Montag, 7. September M2 Gießener Anzeiger Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer btS 8'/, Uhr desVormittagS Anzeigen-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Kamilienan- zeigen und private Gelegenbeitsanzeigen 14Rvf.f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschritt (vorherige Vereinbarung) 25°A> mebr 192. Jahrgang Nr. 2(0 Erichemt täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ftnmilienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zuttellgebüör... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlutt 2251 Drahtanschrift: ,Llnzeiger" Postscheck 11686 Frankf./M. vrühlfche UniversttStrdruckereiR. Lange General-Anzeiger für Oberhessen l4d.li8en^ieriStM Sie Land- und Seefefluna Aoworossijsk gefallen. DNB. Aus dem Fllhrerhauptquartier, 6. Sept Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Land- und Seefestung N o w o r o f f l j f k, der letzte Kriegshafen von Bedeutung, der nach dem Fall von Sewastopol der sowjetischen Schwarzmeerflotte noch verblieben war, ist gefallen. Würt- tembergische, badische, fränkische und hessische Divisionen unter Mitwirkung rumänischer Kavallerieverbände haben in tagelangen harten Festungskämpfen unter schwierig st en Geländeverhältnissen diesen stolzen IDaffenerfolg errungen. Die Beute ist noch nicht zu übersetzen. Oie letzten Kämpfe. Berlin, 6. Sept (DNB.) Deutsche und rumänische Truppen hatten in harten Bunkerkämpfen die äußere Festungszone von Noworossijsk durchstoßen und näherten sich konzentrisch der Stadt. Line wichtige höhe wurde im Sturm genommen. Alle erbitterten feindlichen Gegenangriffe, unterstützt durch ununterbrochenen Einsatz von Schlachtfliegern, von Artillerie aller Kaliber eingrenze. Poti ist Verladehafen für die wertvollen Manganerze, die etwas landeinwärts bei Kutais ab- aebaut werden. Datum ist weltbekannt als Verschiffungshafen für das Erdöl, das durch eine Rohrleitung von dem 800 Kilometer entfernten Baku am Kaspischen Meer hergepumpt wird. Die sowjetische Schwarzmeer-Flotte, die arg zusammengeschlagen ist, aber noch über Schnell- und U-Boote verfiigt, ist nun nur auf diese wenigen Häfen angewiesen. Die Hafeneinrichtungen — besonders für die Zwecke einer Kriegsflotte — lassen überall zu wünschen übrig. Auch besitzen diese Häsen zwar Schiffsausbesserungswerkstätten, aber keine größere Werft. Diese Mängel sind doppelt empfindlich, weil die Häfen gegenüber dem Meer nur beschränkten Schutz bieten und die im Schwarzen Meer an sich recht häufigen heftigen Stürme hier noch durch die Fall- .böen verstärkt werden, die vom kalten Hochgebirge gegen die ttopisch heiße Küste oft niedergehen. Das Echo in London. Stockholm, 7. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Fall von Noworossijff ist in England mit großer Besorgnis ausgenommen worden. Der Londoner Nachrichtendienst erklärte: „Wenn die Einnahme von Noworossijsk bestätigt werden sollte, würde der Verlust der Stadt einen fjf) to e r en Schlag für die^sowj etische Schwarzmeerflotte bedeuten. Sie könnte zwar Tuapse und Batum verwenden, aber weder der eine noch der andere Hafen ist so gut ausgerüstet wie Noworossijsk." — In einer Meldung aus Moskau wurde allerdings behauptet, „zur Stunde" werde bei Noworossijsk noch gekämptf. Sehr leicht dürfte den Engländern und ihren bolschewistischen Verbündeten das Eingeständnis der neuen Niederlage auch nicht werden. Oie Bolschewisten verloren 45000 BRT. im Schwarzen Meer. Berlin, 6. Sept. (DNB.) Wie der Bericht des OKW. vom Sonntag meldete, versenkten .deutsche Schnellboote im Ostteil des Schwarzen Meeres abermals vier Sowjetdampfer sowie vier Leichter mit zusammen 9500 BRT. Damit haben seit Beginn der Kaukasus-Offensive die Bolschewisten im Schwarzen Meer rund 45000 BRT. Handelsschiffsraums durch Angriffe von Ueberwafferstreitkräften verloren. Bemerkenswert dabei ist, daß die zahlenmäßig starke bolschewistische Schwarzmeerflotte bisher kaum in die Kämpfe eingegriffen hat. Den bolschewistischen Kriegsschiffseinheiten stehen nach dem erfolgreichen Vordringen der deutschen und verbündeten Trupepn nach Osten nur noch wenige Häfen und Stützpunkte zur Verfügung. schließlich Schiffsgeschühen, von Eliletruppen und von zahlreichen Panzerkampfwagen, wurden abge- schlagen. Der Feind erlitt bei diesen Verfolgungskämpfen außerordentlich schwere Verluste. Jn erbittertem Ringen um Stalingrad. * Die kaukasische Küste von der Straße von Kertsch bis zur Landesgrenze südlich Batum ist arm an natürlichen Häsen. Die Zerneskaja- oder Noworossijsk-Bucht wird an ihrer Westseite von niedrigen Sanddünen gebildet, während die langgestreckte Ostküste mit dem Leuchtturm mit Gipfeln bis zu 600 Meter höhe ansteigt, deren weißschimmernde Anhänge teilweise von Laubwald bestanden sind. Die Bucht, deren schmaler Sttand mit Kieseln bedeckt ist, hat bis zu 27 Meter Wassertiefe und ist das ganze Jahr über eisfrei. Wenn dem Hafen von Noworossijsk in normalen Zeiten auch nicht die überragende Stellung zukam, die er nach Verlust der Krimhäfen für die Sowjets hatte, so war er doch stets als Kriegs- und Handelshafen voll' großer Bedeutung. Gegenüber der Stadt, wo der Hafen eine Breite von 2% Kilometer erreicht, erstrecken sich ausgedehnte Kaianlagen, hier befinden sich Ankerstellen für die gleichzeitige Ladung und Löschung großer Ozeandampfer, Elevatoren mit großer Aufnahmefähigkeit und Naphtareservoire für die Verschiffung Rohöl, Lager- und Kühlhäuser. Der Iab- resumschlag des Hafens betrug im Durchschnitt 2,5 Millionen Tonnen und setzte sich in der Hauptsache aus Erdöl, Holz, Getreide und Zern e nt zusammen. Ein Schiffsdock diente zur Vornahme von Reparaturen an Schiffen bis zu 3000 Tonnen. Mit der Inbesitznahme dieses wichtigen Hafens ist der sowjetischen Schwarzmeerflotte d i e letzte Basis entzogen worden. Die Stadt Noworossijsk mit mehr als 100000 Einwohnern beherbergt eine umfangreiche Rüstungsindustrie, in der namentlich Geschütze, Granatwerfer, Munition, Wasserflugzeuge und Flugboote, Kraftfahrzeuge und Motore hergestellt wurden. Don Bedeutung sind auch die Reparaturwerkstätten für Lokomotiven, Waggons und Panzerzüge. Durch die in der Umgebung der Sadt offen zutage liegenden umfangreichen Zementmergellager hat sich in Noworossijsk eine bedeutsame Zementproduktion entwickelt, die etwa 30 v. h. der sowjetischen Gesamterzeugung darstellt. Von den , übrigen Zweigen der Industrie sind neben einer Baumwollspinnerei mit über 1000 Spindeln Bekleidungs- und Schuhfabriken sowie Werke für Leder- und Pelzverarbeitung zu erwähnen. Das überaus günstige Klima dieses Küstenstriches hat neben einer intensiven Landwirtschaft den Weinbau in größtem Umfang entwickelt. Außer zahlreichen Keltereien befindet sich in Noworossijsk eine der größten Sektkellereien der Sowjetunion, in der jährlich etwa 50 000 Hektoliter Sekt erzeugt wurden. Getreide- und Grützemühlen, Brotfabriken, Oelschlägereien, Makkaronie- werke, Molkereien, Brauereien und Fabriken für Fleisch- und Fischkonserven vervollständigen das industrielle Bild dieser Stadt, deren verkehrsgünstige Lage durch die mehrgleisige Eisenbahnlinie nach Stalingrad und eine längs der Stiifte über Tuapse verlausende Autostraße gekennzeichnet ist Im 13. und 14. Jahrhundert gehörte Noworossijsk den Oenuefern, im 16.Jahrhundert den Türken, welche hier die Festung Ssundshuk-Kale erbauten, die im Jahre 1808 von den Russen erobert wurde. 1838 wurde hier eine provisiorische Befestigung unter dem Namen Zemeskoje erbaut, die bald danach den heutigen Namen Noworossijsk erhielt. Während der Revolution 1918 versenkte sich im Hafen ein Teil der russischen Schwarzmeer- Flotte, um dem Zugriff der.Deutschen zu entgehen. Die Ostküste des Schwarzen Meeres ist eine wenig gegliederte Küste, zum weitaus größten Teil Steilküste, nur im Mündungsgebiet des Rion flacht sie sich ab und wird weites Sumpfland. Mit Noworossijsk an einer großen, sturmgeschützten Bucht Laben die Sowjets den best ausgebauten Hasen der Ostküste verloren. Biel offener ist der Hafen des südlicheren Tuapse. Noworossijsk und Tuapse sind Endpunkte von Oelleitungen. Sie sind von dem nördlichen Kakasien durch Berge geschützt, die aber über die höhen großer Mittelgebirge nicht hinausgehen, allerdings durch Straßen und Bahnen nur beschränkt erschlossen sind. Noch weiter nach Süden liegen Sotschi und Such um. Der Kaukasus bricht hier so jäh ins Meer ab, daß beide Städte erst spät Bahnverbindung erhielten. Jn der südöstlichsten Ecke des Schwarzen Meeres liegen Poti und Datum, schon ganz nahe der türkischen OstBerlin, 6. Sept. (DNB.) Zu dem erbitterten Ringen um Stalingrad teilt das Oberkommando der Wehrmacht ergänzend mit: Der Feind versucht nach heranftihren frischer Reserven im Festungskampffeld von Stalingrad verzweifelt Widerstand Zu leisten. Aber der Angriff deutscher Truppen gewann nach Ausräuchern mehrere Bunker-und Abwehr starker feindlicher Panzerangriffe weiter an Raum. Eine starke feindliche Artilleriegruppe wurde durch eigene Artillerie erfolgreich bekämpft, wobei in den feindlichen Artilleriestellungen heftige Explosionen beobachet werden konnten. Panzerverbände wehrten mehrere von starkem Artilleriefeuer unterstützte feindliche Gegenangriffe zum Teil in erbittertem Nahkampf ab. Nachdem ber Feind weitere Infanterie- und Panzerunterstützung herangeführt hatte, setzte er an der Nordfront zwischen Wolga und Don seine Angriffe zur Entlastung der Stadt Stalingrad fort. Die Bolschewisten führten hierbei zehn Schützendivisionen und sieben Panzerbrigaden in den Kamps. Alle mit äußerster Erbitterung geführten Gegenangriffe des Feindes wurden unter Vernichtung von insgesamt 84 Panzerkampfwagen zerschlagen. Einige Panzervorstöße scheiterten im Bombenhagel von Kampfund Sturzkampfflugzeugen. Die bolschewistischen Panzerkampfwagen blieben in dem von unzähligen Bombenkratern zerwühlten Kampfgelände im Norden und Westen der Stadt und an den besonders hart umkämpften Uebergängen verschiedener kleinerer Flußläufe vernichtet liegen. Einige am Vormittag von den Bolschewisten erzielten örtlichen Einbrüche wurden bis zum Nachmittag im Gegenstoß wieder bereinigt. Die eigene Truppe schlug sich in diesem vom Feind erbittert geführten Ringen hervorragend. Rumänische Truppen nahmen nach harten Kämpfen eine Häusergruppe und drangen nach Einnahme feindlicher Bunkerstellungen ttotz starken feindlichen Abwehrfeuers in eine zu einem Stützpunkt ausgebaute Ortschaft ein. Der Wehrmachtbericht vom Sonntag. DNB. Aus dem Führerhauptquarlier, 6. Sept Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Taman-Halbinsel wurde in raschem Nachstößen nach Süden der letzte feindliche Widerstand gebrochen und damit die gesamte Halbinsel ostwärts der Straße von Kertsch genommen. Zahlreiche Gefangene wurden eingebracht und u. a. 37 leichte und schwere Geschütze erbeutet. Vor Noworossijsk arbeiteten sich deutsche und rumänische Truppen gegen stark ausgebaute Bunker- stellungen in hartem Kamps immer näher an die Stadt heran. Deutsche Schnellboote stießen in den Oslteit des Schwarzen Meeres vor. Sie versenkten vier Dampfer und vier Leichter mit zusammen 9500 DRT. 3 m Kaukasus nahmen Gebirgstruppen nach mehrtägigen Kämpfen gegen zähen feindlichen Widerstand einen weiteren Hochgebirgspaß. Die erbitterten Kämpfe im Raum von Stalingrad halten an. Auch gestern scheiterten unter Mitwirkung der Luftwaffe Entlastungsangriffe sehr starker feindlicher Kräfte von Norden. Hierbei wurden 84 Panzer vernichtet. Stalingrad, Flugplätze ostwärts der Wolga und Nachschubverbindungen der Sowjets wurden bei Tag und Nacht bombardiert. Zwei Wolgaschlepper wurden durch Bombenwurf beschädigt. 3m Raum von Woronesch wurden bei feindlichen Luftangriffen auf deutsche Flugplätze 27 Flugzeuge in Luflkämpfen ohne eigene Verluste abgeschossen. Südwestlich Kaluga und südostwärts Rschew brachen wieder feindliche Angriffe zusammen. Mehrere Flugplätze des Feindes wurden überraschend angegriffen und dabei 20 sowjetische Flugzeuge am Boden zerstört. An einem Wolchow-Brückenkopf südlich des Ladogasees und an der Einschließungsfront von Leningrad scheiterten wiederholte feindliche Angriffe. Marineartillerie versenkte bei Kronstadt ein sowjetisches Minensuchboot und einen Schleppkahn. Ein weiteres Minensuchboot wurde im Finnischen Meerbusen durch Bombentreffer beschädigt. An der Eismeerfront bombardierten Kampfflugzeuge den Kriegshafen Murmansk sowie Eisenbahnanlagen mit guter Wirkung. 3n der Zeit vom 25. August bis 4. September verlor die Sowjetluftwaffe 1062 Flugzeuge. Davon wurden 812 in Luftkämpfen. 175 durch Flakartillerie und 33 durch Verbände des Heeres abgeschossen, die übrigen am Boden zerstört. 3n der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 49 eigene Flugzeuge verloren. 3n Nordafrika bekämpfte die deutsche und italienische Luftwaffe britische Stellungen, Panzeransammlungen und Flugplätze. Nach Volltreffern wurden Explosionen und Brände beobachtet. Heber dem nordafrikanischen Kampfraum sowie über Kreta wurden durch deutsche und italienische 3äger und durch Flakartillerie 20 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Bei Einflügen in die besetzten Westgebiele wurden in Luftkämpsen 10, in der Nordsee und im Kanal durch Einheiten der Kriegsmarine zwei britische Flugzeuge zum Absturz gebracht. Deutsche Flugzeuge griffen gestern Industrie- und Verkehrsanlagen an der englischen Südküste und in Ostengland an. Zwischen Don und Wolga. Oer Kampf um die Feldbefestigungen von Stalingrad. Von Kriegsberichter Oswald Zentner. PK. ... An einem einzigen Tage sind starke Panzerverbände aus dem Brückenkopf im großen Donbogen, bis an die Wolga nördlich Stalingrad durchgebrochen. Das ist nur ein neuer Beweis für die Ueberlegenheit der deutschen Panzerwaffe; diese schneidige Attacke zeigt auch, wie sehr das Verteidigungssystem in diesem kriegsentscheidenden Abschnitt zwischen Don und Wolga durch den fortschreitenden deutschen Angriff desorganisiert worden ist. Für die Panzerkräste, die 50 Kilometer vor der Jnfanteriespitze ganz auf sich gestellt sind und deren Nachschubsttaße, einem dünnen Darm vergleichbar, jederzeit von den Bolschewisten unterbrochen werden kann, werden schwere und kampfreiche Tage kommen. Aber es ist ja nicht das erstemal in diesem Kriege, daß Panzerverbände die Bresche in die Front des Feindes schlagen, dann abgeschnitten werden und in vorgeschobenen Stellungen solange ausharren, bis sich die Infanterie herangekämpft hat. Viel schwieriger ist die Aufgabe, die den Infanteriedivisionen vor Stalingrad gestellt ist. Die Landbrücke zwischen dem Don- und dem Wolgaknie ist wie ein Riegel zwischen Zentralrußland und dem unteren Don- und Wolgagebiet, dem Kubangebiet und dem Kaukasus. Die Stadt Stalingrad (früher Zarizyn), die einschließlich der Vorstädte in 20 Klometer Länge am rechten Wolgaufer liegt, ist der letzte st r a t e g i s ch e Eckpfeiler der bolschewistischen Süd- fr o n t. Fällt die Stadt, dann bricht die Hauptverbindung zwischen der Mitte und dem Süden zusammen, die direkten Bahnverbindungen zum Kaukasus werden unterbrochen und der ganze Unterlauf der Wolga wird der sowjetischen Nutzung und Kontrolle entzogen. Es ist heute eine ähnliche Lage eingetretrn wie 1918. Damals hinderten Zarizyn und die Landbrücke zwischen Don und Wolga die Vereinigung der weißrussischen Armeen in Mittel- und Süd- rußland; heute ist es das letzte Bindeglied zwischen Die sowjetische Seemacht. Das Verhalten der sowjetischen Flotte in diesem! Krieg läßt an die zahlreichen Fehlschläge der ruffi- schen Seemachtsgeschichte denken. In merkwürdiger Wiederholung ziehen sich derartige Katastrophen durch die Geschichte des Ostreiches. Bekannt ist die geographisch ungünstige Lage der Sowjejtunion zu den warmen Meeren. Während sie über eine lange arktische Küste verfügt, die ihr wenig nützt, hat sie an den warmen Meeren nur Zutritt zu den innersten Winkeln der Nebenmeere. Die Ostsee ist ein geschlossenes Meer, dessen Ausgang früher von den nordischen Mächten, heute von Deutschland kontrolliert wird. Das Schwarze Meer wird abgeschlossen durch die türkischen Meerengen, die ttotz aller Mühen nicht zu erreichen waren. Wladiwostok, die „Beherrscherin des Ostens", sollte zwar Ausgangspunkt einer See» machtentwickluntz am Stillen Ozean werden, wird aber durch den japanischen Inselbogen vom hohen Pazifik abgeschlossen. So blieb eigentlich nur Archangelsk, das aber im Winter fünf Monate zufriert, oder das.eisfreie Murmansk am freien Meer, das nur durch seine abseitige Lage nördlich des Polarkreises verkehrsmäßig problematisch erscheint. Im übrigen ist die Bahnverbindung nach Murmansk heute bereits von deutsch-finnischen Truppen unterbrochen und bamti der Hafen strategisch lahmgelegt worden. Der Bewohner der Sowjetunion selbst ist ein Mensch des Landes und der Steppe, der die an» dersgearteten Gesetze des Meeres nicht versteht. Der Franzose sagt: „Das Meer liebt den Russen nicht." Ueberdies verlangt das Wesen des See» Krieges individuelles Führertum, Entschlußfreudig» feit und Selbständigkeit des Handelns, alles Cha» raktereigenfchafen, die dem kolletiv denkenden Bewohner der Sowjetunion fremd sind. So ist es er» klärlich, daß in feinem Verhältnis zum Meer raffen» psychologische Schwierigkeiten bestehen, die ihn zu Unsicherheit und Untätigkeit in Dingen des Seewesens verleiten. Im Krim krieg 1854/55 erfolgte der erste große Rückschlag, als die Schwarzmeer-Flotte trotz günstiger Verhältnisse nicht den Versuch machte, die ver- bündeten Engländer, Franzosen, Türken und Piemontesen an der Landung auf der Halbinsel Krim zu hindern. In völliger Verkennung der Erfordernisse des Seekrieges zag man die Flotte von der See zurück und degradierte sie zur Hafenverteidi- aung, indem man eine Doppelreihe von Kriegsschiffen vor Sewastopol legte, um die Einfahrt zu sperre«.' Sieden Schiffe wurden sogar im Fahrwasser versenkt und ihre Geschütze und Besatzungen den Landstteitkräften zugeteilt. Ein Beispiel von verkehrter Ausnutzung der Seekriegs- mittel, das sich noch öfter wiederholen sollte. Die Folge war die Belagerung und Kapitulation von Sewastopol und der Pariser Vertrag von 1856, der der mittleren und der südlichen Front der Sowjets. Heute wie damals werden die Bolschewisten der Versuch machen, diese Stadt, die den Namen Stalins trägt, mit allen Mitteln zu halten. Sie müssen es schon aus Gründen der Selbsterhaltung tun, auch wenn Stalin nicht den Befehl gegeben hätte, keinen Fußbreit Boden kampflos mehr gus- zugeben. Das Land zwischen Don und Wolga ist von den Bolschewisten zu einer einzigen Festung ausgebaut worden. Taufende FeDstellungen, Feldbefestigungen, Erdbunker, Schützenlöcher, MG.» und Kampfstände sind als westlicher Verteidigungs» gürtet Stalingrads über das ganze Gelände verteilt worden. Wo der Infanterist auch antritt — immer stößt er auf diese Feldbefestigungen, die so gut getrarnt sind, daß sie zuweilen auf nächste Entfernung nicht erkannt werden. Sibirische Scharfschützen-Regimenter der sowjetischen Fernost-Armee, die in wochenlangen Märschen an den Don herangeführt worden sind, verteidigen den Abschnitt. Die deutschen Infanteristen, die durch die pausenlosen achtwöchigen Gewaltanstrengungen der großen Don-Offensive kampferprobt sind, stoßen hier auf einen zäh kämpfenden Gegner, dem sie durch täglich härtesten Einsatz Kilometer um Kilometer abringen müssen. Die Ueberminbung der 60 Kilometer zwischen Don und Wolga war für die deutschen Panzer ein verwegener Husarenritt. Die operativen Folgen dieses Durchbruches werden nicht ausbleiben. Der Infanterist aber wird dadurch der Notwendigkeit nicht enthoben, sich in täglich neuen, ost verlustreichen, immer schwereren Kämpfen durch diesen tiefgegliederten und breiten Gürtel der Feldbefestigungen durchzukämpfen. Die eigene Artillerie und die schweren Infanteriewaffen machen Abschnitt um Abschnitt sturmreif. Die Panzerjäger halten den Infanteristen die sowjetischen Tank vom Halse, die immer noch zu Dutzenden herumfahren oder aus Rampenstellungen als Artillerie wirken. Die Luftwaffe zertrümmert in rollenden Tageseinsätzen eine Stellung nach der anderen, greift die feindlichen Panzerbereitstellungen an und hält die schweren Waffen der Sowjets nieder. Die bolschewistischen Bomber fliegen nur nachts und richten entsprechend geringfügigen Schaden an. Vor Stalingrad ist eine Schlacht im Gange, die auf beiden Seiten unter Einsatz aller Waffen geführt wird. Die Vorentscheidung wurde bereits mit dem Uebergang im großen Donbogen erkämpft, den die Sowjets trotz verzweifelter Gegenwehr nicht verhindern konnten. Nun wird im Jnfanteriekamps Tag um Tag ein Teil stück nach dem anderen aus dem westlichen Verteidigungsgürtel vor Stalingrad herausgebrochen. Die Anariffswalze der deutschen und verbündeten Truppen schiebt sich täglich bedrohlicher an die Wolgastadt heran. Die Infanterie-Divisionen aber, die an dem Angriff beteiligt sind, krönen mit diesem heldischen Einsatz, der der Führung mutigste Entschlüsse und den Feldsoldaten das Opfer stündlicher Selbstüberwindung abverlangt, die gigantische Donschlacht, bei deren Ende die deutschen Soldaten nach einer Serie dramatischer, aufreibender und beispielloser Kämpfe zum ersten Male in der Geschichte an der Ostgrenze des europäffchen Kontinents stehen werden. oem Zarenreich jede Seemacht im Schwarzen Meer kategorisch vSrbot. Die 15 Linienschiffe, 7 Fregatten, 11 Dampffregatten und kleineren Fahrzeuge der Schwarzmeer-Flotte waren vernichtet. Erst 1871 konnte dieser Vertrag gekündigt und eine neue Seemacht aufgebaut werden. Ein ähnliches Schicksal erlebte die flotte des Zaren 1904 im Fernen Osten b e i Port Arthur. Nach ihrem ersten Tropedobootsangriff landeten die Japaner unbehelligt in Nordkorea und schloffen die Festung Port Arthur von Land aus ein. Die gegnerische Flotte versuchte einen Ausbruch, um Wladiwostok zu erreichen, wurde aber von Admiral Togo zersprengt. Die zurückkehrenden Schisse sanden im Hafen von Port Arthur unter ^m Feuer der japanischen Heeresartillerie ein unrühmliches Ende. Wiederum wurdet Besatzungen und Geschutze^an derLandfront eingesetzt, also am falschen Platz geopfert. Die Niederlage der Ersatzflotte unter Admiral Roshdjestvensky in der großen Seeschlacht bei Tsushima am 27. Mai 1905 gegen Admrra Toga besiegelte das Ende der zaristischen Seemacht im Fernen Osten. Auch im Weltkrieg hat die Ostseeflotte des Zaren gegen die zeitweilig sehr schwachen deutscl)en Seestreitkräfte wenig Angrlsss- geist gezeigt. Sie erschöpfte sich im Minenkrieg und in bet Defensive. Die moralischen Auswirkungen dieser Zurückhaltung der Flotte äußerten sich in den schweren Meutereien 1917 wie damals 190a bei der Schwarzmeer-Flotte. Die bolschewistische Revolution vernichtete das ausgebildete Offizierkorps vollkommen. Der Ausbau einer neuen S o w j e t s e e m a ch t war daher eine fast unmögliche Aufgabe. Es traten infolgedessen die traditionellen Mängel in verstärktem Maße aus. Schon im sowjetisch-finnischen Winterkneg 1939/40 zeigte die sowjetische Ostseeflotte keinerlei nennenswerte Initiative gegenüber dem an Zahl doch weit unterlegenen Gegner. Es gelang der bosiche- wistischen Flotte nicht einmal, den finnischen Seeverkehr nach Schweden ernstlich zu stören. In diesem Krieg hielt sich die sowjetische Flotte erwartungsgemäß vorsichtig zurück. Es kam deshalb nur zu wenigen Gefechten, die mit sowjetischen Verlusten endeten. Die gepriesene sowjetische U- Boot-Flotte von angeblich 110 Booten allein in der Ostsee trat nur wenig in Erscheinung. Auch im Schwarzen Meer zeigte sie, abgesehen von einigen verlustreichen Vorstößen gegen die rumänisch-bulgarisch Küste, keinen Offensiogeist. Nach den schweren Verlusten in den Minenfeldern vor Reval ist das Rückgrat der sowjetischen Ostseeflotte gebrochen. Ihre beiden noch aus der Zarenzeit stammenden Schlachtschiffe „Marat" und „Oktoberrevolution" sind durch Fliegerbomben schwer beschädigt und gefechtsunfähig. Nach Gefangenen- aussagen sind zahlreiche U-Boote der Sowjets in Kronstadt aufgelegt und die Besatzungen beim Landheer eingesetzt worden. Damit hat sich ein, wie wir oben zeigten, bekannter Vorgang aus der russischen Marinegeschichte wiederholt. Die baltischen Stützpunkte und Inseln sind verloren/ Leningrad als Hauptstützpunkt der bolschewistischen Flotte ist von deutsch-finnischen Truppen völlig emgeschlossen. So ist auch das Schicksal der feindlichen Seemacht in der Ostsee besiegelt. Die Schwarzmeerslotte wird ebenfalls der Auslieferung, Versenkung ober Internierung nicht entgehen können. Die sowjetische Eismerflotte steht auf verlorenem Posten, bie Fernost-Flotte hätte bei Verwicklungen mit Japan geringe Aussichten. Das Ende des bolschewistischen Systems ist daher nicht nur das Ende des bolschewistischen Weltherrschaftstraumes, sondern auch der sowjetischen Seemachtentwicklung, die an den Widerständen der geopolitischen Lage, an rassischen Bedingtheiten und an der Unfähigkeit der Sowjetmachthaber scheitert. RDS. Der Wehrmachtbericht vom Gamstag. DNv. Aus dem Führerhauptquartier, 5. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Taman-Halbinsel wurde in raschem Zugriff Stadt und Hafen Tamanskaja genommen. Nordwestlich Noworissijsk schreitet der Angriff deutscher und rumänischer Truppen in erbitterten Kämpfen weiter fort 3m Hafen von Noworossijsk wurden zwei Transportschiffe durch Bombenwurf beschädigt. 3m Festungskampffeld von Statin- grad nahmen die deutschen Angriffstruppen zahlreiche zäh verteidigte und neuzeitlich ausgebaute Kampfanlagen. Feindliche Gegenangriffe wurden abgewiesen. Nördlich der Stabt führte der Feind mit starken 3nfan(erie- und Panzerkräften Entlastungsangriffe durch, die unter Vernichtung von über 40 panzern abgeschlagen wurden. 3n Tag- und Nachtangriffen fehle die deutsche Luftwaffe die Zerstörung von Verkehrs- und Ftugplahanlagen ostwärts der Wolga fort. Südwestlich Kaluga dauern die schweren Abwehrkämpfe an. Nordwestlich Medyn und südostwärts Rschew scheiterten wiederholte von panzern und starken Lustverbänden unterstützte Angriffe der Sowjets. Bei Nacht wurde ein feindlicher Flugstützpunkt mit guter Wirkung bombardiert. Auch südlich des 3lmensees und vor Leningrad scheiterten feindliche Angriffe. 3m Finnischen Meerbusen wurde ein sowjetisches Minensuchboot durch Bombenwurf beschädigt. An der Ostfront wurden am 3. und 4. September 182 feindliche Flugzeuge in Luftkämpfen und durch Flakartillerie zum Absturz gebracht, fünf weitere am Boden zerstört. 14 eigene Flugzeuge werden vermißt. 3n der vergangenen Nacht führten die Sowjets Stör flöge über dem Generalgouvernement und über Ostdeutschland durch, planlose Bombenabwürfe verursachten einige Verluste unter der Zivilbevölkerung. Es entstand geringer Sach- schaden. Der Feind verlor ein Flugzeug. 3m Südabschnitt der Front in A e g y p t e n scheiterten mehrere britische, mit Unterstützung von panzern geführte Angrifffe. Der Feind hatte starke Verluste und verlor mehrere hundert Gefangene, unter denen sich der Kommandeur der 6. neuseeländischen Brigade befindet. 3m offroärtigen Mittelmeer erzielte ein deutsches Unterseeboot auf einem britischen Zerstörer einen Torpedotreffer. Stadt und Hafen von Dover wurden durch Fernkampfbatterien mit schwerem Feuer belegt. Die britische Luftwaffe führte in der Nacht zum 5. September einen lerrorangriff auf Wohnviertel der Stadt Bremen. Aus großer höhe geworfene Spreng- und Brandbomben trafen u. a. mehrere Kirchen und Krankenhäuser schwer. Nachtjäger und Flakartillerie schossen elf der angreifenden Bomber ab. 3m Kampf gegen Großbritannien griffen deutsche Flugzeuge, zum Teil im Tiefflug, 3n- dusirie- und Verkehrsanlagen an der englischen Süd- und Südostküste an. 3m nördlichen Abschnitt der Ostfront haben bei den harten und erfolgreichen Abwehrkämpfen der letzten Monate die 11. uttd 21. osipreußische 3n- fanleriedivision sich ganz besonders ausgezeichnet. Oberleutnant (5raf, Staffelkapitän in einem 3agdgeschwader, errang am 4. September an der Ostfront seinen 150. Luftsieg. Vor Gründung eines europäischen Iugendverbandes. Berlin, 5. Sept. (DNB.) Auf Einladung des Reichsleiters Baldur von Schirach treten vom 14. bis 18. September in Wien die Abordnungen der europäischen 3ugend zusammen, um die Gründung eines europäischen 3ugendverbandes zu vollziehen. Unter der Führung Deutschlands und 3ta- liens werden die 3ugendführer Europas ein B e- f e n n t n i 5 zu den revolutionären Erziehungsidealen ablegen, die eine an der Ostfront durch vergossenes Blut und gemeinsam errungene Siege zusammengeschiveiste 3ugend erfüllen. Die rexistische Fugend antwortet Roosevelt. Brüssel, 6. Sept. (DNB.) In einer Erklärung des Führers der rexistischen Jugendbewegung heißt es: „Ein Plutokrat, der sogar den Einfluß des Marxismus bis zum perversen Bolschewismus auf das intensivste gefördert hat, will der Jugend als Vorbild erscheinen. Nein, Herr Roosevelt! Sie besitzen nicht mehr die Macht, unsere Ideale umzuformen ober zu beeinflussen. Ihre pharisäerhafte Zuständigkeit hat ein Ende! Wir, di e "Inge n b Walloniens, sind einig mit der Jugend Europas in unserem neuen völkischen Wollen. An uns erging der völkische Ruf. Wir die rexistische Ju- aend, haben diesen Ruf gehört, lieber die traurigen- Erinnerungen einer schmerzhaften Vergangenheit hinweg ist dieser Ruf zu uns gelangt und hat uns einen neuen Glauben an ein heiliges Ideal beschert. Gemeinsam mit den Kameraden Europas sind wir bereit, unser Wollen zu diesem Ideal unter Beweis zu stellen. An der Spitze der rexistischen Jugend beweist Ihnen das, Herr Roosevelt, der Opfertod unseres rexistischen Jugendführers im Kampf gerade gegen Ihre Welt. Und wir alle sind bereit, diesem, Beispiele zu folgen. Zwei Fahre nationales Rumänien. B u k a r e ft, 6. Sept. (DNB.) Rumänien beging den Tag, an dem vor zwei Jahren König Michael I. den Thron bestieg und Marschall An- tonescu die Führung des Staates übernahm. In den Straßen sieht man neben den Fahnen Rumäniens die Fahnen Deutschlands und Italiens und neben den Bildern des Königs und des Staatsführers die Bilder Adolf Hitlers und Mussolinis. Marschall Au tonescu erließ einen Aufruf an das rumänische Volk, in dem er erklärt: Dieser Krieg ist unser eigener Krieg, weil vier Millionen Einwohner des Königreiches mit dem Boden unserer alten Moldau uns von den Sowjets geraubt worden waren. Wenn wir unser nationales Dasein nicht auf das Bündnis mit Deutschland und Italien gestützt hätten, und wenn die große deutsche Wehrmacht nicht die Gewähr für- die Freiheit unseres Bodens gewesen wäre, dann wären wir seit langem unter der Ueberflutung der bolschewistischen Horden zugrunde gegangen, die nur auf die Stunde unserer und Europas Zerstörung warteten. Der Kampf, den das rumänische Volk führe, läßt Rumänien voller Zuversicht die Schwelte dieses neuen Jahres der rumänischen Revolution und des Freiheitskampfes überschreiten. Für Argentiniens Neutralität. Buenos Aires, 6. Sept. (Europapreß.) In einer öffentlichen Kundgebung in der Hauptstadt Argentiniens wurden Präsident C a st i 11 o die in 23 Bänden gesammelten Unterschriften von einer Million argentinischen Staatsbürgern überreicht, die sich für die Beibehaltung der Neutralitätspolitik Argentiniens aussprachen. Präsident Castillo betonte, daß die Neutralität niemals ein Land isoliere, sondern es im Gegenteil mit anderen Ländern zusammenführen könne. Wenn Argentinien auch dem Gedanken einer panamerikanischen Zusammenarbeit grundsätzlich zustimme, so werde bie Regierung doch immer den Weg der Neutralität beschreiten. Castillo gab seiner Genugtuung Ausdruck, daß diese Haltung vom Vol^k gebilligt werde. Daher sei bie Staatsführung auch in Der Lage, mit Würbe biefe Haltung zu wahren. Castillo befaßte sich auch mit den wirtschaftlichen Folgen der neutralen Haltung. Man müsse zugeben, daß Argentinien viele Dinge nicht erhalte, welche es benötige. Das Land müsse sich daher seine W i risch aftsfreiheit erkämpfen, ebenso wie es früher bie politische Unabhängigkeit errungen habe. Dies sei die vornehmste Aufgabe der neuen Generation. Diese wirtschaftliche Freiheit aber bedeute keineswegs die Abschließung von der Welt. Die argentinische Volksbewegung für die Neutralität war kurz nach der Rio-Konferenz an die Oesfent- lichkeit getreten und hatte Zustimmung in allen Volksschichten gefunden. Neben hohen Staatsbeamten setzten sich besonders Offiziere und die Geistlichkeit für die Bewegung ein. In Buenos Aires sowie in den Provinzstädten wurden Kioske aufgeschlagen, um der Bevölkerung Gelegenheit zur Unterschrift zu geben. Füdische pollzeigewatt über Palästina-Araber. Rom, 6. Sept. (Europapreß.) In Palästina haben die britischen Behörden tn jüngster Zeit die Anwerbung von Juden für den Polizeidienst verstärkt, damit aber zugleich eine erhöhte Mißstim- Die Erneuerung der deutschen Rechtspflege. Staatssekretär Rothenberger über die Führer-Bollmacht. Der Führer hat dem neuen Reichsjustizminister die Vollmacht erteilt, eine nationalsozialistische Rechtspflege aufzubauen. Erste Gedanken darüber entwickelt Staatssekretär Dr. Rothenberger in der „Deutschen Justiz". Er erinnert daran, daß Reiche vergangen sind, wenn an die Stelle von Recht und Ordnung Willkür und Korruption traten. Für das deutsche Empfinden bleibe das höchste Gut die Gerechtigkeit, nicht im Sinne eines Trugbildes des „gleichen Rechts für alle", sondern im Sinne des alten preußischen Spruchs „Jedem das Seine". Die oberflächliche Betrachtung, em autoritärer Staat vertrage kein starke? Richtertum, weift der Staatssekretär als falsch zurück. Den Richter, der über Leben und Tod, Freiheit, Ehre und Familie entscheidet, erwartet das Volk als einen unerschütterlichen Repräsenta nhe n starken Rechts vor sich zu sehen. Andere Stellen, auch der politische Leiter — und sei es der beste — und der Beamte, könnten nicht zugleich Richter sein. Sie hätten völlig andere Aufgaben. Sie alle bedürften eines Gegengewichts im Richter. Korruption, persönliche egoistische Interessen, Eitelkeit und Machthunger, die nun einmal im menschlichen Leben eine große Rolle spielten, könnten außer durch eine straffe politische Führung nicht besser verhindert werden als allein durch die Tat» mung unter den Arabern hervorgerufen. Die Hauptaufgabe dieser Polizeitruppe ist die Unterdrückung der arabischen Bewegung in Palästina. Neben einem bereits 20 000 Juden umfassenden Polizeikorps ist die Ausstellung eines weiteren im Gange, das vorwiegend zum Einsatz auf dem Lande bestimmt ist. Während sich die Juden für die Araberbekämpfung zur Verfügung stellen, finden die britischen Versuche, sie auch zum Militärdienst zu rekrutieren, nur sehr geringe Gegenliebe. Die Araber aber weigern sich grundsätzlich, in britische Dienste zu treten. So staben die Engländer für ein Palästina-Freiwilligenkorps von 2000 Mann bisher nur 500 Freiwillige finden können. Ebenso hat sich der Versuch zur Aufstellung eines Palästina-Regiments als ein Fehlschlag erwiesen, obwohl die Englände-r angekündigt hatten, daß sie getrennte Araber- und Judenbataillone aufstellen wollten. Das Eichenlaub für Leutnant Hein. DNB. Aus dem Führerhauptquartier. 6. Sept. (Funkfpruch.) Der Führer verlieh dem Leutnant d. R. Gerhard Hein, Kompanieführer in einem 3nfankerieregiment, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und sandte an ihn nachstehendes Telegramm: ,.3n dankbarer Würdigung 3hres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Fhnen a l s 12 0. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler." Kleine politische Nachrichten. Schweren Verletzungen, die er sich beim Einsatz im Osten zugezogen hatte, erlag in einem Lazarett der Ritterkreuzträger Hauptmann Bauhaus, Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader. Im Westfeldzug erwarb er sich als Führer der.Aus- Elärungsftaffel das E. K. I. Im Kampf gegen die Sowjetunion errang er bedeutende Erfolge, die im Mai 1942 zur Verleihung des Ritterkreuzes führten. Der Führer hat angeordnet, daß das bisherige Reichsamt für Agrarpolitik der NSDAP, die Bezeichnung Reichsamt für das Landvolk führt.' Die Anordnung gilt sinngemäß auch für die Nachgeordneten Aemter in den Gauen und Kreisen. * Der in Berlin weilende Generaldirektor der türkischen Staatsbahnen stattete dem Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller einen Besuch ab, bei dem die deutsch-türkischen Verkehrsfragen besprochen wurden. ♦ Der Duce begab sich in Begleitung der General- stabschefs zu einem Flugplatz in Mittelitalien, wo er Erprobungen von Fliegerbomben beiwohnte. Die baskische Leidenschaft. Von unserem ständigen F.-Berichierstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Madrid, Ende August 1942. Die baskische Bevölkerung Nordspaniens hat trotz aller Stürme, die in den letzten zwei Jahrtausenden über die Iberische Halbinsel hinweggegangen sind, ihre Volkseiaenart bewahrt. Der Baske ist ein anderer Menschenschlag als der eigentliche Spanier. Groß, kräftig, breit in seiner Körpergestalt, erinnert er an unsere Westfalen, nur daß sein Haar dunkel ist. Aber auch in seiner geistigen Verfassung ist er dem Westfalen ähnlich. Zäh hält er am Ueber- lieferten fest und spricht heute, noch seine eigene Sprache, die den Gelehrten schon manches Kopfzerbrechen gemacht hat, trägt seine eigene Tracht, feiert feine eignen Feste und betreibt seinen eignen Sport. Jeder Baske ist begeistert für das PeIota- Spiel, seine ureigenste Sportart. Pelota heißt zu deutsch Ball, und dieses baskische Ballspiel könnte man eine Abart des Tennis nennen. Das Spielfeld hat jedoch nür ein Feld, und an Stelle des Netzes ist eine hohe Wand errichtet, gegen die der Ball geschlagen wird. Die gegnerischen Parteien stehen also auf dem gleichen Feld und wechseln sich in ihren Schlägen ab. Diese Anlage trägt die Bezeichnung Fronton und ist in jedem, auch in dem kleinsten baskischen Ort anzutreffen. Im ausgebauten Fronton haben die Spieler neben der Hauptwand vor der Front eine weitere an ihrer linken Seite, woran sich noch eine Rückwand in der Art der Frontwand anschließt, so daß sich der Kampf inner- stolb eines großen Rechtecks abspielt, dem eine lange Seite fehlt. Man könnte das Pelota-Spiel als Raum-Tennis bezeichnen, denn der Ball, der unserem Schlagball ähnlich ist, darf auf seinem Rückflug von der Anschlagwand auch die Seiten- und Rückwand berühren, jedoch nur einmal den Boden Das Spiel wird in mehreren Arten durchgeführt. Die älteste, die man als die klassisch-baskiscbe bezeichnen könnte, weil sie in allen Dörfern des Baskenlandes leidenschaftlich betrieben wird, benutzt Zum Schlag lediglich bie mit einem Tuch umwickelte Hand. Bei den anderen werden Schläger aus Holz und besonders geformte Schleuderkörbe verwandt. Diese Schleudertörbe haben die Form einer großen leicht gekrümmten Hand mit zurückgebogenen Fingerspitzen und werden am Unterarm und auf der Handfläche sestge schnallt, so daß sie die Bewegung des Handgelenkes mitmachen. Die größten haben eine Länge von 50 cm. Mit dieser künstlichen Hand wird der Ball geschickt aufgefangen und sofort durch einen Schwung des ganzen Armes gegen die Anschlagwand geschleudert. Er erhält auf diese Art oft eine Geschwindigkeit, daß er nach dem Aufschlag über den Raum hinweg gegen die 60 m entfernte Rückwand prallt. Don dort muß er entweder direkt oder nach dem Ausschlag auf den Boden von einem der Gegenspieler, die meist in Paaren spielen, genommen und wieder gegen die Frontwand geschleudert werden. Berührt der Ball jedoch zweimal den Boden, so zählt dieses für die Gegenpartei als Pluspunkt. Das Spiel geht meist über 30 Punkte, kann aber bei großen Treffen auf 40 und mehr angesetzt werden. Die spanische Wettleidenschaft hat mit dem Pelota- Spiel ein besonderes persönliches Weltsystem verbunden. Der Zuschauer, der auf den Sieg einer Partei einen bestimmten Satz setzen will, ruft dieses einem der für diesen Zweck angestellten Vermittler zu, der es vor dem Spiel ausruft. Der gewöhnliche Satz ist meist 100 Pesetas oder 20 Durvs, wie es in der Sprache der Pelota-Wetter heißt. Nimmt einer diese Wette an — was fast immer geschieht —, Dann notiert der Vermittler das auf einem Block unb wirft den beiden Wettlustigen in einem geöffneten Tennisball die Kopien zu. Aber auch während des Spieles geht bas Wetten weiter, nur daß entsprechend dem Spielstand die Sätze nicht mehr pari stehen. Wer zuerst mit 100 Peseten auf Rot abgeschossin hat, kann später auch noch eine Wette auf Blou abschließen, nur mit dem Unterschied, daß er für 100 Ptas. oft 200, 300 ober 400 Ptas. gegen» fegen muß. Gewinnt Blau, bann verliert er aus feiner ersten Wette 100 Ptas. unb gewinnt aus feiner zw.-iten Wette 100 Peseten, so daß er, abgesehen von ben Steuersätzen, keinen Verlust hat. Gewinnt aber Rot, so erhält er aus seiner ersten Wette 100 Pesetas, muß aber für die zweite 200, 300 ober 400 Ptas. entsprechend» seinem Abschluß zahlen. Nach Schluß des Spieles findet die Abrechnung mit dem Wettvermittler statt, und mancher Spanier hat feinen schwer erarbeiteten Wohlstand durch leichtsinnige hohe Wetten wieder eingebüßt. Für einen Sportliebhaber aber ift das Zusehen bei einem Pelota-Spiel- ein Hochgenuß. Kraft, Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Einsatz treten hier irr einer Form auf, bie kaum von einem anderen Ballspiel übertroffen werden kann. Daneben aber weift bas Spiel mit Schleuderkörben eine Eleganz und eine Vollendung der Bewegungen auf, die selbst den Nichtsportier in stärkstem Maße fesseln. Tante Malwine. Von Olaf Hinz. . Vom Fenster meines Hotels sah ich auf den großen Platz, in dessen Mitte eine weite Rasenfläche mar, auf der Kinder liefen und spielten. Plötzlich geschah etwas, das mich fast unbeweglich am Fenster verharren ließ. Es war gar nichts Besonderes, etwas, das von den Fußgängern, die den Platz überschritten, kaum beachtet wurde, nur die spielenden Kinder ließ es ein Weilchen innehalten. Eine sehr alte Dame schritt am Rasenrund vorüber. Sie war altmodisch gekleidet. Einen langen schwarzen Tuchrock trug sie, dessen' Schleppe über den Boden strich; auf dem weißen Haar saß ein winziges Kapotthütchen, unb vom Arm hing ein mit zarten dunklen Schleifchen verzierter Pompadour herunter. Es war wie ein vergessenes, ehrwürdiges Bild aus einer lange vergangenen Zeit. — Die Kinder sahen mit großen Augen verwundert auf die dunkle Gestalt, dann, mochte er der sonderbar kleine Hut oder der schleppende Rock der alten Frau fein, der fie dazu on regte, lachten sie hell und laut, so daß einige der Erwachsenen sich umwandten unb ein wenig lächelnd auf die still fortschreitende Frau bückten. Wie festgehalten stand ich an meinem Platz und Ichaute auf das seltsame Bild, und ganz von selbst sagten meine Lippen: „Tante Malwine!" — Natürlich war es nicht Tante Malwine, die war feit fahren tot, aber — war es bie Aehnlichkeit in der Gestalt ober war es auch nur bie so ganz für die Begriffe von heute unmoderne Kleidung — einen Augenblick sah ich in jener Gestalt, der fo viele Augen nochblickten, meine Tante. Tante Malwine war die Liebe meiner Jugend. Kam die Kunde zu uns Kindern, daß sie für ein paar Wochen zu Besuch ins Haus kommen würde, so mar Freude unb Glückseligkeit in uns. Es war nicht das Ausschlaggebende, daß die Tante immer etwas Gutes für uns in der Reisetasche hatte, nein, es mar ihre über alle Maßen gütige Persönlichkeit, die Ruhe unb Freundlichkeit ihres Wesens, die uns Kindern so lieb war. War Tante Malwine da, so konnte unsere geplagte Mutter beruhigt sein, bann gab es keinen Streit zu schlichten — dann war eitel Friede und Freude im Haus. — Ich kannte sie nicht anders als weißhaarig, immer im dunklen Kiew, mit einem schwarzen' Pompadour, der, saß sie im Sessel, auf ihrem Schoß lag. Denke ich an Tante Malwine, bann spüre ich, noch ehe ich im Geiste ihr vertrautes Gesicht sehe, ganz deutlich den Duft, der um sie war. Es war ein zarter Geruch von Pfefferkuchen unb Anis. Und dieser leichte Duft war mir so lieb, daß ich oft mein Gesicht tief in die Falten ihres Rockes grub, um ihn mit geschloffenen Augen zu atmen. Ich liebte die Tante von ganzem Herzen, und ihren Tob wollte ich langp nicht glauben. Als ich einmal—ich war als Soldat im Kriege — einen Brief von Tante Malwine bekam, eng mit kleinen Buchstaben beschrieben, kam mir wieder aus den Blättern jener Hauch von Pfefferkuchen und Anis entgegen. Und dieser Duft war es, der mir inniger unb rührender von Zuhause erzählte, als viele liebe, gute Briefe unb Botschaften. Ich trug den Brief bis zu meiner Verwundung in der Tajche. Er war schmutzig geworden, die Schrift kaum noch leserlich — aber wenn ich einen Augen« blick stillestand unb die Blätter dicht vor das Gesicht hielt, spürte ich, wenn auch ganz leise nur, jenen Duft, der mich so sehr nach Hause rief. Ich habe sie bann nicht mehr gesehen. Sie starb still eines Winters in ihrer kleinen Wohnung. Ich lag im Lazarett, ober all meine Gedanken waren bei ihr, die nun in die Ewigkeit ging. Jetzt mar es in einer fremden Stadt, wo sie flüchtig, für einen Augenblick, on mir Dorübcrqinq, still unb gütig, wie ich sie kannte und liebte verstarb. Verdunkelungszeit 7. September von 20.58 bis 6.13 Uhr. muß 35. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) er sich die tag, NUS sehr dringend noch auswärts müßte. Dann eilte in den Operationsraum. Die Oberin rief in der Villa an. Anna erhob miide von der Couch und ging zum Apparat. Man hat die geschichtlichen Fakten, spielend uni das Jahr 1760 in den Schlössern Oranienbaum und Peterhof bei Petersburg, bisher bei uns, wie es ja nahelag, meist ausschließlich vom deutschen 'Standpunkt aus betrachtet, d. h. sie vor allem in ihrer Bedeutung für die Situation in Europa und die Entwicklung Preußens gewürdigt: im Siebenjährigen'Kriege war es für Friedrich TI. vielleicht die schicksalentscheidende Wendung, jedenfalls aber eine außerordentliche Entlastung, als nach Elisabeths Tode zunächst der vom preußischen Wesen entzückte, in Potsdamer Uniformen spielerisch verliebte Peter an die Regierung kam. Gobsch sieht die Dinge als eine Episode der russischen Geschichte; im dynastischen Streit um Thronfolge und Macht in Rußland erscheinen ihm die höchst ungleichen „Dann bringe ich alles Erforderliche mit", erklärte Brügger. Er hängte an. Doktor Brügger, ein Mann, dem zwei Tage und zwei Nächte bös zugesetzt hatten, sah mit verstörten Blicken um sich. Boy krank! Schwer krank. Wie kam der Junge auf die Bündlesalpe? Brügger riß sich zusammen und trug der Oberin auf, seinen Wagen vors Krankenhaus zu bestellen. Hingerl wegen des Instrumentariums und des Mitkommens zu verständigen und — ja, auch dieses noch — seine Frau davon in Kenntnis zu setzen, daß er „Ich freue mich wirklich. Wie kommt ihr denn nach Trettau?" „O mei, halt so eine kleine Fahrt, wie wir sie öfter machen. Ein bissel Rekognoszieren für das Hochlandlager im Juli. Geht's Ihnen gut?" forschte er besorgt, denn er hatte die Tränenspuren wohl bemerkt. „Jawohl, Schorschi , lächelte sie tapfer. „Wieviel seid ihr denn?" „Zwanzig Mann." „Lauter Münchener?" „Lauter. Wir bleiben über Nacht hier." „Habt ihr denn schon ein Quartier?" „Eigentlich nicht. Wir wollen zum Bürgermeister deswegen." „Damit wird's bös ausschauen jetzt in der Saison. Aber ich weiß Rat, Mein Mann ist leider nicht da. Ich riskiere es eben so. Ich werde euch drüben in unserer neuen Heilstätte unterbringen. Nur auf die Böden müßt ihr mir achtgeben." „Au, das wäre pfundig!" „Seid ihr müd'?.Habt ihr Hunger?" „Hunger haben wir immer. Und müd'? Es geht an. Ein paar von den Buzeln tun sich ja schon hart, aber sie lassen sich nichts anmerken. Vop Immen- stadt aus sind wir geradelt." „Führe deine Buben hinters Haus in den Garten. Ich richte euch etwas zum Vespern. Später gehe ich mit euch hinüber zum Neubau und zeige euch, wo ihr schlafen könnt." „Danke schön", sagte der Glast salutierend, knallte die Absätze zusammen und ging hinaus. Anna wirbelte in die Küche und hielt mit der Resi Beratung. Es war ihr ein bißchen leichter. Das Austauchen der Buben bedeutete Ablenkung und Trost. Vorgestern waren die Krankenbetten drüben aufgestellt worden. Was verschlug's, wenn die Pimpfe mal eine Nacht oder zwei darin schliefen. Der Glosl würde schon dahinter her. fein, daß sie es nicht zu arg trieben. (Fortsetzung folgt.) Leben ging? Blinddarmgeschichten konnten gefährlich sein. Sie preßte die heiße Stirn an die Fensterscheibe. Es fiel ihr ein, daß aus ihrer Beichte nun nichts werden könnte, da Martin wegfuhr. Und er nahm ein falsches Bild von ihr mit auf den Weg. Wie, wenn der Kranke in seinem Fieberwahn nun alles preisgab? Es war zum Wahnsinnigwerden. Immer neue Schwierigkeiten und Verwicklungen. Nahm das denn nie ein Ende? In diesem Augenblick wurde chre Gedankenkette durch ein Ereignis auf der Straße.unterbrochen. Sie hörte näherkommenden Gesang, helle, sich überschlagende Bubenstimmen. Ein Trüpplein Pimpfe bog um die Ecke, in Zweierreihe, die Stahlrösser neben sich und den schwer bepackten Tornister auf dem Radständer. Auf den blonden und dunklen Haaren saß verwegen das Schiffchen. Die genagelten Dergschuhe stampften im Takt. „Der Wind weht über Feldern Ums regennasse Zelt, Der Kaiser muß gen Geldern, Seine Reiter ziehn ins Feld." „Abteilung halt!" kommandierte eine Helle, energische Stimme. „Rührt euch!" Die Pimpfe hielten gerade vor dem Doktorhaus. Kurz darauf klingelte es. Anna ging selbst an die Haustür, um zu öffnen. Einer der Jungen stand draußen und schlug die Hacken zusammen. Sein Gesicht strahUe. „Ach, du bist-es! Schau einer an! Das ist aber schön!"' begrüßte Anna ihren ehemaligen Schüler Georg Glos und streckte ihm erstellt die Rechte hin. Schorschi drückte Annas Finger kräftig und schien offensichtlich bewegt von dem Wiedersehen. Er versuchte jedoch seine Rührung hinter rauhem Manneston zu verstecken. „So, da wären wir. Es sind noch ein paar von der Klasse dabei. Ich habe es Ihnen doch versprochen, daß ich Sie aufsuche, wenn ich einmal in die hiesige Gegend komme, Fräulein — Frau Doktor." **95Jahre alt. Frau Wwe. Marie C o r v i - n u 5, geb. Kromm, aus Bindsachsen (Kreis Büdingen), die seit Jahren im hiesigen Altersheim in der Licher Straße wohnt, vollendet am morgigen Diens- 8. September, ihr 95. Lebensjahr. Frau Corvi- ist seit drei Jahren erblindet, geistig aber noch regsam und nimmt an unserem Zeitgeschehen Dr. Brüggers Patientin Roman von Walter Klöpffer Anna erschrocken. „Ja, der. Leider." „Wo befindet er sich denn?" „Wenn ich recht verstanden habe, in der Nähe von Jungholz, in einer Sennhütte. Ich schätze, das wird so dreißig Kilometer von hier sein. Mehr weiß ich selbst nicht." „Können Sie nicht meinen Mann an den Apparat holen?" „Dgs ist leider unmöglich. Der Herr Doktor operiert gerade. Er fährt gleich von hier aus nach Jungholz. Schicken Sie mir, bitte, den Hingerl ans Telephon, ich muß ihm Verschiedenes sagen. Er soll auch den Wagen bringen." „Es ist recht", erwiderte Anna. Sie rief den Gärtner herbei und begab sich in ein anderes Zimmer, um in Ruhe alles zu überdenken. Sie hatte plötzlich eine drosselnde Angst unklarer Art. So schnell iilso waren ihre bösen Wünsche in Erfüllung gegangen. Kaspar Fender krank, wie seltsam! Sie versuchte Befriedigung zu verspüren, aber es gelang nur halb. Ob er wohl durchkam? Ob es ihm ans wischenreich zustande brachten. Die Planung ü Beendigung des Krieges fertig vorliegen. Kutturpflege als Kriegsaufgabe. „Hier Trettauer Krankenhaus. Ja, ich bin's, Frau Oberin. Ich soll Ihnen bestellen, Ihr Gatte muß dringend zum einem schweren Fall. Der junge Herr Fender hat Blinddarmentzündung." „Fender? Die Stiefsohn meines Mannes?" fragte Theater der Universitätsstadt Gießen. Hanns Gobsch: ,0er Thron zwischen Erdteilen-. Das fünfaktige Schauspiel „Der Thron zwischen Erdteilen" ist das Teilstück einer Trilogie, der im Gesamtwerte von Hanns Gobsch eine zentrale Stellung zukommt: als „die Tragödie Rußlands" faßt er, ein wenig summarisch und anspruchsvoll, drei historische Dramen zusammen, von welchen „Der Thron" als das chronologisch erste die Gestalten der Zarin Elisabeth, Peters III. und Katharinas II. als Hauptfiguren gegeneinanderstellt. (Im „Anderen Feldherrn" schreibt er die Geschichte der Schlacht bei Tannenberg, von der Gegenseite aus gesehen, als persönliche Katastrophe des Generals Samsonow; im „Unstern über Rußland" schildert er den verhängnisvollen Einfluß Rasputins auf den letzten Zaren Nikolaus II.) Was die Vorgänge im „Thron zwischen Erdteilen" angeht, so schließen sie zeitlich einigermaßen an die russische Episode des Deutschen Münnich an, deren dramatische' Auslegung wir hier in Friedrich Wilhelm Hymmens „Petersburger Krönung" auf dem Theater erlebt haben. Wer sich daran erinnert, dem wird übrigens auch eine gewisse Verwandtschaft in der Problemstellung der beiden Stücke nicht entgehen: es handelt sich hier wie dort um eine Staatsaktion, die in der Auseinandersetzung zwischen eigentümlich deutschem und spezifisch russischem Wesen gipfelt. Gobsch dramatisierte die letzte Phase des Ringens um die Macht in Rußland und um das Erbe der alternden, ausschweifenden Zarin Elisabeth. Die Großfürstin Katharina, deutsche Prinzessin aus dem Hause Anhalt-Zerbst, und ihr ungeliebter, in jeder Weise ihr wesensfremder Gemahl, Großfürst-Thronfolger Peter, stehen als repräsentative Gegenspieler in vorderster Front eines mit allen Mitteln verschlagener Diplomatie und höfischen Ränkespieles lyie auch mit allen sinnfälligen Mitteln geschickter Theatralik geführten, erbitterten Kampfes, in dem der Unterliegende von vornherein nicht nur zum Verzicht auf Thron und Macht, sondern auch zum Tode verurteilt scheint. nähernd 200 Zucht-Gebrauchsfohlen des rheinischdeutschen Kaltblutschlages und des schweren Oldenburger Warmbluts aufgetrieben. Gegenüber den früheren beiden Veranstaltungen dieser Art konnten diesmal nur solche Käufer Gebote abgeben, die im Besitz eines besonderen Kaufberechtigungsscheines waren. Dadurch war es möglich, bei der Zuteilung der Fohlen vor allem diejenigen Züchter zu berücksichtigen, die in erster Linie Tiere dringend benötigen. Die auf den beiden ersten Adsatzveranstaltungen in Erscheinung getretenen ungünstigen Umstände wurden dadurch vermieden, so daß die Veranstaltung zur Zufriedenheit aller Beteiligten abgewickelt wurde. Unter der bewährten Leitung von Landstallmeister Dr. Dencker, dem Geschäftsführer des Landesverbandes, wurden die Fohlen vor dem Verkauf in Preisklassen eingeteilt, wodurch die für die einzelnen Klassen festgesetzten Höchstpreise nicht überschritten wurden. Es fand wiederum ein Ankauf von besonders wertvollen Kaltblut- und Warmblut-Hengstfohlen für die in Hessen-Nassau eingerichteten Hengst-Aufzuchthöfe statt. Der früher schon bei den Verkaufsveranstaltungen vertretene Handel wurde am Samstag ebenfalls wieder berücksichtigt, und er konnte eine ganze Anzahl Gebrauchsfohlen nach Nord- und Süddeutschland liefern. Die nächste Absatzveranstaltung ist für den 26. September in Gießen vorgesehen. Ehegatten als Exponenten zweier widerstreitenden Völker und Rassen: es stehen sich hier zwei im tiefsten Wesensgrunde einander fremde Welten und sich mit Verachtung und Haß verfolgende Naturen geoenüber, der europäische Westen und der asiatische dsten, in Katharina der Ehrgeiz einer bedeutenden Frau, der Wille zur Macht, der staatliche Ordnungs- und Reformgedanke — in Peter die russische Maß- losigkeit, Formlosigkeit, Unberechenbarkeit und Schwäche, ein in wilden Temperamentsausbrüchen sich entladender, mehr als fragwürdiger Charakter, der sich von Anfang an gegen die verhaßte Deutsche wendet, in der er merkwürdigerweise ebenso instinktiv die Feindin und Rivalin wittert, wie er Friedrich und die preußische Soldatenzucht bewun- dert und mit allen Acußerlichkeiten nachahmt. (Wenn Peter in diesem Stück als Wortführer des Stockrussentnms erscheint, so mag man sich immerhin dessen erinnern, daß der Großfürst-Thronfolger, 1728 in Kiel geboren, ursprünglich Herzog von Holstein-Gottorp war, und daß seine väterlicherseits deutsche Abkunft die Preußenschwärmerei einleuchtend motiviert; wie Gobsch die Figur einführt und der Katharina entgegenstellt, dominiert in Peters Wesen entschieden die mütterliche Erbmasse der Anna Petrowna, der Tochter Peters des Großen.) Da der Dramatiker im übrigen den historisch beglaubigten Voraussetzungen^ des Stoffes keine Gewalt antut, kann der Ausgang des durch erotische Konflikte verschärften dynastischen Streites für den Zuschauer von vornherein nicht zweifelhaft sein; daß es trotzdem gelingt, die auf der Bühne wie bei der Lektüre unmittelbar sich mitteilende Spannung im Ablaufe der Stqatsaktion bis zuletzt zu wahren, spricht für den theatralischen Spürsinn des Autors, wie überhaupt der Aufbau der Akte, die Dialogi- sierung und szenische Sichtbarmachung geschichtlich feststehender Dinge Begabung und Blick für die lebhaften Wirkungsmöglichkeiten des effektreich gesteigerten Spieles mit der höfisch-politischen Intrige erkennen läßt. Die vom Intendanten Klein geleitete Aufführung ließ eine sorgfältige Vorbereitung, auch in bezug auf sprachliche Disziplin und dialektische Glätte erkennen; das figurenreiche Stück gab überdies Anlaß zu erfolgreicher Bemühung um ein harmonisch aufeinander abgestimmtes Ensemble, in welchem alte und neuverpflichtete Kräfte sich nebeneinander erprobten. Der Spielleiter, der sich über seine Auffassung an dieser Stelle bereits geäußert hat, entwickelte zwar die Staatsaktion mit allen zukömmlichen Mitteln theatralisch-sinnlicher Wirkung, war aber auch spürbar darauf bedacht, neben und hinter den politischen Ereignissen di- menschlichen Beziehungen und Triebkräfte zu verdeutlichen. So verbanden sich Historie und Charak- uoch regen Anteil. Ihr Mann war Lehrer in Bknd- sachsen und verstarb dort im Jahre 1878. Ihr Sohn war Lehrer in Gießen und ist ebenfalls schon lange verstorben. Der alten Dame gelten auch unsere herzlichen Glückwünsche zu ihrem Geburtstage. ** Ein Achtzigjähriger. Der Lokomotivführer i. R. Wilhelm K e t t n e r, Steinstraße 48 wohnhaft, begeht am morgigen Dienstag, 8. September, in bester Gesundheit und Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar verfolgt die Ereignisse unserer großen Zeit noch mit größtem Interesse. Wir bringen dem alten Herrn unsere herzlichen Glückwünsche dar. ** Richtigstellun g. In unserer Samstag- Ausgabe vom 5. September ist bei der Schilderung des Lebenslaufs des neuen Ersten Beigeordneten unserer Stadt, Dr. jur. Hill (Zweites Blatt, erste Seite, 4. Spalte) die 31. Zeile durch Verstecken einer Korrekturzeile unverständlich geworden. Richtig muß es dort heißen: „Am 4. Februar 1921 wurde er zum Bürgermeister der Stadt Alzey gewählt; dieses Amt trat er am 17. Februar 1921 an. Beim Einbruch der Franzosen in das Ruhrgebiet im Jahre 1923 und die dadurch entstandenen starken Abwehrkämpfe aller Deutschen ..." ** I m Dienst tödlich verunglückt. Der 53 Jahre alte Reichsbahnzugführer Heinrich Frei- Höfer aus Gießen wurde auf dem Bahnhof Gelnhausen, als er dort am Endpunkt der Strecke Gießen—Gelnhausen den Packwagen des von ihm begleiteten Zuges verließ, von einer das Nebengleis durchfahrenden Lokomotive erfaßt und so schwer verletzt, daß er im Kreiskrankenhaus in Gelnhausen Gauleiter Sprenger eröffnete die Gau- Ausstellung für bildende Künste 1942. NSG. Am Samstagnachmittag wurde die unter tr Schirmherrschaft von Gauleiter und Reichsstatt- itter S p renger stehende Gauausstellung für ldende Künste 1942 im Städel-Jnstitut zu Frank- :rt a. M. der Oeffentlichkeit übergeben. Der Lan- .sleiter der Reichskammer für bildende Künste, rofefsor Dr. Li e f e r , begrüßte zunächst den Gau- iter und wies darauf hin, daß es nur der Einsatz id die Tapferkeit unserer Soldaten .möglich ge- acht haben, überhaupt noch Kunst zu zeigen. Der Irieg lenke alles zum Wesentlichen. Die Kunst ge- öre aber mit in erster Linie zum Wesentchen, denn sie sei als Erziehungsmittel und lefentlicher, Faktor zur Beeinflussung der Seele im eben des deutschen Volkes unbedingte Notwendig- it. Aufgabe der Künstlerschaft sei es, neue Kultur- ierte zu schaffen, die vor allem mit dem heutiaen Geschehen in Zusammenhang stehen. Der deutsche ioldat sorge dafür, daß der kulturelle Bestand Uropas vor der Vernichtung bewahrt bleibe. Der > aulcitar übergab dann die Ausstellung ihrer Be- nmmung und verlieh den Gau-Kulturpreis dem frankfurter Maler Ugi Battenberg. Ein Gang ird) die Ausstellung vermittelte einen außerordent- ch guten Querschnitt durch das Schaffen unserer mimischen Künstler. * Der Maler und Bildhauer Heinrich Rudolf U g i > attenb erg wurde 1879 in Alzey geboren. 1896 iiirbe er Schüler der Bildhauerklasse im Städel- nftitut in Frankfurt. Des weiteren erhielt er Un- rricht bei der Malerin Ottilie Roeder st ein, e mit seiner Schwester, der Malerin Mathilde Bat- nberg, ein enges Freundschaftsverhältnis verband, in Studienaufenthalt in Paris und später bei Hedy in Weimar wurden für seine weitere künst- «rische Entwicklung maßgebend. Ugi Battenberg t besonders durch seine Blumenstücke, Stilleben, inrträts und Landschaften bekannt. Sie Arbeiten i -'finden sich meist in Frankfurter Privatbesitz. Belts 1905 hatte der Frankfurter Kunstoerein eine i »Illektivausstellung seiner Arbeiten veranstaltet. Aus -er Stadt Gießen. $ür unsere Verwundeten. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Unter dem Titel „Deutsches Lied — Deutsches Wort" kam in einem Lazarett eine gute Programmfolge zum Vortrag. Paul Marx rezitierte aus Werken von R. Wagner, Hölderlin, Schiller und Münchhausen. Tilde Schraml fang Lieder von M. v. Schillings, Beethoven und Volkslieder. Margarethe Mayer-Baldessari begleitete am Klavier und spielte Musikstücke von I. S. Bach und Beethoven. — In zrbei Lazaretten lief der Film „Das Geheimnis um Betty Bonn". — Zu einem Nachmittagskaffee hatte die Kreisamtsleitung Wetterau der NSV. 200 Verwundete in die Gaststätte „Pulvermühle" eingelaben. Im Namen der NSV. begrüßte der Lazarettbetreuer der NSKOV. Pg. Gravelius die erschienenen Gäste. Die Kuchen waren durch Vermittlung der Kreisfrauenschaftsleiterin Wrede von der Ortsfrauenfchaft Dorf-Gill gespendet worden. Eine Gruppe des RAD. hatte die Unterhaltung übernommen. Die Kapelle spielte beliebte Melodien. Einzelne Arbeitsdienstmänner zeigten ihre Kunst auf Schifferklavier, Klarinette und Geige. Ein Kamerad sagte an und sorgte für Humor. In die reichhaltige Vortragsfolge waren Laienspiel und Imitationen von bekannten Künstlern eingeflochten. Lebhafter Beifall dankte den RAD.-Männern. Betreuerinnen der NS.-Frauenschaft hatten die Tische mit Blumen versehen und sorgten fleißig für das leibliche Wohl der Verwundeten. — Die Lazarette wurden von Musikabteilungen verschiedener Wehrmachtteile besucht, welche bei reichem Beifall Konzerte gaben. — In einem Lazarett führte die Gruppe des RAD. eine Unterhaltung mit ihrer bunten Vortragsfolge bei gutem Erfolg durch. Ein Rollschuhläufer zeigte dabei auch sein großes Können. — Zum Sonntag hatte die Leitung und Belegschaft der Didier-Werke in Mainzlar eine größere Zahl Verwundete aus hiesigen Lazaretten eingeladen. Ein abwechslungsreiches Programm, von den Werksangehörigen gestellt, unterhielt die Gäste aufs beste. — Zur festlichen Eröffnungsvorstellung des Stadttheaters mit „Der Thron zwischen Erdteilen" waren Verwundete aus allen Lazaretten eingelahen, die mit Interesse der Aufführung beiwohnten. Zuchtvieh-Absahveranstaltung in Gießen. Am Freitag fand in der Zuchtviehhalle in- Main zu Gießen die zweite und letzte diesjährige Absatzveranstaltung von Zucht-Ziegenböcken r Kreisfachgruppe der oberhessischen Ziegenzüchter statt. Der gute Ruf, den die oberhessische Ziegenzucht in allen Teilen Deutschlands genießt, hatte wiederum eine große Anzahl auswärtiger Kaufinteressenten zu dieser Veranstaltung herbeigeführt; u. a. waren Käufer aus Hannover, Westfalen, Thüringen, Sudetenland, Donauland, Warthegau, aus dem Protektorat Böhmen und Mähren und dem Generalgouvernement erschienen. Insgesamt waren 175 Zuchtböcke sehr guter Qualität aus den oberhessischen Zuchten aufgetrieben. Bei außerordentlich lebhafter Nachfrage wurden sämtliche gekörten Böcke fast restlos zu den festgesetzten Stopp-Preisen abgegeben. Bei der vor der Absatzveranstaltung durchgeführten Sonderkörung, die unter Leitung von Landwirtschaftsrat Dr. Wagner, Gießen, stattfand, konnte wieder sehr gutes Vatertiermaterial zur Ankörung gelangen. Da ein großer Teil der Zuchtböcke für das engere Zuchtgebiet Oberhessen und Hessen-Nassau benötigt wurde, konnten die auswärtigen Käufer ihren Bedarf nicht restlos decken. Die oberhessische Ziegenzucht hat auch in diesem Jahre wieder alle Kräfte mobilisiert, um den Aufbaugebieten im Osten und Südwesten des Groß- deutschen Reiches für die Ziegenzucht gute Vatertiere zur Verfügung zu stellen. Auf den beiden in Gießen durchgeführten Absatzveranstaltungen der Kreisfachgruppe Ziegenzucht Oberhessen sind annähernd 500 Ziegenböcke für den weiteren Aufbau "der Ziegenzucht verkauft worden. * Der Landesverband der Pferdezüchter Hessen- Nassau führte am Samstag seine dritte diesjährige Fohlen-Absahveranstaltung in der Zuchtviehhalle Rhein-Main zu Gießen durch. Diese Veranstaltung stellte ein Jubiläum bar, da sie die 50. dieser Art war. Der Vorsitzende des Landesverbandes, Bauer Rudolf Walther, Reichelsheim (Wetterau), gab vor der Eröffnung einen kurzen geschichtlichen lieber- blick über die seit 1922 in Hessen-Nassau durchgeführte Fohlen-Absatzveranstaltungen. Zu der Veranstaltung am Samstag »waren an- Sie stampfte zornig auf den Teppich. Einen Ittchen Verdacht durfte sie keinesfalls auf sich sitzen Icfscn, nein, um keinen Preis! Martin mußte den wahren Sachverhalt so schnell wie möglich erfah- rm. Sie mußte ihm sagen, daß sein Stiefsohn den rcheck ausgefüllt hatte. Daß sie ihn dabei ertappt tjette. Martin würde natürlich fragen, warum sie |r lange geschwiegen hatte — das war die Klippe. . Aber vielleicht ließ sich diese Klippe umschiffen, wenn cnem das Glück nur ein bißchen hold war. Anna warf sich verzweifelt auf die Couch. Am [bbften wäre sie sofort zu Martin gelaufen, aber jh sah ein, daß sie erst ruhiger werden mußte Itränen liefen über ihre Wangen. Es war zwölf Während sich Anna zu Hause peinigenden Ueber- lezungen hingab, stand Brügger mit gerunzelter r:irn vor dem Telephonapparat des Krankenhauses ititib verhandelte bestürzt mit einem Dr. Erwin k»ch, dessen er sich nur dunkel entsann. „Blinddarm, sagen Sie? Sprechen Sie doch deut- liher, bitte." „ „Appendizitis und Bauchfellentzündung , heulte ?f aus der Hörmuschel. „Ein verschleppter 5atL Man hat viel zu lange gewartet. Meiner beschel- denen Ansicht nach ziemlich hoffnungslos. Nun, tote Drrden ja selbst sehen, ob noch etwas zu machen ist. „Gut. Ich komme so schnell wie möglich. Ich muß anher nur einen eingeklemmten Bruch „operieren. ! ^schreiben Sie mal diese Bündlesalpe, Herr Kol- I leije!" „Am einfachsten ist es, ich erwarte Ihren Wagen an alten Zollhaus. Wir können dann gemeinsam hnfahren. — Wie? — Nein, einen Transport halte .:' für ausgeschlossen." che, daß eine st a r k e R i ch 1 e r a u t o r i t ä t ssteht. So werde das deutsche Richtertum im Mittelpunkt einer starken nationalsozialistischen Rechts- jflege stehen. Selbstverständlich brauche dieser Richter auch ationalsozialistische Gesetze. Die Ar- eiten an der großen materiellen Rechts- rneuerung müßten daher, soweit es der Krieg llasse, mit allen ^Mitteln fortgesetzt werden. Grundlegende Strafrechtsreform und o lks g e s etzbuch seien neben vielen anderen ^setzen die großen Ziele. Zur verfassungsrechtlichen Stellung des Richters betont der Staatssekretär, aß der Führer auch oberster Gerichtsherr ist. Er it diese seine Befugnis auf den einzelnen Dichter übertragen, und zwar ohne Zwi- heninstanz. Das ist der Sinn der richterlichen Wei- mgsfreiheit. Jede andere private, parteiamtliche Der staatliche Stelle hat sich jeglicher Einmischung Der Beeinflussung auf den Richterspruch zu enthal- m. N u r d i e B e st e n sind andererseits einer Vvr- mgftellung wie der des Richters würdig. £er taatssekretär kündigt eine gründliche Ausbil - i ungsreform, sowohl für die Universitätsaus- ldung wie für die praktische Vorbereitung zum lichterberuf an. Wer Richter wird, muß i m L e - en gestanden haben. Nur wer sich außerhalb I ?r gesicherten Beamtenlaufbahn bewährt und geltet hat, darf über Menschenschicksale entscheiden, iese Bewährung kann je nach Neigung im Wirt- hastsleben, Anwaltsberuf, Partei- und Verwal- masteben, im In- und Ausland erfolgen. Es darf 'shalb niemand zu früh Richter werden, amit aber dennoch die Besten den Anreiz empfin- ! rn, Richter zu sein, muß die Stellung des deutschen ? ichters ideenmäßig und materiell entsprechend usgestaltet werden. Die Autorität des Richter- ruchs ist um so größer, j e weniger R ichter nd je weniger Instanzen es gibt. Je bes- r die Qualität der unteren Instanz, desto geringer n Bedürfnis nach einer höheren Instanz. Aus die- N Erkenntnffsen zieht die Betrachtung die Schluß- : Igerung einer Verringerung der Richterzahl. Dabei :uchen wieder Probleme der Neuorganisa- -on der Gerichte, des Jnstanzenzuges, der agatellgerichtsbarkeit ufro. auf. All das bedeutet -sgefamt, so schließt der Staatssekretär, eine Ju- zreform an Haupt und Gliedern, wie sie seit Jahr- chnten, ja seit Jahrhunderte diskutiert wird, wie ? aber weder das Zweite Reich, geschweige denn das GlM m oon/tt Wge sernsv' M- UsB- »,LanLeni Mehr do kann. Ei Kopsen Mete der Alschew Ein E kommt n ZoklM' goöft ur «°hn m M in fe Qbe k Anz i •Men. i. M o te S«i persischen '"•‘ber Wtn $t i?n'9 lei ”of«ria( "s Saft «S ^'-r ü .'"Mir j"«ki jrV’Wa «* 4 bei der förderten Dainpske! brauch 3J herein d> Ddgebiet auf der Meer, ® her Me kltWble Han. Bai Maikop diese De Jahr. Die er sichen Ze fiach deni schwer- pubgedch schissen i Llportzr gßege ei und Ich tzinführr Crnte bi Bedarf o Der g der Sow Kaspische Leedamx Penzin i pumpt, drohe ze kanal na der eisfr Kanalschi LLolgave stoffe inr Vichtigki iicken bi -talingr iroht. : Das t lktamisi licht voi !ton Gr Vom hin 5ie ent> )em klei ind ist Nachotsi liefern 2 färfen. Außer Gberliegt i n den's den Eml gelände1 Öen Pek llmfang den Für der Pets Sibirien Morden, könnt ge , Die E des Bols Unorbnu bracht, t hebljch ü lhr die ! fierung i 0er auch Das alle bei in F terftfld zu nachhaltiger Wirkung, Herr Löffler hatte einen glanzvollen Rahmen um die Szenen gelegt, innerhalb dessen die wechselnd belichtete Zweiteilung der Bühne nicht allein einer effektvollen Raumgliederung und der Parallelwirkung nebeneinander herlaufender Szenen diente, sondern auch die in der Fabel beschworenen Gegensätze sinnfällig betonte. Die von Herrn Enterlein geschaffene und dirigierte Bühnenmusik fügte sich stil- und stimmungsvoll den Regieabsichten ein. — Friedl Gollmann spielte die Katharina und führte sich mit dieser großen Rolle überzeugend ein; sie entsprach im Aufbau der Figur durchaus den Vorstellungen, die man sich nach der Lektüre des Schauspiels macht: Energie des Willens, Ehrgeiz und Stolz verbanden sich in ihrer Hellen, artikulierten Diktion mit gelassener Haltung und auch sehr weiblichem Gefühl und Temperament. Herr Mund als Peter war sichtlich gefesselt von den vielfältigen komödiantischen Reizen, welche die Verkörperung dieses schwankenden Menschenbildes gewährt; er unterstrich in flattrigen Gesten, heftigen Bewegungen und schroffen Uebergängen im Tonfall die innere Unsicherheit, Haltlosigkeit, Angst und gefährliche. Unberechenbarkeit des ewig gereizten und labilen Charakters. Bianca B l a ch a als die Zarin Elisabeth war eindringlich bemüht, den bei der Lektüre etwas ungewiß wirkenden Umriß der Gestalt organisch zu schließen, die Erscheinung zu heben und ihr neben der Würde der Majestät auch menschliche Teilnahme zu sichern. Renate F r e i h e n, apart und verführerisch in changierender Seide, gab die Gräfin Woronzow, eine triumphierende, von Ehrgeiz und wacher Witterung befeuerte Geliebte. Herr Fischer war der bedächtige und geistesgegenwärtig beherrschte Panin, Herr Funke der Graf Schuwalow, halblaut, gefährlich und undurchdringlich, Herr Zeppenfeld der Großkanzler Bestushew, eine würdige, respektfordernde Erscheinung im verdeckten Spiel um den Thron. Aus der großen Zahl der Mitwirkenden seien noch, im Bannkreise Katharinas, die Damen Rau, Lenzen und H e n z k y, Herr V o l ck als unaufdringlich geschmeidiger Gesandter Englands, Herr K ö ch- l i n g als jugendlich entflammter Günstling Ponjatowsky und Herr B o s n y als demütig ergebener Leibdiener Iwan mit Anerkennung genannt. — Das stark besetzte Haus dankte mit ausdauerndem Beifall und reichen Blumenspenden. Hans Thyriot. * Der festliche Charakter der Eröffnungsvorstellung wurde durch den Besuch von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger nachdrücklich unterstrichen. Intendant Klein hieß den Gauleiter und die/mit ihm erschienenen Ehrengäste in einer Ansprache willkommen: es sei uns eine hohe Ehre und mache uns glücklich, ihn bei uns begrüßen zu dürfen; fein Besuch bezeuge die enge Verbundenheit zwischen Staat, Partei und Kunst. Zu Beginn des vierten Kriegsjahres sei es unser heißes Bemühen, die hohe Mission der Kunst in der Heimat zu erweisen und von der in Gießen geleisteten Kulturarbeit Rechenschaft zu geben. Das Theater sei stolz darauf, daß von seiner Arbeit der Bevölkerung ein unerschöpflich freudespendender Kräftstrom zufließe. Mit dem Bekenntnis zum Theater der Volksgemeinschaft und zum kommenden Rationalcheater sprach der Intendant dem Gauleiter, der stets regen Anteil am Geschick unseres Theaters nehme, warmen Dank aus; nicht minder herzlich gedachte er des scheidenden Oberbürgermeisters Ritter, dessen Verdienste um das Theater und das gesamte Kulturleben der Stadt unvergessen bleiben, und den wir mit allen guten Wünschen auf seinem künftigen Wege begleiten. Auch dem neuen Stadtoberhaupt entbot der Intendant die besten Wünsche; er schloß seine Ansprache 9JU Gießener Fußballer auswärts. Kreiself Dillenburg — Sladtelf Gießen 1:2 (1:0). Am Samstagnachmittag traf die Stadtmannschaft Gießen in Dillenburg auf eine sehr spielstarke Mannschaft, die sich aus Spielern der Vereine Burg, Dillenburg, Sinn, Biedenkopf und Betzdorf zusammensetzte. Die Gießener Mannschaft konnte erst durch letzten Einsatz das Spiel für sich entscheiden. Vom Anstoß weg entwickelte sich sofort ein spannendes Spiel, das beide Mannschaften abwechselnd im Angriff sah. Engel, der Torwart der Einheimischen, klärte in dieser Zeit zwei schon sicher erscheinende Erfolge durch blitzschnelles Reagieren. Auf der Gegenseite wurde das Tor mit viel Glück gehalten. In der 35. Minute gelang Dillenburg aus einem Gedränge heraus durch den rechten Läufer die 1:0-Führung, der bis zur Pause nichts Zählbares entgegengestellt werden konnte. Nach dem Wechsel drückten die Einheimischen mächtig aufs Tempo. Pitz, der wiederholt im Sturm auftauchte, erzielte durch harten Schuß den Ausgleich. Andauernd war jetzt Gießen im Angriff und erzwang mehrere Ecken, die jedoch von der sich sehr energisch zur Wehr setzenden Hintermannschaft Dillenburgs vorerst noch geklärt wurden. In der 30. Minute ging Haßler einer Vorlage nach, umspielte mehrere Gegner und legte dem in guter Position stehenden Günther vor, der zum zweiten Treffer einschoß. Noch einmal versuchte Dillenburg, dem Spiel eine Wendung zu geben, scheiterte jedoch an der aufmerksamen Abwehr Gießens. Rb. Friedberg — VfV.-R. Gießen. Am Sonntag stand das Spiel Reichsbahn Friedberg — VfB.-R. Gießen in Friedberg auf dem Programm. Die Spielstärke der Friedberger ließ es ratsam erscheinen, mit einer starken Mannschaft anzutreten. Aus zweckmäßigen Gründen (wir glauben jedoch schon von einem gedeihlichen Zusammenarbeiten reden zu dürfen) verstärkten einige Spieler von 1900 die Reihen der Grün-Weißen. Der Erfolg war denn auch ein mehr als achtbarer. Gegen die mit Steitz, Keßler, Gutmann, Seckinger usw. vom VfB. Friedberg antretenden Reichsbahner errang die Gießener Kombination ein Unentschieden.-Die Härte des Kampfes geht am besten daraus hervor, daß ein Friedberger Spieler das Feld verlassen mußte. Ein Beweis, wie schwer es für die Gießener war, zu diesem Resultat zu kommen. Auf der anderen Seite aber auch der Beweis, daß, wenn beide Gießener Vereine den eingeschlagenen Weg weiter mit dem Bekenntnis zur untrennbaren Einheit von Volk und Kunst. Landkreis Gieren. - Cid), 7. Sept. Am morgigen Dienstag, 8. September, vollendet der weithin bekannte und geschätzte Besitzer des „Holländischen Hofes^' Ludwig G l ö ck - ner in voller körperlicher und geistiger Frische sein 7 0. Lebensjahr. Dem Jubilar bringen auch mir unsere herzlichen Glückwünsche dar. beschreiten, in Zukunft mit einem bessern sportlichen Geschehen und damit wieder mit sportlichen Erfolgen zu rechnen ist. Kurze Sportnotize«. Im Fußball-Reichsbundpokal qualifizierte sich die Auswahl des Bereichs Niederrhein durch einen in Wien erkämpften 1:0- (0:0) Sieg über Donau-Alpenland für das Endspiel. Das zweite Vorschlußrundenspiel zwischen Berlin und Nordmark endete in Berlin unentschieden 1:1 und muß wiederholt werden. Die „letzten Vier" in der deutschen Hand- ballmeisterschaft der Frauen sind Stahlunion Düsseldorf, TVd. Eimsbüttel, Danubia Wien und KTV. Stettin. Die Düsseldorferinnen gingen aus dem letzten Vorrundenturnier, das in Düsseldorf stattfand, durch ein 3:0 über Eintracht Frankfurt siegreich hervor. Beim 3. Deutschen Turn- und Spiel- fest in Nürnberg wurden folgende deutsche Meister ermittelt: Lt. Ruising (WH.), im turnerischen Zwölfkampf der Männer, Irma Walther (München) im turnerischen Achtkampf der Frauen, Lichtlustbad Frankfurt a. M. im Faustball der Männer und Leipziger Frauen-SC. im Korbball der Frauen. Bei den H I.-V e r g l e i ch s k ä m p f e n im Rudern und Kanu in Mannheim gewann Hessen- Nassau den Achter vor Westmark und Moselland, während Württemberg im Vierer vor Baden und Hessen-Nassau siegreich durchs Ziel ging. DeutschlandsSchützen gewannen in Karlsruhe den Dreiländerkampf mit der Schnellfener- pistole mit 288 Treffern vor Ungarn mit 285 und Italien mit ebenfalls 285 Treffern. Bester Einzelschüße war der deutsche Olympiasieger C. van Oyen mit 60 Treffern. — Die deutsche Meisterschaft im KK.-Schießen holte sich Feldwebel Sigl (Füssen) mit 1154 Ringen. Deutscher Schwergewichts-Boxmei- st e r wurde am Sonntag in Berlin Walter N e u s e l. Er zwang den Titelverteidiger Adolf Heuser nach der achten Runde zur Aufgabe. Weltrekordmann Rudolf Har big vertrat beim internationalen Leichtathletikfest in Malmö (Schweden) die deutschen Farben mit bestem Erfolg. Aus der 400-Meter-Strecke schlug er seinen Stockholmer Bezwinger, den Schweden Franzen, in 47,9 Sekunden überlegen. Bei der gleichen Veranstaltung stellte der Schwede Mikalsson neue Delhi bestleistungen im Gehen über 3000 und 5000 Meter auf. / Im Meilenlauf stellte der Schwede HägZ mit 4:04,6 Minuten einen neuen Weltrekord auf; der Kieler Seidenschnur belegte hier den 3. PlaH Deutschlands Schwimmer unterlagert in Genua im ersten Länderkampf gegen Italien mit 40:42 Punkten. Äon der Börse. Schwächere Börfenmärffe. Frankfurt a. M., 4. Sept. In der verflösse, nen Berichtswoche setzte sich der Abbröckelungs« prozeß an den Aktienmärkten weiter fort* Zunächst war die Umsatztätigkeit sehr klein, diS Kursgestaltung uneinheitlich, doch kam im Der« laufe mehr Material heraus, das nur zu meist weiter gedrückten Kursen aufgenommen wurde. Nennenswert waren die Umsätze jedoch auch dann noch nicht. Nach längerer Pause wurden Heidelberg Zement mit 155,5 wieder notiert, d. h. fast 10 v. H« unter dem letzten Kurs und rb. 30 v. H. unter dem diesjährigen Höchststand von 195. Von den Stan* dardwerten blieben IG.-Farben weiter unnotiert, auch für Siemens kam nur an einem Tag eins Notiz auf letzter Kursbasis zustande. Eine Sonder« bemegung verzeichneten auch Scheideanstalt, dis aber den zweiprozentigen Kursverlust bald wiedeS aufholten, VDM. zogen dagegen weiter bis 166,-5 an. Daimler sanken bis 195 ab, auch BMW. gaben! bis 149 nach, Mannesmann verloren bis 154,5 und Westd. Kaufhof gaben unter die Parigrenze! (nach Notizumstellung auf berichtigtes AK.) nach/ Banken lagen ebenfalls ermäßigt, Reichsbank bi3 141,75. Am Einheitsmarkt waren Chem. Albert stärker ermäßigt, während BBC. erhöht lagen. Am Rentenmarkt gab es bei Reichsanleihen Ermäßigungen bis XA v. H., bei Reichsschatzanwei^ fungen bis 0,35 v. H.- Reichsaltbesitz wenig verän« dert um 166,5, Steuergutscheine I nach vorüber^ gehender Befestigung auf 105 wieder auf 104 zurück« fallend. Stadtanleihen gaben bei kleinen Umsätzen! bis 101,50 nach, auch Jndustrieobligationen über« wiegend weiter schwächer, obwohl die Renditen« angleichung bei manchem Papier bereits erfolgt ift 5-v. H.-Aschaffenburger Zellstoff von 1940 verloren! rund 3,50 v. H., wie auch die Aktie selbst mit einem! Kursverlust von nahezu 5 v. H. recht schwach lag und zuletzt mit 145,50 Brief genannt wurde. Der Aktienfreiverkehr verzeichnete etwas Geschäft, Geiling 3 v. H. fester und 133, auch Fränk. Schuh etwas freundlicher, Frankfurter Handelsbank gingen nach längerer Pause mit 90 (zuletzt 92) um. Katz & Klumpp exkl. 6 v. H. Dividende 230 (nach 234). Im Telephonverkehr fanden Berg-Hütte neue Aktien Beachtung zu 144, Salzschlirf 78,50 nach 78. Tagesgeld unv. 1,75 v. H. Haupifchristletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de» Hauptschriftleiters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyrtot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtlchaft und Sport: Emst Blumschetn. Druck und Verlag: Brühlsche Universttätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Hart und schwer traf uns die schmcrz- "1 liehe, unfaßbare Nachricht, daß mein jß,"*1- innigstgeliebter, herzensguter, unvergeßlicher Mann, der glückliche, liebevolle Vater seines Söhnchens, unser guter, hoffnungsvoller Sohn und Bruder, unser liebevoller, hilfsbereiter Schwiegersohn, Schwager, Enkel, Pate und Neffe Walter Dick Gefreiter in einem Panzerjäger-Regt. am 8. August im blühenden Alter von 22‘/2 Jahren, nach kurzem Eheglück bei den schweren Kämpfen im Osten in treuer Pflichterfüllung den Heldentod fand. Wer ihn gekannt, weiß was wir verloren. In tiefem Schmerz: Elfriede Dick, geb. Riohm und Söhnchen Günther Wilhelm Dick und Frau Lina, geb. Scheid Albert Dick z. Z. bei der Luftwaffe Emmi Dick Gustav Riehm uud Frau Marie, geb. Albach Uffz. Albert Riehm und Familie und alle Verwandten. Gr.-Linden, Aliendorf a./Lahn, im Sept. 1942. 04364 Y 29. 1.1904 X 19. 8.1942 In treuester Pflichterfüllung fürFührer, tiSik Volk und seine geliebte Heimat ist mein lieber, herzensguter Mann, der treusorgende Vater seiner drei Kinder, mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Cousin, Neffe u. Onkel, Vermessungs-Inspektor Georg Dietrich Leutnant in einer Panzerjäger-Abteilung Inhaber des E. K. II. KL, des Kriegs-Verdienst- kreuzes mit Schwertern, des Infanterie- Sturmabzeichens, des Ostabzeichens und des Verwundeten-Abzeichens im Osten auf dem Felde der Ehre gefallen. Er ruht auf dem Heldenfriedhof in Pretschisstoje- Starino.Unser ganzes Glück deckt fremdeErde. In unsagbarem Schmerz: Frau Tilly Dietrich, geb. Häuser, und Kinder Margot, Ernst und Ellen. Frau Barb. Dietrich Wwe., geb. Licht. E. L. Dietrich, z. Z. Rev.-Obw. d. Sch. d. R. und Frau. Gretel Dietrich. Willi Dietrich, Ober, gefr., z. Z. im Felde. Frau Elise Häuser Wwe., geb. Schmidt. Darmstadt (Schlageterstr. 133), 4. Sept. 1942 Mainz-Kastel, Mainz und Gießen. Mit den Angehörigen betrauert auch der Amts- yorstand und Gefolgschaft des Städt. Vermessungsamtes in Darmstadt einen jederzeit tat- und einsatzbereiten Beamten. 2695 D Mehr Freude an der Natur durch Bermühler-Bücher! L Du zeia kenlo zum i Hand. nehmen. 04366 Stellengesuche| Funges Fräulein sucht Stelle als Bedienung in Tages-Cafe. Schr. Ang. uni. 04359 a.d.G.A. MkiMMkllst! Wir suchen in Gießen eine zumMge Mon (Mann oder Frau) zur Belieferung von fest.Zeitschrift.- Beziehern usw. (Ortsagentur) Meldung schriftl. erbet, unter 2694D an den Gieß.Anzeiger | Kaufgesuche | WkVWWl zu kaufen oder gegen eine Nennmaschine z. tausch, gesucht. Schr. Ang. unt. 04361 a.d.G.A. MTV. Wiederbeginn derTurnstunden am 8. 9. 1942: 16.00-17.00 Uhr Kinder (3-9 I.), 17.00-18.45 Uhr Z.-M.-Svortd.- Gr. (10-14 I.), 20.00-22.00 Uhr Tui.- u. BDM.- Leist.-Gruppe. Unerwartet und schwer traf uns die MAW unfaßbare Nachricht, daß am 10. Au- gust 1942 unser über alles geliebter, unvergeßlicher Sohn, Bruder, Enkel, Pate, Neffe und Kusin Walter Zulauf Uffz. in einer Art.-Abtlg., Inh. des Kriegsverdienstkreuzes m. Schw. und der Ostmedaille bei den schweren Abwehrkämpfen bei Rschew im Alter von 24 Jahren für seinen Führer und Großdeutschland gefallen ist. In stiller Trauer: Karl Zulauf und Frau Lina, geb. Bücher Uffz. K. Zulauf, z. Z. Genesungs.-Komp. und alle Angehörigen. Gießen, Flensungen, im September 1942. Wernerwall 18 Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu Krankheitshalber bleibt mein Betrieb oiaes diese Woche geschlossen öeBflagellietneli Donau. WlW- oder StMeWlse in Haushalt gesucht. [04343 E. Sauer, Bleichstraße 6. Oie Deutsche Arbeitsfront Kreiswaltnng Weiteren Berulserxiehingiwerk Gießen, Schanzenstraße 18 ruft alle Schaffenden zur Teilnahme an den letzt beginnenden Lehrgemein sebaiten des Winterhalbjahres 1942/43 auf. Der Arbeitsplan ist bei allen DAF.-Dienststellen erhältlich. 2691D Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gienen und Lauterbach, sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. Betr.: Speisekartoffelversorgung. Um die rechtzeitige Bereitstellung der Kartoffeln srcherzustetten, werden die Versorgungsberechtigten, die rm Besitze eines Kartoffelbezugsausweises sind, aufgefordert, die Bestellscheine 41 des Bezugsausweises im Laufe der Woche vom 7. bis 12. 9. 1942 bei den von ihnen zur Belieferung gewählten Verteilern abzugeben. , Die Kleinverteiler haben zu Beginn der darauffolgenden Woche diese Bestellscheine ordnungsgemäß aufgeklebt zur Ausstellung eines Bezugscheines A emzureichen. Der Bezugschein A ist dann sofort an den Empfangsverteiler weiterzugeben. , -- ??ie Feststellungen ergeben haben, sind Einzelhändler dazu übergegangen, jeweils nur an einigen zeigen oder nur an einem Tage der Woche Sveise- kartostel auszugeben. Da die Kartoffelbelieferuug bettelhchemgebunden ist und infolgedessetl innerhalb eines Versorgungsabschnittes nur bei einem Verteiler bezogen werden kann, mache ich darauf auf- merkmrn, daß Kartoffel täglich abgegeben werden MUsseN. [2690D Gießen, den 4. September 1942. Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Fnedbera, Gießen und Lauterbach, sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Der Landrat des Landkreises Gießen. Dr. Lotz. Suche für sofort 1 krusksMer in Dauerstellung. Hans ßuamhusch Essigfabrik, 2693D Gießen, Alicenstr. 22. Frau oder Mädchen für wöchentlich 2mal 2 Stunden zur Hilfe im Haushalt gesucht. [04300 Aulweg 30 II, links. Ehepaar sucht 2-3immet- MVNg mit Küche in Gießen. Schr. Ang. unt. 04295 a.d.G.A. Junger, kaufm. Angestelltersucht Ml. Zimmer mit oder ohne Pension. - Schr. Ang. unt. 04357 an d. Gieß. Anz. [ Verschiedenes MWeln BlumenfoM Birnen und Wedeln in grüß. Mengen eingetrosf. [04353 Ernst Köhler. Verkauf: Zozelsgasse 9 und Liebigstraße 88. Kleiner Lagerraum evtl, auch trockener Keller im Gießener Stadtkreis gesucht. Schriftliche Angebote unter 2696V an den Gieß.Anzeiger. Zuverlässige putzsrau für 2—3 mal wöchentlich ges. Schneider der Fachmann für Kleider Neustadt 10 04358 Wir haben uns verlobt Frieda Groß Karl Schäfer Gefr. in einem Art.-Regt. Annerod (Anneröder Mühle) September 1942 __04323X Statt Karten Elisabeth Bläh Hermann Schwalm cand. med. Verlobte Großen-Lindeq Friedberg 6. September 1942 ____________________ 2686 D/ Wiederaufnahme der Praxis am Montag, dem 7. Sept. Dr. Franz Geyer Arzt 2687 D Mtnm müffett f- frßR mit Hertha Feiler, Hans Söhnker Paul Hörbiger, Viktor Janson Spielleitung: Arthur MariaRabenalt Heute Montag Lichtspielhaus Tägl. 3, 515, 8 bis So. einschl. J ugendliche haben keinenZutritt 2689c BtbSlti Heute Montag Erstaufführung Luise Ullrich Das tragische Schicksal eines österreichisch. Leutnants, der in den Verdacht der Fahnenflucht gerät. Paul Hubschmid, Karl Schönbbck Elisabeth Markus, Sepp Rist Norbert Rohringer, Heinz Salfner Spie Ileitung : Paul Verhoeven Musik : Norbert Schultze Deutfche Wochenfchau Tägl. 300,515,800 So. 230,5°°, 800 J ugendliche haben keinenZutritt 2688c ■ - .LP ST ______ " aber hauch