8rettag,6.MSrzM2 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr desV ormittags Anzeigen-Preife: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Nvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstafsell AbschlüsseÄiengem'taffelL Vlabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/« mehr |92. Jahrgang Nr. 55 Erscheint täglich,, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ->amilienblätter Heimat imBild DleL>cholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr -25 auch bei Nlchterschemen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluh 2251 Drahtanschrift ^Anzeige^ Postscheck 11686 Franks./M. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger siir Oberhessen Stockholm, März 1942. Erinnerungen an Lava Tokio, ö.Alärz. (DNB.Funkspruch.) Wie das kaiserliche Hauptquartier bekanntgab, haben die japanischen Heeres- und Warinestreilkräste, die auf Java operieren, die Einnahme von Batavia, der Hauptstadt von Niederländisch-Ostindien, am 5. März um 21.30 Uhr japanischer Zeit voll- Oer Hohn der Mörder. Von unserer Berliner Schriftleitung. stellungen der victorianischen Blütezeit britischer Weltgeltung befangen sind. Diese unverbesserlichen und unbelehrbaren Imperialisten, die innerhalb der Konservativen Partei als „The old gang“ (die alte Bande) bezeichnet werden, sind zwar zahlenmäßig völlig in der Minderheit, aber sie wurden 1935 ins Unterhaus gewählt und sitzen dort immer noch. Die jungen Männer jedoch, die auf den Schlachtfeldern der Welt zu vertreten haben, was die Politiker in Westminster beschließen, machen ihre eigenen Erfahrungen. Diese Entwicklung ist natürlich keineswegs neu. Aber durch die Katastrophen der letzten Wochen ist sie an die Oberfläche gelangt. Die Unwirklichkeit des Parlalnents in seiner heutigen Zusammensetzung ist jetzt Gegenstand der öffentlichen Diskussion geworden. Gibt es eine Abhilfe? Das natürliche Mittel Batavia, die Hauptstadt Nieberländisch-Ostindlens, zählt fast 450 000 Einwohner, darunter freilich nur 30 000 Europäer und etwa 40 000 Chinesen. Sie liegt an einer geräumigen durch Koralleninseln ge- chützten Bai inmittetn ausgedehnter Reisfelder und Kokospflanzungen. Die Altstadt mit zahlreichen öffentlichen Gebäuden und Handelshäusern ist nur noch von Malaien, Javanen, Arabern und Chinesen bewohnt, während die Europäer vorwiegend in derl808 in einer gesünderen Gegend angelegten neuen Stadt wohnen, hier liegt auch der Palast des Generalgouverneurs. Batavias handel ist von großer Bedeutung für Riederländisch-Jnd.en. Ausgeführt werden Kaffee, Zucker, Tabak, Gewürze, vor allem Pfeffer von Sumutra, Zinn aus Banka, harz, Indigo, Reis, häute, Tee, Arrak, Teakholz, Chinarinde, Sandelholz und anderes. Die Einfuhr besteht im wesentlichen aus europäischen Manusak- turwaren und Luxusartikeln, ferner aus Eisen und Konserven. Batavia ist der Mittelpunkt des Eisenbahn- und Telegraphenverkehrs der Insel und Ausgang von Kabeln nach Europa und Australien Entstanden ist Batavia aus einer Faktorei, die 1610 der Generalgouverneur Pieter Both angelegt hatte. Später wurde zum Schutz der seit 1619 Batavia genannten Stadt ein Fort gebaut. Als im Juli 1699 ein Erdbeben den Hafen verschüttete, wurde die Residenz des Gouverneurs 6 Kilometer landeinwärts gelegt, woraus sich dann die heutige Großstadt Batavia entwickelt hat. Batavia, die Hauptstadt Lavas in japanischer Hand. . burtenjahrgänge unter den Wahlberechtigten zur Zeit nicht im Parlament vertreten sind. Die Jahrgänge der 21- bis 30jährigen umfassen in England etwa ein Drittel der gesamten Wählerschaft, so daß schon rein zahlenmäßig ein sehr ansehnlicher Teil des englischen Volkes in Westminster keine Der- tretunq mehr besitzt. Daß es sich hierbei keineswegs nur um Zahlenakrobatik oder statistische Spielereien handelt, son- bern, um ein sehr wichtiges Problem der englischen Innenpolitik, wird deutlich, wenn man diese Verschiebung innerhalb der Wählerschaft — die bei längerer Dauer des Krieges ohne Neuwahlen noch schärfer hervortreten wird — mit dem anderen Argument der Kritiker in Beziehung setzt, daß die Gefolgsleute Baldwins nicht mehr in der Lage feien, den reformerischen Aufgaben gerecht zu werden, die der Krieg in geradezu überwältigender Fülle hervorgebracht- hat. Daß das alte England und das alte britische Empire nicht wiedererstehen wird, ist heute soga'- in England schon zu einer Binsenwahrheit geworden, wenngleich noch nicht in allen Schichten der Bevölkerung. Besonders im Unterhaus treten immer noch Politiker auf, die in den Vor- Kein Wölkchen mildert die unbarmherzigen Strahlen. Die Kulis haben die Felder verlassen, deren künstlicher Wasserspiegel unter den Sonnenstrahlen dampft. — Java in der Mittagsglut. Auf der Autostraße im Hochgebirge ist der Horizont von Bergen begrenzt, unterhalb ein zerstückeltes Terrain, steile und tiefe Abgründe, scharfe Ränder und Kanten, Täler, Klüfte und Spalten und überall aufeinandergehäufte Massen Basalt mit Kränzen von ewigem Grün, mit Buschwerk und Bäumen phantastisch ausgeschmückt, zuweilen alten Ritterburgen ähnelnd, die in der Wildnis versteckt liegen. Dann wieder sieht man amphitheatralisch ansteigende Reisfelder, die ein Meer von Aehren tragen. Am Fuße des Karang-Bolanggebirges, das in schweren grauen oder schwarzen Felsen ins Meer ausläuft, steht man plötzlich vor der unermeßlichen Fläche des Indischen Ozeans. Langsam und ernst rollen die Meereswogen heran — doch wenn sie dem Fuße des Felskolosses nahen, brausen sie mit gewaltiger Kraft gegen die Felsen und zerstäuben an den unbezwingbaren Klippen im sprudelnden Schaum. Blickt man, durch ein starkes Tau geschützt, über den Rand des senkrecht in die Tiefe abfallenden Felsens, so gewahrt man in seiner Wand unzählige Klüfte, Höhlungen und Vertiefungen bis an die Oberfläche der See. Am Strande benndet sich eine aus Felsen und Klippen gebildete Höhle. Das hohe Gewölbe wird aus zahlreichen Bogen von verschiedener, aber immer riesenhafter Größe gebildet. lieber all Naturschauspiele von unbeschreiblicher Schönheit! F. B. Kritische Lage in Burma. Genf, 6. März. (DNB. Funkspruch.) Zur Lage in Burma läßt sich der „Daily Erpreß" von seinem Korrespondenten in Mandalay berichten, daß nun auch der britische Gouverneur von Burma aus Rangun geflüchtet-und in Mandalay eingetroffen sei. Der nördlich von Rangun gelegene Flugplatz Mingaladon sei inzwischen infolge dauernder japanischer Luftangriffe für die britischen Streitkräfte unbenutzbar geworden. Der japanische Vormarsch sei in den letzten Tagen so schnell erfolgt, daß man diesen Flugplatz nicht einmal mehr habe räumen können. Die nord- i amerikanischen und englischen Flieger, die bisher > von diesem Flugplatz aus aufgestiegen seien, hätten . ihre Flugzeuge im Stich lassen und flüchten müssen, getan? Wie ein Peitschenhieb ins Gesicht der Moral muß die schamlose Heuchelei der britischen Verbrecher anmuten. Der Londoner Nachrichtendienst sagt, Frankreich ersehne geradezu — die Fortsetzung des Bombardements, die unschuldige französische Bürger, Frauen und Kinder mit dem Leben bezahlen müssen. Das Komitee des Verräters de Gaulle erläßt einen Aufruf, wonach die schwer betroffenen französischen Zivilisten angeblich sehnlichst ihre Ausrottung durch englische Bombenflugzeuge begrüßen würden! Ganz Paris warte darauf, daß die Bombardements auf die Seinestadt sich wiederholten! Kann man niederträchtiger den Schmerz, die Wut und die Trauer des französischen Volkes um die schweren Opfer dieser Churchillschen Perfidie verhöhnen? Jedes menschliche Empfinden sträubt sich gegen solche Mörder, die kaltblütig ihre Opfer noch dazu beglückwünschen, für England gestorben zu sein. Was aber allem die Krone aufsetzt, ist das Verhalten amerikanischer und englischer Politiker. Sum- ner Welles hat erklärt, er habe um das Bombardement bet Pariser Zivilbevölkerung vorher gewußt und begrüße es. Wenn der britische Luftfahrtmini- Unablässiges Vorrücken. Schanghai, 5. März. (Europapreß.) Die japanischen Operationen auf Java machen — nach japanischen Frontberichten — planmäßig Fortschritte. Gegenangriffe starker niederländisch-indischer Abtel- lungen gegen die von den Japanern eroberten Flugplätze wurden abgewiesen. Bei einem Angriff auf den in japanischer Hand befindlichen Flugstutzpunkt westlich von Bandung wurden 15 niederländisch-indische Panzer durch Tiefangriffe japanischer Bomber vernichtet. Die niederländische Luftwafte trat nur in geringem Umfange in Tätigkeit. Ein britischer Augenzeuge der Kämpfe auf Java erklärte dem Reuteragenten: In ganz Java tobe die Schlacht mit furchtbarer Wucht. Die Japaner hätten wesentliche Fortschritte gemacht. Unablässig seren die japanischen Flugzeuge über den Stellungen der Verbündeten tätig. Jedes Flugzeug werfe ferne Bombenlast ab und fliege sofort zu seinem Stutzpunkt zurück, um weitere Bomben zu holen. Der Mangel an Flugzeugen bei den Verbündeten ser geradezu kläglich. Es seien fast keine Flugzeuge vor- t)crnben, um bas Feuer der Artillerie zu leiten. So könne man bie japanischen Truppen, bie ihre Flugstützpunkte gut ausnutzten, nicht aufhalten. Außer Flakbeschuß fänden die japanischen Bomber und Jäger bei ihren täglichen Angriffen kaum Wrder- stand. Auch der Bericht des niederländrsch-mdrschen Hauptquartiers gibt unumwunden zu, daß der japanische Vormarsch ohne Unterbrechung wertergeht, wenn es auch wegen der besonderen Art der Kriegführung, durch die die Schaffung einer regelrechten Front unmöglich sei, ausgeschlossen ser, eine klare Uebersicht der Lage zu erhalten. „Im ganzen gesehen", so heißt es, „haben die Japaner dre zahlenmäßige Ueberlegenheit und rücken unablässig vor." Der Bericht spricht auch von der „entschiedenen Luftüberlegenheit" der Japaner, die zu ihren Erfolgen beitrage. ,Jnsulinde im Gürtel von Smaragd" nennen die : Holländer die Perle der Südsee, das Gartenland Java, und wenn der Kraftwagen oder das stinke Motorrad an den üppigen Reisfeldern, Zucker-, Gummi-, Tee-, Kaffee- oder Chininplantagen vor- übergleiten, gewinnt man den Eindruck, daß die Plantagenwirtschaft gerade in Java einen größeren Ertrag aus dem Boden holt als anderswo — daß die Eingeborenen sich im „Gürtel von Smaragd' besser stehen als in Indien oder China. Die Javaner bewohnen ein gesegnetes Land. Aber Java muß heute mit seinen 45 Millionen Einwohnern mehr Menschen ernähren als irgendein anderes Gebiet gleicher Größe auf der ganzen Welt. Nennt em Eingeborener eine Anzahl von Klapperbaumen (Klapperboom-Kokospalme) auf seinem Bodenbe- itz sein eigen, so kann er bei seinen bescheidenen Ansprüchen schon leben, ohne zu arbeiten, denn der Ertrag der Kokosnüsse liefert ihm den Unterhalt in seinem Häuschen aus Bambus und Palmenblättern Und so verlief das Leben der Javaner still und ungestört, bis der Kraftwagen in Erscheinung trat und auch den Menschen auf Java eine neue Daseinsperspektive eröffnete. Wie in allen fernöstlichen Landen, fand der Chauffeurberuf auch in Java großen Anklang, und heute sieht man überall bie kleinen braunen Gestalten am Steuer sitzen. An der Südküste Javas pflügen die Männer, knietief in dem Schlamm der Reisfelder watend, mb er glühenden Sonne, bie Frauen ziehen tief gebückt, stundenlang das Unkraut aus den Feldern, pflanzen die Reisähren einzeln und schneiden sie auch einzeln mit dem Messer ab. Man sieht lange Reihen von Teepflückerinnen mit ihren Kopflasten zur Fabrik ziehen und daneben Kulis bei der Arbeit auf den Gummiplantagen und Tabakfeldern. Doch am meisten fesselt wohl die Natur. Tiefe, feierliche Stille herrscht im Urwald. Die gewaltigen Stamme sind von einem Netz von Efeu und Schlingpflanzen umgeben. Wie dicke Schnüre fallen bte Lumen m einem dichten Blätterwerk von den hohen Gewölben herab, und überall, auf den Rinden auf den Zwei- gen in den Spalten, gedeihen und schimmern Tau- sende kleine Pflänzchen, vielfarbige Blumen, reich- . schattierte und phantastisch geformte ParLsiten. Jeder : der Urwaldriesen trägt eine besondere eigene Pftan- ’ ^Aus"der Dunkelheit des Urwaldes kommt man i bann in bie glühende, versengende und brennende . Mittagssonne des offenen Manischen Gartenlandes. der Neuwahlen steht im Kriege kaum zur Derfu- gung, da bie örtliche Verschiebung ber Bevölkerung bie Aufstellung von Stimmlisten nahezu unmöglich macht. Zudem würde eine Neuwahl nur wenig helfen, da gerade von den jüngeren Wählern sehr viele nicht in der Heimat sind. Ein anderer Weg wurde vielleicht von Stasford Cripps angedeutet, als er sagte, das Unterhaus müsse sich den Forderungen der veränderten Umstände anpassen, obwohl man kaum zu erkennen vermag, welchen Weg eine solche Anpassung gehen wollte. Am wahrscheinlichsten ist daher, daß weniger noch als bisher die Regierung das Unterhaus befragen wird, und daß die Entwicklung nach links — denn um eine solche handelt es sich, gleichgültig, ob man von Reform, Evolution oder Fortschritt zu sprechen vorzieht — über die erdrückende Mehrheit der Konservativen im Unterhaus einfach hinweggehen wird. Als greife Ahnfrau wird die Mutter ber Parlamente in ber Ecke fitzen unb mißbilligen!) aber machtlos bem Spiel ber Nachfahren zuschauen. da man nicht mehr schnell genug die Bombenfrater des Flugfeldes habe zuschütten können. Das Roll- eld fei völlig zerstört. Britischer Zerstörer und llSA.-Kanonenboot versenkt. Tokio, 5. März. (Europapreß.) Wie das Kaiserliche Hauptquartier meldet, versenkten japanische Marinestreitkräfte südlich ber Insel Java am^ 2.3. den britischen Zerstörer „Stronghold" (905 T). Am gleichen Tage landeten japanische Marinestreitkräfte bei bem strategisch wichtigen Ort Zambo- anga, an der Westküste der Philippineninsel Mindanao, und besetzten ihn. Am 3.3. wqrde bas narb» amerikanische Kanonenboot „Ashvill e" (1270 T.) von japanischen Marinestreitkräften versenkte Luftangriffe auf Rordwestauftralien. Tokio, 6. März. (DNB. Funkspruch.) Wie das Kaiserliche Hauptquartier bekanntgab, haben japanische Marineflugzeuge am 3. März einen Angriff auf Broome an ber Nordwestküste von Australien ausgeführt, wobei sie im Hafen 2 8 Flugboote jer ft orten. Anbere Marineflugzeuge griffen Wyndham an und setzte ein Transportflugzeug und einen Schuppen in Brand. Ferner haben japanische Marineflugzeuge über Ost-Java und den Sunda-Jnseln östlich von Java 36 feindliche Flugzeuge abgeschofsen ober am Boben zer- 'stört. — Die beiden von der japanischen Luftwaffe angegriffenen Hafenstädte liegen an der Nordküste von Westaustralien, Wyndham im äußersten Winkel des Cambridge-Gölfes unb Broome am Nordrand der Roebuck-Bucht. Britische Kanonenboote für Tschnnking Schanghai, 5. März. (DNB.) Die britischen Flußkanonenboote „Sandpiper", „Falcon" und „(Sannet", die der englischen Jangtseflotte angehörten, wurden an die Regierung Tschiangkmscheks übergeben. „Sandviper" liegt in Tschangtscha, die anderen beiden in Tfchungking. Ferner ist die Heber- nabe des USA.-Kanonenbootes „Tutuila" geplant, das ebenfalls in Tfchungking liegt. Die Heb er gäbe der vier Kriegsschiffe bedeutet das Ende der im Frieden von Schimonofeki 1895 geschaffenen Jangtse- Patrouille. Verschwörung gegen Staatsmänner des nationalen China. Nanking, 5, März, (DNB,) Der Plan eines Anschlages auf den Staatspräsidenten Wang T s ch i n g - w e i, den Außenminister, Finanzminister und Marineminister, ist durch vorzeitige Aus- deckung ber Verschwörung vereitelt worden. Die Verschwörung war v o n T s ch u n g f i n g e r 21 g e n- ten angezettelt. Die Hauptverschwörer, Hu Ting- yen, Oberleutnant im Gendarmerie-Hauptquartier, : sowie Leutnant Cheng Kch-sing wurden von der ; Leibwache des Staatspräsidenten am Donnerstag- morgen erschossen. Zwei weitere Soldaten der ' Leibwache wurden zu je 15 Jahren Gefängnis ner- i urteilt, während das Verfahren gegen neun mot- , tere Verdächtige noch schwebt. Die Blutnacht von Paris, in ber englische Flieger Bomben auf Paris abwarfen und unschuldige Zivilisten töteten, hat Enstetzen nicht nur in Frank- reich hervorgerufen. Während des Krieges gegen Frankreich im Sommer 1940 ift* Paris von den deutschen Luftgeschwadern nicht heimgesucht worden, obgleich es ber Sitz der französischen Kriegstreiber war, denn Deutschland führt nicht feigen Krieg gegen Zivilisten. Aber das damals verbündete England hat nicht nur Frankreich dadurch verraten, daß es feine Truppen, als die Angelegenheit kritisch wurde, nach Dünkirchen dirigierte, sondern Churchill ließ die ftanzösischen Kriegsschiffe in Mars ei Kebir zusammenschießen, Tausende von französischen Seeleuten fielen dem Anschlag ihres ehemaligen „Verbündeten" zum Opfer. Ein Angriff der englischen Flotte auf Dakar in Westafrika kostete ebenfalls französische Blutopfer. Der jetzige schwere Angriff auf die Pariser Zivilbevölkerung hat in Frankreich einen Schrei der Wut und des Entsetzens ausgelost. Französische Blätter sprechen nicht nur davon, daß England Gewalt gegen Unschuldige anwende, son- dem betonen auch, jetzt sei das Maß voll, ber kaltblütige Massenmord der friedlichen Bevölkerung schreie nach Rache. Die meisten Opfer sind französische Frauen unb Kinder. Marschall Pätain hat einen Trau er tag für ganz Frankreich angekündigt. Aber es ist allein mit bem Betrauern ber Opfer Volksvertreter ohne Mandat Von unserem Dr. L.-Korrespondenten. Die „Mutter ber Parlamente" ist alt geworden. Während aber die beinahe 700 Jahre, die seit der ’ Einberufung des ersten englischen Parlaments burck - Simon von Montfort vergangen sind, heute noch in England als Ausdruck besonderer Ehrwürdiakeit und Güte betrachtet werden, hält man die nahezu sieben Jahre, die das jetzige Unter!)aus erlebt hat, für ein Zeichen seiner Minderwertigkeit und schwäche. Als zu Beginn dieses Jahres in einer Unterhausdebatte viele Abgeordnete erklärten, man frage sich im Lande, ob man eine gute Regierung habe, ließ Churchill durch den Mund seines Sohnes Randolph erwidern, man könne auch fragen, ob man ein gutes Unterhaus habe. Die hinter dieser Frage sich verbergende Andeutung, baß eine Neu- wähl immerhin nicht ganz außerhalb des Bereiches des Möglichen liege, war ein sehr wirksames Mittel, um die Kritik in engere Schranken zu verweisen; denn eine große Anzahl der gegenwärtigen Unterhausmitglieder würde bei einer Neuwahl nicht nach Westminster zurückkehren. Dabei geht der Konflikt natürlich nicht um gut ober schlecht im Sinne einer moralischen- ober gar ethischen Wertung. Der Vorwurf, der von vielen Seiten gegen bas Unterhaus erhoben wird, besteht vielmehr darin, daß es nicht mehr ber wirklichen Meinung des Volkes entspreche und daher vielleicht noch eine gesetzgebende Versammlung, aber nicht mehr eine Volksvertretung sei. Dieser Vorwurf kann auch nicht einfach durch einen Hinweis aur den vorigen Weltkrieg entkräftet werden. Zwar hat auch damals das Unterhaus, welches in England auf vier Jahre gewählt wird, ein doppelt so hohes Lebensalter erreicht und wurde erst nach dem Waffenstillstand aufgelöst, aber die Voraussetzungen mären doch ganz andere, weil damals nicht gleich- Ömit dem äußeren Kriegsgeschehen eine innere Dlung von epochaler Bedeutung vonstatten ging. Das gegenwärtige britische Unterhaus wurde gewählt im November 1935. Schon damals spielte die Parteipolitik nicht mehr die ganze Rolle, die ihr noch in den zwanziger Jahren zugefallen war. Die Krise des Jahres 1931 hatte die sogenannte Nationale Regierung unter Ramsay Mac D o - n ald gebracht. Der überparteiliche Charakter dieser Regierung verlor sich jedoch im Lause ber Jahre, was äußerlich durch die Uebernahme der Premierministerschaft durch den konservativen Parteiführer Stanley Baldwin in Erscheinung trat. So kam es auch, daß die Wahlen von 1935 noch mit großer Erbitterung auf Seiten ber Arbeiterpartei durchgeführt würben. Das Ergebnis brachte der Regierung 431 Mandate unb ber Opposition 184. Inner- halb der Regierungsgruppe verfügte die Konservative Partei allein über 387 Sitze, während bei der Opposition 154 Mandate der Arbeiterpartei gehörten; der Rest entfiel auf beiden Seiten auf kleine Gruppen vornehmlich liberalen Charakters. An dieser Voraussetzung hat sich, obgleich die Labour Party vor Ausbruch des Krieges bei Neuwahlen einige weitere Sitze erobern konnte. Wesentliches nicht geändert. Gegen dieses Unterhaus werden nun vor allem Ärvei Vorwürfe erhoben, die im Grunde jedoch zu- sammengehören. Einmal wird gesagt, baß ein Parlament, welches vor sieben Jahren unter völlig an- beren Verhältnissen gewählt wurde, heute nicht mehr bie Verantwortung für die Kriegführung übernehmen könne, und ein Parlament, welches die Politik von München gutgeheißen habe, könne nicht den Schwung auibringen, der heute mehr denn vorher erforderlich sei, wenn England die schweren Schläge der letzten Wochen überstehen wolle. Ein Parlament, welches bem kapitalistischen Großunternehmer Bald- win gefolgt sei, könne nicht mehr dem von „so- zialresormerischen" Plänen erfüllten Stasford Cripps die nötige Unterstützung gewähren. Hiergegen ließe sich allerdings einwenden, daß ein Par- krment genau so gut seine Meinung ändern kann, wie beispielsweise die Arbeiterpartei, die vor sieben Jahren sich jeder Aufrüstung widersetzte und heute gar nicht genug Kriegsschauplätze bekommen kann. Größeres Gewicht besitzt dagegen der zweite Vorwurf. Er besagt, bah das. Unterhaus nur noch einen X e i l ber Wählerschaft repräsentiere und daß gerade die jungen Männer, welche heute für die Zukunft des Landes kämpftn, nicht mehr im Parlament vertreten seien unb daher keinen Einfluß auf die Führung des Staates und des Krieges hätten. Seit 1935 find sieben neue Jahrgänge wahlberechtigt geworden. Da jedoch bisher in England, obwohl bas Wahlrecht mit dem 21. Lebensjahr erworben wird, nur verhältnismäßig wenig Männer unb Fräuen unter 25 Jahren von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen pflegten, kann man tatsächlich, ohne allzu weit fehlzugehen, sagen, daß zehn Geendet. ft er Sinclair sich darüber freut, daß der Luftangriff auf Paris sehr erfolgreich gewesen sei und der Londoner Nachrichtendienst von einer Heldentat britischer Flieger berichtet, dann paßt das zu Churchill, der in seinem brutalen Zynismus sich nicht schämt, eine „Beileidskundgebung" verbreiten zu lassen. Man fragt sich, ob sie der Ausdruck von Hohn und Spott für die heimgejuchten Pariser oder ein neuer Beweis sein soll, wie weit Stalin in England bereits Schule gemacht hat. Das offizielle Pamphlet lautet: „Die Regierung Seiner Majestät bedauert den Tod derjenigen, die das Opfer des Bombardements von Paris geworden find, und drückt den Familien ehrerbietiges Beileid aus, die so grausam getroffen wurden. So wie die, welche gemeinsam mit unseren Soldaten auf dem Felde der Ehre gefallen sind, grüßen wir die Toten des Pariser Gebiets mit entblößtem Haupt." Das also wagt das England Churchills dem verratenen ehemaligen Bundesgenossen anzutun! Nicht genug mit der langen Liste schwerster Gewalttaten. Zur Brutalität gesellt sich blutiger Hohn. Oie Beisetzung der Opfer. Paris, 6. März. (Europapreß.) Die feierliche Beisetzung der Opfer des britischen Luftangriffs auf Paris wtrd am Samstag erfolaen. Da angesichts der hohen Zahl der Toten ein Gesamtbegräbnis nicht möglich ist, wird jede Gemeinde eine besondere Trauerfeier abhalten, an der jeweils ein Vertreter der französischen Regierung teilnehmen wird, um auf diese Werse die Anteilnahme des französischen Staates zu bekunden. Am Sonntagvormrttag 11 Uhr wird in der Kathedrale „N o t r e Dame" ein feierliches Totenamt unter Anteilnahme des Kardinals Suhard zum Gedächtnis der Ermordeten zelebriert werden. Das gewaltige Schiff der Kathedrale wird ganz in Schwarz ausgeschlagen, vor dem Chor wird ein riesiger Katafalk errichtet werden. An dem feierlichen Totenamt werden die höchsten Vertreter der deutschen und französischen Behörden von Paris teilnehmen. Wahllose Bombenwürfe auf friedliche Stadtbezirke. Drei Krankenhäuser getroffen. — Die Porzellanmanufaktur von SevreS zerstört. - Ganze Familien getötet. Cin Augenzeugenbericht. Vichy, 5. März. (DNB.) Staatsminister Henry Moyfset brachte vor der Presse nochmals die tiefe Entrüstung der französischen Regierung über das „unqualifizierbare Attentat" der britischen Luftwaffe auf die Pariser Bevölkerung zum Ausdruck. „Um Ihnen genaue Einzelheiten geben zu können", erklärte der Minister, „habe ich in meiner Begleitung einen Mitarbeiter Admiral Darlans, Major Fontaine, der Zeuge dieser Katastrophe war." Major Fontaine führte aus: „Selbst in Dünkirchen habe ich nicht ein derartiges Bild der Zerstörung gesehen, wie heute morgen namentlich in Boulogne. Die Bombardierung dauerte 2% Stunden bei hellem Mondlicht, und die Engländer warfen Leuchtbomben, so daß es heller Tag war und sie genau ihre Ziele erkennen konnten, wenn sie dies gewollt hätten. Wenn ich Ihnen sage, daß auf einer Strecke von 300 bis 400 Meter ein Straßenzug mit sechsstöckigen Häusern buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht wurde, so haben Sie den ersten Eindruck, der sich mir bot. Ich muß Ihnen erst das Flugblatt zeigen, das die Engländer über einer friedlichen Arbeiter- stadt abwarfen, um Ihnen begreiflich zu machen, wie sehr die britische Luftwaffe die französischen Arbeiter liebt. Auf dem Flugblatt steht: ,Wir kommen, um Euch zu helfen. Habt keine Angst! Wir kennen unsere Ziele genau. Wir werfen unsere Bomben nur auf die Fabriken, die für die Deutschen arbeiten/ Dagegen warfen die Engländer auf einer Sttecke von etwa 25 Kilometer von St. Germain bis zu den Toren von St. Cloud wahllos Bomben schwer st en Kalibers, zum Teil von 300 bis 400 Kilogramm ab. Bisher konnten 600 bis 700 Tote identifiziert werden, darunter allein 287 aus Boulogne. Die Wahllofigkeit des Bombenangriffs zeigt sich auch in der vollständigen Zerstörung der bekannten Porzellanmanufaktur von S e v r e s. In Seores-Neuilly, Villejuif, Montrouge, Croicy (Clamart) und Jfsy gibt es überhaupt keine Fabriken, überall sind unschuldige Opfer zu beklagen. Insgesamt wurden an verschiedenen Orten drei Krankenhäuser getroffen. Ein furchtbares Bild bot sich mir in den Räumen des ebenfalls getroffenen Rathauses von Boulogne. wo die Verwundeten zu Hunderten operiert wurden. In zahlreichen Fällen wurden ganze Familien getötet. Das alles geschah, wie das englische Flugblatt besagt, um den französischen Arbeitern zu helfen. Dabei las ich heute eine Reuterdepefche, die noch einen zynischeren Text hat. Danach geschah die Bombardierung friedlicher Pariser Vororte, u m den Russen zu helfen. Die Pariser Arbeiter, die vor den Leichen ihrer Frauen und Kinder stehen und ihre Kameraden verloren haben, werden sich ihr Urteil über diese Hilfe bilden können." „Englands wahres Gesicht." Oie französische presse geißelt den brutalen Zynismus Churchills. Vichy, 5. März. (Europapreß.) Die französische Presse spricht von einer nationalen Katastrophe. Der „A v e n i r" , welcher der Regierung in Vichy nahe- steht, stellt fest, daß der englische Hinweis, man habe der Sowjetarmee eine Entlastung bieten wollen, von der öffentlichen Meinung Frankreichs zu- rückg-ewiesen werde. Für die Ehre Großbritanniens, so sagt der „Avenir", drängen sich niederfchmet- ternde Erkenntnisse von selbst auf. Die französischen Städte im Mutterland wie im Kolonialreich Haven die englischen Flugzeuge in der Luft gesehen, die gekommen waren, um Franzosen ju töten. Es sind dieselben Flugzeuge, die während des Feldzuges in Frankreich gefehlt haben. Es ist zweifellos sehr viel leichter, das Weichbild von Paris zu bombar- vieren, als Singapur zu verteidigen, oder ein deut- >ches Geschwader daran zu hindern, die offene See zu erreichen. Dieser wilde Angriff fügt sich den übrigen Aggressionen an, die 1940 auf eine so grau- äme Weise die französisch-britischen Beziehungen kennzeichnete. Daß London dem Verlangen «von Herrn Litwinow stattgab und Hunderte von Franzosen, die sich nicht haben verteidigen können, und die an dem Krieg keinen Anteil haben, hinaemord-et hat, dient weder seiner Ehre noch seinem Interesse. Im „Petit Journal" spricht Oberst de la Rocque von einem grausamen Zynismus, mit dem England heute diejenigen schlage, die sein diplomatischer Egoismus zwischen 1919 und 1938 isoliert und seine militärische Unzulänglichkeit im Mai und Juni 1940 der feierlich versprochenen Hilfe beraubt habe. „Es scheint", so sagt Oberst de la Rocque, „daß nach der schamlosen Ausnutzung^ des Gaullismus, nach den feigen Angriffen von Mers- el-Kebir, von Dakar uno Syrien, die leitenden Männer Londons sich der Hoffnung hingeben, dadurch ihre neuen Waffenbrüder in. Moskau zu unterstützen, daß sie unsere Arbeiter, unsere Frauen und Kinder treffen. Glauben sie, daß dieses systematische Bombardement von solcher Dauer die Kameraden der Ermordeten in die Arme Stalins und seiner Agenten treiben wird?" Unter der Ueberschrift „Das wahre Gesicht Englands" schreibt die Zeitung „L'Effort": „Eine schöne militärische Leistung! Dieser Mord wird auch dem letzten Franzosen die Augen öffnen über die Starke Sowjetangriffe abgewehrt. Berlin, 5. März. (DNB.) Nach Mitteilung des Oberkommandos der Wehrmacht hat eine westdeutsche Infanterie-Division nordostwärts des Ilmensees in Abwehr starker feindlicher Angriffe und in Gegenstößen gegen vorübergehend in die eigenen Linien eingedrungenen Sowjets den Bolschewisten schwere Verluste beigebracht. In erbitterten Kämpfen wurden fünf Bunker gesprengt und ein Waldlager ausgeräumt. Die Zahl der in diesen Kämpfen gefallenen Bolschewisten beträgt mindestens 920, zwei Panzerkampfwagen, vier Geschütze und zahlreiche andere Waffen wurden erbeutet. Südostwärts des Ilmensees griff der Feind mit etwa zwei Bataillonen einen Stützpunkt an, der durch einen Zug Infanterie verteidigt wurde. Der Führer des Zuges gab erst den Befehl zur Feuereröffnung, als die Bolschewisten auf 100 Meter herangekommen, waren. Die Angriffe wurden sämt- sich ab gewiesen. 220 tote Bolschewisten blieben auf dem Kampffeld liegen, 60 Gefangene wurden gemacht. Ein verstärktes Bataillon eines schlesischen Infanterieregiments vernichtete am Nordflügel der mittleren Front in wochenlangen, erbitterten Kämpfen starke Sowjetkräfte. Unter den Verhältnissen des zentralrussischen Winters, in eisiger Kälte und oft in meterhohem Schnee, mußte jeder Infan- terist das Aeußerste hergeben. Als Beute wurden acht Geschütze sowie große Mengen anderer Waffen eingebracht. 434 tote Bolschewisten wurden gezählt, während die blutigen Verluste des Feindes weit über 1000 betragen. Eine deutsche Division nordostwärts von Kursk hatte feit dem 18. Februar besonders schwere Angriffe der Bolschewisten abzuwehren. 29mal ging der Feind vor, aber alle Angriffe, die sich von Kompanie- bis Regimentsstärke steigerten, brachen an der hartnäckigen Abwehr der deutschen Truppen zusammen. Die Sowjets verloren 1572 Gefallens und mehrere hundert Gefangene. 24 Panzerkampf' wagen und eine große Anzahl anderer Waffen wurden erbeutet. Auf der Halbinsel Kertsch und wahre Mentalität des alten, herrschsüchtigen Albion. Es ist möglich, daß Herr Churchill, um seinem politischen Prestige vor der nächsten Unterhaussitzung aufzuhelfen, derartige Verbrechen braucht, die er wahrscheinlich noch als Sieg bezeichnen wird. Es wird ihm aber nicht gelingen, glauben zu machen, daß dieser nächtliche Angriff gegen entwaffnete Menschen, die nicht einmal die Unverletzlichkeit der britischen Insel bedrohten, irgendeinen militärischen Wert haben könnte. Churchill braucht offenbar um jeden Preis irgendeinen Ausgleich für den Mißerfolg feiner Fallschirmjäger. Da er diesen nicht dort finden konnte, wo Frontkämpfer sich entgegen» stellen, hat er sich erneut gegen Frankreich gewendet, das bereits vom Unglück betroffen ist." „M e m o r i a I" sagt, glaubt England, daß es durch solche Unternehmen die Mißerfolge auf anderen Kriegsschauplätzen würde verwischen können. Als unsere tapferen Soldaten bei Dünkirchen der englischen Armee die Wahl erleichterten, dem Tod oder der Gefangenschaft zu entgegen, da dachten sie sicher nicht daran, daß ihre Hingabe mit solcher Münze bezahlt würde. Kann nach diesem Verbrechen die zivilisierte Welt noch an die Ernsthaftigkeit der Mission glauben, die Großbritannien zu erfüllen in der Welt sich angemaßt hat? England zeigt sich so, wie man es nicht anders von ihm erwarten konnte, egoistisch, grausam und bereit, die ganze Welt zu seinem eigenen Vorteil zu opfern. — „Le Petit Provenxal" sagt: „Man sucht vergeblich eine Entschuldigung oder eine Erklärung für diesen rohen und feigen Angriff auf eine friedliche und schutzlose Bevölkerung. Es handelt sich nicht mehr um einen Zwischenfall im Kriege von kleinen Ausmaßen, sondern um einen Mord, der kaltblütig organisiert und bis in seine grausamsten Konsequenzen durchgeführt wurde. Frankreich, das in seiner Empörung und seinem Mitleid völlig geeint ist und von einem heiligen Zorn beseelt ist, beweint seine Toten." Die „Beileidskundgebungen" der englischen Regierung werden von der Pariser Presse mit größter Erbitterung kommentiert. — Der „Petit Pari- s i e n" schreibt, man fei bestürzt über eine solche Heuchelei und einen solchen Zynismus. Das in Trauer versetzte französische Volk nehme die britischen Erklärungen als die gemeinste und stärkste Beleidigung auf. Das von Churchill vergossene Blut französischer Arbeiter verlange nicht Beilerdskund- gebungen, sondern die schrecklichste und unerbittlichste Rache, die es gibt — In der Zeitung ,La France Socialiste" heißt es, die Mörder „verbeugten" sich also vor ihren Opfern. Man müsse sich fragen, ob sie zu den Bestattungsfeierlichkeiten nicht einen offiziellen Vertreter entsenden wollten, der im Namen des Bandenchefs Churchill eine rühr- selige Rede halte. Zerstörungen im Hafen von Great Yarmouth. Berlin, 5. März. (DNB.) Wie das Oberkom- manbo der Wehrmacht mitteilt, griffen deutsche Kampfflugzeuge am Mittwoch den englischen Großfischereihafen G r e at Yarmouth an der Ost- küste der britischen Insel an. Eine Anzahl schwerer Bomben schlug in die Hafenanlagen ein und rief in den Verladeeinrichtungen große Zerstörungen hervor. In der vergangenen Nacht wurden die Angriffe gegen britische Hafenanlagen an der Westküste der Insel fortgesetzt, wo kriegswichtige Anlagen am Ausgang des Bristol-Kanals wirkungsvoll mit Bomben belegt wurden. Kleine politische Rachrichten. Auf einer Beiratssitzung der deutschen Rundfunk- Arbeitsgemeinschaft in Berlin wurde bekanntgegeben, daß Ministerialdirektor Alfred-Ina em ar Bernd den Ehrenvorsitz der deutschen Rundfunk- Arbeitsgemeinschaft übernommen habe und Ober- regierungsrat Harts Schaudinn zum stellver* tretenden Vorsitzer berufen wurde. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Ministerialrat Diewerge, gab einen Lagebericht. * Das Kaiserliche Hauptquartier meldet, daß Donnerstag Luftalarm für Japan gegeben wurde, da Flugzeuge sich van Osten her näherten. Als es sich herausftellte, daß es sich um japanische Flugzeuge handelte, wurde der Alarm wieder aufgehvben. Aus aller Welt. Bilderschwindler vor Gericht. Einen dreisten Schwindel hat sich der 54jährige Bilderhändler Konrad W. aus Kiel erlaubt, indem er ein altes, wertloses, bei einem Antiquitätenhänd» ler für 6 RM. erstandenes Bild als einen ech- „Feuerbach" für 3500 RM. in Berlin weiterverkaufte. Vorher hatte er das Bild gereinigt und dabei auch angeblich ein Signum entdeckt, das dis Buchstaben A.T. trug. Daraus will er geschlossen haben, daß es sich um einen „Feuerbach handele, zumal ihm angeblich auch eine Berliner Kunsthandlung die Echtheit des Bildes bestätigt haben soll. Den Nachweis dafür blieb er allerdings schuldig. — Nach Anhören eines Sachverständigen, der das Bild als eine mit Glasurfarbe übermalte Photographie bezeichnete, verurteilte die Kieler Strafkammer den Bilderfälscher zu sechs Wochen Gefängnis. ^elbpoffmarber zum lobe verurteilt. Das Berliner Sondergericht verurteilte den 59jäh- rigen Otto Fritz aus Neukölln zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Damit haben die Taten eines Feldpostmakders, wie sie in diesem Umfange glücklicherweise zu den Seltenheiten gehören, ihre gerechte Sühne gefunden. Der Angeklagte, der seit mehreren Jahren in den Diensten der Reichspost stand, hat nach seinem Geständnis eine ungewöhnlich große Menge von Feldpostsendungen unterschlagen. Er erbeutete neben Bargeld auch Rauchwaren, Nahrungsmittel und Gebrauchsgegenstände aller Art. Eine Durchsuchung der.Wohnung und der Laube des Angeklagten förderte ein ganzes Lager gestohlener Waren und einen größeren Geldbetrag zutage. Verschiedene Gegenstände wurden auch noch bei der Freundin des Postmarders ge- funoen. Italienischer Gommer. Von Wera Wagenschein. Das Licht ist wie Honig an diesem Nachmittag. Ön seinem sanften Gewichte schlummern einge- schmiegt wie in Bernstein die Olivenbäume und wilden rosa Blumen, schwimmend in Klarheit und Frieden. Leiser spielen die Zikaden wie auf gläsernen Geigen. Aber ich fühle Schwermut. Vielleicht liebe ich dies alles zu sehr, die kleinen rosa Häuser oben in der Einsamkeit, von der Natur mit süßer Gewalt umfangen und verwitternd ihr zu -eigen gemacht — bas samtene Lächeln des jungen Mannes hi der Wildnis, das auf dem stolzen Gesichte aufscheint bei meinem Gruß — ach, auch das dicke Heubündel, sorgsam mit Kastanien- blättevn umschnürt, das singend und fauchend und so freiherrlich angesaust kommt, an seinem Seile schaukelnd vom Berge über die Schlucht. Und die kleinen Fischerjungen, die beiden mit den zarten braunen Gliedern und dem blassen Pagenhaar, das wie gesponnenes Glas um ihr Gesicht hängt — Mund und Blick in Schelmerei und Klugheit und in Hellem Emst — wie sind sie eifrig dem Meere zugewandt, oder fliegen beim Bocciaspiel auf wie Federn, immer bewegt wie in einem Winde. — Und der Hund am Strand. Ich hatte zu Boden geblickt beim Steine-Suchen und ihn nicht bemerkt. Ader als ich — ihn fast streifend — aufsehe, zittert er mit angelegten Ohren vor stummer Zärtlichkeit. Ich bleibe eine Weile vor ihm stehen, und wir lächeln uns vergessen an. Eine Frau sitzt bei ihm, und wie ich weitergehen will, hält sie mir ein lila Steinchen hin, eins von den gläsernen, die vom Meer so schön geschliffen werden wie aus rauhem Eis — grün, blau und gelb, auch weiß wie Mondstein — und die allen Kindern so gefallen. Wir machen uns beide eine kleine lächelnde Verneigung, er, der Hund, aber wedelt entzückt, daß die Steine klirren. Und die grauen Steine selbst mit ihren weißen Streifen, Ringen, Kreuzen, glitzernd manche wie Schneekristalle auf dunklem Grund. Es gibt seltene, auf denen es pflanzenhaft lodert, und andere mit magischem Gewölk. Und die kleinen bunten Feuerbohnen aus Stein, die so glatt und glänzend in den Händen liegen — solche hilft mir der „Mar- chese" finden (aber er kann auch Schauspieler fein ober Schiffer, hier weiß man es nicht genau) und hält sie fragend hin, und wenn ich „grazie" sage oder „dello , springt jedesmal ein kurzes Lächeln auf fein waches braunes Gesicht mit der Haken- nalse. Jede Woge wirft neue aus und nimmt sich raffelnd und klirrend zurück, was sie behalten mochte. Welcher Jammer, wenn du — auf dem Bauche liegend — ein besonders reizvolles, schnell mit der Hand bedeckt hast, die raschere Welle aber, wie ein übermütiges Pferd von hinten dich überbrausend, um dich aushöhlt, was dir fest erschien, und du spürst nur schwärzlichen Sand in den Fingern, wo eben der schöne Fund noch lag. Dann läßt du dich los, krallst dich nicht mehr fest und überläßt dich heiter der nächsten Woge, die mit doppelt strahlender Gewalt dich nimmt und trägt wohin sie will. Und der Igel, den wir am Delberg sehen, mein Gefährte und ich, an einem stillen Nachmittag. Auf der breiten grasigen Mauer kommt er gegangen — eine herrschaftliche Anfahrt für einen Igel — leise schnarchend, hockcheinig und mit Grazie und Leichtigkeit. Uns sieht er nicht, denn der Wind läuft auf uns hin; und er fängt an, mit friedlichem Genuß in den kleinen blauen Pflaumen zu weiden, lange Zeit. Wir liegen auf dem warmen Boden und wagen kaum zu ahnen. Wie weich und zart und hellgrau er ist, und feine Stachelkuppe trägt er hinten wie eine Mütze. Jetzt geht ein junges Mädchen im rosa Kleid die Stufen hinauf — er merkt es erst später, hält bann aber witternd und schnuppernd die spitze Nase hoch und rührt sich nicht, als sie schon lange vorüber ist. Dann treibt er in leichtem sorglosen Zickzack zum Stamm vom Pflaumenbaum. Zwei junge Männer kommen von oben und sehen weder uns noch ihn. Einer springt auf die Mauer und schüttelt das Bäumchen — der Igel erstarrt vor Schrecken — der andere sammelt die Taschen voll — der Igel sitzt wie aus Granit, macht nur zwei kleine Schritte zur Mauer hin — und mein Gefährte flüstert: „Sieh nicht hin, sonst braten sie ihn vielleicht." Aber sie lachen ahnungslos und springen davon. Dann ist wieder sttller Nachmittag, eine Zikade beginnt, und bas Nest im Pflaumenbaum schwirrt hungrig und jung. Ader der Igel regt sich noch immer nicht. Wir gehen zu ihm hin, pfeifen ihm vor und reden ihm zu; und seine Stacheln, die so schön braun und silbern glänzen, fühlen sich gar nicht so hart an; als ich ihn streichele, machen sie ganz kleine Rucke wie beim Seeigel. Da habe ich Angst, er könnte vor Furcht gestorben fein, wir schleichen uns fort und sind bekümmert. Aber am andern Tag sitzt er nicht mehr da, keine witternde Schnauze ist in die Luft gestreckt, und sicher geht es ihm gut . Gut geht es auch den beiden kleinen Machen, die oben auf dem Grat von San Bartolomeo im Karren fahren dürfen, in steifen weißen Kleidern und mit stolzen braunen Gesichtern und bloßen Füßen. Das Pferd hat einen Florenttnerhut auf (mit zwei Löchern für die Ohren), der ist mit Schwalben bemalt auf der einen Seite und mit einer Sonnenblume auf der andern. Drunter sehen Pferdchens Augen munter und sanft geradeaus. Und der kleine Magere am Meer, der Fische fangen will mit seinen Händen. Er geht mit langen unbewußten Schritten, die Blicke starr im Wafser unter ihm, der wirre harte Schopf verblaßt wie Mais. Das kleine hungrige Gesicht mit der fast finsteren Entschlossenheit des «Äebenjährigen, die Arme suchend vor sich hingestreckt, gespreizt die braunen Finger, die wie Möven auf der Lauer sind, wie Schatten den Fischen unten folgen. Wenn die um seine Füße gleiten, nur wie funkelnde Geschosse, zuckt es durch den braunen Rücken, die Hände strecken sich dem Fang entgegen und erstarren mutlos in der Luft, wenn längst die Beute schon entglitten ift — Ein noch viel Kleinerer stapft hinterher, bemüht, sein weißes Höschen mit zu weitem Bund zugleich mit einem Eimerchen zu hatten, und die grauen Augen lächeln ratlos. Und das Tal Sanguineto, als wir am Nachmittag vom Kastanienberge steigen. Wir sind ganz früh gegangen, um die Zett, wo sonst die Menschen schla- ren und bas Tal in Mittagsstille bebt. Das Licht rauscht wie Reiher um uns nieder, die Hitze fmgt, und in dem lautlosen Lärm ertrinkt der leichte Windstoß. Er fährt hin und her bas kleine Tal entlang und treibt uns scharfe süße Wolken von Pfefferminz entgegen. Der Bach in ben Steinen raunt, zwei Knaben beugen sich über das Wasser mit suchenden Händen, Libellen durchzucken die Stille. Da se h e ich Pan. Arn.Hang, an einer der Gras- terraffen, lehnt er regungslos. Kleiner als ein Mensch, von gedrungener Gestalt, von kristallener Kichle und Lichcheit. Er blickt geradeaus, sieht uns und alles. Vielleicht ist er ein wenig durchsichtig und verdeckt nicht ganz Fels und Gras. Alles ist Eins in dieser Stunde, nichts mehr wichtig und nichts vergänglich, die alten Kastanienbäume nicht körperlicher als ihr lichter Schatten. Und die Zikaden, Pans Hausgetter, braüfen in trillernden Chören. Eine Schlange gleitet über den Pfad, ein grünes Geschmeide. Glück und Schwermut weckt mir dieses Land, Schwermut ohne Sehnsucht. In der Heimat blick« ich sehnend auf die fernen Hügel, einen Waldrand, einen Weg durchs Korn —; doch wenn ich hinge» gangen bin, wird oft die Sehnsucht nicht geftiöt Das Wunder ist gefruchtet wie der Regenbogen, ben du suchtest; und es bleibt nur neues Heimweh nach ben blauen Fernen. Hier aber ist die Gegenwart Vollkommenheit. Stein und Kraut und Licht sind vollendet und sttll vor Schönheit. Und du wirst traurig, weil du dich nicht weiter sehnen kannst. Zeitschriften. — „Freude am Leben", die bebilderte Monatsschrift des Reichsbundes für Biologie, bringt in ihrem Doppelheft Februar/März zu Beginn eine bemerkenswerte Bettachtung des Kieler Zoologen Professor Dr. Friedrich über die Bedeutung der „Liebhaber"-Arbeit für die zoologische Forschung. Professor Dr. Schoemchen zeigt an Hand guter Aufnahmen, welche Naturdenkmäler (vor allem botanischer und geologischer Art) mit dem Elsaß wieder zum Reich gekommen sind, lieber die ,siierische Hypnose" und ihre Bedeutung berichtet Dr. Gerhard Warnke mit charakteristischen Aufnahmen der zu ben Versuchen benutzten Vögel. Von einem merkwürdigen Erlebnis im mittelamerikanischen Urwalde erzählt Regierungsrat Dr. Morton unter dem Titel „Der Riesenzylirckrer des Baumwürgers". Weitere Beiträge erläutern Bau und Wirkungsweise des elekttostatischen Elekttonen-Uebermikroskops und dis Erforschung und Anwendung der künstlichen Pflan- zenwuchsstoffe (mit recht eindrucksvollen Vergleichsaufnahmen). Eine hübsche, vielseitig interessante Arbeit von Dr. Walter Carl6 beschäftigt sich mit den Maisspeichern im Nordwesten der Iberischen Halbinsel; die beigegebenen Aufnahmen zeigen, wie sich hier die Vorsorge für die Erhaltung der Brotfrucht und eine charakteristisch-bodenständige Bauweise begegnen und verbinden. Vom sonstigen Inhalt des reichhaltigen und noch unverändert sorgfältig aus- gestatteten Heftes feien die immer anregenden „Kleinen Beiträge", die Forschungsergebnisse, Buch- besprechunges, die Liste der Neuerscheinungen und die Preisfrage genannt. WWWWMWWWMWW ■ Aus der Stadt Gießen. Theater der Universitätsstadt Gießen Das kleine Kind. Engelbert Humperdinck: „Königskinder^. n tat (Nachdruck verboten.) 32. Fortsetzung. ge !llt n ib sn A ie Ti T< er n« da i-h 9» it n !• le it n i. um jen em ge- gebet int jen uch en- mg zes ißt- Den ge' er in r- W litt eint ,gen der er- nb )ie en le, ib- )IL ilb te liefert U e« tt Verdunkelungszelt: 6. März von 20.09 bis 7.27 Uhr. :e m Musik', von der Sie sprechen, ein wenig zu identifizieren —?" Marion lachte: , m „Aber ja, Herr Fontana! Es ist direkt em Geschenk des Himmels für mich, daß Sie da oben im Wald Ihre klingende Zelle errichtet haben! Ich habe das erst gestern zu meinem Mann gesagt — natürlich um zwei Oktaven weniger enthusiastisch, um ihn nicht eifersüchtig zu machen. Wirklich, damals, als ich zuerst hier war, am Silvesterabend, als wir bei Ihnen oben in der Jagdhütte waren — da hab ich mir gesagt: Ganz einsam kannst du hier nie fern —\ Wir wollen viel musizieren, ja? Zweimal die Woche __ Extraeinlagen vorbehalten! Und wenn s Ihnen recht ist, machen wir heute gleich den Anfang — jd) klimperte ohnehin ein bißchen, als Sie kamen — „Mit tausend Freuden — ich bitte sehr — Arnold Fontana sprang vom Stuhle hoch und folgte ihr ins Musikzimmer. ota- >ber »r jaiv den )ur- M [itel lere des die Ian* ir Äk« den sch licht bt* des iden nch? yiv Ein Eichenlaubträger über Matta Was die neue Wochenschau bringt. nes i« >nd, iqe* A den «ch still dich Der feurige Gfen Boman von Hans von Hülsen Am letzten Februar-Samstag heirateten Ulla und Wulflam in Dresden. Hochzeit im allerengsten Kreise — nicht in der Loschwitzer Villa, obwohl Professor Strakonitz sie ausgerichtet hatte, sondern im Hotel Bellevue. Unweit des Tisches, an dem vor andert- balb Monaten Marion mit Abbeg gerungen hatte, saßen nun die drei. Ohne Tante Hermine; denn deren Zustand hatte sich in den letzten Wochen und zumal in den letzten Tagen so verschlimmert, daß nun selbst der Bruder keine zynischen Witze mehr darüber machte, sondern ihn mit besorgten Augen an- sah ... Am Vormittag, ehe man zur standesamtlichen Trauung aufbrach, hatte Ulla zehn Minuten an ihrem Bett gesessen, und die alte Dame hatte ihr mit Lnnassen Augen gesagt wie bitter es sie schmerze, an diesem Tage nicht bei ihr sem zu '°Nack dem Fis» hi-» Strakonitz sogar so etwas wie ein- kleine Rede, im Sitzen, mit gedampfter Stimme, die Linke auf Wulflams, die Rechte auf Ullas Hand gelegt. Den Singstimmen gegenüber ist die oben beleuchtete Jnstrumentationsart Humperdincks noch stärker ab- zudämpfen. Die Einzelkräfte des Orchesters gelangten in ihrer solistischen Führung zu schönster Ausdruckskraft, sowohl in den Streichern als auch in den Holzbläsern und Hörnern. Die an die Szene gebundene Musik fand in den Bühnenbildern Karl Löfflers die Widerspiegelung ihres eigenartigen Zaubers, belebt durch die schlaglichtartig folgende Beleuchtung (Remigius Konen). Die Handlung an sich in ihrer zeitlichen Entrücktheit durch die Kostüme gekennzeichnet, entwickelte sich in naiver Natürlichkeit mit feinem Sinn für die Ausprägung des Typischen und Humorvollen bei den Nebenfiguren (jedoch ohne Uebertreibung) und in der Ursprünglichkeit des Sichentwickelns in der Volksszene des zweiten Aktes (Max Schwarze). Valeska Lange als Gänsemagd verdient in dieser schwierigen Rolle, die seinerzeit namentlich in der melodramatischen Fassung gerade den Schauspielern besondere Schwierigkeiten bot, uneingeschränkte Anerkennung. Das Entfalten aus dem Sich-sehnen der Ahnungslosigkeit des Kindes, bedrückt durch die bannende Macht der Hexe, hin zur erwachenden Liebe, hinüberweisend ins Ahnende der Todesszene mußte jeden gewinnen; denn was sie innerlich bewegte, prägte sich im Klang ihrer Stimme ab von natürlicher Unberührtheit bis zum traumhaften Sichselbstverlieren. Ihr zur Seite Walter E c s y als der Königssohn, der dem Sturmen des Jugenddranges folgt unbekümmert um Vorurteile; eine Schwärmernatur, impulsiv und doch von inniger Naturseligkeit; mit seiner Partnerin sich zusammenfindend im Ausschöpfen der lyrischen Szenen in Schönheit des stimmlichen Zu- sammenklanges. — Die verneinende zerstörende Macht verkörperte Gertrud Meine! als Hexe m Maske und Gebärde ebenso eindringlich wie akzentuiert im Gesang. „ Die zweckgerichtete Umwelt, voll Selbstsucht und Verblendung ollem Wahren gegenüber, fand in dem Besenbinder (Kurt Bosny) und dem Holzhacker (Eberhard Kratz) markante, typische Gestaltung. Dem gegenüber vertrat der Spielmann (Ludwig Druschei) freies, lichtvolles Menschentum voll seherischer Kraft für das Echte und Wertvolle; eben- so füllig im Klange dem Orchester gegenüber wie ausgewogen in der musikalischen Durchdringung. Bei ihm wurde es glaubhaft, wie sich die Kindesseele zu ihm hingezogen fühlte al? ihrem Vertrau- ten. Aus dem frischen Kreis der Kleinen sei beson- : ders Thea 'Beute hervorgehoben mit der kmd- . lichen Unbefangenheit und beachtlichen musikalischen - Sicherheit. Aus der Reihe der vielen charakteristt- i schen Einzelgestalten trat Hans Lott als Rats- t ältester einprägsam im stimmlichen Ausdruck heraus, i Herzlich war die Zustimmung, ganz besonders . nach dem letzten Bild. Dr. Hermann Hering. Die neue Wochenschau bringt einen ausführlichen Bericht vom Einsatz unserer Luftwaffe gegen Malta. GeneralfeDmarschall Kesselring besichtigt einen Feldflughafen auf Sizilien. Jagdflieger kehren vom Feindflug zurück. Eine unserer Maschinen muß auf See niedergehen. Die Seenotstas- fel wird alarmiert. Dann starten unsere Jäger zu neuem Angriff. Sie haben den Anflug eines Kampfgeschwaders gegen La Valetta zu sichern. Der Eichenlaubträger Major Maltzan packt über Malta einen englischen Jagdflieger. Zugleich mit dem Maschinengewehr wird die eingebaute Schmalfilmkamera ausgelöst, die genau das wiedergibt, was der Jager bei feinem Angriff ft». Diese Aufnahmen sind em- zigartig. Einleitend gibt die Wochenschau in TrickZeichnungen und Landschosts aufnahmen ein Bild von dem bisherigen Verlauf des Krieges im Pazifik. Die nächsten Aufnahmen zeigen das Führerhaupt' quartier. Die neuen Generalobersten Mode l und Freiherr v. Richt Hofen melden sich beim Führer. General Reinhardt, General Jordan, Oberst Eibl, Major Hoffmann-Schönbau m, Rittmeister Freiherr v. Boesel a g e r und Oberleutnant Noak empfangen das Eichenlaub zum Ritterkreuz. , . _ , Die Aufnahmen von der Front im O st s n geben aufs neue ein Bild von den gewaltigen Schwierigkeiten, die unsere Soldaten in Schnee und Eis des russischen Winters zu überwinden haben. In den vordersten Stellungen werden immer wieder die Massenangriffe der Sowjets abgeschlagen. Die Bol- „Kinder", sagte er. „Mit diesem frohen Tage beginnt der Ernst des Lebens. Richt der sogenannte, der bekanntlich sehr oft, bei sehr vielen Gelegen» heilen zitiert wird, sondern der wirkliche, dem man ins blutunterlaufene Auge sehen und vor dem man nicht erschrecken muß. Und die Freude dieses Tages, das ist die, die aus dem Ernst des Lebens wachst ... Ich kann ja nicht als Fachmann reden, weil ich niemals einer Frau habe zumuten wollen, sich mit den Brosamen zu nähren, die von der Herren Patienten Tische fallen. Aber soviel weiß doch auch em armer unwissender Laie, wie ich, daß es um die sogenannte Liebe oberfaul steht. ,Die Liebe ist das Schicksal, sagen die Romantiker. Unsinn, keine Spur merkt euch das! Liebe — die lehrt nur, das Schicksal zu erkennen, hilft es nur tragen — das ist, über den biologischen Zweck hinaus, ihre Funktion im Haushalt der Natur. Alles andere ist schale Romantik, nicht mal von vorgestern, sondern sie war immer schal. Ich wünsche euch beiden, an denen ich nun mal Vaterstelle in dieser Stunde, und wenn nötig, auch in alle Zukunft zu vertreten habe, daß Ihr eure Liede so auffaßt und danach lebt bann werdet ihr sittlich leben, dem unbekannten Gott und allen lieben Bekannten ein Wohlgefallen. Das andere ist Schnickschnack. Prost!" Ulla und ihr Mann stießen mit ihm an. Der sonnige Wintertag, der durch die hohen Fenster fiel, spiegelte sich ernst und fröhlich zugleich in ihren Augen. , , Strakonitz' Hochzeitsgeschenk bestand aus einem vollständigen ärztlichen Instrumentarium für Wuls- (nm. Er hatte es bei der Berliner Firma, die feine Klinik seit vielen Jahren belieferte, in Auftrag gegeben, es war pünktlich am Tage vor der Hochzeit angekommen. „Was er mutmaßlich besitzt, der Aus- erwählte ...", hatte er lachend gesagt: „damit kann er doch höchstens Zähne ziehen!" Ulla wußte nur zu gut, daß des Onkels gutmütiger Spott ins Schwarze traf; und sie malte sich glücklich aus, wie diese Fülle der Instrumente in den Glasschranken des neuen Lappersdorfer Hauses glitzern würde ... schewiken geben ihr Spiel jedoch noch nicht verloren. Aber alle ihre Angriffe brechen im Feuer der deutschen Waffen zusammen. Auf der Krim tobt der Kampf vor Sewastopol. Die Sowjets lassen nichts unversucht, um den stah- lernen Ring um die Stadt zu sprengen. Aber der deutsche Soldat behauptet Seite an Seite mit Den rumänischen Regimentern das Feld.__ Der Wehrmachtbericht. DRV. AusdemFiihrerhauptquartler, 5. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Donezgeblet wurden erneut mit panzern geführte Angriffe des Feindes in harten Kämpfen abgewiesen. Zusammen mit deutschen Truppen bewährten sich in den Kämpfen der letzten Tage auch wallonische Freiwilligen-Verbände. In den übrigen Abschnitten der Ostfront erlitt der Gegner bei zahlreichen erfolglosen Angriffen hohe blutige Verluste. An der Linschließungsfront von Leningrad beschoß schwere Artillerie des Heeres militärische Anlagen in Kronstadt mit guter Wirkung. Die Lustflotten an der Ostfront unterstützten mit starken Kräften die Kämpfe des Heeres und fetzten die Zerstörung der sowjetischen Eisenbahnverbindungen fort. Kampfflugzeuge, die zu bewaffneter See- vufklarung um England eingesetzt waren, bombardierten Hafenanlagen an der Südost - und Westküste der Insel. Flugplätze und Seesiühpnnkte auf der Insel Malta wurden weiterhin bei Tag und Nacht mit Bomben belegt. Deutsche Lufterfolge im Gebiet des Polarkreises. Berlin, 5. März. (DNB.) Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, griffen deutsche Jagdflugzeuge im Gebiet des Polarkreises einen Verband sowjetischer Jäger an, als dieser zum Tiefflug gegen einen finnischen Feldflughafen an setzte. Die Absicht der feindlichen Flieger wurde vereitelt. In erbitterten Luftkämpfen wurden ohne eigene Verluste zwei sowjetische Flugzeuge zum Absturz gebracht. Am gleichen Tage griffen unsere Me 109 sowjetische S chl i 11 e n k o l o n n e n auf einer Zufahrtsstraße der F i s ch er halb! n s e l mit Bordwaffen an und vernichteten eine Anzahl. Erne sowjetische Funkstation auf der Fischerhalbmsel wurde zerstört. Leichte Karnpfflugzeuae beschädigten i n d e r B a r e n t s e e vor der Einfahrt des Hafens Murmansk ein kleineres Frachtschiff durch Volltreffer und richteten große Zerstörungen in einem sowjetischen Barackenlager im hohen Norden an. Eine Explosion rief einen ausgedehnten Brand in einem sowjetischen Lager hervor. * Mit feinem Empfinden für die mannigfachen Entwicklungen aus der jeweiligen musikalischen Situation heraus ließ Gerhard H e r g e r t in natürlichem Fließen diese Musik lebendig und eindringlich werden, stark in der idyllischen Ausweitung der jeweiligen Stimmungsgebundenheit ebenso wie in der Erfassung dramatischer Ansätze. Die Strahlkraft des Orchesters war füllig, aber anderseits doch von klarer Durchsichtigkeit selbst im rauschendes Forte. Hat kleine Fäustchen und kleine Füßchen und guckt vollkommen unschuldig. Es wird erst später ein bißchen schuldig werden, wie wir alle. Das ist mein Gedanke dabei: w i e wir alle! Denn auch wir haben einmal so dagelegen, unzweifelhaft „süß", und haben dann unseren Seberts- wandel ausgenommen, nicht süß, sondern ... Ich sage keineswegs sauer oder bitter. Ich sage nur: Soso! , ... Aber da wird mir bedeutet, daß ich das nicht sagen dürfte! Es ist mein Enkelkind! Freilich, das ist es, für mich! Aber soweit es die Welt' draußen angeht, die Welt, die genug anderes zu tun hat und in der es von Menschen nur so wimmelt? Diese Welt nimmt ihn nicht als süß, auch nicht als bitter, hart oder sonstwie ungerade, aber sie nimmt ihn ziemlich neutral an und sagt: „Wollen erst mal sehen!" Und sie wartet nicht lange, sondern sortiert ihn ohne viel Federlesens nach । grob, fein oder mittel. Demgemäß wird er verbraucht, angeftellt, umgebaut ... Ohne viel Nachsicht. Offiziell heißt er heute schon Hassebrauck. Es ist nur bei seiner Mutti und bei ganz nahe verwandten Personen so, daß er „süßes Hachen heißt und wird ihm solches sogar noch attestiert mit Kuß. Wer küßt ihn später? Aber halt, — wenn man d a s bedenkt — und sieht ihn vorerst noch so liegen — da wird sich vielleicht auch jemand finden, zum Küssen. Und so kommen wir auf die Summe des Lebens, auf das bißchen Liebe, das alles bedeutet. Wen wir lieben, der ist „lieb", und die vielen anderen find bloß Mitmenschen. Sie wimmeln massenhaft umher. Man kayn sie gar nicht alle lieben oder berücksichtigen. Felix Riemkasten. Oie Feier des Heldengedenktages in Gießen. Des neuen Hauses! Ja, sie war nicht müßig gewesen, diese Wochen lang. Auf ihr Betreiben hatte Wulflam — da seine bisherige „Kate" beim besten Willen nicht Raum für zwei bot — von der Obe^ fincinMrektion Breslau das kürzlich erst unter Dach gekommene, aus irgendwelchen Gründen nie bezogene Zollbeamten-Wohnhaus gemietet, das ganz am Ende des langgestreckten Dorfes lag, da, wo von der Kreisstraße nach Nieder-Lappersdorf Der Waldweg zum Jagdhaus abzweigte. Die Miete betrug freilich nahezu die Hälfte von Wulflams monatlichem Durchschnittseinkommen, und er hatte, überlegfam und peinlich, wie er war, nicht ohne Bedenken feirA'i Namen unter den Vertrag gefetzt; aber Ulla hatte ihm fröhlich lachend vorgerechnet, daß ihr gemeinsames Einkommen sich doch fortan durch die Zinsen des mütterlichen Erbes fast ve^ dreifache, daß sie wie der Herrgott in Frankreich davon leben könnten, und daß man sich dem volkswirtschaftlich lange erprobten Grundsatz fugen müsse, wonach eine gesunde Miete em Fünftel dec Einnahmen betrage. Als das Haus schon gemietet und mit der Gin» richtung bereits begonnen war, kam Fehr nach Dresden. Sein Besuch war nur kurz und verlies noch viel unerfreulicher, als er gefürchtet hatte, denn er sah sich sofort einer doppelten Front gegenüber. Die einzige, von der vielleicht Hilfe zu erwarten gewesen märe, lag krank. Strakonitz zeigte sich unwirsch gegen den Schwager, stellte sich m allen Punkten mit Entschiedenheit auf Ullas Seite, nahm überhaupt kein Blatt vor den.Mund, sondern bezeichnete Fehrs Verlangen, die Wulflams sollten sich einen andern Wohnsitz suchen, rund heraus als „Anmaßung", wonach für lange Sekunden ein peinliches Schweigen im Zimmer entstand. Ulla selber äußerte sich so gut war gar nicht, nur zum Schluß sagte sie etwas, worunter der Vater wie unter einem Nadelstich zusammenzuckte. „Und du wirst nicht vergessen, Papa, mimer an den Kranz für Mamas Grab zu denken? (Fortfetzung folgt) Das Ritterkreuz. Berlin, 5. März. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz an Oberstleutnant Brehmer, Kommandeur eines Infanterieregiments, und Feldwebel Koch, Zugführer in einer Panzer;ager°Ab- teilung. Oberstleutnant Brehmer führte, als am Morgen des 14. Januar die Sowjets mit starken Kräften gegen einen wichtigen Schlüsselpunkt seines Regimentsabschnitts im mittleren Teil der Ostfront vorstießen, einen Schützenzug und Teile seines Stabes zum Gegenstoß gegen die Bolschewisten vor, die sich nach erheblichen Verlusten fluchtartig in ihre Ausgangsstellungen zurückzogen. — . Feldwebel Dietrich Koch leitete, als die Sowjets eine mit nur schwachen Kräften besetzte Stellung im mittleren Teil der Ostfront eingedrückt hatten, das Feuer seiner Pak auf die in dichten Schwärmen anfturmen- den Bolschewisten. Als er selbst schwer verwundet wurde, ließ er sich nur notdürftig verbinden und schwenkte dann seine Pak auf die vom Gegner bereits erweiterte Einbruchstelle um, die durch das wohlgezielte Feuer abgeriegelt wurde, b,s der Gegenstoß die Sowjets wieder nertneb. Stabsfeldwebel Ulrich Melchior, Zugführer in einem Hamburger Panzerregiment der vom Führer mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet worden ist, ist den am 23. Januar erlittenen Verwundungen erlegen. vor Sewastopol verlies der gestrige Tag ruhig. Im Donezgebiet Dagegen wurden starke sowjetische Angriffe unter hohen Verlusten für den Feind ab- gewiesen. Donnerstagmorgen trat Der Gegner nach heftiger Artillerievorbereitung in Starke einer Division erneut zum Angriff an. Trotz Einsatzes von Panzerkampfwagen wurde er, zum Teil in Gegenstößen, zurückgeworfen. Ein besonders heftiger Kampf entwickelte sich um Den Besitz einer Ortschaft. Nach dem Einsatz von Sturzkampfflugzeugen wurde auch die es Gefecht zugunsten der deutschen Truppen entschieden. An anderer Stelle des gleichen Frontabschnittes stießen Gebirgsjäger in feindliche Bereitstellungen hinein. Hierbei wurden sechs Geschütze sowie andere Waffen erbeutet. Der Feind lieh rund 500 Tote auf dem Kampffeld zurück. Der Heldengedenktag am 15. März 1 9 42 wird in allen Standorten Der Wehrmacht und bei allen Truppenteilen in schlichten militärischen Feiern begangen, Die Dem Gedenken Der Gefallenen Des Weltkrieges und des jetzigen Krieges gelten. Im StanDort Gießen wird an Diesem Tag um 9.30 Uhr am Denkmal des Infanterie-Regiments 116 auf Dem Landgraf-Philipp-Platz Der StanDortältefte, Oberst Kühne, im Namen Des Standortes einen Kranz nieDerlegen. Zu dieser Gedenkfeier, die im kleinsten Rahmen stattfindet, sind Partei und Die Der Wehrmacht nahestehenden Verbände aufgefordert worden. Eine Ehrenkompanie wird am Denkmal Aufstellung nehmen. Die Hinterbliebenen von Gefallenen werden gebeten, sich zu dieser Feier einzu- finben. , „ _ Im Anschluß an diese Feier erfolgen Kranzniederlegungen am Kriegerdenkmal von 1870/71 auf dem Marktplatz durch den NS.-Reichskriegerbund und im Ehrenfriedhof des Weltkrieges auf dem Rodtberg durch die NSKOV. Eine größere militärische Feier kann auch in diesem Jahre nicht stattfinden. ** Beförderungen bei der Wehrmacht. Zu Obersten befördert wurden mit Wirkung ab 1. Februar 1942 Oberstleutnant Kühne, Kommandeur des Wehrbezirks Gießen, und Oberstleutnant L y n ck e r. , ** Silberne Hochzeit. Der Drogist Helmut Nör ing und Frau Maria, geb. Melters, Händel- straße 2 wohnhaft, können am morgigen Samstag, 7. März, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar gelten auch unsere herzlichen Glückwünsche. ** Ein Kursus zur Ausbildung von Fußball-Sch-iedsrichteranwärtern beginnt am nächsten Sonntagvormittag in Gießen im Rahmen einer Pflichtversammlung Der Fuhball- I Schiedsrichter. „Dem Filmregisseur? Jawohl. Warum fragten lernte ihn im Riesengebirge kennen, auf der Peterbaude. Er war ganz vernarrt in Den Gedanken, ich müßte mit ihm filmen. Ich haste nur zuzugreifen brauchen, ich hab s sogar schriftlich von ihm. — Was sagen Sie dazu?" „Tun Sie es nicht, Baromn! Ich bitte Sie! — Was ist der Film? Eine Gelegenheit, ein paar Jahre Geld zu machen und Dafür auf immer seine Stimme zu ruinieren. Das ist nichts für Sie —" Ja — und meinen Sie — ganz aufrichtig — das Theater wäre auf die Dauer etwas für mich gewesen? Sehen Sie: wenn ich das glaubte, hatte ich mich nie und nimmer so entschlossen. Aber ich glaube es nicht. Ich kenne mich. Es war em Rausch in den ich junges Ding mich stürzte — er ist langst verflogen. Und der Erfolg würde eines Tages auch verflogen fein — man muß viel stetiger fein, als ich es bin, sehr viel zielbewuhter und ehrgeiziger, um ihn auf lange Zeit festzuhalten. Und ohne den großen Erfolg, dies Narkotikum — Sie wissen selbst, wie das Theater für eine Frau aussieht, die sich mit der zweiten oder dritten Geige begnügen muß. Wirklich, ich kenne mich. Die ewige Boheme war nichts für mich. In mir sind sehr starke bürgerliche Instinkte. Und diese Umgebung hier ist gerade das, was ich brauche. Mit Den lieben Mitmenschen wird man sich abfinDen müssen. Auch habe ich ja Die „Ich stimme Ihnen vollkommen zu, Baronin. Dies schöne Schloß ist ganz das Richtige für Sie. Ein Hintergrund, von Dem Sie sich prächtig abheben. Und wenn Sie mir erlauben wollen, mich mit Der Ich sah mir das kleine Kind an, wie es da lag, und dachte bei mir: „Das ijt nun ein Mensch!" Vorläufig wußte es noch nichts davon, aber Das ist kein Einwand, denn wieviele, wenn sie groß und erwachsen sind, wissen ebensowenig, daß sie Menschen sind, sondern gebärt)en sich wie Unmenschen. Das tut dieses Kleine noch nicht. Es ist ein Junge und hat die Zeit noch vor sich. Es wird erst em Knabe, dann ein Junge, Dann ein Lümmel und später über Den Jünglingsweg einmal ein Mann. Das wird nun mit soviel Liebe und Vorsicht, Freude und Zukunftshoffnung erwartet und sieht in Der Tat „süß" aus, denn „süß" läßt sich hier sagen, ohne daß es Uebertreibung ist. Sehr suh! Nach Der VollenDung seiner unvergleichlichen Märchenoper hänsel und Gretel" befaßte sich Humperdinck wiederum mit einem Stoff, der in die Märchenwelt wies, den „Königskindern", von Ernst Rosmer. Zunächst bearbeitete Engelbert Humperdinck dieses Spiel als Melodrama, d. h. zu der Musik wurden Die Worte in vorgeschriebener Höhe und Länge gesprochen. In Dieser Form fanden die „Königskinder^ auf über 70 Bühnen ihren Eingang. (1897.) Ein Jahrzehnt später unterzog, auf Freundesrat hin, Humperdinck dieses Werk einer gründlichen Umarbeitung zur Oper. Vieles, ja Das Bestimmende Der musikalischen Gestalt wurde übernommen und manches Neue wuchs in diese Form hinein. Die Uraufführung in Neuyork (1910) eröffnete dieser Oper den Weg. In ,^Hänsel und Gretel" Das naive Volksmärchen im kinDlichen Sinne; in Den „Königskindern" wendet sich Der Erwachsene bewußt Der traumhaften Märchensphäre zu und erlebt hier Das Geschehen in Der Ausdeutung des Symbolhaften. Mag Die Liebes- Handlung an sich im Vordergründe stehen, ebenso bedeutsam ist aber auch, Daß Die Umwelt Den Königssohn nicht erkennen will. 'Nur Der naiven Kinderseele ist es Vorbehalten, Das Königspaar ahnend zu erschauen. Wenn auch Humperdinck mit seiner musikalischen Gestaltung auf dem Werk Richard Wagners fußt (hatte er doch selbst in Bayreuth zu der Verwandlungsmusik im „Parsifal" einiges beigesteuert), so, liegt Doch seine Hauptstärke in Der Erschließung der Welt Des Märchens in einer nur ihm eigenen Art. Seine Fähigkeit, szenisch Zusammengehöriges in Einheit musikalisch zu erfassen (eine ForDerung, von Der er auch seinen Schülern gegenüber niemals ab- ließ), findet auch in Den „KönigskinDern" breitesten Raum mit anschaulicher Kraft ftimmungsgebunDener Schilderung, Die über Die Realität hinauszugeleiten vermag. Seine Satzweise beschränkt sich nur auf wenige grundlegende Motive, die in ihrer Gegenüberstellung aufs Intensivste verknüpft werden und im Lichte äufblühender Nebengedanken ihr Eigentümliches erschließen. Seine Instrumentation ist Dem Wesen und der Individualität Des einzelnen Instrumentes abgelauscht, er liebt es, Den Klang mit den Bläsern in tieferen Lagen orgelhast zu füllen und damit aber auch Der Singstimme Des Öfteren Schwierigkeiten zu bieten. Neue Schulungöstätte der NSV. Nur dringende Arbeiten beimZahnarzi. Durch die Einberufung zahlreicher Zahnärzte zum Wehrdienst ist es erforderlich geworden, in der Heimat bei der Versorgung der zahnkranken Bevölkerung die verbliebenen zahnärztlichen Kräfte so zweckooll wie möglich einzusetzen. Don der Reichsführung der Deutschen Zahnärzteschaft wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß Wünsche nach nicht unbedingt notwendiger Behandlung und lediglich kosmetischen Verbesserungen am Gebiß während der Kriegszeit aus Mangel an Zeit nicht immer erfüllt werden können. Die Bevölkerung wird dafür Verständnis haben, daß der in der Heimat verbliebene Zahnarzt heute vielmehr jene Behandlungen vordringlich durchführen muß, die der Schmerzbeseitigung und der Wiedererlangung der Kaufähigkeit dienen. Wenn daher in einzelnen Fällen gewisse Behandlungen vom Zahnarzt zurückgewiesen werden, so darf jeder Volksgenosse überzeugt sein, daß es sich hier um Eingriffe handelt, die ohne Schaden zurückgestellt werden können. Ein Hamsterernest ausgehoben. Eine Frau verhaftet. Don der Kriminalpolizei Gießen wird uns mitgeteilt: Dor einigen Tagen wurde im Haufe einer Familie in Ober-Hörgern (Kreis Gießen) eine überraschende Durchsuchung oorgenommen, da bekannt geworden war, daß diese Familie größere Mengen bezugsbeschränkter Waren und Mangelwaren zum größten Teil ohne Bezugsberecbtigung oufgekauft habe. Das Ergebnis der Durchsuchung war überraschend. U. a. konnten vorgefunden und sichergestellt werden: Etwa 120 Pfund Kernseife, 35 Stück Feinseife, 41 Stück Einheitsseife, 160 Pakete Waschpulver (Persil, Sil, Fewa und bergt), 15 Pfund loses Waschpulver, 3 Kilogramm ungebrannter Bohnenkaffee, 25 Stück Anzug- und Klei- derstoffe, 52 Stück Hemden-, Bett- und Schürzen- jtof'e, 76 Stränge Wolle, 70 Rollen Zwirn und Stofstwist, 30 Paar Herren- und Damenstrumpfe, 11 Paar Herren-, Damen- und Kinderschuhe, 15 Karten Gummiband, 20 Paar Damenstrumpfhalter 14 Putztücher, 150 Päckchen Back-, Pudding- und Soßenpulver, 2 Pfund verschimmelte Rosinen, 450 Zigarren. 180 Zigaretten, 1050 Gramm Tabak und 2018 RM. Bargeld. Durch die bisherigen 6rmitb lungen, die aber noch nicht abgeschlossen sind, wurde sestgestellt, daß die Hauptbeschuldigte, eine 27jäh- riqe Frau, die Geschäftsleute, von denen sie die Waren bezog, mit Butter und Eier, wohl als Gegenleistung, beliefert hatte. Die beschuldigte Frau wurde festgenommen und dem Amtsgericht Gießen zugeführt, das sie unter Haftbefehl stellte. Die an diesen Vorgängen beteiligten Geschäftsleute werden natürlich ebenfalls ein Verfahren zu gewärtigen haben. Die Akten über den Vorfall sind dem Son- dergericht in Darmstadt zur weiteren Bearbeitung zugeleitet worden. Wer Gelegenheit hatte, das außerordentlich vielseitige Warenlager dieser schamlosen Hamsterin zu sehen und dabei zu erkennen, wie hemmungslos hier viele lebensnotwendige Waren, die zahlreiche andere Familien gut hätten verwerten können, lediglich aus Raffgier zusammengetragen und aufgestapelt wurden, der kann nur wünschen, daß diese em- vörende Schädigung des Gemeinwohls die entsprechende strenge Sühne findet. Nationalsozialistische Frauenschule für NSG. Zu den wichtigsten fokalen Frauenberufen der NSV. gehört derjenige der Dolkspflegerin. Es ist dies ein Beruf, zu dem sich eine Frau im wahrsten Sinne des Wortes „berufen" fühlen muß, da er nur von einem in sich gefestigten Menschen aus- geübt werden kann, von einem Menschen, der die Schicksale seiner Mitmenschen begreifen und auch lenken kann, der so viel Menschenkenntnis besitzt, daß er wahres Leid von Heuchelei zu unterscheiden versteht. Das Arbeitsgebiet einer Dolkspflegerin umfaßt'die gesamte Dolkspflege, wozu die Familien, und Wohnungsfürsorge, vor allem die Betreuung von Mutter und Kind sowie die Äugendhilfe, Haus- Haltshilfe und die Erholungspflege von Müttern, werdenden Müttern, berufstätigen Frauen, Jugendlichen und Kindern gehört. Obwohl erst ein verhältnismäßig kurzer Zeitraum fett B"stehen der NS.-Dolkswohlfahrt verflossen ist, sind die Arbeiten von Jahr zu Jahr immer größer und umfangreicher und die Einrichtungen, le der Dolkspflege dienen, in schneller Entwicklung Lichtspielhaus: .Frau am Abgrund". Diese Geschichte, eine italienische Produktion im Verleih der Difu, wirkt wie eine verspätete Verfilmung des seinerzeit beliebten „Tagebuches einer Verlorenen": man erlebt die bestimmenden (Stationen auf dem unerfreulichen Lebenswege einer hüb- schen Frau, die von ihrem Liebhaber mit einem Kinde sitzen gelassen wird, in zweifelhafte Gesellschaft gerät und allmählich, von Stufe zu Stufe sinkend, sich immer mehr verstrickt, bis sie, nach allerlei Umwegen und vergeblichen Versuchen, wieder Boden unter die Füße zu bekommen und sich eine ordentliche Existenz aufzubauen, sich zu ihrer Mutter flüchtet, welche die verlorene Tochter mit vielen Freuden wieder bei sich aufnimmt. — Es liegt in erster Linie am Stoff, zum Teil aber auch unver- meidbicherweise an der Synchronisierung, daß dieser Film auf den Beschauer sehr viel älter wirkt, als er wahrscheinlich ist. Die Spielleitung von Amleto Palermi hat die an Effekten reiche Handlung unmittelbar publikumswirksam in Szene gesetzt. Paola Barbara, hübsch und temperamentvoll, erscheint für die Rolle der „Frau am Abgrund" über- aus geeignet. Unter den Männern, die, der Fabel entsprechend, allermeist eine wenig anziehende Figur machen, zeichnen sich Fosco G i a ch e t t i, Gina C e r vi, Dittorio de Sic a, Umberto Melnatl und Camillo Pilotto aus. Einige gute Landschaftsaufnahmen sind mit Anerkennung hervorzuheben. — Hans Thyriq^ Ausbildung von landwirtschaftlichen Berufsschullehrerinnen. NSG. Der Reichsstatthalter in Hessen gibt bekannt: Der Herr Reichserziehungsminister beabsichtigt, an den Reichsinstituten für den landwirtschaft- liehen Unterricht in Danzig, Dresden, Braunschweig, Bonn und München ab Ostern 1942 einjährige Ausbildungslehrgänge für landwirtschaftliche Berufs- Dolkspflege im Sau Hessen-Nassau. stets zahlreicher geworden. Nicht zuletzt im Kriege kam den Maßnahmen der NSV. auf dem Gebiete der Dolkspflege immer größere Bedeutung au. Die Gauamtsleitung der NSV. kam deshalb einem dringenden Bedürfnis nach, als sie jetzt alle Vorbereitungen zur Schaffung einer Schul ungs- ftätte für Dolkspfleaerinnen im Gau Hessen-Nassau £ troffen hat. In dieser nationalsozialistischen Frauen- ,chule für Dolkspflege können Mädchen mü dem abgeschlossenen 19. Lebensjahr Aufnahme zu einem jeweils 2 Jahre dauernden Ausbildungskurs finden. Nach Abschluß des Staatsexamens steht den jungen Volkspflegerinnen eine Laufbahn in den vielseitigen Einrichtungen der NSV.-Arbeit, aber auch in den staatlichen und kommunalen Dienststellen (Ge- sundheits-, Fürsorge- und Jugendämter) offen. Mädchen, die sich für den Beruf der Dolkspflegerin interessieren, wenden sich an die Gauamtslei- tung der NSV., Stelle Sozialer Nachwuchs, Darmstadt, Steubenplatz 17. schullehrerinnen einzurichten. Die weitexe Ausbildung der Bewerberinnen erfolgt durch eine einjährige prakt sch-pädagogische Tätigkeit an einer landwirtschaftlichen Berufsschule. An diesen Lehrgängen können Bewerberinnen mit folgender Ausbildung teilnehmen: 1. Abgeschlossene Mittelschulbildung oder Dersetzungszeugnis zur 7. Klasse der Oberschule, außerdem einjährige Praxis im ländlichen Haushalt und ein Jahr Fachschule (Landfrauenschule, Landwirtschaftsschule, Frauenfach- schule). 2. Dolksschülerinnen, die die ländliche Hauswirtschaftsprüfung bestanden haben und den Besuch der Lwdwirtschaftsschule ober Landfrauenschule nachweisen können. Sie müssen jedoch vor Besuch des Staatsinstituts den Dorbereitungslehr- gang für die Aufnahmeprüfung in die Oberklasse einer Landfrauenschule besuchen. 3. Absolventinnen her Oberklasse (Hauswirtschaft!'che Form) brauchen nur ein Jahr landwirtschaftliche Praxis nachzuweisen. Meldungen zu diesen Lehrgängen sind unter dem Kennwort „Lehrgänge für landwirtschaft- liche Berufsschullerinnen" an den Herrn^eichsstatt- halter in Hessen, Landesregieri 3, Abteilung VII, Peter-Gemeinder-Straße 3, ober an die Kreis- und Stadtschulämter zu richten. Zuchtbaus für ein Franzosenliebchen. LPD. D a r m st a d t, 5. März. Rosina Helden- b e r g e r aus Schlierbach im Kreise Dieburg hatte mit einem kriegsgefangenen Franzosen ein Liebesverhältnis unterhalten, weswegen das Darmstädter Sonberqericht sie am Mittwoch zu einer Zucht- hausstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilte. Die Angeklagte, die geständig war, entschuldigte sich damit, daß sie den Franzosen sehr geliebt und baß dieser ihr die Ehe versprochen habe; dieser aber verriet sie, um sich wegen seines langen Fernbleibens vorn Lager zu entschuldigen. Das Sondergericht war der Ansicht, daß sie sich In recht schamloser Weise dem Franzosen an den Hals geworfen habe. Gewaltverbrecher zweimal zum Tode verurteilt. Sechs Tage nach feinen Untaten brach das Sonder- geeicht den Stab über ihn. Lpd. D a r m st a d t, 5. März. Wegen Gewaltoer« brechens hatte sich am Donnerstag vor dem Sondergericht in Darmstadt bet 36jährige Heinrich Schmidt aus W e i t e r st a d t zu verantworten. Schmidt ist sowohl als Gewalt- und Sittlichkeitsverbrecher, wie auch infolge feiner früheren Betätigung und Gesinnung als Kommunist des öfteren vorbestraft. Nach Arbeitsschluß am 27. Februar hielt sich Schmidt bis zur Feierabendstunde in einer Alt- ■ stadtwirtschaft in Darmstadt auf und verbrauchte dort seinen gesamten Wochenlohn ohne Rücksicht auf seine Frau und seine pier Kinder. Danach begab er sich in den südlichen Siadtteil. wo er unter dem Schutz der Dunkelheit auf der Straße ein Mädchen ansprach und es alsbald zu Boden warf. Seine Absicht, sich das Mädchen gefügig zu machen, scheiterte an dem Hinzukommen eines Mannes, der durch die halberstickien Hilferufe des Opfers aufmerfcam geworden war. Schmidt ging flüchtig und drang dann in ein Haus ein, in dem er früher schon einmal gearbeitet hatte. Er versuchte nun hier bei einer allein anwesenden Hausbewohnerin zu seinem Ziele zu kommen. Bei seinem Vorhaben kamen ihm die Kriegsverhältnisse — Verdunkelung und Abwesenheit der übrigen Familienmitglieder — zustatten, was er ganz bewußt ausnutzte. Noch in der gleichen Nacht wurde Schmidt von der Kriminalpolizei festgenommen und durch unverzügliche Anklagevorbereitung sechs Tage nach feinen schweren Taten verurteilt. Der für seine Taten voll verantwortliche Verbrecher hat sich — er ist sich dessen eingestandenerma- ßen klar bewußt gewesen — selbst aus der Volksgemeinschaft ausgeschlossen und sein Leben verwirkt. Entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts verurteilte ihn das Sondergericht als Dolksschädling in beiden Fällen zum Tode und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszett. Der schnelle Zugriff der Behörden und des Gerichts ist Warnung und Beruhigung zugleich, daß das im vollen Kriegseinfatz stehende Volk gegen derartige Verbrecher durch die ganze Schärfe des Gesetzes geschützt wird. Päckchenmarder kommt ins Zuchthaus. Lpd. Frankfurt a. M., 5. März. Die 34jährige Postfacharbeiterin Erna S ch ö n f e l d , die im Brief» züftelldienst in Frankfurt tätig war, gestand vor dem Sondergericht, fünf Postsendungen, darunter zwei Feldpostpäckchen, sich angeeignet und den In- halt verwertet zu haben. Die Angeklagte wurde zu zwei Jahren Zuchthaus, 50 RM. Geldstrafe und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt. Hauptschriftletter: Tr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de» Hauvtichriftleitcrs: Ernst Blumichetn. Beraniwvrtlich für Politik ur.b BUder Dr. Fr. W. Lange: für das Femüeron: Tr. Hans Tlmnot; für Staat Giessen, Provinz, Wirt ckiaft und Sport: Ernst Bumichcin Truck und Berlaa: Brühstche Unmeriitalsvruckerk' St. Lange ff. ffl. Berlagsleiter: Tr.-Zng Erich Hamann: Anze,geniester: Hans Veck. Anzeigenpreisliste Nr. 6 0921 □ Mehr Freude an der Natur durch Lermühler-Lücher! Wie kommt- das..? 0927 Ursula BURNUS-GMBH •DARMSTADT ■ 1 11 THEATER der Universitätsstadt Gießen der Schmutzlöser mit der Doppelwirkung Die Geburt eines gesunden Mädels zeigen hocherfreut an Elsa Heck, geb. Metz Ernst Heck Frau Müller reicht mit ihren Waschmitteln immer gut aus und kommt nie in Verlegenheit; ihre Wäsche ist blütenweiß und wird beim Waschen geschont. Frau Schulze verbraucht zuviel Waschmittel und macht sich unnötige Arbeit; ihre Wäsche wird nur durch langes Kochen und starkes Reiben klar. helfen bei Rheuma, Gicht, Ischias, Glieder- und Gelenkschmerzen, Hexenschuß, Grippe und Erkältungskrankheiten, Nerven- und Kopfschmerzen. Beachten Sie Inhalt und Preis der Padcung. 20 Tabletten nur 79 Pfennig! Erhältlich in allen Apotheken. Berichten auch Sie uns über Ihre Erfahrungen! T R I N E R A L G. M. B. H., M ü N C H E N J 27/547 Am 5. März, morgens 1 Uhr, entschlief nach kurzer Krankheit im 75. Lebensjahre nach einem Leben der Arbeit und Pflichterfüllung unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Karl Andreas Schreier Schreinermeister Im Namen aller Angehörigen: Wilhelm Schreier. Gießen, den 5. März 1042. Auf Wunsch des Entschlafenen findet die Beerdigung in der Stille statt. Bekanntmachung. Gartenbesitzer und Pächter, welche im kommenden Sommer das Wiedersetzen des Gartenwassermessers wünschen, wollen sich bis zum 30. d. 21L auf unserer Kasse, Gartenstraße 3, melden. 777A Die Gartennummern sind in der einzutragenden Liste mitanzugeben. Gießen, den 2. März 1942. Stadtwerke Gießen. Ganz einfach! Frau Müller löst den Schmutz vor dem Waschen gleich richtig auf. Sie verwendet stets Burnus, den Schmutzlöser, der auch das Wasser weich macht. Frau Müller fragt lieber noch einmal nach, wenn Burnus nicht gleich erhältlich ist. Burnus ist ja so sparsam im Gebrauch. Das macht den Unterschied! 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März, vormittags 8 Uhr, meine liebe, herzensgute Frau, die liebevolle, treusorgende Mutter ihrer beiden Kinder Erich und Mariechen, meine liebe, gute Tochter, unsere immer hilfsbereite Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Werner, geb. Opper wenige Tage nach dem vollendeten 36. Lebensjahre für immer von uns nehmen. In tiefem Schmerz: Heinrich Werner und Kinder nebst allen Angehörigen. Mainzlar, Daubringen, Wieseck, Staufenberg, Nauheim, Rödgen und Ludwigshafen, den 6. März 1942. Die Beerdigung findet am Samstag, 7. März, nachmittags 4 Uhr, statt. ________________778 D clj\kMo£' Freitag:, den 6. März 19 bis 21.15 Uhr: 23. Freitagmiete u. Halbmiete B Erstaufführung! 704d Das Bimmeltetl m Hilgenhöh Heiteres Spiel von Gerhard Brückner. Preise von 0.60 bis 3.10 RM. | Mietgesuche"| 2-Zimmerwohnung für 2 ältere Leute in Gießen oder Umgebung sofort gesucht. Star. Ang. uni. 0897 a. d. G. A. 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