit Holz, mit Steinkohle oder mit Masut geheizt, dem Rückstand, der bei der Petroleumdestillation von der in Baku ge- sörderten Raphta übrigblieb. Auch für stehende Dampfkessel in den Fabrikbetrieben nahm der Gebrauch zu. Eine Unbequemlichkeit war von vorn- berein die stark exzentrische Lage des kaukasischer» velgebietes, das drei Fundstellen enthält: Baku ouf der Halbinsel Apscheron, dicht am Kaspischen Meer, Grosnyj am Nordfuß des Kaukasus, in er Nähe des Flusses Terek, und Maikop im Zu- lußgebiet des ins Asowsche Meer mündenden Ku- >an. Baku lieferte etwa 70 v. H., Grosnyj 25 v. H., liaikop 5 v. H. der Gesamtausbeute, doch wechseln iese Verhältniszahlen einigermaßen von Jahr zu Vahr. Geleitzugkatastrophe im Eismeer gezeigt. „Kohleverflüssigung" im großen Maßstabe, wie in Deutschland, läßt sich von den Bolschewisten nicht improvisieren. Man darf also dem weiteren Fortgang der Dinge mit Spannung entgegensetzen. 56 Divisionen und 39 Brigaden zerschlagen. Berlin, 7. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht teilt mit: In den schworen Kämpen art der Ostfront wurden in der Zeit vom 1. Mai bis zum 31. August d.I. vor' allem im südlichen Abschnitt von den gegen den erbitterten feindlichen Widerstand lmaufhallsam vordringenden deutschen Truppen 56 Divisionen und 39 Brigaden der Sowjetarmee zerschlagen. Es handelt sich im einzelnen um folgende Schützendivisionen: 8. mot. Division, 25., 33. Garde-Division, 41., 47. Gebirgs-Division, 92., 95. mot. Division, 99., 103., 109., 147., 150., 169., 172., 226., 227., 229., 248., 252., 253., 256., 262., 266., 267., 271., 276., 317., 321., 329., 341., 345., 351., 355., 357., 365., 381., 386., 390., 396., 400., 404., 411. Division und die 1. Garde-Division. An Schützen-Brigaden wurden zerschlagen: Die 20. mot. Brigade, 22., 23. mot. Brigade, 25., 53., 57. Stoß-Brigade, 59., 79., 138., 142., 143. Brigade, ferner die 7. Marine-Brigade, 8. und 9. Marinebrigade, sowie die 3. Luftwaffen-Brigade. Unter den schwer angeschlagenen und zum größten Teil vernichteten Kavallerie-Divisionen befinden sich: 18. Gebirgsdivision, 26., 38., 40., 46., 49., 54., 62., 64., 70. und 82. Division. Besonders hoch war der Einsatz der bolschewistischen Panzer-Brigaden, die zur Unterstützung der Infanterie verzweifelt versuchten, die vorstürmenden Deutschen aufzuhalten. Die Bolschewisten verloren bei diesen Kämpfen Tausende von Panzerkampfwagen; bei den zerschlagenen Panzer- Brigaden handelt es sich um die 5. Garde-Brigade, 6., 7., 37., 39., 40., 48., 55., 56., 57., 63., 67., 99., 131., 136., 138., 139., 140., 149., 158., 168., 197., 198. und die 199. Panzer-Brigade. Die erste große Transportanlage, noch zur kaiserlichen Zeit, war der Bau einer Oelleitung von Baku rach dem Schwarzmeerhafen Datum. Dort werden Schwer- und Schmieröle, Petroleum und Benzin in busgedehnte Tankanlagen gepumpt und auf Tank- lchiffen nach Odessa, Cherson, Nikolajew und für Exportzwecke ins Ausland verfrachtet. Auf diesem Wege erhielten auch die südwestrussischen Bahnen tnd Industrieanlagen ihren Brennstoff. Mit der Einführung der motorisierten Feldbestellung und kirnte durch das Kolchosensystem erhöhte sich der Bedarf außerordentlich. Der ganze Osten, Südosten und das Zentrum er Sowjetunion wurden auf dem Wege über das Kaspische Meer und die Wolga versorgt. Aus den ^eedampfern mit Tankeinrichtung wurden Oel und Zenzin in Astrachan auf die Wolga-Tanker umge- >umpt, und diese gelangten stromauf bis in das roße zentrale Industriegebiet, durch den Stalin- anal nach Moskau und gaben außerdem während er eisfreien Zeit einen Teil ihrer Ladung auf 'die iänalfchiffe für den Petersburger Bezirk ab. Der Üolgaverkehr war für den Transport der Treib- loffe innerhalb der Sowjetunion von entscheidender Lichtigkeit; er ist aber gegenwärtig durch das Vor- ücken der deutschen Truppen an das Wolgaknie bei ätalingrad, früher Zarizyn, auf das äußerste be- roht. J Das ukrainische Industriegebiet und die Hälfte der ukrainischen Landwirtschaft erhielten ihren Bedarf ficht von Baku, sondern von Grosnyj und Maikop, hon Grosnyj führt eine direkte Leitung über Ro- Irom hinaus bis in die Nahe des unteren Donez. Sie entsendet unterwegs einen Seitenzweig nach Bem kleinen Hafen Tuapse am Schwarzen Meer int) ist rückwärts durch einen kurzen Strang nach Machotsch-Kala am Kaspi verlängert, um auch auf Viesern Wege die Transporte auf der Wolga zu ver- Irärten. Außerhalb des Kaukasusgebiets ist Oel am gegenüberliegenden Ufer des Kaspischen Meers, an der in den südlichen Ausläufern des Urals entfpringen- ten Emba, an einzelnen Stellen im ^westlichen Vor- aelände des Ural und an der ins Eismeer münden- fcn Petschora festgestellt. Ausbeutung in geringem Umfang hat erst im Embagebiet begonnen. Auch an len Fundstellen zwischen Ural und Wolga und an jer Petschora existieren kleinere Förderanlagen. In Sibirien ist Oel an verschiedenen Punkten festgestellt Dorden, aber Genaues ist darüber bisher nicht bekannt geworden. Die Erdölgewinnung war in den ersten Jahren les Bolschewismus durch die hereinbrechende totale Unordnung der Wirtschaft saft zum Erliegen gekracht, wurde dann aber mit aller Macht bis er- eblich über den Vorkriegsstand gefördert, weil auf hr die Militarisierung und allgemeine Jndustriali- lerung im Verlaus der Fünfjahrespläne, nicht weni- er auch die agrarische Kolchosenwirtschast, beruhten. )as alles ist aber, soweit die Sowjetherrschaft da- hei in Frage kommt, mit einer Totalkatastrophe bedroht, sobald die 400 Kilometer breite, durch den Unterlauf des Don und der Wolga bezeichnete „Landenge" zwischen Rostow und Stalingrad nicht mehr von den Roten Armeen gehalten werden kann. Sobald dieser Moment eintritt, gelangt kein Tropfen Oel und Treibstoff mehr in diejenigen Ge- Biete der Sowjetunion, die noch in der Hand der 1 Bolschewisten sind. Ein Ersatz dieses Verlustes auf anderen Wegen kommt nicht'in Frage. Man könnte sich denken, daß, solange Baku noch in Sowjethänden ist, pel und Treibstoffe über das Kaspische Meer nach Krasno- vodsk und über die Transkaspische und die Turksib- tzahn auf einem ungeheuren Umweg Silber Taschkent) in den Osten der Sowjetunion gebracht werden, aber abgesehen von der kaum überwindbaren Distanz sind keine genügenden Transportmittel vor- Händen. _ r Noch viel aussichtsloser wäre die Versorgung aus len Oelgedieten von Mossul und Südwest-Iran. Die Delleitung von Mossul nach Haifa und dem syri- chen Tripolis scheidet aus, weil der Weg durch das Mittelmeer und die Dardanellen gesperrt ist. Das Del müßte per Bahn nach Basra geschafft, auf Schiffe umgeladen und nach Bender Schapur am persischen Golf gebracht werden, wo die Transiranische Bahn ihren Anfang nimmt. Auch der für England notfalls entbehrliche Teil von der Ausbeute der Anglo-Perfian-Oil-Company in der iranischen Provinz Arabistan wäre nur auf diesem wenig leistungsfähigen und mit schwachem rollenden Material ausgestatteten Schienenweg über Teheran ans Kaspische Meer zu transportieren, mit Umladung in .Bender-Schah nach Krasnowodsk und weiter über die Transkaspische und die Turksw- Linie. Ein Blick auf die Karte zeigt, daß es sich hier um lauter praktische Unmöglichkeiten handelt. Die absolute Abhängigkeit der Sowjetknegfuh- tung und Sowjetwirtschaft vor der peripher gelegenen kaukasischen Oelregion hat, wie man sieht, ihre großen Gefahren für den Bestand des ganzen Systems. Daß Zufuhren auf dem nördlichen Seewege nicht mehr in Frage kommen, hat die letzte große Die Eroberung von Noworossijsk. Ein Blick auf Stadt und Hafen der Land- und Seefestung Noworossijsk. (Scherl-Archiv-M.) ;*?***•;■ v Auch hessische Regimenter stürmten Noworossijsk. Die Eroberer der Festung Noworossijsk waren dieselben Regimenter aus Wüttemberg, Baden, Franken und Hessen, die bereit^ beim Kampf um Rostow, beim Uebergang über den Don und an der Erstürmung von Krasnodar entscheidend beteiligt waren. In härtesten Kämpfen wurde das urwaldartige Vorgelände des Kaukasus durchstoßen und anschließend das tiefgestaffelte Verteidigungssystem der Festung Noworossijsk bezwungen, wobei ungezählte Bunker Schulter an Schulter mit rumänischen Kavallerieverbänden im Nahkampf ausgeräuchert werden mußten. Das schwierige Gelände stellte höchste Anforderungen an Truppe, Pferd und Material. Auf den steilen Gebirgswegen mußten die Geschütze 12- und 14spännig gezogen werden. Trotzdem setzte die Truppe nach Ueberwin- dung dieser gewaltigen Strapazen mit vorbildlichem Schwung zum Sturm auf die Festung an, bei dem sich der Ritterkreuzträger Oberleutnant Ziegler durch hervorragenden Schneid auszeichnete. Auch der Einsatz der Luftwaffe hatte wesentlichen Anteil am schnellen Fall der Festung. Das Eichenlaub für Oberleutnant Ziegler. DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 7. Sepf. (Funkspruch.) Der Führer verlieh gestern dem Oberleutnant Werner Ziegler, kompanie- führer in einem Infanterieregiment, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und sandte an ihn nachstehendes Telegramm: „3n dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 121. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler." Schwere sowjetische Entlasiungsangriffe bei Stalingrad abgewiesen. Oer Wehrmachtbericht. DRV. AusdemFührerhauptquartier, 7. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Wie durch Sondermeldung bekanntge- geben, ist Land- und Seefestung N 0 w 0 - roffijsk, der letzte Kriegshafen von Bedeutung der nach dem Fall von Sewastopol der sowjet- russischen Schwarzmeerflotte noch verblieben war, gefallen. Württembergische, badische, fränkische und hessische Divisionen unter Mitwirkung rumänischer Kavalle- rieverbäude haben in tagelangen harten Feslungskämpfen unter schwierigsten Geländeverhältnissen diesen stolzen Waffenerfolg errungen. Die Beute ist noch nicht zu übersehen. In der Schlachtum Stalingrad gewannen deutsche und rumänische Truppen in schweren Kämpfen weiter Boden. Der Feind erneuerte unter Einsatz starker Infanterie- und Panzerverbände seine schweren Entlastungsangriffe von Norden gegen die deutsche Riegelstellung. Alle Angriffe wurden blutig abgewiesen und 10 8 feindliche Panzer vernichtet. Panzer- und motorisierte Infanteriedivisionen, unterstützt durch Flieger- und Flakverbände, haben hieran entscheidenden Anteil. Tag- und Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen das Stadtgebiet. Außerdem wurden im Verlauf der Nacht Flugplätze ostwärts der Wolga bombardiert. Nordwestlich Medyn wurden wiederholte feindliche Angriffe zum Teil im Gegenstoß abgeschlagen. Bei nächtlichen Bombenangriffen wurden Flugplahanlagen nordwestlich Moskau sowie der Nachschubverkehr des Feindes wirksam getroffen. Südlich des Ilmensees scheiterten örtliche Angriffe der Sowjets. Südlich des Ladogasees wurden ebenfalls mehrere feindliche Angriffe unter hohen blutigen Verlusten obgewiesen. Im Gegenangriff wurden feindliche Kräfte eingeschlossen und vernichtet. Die Sowjets verloren hierbei über 1200 Tote. Auf dem Ladogasee wurden durch Bombentreffer ein Bewacher und ein Schlepper versenkt, ein weiterer Bewacher und drei Schlepper beschädigt. Im mittleren Abschnitt der Front in Aegypten wurde ein feindlicher Angriff abgewiesen. Kampf- und Sturzkampfflugzeuge bekämpften auch gestern britische Artilleriestellungen, Panzer- und Kraftfahrzeugansammlungen sowie einen Flugplatz am A r a b e r - G 0 l f mit guter Wirkung. Deutsche Iäger schossen in Luftkämpfen 15 feindliche Flugzeuge ab. Lin weiteres feindliches Flugzeug wurde im Seegebiet südlich Korfu zum Absturz gebracht. Nach einzelnen wirkungslosen Tagesslörflügen griffen Verbände der britischen Luftwaffe in der vergangenen Nacht Westdeutschland an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. In Wohnvierteln mehrerer Orte, vor allem in Duisburg, entstanden Sach- und Gebäudeschäden. Nach bisherigen Meldungen wurden elf der angreifenden Flugzeuge abgeschossen. Weitere sieben verlor der Feind bei Einflügen in die befehlen Deslgebiele. Leichte deutsche Kampfflugzeuge bekämpften am gestrigen Tage kriegswichtige Ziele in Süd- und Mittelen gland sowie Hafenanlagen an der Sichtbare Opfer. Von unserer Berliner Schristleitung. Der Führer hat in seinem Aufruf zum Kriegswinterhilfswerk des deutschen Volkes 1942/43 die Erwartung ausgesprochen, daß die Heimat im vierten Kriegswinterhilfswerk ihre Pflicht tut. Die Herausstellung der Opfer der deutschen Soldaten in diesem Kriege in Zusammenhang mit den von der Heimat erwarteten Opfern macht deutlich, daß der Kampf der Front und die Pflichterfüllung der Heimat Voraussetzungen für den deutschen Sieg sind. Vielleicht haben die Feinde klarer als mancher in der Heimat die Tatsache erkannt, daß eine siegreiche Front und eine geschlossene deutsche Heimat das Geheimnis des deutschen Sieges sind. Daß sie die beut« che Kampffront nicht zu erschüttern vermögen, da- )yn haben sie sich in drei schweren und für sie 0 überaus verlustreichen Kriegsjahren überzeugen müssen. Jetzt haben sie ihre Hoffnung auf eine Zermürbung der Heimat gesetzt, die sie durch ihre terroristischen Fliegerangriffe auf die Zivilbevölkerung zu erreichen hoffen. Sie werden auch hier eine bittere Enttäuschung erfahren. Einen sichtbaren Beweis ihres Opfergeistes und ihrer Siegesgewißheit gab kürzlich die Stadt Mainz, die bei der letzten Reichsstraßensammlung zum Roten Kreuz ein zum Vormonat um 10 v. H. höheres Sammelergebnis au'fbrachte, nachdem sie kurz vorher durch britische Terrorflieger schwer heimgesucht worden war. „Nun erst recht" — das ist der Sinn des Mainzer Opfers, er muß Verpflichtung für uns alle sein. Da und dort mag die Frage aufgeworfen werden: Was geschieht eigentlich mit den aufkommenden KWHW.-Sammelerträgen? Als der Führer zu Beginn des ersten Winters nach der Machtergreifung das WHW. ins Leben rief, unterstellte er es dem Grundsatz, daß man immer wieder geben müsse, um den Sinn der wirklichen nationalen Solidarität zu beweisen. Damals war es der Feldzug gegen Hunger und Kälte, unter denen Millionen deut- cher Volksgenossen litten, die in der Systemzeit >er Arbeitslosigkeit verfallen waren. Heute haben ich die Verhältnisse grundlegend gewandelt: „Wir ind", wie Roichsminister Dr. Goebbels vor einem Jahr erklärte: „in der glücklichen Lage, nicht nur Elend beseitigen zu müssen, sondern kommende Not vorbeugend verhindern zu dürfen." Das ist eine noch schönere, eine noch erhebendere Aufgabe. Die englischen Nordostküste mit Bomben schweren Kalibers. In der Nacht bombardierten Kampflugzeuge Werftanlagen in Sunderland: zahlreiche Explosionen wurden beobachtet. Die durch Sondermeldung bekannkgegeben, versenkten deutsche Unterseeboote aus Geleitzügen und in Einzeljagd an der O st k ü st e von Amerika, im Atlantik und vor der Westküste von Afrika in harten Kämpfen 17 Schiffe mit zusammen 108 000 BRT. Heldenmütige Cinzelkämpfer. Berlin, 7. Sept. (DNB.) Der „Feuerberg", eine wichtige Höhe südostwärts des Ilmensees, war kürzlich drei Tage lang von überlegenen bolschewistischen Kräften angegriffen worden. Die heldenmütige deutsche Verteidigung wies alle Vorstöße mit hohen blutigen Verlusten für den Feind ab. Immer wieder wurde die Höhe von den Bolschewisten vor jedem neuen Angriff mit schweres Trommelfeuer belegt. Als alle deutschen Offiziere ausgefallen waren, übernahm der 25jährige Feldwebel Kadenbach die Führung. Der nächste bolschewistische Angriff, der von Panzerkampfwagen unterstützt wurde, drang etwa 100 Meter tief in die deutsche Stellung ein. Aus eigenen Entschluß führte der Feldwebel mit den 23 Verteidigern des „Feuerbergs" einen überraschenden Gegenstoß. Mit „Hurra" stürmten die wenigen deutschen Soldaten heraus. Der Feldwebel, der aus vielen Granatsplitterwunden blutete, riß seine Soldaten zur höchsten Leistung mit und hielt mit ihnen d i e Stellung gegen weitere Gegenangriffe, bis die eingetroffenen Verstärkungen den wichtigen Stützpunkt endgülttg sicherten. * Beim Uebergang über einen in den nördlichen Ausläufern des Kaukasus befindlichen Paß behinderte die Besatzung eines großen, zu einem starken Bunker ausgebauten Ziegeleiofens das weitere Vordringen der deutschen Truppen. Dort diesem Punkt aus fönten die Bolschewisten das weite Tal beherrschen. Leutnant B u ch h o l tz , Zugführer in einer norddeutschen Pionier-Kompanie, und sein Flammenwerferschütze B a rt f e arbeiteten sich durch das dichte feindliche Feuer an die stark befestigten Anlagen heran, stießen in kühnem Draufgängertum bis in die Nähe der Schießscharten vor und warfen Handgranaten in die Scharten. Erst nach Entzündung mehrerer Sprengladungen und nach Ausräucherung mit Flammenwerfern und geballten Handgranaten konnte das feindliche Widerstandsnest endgültig erledigt und der deutsche Angriff fortgesetzt werden. 3m Kaukasus. Berlin, 7. Sept. (DNB.) Die Kämpfe im K a u • fafusgebirge halten weiter an. Das Gebirgsgelände und schlechte Weaverhältnisse stellen an die Marschleistungen der Infanterie sowie die Zugleistungen von Pferd und Kraftfahrzeug höchste Anforderungen. Munitionswagen müssen meist zehn« s p ä n n i g hochgezogen werden, Geschütze zwölf- und sechzehnspännig. Dabei müssen die Infanteristen mit in die Speichen greifen, damit die Hindernisse überwunden werden können. An der Terek- Front gewann der deutsche Angriff nach Brechen hartnäckigen feindlichen Widerstandes weiter an Boden. Der Feind verteidigte sich mit starker Artillerie in tiefgegliederten Stellungen. Ein Entlastungsvor-- stoß, den die Bolschewisten, von 40 Panzerkampfwagen unterstützt, durchführten, wurde abgewieseru Der Feind verlor dabei 10 Panzerkampfwagen. sozialen Verhältnisse haben sich in Deutschland trotz Krieg mit Len mancherlei Einschränkungen und Erfahrungen doch so gebessert, daß z. B. aus dem Aufkommen der WHW.-Sarnrnlungen im Kriegs- winter 1940/41 nahezu zwei Drittel als Verwendung an die Hilfswerke der NSV. abgeführt werden konnten, weil nur etwa ein Drittel zur Linderung der Not, vor allem in den neu zum Reich gekommenen Gebieten, benötigt wurden. Wesen, Tätigkeit und Mitgliedschaft der NSV. ist keine anonyme Angelegenheit irgendeines unbekannten Personenkreises, sondern sind Ausdruck und Tatbeweis des deutschen Sozialismus.' Der NSV. gehören rund 15 Millionen deutsche Volksgenossen beiderlei Geschlechts an. Durch ihren Aufbau und ihre organisatorische Gliederung hat jeder Volksgenosse innerhalb seines NSV.-Blockes die Möglichkeit, nicht nur Einblick in die Arbeitsausgaben und Aufgabendurchführung der NSV. zu nehmen, sondern sich selbst helfend und fördernd darin zu betätigen. Er kann sich täglich davon überzeugen, wie die Spenden des deutschen Volkes zum WHW. soziale Gestalt annehmen. Mancher Volksgenosse und vor ollem manche Volksgenossin, die sich bisher weder über die NSV. noch über das WHW. Gedanken machten, wurden begeisterte Anhänger und Freunde, als sie selbst einmal in die Lage kamen, die Hilfe der NSV. in der einen oder andern Form in Anspruch zu nehmen. Da ist z. B. eine Kriegerfrau, die sich während des Krieges berufstätiger Arbeit widmen möchte. Was aber fängt sie mit ihren Kindern an! Eine Anfrage bei der nächsten NSV.-Ortsgruppe, und ihre Sorgen sind zerstreut: Wozu haben wir denn im ganzen Reich mehr als 23 000 Kindergärten. Hier werden die Kinder vom Kleinsten bis zu den Schulpflichtigen sorgsam betreut, beschäftigt, beköstigt, während die Mutter ihrer Berufsarbeit nachgeht. Diese Kindergärten sind nicht nur in den Städten eingerichtet, sondern in fast jedem kleineren Ort und Dors vorhanden. Fragt nur die Landsrauen, wie segensreich sich diese Einrichtung für Mutter, Stinb und für die dringende Landarbeit ausgewirkt hat. Mutter und Kind stehen im nationalsozialistischen Deutschland im Mittelpunkt der fortgesetzten Betreuung und Förderung des deutschen Volkes — durch das Opfer, das es in seinen Sammlungen für das KWHW. regelmäßig und in ständig steigendem Maße aufbringt. Mit der Zunahme der feindlichen Luftangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung wurde auf Befehl des Führers zur Sicherung des Lebens und der Gesundheit unserer Jugend und unserer Mütter aus den luftgefährdeten Gebieten die erweiterte Landverschickung durchgeführt. 1A Millionen Kinder und mehr als 150 000 Mütter mit 65 000 Säuglingen und Kleinkindern konnten allein im Jahre 1940/41 zur Erholung aufs Land geschickt werden. Das sind nur einige wenige Beispiele dafür, in welcher Weise die Opfer der Heimat, zu welchen der Führer das ganze deutsche Volk verpflichtend aufrief, sichtbare Gestalt erhalten. Wir dürfen stolz auf diese sichtbaren Opfer sein, die die deutsche Heimat aufbrachte. Sie müssen uns aber angesichts der Opfer und Leistungen unserer Soldaten veranlassen, „erst recht im Kriege die unlösbare Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes durch Taten zu beweisen", zumal unsere Soldaten, obwohl sie täglich und stündlich bereit finb, Blut unb Leben für die Nation einzusetzen, sich vom Kriegswinterhilfswerk nicht ausgeschlossen ljaben, sondern mit ihren Spenden von ihrem Wehrsold uns selbst hier mit bestem Beispiel oorangehen. Im vergangenen harten Kriegswinter haben sie 123 326 000 RM., das Doppelte wie im Jahre vorher, aufgebracht. Dieses Bekenntnis zur Einheit von Front und Heimat und zu ihren gemeinsamen Aufgaben, die in dieser Beteiligung unserer Soldaten am Kriegswinterhilfs- wer-k liegt, ist zweifellos die brennendste Aufforderung an die Heimat, nicht nachzulassen in dem Bestreben, es der Front wenigstens im materiellen Opfern gleichzutun. Roosevelts Wirtfchastssorgen. Lissabon, 7. Sept. (Europapreß.) Roosevelt forderte vom Kongreß einen allgemeinen Lohn- und Preisstopp, weil andernfalls die gesamten Kriegsanstrengungen der Vereinigten Staaten gefährdet würden. Sollte der Kongreß es ablehnen, die neue Maßnahme zu billigen, so würde Roosevelt auf eigene Faust handeln, um diese größte Gefahr der nordarneritanischen Innenpolitik zu bannen. Die Botschaft Roosevelts hat in der amerikanischen Oeffentlichkeit größtes Ausiehen erregt. Die Tat- Clelia. Von Anton Schnack. Cletia — man muß sie in Parma suchen. Man sinket sie auf den Fresken des Corregio in der Kuppel des Doms, wo aus dem Zwielicht der Höhe ihre junge Engelsschönheit, gebettet zwischen Wolken, leuchtet. Auf den Straßen, in der staubigen Via San Paolo zum Beispiel, oder am Turm, dem Torre Farnese, in der Steccata, der Hauptkirche von Parma oder am Palazzo Contarini erwartet man jeden Augenblick Stendhals Clelia aus der „Kartause von Parma" anzutreffen. * Clelia war aschblond. Sie hatte schmale Hüften, kleine Brüste, einen schlanken, federnden Körperbau und ein eigenartig schönes Gesicht, durchleuchtet von einer starken und zugleich demütigen Seele. Sie hatte einen Ausdruck in den Augen, der vom Licht anderer, überirdischer Gefilde gespeist zu sein schien. Aber volle, frische unb blutgetränkte Lippen kündigten bas Feuer einer geheimen Liebesleibenschaft an. Ein Zug von Versonnenheit flog zuweilen über bic Stirne. Clelia liebte den Duft der Orangenblüten und die Vogelkäfige, die am Turm Farnese hingen, sie liebte Verse unb Fabeln, bas Klavierspiel, die Rusik von Cimarosa, Limonade aus Granatäpfeln, sie liebte die Einsamkeit und saß gerne in der Kühle großer 'Säume; denn Parma ist im Sommer voll wütender Hitze. ♦ Clelia hat die Tür an einem Haus der Via San Paolo geheiligt. Man wird sie nicht mehr finden, so sehr man auch danach sucht. Aber Fabrizio del Dongo suchte diese Tür unb fanb sie, nicht am betten läge. Es mar Mitternacht, warm war es unb ganz schwarz. In seiner Hanb brannte bas Sittett mit den hastigen Zeilen: „Finben Sie sich morgen, im Augenblick, wo es von ber Steccata Mitternacht' schlägt, tn ber Via San Paolo ein, an ber kleinen Pforte, die die Nummer 19 trägt .. Unb als ber junge Fabrizio zur angegebenen Zeit an der Ture Nr. 19 ftanb, flüfterie eine süße ohmme nach bem letzten Uhrenschlag in sein erglühtes Gesicht: „Tritt ein, mein herzlieber Freund!" fache, daß Roosevelt alle Rücksichten auf die im November ftattfinbenben Kongreßwahlen zurückstellte, um die Lohn- unb Preisstoppmaßnahmen bewilligt zu erhalten, unterstreicht den Ernst ber Lage. Nach ben Ausführungen Roosevelts finb bie Preise für nichtbewirtschaftete Nahrungsmittel in den Vereinigten Staaten seit dem 1. Mai bereits um 14 vom Hundert gestiegen. Oie Säuberung der Makin-Lnsel. Tokio, 7. Sept. (Europapreß.) Ueber ben fehlgeschlagenen norbamerikanischen Versuch, den Japanern die Makin-Jnsel der Gilbert-Gruppe durch einen Ueberraschungsangriff zu entreißen, schreibt ein Kriegsberichter: In der Nacht zum 16. August wurden zweihundert nordamerikanische Soldaten von zwei großen Unterfeebooten in die Nähe der Nordspitze ber Makin-Jnsel gebracht unb mit Gummibooten an Land gesetzt. Die Norbamerikaner würben aber halb entbeckt unb von den auf der Insel stationierten japanischen Marinesoldaten unter Feuer genommen. In ber gleichen Nacht lanbeten weitere USA.-Truppen auf der gegenüberliegenden Seite ber Insel. Der fast um das Zehnfache überlegenen feindlichen Uebermacht fiel die Mehrzahl ber von zwei Seiten unter Feuer genommenen japanischen Garnison zum Opfer. Am 17. August ging die sapanische Mari n e t uf tm a f f e zum Angriff über und fugte ben Norbamerikanern so schwere Verluste zu, daß sie sich am gleichen Abend auf das durch Funkspruch zurückgerufene A-Boot zurückzogen. Etwa 60 Nordamerikaner mußten zurückgelafsen werden. Diese boten den Japanern schrifttich ihre Ueber- g a b e an. Das Schriftstück, das sie einem Eingeborenen zur Weiterleitung übergeben hatten, erreichte die Japaner jedoch erst am 23. August. Inzwischen waren fast alle Nordamerikaner durch japanische Luftangriffe und durch bas Feuer der japanischen Bodentruppen getötet worden. Auch die Sikhs in Aufruhr. Bangkok, 7. Sept. (DNB.) In der britischindischen Provinz P a n d s ch a b unb in bem Fürstenstaat Patiala finb die Sikhs im hellen Aufruhr. Es sind schon mehrere Bahnlinien gesprengt und bisher 200 Engländer getötet worden. Der 5 Millionen Köpfe starke Volksstamm der Sikhs galt bisher als probritisch unb stellte zum Großen Teil die Soldaten des britisch-indischen leeres. Das Reich der Sikhs wurde im 19. Jahrhundert durch die Briten zertrümmert. Der Kronschatz mit dem berühmten Diamanten Kohinoor fiel in die Hände der Eroberer. In der Folge wurden bie Sikhs zu einem Instrument ber britischen Politik. Jetzt aber scheinen auch die Sikhs erkannt zu haben, daß jede militärische Dienstleistung für England Verrat am indischen Volke ist. Englands Verrat am Irak. B e r l i n , 7. Sept. (DNB.) Zu einem Teleararnrn- austausch zwischen Churchill unb bem von England nach der blutigen Niederschlagung des Freiheitskampfes im Irak als Ministerpräsidenten eingesetzten Nuri Said nimmt der von den Briten vertriebene rechtmäßige irakische Ministerpräsident Raschid Al Gailani in einem Artikel Stellung, in dem er sagt: Jetzt gilt es, nachdem England alles auf dem europäischen Kontinent verloren hat unb seine Hilfsoölker eins nach dem andern im Stiche ließ, auch ben Irak für die Verteidigung der britischen imperialistischen Interessen einzufpannen. England glaubt dieses teuflische Vorhaben um so leichter verwirklichen zu können, je länger die Macht im Irak zur Zeit in den Händen einiger englandhöriger Männer liegt, wie Nuri Saids und des Regenten von (Englands Gnaden Abdul Jlah. Im Rahmen dieses Propagandafeldzuges wandte sich Churchill in einer Botschaft an Nuri Said, in der er seinem Bedauern Ausdruck gab, daß er nicht in der Lage war, Bagdad während feiner Reise nach Moskau besuchen zu können. Zweifellos wollte sich Churchill durch diese Geste einen Weg zum Herzen der Iraker bahnen. Anscheinend hat er vergessen, daß der Riß zwischen dem Irak und England viel zu tief ist, um durch eine solche Geste überbrückt werden zu können. Das irakische Volk trägt heute noch das Trauerkleid um seine teueren Söhne, die ihr Leben für das Vaterland gaben, um es von der britischen Terrorherrschaft zu befreien. Was Churchill als eine Besserung der Lage in Irak bezeichnet, sind wohl bie serienweise veröffentlichten Listen, die bie Namen derer tragen, die täglich auf englisches Betreiben hin von ihrer Arbeit ausscheiben unb den Weg in bie Konzentrationslager antreten müssen, wo heute Tausenbe von Vertretern aller Volksschichten ' auf die Stunde ihrer Befreiung warten. Oder etwa die tiefe Beunruhigung, die die kürzlich von Nuri Said gehaltene Ansprache auslöste, in ber er von ber beabsichtigten Beteiligung Iraks am Kriege gegen bie Achse sprach. Die Empörung im Volke führte zum Rücktritt eines Ministers und ber drohenben Haltung des Generalstabschefs des Heeres sowie'zur Weigerung einer Division, nach bem Narben des Landes abtransportiert zu werden, um von dort aus für englische Zwecke eingesetzt zu werden. Der Verrat Englands an den Arabern ist zu einem Begriff britischen Wortbruches geworden, unb wie einmal ein englischer Sieg unsere Nieberlage war, so ist ber Wunsch eines jeben Arabers, bie englische Nieberlage zu erleben, denn darin liegt unser Sieg. Irak hat im Mai v. I. fein letztes Wort durch bie Waffen sprechen lassen. Er bleibt auch bei diesem Wort, bis alle Bestrebungen ber Araber verwirklicht unb ihre Selb- ftänbigfeit unb Einigkeit Tatsache geworben finb. Zn harten Kämpfen stolze Waffenerfolge. Von unserer Berliner Schristleitung. Der Ueberwindung der Straße von Kertsch und der Eroberung der Halbinsel Taman durch deutsche Truppen folgte nur wenige Tage später die im Sturm deutscher und rumänischer Verbände genommene sowjetische Land- und Seefeste Noworossijsk. Damit ist nach „tagelangen harten Festungskämpfen unter schwierigsten Geländeverhältnissen ein stolzer Erfolg errungen", der im Zusammenhang mit der Säuberung der Halbinsel Taman für die weiteren Operationen von entscheidender Bedeutung sein wird. Selbst der Londoner Sender spricht von einem schweren Verlust für bie sowjetische Schwarzmeer-Flotte, da weder Tuapse noch Batum genügend ausgerüstet sind und nur für kleinere Schiffe Schutz und Operationsmöglichkeiten bieten. Ein Blick auf die Karte zeigt uns, daß mit der Einnahme von Noworossijsk und Anapa bas Gebirgsmassiv an der Schwarzmeerküste in feinem nördlichen Teil durchstoßen wurde. Die Sowjets verlieren mit Noworossijsk nicht nur nächst Sewastopol ben stärksten unb bestausgerüsteten Kriegshafen, fie verlieren damit auch einen wichtigen Waffen- platz, der für sie um so bedeutsamer fein; mußte, nachbem durch die deutschen und verbündeten Er- solge an der Donfront die hier kämpfenden Teile der Dimoschenko-Armee von jeder Zufuhr aus dem Norden abgefchnitten finb. Damit wird auch ber enge Zusammenhang der Operationen auf der Taman- Halbinsel und bei Noworossijsk verständlich, der schließlich durch die Feststellung im Wehrmachtbericht noch unterstrichen wird, daß „die Beute noch nicht zu übersehen ist". Man wird sich erinnern, daß im Raum bep Taman-Halbinsel bis herunter zu Noworossijsk nicht unerhebliche Teile der Timoschenko-Armee gebunden waren, nachdem durch den Vorstoß deutscher und rumänischer Verbände über den Oberlauf des Kuban bis über Maikop hinaus die Verbindungen für die hier operierenden sowjetischen Kampfgruppen nur noch auf dem Wasserweg möglich waren. Der Nachschuboerkehr war denn auch in dem Hafen von Noworossijsk ziemlich lebhaft, wurde aber in letzter Zeit systematisch von der deutschen Luftwaffe gestört. Die Sowjets hatten offenbar die Hoffnung, diesen Kriegshafen und wichtigen Rüstungsplatz noch länger halten zu können, was auch daraus geschlossen werden kann, daß größere Truppenabziehungen nicht festgestellt werden konnten. Der Wehrmachtbericht vom 7. stellt weitere Fortschritte in der Schlacht um Stalingrad fest. Hier hat, offenbar auf Befehl Stalins, das sowjetische Oberkommando in ben letzten Tagen durch Einsatz neu herangeführter Divisionen stärkste Entlastungsangriffe geführt mit bem Ziel, ben eifernen Ring ber beutschen unb verbündeten Truppen zu sprengen. Die Bolschewisten bezahlten diese Versuche mit schwersten Verlusten an Menschen unb Material. Die besorgten Betrachtungen in ber englischen unb amerikanischen Presse über die Folgen eines Verlustes Stalingrads für bie Sowjets werden auch dadurch nicht aufgehoben, wenn vom Londoner Sender aus Stalingrad als „zweites Verdun oder zweites Sewastopol" für bie Deutschen bezeichnet wird. Von deutscher Seite ist nie ein Hehl daraus gemacht worben, daß bie Kämpfe vor Stalingrad ebenso hart sind wie die vor Sewastopol. Trotzdem fiel Sewastopol in bie Hände ber deutschen und verbündeten Truppen. Wie vor Sewastopol, erweisen sich die Kämpfe vor Stalingrad als ein Sieg der vorbildlichen Zusammenarbeit zwischen Erdtruppen und Luftwaffe. Der deutsche Infanterist arbeitet sich schrittweise durch die modernsten Befestigungsanlagen, so daß selbst ber Moskauer Rundfunk am Sonntag feststellen mußte, ben Deutschen sei bie Durchbrechung ber russischen Linien nordwestlich von Stalingrad gelungen. Der Moskauer Rundfunk sandte in- ber Nacht zum Montag eine Botschaft an die Rote Armee, in ber es heißt: „Der Feind kriecht auf ben alten russischen W o l g a fluß zu, auf ben Reichtum bes Kaukasus. Leben und Tod hängen für uns vom Ausgang ber jetzt tobenden Schlachten ab. Geht keinen Schritt zurück — das ist der Appell unserer Nation." Dieser Appell, ist bezeichnend für die äußerst ernste Lage der Sowjetarmeen im Raume vor Stalingrad, aber auch für bie Härte bes Widerstandes, ben sie mit erbitterter Zähigkeit bem Vordringen der deutschen Truppen leisten. Als dritten wichtigen deutschen Waffenerfolg verzeichnet schließlich ber Wehrmachtbericht die Versenkung roeitc - r 17 Schiffe mit zusammen 108 000 BRT. bur ) reutsche Unterseeboote aus Geleitzügen uni) in Ein>eljagb. Das beutsche Volk zollt ben Leistungen seiner tapferen U-Boot-Besatzungen umfo bereitwilliger höchste Anerkennung, als es weiß, baß bie großen Erfolge ber deutschen U-Boot-Waffe nur nach Ueberwindung einer immer stärker ausgebauten feindlichen Abwehr in einem ungeheuer weitgedehnten Operationsgebiet erzielt werden können und deshalb immer wieder äußerste Einsatzbereitschaft von allen U-Boot-Männern fordern. Meine politische Nachrichten. Im nördlichen Frontabschnitt fiel am 22. August Ritterkreuzträger Oberfeldwebel Burgharts- wieser, Zugführer in einem Gebirgsjäger-Regi- ment. Das Ritterkreuz wurde ihm Anfang Juni 1942 auf der Insel Kreta verliehen, als er nach ber Luftlandung nach Ausfall feines Kompaniechefs tatkräftig die zersprengte Kompanie zusammengefaßt unb wichtige feindliche Stellungen geffürmt hatte. * Reichsminister Funk traf auf Einladung bes ungarischen Finanzministers in Budapest ein. ♦ * Bisher war die Hitler-Jugend der Gaue Weser- Ems und Ost-Hannover zusammen im Gebiet 7 (Nordsee) erfaßt. In Angleichung an die Draani« sationsform der Gaue wurde das Gebiet 7 (Nordsee) so geteilt, daß der Gau Ost-Hannover fein eigenes Gebiet der HI. erhält. Die Gebietsführung hat ihren Sitz in Lüneburg. ♦ Mario Farnesi übernimmt die Leitung der italienischen „Kraft-durch-Freude"-Organisation „Dopo- lavoro", da der bisherige Leiter Rino Pareiitis zum Präfekten von Como ernannt wurde. Kunst und Wissenschaft. Zu Ehren Bruno Stürmers. Zum 50. Geburtstage Bruno Stürmers wird in einer Feierstunde der Stadt Kassel das im Auftrage ber Stadt Kassel geschaffene und von dieser dem Reichsminister Dr. Frick gewidmete „Deutsche Konzert!" (Das Vermachtnis) für Bariton und Orchester auf einen 3>£t von Karl Bröger uraufgeführt. Der Rundfunk (Deutschlandfender> bringt am 11. September, 20.15 bis 21 Uhr, ebenfalls bas Deutsche Konzert unb die heitere Goethe-Kantate für Gemischten Chor, Bariton und Orchester „Aus Liebe". Auch die Reichsbahnchöre gedenken ihres musikalischen Betreuers Bruno Stürmer Mitte September in Wuppertal auf einem Chor- und Orchesterkonzert mit neuen Werken Stürmers. Eine Pause entstand; nur ber Schlag von zwei Herzen war zu hören, und zum zweitenmal flüsterte me Stimme der Liebe aus einem vergitterten Fenster: „Ich bin gekommen, um dir, Fabrizio, zu sagen, daß ich dich liebe und da ich, wie du weißt, der Madonna gelobt habe, dich nie wieder mit meinen 4ugen zu sehen, empfange ich dich fortan nun im tiefsten Dunkel ..." „Worte die dem Namen Clelia gemäß finb; denn Clelm ober Cloelia heißt bie Ergebene, die Hörige, die Demütige. Jagd aus einen Hecht. Erzählung von Alfred Petlo. Die Mutter erwähnte hie und da in ihren Er- L?? von daheim den alten Schützenhennes. 2Us ich seinen Namen zum erstenmal hörte, stellte ich ihn mir mit einer Flinte und einem großen AoS.erhut vor. Aber es war ein falsches Bild. Der Schützenhennes hatte so gar nichts von einem Schutzen, er war ein langer, dürrer Mann mit einem zottigen Bart, die Mütze saß ihm in ber Stirne, ber graue Lobenkittel schlotterte um feine mageren Schultern. Er war ein alter Mann. Aber !? seinen kleinen Augen glitzerte es bisweilen laus- bubenhaft durchtrieben unb schelmisch. Er trieb mit bem Jungvolk allerlei Schabernack unb hänselte verlebte unb leichtgläubige Menschen. Einmal hänselte er auch mich. Vor bem Hause ber Großeltern lief ber Schüttbach vorüber, ein schmales, aber recht ungestümes Rinnsal, bas vom Berge kam unb ber untersten Mühle bas gewaltige Mühlrab trieb. An einem Morgen [QB 'ch aus ber steinernen Brücke, als ber Schützen- Hennes bes Weges tarn. Er zupfte mich an meiner □uartanermube: weil ich ja, wie er sehe, bie höhere Schule besuche, müffe es mir ein Leichtes sein, den Hecht zu fangen, ber in den moorigen Schlupfwinkeln unter ber Brücke Hause, ein Riesenkerl von einem Hecht, der so sicher seine hundert Jahre auf öcm Buckel habe. Um fein räuberisches Maul bau- Ee rhm langes, zottiges Moos vor Alter unb Wilbhett. „Unb es hat ihn bis heute keiner fangen können, im ganzen Dors keiner", (agtj der Schützenhennes, Die saftige Sprache lag mir noch in den Ohren, als er schon lange fortgegangen war. Ich spähte immerzu in den Bach. Später zog ich die Schuhe unb Strümpfe aus, krempelte die Hosenbeine hoch, ergriff einen Wacken unb schlich unter ben Brückenbogen. Ich wußte, baß der Hecht ein boshafter und verwegener Geselle unter den Fischen war. Ich hielt meinen Wacken wurfbereit in der Hand, kroch immer tiefer unter den Bogen, der Schlamm spritzte mir bis zum Hosenboden. Was lag daran? Wenn ich nur meine Beute fing. /Bald schmerzte mich der gekrümmte Rücken, unb ich spürte bie Kälte des Wassers an den Füßen. Gleichwohl setzte ich meinen Raubzug fort, stocherte hier, stocherte da. Zuletzt war das Wasser trüb unb aufgewühlt, so baß ich den Grunb nicht mehr sah. Zubern kam mir ein erregender Gedanke: die Dunkelheit unter der Brücke verwehrte mir den scharfen Blick, der Räuber hatte sich gewiß unbemerkt davongemacht, ich mußte die Stallaterne mitnehmen. — Eines Morgens, als das Haus noch schlief, wachte ich auf. Die Scheiden waren noch nachtgrau. Dies sei die Stunde, sagte ich mir plötzlich, da ich des Hechtes habhaft werden könne. Ich schlich in den Stall, nahm die Laterpe vom Balken und zündete sie an, dann ging ich leise oors Haus, dort zog ich die Schuhe und Strümpfe aus unb kroch unter bas 3ru(fenjod). Plötzlich schoß etwas Schmales, Pfeilschlankes hinter einem Wacken heraus, ich sah es im Schein meiner Laterne ganz deutlich. Ich schleuderte meinen Wacken auf ben forthuschenden Schatten. Wasser spritzte klatschenb auf. Schlamm unb rred fuhren mir in bie Augen, so daß ich eine ^emang reiben mußte, um wieder sehen zu können. Und nun sah ich im schmutzgetrübten Wasser etwas ff" Ä Das Herz hüpfte mir. Mit so iah vollführte, baß ich länge- her s?"L' batte ich mein Opfer gepackt. a8 -ber ^ckst' der garstige Räuber! Er £?£? ^och eimgemale, die Schwanzflosse schlug wie irrsinnig auf unb ab, bann lag er regungslos in SölrfmnJ^.te Mich ' aufatmend' an die rilÄ betrachtete meinen Fang. Das räube- rische Maul, bas fo manche Beute verschlungen TrJ1“11 schch^lich geschlossen, bie roilben I ?en "och immer voller Feinbseligkeit. Ein mnr Gin stöber, hochmütiger Gegner. Mir war. als laure er auf den Augenblick, da ich den Griff meiner Finger nur um einen Deut lockerte, um wie ein Pfeil davonzuschießen. Äch brachte bie Laterne roieber in ben Stall, dann Jing ich barfuß die Dorfsttaße hinunter zum Schützenhennes. Niemand begegnete mir, von bem ich hätte bemunbert werben können. Auch ber alte Hennes faß noch nicht auf ber Birkenholzbank vor bem Haus. Ich stellte mich unter fein Kammerfenster. „Hennes!" rief ich hinauf. „Hennes! Ich habe ihn, den Hecht!" Da erschien seine Schwester in ber Stalltür. Als he mich sah, stellte sie Eimer unb Melkstuhl hin unb schüttelte lachend den Kops. „Hat er dich jetzt erwischt, ber alte Narr?-, fragte sie. - "2a! sagte ich, „ich habe ihn erwischt, ben etromer! - Der alte Schützenhennes kam in die Haustüre, bie Mutze m die Stirne geschoben, mit ber langen pseise. Seme kleinen Äugen musterten ben Hecht in meiner Hand. In seinen Augen glitzerte es. „Schön, schön!" sagte er. „Du hast ihn, jawohl. Aber was hast du? Emen Hecht?" Er schüttelte den Kops „Du hast den falschen erwischt, Jüngelchen, der hier ist nämlich eine Die unb fein D e r. Eine poreüe hast bu gefangen. Ein Hecht unb eine Forelle |mö aber so verschieben wie ein Landstreicher unb eine Pastorenköchin. Den alten Gauner unb Halunken sangst du nicht, bem ist selbst der Teufel nicht gewachsen! 1 Crst jetzt bemerkte ich, wie er heimlich lachte. "Atter Schalksnarr! schalt ihn die Schwester. „Nun ja", fugte ber Schützenhennes hinzu unb äupfte mich am Ohr. ..Laß dir die Forelle in Butter braten! Damit ging er wieder ins Haus, und ich hörte ihn drinnen laut und belustigt lachen . ; ?er Schützenhennes begegnete mir noch öfter, bei- S lachte nicht, er schmunzelte mdjt er d- g überhaupt keine Miene wegen der unrühmlichen Jagd auf ben Hecht. Überhaupt, ber ec?u^n^nes ?ar em Prachtmensch, ein Witzbold unb Erzähler, bas Gebäckstnis bes Dorfes. Lebte er noch, ich bin gewiß, er würde jetzt meinen Zungen unter bte Brücke locken, um den sagenhaft alten und sicher nie bagemefenen Hecht zu fangen er m,5 *crcTfi ba3U verführt hatte? m ch und noch manchen anderey. “ >i eilend ßrotforg Dieser W 2 Her Mer betreuen ftutscher unb bie1 plutokro jeben en die eine Brot md ben. wenn m schnackt! Der a Laklerio bei Hes trankhei! wurde a alt Sei suchungs wo er 1 wohl bu in ber ' Gebiete oielfälti( Hinblick Ön brei; darüber Vertschi " G ßnacheri fcara, g Sonnen nolbene; herzliche ** 9. 9. Cepte nier, ! larin at | ** ' D°utj terau, für bas sehen. { finb all! rufen rr. ein sehr " N bisher 1 Fall 311 neuen j Keidun! tember Regelun nen not 3- Reich ßu rte: bei Eint von 0,31 den, un! von Na in ben S bes We Dr 86. Fort Sie b Mel u vunpfe ‘Wen i peubQUl "ch aus ^was 31 Jeutung weine gliche K H als schmal- S^PPte i Spell j .dP'eK, i "wnionl 4u b hN i einer SMti ld»feis! A b Is " öQnn Roman von Walter Klöpffer 56. Fortsetzung. tun?. (Fortsetzung folgt.) würde alles erfahren? Nicht nur das, was zu ihren Gunsten sprach, sondern yuch das andere. Und darüber, daß sein Stiefsohn sie zur Geliebten gehabt hatte, würde er nie Hinwegkommen. Nie. In der Nähe schlug ein Hund an und wurde mürrisch zur Ruhe verwiesen. Cyrus trabte natürlich wieder hundert Meter voraus. Nie konnte man ihm das abgewöhnen. 3n den großen Hotels war lärmender Betrieb. Bäche von Licht fluteten auf die Straße. Gut gelaunte Sommerfrischler schlenderten paarweise dahin. Ein Wegmacher schob seinen vollen Schubkarren heim. Es war ein Abend wie viele in Trettau. Endlich war Anna daheim. Sie schickte die Dienstboten ins Bett und durchmaß ruhelos die Wohnung. Ihr Blick schweifte abwesend und traurig über die vielen schönen Dinge, die ihr Eigentum waren. Plötzlich lachte sie auf. „Eigentum"! Wie lange noch? Acht Tage, genau acht Tage hatte die Herrlichkeit gedauert. Wenn. Martin zurückkam, gab es nur eines — wandern und Scheidung. Gerade weil sie. Martin liebte, mußte sie ihn freigeben. Sie vergegenwärtigte sich sein reifes, kluges Gesicht, das so herzlich lachen konnte, sie besann sich auf kleine, unwichtige Einzelheiten, die das Bild von ihm abrundeten, auf seine unbeholfene Liebeserklärung, auf seine Beschützergesten damals im Regina, auf seine Art, ihr über das Haar zu streichen. Sie seufzte. Franz hatte recht, die Hudale waren Pechvögel; was sie anpackten, mißlang. Ähre Wimpern wurden feucht. Dann schritt sie zaghaft weiter durch die großen Räume, nahm hier einen Gegenstand an sich, dort einen und landete endlich im Schlafzimmer, wo sie alles auf das verwaiste Bett gleiten ließ. Es galt, zu packen. Nur was sie in die Ehe mitgebracht hatte, wollte sie wieder mitnehmen. Der Gedanke, daß Martin nach seiner Rückkunft nichts mehr von ihr würde wissen wollen, wurde bei ihr zur fixen Idee. Heute war der schwärzeste Tag ihres Daseins. Sie kramte im Wäscheschrank, sie räumt das Kleiderspind aus, immer lich aus kohle gewonnen werden. Das Ergebnis der schweren Arbeit des Bergmannes darf nicht dadurch verschwendet werden, daß ihr gedankenlos Licht brennen oder eure Rundfunkgeräte laufen laßt und Warmwasser nutzlos verbraucht. Wenn alle Hausfrauen mithelfen, wird durch die kleinste Ersparnis im einzelnen haushalt im ganzen viel erreicht. männer und Frauen in den Betrieben? Auch ihr könnt, jeder an seinem Arbeitsplatz, für Einsparung von Strom und Gas sorgen, wenn ihr unnützen Leerlauf bei den Maschinen ausschaltet, die Arbeit sorgfältig einteilt und die Geräte richtig bedient. Jeder einzelne soll mitdenken und mithef- fen, dann wird für die Rüstung viel gewonnen. Deutsche Hausfrauen, Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder? 3n den Ländern unserer Gegner sind überall Aktionen zur Einsparung von Strom und Gas im Gange, bei denen Zwang angewendet wird. Ich verlasse mich auf eure freiwillige Mitarbeit. Der Appell an Einsicht und Hilfsbereitschaft des Deutschen wird auch hier genügen. Alle Energie für den Endsieg? gez. Göring, Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches." Berlin, 7. Sept. (DRV.) Reichsmarschall Göring hat als Beauftragter für den Vierjahresplan den nachstehenden Aufruf erlassen: > „Spart Strom und Gas? Strom und Gas find unentbehrliche Hilfsmittel für Industrie, Landwirtschaft und haushalt. Immer reichlicher und billiger wurden sie uns in den Friedenszeiten zur Verfügung gestellt. Jetzt sollen Strom und Gas vorweg der Rüstung dienen, denn sie gebraucht gewaltige Wengen davon. Für die Gewinnung der Rohstoffe der Rüstung in der Heimat wird Elektrizität und Gas in größtem Ausmaß eingesetzt. Diese Rohstoffe können wiederum nur mit Strom und Gas veredelt und zu panzern, Flugzeugen und sonstigen hochwertigen Waffen verarbeitet werden. Deshalb müssen alle, in erster Linie die Behörden und alle sonstigen Dien st stellen, die Betriebe und ebenso die privaten haushalte, sparsam damit umgehen. Deutsche Hausfrauen? Jede von euch kann durch freiwillige Einschränkung im Strom - und Gasverbrauch einen Beitrag für die Rüstung und damit für unseren Sieg leisten. Denkt daran, daß Strom und Gas fast ausschließ- (Nachdruck verboten.) 15. Spart Strom und Gas! Ein Aufruf des Reichsmarschalls. Sie brachte die Buben hinüber auf den Sonnen- tühel und wies ihnen einige Südzimmer an. Die Pimpfe hatten einen Riesenspaß daran, daß sie die ersten und derzeit die einzigen Bewohner dieses Neubaues waren. Ihre Nagelschuhe klapperten fröhlich auf den Gangfliesen. Wenn einer dem anderen etwas zurief, erstarrte das Wort zu feierlicher Bedeutung wie in einer hallenden Kathedrale. Da die kleine Schar an unstillbarem Durst litt, ließ Anna > etliche Kästen Limonade herbeischaffen und schüttelte sich als sie das himbeerrote und waldmeistergrune Zeug gleich aus den Flaschenhälsen in die ausgedörrten Kehlen rinnen sah. Gegen Abend kam sie nochmals herüber und hielt Nachschau, ob alles klappte und nichts mangelte. Der Glasl hielt gerade Appell im Gang und schimpfte wie ein richtiger Spieß, wenn er Anlaß zu haben glaubte. Dann kommandierte er „Weggetreten" und sagte treuherzig zu der ein wenig entsetzten Gastgeberin: „Mit denen muß man scharf fein, fonft tun sie mit einem grab* was sie mögen, die Konaken. Die Pimpfe stürmten in die Zimmer, tobten auf die frisch bezogenen Betten los, fuhren aus den Schuhen und Hosen und fielen wie Mehlsäcke m Schlaf. Anna stand im Gang, spähte zu den Türen hinein und verhandelte mit Glasl wegen des Hau^- I* ttöffels. „Am besten ist es, wenn ich euch einsperre unö den Schlüssel zur Pforte abziehe" sagte fie „Damit kein Fremder hereinkommt. Es steht letzt to mel wertvolles Zeug herum, gläserne Schranke und ärztliche Apparate und dergleichen. Morgen früh schicke ich bann jemand zum Aufschließen." „Ist recht", nickte der Zugführer Glasl, und schönen Dank für alles, Frau Brügger. Angenehme Ruhe!" Mit der „angenehmen Ruhe" wird es so eine Sache sein, dachte Anna im Fortgehen. Sie spitzte die Lippen und pfiff Cyrus, der eine Katze anbellte, die aus sicherer Höhe den dummen, dicken Hund auslachte. Dann schritt'Anna nachdenklich den Berg hinab. Ihr gefälteter Bäuerinnenrock schlug an die Waden. Rings um sie her war der Geruch der sonnenversengten Wiesen. Es war schwül, unb die jäh einfallende Nacht war ohne Erquickung. Der Himmel hatte sich mit stumpfem Bleigrau beschlagen, in das giftiges Schwefelgelb gemischt war. Zuweilen regte sich ein Blatt, aber das Ohr vernahm keinen Windhauch. Manchmal zirpte ein Bogel im Schlaf ober es geigte eine späte Grille. Die Bäume ließen das Laub hängen, es sah aus, als bettelten sie um Regen. Die Berge standen als schwarze Klumpen gegen den helleren Hintergrund. Irgendwo gurgelte ein Wasser, aber es klang versickernd und müde. Anna warf die zierliche Nase hoch. Gut, daß die Buben versorgt waren. Nun kam ihre Stunde. Man konnte wieder nachdenken, obwohl alles Nachdenken zu nichts führte. Martin war also jetzt bei dem kranken Fender. Was würde dieses Zusammensein an neuem Unheil ausbrüten? Eine Beichte? Ober würde Fender schweigen? Wahrscheinlicher war das erstere. Wieviel wurde Fender beichten,z nur den Scheck oder auch bas anbere? Sik zog alle Möglichkeiten in Betracht, Narkosen, bie die Zunge lösten, Fieberphantasten, Zermürbung durch Schmerzen, die Geständnisbereitschaft eines Todkranken. Immer tarn fie zu dem Schluß: Fender würde reden. Vielleicht wurde er auch nur Andeutungen machen. Den Rest würbe bann ein mißtrauischer unb ans Ausfragen gewöhnter Martin mühelos aus dem Kranken herauspressen. Als Anna bie Staketenzäune ber Wiesen hinter sich hatte unb trüben Sinnes aus ben Ort zuschritt, war ihr eins ziemlich klar: ihr Mann Oberbürgermeister Ritters Abschied von Gießen Einführung des neuen Beigeordneten Bürgermeister Dr. Hill. höher türmte sich der Haufen auf Brüggers Bett. Ihr Herz blutete bet jedem neuen Stück, das sie mit einer trostlosen Gebärde zu ben anderen warf. Dann legte sie sich schlafen. Wie ein kleines Kind, die Fäuste an die Wangen gepreßt, ging sie in den Schlummer hinüber, in eine wohltätige Pause des Nichtwissens und Ausgelöschtseins. Zwei Stunden nach Mitternacht fuhr sie von einem krachenden Geräusch in die Höhe. Es hatte gedonnert. Ein Gewitter! Endlich! Der ersehnte Regen! Die Fensterflügel standen offen, unb bie Garbinen bewegten sich in sausendem Luftzug. Dann und wann fuhr ein greller Zickzackschein durch die Nacht. Das Unwetter kam mit Riesenschritten näher. Es zog über bas Oytal her und über bas Widderhorn. Vor ben Fenstern war Samtschwärze unb Backofenhitze. Ein paar schwere Tropfen trommelten als Vorläufer auf bas blecherne Gesims. Anna schlüpfte fyaftig in die Kleiber. Sie stammte vom Land unb war gewöhnt, baß man beim Gewitter aufstand und sich anzog. Dann stellte sie sich ans Fenster. In ber Nachbarschaft war alles dunkel. Der Sturm fuhr ihr mit groben Fingern über bas Haar unb in ben Ausschnitt des Webers. Anna war voll rebellischer Gedanken. Sie meinte, bas Leben nicht mehr ertragen zu können. — Ich hätte gar nichts dagegen, wenn alles zu Ende wäre, dachte sie und starrte in ben Aufruhr der Elemente. Der Sturm benahm sich immer unfeiner. Er beutelte die Bäume, riß Aeste ab und zauste die Dachziegel. Auch bie Blitze zuckten immer häufiger. Immer öfter wurde bas Samtschwarz von schauerlichen Phasen der Helligkeit zerpflügt. Anna schloß jebesmal halb die Augen, als gelte es, einen Streich hinzunehmen. Plötzlich griff dicht über dem Sonnen- bühel ein roter Arm aus der Finsternis unb überschüttete ben Hügel sekundenlang mit geisterhaftem Licht. Blitz unb Donner waren eins. — Das bat eingeschlagen, bachte Anna in herzbeklemmender Angst. — Ach Gott, bie Buben! Sein Haus! Was Es tue ihm außerordentlich leid, daß er nun von Gießen weggehen müsse, aber ber Gauleiter habe ihn zu neuen und größeren Aufgaben berufen, bie er in Mainz zu lösen habe, und er sei froh unb glücklich, baß er dazu bas Vertrauen des Gauleiters unb des Reichsinnenministers besitze. Oberbürgermeister Ritter teilte sodann mit, daß der neue Erste Beigeordnete Dr. jur. Hillan Stelle des noch im Felde stehenden Oberbürgermeisters Vogt bis zu dessen Heimkehr bie Geschäfte ber Stadt führen werde. Dr. Hill sei Rheinhesse wie er, und er könne sich leicht in andere Verhältnisse hin- einfinden. Er habe lange Jahre eine der schwierig- ten Gemeinden -Rheinhessens (Alzey) geleitet. Er )abe dort mit großem Geschick die Interessen der Bevölkerung wirksam vertreten, als aufrechter Deutscher immer auf nationalem Boden gekämpft, und er sei auch vor dem Terror der Franzosen in der Besatzungszeit nicht zurückgewichen, so daß er damals von den französischen Machthabern ausgewiesen worden fei. Das spreche nur'für ihn. Mit dem gleichen Eifer und Pflichtbewußtsein werde Dr. Hill auch sein hiesiges Amt zu erfüllen bestrebt fein. Zu Dl Hill gewandt betonte Oberbürgermeister Ritter, daß er in Gießen ein geordnetes Gemeinwesen vorfinhe, dessen Vermögens- und Finanzlage gut sei, somit eine gedeihliche Basis zum wetteren Aufbau biete. Allerdings fei auch hier mit den Schwierigkeiten der Kriegszeit zu rechnen, aber er fei überzeugt, daß Bürgermeister Dr. Hill diese Schwierigkeiten meistern und Gießen auf guten Wegen weiter voranbringen werde. Mit herzlichen Wünschen für den neuen Beigeordneten und sein Wirken im Interesse der Stadt Gießen führte Oberbürgermeister Ritter damit ben neuen Mitarbeiter der Stadtverwaltung in sein Amt ein. Kreise die Kreisleitung habe immer neue Anregungen gegeben unb neue Ziele gezeigt, die in ber Zusammenarbeit mit der Verwaltung verwirklicht bzw. angestrebt wurden und dazu geführt hätten, daß unsere Stadt in ben verflossenen ^acht Jahren seiner Amtsführung ein bebeutenbes Stück vorwärts gekommen fei. Die von der Regierung gestellten Aufgaben feien immer frisch unb energisch angepackt worden. Bei ihrer Losung habe er bei ben Ratsherren immer Verständnis unb alle Mithilfe gefunden; dafür sei er besonders dankbar. Die Beamten, die in guter Kameradschaft mit ihm zusammengearbeitet hätten, an ber Spitze die Leiter ber verschobenen Aemter, hätten ihn immer vertrauensvoll unterstützt und in guter Zusammenarbeit mit ihm der Stadt gedient; auch ihnen gelte sein herzlicher Dank. Daß er in ben acht Jahren seines hiesigen Wirkens so viel habe schaffen können, sei nicht zum wenigsten auf die Mitarbeit einer guten Beamtenschaft unb deren wackeres Mitmarschieren zurückzuführen. eingefunden. Oberbürgermeister Ritter erinnerte in seiner Ansprache zunächst daran, daß er auf Anordnung des Gauleiters vor acht Jahren aus Rheinhessen hierher gekommen sei, um die Ge- i schicke unserer Stadt zu leiten, aber schon nach einem Jahre hiesigen Wirkens sich entschlossen habe, endgültig in Gießen zu bleiben. Für diesen Entschluß sei ihm maßgeblich gewesen, daß es für ein Gemeinwesen nicht von Vorteil ist, wenn fein Leiter öfter wechselt, sondern nur dann eine fruchtbare Tätigkeit entfaltet werden könne, wenn er seine Pläne unb Gebanken selber durchführe und gestalte. Schon nach einem Jahre habe er sich in Gießen sehr wohlgefühlt. Mit den Ratsherren und mit ber Bevölkerung habe er rasch enge Fühlung gewonnen unb überall bereitwilliges Verständnis und aufrichtiges Entgegenkommen gefunden; die schone alte Stadt Gießen mit ihren hohen Kulturwerten und ihrer aufgeschlossenen Bevölkerung habe es ihm leicht werden lassen, ben Entschluß zurtt Hierbleiben zu fassen. Dazu kam, daß er . hier ein außerordentlich fruchtbares und dankbares Arbeitsfeld mit reichen Wirkungsmoglichkeiten gefunden habe. Er bedauere nur, baß er nicht alle Pläne, die er zum Nutzen der Stadt Gießen hegte, in die Tat habe umfetzen können; aber der Ausbruch des Krieges habe ihn daran gehindert. Nunmehr werde es Sache seiner Nachfolger sein, die von ihm hinterlassenen Pläne und Projekte in die Tat umzusetzen. Er wandte sich an den neuen Beigeordneten Bürgermeister Dr. Hill mit der Bitte, in der Zett der Vertretung des neuen Oberbürgermeisters besonders bie kulturellen Einrichtungen unserer Stadt zu pflegen und damit der Gießener Bevölkerung, die man lieb haben müsse, und die es verdiene, zu dienen. Besonders die Universität als einen aus Gießen nicht wegzudenkenden Bestandteil habe er (ber scheidende Oberbürgermeister) stets zu fördern sich bemüht. Er konnte in diesem Zusammenhänge darauf hm- weisen, daß alle eifrige Arbeit im Dienste unserer Universität unter Mitwirkung des Rektors Professor Dr Kranz bisher von schönen Erfolgen begleitet gewesen ist. Im letzten Jahre sei die Universität Gießen mit ihrer Studentenzahl an die achte Stelle der deutschen Universitäten aufgerückt, gegenüber früheren Jahren habe sie eine wesentlich höhere Zahl von Studierenden aufzuweisen; darüber hinaus habe sie jetzt noch zwei neue Dozenturen erhalten. Niemand brauche mehr um ben Bestaub der Universität zu bangen, sie stehe vollkommen sicher da. Ferner habe er sich immer bemüht, auch mit der Garnison unb mit allen übrigen Kreisen der Verwaltung und der Bevölkerung eng zusammenzuarbeiten, und er glaube sagen zu können, daß dabei gute Erfolge erzielt worden seien. Ein außerordentlich gutes Verhältnis habe immer zwischen ihm und der Kreisleitung bestanden. Die polittsche Leitung des Kreises habe stets Verständnis dafür gezeigt, daß es in der Verwaltung aus gesetzlichen unb verwaltungsmäßigen Gründen nicht immer so schnell gehen könne, wie es den Anregungen der Partei entsprechend zu wünschen märe; auch ihm selbst sei manchmal manches zu langsam gegangen. Jedoch seien die gesetzlichen Voraussetzungen für schnelleres Handeln nicht immer vorhanden. Gar manche Forderung, die von ber Partei gestellt wurde, sei einige Monate : ober auch ein Jahr später Gesetz unb damit Tat geworden. Die Partei und in unserem engeren Am gestrigen Montagnachmittag versammelten sich die Ratsherren ber Stadt' Gießen zum letzten Male im Sitzungssaale des Stadthauses, Bergstraße, um Oberbürgermeister Ritter, der sich in dieser Stunde von ben Vertretern der Gießener Bevölkerung und damit von der Stadt insgesamt verabschiedete. Gleichzeitig nahm Oberbürgermeister Ritter als letzte Amtshandlung in Gießen bie Einführung und Verpflichtung des neu berufenen hauptamtlichen Ersten Beigeordneten Bürgermeister Dr. jur. Hill vor. Zu der Sitzung hatten sich als Vertreter der Landesregierung Ministerialrat Weiffenbach, der Sachbearbeiter der Gemeinde- angelegenhetten, Regierungsdirektor Dr. Groß, der persönliche Referent des Reichsstatthalters in Hessen, Kreisleiter Backhaus als Hoheitsträger ber Partei im Kreise Wetterau, ferner als Gäste Gauamtsletter Fuchs von der NSV. im Gau Hessen-Nassau, Dr. G ö b von ber Dienststelle Frankfurt a. M. des Deutschen Gemeindetages und die Amtsvorstände der städtischen Verwaltung sowie als Vertreter der Gefolgschaft der Stadtverwaltung ber stellv. Fachschaftsleiter Stadtinspektor F e y h Aus der Stadt Gießen. Gebannte Gorgen. Haben wir nicht alle bangend der jetzigen Ernte eittgegengesehen, bangend, weil Winter und Frühjahr mit ihrem anormalen Wetter manche gute Hoffnung erschütterten? Hier schienen Bauernfleiß unb Bauernkönnen machtlos. Aber der deutsche Sauer rang mit dem Schicksal Genau so wie der Soldat draußen mit dem Feind. Nicht unterliegen lassen, noch fester anpacken, hieß die Losung. Der Ltädter ahnt nicht, welcher Arbeitseinsatz des deutschen Landmannes notwendig war, um trotz allem die Voraussetzung für eine erträgliche Ernährungslage zu schaffen. Und nicht oeraeffen: Die Kern- Mannschaft ber deutschen Bauernschaft trägt den feldgrauen Rock, steht an der Front; ihre Frauen, ihre im Altenteil lebenden Väter unb Mütter mußten die Lücken schließen unb der deutschen Scholle ihre Sorgen, ihren Schweiß und ihre Hoffnungen neu anvertrauen. Heute sehen wir den Erfolg: Die Ernte ist, soweit es sich um die Getreide frucht handelt, zum größten Teil eingebracht. Die deutsche Scholle hat besonders für das Sommergetreide diese zusätzliche Arbeit gelohnt. Millionen freiwilliger Arbeitskräfte, die sich aus den Reihen der Jugend, aber auch der Aelteren, iereitftellten, haben die deutsche Körnerernte bis auf kleine Reste geborgen, gut geborgen; in Kürze wird Brot der neuen deutschen Ernte dem deutschen Volk beschert werden. Die Stelle von der alten zur neuen Ernte ist geschlossen, da unb dort aufgetauchte Vrotsorgen sind gebannt. Dieser Erfolg — unb das ist ein bedeutsamer Erfolg — ist ein Sieg der deutschen Scholle unb all ier Menschen, die sie liebevoll und sachverständig betreuen. Er ist gleichzeitig ein Sieg der großen deutschen Volksgemeinschaft und die Voraussetzung und die Gewißheit des großen deutschen Sieges über Autokratie, Bolschewismus unb Judentum. Für jeden ergibt sich aus dem Sieg der deutschen Scholle bie eine verpflichtende Erkenntnis: Das tägliche Brot will verdient, erkämpft, nicht — ermectert werben. Auch die beste Organisation muß versagen, venn nur ein Teil schafft und der andere — klug- schnackt! Professor Dr. Kliewe. Der außerplanmäßige Professor für Hygiene unb Bakteriologie an der Universität Gießen und Leiter les Hessischen Untersuchungsamtes für Infektionskrankheiten Obermedizinalrat Dr. Heinrich K l i e ro e wurde am gestrigen Montag, 7. September, 50 Jahre alt. Seit 1928 ist er Leiter des Hessischen Unter- fuchungsamtes für Infektionskrankheiten in Gießen, wo er 1931 zum a. o. Professor ernannt wurde. Sowohl durch seine Arbeiten in dem Institut als auch in der Ausbildung des Nachwuchses unb auf dem Gebiete des Fachschrifttums hat sich Professor Kliewe vielfältige Verdienste erworben, deren man sich im Hinblick auf feinen 50. Geburtstag gern erinnert. 8n breiten Kreisen der Gießener Bevölkerung unb barüber hinaus kann sich Professor Kliewe großer Wertschätzung erfreuen. Ratsherr Or. Wolkewih als Sprecher der Ratsherren würdigte bas Werk des scheibenden Oberbürgermeisters unb übermittelte ihm zugleich mit dem herzlichen Dank ber Ratsherren unb ber Gießener Bevölkerung die besten Wünsche für fein weiteres Leben unb Wirken. In ben acht Jahren feiner hiesigen Tätigkeit habe sich Oberbürgermeister Ritter sowohl durch sein Wirken als auch durch sein freundliches unb für jebermann verbindliches Wesen die Hochachtung unb Wertschätzung ber gesamten Bevölkerung erworben. Durch seine Arbeit, bie ber Redner in großen Zügen und an be- sonders markanten Beispielen schilderte, habe er sich in Gießen für alle Zeiten ein bleibendes Denkmal gesetzt unb seinen Namen für immer mit ber Geschichte der Stadt Gießen verknüpft. Im nationalsozialistischen Geiste habe Oberbürgermeister Ritter auch stets die Volksgemeinschaft in unserer Stabt gepflegt und geförbert. Mit Stolz unb Genugtuung könne er auf fein erfolgreiches Wirken in Gießen zurückblicken unb babei gewiß sein, baß ihn die Liebe und Verehrung der Gießener Bevölkerung mit besten Wünschen in seinen neuen Wirkungskreis begleite. Den neuen Beigeordneten Bürgermeister Dr. Hill begrüßte ber Sprecher ber Ratsherren mit herzlichem Willkommengrutz unb besten Wünschen für feine hiesige Amtsführung. Er erinnerte daran, daß Dr. Hill schon als Student unb in den ersten Jahren seiner Iuristenlaufbahn hier gelebt und die Gießener Verhältnisse tennengelernt hat, in zwanzig Jahren seiner Bürgermeisterzeit in Alzey reiche kommunale Erfahrungen sammeln konnte unb sich dort hervorragend bewährte, so daß er sicherlich auch die Ausgaben in Gießen in vollem Umfange werde meistern können. Die Ratsherren unb bie Gießener Bevölkerung brächten ihm für feine Arbeit volles Vertrauen entgegen. Kreisleiter Backhaus als Hoheitsträger der Partei im Kreise Wetterau sprach ebenfalls mit hoher Anerkennung von dem Wirken bes scheidenden Oberbürgermeisters Ritter unb wies babei auf bas volle Vertrauen der Gießener Bevölkerung hin, bas diese Oberbürgermeister Ritter allezeit entgegengebracht hat. Weiter hob ber Kreisleiter hervor, daß die Zusammenarbeit zwischen dem Oberbürgermeister und der Kreisleitung allezeit sehr eng unb vertrauensvoll gewesen ist unb der Forderung des Wohles der Bevölkerung gedient hat. Mit herzlichen Dankesworten an Oberbürgermeister Ritter erinnerte ber Redner auch daran, daß er als alter Gefolgsmann bes Führers bei bem alten Kampfgenossen Ritter stets burch Rat und Tat Forderung bei der Erfüllung feiner Aufgaben gefunden unb Oberbürgermeister Ritter in den letzten Wollen während seiner (des Kreisleiters) Erkrankung auch ♦* Goldene Hochzeit. Die Eheleute Schuh- Eiachermeister Valentin R ö h r i ch und Frau Barara, geb. Fleckenstein, in Gießen, Auf ber Bach 8, önnen am morgigen 9. September das Fest der ooldenen Hochzeit feiern. Dem Jubelpaar unsere herzlichen Glückwünsche. ** 95 Jahre alt. Am morgigen Mittwoch, tz. September, wird Fräulein Emmy Mettenheimer, Hofmannstraße 8, 95 Jahre alt. Der Jubilarin gelten auch unsere herzlichen Wünsche. I ** Neue Lehrgemeinschaften der DeutschenArbeitsfront, KreiswaltungWet- lerau, Abteilung Berufserziehungswerk, find auch ür das kommende Winterhalbjahr 1942/43 vorge- ehen. Im Anzeigenteil unseres gestrigen Blattes ind alle Schaffenden zur Teilnahme daran aufgerufen worden. Hoffentlich findet diese Aufforderung ein sehr starkes Echo. ** Nähmittel bei Fälligkeit. Während bisher die Menge ber abzugebenden Nähmittel von Fall zu Fall festgesetzt würbe, wird nach einer reuen Bekanntmachung des Reichsbeauftragten für Werbung unb verwanbte Gebiete, die am 1. September 1942 in Kraft getreten ist, eine generelle Siegelung getroffen. Auf bie bereits fällig geworbenen noch gültigen Nähmittelabschnitte ber 2. unb 3. Reichskleiderkarte sowie auf bie in Zukunft gültig werdenden Nähmittelabschnitte der Reichsklei- derkarten dürfen nunmehr bis auf weiteres jeweils bei Eintritt ber Fälligkeit Nähmittel im Gegenwert von 0,30 RM. Einzelhandelspreis abgegeben werden unb zwar mit der Maßgabe, daß bei Abgabe von Nähseiden und Seidenglanznähgarnen (letztere in den Längen bis 100 Meter einschl.) nur bie Halste des Wertes auf den Abschnitt anzurechnen ist. H I.-Beranstattungsnng Danksagung Statt Karten In tiefer Trauer wir herzlich. |wohnungstausch| * jU”uember|Stellengesuche| 04384/ Für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Vermählung danken herzlich Karl Boller und Frau Friedel, geb. Niebergall MeWgkW mit singendem Stieglitz z. üerk. RM. 15,-. Ebenso einige Pfund Vogelfutter. Schr. Ang. unt. 04391 a.d.G.A. Rödgen, Gießener Straße 25 _________________________[4375/ Anna Benner, geb. Hahn Hans Karl Benner-Hahn, Hugo Rausch. Gießen (Marktstr. 34); den 6. September 1942. unsere ganze Volksgemeinschaft ist. Danach schloß er die denkwürdige Sitzung der Ratsherren mit dem Gruß an den Führer. Ihre Vermählung geben bekannt Lothar Biedenkopf Pfarrassistent Else Biedenkopf geb. Frey Aelter. Fräulein sucht bis 1. Okt. in einem Geschäftshaushalt Stellung als ynnsgetziA Schriftl. Angebote unt. 04386 Sloria-palast: ,0er Fall Jtainer'. Der Fall Rainer ist der Fall eines österreichischen Opernkapellmeisters und Reserveoffiziers, der im ersten Weltkriege kurz vor dem militärischen Zusammenbruch der Donaumonarchie unschuldig verdächtigt wird, sich unerlaubterweise von der Front entfernt zu haben; nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft sieht er sich auf eine ihn ebenso überrgschende und bestürzende Art von dem schmählichen Verdacht gereinigt, wie er damals wehrlos in sein Verhängnis gestürzt wurde. Der militärische Fall ist zugleich und eigentlich in erster Linie ein menschlicher Fall, denn diese Geschichte einer angeblichen Fahnenflucht ist die Geschichte einer großen und unglücklichen Liebe. Der Leutnant hat im Lazarett die Prinzessin Henriette kennengelernt, beide fassen beim gemeinsamen Musizieren eine tiefe Neigung zueinander; unabsichtlich werden sie Zeugen geheimer Verhandlungen über einen österreichischen Sonderfrieden, und die Prinzessin, die den Geliebten vor einem nun sinnlos -gewordenen Ende bewahren möchte, läßt ihn von der Front zurückbeordern. In der Etappe wird der Ahnungslose von einem Erzherzog gestellt und schimpflich verdächtigt; der hohe Herr, der sich seinerseits bei der Prinzessin einen Korb geholt hat, wei- Wir danken auch im Namen unserer Eltern herzlichst für die zahlreichen Glückwünsche und Blumenspenden zu unserer Vermählung. Wachtmeister Hermann Stein und Frau Marianne, geb. Jung. Gießen-Klein-Linden, im September 1942. Lollar, den 7. September 1942 __2699 D/ | Verkäufe | 1 alter Origin.- Kirvferstich, 1 Tennisschläger (15,- RM.) ;u verkaufen. [04377 Wieseck.Weg4VI Sehr gut erhalt. Sroillinos- Wgen f. 70 Mk. 8. verk. Schr. Ang. unt. 04379 a.d.G.A. Umstellung von Lastwagen aller Fabrikate AUF HOLZGASBETRIEB OPEL IN GIESSEN Marburg. Str. 145, Ruf 2847-48 s' 2697 D/ Ihre Verlobung geben bekannt Irmgard Kraft und Jonny Manhardt Uffz. einer Fahr-Ers.-Abt. neöenoeröieüft! Wir siechen in Gießen eine iiioetlöffige Person (Mann oder Frau) zur Belieferung von fest. Zeitschrift.- Beziehern usw.( Ortsagentur) Meldung schriftl. erbet, unter 2694V an den Gietz.Anzeiger Wohnungstausch. Geboten wird schöne 1-Zimm.-Wohn, aunerh.d. Stadt, sehr billig. Gesucht wird 2»Zimm.-Wohn. mööUinunet Höhe seine Stellvertretung neben seinen vielen anderen Verpflichtungen noch auf sich genommen hatte. Mit der Gießener Bevölkerung sehe die Kreisleitung und er selbst als Kreisleiter wie alle seine Mitarbeiter in der politischen Leitung Oberbürgermeister Ritter nur mit Bedauern von hier scheiden, ein herzliches und dankbares Gedenken in Erinnerung an seine vielfachen Verdienste werde ihm aber stets gesichert sein. Sodann übermittelte der Kreisletter dem neuen Beigeordneten Bürgermeister Dr. Hill mit herzlichem Willkommen die besten Wünsche für seine Arbeit in dem neuen Gießener Wirkungskreis in der Hoffnung, daß er auch hier, wie bisher m Alzey, eng und vertrauensvoll mit der Kreisleitung als der politischen Führungsstelle der Partei im Kreise Wetterau Zusammenarbeiten werde. Stadtinspektor Ieyh als stellvertretender Fachschaftsleiter der Fachschaft Gemeindebeamten im Reichsbund deutscher Beamten war der Sprecher der Gefolgschaft der Stadtverwaltung und brachte neben herzlichen Dankesworten an den scheidenden Oberbürgermeister für ferne allezeit gerechte und verständnisvolle Führung der Gefolgschaft zum Ausdruck, wie sehr die Gefolgschaft das Scheiden dieses Mannes bedauert, mit dem sie sich allezeit in engster Verbundenheit und in aufrichtigem Vertrauen bei der Lösung der Ausgaben der Stadtverwaltung als eine Einheit der Arbeit betrachten durfte. Oberbürgermeister Ritter habe sich besonders auch bei den städtischen Beamten und der gesamten städtischen Gefolgschaft ein Denkmal von bleibendem Wert gesetzt, er werde nicht allein durch sein Wirken, sondern auch durch seine hervorragenden persönlichen Eigenschaften bei allen Gefolgschaftsmitgliedern in dankbarer Erinnerung bleiben. Für sein Wirken in Mäinz begleiteten ihn die herzlichen Wünsche der Gefolgschaft der Gießener Stadtverwaltung. Sodann begrüßte der Redner den neuen Beigeordneten Dr. Hill mit herzlichen Worten und mit der Versicherung vollsten Vertrauens, das von der Gefolgschaft für die Zusammenarbeit mit dem neuen Beigeordneten offenen Herzens dargebracht werde. Gemeinsam mit dem neuen Beigeordneten wolle die Gefolgschaft mit größter Tatbereitschaft ans Werk gehen. Bürgermeister 0r. Hill dankte Oberbürgermeister Ritter für den Willkommengruß und die Einführung in sein (des Redners) neues Arbeitsgebiet. Dor allem aber brachte er seinen Dank an den Gauleiter, den Oberbürgermeister und die Ratsherren dafür zum Ausdruck, daß sie ihm das Vertrauen der Berufung in dieses Amt zuteil werden ließen. Er werde sich bemühen, sich dieses Vertrauens stets würdig zu erweisen, und er werde alle seine Kraft und sein Wissen in den Dienst des neuen Amtes und damit der Gießener Bevölkerung stellen. Weiter dankte der Redner dem Kreisleiter mit der Versicherung seiner vollen Bereitschaft zur vertrauensvollen und engen Zusammenarbeit, den Ratsherren in gleicher Weise^ ebenso dem Vertreter der Gefolgschaft, die in ihm immer einen guten Arbeitskameraden und tatfrohen Mithelfer am gemeinsamen Werk im Dienste unserer Stadt haben würden. Er bat, ihm immer mit vollem Vertrauen entgegenzukommen, er werde sich stets bemühen, es uneingeschränkt zu verdienen. Nach Ab 8. September gelangen die Anmeldeformulare für den diesjährigen HI.-Veranstaltungsrina in den Einheiten des Bannes 116 zur Ausgabe. Aus diesem Anlaß sei noch einmal kurz auf die wichtigsten Einzelheiten und Neuerungen, die bei den Anmeldungen zu beachten sind, hingewiesen. Wie an dieser Stelle schon mehrfach angekündigt, wird sich der HJ.-Veranstaltungsring 1942/43 insgesamt 'in vier verschiedene Reihen unterteilen. Die Stücke sind: „Ein treuer Diener seines Herrn" von Grillparzer, Hamlet" von Shakespeare, „Der Thron zwischen Erdteilen" von Gobsch, „Anke von Skoe- ben" von Bethge, „Der Sprung aus dem Alltag" von Zerkauten und „Der Bauer als Millionär" von Raimund. An musikalischen Werken bringt diese Reihe Smetanas „Verkaufte Braut" und „Die Hexe von Passau" von (Berliner. Weiterhin werden zwei Morgenveranstaltungen, nämlich „Der Turm mit 7 Pforten" von Platen und „Karl Ludwig Sand" von O. von Stein, geboten. Der Mitgliederbeitrag beträgt für die Reihe A 7,50 RM., die auf Wunsch in zwei Raten gezahlt werden können. Außerdem genießen die Mitglieder dieser Reihe beträchtliche Verbilligungen beim Besuch der Mittwochoorstel- lungen des Theaters und der Veranstaltungen des Konzert-Vortragsringes. Reihe B,jriif welche bereits in einem Artikel hingewiesen wurde, bringt 4 Theatervorstellungen und eine Morgenveranstaltung. Vorgesehen sind: „Ein treuer Dfener seines Herrn", „Anke von Skoeben", „Der Sprung aus dem Alltag", als Oper „Die pfiffige Magd" von Weißmann und als Morgenveranstaltung Platens „Turm mit 7 Pforten". Die Veranstaltungen dieser Reihe finden mit Ausnahme der einem Grußwort an den im Feld stehenden neuep Oberbürgermeister und mit herzlichem Dank an den scheidenden Oberbürgermeister Ritter schloß er seine Ansprache mit dem Wunsche, daß Oberbürgermeister Ritters Arbeit in Mainz zum Segen' Der alten schönen Stadt am Rhein sich auswirken möge, wie auch seine Arbeit in Gießen zum Aufstieg unserer Stadt hervorragend beigetragen habe. Oberbürgermeister Ritter richtete zum Schluß noch einmal herzliche Dankes- worte an alle diejenigen, die ihm während seines achtjährigen Wirkens in Gießen zur Seite gestanden und mit ihm am Aufstieg unserer Stadt gearbeitet haben. In diesem Zusammenhang galt sein Dank und die Versicherung seiner Wertschätzung auch der Gießener Presse, deren wertvolle Mitarbeit ihm immer besonders wichtig und wünschenswert gewesen sei, die er allezeit wegen ihres verständnisvollen Eingehens auf seine Gedanken und der tatkräftigen Förderung seiner Maßnahmen sehr zu schätzen gewußt habe. Der Zusammenarbeit mit der Gießener Presse werde er sich immer gern erinnern. Abschließend betonte Oberbürgermeister Ritter noch einmal die große Bedeutung des Wirkens der Partei auch für die kommunale Arbeit und der vielfältigen Anregungen der politischen Leitung für die praktische Arbeit an den Aufgaben des Tages. Er lenkte dann die Gedanken der Hörer hin zu d e m Manne, dem unser ganzes Volk alles zu verdanken hat: unserem Führer, dessen Werk ein Segen für Morgenfeier an Samstagnachmittagen statt unt) sind daher besonders für die Landeinheiten und die jüngeren Veranstaltungsringmitglieder geeignet. Der Mitgliederbeitrag für Reihe B ist auf 3,75 RM. festgesetzt. Reihe C bringt als Ausgleich und zur Erweiterung des kulturellen Gesichtskreises 2 Dichterlesungen, 2 Konzerte sowie eine HJ.-eigene Veranstaltung. Auf die Besonderheit und die Bedeutung dieser Reihe ist ebenfalls bereits aufmerksam gemacht worden Der Beitrag beträgt für die Mitglieder der Reihen A oder B 1,50 RM., für alle übrigen 2,50 RM. Auch der Film soll zu seinem Recht kommen. Er ist in der Reche D untergebracht, welche für einen Beitrag von 1,20 RM. 6 Jugendfilmstunden mit besonders hochstehenden und jugendwerten Filmen bietet. Diese Reihe ist vorerst nur für den Standort Gießen vorgesehen, soll jedoch im Lause des Winters auch für die Orte im Bannbezirk, die ein eigenes Kino besitzen, ausgedehnt werden. Wie man sieht, läßt das Programm des HJ.- Veranstaltungsringes in diesem Jahr hinsichtlich der Reichhaltigkeit und der Mannigfaltigkeit des Gebotenen wirklich nichts zu wünschen übrig. Alle Eltern sollten es sich daher noch einmal überlegen, ob nicht auch ihr Sohn und ihre Tochter in diesem Jahr dem HJ.-Veranstaltungsring beitreten könnte. Ob Schauspiel ober Dichterlesung, Morgenveranstal- tung ober Jugendfilmstunbe, Oper oder Konzert, überall haben sie die Gelegenheit, Werke deutscher Kultur kennenzulernen und sich mit ihnen vertraut zu machen. Darum hinein in den Veranstaltungsring der Hitler-Jugend! Für die große Anteilnahme und die vielen Beweise der Freundschaft und Verbundenheit mit unserem lieben Entschlafenen 01371 Herrn Wilhelm Benner sowie für die vielen Kranz- u. Blumenspenden, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Becker, die Teilnahme und Kranzniederlegung des Schuhhäadlervereins von Gießen, danken gert sich, den schwer Verdächtigten vor dem Ehrengericht zu rehabilitieren, —. da erscheint die Prinzessin und macht mit einem offenen, für sie gewiß nicht leichten Geständnis ihre folgenschwere Unb^ dachtsamkeit wieder gut. Rainers Ehre und auch seine berufliche Karriere sind gerettet, aber die glückliche Gemeinsamkeit der beiden ist durch ein dummes Mißverständnis zerstört. Wenn man sich mit diesem unnötigerweise traurigen Ende abgefunden und sich klargemacht hat, daß eine Geschichte, wie sie hier erzählt wird, wohl nur im alten Oesterreich möglich war, wird man die Qualitäten des nach dem Drehbuche von Jakob Geis unter Paul Verhoevens Regie gedrehten Films in der eigentümlich dichten Atmosphäre finden, in den Zufalls- und Schicksalsverstrickungen, denen menschliche Existenzen auf eine nicht unglaubwürdige Weise ausgeliefert sind. Das kommt in Verhoevens Spielleitung sehr anziehend heraus; die verschiedenartigen Spannungen des Kriminalfalles und der Liebesgeschichte Überschneiden, vertiefen und komplizieren sich; die kraß voneinander abgesetzten Lebenssphären, in denen die Geschichte des Leutnants Rainer sich abspielt, sind mit empfindlichem Gefühl erfaßt und teils mit schroffen Kontrasten, teils mit kammerspielartig behutsamer Zartheit wiedergegeben. Paul H u b s ch m i d , den wir seinerzeit in „Maria Ilona" sahen, entspricht im Zusammenspiel der musischen und militärischen Züge sehr sympathisch dem hier gemeinten österreichischen Menschentypus. Luise Ullrich gibt der Prinzessin ihre ganze, eine wenig melancholisch-gebrechliche wienerische Anmut, und obwohl sie in manchen andern Filmen mehr zu spielen hatte, glaubt man einer Frau wie ihr alles, was sie tut und leidet. Karl S ch ö n b ö ck findet sich überzeugend mit der wenig dankbaren Rolle des Erzherzogs ab. In kleineren Aufgaben sieht man u. a. vorzügliche Leistungen von Maria Koppenhöfer, Elisabeth Markus, Heinz S a l f n e r, Erich P 0 n t 0 und Kurt M e i s e l. — (Tobis.) — Im Beiprogramm lausen die neue Wochenschau und ein interessanter Ti erstlm. Hans Thyriot Gießener Dochenmarktprelse. * Gießen, 8. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Wirsing, % Kg 8 bis 12 Rpf., Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 12, gelbe Rüben 10, Spinat 18, Römischkohl 10, Bohnen, grün, 30, Birnen 25 bis 40, Zwetschen 30, Mirabellen 30, Einmachgurken, dar Stück 2 bis 5, Salat 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 12, Rettich 10 Rpf. \ Schweinemarkt in Nidda. *1Nidda, 7. Sept. Der heutige Schweins- markt war mit 394 Ferkeln und 5 Läuferschweinen beschickt. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 10 bis 12 RM., 6 bis 8 Wochen alte 13 bis 15 RM., 8 bis 13 Wochen alte 16 bis 20 RM. das Stück. Das Geschäft verlief langsam, es verblieb Ueberftand. Briefkasten der Ueöaffwtt. $d). in G. Wir empfehlen Ihnen, zunächst den Mieter abzumahnen. Bleibt die Mahnung ohne Erfolg, so haben Sie die Möglichkeit, eine Unterlassungsklage gegen ihn zu erheben. Houptfchrtftletter: Dr. Friedrich Wlhefm Lange. Stellvertreter bet HauptfchriftleiterS: Ernst Blumschein. BerantworUich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft imb Sport: Ernst Blumschetn. Druck und Vertag: Brühlsche Nniversitätsdruckeret R. Lange ff. Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Gießen, Asterweg 60 ________■ ________04373/ Glaubrechtstr. Schr. Ang. unt. 04370 a.d.G.A. [Stellenangebote] Suche für sofort | Kaufgesuch7"| Gut erhaltener Füllofen z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 04367 an den Gieß. Anz. Gut erhaltenes LmeMklO z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 04369 an den Gieß. Anz. Radio (Gleichstrom) -. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 04380 a.d.G.A. Gilt erb. 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Damit meint man eine Temperatur, welche unserer normalen Körperwärme entspricht, also etwa 36 Grad Celsius beträgt. Und auch diese Temperatur gilt nur für einfarbige und nicht farbempfindliche Wäschestücke. Bei Wolle und farbempfindlichen Sachen wäscht man kalt, wobei kalt auch wieder nicht eiskalt heißt. Das Wasser kann ruhig soweit überschlagen sein, daß es von der Hand nicht als unangenehm empfunden wird, es kann also eine Temperatur von 20—25 Grad Celsius haben. Im übrigen wifd das Waschbad wie üblich bereitet: 1 Eßlöffel Waschmittel für Feinwäsche auf 4 Liter Wasser. Die Spülbäder sollen die gleiche Temperatur haben wie das Waschbad. Bei farbechten und auch sonst weniger empfindlichen Sachen werden wir also auch hand- oder lauwarm spülen. Wolle und farbempfindliche Sachen spülen wir kalt. In diesem Falle setzt man zur Schonung der Farben dem Waschbad und dem Spülbad außerdem einen Schuß Essig zu. Wir suchen zur Unterstützung des Laboratoriumsleiters einen geeignet. Mann z. Anlernen als Laboranten (Stoffprüfer) Kriegsversehrte, die bereit sind, sich für diese ausbaufähige Lebensstellung umzuschulen, werden bevorzugt. Bei Eignung würde der Besuch einer Laborantenschule in Frage kommen; Die Einstellung erfolgt durch das Arbeitsamt Gießen. Ausführliche schriftliche Bewerbungen sind zu richten an: Bännlnger G.m.b.H., Gießen der Universitätsstadt Gießen Dienstag, 8. Sept., 19-22.15 Uhr 1. Dienstagmiete u. Halbtnicte A Der Thron zwischen Erdteilen LICHTSPIEL-THEATER Gloria-Palast, Seltersweg t Der Fall Rainer 2626^ Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Männer müssen so sein Tägl. 3,5.15.8, So. 2.30,5,8 Uhr Verschiedenes "Heiterer, zuverlässiger Mann zumKegelaufstellen gesucht. (04390 Näheres: Mühlstraße 3 (Laden). Tunkeibraune ww m. Rauchertärte u. and. wertvollem Inhalt abhanden gekommen. Gegen gute Be- lohnuny auf d. Fundbüro abzu- geben. s 04378 Grauschw. getig. Katze entlaufen. Wiederbr. gute Bel. Abzug.04374 Teufelslust- gärtchen SL kochen KNORR Suppen Denn davon hangt der gute Geschmack ab. Kochen Sie deshalb nach den 3 KNORR-Ratschlägen: 1. Das Wasser richtig abmessen« 2. Die Kochzeit genau einhalten ” und das Überkochen verhüten* 3. Nach dem Kochen etwa 10 Mi* nuten zugedeckt ziehen lassen • das erhöht den Wohlgeschmack KNORR