<92. Jahrgang Nr. <31 Lnchemt raglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener Romiltenblätter Heimat imBtld-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.... .RM.1.80 Zustellgebükr... „ -.23 auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluft 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 1168k Krankt./M Gießener Anzeiger vrühlscheUniverfitatrdruckerei 8. Lange General-Anzeiger für Gbechessen Siehen^chulstrahe 7-9 Montag.8.ZuniM2 Annahme von Anzeigen für bie Mittaasnummer bis 8'/, Uhr deSBormiltags Anzeigen-Breise für die Millimeter-^eile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für ^amilienan» zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Nvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzetgen Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25°/0mehr Großer Erfolg in Ttordafrika. Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag. DMB. Aus dem Führerhauptquarlier, 7. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im S ü d a b f ch n i t t der Ostfront wiesen deutsche Gebirgstruppen und ungarische Verbände einzelne Angriffe des Feindes ab. 3m mittleren und nördlichen Frontabschnitt wurde der Ring um die im rückwärtigen Frontgebiet eingeschlossenen Gruppen des Feindes durch konzentrischen Angriff weiter verengt. Feindliche Gegenangriffe wurden in harten Kämpfen blutig abgewiesen. An der Wolchow-Front wiederholte der Feind an mehreren Stellen seine heftigen Angriffe. Sie scheiterten an der wachsamen Abwehr, die durch Sturzkampfverbände unterstützt wurde, unter hohen Verlusten des Gegners, der weitere 18 Panzer verlor. 3n Rordafrika brachte der Gegenangriff der deutschen und italienischen Panzergruppen, unterstützt von starken Luftstreitkräften, große Erfolge. Der Feind wurde geworfen und mit Tellen eingefchlossen und vernichtet. Der Gegner verlor weitere 30 Panzer, zahlreiche Geschütze und Kraftfahrzeuge sowie über 4000 Gefangene. Damit betragen die Verluste der britischen Streitkräfte seit Beginn'der Schlacht in der Mar- marica am 26.5.: über 10 000 Gefangene, 550 Panzerkamvfwagen, 200 Geschütze und einige hundert Kraftfayrzeuge. 3m kanatgebiet schossen deutsche 3äger am gestrigen Tage ohne eigene Verluste 13 britische Flugzeuge ab. Das Stadtgebiet von Canterbury wurde in der Rächt zum 7. 3uni abermals von Kampffliegerverbänden mit Spreng- und Brandbomben belegt. Britische Bomber griffen in der letzten Rächt die Stadt Emden an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Zahlreiche Gebäude, vor allem wieder ln Wohnvierteln, wurden zerstört oder beschädigt. Sechs der angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen. Hauptmann Phitlpp, Gruppenkommandeur in einem 3agdgefchwader, errang am gestrigen Tage an der Ostfront seinen 101. bis 103. Luftsieg. Oberleutnant Becker errang in der tehten Rächt seinen 20. bis 22. Rachtjagdfieg. Der Oberfeldwebel leige in einem Kampfgeschwader schoß mit einem Kampfslugzeug in wenigen Tagen elf feindliche Flugzeuge, darunter neun bei Rächt, ab. Oie Schlachtin derMarmarica B e r l i n, 6. Juni. (DNB.) Nach den beim Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden Meldun- aen dauerten die Kämpfe auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz in der vergangenen Woche mit unverminderter Heftigkeit an. Nach den erfolgreichen Operationen der Achsenmächte bei Agedabia (22. bis 27. Januar) haben diese jetzt nach vier Monaten scheinbarer Ruhe wieder die Initiative ergriffen. Die Achsenmächte hatten diese Kampfpause dazu verwendet, in vermehrtem Umfange Verstärkungen und Nachschub von Italien nach Afrika zu bringen. Dies wurde ihnen durch die ständige Niederhaltung der britischen Sperrfestung Malta und den erfolgreichen Einsatz starker Geleitschutzsicherungen durch die italienische Kriegsmarine, deutsche Unterseeboote und Sicherungsstreitkräfte und -verbände der deutsch-italienischen Luftwaffe ermöglicht. Seit dem 26. Mai sind die deutsch-ttaliemschen Verbände in der Marmarica zum Kampf angetreten, in einer Jahreszeit, in der man bisher größere Operationen im afrikanischen Kampfraum für unmöglich hielt. Das durch vermehrten Einsatz der Achsenluftwaffe unterstützte Unternehmen hat sich für die deutsch-italienischen Verbände günstig entwickelt. Zahlreiche feindliche Stützpunkte wurden genommen. Bei der Eroberung einer von den Briten bei Got el Ualeb festungsartig ausgebauten Stellung konnte ein größerer Erfolg erzielt t werden, lieber 3000 Gefangene, darunter ein Admiral und zwei Brigadegenerale sowie zahlreiches Kriegsmaterial fielen in die Hände der Achsenmächte. Nach Ansicht italienischer militärischer Kreise entsprechen die bisherigen Panzerverluste der Briten etwa der Gefechtsstärke von zwei Panzerbrigaden. Inzwischen wurden im Verlauf von Teilgefechten weit-ere Erfolge erzielt. . Don den Briten, die alle verfügbaren Reserven in den Kampf warfen, wurden heftige Gegenangriffe unternommen, die unter schweren Verlusten zusammenbrachen. So wogt der Kampf im Raume von Gazala—Acroma—Tobruk, Bir el Hachim—Bir el Gobi—El Adem seit zwölf Tagen hin und her. Zu den besonderen Merkmalen dieser Kämpfe gehört der Einsatz beweglicher Panzer st re'itkräfte, von motorisierter Infanterie und Pionieren im Zusammenwirken mit der Luftwaffe, das Mitführen ausreichenden Nachschubs, offene Flanken und das Fehlen größerer natürlicher Hindernisse. Die zu Anfang der abgelaufenen Woche wieder einsetzenden Sandstürme wurden durch leichtere Sandwehen und Staubwirbel abgelöst. Die Temperaturen liegen mittags zwischen 25 und 35 Grad, wobei berücksichtigt werden muß, daß bei solchen Temperaturen im Innern der Panzerkampfwagen eine wesentlich größere.Hitze herrscht, und daß durch den verstärkten Panzereinsatz die ganze Umgebung andauernd vom Wüstenstaub und aufgewirbeltem Sand erfüllt ist. Vergeltungsmaßnahmen aufgehoben. Berlin, 6. Juni. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekanntr Wie der. Sender London am 6. Juni meldet, teilt das britische Kriegsministerium folgendes mit: „Ein Befehl, wie der von den Deutschen angeführte, ist von dem britischen Kriegsministerium nicht erteilt worden. Falls ein untergeordneter Offizier, vielleicht der Kommandant der 4. Panzerbrigade einen Befehl dieser Art herausgegeben hat, so erklärt das Kriegsministerium, daß dieser Befehl mit sofortiger Wirkung als nicht bestehend erklärt wird. Die deut- che Gefangenen werden nach wie vor gemäß dem Genfer Abkommen behandelt." Auf diese Erklärung des britischen Kriegsministeriums hin hat das deutsche Oberkommando der Wehrmacht am 6. Juni nachmittags alle gegen die britischen Gefangenen in Afrika befohlenen Vergeltungsmaßnahmen aufgehoben. Oer Wehrmachtberichi vom Samstag. DRV. Aus dem Führerhauptquarlier, 6.3uui. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Linschliehungsfront von Sewastopol wurden die feindlichen Befestigungen durch starkes Feuer fchwersler Artillerie und zusammengefahte Luftangriffe bekämpft. 3m Südabschnitt der Ostfront schlugen deutsche und ungarische Truppen vereinzelte feindliche Angriffe unter blutigen Verlusten für den Gegner ab. 3m mittleren und nördlichen Frontabschnitt wurden mehrere im rückwärtigen Frontgebiet eingeschlosfene Gruppen des Feindes weiter zusammengedrängt und zahlreiche Ortschaften genommen. An der W o l ch o w -F r o n t wurden starke feindliche Angriffe in schweren Kämpfen und im Zusammenwirken mit Sturzkampfverbänden abgewehrt. Der Gegner hatte sehr hohe blu- DRV. Ausdem Führerhauptquartier, 8 Juni. Der Königlich-Ungarische Ministerpräsident und Außenminister v. K a l l a y stattete am Samstag, 6. 3uni, dem Führer in seinem Hauptquartier einen Besuch ab. Der Führer empfing ihn zu einer Besprechung über die politische Lage, an der der Reichsminisler des Auswärtigen von Ribbentrop teilnahm. Die Unterredung war getragen von dem Geiste der traditionellen deutschungarischen Freundschaft und der Waffenbrüderschaft, die in dem gemeinsamen Kampf der im Dreimächtepakt verbündeten Völker gegen den Bolschewismus erneut ihren Ausdruck und ihre Bewährung findet. Rach der politischen Besprechung begab sich NSG. Frankfurt a. M., 7.Juni. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach in Rüdesheirn auf einer Kundgebung der Partei über die politische und militärische Lage des Reiches und die notwendige Haltung, die der Freiheitskampf des deutschen Volkes von jedem einzelnen erfordere. Ausgehend von den jüngsten militärischen Erfolgen, welche die ungebrochene Schlagkraft der deutschen Wehrmacht überzeugend bewiesen haben, zeigte der Gauleiter unter Anführung von früheren Aeuße- rungen der Gegner, wie ganz anders diese sich den Verlauf des Krieges vorgestellt hatten. Ihre Rechnung, der sie die Erfahrung aus dem Weltkrieg zugrundelegten, gehe nicht auf, weil der Nationalsozialismus durch eine umfassende und gründliche seelische und physische Aufrüstung des Volkes, durch die Schafffung der deutschen Volksgemeinschaft und der in ihr fundierten Wehrmacht jene damaligen uns zum Verhängnis werdenden Schwächen erfolgreich überwunden habe. Eine Neuauflage von Versailles sei damit für immer vereitelt. Der Gauleiter verwies dann mit dem Blick auf die Waffentaten der deutschen Wehrmacht und ihrer Verbündeten auf die gegenüber dem Weltkrieg völlig veränderte polittsche und militärische Situation. Ueberlegen fertigte er alsdann die englische Konzeption von jener Weltordnung ab, die darin bestände, die Völker der britischen Monopolstellung dienstbar zu machen, und damit auch das deutsche Volk auf ein Niggerdasein herabzudrücken. Wenn das Britentum uns vor die Alternative stellte, entweder auf unser nationales Eigenleben zu verzichten, ober aber für dieses Recht kämpfen zu müssen, so fei unsere Entscheidung nicht zweifelhaft gewesen. Es werde auf dieser Welt kein Volk geben, das freiwillig das Sklavenjoch tragen werde, — am wenigsten aber dürfe man dies vom deutschen Volk erwarten. Seine Rede ging bann auf bie von der englischen Propaganda zunächst verfolgte Tendenz ein, nach welcher der Krieg der Demokratien allein dem Nationalsozialismus gelte. „Wem hat bann jener Krieg gegolten", so fragte er, „der bie Neger an ben Rhein führte?" Die Zuhörer, die jene Zeit der Schande und des Leides selbst erlebt hatten, gaben mit ihrem Beifall die Zustimmung zu der Feststellung, daß damals so wie heute allein das nationale Niederer st arten unseres Volkes, bie Erringung seiner politischen Einheit, also die Verwirklichung des Reiches, für unsere Feinde Grund genug mar, um uns mit Krieg zu überziehen. »Der lige Verluste und verlor 22 Panzer. 3m Finnischen Meerbusen beschädigte Marine-Artillerie ein sowjetisches Unterseeboot durch mehrere Treffer; mit dem Untergang des Bootes ist zu rechnen. 3n Rordafrika wiesen deutsch-italienische Truppen stärkere britische Angriffe ab und gingen selbst zum Gegenangriff über. Die Briten verloren 36 Panzer, zahlreiche Kraftfahrzeuge und mehrere hundert Gefangene. 3n Luftkämpfen wurden 14 feindliche Flugzeuge abgeschossen. 3n der letzten Rächt griffen LampffUegerverbände das Hafengebiet von Tobruk an. Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, versenkten deutsche Unterseeboote an der Ostküste Rordamerikas, im Karibischen Meer und ostwärts der Antillen 19 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 108 300 BRT. von der flandrischen Küste versenkten Torpedoboote im Artilleriegefecht zwei britische Kanonenschnellboote. Bei Vorstößen britischer Luftstreitkräfte gegen die Küste der besetzten Westgebiete wurden am gestrigen Tage 22 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Britische Bomber griffen in der Rächt zum 6. 3uni mehrere Orte in Westdeutschland an. 3n einigen Städten des Industriegebietes entstanden Brandschäden. Racht- jäger und Flakartillerie schossen 13 der angreifenden Bomber ab. Bei den Erfolgen deutscher Unterseeboote in den amerikanischen Gewässern hat sich das Boot des Korvettenkapitäns harten ft ein besonders ausgezeichnet. 305 Todesopfer in Köln. Köln, 6. Juni. (DNB.) Die im OKW.-Bericht vorn 3. Juni gemeldete Totenzahl in Köln auf Grund des Luftangriffs i* der Nacht zum 31. Mai hat sich bedauerlicherweise von 200 auf 305 erhöht. der Führer mit dem Ministerpräsidenten v. kallay und dem Reichsauhenminister v. Ribbentrop zu einer Besprechung der militärischen Lage, an der von deutscher Seite Generalfeldmarschall Keitel, General 3 o d l und der deutsche Militärattache in Budapest Oberst v. Papenheim, von ungarischer Seite Generalmajor Vitez V ö r ö s und der ungarische Militärattache in Berlin, Generalmajor Vitez h o m l o k teilnahmen. Am Sonntag war der ungarische Ministerpräsident Gast des Reichsauhen- ministers von Ribbentrop und hatte mit ihm eine eingehende Aussprache über aktuelle politische Fragen, die in freundschaftlichem Geiste verlief. Nationalsozialismus", so erklärte der Gauleiter, „erstand erst aus der Erkenntnis und der Abwehr jener vom Feinde immer wieder angewandten Unterdrückungsmethoden, und er ist stolz darauf, das deutsche Volk und darüber hinaus die europäischen Völker in eine Front gegen die Hasser von nationaler Ordnung und sozialem Fortschritt vereint zu haben." Unmißverständlich deutete der Gauleiter dann auf die vom Nationalsozialismus frühzeitig erkannte treibende Kraft zum Chaos, auf die Verschwörung des Weltjudentums gegen die Völker der kulturellen und wirtschaftlichen Leistung. Dabei unterließ er. es nicht, auf den Ernst dieser weltumspannenden Auseinandersetzung hinzuweisen. Das Judentum hat im deutschen Volk seinen Hauptgegner gefunden, und wir wissen durch die Aeußerung^des Juden Kauff mann, was wir bei einem Sieg der von Israel gelenkten pluiokratisch-sowjetischen Koalition zu erwarten haben, nämlich die Ausrottung des deutschen Volkstums schlechthin. Es sei daher müßig, die Frage nach dem Kriegsende zu stel- Oer Gauleiter zeichnet die besten NSG. Am Sonntagvormittag zeichnete Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger die 50 bann- und gebietsbesten Mädel- und Jungmädelaruppen des Leistungswettkampfes 1941/42 aus. Gebietsmädelführerin Gertrud Samper konnte den guten Leistungsstand in der gesamten BDM.-Arbeit her- ausstellen. Sie betonte, daß es Aufgabe der heutigen BDM.-Generation sei, auch alle anderen Mädel, namentlich die berufstätigen,'zu erfassen, und ihnen Freude und Zuversicht zu vermitteln. Auch dies sei ein Beitraa zum Sieg, und hinter diesem Wort des Vorsatzes stehe die praktische Tat. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger dankte den Mädeln herzlich für die bisher geleistete Arbeit. Er hob besonders hervor, in welcher Unverdrossenheit diese auf allen Gebieten trotz kriegsbedingter Schwierigkeiten mannigfacher Art bewältigt worden sei. „Die Jugend wächst in eine neue Zeit hinein. Unbelastet und unbeschwert von der Härte und Bitterkeit einer vergangenen Epoche steht sie vor der Zukunft unseres Volkes. Der Name Sie haben recht behalten Von Helmut Sündermann, Stabsleiter des Reichsprefsechefs. NSK. Die Härte des Winters liegt nun schon seit Wochen hinter uns. Aber noch sind die Gespräche nicht verstummt und die Berichte nicht beendet, die von manchem Schweren erzählen, das unter den besonderen Unbilden der Monate gerade des letzten Winters überwunden werden mußte. Die Erinnerung, die das Einzelgeschehen in einer größeren Schau zusammenfaßt, läßt erst die wahre kämpferische Leistung dieser Monate des Ausharrens in einer widrigen Natur in ihrer vollen Bedeutung erkennen. Von einer wahren heldischen Größe sprechen die Berichte über die harten Einzelkämpfe der Front im Osten, bei denen der Gesamterfolg des Haltens der großen Verteidigungslinie von dem unerbittlichen Einsatz jedes einzelnen so entscheidend bestimmt wurde, daß die Heimat daran ein Vorbild für alle Zukunft gewinnen wird. Nur die Gläubigen hatten in den Härten dieses Winters eine Hoffnung, zu bestehen, weil sie über die Schwere des Tages hinübersahen in eine fernere Zukunft. Nur die Entschlossenen hatten eine Chance, all der Schwierigkeiten Herr zu werden, weil das höhere „es muß" in ihnen ihre Kraft verstärkte, nur die Tapferen konnten auch das Schwerste überwinden, weil der Weg zum Durchhalten durch alle Prüfungen des Mutes führte. Weil es diese Millionenzahl der Gläubigen, der Entschlossenen und Tapferen im deutschen Soldatentum gab — deshalb hat die Front nicht nur gehalten, trotz all des Schwierigen mit der aufsteigenden Sonne des Sommers wieder den alten A n - ariffsgeist und die gleiche Stoßkraft bewährt, der den Marsch der deutschen Wehrmacht so unbezwingbar macht. Welche Opfer aber wären gefordert worden, wenn etwa feige Flucht, schwächliches Zaudern oder auch nur mutloses Nachgeben unsere Front im Osten geschwächt hätten? Weil unser Soldatentum der Härte trotzte, das Schwierige meisterte und dem Feind entschlossener denn je entgegentrat, ist aus dem Angriff der Sowjets ein Sieg unserer Welt geworden! Das ist die Lehre, die die Heimat aus dem Vorbild ihrer Soldaten immer wieder ziehen mag: Feigheit und Schwäche sind die Stufen in das dunkle Reich des Todes und des Chaos, im Kampf um Sein oder Nichtsein hilft nicht allein das bessere Recht, es muß verbunden sein mit dem Mute, auch Schwerem zu begegnen und mit der fanatischen Entschlossenheit, den Weg zum Siege zu erzwingen. Unsere Soldaten haben uns in diesem Winter gezeigt, welche Schwierigkeiten der Tapfere zu meistern vermag. Sie haben recht behalten mit ihrer Entschlossenheit, dem Feind auch unter härtesten Bedingungen rücksichtslos zu trogen, und sie haben bereits mit zwei gewaltigen Vernichtungsschlägen der Welt bewiesen, daß der Tapfere durch Härte nicht schwächer, sondern {tarier wird. Diese geschichtliche Beweisführung für eine Haltung, die jeder der Heimat in anderen Formen, aber mit dem gleichen charakterlichen Inhalt bewähren kann, mag manchem derer zu denken geben, die den Forderungen des Krieges bisher 'mehr passiv als aktiv, mehr duldend als handelnd gegenüber- len. Der von uns nicht gewollte, sondern uns aufgezwungene Kampf werde dann fein Ende haben, wenn die Macht des Judentums g e • brachen und der letzte in feinem Solde stehende Knecht vernichtet fei. Unbeirrbar und unbeeinflußbar von feindlichen Propagandaparolen werde das deutsche Volk dieses Ziel verfolgen und danach sein Handeln ausrichten. Der Gauleiter erläuterte in diesem Zusammenhang an Hand einzelner aktueller Fragen die von der Heimat geforderte Haltung gegenüber kriegsnotwendigen Maßnahmen. Seine immer wieder von Beifall begleitete Rede schloß mit einem Gedenken der gefallenen Helden. „Bei allem nicht verkannten Schmerz, der den Verlust jedes deutschen Mannes begleitet", so schloß der Gauleiter, „lassen wir uns dennoch nicht von der Trauer unterliegen, fonfoern sind en den Halt im Sinn der gebrachten Opfer. Sie fielen, damit Deutschland lebe, und bleiben daher unsterblich. Tun wir unsere Pflicht und bleiben wir mit dem errungenen Siege ihrem Opfertum. alle Zeit in Treue verbunden!" Lungmädel- und BOM.-Gruppen aus. des Führers bedeutet für sie gleichzeitig Grundlage und Verpflichtung ihrer Arbeit", betonte der Gauleiter und unterstrich vor allem die Notwendigkeit dieser Arbeit, ihren Weg aus dem Alltag zu nehmen, und wieder in diesen hineinzumünden, denn nur so erhalte sie einen praktischen und gegenwartsnahen Wert. Die Erhaltung unseres Volkes ist der Sinn unseres Kampfes. HI. und BDM. sind die berufenen Organisationen, unsere Jugend vor volksfremden Einflüssen zu bewahren. In ihrer auf die Gesamtheit des Volkes ausgerichteten Arbeit ist auch die kleinste Tat wesentlich. Der Gauleiter konnte dann als beste Jungmädelaruppen diejenigen von Weilburg, Groß-Gerau und Gießen-Mitte, als beste Mädelgruppen, diejenigen von Mainz-Bifchofsheim und Weilburg und als beste BDM.,-Werk-Gruppe die von Mücke in Oberhessen Herausstellen. Die festliche Stunde wurde von Gesang, Rezitation und musikalischen Darbietungen aus den Reihen der BDM.-Mädel stimmungsvoll umrahmt. Ungarns Ministerpräsident beim Führer. Freundschaftliche Aussprache über aktuelle politische Fragen mit Reichsaußenminister von Ribbentrop. Oem Opfergeist der Front in pflichttreue verbunden. Gauleiter und Reichsstatthatter Sprenger sprach in Rüdesheim. Oie Kriegsarbeit des BDM standen. Alle die Schwachen, die seufzten, statt zu rufen, können an dem Beispiel unserer Winterkämpfer, das sich in den ersten großen Siegen dieses Jahres so wunderbar vollendete, lernen, was es heißt, Deutscher und Nationalsozialist zu sein. Die vielen, vielen Starken in unserem Volke aber, die wie ein festes stählernes Gerüst unsere Nation durchziehen, mögen sich in einer stillen Stunde sagen, daß ihr tapferes Herz ihnen den rechten Weg gewiesen hat, und daß sie seiner Stimme frohen Mutes weiter folgen dürfen. Das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Berlin, 7. Juni. (DRB.) Dem Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, Oberleutnant 211 a r - feilte» hat der Führer das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und ihm nachstehendes Schreiben übermittelt: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 97. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf hitlex." Oberleutnant Marseille wurde 1919 in Charlotten- burg geboren. Seine Feuertaufe als Jagdflieger bestand er im Einsatz gegen die britische Insel. An der nordafrikanischen Front wurde ihm am 22. 2. 1942 für seinen 46. Luftsieg das Ritterkreuz verliehen. Als erfolgreichster deutscher Jagdflieger in Nordafrika wurde er vor einigen Monaten mit der Führung einer Staffel betraut. Am 3. Juni schoß er sechs britische Flugzeuge ab und errang damit seinen 70. bis 75. Luftsieg. Das Ritterkreuz für Hauptmann Hudel Berlin, 6. Juni. (DRB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Helmut hudel, der als Kompaniechef in einem Panzerregiment in den schweren Kämpfen einer Panzerdivision im mittleren Abschnitt der Ost front hervorragenden Anteil an der erfolgreichen Abwehr eines mit starker Panzerunter- stühung vorgetragenen Angriffes der Bolschewisten halte. Wit nur 3 Panzern trat er nach Zuführung von Wunition sofort zum Gegenangriff an, nahm eine wichtige Ortschaft wieder in Besitz und baute eine für die weitere Kampfführung wichtige Verteidigungsstellung neu auf. ÄerWrerbegWwünschtMrschallMnnerheim Der Führer überbrachte — wie schon ausführlich berichtet — Marschall Mannexheim die herzlichen Glückwünsche des deutschen Volkes zum 75. Geburtstag. Links im Hintergrund Staatspräsident Risto Ryti. — (Presse-Hoffmann. sSch.j) MlW Die leichten Gicherungsstreitkräste der Kriegsmarine. Berlin, 6. Juni. (DNB.) Der Befehlshaber der Sicherung eines Küstenabschnitts Meldet, daß die ihm unterstellten Vorposten- und Siche- rungsstreitkräfte in den letzten zwölf Monaten eine Handelsschiffstonnage von über 12 Millionen von Hafen zu Hafen gelei- t e t haben. Um diese für den europäischen Raum lebensnotwendige Schiffahrt zu sichern, mußten Minensuch-und Räumboote Seewege von vielen tausend Seemeilen minenfrei machen und minenfrei halten. Vorpostenboote und G e l e i t b o o t e standen bei Wind und Wetter im Kampf gegen die Elemente und im Kampf gegen den Feind. Die von Deutschland beherrschten Küsten reichen vom Nordkap bis zur Südecke der Biskaya, vom Skagerrak bis an das Vorfeld von Leningrad und haben eine Länge von vielen tausend Kilometern. Diese riesigen See- und Küstengebiete sind in drei Sicherungsabschnitte unterteilt, die den Befehlshabern der Sicherung Ost, der Sicherung Nord und der Sicherung West unterstehen. In dem Küstenabschnitt, dessen Geleiterfolg oben gemeldet wurde, galt es, Seewege von 3250 Kilometer Länge unter ständiger Minenkontrolle zu halten, auf diesen Wegen die Schiffahrt zu schützen und 22 Hafeneinfahrten zu sichern. Der Sicherungsdienst dieses einen Abschnittes hat die anderthalbfache Länge der Ostfront, was einen Maßstab für die gewaltige Ausdehnung der Tätigkeit dieser kleinen Fahrzeuge abgiebt. Die Minensuchflottillen dieses Sicherungsabschnittes haben in diesen zwölf Monaten durchschnittlich je 24 000 Seemeilen auf Mi- nensuch- und Räumfahrt zurückgelegt, das sind 4000 Kilometer mehr als der Erdumfang am Aequator. Innerhalb -eines halben Jahres wurden allein in diesem Abschnitt 450 Luftangriffe von leichten Seestreitkräften abaewehrt, die seit der vor zwei Jahren erfolgten Gründung des Befehlsbereichs 190 feindliche Flugzeuge ab schossen und 26 feindliche Schnellboote versenkten oder außer Gefecht setzten. Eine aus ehemaligen Fischdampfern zusammengesetzte Minensuchflottille räumte bisher über 600, eine Näumbootflottille etwa 750 Minen. Außer dem Befehlshaber zählt dieser Verband sieben Ritterkreuzträger in seinen Reihen.' Die Oeffentlichkeit macht sich kaum eine richtige Vorstellung vom Dienst der leichten Sicherungsstreitkräfte, und doch ist dieser nicht minder wichtig als die so oft mit glänzenden Leistungen erwähnte Tätigkeit der Unterseeboote, der Zerstörer und der großen Schiffe. Die Aufgabe der Minensuch- und Räumboote ist das Freihalten der Hafen- ausfahrt en für Unternehmungen der Seestreitkräfte, das ständige Kontrollieren der Seegebiete vor den deutschen und von uns besetzten Küstey. und dort, wo Flottenoperationen angesetzt werden sollen, das Freihalten der Nachschub str aß en für die notwendigen Transporte und sehr oft der Geleitdienst. Staatsbegräbnis für Reinhard Heydrich Der Führer hat für Öen Stellvertretenden Reichsprotektor ^-Obergruppenführer und General der Polizei Reinhard heydrich ein Staatsbegräbnis angeordnet, das in Berlin stattfindet. Am Sonntag hatte die'deutsche und die tschechische Bevölkerung Prags Gelegenheit, im Ehren Hof derPragerBurg dem stellvertretenden Reichsprotektor die letzte Ehrenbezeigung zu erweisen. Auf einem Katafalk stand der Sarg, der mit der Reichskriegsflagge bedeckt war. Offiziere frkr Waffen-hielten die Ehrenwache. Die Stirnwand des Ehrenhofes zierte ein großes Eisernes Kreuz. An den Flaggenmasten waren die Reichsdienstflagge und die Fahne der ff auf Halbstock gesetzt. Aus den Zinnen der Burg wehten die Standarten des Reichsprotektors und des Staatspräsidenten ebenfalls auf halbmast. Um den Sarg lagen zahlreiche Kränze. Taufende Deutsche wie Tschechen, vor allem Angehörige der schaffenden Bevölkerung, passierten schon in den Vormittagsstunden den Ehrenhof. In den Mittagsstunden trafen zahlreiche Abordnungen aus Böhmen und Mähren, oftmals in ländlichen Trachten ein und legten Blumenfpenden am Sarge nieder. Taufende kleiner Feldblumensträußchen aus Arbeiterhänden schmückten ihn. Um 18 Uhr fand im Ehrenhof eine Trauerfeier statt, an der neben den nächsten Familienangehörigen des Toten der R§ichsführer ff Heinrich Himmler und Staatspräsident Dr.hacha mit der Protektoratsregierung sowie führende Persönlichkeiten aus Parteis Staat und Wehrmacht teilnahmen. Am Sarge sprach ff-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Polizei Daluege herzliche Worte des Gedenkens, in denen er die Verdienste des Verstorbenen für Vol^und Reich würdigte. Während das Lied vom guten Kameraden erklang, legte der Reichsführer ff einen Kranz nieder. Anschließend erfolgten Kranzniederlegungen durch ff-Oberst- Gruppenführer Daluege, Staatssekretär ff* Gruppenführer K. h. Frank für den Reichsprotektor Freiherrn von Neurath und Staatspräsident Dr. hach a. Nach den Liedern der Nation führte die Trauerparade zum Hauptbahnhof, von wo die sterbliche hülle des Toten nach Berlin übergeführt wurde. ^-Standarte „Reinhard Heydrich". DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 6. Juni. Der Führer hat der 6. ^f-Inf.-Standarte den Namen „Reinhard heydrich verliehen. Der Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei, Heinrich Himmler, erläßt hierzu folgenden Tagesbefehl an die Waffen-ff: „Der Führer hat der 6. ff-Jnf.-Standarte am 4. Juni 1942 im Aufrenken an den an diesem Tage seinen Wunden, die er im Kampf für Deutschland erlitten hat, erlegenen ff- Obergruppenführer heydrich den Namen „Reinhard heydrich" verliehen. Möge die Standarte sich dieses ehrenvollen Namens immer würdig erweisen! h. Himmler." Die Fahrzeuge der Minensuchflottillen sind seetüchtige Boote von etwa 600 Tonnen, die Bewaffnung besteht aus ein oder zwei 10,5-cm-Geschützen und leichten Flakwaffen. Die-Räumboote sind flach gehende Motorboote von 50 bis 90 Tonnen, die für das Wegräumen flach stehender Sperren, zur Verfolgung, von U-Booten und ähnlichen Zwecken eingesetzt werden. Die Besatzungen sind größtenteils aus der Marinereserve, Männer aus den verschiedensten Berufszweigen, oft weit her aus dem Binnenlande, die sich überraschend schnell in diesen gefahrvollen Dienst hineingearbeitet haben. Mit wettergebräunten Gesichtern stehen sie heute ihren Mann. Dasselbe gilt für die Besatzungen der Dorpostenboote, meist früherer Fifchdampfer, denen man die notwendige Ausrüstung und Bewaffnung gegeben hat. Auch diese Männer können berichten von Manchem Gefecht mit feindlichen Seestreitkräften und Flugzeugen. Der Feldzug im Osten mit der Abriegelung des Finnischen Meerbusens und der Besetzung von Oesel und Dagö, der Nachschub für die Front im äußersten Norden, der entscheidende Anteil der kleinen Fahrzeuge am Durchmarsch unserer Schlachtschiffe durch die Straße von Dover find bezeichnende Beispiele für den Sondereinsatz der Sicherungsdienste. Generaloberst Dietl. DRV. Aus dem Führerhanptquartier, 6. Ium. Der Führer hat den Oberbefehlshaber einer Armee, General der Gebirgstruppen Dietl, -zum Generalobersten befördert. * P. K. Generaloberst Dietl entsproß einer alt- bayerischen Familie, in deren Sippe sich auch der urbayerische Hauptmann und Kasernenvorsteher Nikolaus Dietl im Jahre 1765 in Ingolstadt findet. Dietl wurde am 21. Juli 1890 in Bad Aibling geboren. Seine Mutter lebt, ausgezeichnet mit dem Goldenen Parteiabzeichen, heute in München. Schulung Lernjahre in Aibling und Rosenheim brachten dem jungen Dietl 1909 das Reifezeugnis. In Bamberg trat er in das 5. bayerische Jnf.-Regt. ein und zog als Adjutant des 1. Bataillons in den Weltkrieg. Seine beiden Brüder fielen an der Front. Schmach und Niedergang feines Vaterlandes töteten in ihm das soldatische Bewußtsein nicht. Bereits im April 1919 stand er im Freikorps Epp und 1920 wurde er Kompanieführer im neuaufgestellten Infanterieregiment 19. Schon damals lernte er den Führer kennen und wurde Nationalfozialist. Jn- fanterieschule Königsbrück, Repräsentant des Heeres bei internationalen Schiveranstaltungen,heeresberg- führer-Kurse in Oberstdorf, im Großglocknergebiet und Stubai waren Etappen feines Lebens bis zur Machtergreifung. 1935 wurde er Kommandeur des Gebirgsjäger-Regiments 99. Kempten und Füssen erlebte er in glücklichen Friedensjahren. 1938 wurde er an Stelle des plötzlich verstorbenen Generals Nisfl Kommandeur der 3. Gebirgsdivision. Narvik ließ bann seinen Namen für die Welt zu einem Begriff werden. In der Reichstagssitzung vom 19. Juli 1940 gab der Führer ihm als ersten Sol» datey der Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Dietl führte damals bereits das neuaufge» stellte Gebirgskorps Norwegen in Drontheim, mit dem er zunächst in Nordnorwegen, später im Raum von Kirkenes lag. Am 29. Juni 1941 trat das Korps Dietl an der äußersten linken Flanke am nördlichen Eismeer-zum Kampf gegen die Sowjets an. In der vegetationslosen Tundra mit offener Südflanke und ständiger Bedrohung von der Seeseite her haben die Jäger Dietls die Front gegen jeden Gegner gehalten. Mitten im Winterkrieg wurde ihm die Führung des Armeeoberkommandos Lappland und damit der gesamten in Nordfinnland stehenden beut» schen Truppen und starker finnischer Verbände übertragen. Japanische Eeestreitkräste beschossen Sydney. Stockholm, 8. Juni. (DRV. Funkspruch.) Rach englischen und amerikanischen Weldungen wurden am Sonntag die Vororte von Sydney und Rew- Eastle von japanischen Seestrettkrästen beschossen. Die Beschießung hat nach dem vor einigen Tagen gemeldeten Eindringen von japanischen U-Booten in den Hasen erneut die australische Bevölkerung stark beunruhigt, so -aß sich die offiziellen Stellen genötigt sahen, in ihren Rachrichten zur Beruhigung der Massen mitzuteilen, die Verluste seien nicht hoch. Aus dem Reich. Ehrungen Lenards. In der^Aula der Universität Heidelberg wurde der große Physiker Geheimrat Professor Lenard zu seinem 80. Geburtstag feierlich geehrt. — Der Nektar der Universität, Staatsminister Dr. Schmitthenner, würdigte Lenard als deutschen Forscher und nationalsozialistischen Kämpfer. Der einstige Schüler Geheimrat Lenards, Reichspostminister Dr. Ohnesorge, feierte, seine umwälzende Entdeckung der freien Elektronen, die zusammen mit der später erfolgten Entdeckung der Steuerbarkeit der Elektronen für die heutige Nach» richtentechnik von ausschlaggebender Bedeutung war. Durch die ihm gelungene Enträtselung des kalten leuchtenden Lichts schuf er die Grundlagen des Fernsehens. Dann überreichte der Rektor Geheimrat Lenard die Urkunde über die Verleihung der Würde eines E h r e n f e n a t o r s. Gleichzeitig erfolgte die Ueberreichung der Urkunde über die Verleihung der Würde des Ehrendoktorats der naturwissenschaftlichen Fakultät der slowakischen Universität Preß, bürg durch drei Professoren der heimatuniversität Lenards. Es wurde auch ein Telegramm des Führers verlesen, in dem der Führer der großen Verdienste Lenards für die deutsche Wissenschaft und die technische Entwicklung sowie des nationalsozialistischen Kämpfers gedachte und ihm sein Bild Gundermann und Gisela. Bon Hilde Fürstenberg. Gundermann heißt eigentlich Friedrich,, er bekam seinen anderen Namen, als er noch ein kleiner Bursche von fünf Jahren war. Damals kam er sommertags immer über die niedrige Mauer geklettert, die unseren Heidehausgarten von seinem elterlichen Hofe trennte, stand barfüßig und nur mit einem Höschen bekleidet neben den malenden, lesenden, denkenden Leuten, die in unserem heide- haus ihren Sommerurlaub verbrachten und sich die stillen Erholungsstunden mit allerlei glücklichen Beschäftigungen vertrieben. So-stand er einmal neben einer Staffelei und fragte: „Onkel, was malst du?" und als er die Antwort bekam: „Den Gundermann dort", da gefiel ihm dies so gut, daß er umher lief und sang: „Gundermann, Gundermann!" Und hinfort hieß er so. Gundermann wurde ein hübscher, strammer Bursche, so ein rechter unverbogener Junge, man Halle viel Aerger mit ihm. Er' zog die Mädchen an den Zöpfen, er kletterte auf jeden Apfel- oder Birnbaum, auch wenn er nicht in seines Vaters Garten stand, er warf Scheiben ein und riß Hosen in Fetzen, er schlug sich wie ein gelernter Boxer und log, daß sich die Balken bogen. In der Schule war er ohne jeglichen Ehrgeiz, er rutschte mit Ach und Krach von einem Jahrgang in den anderen. Sommertags stand er, am ganzen Körper braun wie eine Nuß, auf den Wiesen und wendete das Heu, er konnte schon mit zwölf Jahren einen Heuwagen laden wie ein Alter. Wie ein Cowboy ritt er die Gäule nach dem Außendeich, es machte ihm nichts aus, wenn sie ihn einmal abwarfen. Böses tat er nicht, aber niemand vermochte ihm Manieren beizubringen. Bis Gisela kam. Gisela war vierzehn Jahre alt, hatte lange, hellbraune Zöpfe und ein schmales, feinefr Gesicht. Sie kam mit ihrem Vater in das Heidehaus, — an jenem Tag stand Gundermann auf dem Hofplatz und spannte die Gäule ein. Er hielt mit seiner Arbeit auf, als Gisela aus dem Postomnibus stieg und ihr haar und ihr Kleid ordnete. Sie sah hübsch aus, wirkte aber trotz ihres Dirndlkleides in der ländlichen Umgebung ein wenig fremd. Ihre Schürze war auch gar so weiß, die Bluse so schön gestärkt, und ihr Gesicht und ihre Arme waren gar nicht ein wenig braun, obgleich es doch schon hoher Sommer war. Gundermann stand und starrte sie an. „3a, so ein Mädchen", dachte er wohl, „das lohnte sich —". Und plötzlich schwang er sich mit lautem Zuruf auf den Wagen und fuhr aus dem Hoftor. * Von da an bemühte sich Gundermann um eine gewisse Sittsamkeit. Täglich waren feine blonden, borstigen haare sorgfältig gebürstet, er trug saubere Sandalen an den Füßen und seine Zähne blitzten weiß. Wenn er in unser Heidehaus kam, kletterte er nicht mehr über die Mauer, sondern er kam durchs (Bartentor ordentlich auf dem Wege entlang. Er fragte auch hin und wieder, ob er uns eine Arbeit oder eine Besorgung abnehmen könne, und erfüllte mit Eifer, was man ihm aufgetragen. Zuweilen jedoch fiel er in feine alten Sünden zurück und kletterte auf anderer Leute Apfelbäume. Aber er tat es jetzt nicht mehr der Aepfel wegen, er tat es nämlich nur, wenn Gisela in der Nähe war, — er gab ihr gewissermaßen eine Vorstellung und eine Probe von seinem Heldenmut. Und Gisela war empfänglich und dankbar, sie sah mit Entzücken zu ihm auf und redete nachher von feinen stolzen Taten. Versuchten die Burschen im Dorf, es Gundermann gleich zu tun, fo lächelte sie nachsichtig und sagte: „Wie Gundermann ist keiner!" Gundermann war übrigens alles andere als liebevoll gegen Gisela, zuweilen war er direkt grob. Einmal hatte er sich eine höhle gebaut, und während er am Tage beim heuen auf den Wiesen sein mußte, ging Gisela hin und besteckte und bepflanzte diese höhle mit Eichenzweigen und Heidekraut. Am Abend, als er kam, stand Gisela da und erwartete - Anerkennung, aber er sprang zornig auf seine höhle zu, riß den ganzen Schmuck — die Zweige, die Blumen, die Girlande beim Eingang — herunter und schrie: „So'n Mist! So'n Mist! Die reinste Villa Sorgenfrei! Laß doch deine Finger von Dingen, von denen du nichts verstehst!" Gisela wurde rot und verlegen, aber sie schien dennoch nicht erschüttert zu sein, denn als ich am nächsten Tage sagte, es wäre sehr schön, wenn uns jemand eine Bank an den Himbeeren zimmern rpürbe, da entgegnete sie: „Ich will es Gundermann sagen." „Tut er denn das?" fragte ich verwundert. „Er tut alles, was ich sage", erwiderte sie und wurde rot wie eine Tomate. Und tatsächlich machte Gundermann die Bank. Ach, er tat noch viel mehr: er brachte eine Schaukel an hoch oben in der Eiche, er besserte Schuhe aus und flickte das Fahrrad, er holte Wasser vom Brunnen und hackte Brennholz, er klopfte Teppiche und jagte seine eigenen Hühner mit wilden Steinwürfen aus dem Heidehausgarten. Gisela nahm dies alles lächelnd entgegen, sie herrschte über ihn wie eine kleine Königin. * t Jahrelang änderte sich nichts zwischen den beiden, sie begegneten einander und trennten sich wieder, und es schien, als dächten sie nicht aneinander, wenn sie sich nicht sahen. Aber dann ereignete es sich, daß an einem Augusttag ein Lastwagen vor unserem Nachbarhofe hielt, — junge Soldaten sprangen herunter und füllten de« Hofplatz mit Rufen und Lachen. Gisela und ich traten vor die Türe und sahen hinüber, da kam Gundermann plötzlich über die Mauer. „Gisela", rief er, „wie schön, daß ich dich treffe." „Ja", erwiderte ich, „du hast Glück, Gundermann. Aber du haft noch mehr Glück, die Himbeeren sind reif. Geh mit Gisela und hole dir welche." Sie gingen, und ich sorgte dafür, daß es eine Weile dauerte, ehe man sie suchte. Da saßen sie auf der Bank — auf jener Bank aus dem Kinderland — und sahen ohne Worte auf die Bohnenbeete zu ihren Füßen. Als ich kam, lösten sie ihre Hände schnell voneinander. Eine Weile später kletterten die Soldaten wieder auf den Lastwagen, Gisela reichte Blumen und die ersten Augustäpfel hinauf. Gundermann bekam einen Zweig von den Himbeeren und steckte ihn , Lasch in die Rocktasche. Ehe der Wagen fuhr, bekam er noch einmal des Mädchens Hand heimlich in frte seine. „Wirst du auf mich warten?" fragte er. Sie nickte. Der Wagen fuhr, und wir winkten. „Frau Gundermann?" sagte ich lächelnd und zog Gisela ein wenig am Ohr. Da glühte sie wie eine reife Himbeere und lief schnell ins Haus. Das neue Znselfchiff. — Vom „In s el s chi ff", frer Zeitschrift für die Freunde des Insel-Verlags zu Leipzig, ist ein neues, sehr inhaltreiches und anregendes heft erschienen. Aus dem Buche deutscher Reden unb Rufe vernehmen wir die Stimme des Feldherrn — von Frundsberg bis Blücher. Aus freu demnächst erscheinenden „Tagebüchern aus der Frühzeit" von Rainer Maria Rilke, die von allen Freunden des ■ Dichters lebhaft begrüßt werden dürften, findet man eine fo merkwürdige wie aufschlußreiche Probe aus der Florentiner Zeit. Aus dem ersten Bande der neuen Stifter-Ausgabe bringt das heft eine während der Französischen Revolution spielende tragische Liebesgeschichte. Mit neuen Gedichten begegnen uns Carossa, Otto Freiherr von Taube unfr Eberhard Meckel. Ein kulturgeschichllich sehr inter- essaizter Beitrag ist Ilse Schunkes Arbeit über den Augsburger Buchbinder Jakob Krause. Aus dem kommenden „Buch deutscher Briefe" lieft man eine amüsante Probe von G. Chr. Lichtenberg, dem aus Oder-Ramstadt bei Darmstadt gebürtigen Göttinger Mathematikprofessor, dessen Aphorismen und Satiren in der deutschen Literatur berühmt wurden. Ein neuer Roman des flämischen Dichters Felix Timmermans, der in Gießen viele Freunde hat, führt als Chronik der Familie hernat- vom 18.. ins 19. Jahrhundert: ein Stück daraus ist „Die Eroberung des Rentmeisters". Ebenso nützlich und zeitgemäß wie appetitanregend ist Otto Nebelthaus Traktat „Lieber den Umgang mit Kohl" aus dem „ Jnselbändchen „Mein Gemüsegarten" zu lesen. — Die Ausstattung des Heftes ist noch immer fo sorgfältig unfr untadelig, wie man es aus Friedenszeiten gewohnt ifc Aus der Stadt Gießen. UM! m allgemeinen nicht. Er- mehr, als ein Teil der Schi: Schulferien durchzuführen. Beschränkung der Ferienzeit Kriegseinfatz zur Verfügung stellt. jeder ein Gießener Ritterkreuzträger Dieses Stück, das auf den Schulen nicht gelesen großen Gefühls geglüht und gehärtet, und das be« ird und auf der Bühne nicht eben häufig er- rühmt gewordene Motto „m Tirannos , uiüer dem ,en des Gauleitei fühlt. stärkste Wirkung. * s-tykchm ousfjfjreibe unb nicht auf Ehr-nmort mcrferien gestattet es im holungsvorhaben in den C-,—. Anträge der Eltern, Schüler kurz vor Beginn oder spiele. Für solche Dinge ist mir mein Ehrenwort, weiß Gott, zu schade. Wenn ich etwas verspiele, dann ist es das, was ich in der Hosentasche habe, eine Bruchteil meines sauer verdienten Gehalts, für das ich mir sonst eine Flasche Alkoholiges oder eine Taxe leisten würde. Es kann also meiner Gesundheit mir zuträglich sein, wenn ich Leitunas- wasser trinke und zu Fuß gehe! Bist du nun be- ** Kein Schülerurlaub vor und nach den Sommerferien. Das Ausmaß der Sorn- nicht gewöhnt, sich einer solchen Leidenschaft hemmungslos hinzugeben. Leidenschaft? Nein, es ist keine Leidenschaft. Es ist eben leider wohl das, was man Liebe nennt, das Bedürfnis, einen Men» schen immer und immer um sich zu Haden, jeden Gedanken mit ihm zu teilen, mit ihm zusammen alt zu werden. Gegen eine Leidenschaft kann man angehen, die Erkenntnis, den einzigen Menschen für ein gemeinsames Leben gefunden zu haben, läßt sich nicht umstoßen, es ist nur manchmal schwierig, diese Erkenntnis auch dem andern Beteiligten beizubringen. Es ist nicht Katta, es ist Gerd Hoftstebe, der plötzlich vor ihm steht und ihn aus fernen Gedanken aufstört. „Ah, unser Page!" sagt er mit einem gutmütig-spöttischen Auflachen und streckt ihm die Hand hm. „Setz dich her, mein Junge. Katta ist noch nicht da, aber sie muß jeden Augenblick kommen. Was gibt's Neues?" Es ist eine Frage, die keine Antwort verlangt, aber Gerd weiß keine Antwort: „Einen Schmuck für meine Schwester!" sagt er lachend. .Aach einem Entwurf von einem gewissen Detlev Nehl, er ist sehr bewundert worden, und wir haben den ganzen Abend von Ihnen gesprochen!" *♦ Silberne Hochzeit. Der Leiter bet Betreuungsstelle der Nat.-Soz. Kriegsopferoersorgung, Altmann, begeht am heutigen Montag mit seiner Gattin das Fest der Silbernen Hochzeit. Unseren herzlichen Glückwunsch. ** Eine Achtzigjährige. In der vergangenen Woche hatte zur Feier des 80. Geburtstages der Kriegerwitwe Marie Hofmann in Gießen, Grabenstraße 4, der Reichskriegeropferführer, SA.- Obergruppenführer Oberlindober, feine Glückwünsche und eine Ehrengabe übersandt. Der Gauobmann der NSKOV., SA.-Brigadeführer Dippel in Frank- furt a. M. und die Kameradschaft Gießen der NS.° [sopferoerforgung übersandten ebenfalls ihre Ende der Sommerferien zu 'beurlauben, bedürfen nach einem soeben bekanntgewordenen Erlaß der Reichserziehungsministers der Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde und dürfen nur noch in dringenden Ausnahmefällen genehmigt werden, um so ' -in Teil der Schüler seine Kräfte unter t in diesem Jahre dem '. 3. Detlev Nehl zündet eine Zigarette an fr er andern an und starrt abwechselnd nach der Tür und auf die Uhr. Vor zehn Minuten ist die Vorstellung zu Ende gewesen, jeden Augenblick muß Katta erscheinen. Er wartet auf sie, immer noch mit derselben Ungeduld wie am ersten Tag. Er findet den Raum trübe und ungemütlich, die Lampen sind vom Qualm der Zigaretten umwöltt, das Weinglas steht unberührt vor ihm, ausdruckslose Gesichter Gleiten blaß und schemenhaft an ihm vorbei, und gleich wird die Tür aufgehen, Katta wird hereinkommen und alles verwandeln, das ganze Leben hat Reiz und. Farbe nur in Kattas Gegen- Gwßer Himmel, wie liebt er diese Frau! Aber er liebt sie nicht gern, nicht freiwillig. Es ist etwas „Die Nacht hat zum Glück eben erst angefangen. Deine Gaste find ja so freundlich, um elf Uhr nach Hause zu gehen, länger wäre auch nicht auszuhalten gewesen!" „Pfui, Gerd. Es war so eine reizender Abend. „Ein bezaubernder Abend! Nur allzu seriös für meinen Geschmack. Entschuldige, aber ich muß mich jetzt erst noch eine Stunde von deiner reizenden Geselligkeit erholen." „Du bist ein gräßlicher Bengel! Ich will wissen, wo du hingehst!" „Nicht in eine Hafenkneipe, wo du nachher meine schauerlich umgebrungene Leiche in den dunklen Fleeten suchen lassen mußt, so was scheinst du dir ja porzustellen! Ich gehe in den Klub." ,Sag mal, Gerd ..." Sie kann es nicht unterlassen, an seinem Binder zu zupfen, die Blume in seinem Knopfloch fester zu ziehen. „Was ijt das eigentlich für ein Klub, in den du immer rennst? Wird da gespielt?" „Wi.e meinst du das? Theater oder Tennis?" ",Du weißt ganz genau, was ich meine! Du spielst doch nicht etwa Karten? Du weißt doch, daß du erblich belastet bist!" „Bon Mutter? Sie hatte eine Leidenschaft für Patiencen." • „ „Ach, Unsinn. Frauen spielen nicht. „Nein. Oder höchstens mit Männerherzen. Aber Vater hat nie eine Karte ungerührt." Nachher nicht mehr. Weil er es geschworen hatte. Aber er hat in seiner Jugend viel gespielt und viel verspielt. Ich bitte dich inständig. Junge, mach mir keine Sorgen!" , Du bist goldig!" Er küßt fluchtig ihre Wange. Ich will dir mal was sagen, kleine Mammie: ich schwöre dir nicht, keine Karte anzurühren, dazu ist keine Veranlassung." . • „Nein, das tut man immer erst, wenn es zu spät ist!" . .. „Laß mich ausreden: ich kann dir schworen, aufrichtig und mit gutem Gewissen, daß ich ferne ruhiat?" „Halb. Aber es ist immerhin etwas, wenn du mir das versprechen kannst." „Zu Fuß zu gehen? Sofort! Wenn du mich nur durchläßt!" „Mach's nicht zu lang! Daß du morgen frisch bist! Albrecht ist so gut zu dir, aber du weißt, daß er streng sein kann, mit Recht, er verlangt von feinem mehr, als von sich selbst." „Ja, mein Goldkind, ich weiß, verpetz mich nur nicht! Du bist doch immer noch mein bester Spieß- gesell! Ich werde morgen arbeiten, daß es nur so kracht. Schlaf gut und mach dir keine Sorgen um mich." Zrühsommer 1942. Die Jahreszeiten des Kalenders sind im buchstäblichen Sinn astronomische Jahreszeiten. Wv haben sie vom Himmel heruntergeholt und berechnen sie nach dem tiefsten und höchsten Stand der Sonne oder nach den Tag- und Nachtgleichen. Diese astronomischen Jahreszeiten sind, obwohl sie hoch vom Himmel hergeholt sind, ein Notbehelf ... genau so wie unsere Uhrzeiten. Die mitteleuropäische Zeit — und die auf ihr aufgebaute „Sommerzeit" — ist ein Sammelbegriff von Memel bis Aachen und von Flensburg bis Klagenfurt', aber in Wahrheit weichen die wirklichen Tageszeiten von den Uhrzeiten mehr oder weniger ab. Nur kann man sich bei dieser Verschiedenheit „nicht aufhalten". Der durchgehende Verkehr würde sofort zum Erliegen kommen. Auch mit den Rundfunksendungen gäbe es ein schreckliches Tohuwabohu, wenn es noch eine große Zunft der Kalendermacher gäbe, die — wie es früher der Fall war — für jeden größeren Ort die für ihn richtige» Tageszeiten errechnete. , Im allgemeinen kümmert sich auch der Mensch, der mit der Natur verbunden ist, nicht sehr viel um die astronomischen Jahreszeiten. Er weiß von der Schule her, daß am 21. März der Frühling, am 21. Juni der Sommer, am 21. September der Herbst und am 21. Dezember der Winter beginnt. Er hat auch die Gründe dafür in der Schule gelernt. Nur schüttelt er manchmal zu diesem Schulwissen den Kopf und verläßt sich lieber auf den Sprach- aebrauch, der viel schmiegsamere Unterschiede macht. .Wir reden von einem Vorfrühling und einem Vollfrühling, wir sprechen von einem Früh-, Hoch- und Spätsommer oder Altweibersommer; wir teilen auch den Herbst in einen Früh- und Spätherbst unter. Und im Winter unterscheiden wir zwischen Matsch- Theater -er Universitätsstadt Gießen Friedrich Schiller: »Oie Räuber". Beschleunigung des Transportmittelumlaufs. Die Be- und Entladefristen im Eisenbahnverkehr werden nach den örtlichen^ Be- trisbsoerhältnissen unter Anpassung an die 6«hr- planlage n e u f e st g e s e tz t. Dabei wird die weitestgehende Kürzung der Lade fr i st e n unter Zugrundelegung einer durchgehenden Tag- und vtacht- sowie Sonn- und Feiertags-Be- und Entladung vorgesehen. Kommen Empfänger und Auslieferer von Gütern ihrer Verpflichtung nicht nach, so werden bereits bei drohender Ueberschrettung der Be- und Entladefristen unnachsichtlich Zwangsmaßnahmen durchgeführt. Für die zwangsweise Be- und Entladung werden Kriegsgefangene eingesetzt oder Le- unb Entladekolonnen. Auf Antrag der Auflieferer und Empfänger von Gütern werden so che ILade- kommandos bereitgestellt. Landräte, Oberbürgermeister bzw. Polizeiverwatter in allen Orten, tn denen es durch die Reichsbahn oder den Bevollmach- tiqten für den Nahverkehr für erforderlich erachtet wird, haben die Verpflichtung, Be- und Entladekolonnen zu bilden, die auf schnellstem Wege eingesetzt werden können. Die Betriebe haben sich daraus einzurichten, die Verladung auf stören Tage anteilig zu verteilen, also an Sonn- unb Feiertagen in der gleichen Weise zu be- und entladen wie an Werktagen. ____________ wird und auf der Bühne nicht eben häufig erscheint, wird uns trotz augenscheinlichen Mängeln, die von niemandem früher und schärfer erkannt wurden als, von Schiller selbst, bei jeder Begegnung aufs neue bewegen, weil es das erste ernstzunehmende Werk eines jungen Genies ist, eines Dramatikers und Theatralikers aus Instinkt und elementarer Naturbegabung: auch wenn sich Schiller, wie ebenfalls früh bemerkt wurde, die Gegenüberstellung der ungleichen Brüder auf der Szene hat entgehen lassen, was eine Auseinandersetzung von grandioser Wirkung versprochen hätte — der Erfolg bewies,, wie sehr er ein Publikum zu nehmen und, mehr als das, an das Herz des Zuschauers zu appellieren verstand.^Der 13. Januar 1782 ist ein denkwürdiger Tag in den Annalen des deutschen Dramas: die Uraufführung der „Räuber" in Mannheim, der der Dichter verbotenerweise ohne Urlaub beiwohnte, war ein unerhörter Triumph für den 22jährigen und einer der größten Theateverfolge aller Zeiten. „Ach? Komisch! Grotjahn hat mich um eine Zeichnung gebeten, und ich habe ihm da etwas hingekritzelt, aber ich hatte keine Ahnung, daß das Ding für Ihre Schwester bestimmt war, sonst hätte ich mehr liebevolle Sorgsatt darauf verwandt." „Worauf liebevolle Sorgfalt verwandt?" Katt» Serena stand plötzttch neben ihnen, in dem em> 5igen Augenblick, in dem Detlev nicht nach der Tür gesehen hat, muß sie beretngefommen fein. Gerd springt auf, nimmt ihr den Mantel ab, mit einem Aufleuchten in dem hübschen offenen Gesicht, während Detlev sich langsamer erhebt, unb mehr als symbolische Handlung als zu ihrer Be- quemlichkeit ihr den Stuhl zurechtrückt. (Fortsetzung folgt.) weiter unb dem „richtigen" Winter. Der Frühsommer beginnt jetzt, wenn der Roggen blüht, wenn der Holunder in der Pracht seiner weißen Sterndolden prangt, wenn der süße Gras- geruch über die Wielen zieht. In die Mitte des Frühsommers fällt die Blüte des Weins, der Linden, der Rosen und der Lilien, fällt auch die Heuernte und das Heufieber, der Abgesang der Vögel, unb das Ende des Frühsommers ist der Beginn der Roggenernte. Mit ihr und dem reifenden ersten Obst hebt der Hochsommer sein machtvolles Zepter über Land unb Leute. Sür unsere Aerwundeten. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude' führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium'für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: In einem Lazarett hatten sich Mitglieder des Deutschen Theaters Wiesbaden Ilse Habicht (Sopran), Maria Barth (Mezzo-Sopran), Thomas Solcher (Tenor) und Viktor Ho spach (Baß-Bariton) zur Verfügung gestellt. Dis Sänger und Sängerinnen brachten in einer reichhaltigen Dortragsfolge Arien, Duette und Quartette aus Opern und Operetten. Mit reichem Beifall dankten die Verwundeten für den gebotenen künstlerischen Genuß. Lehrer A p p e l m a n n zeigte im Auftrage der Kreisbildstelle schöne Filme: „Im deutschen Wald, seine Menschen unb Tiere und gab die Erläuterungen dazu. Ein humoristischer Puppenfilm: Mettlauf zwischen Hase und'Igel" brachte viel Freude für die Beifall spendenden Verwundeten in zwei Lazaretten. Ein Lazarett hatte den Besuch der Kindergruppe Leihgestern unter Leitung von Erna Klo es. Nach Brgrüßungsworten von Pgn. Buß, welche auf die große Bedeutung der Kindergärten in den Landorten hinwies, gestalteten die Kinder einen fröhlichen Nachmittag durch Gedicht- ucrtrag, Gesang unb Volkstänzchen. Zur besonderen Erheiterung trugen am Schluß die Spiele Sackhüpfen unb „zwischen Flaschen schreiten" bei. Die kleine Breuning sprach Mundartgeschichten des Volksdichters Georg Heß. Große Freude war auch bei der Verteilung der rnitgebrächten Liebesgaben unb Blumen an die Verwundeten. die „zwote verbesserte Auflage" erschien, kam in- brünstig aus tiefstem Herzen. Es war ein weiter Weg vom Räuberlager in den böhmischen Wäldern zum Garten unb Meeresstrand jener anderen feindlichen Brüder von Messina — welch ein Bogen spannt sich vom revolutionären Pathos des Sturmes unb Dranges zur geläuterten Klarheit antikifcher Klassizität. Aber schon im Wetterleuchten und Feuerschein, in den rasenden Wortkaskaden der „Räuber" kann niemand die mit Wettgerichtsstim- men dröhnende Anerkennung einer unantastbaren und ewig gültigen sittlichen Ordnung überhören. Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Spät abends, als die Gäste schon gegangen sind, denkt sie noch einmal alles durch, heiter und dankbar, während sie das Kleid abstreift und m den Morgenrock schlüpft ... die Kinder! Sie ist heute abend nicht dazu gekommen, sie noch einmal m ihren Bettchen zu sehen! Es gibt keinen schöneren Ausklang des festlichen Tages, als diesen Anblick, die verstruwwelten blonden Löckchen in den weißen Kissen, die langen Wimpern auf den schlafgeröteten Wangen, die geballten Fäustchen, die friedlich atmenden rosigen Mäulchen. Bei der Vorstellung wird ihr Herz warm vor Glück. Diesen Anblick muß sie mit hinübernehmen in Schlaf und Träume. Sehr leite klinkt sie die Tür auf unb geht behutsam auf den Zehen über den Gangteppich. ... und plötzlich erschrickt sie maßlos. Wo der Gang eine Biegung macht, steht ihr ein Mann gegenüber. Nur der Bruchteil einer Sekunde dauert dies Entsetzen. Sie sieht sofort, daß es Gerd ist, den Mantel lose um die Schultern gelegt, den Hut tief unb verwegen in die Stirn gebrückt. „Mein Gott, hast du mich erschreckt!" stoßt sie noch atemlos hervor, unb preßt die Hände auf ihr hämmerndes Herz. ' „Tut mir leid, mein Schatz!" lacht Gerd. „Ich konnte ja nicht ahnen, daß du nächtlicherweile hier auf dem Korridor herumgeisterst, sonst hatt ich unsere Zeichen geflötet." „Wieso bist du denn in Hut unb Mantel? Willst du denn noch weg?" Sie hat sich schon wieder soweit beruhigt, um ihn streng unb mißtrauisch zu betrachten. „Wo willst du denn hm? Mitten m der Nacht?" er drei Jahre lang die hiesige Volksschule, hierauf das Realgymnasium, die heutige Langemarck- Schule, wo er im Frühjahr 1934 die Reifeprüfung bestand. Während seiner Schülerjahre betätigte er sich eifrig in der damaligen nationalen Jugendbewegung und nach deren Üeberführuna in die Hitler- Jugend ebenso eifrig in deren Reihen. Nach der Reifeprüfung trat Helmut Hudel im Mai 1934 als Offizieranwarter bei der Kraftfahrabteilung 5 in Eannstadt ein. Im April 1936 wurde er zum Leutnant im Panzer-Regiment 4 ernannt. Vom Sommer 1937 bis zum Ausbruch des jetzigen Krieges war er als Ausbildungsosilster an der Kriegsschule in Potsdam tätig. 1939 erfolgte feine Beförderung zum Oberleutnant. Bei Kriegsausbruch rückte er als Ordonnanzoffizier ins Feld. Im Februar 1942 wurde er zum Hauptmann befördert. Hauptmann Hudel hat mit feinem Truppenteil den Feldzug in Frankreich mitgemacht unb befindet sich feit Beginn des Krieges gegen die Sowjets an der Ostfront. Das erste Stück Schillers ist ferner zugleich feine persönlichste dichterische Aeußerung, in ausgeprägtem Sinne das, was Goethe als Bruchstück einer großen Konfession bezeichnet: wir vernehmen aus diesem Schauspiel die rauhe, schwäbische Stimme des jungen Mediziners, der es im Bopserwäldchen den Kameraden von der Karlsschule oorliest; mir wissen, unter welchen Qualen unb Zweifeln es entstanden ist, hinter der Fuchtel des Herzogs Karl Eugen unb seiner Kreaturen, heimlich unb wider ausdrückliches Verbot, in ewiger Angst vor Verrat und Entdeckung, bei Nacht im Krankenzimmer mit fliegendem Federkiel geschrieben, bei jedem verdächtigen Geräusch unterm Strohsack oder einem medizinischen Lehrbuche versteckt. * „Der Ort der Geschichte ist Teutschland", aber sie war, was keinem der Zeitgenossen zweifelhaft sein konnte, „auf wirtembergischem Boden gewachsen", unb hinter dem Schauspiel vom verlorenen Sohn — so hat es ursprünglich heißen sollen—, dem Seelengemälde, das vielfach den jungen Mediziner verrät, und der Familienkatastrophe von schauerlichen unb erschreckenden Ausmaßen wirb man immer ein Stück Bekenntnis unb Lebenschronik des jungen Schiller gewahr werden, aus den Worten der Handelnden, 'des Karl vor allem unb seiner Leute, die Stimme ihres Schöpfers heraushören in revoltierender Leidenschaft, in zähneknirschendem Aufbegehren gegen unerträglichen Seelen- unb Gewissenszwang, im erbitterten Kampfe um die innere Selbstbehauptung, um menschliche Würde unb künstlerische Bewahrung. mit eigenhändiger Unterschrift überreichen 'ließ. Reichsminister Dr. Ohne sorge wurde ebenfalls mit Worten dankbarer Anerkennung für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Fernmeldetechnik und des internationalen Postwesens zum Ehrensenator der Heidelberger Universität ernannt. Aeichspostminister Ohnesorge 70 Jahre alt. Reichspoftminister Dr.-Jng. h. c. Wilhelm Ohne- forge begeht am 8. Juni feinen 70. Geburtstag. Er wurde als Sohn eines Telegraphenbeamten in Gräfenhainichen bei Bitterfeld geboren. Mit achtzehn Jahren trat er als Eleve bei der Dberpoft- birektton Frankfurt a. M. ein. Nachdem er 1897 die höhere Staatsprüfung abgelegt hatte, studierte er Mathematik unb Physik. 1902 kam er zur OPD. Berlin. Während des Weltkrieges war er Referent für das Nachrichtenwesen bei der Obersten Heeresverwaltung, später bei der Telegraphendirektion des Großen Hauptquartiers, 1919 wurde ihm die Leitung der OPD. in Dortmund übertragen. Ohne- forge gründete 1920 in Dortmund die 'erste Gruppe der NSDAP, außerhalb Bayerns. 1924 würde er Wieder an die OPD. Berlin berufen. 1929 wurde er Präsident des Reichspostzentralamtes in Berlin- Tempelhof, 1933 Staatssekretär, 1937 Reichspostminister. Unter seiner Führung 'wurde die Reichspost eine der fortschrittlichsten Verwaltungen im Reich. Der Ausbau des Poft- und Fernmeldedienstes, die Weiterentwicklung der Rundfunktechnik, der Blldtelegraphie und des öffentlichen Fernschreibnetzes, die Einführung der Breitbandkabel und das Fernsehen gehören im wesentlichen zu feinen Er- folgen. In Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Durchführung von Kriegsaufgaben verlieh ihm der Führer das KriegsverdienstkreLz I. Klaffe und das Ehrenzeichen „Pionier der Arbeit . Städelschule wurde Staatliche Hochschule. Wie wir an anderer Stelle unseres heutigen Blattes berichten, hat der Führer den^Kompaniechef in einem Panzerregiment Hauptmann Helmut Hudel mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. . p _ . Hauptmann Hudel stammt aus Gießen. Sem Vater, der in Mendorf (Dillkreis) geboren war, gehörte feit 1908 als Lokomotivführer zum Personal des Bahnhofs Gießen und verstarb hier im Mai 1930 an den Folgen einer Erkrankung aus dem Weltkriege. Die Mutter des Ritterkreuzträgers entstammt der Familie eines Maurermeisters in Raunheim (Kreis Groß-Gerau). Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges im August 1914 rückte der Vater Helmut Hudels mit ins Feld. Jrn Sommer 1915 hielt sich Frau Hudel während einiger Wochen bei ihrer Familie in Raunheim auf, und dort wurde Helmut Hudel am 4. Juli 1915 geboren. Frau Hudel kehrte dann mit ihrem sechs Wochen alten Sohne nach Gießen zurück, wo Helmut Hubel seitdem seine Jugend verbracht hat. Von 1921 ab besuchte NSG. Reichsminister Rust hat einem Wunsche unb Vorschlag von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger entsprechend die Städelschule in. Frankfurt zur Staatlichen Hochschule für bildende Künste erhoben. Den Bemühun- Gauleiters und der Stadt ist es damit gebet Gauhauptstadt als kulturellem Mittsl- Mit der Inszenierung stellte sich Intendant H. W. Klein wieder einmal als Schausprelregisseur vor; er hat Grundlagen und Zielrichtung feiner Regiesührung an dieser Stelle bereits eingehend bargelegt: es kam ihm auf die Herausarbeitung der in den wesentlichen Handlungsträgern verkör- perten gegensätzlichen Lebens- und Willensprinzipien an. Dies kam in dem realistischen Auffüh- rungsstil, der sich die reichen theattalisch-sinnfälligen Wirkungsmöglichkeiten des Dramas zunutze machte, zum Ausdruck. Die fünf ausladenden Akte waren mit geschickten Kürzungen verschiedenen Umfangs in elf Bilder zusammengezogen; eine wünschenswerte Konzentration des Ablaufes würde — auf den Einsatz der Drehbühne hatte man verzichtet — durch eine Verkürzung der langen Umbaupausen erzielt werden. Die Raumgestaltung, von Herrn Löffler entworfen, war dem Stilprinzip der Inszenierung angemessen unb erreichte in den böhmischen Wäldern, dem blauen Zimmer unb der Galerie ihre lungen, der Gauyauplfiaor ais ruuureuem iuuuw punkt des Rhein-Main-Gebietes eine Erziehungs- unb Ausbilbungsstätte der hohen Kunst zu schaffen, die der Traditton des Kulturlebens unseres Gaues entspricht. Neben dem Kunsthandwerk, das in Offenbach in der Meisterschule seinen Sitz erhalten unb der Architektur, die in der Technischen Hochschule in Darmstadt ihre hervorragende Ausbildungsstätte gefunden hat, wird die Sämtliche ' Hochschule für bildende Künste in Frankfurt, Öeren Slusbilbungsgebiete die Fachgruppen Malerei, Bildhauerei, Graphik, Baukunst unb Mode sind der Mittelpunkt des Erziehungswesens zur hohen Kunst im Gau Hessen-Nassau fein. Dem Gauleiter ist es durch diese Planung möglich gewesen, eine glückliche Aufteilung des Kunst-Erziehungswefens zu erzielen die jede Ueberfchneidung des Aufgabengebietes ausschließt. Im dritten Kriegsjahr zeigt der (Sau Hessen-Nassau mit der Errichtung der Staat- lichen Hochschule für bildende Künste in Frankfurt, daß er sich trotz aller Anspannung auf dem ihm gestellten kriegswichtigen Aufgabengebiet dem kul- hrretten Leben des Reiches besonders verpflichtet Daß im Gesamtbilde der Aufführung der Eindruck der Dialogpartien gegenüber den Massenszenen überwog, entsprach der Kräfteverteilung in der Besetzung. Die darstellerisch intereffantefte unb lebendigste Leistung bot Herr Funke: sein Franz erschien als die von Intellekt und Phantasie genährte Inkarnation des Willens zur Macht, als fanatischer Gottesleugner, von zerstörerischer Lust am Bösen, zuletzt von allen Furien der Vernichtung ruhelos umgetrieben. — Luise Prasser gab der oft sehr farblos anmutenben Amalia in einer kultivierten Darstellung Adel unb Wärme echter Empfindung. — Herr Köchling spielte den Karl: jugendlicher, als man ihn gemeinhin zu sehen pflegt, mit entschiedener Betonung der idealistischen Grundzuge des Charakters, wenn auch mit einer gewissen Zurück- Haltung in Gefühlsausbrüchen unb kraftgenialischern Überschwang. — Herr Zeppenfeld war mit patriarchalischer Würde und maßvollem Lchmerz der alte Graf in Schloß und Hungerturm, indessen sich die Herren Mund unb Schmidt (Roller; Kosinsky) ganz dem theatralisch gesteigerten Pathos ihrer Rollen überließen. — Dem Spiegelberg gab i Herr Bosny ein dialektisch unb psychologisch mit Darum lieben wir dieses Drama mit all seinen Maßlosigkeiten unb Uebertreibungen, mit seinen kraftgenialischen Steigerungen unb seinen „kolassa- Volck dem Pater mit seiner weinerlichen Kapuzinerpredigt fast groteske Züge verlieh. — Vom großen Ensemble seien endlich die Herren Lud- w i g (Herrmann), Fischer (Schweizer) und Bergmann (Daniel) genannt. — Die Zuschauer dankten mit lebhaftem Beifall und Blumenspenden. Hans Thyriot. * Die Aufführung fand als Festoorstellung zu Ehren des Gründers des Gießener Theaters, Geh. Rats Fromme, aus Anlaß seines 90. Geburtstages statt. Herr Volck, als dienstältestes Äitglied (seit 1908) brachte in einer Ansprache zu Beginn namens des Oberbürgermeisters, des Intendanten, der Fachschaft Bühne und aller Gefolgschaftsmitglieder Herrn Geh. Rat Fromme, der leider nicht anwesend sein konnte, Gruß, Dank und herzlichen Glückwunsch dar und verlas eine die außerordentlichen Verdienste des Jubilars würdigende Depesche des Reichsdramaturgen Dr. Schlösser. Herr V o l ck schilderte dann in einem Rückblick auf die Geschichte unseres Theaters (wie wir ihn vor kurzem hier bereits gegeben haben), was die Stadt der unermüdlichen Tatkraft Geh. Rat Frommes und seiner 50jährigen Arbeit für das Theater verdankt; er gedachte der stetigen künstlerischen Entwicklung, der sozialen Hebung des Schauspielerstandes und der Opferfreudigkeit der Gießener Bürgerschaft. Herrn Geh. Rat Fromme, als der Seele der Arbeit für das Theater, feien wir alle zu großem Danke verpflichtet; sein Name werde stets mit der Geschichte des Thaters ruhmvoll verbunden bleiben. So gelten ihm heute unser aller herzliche Wünsche für einen gesegneten Lebensabend. — Im Foyer befindet sich gegenwärtig eine von Stadtbaudirektor Gra - v e r t veranstaltete sehenswerte Ausstellung der Entwürfe für den Neubau des Stadttheaters (1907) und eine interessante Auswahl von Originalen alter Theaterzettel. — Landkreis Gießen. = Lich, 7. Juni. Am heutigen Sonntag vollendete Frau Emilie Spahr Wwe., Kirchgasse, in körperlicher und geistiger Frische das 80. Lebensjahr. Die Jubilarin ist Inhaberin des goldenen Mutterkreuzes. Wir wünschen ihr einen schönen Lebensabend. — Am Mittwoch, 10. Imst, kann Frau Margarete Hartmann, geb. Nix, das 70. Lebensjahr vollenden. Der Jubilarin unseren herzlichen Glückwunsch. \ Schweinemarkt in Alsseld. * Alsfeld, 8. Juni. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 177 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 20 bis 30 RM., 12 Wochen alte 40 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb geringer Ueberstand. Ein INädchep vermißt. * Alsfeld, 7. Juni. Seit einigen Tagen wird die 14 Jahre alte Käte B r u st aus Köln, die seit Ende vorigen Jahres bei der hiesigen Familie Wiegand wohnte, vermißt. Das Mädchen ist zum letztenmal am vorigen Freitag in mehreten Nachbardörfern des Kreises Ziegenhain gesehen worden, seitdem ist ihr Verbleiben unbekannt. Die Vermißte ist etwa 1,50 Meter groß, untersetzt, dunkelblond und trägt Bubikopf (Nackenrolle), sie hat eine kleine Narbe neben dem rechten Auge. Das Mädchen trug ein buntgeblümtes Sommerkleid, braune Socken, braune Halbschuhe und war bei seinem Weggang ohne alle Geldmittel. Angaben über den Verbleib des Kindes werden an die Ortspolizei Alsfeld oder jede andere Polizeistelle erbeten. Verdunkelungszeit: 8. Juni von 22.41 bis 4.30 Uhr. Oie letzten Mer. Zwischenrunde um die deutsche Fußballmeisterschaft. Die größte Zugkraft im fußballsportlichen Geschehen des ersten Juni-Sonntags übten die vier Zwischenrundenspiele um die deutsche Meisterschaft aus, denen rund 85 000 Besucher beiwohnten. Mit 30 000 Zuschauern schoß einmal mehr der fünfmalige deutsche Meister Schalke 04 in der Gelsenkirchener Glückauf-Kampfbahn den Vogel ab, einmal weil die „Knappen" wieder als Titelfavorit gelten, und dann auch, weil der elsässische Meister W Straßburg, der Gegner der Westfalen, nach seinen Siegen über Stuttgarter Kickers und Schweinfurt 05 zu einer interessanten Mannschaft geworden war. Die „Knappen" schlugen ihren süddeutschen Gast mit 6:0 (3:0) Toren, dem eindrucksvollsten Ergebnis des Tages. Die drei anderen Spiele waren wesentlich härter umkämpft und wurden jeweils nur mit einem Toy Unterschied gewonnen. Der Meister von Hessen-Nassau, Kickers Offenbach, brachte im Frankfurter Sportfeld vor 15 000 Zuschauern Werder Bremen mit 4:3 (1:2) zu Fall, obwohl die Niedersachsen lange das Spielgeschehen diktiert hatten. Blau-Weiß Ber- l i n bezwang vor 20 000 Zuschauern den VfB. Königsberg mit 2:1 (0:0) und Vienna Wien zog vor ebenfalls 20 000 Zuschauern durch einen 3:2 (0:0)-Sieg über den SE. Planitz in die Vorschlußrunde ein, die am 21. Juni nach einer Entscheidung der Reichssportführung die Paarungen Schalke 04 — Kickers Offenbach Vienna Wien — Blau-Weiß Berlin in Gelsenkirchen und Berlin bringt. Zwei Spiele und Paarungen, die schon jetzt in der großen deutschen Fußballgemeinde lebhaft diskutiert werden und schon im voraus eines riesigen Interesses sicher sind. Die beiden Sieger der Vorschlußrunde treten am 5. Juli im Olympiastadion zum Endspiel an. 1900 — Luftwaffe 8:1 (3:0). Einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg konnten die Blau-Weißen am Samstag erringen und sich damit -für die im letzten Spiel erlittene Niederlage mit dem gleichen.Ergebnis revanchieren. Die neu zusammengestellte Elf der Luftwaffe ließ viele Wünsche offen und erreichte bei weitem nicht die Form der Stamm-Mannschaft. Ausgesprochen schwach war der Sturm, der ein trostloses Bild bot. Lediglich Brunner, Hillebrand und Petri (letzterer sprang erst in der zweiten Hälfte ein) erfüllten ihre Aufgabe. Anders war es bei den Blau-Weißen, die diesmal eine Elf zur Stelle hatten, an der man seine Freude haben konnte. Kraft I als Mittelläufer leistete in bezug auf Zerstörung und kämpferischen Einsatz Hervorragendes. Darüber hinaus erwies sich vor allem der jugendliche Sturm als sehr schußfreudig. Die Wucht und Schnelligkeit, mit der die Angriffe vorgetragen wurden, waren das Verdienst von Kraft I, der den Ball stets energisch nach vorne brachte. Das schönste Tor fiel bereits nach zehn Minuten. Eine Flanke von Ebert köpfte Kraft II unhaltbar für den Gästetorwart ein. Die Ueber- legenheit der Blau-Weißen trat dann immer stärker hervor, so daß fast nur noch auf Tor gespielt wurde. Wiederum durch Kraft II fiel der zweite Treffer, dem Deeg durch schönen Schuß bis zur Pause ein weiteres Tor folgen lieh. Auch nach dem Wechsel hielt die Ueberlegenheit an. In mächtigen Angriffen wurden durch Ebert zwei weitere Tore erzielt. Erst als Petri die Sturmführung übernahm, kam mehr Schwung in die Fünferreihe der Luftwaffe. Petri war auch für den Ehrentreffer verantwortlich. Im weiteren Spielverlauf konnte die Luftwaffe jedoch nicht verhindern, daß durch Weniger und Kraft II noch drei Tore folgten, die den End- stand von 8:1 herstellten. Die Kreismeisterschasien der Leichtathleten. Eine ganze Reihe Ueberraschungen kennzeichneten die diesjährigen Meisterschaften, der Leichtathleten, die gestern auf dem Universitatssportplatz ausgetragen wurden. .Gleich der erste Wettbewerb, 10000 Meter Männer, brachte einen Außenfeitersieg. Rother, der Favorit über die langen Strecken, verscherzte sich durch unpünktliches Antreten seine Meisterschaftsaussichten. Der zum erstenmal in der aktiven Klasse startende Jugendliche Ulrich vom Mtv. machte sich überraschend im zweiten Drittel der Strecke von seinen Gegnern frei und siegte mit großem Vorsprung. Ein spannendes Rennen ließen die Vorläufe über 200 Meter erwarten. 24,0 und 24,1 Sekunden waren die Zeiten der Vorlaufsieger Müller und Neumann, beide LSD. Die Entscheidung wurde dann doch eindeutiger als erwartet. Müller gewann überlegen mit der gleichen Zeit wie im Vorlauf. Auch über 100 Meter war er nicht zu schlagen. Sein schlechter Start verhinderte^ jedoch eine Verbesserung der Vorlaufzeit von 11,3 Sekunden. Knapper als gedacht war dagegen das Ende über 800 Meter. Ockstadt konnte nur mit Mühe den Mehrkämpfer Lieb, der im Spurt sehr stark ist, schlagen. 2 ho ^künden nur war der Zeitunterschied. 20 Frauen bewarben sich um den Meistertitel im Weitsprung der Frauen. 5 Mtv.erinnen und Liane Schul dt vom To. 1846 standen im End- kampf, den Rost Rolfes mit 4,95 Meter vor Lotte Keßler und Inge Rolfes gewann. Gleichlautend fast war das Ergebnis im Hochsprung der Frauen, nur schob sich diesmal Emmi H u s k e zwischen die beiden Schwestern. Bei dep Wurfwettbewerben hatte Dr. Luh keine ernschafte Konkurrenz. Lediglich im Speerwerfen kamen ihm Rosenberg und Ulrich, beide vom LSV. — letzterer holte sich den Meistertitel im Hochsprung — nahe. In seiner Spezialübung, dem Kugelstoßen, sollten es diesmal unbedingt 15 Meter werden, es wurden aber „nur" 14,88 Meter. Nebenbei belegte dann Dr. Luh mit 6,07 noch den zweiten Platz im Weitsprung, den Neumann mit der Durchschnittsleistung von 6,09 Meter gewann. Doppelsiegerin bei den Wurfwettbewerben der Frauen wurde Erika Martin (Mtv.), die den Diskus und den Speer am weitesten warf und auch noch Zweite im Kugelstoßen hinter Lotte Keßler wurde. Inge und Rost Rolfes, diesmal Inge zuerst, waren die Ersten im 100-Meter-Endlauf der Frauen. Doch nicht sie waren die Ueberrafchung, sondern dafür sorgte die dritte Siegerin Jdel Hauck vom Tv. 1846. Eigentlich lief sie „nur", um zu prüfen, ob ihr Können für den Erwerb des goldenen Sportabzeichens noch ausreichte, und lief dann im Vorlauf ihren Gegnerinnen einfach davon. 14,1 Sekunden war ihre Zeit, und daß dies kein Zufall war, bewies sie im Cndlauf. Wieder wurden es 14,1 Sekunden. Mit 38 Jahren für eine Frau eine fabelhafte Leistung, ja wohl die beste des Tages überhaupt. Schließlich durste bann auch der letzte Wettbewerb, die 4 X 100-Meter-Staffel der Männer, nicht ohne Ueberrafchung vorbeigehen, nachdem vorher der gleiche Wettbewerb der Frauen allzu programmgemäß vom Mtv. gewonnen wurde. LSV. und Mtv., beide mit Ersatz laufend, waren die ernsthaften Bewerber. Die besseren Aussichten hatte die Luftwaffe, in deren Mannschaft die schnellsten Einzelläufer standen. Sie führte auch im Anfang, doch gaben Schwab und Wo l kewitz nur ganz wenig Boden ab. Beim dritten Mann fiel die Entscheidung. Schlechte Kurventechnik auf der einen Seite und tadellos klappender Stabwechsel auf der anderen brachten den Mtv. durch Hainer in Front. Müller, als Schlußmann des LSV., suchte zu retten, was noch zu retten war. Zwar konnte er noch aufholen, aber Ketterer nicht mehr einholen, der verbissen durchstand und strahlend als Sieger das Zielband erreichte. Um das gute Gelingen der Veranstaltung, die unter Leitung des Sportkreisführers Stein glatt durchgeführt wurde, machten sich neben dem Leiter noch die schon ost bewährten Sportkameraden Sieb, Heller und Reuter sowie die Kampfrichter in besonderer Weise verdient. Die Ergebnisse. Männer. 100 Meter: 1. Müller, LSV., 11,5; 2. Neumann, LSD., 11,7; 3. Ketterer, Mtv., 11,9 Sek. 200 Meter: 1. Müller, LKV., 24; 2. Neumann, LSV., 24,6; 3. Lieb, LSV., 25,5 Sek. 400 Meter: 1. Graben- Henrich, LSV., 27,5; 2. Rebischke, LSV., 57,6; 3. Ockstadt, LSV., 57,8 Sek. 800 Meter: 1. Ockstadt, LSV., 2:07,2; 2. Lieb, LSV., 2:07,4; 3. Rebischke, LSV., 2:13,5 Min. 5000 Meter: 1. Westerdorf, LSD., 18; 2. Noky, LSV., 18:55; 3. Mürrle, LSD., 19:38,5 Min. 10 000 Meter: 1. Ulrich, Mtv., 38:09,5t 2. Noky, LSD., 38:51,3; 3. Öttersdorf, LSD., 39:07,3 Min. Weitsprung: 1. Neumann, LSD., 6,09; 2. Dr. Luh, DfB,-R., 6,07; 3. Stratmann, LSD., 5,94 Meter. Kugelstoßen: 6. Dr. Luh, VfB.-R., 14,88;'2. Rosenberg, LSV.,11,42; 3. Ulrich, LSV., 11,11 Meter. Diskuswerfen: 1. Dr. Luh, VfB.-R., 41,10; 2. Ulrich, LSV., 31,73; 3. Rosenberg, LSV., 30,30 Meter. Speerwerfen: 1. Dr. Luh, VfB.-R., 50,03; 2. Rosenberg, LSV., 48,69; 3. Ulrich, LSV., 47,04 Meter. Hochsprung: 1. Ulrich: LSV., 1,60; 2. Hübner, Mtv., 1,55; 3. Stratmann, LSV., 1,55 Meter. 4X100-Meter-Staffel: 1. Mtv. Gießen (Schwab, Wolkewitz, Hainer, Ketterer), .47,3; 2. LSV. Gießen 48; 3. Ortssp.-Gem. Gießen 52 Sek. Frauen. 100 Meter: 1. Inge Rolfes. Mtv., 13,5; 2. Rose Rolfes Mtv., 13,9; 3. Jdel Hauck, Tv. 1846, 14,1 Sek. Hochsprung: 1. Rose Rolfes, Mtv. 1,41; 2. Emmy Huske, Mtv., 1,40; 3. Inge Rolfes, Mtv., 1,35 Meter. Weitsprung: 1. Rose Rolfes, Mtv., 4,95; 2. Lotte Keßler, Mtv., 4,66; 3. Inge Rolfes, Mw., 4,51 Meter. Diskuswerfen: 1. Erika Martin, Mw., 31,46; 2. Lotte Keßler, Mtv., 29,03; 3. Helma Schmieder, Tv. 1846, 26,22 Meter. Speerwerfen: Erika Martin, Mw., 26,38; 2. Heilwig Clarius, 16,68 Meter. Kugelstoßen: 1. Lotte Keßler, MW., 10,25; 2. Erika Martin, Mtv., 10,13; 3. Helma Schmieder, Tv. 1846, 9,95 Meter. 4X100-Meter: 1. Mtv. Gießen 57,5; 2. VfL. Lollar 59,3; 3. To. 1846 61,1 Sekunden. Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschcin. Druck und Verlag: Brühlsche Universttatsdruckeret R. Lange ft. G. Verlagsletter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzetgenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Plötzlich und unerwartet verstarb nach kur- I zem Leiden meine liebe, stets treusorgende Mutter, Schwester, unsere liebe Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Keil, geb. Forbach im 44. Lebensjahre. Im Namcn der trauernden Hinterbliebenen: Liesel Keil. Gießen (Kaiserallee 15), den 7. Juni 1942. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. 1844D Heute morgen 7 Uhr entschlief sanft unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Schwager Wilhelm Jung III., Kohlenhändler im. Alter von 83 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Klein-Linden, Bad-Nauheim, Gonzenheim bei Bad Homburg, Leihgestern, 6. Juni 1942. Die Beerdigung findet Montag, den 8. Juni, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus, Wetzlarer Straße 77, aus statt. 1841 D Danksagung. Allen denen, die mir ihre Anteilnahme [jjgßÄ bei dem schweren Verlust zum Aus- druck brachten, den ich durch den Heldentod meines Sohnes Erich Kociok, Unteroffizier im Musikkorps eines Panzer- Regiments, erlitten habe, spreche ich herzlichsten Dank aus. In tiefem Leid: Johanna Kociok Wwe. und alle Angehörigen. Gießen (Moltkestraße 2), den 4. Juni 1942. 1846 D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei dem Heimgang unseres lieben, unvergeßlichen Vaters sagen wir auf diesem Wege unsern herzlichsten Dank. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Germer für die trostreichen Worte am Grabe, sowie der Krankenschwester für die liebevolle Pflege während des kurzen Krankenlagers unseres lieben Verstorbenen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm, Heinrich und Ludwig Krauskopf. Großen-Linden, den 7. Juni 1942. 02746 3-Zimmer- Wohnung in Gießen o. Umgeb. sofort ges. Wilh.Zimmer G. m. b. H. Gietzen/L. Tel. 2072. LmoD [Wohnungstauschi toimstach Gießen-taorg 7-Zimmer- Wohnung. Schr. Ang. utti. 1843Da.d.G.A. (Stellenangebote) Zuoerl., ehrlich. Mädchen oder Frau für Ladenvutz und Botengänge gesucht. Seltersweg36 Laden. [q2G99 | Verkäufe | Bildschöne MelhllnM 2jährig, braun, sehr anhänglich, veinl. saub., nur in gute Hände preisw. abzugeb. Josef Ruhl, Weberei, [1845D Herbsteins Hess.). ■ n ........... MlOff • ROH»--------- ALTKLEIDER-und SPINNSTOFF* SAMMLUNG 1942 I. —15. JUNI Hier diese herrliche Livree war, als sie jung noch, auf der Höhl Jetzt glänzt sie zwar schon an den Lenden, doch kann man gut sie noch verwenden* Der Frontarbeiter, der hfl Osten sich fleißig regt aut seinem Posten, trägt praktisch sie und nicht zur Zier, und fühlt sich wirklich wohl in ihr. Be* DE8 REICHSBEAUFTRAGTE OER NSDAP. 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