Die neuen Erfolge der japanischen ll-Vootwasfe Auch für den Präsidenten selbst mar der Wechsel Au utftnntn, enrroeoer von Gnoien ooer von Austra- r ! . vx! lien aus, weil dies die einnae Möglichkeit fei 065 ®^ailP^5srJe,ner Tätigkeit ein Bedürfnis, tri«. „ ^cvgiicyrelr fei, um ferne Enttäu ckuna ühpr hn« u; Diego Suarez - Sydney Tschungking eine fühlbare Enlastüng zu schaffen. man nur Mitleid emp- Daß die englische Politik die Fragen schon immer un er dem Gesichtspunkt „Europa" gesehen hat Allerdings anders als wir), zeigt uns ein kurzer Blick m die Vergangenheit: wir erkennen an ihm deutlich die Haltung der englischen Politik Europa gegenüber: ihr hervorstechendes Merkmal war und ist stets ihr von insularem Egoismus getragenes antl-europäisches Denken. Dank seiner geographischen Randlage ist England zwar ein Teil Europas, gehört aber gleich- zertlg doch nicht mehr zu ihm. Im Altertum und Mittelalter lag England in bedeutungsloser Ferne: es war fast unbekannt, oder spielte nur eine untergeordnete Rolle. Gegen Ende des Mittelalters versuchte England aber, sich in die europäische Politik einzuspannen, es versuchte, eine europäische Macht zu werden. In einem über hundert Jnhre währenden Kampf mit Frankreich vollzog sich dieses Bestreben: 1453 mußte es die Hoffnungen, auf dem Kontinent Fuß zu fassen, aufgeben. Einige Ver- suche wurden wohl noch unternommen, aber 1558 fiano der Fehlschlag all dieser Unternehmungen endgültig fest. England war und blieb am Rande Europas und hat seitdem nie wieder entscheidend versucht, eine europäische Macht zu werden. Inzwischen hatte sich aber ein entscheidender Wandel in der geographischen Lage vollzogen: 1492 war Amerika entdeckt worden. Jetzt lag England nicht mehr am Rande der Welt, sondern weit eher in der Mitte: von nun an batte es eine verkehrspolitisch bevorzugte Stellung. Als daher die Versuche zur Unterwerfung des Kontinents fehlgeschlagen waren, wandte England Europa den Rucken: es begann mit der Eroberung der neuen Welt. So wurde England, das nie eine europäische Macht hatte werden können, in verhältnismäßig kurzer Zeit zu einer Weltmacht. eeine Einstellung Europa gegenüber war aber fortan ganz anders als bisher. Die Ereignisse auf dem Kontinent waren von geringem Interesse: man wurde stolz auf seine Insel-Abgeschiedenheit, ja, es entwickelte sich aus verschiedenen Wurzeln heraus setzt die große Ueberheblichkeit, für die der Engländer heute in der ganzen Welt bekannt ist In der neuen Welt aber setzte England fich mit aller Macht durch. Eine europäische Macht nach der anderen wurde bekämvft und aus dem Felde geschlagen: Svanien, die Niederlande, Frankreich Als aber nach dem Tode Karls V. von Spanien öie Gefahr bestand, daß Europa unter einer Führung zu einer Einheit wurde, ändert England erneut feine Einstellung gegenüber Europa. 1713 wurde zum erstenmal dosPrinzipdeseuro- väischen Gleichgewichts von England verkündet: Europa muß von nun an stets uneinig fein, es darf keine Macht in die Lage versetzt werden, die Führung eindeutig zu übernehmen. An diesem Grundsatz hat England bis heute festqehalten. Es hat zwar keine Gebietsansprüche in Europa mehr erhoben, aber es hat immer wieder dafür gesorgt daß zwei oder mehr Mächte da waren, die sich gegenseitig in Schach hielten, die aufeinander eifer-1 Japanische U-Boote haben im Abstand von wenigen Stunden mit großem Erfolg englische Kriegsschiffe in Madagaskar, der großen Insel an der Ostküste Afrikas, und in Sydney, der größten Stadt an der australischen Ostküste angegriffen. Diego Suarez, der Kriegshafen im Norden Mada- Tokio, 5. Juni. (Europapreß.) Einen erfolgreichen Angriff unternahmen japanische Unferfee- boofe am 31. Mai frühmorgens auf in dem Hafen Diego Suarez (Madagaskar) liegende Einheiten der britischen Flotte. Den japanischen Unterseebooten ist es gelungen, dort ein Schlachtschiff der „Queen Elizabeth".Klasse sowie einen Kreuzer der „A r e t h u s a" - Klasse durch Torpedos zu beschädigen. Am 1. Juni drang eine U-Boot-Flottille unter dem Schuh der Dunkelheit in den Hafen von Sydney (Australien) ein und versenkte dort ein feindliches Kriegsschiff. Der Typ konnte nicht fest- gestellt werden. Die japanischen Verluste betragen bei diesem Angriff drei Unterseeboote. Der Bericht des Hauptquartiers erwähnt ausdrücklich, daß es sich in jedem Falle um Spezial-Unterseeboote gehandelt hak. Das japanische Blakt ..Nitschi Nitschi" weist darauf hin, das Sydney 4300 Seemeilen und Diego Suarez (auf Madagaskar) sogar 6500 Seemeilen von Japan entfernt liegen. Die Angriffe zeigten also, daß die japanische Flotte dank ihres Kampfgeistes in der Lage sei, ihre Feinde in jedem Schlupfwinkel anzugreifen. Die Beschädigung eines britischen Schlachtschiffes in Diego Suarez, so schreibt „Asahi", dürfte die englischen Pläne für die Verteidigung des Indischen Ozeans völlig über den Haufen geworfen haben. Den Nord- •r? 0 LS ' 2üni. (DNB.) Der Sprecher der japanischen Marine, Kapitän H i r a i d e, sagte in einer Rundfunkrede: Man dürfe damit rechnen, daß die Tätigkeit japanischer Marineeinheiten in afrikanischen Gewässern von ernsthaften Auswirkungen auf Indien fein werde. Großbritanniens lebenswichtige Linie nach Indien und dem Nahen Osten fei ytcrf gefährdet. Sollte die englische Flotte im Indischen Ozean erscheinen, so fei die japanische Warwe jederzeit für den Kampf vorbereitet. Während die USA. und England über ihre Kriegspläne gegen Europa ungeheuren Lärm veranstalteten, werde die japanische Marine alle britischen Streitkräfte im Indischen Ozean vernichten. Mit den englischen und amerikanischen Admirälen, die sich fortgesetzt Einmischungen Churchills und Roosevelts ge= 5e tanger der Krieg dauert, desto klarer werden die Fronten. Während im Herbst 1939 nur wenige ahnten, daß dieser Krieg mehr als ein bloßer Existenzkampf des deutschen Volkes war, erkennt man heute allgemein, daß dieser Krieg über jene nationalen Ziele hinaus zu einem Entscheidungs- fampf um Sein und Nichtsein Europas geworden ist. 5- Auni. (Europapreß.) Der diplomatische Vertreter Tschungkings bei der Londoner Regierung, Wellington Koo, hatte eine längere Konferenz mit Außenminister Ed en, in deren Verlauf er angesichts der ständig wachsenden japanischen Gefahr eine Beschleunigung und Vergrößerung der britischen Kriegsmateriallieferungen nach Tschung- king als dringend notwendig bezeichnete. Zuverläs- lige diplomatische Stellen erklärten, Tschungking bemühe fich auch, den Engländern und Nordamerikanern klarzumachen, daß ihm im Kampf der Alliierten gegen Japan eine ganz besondere str a- te gische Bedeutung beikomme. Tschungking- Ehina stehe unter dem Eindruck, Großbritannien^ sei in einem derart übertriebenen Maße nur auf europäische Angelegenheiten bedacht, daß et China vernachlässige. Aus diesem Grunde sehe sich Tschungking einer der schlimmsten Perioden in seinem fünfjährigen Krieg mit Japan gegenüber. Tschungking lege den Alliierten auch nahe, so schnell wie mög- sich eine Gegenoffensive gegen die Japaner 3U bginnen, entweder von Indien oder von Austra- Diesen Verrat an Europa wiederholte Enaland nicht nur im Weltkrieg, sondern in erhöhtem Maße auch heute. Abermals ist England bestrebt, das Gleichgewicht der Alten Welt durch die Macht der Neuen wiederherzustellen. Die ganze Welt wird zu diesem Zwecke wieder aufgeboten. Wir erkennen aber heute immer mehr, wie England selbst zum betrogenen Betrüger wird. In Roosevelt hat Churchill seinen Meister ge- funben. Mit kalter Berechnung führt dieser seinen Kampf nicht nur gegen Deutschland, sondern in noch viel vernichtenderem Maße gegen Eng- la n d. Schon heute kämpft England nicht mehr für öie eigenen Interessen, sondern für Roosevelt und seine Hintermänner. amerifanern aber müsse der Angriff auf Sydney gezeigk haben, daß sie nichk in der Lage seien, Australien zu verteidigen. „Nitschi Nitschi Schimbun" bekont, daß der Marinehafen Sydney in militärischen Kreisen durch feine Tiefe äußerst beliebt war, da s e l b st S ch i f f e größter Tonnage dort vor Anker gehen können, sowie durch sein Fahrwasser, das sich übet 15 Kilometer Entfernung ausdehnke, und somit zur passiven Verteidigung beitrug. Das Blatt erinnert um seine Enttäuschung über das Fehlschlagen fei- ner wirtschaftspolitischen und sozialreformerischen Plane durch außenpolitische Erfolge wettzumachen. D i e g o S u a r e z, an der Nordfpitze Madagaskars. (Scherl-Bilde rdienft-M.) ®^nep ist, wie es in der amtlichen japa- nifchen Verlautbarung heißt, von Spezial-U-Booten durchgefuhrt worden, von denen drei bisher nicht zuruckgekehrt sind. Spezial-U-Boote wurden eingesetzt, um die lange und schmale Hafeneinfahrt, deren Beobachtung und Kontrolle leicht ist, passieren zu können. Der Erfolg liegt nicht allein in s^n Torpedos, die im Hafen von Sydney abge- schossen wurden. Der eigentliche Sinn dieser Ak- Ef.on ist, daß die japanischen U-Boote weit auf die 'Eiche Halbkugel unserer Erde vorgestoßen sind. Die für Amerikaner und Engländer so verlustreiche Seeschlacht im Korallen'meer fand bereits lenfeits des Aequators, etwa unter dem 10. Grad südlicher Breite statt. Sydney aber liegt unter Dem 34. Grad südlicher Breite. Die Japaner haben also ihre Seeoperationen auf eine Entfernung oon gut 3500 Kilometer nach Süden vorgetragen und um dieselbe Entfernung die aufgetrennte Naht- fteUe zwischen der britischen und der USA.-„Hemi- sphäre" verlängert! Anzeigen-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für tvamilienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14 Stof. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift < vorherige Vereinbarung) 25°/0mehr suchüg waren. Darüber hinaus aber hat es England verstanden, wichtige Stellen in seine Hand oder unter seine Aufficht zu bekommen. Gibraltar wurde zum englischen Stützpunkt und damit erhielt England die Kontrolle über ganz Südeuropa (sie wurde spater durch die Herrschaft über den Suez- fanal vervollkommnet). Im Norden hatte England selbst die Schlüsselstellung. Mit Ausnahme der von Frankreich konnte es jede andere europäische Schiff- fahrt dank seiner geographischen Lage kontrollieren. Es kam für England jetzt nur noch darauf an, zu- minöeft einen erheblichen Teil der ihm gegenüber- liegenden Festlandsküste wenn nicht in seinen direkten Besitz zu bringen, so doch in einen solchen Zustand zu versetzen, daß er von England überwacht werden und- von keiner anderen Großmacht gegen England verwendet werden konnte. Der größte Teil dieser Politik wurde bereits im Frieden von Utrecht, 1713, verwirklicht. Auch in der Zukunft ist England dieser Politik treu geblieben. Immer wieder hat es die Austeilung Europas begünstigt. Je mehr kleine Staaten es gab desto geringer war die Aussicht für eine europäische Einheit. So unterstützte England überall und jederzeit die kleinen Länder in ihren Selbstän- Digfeitsberoegungen, wenn es diese nicht überhaupt direkt anregte. So in Holland und Belgien, in Grie- chenland usw., bis herab zu Polen und der Tschechoslowakei nach dem Weltkrieg. Da England selbst aber nie territoriale Ansprüche zu stellen hatte, konnte es sich stets als den Beschützer der Heinen •Staaten, den objektiven Richter und Friedensstifter aufspielen. Europa aber war und blieb ohnmächtig und das Spielzeug der britischen Politik. England hat diesen Kampf gegen Europa nicht immer allein betrieben. Als Spanien ihm wieder zu mächtig zu werden drohte, förderte es die Unab- hongigfeitsbeftrebungen der spanischen Kolonien in Südamerika: zum erstenmal wurde eine außereuro- püifche Macht zur Bekämpfung Europas eingesetzt, und der damalige englische Ministerpräsident' Can-' n.mg rühmte sich dieser Tat mit den Worten: „Ich rief die Neue Welt, ins Leben, um das Gleichgewicht Der Alten wiederherzustellen." England war vom Gegenspieler Europas zu feinem Verräter geworden. Unser Bild gibt einen Ueberblick über die weit ausgedehnten Hafenanlagen der australischen Hafen- stadt Sydney. Im Hintergrund die berühmte Brücke der Port-Jackson-Bucht. (Scherl-Bildarchiv-M.) Die LlGA.-Klotte fein ebenbürtiger Gegner Japans. Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 uuch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern mfolge höherer Gewalt Fermvrechamchluß 2251 Drahttinscyrift • „Anzeiger" Postscheck 110na F-rankf./M fmben. Beide seien auf dem Gebiet der Seekrieg- fuhrung völlige Amateure. So werde es das Schick- )al der englischen und der nordamerikanischen Manne fein, auf den Meeresgrund geschickt zu werden. Die Operationen der U-Boote im Hafen von Syd- ney durften Australien die Gefahren gezeigt haben, die diesem Erdteil bei weiterem Widerstand drohten. Sie hätten dem australischen Volk auch ge- zeigt, wieweit es sich auf amerikanische Hilfe oer- lassen könne. Es sei zu beachten, daß Sydney der einzige Mannehafen Südaustraliens sei. Es sei erstaunlich, daß die amerikanischen Patrouillen-Flug- zeuge die Aktivität der japanischen U-Boote erst ent- deckten, als bereits ein Kriegsschiff im Hafen versenkt war. Diese Vorgänge sollten Australien sehr zu denken geben. Die Kriegsflotte der USA. sei fein ebenbur tiger Gegner für Japan, selbst wenn die Nordamerikaner die nächste Zeit zu ausgedehnten Flottenbauten benutzen sollten. Tschnnfing fordert eine Entlastnngsoffensive. Für Europa wirkt sich dieser letzte Verrat Eng- land nur zum Segen aus. Immer mehr erkennt man allenthalben die wahre Lage, immer fester wird das Band, das sich um die Alte Well schlingt. Aus dem von England verräterisch begonnenen Ärteg aus der Verteidigung gegen die machttrun- kenen Ansprüche des amerikanischen Präsidenten auf Wett, geht das neue Europa schicksalhaft verbunden als Einheit hervor P Roosevelts Halbjahresbilanz Am kommenden Montag wird es ein halbes Roosevelt sich am Ziel seiner sehn- lichsten Wunsche sah, für deren Verwirklichung er so lange fanatisch gearbeitet hatte. Die bereinigten Staaten traten selbst in den Krieg ein, dessen stille Teilhaber sie schon längst gewesen waren, ja an dessen Zustandekommen der Präsi- Dem und seine jüdischen Hintermänner und Helfershelfer durch eine skrupellose Hetze gegen die m^.o^.Uören Mächte und durch eine hinterhältige jSolitif ständiger Einmischung in europäische Dmge vor allen anderen Schuld tragen. Roose- oelts brennender Ehrgeiz war es gewesen, als der grofee Mann in die Geschichte einzugehen- der für lern Land eine neue Aera ungeahnter Prosperität heraufgeführt hatte. Aber feine wirtschaftspoli- uschen Experimente waren gescheitert. Sie hatten folglich dem jüdischen Gehirntrust unerhörte Machtsulle gebracht, aber die Staatsschulden ins Ungemessene anwachsen lassen, ohne die Ver- elendung der Farmer und des Jndustrieprole- tanats aufhalten oder auch sonst nur die geringsten Verbesserungen kultureller oder sozialer Art für das Volk der Vereinigten Staaten herbeiführen zu können. So hatte Roosevelt zu einem Betrugs- manoner größten Stils feine Zuflucht genommen, uw aller mnerpolitifchen Schwierigkeiten mit einem Schlaae ledig zu werden. Die durch den New Deal festgefahrene amerikanische Wirtschaft sollte durch eme ungeheure Auftüstung wieder in Gang gebracht werden. Um sie dem amerikanischen Steuer- zahler plausibel zu machen, brauchte Roosevelt einen Konflikt, an dem sich der große Brand ent- fachen ließ, der dem Präsidenten mit der ein- wlfchung der Vereinigten Staaten die Möglichkeit geben mußte, das amerikanische Volk vor der wach- ^den Kritik an den wirtschaftlichen und sozialen Mltzstanden und der immer lauter werdenden drage nach dem Schuldigen für das Ausbleiben Der verheißenen Prosperität auf außenpolitische ' Dmge abzulenken. foöann an den britischen Angriff auf Madagaskar, her der Grund für die japanischen Vergeltungsmaßnahmen gegen Diego Suarez war. Der Versuch der britischen Marine, den Hafen von Diego Suarez in einen Stützpunkt für die Schiffahrt zwi- schen Bombay und Simon Town bis zum Kap der Guten Hoffnung zu machen, um die Zufahrts- wege zum Indischen Ozean offen zu halten, seien vollständig fehlgeschlagen. Die Angriffe hätten die Behauptung erhärtet, daß die Entfernung niemals eine Operation der japanifchen Marine behindern könne, wenn diese zum handeln entschlossen fei. * .Si£ Queen-Elisabef^fflatfe, von der em Schiff bei Diego Suarez durch japanische Torpedos schwer beschädigt wurde, umfaßt die Groß- kawpffchiffe „Queen Elizabeth", „Warspite" und „Valiant", zu ihr können auch die Großkampf- schiffe „Barham" und „Malaya" gerechnet wer- oen. Die „Barham" wurde am 26. November 1941 durch ein deutsches U-Boot im östlichen Mit- telmeer versenkt, die „Malaya" kurz vorher schwer beschädigt, die „Warspite" in der Seeschlacht im Korallenmeer ebenfalls schwer beschädigt. Es bleibt also nur noch die Wahl zwischen der „Queen Elizabeth und der „Valiant". Diese Großkamvfschiffe waren die modernsten englischen Kriegsschiffe des ersten Weltkrieges, wurden seither recht glücklich modernisiert, erreichten die hohe Mindestgeschwindigkeit von 25 Seemeilen und waren mit acht 38,1-cw- Geschutzen. mit Mittelartillerie und starker Flakabwehr bestückt. Die Kreuzer der A r e t h u s a - Klasse sind leichte Kreuzer, die ihrer Bewaffnung und Schnelligkeit nach zur Aufklärung bestimmt sind. Sie haben eine eÄDerbrangung von 5270 Tonnen und laufen : 32,2 Knoten. Ihre Besatzung beträgt 450 Mann. Ausgerüstet sind sie mit sechs 15,2-cm, und acht 10,2-cw-Geschützen. England das Opfer seiner EuropapolM Von Dr. Reinald Hoops, Professor an der Universität Innsbruck. gasfars, ist von Sydney durch eine ßuftentfernung non etwa 8500 Kilometer getrennt, was fast der doppelten Breite des Nordatlantik entspricht! Und doch sind beide Angriffshandlungen nicht nur zeit- "G' sondern auch nach ihrem strategischen Ziel e?$ miteinander verbunden, ja können geradezu als Einheitsaktion angesprochen werden. Ihre Be- deutung^ liegt darin, daß sie die vielberufene eng- lische „^eeherrschaft" in dem ganzen weiten Raum Zwischen Ostafrika und der Ostküste Australiens in ihrer ganzen Problematik enthüllen. Aber beide Angriffshandlungen können auch in dem näheren Umkreis der Angriffspunkte eine örtliche xtebeutung haben. Die Engländer waren nach Madagaskar gegangen und hatten den wehrlosen Franzosen den Kriegshafen Diego Suarez, der leidlich msbesondere mit einem Trockendock auch für 850^ Kreuzer, ausgerüstet ist, mit einem tückischen Handstreich weggenommen mit der Begründung, von hier aus den westlichen Indischen Ozean, also die Zufahrtswege nach Vorderindien und Ceylon, nach dem Persischen Golf und dem Roten Meer schützen zu müssen. Zwar hätte man annehmen sollen, daß für diesen Schutz der englische Besitz von Ceylon und Vorderindien und von den vielen eigenen Jn- fetn und Inselgruppen im westlichen ' Indischen Ozean — hier sitzen die Engländer auf den Almi- ranten und Seychellen und auf St. Mauritius, auch auf Sokotra, den Lakkedioen und Malediven — völlig ausgereicht hätte, um die so langen Transporte um die Südspitze Aftikas zu schützen, die den Nachschub für die englischen Armeen in Libyen, Aegypten, Vorderasien und Persien sicherstellen. Aber 1 nein! Madagaskar und im besonderen Diego Suarez waren nach englischer Darstellung für diesen Zweck S unerläßlich. Jetzt haben die japanischen U-Boote i etan, daß die Sicherheit der Transporte um 1 Afrika herum nach Ceylon und Indien, nach Aegypten und Vorderasien ttotz der Anwesenheit schwerer englischer Seestreitkräfte in Diego Suarez nicht mehr garantiert ist. mychungen Churchills Der Angriff auf den ostaustralischen Hafen I fallen lassen müßten, könne <92. Jahrgang Ur. 150 tÄ'SSl’&Ä m X ▲ w Samstag,h./8onntag,7.zunimr teSs; AlM* ’SSSs vrühlsche Univerfttätrdruckerei R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Schriftlettung und Geschäftsstelle: ■ I :DO-lCbrfV IHARIt F ANBEk ^ego Suarez OSl-Afte ie-erauf-au Zavaim 26Vritenslugzeuge in Aordasrika abgeschoffen. Befehl der j4. englischen Panzerbrigade erbeulel. in dem es heißt, daß Gefangenen weder Nahrung. Schlaf, Wasser, Entgegenkommen noch Bequemlichkeiten irgendwelcher Art gewährt werden dürfen, solange das Verhör durch die zuständigen Steven nicht durchgeführt worden ist. Das deutsche Oberkommando der Wehrmacht hat daher befohlen, daß vom 6.6., von 12 Uhr mittags an, die in der jetzigen Schlacht in Afrika gefangen genommenen und in deutscher Hand befindlichen englischen Offiziere und Mannschaften solange weder zu essen noch zu trinken bekommen, bis dieser schändliche, jeder Menschlichkeit hohnsprechende Befehl aufgehoben und dies durch eine amtliche englische Erklärung dem deutschen Oberkommando der Wehrmacht zur Kenntnis gebracht worden ist. 14 britische Flugzeuge abgeschossen. Berlin, 5. Iuni. (DBB.) Zreilagnachmittag kam es zu einem Luftkampf über der belgischen Küste, wo einige britische Bombenflugzeuge in Begleitung zahlreicher Spitfire eingeflogen waren. 3n kurzer Zeit wurden fünf britische Flugzeuge abgeschossen. Fast zu gleicher Zeit wurden über .der Seinebucht acht britische Flugzeuge von Iocke-Wulf- und Messerschmitt-Jägern abgeschossen. Gegen 15 Uhr stellten deutsche Jagdflieger einen anderen britischen Flugzeugverband an der wesl- französischen Küste und schossen eine §ptt- slre ab. Damit haben die Briten ihre heutigen Unternehmungen, die durch vereinzelte Bombenwürfe nur unwesentliche Schäden verursachten, mit dem Verlust von 14 Flugzeugen bezahlen müssen. Oer Wehrmachtbericht. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 5. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Südleil der Ostfront wurden gering- fügige Angriffe des Feindes abgewehrt und im Gegenstoß Gelände gewonnen und Gefangene eingebracht. 3m mittleren und nördlichen Abschnitt wurde bei eigenen Angriffen zäher Wider- stand feindlicher Verbände gebrochen und das gewonnene Gelände vom Feinde gesäubert. Küstenartillerie des Heeres bekämpfte mit guter Wirkung Schiffsverkehr in der Bucht von K r o n ft a d t. Die Luftwaffe bekämpfte bei Tag und Nacht Flugplätze und Eisenbahnverbindungen der Sowjets. In Nordafrika wurden britische Gegenangriffe unter Verlusten für den Feind abgeschlagen. Die deutsche und italienische Luftwaffe griffen mit guter Wirkung in die Kämpfe ein. In Luftkämpfen verloren die Briten 2 6 Flugzeuge. Vor Tobruk griff ein deutsches Unterseeboot einen durch Flugzeuge und Sicherungsfahrzeuge stark gesicherten Geleitzug von drei Transportern an und erzielte zwei Torpedotreffer. An der Ostküste Englands wurden in der letzten Nacht Hafen- und Werftanlagen von Sunderland mit Spreng- und Brandbomben belegt. An der K a n o l k ü st e verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tage in Luflkämpfen und durch Flakabwehr zehn Flugzeuge. Bei den Kämpfen in Nordafrika wurde ein Berlin, 5.Juni. (DNB.) Im Ufa-Palast am 3oo fand die Erstaufführung des japanischen Furns „Nippons wilde Adler" in Anwesenheit des Reichsministers Dr. Goebbels und des japanischen Botschafters Oshima, zahlreicher Vertreter des diplomatischen Korps sowie führender Manner des Staates, der Partei und Wehrmacht statt. Der Ufa-Palast am Zoo trug das festliche Gewand großer Tage. Die Fahnen des befreundeten Japans und des Reiches zierten Straßenfront und Innen raum. Ein Marsch der deutschen Luftwaffe und ein japanisches Marschlied, gespielt vom «tabs- musikkorps des'Wachbataillons der Luftwaffe, bildeten den Auftakt. Ein Bildstreifen vom Krieg m Ostasien zeigte Japans heldenhafte Truppen 'M Angriff auf Pearl Harbour, auf Malaya, auf die Philippinen und Borneo. Der Film ist ein mitrelßendes Dokument des japanischen Heldengeistes, wie er sich während dieses Krieges kundgetan hat. Er ist ein Meisterwerk dokumentarischer Gestaltung und ent« chleiert das Geheimnis der Siege unseres Derbün- „Mpons wilde Adler." Deutsche Erstaufführung des japanischen Kriegsfilms. waltigen europäisch-asiatischen Kriegsmaschine aus- gesetzt ist. Der Vorschlag von Roosevelts Freund Mac Leish für einen „Kreuzzug zur Hebung der öffentlichen Kampfmoral" ist gewiß nicht übertrieben oder gar überflüssig, wenn der Borfifoenbe der Marinekommission des Senats ausrief: „Der Tag wird kommen, an dem wir unsere geschlagene Marine aus allen vier Enden der Welt zurückrufen, um unsere Heimatküsten zu verteidigen", uni) eine Neu- yorker Zeitung erklärte: „Das Weltbild ist heute für die Bereinigten Staaten so schwarz wie im Jahre 1778, als Philadelphia und Neuyork in den Händen der Feinde waren." So hat das amerika- nisck)e Volk einen tiefen Sturz aus allen Illusionen getan und Roosevelt hat erfahren müssen, daß es leichter ist, einen Krieg zu entfachen, als ihn zu ge« winnen. Dr. Fr. W. Lange. Weitere japanische Erfolge in Mittelchina. die Bereinigten Staaten in die Verteidigung gedrängt, und'jeder Versuch, die Initiative in die Hand zu bekommen, ist bislang an der blitzartigen Schnei- lizkeit gescheitert, mit der die Japaner ihre stets un- erwarteten Entschlüsse durchführen. So haben die Nordamerikaner mit den Philippinen ihren Besitz in der Südsee und mit ihrer völligen Ausschaltung aus den übrigen Gebieten der Südsee wie aus China eine der wichtigsten Quellen für die Zufuhr kriegsnotwendiger Rohstoffe wie Kautschuk, Zinn, Hanf, Chromerz verloren und sehen sich nun selbst auf weiten Gebieten ihrer Rohstoffversorgung schon in ähnlicher Bedrängnis, wie sie sie den Japanern ursprünglich zugedacht hatten. . 'Aber das ist nur die eine Seite des Krieges, den Roosevelt so inbrünstig herbeigesehnt hatte. Die an- dere schreiben deutsche U-Boote, die, von den Fesseln befreit, die ihnen die verlogene Neutralitätspolitik der Bereinigten Staaten bis dahin auferlegt hatte, mit deren Kriegseintritt ihr Hauptjagdgebiet in die Schätzen der Insel nach Japan ausgelaufen. Allerdings mußten die Ladungen der ersten Schiffe getragen werden, doch funktionieren jetzt wieder die Hafenbahn und die Kräne längs des neuerbauten Kais. In ihrer freien Zeit sind die Dockarbeiter damit beschäftigt, im Hafen zu fischen. Allerdings bringen sie nicht Fische, sondern Whisky- und Kognakflaschen an die Oberfläche, die die fliehenden Hol- länder in großen Mengen im Hafen versenkt hatten. Militärverwaltung in Burma. Tokio, 5.Juni. (Europapreß.) Die Errichtung einer Militärverwaltung in Burma wurde von Generalleutnant Lida verkündet. In seinem Ausruf an das burmanische Volk betonte der Oberkommandierende der japanischen Streitkräfte in Burma, daß Burmas Unabhängigkeit ebensosehr der Wunsch der Japaner wie der Burmanen sei. Allerdings erlaube die energische Fortführung des Krieges zur Zeit noch nicht eine völlige Unabhängigkeit, da alle Kräfte auf die siegreiche Beendigung des Krieges konzentriet werden müßten, doch würden die japanischen Militärverwaltungsbehörden schon jetzt, so weit es möglich sei, den Burmanen freie Hand lassen. Zu diesem Zweck habe er einen Ausschuß unter dem Vorsitz des früheren Premier- Ministers von Burma, Dr. Bhamo, ernannt, der alle Vorbereitungen für die Errichtung einer bur- manischen Verwaltung in die Wege leiten solle. zu verhandeln. General I u i n, der französische Oberbefehlshaber für Nordafrika, ist in Tunis eingetroffen. Admiral Ollive, der Befehlshaber der Marinestrettkräfte des Südens, befindet sich ebenfalls auf einer In- pettionsreife in Tunis. Verhandlungen über die neue Grenzziehung zwi- chen Peru und Ecuador begannen an. Bord des Dampfes „Colon" in der Bucht von GuayaqmL Es wohnten der Verhandlung auch Vertreter Argentiniens, Brasiliens, Chiles und der USA. bei, dis die Schlichtung des Konfliktes übernommen haben. * Im Bremer Rathaus fand die Amtseinführung des neuernannten Reichsstatthalters für Oldenburg und Bremen, Wegener, durch Reichsminister Dr. Frick statt. Aus dem Reich. Kreisleiter Schone gestorben. NSG. In einem Feldlazarett im Osten starb an den Folgen einer heimtückischen, schweren Krankheit als Wachtmeister und Offiziersanwärter der Leiter des Kreises Oberlahn-Ufingen, Kreisleiter Heinz Schöne. Kreisleiter Schöne, der feit 1923 der nationalsozialistischen Bewegung ange« hört und am Kampf um die Säuberung Frankfurts von rotem und jüdischem Gesindel hervorragend beteiligt war, begann seinen Weg in den Reihen der Bewegung als SA.-Mcmn, um dann als Blockleiter, Zellenleiter und Ortsgruppenleiter im Jahre 1937 vom Gauleiter mit der Leitung des Kreises Oberlahn-Usingen beauftragt zu werden. Er hat sich in allen feinen politischen Dienststellungen als treuer Gefolgsmann Adolf Hitlers bewährt. Seine idealistische Haltung bewies er auch als Soldat des Führers im Freiheitskampf unseres Volkes, in welchem er durch fein tapferes, vorbildliches Verhalten im feindlichen Feuer mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde. Sicherung der Arzneimittelversorgung Die Kriegsverhältnisse haben eine straffe Planung im Arzneimittelwesen erfordert. Es wurde eine Reihe in gesundheitlicher Hinsicht völlig entbehrlicher Betriebsstätten geschlossen und für die Herstellung einer Anzahl von Präparaten Fertigungsverbote erlassen. Ein von der Reichsgesundheilsführunß eingesetzter Arbeitsausschuß besaßt sich mit weiteren Rationalisierungsmaßnahmen. Von ihm werden Vorschläge gemacht für eine weitere Ausmerzung beten. Es ist der Geist der Disziplm, der Geist des opferbereiten Einsatzes und der bedingungslosen Hingabe, der den jungen Soldaten in die Schlacht begleitet. Die Gäste der Festoorstellung waren von der wirklichkeitsnahen Darstellung, die sich oft zu höchster Dramatik steigert, tief beeindruckt. Der Beifall am Schluß der Vorführung war zugleich Ausdruck der Bewunderung für die großartigen Leistungen unseres Verbündeten. Am Nachmitag hatte eine Sondervorstellung für Verwundete und Rüstungsarbeiter stattgefunden.. Auch bei dieser Vorstellung war der japanische Botschafter zugegen gewesen und hatte Worte treuverbundener Kameradschaft an die deutschen Soldaten gerichtet die mit brennender Anteilnahme den Kämpfen ihrer japanischen Kameraden gefolgt waren. Dank des Entgegenkommens der japanischen Botschaft wird der Reingewinn aus sämtlichen Vorführungen des Films je zur Hälfte dem japanischen und dem deutschen Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. Gewässer der nordamerikanischen Ostküste und in das Karibische Meer verlegten und damit Erfolge erzielten, die die Engpässe, vor die sich die amerikanische Wirtschaft durch die Verknappung der Roh- stosse gestellt sieht, bedrohlich werden lassen. Sie ist weder in der Lage, die Zahl der versenkten Schiffe durch Neubauten aufzuholen, denn selbst amerikanische Blätter müsset, zugeben, daß in dem Wettkampf zwischen Torpedo und Wersten letztere den Vorsprung der Uboote nicht mehr einzuholen vermögen, noch durch Verlegung auf andere Verkehrswege alles das heranzuschaffen, was sie braucht, um allen Anforderungen zu entsprechen, die von der Wehrmacht des eigenen Landes wie von den Verbündeten in Europa und Asien in wachsendem Umfang an sie gestellt werden. So ist Roosevelts Halbjahresbilanz geradezu katastrophal und es wäre ein schlechter Trost, wenn er sie mit den wahrhaft billigen Siegen auszugleichen suchte, die feine Politik im wesentlichen auf Kosten der eigenen Verbündeten durch die Erwerbung der britischen Atlantik-Stützpunkte, durch die Besetzung Grönlands, Islands und Nordirlands, durch die Verdrängung des britischen Handels aus Südamerika, durch das Einnisten in britischen Häfen der westafrikanischen Küste, durch die Uebernahme der Vormundschaft für die britischen Dominien Australien und Neuseeland, die sich vom Mutterland im Stich gelassen fühlen, und schließlich durch die Erneuerung des Protektorates über die meisten der schwächeren iberoamerikanischen Staaten, deren Regierungen den Argumenten des USA.-Dollars nicht widerstehen konnten. Es bleibt trotzdem eine traurige Bilanz, die kaum dazu angetan sein wird, das amerikanische Volk aus feiner gedrückten und nervösen Stimmung herauszureißen, die immer mehr ^iuÖFunu «« «““'i”*« um sich gegriffen hat, seitdem der Krieg für die Sees, gelang. Dort sowie bei Hungtschutschieh, 2oKi- USA. eine so völlig unerwartete Wendung genom- lometer östlich von Tutschang, steht die Hauptmacht men hat und es sich immer deutlicher zeigt, daß der 25. tschungking-chinesischen Dwision ore nun Nordamertta fast ungeschützt dem Druck einer ge- ihrer Vernichtung entgegensieht. Auch bic feindlichen Tokio, 4. Juni. (Europapreß.) Kaum ein Zeichen des Krieges, der erst vor zwei Monaten über Java hinwegfegte, ist noch sichtbar, wenn man die Strecke zwischen Batavia und Surabaja jetzt in einem der modernen Schnellzüge, die für bie 1000 Kilometer etwa 18 Stunden benötigen, durchährt. Als Anfang März die japanischen Els^lbahn- truppen auf Java landeten, fanden sie 46 Brucken in dem etwa 5500 Kilometer umfassenden Eisenbahnnetz gesprengt vor. Glücklicherweise fanden sie in Bandung zahlreiche Ingenieure und Arbetter sowie genügend Baumaterial, die die holländisch- indische Regierung zur Beendigung ihres Drei- Jahresplanes der Erweiterung des javanischen Bahnnetzes bereitgestellt hatte. Die Mitarbeit der Eingeborenen war über alles Erwarten gut. Auch die holländischen Ingenieure stellten sich bereitwillig zur Verfügung, so daß am 29. April, dem Geburtstag des Tenno, der erste Zug die Hauptstadt Batavia nach Surabaja verlassen konnte, wo er mit großem Jubel empfangen wurde. Zur Zeit sind drei Viertel aller Brücken bereits ausgebessert. Voller Betrieb auf allen Linien wird für Mitte August erwartet. , r " « Auch das Leben in den Hafen Javas ist neu erwacht. Als die japanischen Truppen einmarschierten, fanden sie brennende Lagerhäuser, gesprengte Kais, zerstörte Maschinen und versenkte Schiffe vor. Nach zweimonatiger harter Arbeit sind bereits die ersten Schiffe vollbeladen mit den Oie Ehrung Finnlands. Nur wenige Deutsche kennen Finnland, aber wohl das ganze deutsche Volk empfittdet Freund- schäft für das finnische Volk. Die aber, die g land kennen sind von einer geradezu ^de,nschaft liehen Sehnsucht nach Land und Volk der Finnen erfüllt. Die Natürlichkeit und Ehrlichkeit und der zähe Fleiß der Finnen und die ergreifende Schon- heit der finnischen Landschaft sprechen zu deutschen Herzen. Ganz unerwartet betrat der Führer Finnlands Boden, um durch feinen Besuch nicht nur eine besondere persönliche Ehrung für Marschall Mannerheim zum Ausdruck zu bnngen, sondern gleichzeitig einer Ehrung für das stnnische Volk, insgesamt Ausdruck zu geben für den heroischen Kampf, den es seit Jahrzehnten^auf schein- bar verlorenem Posten für Heimat, Volk, Freiheit und Zukunft führt. Marschall Mannerheim ist das Symbol eines ritterlichen Freiheitskämpfers für seine Nation. Wir haben es seinerzeit aus des Führers Mund gehört, wie fchr ihm das Schicksal des finnischen Volkes ans Herz griff, als im Winter 1939 der bolschewistische Koloß über Finnland her- fiel, um es aufzusaugen und seinem Blutterror zu unterwerfen. Heute ist Finnlands <5ad)e auq) Deutschlands Sache. Hinfort wird das Schicksal Finnlands in einem Bund der Ehre und der Was« fenbrüderfchaft mit dem deutschen Schicksal eng »er- bunben sein. Das Echo, das der.unern^rtete Besuch des Führers in Finnland wie in Deuffchlano gefunden hat, ist Beweis dafür, daß der Führer sich zum Träger eines Ehrenaktes machte, der vewe Volker noch näher aneinandergerückt hat. Britische Brutalität. Der deutsche Wehrmachtbericht vom 5. Juni gibt Kenntnis von einem Befehl der 4. englischen Pam zerbrigade, den Gefangenen weder Nahrung, Schlaf, Wasser noch sonstige Bequemlichkeiten irgendwelcher Art zu gewähren, bis ihr Verhör durchgefuhrt ist. Das deutsche Volk hat mit Erschütterung den dokumentarisch belegten Film „Ohm Krüger" erlebt und daraus ein Bild gewonnen, welche Martermethoden in der britischen Politik üblich waren, wenn sie es darauf anlegte, einen ritterlichen Gegner Au zerbrechen. Der Kommandeur der 4. englischen Pam zerbrigade, in Nordafrika, dessen Name leider noch nicht bekannt ist, hat sich diese Methoden zum Vorbild genommen. Sein Befehl umschreibt die Absicht, je nach Gutdünken des jeweiligen Nachrichtenoffiziers die eingebrachten (Befangenen i" der Wüftenglut Nordafrikas verrecken zu lassem Das ist echtes Sritentum, das Gott sagt und Kattun meint. Das ist Politik des finstersten Mittelalers. i Das Oberkommando der Wehrmacht hat darauf eine , Antwort gegeben, über die man sich vielleicht m . London doch einige Gedbnken machen wird. Die ; Leidtragenden find die britischen Gefangenen, die sich aus der jetzigen Afrikaschlacht in Händen Der Achsenmächte befinden. Das ist nicht deuffche Art, aber die einzige Möglichkeit, die Briten zur Menschlichkeit zu zwingen. Tokio, 5. Juni. (Europapreß.) Die in Tsche- kiang kämpfenden japanischen Truppen haben Streitkräfte der 22. und 32. tfchungking-chinesischen Armee in erbitterten Gebirgskämpfen längs des Nord- ufers des Tschu-Flusses zurückgedrängt. Die bei Tschutschau stehenden feindlichen Truppen wurden durch die am Südufer des Tschu-Flusses vorrücken, den Japaner von ihren Verbindungen abgeschnitten. Andere feindliche Truppen, die sich in die Berge zurückgezogen hatten, konnten eingeschlossen werden. Von der Kiangsi-Front wird gemeldet, daß den Japanern eine überraschende Landung bei D ao t« schin, einem strategisch wichtigen und stark befestigten Stützpunkt an der Nordseite des Poyang- Sein brennender Ehrgeiz trieb ihn auf die gleiche Bahn, auf der Wilson schon im Endeffekt kläglich Schiffbruch erlitten hatte. Der hatte zwar mit feiner Kriegspolitik die halbe Welt in finanzielle Abhängigkeit von Wallstreet gebracht. Vorn Schuldner waren die Vereinigten Staaten durch die Manipulationen Morgans zum größten Glau- bigerlanb der Welt geworden. Aber die Siegern ■ wie Besiegten gleichermaßen abgepreßten Mil- ; liarben waren dem amerikanischen Volk nicht zum • Segen geworden. Die Welle der Prosperität hatte sich nicht halten lassen. Es war eine Scheinblüte gewesen, der ein furchtbares Erwachen gefolgt ' war. Nun wollte Roosevelt nachholen, was seinem Vorgänger Wilson fehlgeschlagen war, als er sich in Versailles von Männern wie Clemenceau und Lloyd George hatte übertölpeln lassen. Die Der- < einigten Staaten sollten unter der Führung Roosevelts die erste Weltmacht werden und den ganzen Erdball unter ihre Kontrolle bringen. Wie Wilson brachte auch Roosevelt für seine selbstgewählte Mission eine verblüffende Unkenntnis der wahren Ursachen und Zusammenhänge europäischer Probleme mit, gepaart mit einer aus puritanycher Selbstgerechtigkeit geborenen dreisten Anmaßung des sich in der Rolle des Weltverbesserers gefallenden Staatsmannes. Der Präsident war damit der Exponent einer in den Bereinigten Staaten weit verbreiteten Geisteshaltung, die, wie schon im ersten Weltkrieg, so auch jetzt wieder, ebenso überheblich wie fanatisch den nackten Imperialismus, der die Außenpolitik der Vereinigten Staaten von jeher ausgezeichnet hat, durch den Glaubenssatz zu kaschieren sucht, daß das amerikanische Volk dazu berufen sei, die übrige Welt von ihren falschen Idealen zu erlösen und zum einzig wahren Ideal des amerikanischen Lebensstils zu bekehren. Auf dieser leicht entzündbaren Stimmung baute Roosevelt feine raffinierte Agitation auf, um auch die große Masse des amerikanischen Volkes, die noch nicht die Enttäuschung des ersten Weltkrieges vergessen hatte, für feine neuen Kriegsplane zu gewinnen oder durch die schändliche Methode der Di amieruNg mundtot zu machen. Wie der Präsident sich' von der willfährigen Mehrheit des Kongresses immer umfassendere Vollmachten erschlich, um die gesetzlich festgelegte Neutralitätspolitik der Vereinigten Staaten Stuck für Stuck abzubauen, ja direkt in ihr Gegenteil zu verkehren, und damit die Bahn für den Kriegseintritt der USA. frei zu machen, ist noch in aller Erinnerung. Wenn auch Roosevelt zu agitatorischen Zwecken die angeblichen Gefahren, die der „westlichen Hemisphäre" von den „Aggressoren" drohen, in grellen Farben an die Wand malte, so teilte der Präsident im Herzen doch mit der Mehrheit seines Volkes die Meinung, daß die riesige Landmasse der Vereinigten Staaten, durch die ungeheure Weite zweier Weltmeere von den übrigen Kontinenten getrennt, in seiner wirtschaftlichen Ausgewogenheit, durch Ketten weit vorgeschobener militärischer Stützpunkte gedeckt und im Besitz der größten Schlachtflotte der Welt unverwundbar fei und sich daher einen Krieg leisten könne, ohne ein Risiko einzugehen. Nur aus dieser erstaunlichen Selbstsicherheit ist es zu begreifen, daß Roosevelt nicht genug damit hatte, Englaird in fernem Krieg gegen die europäischen Ordnungsmächte mit allen, auch den völkerrechtswidrigsten Mitteln zu sekundieren, sondern es trotz der Befürchtungen seines ängsllicheren britischen Bundesgenossen dar- ! auf anlegte, auch das dritte der jungen Völker des , Dreierpaktes, Japan,- durch eine Folge maßloser Provokationen herauszufordern im Vertrauen dar- । auf, daß es durch den chinesifchen Krieg zu sehr | engagiert sei, um noch den Mut und die Kraft zu haben, sich der wirtschaftlichen und militärischen 1 Einschnürung durch die anglo-amerikamschen Plu- tofratien zu widersetzen. Wenn Roosevelt in diesen Tagen auf ein halbes Jahr eines Krieges Wrückblickt, der sein ureigenstes Werk war, muß er eingestehe-n, daß dieser Krieg von der eisten Minute an ganz anders verlaufen ist, wie er es sich gedacht hat und wie seine Freunde es gewissenlos und überheblich dem amerikanischen Volk in einem Schwall großsprecherischer, nebelhafter Phrasen vorgegaukelt haben. Seitdem m den Morgenstunden des 8. Dezember die Pazisikflotte der U'SA. in Pearl Harbour mit einem einzigen Schlage furchtbar dezimiert wurde, ebensosehr das Opfer eigener unbekümmerter Leichtfertigkeit wie des schneidigen Angriffsgeistes japanischer Soldaten, seitdem hat eine Hiobsbotschaft die andere gejagt. Auf den Philippinen landeten starke japanische Skrett- fräfte, Hongkong wurde erobert, die Malaienhalb- insel und die Seefestung Singapur den Briten entrissen, Borneo, Sumatra und- Java gerieten in japanische Hand, Austtalien kam unmittelbar in den Bereich der japanischen Waffen, Burma von britischer Herrschaft befreit und der Krieg an die Nord- ostgrenze Indiens vorgetragen, Tschungking nun auch von Westen her bedroht, mit der Kapitulation der Jnselfestung Corregidor in der Bucht von Manila das Sternenbanner der Vereinigten Staaten in der Südsee gestrichen, eine alliierte Flotte im australischen Korallenmeer geschlagen und die Schifffahrtswege im Golf von Bengalen unter japanischer Kontrolle. Dazu nun in diesen Tagen der Angriff japanischer U-Boote auf britische Kriegsschiffe in Diego Suarez, dem französischen Krieashafen auf der Insel Madagaskar, den Briten und Amerikaner in räuberischem Ueberfall an sich gerissen hatten, um ihn als Stützpunkt zur Sicherung ihrer Schiffahrtsrouten durch den Indischen Ozean einzusetzen. Und schließlich noch japanische Bomben zum erstenmal auf unmittelbar amerikanisches Gebiet: der Luftangriff auf Dutch Harbour, den Flotten- und Flug' zeugstützpunkt auf den Aleuten, der als Sprungbrett der amerikanischen Offensivstrategie im äußersten Norden .gedacht war, von dem die eine Klaue der Zange angesetzt werden sollte, die das japanische Jnselreich zerschmettern sollte. Nichts von all den mit bombastischem Wortschwall verkündeten großartigen strategischen Plänen der Roosevelt, Knox, Stimson, Stirling, Marshall ist wahr geworden. Von der ersten Stunde des Krieges an sahen sich Stellungen am Ostufer des Sees werden in enger Zusammenarbeit japanischer Land- und Seestrett- fräfte angegriffen. Das Echo in Australien. Stockholm, 6. Ium. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Reuter-Meldung aus Melbourne erklärte der australische Luftfahrrminister D r a k e f o r d, das Eindringen japanischer U-Boote in den Hafen von Sydney müsse als eine ernfte Warnung auf- gefaßt werden; weitere Angriffe seien unvermeidlich. „Wir müssen unablässig alarmiert, fein", sagte Drakeford, „denn die Japaner schlagen mit kluger Berechnung zu, wo man es am wenigsten erwartet." Kleine politische Nachrichten. Der britische Produktionsrninister Oliver Lyt- t e 11 o n traf in Begleitung feines Hauptberaters Sir Walther L a y t o n und anderer Mitarbeiter in Washington ein, um mit Harry Hopkins und Donald Nelson über eine bessere Belieferung Englands mit USA.-Kriegsrnaterial und die Gleichschaltung der nordamerikanischen und britischen Kriegsproduktion Die Deutsche irheilslrool M NSG. Krall durch Freude Kreisdienststelle Jr Wetterau Montag, 15. Juni, im Theater der Universitätsstadt Gießen 20 Uhr Einmaliges Gastspiel des weltbekannten Zauberkünstlers FRASCATI Schönheit der magischen Kunst Zwei Stunden im Reiche der Wunder Eintritt: KM. 3.60, 2.80. 2.20, 1.80, 1.30, Wehrmacht erhält Ermäßigung. Karten im Vorverkauf in der Kartenverkaufs- ■teile der NSG.-Kraft durch Freude, Gießen, Selters weg 60 Telefon 2141. -------- m unb ®^rlaS: ^MUche UnicerjitätSDrudetet R. Lange K G Kunst und Wissenschaft. Ricarda Huchs goldenes Dottorjubiläum. ..Die Dichterin Ricarda Huch beging Ende Mai ihr goldenes Doktorjubiläum. Sie promovierte in Zürich, wo sie bis 1897 Sekretärin an der Stadt- bucherei war. Die philosophische Fakultät der Uni- versitat Zürich hat der Dichterin das Doktordiplom erneuert. Ricarda Huch wohnt seit einigen Jahren in Jena. \ Philipp Lenard 80 Jahre. Der bedeutende Physiker Geh. Rat Professor Dr. phil. et med., Dr.°Ing. h. c. Philipp Lenard in Heidelberg vollendet am 7..Juni sein 80. Lebens- j ahr- In Preßburg geboren, arbeitete er bei Helmholtz tn Berlin und kam 1883 nach Heidelberg, wo Quincke und Bunsen die naturwissenschaftliche For- schung auf eine einzigartige Höhe gehoben hatten. Lenard kam 1894 als Extraordinarius nach Breslau 1695 nach Aachen und 1896 nach Heidelberg zurück^ wo er seine Untersuchungen über die Kathodenstrah- len fortsetzte. Ein Ruf nach Kiel 1898 gab ihm vergrößerte Arbeitsbedingungen. Als Quincke 1907 vom Lehramt zurück trat, kehrte Lenard endgültig nach Heidelberg zurück, damals schon Träger des Nobelpreises. 1913 konnte der Neubau des „^gfifalifd)« Radiologischen Instituts" bezogen werden. Lenards Aalionalsozialistische Gesundheiisführung. Der Gauleiter führt den neuen Leiter des Amtes für Volksgesundheit ein. . ars.-rr «... . - . ~ .. .. x unnoftjer Produktion und eine Typisierung von Arzneftertigwarsn. Ihre Durchführung wird für die Arznemnttelherstellung, »Verordnung und »abgäbe otne wesentliche Vereinfachung bringen. Die phar- mgzeuhsche Industrie führt die Reduzierung der verschiedenen Größen und Packungen durch. So wird Oft Arznermittelversorgung sichergestellt bleiben, wenn die Bevölkerung nicht unnötig Arzneimittel kaust und anwendet. Aus aller Wett. „Die Varrings" im Ausland. Der im Rütten & Loening Verlag, Potsdam, erschienene große deutsche Roman „Die Bar. rings (Auflage 335 000) und sein Fortsetzungs. band „Der Enkel" (Auflage 292 000) von William o Simpson finden lebhaftes Interesse im be. freundeten und neutralen europäischen Ausland. Bisher erschienen eine italienische, eine finnische, eine dänische, eine schwedische, eine tschechische Ausgabe; eine holländische Ausgabe ist in Vorbereitung. Gedächtnisausstellung für W. v. Ruckteschell. In Stuttgart eröffnete der .Bundesführer des Reichskolomalbundes, Reichsleiter General Ritter v 0 n E p p, im Ehrenmal der deutschen Leistung im mUSa.rn? •ble Dom Reichskolonialbund veranstaltete Gedächtnisausstellung für den ostafrikanischen Ma- ler und Bildhauer Walter v. R u ck t e s ch e l l, der 1941 den Heldentod gefunden hat. Die Oelgemälde sind m kräftigen, sprühenden Farben gehalten, auch tn den Aquarellen, Zeichnungen, Skizzen und in den zarten Skulpturen atmet die Seele der afrikanischen Landschaft und ihrer Völker. Von den Denkmälern, die der Künstler für viele Städte schuf, vermitteln zahlreiche Photos einen nachhaltigen Umdruck. Hans Heßler. Wildenbruch wirb verfilmt. Der bekannte Drehbuchautor Gerhard T. Buch. Holz schrieb nach der Novelle „Francesca 5a Rimini von Ernst von Wildenbruch den gleichnamigen Berlin-Film, der unter der Regie von Johannes Meyer mit Marianne Hoppe, Earl Kuhlmann, Ernst v 0 n K l i p st e i n und Eugen K l 0 p f e r als Träger der Hauptrollen gedreht wird. Zeitgenössische Musik in Leipzig. im abgeschlossenen Konzertwinter des Ge- wandhauses ist das Schaffen der Zeitgenossen zu Worte gekommen. Sechs Erstaufführungen waren es, für die Hermann A b e n d r 0 t h sich mit ganzer Hingabe emsetzte, zwei Leipziger Komponisten waren dabei, nämlich Johann Nepomuk David mit seinem Divertimento „Kume, kum geselle mm" und Hans S t i e b e r mit der Uraufführung seiner „Symphonischen Trilogie". Wolfgang Fortners Ipielsreudig bewegtes „Capriccio und Finale" und Francesco Santoliquidos farbenglühendes Programmstuck „Alba di Gloria" vertraten weiter- hm die jüngere, Graener mit dem „Turmwäch- terlieb und Joseph Haas mit seinem „Lied von der Mutter die ältere Generation, daneben P f i tz - ner und Richard Strauß. Auch die Gewand- hauskammermusiken, in die sich das Gewandhaus- (Strehler-) Quartett und das Strub-Quartett teilen wiesen Neuheiten auf: die A-dur=Serenobe von U°lter Gieseking, ein liebenswürdig heiteres Werkchen als Uraufführung, außerdem Westermans „Kleine Suite" und Kaminskis F-dur- Quartett. In den Sonderkonzerten erregte Wilhelm Furtwängler mit Theodor Pergers „Ballade lebhaftes Für und Wider. In memorian Rubi Stephan. Im Rahmen seiner „Musik großer Meister" brachte der Rundfunk unter Leitung von Staats- kapellmeister Johannes Schüler Werke von Rudi Stephan zu Gehör. Der bedeutende Tonschöpfer, der im ersten Weltkrieg 1915 vor Tarnopol gefallen ist, erregte mit seiner „Musik für sieben Saiteninstrumente", Klavier, Harfe und fünf Strei- cher, 1912 auf dem Danziger Tonkünstlerfest größtes Aufsehen. Stephan beschritt damit den neuen Weg zu einer schlicht linearen Formgebung abfo- luter Musik, deren Ausgang vom Klangerlebnis, Arbeiten wurden grundlegend für die neuere physikalische Erkenntnis — insbesonder über die Elektrv- nenstrahlung und die Phosphoreszenz. pommersche Akademie für Landesforfchung. Das Rektorat der Greifswalder Universität ist von Prof. Dr. Kästner an Prof. Dr. E n g ie I. übergegangen. Geheimrat Professor Dr. Holstein als Begründer der pommerschen Volkskunde wurde zum Ehrensenator der Ernst-Moritz- Arndt-Unioersit'ät ernannt, ebenso der Generaldirek. tor der Preußischen Staatsarchive, Professor Dr. h. c. Albert Brackmann. Der Gauleiter verkün« dete bei der Rektoratsüberga-be die Errichtung der Pommerschen Akademie für Landesforschung an der Universität Greifswald. Klassiker-Woche in Hannover. Das Städtische Schauspielhaus veranstaltete in )er letzten Maiwocke festliche Aufführungen klassi- scher Werke, die mit Goethes „Faust" (l.Teil) be- gönnen und abgeschlossen wurden. Es spricht für die Pflege, deren sich das klassische Schauspiel in Hannover erfreut, wenn in dieser Woche außer Schillers „K abale und Liebe", Shakespeares „Wintermärck en" und Goldonis Lustspiel „Der Lügner' die dreiteiligen Dramenwerke Grillparzers und Hebbels, „Das Goldene Vließ" und „Die Nibelungen", aufgeführt wurden. Das größte Interesse nahmen die Faust- Aufführungen mit Paul Hartmann in Anspruch. Hartmanns Faust bleibt dem Diesseits stärker ver- haftet, als man das im allgemeinen gewohnt ist, und deshalb lag — unbeschadet der Geschlossenheit einer Darstellung — der Schwerpunkt der Auf- ühvung in der Gretchen-Tragödie. Daß ein so guter Sprecher wie er auch in den voraufgehenden ©jenen, wie etwa dem Osterspaziergang, künstlerisch Vollendetes zu geben hatte, bedarf keines Hinweises^^_________ Ernst A. Runge. mangelnde quantitative und qualitatiioe Bevölke- rungspolitik und zeigte die Folgerungen, die der Na- tionalsozialismus aus dieser Erkenntnis gezogen habe. Die besondere Bedeutung der Ehewahl, des ^ippengefühls und des Volkstums fanden dabei ihre besondere Herausstellung. Nach der Behandlung von fragen der Erbgesundheits- und Rassenpflege verwies er auf die Erfolge der deutschen Gesundheits- suhrung auf dem Gebiete der Seuchenbekämpfung und des Kampfes gegen die Kindersterblichkeit. Der Arzt werde in feinem Aufgabengebiet zu größtem Erfolg befähigt fein, wenn sich in ihm politisches Kampsertum mit hervorragender Sachkunde paare Jede Sprechstunde des Arztes könne so zu einer Felle des Siegeswillens werden. Der neue Leiter '7es Amtes für Volksgesundheit, Dr. Märchen, versprach dem Gauleiter, daß er das Amt im Sinne feines Vorgängers und damit als Nationalsozialist leiten werde. * . ö rchen ist feit langen Jahren her Arzt ™ b2l.-Gruppe Hessen und hat den Dienstgrad ^A.-Gruppensuhrer. Seit der Machtübernahme war er ständig bei der Gauamtsleitung für Volksgesund- beit im Gau Hessen-Nassau als Kreisamtsleiter, Kreisobmann des NSD.--Aerztebundes. Schulungs- beauftragterund Vorsitzender des Difziplinargerich- tes des NE.^Aerztebundes tätig. In den letzten fuhren war er Landesvertrauensarzt der Landes- versicherungsanstalt Hessen-Nassau. Gleichzeitig hat Dr. Morchen die Leitung der Aerztekammer und der Kayenarztlichen Vereinigung im Gau Hessen-Nassau. Win im Kampf um die Erneuerung des Reiches und bei dem Neuaufbau des Gesundheitswesens bewähr, ter Parteigenosse wurde somit vom Gauleiter an die verantwortungsvollste Stelle der Gesundheitsführung im Gau Hessen-Massau berufen. ..NSG. Im Adolf-Hitler-Haus in Frankfurt fand We Amtseinführung des neuen Leiters des Amtes für Volksgesundheit, Dr. Märchen, statt. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger würdigte die Persönlichkeit des auf einem Flug gegen Eng- lanö gebliebenen Gauamtsleiters Dr. Behrens der als alter Gefolgsmann des Führers, als Kamerad und als Soldat feine nationalsozialistische Gesinnung stets durch die Tat und dann mit seinem Opfertode besiegelt. Nach feinem Dank an den bisherigen Vertreter des Amtes für Volks- ge undheit, NSKK. - Brigadeführer Z ö ck l e r, dessen verdienstvolle Arbeit anerkennende Erwäh- nung fand, und der weiterhin Vertreter im Amt bleiben wird, führte der Gauleiter den im Einvernehmen mit dem Reichsgesundheitsführer zum neuen Leiter des Amtes für Volksgesundheit berufenen Gauamtsleiter Dr. Mörchen in fein Amt em Der Gauleiter stellte es als ein einheitliches Fuhrungsamt der Partei heraus, dem die Kreisleiter ihre besondere Sorgfalt und Betreuung zuzuwenden hätten. In der Erkenntnis der Tatsache, daß der Arzt der beste Vertrauensmann des Volkes fein kann, hat das Amt für Volksgesundheit die hervorragende Pflicht, für eine anhaltende Erziehung und Schulung der herzte zu sorgen. Im einzelnen behandelten seine Ausführungen dann die Möglichkeiten des Arztes auf dem Gebiete der Volkserziehung und schloffen mit dem Hinweis, daß der Aerztestand berufen sei, beste Arbeit -für das Fundament der Zukunft des deutschen Volkes zu leisten. Reichsgesundheitsführer Dr. Conti erinnerte haran, daß der Krieg ein Ereignis biologischen Kampfes alles Lebendigen fei. Der Sieg werde da- her auch allein durch die biologische Volkskraft ge- chert. Der Reicksgesundheitsführer erläuterte als Urfachenkomplex des Unterganges von Völkern die nicht wie es die Liszt-Epigonen lehrten, vom pro* grammatischen Gedankenausdruck kam. Das Werk hat sich seine Unmittelbarkeit und den wertvollen Gehalt als Ausdruck bewahrt. Seine dramatische Begabung erwies Stephan in seiner Oper „D i e ersten Menschen" und in der Ballade „Liebeszauber" nach der Hebbelschen Dichtung. Bernhard Minetti vom Berliner Staatstheater sprach sie mit seiner ausgezeichneten Sprechtechnik, ehe Franz N 0 t h 0 l t sie mit klangvollem Bariton darbot. Die Gegenüberstellung der Hebbelschen Dichtung mit der Stephanschen Vertonung ließ deutlich erkennen, wie eigenständig und neu das musikalische Gewand geblieben ist. Greta Daeglau. Eine Kopernikus-Gesamtausgabe. ..Eine Gesamtausgabe der Werke des großen beut» schen Astronomen Nikolaus Kopernikus wird sämt* lche Schriften, -Briefe und sonstigen schriftlichen Ueberlieserungen im Urtext und in deutscher lieber, tragung enthalten, ferner sämtliche urkundlich fest, stellbaren Nachrichten zum Leben und Wirken des Kopernikus bringen und in einem bibliographisd)en Band das gesamte Schrifttum von und über Köper- mkus zusammenstellen. Den Abschluß bildet eine neue Kopermkus-Biographie. Die Ausgabe besorgt Reichs, amtsleiter Dr. phil. nat. Fritz Kubach, München, der diese Arbeit irn Aufttage des Relchswissensd-afts- minifteriums und der Deutschen F0r|chungsgernein« schäft ausfuhrt. Dem Mitarbeiterstab gehören her* vorragende Wissenschaftler und Kopernikus-Forsche« an. Das Schriftgießerei-Museum in Frankfurt. Anfang Juni eröffnet wieder das vor zwei Iah* ren geschaffene Frankfurter Schriftgießerei-Museum im Hause „Zum alten Frosch", das einst der Sitz der berühmten Frankfurter Drucker- und Schrift» gießer->Familie Egenolff-Luther war. Die aus Stiftungen erwachsene Schausammlung des Museums, die eine eingerichtete Schriftgießer-Werk- ,Q^er und eine reiche Sammlung von Schriftproben der verschiedenen Drucker und Firmen enthält, wird durch eine Sonderschau der Stadt- bibliochek ergänzt. Die Ausgrabungen von Ostia. lieber die Ergebnisse der Ausgrabungen in Ostia, ber alten Hafenstadt Roms, gab Professor Calza, der die Arbeiten leitet, bekannt, daß nunmehr etwa 20 ha des Stadtgebietes freigelegt wurden. Das €tra6cnne6 hat 7 km Länge. Neben zahlreichen Platzen, Foren und Wandelgängen wurden 14 Ther- men und 16 Tempelbauten, eine christliche Basilika, 13t.r geweihte Bauten, 15 Lagerhäuser, zahlreiche Läden und etwa 600 Wohnhäuser gefun- den. Bei den jüngsten Grabungen wurden allein 300 neue Mosaiken entdeckt. Besonders bemerkenswert l.,0'e Freilegung des Sitzes einer dem Kult des kaiserlichen Hauses geweihten bürgerlich-religiösen Gemeinschaft. Hier fand man sieben Standbilder von Priestern, Kaisern und Kaiserinnen. Von den beiden Heiligtümern war das eine der Guten Göttin geweiht, deren geheimnisvoller Kult nur Frauen Vorbehalten war. Einen seltenen Fund machte man m einem Haus, in dem die Bewohner, den Weisungen der „Fulgural"-Priester entsprechend, die vom Blitz berührten Gegenstände vergraben hatten. Bergsteigertod im wilden Kaiser. Ein Aufnahmestab der Wien-Film war dieser Tage damit beschäftigt, das T 0 t e n k i r ch l im Wilden Kaiser und dessen Gefahren im Film einzufangen und damit alle Berg- und Felsunkundigen vor einem unüberlegten Einstieg in die Felswände des Totenkirchls zu warnen. Während der Aus- nahmen sah der mitwirkende Bergsteiger Toni Bankhäuser eine fremde Seilschaft hoch droben unterm Gipfel des Totenkirchls. Die Seilschaft befand sich in Bergnot. Fankhauser eilte ihr zu Hilfe und fand einen bewußtlosen, halberfrorenen Mann und eine zu Tode erschöpfte Frau. Gleichzeitig sah er noch eine zweite Seilschaft an der Wand, die sich ebenfalls in höchster Not befand. Funkhäuser schaffte die erschöpfte Frau zu Tal, holte feine Kameraden sowie die Bergwacht herbei und erreichte drei völlig erschöpfte Bergsteiger. Einer starb infolge der allzu grofcen Strapazen noch im Fels, ein zweiter knapp vor der Hutts und kurz darauf auch der dritte. Es konnten nur die zwei Mann der ersten Seilschaft gerettet werden. 1 M Wer dies liest: BAUERnCIE Proipekt.13 «rhe'llfche Kosteiuenkang. noch hwl. oitfordem Klingel» Elemente eingetroffen Carl Schunck Bahnhofstr. 66. SANATOGEN FORMAMINT KALZAN soll sofort denken: Bekanntmachungen. Anmeldung der schulpflichtigen Kinder in die Bollsschule zu Gießen Gietzen-Wieseck und Gießen-Klein-Linden. Einlagen Leibbinden Gummistrümpfe 1295 A J. Frohn Marktplatz 19 Lieferant aller Krankenkass. j Veranstaltungsring der Hitlerjugend Mittwoch, den 10. Juni 1942 S>ie tftihißer Schauspiel von Schiller Beginn: 18.30 Uhr. 1Mao Kartenversand ab Samstag, den 6. Juni 1942. Sämtliche Karten werden mit der Post zugeschickt, Karioffelausgabe. Ab heute findet die Ausgabe von Sveisekartoffeln 02575 9len5tog.5onnei5lnou.Mg ut». 4 u. 6 Uhr, in meinem Lager Zozelsgasse 9 statt. Bei größeren Mengen erfolgtLieferung ms Haus Ernst Köhler, Bettenhausen. EINBUCHTUNG Gießen, Bahnhofstraße. Annahme-Untersuchung für -te Waffen-ft. Die Waffen-^ stellt ein Kriegsfreiwillige Freiwillige mit Dienstzeitverpflichtung vom vollendeten 17. bis 45. Lebensjahr. Der Dienst in der Waffen--- gilt als Wehrdienst. Körpergröße mindestens 1,70 m (bis 20 Jahre 1-68 m). 1825V Nähere Ausführungen im redaktionellen Teil dreier Zeitung, ferner im Merkblatt der Ergän- zungsftelle und durch die Untersuchungskommisfion. Don der Wehrmacht Gemusterte können sich melden, dürfen aber noch nicht ausgehoben fein. Nähere Auskunft erteilt die Annahmekommifsion. Die Annahmeuntersuchung findet statt am 12.6. 42, 9.00 Uhr in Gießen Rest. Burghof, Burggraben 9. Arbeitsbuch und Wehrpaß sind mitzubringen. - Ergänzungsamt der Waffen--- Erg.-Stelle Fulda-Werra (IX) Safsel-Wilh., Löwenburgstr. 10 Tel. 3 66 83 und 34441. Reichssportabzeichen, hier Turnen, Leichtathletik, Schwimmen und Radfahren. Bekanntmachung des Oberbürgermeisters derStadt Gießen und des Landrats für den Landkreis Gießen. Im Monat Juni 1942 können die vorgeschrie- venen Uebungen in den einzelnen Sportarten erledigt und vor dem Prüfungsausschuß an den nachstehend festgelegten Terminen abgelegt werden: 1. Dienstag, den 9. Juni 1942, ab 20 Uhr, für Geräteturnen in der Turnhalle des Turnvereins 1846 am Oswaldsgarten. 2. Mittwoch, den 10. Juni 1942, ab 19 Uhr, für Leichtathletik auf dem M.T.B.-Sportplatz am Heegstrauchweg. 3- Samstag, den 13. Juni 1942, ab 17.30 Uhr, . !ASchwimmenmderMüllerschenBadeanstalt. 4. Mittwoch, den 17. Juni 1942, ab 20 Uhr, für Radfahren. Start am Feldschlößchen in der Rodbermer Straße. Bewerber aus Stadt-, und Landkreis Gießen können sich vor der jeweiligen Prüfung melden. <. ml.t Lichtbild und beglaubigter Unterschrift find mitzubringen. [isaiC Gießen, den 5. Juni 1942. ¥ _ Der Oberbürgermeister zugleich f, d. Landrat d. Landkreises Gießen. ___________ I. A.: Gravert.______________ Klinik spatienten. . I^urch Neuregelung des Lebensmittelbezuges in Gemeinschaftsverpflegung (auch Kliniken) ist es dringend notwendig, daß Patienten vor statio- narer Aufnahme in die Kliniken sich bei der Heimatbürgermelsterei die gemäß Erlaß des Herrn Landrats vorgeschriebene Bescheinigung in zwei- beschaffen und bei Ankunft der Kliniksstationsschwester einhändigen. [isiaD Gießen,ften 4. Juni 1942. Verwaltung der klinischen Univ.-Anstalten, __Gießen.___________________ Aufgebot! ... Das von uns ausgestellte Sparbuch Nr. 355 für Heinrich Fabel, Burkhardsfelden, r , '0wie die von der früheren. Spar- und Dar- lebenskasse e.G.m. b >v. m Lich (Aufwertungsstelle Llcher Bank e. G. m. b. H. in Lich) ausgestellten: Samstag, den 6. Juni, 19 bis 22.15 Uhr T.Festabend dramatisch. Bühnenkunst zu Ehren des Gründers des Gießener Theaters Geheimrat Prof. Dr. Carl Fromme anläßlich seines 90. Geburtstages DIE RÄUBER Schauspiel von Friedrich von Schiller. Inszenierung: Intendant Hans Walter Klein Bühnenbild: Karl Löffler. Preise von 0.60 bis 3.10 RM. J?wD 1. Sparbuch Nr. 934, Aw.-Konto Nr. 795, für Heinrich Fabel, Burkhardsfelden, 2. Statut für Heinrich Fabel, Burkhardsfelden, , Mitglied Nr. 100, Aw.-Konto Nr. 84, find abhanden gekommen. Die Inhaber dieser Sparbücher bzw. des Statuts werden hierdurch aufgefordert, dieselben binnen einer Frist von sechs Wochen bei uns vorzulegen, andernfalls dieselben für kraftlos erklärt werden. [isuD Lich, den 5. Juni 1942. Sicher Bank e. G. m. b. H. a) Gießen: 1. für alle Knaben am Montag, dem 8. Juni 1942, von 8.30—-10.30 Uhr, m der &oetbes Ä schule, Horst-Wessel-Wall 43,- ö 2. für alle Mädchen am Dcontag, dem 8. Juni 1942, von 10.45—12.30 Uhr, m der Schillerschule, Schiller)traße 8. b) Gießen-Wieseck: Für alle Knaben und Mädchen am Montag, dem 8. Juni 1942, in der Hans-Schemm- Schule — Knaben von 8.30— 9.30 Uhr, Mädchen von 9.30—10.30 Uhr. t) Gießen-Klein-Linden: Für alle Knaben und Mädchen am Dienstag, dem 9. Juni 1942, in der neuen Schule — Knaben von 8.30— 9.30 Uhr, Mädchen von 9.30—10.30 Uhr. Bei der Anmeldung sind der Impfschein und otc Geburtsurkunde vorzulegen. Schulpflichtig sind alle diejenigen Kinder, bic — , Efnd°n. Mehr Freude an der Natur Her?6”* * durch Bermühler-Bücher!^ Warum noch Miete zahlen 1 Bauen oder kaufen Sie ei oh ein eigenes Haus. Für jedermann mit oder ohne ElgenkapJtal bequeme monalL Ein- u. Rüek- lahlungen. Wir vergüt 3 % bnr. !•/<% Zinsen. Lassen Sie sieh kostenlos und unverbindlich beraten. auch über 2 wichtige Fragen: 1. In welch. Zeit kann ieh das Geld für Hausbau ocLHaw- kauf erhalten? 2. Wie hoch iet die gesetzt Steuerermäßigung? Leonberger Bansparkasse i-6. In Lmbere bei Stuttgart ■M UtsleMr .!U Hfl. Ulrtriesbe«*« □C ÖOqpOOOD ÄM SEID WÜRDIG DES OPFERS DER FRONT KRIEGSHILFSWERKM» WZ ADOX FOTO Auch wenify 5# qentyi, um viel zu leistem Einige Handvoll — im ersten heißen Spülwasser verrührt — machen das Wasser weich und verhüten Kattablagerungen im Gewebe. 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Die Beerdigung findet Montag, den 8.6., nachmittag 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. b ___________02706 Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang meines lieben Mannas, unseres guten Vaters sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Besonders danken wir allen Geschäftsfreunden und Bekannten für die herzliche Anteilnahme. Die trauernden Hinterbliebenen: Lina Stroh und Kinder Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den Gießener Anzeiger, Donnerstag abend entschlief sanft unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Margarethe Damm Wwe. geb. Findt im 69. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen t Franz Jurasik und Familie Ludwig Damm, z. Z. im Felde, und Familie Friedrich Müller, z.Z. bei der Wehrmacht, und Frau, Ernst Damm, z.Z. im Felde, und Frau [geb. Damm Karl Damm, z.Z. bei der Wehrmacht, und Frau Marie Findt. Allendorf an der Lahn, den 5. Juni 1942. Die Beerdigung findet Sonntag, den 7. Juni, nachmittags 2 Uhr statt. $2T\l Mediziner, im 8. Semester, sucht zum 1. oder 15. Juli 1942 modern möbliertes, ruhiges Zimmer in guter Lage, zur Dauermiete. Auf Zentralheizung und Unterbringungsmöglichkeit für Bücher wird Wert gelegt. Schriftliche Angebote unt. 02713 an den Giessener Anzeiger erbet. Heute,Samstag. 6.Juni,2O.3OUhr Kameradschaft- abend im „Hessischen Hof". [1829D Artilleristen- Kameradschaft 1895 Giessen. MVSTOFF^ROHSWF^MTSTOFFä^ROHSWF Der deutsche Soldat leistet an allen Fronten für die Heimat Unvorstellbares an Opfermut und Entbehrungen. Die Heimat leistet ihr Möglichstes, um die Soldaten in ihrem harten Kampf zu unterstützen. Alte Kleidungsstücke und Spinnstoffe werden als Rohstoff dringend gebraucht. Daher gibt jede Haushaltung zur Altkleider und Spinnstoffsammlung 19*2 Für leichte Arbeiten weibl. Hilfskräfte für ganze oder halbe Tage ges. 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In tiefer Trauer: Elisabeth Marscheck, geb.Deibel Karl Marscbeck. MI.MlM v. berufstätiger Dame zu mieten gesucht. Schriftl. Ang. unt. 02690 an o. Giess. Anz. Aelterer Mechaniker oder Dreher gesucht. Einstellung über das Arbeitsamt. Rausch & Holler Schottstraße 2/4. 1832 D Ordentlicher SAUM für Botengänge gesucht. [02701 Truckerei Seibert, Gderstrasse 3. Alleinst, niittl.. Beamtenwitwer im Ruhestand in Giessen sucht für sofort ob. später ältere, tüchtige MM. Schriftl. Angeb. unter 02669 an den Giess. An;. Wir suchen für Gießen n. Umgebung einen Mitarheiler iiir deo Anßendiensl. Es werden gewährt: Feste Bezüge, Spesen, Fahrgeld, Provisionen usw. Unterstützung durch unsere hiesige Bezirksstelle. Zuschriften, die vertraulich behandelt werden, an Deutscher Lloyd Lebensversicherung Akt.-Ges., Geschäftsstelle Frank- lurt a- HL, Junghofstraße 14. [msD Zimmer , _ . . tetmieu02735 Tauschwohnung m 9L°Uz^ Suche:2-3-Zim- Nemtadt 47. merwobu.. evtl Schaad. Giessen-Klein-Linden. 10 G. m. 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Preise von 1.20 bis 4.10 RM. _______________________________1786 D VogtaXo [ ^'^a^esiaiielle Karislprudel) ErunnenverwattugBiskircbeo• ief44-erhältlich. 6./7.ZUMM2 Gießener Anzeiger lGenerai-Anzeiger für Gderheffen) Nr. 150 Zweites Blatt Aus Alt wird Neu: vom Lumpen zum Stoff Oer Lumpensack als gute Waffe der wirtschaftlichen Kriegführung unter der nationalsozialistischen Staats- und Volks- von dem Sport der Jungen und Mädel erfahren. Irmela nachge- Nacken. Diese Erinnerung läßt einen Ausschnitt avs der Zeit der kleindeutschen Gedankenwelt vor unserem geistigen Auge erstehen. Daß durch jene Auswanderung viele wertvolle deutsche Menschen unserem Volk und Vaterland für immer verloren gingen, haben wir inzwischen zum Nachteil unseres Volkstums erfahren. Diese Entwicklung haben jene Männer natürlich nicht gewollt, aber sie ist stärker gewesen als ihr guter Wille. So konnte es denn auch dahin' kommen, daß im ersten Weltkriege in der amerikanischen Armee die Söhne jener Auswanderer, also Deutsche, im Dienste der Feinde unseres Volkstums gegen uns kämpften. Das wird für alle Zeiten ein trübes Kapitel in der Geschichte des deutschen Volkstums sein. Daraus haben wir aber auch gelernt. Und daß es nicht wieder zu einer solchen Entwicklung kommen wird, können wir sich hinter Fräulein Engel schließt. „Das ganze Haus ruft vön morgens bis abends Engelchen! Albrecht und mich emgefchloffen, .und dann muß man diese alte verschrumpelte Backbirne sehen!" „Ach, sei nicht so albern!" verweist Irmela mit gemachter Strenge und unterdrücktem Lachen. „Sag lieber deinen Vers auf, hat .Engelchen' dir keinen gedichtet? Nebenbei haft du angefangen, sie so zu nennen, und sooo lange ist das noch gar nicht her!" „Na immerhin", Gerd reckt sich zu seiner ganzen Länge auf, wahrhaftig, Irmela muß zu ihm aufsehen, so ist er ihr über den Kopf gewachsen. „Die Zeit der Berschen ist vorbei, Schwesterherzchen! In schlichter Prosa: ich wünsche dir, daß es dir niemals schlechter gehen möge als augenblicklich, denn, unberufen, ich finde es geht dir verteufelt gut!" „Wenn du mit den Kindern' fertig bist ..." Albrecht Sierinck tritt lächelnd zwei Schritte näher, bann kommen wohl die Erwachsenen an die fRcibe ..." ,Das Beste kommt zuletzt!" Irmela wirft sich an feine Brust und läßt sich in seine Arme schließen. „Ich freue mich sehr, daß ich heute vor achtundzwanzig Jahren geboren bin, und ich bin dir schrecklich dankbar, daß ich mich darüber so freuen kann!" , „Ich auch", sagt Albrecht, während er sie auf beide Wangen küßt. „Das heißt, ich freue mich, nicht, daß ich dir dankbar bin, jetzt hast du mich aus dem Konzept gebracht, es wird nichts mit der schönen Rede, aber du weißt ja alles, komm! Jetzt mußt du dir erst mein Geschenk ansehen!" Er greift nach einem schmalen Lederetui: „Das ist nämlich mein Hauptgeschenk, kannst du raten, was es ift?" „O Gott, es sieht nach Juwelier aus/ Irmela zieht die Brauen hoch in einem zweifelnden und beunruhigten Ausdruck. „Etwas von Schmuck ..." „Du brauchst keine Angst zu haben, du komischer kleiner Vogel!" lacht Albrecht. „Es sind weder Perlen noch Brillanten, ich kenne ja deine Aversion! Der Bann Gießen (116) teilt mit: Am Samstag, 20., und Sonntag, 21. Juni, wird Gießen im Zeichen des Bannsportfestes stehen. Aus über 14 000 Jungen und Mädel des Bannes Gießen (116) werden die 600 Besten um den Preis der Bannmeisterschaft in allen Disziplinen kämpfen. Bereits am Samstag, 20. Juni, finden die Vorentscheidungen und Mannschaftskämpfe statt. Schon oft haben die Eltern und Freunde mit Interesse Die nächste Station in dem Derwandlungsprozeß des Lumpens zum Stoff ist die Spinnmaschine. Sie ist ein ca. 1,50 m hoher und 21—30 m langer Apparat, auf dem die von der Spinnkrempel kommenden Wollfäden zu Webgarn versponnen werden. Das geschieht in ewigem Hin- und Herfahren des Wagens der Maschine (der Fachmann nennt es „Ausfahrt" und „Einfahrt"), wobei die Hauptaufgabe der Spinner darin besteht, darauf zu achten, daß die im Spinnen begriffenen Fäden in ordnungsmäßiger Weife laufen, vor allem nicht abreißen, und wenn wirklich ein Faden reißt, er sofort wieder geknüpft wird, damit das von der Maschine auf die Spulen aufgewickelte Garn keine Unterbrechung erfährt. Lange Reihen von Spulen werden dabei mit dem fein und doch fest gedrehten Webgarn, dessen (tröffe Drehung die Finger beim leichten Darüberhinstreichen sogleich feststellen können, pausenlos gefüllt; ab und an greift der Spin- | ner mit schnellem und fingerfertigem Griff in das breite Netz der Fäden ein, um einen Knoten zu knüpfen und dadurch eine Schadenstelle zu beseitigen; aber viel häufiger wechselt er die Spulen aus, um die vollgewickelten in einen großen Transportkorb zu legen und an ihrer Stelle leere auf die Spinnmaschine aufzustecken. So geht der Arbeitsgang vom Morgen bis zum Abend, und viele Hun- derte von Spulen erhalten dabei die genau nach Umfang bemessene Menge Webgarn aufgewickelt, das gewissermaßen die Vorstufe zum Stoff dar- stellt. Auf der Kettscheermaschine wird das Kettgarn zu Bändern gefahren, um die Web kette herzustellen. * Von der Lagerhalle wandern die Lumpenballen zur Lumpenreißerei. Hier erhalten die Lumpen zunächst den „Schmelz", d. h. sie werden mit einer dünnen Oeltränke versehen, damit sich das Wollgewebe unter möglichster Schonung der Faser leichter öffnen läßt. Das „geschmelzte" Lumpenmaterial wird dann von einem Manne in einzelne Stücke | auf eine rotierende Flache aufgelegt, auf der es in den Lumpenreißer hin eingleitet, um auf der anderen Seite der Maschine in unzählige Wollfäden zerrissen, d. h. geöffnet wieder herauszukommen. Diese Reißwolle "in ihrer ersten groben Form wird dann manipuliert, d. h. durch Beimischung von anderen langfaserigen Spinnstoffen, wie z. B. Wolle, Baumwolle, Zellwolle usw., spinnfähiger gemacht. Nun geht es auf eine andere Maschine, den Krempel- oder Melier-Wolf. Hier wird das Material erneut „geschmelzt", d. h. geölt, damit die Stoffasem die schonendste Behandlung für den weiteren Arbeitsprozeß erfahren. Mittels einer pneumatischen Sauganlage werden die Wollmengen von dem nach Arkansas und wurde dann, als die Nachrichten von dort wenig günstig lauteten, nach Missouri gelenkt. (Eine Liste der Ansiedler, die der „Gießener Gesellschaft" angehörten, findet sich im „Deutschen Pionier, B. 2, S. 230—35). Münch und Follenius selbst siedelten sich im Jahre 1834 am nördlichen Ufer des Missouri an, im späteren Kreis Warren. Diese Gegend wurde dann zum Mittelpunkt der größten deutschem Siedlung westlich des Mississippi; der Missouri wurde von seiner Mün- dung bei St Louis an auf beiden Ufern etwa 125 Meilen weit rein deutsches Gebiet, doch kam es nicht zur Gründung eines eigenen deutschen Staates; diesen Traum mußte Follenius begraben. Doch gelang es den hier an gesiedelten Deutschen, nicht nur für ihre Nachkommen eine Heimat zu gründen, sondern auch für Tausende von späteren deutschen Auswanderern, die es fast alle verstanden, die völkische Eigenart zu wahren. Uebrigens finden wir hier eine Art Vorläufer des „Erbhofs", denn die deutschen Ansiedler setzten ihren besonderen Ehrgeiz bar ein, ihre Güter innerhalb der Familie als Stammsitze weiterzuvererben. Follenius wurde schon 1844 aus der Fülle der Kraft von einem Neroenfieber dahingerafft (eine Witwe mit einer Schar unmündiger Kinder zurücklassend), während Münch ein gesegnetes Alter erreichte. Nachdem er, dabei stets seinen politischen Freiheitsidealen treubleibend) als „lateinischer Bauer" (so nannte man seinerzeit die Farmer mit deutscher Gymnasialbildung) mit eigener Hand gerodet und das Land urbar gemacht hatte, stieg er schließlich in führende Staatsstellungen empor. Dort vertrat er aufs wärmste die Sache seiner deutschen Landsleute, deren Führer er stets geblieben war. Seine Nachkommen sind noch heute in den Vereinigten Staaten anzutteffen. Zum Sammelbecken für die von Münch und Follenius in die Wege geleitete Auswanderung wurde St. Louis, wo bereits 1845 zwei deutsche Tageszeitungen erschienen. Und heute? Da mag manch einer in einem ame- Der Bann 116 tritt nun mit einer Bitte an die Eltern und Freunde der Hitler-Jugend heran. 400 bis 500 Jungen und Mädel müssen in der Nacht oom 20. zum 21. Juni in Gießen übernachten, damit die Reichsbahn durch dauerndes Befahren keine Ueberlaftung erfährt und unnötige Kosten unterbleiben. Wer über ein leerstehendes Bett verfügt, stelle dieses den Jungen und Mädels zur Verfügung. Verpflegung braucht nicht gestellt zu werden. Jeder, der diese Bitte erfüllt, trägt mit zu dem Gelingen unserer größten Jugendveranstaltung dieses Jahres bei. Schriftliche Meldungen nimmt jederzeit die Banndienststelle, Seltersweg 52, entgegen. Telephon 3171. ' H. ersten Seiten um. Diel Zeit, um sich zu vertiefen, bleibt ihr nicht. Die Kinder nehmen sie in Anspruch, das Telephon klingelt, Blumen werden gebracht, und dann kommen die Vorbereitungen zu der abendlichen Geburtstagsfeier im kleinen Kreis der Family (Fortsetzung folgt) Heute beginnt unser neuer Roman „Briefe in Bareiros Hand" Die Schlußfolgerung aus dieser Beobachtung des Weges vorn Lumpen zum Stoff ist folgende: Niemand achte auch nur den kleinsten Stoffrest oder Lumpen gering, niemand sehe ihn als wertlos und uftoermertbar an, niemand werfe ihn in den Mülleimer und lasse ihn dadurch dem Verkommen anheimfallen! Jedermann sammle auch die unscheinbarsten Stoffetzchen und andere Altspinnstoffe in sorgsamer Weise! Und bei der Altkleider- unh Spinnstoffsammlung bringe man auch den Inhalt der Lumvensäcke,' der Abfallkisten und -kästen, kurzum sämtliche Altspinnstoffe restlos zu den Sammelstellen in der Gewißheit, daß sie von hier aus wieder in guter Weise verwertet werden, wie wir es beobachtet und hier in großen Zügen beschrieben haben. Unsere Hausfrauen brauchen die Abfallstoffe nicht selbst zu sortieren, sie liefern alles so kunterbunt ab, wie es im „Lumpensack" liegt; das Sortieren wird in den großen Sammelstellen durchgeführt, zu denen das Rohmaterial von hier aus geleitet wird. Aus den an sich unscheinbaren Lumpen und Stoffrestchen aller Art entstehen dann neue Stoffballen, die den Beklei- dungserfordernissen unseres Volkes genügen. Damit können wir auch auf diesem kriegswirtschaftlichen Gebiet zum deutschen Siege beitragen und für die Freiheit, die Größe und den machtvollen Aufstieg unseres Volkes und Vaterlandes wirken. B. „Wunderschön!" nickt Irmela anerkennend, und ucht inr Spiegel Albrechts Augen mit einem dankbaren Bilck. „Eine herrliche Arbeit! Wo hast du das nur aufgetrieben. Es sieht so antik aus." „Ich hab' es anfertigen lassen, denke dir nur, es ist nach einer Zeichnung von Detlev Nehl, ich habe die Zeichnung gekauft, damit es nicht noch einmal gemacht werden kann; du brauchst also keine Angst zu haben, daß es dir überall entgegenkommt." „Macht Detlev Nehl so etwas auch?" mischt Gerd sich ein. „Na weißt du, da kannst du aber mächtig stolz fein. Jrmi! Er sieht gar nicht aus, als ob er sich mit so spielerischen Dingen abgäbe." „Kennst du ihn denn?" „Ach nur so ... ein bißchen." Gerd lenkt mit einiger Verlegenheit ab. „Jetzt wird gefrühstückt." Albrecht faßt sie beide an den Schultern und schiebt sie nach dem Eßzimmer, wo der gedeckte Tisch wartet und Fräulein Engel den Kindern schon sorgfältig die Lätzchen über die frischen Kleider bindet. „Und dann wird ein büschen gearbeitet, mein Junge. 2. Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. 1. „.. .Erhalte auch im nächsten Jahr uns unsere Mutti immerdar!" '„Wunderbar!" fügte Irmela dem dritten Reim hinzu. Es ist ein nachsichtiger Spott in ihrem zärtlichen Lächeln, aber ein feuchter Glanz in ihren strahlenden Augen. „Haben Sie das gedichtet, Engelchen?" Fräulein Engel nickt stolz und verschämt: „Ach, das Dichten, das war gar nichts, Frau Sierinck, das geht mir noch leicht von der Hand, aber es ihnen beizubringen, das war gar nicht so einfach." „Sehr schön habt ihr das aufgesagt!" Irmela kniet vor den Kindern nieder, schlingt den rechten Arm um Hansjürgen und den linken um Ursula, und küßt die runden rosigen Gesichter, die seidigen hellen Härchen, sie spürt auf ihren Wangen die halboffenen blumenweichen Mäulchen, und ihr Herz wird groß und heiß. „Und die schönen Rosen, soll ich die auch haben?" Sie muß die Sträuße den warmen Kinderfäustchen entwinden, die sich fest darum pressen. „Hmm, die riechen aber fein! Wir wollen ihnen gleich Wasser geben, ach bitte, Engelchen, holen Sie doch eine Vase!" Zum zweitenmal hort sie ein unterdrücktes Prusten hinter sich, und steht auf, um sich Gerd zuzu- wenden, mit einem vorwurfsvollen Blick: „Du darfst sie nicht auslachen, Gerd! Sie haben ihre Sache doch sehr gut gemacht?" „Ich denke gar nicht daran!" verteidigt sich Gerd und lacht über das ganze frische bräunliche Iungengesicht. „Es ist nur so irrsinnig komisch." Er wirft einen flüchtigen Blick nach der Tür, die Junge Mädchen sind mit dieser Arbeit beschäftigt, und ein leise gesummtes Lied der frischen Stimmen verschont das Schaffen der flinken Hande unter den aufmerksam beobachtenden Augen in angenehmer Weise. Nebenan aber in dem großen Arbeitssaal sausen die Webstühle, auf denen nun aus Kette und Schußgarn der neue Stoff hergestellt wird. In rasendem Tempo sausen die Webschützen von der einen Seite des Webstuhls zur anderen und zuruck, und in den Schützen liegen die Spulen mit dem Schußgarn, das sich mit der Webkette zu inniger Gemeinschaft verbindet. Der Weber legt in kurzen Abständen immer neue Spulen mit Garn an Stelle der leergewordenen in die Schützen und verfolgt außerdem Mit gespanntester Aufmerksamkeit und mit scharfem Blick den Gang des Webprozesses um jederzeit bei einem kleinen Web schaden sofort den Mangel abzustellen. Ununterbrochen liegt ihm das harte, krachende Geräusch der arbeitenden Maschinen in den Ohren, und für den Besucher, der - dieses alltägliche Geräusch nicht gewohnt ist, stellt es schon nach kurzer Anwesenheit einen „Ohrenschmaus" dar, bei dem ihm Hören und Sehen vergeht. Fein säuberlich reiht sich in dem exakt arbeitenden Webstuhl Faden an Faden im ununter« brochenen Fluß der abrollenden Webkette. Auf dem Warenbaum rollt sich allmählich das gewebte Stück Tuch auf, das schließlich, wenn der Webvorgang ganz beendet ist, einer sorgsamen Nachprüfung unterzogen wird, um etwa noch vorhandene kleine Webfehler zu beseitigen. Dann tritt das Tuch den Weg zur Appretur an, wo es die letzte Behandlung erfahrt. Die Rohware auf dem Webstuhl liegt etwa 140 bis 160 cm breit, aus der Appretur kommt sie dupliert, also doppelt gelegt, mithin etwa 70 cm breit heraus. Und nun ist aus den Lumpen von einst das neue Stück Tuch fertiggestellt, das wiederum den Menschen dient. * führung als eine erfreuliche Gewißheit onfehen. Daher ist die Erinnerung an die „Gießener Gesellschaft" für uns eine erneute Mahnung, allezeit darauf bedacht zu sein, daß solche Absplitterungen vom deutschen Volkstum wie in der Zeit des klein- deutschen Gedankens sich auch, im engbe grenzten heimatlichen Raume nie mehr wiederholen dürfen. Sannfporffefl in Gießen. Eine Ditte um Bereitstellung von Betten zur llebernachtung. Die erste unwillkürliche Bewegung, die macht, nachdem sie den beiden Männern winkt hat, ist nach dem Schloß in ihrem Sie löst es und legt die Kette sorgsam auf den Samt des Kästchens zurück, sehr hübsch, wirklich, wie die feine Zeichnung ifn matten Gold sich von dem dunklen Untergrund abhebt. Noch ein bewundernder Blick, und mit viel mehr innerer Anteilnahme greift sie nach einem Buch und schlägt die Krempel-Wolf aus in Speicherkammern befördert, wobei sich aus der Gebläseöffnung eine Art „Schneefturm" an Wolleflocken auf den in der „Kammer" (die in Wirklichkeit ein Lagerraum von stattlichem Ausmaß ist) stehenden Besucher des Betriebes ergießt. Bei diesem Hineinblasen der Wollflocken in die „Kammer" findet mittels feiner Zer- stäuberoorrichtungen ein nochmaliges „schmelzen" des Materials statt. Zwei- bis dreimal wird dieser Rohstoff gründlich gemischt, bis er nunmehr in völlig zerkleinertem Zustand der nächsten Arbeits- etappe zugeleitet wird. * Nun beginnt der Krempelprozeß. Drei Krempel dienen der weiteren Aufbereitung des wertvollen Rohmaterials, und zwar die Rohkrempel, dann die Pelzkrempel, zum Schluß die Spinnkrempel. Es ist ein außerordentlich komplizierter Arbeitsgang durch Strecken und Doublieren des Materials. Am Schlüsse der ersten Behandlung in der Rohkrempel zeigt sich schon das tünftige Garnmaterial in feinen ersten Anfängen ab insofern, als hier die Rohwolle in breiten und dicken, walzenförmigen Rollen aufgewickelt wird und diese Maschine verläßt, um in der Pelzkrempel den gleichen Arbeitsprozeß noch einmal zu erleben, hier nur mit dem Unterschied, daß am Schlüsse der Pelzkrempelarbeit der Rohstoff noch in viel verfeinertem Art vorhanden sein muß, weil er nun auf die Spinnkrempel kommt, wo er von der Maschine durch den Florteiler zu feinen Florbändchen zerschnitten und aufgerollt wird, um dann zum Spinnprozeß auf den Selfaktor (Spinnmaschine oder Spinnstuhl) zu kommen. * rikanischen Konzentrationslager schmachten, dessen Vorfahr einst ausgewandert ist unter der Leitung der „Gießener Gesellschaft". L. B. * Es ist etwas sehr Hübsches, und mehr ein Kunstwerk als ein .Geschmeide', sieh es dir an, ehe du ein so entsetztes Gesicht machst!" „Ich mach' doch kein entsetztes Gesicht." Irmela zwingt sich zu einem Lächeln. „Was es auch ist, ich freue mich natürlich furchtbar darüber." Sie hat eine unbegreifliche, eine fast abergläubische Abneigung gegen das Geglitzer kostbarer Steine, den sanften Schmelz schimmernder Perlen. Unbegreiflich für eine junge und schöne Frau, die sich mit Vergnügen gut anzieht und pflegt. Es ist nicht Mangel an Eitelkeit, nicht Angst vor Verschwendung, es ist ein tiefgewurzelter Haß, für den sie selbst keinen vernünftigen Grund angeben kann. Es geht so weit, daß es fast ein Opfer ist, den schmalen goldenen Reif an ihrem Finger zu dulden. Und trotzdem ist ihre Bewunderung ungeheuchelt, als Albrecht das Kästchen in seiner Hand aufspringen läßt, es ist eine wundervolle Arbeit von mattem Gold, die ihr da von dem dunklen Samt entgegenblinkt. „Darf ich sie dir umlegen?" fragt Albrecht behutsam. „Ich möchte so gern sehen, wie sie dir steht ... wirklich hübsch." „Na, zauberhaft einfach!" stellt Gerd nähertretend fest. „Du bist wirklich leicht angetickt, daß du niemals Schmuck tragen willst!" „Natürlich werde ich die Kette tragen", versichert Irmela mit einem mühsamen Lächeln. „Findet ihr wirklich, daß sie mir gut steht?" Sie tastet mit den Fingerspitzen nach ihrem Hals, sie sieht die Schönheit der Arbeit nicht und das matte Leuchten auf ihrer zarten bräunlichen Haut, sie fühtt nur das kalte Metall und einen Druck auf dem Nackenwirbel, ein lästiges, mehr als das, ein abscheuliches Gefühl. „Du mußt dich in dem Spiegel sehen!" Albrecht nimmt sie bei den Schultern und schiebt' sie vor sich her. „Es ist wirklich kleidsam, und außerdem hast du doch immer gern etwas, was nicht alle Leute haben, nun, dies ift bejtimD etwas. Einmaliges,"^ Aus der Stadt Gießen. Die „Gießener Gesellschaft". Der Präsident der Reichsmusikkammer, Professor P. Raabe, hat neulich darauf hingewiesen, von welcher Wichtigkeit die Gründung des Gießener Konzertvereins war, und zwar nicht nur für unsere Stadt. Es wäre aber durchaus abwegig, wollte man annehmen, Gießen habe nur auf dem Gebiete der Musik und der Wissenschaften sich hervorgetan. Auf ganz anderen Wegen noch hat es bahnbrechend gewirkt! So wurde z. B. um das Jahr 1830 die „Gießener Gesellschaft" gegründet, die sich das Ziel gesetzt hatte, die gesamte deutsche Auswanderung nach einer bestimmten Gegend des Mississippi zu lenken. Da das betreffende Gebiet von den Vereinigten Staaten (damals hieß es wohl üblichermaßen „Nordamerika"), noch nicht als Staat anerkannt war, hoffte man, dort ein unabhängiges und glückliches „Klein-Deutschland" gründen zu können. Die Gründer der „Gießener Gesellschaft" waren zwei junge Menschen mit Namen Paul Follenius und Friedrich Münch. Sie hatten, für die politische Freiheit gekämpft, ihre Pläne waren gescheitert (die Geburtsstunde des Verfassungsstaates hatte noch nicht geschlagen), und nun sahen sie sich um ihrer politischen Pläne willen den heftigsten Verfolgungen ausgesetzt. Da flieg in Münch der Gedanke auf, nach Amerika auszuwandern, und es gelang ihm, auch Follenius für seinen Plan zu gewinnen. Dem war zunächst die Auswanderung wie Fahnenflucht erschienen, doch schließlich gab er seine Einwilligung, die er also begründete: „Wir dürfen nicht von hier gehen, ohne zugleich einen nationalen Gedanken zur Ausführung zu bringen. Der Grund zu einem neuen und freien Deutschland in der großen nord- amerikanischen Republik mag durch uns gelegt werden; möglichst viele unserer besten Landsleute müssen mit uns hinausziehen, und wir müssen Vorsorge treffen, daß jährlich ein Nachzug folgt. So können wir drüben einen feinem Grundwesen nach deutschen Staat gründen, den mir schließlich zu einem Musterstaat in dem großen Gemeinwesen Nordamerikas zu machen imstande sind." Münch, der nüchterner dachte als der Freund, gab den Rat, nur mit einem Dutzend befreundeter Familien auszuwandern, und es den anderen zu überlassen, ob sie ihrem Beispiel folgen wollten. Follenius jedoch, der Mann von scharfem Verstand und hartem Willen, die geborene Führernatur, beharrte unbeugsam auf seinen weitgespannten Plänen, und so kam es zur Gründung der „Gießener Gesellschaft", deren Mitglieder fast alle Hessen waren. Der Strom der Auswanderer ergoß sich zunächst Bei der Altkleider- und Spinnstoffsammlung, die vom 1. bis 15. Juni 1942 durchgeführt wird, werden neben Kleidungsstücken, die zur sofortigen Verwendung geeignet sind, auch Altspinnstoffe zur Gewinnung von neuem Rohmaterial erwartet. Unsere Hausfrauen haben dabei Gelegenheit, erneut ihre „Lumpensäcke", Truhen und Kästen von Lumpen und anderen Abfallspinn- ftoffen gründlich zu räumen. lieber die Nutzbarmachung dieses Abfallmaterials haben wir uns bei einem Besuch in einer Spinnerei und Weberei in unserer engeren Heimat unterrichtet, wo wir die verschiedenen Etappen des Weges vom Lumpenrest zum fertigen neuen Stoff anschaulich verfolgen konnten. Wir stehen in einer Lagerhalle. Rund um uns türmen sich große Ballen von Altmaterial, Wolle und in der Hauptsache alte Lumpen und gebrauchs- fertige Zellwolle. Uns interessieren besonders die vielen großen Lumpenballen. All dieses Rohmate- rial an Stoffabfällen kommt von den Sortieranstalten, wo es unter dem Gesichtspunkt der Qualität und der Art bereits vorsortiert wird, an die Stätte der fabrikationsmäßigen Wiederverwendung. Diese Ballen, deren Inhalt "von unseren Hausfrauen meist als völlig wertlos angesehen wird, sind in Wirklichkeit ein außerordentlich wertvoller Rohstoff. Das gilt nicht allein für die Tuchreste, sondern auch für andere Spinnstoffarten, wie z. B. Strickwaren (alte Strümpfe, Pullover) usw. Es ist denn auch ein buntes und vielfältiges Sammelsurium von Altspinnstoffen, das man in diesen Lumpenhallen vereinigt findet; vom winzigen Stoffrest und Schnipselchen aus feinem Herren- oder Damenkleiderstoff über die Futterstoffreste, alte Stricksachen und schließlich bis zum zerfetzten Putzlumpen ist hier alles vertreten. Unser Begleiter auf dem Rund- gang durch den Betrieb macht uns die große Bedeutung dieses Rohstoffes für die Wiedergewinnung von Stoffen überzeugend klar, so daß wir allen Hausfrauen nur dringend anraten können, die Lumpe nab fälle in ihren Haushaltungen künftighin nicht mehr als „Dreck" anzusehen. Freiwillige für die Waffen-^. Von der Erg.-Stelle Fulda-Werra (IX) erhalten wir die Mitteilung, daß wiederum Freiwilligen die Möglichkeit gegeben ist, in die Waffen-U ein- zutreten. Die Divisionen der Waffen-^ kämpften auf allen Kriegsschauplätzen und stehen jetzt in vorderster Front im Kampf gegen den Bolschewismus. Ihre stolzen Taten sind ein Ruf an die deutsche Jugend und an die wehrhaften Männer. Vollmotorisiert umfassen die Divisionen alle Truppen, wie Infanterie, Artillerie, Pioniere, Panzer, Nackrichtentruppen, Kavallerie, Panzerjäger, Flak, Krydschützen, Gebirgs- und Sanitätstruppen. Die Waffen-^ stellt ein a) Kriegsfreiwillige; b) Freiwillige mit Dienstzeitverpflichtung vom vollendeten 17. bis zum 45. Lebensjahr. Der Dienst in der Waffen-^ ist Wehrdienst. Bei Eignung stehen den Freiwilligen die Unterführer- und Führerlaufbahn, sowie Sonderlaufbahnen offen. Einberufung zur Truppe erfolgt beschleunigt. Annahmeuntersuchungen finden am Freitag, 12. Juni, in Gießen im „Burghof" statt. Meldungen von Freiwilligen werden dort angenommen. Arbeitsbuch und Wehrpaß sind mitzubringen. Außerdem nimmt die ^-Erg.-Stelle Fulda- Werra (IX), Kassel-Wilh., Löwenburgstraße 10, Tel. 31683 und 34 441, ständig schriftliche Meldungen an und übersendet auf Anforderung das ausführliche Merkblatt. Weiterführung der Fettverbilligung für die minderbemittelte Bevölkerung. x Nach einem Runderlaß des Reichsarbeitsministers und des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft werden die Reichsverbilligungsscheine zur Fettverbilligung für die minderbemittelte Bevölkerung, die bisher vierteljährlich verteilt wurden, vom Juli 1942 ab für ein ganzes Jahr im voraus ausgegeben. Dadurch werden die Ausgabestellen entlastet und gleichzeitig die Empfänger von der vierteljährlichen Antragstellung befreit Anstalten und Einrichtungen der Wohlfahrtspflege erhalten auch künftig die Reichsverbilligungsscheine I. Dagegen werden int Interesse der Vereinfachung Reichsverbilligungsscheme II an Anstalten und andere Einrichtungen nicht mehr ausgegeben. „Frohsinn im Juni" mit KdF. DieNS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" brachte unter dem Stichwort „Frohsinn 'im Juni" gestern abend im Gloria-Palast vor ausverkauftem Hause wieder ein heiteres Variet6-Pro- gramm. Rolf Hansen, der „Mann mit den mysteriösen Händen", mit Karten, Tüchern, brennenden Kerzen, Seilen und bunten Papieren arbeitend, unterhielt die Leute mit verblüffenden Zaubertricks. Gerda, Irmgard und Toni zeigten Kunst und Komik auf Rädern, eine artistisch saubere und luftige Nummer, deren Höhepunkt das Jonglieren auf dem Einrad darstellte. Zwei P i c o s, ein elegantes Duett auf dem'Akkordeon, spielten Verdi und moderne Schlager mit Gesang und Tanz. Die artistisch vollkommenste Leistung des Abends bot wohl der Jongleur Bela Kre'mo, der mit Hüten, Bällen und Kistchen in vollendeter Leichtigkeit und Treffsicherheit ein sehr anmutiges Spiel trieb. Die Zwei Lindströms hatten sich eine Schlittschuh-Attraktion ausgedacht, deren situationskomische Pointen im Stille von Humsti-Bumsti den Zuschauern Lachtränen entlockten. Drei Dendrs. erschienen als exzentrische Mustkalparodisten mit einm grotesken Konzert auf Gitarre und Trompete mit Pfeif- und Gesangsbegleitung. Bil und Bil, die beiden lustigen Matrosen, sind ausgezeichnete Exzentriker, deren raffiniert zusammengestellte Nummer durch allerlei witzige Improvisationen auf- gelockert ist. Grit Kalbitz fand mit drei Tänzen (langsamen Walzer, Bauernstudie und Tango) freundlichen Anklang. Gino O l i v o mit seinen sechs Solisten lieferte die musikalische Begleitung oes Programms und steuerte auch einige Einlagen bei. Das Publikum unterhielt sich vorzüglich und spendete, vielfältig erheitert und angeregt, ^dankbaren Beifall. —yv- Gietzener Dochenmarktpreife. * Gießen, 6. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 10, Kartoffeln, 5kg 48, Spinat 11 bis 14, Rhabarber 12, Salatgurken, das Stück 60, Salat 8 bis 20, Oberkohlrabi 25, Rettich 13 bis 20, Radieschen, das Bund 10 bis 15 Rpf. * ** Dienstjubiläum. Der Verwaltungssekre- tär bei der Verwaltung der klinischen Universitäts- Anstalten Wilhelm Gilbert, wohnhaft in Heuchelheim, Brauhausstraße 3, kann am morgigen 7. Juni sein 25jähriaes Dienstjubiläum begehen. Herr Gilbert erfreut sich bei Vorgesetzten und Gefolgschaftsmitgliedern der klinischen Universitäts- Anstalten des besten Ansehens. Dem Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch. ** Eine Siebzigjährige. Am morgigen Sonntag, 7. Juni, kann Frau Elisabeth Wagner, Crednerstraße 23, bei bestem Wohlbefinden ihr 70. Lebensjahr vollenden. Der Jubilarin herzlichen Glückwunsch. ** Theater der Universitätsstadt Gießen. Das Dramaturgische Büro teilt mit: Intendant Hans Walter Kleins Neuinszenierung des Schauspiels „Die Räuber" von Schiller findet am heutigen Samstag als 7. Festabend aromatischer Bühnenkunst zu Ehren des um den Gießener Theaterbau hochverdienten Geheimrats Professor Dr. Carl Fromme anläßlich seines 90. Geburtstages statt. In der von Karl Löffler bühnenbildnerisch betreuten Neuaufführung wirken in den Hauptrollen mit: Herbert Köchling als Karl Moor, August Wilhelm Funke als Franz Moor, Carl Maria Zeppenfeld als Graf von Moor, Luise Prasser als Amalia, Kurt Bosny als Spiegelberg, Leopold Fischer als Schweizer, Carl Bruno Schmidt als Kosinsky, Wllhelm Michael Mund als Roller. In weiteren Rollen: Hans Bergmann, Ernst Heck, Gerd Fritz Ludwig, Berhard Schmitz, Hans Seitz und Carl Dolck. ** Frascati kommt nach Gießen. Der NSG. „Kraft durch Freude", Kreisdienststelle Wet- terau, ist es gelungen, den bekannten Zauberkünstler Frascati für eine zweistündige Vorstellung in Gießen am 15. Juni im Theater zu gewinnen. Frascati sagt von sich selbst: „Ich bin kein Zauberer, sondern ein Zauberkünstler". Er versteht es, in zweistündigen Vorführungen seine Zuschauer mit Zauberkunststücken und Taschenspielereien in Spannung zu versetzen. Jeder komme und bestaune Frascatis Glanzleistungen. ** Prüfungen zum Reichssportab- z e iH e n. In einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters, die zugleich für den Landkreis Gießen gilt, werden die Termine für die Prüfungen zur Erlangung des Reichssportabzeichens (Turnen, Leichtathletik, Schwimmen und Radfahren) bekanntgegeben. ** Di« Anmeldung der schulpflichtigen Kinder betrifft eine Bekanntmachung des Stadtschulamtes Gießen im heutigen Anzeigenteil. Die interessierten Eltern seien besonders banauf hingewiesen. e* Ein Sichern ngsSerwah ft e? Snk- flohen. Bei Außenarbeiten, die er im Bereiche Der Sicherungsanstalt Butzbach auszuführen hatte, ist der 45 Jahre alte, aus Altona stammende Sicherungsverwahrte Heinrich Pekskamp am Mittwoch entflohen. Der Flüchtling hinkt; er trug bei [einer Flucht Anstaltskleider. Er befand sich wegen Betrügereien und Diebstählen in Sicherungsverwahrung und war schon wiederholt auf Außenarbeiten beschäftigt gewesen, von denen er stets zurückgekehrt war. Bei seiner Flucht nahm er einen Spaten mit, den er bei der Arbeit gebraucht hatte. Amtsgericht Gießen. Während eines Fliegeralarms hatte ein Polizeibeamter die A. Sch. in Gießen angewiesen, den nahegelegenen öffentlichen Luftschutzkeller aufzusuchen. Gegen diese Anordnung widersetzte sich die Sch., und sie schlug dabei dem Beamten sogar noch ins Gesicht; sodann begab sie sich zur Polizei und machte dort die Angabe, der Polizeibeamte habe sie tätlich beleidigt. Wegen Widerstandes und Beleidigung hatte sich die Sch. gestern vor dem Amtsgericht Gießen zu verantworten, daß sie in Anbetracht ihres unverantwortlichen Benehmens zu 150 RM. Geldstrafe verurteilte. Landkreis Gießen. * Lich, 6.Juni. Der bis vor kurzem in Gießen, jetzt hier wohnende Pfarrer i. R. Ludwig Naumann feiert am 9. Juni mit seiner Ehefrau Mathllde, geb. Naumann, das Fest der goldenen Hochzeit. Pfarrer Naumann ist 76 Jahre, ferne Frau 72 Jahre alt. Beide erfreuen sich einer für ihr hohes Alter noch ziemlich guten Gesundheit. Dem Jubelpaar bringen auch mir herzliche Glückwünsche dar. Kreis Büdingen. * Schotten, 5.Juni. Der Lehrer i. R. Heinrich Dambmann, Hierselbst, konnte heute in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist das einzige noch lebende Mitglied des Vogelsberger Höhen- Clubs aus dessen Gründungsjahr 1881. Er stammt aus Michelbach und war Lehrer in Schotten, dann fast 50 Jahre lang in Rüsselsheim. Fußball in Watzenborn-Steinberg. Am morgigen Sonntag findet in Watzenborn- Steinberg das Rückspiel der Auswahlmannschaften Gießen-Stadt gegen Gießen-Lcmd statt. Die Gäste aus Gießen haben in letzter Zeit schon öfters zusammen gespielt und daher eine auf sich eingespielte Mannschaft zur Stelle, die sich in der Hauptsache auf Spieler des starken Luftwaffensportvereins stützt. Torhüter Kaatz, Mittelläufer Rose und Mittelstürmer Dörschel dürften wohl die treibenden Kräfte der Stadtvertretung sein. Die Landmannschaft setzt sich aus Spielern der Vereine Leihgestern, Großen-Lin- Üen, Watzenborn-Steinberg und Garbenteich zusammen und steht voraussichtlich: Velten (Gr.-Linden); Fett (Watzenb.-Stbg.), Heil (Gr.-Linden), Schneider (Watzenb.-Stbgj, Haßler (Leihgestern), Buß (Watzenb.-Stbg.), Stumpf II — Stumpf 1 (beide Garbenteich), Drücket — Lang (beide Watzenb.- Stbg.), Quast (Gr.-Linden). Der Sturm der Landmannschaft- ist durch die beiden Urlauber, die Halbstürmer Stumpf und Lang, wesentlich verstärkt, so daß mit einem spannenden Spiel zu rechnen fft. Vorher stehen sich die Jugendmannschaften von Garbenteich und Watzenborn-Steinberg im Gesellschaftsspiel gegenüber. Oie Wanderung am Sonntag Frledelhausen — Allenberg — Waidhaus — Krofdorf — Gießen. Eine schöne Waldwanderung ist die Begehung des roten Keils und roten H. Wir fahren nach Station Friedelhausen, überschreiten die Lahnbrücke und gehen durch Odenhausen. Bald hinter dem Ort erhebt sich der unbewaldete Altenberg (297 Meter hoch), den wir besteigen, um von hier einen prächtigen Rundblick zu genießen. Bemerkenswert ist der Blick auf zwei Universitäten, Marburg und Gießen. Kurz hinter dem Berg beginnt der Wald, der uns auf dem größten Teil der Wandersttecke begleitet. Nach etwa zehn Minuten kommen wir auf die rote Keilmarkierung, der mir bis zum Waldhaus folgen. Später kreuzen wir die schwarze Punktmarkierung Gießen—Fronhausen. Nach etwa zweistündiger Wanderung erreichen wir das Forst- Haus Waldhaus. Durch das liebliche Fohnbachtal (blaue Striche) wandern wir in VZi Stunden nach Krofdorf und in einer weiteren Stunde nach Gießen. Gießen — Reiskirchen — Winnerod — Dirberg — Göbelnrod. Wir gehen die Grünberger Straße entlang bis zur Ganseburg mit guter Einkehr. Unterwegs genießen wir beim Wasserbehälter einen prächtigen Blick nach Westen. Hinter der Ganseburg sehen wir die Höhen des Vogelsbergs. Die Straße führt uns an einigen Häusern von Reiskirchen vorbei nach Winnerod mit seinem interessanten efeuumsponne- nen Kirchlein. Hier treffen mir blaue Dreiecke, die uns durch Wald und Feld, bei hübschen Ausblicken, über Bollnbach hinauf zum Wirberg führen. Von den spärlichen Resten Mauerwerk des ehemaligen Nonnenklosters haben wir einen hervorragend schönen Fernblick. Zum Abstieg benutzen wir einen hübschen Fußweg, der uns in Windungen mit schönem Rundblick auf den Wirberg nach insgesamt vierstündiger Wanderung zum Endziel Göbelnrod bringt. Bon der Börse. Feste Grundtendenz am Aktienmarkt. Frankfurt a. M., 5. Juni. An den Aktien, Märkten war die Umsatztätigkeit äußerst klein, und vielfach wurden die Notierungen ausgesetzt. Auch die Nachfrage war meist unerheblich. Da je« doch kein Material herauskam, blieben die Aktien kursmähig fest bei meist Prozentbruchteile ausmachenden Steigerungen. Scheideanstalt erreichten 399,75. Für IG. Farben und Siemens, zeitweise auch für AEG. und Südd. Zucker, wurden Notierungen unterlassen. Autoaktien zogen durchweg an, Adler bis 170, BMW. bis 216, Daimler unter Schwankungen bis 199. Sehr schwach lagen Westd. Kaufhof, die von 145,25 auf 140 nachgaben. Reichs« bau kanteile um 143. Am Rentenmarkt gaben Reichsaltbesitz nach der Ziehung bis 166,13 nach, konnten aber im Wochenverlauf wieder bis 167 aufholen. Steuergutscheine I 102,65 bis 102,50, Kommunalumschuldung 104. Indus tri eob li ga ti one n gaben eher leicht nach, Pfandbriefe unverändert, ebenso Stadtanleihen Der Aktienfreiverkehr ruhte fast völlig, soweit Kurse genannt wurden, waren sie kaum ver, ändert. Auch am Kassamarkt waren die Aktienumsätze sehr klein. Moenus konnten bis 134,75 aufholen, da nur eine 2proz. Diotdendensenkung erfolgte. Der Satz für Tagesgeld blieb mit 1,75 v. H. unverändert. , Verdunkelungszeit: 6. Juni von 22.39 bis 4.31 Uhr. 7. Juni von 22.40 bis 4.31 Uhr. 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Ullisch Gießen, Neuen Bäue 9 im Juni 1942. ________________________02719 / Leider ist es uns nicht möglich, für all die liebenswürdigen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unserer Vermählung persönlich zu danken, wir bitten daher, auf diesem Wege unseren herzlichen Dank sagen zu dürfen Hermann Maternus Ellen Maternus, geb.Herke Gießen, den 6. Juni 1942. 02686x 02696/ 1823 D/ Jliissia -Sprudel Wir danken herzlichst für die erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Verlobung Marie Funk und Hans Hünnscheid Leihgestern, irti Juni 1942. Statt Karten. Für die erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung danken wir, zugleich im Namen der Eltern, herzlichst. Heinrich Wilhelm Fischer Kr.-Verw.-Assistent u.Frau Gerda, geb.Knieling Gießen, im Juni 1942. Statt Karten. Für die überbrachten Glückwünsche und Geschenke anläßlich unserer Vermählung sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank Otto Sack und Frau Emilie, geb. 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