192. Jahrgang Nr. 157 Erichemt täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ^amilienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.... .RM.1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: /Anzeiger" Vostscheck!1686Frankf./M. vrenrtag.7.Iulil942 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr desBormittagS Anzeig en-Preife für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Familiencm- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% mehr Mhener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen An den Don. ÄZarum kämpfen die Sowjets so erbittert um jeden Quadratkilometer? Warum nutzen sie nicht die „Weite des Raumes" für eine ganz bewegliche Taktik? Warum möchten sie im Gegenteil am liebsten zu dem Graben-Krieg von 1914/18 zurückkehren? Sie wissen, daß sie mit dem Rücken gegen die Wand stehen. Die „Wand" ist dieser vielberu- sene „weite Raum". Raum muß gestaltet sein, um Operationsfeld werden zu können. Seine Gestaltung ist seine Ueberwindung. Das kann primitiv durch Reiterhorden geschehen, weshalb Nomadenvölker in der Frühzeit der Kriegsgeschichte fast immer Bauern- i)Öttern überlegen waren. Heute ist die Ueberwin- «dung und Gestaltung des Raumes feine Verkehrserschließung. Das erste moderne Mittel' der Verkehrserschließung sind die Bahnen: sie sind auch heute angesichts des Riesenbedarfes an Nachschub non enormer Wichtigkeit. Zwei leistungsfähige Bahnen führen hinter der Sowjetfront, wie sie sich seit Ende November 1941 entwickelt Hatz vom Norden nach Süden. Es sind im wesentlichen die letzten Nord-Süd-Derbindungen, die D;en Sowjets zur Verfügung stehen: für den Kriegs Nachschub, auch für die Versorgung mit Brennstoffen aus den in der Sowjetunion exzentrisch gelegenen Produktionsgebieten. Andere Mittel der Verkehrserschließung und der Raumbewältigung sind Kraftwagen und Flugzeuge. Wir sind hier den Sowjets nach Zahl und Güte dieser modernsten Verkehrsmittel überlegen. Immer war es sicher, daß, wenn die letzten sowjetischen Stellungen und Riegel vor den letzten Bahnen erst einmal durchbrochen waren, der Raum jener Partei zugute kommt, die den Raum meistert. Die Partei, die ihn nicht meistert, unterliegt. Darum kämpfen die Sowjets mit dem Rücken gegen die Wand. Sie wollen nicht in die Weite des Raumes abgedrängt werden, den sie nicht mehr beherrschen. Im rohen Ungefähr hat der große deutsche Keil, der gegen den Don vorgetrieben wurde, die Nahtstelle zwischen den Armeen Dimoschenkos und Schu- kosfs aufgerissen. Timoschenko kommandiert den südlichen Abschnitt, Schukoff ist seit Oktober v. I. der Nachfolger Timoschenkos im mittleren und auch im nördlichen Abschnitt, wo früher Woroschilow den Befehl führte. Innerhalb dieses deutschen Keiles, der aus der ungefähren Ausgangsstellung Charkow— Kursk in 300 Kilometer Breite erfolgte, sind starke sowjetische Streitkräfte eingekefselt. Sie stehen vor ihrer Vernichtung. Es ist selbstverständlich, daß die Sowjetführung auf die Seiten des deutschen Keils zu wirken sucht durch Flankenangriffe. Sie sind zusammengebrochen. Die Wucht des deutschen Vorstoßes an den Don schreibt dem Gegner das Gesetz des Handelns in schärfster Weise vor. An eine eigene Strategie kann er nicht denken, alle seine Kraft ist in die Verteidigung gedrängt. planmäßiger Verlauf der Operationen im südlichen Abschnitt der Ostfront. Westlich des Don eingeschloffene starke feindliche Krästegruppen vor ihrer Vernichtung. — Angriff starker Eowjetkräste nördlich Orel abgewiesen. Oer Wehrmachtbericht. DRV. Ausdem Führerhauptquartier, 6. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Operationen im südlichen Abschnitt der O st f r o n t verlausen planmäßig. Starke feindliche kräGegruppen, die westlich des Don cin- geschlossen sind, stehen vor ihrer Vernichtung. Erneute von Panzern unterstützte Entlastungsangriffe der Sowjets brachen zusammen. Die Luftwaffe unterstützte mit starken Kräften die Operationen und führte schwere Angüsse gegen den feindlichen Rachschubverkehr auf Straßen und Eisenbahnen. Vördlich Orel griff der Feind mit starken Kräften. unterstützt durch zahlreiche Panzer und Verbände der Luftwafse an. Er wurde zum Teil >m Gegenstoß unter hohen blutigen Verlusten abgewiesen. Zahlreiche feindliche Panzer wurden ver- nichlet. Die Kämpfe sind noch im Gange. Im Raum von Rfhew wurde der eigene An- . griff fortgesetzt. In heftigen Luftkämpfen des gestrigen Tages schossen deutsche Jäger an der Ostfront bei nur drei eigenen Verlusten 12 7 feindliche Flug- zcug^e ab. In Aegypten dauern die Kämpfe um die Ll-Alamein-Stellung an. Luftslreitkräfte bombardierten die Hafenanlagen von Alexan- d r i e n und Port Said und griffen britische Panzer und Kraftwagenansammlungen an. Auf IN a l t a verursachten Tages- und Rachtan- grisfe deutscher Kampfflugzeuge größere Brände in den Anlagen des Flugplatzes Ta Venezia. 3m Raum von Rfhew. Berlin, 6. Juli. (DNB.) Im Roum von Rfhew haben deutsche Truppen trotz des durch starke Regenfälle grundlos gewordenen Kampfgeländes in morastigen Sumpf- und Buschgebieten beträchtliche Erfolge errungen. So erkämpfte sich die Spitze einer Kampfgruppe den Weg durch.'breite, tief gestaffelte Minenfejder und .starke Befestigungsanlagen hindurch. Sie erzwang den Austritt aus einem unübersichtlichen Wald gebiet, während eine andere Angriffsgruppe in wechselvollem Kamps weiter an Boden gewann und dabei zahlreiche Waldstücke von feindlichen Resten säuberte. Die Bolschewisten versuchten durch Gegenstöße, die pon Panzern unterstützt waren, das Vordringen der deutschen Truppen aufzuhalten. Nachdem diese Vorstöße unter schweren blutigen Verlusten für den Feind abgewiesen waren und eine örtliche Einbruchsstelle bereinigt war, erzielte der deutsche Angriff im Nachstoß weitere Erfolge, wobei ^in zähen Waldkämpfen mehrere Ortschaften durch umfassenden Stoß genommen wurden. Im Verlauf dieser Kampshandlungen würde eine eingeschlossene feindliche Kräftegruppe bei einem erfolglosen Durchs bruchsversuch vernichtet und eine deutsche Brückenkopfstellung in heftigem Kampf erweitert. Starke Verbände von Kampf- und Sturzkampfflugzeugen richteten ihre Angriffe gegen feindliche Panzerkräfte und motorisierte Kolonnen, lieber 70 Panzer und*zahlreiche Geschütze wurden außer Gefecht gesetzt, fast 200 Kraftfahrzeuge vernichtet, in heftigen Luftkämpfen 20 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Besorgtes Echo in London. Australien zwischen Scylla und Lharybdis. Von unserem Dr. L.-Korrespondenten. Stockholm, Juli 1942. Als die Regierung des englischen Mutterlandes am 3. September 1939 dem Deutschen Reich den Krieg erklärte, folgten die Dominions diesem Beispiel schon nach kurzer Zeit. Mit Ausnahme der Südafrikanischen Union, wo die Kriegserklärung erst nach dramatischen Sitzungen des Parlaments von einer knappen Mehrheit angenommen wurde, entsprach diese rasche Gefolgschaft der Tochterstaaten den Erwartungen. Die wenigen ^Tage, welche die Regierungen in Montreal, Canberra und Wellington verstreichen ließen, dienten dazu, sich selbst zu bestätigen, daß man freiwillig und elbständig handele und in solchen Fragen nicht mehr von London abhängig sei. Mögliche innerpolitische Vorbehalte waren am wenigsten vielleicht in Australien vorhanden, welches von jeher den Ruf genoß, unter den britischen Töchtern d i e t r e u e ft e zu sein. , An dieser bedingungslosen Treue Australiens hat sich in der Zwischenzeit mancherlei geändert. Die Beziehungen zwischen London und Canberra waren zeitweilig sehr gespannt, und wenn in den letzten Wochen auch die scharfen Auseinander- etzungen zwischen Churchill und Curtin aufgehört haben, so sind damit die Gegensätze noch nicht aus dem Wege geräumt worden. Dieser scheinbar jähe Wandel in der Haltung Australiens hat in der ganzen Welt viel Aufsehen erregt, aber wenig Ver- tändnis gefunden. Er ist auch nur zu verstehen, wenn man etwas in die intimeren Familienangelegenheiten der englischen Staatenfamilie hineinleuchtet und die Streitigkeiten der letzten Wochen in einen größeren Zusammenhang stellt. Im September 1939 glaulsten von zehn Australiern mindestens neun, daß der Krieg nicht lange dauern und jedenfalls auf Europa und allenfalls den Mittleren Osten beschränkt bleiben würde. Nun liegt aber nicht nur London, sondern auch noch Suez so weit von Brisbane, Sydney und Melbourne entern!, daß niemand diesen Krieg ernster nahm als der vorige Weltkrieg für Australien gewesen war. Man war im Grunde sogar so sehr von der Macht Englands überzeugt, daß eine wesentliche Unterstützung kaum notwendig erschien. Trotzdem wollten die Australier ihre Zugehörigkeit zum Empire gern beweisen und erklärten daher in London, sie wollten in jeder gewünschten Weise zum baldigen Sieg der britischen Sache beitragen. In London wiegte man sich zwar auch noch in Illusionen, rechnete aber immerhin etwas nüchterner und erbat daher die Entsendung eines Expeditionskorps 'n ad) Aegypten zum Schutz von Suez und vielleicht gar zum Angriff gegen Deutschland über den Balkan hinweg. So kam es, daß genau wie vor 25 Jahren wieder australische Truppen im Mittleren Osten erschienen. Wenn in der australischen Heimat viele Leute geglaubt hatten, daß ihre Söhne und Brüder nur als Paradetruppen nach Aegypten geschickt worden waren, so wurden sie bald eines Besseren belehrt. Bis zum Ende der Katastrophe von Kreta und des mißglückten „syrischen Blitzkrieges" lag das Schwergewicht der Feldzüge im Mittleren Osten auf den Schultern australischer und neuseeländischer 'Truppen, und die langen Verlustlisten, die im Frühsommer 1941 in Australien eintrafen, roaren ein Zeugnis für die Härte der Kämpfe. Sie bewirkten aber auch, daß ein Urstschwung in der allgemeinen Einstellung Australiens zum Krieg, der unsichtbar schon in der Entwicklung begriffen war, sehr viel rascher ablief. Nach einigen erregten Parlamentssitzungen in Canberra verlangte die australische Regierung in London eine gerechtere Verteilung der militärischen Lasten auf englische und australische Truppen, und vor allem forderte sie, daß australische Truppen nur noch dann eingesetzt würden, wenn ihnen, durch die ßuftnfaffe ausreichender Schutz gewährt werden könne. Die militärischen Ereignisse allein hätten aber kaum genügt, um den Umschwung in Australien herbeizuführen, wenn nicht der innerpolitische Kampf zwischen der Labour-Partei einerseits und der in der derzeitigen Koalition führenden Vereinigten Australischen Partei anderseits allmählich zu einer Entscheidung gedrängt hätte. Premierminister Menzies vertrat die unbedingte Mitarbeit'Australiens im Empire, selbst auf die Gefahr einer Unterordnung australischer Interessen unter diejenigen des Mutterlandes. Pie Labour- Partei wünschte demgegenüber eine unabhängigere Politik zu verfolgen, und insbesondere ihr Lester Curtin setzte sich für eine Lockerung der Bindungen an London ein. Da beide Parteien, hie Vereinigte Partei allerdings nur unter Einbeziehung der von Sir Earl Page und F aD d e n geführten Landpartei, sich fast das Gleichgewicht im Parlament hielten, war die Regierung in allen wichtigen Fragen auf die wohlwollende Duldung der Sozialisten angewiesen. Das zeigte sich, als Menzies im Sommer 1941 infolge der schweren Verluste der australischen Truppen und wegen seines Eintretens für engste Zusammenarbeit mit England zurücktreten mußte, ohne daß die Regierung durch eine Abstimmung gestürzt worden wäre. Sein farbloser Nachfolger F a d d e n konnte sich nur wenige Monate halten und mußte dann das Ruder, an C u r • t i n und die Labour-Partei abgeben. Im Gegensatz zu den meisten Australiern empfindet Curtin starke Abneigung gegen die Engländer. So ist es fein Wunder, daß es zwischen ihm und Churchill keine Brücke des Verstehens gibt. Gleichwohl hätten Curtins persönliche Gefühle wohl keinen so großen Einfluß auf die australische Politik gewinnen können, wenn nicht der Pazi- fikkrieg ausgebrochen uiid Australien damit unmittelbar in die Gefahrenzone gerückt wäre. Kam schon die Tatsache des Ostasienkrieges überhaupt als eine sehe unliebsame Ueberraschung für die meisten Australier, so rief fein bisher unerwarteter Verlauf ein wahrhaft panisches Entsetzen hervor. Nur zwei Monate nach dem Schlag von Pearl Harbour waren außer der Malaiischen Halbinsel und Singapur auch Java mit den übrigen Inseln des Malaiischen Archipels in japanischer Hand und damit die letzte Bastion außerhalb Australiens gefallen. Schon landeten die Japaner auf den Salomon-Inseln nördlich von Neu-Guinea und die ersten feindlichen Flieger- bpmben fielen in Port Darwin auf das australische Festland. In dieser Stunde höchster Gefahr fühlte sich Australien von dem im Stillen Ozean hilflosen England verlassen und wandte sich daher um Hilfe an Den „großen Bruder" jenseits das Pazifik. Der Hilferuf der ausstralifchen Regierung' fand in den Vereinigten Staaten bereitwillig Gehör. Roosevelt sah hier nicht nur eine Front, an welche amerikanische Truppen entsandt werden konnten. Roosevelt dachte nicht nur in Wochen und Monaten militärischer Planung, sondern in Jahren und Jahrzehnten imperialistischer Expansion. Für die allmähliche Verdrängung des englischen Einflusses in den Gliedstaaten des britischen Weltreiches und seine schließliche Ersetzung durch den amerikanischen ergreift Roosevelt jede Gelegenheit, die ein Vordringen in dieser Richtung ermöglicht. So kam es, daß schon wenige Wochen nach dem Appell Curtins b e r erste amerikanische Geleitzug in Marsch gesetzt wurde. Seit Mitte Februar senden die USA. Truppen und Material nad) Australien. Britische Berichte sprechen davon, daß in manchen Dörfern und kleineren Städten mehr Amerikaner als Austra» Gens, 7. Juli (DNB. Funkspruch.) In der Londoner Möntagspresse findet der deutsche Vorstoß zum Don besondere Beachtung. „Daily Mail" schreibt unter der Ueberschrift „Timoschenko in Gefahr", zur Zeit träfen recht 'beunruhigende Nachrichten aus der Sowjetunion in London ein. Während die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit n den letzten Tagen ständia auf Rommels Siege in Aegypten gelenkt worden fei, habe Rommels Kol- ; lege Generalfeldmarschall von Bock an der Ostfront nicht still gesessen. Selbst Moskau stellte den deutschen Vorstoß zum Westufer des Don nicht in Abrede und verheimliche auch nicht die Tatsache, daß eine für" die Truppen Timoschenkos ernste Lage entstanden sei. — „Daily Herald" meint, das Tempo des deutschen Vormarsches an der Kursk— Charkow-Front fei plötzlich in geradezu alarmierender Weise beschleunigt worden. Es sehe ganz danach aus, als hätten die deutschen Panzerkolon- ien die sowjetischen Verteidigungszonen an diesem Abschnitt i n b r e i t e r Front überrannt und tatsächlich den Don erreicht. Durch das Don-Tal aber laufe die H ajj p teisenbahnlinie von Moskchl roch Rostow. Im Ganzen gesehen sehe die Lage für die Sowjets so trübe aus wie zu keinem Zeitpunkt in diesem Jahre. MehrTaisachenstaitGeschwätz Kritik an der englischen Nachrichtenpolitik. Genf, 6.Juli. (DNB.) Unter der Ueberschrift „Laßt das kindische Geschwätz, gebt uns Tatsachen" schreibt der Lissaboner Korrespondent des „Daily Mirror": In alliiertenfreundlichen Kreisen des neutralen Auslandes fei man über den bisherigen Ausgang der Kämpfe in Nordafrika erschüttert. Sei es nicht höchste Zeit, daß das britische Kriegsministerium endlich' damit aufhöre, die Oeffentlichkeit „wie ein geistig zurückgebliebenes Kind" zu behandeln und ihr „nur so viel Intelligenz wie einem kopflosen Aal" beizumessen. Es sei nicht nur für die britische Oeffentlichkeit beleidigend, wenn sie die Wirklichkeit durch eine rosarote Brille betrachten müsse, sondern es sei auch den englischen Soldaten gegenüber in höchstem Maße unfair, von ihren KcnnpHandlungen in irresührenderWeise zu berichten. Großbritannien sei von seinem Premierminister Schweiß, Blut und Tränen vorausgesagt worden, aber die amtlichen Stellen scheuten sich, die britische Oeffentlichkeit damit bekanntzumachen. Das britische Volk sei in drei Kriegsja'hren klug geworden und wolle nichts mehr von dem Geschwätz angeblicher militärischer Sachverständiger hören, deren .Voraussagen 'sich zu 90 v. H. im Endergebnis als falsch herausgestellt hätten. Auch die USA. erwarten neue deutsche Triumphe. Madrid, 7. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Der E'FE.- Korrespondent drahtet aus Neuyork, daß-der deutsche Vormarsch an der Ostfront in USA. e r n st e Besorgnis hervorgerufen habe. Die Neuyorker Abendpresse vom Montag bringe die Meldungen vom Vorrücken der deutschen Truppen mit großen Schlagzeilen. Der Militärkritiker der „New Port Times" erklärt, man müsse neue deutsche Triumphe gegen die Sowjets erwarten. Hitler verzichte auf alle Sensatiönssiege, vielmehr leite er den Vorstoß seiner Truppen auf Gebiete, die ihm solide und unzweifelhafte Gewinne einbringen. Es sei nicht abzuleugnen, daß Deutschland die große Sommeroffensive begonnen habe und daß es den Alliierten militärischweitüber- I e ge n sei. x Oer Kampf um die Felshöhlen von Sewastopol. Berlin, 6. Juli. (DNB.) Bei der Schlacht um Sewastopol spielten sich besonders heftige Kämpfe um die großen natürlichen Höhlen ab. Sie waren von den Bolschewisten als Wohnungen und Kampf st ellungen eingerichtet. In den großen Felsenhöhlen waren die Kommissare mit ihren Familien untergebracht, während die Bevölkerung in ausgedehnten einfachen Höhlen Platz gefunden hatte. Die von den Kommissaren bewohnten Höhlen besaßen Schlafzimmer und Küchen. Andere Felsen- tunnels waren als Schlächtereien, Bäckereien, Lazarette, Lager und so weiter eingerichtet. Obwohl diese Höhlen fast alle eine Naturfelsdecke von hundert bis zweihundert Meter Dicke aufwiesen, gelang es der schweren deutschen Artillerie und den schwersten Bomben der Sturzkampfflugzeuge, einige Eingänge ganz ober teilweise zuzuschütten. Das Ausräumen der unterirdischen Befestigungen blieb im wesentlichen den Pionieren und Infanteristen überlassen. Verschiedentlich sprengten die Bolschewisten durch Fernzündungen ganze Höhlensysteme in die Luft, wenn sie glaubten, daß die deutschen Angreifer nahe genug herangekommen waren. Bei einer solchen Sprengung fanden etwa eintausend Rotarmisten und etwa dreitausend Zivilisten den Tod. Bei einem anderen Höhlensystem wurden durch eine Sprengung sämtliche Eingänge verschüttet. Die Eingeschlossenen versuchten Darauf, von innen her mit Artillerie gegen die herabgestürzten Felsbrok- fen zu schießen, um sich freizumachen. Nach Auslagen von Gefangenen waren in diesem Bunker außer Geschützen, Panzerabwehrkanonen und Granatwerfern etwa achthundert- Sowjetsoldaten und fünftausend Zivilisten, Frauen und Kind^-, eingeschlossen. Daraufhin wurden gefangene Bolschewisten an gesetzt, um den Eingang wieder freizumachen. Ein Teil der Eingeschlossenen konnte im letzten Augenblick befreit werden. Ebenso wie die Bolschewisten Stellungen, die gegen' den Ansturm der Angriffstruppen nicht mehr zu halten waren, sprengten, haben sie auch in der Stadt alles, was Artillerie und Sturzkampfflugzeuge noch nicht vernichtet hatten, zerstört. Aktuelle Geographie. Der Don scheidet in seinem Mittel- und Süd- lauf das eigentliche Ackergebiet von der Steppe. Sein Name ist tatarischen Ursprungs. Die früher im Süden und Osten des Zarenreiches herrschenden Turko-Völker nannten ihn Duna. Dieser nächst Wolga und Dnjepr drittgrößte Fluß Osteuropas entspringt in 176 Meter Höhe und hat eint Gesamtlänge von 2134 Kilometer, also ein sehr geringes Gefälle, jvas die Schiffbarkeit durch Bildung von Sandbänken stark herabmindert. Darauf gehen auch die vielen Krümmungen, insbesondere der große Oftbogen des Don zurück, der sich bis auf 75 Kilometer der Wolga nähert, dann aber wieder nach Südwesten abbiegt. Die Luftlinie von der Quelle bis zur Mündung bei Rostow in das Schwarze Meer beträgt nur 750 Kilometer. , * Der Name Woronesch bezeichnet drei verschiedene Dinge: den Fluß Woronesch, auf dessen von Schluchten zerschnittenem hohen Westufer recht anmutig die Stadt Woronesch liegt, die zugleich Hauptstadt der Provinz Woronesch ist. Die Stadt Woronesch liegt auf einer schmalen Landzunge zwischen Don und dem Fluß Woronesch, der knapp unterhalb der Stadt in den Don fließt. Diese geschützte Lage gab auch Anlaß zu der Gründung der Stadt um 1586 als befestigter Grenzort gegen Die Damals noch mächtigen Tataren. Der Don teilt die Provinz Wyronesch, die etwas kleiner als Bayern ist, in zwei Teile, die sehr unterschiedlich, sind. Am Westufer des Don wiegt der Ackerbau entschieden vor, am Ostufer beginnt die Steppe, wenn sich auch noch einige Streifen- der berühmten „schwarzen Erde" Dort finden. Unter zaristischer Herrschaft war Damit Die Eigenart Der Provinz Woronesch bestimmt: Am Westufer Roggen, Hiese, Zuckerrüben, Hanf- und Tabakanbau, am Ostufer eine sehr hochentwickelte Pferde- und Schafzucht. Unter sowjetischer Herrschaft setzte eine starke Industrialisierung (Motoren- und Flugzeugindustrie) ein, die die Einwohnerzahl der Stadt Woronesch auf rund 325 000 im Jahre 1939 in die Höhe trieb. * Das in den Wehrmachtberichten genannte Rsh e w (oder Rschew) ist eine Kreisstadt von 54 000 Einwohnern im Bezirk Twer und Dampferstation der Wolga-Schiffahrt mit reger Verarbeitungsindustrie. Es ist auch wichtiger Knotenpunkt der Bahnen Moskau—Riga und Wjasma—Twer. Von Moskau liegt es etwa 230 Kilometer westlich, 181 Meter hoch auf dem Höhenrücken, der das linke Ufer der oberen Wolga begleitet. Zur bekannten Waldai-Höhe hin nach Nordwesten zu dehnt sich in etwa 120 Kilometer Länge der große Wolakonski-Wald. Rfhew ist eine Gründung des 13. Jahrhunderts, die später zu Litauen gehörig» Oie Front im Polareis. Von unserer Berliner SchrisLleitung. Der amerikanische Geleitzug, der zwischen vpch- bergen und dem Nordkap nach Murmansk dampfte, ist furchtbar zerschlagen. Man kann den Doppelkampf der deutschen U-Boote und Flieger auf so weite Distanz in den wetterwendischen Polargebieten gar nicht hoch genug schätzen. Was ist das doch für ein großartiges Bild! Aus der rauhen See, über die Tag und Nacht — bald fahler, bad Heller — die Polarsonne scheint, zwischen treibenden Eisschollen und gewaltigen Eisbergen ein Massenaufgebot von Frachtern. Sie sehen nicht schr respektabel aus. Es sind alte Kähne, die da auf weite Fahrt geschickt wurden. Sie bahnen sich langsam den Weg: immer aus Furcht mit dem Eis unter der Wasseroberfläche zusammenzustoßen. RingZ um sie die Rudel der Zerstörer, leichte und schwere Kreuzer, und' sogar Schlachtschifle am Rande des Polareises. Das ist das Bild des Geleitzuges und seiner Sicherungsschiffe auf dem Mere. lieber und unter dem Meer deutsche Kampfflugzeuge und U-Boote. So alt die ame- rikani chen Kähne sind — es sind riesige Schiffe gegenüber den Libellen in den Lüften, gegenüber den Seehechten unter dem Wasser. Nicht ln zwei Dimensionen, in drei Dimensionen spielt sich dieser Kampf am Rande des Polareises ab. Seit Februar kamen die amerikanischen Verjchis- fungen Mach der Sowjetunion in Schwung. Sofort setzten die deutschen Versenkungsangriffe em Em Amerikaner nannte die arktische Route nach Murmansk und Archangelsk eine der helbesten Routen. Daß es am Rande des Polareises Hertz zugeht, hat der neue große Geleitzug zu spüren bekommen. Die Versenkungszahlen reden eine emdringuche Sprache» Die Schlffsraumnot der „Seemächte ist bekannt. Sie haben den Krieg so lange ausgeweitet bis sie — dank unserer U-Boote und Flieger — nicht mehr genug Schiffe für ihre vielen, weit auselnander- liegenden Kriegsschauplätze .haben. Es fehlt an Schiffen auf der Route zwilchen den USA. und England: es fehlt an Schiffen zu der viel beredeten zweiten Front in Europa; es fehlt an schiffen im Mittelmeer, und es fehlt an Schiffen aus den Linien nach Australien und Indien. Längst sind die verfügbaren Schiffe aus dem Verkehr zwischen Nord- unb Südamerika herausgezogen. Die sudamerika- nischen Staaten zerbrechen sich den Kopf, woher sie Kohle und Petroleum, Eisen und Chemikalien nehmen sollen, während ihre eigenen Erzeugnisse verkommen oder verbrannt werden. Diese ununterbrochene vielsrontige Schlacht auf allen Weltmeeren hat neulich der „Daily Expreß" geschildert: „Die Deutschen haben auf der See eine-der gewaltigsten Offensiven eröffnet, denen wir uns jemals gegenüber gesehen haben. Ähre Wucht ist noch im Zunehmen. Seit Juni 1941 haben wir m England ausgehört, die Ziffern unsereer Schiffsverluste an- zuqeben. Der Gegner sollte sie nicht erfahren. Wir müssen sie jedoch bei uns selbst mit größtem Ernst in Rechnung stellen. Fünf Lahre Krieg in Lhina. Tokio, 6. Juli. (Europapreß.)'Der fünfte Jahrestag des Kriegsausbruchs gegen China wird m diesem Jahr in Japan besonders feierlich begangen. Ministerpräsident To jo erklärte, Japan werde den Kampf bis zum Zusammenbruch des Tschungking-Regimes fortsetzen. Die Versuche Japans, eine friedliche Lösung herbeizuführen, seien an der Haltung der Tschungkchg-Regierung gescheitert, welche auf eine englisch-nordamerikanische Hilfe vertrauen zu können glaubte. Inzwischen habe sich die Abwegigkeit dieser Erwartung erwiesen. Tschungking sei von jeder Verbindung mit England sowie den USA. abgeschnitten und völlig isoliert. Die japanische Wehrmacht kontrolliere heute einen Raum von 50 Millionen Quadratkilometer. Der Ausbau des großasiatischen Raumes schreite .kräftig voran. Bei diesem Aufbau werde Japan mit der chinesischen National-Regierung in Nanking, mit Mandfthukuo und Thailand eng zusammenarbeiten. Der japanische Botschafter in Nanking, Schigemitsu, weist ebenfalls auf die zunehmende Einkreisung Tschungkings durch Operationen südlich des Yangtse im Süden und im Westen von Burma hm und kündigte an, daß Japans wahres Ziel eine enge Zusammenarbeit mit China sei zur Förderung der Geisteskultur des Ostens und der Herstellung eines wirklichen Zusammenlebens der asiatischen Völker. Die Einstellung der C h i n e s en zu dem Konflikt geht aus verschiedenen Telegrammen hervor, welche Gruppen von Ausland-Chinesen an Tschi- a n g k a i s ch e k richteten und in denen die Beendigung des China-Konfliktes gefordert wirb. China müsse wieder seiner wahren Aufgabe, der Mitwirkung bei der Schaffung eines einigen Groß- ostasiens zugeführt werden. Ein derartiges Telegramm richtete der Verband der 800 000 in Japan lebenden Chinesen an Tschungking, drei führende Persönlichkeiten aus Hanoi, Haiphong und Saigon namens der dort levenden 600 000 Chinesen sandten eine ähnliche Adresse an Tschiangkaischek. 400 000 in Burma beheimatete Chinesen veröffentlichten eine Erklärung, daß der Weg zu einem friedlichen Ausgleich nach dem japanischen Sieg im Südraum ofsenstehe. Diese Kundgebung der Auslands-Chinesen ist besonders deswegen bemerkenswert, weil diese Kreise noch bei Ausbruch des Ostafienkrieges entschieden auf der Seite Tschungkings standen und Tschiangkaischek finanziell unterstützten. Ihre Bekehrung zur willigen Mitarbeit am Aufbau des ost- asiatischen Großraumes zeigt, daß sie vor allem die großzügige Bereitwilligkeit der Japaner, alle aufbauwilligen Elemente zur Mitarbeit heranzuziehen, erkennen. In scharfem Gegensatz zu diesen Stimmen steht jedoch eine Rundfunkansprache, welche Marschall Tschiangkaischek hielt. In der Botschaft, die auf einen sehr pessimistischen Ton abgestimmt ist, sagte Tschiangkaischek, daß die Chinesen sich selbst helfen müßten, und in den nächsten Monaten noch schlimmere Rückschläge erleiden könnten. Jedoch solle man nicht annehmen, daß die Alliierten „ohne Strategie vorgehen". Kleine politische Nachrichten. Eine Hafenschutzflottille der Kriegsmarine hat beim Einflug britischer Flugzeuge in das norddeutsche Küstengebiet von drei Kampfmaschinen zwei zum Absturz gebracht, darunter einen großen viermotorigen Bomber. Drei englische Flieger wurden ge- fängengenommen. Mit diesem Erfolg erzielte die Hafenschutzflottille ihren 20. Flugzeugabschuß. * Der französische Staatschef Marschall Pötain hat den in Vichy weilenden Oberkommandierenden der französischen Streitkräfte in Nordafrika, General Iuin, empfangen. * Wie „Exchange Telegraph" aus Kapstadt berichtet, hat die südafrikanische Regierung zahlreiche französische Seeleute und andere französische Staatsangehörige, die sich zu der Regierung von Vichy bekennen, interniert. * Aus Bombay meldet die englische Zeitung „Eve- niitg Standard", daß Pandit Biswanath Das, der frühere Premierminister der indischen Provinz Orrisa unter dem Verdacht des Landesverrats von den britischen Behörden verhaftet worden ist. * Die bulgarische Nationalversammlung nahm einen Gesetzentwurf «an, durch den die Regierung Vollmacht zur Lösung, der jüdischen Frage erhält. * "Als einen besonderen Zweig der Polizei hat Bulgarien jetzt eine Wirtschaftspolizei ins Leben gerufen, die die strenge Durchführung der durch den Krieg bedingten Wirtschaftsgesetze zur Aufgabe hat. * In Berlin traf ein Transport der zurückgekehrten Mitglieder der deutschen Gesandtschäft und der deutschen, Konsulate aus Paraguay, geführt von dem ehemaligen Geschäftsträger' Botschaftsrat von Le- oetzow, ein. Er wurde von Staatssekretär von Weizsäcker im Bundesratssaal des Auswärtigen, Amtes begrüßt. lier anzutreffen seien. Die Amerikanisierung Australiens macht rasche Fortschritte. Von der Berufung General MacArthurs bis zur Einführung der amerikanischen Währung neben der australischen reicht eine lange Kette von Maßnahmen und Verordnungen, die alle dazu beitragen, Australien aus einem britischen in ein amerikanisches Dominion zu verwandeln. Die Australier selbst schienen zunächst restlos glücklich über die Veränderung ihrer Lage zu sein. Curt in und andere Politiker sprachen von der engen Verwandtschaft zwischen dem australischen und amerikanischen Volk und von dem Wunsch, die durch die harte Notwendigkeit des Krieges geschaffene Allianz zwischen beiden Ländern auch nach dem Friedensschluß fortzusetzen. Die Verstimmung gegenüber dem englischen Mutterlande hielt weiter an. Die australischen Truppen im Mittleren Osten wurden in demonstrativer Weise zurückgerufen, nur ein kleiner Verband blieb in Syrien, um wenigstens den Schein zu wahren. Den Höhepunkt der Verstimmung bildete der Streit zwischen Churchill und Curtin um die Ernennung des damaligen australischen Gesandten in Washington, Richard Casey, zum britischen Staatsminister für den Mittleren Osten in Kairo. * Diesmal jedoch konnte sich Curtin nicht auf Roosevelt stützen, sondern mutzte erleben, daß dieser in vorsichtiger Form Churchill rechtgab und die Entsendung Caseys nach Kairo guthieß. Erst die Veröffentlichung von Akten und Mtzmoiren werden darüber Klarheit bringen, ob die Haltung Roosevelts im Falle Casey die Ursache dafür war, daß Curtin plötzlich vorsichtiger und weniger enthusiastisch in den Beziehungen zu den Amerikanern wurde. Es kann natürlich auch sein, daß das allzu selbstherrliche Auftreten der amerikanischen Soldaten im eigenen Lande den australischen Premierminister darüber nachdenken ließ, ob er nicht vielleicht nur die britische Vorherrschaft mit der amerikanischen vertauscht habe. Jedenfalls wurde die Welt von der Nachricht überrascht, daß General MacArthur noch gar nicht zum Oberbefehlshaber endgültig ernannt und außerdem sein Befehlsbereich und seine Befugnisse nicht einbeutig geklärt wären. Das peinliche Aufsehen, welches diejer Zwischenfall erregte, bewirkte bann, baß bie enbgüUige Ernennung sofort ausgesprochen würbe. In bie gleiche Zeit fallen bie ersten Steuerungen Curtins, daß Australien nicht baran benke, aus dem britischen , Staatenverbanb auszuscheiben, kurze Zeit später dankte Curtin sogar dem ihm verhaßten Churchill in einem betont herzlichen Telegramm für die Unterstützung der britischen Flotte beim Rücktransport des australischen Expeditionskorps aus dem Mittleren Osten. So treibt das australische Staaienschiff heute zwischen der britischen Scylla und Der amerikanischen Charybhis-in den gefährlichen, Strudeln des ersten wirklichen weltumspannenden Krieges der Menschheitsgeschichte. Ob Curtin gleich dem sagenhaften Odysseus imstande sein wird, sein Schiff zwischen den beiden drohenden Gefahren hindurchzusteuern, ist ungewiß. In einer Rundfunkrede an das australische Volk sprach er von der Aufgabe Australiens, die von den Japanern besetzten Gebiete in Südost- asien den Alliierten zurückzugewinnen. Sollte sich hinter dieser — angesichts der derzeitigen strategischen Lage bestenfalls programmatischen — Erklärung der Hintergedanke verbergen, daß Australien sich ein eigenes Imperium schaffen könnte, welches ihm soviel Stärke verleihen würde, daß es den alten Ansprüchen Englands und den neuen Forderungen Roosevelts erfolgreich widerstehen könnte? Ein Ritterkreuzträger der Waffen-^ gefallen. Bei den harten Frühjahrskämpfen südwestlich des Ilmensees starb der Ritterkreuzträger ^-Oberscharführer Ludwig Köchle, Stoßtruppführer in einer Division, der Waffen-^, den Heldentod. Er war 1921 als Sohn eines Maurerpoliers rn Nofels (Vorarlberg) geboren. Nach seiner Schulzeit meldete er sich im Alter von 17 Jahren zur Waffen-^ und zog bereits ein Jahr später in den PolenseldzUg. Als MG.-Schütze kämpfte er im Westen. Auf den Schlachtfeldern des Ostens bewährte er sich als Führer von mehrmals 100 Stoß- und^Spähtruppun- ternehmen, wurde mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse ausgezeichnet und mehrfach in den Tages-, befehlen seines Regimentes erwähnt. Als es ihm gelang, in die Flanke einer die eigenen Stellungen gefährdenden Sowjetstellung einzudringen, mit Handgranaten sechs feindliche Bunker und ein SMG- Nest zu nehmen und sich gegen die heftigen Gegenangriffe der Bolschewisten zu behaupten, wurde er als kaum 21jähriger mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. ____________________________________________ Bussard und Kreuzotter. Von Kurt Knaak Auch am Steinbruch lacht der Sommer. Der Huflattich auf der Grubensohle ist bereits verblüht und sichert sich die Feuchtigkeit des Bodens unter einem frischen Blätterteppich. In den Nischen des Quarzgesteins grünt der Birkenanflug, und die Habichtskräuter winken mit zierlichen Rosetten. Gerina ist der Pflanzenwuchs im Bruch; denn das Quarzgestein ist hart und gibt den Wurzeln und Würzelchen nur wenig Raum. Die Nahrung zwischen den Ritzen und Schrunden ist nur mager, darum meidet die Tierwelt den Ort. Tagaus, tagein hallen zudem seine Wände vom Rattern der Preßluftbohrer, vom Donner der Sprengschüsse und vom Niederschlag der Felsbrocken wider. Wenn Rodehaue und Brecheisen scharwerken, flüchten Hase und Steinmarder, Rotschwanz und Rüttelfalk, und selbst den Zitronenfaltern und bunten Pfauenaugen ist die Unrast der Menschen im Quar.zbruch verleidet. Wenn es aber still ist, bann regt sich die Kreatur ringsum und genießt den Feierabend der harten Arbeitsstätte, und noch inniger entfaltet sie ihr Leben an den Tagen, wo der Bergwerksbetrieb völlig ruht. Heute am Sonntagmorgen, wo die Arbeiter daheim geblieben sind, jubilieren die Dorngrasmücken in den Brombeerhecken oben am Rande fies Bruches so laut wie in der ganzen Woche nie. Filislaub- oögel schwirren plaudernd um die Wipfel der mannshohen Birken und Silberpappeln, die die tiefe Bergausschachtung als ein dichter Wall umgeben, und die Rotschwänzchen wagen manchen Flügelfprung nach den Insekten, die sich an den steilen Felswänden wärmen. Fliegen entschlüpfen im verrotteten Laub ihren Puppenhüllen, und während sie ihre noch feuchten Leiber auf dem Grunde erstarken lassen, laufen die kräftigsten von ihnen eiligst auseinander und schwirren auf und davon; denn die Streu unter ihnen erbebt, bewegt sich mit einem Male hin und her, und siehe da, wo noch soeben dürre Blätter rascheln, züngelt es verdächtig zwischen ihnen hindurch, und ellenlang schiebt M ein daumendicker Körper aus der Erde hervor. Eine Kreuzotter! Das kastanienbraune Kainszeichen auf ihrem Kopfe und Leih bezeugen es. • Bis an den Gehölzrand windet sich die Schlange. Dort ringelt sie sich zusammen; denn hier wirken die Lichtstrahlen am besten, und vor allem wechseln die Feldmäuse vom nahen Acker oft aus und ein. Auf sie hat es die Otter abgesehen, sie ist hungrig. Ein Weilchen hat die heimliche Jägerin bereits ge- wartet. Die Sonne hat ihr gut getan und ihr Blut beweglich gemacht. Jetzt wäre es der Lauernden schon recht, wenn sich ein Frosch, eine Maus oder eine Eidechse nähern würde, aber nichts rührt sich.. Doch halt! Am Feldrain zirpt es, trappelt es von flinken Läufchen hin und her. Das mögen wohl die Mäuse fein. Leicht hat sich die Otter entrollt, und schon ist sie im fußhohen Grase verschwunden. Dort, wo die Halme sich neigen, wo vorhin die Blütenkolben des Spitzwegerichs erschütterten und jetzt die .Kuckuckslichtnelken sich »erneigen, spürt sie heimlich dahin. Die Lerchen auf dem Felde erheben sich. Der Sonne zum Gruß erklingen ihre Liederstrophen. Wildtauben schwingen sich zur Körnersuche ein, und der Bussard, der im Horste seine hungrigen Jungen weiß, rüttelt in großer Höhe über dem Acker. Ihn lockten auch die Mäuse auf den weiten Plan, aber so oft er mit feinen kristallscharfen Augen die Saat- rillen absucht und Grasbüschel und Erdschollen mustert, so oft läßt ihn die Leere unbefriedigt. Seine starkzehigen Fänge mit den lang baumelnden Federhosen krampfen sich stets wieder im Fluge an den Leib, und so rudert, so segelt er gegen den Luftzug und mit dem Winde dem Steinbruch näher, rüttelt und äugt und stürzt plötzlich mit angezogenen Schwingen zum Gehölzrand herab. Die Fänge weit voraus, bremst fein breiter Schwanzfächer dicht über dem Boden die Wucht seines Sturzes. Sein spitzer Krummschnabel hackt zu, und während der Raubvogel in dem Grase völlig verschwindet, fährt er auch schon wieder empor, in feinen Krallen die Kreuz- otter haltend. Eilig tragen ihn die Schwingen über Birken und Pappeln hinweg dem Horste zu. Aber die Otter wehrt sich. Wild reckt sic den Kops nach dem Leibe des Mausers, sperrt weit den Rachen auf und sucht ihn mit ihren Giftzähnen zu beißen. Das märe sein Tod. Doch der Bussard hält sie fest, als wüßte er um die Gefährlichkeit seiner Beute. Allein die Schlange gibt den Kampf nicht auf. Unversehens ist es ihr plötzlich, gelungen, einen schwachen Zeh en- druck ihres Peinigers zu nutzen und den Brustteil frei zu bekommen. Blitzschnell zielt sie nach seinem Herzen. Run scheint sein Schicksal besiegelt, aber ebenso schnell hat der Vogel seine Fänge geöffnet. Mitten über dem Quarzbruch läßt er sein Opfer fallen. Mit den Augen den tödlichen Aufschlag der Beute verfolgend, stößt er im Gleitflug hinab und packt von neuem das blutende Gewürm, auf dqß seine Brut daran den Hunger tilge. — In der Ferne entschwindet sein Flugbild, und es jubilieren noch lange ?ne Domgrasmüden in der Sonnenfrühe rings um den Bruch. Schwerer Tag. Von Michael Molander. Obwohl ich mit^ gespielter Gleichgültigkeit verberge, was in mir vorgeht, wundere ich mich doch darüber, daß niemand mir anmerkt, was heute für ein besonderer Tag ist. Ein überaus wichtiger Xag — allerdings nur für mich, trotzdem braucht mir Kollege Berthold nicht ausgerechnet jetzt seine Sonntagserlebnisse zu erzählen, die mich-heute gar nicht interessieren. „... da müssen Sie unbedingt mal hin, idyllisch, sage ich Ihnen, und so bequem ZU erreichen! Sie fahren am besten mit der 26 bis Endstelle, von dort ist es dann eine gute dreiviertel Stunde, immer durch den Wald. Und dann die Badegelegenheit, herrlich, sage ich Ihnen —" So redet Berthold auf mich ein, während ich ihn am liebsten unterbrechen möchte: „Hören Sie doch auf, wissen Sie denn nicht, daß heute ..." Doch ich will mir nichts anmerken lassen, heuchle den aufmerksamen Zuhörer und nicke ab und zu beifällig. Drüben in der Zentrale rasselt das Telephon. Ich erschrecke jedesmal über das mir sonst so vertraute Geräusch...... ich verbinde!" sagt das nette Fräu- lein Bergmann, mein Dischapparat bleibt jedoch stumm, — es war also nicht für mich. Wenn doch endlich die Nachricht käme! Diese-Un- gewlßhett ist scheußlich, das Warten und die bau- Kunst und Wissenschaft. Professor krieck 60 Jahre alt In Heidelberg begingen Partei und NS.-Leh- rerbund gemeinsam den 60. Geburtstag von Professor Dr. Ernst Krieck, der schon früh für die nationalpolitische Erziehung sich eingesetzt hat. Der Rektor der Universität, Staatsminister Dr. Schmitt- Henner, konnte mitteilen, daß Dr. Krieck die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft erhalten habe. Weiter gab er bekannt, daß die badische Staatsregierung ihm die Silberne Hans- Thoma-Plakette verliehen habe. Ein von dem Heidelberger Künstler Graß gemaltes Bild von Professor Krieck werde in der Senatshalle der Universität aufgehängt werden. Die Universität Heidelberg verlieh ihm den Kuno-Fischer-Preis. Ein Vertreter der Reichsstudentenführung überbrachte ein Bild. Ministerialrat Gärtner überbrachte herzliche Grüße der deutschen Erzieherschaft und überreichte Holzschnitte oberrheinische^ Köpfe und Landschaften. Professor Krieck dankte in bewegten Worten für die Ehrungen. — Krieck, ein geborener Badener, war seit 1908 Hauptlehrer an einer Mannheimer Volksschule, wurde im 1933 ordentlicher Professor für Philosophie und Pädagogik an der Universität Frankfurt, deren Rektor er' im gleichen Jahre war. 1934 kam er an die Universität Heidelberg. Er hat sich durch zahlreiche staatspolitische, philosophische und pädagogische Schriften einen Namen gemacht. Der Josef-Görres-Preis für Prof. Paul (Siemen. In der Aula der Universität Bonn wurde der Josef-Görrer-Preis der Johann-Wolfgana-von- Goethe-Stiftung dem Nestor der rheinischen Kunstgeschichte und langjährigen Provinzialkonseroatm: der Rheinprovinz, Prof. Paul C l e m e n verliehen. Clemen war es, dem schon früh die Jnventari- fation der rheinischen Kunstdenkmäler übertragen wurde. Noch heute, als 75jähriger, ist er der Herausgeber der „Kunstdenkmäler der Rheinprovinz", zu denen noch jüngst ein Band über Eupen und Malmehy hinzugefügt werden konnte. Während des Weltkrieges übernahm er den Schutz der Kunstdenkmäler in Belgien ynd Nordfrankreich, in Warschau und Wilna,, im Süden und auf dem Balkan. Seiner Initiative verdankt der rheinische Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz fein Entstehen, der ebenso wie das, kunsthistorische Institut der Bonner Universität zu einem Mittelpunkt der kunstgeschichtlichen Forschung und der Betreuung der Bodenaltertümer und Kunstschätze wurde. In vielen wissenschaftlichen Werken warb er für die Schönheit und den künstlerischen Reichtum des Rheinlandes. Prof. Dr. Verthold haendcke 80 Jahre all. Der in Berlin-Grunewald im Ruhestand lebende frühere langjährige Ordinarius der Kunstwissenschaft an der Königsberger Universität, Geh. Rat Prof. Dr. Berthold Haendcke,' feierte seinen 80. Geburtstag. Prof. Haendcke ist zu Altona geboren. Er promovierte in München und habilitierte sich 1888 in Bern. Später kam er als Extraordinarius nach Jena und 1896 als Nachfolger Konrad Langes nach Königsberg. Prof. Dr. Otto lllaüfer gestorben.^ Im 62. Lebensjahr starb in München der o. Professor für germanische Philologie an der Universität Königsberg, Dr. Otto Mauser. In Grafenau (Bayer. Wald) geboren, studierte er in München, promovierte dort 1906 und war dann zunächst als freier wissenschaftlicher Schriftsteller tätig. 1912 kam er als Leiter der Wärterbuchkanzlei zu der Bayer. Akademie der Wissenschaften. Im Weltkrieg war er Vorsitzender der Kommission zur Sammlung der deutschen Soldatensprache. 1915 habilitierte er sich in München und erhielt dort 1936 einen Lehrauftrag für altnordische Philologie und Rassenkunde. 1938 wurde er nach Königsberg berufen. Die zahlreichen Arbeiten Mausers betreffen vor allem die germanische und vergleichende Sprachwissenschaft, besonders Urgermanisch, ferner Wortforschung und Mundartenkunde sowie Volkskunde. Wir erwähnen seine Veröffentlichungen über die Geschichte des Klosters Tegernsee. Geschichte der Predigt der Barock-, zeit und des Oberammergauer Passionsspiels. Mauser war auch Uebersetzer altisländischer und altnor« wegischer Sagas. Die Preisträger der Deutschen Akademie. In Wien wurde durch den Präsidenten der Deutschen Akademie, Ministerpräsident Siebert, die Gesellschaft der Freunde der Deutschen Akademie gegründet, und die Preisträger der Deutschen Akademie für 1941/42 verkündet. Es sind Prof. Dr. Georg Baesecke für sein Werk „Vor- und Frühgeschichte des deutschen Schrifttums"; Prof. Dr. Dietrich von ernde Spannung werden immer unerträglicher, je weiter die Zeiger an der -großen ' Bürouhr vor- rucken. Cs ist wirklich ein schwerer Tag! Mit meinen Gedanken bin ich nicht bei der Kalkulation und nicht bei der dringenden Kostenausstellung, obwohl meine Hand die Zahlen niederschreibt.. Ab und zu werfe ich einen Blick aus dem Fenster. Wie oft hatte ich beim Betrachten der alten Linde, deren Wipfel mein Fenster erreicht, gedacht, wenn du mir wieder die Aussicht versperrst, dann ist es soweit! Endlich war der Schnee, der wie Watte auf den schwarzen Aesten lag, in der warmen Frühlingssonne zerronnen, und dann dauerte es nicht, mehr lange, bis das erste zarte Grün aus den Zweigen brach' Jetzt war schon die Zett der Lindenblüte, süßer Duft strömte durchs weit geöffnete Fenster, und bisweilen verirrte sich eine Biene auf meinen Schreibtisch. — Die Mittagspost! Schon? Wie doch die Zeit.vergeht, wenn man ein Weilchen träumt. Und immer noch keine Nachricht! Ich sehe die eingegangenen Briese und Karten durch, auf einem Umschlag ist eine nicht häufig vorkommende Marke. Einer plötzlichen Eingebung folgend, schneide ich die Marke aus: vielleicht sammelt der Junge später mal ...? Bisher gab ich besondere Briefmarken immer dem Kollegen Berthold. Mein Telephon rasselt. Schon am Klang weiß ich, daß es kein Hausgespräch sein kann. Meine Hand zittert ein wenig, als ich den Hörer abnehme. „... Sie werden verlangt, ich verbinde!" höre ich dad Fräulein an der Zentrale sagen. Ich melde mich und dann antwortet eine fremde Frauenstimme. — Als ich den Hörer wieder auflege, schaut der mir gegenübeiflitzende Arbeitskamerad prüfend herüber. Er sieht mir wohl die groß- Freude gn, ober hat er aus meinen Worten entnommen, ba’fc ... Was habe ich denn gesagt? Ich weiß es wirklich nicht mehr? Doch jetzt will und brauche ich mein Geheimnis nicht länger zu hüten. Herzlich reiche ich Berthold die Hayd hinüber: „Sie können mir gratulieren, ich bin soeben Vater eines gefunden Mädels geworden!" Mein Blick fällt auf die ausgeschnittene Briefmarke, die noch vor mir liegt. Ich werfe sie mit der anderen Hand hinüderr .Äaben Sie die schon?" Beethovens „Rennte" in Bad-Rauheim Alufikwoche in Rostock. 3 ch la 0 E die nötige 2150ntu)t oura) «ine lutu« ----- gerecht zu machen. „Du bist Lach schon em kleiner Zimmer. »21 ' 2 r-L auf hio Atthprrt 25ati (Fortsetzung folgt.) G, du mußt gut aufpassen auf die andern. Dati alt lebende ienschaft it Prof. Zeburts- Er pro- 1888 in s nach ;es nach Aus alter Wett. KrebsberatUngSstellen. 3 O Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. sbsgefahr zu begegnen. Auch weiterhin Speiseeis. gramm unterhalten. Der Vortragskünstler Max Iaa unterhielt mit Humor. Waltraud Frey brachte in ihrem Sing-Sang bekannte Lieder und Melodien. Erna Reuter, Meisterin des Xylophons, zeigte ihre Kunst. Der Zauberkünstler Hans Watterich verblüffte durch seine modernen „Hexereien". Hans Erich Weidig erfreute als Akkordeon-Virtuose und begleitete die Künstler am Klavier. Reicher Beifall dankte für die gute Unterhaltung. — Das BDM.- Werk „Glaube und Schönheit" erfreute durch die Wiederholung der Großveranstaltung die Insassen eines Lazarettes. Die Bannmädelführerin Inge Hack sprach Begrüßungs- und Einführungsworte. Rach Orchester- und Liedervorträgen der Mädels folgten Gymnastik, Tanz und Reifenspiele. Das Laienspiel „Der zertanzten Schuhe" gefiel ebenfalls gut. Die gut zusammengestellte Vortragsfolge fand großen Beifall. . „ Die Ortsgruppen der NSDAP, mit angeschlope- nen Verbänden in Rüddingshausen, Stockhausen und Bettenhausen hatten zum Sonntag Verwundete aus den hiesigen Lazaretten eingeladen. Rach der Gastfreundschaft in den Familien fanden nachmittags gemeinschaftliche Feiern statt. Besondere Freude brachte Lehrer Flath in Rüddingshausen mit seiner Sing- und Spielschar der dortigen Volksschule. o. Pro- nversität )rafenau Nachen, ächst als 912 tarn Äayer. war er ung ber t er sich Lehrauf« ’enfunbc. )it zahl- Hem die senschost, ung und rwähnen des Klo- : Barock-. (5. «au- h Mo» Gloria-palast: ^Violanta". Das Drehbuch, das E. v. Richter und Paul Ostermayr für die Ufa schrieben, geht auf die Novelle „Der Schatten" von Ernst Zahn zuruck. Der Film schildert das Schicksal eines armen, verwaisten Mädchens, das sich aus eigenem Entschluß aus einer niederziehenden asozialen Umwelt frei macht und nach einer ersten schweren Enttäuschung die echte Liebe eines Mannes findet. Auf dessen Hof, an dessen Seite könnte sie mit ihren Kindern glücklich fein; da fällt der „Schatten" ein: in dem nach Jahren aus dem Gefängnis heirnkehrenden, verkommenen und verschollen gewesenen Bruder ihres Mannes muß Violanta mit Entsetzen ihren ersten Geliebten wiedererkennen, der sich ihr aufs neue zu nähern versucht. Sie weist ihn zurück, aber er laßt nicht ab; als er sie hoch oben im Gebirge auf einem schmalen Pfad abermals bedrängt, stößt sie ihn zurück, und er stürzt tödlich ab. Obwohl sie in einer Art von Notwehr' gehandelt hat, glaubt sie nicht weiterleben zu können, und nur die rechtzeitige Heimkehr ihres Mannes bewahrt Violanta, die aus feiner Liebe neue Kraft zum Leben schöpft, vor dem Selbstmord. Es ist nicht recht einzüsehen, was bio Bearbeiter zur Verfilmung der psychologisch und handlungsmäßig ganz geschlossenen ErMlung bewogen hat, zumal der rein epische Stoff kaum filmische Anregungen oder Möglichkeiten enthalt. Immerhin hat der Spielleiter Paul Ostermayr -L-h. Hf. Nativ. iN. Mitt. Toe. erhol, wische ans- l von Don rUni- yeidel- re i 5, über, Machst 1 und e und Wen freier ^ann, arbenb an Nglei- 'ersitvt 'tspoli, 1 einen Wen. "de der ’fl’üon: Kunst- rrootL -liehen, 'entart» fragen t her- ooinz" m und Nid des chdenk- arfchau Seiner ' Denk- •n, der Bonner eschicht- Boden- nielcn Schön- Rhein. einen Lehrer? Einen glutäugigen Andalusier mit Pomadelöcken? Du, das verbitt ich mir!" Du hast dir gar nichts zu verbitten — und außerdem hab' ich eine Lehrerin. Du das ist meine große Flamme!" Sie gerat so Eifer, daß sie die ganze Feindschaft vergißt und Gerds Arm ^So ein süßes Geschöpf? Mit ganz grotzen schwär, zen, melancholischen Augen und den schönsten Zay- nen von der Welt. Wenn sie lacht, ist sie einfach bezaubernd, und sie lacht, natürlich manchmal über mi,J)as kann ich mir vorstellen!" ' Und damit beginnt das Geplänkel von neuem. 32. „Die blauen Mäntel, Engelchen" sagt Irmela. „Es ist so warm heute, richtiges Fruhlmgswetter. Nein Hansjürgen, keine Söckchen, so warm ist es nun noch lange nicht. Bald, ja bald ... jetzt quengel nicht mehr'. Laß dich von Engelchen anziehen und geht schön spazieren. Und gib Engelchen die Hand, wenn ihr an einen Damm kommt eie beugt sich zu ihm und 'flüstert mit ihm, Fräulein Engel braucht es nicht zu hören, ste hat sowieso immer etwas an ihren pädagogischen Talenten auszusetzen. .Du bist doch mein großer Junge, und Engelchen kann nicht mehr so gut sehen, da mußt du ste brav an der Hand nehmen, damit ste nicht über die Bordschwelle stolpert." 1t_ Fräulein Engel wäre sehr beleidigt durch die Unterstellung, daß sie die Bordschwelle nicht mehr sehen soll. Aber Hansjürgen fühlt sich in seinem Ehrgefühl gekränkt, wenn- er vor jedem Damm an der Hand gepackt wird wie ein Baby. Er soll gehorchen, sag Fräulein Engel. Aber wenn er nun emmal mäst gehorcht, und in seinem Eigensinn in emen Wagen läuft? Vielleicht hält Fräulein Engel das für e.ne gerechte Strafe, aber Irmela ist mehr dafür, ihm die nötige Vorsicht durch eine kleine Ausrede mund- »LV 1. nicht > Seitdem im Jahre 1824 Beethoven mit der Neunten Symphonie sein symphonisches Schaffen abschloß, sind wohl selten über ein Werk oviele Federn in Bewegung gesetzt roorbep wie ge- rabe über dieses. Aus vielen dieser Schriften geht hervor, daß man ihm lange verständnislos gegenüberstand. Selbst große Musiker (Spohr) lehnten die Symphonie als das Werk eines verirrten Geistes ab. Besonders war es bas Finale, das den meisten Anstoß erregte. In ihm erblickte sogar Rich. Wagner die bewußte Bankerotterklärung der reinen Instrumentalmusik. Wie so oft, hat auch hier die Zeit klärend gewirkt. Allmählich erkannte man die Idee des Werkes: Kampf mit dem..Schicksal, lieberminbung der finsteren Mächte hin zur wahren Freude. Mit dieser Erkenntnis hat sich die „Neunte" einen bevorzugten Platz, nicht nur unter den Symphonien Beethovens, sondern auch der anderer Meister, erobert. Besonders in schicksalhaften Zeiten ist sie, wie kaum ein anderes Werk, geeignet, dem Menschen innere Stärke und Aufrichtung Aus der Stadt Gießen. Das Freilustbad. Die antiken römischen Turnhallen trugen am Giebel die Aufschrift: „Lux, aer. aqua, motus!" — Licht, Luft, Wasser, Bewegung. Ein Beweis dafür, wie sehr man im Altertum das Fr.eiluftbad chätzte. Diese römischen Turnhallen waren die Nachfolger der griechischen Gymnasien und hatten deren Grundsätze für Körperpflege und Leibes-, erziehung übernommen. In späteren Zeiten kamen die Völker wieder ganz von einer gesunden Körperkultur ab. Erst seit etwa 50 Jahren hat sie sich Und das nennst du Manieren? Es tut dir wohl leid daß wir auf offener Straße sind, weil du das o betonst? Ich hatte gar nicht die Absicht, dir au offener Straße Beweise meines Könnens zu geben. Hofftest du das?" Ich kann mit dir nicht mehr reden, du bist mir zu frech ..Das war immer ihr letzter Ausweg, wenn er sie fo geärgert hatte, daß sie rot vor Wut und Verlegenheit wurde. Und genau w«-früher steigt ein glühendes Rot iü das fuße Gesicht. Du bist eigentlich sehr hübsch geworden, Susi, weißt du das?" fragt Gerd mit sachlicher Aner- te"’S ich habe aus dich flemartet, um mir das faqen zu lassen!" Sie wird schon wieder schnippisch. Sagen dir das andere Leute auch? Das paßt mir eigentlich gar nicht! Wenn du so weiter machst, kannst du in ein paar Jahren ein.e Schönheit fetrv du achtzehn bist, darfst du mir noch einma^ einen Heiratsantrag machen! Vielleicht nehme ich ihn bann boch an'." „Ich werbe mich schwer hüten! "Na, vielleicht mach' ich ihn dir bann! Mal sehen _ ich werbe bich jebenfalls-im Auge behalten? Zu biesem Zweck könntest du eigentlich morgen früh ^^Ich^benke gar nicht daran? Ich habe mehr zu ^216) bie Vorbereitung auf bie großartige Existenz? Bist bu schon eifrig babei?" Ja' AllerbingsAuch wenn bu dich darüber lustig machst? Ich lerne Stenographie unb Schreib maschine und doppelte Buchführung, und spanisch °Hoso, Spanisch auch. Sag' mal, hast du etwa wieder durchgesetzt. ] Der Grund für die allgemeine rasche Verdrei- \ tung der Lust- und Sonnenbädeer ist nicht allein \ einer Modeströmung zu danken gewesen, sondern ebenso chen Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung. Die Forschung hat festgestellt, daß der Organis- ; mus gewisse Schäden mit Hilfe der Sonnende- trahlung zu bekämpfen imstande sei. Diese Ströhen bestehen, wie man setzt weiß, außer den ichtbaren Strahlen aus kurzen und langen roten mb ultraroten Wärmestrahlen, außerdem aus kurzen und langen violetten und ultravioletten Strahlen. Die roten Strahlen sind Wärmestrahlen, sie bewirken vor allem -Hitze und verursachen an der Haut leichte vorübergehende Rötung. Die violetten unb- ultravioletten Strahlen sind diejenigen, die je nach der Bestrahlungsdauer leichte oder stärkere Brände, in schwereren Fällen auch Brandblasen und alle Folgen von Brandwunden, wie Fieber, Unwohlsein usw. bewirken können. So nützlich das vorsichtige Sonnenbad nach langsamer Gewöhnung fein kann, so schädlich sind die Hautentzündungen, die einem plötzlichen übertriebenen Sonnenbad folgen. Die Heftigkeit solcher Entzündungen ist verschieden. Im allgemeinen vertragen dunkelhäutige Menschen besser viel Sonne. Am empfindlichsten gegen Sonnenbestrahlung sind rote ober hellblonbe Personen, währenb Schwarze, beren Haut mehr Farbstoff enthält — was das Eindringen der Lichtstrahlen in die Haut erschwert — — länger der Bestrahlung standhalten. Aus alledem folgt, daß man nur nach und nach in langsamem Tempo abbrennen soll; nur so erhält man eine gleichmäßig gebräunte Haut. Durch richtige Sonnenbestrahlung steigern sich nicht nur die Farbstoffvorräte der Haut, auch eine gewisse Widerstandskraft gegen infektiöse Erkrankungen wird dadurch verstärkt. Ungewohnte, ge- walisame Sonnenbäder sind weder kosmetisch noch gesundheitlich zu verantworten, da die Verbrennungsgefahr individuell verschieden ist und Brandwunden entstehen können, deren Spuren wochenlang sichtbar sind, ober'bie schwere eitrige Entzündungen zur Folge chaben. Besonders bei windigem Wetter sollte man sich in acht nehmen, da man m diesem Falle keine Hitze spürt, wohl aber die Wirkungen der ultravioletten Strahlen fürchten muß. Selbstverständlich sind Freiluftbäder von angenehm abhärtender Wirkung. Zu langer Aufenthalt im Wasser lockert jedoch die Epidermis. Bei empfindlichen Persoiren kann diese Lockerung an besonders garten Stellen der Haut, z. B. zwischen den Zehen, gum Ansatz von Schimmelpilzen fuhren. Als Schutz dagegen genügt gutes Abtrocknen der Haut. Aus Gesunde sind Sonnen- und Frei- luftbäder nur von bester Wirkung. Ganz anders aber sind sie bei Kranken (Blutarmen) oder sonst nicht Gesunden einzuschätzen, auch bei älteren Personen. Diese dürfen Sonnenbäder oder kalte Freiluftbäder nur nach Befragung ihres Arztes unter gu geben. 2?otz der Schwierigkeit, die an kleineren Plätzen bezüglich der Chorfrage besteht, brachte man in Bad-Nauheim das gewaltige Werk heraus. Durch Arbeitsgemeinschaft der Chöre des Staats; bad es Bad-Nauheim, des Akademischen Gesangvereins Gießen und des Cäci- lien-Vereins Frankfurt am Main war bie Chorfrage zufried enstellenb gelöst. Ueberragenber Führer Des Ganzen war Musikbirektor W. Nau e. jE-r ist ein Dirigent von Format, der bas umfängliche Werk vollkommen im Kopf und vor allem im Herzen hatte. Getreulich dem Notenbilde folgend, ließ er bie einzelnen Sätze im Geiste ihres Schöpfers erstehen. Indem die dynamischen Möglichkeiten voll ausgenutzt wurden, entstand ein Klangbild voll größter Lebendigkeit, das die Schicksalsschwere des Kopfsatzes, den Humor des Zweiten und die Versunkenheit des Adagio klar in Erscheinung treten ließ. Besondere Höhe hatte die Ausdeutung der Durchführung des ersten Satzes, des Adagios und des Freudenhymnus im Schlußsatz. Der überlegenen Führung folgte das Rhein-Mainifche Lan. desorchester offensichtlich mit Freude. Es zeigte im Streichkörper gesättigte Fülle, die bei allen Stärkegraden gleich wirksam blieb. Die Bläser spielten tonrein unb zeichneten sich bei Gelegenheiten besonders aus, so die Holzbläser im zweiten unb die Hörner im dritten Satz. Gegen bie oft hochaufbranbenbe Tonflut des Orchesters im Finale konnte sich der Chor nur schwer durchsetzen, boch zeigte er bei Stellen, wo das Orchester weniger böminierte, Weichheit unb Tragfähigkeit bes Klanges („Brüder, ilberm Sternenzelt"). Das Soloquartett — Ebith Laux (Sopran), Erna Stoll (Alt), Heinz Matthäi (Tenor), Heinrich Hölzlin (Baß) — als solches wurde feiner Aufgabe in würdiger Weise gerecht. Die einzelnen Quartettsätze klangen gut abgestimmt unb rein. Ebith Laux (oopran) führte gut, verwischte aber die Konturen etwas durch gu. reichliches Tremolo, der weiche Alt von Erna Stoll fügte sich wirkungsvoll ein. Recht frisch sang Heinz JDt a t - thä» bas Tenorsolo („Froh, wie seine Sonnen fliegen"), wobei etwas zu äusschließlich bas Gewicht auf bie rhythmische Prägung gelegt wurde. Das Baßsolo von H. Hölzlin gewährte besonderen Genuß. Ein ebenmäßig gebildetes Organ von großer Spannfähigkeit, im Verein mit einer musterhaften Sprache ließen seine Leistung besonders eindringlich erscheinen. Die zahlreichen Hörer, die den großen Konzertsaal bis auf den letzten Platz füllten, bezeugten ihre Freude über bie sehr hochstehende Darbietung durch reichsten Beifall, der durch Blumenspenden noch befortbers unterstrichen wurde. Heinrich Blaß. altf: „Siegfried-Trilogie im Nibelungenlied in be Thidrek-Saga"; Universitätsdogent Dr. phil. ha >il. Ulrich Noack: „Nordische Frühgeschichte und Ängergeit" und der verstorbene Dr. phil. Wer- ic Reefe: „Die Niederlande und das Deutsche R ch". wie. ier Deut' ert, die ;emie ge- n Stabe- )r. Georg jgeschW v rich pon Mer^e uhr vor« - der Kal' foftenaui* n niebe» aus dem 6er * t gedacht- rrff, bann der wie r warmen auerte-es i aus den !r Linden- «öffnete Biene au! &*£ nd i«®1“ Mienen ;iner M di« ■ mal • ■ • • rnmer n weiß 'ch' -ein- adnE V' Höl-L ach mewe blicke gewährt. In der Titelrolle sieht man Annelies Reinhold, die in den „Drei Codonas" gum ersten Male herausgestellt worden war: ihr klares Gesicht und bie verhaltene, aber sehr ausdrucksvolle Art ihres Spiels passen gut gu der Gestalt, bie im Film darzustellen war, unb bie sich vom literarischen Urbilbe merklich unterscheibet, wie überhaupt das Drehbuch in wesentlichen Zügen von ber Novelle abweicht. Die beiben ungleichen Brüber finden in Richarb Häußler unb Hans Schlenck eine glaubwürdige, lebhaft tontraftierenbe Verkörperung. Hedwig Mangel, Karl S k r a u p, Gisa Wurm unb Betty Sedlmayr seien von der kleinen Spielgemeinschaft noch genannt. — Im Beiprogramm läuft bie neue Wochenschau mit höchst einbringlichen Bilbberichten von ben Kämpfen um Tobruk unb Sewastopol. Hans Thyriot. Lustfeldpostsendungen dürfen nur 10 Gramm wiegen. Für private ßuftfelbpoftfenbungen ist das Höchst, gewicht auf* 10 Gramm festgesetzt. Obwohl durch Presse und Rundfunk darauf hingewiesen ist, daß dieses Gewicht mit Rücksicht auf den verfügbaren Ladergum der Feldpostflugzeuge unbedingt eingehalten werden muß, überschreiten mehr als ein Drittel aller eingelieferten Luftfeldpostsendungen die Höchst- gewichtsgrenge von 10 Gramm. Sie können deshalb nicht befördert werden. Es liegt im eigenen Interesse ber Absender, sich vor Einlieferung der Sendungen von dem richtigen Gewicht gu überzeugen unb dadurch der Reichspost unnötige Mehrarbeit und sich selbst Aerger zu ersparen. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n , 7. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Kartoffeln, alte, 5 kg 47, Wirsing, grün, 15, Weißkraut 15, Gelbe Rüben, Bb. 15, Rote Rüben, Bb. 15 bis 20, Römischkohl 13, Erbsen 27, Blumenkohl 10 bis 50, Salat, bas Stück 5 bis 10, Ober-Kohlrabi 8, Rettich 8 bis 10, Rabieschen, Bb. 8 Rpf. * * 7 0 Geburtstag. Am morgigen Mittwoch, 8. Juli, begeht Frau Mathilde Hosch, geb. Simon, Schiffenberger Weg 24 wohnhaft, in geistiger unb körperlicher Frische ihren 70. Geburtstag. Der Jubilarin unseren herzlichen Glückwunsch. Verdvnkelungszeil: 7. Juli von 22.45 bis 4.39 Uhr.__________ bie ziemlich schwerflüssig in Gang gebrachte Handlung allmählich zu konzentrieren unb ben Konflikt kräftig unb wirkungsvoll gu steigern verstanden. Zu loben ist die klare Photographie — an der Kamera: Ekkehard K y r a t h —, bie in ber weiten Bergwelt bankbare Motive fanb unb- allerlei freundliche Aus- nimmt mich auch immer am Ann, -wenn wir übern Damm gehen." Hansfürgen gelobt es mit so tiefem Ernst, daß sie ihm unbedingt noch einen Kuß geben muß. Unb Ursula drängt sich an sie, um auch noch einen zu bekommen, eifersüchtig ist sie wie eine echte kleine Frau, immer in Angst, daß sie vernachlässigt wirb. In diesem Augenblick klingelt das Telephon. Und bei dem-ersten Anschlägen weiß Irmela, wer es ist, der da anruft, mit unfehlbarer Sicherheit weiß sie es, mit tödlicher Sicherheit. Sie steht vor dem Apparat und krampft die Hände ineinander, ohne den Hörer abzunehmen. Sie muß Albrecht alles erzählen. In dem Augenblick, wo sie ich ihm anoertraut, ist die Last ab geworfen. Es ist ehr peinlich, alles einzugestehen, alles; diese be- chämende Jugendliebe und bie jetzige Dummheit, unb bas törichte Verschweigen. Vielleicht ist es jemanb anders? Als ob es auf ber Welt nur bieten einen Menschen gäbe, ber sie anrufen törtnte! Vielleicht ist es Albrecht? Lieber / Himmel, wenn es nicht Bareiro ist, biesesmal noch nicht Bareiro, bann ist es ein Wink, bann ruft sie Albrecht an. Jetzt, sofort, in einer Viertelstunde ist alles überstanden, und bann kann Bareiro anrufen, so viel er will. Dann kann sie darüber lachen. Dieser Gedanke gibt ihr soviel Mut, daß sie den Hörer abnimmt. Es ist Bareiro. 33. Albrecht Sierinck legt den Hörer hm und nimmt ihn sofort wieder auf, drückt einen Knops nieder. „Zentrale^ Bitte verbinden Sie mich mit zu Hause. 'Er malt Kringel auf bas Löschpapier unb sieht aU5 dem Fenster, während er auf bie Verbmbung märtet. „Besetzt?" So, banke. Versuchen Sie m ein paar Minuten noch einmal, Fräulein Schröber, und stellen Sie bann um, ja, ich bin auf meiern 2t. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) . .Ist das dasselbe. Babechen ... verzeih', Susi? An ich dir nicht mehr als ein toter Frosch m der -Hosentasche? Eine etwas eklige Erinnerung? D°s aber sehr bedauerlich! Ich hab dich immer für in treues Gemüt gehalten!" ,Das gewöhnt man sich ab, wenn man zur -ber mist kommt! Blödsinnig, sich an einen Mann zu ffyihur muh mnn etwas werben lernen, [) (engen! Selber muß man etwas werden — lernen, rbeiten, auf eigenen Füßen steh em „Seit wann bist du so ehrgeizig?^. Immer gewesen. Und wenn man bie ersten^Cn - L eüschunaen hinter sich hat, wirb man es hoppelt ich werbe wahrscheinlich nach Uebersee gehen, unb nir bart eine ganz große Existenz auchauen Da nirb's bir schon vergehen, mich aus-zulachen. Platzen wirst bu vor Reib? Ach Gott eischrocken inne. „Das hätt' ich natürlich nicht sagen dirfen! Es ist mir so rausgerutscht. Man rebet nicht °^Jch Hab s nicht gehört", tröstet Gerd, ..aber ich finde es sehr interessant. Sag mal, bin ich deine eifte Enttäuschung?" „Das geht dich gar nichts an. „Bäh!" macht Gerd, schneidet eine Fratze und ff-etft die Zunge heraus. 9hlf „Aber, Gerhard? Bist bu ubergeschnappt? Auf 'r Straße! Wenn bu mit einer Dame geysl. Pardon, meine Dame! Ich habe doch nur nach- elicfert, was Sie vergessen hattem Wen" du niher gesagt hast: .das geht dich gar nid)^ an. rinn hast bu immer ,däh!' hinterher gemacht. Es '^Das^ist langte" her. Ich ..." das beton, sie stark, - habe seitdem Manieren gelernt! Was bu seit- end er und ein Wagner-Abend mit Erna hlüter, die zwei Wesendonk-Lieber, Isoldes L 7klärung und aus der „Götterdämmerung" 8 mhildes Schlußgesang in ergreifender r5Bieber= e zu gestalten wußte. Wolfgang Golther. Wethovens Neunte zum erstenmal in Griechenland. Seethooens IX. Symphonie erlebte ihre griechische E taufführung im antiken FiMchttheater bes He- n Atticus. Das Orchester bes Athener Konser- d oriums unter Franz von Hoeßlin konnte e en großen Erfolg erzielen. Das auserlesene Pu- b rum, bas ben großen Zuschauerraum bis auf den letten Platz füllte,, spendete dem Orchester, dem Din- qfitcn und den im Schlußchor mitwirkenden deut- sz>n unb griechischen Solisten begeisterten Beifall. Durch die Eingliederung ber Reichsardeitsgemein- 6 ift für Krebsbekämpfung in den Reichsausschutz f r Krebsbekämpfung hat der Reichsgesundheits- f rer bie Krebsbekämpfung in ihrer Schlagkraft ivfentlich erhöht. Die Arbeit fiebert sich m Drei oi ulen, die Forschung und Statistik, die praktische Kebsbekämpfung und die Finanzierung Es ist n )lant, die Organisation im Lande in Anlehnung 0 die politische Organisation neu zu ordnen und bis -ü den Kreisen hinunter Krebsberatungsstellen unb 11 tersuchungsstellen zu schaffen. Wichtig ist ferner, es gelungen ist, größere Rabiummengen für Die KebSbekämpfung bereitzrlstellen. Die Wichtigkeit der Kebsbekämpfung ergibt sich aus der Tatsache, daß it Erkrankunasziffer jährlich weit über 500 000, Aahl der Todesfälle 150 000 betragt. Deshalb ii die Früherfassung der Krebskranken not- «n*big Aerzte, Hebammen und Schwestern wer- A rben vorgebildet werden. Darüber hinaus ist aber die umfassende Volksaufklärung notwendig, um der 2iotz erschwerender Umstände führte Rostock seine ge» pläite Musikwoche durch. Der weiße Saal im Rat- hois steht für Kammermusik noch zur Verfügung, für arkere Konzerte muß die Philharmonie trotz er» hejlicher Mängel aushelfen. Neben I. S. Bachs l^ert für drei Klaviere und Orchester kam gleich Beginn eine wertvolle Neuheit zu Gehör: bas .(pneerto grosso für Trompete und Orchester" von - Pepusch (1667—1752), das Kammermusiker 11 rt Neuhaus aus ben auf ber Universitätsbiblio- ä? befinblichen Stimmen wiederhergestellt batte, ß iusch, ber Helb bes musikalischen Lustspiels ;auto solo" von Hans von Wolzogen und d'Al- b3t hat in London die komische Oper zur Verspot- tuig der italienischen Virtuosen geschaffen. Unter Leitung des städtischen Musikdirektors H. Schubert ertmg das Werk großen Beifall. Am zweiten U' md hörte man bie Kammermusiker ber Berliner si lharmoniker mit Mozarts kleiner Nachtmusik unb 5 ruberts Oktett in D-dur, Werk 166. Als Hreilicht- airlichrung gab das Stadttheater d'21lberts „Tief- !a|b". In ber Philharmonie spielte Georg Kulen- t ( m p f Beethovens Violinkonzert, das städtische 3ehester unter H. Schubert Bruckners romantische 5 mphonie in ber Urfassung. Den Abschluß bildeten ü Lieberabend von Willi Domgraf-Faß- Segen das Speiseeis ift geltend gemacht worden, d R ber Genuß vom gesundheitlichen Stanbpunkt erwünscht sei^unb baß der Zucker unb bie übrigen Dhstosfe an anderer Stelle zweckmäßiger eingesetzt t >rbcn könnten. Der Reichsernährungsminlster c lärt jedoch, daß der Zuckerverbrauch der topeife- c Hersteller noch nicht einmal 10 v. H. der Menge l trage die eine Sonderzuteilung von einem halben ' lo Zucker je Kopi ber Bevölkerung erforbern I irbe Die gesunbheitlichen Gefahren seien von den i ständigen Stellen als unerheblich bezeichnet wor- b i. Angesichts ber Verknappung anderer Genutz- 1T ttel soll daher die Speiseeisherstellung, wenn auch beschränktem Rahmen, weiterhin zugelassen Serben. Leichtsinn vernichtete acht Menschenleben. In dem kleinen spanischen Fischerborf Chiclana la Frontera bei Cabiz hatte ein Mann aus dem Snmwege vom Fußballplatz ein Mörsergeschoß ge- ftnben, bas er mitnahm. Im Hofe seines Hauses ersuchte er, ohne etwas von Munition zu verstehen, ts Geschoß in Anwesenheit von Bekannten zu ent- ,en wobei ber Leichtsinnige sowie sieben Der ,i.-rumstehenben durch eine Explosion getötet und Mei weitere Personen schwer verletzt wurden. nehmen. ftfir unsere Verwundeten. Die NSG. „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage bes Oberkommandos ber Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksauftlärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: In einem Lazarett langen Emmi Carle (Alt) und Georg Ripperger (Tenor) Lieder und Duette aus Operetten unb Opern. Frl. Pamzza spielte Konzertstücke und hatte die Begleitung am Klavier übernommen. Reicher Beifall dankte ben Künstlern. — „Eine Stunde Musik und Gesang boten Mitglieder des Frankfurter Opernhauses. Melodien aus Opern und Operetten, Lieder von Schubert, Brahms unb Strauß sangen Marianne Pieper (Sopran), Kammersänger John Glaser (Tenor), Emil Staudenmeyer (Baß). Franz Engert brachte Konzertstücke für Cello. Karl Kremer hatte in einem Lazarett und Erich Halbach in einem anderen Lazarett die Begleitung am Klavier übernommen. Die Verwundeten dankten mit großem Beifall für den künstlerischen Genuß. — Unter dem Titel „Bunte Palette" wurden Verwundete eines Lazarettes mit einem abwechslungsreichen Pro^ dem gelernt hast — na, das wird wohl nicht viel Gutes, sein!" „Sag' das nicht! Vielleicht habe ich zum Beispiel küssen gelernt. Soll ich's bir mal beweisen? „Untersteh.dich! Ich haue dir auf offener Straße Amtsgericht Gießen. Bei einer Zusammenkunft mit einem Bekannten ließ sich ein Mädchen aus Leihgestern von dem jungen Manne die Armbanduhr, die Raucherkarte und 2 RM. geben, die Uhr, weil sie ihr besonderen Spaß machte, die Raucherkarte und das Geld, weil sie damit für den Freund Rauchwaren besorgen wollte. Die Maid kehrte jedoch zu dem verabredeten Treffpunkt nicht zurück, und mit ihr blieben Uhr, Raucherkarte und Geld verschwunden. Nunmehr kam das dicke Ende in Gestalt einer Anklage vor dem Amtsgericht Gießen. Hier behauptete die Angeklagte, sie habe die Sachen ja wieder zurückgeben wollen, aber getan hatte sie es nicht. Daher wurde sie vom Gericht, entsprechend dem Anträge des Anklagevertreters, zu vier Monaten Gefäng- n i s verurteilt; im Hinblick auf ihr ganzes Verhalten wurde die Untersuchungshaft nicht angerechnet. Aus der engeren Heimat. Georg Dietrich Bücking, Alsfeld f. *Alsfeld, 6. Juli. Der Seniorchef der hiesigen mechanischen . Kleiderfabrik Bücking, Fabrikant Georg Dietrich Bücking, ist am Sonntag im 84. Lebensjahre nach längerer Krankheit v erst o r b e n. Georg Dietrich Bücking, in dessen Werken in Alsfeld und Grebenau Hunderte von Männern und Frauen ihre Arbeitsstätten haben, war im April 1936 in dankbarer Würdigung seiner Verdienste um die Allgemeinheit von den Städten A l s- feld und Grebenau zum Ehrenbürger der beiden Gemeinwesen ernannt worden. Dem Alsfelder Stadtoorstand gehörte der nunmehr Entschlafene über 20 Jahre lang an. Eine Reihe von Jahren war er auch Mitglied der Industrie- und Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Landkreis Gießen. '+ Grünberg, 6. Juli. Am Sonntagabend fand zugunsten des Kriegshilfswerkes des Deutschen Roten Kreuzes ein von der NSA. ,K ra ft durch Freude" veranstaltetes Konzert statt. Der geräumige Saal der Turnhalle war voll, besetzt. Mitwirkende waren der Gaumüsikzug 25 des Reichsarbeitsdienstes aus Wiesbaden unter Leitung von Obermusikzugführer König, ferner vom Frankfurter Opernhaus Lya I u st u s (Soubrette), Marianne Pieper (Sopran), Theo Herrmann (Tenor), Emil Seidenspinner (Tenorbuffo), sow-ie vom Gießener Stadttheater Ludwig D r u s ch e l (Bariton). Die Zahl der eingegangenen Wunschzettel mrt Zeichnung eines Geldbetrages war sehr groß. Soweit es möglich war, wurden sie fast alle erfüllt; im ganzen kamen von den 55 zur Wahl stehenden Stücken 33 zur Darbietung: Märsche, Ouvertüren, Walzer, Konzertstücke, Potpourris, Schlager, sowie Soli bzw. Duette aus bekannten Opern und Operetten. Die Darbietungen, sowohl des Musikzuges als auch der Künstler, von denen Emil Seidenspinner in flotter, humorvoller Weise den Ansager machte, ernteten reichen Beifall. Der sinan- zielle Erfolg der Veranstaltung war überaus gut; es erbrachten Eintrittsgelder und Spenden die Summe von 3604,11 RM. Damit steht unter den bis jetzt im Kreise Gießen veranstalteten Wunschkonzerten das Grünberyer an erster Stelle. )—( Ruppertsburg, 5.Juli. In letzter Zeit mehren sich hier wieder die Klagen über Schäden, die Füchse den Hühnerbeständen unserer Geflügelhalter zufügen. Don der Börse. Aktienabrufe wirkten nach. Frankfurt a. M., 4. Juli. Zum erstenmal sind jetzt Aktienabruse in größerem Umfange erfolgt. Die Auswirkungen auf die Börse blieben nicht ays, allgemein verhielten sich die Käufer zurückhaltender, und selbst kleinstes Angebot vermochte oftmals nur zu nachgiebigerem Kurs Abnehmer zu finden. Bei den führenden Papieren ergaben sich fast durchweg Abschwächungen zwischen 1 bis 3 v. H., eine Ausnahme bildeten nur Holzmann, die trotz Dividendenabganges bis 170 anziehen konnten. Scheideanstalt- Aktien gaben in den letzten Tagen stetig % bis 1 v. H. nach und schlossen mit 192,5. Als gehalten zu bezeichnen waren Autoaktien. Am Rentenmarkt zeigte sich das übliche, wenig veränderte Bild. Die Notierungen lagen meist nur um Prozentbruchteile schwankend, der Geschäftsumfang war angesichts der Marktenge durchweg sehr kleist. , . Auch der Aktienfreiverkehr lag sehr ruhig und kursmäßig ohne Veränderungen. Salzschlirf-Aktien waren mit 73,5 gesucht (75 Brf.). Tagesgeld 1% vom Hundert. Auftakt im Gportkreis Wetterau Nord. Orts-Turn- und Sporttag in Gießen-Wieseck. Als erster Verein im Sporttreis führte am Sonntag der Turnverein Wieseck seinen Orts-Turn- und Sporttag durch. Im Einvernehmen mit der Partei und den Führern der Gliederungen war.die Veranstaltung auf breitester Grundlage aufgebaut worden. lieber 200 Wettkämpfer und Wettkämpferinnen, meistens Jugend, konnte Vereinsführer D a u p e r t zur Eröffnung begrüßen. Nach der Flaggenhifsung setzte sofort lebhafter Wettkampfbetrieb ein, bei dem gute - Ergebnisse erzielt wurden. Die Veranstaltung am Nachmittag wurde durch ein Fußballspiel der eigenen Jugend gegen die Jugend von Heuchelheim eröffnet, das mit 3:0 Toren für Wieseck endete. Ballspiele und Staffeln der Jungmädel, frohes Tummeln des Jungvolks und ein Kürturnen der Turner und Turnerinnen am Barren gab den zahlreichen Zuschauern einen Einblick in den neuzeitlichen Betrieb der Leibesübungen. Der schön verlaufene Tag fand mit der Siegerehrung, dem Gruß an den Führer und dem Einholen der Flagge seinen Abschluß. Auszug aus dec Siegerliste: SA. - Wehrwettkampf (Keulenzielwurf, Hindernislauf mit Schießen, Kugelstoß): 1. Fritz Hollricher 43 Pkte.; 2. Heinrich Roth 38; 3 Heinrich Lang 34; 4. Ernst Bellos 31; 5. Alfred Scherer 29. HI. -Klasse A Dreikampf (100-Meter- Lauf, Wei tsprun g, Äeule n ro urf): 1. Helmut Wißner 80 Pkte.; 2. Walter Schäfer 69; 3. Karl Möser 57; 4. Karl Bender 56; 5. Fritz Völzel 54; 6. Otto Kreiling, Reinhold Schäfer 53; 7. Rudolf Schäfer 52; 8. Hans Rohrbach 51; 9. Rudolf Kremer 46; 10. Reinhold Kling 42. HI. - AlasseB Dreikampf (100-Meter-Lauf, Weitsprung, Keulenwurf): 1. Erwin Kreiling 66 Pkte.; 2. Willi Balser 53; 3. Heinz Wehnes 50. DI. ° Klasse A Dreikampf (60-Meter^Lauf, Weitsprung, Schlagballweitwurf): 1. Nachtigall, H. Hildebrand, Alfred Weller, Helmut Loth 51 Pkte.; 2. Walter Haas 42; 3. Werner Wacker 40; 4. Äalter Seibert 38; 5. Alfred Kümmel, Ernst Pausch 34; 6. Reinhold Leib, A. Langenhagen, Karl Hildebrand 33; 7. Rudi Dörr 32; 8. Helmut Schneider, Lothar Löwenstein 31; 9. Hanskarl Keßler 30; 10. Friedel Wagner, Ernst Röhm, Ludwig Weller, Wilfried stolb 28. DJ. - Klasse B Dreikampf (60-Meter-Lauf, Weitsprung, Schlagballweitwurf): 1. Walter Jung 68 Pkte.; 2. Karlheinz Kloos 60; 3. Karlheinz Rühl 57; 4. Horst Steinmüller 55; 5. Karlheinz Jung 54; 6. Friedel Mandler 53; 7. Werner Oßwald 50; 8. Ernst Speyer, Herm. Herbrand 49; 9. Hans Rein 48; 10. Ewald Speyer 47. BDM. -Klasse A Drei kampf (75-Meter- Lauf, Weitsprung, Schlagballweitwurf): 1. Hedwig Sommerlad, 65 Punkte; 2. Anni Deibel, 63; 3. Gertrud Döringer, 51; 4. Elli Seibert 47; 5. Gertrud Hetterich, 44. BDM. - Klasse B Dreikampf (75-Meter- Lauf, Weitsprung, Schlagballweitwurf): 1. Margot Schneider, 57 Punkte; 2. Hildegard Leib, 56; 3. Emma Hofmann 49; 4. Margot Seibert, 44; 5. Anneliese Werner, 40. IM. - Klasse A Dreikampf (60-Meter-Lauf, Weitsprung, Schlagballweitwurf): 1. Helga Alban 59 Punkte; 2. Gertrud Rodenhausen 56; 3. Anneliese Kling 54; 4. Hiltrud Hahn 43; 5. Erika Stabe! 42; 6. Margot Herz, Ilka Döpper 39; 7. Hilde Becker 37; 8. Anni Rodenhausen 36; 9. Else Augstein 38; 10. Inge Eberhardt, Ilse Oßwald, Ruth Rodenhausen, Maria Döringer, Hildegard Schneider 33. I M. -Klasse B Dreikampf (60-Meter-Lauf, Weitsprung, Schlagballweitwurf): 1? Erni Würtz 54 Punkte; 2. Christel Seibert 53; Wenda Werner 49; 4. Waltraud Weller 46; 5, Frieda Schneider, 43; 6. Hannelore Heckeroth 40; 7. Helga Walther, Emmi Löwenstein 39; 8. Herta Hoff 37; 9. Irmgard Schmidt 36; 10. Erika Ziegler 35. Oie Vorbereitungen zum Kreis-Turn- und Sporttag. Die Kreisführung des Sportkreises Wetterau- Nord hat die • Wettkampfübungen der einzelnen Fachgebiete den Vereinen zugestellt, sodaß nun die Vorbereitungen überall verstärkt durchgeführt werden können. Vor allem haben die Turner und Turnerinnen mit der Erlernung der Mehrkampfübungen sofort zu beginnen. Um jeden Zweifel an der Ausführung zu beheben, ist für nächsten Sonntag noch einmal eine Vorturnerstunde für Männer und Frauen anberaumt worden. Die Leichtathleten werden bei planmäßigem Ueben ihre Leistungen in dem Dreikampf, der aus Lauf, Sprung und Wurf besteht, noch wesentlich steigern können. Den S ch w i m kn e r n iji eine besondere Aufgabe gestellt; sie werden begrüßen, daß die lange Strecke mit 1000 und 500 Meter ihnen Gelegenheit gibt, diese zu üben. Die B-Klasse, k der alle Volksgenossen starten, die keinem schwimm- spo-rttreibenden Verein angehören, sei besonders erwähnt. Das Fachgebiet Tennis hat, äffen fü* alle, Einzel und Doppel für Männer und Frauen und gemischtes Doppel ausgeschrieben. Das Aus- schreiben der Ruderer, die zugleich am 26. Juli ihren Volksrudersporttag durchführen, wird alle Freunde des Rudersports zu verstärktem Training führen. Die Radsportler führen den großen Straßenpreis von Gießen durch, bei dem eine Rundstrecke in der Stadt zu durchfahren sein wird. Die Veranstaltung ist gauoffen und wird auch beste Kräfte aus den Nachbargauen an den Start bringen. Gaumeisterin Margret Seim in Mannheim. Bei den Deutschen Gerätemeisterschaften der Frauen im Siebenkampf in Mannheim vertrat Margret Seim vom Mtv. Gießen als Gaumeisterin den Gau Kurhessen. Sie verbesserte ihren 39. Platz von den Deutschen Zehnkampfmeisterschaften in Hildesheim 1939 bei 57 Teilnehmerinnen auf den 27. Platz. Dieser Sieg zeigt, daß sie trotz ihrer im Vorjahre erlitteneil Sportverletzung wieder leistungsfähig ist und sich, obwohl nicht alles nach Wunsch klappte, Vorarbeiten konnte. Spie^vereinigung 1900 Gießen. Watzenborn-Steinberg 2.3gb. -- 1900 2. Jgd. 1:3. Am Sonntag trug die 2. Jgd. der Blau-Weißen in Watzenborn-Steinberg gegen die dortige 2. Jgd. ein Freundschaftsspiel aus. Beide Mannschaften traten in stärkster Aufstellung an und lieferten sich ein spannendes, schnelles Spiel, das 1900 durch besseres Zusammenspiel und Ueberlegenheit klar für sich entscheiden konnte. Kurze Sportnoii^n. Hammerwurfmeister Storch (ff Aral» sen) schleuderte bei den Leichtathletik-Titelkämpfen des Gaues Kurhessen in Kassel den Hammer 57,15 Meter weit. Für die ff Arolsen startete auch Sprinter-Altmeister Jonath, der über 100 Meter Zweiter wurde. Deutscher Stehermeiste wurde auf der Radrennbahn in Bochum der Dortmunder Erich Bautz, der die 100 Kilometer in 1:37,50V2 Stunden bewältigte. Merkens wurde Zweiter vor Kb» lian und Schorn. Deutschlands Radsportler gewannen auf der Bahn in Breslau den Länderkampf gegen Ungarns Amateure mit 22:15 Punkten. Bunzel, - Sauger, Wölfl und Chylik vertraten die deutschen Farben. D i e „l e tz t e n V i e r" im Kampf um die deutsche Wasserballmeisterschaft sind der Titelverteidiger Duisburg 98, Magdeburg 96, LSV. Berlin und München 99, die am kommenden Wochenende in Hirschberg die Endrunde bestreiten werden. Dreifacher Tennissieger wurde beim internationalen Turnier in Ankara (Türkei) der deutsche Nationalspieler Engelbert Koch. Er gewann das Einzel gegen Dr. Kurt Egert (Innsbruck), zu- fammen mit Dr. Egert das Männerdoppel und mit Frau Vöcking von der deutschen Botschaft als Partnerin auch das Gemischte Doppel. I Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Berantwortlich für Politik und BUdrr: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thvriot: für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Enist Blumschein Druck und «erlag: Brühlsche Unwersiiatsdruckeret R. Lange K G Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans ffleef' Anzetgenpreisliste Nr. 6. 03234 Bezirkssparkasse Gießen 2054 D 2124 D Helft mit J Beladet auch sonn- und feiert agst 2123 D Tägl. 3,5.15,8, So. 2.30,5,8 Uhf Räder müssen rollen für den Sieg! Bahnhofstr. 76 Tel. 3269. Kanfgesnche Klaviere Flügel gegen bar gesucht R. Schönau Danksagung. Allen, die unserer lieben Mutter während ihrer langen Krankheit ihre Teilnahme erwiesen und uns nach ihrem Heimgang ihr Beileid ausgedrückt haben, sagen wir unsren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Elisabeth Schonebohm. Gießen, den 7. Juli 1942. 1 P. rreue, schw. Damen- Halbschuhe Gr. 37, gegen Gr. 37 r/r z. tauschen ges., sowie neuer, schwarzer Damenbut, moderne Form, z. verkauf. [03236 Frau Petri, Wieseck, Nabenauer Straße 12. 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Geburtstage, bei den schweren Kämpfen im Osten'den Heldentod für Führer, Volk und Vaterland gestorben ist. Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung. In tiefem Schmerz: Karl Körber Elisabeth Körber, geb. Traum Erich Körber, Gefr. in einem Panzer-Regiment Katharina Traum, geb. Weisensee. Gießen, im Felde, Lauter, den t>. Juli 1942. __03229 Am 2. Juli 1942 ist unsere liebe kleine Sibylle im Alter von 5 Monaten wieder von uns gegangen. Hans Walther, Studienrat Friedel Walther, geb. Mbntanus Ulrich, Brigitte und Jutta Walther Gießen (Plockstraße 11), den 7. Juli 1942. Die Beisetzung hat in derStille stattgefunden __________________________________________ 03232 Dank> agung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, für die Kranz- undBlumen- spenden, sowie für die ehrenden Nachrufe am Grabe unseres lieben Entschlafenen Heinrich Bittorf, Hauptmann bei der Luftwaffe, sagen wir auf diesem Wege unsren herzlichsten Dank / In tiefer Trauer: Frau Lina Bittorf, geb. Läufer und alle Angehörigen. Gießen, im Juli 1942. Ordentliches Stundenmädchen od. Frau täglich einige Stunden gesucht Konditorei-Cafe Am end / Am Selterstor. 8122D 6esichtshaare, alle lästig. Haare werd, nur durch d. von mir angew. einzig sichere Meth, unt. Garant, für immer mit d. Wurzel entfernt FrauB.Gnlden.seitSSFr.W.Henkel Sprechstunden jeden Mittwoch: Gießen Am Rieg^pfad 32, 9 bis 17 Uhr. Gut erhaltener, gebrauchter Sinöerroflgen gesucht (mögl. ^Korbwagen). ,Lchr. Ang. unt. 45odO3231qJ). G.A. öekWern f. 1 Deckbett aus- reich., u. 1 vollst. Kopfkissen zu verkaufen. Breis Mt. 60,-. Sehr. Ang. unt. 03241 a. d. G.A. Jeder Wagen mehr 6000ÖÖ SCHUSS ■für’t MG! SkMeWlse für täglich ober mehrmals wöchentlich gesucht. 108245 Großer Stein» weg 15. Saubere Putzfrau tägl. 2-3 Stund, gesucht. (03210 Frau berniak, Aulweg 62. Frau oder Fräulein auch für halbe Tage, zur Dtit- hilfe in d. Zimmern, sofort gesucht. [03248 Hotel Schütz. 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