Mittwoch, 6. MaiM2 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8’S Ubr desGormittags Anzeigen-dreife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malftaffel I AbschlusseMengemtaffelS Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/«mehr 8g Gießener Anzeiger von einzelnen Nummern . SSS w«ssas~w General-Anzeiger für Oberhessen anrichten, trifft also nur das burmesische Volk, den Briten die Niederbrennung seiner Städte Zug das Oie Infanterie gewann den Sieg Ein japanischer Generalstabsbericht über den Burma-Feldzug. gefetzt hatten. In besonderem Maße nahm sich Riza des sehr im Argen liegenden Verkehrswesens an. Als ehemaligem Reitergeneral und Kriegsminister war ihm deutlicher als manchem anderen geworden, daß die wirkliche Beherrschung eines so ausgedehnten Landes nur mit ftilfe eines ausreichenden Straßen- n e ß e s möglich sei. Deshalb verwandelte er m dem Jahrzehnt von 1930—1940 nicht weniger als 18 000 Kilometer Karawanenweqe in brauchbare Straßen. Als Verkehrsmittel diente in erster Linie der K r a f t° wagen. Da sein Einsaß sich jederzeit nach dem Bedürfnis richten kann, so bleibt er unter allen Umständen rentabel. Die Wirkung dieser Leistung blieb nicht aus. Da alle Städte von Belang nunmehr durch feste und gut gesicherte Straßen mit der Hauptstadt Teheran verbunden waren, trat eine ungeheure Verkehrsbelebunq des ganzen Landes ein. Die Sowjets können dieses Verkehrsnetz heute bequem militärisch ausnutzen. Sie haben die Haupt- knotenputikte besetzt und greifen von hier aus überall ein, wo es ihnen für die Bolschewisierung des Landes notwendig erscheint. Iran besitzt keine einheitliche Bevölkerung. Reben dem arischen Herrenvolk der Iranier gibt es eme Unzahl kleiner Stämme und Volksteile, von denen die Armenier und Juden infolge ihrer händlerischen Rührigkeit die wichtigsten sind. Dieser Umstand wie ihr rassenmäßiqer Gegensatz zu den Herren des Landes macht die Juden und Armenier zu Handlangern der Sowjets. Tatsächlich sind sie auch von Tiflis im Kaukasus aus längst organisiert worden. Ohne Uniform oder Abzeichen bilden sie ein Besatzungsheer, das planmäßig über das ganze Land verteilt ist und dadurch wie die Maschen eines Netzes wirkt. Seit einiger Zeit haben sie ihren Mittelpunkt und ihre Befehlsstelle in Teheran selbst, dem Knotenpunkt des Straßensystems. Hier hat sich am wiftisch-britifchen Eindringlinge entblößt worden. Dieser scheinbar „friedliche" Eindruck erfährt jedoch eine gründliche Korrektur durch den Hinweis auf die Leistungen, die der zurückgetretene Schah Riza P a h l a o i in dem von ihm neu begründeten Staate während der letzten 20 Jahre vollbracht hat. Er erweist sich als ein würdiges Gegenstück zu dem in Europa mehr bekannt gewordenen Neubegründer der Türkei, zu Kemal Atatürk. Gleich diesem hatte er durch geschicktes Ausspielen der englischrussischen Gegensätze zunächst sein Land von fremden Einflüssen befreit. Auf ähnlichen Wegen wie Kemal und oft in Anlehnung an diesen führte er eine Europäisierung Irans durch, indem er die Dor. Herrschaft der mohammedanischen Geistlichkeit beseitigte und ihre Tätigkeit ausschließlich auf den religiösen Bezirk beschränkte. So konnte er eine Reform des wirtschaftlichen wie politischen Lebens vorneh- men und damit zugleich überhaupt neue Lebens- formen schaffen, wie sie sich in der Türkei schon vorbildlich bis in Familie und Häuslichkeit durch- Stockholm, 5. Mai. (Europapreß.) Die Schlag auf Schlag von der Burmafront eintreffenden schlechten Nachrichten lösen, wie die Stockholmer Presie meldet, in London gesteigerte Nervosität aus. Die östliche Zangenbewegung, die die japanischen Truppen über Laschio hinaus augenblicklich durchführen, verursacht den militärischen Mitarbeitern der großen Londoner Zeitungen ernsthaftes Kopfzerbrechen. Bahnt sich hier ein strategisches Drama gegen die britische Front an mit der Gefahr, abqeschnitten zu werden? Die beunruhigte Presse schätzt die Fluchtaus- man es nicht wahrhaben. Man verweist auf die Tatsache, daß hier im Südwesten Irans nach wie vor britische Truppen stehen, ja, man behauptet sogar, daß die Briten niemals eine Bolschewisierung Irans dulden würden. Trotzdem besteht für die von ihnen besetzten, nicht mehr übermäßig großen Streifen des Landes kein Einreiseverbot. Das bedeutet jedoch nicht ungehinderten Zugang für jedermann, sondern das Gegenteil! Einreisemöglichkeiten besitzen praktisch nur die Agenten der GPU.; sie können also, in Ausnutzung der Großzügigkeit ihrer Freunde, ungehindert auch in die Teile Irans eindringen, die ihnen vertragsmäßig noch nicht zustehen. Sei es nun der Einfluß des englischen Bolschewisten Cripps oder englische Schwäche: die Tatsache besteht, daß England den Beim Gegner wurde die I r a w a d i - F r o n t von britischen und burmanischen Truppen verteidigt, während die Chinesen den direkten Einmarschweg von Rangun auf Mandalay längs der Eisenbahn verteidigten. Die ersten schweren Kämpfe gegen die Chinesen begannen bei Tungu am 1. März; gegen die britisch-indischen Truppen in der Gegend von Prome in den ersten Apriltagen. Bei den Tschungking-Truppen handelte es sich um Tschi - angkaischeks Elitetrupp en — die 5. und 6. Armee —, von denen die 5. Armee aus ausgeruhten, vollausgebildeten mechanisierten Verbänden bestand. Aber da sie sich nicht, wie in China gewohnt, unauffällig unter die Zivilbevölkerung mischen konnten, war es ihnen unmöglich, auf die gewohnten Guerillamethoden zurückzuqreifen. In offe- ner Feldschlacht erwiesen sie sich den Japanern als nicht gewachsen. Der japanische Vormarsch erreichte bei dem Stotz auf Mandalay Tagesleistungen von 70 Kilometer, was einen Rekord seit Beginn des ostasiatischen Krieges darstellt. So rasch rückten die motorisierten Verbände'vor, daß es den Chinesen nicht einmal möglich war, die Autostraße zu zerstören. Dank der Schnelligkeit des Vormarsches gelang es, den Feldzug gegen Niederburma rechtzeitig vor Beginn der Regenzeit erfolgreich zum Abschluß zu bringen. Bei den abschließenden Kämpfen in Oberburma wirkte sich die Regenzeit nicht hemmend aus, da dort die Niederschläge weniger heftig sind als im Deltaschwemm- lanü Niederburmas. Rande der Stadt in dem vornehmen Diplomatenviertel in einem der jetzt zahlreichen leerstehenden Häuser unter Führung des Sowjetgenossen B a g i - r o f f ein GPU.-Kommando in Stärke von 100 Mann eingenistet, das die Fädew des Sowjetnetzes über das Land in der Hand hält und lenkt. Auf Anordnungen von hier werden alle Achfen-Freunde verfolgt oder ihres Lebens beraubt. Daß dabei die früher nach Iran geflüchteten Weißrussen nebenher auch noch beseitigt werden, bedarf wohl kaum der Erwähnung. vollenden könne. Die Kritik der Londoner Presse an der „schlechten Bewaffnung und unzureichenden Ausrüstung" der Tschungkingtruppen, die jetzt als Sündenböcke herhalten müssen, zeigt die tief gesunkene Stimmung. Japanische Truppen haben die chinesische Grenze überschritten und Ortschaften und die Verwüstung seiner Felder zu danken hat. Panik in Tschungking. Schanghai, 5. Mai. (Europapreß.) Marschall Tschiangkaischek hat sich genötigt gesehen, die Schließung der Burma st raße als harte, aber unabänderliche Tatsache seinem Volke bekanntzugeben. In seinem Aufruf erklärte er, daß der Widerstand Tschungkingchinas vor einer Krise stehe. Die Bevölkerung müsse von jetzt an noch größere Entbehrungen auf sich nehmen. Die Nachricht, daß die japanischen Truppen nunmehr 30 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt sind, hat in Tschungking eine Panik ausgelöst. Schon werden Zusammenstöße zwischen Soldaten und Studenten gemeldet, nachdem diese an der Spitze eines großen, gegen. die Fortsetzung des Krieges gerichteten Demonstrationszuges durch die Straßen marschiert waren. Zwar sollen rund 1000 Teilnehmer an dieser bezeichnenden Kundgebung von der Polizei verhaftet worden sein, aber die Unruhe schwelt weiter. Bomben auf Kunminq und paoschan. Schanghai, 6. Mai. (DNB. Funkspruch.) Ein starker Verband japanischer Flugzeuge hat Dienstag einen heftigen Angriff auf K u n m i n g , die Hauptstadt der sübchinesischen Provinz Mnnan, durchgeführt und militärische Anlagen erheblich beschädigt. Andere japanische Luftstreitkräfte unternahmen einen heftigen Luftangriff auf Paoschan im mittelwestlichen Gebiet der Provinz Yünnan. Oer Monsunregen wird zur Falle Befürchtungen der Londoner presse. sichten für die britischen Streitkräfte in Oberburma nur gering ein, und zwar aus dem Grunde, weil der Monsunregen, dessen Einsetzen für die kommende Woche erwartet wird, anstatt eine Rettung der britischen Truppen, nun zur Falle werden könnte. Die Japaner, so bemerken die Blätter pessimistisch, sind vor den Wirkungen des Dauerregens gut geschützt, da sie als Sieger über die wohl aus- gebauten Straßen verfügen. Dagegen müßten die anglochinesifchen Verbände den Rückzug auf schlechten, vom Regen fast unpassierbar werdenden Saumpfaden antreten, was die Katastrophe Der Monsun ist ein regelmäßig wehender Wind in Süd- und Ostasien. Sein Name kommt von dem arabischen Worte Mausim-Jahreszeit. Damit wird sein Wesen gekennzeichnet. Denn er hängt von dem jahreszeitlichen Wechsel des Luftdrucks ab, der aus dem verschiedenen thermischen Verhalten der Festländer und Ozeane im Sommer und Winter her- vörgeht. Die ersteren erwärmen sich schnell, geben aber ebenso schnell die Wärme wieder ab. Bei den Meeren hingegen vollziehen sich beide Vorgänge nur ganz allmählich. So kommt es, daß der gewaltige asiatische Festlandsblock im Sommer sich schnell und ungewöhnlich stark erwärmt. Dadurch lockert sich die Luft über ihm auf und steigt in die Höhe. In den so entstehenden Leerraum dringen nun vom Indischen und Stillen Ozean Luftmassen radial landeinwärts in das asiatische Kerngebiet. Der Indische Ozean wie wesentliche Teile des Stillen Ojeans liegen zwar erheblich näher an den Aequa- tor heran. Trotzdem besitzt das Wasser in diesen eine niedrigere Temperatur als das sommerlich erhitzte Hochland Mittelasiens. Natürlich dauert dieser Vorgang nur so lange, wie die starke Sonnenbestrahlung stattfindet, d. h. im Sommer von April bis Oktober. Dieser Sommermonsun weht nach Südasien hinein von Südwesten und nach Ostasien von Südosten. Im Winter liegen die Dinge umgekehrt. Das Land hat die Hitze schnell wieder abgegeben. Mittelasien erstarrt in Kälte. Die beiden Ozeane bemalten big aus ihrer Lage sich ergebende Wärme, sie bilden also im Winter Tiefdruckgebiete, in die von Oktober bis April die kühleren Luftmassen aus dem Innern Asiens strömen, und zwar über Südasien als Nordostmonsun und über Ostasien als Nordwestmonsun. Da beide Winde je ein halbes Jahr wehen, ist es verständlich, daß sie für die Segel- und Kü-- stenschiffahrt wegen ihrer Regelmäßigkeit von großer Bedeutung sind. Entscheidender ist jedoch ihre Wichtigkeit für die von ihnen bestrichenen Länder. Es liegt auf der Hand, daß hier der Sommermonsun den Vortritt hat, denn er ist überall der Regenbringer. Vorderindien lebt und stirbt mit ihm. Wenn das Winterhalbjahr von Oktober bis April den kühlen, aber völlig trockenen Wind aus dem Innern über das Land schickt, dann bringt er nicht nur keine Abkühlung, sondern erwärmt sich durch die verbliebene Wärme und saugt dabei den letzten Tropfen aus dem Boden. Das Land durstet im April. Wehe, wenn dann wegen ungenügender Erwärmung In- nerasiens der Monsun nicht „kentert", wie der ortsübliche Ausdruck lautet, wenn er nicht von NO nach SW umtippt und damit die reichen Niederschläge aus der Ozeanverdunstung bringt. Ehe der Monsun die volle Feuchtigkeit erreicht hat, bedingt er eine fürchterliche Hitze in den Monaten April und Mai. Danach tritt eine Milderung der Temperaturen ein. Die an der Westgrenze von Birma gelegene meteorologische Station Tscherrapundschi verzeichnet jährlich die Rekordmenge von 12 Meter Regen (Deutschland im Durchschnitt etwa 60—70 Zentimeter!). Daß solche übergroße Hitze wie derartige . Regenmengen für die Kriegführung gerade förber* ! sich wären, wird niemand behaupten wollen. Meeren Anschluß hat. In verhältnismäßig kurzer Zeit ist hier eine bautechnisch erstrangige Leistung vollbracht worden, deren Kosten der neue Staat aus eigener Kraft aufgebracht hat. Eine Hauptquelle war für ihn dabei der jährliche Zuschuß er Anglo- Jranian Oil Company, welche die sudiranischen Oelfelder ausbeutet. Man muß also feststellen, daß die Sowjets, wenn sie an dieser Bahn entlang nach Süden vorgehen, unmittelbar in ein lebenswichtiges Gebiet der englischen Machtstellung am Indischen Ozean eindringen. Das weiß man in London ebenso gut wie in Neu-Delhi. Trotzdem will Tokio, 5.Mai. (Europapreß.) lieber den Feldzug in Burma berichtet ein Generalstabsoffizier: der Feldzug sei durch die unübertreffliche Marschsähig- keit der japanischen Infanterie gewonnen worden. Der Gegner harte die Grenze gegen Thailand nicht befestigt, da er annahm, daß es den Japanern unmöglich wäre, die hohen Grenzgebirge zu überschreiten. Die Ueberquerung wurde durch den Bau einer Auto st raße ermöglicht, wobei die thailändischen Pioniertruppen ausgezeichnet mitwirk- ten. Allerdings verzögerte sich die Vollendung dieses Straßenbaues. Infolgedessen war der Nachschub für die vorderste Linie sehr schwierig, was den Soldaten schwere Entbehrungen auferlegte und mehrere 100 Pferde kostete. Während des japanischen Vormarsches auf Rangun und der Kämpfe gegen die 17. Indische Division und britisch-burmanische Truppen waren st a r k e chinesische Kräfte in Nordburma eingerückt und standen mit vier Divisionen im Raume zwischen M and alay und Lashio. Während der Kämpfe um Rangun rückten sie nach Süden vor, mit der Absicht, die Japaner im Rücken anzugreifen. Die Japaner zweigten eine Kampfgruppe ab, welche die chinesischen Truppen festhielt. Nach der Besetzung Ranguns wurden vier schnelle mechanisierte japanische Verbände gelandet. Sie rückten sofort nordwärts. Dieser Vormarsch nach Norden kam dem Gegner offenbar überraschend, zumindest hatte er den japanischen Truppen nicht zugetraut, daß sie sich so weit nach Norden vorwagen würden. Das Meer als Barriere. Es ist schon viel Richtiges daran, den Krieg den Umwerter aller Werte zu nennen. Er zeigt den Reichtum in seiner Bedingtheit und läßt Völker, die ein höheres Maß weiser Voraussicht bewiesen haben als ihre Gegner, stärker erscheinen als diese. Er führt die Menschen zu primitiven Begriffen und Urteilen zurück und leugnet die Errungenschaften des weltumspannenden Verkehrs. Er unterstreicht die Vorteile der trockenen Grenzen und macht die Meere wieder zu dem, was sie für die Menschen der Urzeit gewesen sind: zu a b s p e r r e n- den Barrieren. Man treibt in Großbritannien und Nordamerika mit Vorliebe jene Vogelstraußpolitik, die Gefahren leugnet, wenn sie durch Verstecken des Kopfes aus dem Blickfeld gerückt werden. Die \n der Zeitschrift „Das Reich" abgedruckte Betrachtung über die beängstigend abgleitende britisch - nordamerikanische Schiffahrt zählt die Gründe auf, die Nordamerikas Tonnage fo besonders stark angespannt haben, und die daher die U-Boot-Erfolge der Achsenmächte und Japans in gefährlicherem Lichte erscheinen lassen, als es bis in die jüngste Zeit, von den beteiligten Personen und Völkern wahrgehabt wurde: die Vereinigten Staaten haben dem australischen Kontinent militärische Hilfe zugesagt und müssen, selbst wenn sie die recht bescheidene Streitmacht von drei Infanterie- und zwei Panzerdivisionen auf dem australischen Festland unterhalten, 540 000 Tonnen Schiffsraum einsetzen. Ein zweiter gefährlicher Störungsfaktor ist die unbefriMgende Oeloersorgung: für die Del« mengen, die aus den Bohrlöchern der Sundainseln nach den Ländern des westlichen Pazifik gesandt wurden und über die jetzt die Japaner verfügen, nmß auf sehrviel weiteren Wegen Ersatz aus Nordamerika, Mexiko, Venezuela und den west- indi'schen Inseln herangeholt werden. Schon jetzt — knappe fünf Monate nach Eintritt der Union in den Krieg — spüren die südamerikanischen Länder, soweit sie nicht selber Erdöl fördern, daß die Versorgung Australiens und' Indiens mit Treibstoff für Flugzeuge, Kriegsschiffe, Tanks und Kraftwagen im wesentlichen zu Lasten ihrer Versorgung mit Erdölprodukten geht. Wenn man in Washington den Dersorgungsnöten der „Kameraden" in der südlichen Hälfte des Doppelkontinents mit ziemlichem Gleichmut zusieht, so wird man die Erschwerung der eigenen Versorgung mit südamerikanischen Rohstoffen nicht so gelassen hinnehmen. Ueber kurz ober lang wird man bei der Bereitstellung von Tonnage für bolivianisches Zinn, chilenischen Sal- Doch sind beides nur Nebenerscheinungen. Das Hauptziel bleibt die Bolschewisierung des Landes und die Gewinnung des vom Zarismus vergeblich erstrebten ZugangeszumPerfischen Golf. Obwohl dieser im englischen Machtbereich liegt! Dieser Zugang stellt eine geopolitisch ungewöhnlich wichtige Kraftlinie bar. Er bildet gewissermaßen eine Landenge für ganz Vorderasien, die sich zwischen dem Kawischen Meer im Nqrben und dem Persischen Golf im Süden erstreckt. Sie umfaßt den wirtschaftlich wertvollsten Teil von ----- - . , . , . - - - Iran. Deshalb hat Riza ihn bereits durch eine 1400 Sowjets ganz Iran ausliefert. Die Maschen ihres Kilometer lange Eisenbahnlinie in den Jahren von Netzes werden immer dichter und unheilbringender. 1927 bis 1938 erschlossen, so daß er nach beiden I England wird das zuerst am eigenen Leibe fühlen. Das Gowjetneh über Iran Von unserem Ds.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) ! Adana, Anfang Mai 1942. 1 Als vor mehr als einem halben Jahr die Sowjetunion und England es für richtig hielten, das zwischen ihren Machtbereichen gelegene Kaiserreich Iran unter ihre Botmäßigkeit zu bringen, da erweckte es den Anschein, als wollte sich der Vorgang wiederholen, der bereits im Jahre 1907 zu einer Aufteilung des Landes in eine russische und englische Interessenzone führte. Damals war es ein wirklicher Gemeinschaftsakt der beiderseitigen Regierungen, die hier auf Kosten Persiens eine vieljährige Nebenbuhlerschaft beendeten, um sie in die Einkreisungspolitik umzusetzen, die bann so schnell zum ersten Weltkrieg führte. Diese Erinnerung möchte heute unter ähnlichen Verhältnissen eine Stütze für den eben geäußerten Gedanken der Gemeinsamkeit fein. Tatsächlich aber besteht ein grundlegender Unterschieb. Wenn 1907 vielleicht England sogar der Anreger des Gedankens war, so ist es heute bestimmt öcrjenige Teil, der aus der Gesamtlaae seiner politischen Verhältnisse gezwungen ist, den Wünschen seines Partners zu willfahren. Wer noch von Zweifeln beherrscht wird, sieht sich durch die Entwicklung in Iran in dem verflossenen Winter restlos überzeugt. Allerdings muß bemerkt werden, baß die Sowjetunion die Formen ihres politischen Vorgehens in Iran getarnt hat. Sie vermeidet jegliche sichtbare Gewaltanwendung, wie sie von der zari- sttschen Zeit her Üblich war und auch noch vor 20 Jahren von ihr selbst beliebt wurde. Sie trägt dem äußeren Schein nach dem stark ausgeprägten Selbstbewußtsein der Iraner Rechnung, arbeitet dafür aber mittels ihrer GPU. -Agenten um so intensiver und blutrünstiger. Sie hält sich auch dem Schein nach an die mit der unter dem Druck Moskaus zustandegekommenen Regierung getroffenen Abmachungen. Es bestehen der Form halber noch alle iranischen Behörden in voller Tätigkeit: von der Landesregierung bis zum kleinsten Verwaltungsbezirk in den Provinzen; aber sie werden von den Sowjets scharf kontrol- Ti er t! Das 1 643 558 Quadratkilometer umfassende, für europäische ^Verhältnisse riesenhafte Reich erscheint also rein äußerlich in seinen gewohnten Verhältnissen zu leben, obwohl die Bevölkerung stark beunruhigt ist und es an vielen Orten schon zu blutigen Zusammenstößen gekommen ist. Man darf auch nicht vergessen, daß das Land von nur 15 Millionen Menschen bewohnt wird, das ist auf 1 Quadratkilometer nur 9,2. Das wirtschaftliche und vor allem politische Leben pulsiert nur in den nicht sehr zahlreichen größeren Städten. Von diesen ist aber die Hauptstadt Teheran von jeglicher Besetzung bisher noch ausgenommen. So stößt man auf den ersten Sowjetposten erst 150 Kilometer von Teheran entfernt. In Teheran exerzieren nach wie vor die iranischen Truppen, ebenso in den anderen Garnisonen. Allerdings mit einem bemerkenswerten Unterschied! Man vermißt heute Spezialwaffen bei den Flugzeugen, Tanks und der schweren Artillerie. Von diesen sind sie durch die bolsche- Schanghai, 6.2UaL (DRV. Funkspruch.) Rach in Tschungking veröffentlichten Meldungen sind japanische Truppen von Burma aus in die chin e- ifche Provinz Dünn an eingedrungen. Der Sprecher der Tschungking-Regierung erklärte, daß die japanischen Truppen in der Rahe von Wan - fing, etwa hundert Kilometer nördlich von Lashio, die chinesische Grenze überschritten hatten. Der widerstand der Tschungking-Truppen, die unter Munitions- und Lebensmittelmangel leiden, ist nach gleichzeitigen Meldungen aus Bangkok nur noch gering. Auch nördlich und nordwestlich von Mandalay gehen die japanischen Operationen planmäßig vorwärts. Der geschlagene Feind zieht sich auf der ganzen 'Linie in großer hast zurück und muß zahlreiches Kriegsmaterial zurücklassen, das er aus Zeitmangel nicht mehr zerstören kann. So erbeuteten die Japaner allein am 4. Mai 14 Panzerkampfwagen und 17 Geschütze. Die Briten zerstörten jedoch auf ihrer Flucht alle Brücken und selbst Brunnen, trotzdem können diese Zerstörungen den japanischen Vormarsch nicht aufhalten, da die Japaner Flachboote mit sich führen, mit denen sie bereits auf Malaia und im bisherigen Verlauf des Burmafeldzuges alle Flüsse überquerten. Auch der Wasserbedarf der japanischen Truppen ist sichergestellt. Der Schaden, den die Briten auf ihrem Rück- Peter sowie chilenische Kupfer- und Eisenerze ernste Mühe haben. Nach den Erfahrungen, welche die Welt mit nordamerikanischen Produktionsankündigungen gemacht hat, ist es kaum mehr möglich, neue Pläne ernst zu nehmen. Wenn schon zu Beginn des großen Rooseoeltschen Rüstungsprogramms der Grundstoff der gesamten Fabrikation, das Eisen, nicht mehr reicht, so ist es eine offene Frage, wie folgende Dinge nebeneinander bewältigt werden können: 1. Die Wiederherstellung der bei Pearl Harbour vernichteten nordamerikanischen Schlachtflotte, 2. der Ausbau der gesamten Kriegsflotte zu einer Höhe, die ihr gegenüber jeder denkbaren Konstellation — also jetzt der Dreierpaktmächte — das Uebergewicht gibt, 3. die Versorgung Australiens, Neuseelands, Indiens, der Sowjetunion, Großbritanniens, der ibero-amerikanischen Länder und Nordafrikas mit Rüstungsmaterial, 4. die Zivilversorgung der westlichen Hemisphäre und 5. den Ausbau der Handelsflotte zu einem Instrument, das die Erfüllung aller kriegswichtigen Transportwünsche gewährleistet. Nordamerika ist auf dem Wege zu einer Art von Arterienverkalkung. Wenn es genügte, daß die kriegswichtigen Dmge irgendwo im Machtbereich der anglo-amerikanischen Mächte vorhanden sind, so brauchte man sich in Washington und London keine Sorge zu machen. Aber die Adern — die Arterien — die den belebenden Saft auf den großen Körper verteilen sollen, sind eng und brüchig geworden. Die Union hat das Problem zu lösen, mit einem geringeren Verteilungsapparat größere Leitungen zu erzielen. Was allgemein gilt, tritt auf einigen wichtigen Spezialgebieten besonders zutage: so auf dem des Erdöls. In der Ukraine bereitet der Umstand, daß die dort eingesetzten landwirtschaftlichen Maschinen unter der Sowjetherrschaft mit kaukasischem Erdöl betrieben wurden und jetzt nach der Unterbrechung der Zufuhr nicht mehr im früheren Umfang verwendet werden können, empfindliche Schwierigkeiten. Aehnlich liegen die Dinge bei jenen Gebieten der amerikanischen Union, die in der landwirtschaftlichen und gewerolicheü Produktion auf das anderwärts (in Pennsylvanien, Texas und Kalifornien) gewonnene Erdöl angewiesen sind. Die Tankschiffe, die früher von der Küste des Pazifischen Ozeans und dem Golf von Mexiko nach den industriellen Oststaaten der Union fuhren, müssen jetzt den flüssigen Brennstoff für die in Australien, auf Neuseeland und in Jnoien eingesetzten Flugzeuge, Tanks und Kraftfahrzeuge hin- überbringen. Es sind die weitesten Derforgungs- fcchrten, die in der Erdölwirtschaft überhaupt denkbar sind, da diese Fahrten sowohl von der Ostküste wie auch von der Westküste des amerikanischen Doppelkontinents aus vorgenommen werden — also zusammengelegt den ganzen Erdkreis umspannen würden. Während der interamerikanische Verteidigungs- ausschuß über die Sicherung der Transporte berät, wird der Ozean, der sonst völkerverbindend wirkte, immer mehr zu einer Barriere. Vom leidenschaftlichen Wunsch erfüllt, ben angelsächsischen Völkern Trost zu spenden, setzen, die Beauftragten des Präsidenten Roosevelt Meldungen über Schnellboote von höchster Geschwindigkeit und über moderne Flugzeuge von gewaltigem Aktionsradius in die Welt. Diese Kampfmittel sollen Gewähr dafür bieten, daß „bereits nach wenigen Monaten" die Versenkungszahlen, sinken werden. Dor einem Jahre suchte man die Welt mit fliegenden Festungen zu bluffen, die fähig sein würden, die Länder der Geg- ner in Trümmerhaufen zu verwandeln. Wenn es solche fliegenden Festungen gewesen sein sollten, die den vergeblichen Angriff auf die japanischen Inseln unternommen haben, so find sie allerdings keine besonders gefährliche Waffe. Jedenfalls ist es um diese schrecklichen Kampfmittel auch in der Nordamerika» Nischen Presse recht still geworden. Achnlich wird es auch bei anderen Verteidigungsmttteln gehen, — da ja die Angriffstechnik der Dreierpaktmächte nicht weniger erfinderisch sein dürfte als die Verteidigungstechnik der anglo-amerikanischen Länder. Cr. Japans neues Schiffsbau- Programm. . T o k i o, 5. Mai. (DNB.) Bei Beginn des China- Konfliktes besaß Japan rund vier Millionen BRT. Schiffsraum, die für den infolge des Kriegsausbruchs gewaltig gestiegenen Bedarf selbst dann nicht ausreichen, wenn die Neubauten der letzten Jahre einbezogen werden. Angesichts dieser Lage empfahl der japanische Wirtschaftsverband den Bau einer Handelsflotte von 15 Millionen Martin Behaims „Erdapfel". Der erste deutsche Globus. Das Weltgeschehen unserer Tage hat dem Globus wieder zu häufigerer Beachtung verhalfen. Die hellblaue Fläche der Weltmeere, das farbenprächtige Kartenbild Afrikas, die unendlich weite Fläche Asiens, besonders aber die grotesk anmutenden Grenzlinien Europas werden täglich unzählige Male von Tausenden und aber Tausenden mit forschendem und kritischem Blick betrachtet. Wer aber weiß, wann das erste Stück dieses idealen Hilfsmittels, das ein anschauliches Bild unseres Erdballes vermittelt, in Deutschland geschaffen wurde? Wer weiß, daß es der Nürnberger Martin B e h a i m war, der 1492, also vor 450 Jahren, seinen Mitbürgern den ersten deutschen Glpbus überließ, der sich heute im Besitz des Germanischen Museums befindet? Martin Behaim, den Kaiser Maximilian I. mit großer Bewunderung als den „am weitesten gewanderten Bürger des Deutschen Reiches" ehrte, entstammte einer alten angesehenen Familie der freien Reichsstadt Nürnberg, in der sein Vater ein ana-'- sehener Ratsherr mar. Der Sohn erlernte den Tuchhandel, weilte eine Zeitlang in Salzburg und im Oesterreichischen und ging von da 1457 nach Venedig. 1477 stand er in Mecheln in den Diensten eines Kaufherrn Jorius van Dorff, für den er zuweilen die Frankfurter Messe besuchte. Etwa vier Jahre daraus zog er nach Portugal, und hier, wo jeder, der sich mit dem Handel befaßte, von den neuen Entdeckungen und Handelswea"n schwärmte, scheint auch er von dem Drang in die Ferne ergriffen worden zu sein. Auf mehreren Reisen lernte er die Westküste Afrikas kennen, und bald kam er durch seine Kenntnisse, die ihn vor allen anderen S"e° fahrern auszeichneten, so zu Ehren, daß ihn der König von Portugal 1485 öffentlich zum Ritter schlug, wobei ihm der spätere Thronfolger, Herzog Emanuel, den rechten Sporn, der König selbst den Degen umschnallte. Eine neue Reise führte Behaim in das Gebiet der Azoren, und hier ließ er sich für längere Zeit auf der Insel Fayal nieder, die von einer flämischen Kolonie bewohnt wurde. Mit ihrem Oberhaupt, dem Ritter Jobst de Hurter, befreundete er sich und führte 1488 dessen Tochter als Gattin heim. BRT. Um alle technischen Probleme zu vereinfachen, wurde die Herstellung von nur zwei Standardtypen beschlossen. Jede Schiffswerft erhält nur einen Typ zugeteilt. Auf mehreren Werften haben die Arbeiten bereits begonnen, ferner gewährte die japanische Jndustriebank den Schiffswerften Anleihen von'196 Millionen Pen, was gegenüber dem Vorjahr eine Vermehrung um 60 Millionen Pen bedeutet. Akyab in japanischer Hand. Tokio, 6.2Hai. (DNB. Funkspruch.) Japanische Armeetruppen haben am 4.2Hai den Hafen von Akyab an der b u r m e s i sch - i n d i s ch e n Grenze, 400 Kilometer südwestlich von 2Uan- dalay, beseht. Die Hafenstadt Akyab, Hauptort des Bezirks Arakan der Provinz Unterburma, liegt an der Mündung des Arakan-Flusses in den Bengalischen Meerbusen und hat etwa 40 000 Einwohner, meist Hindus und Burmesen. Die Ausfuhr seht sich vor allem aus Reis, Baumwolle, Tabak, Pfeffer, häuten und Holz zusammen. Akyab ist der letzte größere Hafenort Burmas vor der indischen Grenze und liegt etwa 500 Kilometer Luftlinie von Kalkutta entfernt. Corregidor hat sich ergeben. Saigon, 6.Mai. (DRB.Funkspruch.) In einer hier vorliegenden Reuter-Meldung heißt es: „Das australische Hauptquartier teilt amtlich mit, daß Corregidor (die Jnselfestung in der Einfahrt zur Bucht von Manila auf der Philippinen-Inset Luzon) sich ergeben hat. Damit ist der letzte Stützpunkt der nordamerikanischen Herrschaft auf den Philippinen in japanischer Hand. Nachlangriff britischer Schnellboote auf ein deutsches Geleit abgewehrt. Oer Wehrmachtbericht. DRV. Ausdem Führerhauplquartier, 5. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Ostfront wurden mehrere Angriffsunternehmungen zur Verbesserung der eigenen Stellungen durchgeführk. Oertliche Angriffe starker feindlicher Kräfte blieben erfolglos. In Rordafrika geringe beiderseitige Aufklä- rungs- und Artillerielätigkeit. Der Hafen La Valetta und die Flugplätze der Insel Malta wurden erfolgreich bombardiert. Am Eingang des Kanals wehrten in der Rächt zum 4. Mai Minenfuch- und Räumboote einen Torpedo- und Artillerieangriff britischer Schnellboote auf ein deutsches Geleit erfolgreich ab. Lin feindliches Schnellboot wurde beschädigt. Vorpostenboote schossen am 4. Mal zwei britische Bombenflugzeuge ab. Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen am Tage Eisenbahnanlagen der englischen Küstenstadt E a st- b o u r n e mit guter Trefferwirkung an. Die britische Luftwaffe verlor am gestrigen Tage über der Kanalküste in Luftkämpfen und durch Flakartillerie 18 Flugzeuge. Starke Verbände deutscher Kampfflugzeuge belegten in der vergangenen Rächt den englischen Marinestützpunkt Lowes mit Sprengend Brandbomben. Britische Bomber führten eine Reihe planloser Angriffe gegen ungeschützte kleinere Städte und Landgemeinden in Süd- und Südwestdeutschland und gegen Wohnviertel in Stuttgart. Ein britischer Bomber wurde abgefchossen. Britischer Llebersall auf Madagaskar. Das europäische Frankreich war nach dem Stand gültig gehört und die — der Südostküste Afrikas w e 11 weichen von derjenigen Afrikas stark ab und Berlin, 5. Mai. Wie Reuter aus London berichtet, sind am Dienstagmorgeu kombinierte britische See - und Landstreitkräfte auf der französischen Insel Madagaskar gelandet. Das Staatsdepartement in Washington hat sich in einer Rote an den französischen Botschafter mit dem neuen britischen Rechtsbruch identifiziert. Der britische llebersall wurde damit begründet, daß einem angeblichen japanischen Unternehmen gegen den französischen Flottenstützpunkt Diego Suares auf Madagaskar zuvorgekomnien werden sollte. In Wirklichkeit sucht man in London nach einem Ausgleich für den Verlust Burmas durch einen billigen Erfolg Im Stile der Ueberfälle auf die französische Flotte bei Oran, auf die französische Besitzung Dakar in Westafrika und das Mandat Syrien. Wie diese britischen Rechtsbrüche ist auch die Landung auf Madagaskar durch nichts begründet, mag man sie auch in London und Washington als treuhänderische Maßnahme hinstellen und mögen die vereinigten Staaten auch damit drohen, daß sie französischen Widerstand gegen den britischen llebersall als Kriegsakt gegen sich betrachten würden. In dem Kommunique des Staatsdepartements heißt es weiter, daß die Vereinigten Staaten und England über Madagaskar einig seien und die Insel nach dem Kriege oder „wenn ihre Besetzung für die gemeinsame Sache der vereinigten Rationen nicht mehr lebenswichtig sei" an Frankreich zurücker- statten würden. Was von solchen Zusagen aus dem Munde der Kriegsmacher In Washington und London zu halten ist, wissen die Franzosen zur Genüge. Französische Meldungen besagen, daß die französischen Streitkräfe auf Madagaskar Befehl haben, den Engländern Widerstand zu leisten. von 1939 rund 551 000 Quadratkilometer groß. Die Insel Madagaskar, die ihm seit etwa 50 Jahren end- gewanderten Hova malaischer Abstammung und arabischen Stämmen. Tier- und Pflanzen- oorgetagert — im Westen des Indischen Ozeans liegt, übertrifft mit einer Ausdehnung von 595 000 Quadratkilometer das Mutterland um etwa 10 v. H. an Umfang. Aber die Insel, die viertgrößte der Ebbe, wird nur von 3’8 Millionen Einwohnern, darunter 25000 Franzosen, besiedelt. Madagaskar ist in seiner Entwicklung zurückgeblieben, weil es weitab vom Weltverkehr liegt und die schwierigen Derkehrsverhältnisse selbst ihre Erschließung hemmen. Achnlich wie die große, aber sonst wenig genannte Insel Neu-Guinea ist jetzt auch Madagaskar durch die kriegerischen Ereignisse zu einer Bedeutung gekommen, die die Insel nie erwartet und — wie man wohl hinzufügen darf — auch in dieser Art nie erhofft hat. Die Struktur der Insel ist sehr eigenartig. An der Ostseite, die dem Indischen Ozean zugekehrt ist, steigen alpine Ketten hart an der Küste auf. Sie fangen die feuchtwarmen Meerwinde auf und haben sehr reichliche Niederschläge. Die Küste, die Afrika zugekehrt ist, ist niederschlagsarm. Dazwischen liegt ein Hochland, das als Weideland großen Rinderherden Nahrung gibt. Eisenbahnen und Straßen sind ganz unzureichend entwickelt; der Verkehr ins Landesinnere wird zu einem guten Teil noch von Trägern besorgt. Infolgedessen ist über die Bodenschätze der Insel noch wenig bekannt. Jedoch sind Gold, Silber, Kupfer, Eifen, Nickel, Blei, Schwefel, beträchtliche Graphitlager, Glimmer, Antimon, Mangan und Salpeter gefunden worden. Aber der Bergbau ist noch gering. Haupterzeugnisse des Ackerbaues sind neben Reis, Zucker, Kaffee, Kautschuk, vor allem Gewürznelken und Vanille, von der vier Fünftel der gesamten Welterzeugung aus Madagaskar kommen. Eine große Rolle spielt die Viehzucht, vor allem die Rinderhaltung. Infolgedessen wird auch eine lebhafte Ausfuhr an Gefrierfleisch und Fleischkonserven in die Läqnder am Indischen Ozean betrieben. Die Bevölkerung, die Madagassen, besteht zum Teil aus Stämmen afrikanischer Herkunft, schon vor Jahrhunderten ein- Aber Martin Behaim hatte fein Vaterland nicht vergessen, und es war sein sehnlichster Wunsch, sich dort in seinem Glanze zu zeigen. Glücklich kam er, der sich rühmte, ,ein Drittel der Erde gesehen zu haben", in der Vaterstadt an und erhielt den Auftrag, „eine künstliche drehbare Kugel als getreues Abbild der Erdkugel zu fertigen, versehen mit allen neuen Landen, Meeren, Inseln unb sonstigem". Der Auftrag war nach Behaims Sinn. In feiner Werkstatt ließ er eine hölzerne Kugel von 54 Zentimeter Durchmesser drechseln und mit Pergament überziehen. Diese Pergamentfläche bemalte er mit allen Ländern und Inseln, die er gesehen hatte, und trug andere so ein, rpie sie sich ihm nach den Berichten anderer Entdecker darstellten. Auch schrieb er mit roter und schwarzer Tinte allerlei „Curiosa" bei, die er von ihnen wußte. Martin Behaims Globus, der „Erdapfel", bei dessen Herstellung ihm während 15 Wochen gegen eine Entlohnung von 15 Gulden der Nürnberger Handwerker Glockendon half, bedeutete den Markstein einer neuen Epoche in der Geographie, wenn auch fein Werk, selbst für damalige Zeiten, große Fehler' aufwies. Behaim kannte eben mit Ausnahme der westafrikanischen Küste, die er selbst befahren hatte, alle anderen Erdteile, Länder unb Meere nur aus den Berichten anderer, die als Erste in diese Gebiete vorgestoßen waren. Der erste deutsche Globus ist ein deutlicher Beweis dafür, daß Behaim von Indien, China, Japan und anderen Teilen des Erdballes gar keine deutlichen Begriffe hatte und nur einige fabelhafte Berichte von Ptolemäus, Plinius und manchen wahren Bericht von Marco Polo im Sinne feiner Zeitge- nollen ausschmückte. Es ist manches Selffame auf diesem ersten deutschen Globus zu finden. Bei der großen Insel Zi- pangu (Japan) steht eine lange Note: „Hie. finbt man vil Meerwundter von Serenen und anbem Fischen. Und ob Jemand von diesem wunderlichen Dolkb und fehamen Fischen im Moer ober Tbieren auf dem Erdreich begehrt zu wissen, der leß die Bücher Plini, Jsidori, Aristotelis, Strabonis. Spe- cula Vincenzi unb vil anbrer Lehrer " Unb bei ber Insel Java minor ist zu lesen: „In Königreich Jam-- bri haben die leutt Man unb Frawen hinden schwänz gleich die Hundt. Doch wechst übertrefflich vil Specerey unb allerlei Thier alß Ainhörner unb andere." Aus diese Weise ist der ganze Globus eng beschrieben. Den unteren Raum des großen Weltmeeres nimmt noch ein langer Bericht von der Verfertigung dieses Globus ein, dessen Schluß lautet: „solche Kunst unb Apfel gepracticiret unb gemacht worden nach Christi Geburt 1492. Der bart durch den gebuchten Herrn Martin Behaim gemeiner Stadt Nürnberg zu Ehren unb Letzte (Vergnügen) hinter ihme gelassen (hinterlassen), hat sein zu allen Zeiten in gut zu gebenden; nachbem er von hinnen wieber heim roenbet, zu seinem Gemahl, bas bann ob 700 mail von hinnen ist: ba er hauß halt, und fein Tag in seiner Insel zu beschließen, ba er da- heimen ist." Adolf Neß. Abschied. Erzählung von Werner Schumann. An einem schwülen Julitage des Jahres 1773 lief mit Windeseile die Kunde durch Berlin, daß Quantz, der vollkommenste Flötenvirtuose seiner Zeit, das Leben ausgehaucht habe. Als einer der ersten erfuhr es der König in Potsdam. Am Abend desselben Tages noch rollte die Kutsche des greifen Monarchen durch die Straßen der Hauptstadt. Im prächtigen Garten, ber zu Quantzens Grundstück (unweit des heutigen Anhalter Bahnhofs) gehörte, trat das neugierige Volk ehrfurchtsvoll zur Seite, als ber ein wenig gebückte König und fein Kammerdiener, ber den Flötenkasten trug, auf bas Trauerhaus zuschritten. Unb bann ftanb er in Quantzens Arbeitszimmer, wo man die mächtige Gestalt seines alten Freundes unter flackernden Kerzen aufgebahrt, und hieß den Advokaten Krause und all bie anderen Vertrauten des genialen Sonderlings auf eine Viertelstunde hinausgehen. Regungslos lauschend verharrte Friedrich. Seine dürren Hände bebten ein wenig, wie sie den Dreispitz hielten. Betörender Akazienduft drang in lauen Wellen durch bas halb geöffnete Fenster. Behutsam nahm ber Besucher eine ber hohen Kerzen aus dem Messingstänber, bis der Lichtschein auf bie wächsernen Finger unb bie locker geschlossenen Sippen fiel. Wie tonnten fle Schluß mii dem Bandenkrieg. Von unserer Berliner Schriftleitung. In dem Plan Stalinscher Kriegführung spielt b e r Bandenkrieg im Rücken ber deusichen Front eine ziemlich betonte Rolle. Von bolschewistischer Seite ist gleich zu Beginn des Krieges erklärt worden, daß diese Banden nach ganz bestimmten Anweisungen ihre Tätigkeit ousüben. Sie setzen sich aus vorher bestimmten und für den Banbenkrieg besonders ausgebildeten Zivilisten, aus versprengten Sowjetarmisten in Zrvilkleidern und aus jüdischem Gesindel zusammen. Geführt werden sie vom besonders verschlagenen Kommissaren,, die M auf dem Gebiet des Räuberwesens gegen die eigE Bevölkerung hervorgetan haben. Diese Banden führen nicht Krieg, sondern betätigen sich als Heckenschützen, Straßenräuber und Mordbrenner. Sie terrorisieren die Bevölkerung unb versuchen, bie deutschen Nachschub linien zu stören. Ihr Einsatz in ber Kriegführung ist also Rückfall in die schwerste Barbarei des finstersten Mittelalters, paßt aber in bie bolschewistischen und plutokratischen Kampfmethvden. England ist stolz auf seine Methoden der „versengten Erde", des systematischen Luftkrieges gegen die Zivilbevölkerung und auf seine kulturschänderischen Luftbomb-ardements, Stalin führt seinen Mordbren- nerfrieg und Roosevelt hält öffentlich Bittgottes- bienfte ab für den Sieg ber Waffen dieser „Kulturträger". Von deutscher militärischer Seite wird jetzt eine systematische Aufräumung der Gebiete hinter der deutschen Front durchgeführt. Es wird hart unb rücksichtslos durchgegriffen durch besondere Säuberungskommandos sowie gelegentlich auch durch Truppen ber rückwärtigen Ärmeegebiete, ber Stäbe und Parks, Baubataillone sowie Truppen der Verbündeten (Ungarn, Spanier, Slovaken). Gegenüber dem bolschewistischen Gesindel, das die Maßnahmen der deutschen Truppen zu behindern oder auszuspionieren sucht, haben nur schärfste Abwehrmaßnahmen Erfolg. Nachdem die grimmige Winter- kälte gegen Ende März gebrochen war, setzte diese Säuberungsaktion ein, in deren Verlauf eine deutsche Sicherungseinheit im Monat April 6860 Bolschewisten unschädlich gemacht, 26 Geschütze, 12 Granatwerfer, 33 Maschinengewehre und einen Panzer vernichtet oder erbeutet hat. weisen durch südasiatisch-australische Formen auf alte Landzusammenhänge hin. Seit 1897 ist Madagaskar, das schon Marco Polo bekannt war, französische Kolonie, nachdem frühere französische Kolonisationsversuche mißlungen waren. Marschall Galliöni paar ber erste Gouverneur und der später m Marokko berühmt gewordene Marschall Lyautey sein Gehilfe. Seit 1930 ist Lson Cayla Generalgouoerneur. Frankreich unterhielt im Frieden etwa 6000 Mann Besatzung auf ber Insel, von denen jedoch nur 1500 Europäer waren. Die Haupfftadt ist Tananarivo mit etwa 120 000 Einwohnern. Kleine politische Nachrichten. Wie das Oberkommando der Wehrmacht mit« teilt, schossen deutsche Jäger in Luftkämpfen an der Kanalküste nach bisher vorliegenden Meldungen am Dienstag sechs britische Jagdflugzeuge ohne' eigene Verluste ab. * Der Führer hat anläßlich des Ablebens des dänischen Staatsministers S t a u n i n g dem dänischen König durch den Bevollmächtigten des Reiches in Kopenhagen, Gesandten von Renthe-Fink, sein Beileid aussprechen lassen. * Von den in Finnland weilenden deutschen Truppen ist eine Sammlung zugunsten der finnischen Waffenbrüder durchgeführt worden, die 183 860' Finnmark gebracht hat und dem Feldmarschall Man» necheim zur Verfügung gestellt wurde. * Am Montag wurde die Besetzung von Dansa- l a m, dem Sitz ber geflohenen philippinischen Regierung und Zufluchtsort des philippinisch-amerikanischen Hauptguartiers auf Mindanao, beendet. Damit befindet sich nunmehr die ganze Insel unter japanischer Kontrolle. * lieber eine Millian Chinesen hat bas Stadtgebiet vön Groß-Schanghai im Laufe der letzten Monate verlassen. Den Aufruf zum Verlassen der Stabt erließ die Nangking-Regierung mit dem Hinweis, baß nicht genügend Nahrungsmittel vorhanden feien für bie mehr als 3,5 Mill. Einwohner der (Stabt raunzen, sich spöttisch kräuseln, unb dennoch Wunder von edelsten Tönen erzeugen! Der ba hat nun! die Flöte für immer aus der Hand gelegt, sann der Philosoph, den plagen keine Mißtöne mehr, der hört nur noch die Musik des Alls. „Nun, mein lieber Quantz, paß Er gut auf", murmelte Friedrich, indem er die silberne Flöte aus dem Kasten nahm unb mit unterdrücktem Seufzer an bie trockenen Lippen führte, um mit ruhiger Andacht bas feierliche Adagio aus Quantzens allerletzter Komposition für den Toten zu spielen. Helle unb dunkle Töne, die fein Geist noch vor wenigen Tagen erdacht, umschwebten, umschmeichelten den Abgeschiedenen. Doch während die schlichte, rührende Melodie den Raum erfüllte, verwandelte sich dem königlichen Flöttsten, den bie schmerzliche Stunde, der Dust und die weltferne Stille vielleicht benommen hatten, die Szene, unb er sah sich durch die halbgeschlossenen Lider zur Abendstunde neben dem prunkvollen Flügel im Musikzimmer des Potsdamer Schlosses unb im Hintergrund) Quantzens kritisches, regungsloses Gesicht. Plötzlich vermeinte der König, bas bekannte Zucken darin zu sehen, die tadelnd hochgezogenen Augenbrauen, jene gefürchtete, stumme Rüge. Ganz deutlich nahm es der König wahr, wurde unsicher — unb stockte endlich. Er setzte schuldbewußt das Instrument ab unb blickte, wie Vergebung heischend, auf den friedvoll Schlummernden: „Pardon, lieber Quantz ...Er soll sich ja keinen Katarrh zuziehen, hat Er mich verstanden? Ich werde Ihm di« fehlerhaften Takte noch einmal vor- fpielen ...!" Unb wie ein Schüler vor feinem alten Lehrer, der aus dem Mienenspiel die Zensuren abzulesen sich bemüht, hob Preußens großer König abermals das silberne Instrument auf, neigte das welke, gepuderte Haupt unb blies so rein unb bin- gegeben, auf baß jener in ben anberen Gefilden la seine selige Ruh' fände. So sandte Friedrich dem lieben Toten in einem unvergleichlichen Konzert, bas wie eine letzte, erschütternde Zwiesprache zweier Musiker war, besten eigene Gedanken freundschaftlich ins Irgendwo nach und ging darauf getröstet davon, denn Quantzens sonst grimmes Gesicht war nunmehr milde wie ein Dorfteich am Abend und schien, wie es den glücklichen Herrscher dünkte, nur eines noch ausAU* drückem bravo. Majestät, braool 1 d - Sieg um jeden Preis! Samstag, 9. Mai, 20.15 Llhr: Alten-Vufeck iRedner: Schäfer III.); Annerod (Schulz); Bellersheim (Viel); Bersrod (Lenz); Gar- benteich (Vordmann); Gießen (Gauleiter); Heuchelheim (hoffarth); Lauter (v. Haren): Lich (Jung); Lollar (v. d. Osten); Ober-Bessingen (Zimpelmann); Ostheim (G. Fischer); Pohl-Göns (Vieth); Rodheim a.d. h. (Eckardt); Weitershain (Schweigert); Wohnbach (Dr. Henner). Sonntag, 10. Mai, 11 Llhr: Grohen-Buseck (Redner: Schäfer III.); Birklar (Schulz); Trais-Münzenberg (Viel); Saasen (Lenz); Watzenborn-Steinberg (Rordmann); Allendorf a. d. Lahn (Dr. Schumann); Beltershain (hoffarth); Weickartshain (v. Haren); Grüningen (Jung); Daub- ringen (v. d. Osten); Ettingshausen (Zimpelmann); Rieder-Weisel (G. Fischer); Kirch-Göns (Vieth); Trais-Horloff (Eckardt); Londorf (Schweigert); Wölfersheim (Dr. Henner). Sonntag, 10« Mai, 15 Llhr: Rödgen (Redner: Schäfer III.); villingen (Schulz); Münzenberg (Viel); Reiskirchen (Lenz): Steinbach (Nordmann); Klein-Linden (Dr. Schumann); Geilshausen (hoffarth); Freienfeen (v. Haren); Holzheim (Jung); Mainzlar (v. d. Osten); Harbach (Zimpelmann); Griedel (G. Fischer); Lang-Göns (Vieth); Hungen (Eckardt); Allendorf a.d. Lumda (Schweigert); Steinfurth (Dr. Henner). Sonntag, 10. Mai, 19 Llhr: Wiefeck (Redner: Schäfer III.); Ruppertsburg (Schulz); Ober-Hörgern (Viel); Burkhardsfelden (Lenz); Hausen (Korbmann); Grotzen-Linden (Dr Schumann); Laubach (v. Haren); Sambach (Jung); Staufenberg (v. d.Osten); Grünberg (Zimpelmann); Butzbach (G. Fischer); Leihgestern (Vieth); Langsdoif (Eckardt); Treis a.d« Lumda (Schweigert); Rockenberg (Dr. Henner). Am Gamstag, 9. Mai, und (Sonntag, 10. Mai 1942 finden im Kreis Detteran folgende öffentliche Kundgebungen statt: In Gießen spricht am Samstag, 9. 2Nai, um 20.1 5 Uhr der Gauleiter und Reichsstatthalter Jakob Sprenger in der Aula der Landesuniversität. Die Rede wird gleichzeitig in den Großen Hörsaal und aus den Platz vor der Universität übertragen. Ferner sprechen im Kreisgebiet: Volksgenossen und Volksgenoffinnen! Die große Zeit des Ringens um Deutschlands Zukunft, in der wir leben, erfaßt mit ihren Auswirkungen jeden einzelnen. Kommt daher alle in die Versammlungen der NSDAP. und nehmt teil an den brennenden Fragen der Gegenwart! Aus der Stadt Gieße«. Der junge Arbeitskamerad. Fritz steht vor dem Setzkasten und fügt Zeile für Zeile in den Winkelhaken. Das ist nicht so leicht, wie es aussieht. Man muß wissen, wo die einzelnen Buchstaben liegen, muß sie so fassen, daß sich die Einkerbung oder Signatur, wie die Gesellen sagen, oben befindet, und muß schließlich die Zwischen- räume kunstgerecht verteilen, daß eine Zeile genau so ausgeglichen ist wie die andere. Fritz geht bedachtsam zu Werke, er kann es jetzt schon von Tag zu Tag besser. Freilich, als er vor einigen Wochen feine Lehre begann, war der Setzkasten noch ein ungelöstes Rätsel. Da lagen in unzähligen Fächern die einzelnen Typen. Es gab kleine und große Fächer, schmale und dickere Buchstaben und außerdem noch Füllmaterial, das mitunter zwei Finger stark, dann auch wieder fast so dünn wie Haaresbreite war. „Sieh dir den Kasten nur genau an", hatte ihm der Lehrgeselle gesagt, „du wirst ihn dann schon kennenlernen." In den ersten Tagen also studierte Fritz den Setzkasten. Er fand, daß die Buchstabenfächer nach einem ganz bestimmten System geordnet waren, sah, daß die Gesellen mit einer erstaunlichen Fixigkeit und ohne näher hinzuschauen die Typen Zu Wörtern und ganzen Sätzen aneinanderreihten und wunderte sich, wie sie es vermochten, die Spiegelschrift geradezu spielend zu lesen. Es, erschien ihm als höchst erstrebenswertes Ziel, es diesen Gesellen gleichzutun. Und dann kam der Tag, an dem er selbst den Winkelhaken in die Hand nehmen konnte. „Immer langsam und sorgfältig^, bedeutete ihm der Lehrgeselle, der schon so manchen Jünger in die Geheimnisse der schwarzen Kunst eingeführt hatte. Fritz hielt sich an die Weisung und stolz konnte er einige Zeit später seine erste selbstgesetzte Zeile vorweisen, die der Lehrgeselle mit kritischem Wohlwollen prüfte. So ging es weiter, doch dann galt es, mit neuen Schwierigkeiten fertig zu werden. Da gab es in einigen Kästen winzig kleine' Schriftgrade, in anderen wieder mächtig große, und alle trugen für ihre Stärke eine besondere Bezeichnung, die gar nicht alltäglich war. Fritz erfuhr, daß es einen Grad „Korpus" gab, dann einen mit dem Namen „Cicero, andere hießen „Petit" oder „Tertia", es erwies sich als gar nicht leicht, all das zu merken, was auf ihn einstürmte. Aber nach und nach wurden die Dinge übersichtlicher, und jetzt steht also Fritz bereits mit einigem Verständnis vor dem Setzkasten und bemüht sich, nach einer Vorlage einen kleinen Artikel abzusetzen. Es wird noch eine geraume Weile dauern, bis Fritz die wichtigsten Grundlagen seines Handwerks beherrscht, doch er bringt einen frohen Eifer mit, der ihn sicher vorwärtsbringt. Wie ihm ergeht es vielen Tausenden von jungen Menschen, die in diesen Wochen sich in die Front der Schaffenden eingereiht haben und nun lernbegierig an der Werkbank stehen. Ihr Bestreben ist es, im Beruf ein ganzer Mann zu werden, und dazu wird ihnen neben dem eigenen guten Willen die kameradschaftliche Fürsorge derjenigen Helsen, die in den jungen Mitarbeitern die Zukunft ihres Berufsstandes verkörpert fehern Sch. Der Einheitslohnabzug in der Sozialversicherung. Die Schaffung eines einheitlichen Lohnabzuges machte eine Aenderung d e r Rentenversicherung notwendig. Die Beiträge der versicherungspflichtigen Arbeiter und Angestellten zur Rentenversicherung betragen künftig einheitlich 5 6 v. h. des Entgeltes. Bei der Invalidenversicherung entspricht dieser Beitrag dem bisherigen Durchschnittsbeitrag. Eine wesentliche Abweichung tritt dagegen bei der Angestelltenversicherung ein. Der Beitrag wird jetzt ebenfalls auf 5,6 v. h. des Entgeltes erhöht. Selbstverständlich ist damit auch eine entsprechende Steigerung der Rentenleistung verbunden. Der Beitrag zur Rentenversicherung wird nunmehr für die krankenversicherungspsluh- Ligen Arbeiter und Angestellten nach dem Grundlohn berechnet, der auch für die Krankenkaßenbei- träge maßgebend ist, und amaroon einem Grund- lohn bis zu 300 RM. monatlich. Diese Grenze bedeutet für die Invalidenversicherung zugleich eine Beitraqsaufstockung. Während bisher schon bei einem ^Wochenlohn von etwa 50 RM. die Hochs e Beitragsklasse erreicht war, werden jetzt auch die böberen Löhne mit 70 RM. wöchentlich bet ben BeUragsentrichtungen erfaßt. Für die ^gestellten, die nicht krankenoersicherungspflichttg sind, bleibt es bei der Versicherun^spflichtgrenze von 600 RDt monatlich. Sämtliche Beitrage werden künftig in einer Summe an die Krankenkassen entrichtet. Das Markenklebeverfahren fällt fort. Auf die neue Qmt- tungskarte werden künftig die Entgelte ^getragen, ebenso die Beschäftigungsdauer. Die Ouittungskarte schreckt, als sie sich selber zugestehen wollte. Aber sie beherrschte sich meisterhaft. . „Gott", warf er hin, „draüber spncht doch jeder. Wann haben Sie Lanos zuletzt gesehen?" Sie überlegte einen Moment. „Vor etwa — vier Wochen", gab sie zur Antwort. "Das wäre also Anfang August gewesen. Und wo, wenn ich fragen darf?" „In — Hamburg." „Was hatte er m Hamburg zu tun? „Er verhandelte mit einem Agenten wegen eines Engagements in. Brüssel." „Sie waren doch seine Partnerin? ,2a." "llnb sind Sie mit ihm nach Brüssel gegangen?" „Nein." „Warum nicht?" „Wir stritten uns — ich fuhr bann nach Berlin — Wußten Sie, baß Lanos auch nach Berlin kam? „Nein." , . L „Offenbar war er Ihnen nachgefahren, um Sie zu suchen, nicht?" Sie zuckte die Achseln. - „Möglich." Dann wandte sie sich wieder zum Spiegel. Sie konnte so besser ihre Mienen verbergen. „Kannten Sie Barthold?" "Rein." . , „Aber Fräulein Perling wird Ihnen doch bekannt ^^Ja, was ist mit ihr? Hat sie damit etwas zu tun?" .. „Das — möchte ich gern von Ihnen Horen, Fraulein Norodna." „Ich — weiß es nicht." „Wirklich nicht? Denken Sie doch mal nach. Nein." Sie schüttelte lebhaft den Kopf und warf ihm durch den Spiegel einen furchtsamen Blick zu, ben Wenig wohl verstand. Haben Sie vielleicht Angst, Fraulein Perling irgendwie zu beschuldigen?" fragte der Kriminalrat jetzt. vielleicht! Sie hat gute Beschützer, die drei enthält auch Markenfelder für die freiwillige und Höherversicherung. Für eiserne Sparer werden nun auch in der Rentenversicherung ine Leistungen vom vollen Entgelt berechnet, während die Beiträge weiterhin von dem arm die Sparbeträge gekürzten Lohn entrichtet werden. Aus der Ouittungskarte ist daher der volle Lohn ohne Abzug der eisernen Sparbeträge einzutragen. Der jährliche Steigerungsbetrag der Invalidenrenten beträgt 1,2 v. H. der in den Quittungskarten eingetragenen Entgelte, höchstens jedoch von einem Entgelt von 300 RM. monatlich wie bisher. Dagegen wird in der Angestelltenvevsicherung der jähr« llche Steigerungsbetrag auf 0,7 v. H. erhöht. Die neuen Bestimmungen ge l t e n nich t für die Selbstversicherung, die freiwillige Weiterversicherung und die freiwillige Höherversicherung sowie die Pflichtversicherung der Selbständigen. Hier werden weiterhin Marken geklebt. Für die allgemein durchgeführte betriebliche Höherversicherung tritt dennoch eine wesentliche Erleichterung dadurch ein, daß für alle Gefolgschaftsmitglieder nur noch die gleiche Marke zusätzlich zu kleben ist. In der Invalidenversicherung wird es statt der Einwochenmarken für diese Zwecke nur noch Zweiwochenmarten geben. 3um Reichsstock für Arbeitseinsatz sind alle Lehr- und anerkannten Anlernverhältnisse beitragsfrei. Sprechstunde des Kreisleiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, 7.5. 42, nachmittags von 15—17 Uhr, in Gießen, Lonystraße 18, statt. Amt für Agrarpolitik. Die Sprechstunde des Amtes für Agrarpolitik fin- bet am Donnerstag, 7.5.42, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Lonystraße 18, statt. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 6.Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, V» kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 47, Zwiebeln, kg 17, Rhabarber 25 Rpf. Verdunkelungszeit: 6. Mai von 21.56 bis 5.11 Uhr. Ehrung mit dem Leistungsabzeichen. In einer fchlichten Betriebsfeier in der Werkstatt der Bäckerei Ludwig Rühl in Gießen, Marktplatz, wurde den Betriebsinhabern am gestrigen Dienstagnachmittag das im Leistungswettbewerb der Deutschen Arbeitsfront von der Betriebsgemeinschaft Rühl errungene Leistungsabzeichen für vorbildlichen Kleinbetrieb überreicht. Zu der Feier hatten sich mit dem Hoheitsträger des Kreises Wetterau, Kreisleiter Backhaus, weitere Vertreter der Partei, der DAF. und der Gießener Handwerksführung eingefunden. Kreisleiter Backhaus gab in einer kurzen Ansprache an die Betriebsgemeinschaft seiner besonderen Genugtuung darüber Ausdruck, baß er diesem handwerklichen Kleinbetrieb für seine guten Leistungen diese Auszeichnung der Deutschen Arbeitsfront überreichen könne, und er sprach zu dem schönen Erfolg ihres Mühens ben Inhabern des Betriebs, ben Familien Rühl und Katz, sowie ihren Gefolgschaftsmitgliedern herzliche Glückwünsche für die wohlverdiente Ehrung aus. Er würdigte dabei auch die besonderen Schwierigkeiten, die gerade jetzt im Kriege im allgemeinen und besonders bei einem Leistungswettbewerb in den Betrieben überwunden werden müssen und auch hier in vorbildlicher Weise gemeistert worden seien. Der Kreis- leiter wies bann auf ben die ganze Heimat oer- pflichtenden Einsatz unserer Soldaten an der Front hin und betonte, daß nach diesem Maßstab zu Hause der restlose Einsatz aller schaffenden deutschen Menschen auszuvichten sei. Die Bäckerei Rühl habe sich durch ihre Leistungen als ein vorbildlicher nationalsozialistischer Betrieb erwiesen, dessen Beispiel richtunggebend für andere sein solle.,Der Leistungswettbewerb solle ja nicht nur die großen Betriebe umfassen, sondern auch die kleinen und kleineren Betriebe mit heranziehen, denn auch diese könnten in sozialer Hinsicht für ihre Gefolgschaft und in ihrer beruflichen Leistung hervorragendes zustande bringen. Zum Schluß gab der Kreisleiter dem Wunsche Ausdruck, daß die Betriebsgemeinschaft Rühl diese Auszeichnung als einen neuen Ansporn ansehen möge, in kameradschaftlicher Verbundenheit von Be- Willis sind anscheinend sehr für sie eingenommen, und wenn ich etwas sagen würde, was gegen sie sprechen würde, so würde ich Schwierigkeiten bekommen. Es ist nur recht auffällig, daß sie anfangs so tat, als wüßte sie nichts von der ganzen Sache und später es sich herausstellte, daß sie gerade einen Tag nach der Tat nach Berlin kam. Mir kommt das alles sehr sonderbar vor, vor allem auch, daß die Perling beide sehr gut kannte, Lanos und auch Barthold. Vielleicht können Sie sich allein Ihren Vers darauf machen." Sie stand jetzt auf und trat hinter eine spanische Wand, um sich anzuziehen. Auch Wenig war aufgestanden. „Ich glaube", sagte er, „ich brauche Sie nicht mehr zu bemühen. Also Sie bleiben babei, Lanos in den letzten Wochen nicht gesehen zu haben und von der Tat nur das zu wissen, was in den Zeitungen stand —" „Genau so ist es, Herr Kriminalrat, ich kann es beschwören —" „Run, lassen wir das. Vielleicht komme ich noch einmal her, um mir von Ihnen eine weitere Information zu holen. Dielen Dank inzwischen, vor allem auch für das Autogramm." Er hörte sie hinter der Wand lächeln. „Sie haben mich schön beschwindelt", sagte sie. „Ja, ja, aus mehr oder weniger Schwindeln setzt sich das ganze Leben zusammen, Fräulein Norodna, Sie werden das wohl auch wissen. Guten Abend!" Wenig trat lächelnd aus der Tür und traf auf Willis, der anscheinend draußen auf ihn gewartet hatte. „Ah, Herr Willis", rief der Kriminalrat, „ich nehme an, Ihnen ist noch etwas eingefallen?" „Allerdings, und ich glaube, ich muß Ihnen das sagen. Ick weiß nicht, ob es für Sie wichtig ist", meinte Willis, „haben Sie mit Fräulein Norodna gesprochen?" „ „Ja, sie weiß aber auch ziemlich wenig von ihm. „Hm, hat sie etwas über Fräulein Perling ge- sagt?" Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp 22. Fortsetzung. «Nachdruck verboten.) k°um°n." Wollen V bitte'M« Ihren Nomen dachte sie. während sie schrieb. trocknen- D°nn setzte er -tz bcn Spiegel, „w°- °L°nMl°nst n°Ä W°ll?n S.° mich zu e.nem Souper, einladen? gefehlt. Dann müßte ich Freilich, das hatte m gese^^ f„r ben flan3en an einem Abend die Sp I . ^e£hnungsbeamte Monat verpulvern unb der würde in Ohnmacht fa - . ' yeberraschung. K-nd, übereinander Wenig schlug gemütlich freundlichsten Lächeln: und sagte wieder m^h-m 'reundllch n „SS & «»■"» ="■ ^Mis-in-M Ruck drehte sie sich W und faß ihm ^U°b°"'L°n°< fragte sie ernst, „was interessier. flerefen, d°tz d'° ^rthold ermordet zu haben." ^ fch las davon. Aber was haben Sie dam.t 'Ä'bin Kriminalrat W-M-m Polizeipräsi- gehört^daß"Sie^feinerzeit mit Lanas van den W.l- lis weggegangen sind r-f äMtr Seine Eröffnung, „f" SSÄ * ”* - triebsführer und Gefolgschaft auf dem bisherigen Wege weiter voranzumarschieren. Mit diesem Wunsche verband er die besten Glückwünsche der Partei und seine eigenen guten Wünsche für die Betriebsgemeinschaft Rühl. Der Betriebsführer, Bäckermeister Karl Katz, dankte dem Kreisleiter und der Deutschen Arbeitsfront für die Auszeichnung und für die herzlichen Worte der Anerkennung, die bei dieser Gelegenheit dem Wirken der Betriebsgemeinschaft gewidmet wurden. Betriebsführer und Gefolgschaft würden diese Ehrung als besondere Verpflichtung für ihre weitere Arbeit ansehen. Der Redner gedachte sodann unserer Soldaten an der Front und babei besonders der Kameraden, die aus der Betriebsgemeinschaft zu den Waffen geeilt sind, und der beiden gefallenen Kameraden, die einst im Kreise der Betriebsgemeinschaft mitgewirkt haben. Betriebsführer und Gefolgschaft würden auch weiterhin an ihrer Stelle alles tun, um zur Erringung unseres Sieges beizutragen. Woche für Kunst und Literatur 1942 der Universitätsstadt Gießen. Der Goethe-Bund und die Kulturelle Vereinigung bringen im Rahmen des Programms der Gießener Kunstwoche 1942 am Freitag, 8. Mai, und am Sonn- tag, 10. Mai, zwei bedeutsame Darbietungen. Am Freitagabend findet in der Aula der Universität eine Feierstunde „Musik und Dichtung" statt, für die ein erlesenes Programm aufgestellt wurde. Als Vertreter des Reichsministeriums für Voltsaufklärung und Propaganda wird Oberregierungsrat Dr. Rudolf Erdmann über das Thema sprechen „Das Lied in der Dichtung der Zeit" und damit Bezug nehmen auf die enge Verbindung zwischen Dichtung und Musik. Anschließend wird der bekannte schlesische Dichter Friedrich Bischoff aus seinem Gedichtband „Das Füllhorn" feinsinnige Lyrik lesen. Um dieser Feierstunde zum Beginn und Ausklang ein stimmungsvolles Gepräge zu geben, ist das Drumm-Quartett vom Landestheater Darmstadt verpflichtet worden, die Feierstunde durch Konzertvor- träge zu umrahmen. Ebenso wird sicherlich, wie alljährlich, die Schluß- veranstaltuna der Kunstwoche besonderes Interesse finden. Dieses Mal sind die bekannten Tanz- schwestern List und Sybille Spalinger vom Deutschen Opernhaus Berlin und der Oper Graz, denen ein ausgezeichneter künstlerischer Ruf voraus- gcht, zu einem Tanzgastspiel gewonnen worden. * ♦♦ Ernennung beim Theater der Universitätsstadt Gießen. In Anerkennung seiner Verdienste um die künstlerische Entwicklung des Städttschen Orchesters Gießen wurde der musikalische Duerleiter des Theaters der Universitätsstadt Gießen, Otto S ö 11 n e r, von Oberbürgermeister Ritter auf Vorschlag des Intendanten Hans Walter Klein mit Wirkung vom 1. Mai 1942 zum Städttschen Musikdirektor ernannt Amtsgericht Gießen. Unter der Anklage des Diebstahls hatte sich gestern die E. W. aus Gießen vor dem Amtsgericht zu verantworten. Die Frau war in einer hiesigen Schuhwarengroßhandlung tätig und hatte während ihrer Arbeit in der Zeit vom 4. August bis 16. Dezember vorigen Jahres insgesamt 29 Paar Schuhe aller Art gestohlen, die sie zum Teil für sich verbrauchte, zum größeren Teil aber an Bekannte und Bekannte und Verwandte verschenkte oder verkaufte. Die gestohlenen Schuhe konnten teilweise wieder herbeigeschafft und der Firma zurückgegeben werden, jedoch hatte die Firma einen Schaden von rund 200 RM. zu verzeichnen. Die einschläaig vorbestrafte Angeklagte wurde wegen Diebstahls und Vergehens gegen die Derbrauchsregelungsstrafver- ordnung zu einem Jahr und fe ch s Mona« ten Gefängnis, abzüglich 75 Tage Unter« fuchunashaft, verurteilt Ihre Vorstrafen wirkten straferschwerend. „Das übliche, Herr Willis, das übliche. Was wollten Sie mir noch sagen?" Willis begleitete den Kriminalrat zum Bühnen- ausgang. „Am 28. August —" „Also am Mordtage —" unterbrach ihn Wenig. ■ „Ja, da traf Petersen Lanos 7 Uhr abends im Variet6cafä und stellte ihn wegen seiner damaligen Flucht zur Rede. Lanos versprach, am selben Abend um 21 Uhr zu uns nach dem Imperial-Dachgarten zu kommen. Es, könne etwas später werden, setzte er hinzu, jedoch keinesfalls nach 21 Uhr 30. Er kam nicht Statt feiner erschien kurz nach 21 Uhr 30 die Norodna und sagte, wenn wir auf Lanos werten, sollen wir uns die Zeit nicht lang werden lassen. Das ist es, was ich Ihnen sagen wollte. Ich möchte hinzufügen, daß ich nicht glaube, daß die Norodna irgend etwas mit der Sache zu tun hat, ich halte das nur für eine leere Rederei von ihr. Trotzdem mußte ick es Ihnen sagen, Welt und Petersen sind der gleichen Ansicht." Sie standen jetzt am Bühnenausgang. Wenig sah die Straße hinab, von der die Lichtreklamen des Eispalastes grell widerleuchteten. Er drückte Willis die Hand. „Ich danke Ihnen, Herr Willis. Guten Abend!" Und dann war er schon im Getriebe der Straße verschwunden. — Am nächsten Tage hatte der Kriminalsekretar Krähe wirklich eine Sensation für den Kriminalrat, weshastr er auch von 8 Uhr ab bereits im Büro anwesend war und zwischen seinem und dem Schreibtisch des Kriminalrats hin und her lief und dauernd mit den Ohren wackelte. Allen Anzapfungen des Assistenten Neubauer gegenüber zeigte er sich völlig taub. Kaum war der Kriminalrat eingetreten, als auch schon Krähe bei ihm stand. „Ich hätte etwas", sagte er, und nahm dem Kriminalrat den Hut und den Stock ab. (Fortsetzung folgt) 5OPt Von Beruf bin ich Hühnero’ugenbeseitiger Gleich noch dem Auf legen dieser elastischen Pflasterbinde läßt der bohrende Schmerz nach ELflSTQCORN Theater der Llniversitätsstadt Gießen. Christian Dietrich Grabbe: ,Oon Zuan und Jaust". Das Theater leistet seinen Beitrag zur Gießener Kunstwoche und zum 150. Geburtstage des Konzertvereins mit einer Inszenierung des vieraktigen Trauerspieles „Don Jüan und Faust" von Christian Dietrich Grabbe, mit dem Werke eines Dichters, der oft genug angegriffen und verleumdet, selten verherrlicht oder gar überschätzt wurde, noch seltener und erst lange nach seinem Tode die ruhige, sachliche und gerechte Würdigung gefunden hat, die er verdient. Schon als 22jähriger schreibt Grabbe an Tieck: „Die Idee von einem andern Faust, der mit dem Don Juan zusammentrifft, entwickelt sich in meinem Hirnkasten mehr und mehr", und fünf Jahre später, 1828, heißt es in einem Briefe an seinen Freund Kettembeil: „Allmählich wird es mein Ernst, ferner etwas zu leisten, besonders durch ein Stück, welches sowohl theatralisch korrekt ist als auch alles, was ich bis jetzt dem Publiko von meiner resp. Kraft gezeigt, überbietet, und da finde ich nach reiflichem Ueberlegen nichts geeigneter als Faust pnb Don Juan, Leporello die Komik, der Teufel (unter verstecktem Namen) die Ironie — das gibt was." In den letzten Jahren seines kurzen Lebens hat Grabbe dann freilich sehr hart über dieses Stück geurteilt und es „nur eine dumme Vorarbeit" genannt. Wir werden uns heute, ohne die offenkundigen Schwächen des Werkes zu übersehen oder zu leugnen, jene schroffe Selbstkritik nicht zu eigen machen. Wir werden zunächst feststellen, daß er „bis jetzt", 1828 nämlich, den schon in der Prima begonnenen „Gothland", das groteske Lustspiel „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" und „Marius und Sulla" geschrieben hatte- wenn wir überlegen, daß Grabbes dramatische Produktion erst von hier an ihr spezifisches Gewicht erhält, daß die Hohen- stäufen-Dramen, „Napoleon", „Hannibal" und die „Hermannschlacht" folgen, und daß sich im dramatischen Nachlaß neben anderen Fragmenten und Projekten 'Entwürfe zu einem „Alexander" und zu etrtem Christus-Drama finden, dann werden wir zum wenigsten zugeben müssen, daß dieser unglückliche und zwiespältig zerrissene Mensch sich Zeit- seines Lebens nicht mit Kleinigkeiten abgegeben hat. In solchem Sinne ist die Tragödie „Don Juan und Faust" für Grabbe charakteristisch: er hat immer nach den großen Gegenständen gegriffen: seine geschichtlichen Dramen, so kindlich naiv und praktisch unmöglich sie in der Ausführung anmuten, haben alle einen Zug zur Monumentalität, seine Helden vielfach die Ueberlebensgröße eines in riesigen Linien und Flächen angelegten historischen Kolossalgemäldes. Das gilt schon für Don Juag und Faust, beides Gestalten, die aus den irrealen Proportionen eines phantastisch-barocken Ueber- menschentums entwickelt sind. Es paßt zu Grabbe, daß er zwei Figuren, zwei Stoff- und Jdeenkreise, deren jeder für sich als Zentralproblem im Lebenswerke eines deutschen Weltgenies erscheint, in ein einziges Drama zwingt; es mag bezweifelt werden, daß Grabbes Sprachgewalt und dramatisches Gestaltungsvermögen zur Bewältigung ausreichten — die Konzeption war außerordentlich und zweifellos großartig oder, wie man zur Zeit des jungen Goethe gesagt haben würde, „groß geahndet". Wenn es ihm nicht gelang und wohl überhaupt jede vorstellbare dichterische Kraft übersteigen mußte, auf so begrenztem Felde zwei Weltmotive von solchem geistigen Ausmaße zu erschöpfen — Grabbe wagte es, in seinem Faust den düsteren „Magus aus Norddeutschlands Eiseswüsten", den „Renommisten der Melancholie", tiefsinnig, grüblerisch an den Welträtseln rüttelnd, dem südlich-epikureischen Temperament Don Juans, dem Monomanen egoistischen Lebensgenusses gegenüberzustellen ... und beide der Vernichtung zu überliefern im Kampfe um die von ihnen hoffnungslos geliebte Donna Anna. Zwei Temperamente, zwei Nationalitäten, zwei Gegenpole des Lebensgefühls speisen die antithetischen Kräfte des Dramas. Faust: schwerblütig, lutherisch-protestantisch und deutsch (ihm gehören die schönsten, dichterisch reinsten Verse des ganzen Stückes, und sie rühmen Deutschland, das Vaterland, „Europas Herz") — Don Juan: kalt noch in seiner Liebesraserei, trotzig und reuelos, maßloser Ichmensch und Uebermensch im Gewände des spanischen Kavaliers. Der Zusammenprall zweier so gegensätzlich organisierten Wesen muß notwendig tödlich enden — es gibt keine Verständigung zwischen ihnen — und sie ebenso wie das bejammernswert-unschuldige Opfer ihrer gemeinsamen Leidenschaftvernichten. Don Juan tötet, um die Geliebte für sich zu haben, am Hochzeitstage ihren Verlobten, wenig später im Zweikampf ihren Vater. Faust, durch den Pakt mit dem als Ritter verkappten Mephisto im Besitze übernatürlicher Kräfte, entführt dem Don Juan Donna Anna in sein Zauberschloß auf dem Montblanc — aber keine Macht der Welt und der Unterwelt kann ihm Annas Liebe erzwingen: er vernichtet sie so sinnlos zerstörerisch, wie er ihr zuvor sein Weib daheim in Deutschland zum Opfer gebracht hat. Haß und Liebe sind die verzehrenden und verheerenden Triebkräfte der Handlung, die mit Tod und Tränen und Verzweiflung im Nichts versinkt. Allein im Leporello, der dem Juan mit gleicher Beflissenbeit, wiewohl geringerer Machtfülle dient als der Ritter dem Faust, spukt noch etwas vom grotesken Humor des Lustspiels „Schexz, Satire, Ironie ..Ach Ende 'fährt der Teufel mit beiden zur Hölle und in Flammen aus dem Haufe: mit Faust, der dem Don in schaurigem Triumph Annas Tod meldet, und wenig später mit Juan, der, standhaft und er selber bis zuletzt, vor dem steinernen Bilde des ermordeten Gouverneurs Reue und Besserung verweigert. — Kurt Heusers Bühnenmusik, im Auftrage der Theaterlertung komponiert und gestern uraufgeführt, bestimmt den Charakter der von Oberspielleiter W. M. Mund geleiteten Inszenierung und entspricht einer bei uns wiederholt bezeugten Neigung zum Melodramatischen und Opernhaften in Schauspiel- Aufführungen. Es kann, non der Musik kaum eine Ausdeutung des Ideengehaltes der Tragödie erwartet werden; ihre Funktion ist vielmehr, Trägerin und Wahrerin der angeschlagenen Stimmung zu sein, Verwandlungspausen zu überbrücken und das Szenengefüge klanglich zu verbinden. Die bescheidenen Ansatzstellen im Text wurden geschickt genutzt; Heuser erweist sich als technisch gewandter, einfühlsamer Musiker, dessen Instrumentierung einen überraschenden Reichtum orchestraler Klangfarben entfaltet, die dissonanten Elemente der antithetischen Kräfte im Drama betont, klangmalerische Wirkungen hervorbringt und einige markante Szenen (Hochzeit, Beschwörung, Gastmahl) stilvoll und unvordringlich begleitet. Unter Herrn Hergerts Leitung erfuhr die Bühnenmusik eine sorgfältige, mit dem Bühnenvorgang präzis im Einklang stehende Interpretation. Herrn Munds dramaturgisch gestützte Regie hatte bei nur geringfügigen Kürzungen die vier Akte in sechs große Szenengruppen aufgeteilt, von denen die sehr farbige, bewegte und dramatisch gespannte Hochzeitsszene den entschiedenen Höhepunkt bildete. Herr Löffler hatte schöne, großräumige und nobel stilisierte Bilder dazu gestellt. Vereinfachung und Stilisierung im Sinne von Grabbes Fresko-Dra- matik war überhaupt das Merkmal der Aufführung, die eingehende Vorarbeit und pflegliche, auf das Musikalische der Einkleidung abgestimmte Sprachbe- handlung erfreulich erkennen ließ. Ballettmeister 23 o I p e r t hatte den anmutig im Hintergründe geführten Hochzeitsreigen.einstudiert. Herr C. B. Schmidt war Don Juan: beweglich Das Volksbildungswerk der NSG. „Kraft durch Freude" hat den Schachweltmeister Aljechin für eine Deranstaltungsreihe in unserem Gau gewonnen. Am 4. Mai spielte der Weltmeister in Bad- Nauheim öffentlich gegen jedermann. Dort gelang es ihm, alle beteiligten 34 Gegner zu besiegen. Am gestrigen Dienstagnachmittag spielte er in einem hiesigen Lazarett, wobei 26 Soldaten aus Gießen, die meisten davon Verwundete, und vier Gäste ihr schachliches Können an denen des Weltmeisters messen wollten. Die Veranstaltung wurde von dem Leiter der Volksbildungsstätte Gießen, Dr. Ro- loff, mit einem Gruß an die Teilnehmer und den Meister eröffnet. Sicher werde es für Spieler und Zuschauer ein besonderes Erlebnis bleiben, einmal das Können Aljechins aus unmittelbarer Anschauung bewundern zu können. An zwei langen Tischreihen nahmen die 30 Spieler Platz, vor denen der Weltmeister auf und ab ging und in einem dem Laien erstaunlich erscheinenden Zeitmaß die dreißig Partien eröffnete. Die Veranstaltung begann pünktlich um 15 Uhr. Um einzelne stärkere Spieler scharten sich bald Zuschauergruppen, die gespannt dem Fortgang der Spiele folgten. Bereits um 15.50 Uhr streckte der erste Gegner die Waffen, dem bald weitere folgten. Das Spiel ging sehr flott weiter, und- nur bei einzelnen stärkeren Gegnern verweilte der Meister manchmal etwas länger, bis er seinen Zug anbrachte. Um 16.50 Uhr mußte er sich an einem Brett geschlagen bekennen. Der Gießener Schüler Fritz N i e p ö t h (8. Klasse der Justus-von- Liebigschule) konnte sein Spiel mit dem entscheidenden Matt beenden, eine für einen Schüler beachtenswerte Leistung, die auch von dem Weltmeister selbst anerkannt wurde. Bald danach konnte auch Uffz. Heinrich (Luftwaffe) seine Partie gewinnen, die tmb elegant tn Gewand und Haltung des spanischen Kavaliers, mit entfesselter Leidenschaft in der Der- führungsszene, im Wesensgrunde doch unberührbar und unerschütterlich bis zuletzt, ein Rhetoriker des Jchgefühls, des keine Grenzen anerkennenden Ge» waltmenschentums der Renaissance. — Herr Köch» ling hatte von der Rolle aus die schwierigere Aufgabe' zu bewältigen: die Entwicklung des Faust ist minder geradlinig und stets vom größeren Bilds der Goe'theschen Vision überschattet; um so mehr ist die darstellerische Oekonomie und die geistig-gefühlsmäßige Intensität anzuerkennen, die an die Verwirklichung der Figur gewendet wurden. — Eine überaus fesselnde, dämonisch getriebene und geschmeidig antreibende Gestalt, auch rein theatermä- hig höchst wirksam, war der von Herrn Funke mit kalter Konsequenz entwickelte höllische Ritter. — Luise Prasser gab eine rührende, unschuldsvoll verfolgte, von Abscheu, Liebe und Verzweiflung zerrissene Donna Anna, Herr Zeppenfeld den ehrwürdigen Gouverneur, Herr Mund den glatten Liebhaber Ottavio. Herr B o s n y als ängstlich-durch- triebener Leporello und Herr Bergmann als burlesker Rubio fetzten flackrige Lichter grotesker Komik in die höllisch wetterleuchtende Szenerie. — Den ausdauernden Beifall des stark besetzten Hauses konnten mit den Darstellern zuletzt auch Komponist, Spielleiter und Bühnenbildner entgegennebmen. Hans Thyriot übrigen 28 Partien konnte Aljechin auf fein Gewinnkonto buchen. Die Veranstaltung hatte nur 2% Stunden gedauert. Abschließend hob Weltmeister Aljechin hervor, daß die Gießener Veranstaltung sich durch beachtliches Können seiner Gegner von ähnlichen Veranstaltungen in Lazaretten abhol». Eine Partie habe er dabei schon verloren, nicht aber zwei wie in Gießen. So wird der Nachmittag den Gießener Schachfreunden in besonderer Erinnerung bleiben und sie zu weiterer ernster Schacharbeit anspornen. Gießener Schlachtviehmarlt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Diehversteige- rungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 45 bis 50 Rpf., Bullen 44 bis 48, Kühe 34 bis 48, Färsen 31,5 dis 54, Kälber 25 bis 57 Rpf. je Vz kg. Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,25 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (100 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 99,5 kg) 1,15, e—f (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Specksauen) 1,25, i (Altschneider) 1,35, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt. VIlSiöSSmiF™ Ibei JlsUuna « Bronchitis ^rdiio^jtstkimirueo&ium [innehmen Wirkt anfallbescitigend - lösend - beruhigend - guter Nachtschlaf. Best begutachtet > langjähr, erprobt - begelst. Anerkennungen. Überzeugen Sie sich von der Wirkung • Packg. RM 1,46 in Apoth. Falls nicht erhältl.oder wegen Broschüre schreibe man an Hersteller <- Breltkreutk K. Q., Berlln-Tempelhof 262 Rumeyplan 46 « Gchachwelimeister Aljechin in Gießen. TSy Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß Unser lieber, guter Sohn, Bruder, Enkel und Neffe Rudi Franke Steuermann, Obergefreiter der Kriegsmarine im Alter von 23 Jahren für Führer und Vaterland den Heldentod fand. In tiefem Schmerz: Willi Franke u. Frau Elisabeth, geb. Raab Ernst Franke nebst allen Angehörigen. Gießen-Klein-Linden, im Mai 1942. ________________________02080 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, unseren lieben Bruder, Schwager und Onkel Herrn Rudolf Rohrbach nach langem Leiden, im 64. Lebensjahr, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. In tiefer Trauer: Frau Christine Rohrbach, geb. Schön Familie Karl Schäfer Familie Rudolf Rohrbach Familie Heinrich Winter, z. Z. i. Felde Leihgestern, Großen-Linden, St. Louis (USA.), den 5. Mai 1942. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. Mai, nachmittags um 2% Uhr statt. 02103 4 Zimmer und Küche, 9 km von Gießen, Bahnverbind., direkt am Wald, herrliche Lage, sofort zu vermieten. - Schr. Ang. unt. 02104 an o. Gieß. Anz. Ml.Zimnm an Mädchen zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02079 a.d.G.A. Mietgesuche Beamter (Ehepaar) sucht 3—4-Zimrner- Wohnnng in Gießen oder Umgebung. Schr. Ang. unt. 02086 a.d.G.A. 3-Zimmer- Wohnung evtl. Teilwohn., 2—3 Zimmer, ohne Küchen- benutz., gesucht. Schr. Ang. unt. 02102 a.d.G.A. Alleinstehende ältere Fran sucht eine kleine 2-Zimwwsng Schr. Ang. unt. 02083 a.d.G.A. IungeFrau sucht 1 Zimmer und §riiche für 1. Juni oder später. Schriftl. Ang. unt. 02085 an d. Gieß. Anz. Reichöangestellt. sucht mödl.3immer Schriftl. Angeb. unter 02098 an den Gieß. Anz. ÜOChtüffC von Z bis 20 v. s. erhalten Sie bei wiederholten Auf- nahmen einer Anzeige Stellenangebote! Tüchtige kaufm. Angestellte f. d. Büro einer Lebensmittel- Großhandlung für sofort oder später gesucht. Schr. Ang. unt. 02090 a.d.G.A. sucht. [ 02007 SelterSweg 36. Stau sliivl WWkiWg für halbe Tage. Schriftl. Angeb. unter 02088 an den Gieß. Anz. Stundenfraa oderMädCbeo für Haushalt ge- Suche jüngere Wau vorzustellen von 2-3 Uhr i47oD Prof. Graül, Bismarckkr 44. |stellengesuche| Suche für nachmittags einige Stunden öeWstWng auf Büro oder im Geschäft. Schr. Ang. unt. 02100 a.d.G.A. Für In- und Ausland Wachposten gesucht unter günstigstenBedingungen. Schriftliche Bewerbung an den Bielefelder Heimschutz, Bielefeld 1475 V Verkäufe 10 Wochen altes SlWMlykll rasser.Nüde,Umstände halber in gut.Händ.abzug. Hindenburg- Wall l6lII. (02076 Gartengrundstück (Bauplatz), 1033 qm, im Westviertel der Stadt gelegen, zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 1446D a.d.G.A. Hrolapparaf 150 Eier fassend, z. verkauf. [02002 L.Römer, Schiffenberger Weg 30, H. M/hniw Lampe abzugeben zu 30- RM. [02099 Wartweg 28. [ Kaufgesuche | Pferd auch älteres, zu kaufen gesucht. [02091 Wilhelm Sell, Gisselberg, Kreis Marburg. Mod., neuwert. Speise- oder Herrenzimmer z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 02060 a.d.G.A. Kinderwagen z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02082 an den Gieß. Anz. Mtaw* z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02089 an den Gieß. Anz. Ein gebraucht., gut erhaltener ww auch „Selbstfahrer", zu kaufen gesucht. Schriftl. Ang. unt. 02108 an 0. Gieß. Anz. Gut erhaltener fiiiWt- spvrlwngen z. kaufen gesucht. 02101 Baum, Schottstraße 34. Kinderfahrrad z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 1489Da.d.G.A. Gut erhaltene MMWtze Größe 29-30, zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02077 an den Gieß. Anz. Schwarzer oder grauschwarz melierter Damenpelzkragen z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 02084 a. d.G.A. | Verschiedenes | ö-rau, Rheinländerin, m. 2 Bub., 4 u. 11 I., sucht Landaufenthalt für ein. Monate. Frau hilft auch in der Landwirtschaft mit. Schr. Ang. unt. 02095 a.d.G.A. NS.-NeichS- kriegerbuud. AmSamstag, d. 9. Mai 1942, 20.15Uhr,svricht Neichsitatthalter und Gauleiter Sprenger in der Aula der Univ. T. Kriegerkame- radschaft. haben geschl. teilzun. Näh. Anw. geht d. Kameradsch.- Führ. zu. [ 1488D Ter Zlreis- kriegerfiihrer. DER HAUSARZT Für die Erhaltung des Wohlbefindens ist neben der ärztlichen Kunst und Erfahrung die persönliche Kenntnis des gesamten Lebensbildes des Patienten entscheidend. So ist der Hausarzt der Mittelpunkt der gesundheitlichen Betreuung, unentbehrlich in seiner Hilfsbereitschaft und Güte. Hausarzt! Ein Wort, in dem ständiges Bereitsein, unermüdliche Fürsorge mitschwingt und so das Gefühl des Geborgenseins auslöst. Bewährte pharmazeutische Präparate werden heute Vom Hausarzt des Sohnes ebenso erfolgreich verwandt, wie schon einst vom Hausarzt des Vaters.Zu diesen Mitteln gehören Sanatogen, Formamint und Kalzan, die bei Generatiohen immer wieder ihre Probe bestanden haben. Bauer & Cie. • Johann A. Wülfing Berlin SW 68 Goethe-Bund und Kulturelle Vereinigung Aus Aniah der Woche für Kunst und Literatur 1942 der Universitätsstadt Gieben 1 Freitag, den 8. Mai 1942, abends 7.15 Uhr, in der Neuen • Aula der Universität Feierstunde: Musik und Dichtung. Es spricht: Oberregierungsrat Dr. Rudolf Ercktnann von der Abteilung Schrifttum des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda über Das Lied in der Dichtung der Zeit ' Es liest aus eigenen Werken: Friedrich Bischt ff. Es spielt das Drumm-Quartett v. Landestil ater Dar nstadt 2 Sonntag, den 10. Mai 1942, ab nachmittags 5 Uhr, tu • den'Räumen des Gesellschaftsvereins, Sonn - nstraß i, Schlufrveranstaltung: Getanzte Musik Tanzgastspiel der bekanntenTanzscbwestern Lisi und Sybille Spalinger Solotänzerinnen des Deutschen Opernhauses Berlin und der Oper Graz. Heitere Tänze grober Meister. Eintrittekarten zur Feierstunde: Die Mitglieder des Goethe-Bundes, der Kulturellen Vereinigung und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde haben gegen Rückgabe des Gutscheins bei der Musikalienhandl. Challier bis spätestens 6. Mai bis zu 2 Plätzen freien Eintritt (G.B.-Kontr.« Abschn. Nr. 3, K.-V.-Kontr.-Abschn. Nr. 9, Ges. f. E. u. V.- Kontr.-Abschn. Nr. 9). Ebenso erhalten die Mitglieder des Konzertvereins gegen Vorzeigen ihres Mitgliedsausweises big zu 2 Karten im Vorverkauf freien Eintritt. Nichtmitglieder erhalten im Vorverkauf Karten zum Preise von RM. 1.25. Die Mitglieder der NS.-Frauenschaft, des VDA. und des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat erhalten bei der Musikalienhandlung Challier ermäßigte Platzkarten zum Preise von RM. 0.75, die Angehörigen des Veranstaltungsringes der H J. zu RM. 0.40, Studenten und Militär und die übrigen HJ.-Angehörigen zu RM. 0.50. Eintrittskarten zur Schiufo Veranstaltung im Klub: Die Mitglieder des Goethe-Bundes und der Kulturellen Vereinigung haben gegen Rückgabe des Gutscheins bei der Musikalienhandlung Challier bis spätestens 8. Mai bis zu 2 Plätzen freien Eintritt, (G.-B.-Kontr.-Abschn. Nr. 4, K.-V.-Kontr.- Abschn. Nr. 10). Zusatzkarten zum Preise von RM. 2.00. Nichtmitglieder erhalten im Vorverkauf Karten zum Preise von RM. 3.00. Die Mitglieder des Konzertvereins und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde erhalten im Vorverkauf bei der Musikalienhandlung Challier ermäßigte Platzkarten zum Preise von RM.1.00, Studenten u. Militär zu RM. 1.50. Es wird besonders darauf hingewiesen, dab im Klub am Saal, eingang kein Kartenverkauf erfolgt 1460 D 02073 / Statt Karten I Ihre Vermählung geben bekannt Wilhelm Trautmann Regierungsrat z. Z. Oberleutnant im Stabe eines Artillerie-Kommandeurs Marianne Trautmann geb. Hill Langen (Hessen) Gießen z. Z. im Felde Bismarckstr. 4f im Mai 1942 Monika Die glückliche Geburt eines gesunden Kindes zeigen in dankbarer Freude an Hedwig Tröster, geb. Malter Ernst Tröster Oberleutnant bei der Luftwaffe Gießen, den 4. Mai 1942 Wilhelmstraße 49 z. L. Kath. Schwesternhaus S,02094/ Giessener Konzertverein 1792—1942 Festakt zum 150jährigen Restehen des Konzertvereins unter Mitwirkung des Wendling-Quartetts Sonntag, 10. Mai 1942, Universitäts-Aula Beginn: 11.30 Uhr. Karten zu 1.— RM. bei Musik-Challier und an der Tageskasse. 1486d Erdheerpllanzen größere Anzahl, gratis, jed. geg. Einrückungsgebühr, abzugeben. [02093 Hindcnburg- wall 22. Bebiirtsanzeigen tei Brühl, Gießen ßnräin tür 50Tagesverpfleg.f. ZlUUjlU Krankheits-Vertretung Wochen und WsmWeu vertretungsweise i. Sanatorium gesucht. Schriftliche Angeb. unt. 1487D an denGießenerAnzeiger erbet. Gloria-Palast 1490 A „Wiener töluf" Lichtspielhaus ,/VoTBesteaft“ Täglich 2.30, 4.45, 7.30 Uhr Sonntags 2.00, 4.30, 7.80 Uhr TH IE ATER der Universitätsstadt Gießen Mittwoch, den 6. Mai Mietvorstellung auf Montag, den 11. Mai verlegt! 1440d