üt. tri. or= mb t>rn Se. vsMttstag, 6. August l942 Gietzener Anzeiger Annahme von Anzeige« für die Mitlaasnummer bis 8'/, Uhr deSBormtltagS Anreigen-Preife für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7 Stof, für Aamiliennn- zeigen und private Gelegenhettsanzeigen 14 Stof. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/» mebr (92. Jahrgang Nr. (83 EriÄeim täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ^amilienblätter Heimat tmBild'DieScholle Bezugspreis r Monatlich.,.. .RM.1L0 ZusteUgebühr,.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt öS'®.® , (hotiornDIinoinor für(DhtfMitn Postscheck1168k^-ankf./M. vröhlscheUniverfitArdruckerei8.Lange tVvilvl'Ml*^||| JvlU vl Jill KZ Vvll/V J J VII Ziehen,Zchulftratze7-y *ten ier, Der „Kerne Westen // amerika- ifa. 1643 V Oie unbekannten Tataren OR?1 Die Tataren sind schon im 13. Jahrhundert in hunck, aus den !trr bei ink üüb «Kbe* iktsch-st eft.G. ii M Nachdem unser Stockholmer Vertreter das Verhältnis Australiens zu England behandelt hat, geben wir hier eine Darstellung der ungewissen australischen Zukunft vom Stand punkt der USA. aus. Der Verfasser, der frühere Veuyorker Korrespondent von Europapreh, Dr. Joseph verwertet darin Material, das er USA. mitgebracht hat. Seit dem Fall von Singapur geben sich 1L iften ta .den ekelt Dank tobte und . und rung« reten, i vor. Der große Fächer. Don unserer Berliner Schriftleitung. Ostwärts oes zi j o ro j u> e n zueerev nugeiu sich deutsche und rumänische Divisionen in breiter Front der Eisenbahnlinie Jeisk— Tichorezk. Der Feind leistet hier nur noch vereinzelt widerstand. Am Kuban wurde der wichtige Eisenbahnknotenpunkt Kropotkin von einem Verbände der Waffen-^ nach hartem Kampf genommen. Damit ist der Fluh nunmehr in über 100 km Breite erreicht. Nördlich Armawir gelang es, Brückenköpfe auf dem Westufer des Kuban zu bilden, wehrere feindliche Kolonnen wurden durch den schnellen Vorsloh der motorisierten Verbände abgeschnitten und vernichtet. Die Luftwaffe griff den auf den Kaukasus zurückweichenden Feind ununterbrochen an und setzte die Bombardierungen von Transportstauungen auf den Bahnlinien mit ver- dir X ükl m$. toi» im lkr dem nkle, der Wen bas Eine inne >tern Transportzüge wurden durch Sturzkampfflugzeuge zerschlagen. Italienische Schnellboote versenkten im Schwär- z e n Meer einen sowjetischen Kreuzer von 6500 Tonnen. Zwischen Sal und D o n bahnen Kamps- und Schlachtfliegerverbände den nach Osten vorslohen- den Panzerspitzen den weg. Im grohen Don- bogen griffen die Bolschewisten gestern nur mit schwächeren Kräften erfolglos an. Im Raum von Rschew dehnten die Sowjets ihre von starken Infanterie- und Panzerkräften vorgetragenen Angriffe auf weitere Frontabschnitte aus. Rördlich der Stadt scheiterten alle Entlastungsangriffe an dem ungebrochenen Widerstandswillen unserer Truppen und dem vorbildlichen Zusammenwirken aller Waffen. Am Wolchow und vor Leningrad brachen mehrere von starkem Artilleriefeuer unterstützte feindliche Angriffe zusammen. Die britische Luftwaffe unternahm in der vergangenen Rächt mit schwachen Kräften planlose Angriffe auf das rheinisch-westfälische Industriegebiet. In einigen Orten entstanden geringfügige Schäden. Ein feindliches Flugzeug wurde abgeschossen. Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen am gestrigen Tage Ziele an der englischen Süd- küste an und erzielten Volltreffer in kriegswichtigen Anlagen der Stadt Brighton. Auherdem wurde ein Vorpostenboot getroffen. In der Rächt nische Militärschriftsteller alle Mühe, die von Weizen besiedelten Gebiete südöstlich - der Philippinen nicht mehr als zum „Fernen Osten" gehörig, sondern als Teile des „Fernen Westens" zu bezeichnen. Sie erklären, Australien und Neuseeland gehörten nicht zum Osten und seien von diesem ebenso weit entfernt wie Kanada unh Südafrika. Die Meinung des amerikanischen Oberkommandos in Washington, die nicht unbedingt mit den Ansichten und Handlungen übereinstimmt, die Roose- velt als oberster Kriegsherr" und „vielseitiger Politiker" entwickelt, ist' treffend in dem vor nicht langer Zeit erschienenen Buch von George E. Taylor, „America in the New Pacific“, ausgedrückt. Mit voller Zustimmung der amerikanischen Heeres- fachleute schreibt Taylor darin, England und die USA. brauchten, wenn sie in diesem Kriege mehr als eine blohe Waffenruhe erreichen wollten, kontinentale Verbündete, wie die Sowjetunion, China und etwa Indien. Die Produktionskraft der USA. und die englische Flotte seien zur Erringung eines Sieges nicht ausreichend. Der asiatische Kontinent müsse von den kontinentalen Verbündeten offengehalten werden, bis die Produktion der USA. fließe, bis also auch genügend Tonnage verfügbar sei. Die Militärs in den USA. haben in der Entsendung amerikanischer Truppen nach Australien von Anfang an mehr eine politische als eine militärisch notwendige Aktion gesehen. Wir die USA. sind Kanada, Neuseeland und Australien „Juniorpartner" im pazifischen Feldzug. Die USA. haben den Schutz dieser Territorien übernommen und mit der Entsendung McArthurs eine G e st e gemacht. Die militärische Beurteilung dieses Vorganges und damit auch wiederum eine nicht uninteressante, indirekte Meinungsäußerung des USA.-Oberkvm- fpitzen bombardierten Kampf- und Zerstörerflugzeuge in rollenden Einsätzen den fliehenden Feind. Im Raum von Armawir versuchten die Bolschewisten durch Einsatz stark bewaffneter Panzerzüge ihre zurückweichenden Nachhuten zu decken. Sturzkampfflugzeuge zerschlugen diese Entlastungsoorstöße und vernichteten dabei drei Panzerzüge. Auf der Bahnstrecke Armawir—Georgijewsk wurden zahlreiche Transportzüge schwer beschädigt. Der Wehrmachtbericht. DRV. Aus dem F ü h r e r h a u p l q u a r l i e r, 5. Aug. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt Die wichtigste Unterscheidung zu der ostslawnkpeu Umgebung ist ihr Bekenntnis zum Islam, wie überhaupt unter primitiv-einfachen Verhältnissen das Religionsbekenntnis sehr viel mehr Unterscheidungsmerkmal ist als die Sprache oder gar ein Nationalbewußtsein. Alle Reisenden rühmen den Tataren nach, daß sie sich durch Nüchternheit, Gastfreiheit und Arbeitsamkeit auszeichnen. Sie besitzen eine gute natürliche Begabung und können — was in dem Dölkergemifch der osteuropäischen und asiatischen Steppen und Gebirge sehr bemerkenswert ist—- fast durchgängig lesen und schreiben. Man unterscheidet seßhafte und nomadisierende Tataren, viele widmen sich dem Handel oder der Hausindustrie. Auch das Wort von der „T a t a r e n n a ch - richt" verstehen wir heute viel besser als noch vor einem Jahr. Man versteht unter ihr eine Nachricht, die erstaunlich oder sensationell ist und sich hinterher als falsch herausstellt. Auch dieses Wort hat einen geschichtlichen Hintergrund. Als Engländer, Franzosen, Piemontesen und Türken 1854 S e - w a st o po l belagerten, brachte ein Tatar in den Bereich irgendeiner der damaligen Telegraphen- stationen die voreilige Meldung von dem Fall Sewastopols. Daher die „Tatarennachricht"! Die Krimtataren haben unsere Truppen schon im Vorjahr gut ausgenommen, sind auch über die schwierige Winterzeit „bei der Stange geblieben" und stellen militärische Hilfsorganisationen. Der Tatar, der 1854 die „Tatarennachricht" schuf, hatte — ähnliche Gefühle, was nicht verwunderlich ist, da schon der Zarismus die Mehrzahl der Tataren zur Auswanderung in die Türkei gezwungen hatte. zum 5. August belegte die Luftwaffe Hafenanlagen an der Südwestküste Englands mit Bomben. In der Rächt zum 2. August kam es im Kanal zwischen deutschen Minensuchbooten und britischen Kanonen-Schnellbooten zu einem kurzen Gefecht, in dessen Verlauf ein feindliches Boot durch Artillerievolltreffer vernichtet, zwei weitere in Brand geschossen und ein viertes schwer beschädigt wurde. In der Rächt zum 4. August torpedierten deutsche Schnellboote bei einem Vorstoß in den Kanal drei Dampfer von zusammen 5000 BRT^ von denen zwei gesunken sind. Das Sinken des dritten konnte wegen starker Abwehr nicht beobachtet werden. Sowjetkreuzer im Schwarzen Meer von italienischen Schnellbooten versenkt Rom, 5. Aug. (DNB.) Bei einem kühnen nächtlichen Dorstoß italienischer Schnellboote im Schwarzen Meer gegen sowjetische Seestreitkräfte wurde ein sowjetischer Kreuzer der Klasse „Kri- mea Rossa" torpediert und versenkt. Die italienischen Schnellboote kehrten trotz der heftigen Gegenwehr der sowjetischen Seestreitkräfte sämtlich unversehrt zu ihren Stützpunkten zurück. Der Kreuzer wurde als „KrasnyK ri m" (Rote Krim) identifiziert. Er hatte eine Größe von 6600 Tonnen, war bewaffnet mit 15 130-mm-Geschützen, sechs 102=mim Geschützen, zwölf Torpedowerfern und hatte eine Katapultvorrichtunq. Seine Geschwindigkeit betrug 30 Knotern ber s an wsen rhei. lüller 1 mit mben . als folgte Lings« tuM Kör« btrei« drei jshch chten )rvev planmäßig rollende Verfolgung Marschleistungen bi- zu 60 Kilometer am Tage. reni^ > * Brückenköpfe am Kuban Von Kriegsberichter Dr. Fritz Meske. benennen, womit er die Tataren als der Unterwelt entstiegen bezeichnen wollte. Seither geistert die falsche Rechtschreibung „Tartaren" durch die Weltgeschichte. Wir werden gut daran tun, die Tataren ebensowenig nach diesen geschichtlichen Erinnerungen zu beurteilen wie etwa die heutigen Magyaren nach den Ungarn, die Kaiser Otto I. auf dem Lechfeld schlug. erheblichen Transportstauungen beim Feind geführt. Die unter diesen Umständen durchgeführten deutschen Luftangriffe waren schlechthin vernichtend. Die Zerschlagung von zwei Panzerzügen und 24 Trans- portzügen ist ein charakteristisches Ergebnis. Zu diesem fächerartigen Vorgehen gehört auch die am 4. August gemeldete Einnahme von W o r o - schilowsk. Der Raum von Woroschilowsk ist ein großes Agrargebiet, in dem Sommer- und Winterweizen, Mais, Gerste, Sonnenblumen, Sojabohnen, Rizinus, Kartoffeln, Wassermelonen, Gemüse und Garten früchte angebaut und Feinwollschafe gezüchtet werden. Die Stadt Woroschilowsk, die früher Stawropol hieß, zählt rund 100 000 Einwohner und ist ein bedeutender Rüstungs- und Jndustrixstandort. Entsprechend der 'intensiven Landwirtschaft ihres Hinterlandes hat sich in der Stadt eine vielfältige Lebens- und Genußmittelindustrie entwickelt. Das Werk Krasny Metallist hatte eine Belegschaft von rund 16 000 Mann. Die Friedensproduktion umfaßte Bohrmaschinen- Traktoren, Dieselmotoren, Gußeisen usw. In letzter Zeit ist die Produktion auf Rüstungsmaterial, insbesondere Panzerkampfwagen und Munition, umgestellt worden. In anderen Fabriken wurden Maschinengewehre, Stacheldraht und Fahrzeuge hergestellt. In Woroschilowsk gibt es ferner Werke der Maschinenindustrie und der chemischen Industrie. Die politische Unruhe, die von den großen mili- tärischen Erfolgen der deutschen Truppen in diesem Gebiet ausgeht, hat zu einer Hochflut von Kombinattonen, auch Reisegerüchten geführt. Tatsache ist, das das Prestige der Sowjetunion und Englands nicht nur im vorderen Orient, sondern auch im zentralen und südlichen Asien gelitten hat. haben, und besonders die Nächte erfordern in den neu eroberten Gebieten äußerste Aufmerksamkeit. Wie immer im Zeichen großer Dormarschkämpfe treiben sich zwischen den Marschstraßen der Divisionen noch verdrängte Feindteile herum, die plötzlich eine Kolonne ober eine Unterkunft überfallen. So sind auch die Stäbe, die täglich mehrmals ihre Gefechtsstände verlegen müssen, um dem Vormarsch ihrer Truppen zu folgen, ständig in Alarmbereitschaft und stehen oft genug selbst im Angriff. Unausgesetzt aber rollt der Nachschub an schweren Waffen und Dersorgungsgütern aller Art. Es dauert immer nur kurze Zeit, bis der feindliche Widerstand gebrochen ist, und was zwischen den Straßen herumirrt, wird von den nachfolgenden Truppen gesammelt und ins Gefangenenlager ab- geführt. Die moralische und waffenmäßige Ueberlegenheit des deutschen Heeres hat durch den Winter nicht etwa gelitten, sondern ist — gegen alle Erwartungen der feindlichen Welt — ganz erheblich gestiegen. So hat uns auf dem Marsch vom Donez zum Kuban die absolute Gewißheit unseres Endsieges strahlender als je bei allen Kämpfen und Strapazen begleitet. Im einzelnen erlebten wir auf diesem Wege durch die Steppe häufia genug Kampf bilder von stärkstem Eindruck. Weithin leuchteten in die Nacht die Brände der Dörfer, die die sowjetische Luftwaffe wahllos bombardiert. So hat die harmlose Bevölkerung, die auch hier fast nur noch aus Frauen und Kindern besteht, und die bisher weit ab vom Kriege lebte,, ihre ersten kriegerischen Eindrücke. Verängstigt fliehen die Familien nachts vor ihren Bombern auf die Steppe.hinaus und find bei Tage schnell gut Freund mit den durchziehenden deutschen Soldaten. Nun stehen die ersten deutschen Truppen am Kuban. Geländeschwierigkeiten irgendwelcher Art können das deutsche Heer nach seinen verschieden- arttgen Kriegszügen durch ganz Europa nicht mehr erschrecken. f rafle l Frey Gie^ eust^1 Berlin, 5.August. (DNB.) Mit der Einnahme ütn Jekaterinowska war der feindliche Wi- btrftanb am Jeja-Abschnitt gebrochen. Deutsche, rumänische und slowakische Verbände verfolgten den Uwück weichend en Feind in südwestlicher Richtung. Awückgehende feindliche Kolonnen wurden m über« Elender Derfolguüg abgeschnitten und m konzentn- idem Angriff vernichtet ober gefangen. Die W» »affe warf in pausenlosen Angriffen ihre Vomben it die aufqeftauten Kolonnen und auf vergeblich Liderstand leistende Nachhuten Die Dorstoße des tees und die Angriffe der Luftwaffe los en einander ab, so daß die Verfolgung des geflogenen Fändes planmäßig weiterrollte. Um die Wechselwirkung von Angriff und Verfol- p.ng keinen Augenblick stocken zu lassen, mußten ,.«/ von den schnellen Verbänden und Infanterie-Di - fernen trog der hochsommerlichen Hitze mvt burdr Lnittlichen Tagestemperaturen von über 30 Grad Sröfote Marschleistungen verlangt werdem $ie Infanterie- und Jäger-Divisionen bewa ttgten m dem wold- und schattenlosen Kampfgebiet bi U60 Kilometer $ o r m a r f d) a m 1ag. . ITC oifjtruppen hielten die von den motorisierten ^nden vorgelegten Geschwindigkeiten und waren Hits rechtzeitig zur Stelle, wenn es galt, den tm- ter planloser werdenden Widerstand des Feindes lu brechen. Im Rahmen dieses Zusammenwirken ^rbe von einem Verband der Waffen--- am äu- die Stadt Kropotkin im Sturm genommem Östlich Woroschilowsk stteßen weitere Verbände zum Kubansluß vor. der nunmehr auf em er E-eite von über 100 Kilometer erreicht und nördlich Armawir bereits überfchritten ist. Dor den Angriff - < ft c n nach Westen vorstoßen und daß entspre- tend dieser Gesamtlage Brückenköpfe auf dem West- ifer erlebtet werden: das typische Beispiel der „verehrten Front^. A r m a o i r ist ein wichtiger Kno- inpunft von Straßen und Bahnen, von wo sich der .ugang nach Maikop und weiterhin über Pässe nach luapfe, einer Hafenstadt am Schwarzen Meer, äfftet, o auch ein Zweig der Oelleitung Großny— Lvstow endet. Die Luftwaffe griff den auf den Kau- isus zurückweichenden Feind ununterbrochen an. Ne Schnelligkeit des deutschen Vormarsches hat zu mandos ist ebenfalls in Taylors Buch zu finden. Wenn Amerika sich am Ausgang des Krieges beteiligen will, so ist ungefähr der Gedankengang, dann müssen USA.-Truppen n i ch t n a ch A u st r a- lien, sondern nach Indien geschickt werden, bgim hätten sie überhaupt die Philippinen und Singapur verteidigen müssen, statt zuzulassen, daß sie aufgegeben wurden. Es komme darauf an, so heißt es bei Taylor, daß die USA. ihre Streitkräfte a u f einem entscheid en den Schlachtfeld recht, zeittg statt fern vom Schuß in Australien konzentrieren. Denn Japan könne an Australien nur noch ein sekundäres Interesse haben, wenn es den Sieg auf dem asiatischen Kontinent errungen und mit den Festlandmächten eine Verständigung erreicht habe. Taylor ist überzeugt davon, daß ein siegreiches Japan mit Australien nicht viel Federlesens machen werde, falls es eine Expansion nach dort für notwendig halte. Den Australiern sind diese Gedankengänge nicht unbekannt. Sie fürchten für ihre Sicherheit und betragen die Probleme des asiattschen Kontinents als nebensächlich. In den letzten 20 Jahren haben sie versucht, chre Verteidigung systematisch auf einen Stand zu bringen, der den Erfordernissen eines modernen Krieges entspricht. In den letzten zwei Jahren haben sie an dem Ausbau der großen Durchgangs st raßen gearbeitet. Unmittelbar nach Japans Beitritt zur Achse wurde in zwei Abschnitten von je 900 und 500 Kilometer die Derbin- bung zwischen Alice Springs und Port Darwin im Norbterritorium hergestellt. Die Norbsüdachse ist damit im Rohbau vollendet, denn in Alice Springs erhält die Straße Anschluß an die Strecke ngch Port Augusta und Adelaide. Die zweite strategische Ueberlandsttaße geht neben der trans kontinentalen Bahn her, die Kalgoorlie in West- auftfalien mit Port Augusta in Südausttalien verbindet. Sie ist 850 Meilen lang und ebenfalls nur im Rohbau vollendet. Das australische B a h n n e tz umfaßt 27 973 Mei- len, doch ergeben sich ungeheure Schwierigkeiten aus der Tatsache, daß die Spurweiten in den einzelnen Staaten Australiens verschieden sind. Nicht nur die Staaten untereinander haben verschie- bene Spurweiten, sondern irt mehreren Fällen gibt es in einem Staat zwei bis drei Spurweiten. Da das australische Oberkommando auf einen Angriff von Norden her durch die Wüsten ebenso wie von Westen oder direkt von offener See her gefaßt sein Der Name Tataren bezeichnet keine Rasse. Er war ursprünglich der Name eines mongolischen Dolksstammes, wurde aber damals, wo den meisten Geschichtsschreibern die unmittelbare Anschauung und noch mehr jedes wissenschaftliche Rüsizeug der Völkerkunde fehlte, einfach auf alle Bewohner der osteuropäischen und asiatischen Steppen nördlich und östlich des Schwarzen Meeres übertragen. Die .i,cuii»pvlii***—-' — — --------- — — Völker, die wir heute Tataren nennen, sind über» nichtendec Wirkung fort. Zwei Panzerzüge und 24 wiegend Turkvvölker mit mongolischem Einschlag. den Gesichtskreis des damaligen Europa getreten. Die großesi Völkerzüge aus Inn er asten waren damals noch nicht zu Ende. Umgekehrt fetzte West- und Mitteleuropa zu der großen Gegenbewegung der Kreuzzüge an. Damit hängt die irrige Rechtschreibung „Tartaren" zusammen. Die Tataren tauchten im Gefolge des Mongolensturmes auf, der 1241 — Schlacht von Wahlstatt bei Liegnitz — noch Niederschlfien erreichte, dann aber mehr zufällig als durch den Widerstand des arg zersplitterten Abendlandes ab gedreht wurde. Der französische König Ludwig der Heilige leistete sich das brtannP \ Wortspiel, die Tataren in „Tartaren" in Änleh- vslw-irks des Mforoftben Meeres nähern nung an das griechische Wort „tartaros^ umzir- DNB.... 5. August. (PK.) In wenigen gewaltt- en Vorstößen haben unsere Panzerdivisionen den reiten Steppengürtel zwischen dem Manytsch und km Kuban durchquert. Dor ein paar Tagen standen »ir in Nowotscherka ssk, der alten Metrooie ber Don-Kosaken, die der Feind ebenso kie die Großstadt Rostow Zu einer raffiniert aus- 'bauten Stadtfestung nach Madrider Vorbild ge- acht hatte — und nun brausen wir bereits durch is andere Kosaken-Gebiet des alten Zarenreiches, kas Land am Kuban ' Wiederum verändert sich schlagartig das Landhastsbild. Die unendliche Steppe ist zu Ende. Jen- its des Kubans, über den wir heute die ersten irückenköpfe gebildet haben, wird das Gelände h ü - gelt g und ist von zahlreichen Nebenflüssen.durch- ogen, die schnell von den Hängen des Gebirges erunter dem Kuban zuströmen. Man spürt bereits die Nähe des Hochgebirges, und gespannt erwarten die deutschen Soldaten, die in heißer Son- nenglut durch die unbarmherzige Steppe marschie- tm, nun an ber Südostecke Europas den Anblick schneebedeckterBerge. So unwahrscheinlich auch das Tempo geworden (, das dieser Vormarsch feit der Erkämpfung der on=Uebergänge angenommen hat, so wenig war tö doch etwa eine harmlose Spazierfahrt. Tag für jag wurde hart gekämpft. Jedoch das Auf- gebot des deutschen Heeres zu diesem Schlag ist zu cwattig, als daß dem Feind ein nachhaltiger Wi- frftanb möglich gewesen wäre. Wie immer, liegt die Hauptlast des Kampfes bei den Vorausabteilungen, die hier eine Wiedergeburt ihrer «roßen Zeit aus dem Vorjahr erleben. Kühnes Iraufgängertum, rasches Zupacken, schneller Fuh- nrentschluß und rücksichtsloser Einsatz aller Strafte — diese ewigen Solbatentugenden bewährten sich hier wieder Tag um Tag bei den kleinen, kampfstarken Abteilungen, die ber Masse der nachdrängen- btn Divisionen den Weg bahnen. Der Feind läßt keine Ehance ungenutzt um uns «iszuhalten. Unzählig sind die harten Einzel- ,e fechte, die die DorhutSn der Infanterie und bfc Aufklärungskräfte der Panzertruppen zu bestehen hl des Kuban zwischen feinem Knie und der Stadt |i r m a oi r gelang es, Brückenköpfe auf dem West- ifer des Kuban zu bilden. Die Eigenart dieses Dor- Karsches hat es mit sich gebracht, daß die deutschen erbänbe in das. Innere des Kuban-Knies von Der fächerförmige deutsche Vormarsch im nörd- !chen Vorraum bes Kaukasus wird durch den Wehrnachtbericht vom 5. August in einigen wichtigen nauptlinien klargestellt. Beginnen wir im Westen. ;m Raum am Ostufer des Asowschen Meeres nörd- Ich des Kuban nähern sich deutsche und rumänische Visionen in breiter Front der Eisenbahnlinie ,ersk—Tichorjezk. Die Stadt Tichorjezk selbst ist chon seit Tagen in deutscher Hand, als die Panzerarmee gegen den oberen Kuban vorstieß. Damit sind wir schon bei ber Metten Grundrichtung. Der roidy= [ge Eisenbahnknotenpunkt Kropotkin — reich- »che 50 Kilometer südöstlich von Tichorjezk — wurde ton einem Verband der Waffen-^ genommen. Et- vas östlich von Kropotkin liegt bas Knie des Ku- ianflusses, ber hier aus seiner Nordrichtung in eine Mgesprochene Westrichtung umbiegt. In dem Fluß- für eine halbe Million Menschen, die im Hanf- und Reisanbau em nutzbringendes Betätigungsfeld -finden würden. In den ehemals niederländisch-indischen Gebieten konnte die Erzeugung xm Gummi, Zinn, Erdöl und anderen für die Kriegswirtschaft wichtigen Produkten überraschend schnell auf eine beachtliche Höhe gebracht werden. Erst Atlantikschlacht, dann zweite Front. Lissabon, 5. Aug. (Europapreß.) Zum Thema „Zweite Front" schreibt die nordamerikanische Zeitung „Philadelphia Record", die Hauptfront sei die Atlantikschlacht. Erst wenn diese Schlackst, der die Alliierten die hauptsächliche Aufmerksamkeit widmen müßten, gewonnen sei, würde es möglich sein, die industrielle Erzeugung der Vereinigten Staaten voll zur Wirkung zu bringen. Erst dann könnte eine zweite Front gebildet werden. Aus dem gleichen Grunde stehe auch offen, wie lange von den USA. Unterstützungen an die Sowjetunion und England geleistet werden könnten. Oer Bau von Transportflugzeugen an Materialmangel gescheitert. Stockholm, 5. Aug. (Europapreß.) „Der serienmäßige Bau von Transportflugzeugen auf amerikanischen Werften ist bisher an Materialschwierigkeiten gescheiter t", mußte Präsident Roosevelt in seiner Pressekonferenz am Dienstagabend eingestehen. Er sagte, seit fünf oder sechs Monaten sei dieser Plan geprüft worden, doch sei seine Durchführung bisher daran gescheitert, daß nicht die n öt i g e n R o h st o f f e zum Bau dieser Flugzeuge zur Verfügung gestanden hätten. Britischer Generalangriff gegen Gandhi. Berlin, 5. August. (DNB.) Die Regierung des Vizekönigs von Indien hat drei Tage vor dem Zusammentritt des Plenums der Kongreßpartei in Bombay in perfider Weife in die Vorverhandlungen eingegriffen, die im Schoß der Kongreßpartei über Form und Inhalt einer für den 7. August vorgesehenen öffentlichen Entschließung geführt werden. In ihrer Angst vor der erneuten moralischen Verurteilung der britischen Okkupationspolitik durch das indische Volk haben die englischen Behörden nach einer Mitteilung von Gandhi in Delhi die Dienst- räume des allindischen Kongreßaus- schussesdurchsuchen und Dokumente beschlagnahmen lassen. Sie haben sich durch polizeiliche Mt- tel in den Besitz von Protokollen gesetzt, die Ent- wrfe für die Freiheitsentschließung des Kongresses enthalten. Die vizekönigliche Regierung hat dann, ohne Gandhi auch nur zu benachrichtigen, ein Dokument mit dem Vorschlag veröffentlicht, den Gandhi angeblich dem Kongreßplenum am 7: August zur Annahme empfehlen wolle. In diesem Entwurf hatte Nehm einige A e n d e r u n g e n eingefügt, die folgenden Passus von Gandhi betrafen: „Wenn Indien fr-ei wäre, dann wäre wahrscheinlich seine erste Handlung, mit den Japans r n i n V e r h a n d l u n g e n zu treten." — Wie aus den Protokollen hervorgeht, soll Rehru die Abänderung dieser Stelle mit der Begründung verlangt haben: „Die Welt würde zweifelsohne annehmen, daß wir uns in paffiver Weise zu den Achsenmächten bekennen." - Diese Maßnahmen stellen den massivsten Angriff dar, den die Engländer in letzter Zeit zur Diffamierung Gandhis und seiner Bewegung versucht haben. Sie schließen sich würdig an die Aushebung des Verbots der kommunistischen Partei an. Wie dieses, so ist die Veröffentlichung der Protokolle über die internen Verhandlungen des Kongresses einzig zu dem Zweck gedacht, die Bewegung zu spalten und sich gleichzeitig die Möglichkeit zu brutalsten Zwangsmaßnahmen zu verschaffen. Meinungsverschiedenheiten zwischen Gandhi und Rehru, die durch ein Kompromiß beseitigt wurden, sollten vor der Welt zu einem Gegensatz auf gebauscht werden, der Gandhi als einen Agenten der Achsenmächte, Rehru als einen Freund Englands zeigt. Wer die beiden Männer kennt,,weiß, daß weder das eine noch das andere richtig ist. Darüber hinaus soll die Veröffentlichung dazu dienen, Gandhi öffentlich der Zusammenarbeit mit Japan, d. h. mit dem Feinde der britischen und der oizeköniglichen Regierung zu bezichtigen. Offenbar wünschen sich die Engländer auf diese Weise eine juristische Handhabe zu verschaffen, um Gandhi unter der Anschuldigung des Landesverrates zu verhaften und überhaupt jede freiheitliche Re- aung im indischen Volk niederknüppeln zu können. &er Generalangriff gegen Gandhi und den Kongreß ist damit eröffnet, ohne Zweifel in der Absicht, zunächst aus die übermorgen in Bombay zusammentretende Plenartagung den schärfsten Druck auszuüben. Die Spannung in Indien ist damit in ein akutes Stadium getreten, deren Ernst sich nicht verhüllen läßt. Tschungking beunruhigt Schanghai, 6.Aug. (Europapreß.) Durch die wachsende Spannung zwischen der britischen Regierung und den Indern sieht sich die Tschunking- Regierung in eine gefährliche Lage versetzt. Marschall Tschiangkaisch-ek beriet in Sitzungen mit dem britischen Botschafter und hohen britischen Offizieren aus Indien über Möglichkeiten zu einer Beilegung der Differenzen. AnHesichts dieser politischen Unsicherheit, die das.Tschungkingregime mit dem Abschneiden der letzten Nachschubmöglichkeiten bedroht und der kritischen Lage an der sowjetischen Front, wird auch in Tschungking die Notwendigkeit der Errichtung einer zweiten Front betont. Eine solche Entlastungsfront dürfe jedoch nicht auf Europa beschränkt bleiben. So schreibt die Zeitung „China Times": „Um den Sieg daoonzu- tragen, müssen die Alliierten zum Angriff übergehen, aber auch in Asien und im Pazifik." Aus dem Reich. Einschränkung des Verkehrs mit landwirtfchastlichen Grundstücken. Der Führer hat in einem Erlaß über die Einschränkung des Verkehrs mit landwirtschaftlichen Grundstücken im Kriege zum Ausdruck gebracht, daß während des Krieges jeder nicht unbedingt notwendige Eigentums- und Besitzwechsel an landwirtschaftlichem Grund und Boden zuunterbleiben hat. Im Vordergrund steht die Rücksicht auf die während des Krieges besonders wichtige landwirtschaftliche Erzeugung, für deren ungestörte Fortführung die Stetigkeit der Besitzverhältnifse Voraussetzung ist. Allein die Rücksicht auf ordnungsmäßige Bewirtschaftung kann demnach — abgesehen von zwingenden persönlichen Gründen — während des Krieges einen Eigentums- oder Besitzwechsel an landwirtschaftlichen Grundstücken begründen. Aber auch die Rücksichtnahme auf die Kriegsteilnehmer, die ihre Interessen in der Heimat nicht selbst wahrnehmen können, verlangte die Einschränkung des Verkehrs mit landwirtschaftlichen Grundstücken. Denn der Kriegsteilnehmer hat als erster Anspruch auf landwirtschaftlichen Grund und Boden, den er selbst bewirtschaften will. Vor allem ist ein Grunderwerb durch Personen zu verhindern, die hauptsächlich ihr G e ld .a n l eg,en wollen oder eine Besserung ihrer -Versorgung erstreben. Kapitalanlagen und Erwerb eines Selbst- versorg ersitz es sind häufig heute die wahren Motive für einen Erwerb, der sich mit anderen Gründen zu tarnen versucht. Auch der Nichtlandwirt, der ernstlich die Absicht hat, sich dem landwirtschaftlichen Beruf zu widmen, muß während des Krieges auf die Verwirklichung seiner Wünsche verzichten, es sei denn, daß es sich um Versehrte des jetzigen Krieges handelt. Der Reichsernährungsminister erwartet, daß sämtliche am Grundstücksverkehr beteiligten Stellen sich die notwendige Zurückhaltung auferlegen, so daß vorerst von besonderen gesetzlichen Maßnahmen abgesehen werden kann. Es wird nicht etwa eine neue Genehmigungspflicht eingeführt, muß, hält es stärkste Bewegungsmöglichkeiten seiner Truppen für ein wichtigstes Erfordernis. Reben Straßen und Eisenbahnen sind Flugplätze von großer Bedeutung. Vor dem Kriege gab es in Australien 487 Flugplätze und einige 40 Fluglinien, von denen fünf oder sechs als Hauptlinien anzusprechen waren, die den Kontinent in allen vier Windrichtungen durchkreuzten. 1939 wurden auf 29 500 Meilen Fluglinien 159 000 Fluggäste befördert. Auch der Telephon - und Telegraphenverkehr stellt große Anforderungen. Die telegraphische Verbindung Darwin—Adelaide ist 2000 Meilen lang..Sie wurde verdoppelt. Außerdem wurden zwischen Darwin und dem Rest von Australien zum erstenmal im Boden verlegte Telephonverbindungen hergestellt. Material- und menschenmäßig ist Australien, wie von amtlicher Seite zugegeben wird, an der Grenze des Möglichen angelangt. Das ist der Grund für die ständigen Hilferufe an die USA. Rach der Katastrophe von Dünkirchen ist die gesamte australische Rüstungsproduktion umgestellt worden. Die Zahl der Rüstungsarbeiter stieg damals von 5000 auf • 200 000. Man konzentrierte sich zunächst aus die Herstellung eines 3,7zölligen Flakgeschützes und des leichten Bren-Maschinengewehres. Mit besonderem Stolz wurde die Herstellung des 1000. Flugzeuges im September 1941 verkündet. Auch die Flotte wird durch Eigenbautey verstärkt. Naturgemäß sind jedoch die Rüstungsmöglichkeiten Australiens gering. Dem Heer fehlen vor allem schwere Waffen und Tanks. Zur Beförderung von Soldaten müßten notfalls einige hunderttausende Privatwagen herangezogen werden. Ueber die Größe des australischen Heeres schwanken die Angaben zwischen einer Viertel und einer halben Million, von denen nur 40 v. H. der Altersgruppe 19 bis 39 Jahre angehören. Das USA.-Expeditionskorps dürfte die Ziffer 100 000 noch nicht erreicht haben. An irgendeinem Punkt der besiedelten Südostküste sitzt General McArthur und denkt über die Aufgabe nach, die ihm mit den pachetischen Worten gestellt wurde, er solle „eine amerikanische Offensive gegen Japan organisieren". Trotz aller Versuche, sich in die japanischen Pläne hineinzudenken und trotz der Ansicht des Walhingtoner Oberkommandos über die entscheidende Bedeutung des asiatischen Kontinents liegt es für McArthur doch näher, die verschiedenen Möglichkeiten einer Defensive von Australien gegen einen Angriff durchzudenken. Da die Jnvasionsgefahr nach australischer Meinung aus allen Richtungen droht und die Japaner kein Interesse daran haben, diese Unsicherheit Australiens und i)e^ USA. zu beseitigen, ist McArthurs Aufgabe auch dann schwierig genug, wenn er den „Offensioauftrag" zu den Akten legt. Wie weit die Resignation maßgebender militärischer Kreise in Washington angesichts ihrer eigenen These geht, daß der a s i a t i s ch e Kontinent entscheidender sei als Australien, geht aus folgenden Ausführungen Taylors hervor: „Die amerikanische Pa- ziflkexpansion ist für immer dahin, ebenso die Politik der offenen Tür in China und die Freiheit der Meere, was Beherrschung der Meere durch England und die USA. bedeutet. Eine große Intensivierung nationales: Energien ist dahin." Aus allen Aeußerungen der für die Strategie verantwortlichen USA.-Militärs spricht mit zunehmender Deutlich- keit die Ueberzeugung, daß das Schicksil Australiens — und Neuseelands — nicht auf dem australischen Kontinent, sondern aus dem asiatischen Kontinent und aus den Meeren des Pazifik entschieden wird. Oie Neuordnung in Ostasien. Tokio, 6. Aug. (Europapreß.) Kaum ein dreiviertel Jahr nach dem Ausbruch des Krieges in Ostasien zeigen sich in den unter japanischer Kontrolle gelangten Gebieten bereits die ersten Erfolge der von Japan erstrebten Neuordnung. Ein bedeutsamer Schritt war die Amtseinführung der neuen burmanischen Zentralverwaltung, ein entscheidender Schritt zur Unabhängigkeit Burmas, die Ministerpräsident Tojo am 21. Januar d. h. zugesagt hatte. Auch auf den Philippinen hat die japanische Aufbauarbeit beachtliche Erfolge erzielt. Wie der Oberbefehlshaber der japanischen Streitkräfte auf den Philippinen, Generalleutnant Homma, mitteilte, wird sich die japanische Auswanderung nach den Philippinen hauptsächlich aus Mindanao konzentrieren. Die Insel sei gegenwärtig von 28 000 Japanern bewohnt, die sie wirtschaftlich hoch entwickelt hätten. Doch sei auf Mindanao Platz Wegbereiter Hölderlins. Zum 65. Geburtstag Wilhelm Michels. Am 8. August wäre Wilhelm Michel 65 Jahre alt geworden. Mit ihm, dem Darmstädter Essay- isten, der vor einigen Monaten plötzlich starb, hat das deutsche Schrifttum einen seiner fähigsten Köpfe verloren, der von der Philosophie herkam, gleichzeitig aber auch in dichterischen Bezirken heimisch war. Vor mehr als dreißig Jahren entdeckte Wilhelm Michel, als einer der ersten, Wesen und Wert der Hölderlinschen Welt- in vielen Abhandlungen und Schriften deutete er Leben und Schaffen des großen, unglücklichen schwäbischen Hymnikers und wies auf dessen Bedeutung für eine Vertiefung deutschen Wesens unermüdlich hin. Ohne diese Vorarbeit, die zum Teil in den beiden Büchern „Hölderlins abendländische Wendung" und „Hölderlin und der deutsche Geist" gesammelt erschienen find, wären die späteren Forschungsergebnisse von N. von Hellingrath und anderen undenkbar. Der Rheinpfälzer Wilhelm Michel hat zeitlebens nur eine kleine, wenn auch wesentliche Lesergemeinde gehabt — warum? Weil er ein Essayist gewesen ist, und zwar ein Essayist reinster Art. Im allgemeinen neigt der Deuffche entweder zu philosophischer Systematik oder aher zur reinen Dichtung; so spricht der Essay, dessen Ausdrucksform zwischen diesen beiden Disziplinen liegt, ihn naturgemäß schwerer an. Michels Essaybücher haben aber auch hier eine beachtenswerte Wandlung mit herauf- führen helfen. Michel besaß alle Voraussetzungen für feine tiefschürfende Arbeit, er verfügte über Fülle und Klarheit der Ideen und schrieb eine meisterliche Prosa; seine Gedankengänge fügten sich zu einem geschlossenen Bilde, das Erkennen führte ihn zum Schauen, und die Weite weisen Abstandes ließ ihn nur das Wesentliche, das Wichtige betrachten und behandeln. Er wußte darum, daß das Einzelne nur im Ganzen lebendig wird, das Ganze jedoch nur Gestalt gewinnt im Einzelnen. Michels Lebensarbeit ist das vor zwei Jahren erschienene „Leben Friedrich Hölderlins", über das man nicht schreiben, sondern das man nur lesen sollte. Außer einem frühen Gedichtbuch veröffentlichte Michel noch die Schrift „Das. Leiden am Ich", in dem er fein Verhältnis zur Welt mit schonungsloser Offenheit klarlegt, und das kleine köstliche Buch „Geliebte Welt"; hier erzählt er von Kindern, Tieren, Blumen imb Frauen und verrät manches aus feinem persönlichen Leben, so daß man daraufhin ein runderes Bild von dem Menschen und Schriftsteller erhält. Er hat es oft schwer gehabt im Alltag, aber, so berichtet einer feiner Freunde: „Die Tapferkeit des Lebens war ihm zuteil geworden. Darum schenkte sich ihm die Schönheit des Lebens von selbst." Wo sich dieses zusammenfindet, erwächst ein Werk, das feinen Verfasser nicht mehr vergessen läßt. Hans Sturm. Vom vielseitigen Ruhen der Kältephysik. Von Dr. P. Lücke. Wenn man ein Gas zusammendrückt, dann wird es wärmer, an jeder Fahrradpumpe kann man diese Tatsache feststellen. Dehnt sich ein zusammengedrück- tes Gas aber rasch aus, dann kühlt es sich gleichzeitig ab. Der Trick Karl v. Lindes, der als erster Luft in großen Mengen verflüssigte, bestand darin, daß er die Luft abwechselnd in einen Kolben zusammendrückte und durch eine Düse in einem Ex- fi ansionsraum sich ausdednen ließ, wobei er die ausgedehnte und dadurch abgekühlte Lust benutzte, um im Gegenstromoerfahren die aus dem Kompressionsraum ausströmendK Luft weiter abzukuhlen. So kam er stufenweise zu immer tieferen Temperaturen und endlich zu flüssiger Lust. Don da aus war der Weg zu reinem Sauerstoff und reinem Stickstoff nicht sehr schwierig. Sauerstoff geht bei —183 Grad aus dem flüssigen in gasförmigen Zustand über. >Ltickstoff „siedet" schon bei 196 Grad. Wenn man also flüssige Lust langsam erwärmt, dann verdampft bei entsprechender' Versuchsanordnung zuerst der Stickstoff und dann der Sauerstoff. Durch Absaugen kann man beide Gase trennen und schließlich, auch jedes für sich wieder flüssig machen. Nun ist die Kälteforschung aber bei der Luft und ihren beiden Hauptbestandteilen nicht stehen geblieben. Durch geschickte Verwendung der mit flüssiger Luft erzielten Kälte gelang es, den Wasserstoff zu verflüssigen, wobei eine Temperatur von — 253 Grad erreicht wurde, das sind rund 20 Grad über dem absoluten Nullpunkt. Das war aber wieder her Ausgangspunkt für eine Jagd nach noch tieferen Temperaturen, die dem Laien wohl als „Sport" erscheinen könnte, die für die Wissenschaft aber einen sehr ernsten Grund hatte, denn es geht hfer um das Verhalten der Materie bei sehr tiefen Temperaturen. Daß dabei fast nebenher ganz unerwartete Erfolge für die Technik erzielt wurden, zeigt wieder einmal, wie die Grundlagenforschung stets Voraussetzung für den technischen Fortschritt bildet. Mit. Hilfe des flüssigen Wasserstoffs gelang es nämlich, nun auch der Edelgase habhaft zu werden, von denen man lange Zeit geglaubt hatte, daß sie überhaupt nicht flüssig gewonnen werden können. Bei —269 Grad ließ sich das Helipm flüssig gewinnen und schließlich konnte man unter entsprechendem Druck mit Hilfe des flüssigen Heliums auf 0,8 Grad — vom absoluten Nullpunkt gerechnet — herunterkommen. Nachdem dieser Kältebereich erschloßen war, konnten auch die anderen Edelgase, das Krypton, das Neon und das Argon in größeren Mengen gewonnen werden. Eine ganze Industrie erwuchs auf diesem Fortschritt der Kältephysik., Viele Tausende von Leuchtröhren glühen heute im roten Neonlicht. Die schlechte Wärmeleitung und andere Eigenschaften des Kryptongases haben dazu geführt, daß die Glühlampenindustrie gewisse Lampenarten heute nicht mehr mit Stickstoff, sondern mit Krypton füllt, was den Vorteil hat, daß der im elektrischen Strom glühende Leuchtdraht stärker erhitzt werden kann, so daß die Lichtausbeute dieser Lampen wesentlich besser ist. Ein ganz bedeutender Erfolg der Beschäftigung der Wissenschaft mit tiefsten Temperaturen. Der Preissturz auf dem „Krypton-Markt" zeigt, was hier durch die reine Forschung für die Technik erreicht wurde. Bezahlte man noch vor wenigen Jahren für ein paar Kubikzentimeter flüssigen Kryptons viele tausend Mark, so kostet heute ein Liter des gleichen Stoffes nur noch Bruchteile eines Pfennigs. Für manche Versuche reicht aber auch die mit verdampfendem Helium erreichte Temperaturtiefe noch nicht aus. Prof. Walter Meißner in München hat schon vor 20 Jahren ein Verfahren angegeben, mit dem es inzwischen gelungen ist, bis auf 0,004 Grad dem absoluten Nullpunkt ncche- zukommen. Es beruht auf der Tatsache, daß mit steigender Wärme die Bewegung der Moleküle zunimmt, während sie bei sinkender Temperatur abnimmt. Wärme ist also Unordnung, Kälte dagegen Ordnung. Wenn man nun gewisse Metallsalze tiefst- gekühlt in das Feld eines besonders starken Elektromagneten bringt und dieses dann abwechselnd M- und ausschallet, dann werden die Metallsalze einfach dadurch ab gekühlt, daß immer mehr von den winzigen Elementarmagneten ausgerichtet werden, 3n&' lauste * Messer bensjahr Zahlrei Etlichen (Ergebnis der am Klarheit i neu alle 'Beweis fi daß er h Mericht nein Kim Künstlers ren HM im väterl Nach eine 1890 nach Professor neunziger schen Wei vorging,' freie Art Lefitz der kicher Wu in den so eindrucksi lin befind w te ägro 8e6urt H Laufbahn ti im Jak 1906 wui lichen Ho an die Äe jedoch 191 bis 1921: erneut na< Aus aller Welt. Wolkenbruch über Bellinzona. Ueber die Hauptstadt des Kantons Tessin, Bellinzona, gingen schwere Wolkenbrüche nieder, die stundenlang andauerten, so daß die Wassermassen sich in Strömen durch die Straßen ergossen. Die Bäche verwandelten sich in reißende Flüsse. Von zwei Richtungen her wurde die Stadt mit Geröll und Erdmassen Überflutet. In Kellern und Erdge- schossen standen die Wassermassen meterhoch. Im Tessintal ereignete sich ein Erdrutsch, bei San Anto» nio schwemmten die von den Bergen herabstürzen« den Fluten große Erdmassen weg, die das Wasser zu einem See anstauten, der sich Über einen Damm hinweg in das Dorf ergoß. Auch in anderen Teilen der Schweiz wurden durch heftige Regengüsse große Verwüstungen angerichtet. Ein Betrüger tarnt sich als Verwundeter. SÄ Achter e s 20 . Lebe sagen r K-rt.r vielmehr wird der Refchsernahrungsmknkster fetm Maßnahmen mit Hilfe der bestehenden Einrichtung gen treffen. Die Kaufpartien müssen nunmehr nach, weifen, daß ihr Grundstücksvertrag dem öffentlichem Interesse dient, während bisher die Behörde nach, zuweisen hatte, daß das öffentliche Interesse vei- letzt wurde. Oie Semeinschastsgaststätte kommt! In Frankfurt fand eine Arbeitstagung der Reichs, gruppe Fremdenverkehr statt, auf der Staatssekretär Esser erklärte, die Fremdenverkehrsarbeit sei eine kriegswichtige Leistung. Die Versorgung der arbei. Lenden Menschen in den Gaststätten und die Unterbringung der erholungsuchenden Fronturlauber und Rüstungsarbeiter dienten der Erhaltung der Volks« 1 gesundheit im Kriege und seien deshalb ein wich, tiges Mittel zum Sieg. — Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen die Pläne der Gemein, schaftsgaststätten, die in den kommenden Monaten verwirklicht werden sollen, um den Volksgenossen, die kriegswichtige Arbeit leisten unb außerhalb der Familie verpflegt werden müssen, eine schmackhafte und markenbillige Ernährung zu sichern. Kleine politische Nachrichten. Der Kommandeur eines Panzer-Regimentes, Rit» terkreuzträger Oberst Rödlich, ist am 23. Juli 1942 während des Einsatzes im Ostseldzug tödlich _ verunglückt. Am 5. August 1940 war er mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet worden, als er mit feinen Panzern durch die französischen Widerstandslinien gestoßen war und dadurch eine zur Sprengung vor, bereitete Brücke in letzter Minute vor chrer Vernichtung gerettet hatte. ♦ 1 Ein württembergischer Ritterkreuzträger, Oberleutnant Siegfried Grabert, fand am 25. Juli 1942 im Kämpf gegen den Bolschewismus den Helden« tob. Er hatte am 10. Juni 1941 das Ritterkreuz er« halten. * Vor den Gauschulungsleitern und Reichsfchulungs, beauftragten der NSDAP., die auf einer Arbeitsbesprechung über kriegswichtige Fragen in Berlin versammelt sind, sprach Reichsminister Speer über die Aufgaben seines Arbeitsbereiches. Staatssekretär Backe äußerte sich über die Lage der deutschen Er« nährungswirtschaft und behandelte die großen agrar, politischen Ausgaben, die durch den Landerwerb hn Osten gestellt werden. Der ^Beauftragte für den Lei« stungskampf der deutschen Betriebe und Leiter des Amtes soziale Selbstoerantwortung in der DAF., Dr. Hup sauer, berichtete über die Erfahrungen bei leistungsfördernden Maßnahmen in den Bettie« ben. Dem 22jährigen Leo Hahn aus Wiesbaden, der schon wiederholl Gefängnisstrafen verbüßt hat, war es gelungen, sich ein Eisernes Kreuz und Verwundetenabzeichen zu verschaffen und die Uniform eines Gefreiten zu leihen. So ausgerüstet, legte er sich eine Sammelliste „Für Schwerverwundete, arbeitsunfähige Soldaten" an und sammelte erst in Lazaretten bei den Leichtterwundeten, später auch, auf einen Stock gestützt und mit verbundenem Arm, bei anderen Volksgenossen. Dabei lernte er mildtätige Menschen kennen, die er bald darauf in Krefeld besuchte und die ihn tagelang beherbergten. Die Freigiebigkeit seiner Gastgeber lohnte er dadurch, daß er ihnen nachts zwei Kaninchen stahl und verkaufte. In Berlin entwendete er einem Soldaten das Sold« buch und verschaffte sich damit Wehrmachtfahrkarten wodurch ja die „Ordnung" vergrößert wird. In der Nähe des absoluten Nullpunktes, den die Wissenschaft allerdings niemals ganz erreichen wird, weil ein völliger Stillstand der Elementarteilchen, also ein „Kältetod" aus mehreren Gründen unmöglich ist, haben sich nun eine ganze Reihe völlig überraschen- der^Eigenschaften der Materie herausgestellt. So konnte festgestellt werden, daß manche Me» talle bei sehr tiefen Temperaturen überhaupt keinen elekttischen Widerstand mehr haben. In einem solchen tiesstgekühlten Metallring kreist ein elektrischer Stromstoß unaufhörlich ohne merklich abgebremst zu werden. Der Leiter des Kälteinstituts in der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, Dozent Dr. I u sti, konnte sogar aus gesinterten, keramikähnlichen Stoffen, also aus Richt-Metallen, Ringe Herstellen, die bei sehr tiefen Temperaturen eine erstaunlich große Leitfähigkeit für Elektrizität aufwiesen. Stoffe, die man also unter normalen Umständen als Jsolattren verwenden würde, leiten im Kältebad den elektrischen Strom ausgezeichnet; andererseits gelang es bei normalerweise hervorragend leitenden Metallen, wie Kupfer, unter der Einwirkung sehr starker Ma« gnetfetber den elektrischen Widerstand Hunderttau« sendsach zu verstärken, so daß diese Metalle nun wie Isolatoren wirken. Welche Bedeutung diese umwälzenden Entdeckungen einmal für die Technik haben werden, wissen wir heute noch nicht. Auch die Männer, die zum erstenmal einige Tröpfchen flüssige Lust und schließ- lich reinen Sauerstoff und Stickstoff gewannen, ahnten ja noch nichts von den riesigen Fabriken, in denen einige Jahrzehnte später diese Stoffe eine so wichtige Rolle spielen sollten. Ohne den nach Lindes Verfahren heute in Millionen Kubikmeter gewonnenen Sauerstoff gäbe es fein autogenes Schweißen und kein autogenes Schneiden. Sauerstoff wird für die Herstellung von hochwertigem Stahl gebraucht, er wird in großen Mengen bei der Fabrikatton von Salpetersäure und Essigsäure verwendet und ist auch für die Herstellung künstlicher Rubine unentbehrlich. So hat die Kälte längst eine wichtige Stellung als Hilfsmittel der Technik errungen. Als Hilfsmittel für die Erforschung der Naturgesetze ist sie ebenfalls unentbehrlich. und deshalb haben die Bemühungen der Kältephysik um tiefste Temperaturen eine wichtige Bedeutung. Zunächst geht es immer nur darum, unbekannte Eigenschaften der Materie zu entdecken, ' und unser Wissen von den Grundgesetzen der Natur zu erweitern. Nach Jahrzehnten zeigt sich dann ost erst, welchen Nutzen auch Technik und Wirtschaft habet haben können. flogen, K lunftlerifc Der Le am lege seine Tour vor allem inten beb Wägen Ehrungen des Gasth -ch an einer echt chnden, la sMün Mt des Solling, ; Jrä tierm Iw von von Ludll von ihm i verkörpert Dr. rNata Wimmerte «leib. Sie A hal r^gei .-Dann st Uchlag. "Ke oe dr*ni . Heber $ 5.® Sa, K S % ? > i uns Lebensmittelmarken. Schließlich nahm er in Wilhelmshaven eine Stelle als Beifahrer an, um am nächsten Tage wertvolle Waren »us dem Lieferwagen zu stehlen. Das Sondergericht in Frankfurt ließ keinen Zweifel darüber, daß die Gemeinheit, mit der er 'die Opferbereitschaft seiner Volksgenossen für Schwerverwundete zu seinem eigenen Dor- tell ausgebeutet hatte, die Todesstrafe verdient hätte, wenn er für seine Handlungsweise voll verantwortlich gemacht werden könnte. Da der Angeklagte aber von den ärztlichen Sachverständigen als vermindert zurechnungsfähiger Epileptiker mit organischer Hirnschädigung bezeichnet wurde, verurteilte ihn das Sondergericht zu fünf Jahren und ordnete die Unterbringung in eine Pflegeanstalt an. Den Luftschutzwart beleidigt. „Der Kerl hat überhaupt nichts zu sagen; du gehst nicht bin!" — so äußerte sich eine Ehefrau aus Saalfeld (Thür.), als der Luftschutzwart ihrer Tochter eine schriftliche Aufforderung zur Teilnahme an einem Luftschutzlehrgang überbrachte. Die Folge war ein Strafbefehl von 20 RM., gegen den die Frau jedoch glaubte Einspruch erheben zu müssen. Aber der Richter vertrat mit Recht die Auffassung, daß ein Amtsträger des Reichsluftschutzbundes vor Beleidigungen geschützt werden müsse. Statt 20 RM. muß die Frau nun 50 RM. zahlen. Kunst und Wissenschaft. Friedrich Aereboe f. In Berlin-Frohnau, seinem Ruhesitz, ist der bekannte Agrarwissenschaftler Geh. Regierungsrat Professor Ur. phil. Friedrich Aereboe im 7ö. Lebensjahr gestorben. Bis zu seiner Emeritierung !>atte 'er an der Berliner Landwirtschaftlichen Hoch- chule über landwirtschaftliche Betriebslehre, Fragen »es Agrarabsatzes und Agrarpolitik gelesen. Von Geburt Hamburger, hatte Aereboe seine akademische Laufbahn an der Universität Breslau begonnen, wo er im Jahrq 1904 außerordentlicher Professor wurde. 1906 wurde er Ordinarius an der Landwirtschaftlichen Hochschule Bonn-Poppelsdorf, 1910 kam er an die Berliner Landwirt! chasüiche Hochschule, kehrte jedoch 1913 wieder nach Breslau zurück. Von 1919 bis 1921 war er dann in Hohenheim und kam 1922 erneut nach Berlin. Emil Lauer zum 75. Geburtstag. Zahlreiche Denkmäler, Brunnen, Porträts in öffentlichen Sammlungen und Prioatbefitz find das Ergebnis Les Schaffens Professor Emil Lauers, der am 6. August sein 75. Lebensjahr vollendet. Klarheit und Gemessenheit in der Formgebung zeich- nen alle seine Werke aus, und es ist ein deutlicher Beweis für feine ausgeprägte künstlerische Haltung, daß er seine Arbeiten stets unbeeinflußt ließ von Moderichtungen. Immer blieb er sich selbst und seinem Künstlertum treu. Er stammt aus einer alten Künstlerfamilie, auch der Vater und Großvater waren Bildhauer, und schon mit 14 Jahren begann im väterlichen Atelier in Kreuznach seine Lehrzeit. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Rom kam er 1890 nach Berlin und arbeitete hier im Atelier von Professor Otta Lessing an den großen Bauten der neunziger Jahre. Als er dann aus einem künstlerischen Wettbewerb der Stadt Hagen als Sieger hervorging, machte er sich selbständig, bereits seine erste freie Arbeit, „Die Wasserschöpferin", — heute im Besitz der Berliner Nationalgalerie — war ein glücklicher Wurf. Die große Zahl seiner Plastiken, die er in den folgenden Jahrzehnten geschaffen hat, zeigen eindrucksvoll feine künstlerische Entwicklung. In Berlin befindet sich eine ganze Reihe seiner Schöpfungen. Hinzu kommen Denkmäler in Aachen, Iserlohn, Hagen, Köln, Ludwigslust, die alle Zeugnis für die künstlerische Gestaltungskraft Emil Caners ablegen. Festtag dec Ludwig-Thoma-Bühne in Egern. Der Leiter der Ludwig-Thoma-Bühne in Egern am Tegernsee, Bertl Schultes, die durch seine Tourneen in der ganzen Welt, in diesem Knege vor allem durch die Frontreisen bei unseren Soldaten bekannt wurde, konnte das Jubiläum seines 40jährigen Wirkens auf der Bühne mit großen Ehrungen feiern. In dem berühmten Bauerntheater des Gasthofes „Zur Ueberfahrt" in Egern hatten sich an seinem Ehrenabend zahlreiche Freunde seiner echten, im Volkstum verwurzelten Kunst ein- aefunden, u. a. Reichsleiter Oberbürgermeister Fiehler (München), Reichsminister Seldte, der Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels Alexander Gotting, die Generalmusikdirektoren Franz '216am und Herman Abendroth. Man spielte ein Lieblings- ftiitf von Ludwig Thoma, den „Gwissenswurm" von Ludwig Anzengruber, wobei Bertl Schultes den toon ihm in dieser Rolle schon weit mehr als S00mal verkörperten Dusterer in meisterliche Weise gab. Georg Denkl. Aus -er Stadt Gießen. Hilfe für Ursula. In einem Abteil des Personenzuges saß unter lauter vernünftig dreinschauenden Männern eine junge Mutter mit ihrem Kind, einem etwa, dreijährigen Mädchen. Es war zwischen Frankfurt und Gießen; einige der Herren fuhren offenbar in Geschäften. Trotz des herrlichen Sommertages war in dem Abteil eine ziemt ick trockene (Stimmung. Aber das störte die kleine Ursula nicht im geringsten; sie schaute überaus vergnügt in die Welt, ein ausgelassener Strolch, dem die etwas beunruhigte Mutter zuweilen ein mahnendes Psst machen mußte. Wie es dann geschah, blieb ungeklärt, jedoch I plötzlich ward die Kleine bleich und bleicher, ja, es wurde ihr mordselend; wahrscheinlich hatte sie sich den Magen verstaucht, die Rubbelei im Wagen kam hinzu, jedenfalls saß sie nun, ein Häufchen Elend, in der Ecke, und auch die Mama, auf solchen Zwischenfall nicht präpariert, schaute einigermaßen hilflos um sich. Jetzt aber mußte man unser Abteil sehen! Jeder Mitreisende verwandelte sich in einen guten Onkel, jeder wußte nicht nur einen weisen Rat, sondern legte auch mit Hand an, um das Unglück zu bannen. Der Himmel weiß, was für Dinge sie aus Hosen-, Rock- und Westentaschen hervorzauberten: Medikamente teils, teils Sachen und Sächelchen, die, im Nu in Spielzeuge verwandelt, den.dummen Magen überlisten und vergessen machen sollten; kurz und gut: unsere Reisegemeinschaft erwies sich als ein strahlendes Musterbeispiel von so herzlicher wie unternehmender Hilfsbereitschaft. Längst vor Gießen war der Schreck überwunden. Ursula stand mit allen Onkels auf Du und Du, und als sie ausstieg auf den wimmelnden Bahnhof, wo neue Freuden sie erwarteten, wollte das Hallo und Abschiedwinken kein Ende nehmen. Es waren wirklich famose Kerle — weshalb also sollten wir nicht ihr Lob künden: das Lob des gefälligen Mannes auf Reifen, von dem so selten die Rede ist. A. E. Küc Tapferkeit vor öem ftemöe. Der Unterarzt Dr. Hans Textor aus Großen- Linden, der bei einem Infanterie-Regiment im Felde steht und vor einiger Zeit mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet wurde, erhielt nunmehr für besondere Tapferkeit das Eiserne Kreuz I.-Klasse. Freizeit wird zur Erntehilfe. gfs. Wir befinden UNS jetzt mitten in der Ferienzeit, und jedes der großen Ferienkinder hat sich ein Plätzchen zur Erholung und Ruhe ausgesucht, wo es ihn am meisten hinzieht oder wo es sich z. Z. am besten aufgehoben weiß. Losgelöst von der täglichen Hast und oftmals auch Ueberbeanspruchung kommen Körper und Nerven so langsam wieder zur Ruhe. Und damit -haben wir auch wieder einmal Zeit, in uns zu gehen und über allerlei nachzudenken, das wir sonst nur zu oft beisetteschieben müssen. Je nachdem, wo wir nun unser Ferienzelt aufgeschlagen haben, überall sehen wir fleißige HäiÄe am Werk, denn wir befinden uns ja mitten in der Erntezeit. Und da tritt doch der Gedanke an uns heran, ob wir nicht vielleicht ein klein wenig mit» helfen können, um all den Segen bergen zu helfen. Es ist nicht notwendig, daß gleich ganztägige schwere Arbeit geleistet wird. Aber wenn „Not am Mann" ist, hat es noch niemand geschadet, einmal zuzu- packen. 7 Auch für unsere Frauen gibt es gerade so vielseitige Möglichkeiten, in der Ferienzeit ein Stündchen rnttzuhelfen. Ganz gleich, an welchem Platz sie sich befinden; in einer Stadt sind sicher auch Reserve-Lazarette, und der Küchenchef wird dankbar jede fleißige Hand begrüßen, die beim Gemüsevorbereiten usw. einmal mithelfen will, wird doch dadurch sein oft reichlich beanspruchtes Küchenpersonal ein wenig entlastet. Oder gehen wir einmal in die Nähstuben, da ist immer Arbeit in Hülle und Fülle. Manche frohe Stunde können wir auch in den stets voll besetzten Kindergärten finden und der Kindertante ein wenig zur Hand gehen. Ahf dem Lande gibt es erst recht viel Arbeit in dieser Zeit zu bewältigen; wie dankbar wird manche Bauersfrau sein, wenn wir uns ab und zu für kleine Hilfeleistung im Garten bereit finden. Oder wir erbitten uns von der Bäuerin aus ihrem Flickbeutel etwas, das wir bei unserem Spaziergang ausbessern können. Es sind nur einige wenige Beispiele hier aufgeführt, aber jede Ortsfrauenschaftsleiterin weiß eine Unmenge an täglich anfallenden Arbeiten und wird freudig und dankbar für jede freiwillige Hand fein, die sich zur Mithilfe bereitfindet. Wenden wir uns also an sie, ganz gleich, ob wir dem Deutschen juchthaus )eil- und Nun gehts in die Pilze... Vorsicht beim Sammeln! Die Pilzsteunde halten jetzt in den weiten Wäldern des Rhein-Main-Gebietes reiche Ernte, denn überall stehen die „Männlein im Walde", und man braucht nur zuzugreifen und zu fahuneln, dann hat man in gar nicht langer Zeit eine herrliche Mahlzeit beisammen. Zwar findet man den edlen Champignon nur selten, und die Kenner verraten aus begreiflichen Gründen nicht, wo er zu finden ist; dafür gibt es aber gesunde Steinpilze oft mit mächtigen Hüten, schöne Maronenpilze, ein dem Steinpilz sehr ähnlicher und ebenso vorzüglich schmeckender Schwamm, auch Hallimasch und Parasol sind reichlich zu finden, dazu die kleinen Schwindlingarten, die als Suppenpilz bei den Hausfrauen besonderen Ruf haben, die eßbaren Täublinge und Reizker, also eine ziemlich große Auswahl, die man leicht noch um Dutzende guter, eßbarer Pilze vermehren könnte. Aber — des Lebens ungemischte Freude ward keinem Irdischen zuteil, auch nicht beim Pilzsammeln! Neben den eßbaren Schwämmen stehen ein paar ganz schlimme Gesellen! Die ersten Knollenblätterpilze sind dank der reichlichen Feuchtig- kit und der Wärme rasch herangewachsen, und der Satanspilz macht sich da und dort, wenn auch weit seltener als der Knollenblätterschwamm, dick und breit. Hände weg von beiden, fre sind giftig, die zum Tode führen, wenn man sie ißt. Selbst die Sporen des Knollenblätterschwammes können andere, gute Pilze, mit denen er zusammen im Korb nach Hause getragen wird, giftig machen. Deshalb müssen alle gesammelten Pilze, unter denen sich ein Knollenblätterpilz befindet, weggeworfen werden. Und die Nutzanwendung daraus? Pilze darf nur der sammeln, der sie wirklich kennt. Kinder sind zum Pilzsammeln meist ungeeignet bzw. das, was sie bringen, muß sorgsam durchgesehen werden. Man- lasse auch die ganz kleinen Pilze draußen stehen, denn mitunter ist es schwer, die Unterscheidungsmerkmale festzustellen, und ein kleiner Knollenblätterpilz kann einem jungen Champignon sehr ähnlich sehen, so daß es selbst für den Kenner nicht leicht ist, beide sicher festzustellen. Pilze soll man auch nicht nur nach Büchern kennenlernen, obwohl der Wert eines guten Pilzbuches oder einer Pilztafel keineswegs unterschätzt werden darf. Man gehe mit einem Pilzkenner in den Wald, lasse sich die verschiedenen Merkmale der einzelnen Pilze zeigen und versuche dann unter Anleitung einige Male sein Glück. Bald wird man die Pilze nach ihrem Wert einzuschätzen wissen. Wer allein in die Wälder geht, um Pilze zu sammeln, hat in Zweifelsfällen Gelegenheit, seine Funde auf den Pilzberatungsstellen überprüfen zu lassen. Gastwirt und Beherbergungsvertrag. Das Reichsgericht über die Haftung des Gastwirts. Soeben von der Bahn gekommen, nahm ein Reisender ein Bad in seinem Hotel. Als er duschen wollte, klemmte der Hebel der Dusche. Der Hebel rückte und rührte sich nicht. Da versuchte es der Badende mit „außerordentlicher Gewalt". Doch dabei zerbrach der Porzellangriff des Hebels. Splitter drangen dem Mann in die Hand und verursachten so schwere Verletzungen, daß die volle Gebrauchsfähigkeit der Hand in Frage gestellt ist. f Der Reisende hat den Hoteleigentümer aus Vertrag und unerlaubter Handlung auf Schadenersatz und Schmerzensgeld in Anspruch genommen. Die Haftung aus Vertrag hat das Oberlandesgreicht bejaht, aus unerlaubter Handlung jedoch verneint, womit der Schmerzensgeldanspruch wegfällt. Durch übermäßige und überflüssige Kraftanstrengung sowie durch unzweckmäßiges Verhalten trifft, so stellt das OLG. fest, den Kläger überwiegendes Verschulden. Demnach wurde nach § 254 BGB. das Maß seines Anteils am Schaden auf 2/s bestimmt. Auf die Revision beider Parteien hat das Reichsgericht die Sache zur Prüfung der Frage, wieweit die eine oder andere Partei den Schaden vorwiegend verursacht hat, und zum Abwägen des beiderseitigen Verschuldens an das Oberlandesgericht zwecks neuer Entscheidung zurückoerwiesen. Das Reichsgericht geht davon aus, daß der Beherbergungsver- trag im wesentlichen ein Wohnungsmietvertrag im Sinne der §§ 535 ff. BGB. ist und der Gastwirt deshalb der fttengen Haftung des § 538 BGB. unterworfen ist, wonach er stillschweigend dem Gast gegenüber die Gewähr für die Eignung des Miets- gegenständes zum vertragsmäßigen Gebrauch übernimmt. Es bejaht auch den ursächlichen Zusammenhang im Rechtssinn zwischen dem fehlerhaften Zustand der Dusche und der Verletzung des Klägers. Schwere Beweglichkeit des Duschhebels ist nicht sel- •ten, weil die Reiber der Duschvorrichtung oft etwas fester als nötig in das Gehäuse eingespannt werden, um lästiges Nachtropfen »er Brause zu verhindern. Ist daher schwere Beweglichkeit des Duschhebels noch kein Fehler der Badeeinrichtung, so ist es nicht überaus unwahrscheinlich, daß ein Hotelgast unbedenklich gesteigerte Kraft zur Ueberwindung des Widerstandes aufwendet. Dagegen verneint das Reichsgericht eine Haftung des Beklagten aus unerlaubter Handlung. Die allgemeine Rechtsp'licht, niemanden körperlich zu verletzen, schloß für den Beklagten, mochte er auch sein Grundstück dem Verkehr eröffnet haben, nicht die Pflicht in sich, die dem Kläger zum Gebrauch überlassenen Räume und Einrichtungen derart instandzuhalten, daß eine Gefahr für ihn unter gar keinen Umständen entstehen konnte. Der Beklagte genügte seiner Pflicht, wenn er auf die körperliche Unversehrtheit des andern die Rücksicht übte, die erfahrungsgemäß dazu ausreicht, den Erfolg zu gewährleisten. Bezüglich des Mitverschuldens des Klägers neben dem als Schadensursache in erster Linie in Bettacht kommenden und vym Beklagten aus Vertrag zu vertretenden Mangel der Badeeinrichtung, vermißt das Reichsgericht zunächst eine Feststellung des Berufsgerichts, welche die beiden Ursachen nach Umständen und Lebenserfahrung vorzugsweise zum Schaden beigetragen hat, weil nur auf dieser Grundlage das Maß des von jedem Teile zu vertretenden subjektiven Verschuldens für einen angemessenen Ausgleich herangezogen werden konnte. Ferner rügt das Reichsgericht zur Abwägung des Verschuldens, daß, im Gegensatz zum Gesichtspunkt der unerlaubten Handlung, wo der Geschädigte regelmäßig das Verschulden des Täters nachweisen muß, das Oberlandesgericht nicht vorn Beklagten den Nachweis gefordert hat, daß und warum auch bei Erfüllung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt das Unbeweglichwerden «des Hebels nicht zu verhüten oder nicht rechtzeitig zu beseitigen war. Dabei hätte es sich dann darüber äußern können und müssen, welches Maß an Sorgfalt verkehrsüblicherweise von einer Hotelleitung hinsichtlich einer ordnungsmäßigen Ueberprüfung der Gasträume- und -einrichtun- gen zu fordern war, wenn die Forderung eines Ue- berprüfens vor dem jedesmaligen Ueberlaffen an den Hotelgast zu weit geht. Erst nach Klärung all dieser Fragen läßt sich über die Anwendung von § 254 BGB. zuverlässig entscheiden, verkündet das Reichsgericht in fernem Urteil vom 30. 3. 42 V 120/41, veröffentlicht im „Deutschen Recht" vom 4. 7.42. Frauenwerk angehören oder nicht, sie wird uns behilflich fein und uns ein Plätzchen zuweisen, wo wir am nötigsten sind. Denn wir wollen uns darüber klar fein, eine Hand allein vermag nicht viel zu schaffen, wenn wir aber alle, die mir in Ferien sind, ein klein wenig mithelfen,' so vermögen doch diese vielen Hände manches zu vollbringen, und an unserer so notwendigen Erholung geht auch nichts ab. Im Gegenteil, wenn wir nach Ablauf unserer Ferienzeit unsere Koffer packen, gehen wir mit dem stolzen Bewußtsein wieder nach Hause und an unsere Arbeitsplätze, auch in den Ferien für den Endsieg mitgebolfen zu haben. Verduukelungszett: 6. August von 22.06 bis 5.20 Uhr. d Gießener Wochenmarktpreiss» * Gießen, 6. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Wirsing, % kg 10 bis 12 Rpf., Weißkraut 7, Rotkraut 19, gelbe Rüben 10 bis 12, Römischkohl 12, Bohnen, grün, 25, Tomaten 28, Zwiebeln 20, Frühäpfel 30, Birnen 25, Zwetschen 20, Mirabellen 35, Einmachgurken 30, Blumenkohl das Stück 20 bis 30, Salat 8 bis 10, Rettich 8 bis 10 Rpf. * * * Kein Verwiegen der Güterwagen. Jede Verwiegung eines Güterwagens erfordert Rangierarbeiten und damit Verzögerungen im Wagenumlauf der Reichsbahn. Leerwagen werden während des Krieges nicht gewogen. Beim Versand von Wagenladungen kann der Abfender sehr oft (Nachdruck verboten.) 8. Fortsetzung. kelnden Bastei aus sah man die Doralpen und den wechselnde Blattgewirr der Isarauen. „Wollen wir?" I Hände. , „Den Zucker, müssen Sie sich selbst nehmen. Ich weiß nicht —." „Zwei Stückchen, wenn ich bitten darf. Wie eine richtiggehende kleine Hausfrau machen Sie das" lobte er. .Hoffentlich bekommen Sie keine Ungelegenheiten?" „Wieso?" Er zögerte ein wenig. „Ich meine, wenn uns jemand sieht. Dielleicht haben Sie einen Verlobten nerne Brücke kam. Harlaching. Bäume, 'Wiesen, blauer Himmel. Das Isartal. Großhesselohe. Heitere Menschen. Ausflügler. Aus einem kleinen Cafe wehte dünne Musik. Pullach. Brügger nahm Gas weg. „Waren Sie schon einmal in Pullach, Fräulein Dr. Brüggers Patientin Roman von Walter Klöpffer Anna kam wieder herein. In ihren braunen Augen schimmerte es fröhlich. Sie trug ihr hübschestes Kleid. Sie knöpfte die Handschuhe zu und sagte: „Ich habe mich beeilt. Männer warten nicht gern." Brügger lächelte beglückt. Dann schritten sie durch einen düsteren Flur und über knarrende Stiegen. Brügger öffnete den Wa- ^enfchlag und war sehr besorgt, daß Anna bequem „Sie verwöhnen mich, Herr Doktor," „Gar nicht. Aber ich bin für Sie verantwortlich. Ich muß Sie heil abliefern." - Heber Annas Gesicht huschte eine Wolke. Em anderer hatte sie auch einmal so verwöhnt, ganz an Anfang--weg damit! Solches Zeug wird heute nicht gedacht. Davon wird es nicht anders. Schluß. Mit disziplinierter Miene erkundigte sie sich nach den vielen Knöpfchen auf dem Schaltbrett. Als ihre Wißbegierde befriedigt war, lehnte sie sich m ine Polster zurück. _ Sie fuhren durch die Widenmayer Straße. Drunten in seinem betonierten Bett tobte der «Mß und warf kleine Schaumkämme zornig in die Hohe. Vn den Bergen hatte es zuviel geregnet. Die Staftamen waren voll platzender Knospen und voll zartgrünem Laub. Es war ein Tag mit viel Sonne, mit Fernsicht und Vogelgezwitscher. Anna kroch noch tiefer in die weiche Polsterung und schloß die Augen zu schmalen Schlitzen. Sie träumte ein bißchen. Geld war nicht zu verachten, o nein. Wer sich einen wichen. Wagen leiften konnte, mußte ein reicher Man sein. Ein schräger Blick streifte zu ihrem Begleiter, der zwanalos hinter dem Lenkrad saß und den^Hut aus der Stirn geschoben hatte. — Famos 'letzt er aus, — dachte sie — braun und gesund, und Die Paar grauen Haare stören gar nicht. 5Jhir um Den Mund ist so ein melancholischer Zug. — r*1® „Ach, ist es hier schön!" rief sie entzückt. Er wählte einen Tisch, ein wenig abseits von anderen, und geleitete sie hin, wobei er ihren Ellenbogen mit einer schützenden Bewegung zärtlich umspannte. Dann bestellte er Kaffee und Kuchen. Das Servierftäulein erschien mit der Platte und rief: „Diese Nußtorte kann ich der gnädigen Frau besonders empfehlen." , ' Beide wurden ein bißchen verletzen. Als die Bedienung fort war, lächelte Brügger: ,Haben Sie gehört, wie man uns einschätzt? Sehr schmeichelhaft für mich." „Darf ich Ihnen einschenken?" Er betrachtete mit Vergnügen ihre sicheren, festen Hudal?" Anna erwachte. „Nein, nie." „Dann habe ich etwas Besonderes für Sie. Sie werden staunen, daß es so etwgs Idyllisches noch gibt. Wir sind gleich da." Brügger bremste vor einem blitzblanken alten Haus und führte sie ins Innere. Im Hauseingang roch es nach heißer Butter. Dann kam ein Gättlein mit Tischen und bunten Sonnenschirmen. Es duftete nach frischem Kaffee. Von einer niedrigen, zerbrök- kelnden Bastei aus sah man die Doralpen und das oder einen Freund--ganz freie junge Mädchen sind heutzutage selten." „Diese Sorge kann ich Ihnen ab nehmen. Ich habe niemand", erwiderte sie fast schroff. Brügger hatte plötzlich ein ganz wunderbares Gefühl. „Verzeihen Sie, Fräulein Hudal." „Meine Mutter ist tot. Mein Vater lebt irgendwo in Niederbayern. Und meinen Vetter Franz, den kennen Sie ja. Er ist der einzige, der sich manchmal meiner an nimmt. Aber ich habe ja meinen Beruf." „Der Sie • freut?" „Sehr! Ich habe wilde Buben in der Klasse, aber ich verstehe mich mit ihnen." „Dann haben wir ja manches Gemeinsame. Außer meinen Kranken habe ich wenig Umgang. Oft bebaure ich das. Man wird zu einseitig." „Haben Sie viel zu tun?" „Und ob. Wenn die Heilstätte eröffnet wird, muß ich einen Assistenten einstellen." „Wie kommen Sie denn überhaupt so zurecht? Ich meine — ohne Frau?" „Soso, lala. Es muß halt gehen", sagte er resigniert. In dieser Minute kam chm quälend zum Bewußtsein, wie bitter einsam er war. „Manchmal rft es mir selber ein Rätsel, wie ich es schäfte. Aber als meine Frau noch lebte, war es auch nicht viel anders." Der hat es auch nicht leicht, — dachte Anna mitleidig. „Sie haben doch Personal?" wandte sie ein. „Allerdings. Ich bin mit den Leuten auch zuftie- den. Aber es sind und bleiben halt Fremde. -Das Letzte muß man immer selber machen." Sie schwiegen und rührten in ihren Tassen. Die Bedienung brachte einen Stoß illustrierter Zeitschriften. Da das Gespräch festgefahren mar, griffen sie nach den Blättern. Brügger spähte über die Seiten hinweg vorsichtig zu Anna Hudal, deren Antlitz in dieser Minute von einem herben Reiz war. Wie hübsch und jung sie aussah. Es war eine große Gnade, daß man neben ihr in der Sonne sitzen durfte. Bei dem Gedanken an den Unterschied der Jahre gab es ihm einen leisen Stich. — Ich glaube, ich liebe sie, — dachte er betroffen. Er grübelte und verlor sich zehn Minuten lang an diese neue Erkenntnis. Wenn man nur mehr Schneid hätte! Man war ein bißchen eingerostet in all den Jahren. Man besaß nicht mehr das Draufgängertum eines Zwanzigjährigen, der — gefehlt ober getroffen — ganz einfach ben Mut hat. Ob sie seine Neigung erwi- bette? Ob sie ihn auslachen würbe? Nichts' wußte man, rein gar nichts. Ach, daß man nicht zu den Männern gehötte, diesen Ewigjungen, denen die Gabe sorgloser Rede verliehen mar! Die ganze Nia« garafälle von Redensarten über die Frauen ausschütteten und sie damit wehrlos und untertan mach« ten! Man mar eben anders, schwerfälliger, bedenklicher. Die Zeit verrann, die Sonne ging weg. Wenn er nicht redete, blieb alles beim alten. Und Anna Hudal war ihm verloren. Es war Sünde, diesen unwiderbringlichen Nachmittag verstreichen zu lassen. Die Sonne verließ höhnisch den Tisch, an dem nichts geschah, an dem ein alternder Mann einem jungen Mädchen scheu und fturtim gegenübersaß. Zarte Schatten, Vorboten der Dämmerung, kündeten an, daß der Tag sich neigen wollte. Brügger legte bas Heft beiseite, räusperte sich und sagte: „Wird Ihnen nicht zu kühl? Wollen wir auf- brechen?" „Mir ist sehr wohl. Aber wie Sie wünschen." Er lächelte kümmerlich und rief die Bedienung. Dann half er Anna in bas Mäntelchen, bas ein wenig dürftig aussah, weil es nicht viel hatte kosten dürfen. Dann gingen sie schweigsam zu feinem Auto, das lackfunkelnd und geduldig an der Bordschwelle wartete. Es gab nichts Geduldigeres Ms so einen Wagen. Die Rückfahrt verlief unter spärlichen, nichtssagenden Gesprächen. Brügger hätte sich am liebsten geohrfeigt. Am Lenoachplatz endlich kam sein großer Moment. Er schob alle Hemmungen beiseite und sagte flott: „Darf ich etwas Vorschlägen?" „Die dürfen." (Fortsetzung folgt. c das Gewicht im Frachtbrief angeben; er erspart damit bahnseitiges Verwiegen. Versender von Wagenladungen, nützt diese Vereinfachung, denn Räder müssen rollen für den Sieg! ** Goldene. Hochzeit. Der Reichsbahn- Wagenmeister i. R. Balthasar Wagner und Frau Marie, geb. Hartmann, Hindenburgwall 12 wohnhaft, können am morgigen 7. August das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar bringen auch wir zu diesem Tage und für einen schönen Lebensabend unsere herzlichen Glückwünsche dar. ** Einmal zusätz lich 1 Kilo Speise- kartoffeln wird in dieser Woche an sämtliche Dersorgungsberechtigten, ausgenommen die Selbstversorger, ausgegeben, wie heute in einer Bekanntmachung angekündigt wird. Landkreis Siebe«. j—( Ruppertsburg, 3. Aug. Dieser Tage konnten Ernst H o r st und Ehefrau Marie, geborene Schad, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Das Ehepaar, das vor dem Weltkriege die weithin bekannte Gastwirtschaft „Zur Kreuzbürg" betrieb, ist noch sehr rüstig und hilft im landwirtschaftlichen Betrieb des Sohnes noch tüchtig mit. Dem Jubelpaar herzlichen Glückwunsch. Schweinemarkt in Friedberg. * Friedberg, 5. August. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 277 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten bis' 6 Wochen alte Ferkel 14 bis 18 RM., 6 bis 8 Wochen alte 18 bis 24 RM., 8 bis 12 Wochen alte 24 bis 36 RM. das Stück. Der Handel war lebhaft; es verblieb Ueberstand. G.JL-fpovt Kreis-Turn- und Sporttag auf dem llniversitätssportplah in Gießen. Nachdem die Fachgebiete Rudern, Radfahren, Tennis und Schwimmen ihre Wettkämpfe ausgetragen haben, tritt am nächsten Sonntag die Masse der Leichtathleten, Turner und Schwerathleten auf dem Unioersitätssportplatz mit Drei- und Mehrkämpfen, Mannschafts- und Einzelwettbewerben vor die Oeftentlichkeit. Die umfangreichen Vorarbeiten für die vielseitigen Kämpfe, die am Vormittag durchgeführt werden, sind nahezu beendet. Nach den vorliegenden Meldungen sind spannende Kämpfe zu erwarten. Der Sonntagnachmittag bringt eine bunte Schau der Leibesübungen und gibt den Zuschauern einen Einblick in die. Vielgestaltigkeit d?s deutschen Sportes. Neben einem Fuß- und Handballspiel werden spannende Läufe und Staffeln ausgetragen, zeigen die Turnerinnen die anmutige Form der Leibesübung der Frau in verschiedenen Vorführungen, und Kinderabteilungen, Turner und Schwerathleten bringen weitere Abwechslung. Handball der HI. Lang-Göns — TNünzenberg 16:6 (7:2). Dem Tv. Lang-Göns gelang es, auch gegen Münzenberg hoch zu siegen. Obwohl die Gäste ihre Mannschaft verstärkt hatten, konnten sie keinen ernsthasten Gegner abgeben. Lang-Göns ging sofort nach Anwurf in Führung, die aber die Gäste vorerst noch ausgleichen konnten. Bis zum Pausen- £fiff hatte die Platzmannschaft schon eine klare Führung. Nach Seitenwechsel wurden die Münzenberger immer mehr in die Verteidigung gedrängt, und in kurzen Abständen fielen die weiteren Treffer für die Platzbesitzer. Erst als die einheimische Verteidigung das Spiel zu leicht nahm, konnten die Gäste einige Gegentore, aufholen. Gegen Schluß brachten die Gäste eine härtere Note ins Spiel, so daß es zu einem Platzverweis kam.' Der Sieg der Einheimischen ist in dieser Höhe verdient. Mit Harbig und anderen Meistern. Neben den großen Leichtathletikveranstaltungen dieser Woche in Berlin und München wird sich auch das „Reichsöffene" des FSV. Frankfurt am Eommentien Sonntag sehen lassen können. Eine besondere Note erhält die Veranstaltung durch die Teilnahme des zweifachen Weltrekordmannes Rudolf Harbig, der zum erstenmal in diesem Jahre in einem 800-Meter-Wettbewerb startet. Harbig stellte den Weltrekord auf dieser Strecke mit 1:46,6 in Frankfurt auf./Außer ihm kommen zahlreiche Meister und weitere erstklassige Könner nach Frankfurt. Stark ist vor allem das Aufgebot des LSV. Berlin mit Meister Giesen, Linnhoff, Mehlhose sowie dem zweifachen Mehrkampfmeister Schmidt; die Wittenberger kommen mit Meister Syring, Schönrock und Müller, zu denen-sich noch ihr früherer Klubkamerad Decker (jetzt Gießen) gesellt. Aus München sind Mersch, Seibert und Eberlein, aus Kassel von Scharfenberg und Zehnter,-aus Gießen weiterhin Dr. Luh angekündigt. Dazu kommen die tüchtigsten Athleten der Frankfurter und weiterer süddeutscher Vereine. Bei den Frauen findet der Start der Hochsprungmeisterin Schall und der Kasselerinnen Kirchhoff und Hagemann große Aufmerksamkeit. Kurze Sportnotizen. Der Aufstieg in Hessen-Nassau kann am Sonntag noch nicht entschieden werden, da die .Auswärtsspiele der Tabellenführer Neu-Isenburg in Gießen und Opel Rüsselsheim in Bürstadt zurückgestellt werden mußten, v Di e L ei ch t a thl e ti k - M a n ns ch a f t für den Länderkampf gegen Rumänien am 16. August in Breslau wurde aufgestellt. Es gehören ihr auch die Süddeutschen Seibert (München), Kern (Frankfurt), Eitel (Eßlingen), Glötzner (München) und D r. Luh (Gieß e, n) an. Deutschen 2000-Meter-Rekord lief b eim Münchener Hanns-Braun-Sportfest der Münchener Kaindl mit 5:23,4. In den weiteren international stark besetzten Wettbewerben gewannen Mellerowicz die 100 und 200 Meter, Lanzi die 800 Meter, Kiß die 110 Meter Hürden und Biviacqua die 5000 Meter, Nacke und Stührk die beiden Sprungwettbewerbe, Profeti vor Woellke das Kugelstoßen und Storch das Hammerwerfen. — Mellerowicz erzielte über 200 Meter die in diesem Jahre noch nicht erreichte Zeit von 21,4 Sek. Die Llnierkreismeisterschast der Schützen. Das Schießen um die diesjährige Unterkreismeisterschaft des Unterkreises Gießen wurde auf den städtischen Schießständen in Gießen abgehalten und lag wiederum in den bewährten Händen des Kreisschützenführers Eduard Gondner, Gießen. An dem Schießen beteiligten sich die W.K.G. der Firma Poppe & Co. Gießen, Postsport Gießen, Reichsbahn Gießen, Schützengesellschaft 1926 Gießen, Schützenverein Gießen, Roland Klein-Linden, K.K.S.V. Leihgestern und die Sportgemeinde Steinbach mit insgesamt 153 Schützen. Besonders anzuerkennen ist die Leistung der Schützengesellschast 1926 Gießen, Äie in diesem Jahre zwei Unterkreismeisterschaften erringen konnte. Auch die Jungschützenmannschaft des Schützenoereins Gießen muß lobend erwähnt werden, die diesmal mit 517 Ringen den Sieg da- vangetragen hat. Auszug aus der Siegerliste: In militärischem Anschlag Kleinkaliber: Schützen, Mannschaften der B-Klasse, Schützenverein Gießen 566 Ringe, und zwar Heinrich Appel 147, Willy Schilling 128, Karl Mootz 152 und Hans Wessels 139 Ringe. Diese Mannschaft erhält die Bezeichnung Meistermannschaft des Unterkreises Gießen für 1942 im militärischeü Anschlag. Die zweitbeste Mannschaft der B-Klasse stellte die Schützengesellschaft 1926 Meßen mit 533 Ringen. Mannschaften der E-Klasse: Bestmannschaft: Sportgemeinde Steinbach mit-554 Ringen. Einzelschützen: Hermann Paul, Postsport Gießen, 127 Ringe. Mannschaften der O-Klasse: Bestmannschaft: KKSV. Leihgestern mit 508 Ringen. Einzelmeister des Unterkreises Gießen 1942 wurde Hch. Ludw. Haas von der Sportgemeinde Steinbach mit 155 Ringen. Er erhält die Bezeichnung: Einzelmeister des Ünterkreises Gießen für 1942 mit Kleinkaliber im militärischen Anschlag. Altersschützenklasse: Schützenoerein Meßen mit 525 Ringen, und zwar die Schützen: Georg Schilling 142, Willy Georg 134, Konrad Dreyer 123 und Wilhelm Scheid mit 126 Ringen. Diese Mannschaft erhält die Bezeichnung Meistermannschaft der Altschützen des Unterkreises Meßen für 1942 im militärischen Anschlag. Einzelmeister bzw. Altersmeister wurde Georg Schilling vom Schützenverein Gießen mit 142 Ringen. Er erhält die Bezeichnung Altersmeister des Unterkreises Gießen für 1942 im militärischen Anschlag. Kleinkaliber im beliebigen Anschlag: Mannschaft der B-Klasse, Bestmannschaft: Schützengesellschaft 1926 Gießen mit 580 Ringen, und zwar die Schüttzen: Dr. Hans Wilhelmi 142, Karl Heitz 148, Ludwig Schneider 153 und Karl Neeb mit 137 Ringen. Diese Mannschaft erhält die Bezeichnung: Unter« kreismeistermannschaft des Unterkreises Gießen für 1942 in Kleinkaliber beliebigem Anschlag. Mannschaften d^r C-Klasse: Bestmannschaft: Sportgemeinde Steinbach mit 557 Ringen. Einzelschüßen: Hermann Paul, Postsport Meßen, 138 Ringe. Mannschaften der V-Klasse: Bestmannschaft: Postsport Gießen mit 573 Ringen. Einzelmeister wurde Willy Flach vom Postsport Meßen mit 156 Ringen. Er erhält die Bezeichnung: Einzelmeister des Unter« kreises Meßen für 1942 mit Kleinkaliber beliebigem Anschlag. Altersklasse: Meistermannschaft: , Schützenverein Gießen mit 528 Ringen, und zwar die Altschützen Georg Schilling 146, Willy Georg 131, Konrad Dreyer 136 und Wilhelm Scheid 115 Ringe. Diese Mannschaft erhält die Bezeichnung: Meistermannschaft der Altschützen des Unterkreises Gießen für 1942 in Kleinkaliber beliebigem Anschlag. Alters- meister in beliebigem Anschlag wurde Georg Schil« Ung vom Schützenverein Meßen mit 146 Ringen. Er erhält die Bezeichnung: Altersmeister des Unter* kreises Gießen für 1942 im Kleinkaliber beliebigem Anschlag. Wehrmanngewehr: Mannschaften der C-Klasse: Schützenverein Meßen mit 842 Ringen, und zwar die Schützen: Hch. Appel 213, Willy Schilling 219, Hans Wessels 197 und Karl Mootz 213 Ringe. Schützen der VMasse: Siegermannschaft: Schützengesellschaft 1926 Gießen mit 846 Ringen, und zwar die Schützen: Dr. Hans Wilhelpii 229, Karl Heitz 213, Hch. Ludw. Haas 221 und Walter König mit 183 Ringen. Diese Mannschaft erhält die Bezeichnung: Unterkreismeistermannschaft des Unterkreises Meßen für 1942 mit Wehrmanngewehr 175 Meter. Einzelmeister wurde Dr. Hans Wilhelmi von der Schützengesellschaft 1926 Meßen mit 229 Ringen. Er erhält die Bezeichnung: Einzelmeister des Unterkreises Gießen für 1942 mit Wehrmanngewehr 175 Meter. Altersklasse: Schützenoerein Meßen mit 815 Ringen, und zwar die schützen: Georg Schilling 231, Willy Georg 219, Konrad Dreyer 195 und Wilhelm Scheid 170 Ringe. Diese Mannschaft erhält die Bezeichnung: Meistermannschaft der Altschützen des Unterkreises Gießen für 1942 mit Wehrmanngewehr 175 Meter. Einzelmeister der Altschützen wurde Georg Schilling mit 231 Ringen. Er erhält die Bezeichnung: Altersmeister des Unterkreises "Gießen für 1942 mit Wehrmanngewehr 175 Meter. Dem Schießen auf die -Unterkreismeisterschaft war ein Dergleichsschießen der Jungschützen angegliedert. Geschossen wurde hier mit Kleinkaliber im sportlichen Anschlag auf 50 Meter, 12kreisige Ringscheibe, und zwar je 5-Schuß liegend freihand, kniend oder sitzend freihand und stehend ' freihand in jeweils 5 Minuten. Die Mannschaften, bestehend auch hier aus 4 Mann, waren vertreten von der W.K.G. der Firma Poppe & Co. Gießen» Postsport Gießen, Schützengesellschast 1926 Gießen, Schützenoerein Gießen, Roland Klein-Linden, Leihgestern, Lich 1913 und Steinbach. Siegermannschaft wurde die Mannschaft des Schützenvereeins Meßen mit 517 Ringen, und zwar die Jungschützen: Joachim Hölzel 138, K. H. Koch 116, Hans Menges 128 und Eberhard Beigang mit 135 Ringen. Die zweitbeste Mannschaft stellte der Postsport Gießen mit 489 Ringen, und zwar die Jungschützen: Wolfgang Schäfer 122, Helmut Emst 118, Walter Loth 126 und Heinz Schäfer 123 Ringe. Bester Jungschütze des Ünterkreises' Gießen ist der Jungschütze Herbert Müller vom Schützenverein Meßen mit 139 Ringen. .Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Polittk und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thvriot verbün nir ihre Ge Beglichen ar. Trotz! ur andauei jientien ■ zerschleiß 3m Rau jjte eine kindliche § ,'ie bolscheo «iineirgefa Seifere ver ’flirni nör engen. S hnelle Im Iterstützt, i Ä untekb ,’inbung M Meer ringen ch Wen w ■A der Ba äeutimgsv :ortm6 iet von Menden MB.... Nötigen, gelassen. 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