(92. Jahrgang Nr. 261 tLrlcheim täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gteßener ftamilienblätter Heimat imBild-DieScholle BezuasvreiSr Monatlich .... .RM.1.80 Zustell gebüör,.. ,, -.28 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernsvrerbanfchlnfr 2251 ' Drahtanschrift:,Anzeiger"' Plistschelf1l6naZ>ranff./M Vonnerstag. 5. November <942 Annahme von Ameisen für die Mittagsnummer viS SV» Uhr desBormittagS Ameigen-Preile für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvt. für Familienan- zeigen und vrivme Gelegenheitsanzeigen 14Rvf.t. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenbeitsametgen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr MW Q o vonnei Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen $*wl»Tat HM/' ;WM HafTfax Mi 2ODO \jaksonnlla S5D0 KapHarrison \frMley fPortianit Boston VNew York 'Philadelphia Norfolk 7 Kap na Hern f JO Charleston YfSavanrrah folgten, so daß der Untergang der Schiffe vom Ufer aus beobachtet werden konnte, sah sich jetzt die kanadische Regierung gezwungen, zu erklären, daß im Laufe des letzten Sommers etwa 10 bis 15 Schiffe im St. -Lorenzstrom durch U-Boote versenkt worden seien. Die kanadische Regierung bestätigt damit, dah die Schiffahrt auf dem St.-Lorenzsirom, dem wichtigsten Binnenschiffahrtsweg Nordamerikas, ebenso gefährdet ist wie die Seewege im Nord-, Mittel- und Südatlantik. Angebote über einen Waffenstillstand auf vier Tage erhalten hat. Daraus folgt, daß der Londoner Rundfunk, der sich auf die Mitteilungen irgendeiner verdächtigen Quelle aus Stockholm gestützt hat, eine von Anfang bis Ende erlogene Mel- Berlin, 4. Nov. (DNB.) Dem Moskauer Nachrichtendienst zufolge gibt das sowjetische Informationsbüro amtlich bekannt: „Dieser Tage wurde in einer Rundfunksendung ausLondonmit dem Hinweis auf eine Meldung Oer Wehrmachtberich^ DRV. Aus dem Führerhaupkquartier, 4. Nov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Westkaukasus und im Terek-Ab- sch uitt dauern die harten Kämpfe an. Kampfflieger griffen den Hafen T u a p s e mit guter Wirkung an. 3n Stalingrad nahmen die Säuberungskämpfe ihren Fortgang. Dabei wurde eine feindliche Widerstandsgruppe eingeschlosfen. Gegenstöße der Sowjets scheiterten. Sturzkampfflieger bekämpften Truppenanfammlungen westlich des Wolgaknies. Bei einem mißglückten Landungsversuch nördlich der Stadt verlor der Feind wieder ein Kanonenboot. An der Donfronk verhinderten ungarische Truppen mehrfache llebersehversuche und wiesen örtliche Vorstöße des Feindes ab. Line sowjetische Kampfgruppe ist bei Woronesch in erbittertem Nahkampf vernichtet worden. Auf dem Ladogasee versenkten deutsche Flugzeuge zwei Schleppzüge und einen Frachter. Die achte britische Armee führte auch gestern an der Ll-Alamein-Front unablässig Angriffe mit überlegenen Infanterie- und Panzerkräften unter starkem Einsatz ihrer Artillerie und Luftwaffe. Die deutsch-italienische Armee schlug in erbittertem Kampf wieder den feindlichen Ansturm zurück. Leichte deutsche Kampfflugzeuge griffen die Flug- plahanlagen von Lucca und h a t f a r auf Matta an. An der nordwestlichen Reichsgrenze wurde bei Tage ein viermotoriger Bomber, an der Kanalküste ein Jagdflugzeug abgeschofsen. 3n Südwest- und Südostengland be- ämpfken leichte Kampfflugzeuge kriegswichtige Ziele. Berlin, 4. Koo. (DNB.) Seit Beginn der Operationen in den Gewässern der amerikanischen Ostküste versenkten deutsche U-Boote auf dem SL- Lorenzstrom 16 feindliche Frachter und im St.-Lorenzgolf drei weitere Schiffe. Da die Versenkungen z. T. in unmittelbarer Landnähe er- d u n o verbreitet hat." Diese amtliche Verlautbarung des Moskauer Nachrichtendienstes wirft ein grelles Licht auf die verlogene und skrupellose Nachrichtenpolitik unserer Gegner. Aus Mangel an eigenen Siegesmeldungen und um die Weltöffentlichkeit über die dauernden schweren Mißerfolge und Niederlagen an allen Fronten hinwegzutäuschen, werden derartige Nachrichten erfunden und der Oeffentlichkeit präsentiert. In diesem Falle sollte der Welt eine Erlahmung der deutschen Kampfkraft bei Stalingrad vorgetäuscht werden. Es dürfte für den Londoner Nachrichtendienst, der schon wiederholt einer falschen Nachrich- des Stromes auf sie lauern. Immer gewaltiger wird der Stromlauf durch die zahlreichen Flüsse, die ihm auf dem Weg nach Quebec zufließen. Dort hat er schon eine Breite von 16 Kilometern, bald darauf von 25 Kilometern erreicht. Städte begleiten ihn. die vorwiegend französischen Charakter tragen. Bei seiner Einmündung in den Golf trennt eine Wasserstraße von 150 Kilometern die beiden Ufer des Stromes. Er ist selbst schon zum Meer geworden. Der Lorenzstrom ist nördlich von Kanada, östlich von Neufundland, südlich von Miquelon, St. Pierre und Neuschottland und westlich von Neu-Braunschweig eingefaßt. Zwei Meeresstraßen verbinden den Golf mit dem Atlantik, im Norden die Belle- Isle-Straße zwischen Neufundland und Labrador, im Süden die Cabotstraße zwischen Neufundland und Neu-Schottland. So gehört der Schiffahrtsweg auf dem St. Lorenzstrom dem großen Seeverkehr der Welt an. Sein reger Schiffsverkehr bürgt den deutschen U-Booten dafür, daß sie auf engem Raum zahlreiche Angriffsziele mit wertvollsten Ladungen antreffen, denn der St. Lorenzstrom ist nicht nur ein Stück Meer, das sich ins Land verirrt hat, sondern durch seine zahlreichen Kanäle und Schifffahrtsstraßen ist er die Lebensader, die das kanadische Binnenland mit dem großen Weltverkehr verbindet. Schwierige Lage der Nordamerikaner auf Auadalcanar. Schanghai, 4. Nov. (Europapreß.) Die Kämpfe im südwestlichen Pazifik, besonders auf Guadal- canar, wo die nordamerikanischen Truppen sich auf kleinstem Raum in verzweifelter Lage befinden, Oie USA. können ihren Kautschukbedars nicht decken. Harte Kämpfe estkaukasus und im Terek-Abschnitt Verlogene Nachrichtengebung Moskau stellt den Londoner Rundfunk bloß. haben in den letzten 48 Stunden beträchtlich an Härte zugenommen. Japanische Truppen sind auf Guadalcanar im Rücken der Amerikaner gelandet. In Stärke von mehreren tausend Mann drangen sie von Osten gegen die amerikanischen Stellungen vor und vernichteten eine starke amerikanische Kampfgruppe, gleichzeitig griffen' japanische Truppen von Westen her die amerikanischen Höhenstellungen ostwärts des Matanikau-Fluffes an und warfen den Feind in harten Kämpfen 8 Kilometer nach Osten zurück. Die heftigen Kämpfe in der Urwaldzone am Fuße des Kaoo-Gebirgs- zuges dauern noch an. In ihrem Bemühen, dem Druck der japanischen Streitkräfte zu begegnen, haben die Alliierten ihre Luftwaffe bis zur Grenze der Leistungsfähigkeit eingesetzt, so auch von den benachbarten Flugplätzen Rabaul und Puna; bisher jedoch ohne jeden Erfolg. Die Alliierten versuchten, den von jeder Zufuhr über See abgeschnittenen Nordamerikanern auf dem Luftwege Verstärkungen zuzuführen, scheiterten aber an der absoluten Luftbeherrschung durch die Japgner. Oie Wahlen in den AGA. Stockholm, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Nach den von Reuter im Laufe der Nacht verbreiteten Ergebnissen der Wahlen in den USA. erhielten i m Senat der zu einem Drittel neugewählt wurde, die Republikaner 15 und die Demokraten 14 Sitze. Fünf Ergebnisse stehen noch aus. Die letzten Angaben für das Repräsentantenhaus, das vollständig neugewählt wurde, lauten: Demokraten 200 Sitze, Republikaner 185 Sitze. Hier stehen noch 47 Ergebnisse aus. Das alte Repräsentantenhaus zählte 267 Demokraten, 162 Republikaner sowie 6 Unabhängige. Von den ausgeschiedenen Senatoren waren 22 Demokraten, 8 Republikaner. Die Republikaner haben ferner die bisher in demokratischer Hand befindlich gewesenen Gouverneur - p o st e n in den Bundesstaaten Neuyork,^ Michigan, California und Connecticut gewonnen" und die bisher schon von ihnen besetzten Gouverneurposten in den Bundesstaaten Ohio, Pennsylvania, .Jova und Illinois behalten. Die Gewinne der Republikaner haben in der Union und mehr noch in England starken Eindruck gemacht. Sie werden als symptomatisch für die Unzufriedenheit mit dem bisherigen Ergebnis der inneren und äußeren Kriegführung Roosevelts angesehen. Die Desorganisation auf dem Geriete der nordamerikanischen Kriegswirtschaft bildet nach Meinung einflußreicher republikanischer Kreise den Hauptgrund. Wie weit die demokratischen Verluste sich politisch auswirken, läßt sich allerdings noch nicht übersehen; es ist zweifelhaft, ob die republikanischen Gewinne den Kriegskurs Roosevelts beeinträchttgen , werden; denn auch die Republikaner sind für die gegenwärtige Kriegspolitik, wie der neugewählte > republikanische Gouverneur von Neuyork, D e w e y, ' in einem Telegramm an den Präsidenten auch zum Ausdruck gebracht hat. aus Stockholm gesagt: Anfang Oktober hat sich das deutsche Oberkommando bei Stalingrad an das sowjetische Oberkommando mit der Bitte gewandt, für vier Tage einen Waffen still st and zu erklären. Der Vorschlag wurde angeblich durch eine Organisation des Roten Kreuzes gemacht. Ferner wurde m der Radiosendung mitgeteilt, daß das sowjetische Oberkommando sein Einverständnis damit erklärt hat, allerdings mit der Bedingung, daß dieses zur Kenntnis der deutschen Oeffentlichkeit gebracht wird. Das deutsche Oberkommando hat diese Bedingung ab- qelehnt. Das sowjetische Informationsbüro teilt mit, ------ . .. daß weder von feiten des d e u t s ch e n tengebung überführt werden konnte, besonders pem- Oberkommandosnochvoneinerbelie- lich sein, diesmal gerade von verbündeter bigen Organisation des Roten Kreu- Seite in so eindeutiger Weise der Luge bezichtigt z e s das sowjetische Oberkommando irgendwelche' worden zu sein. Der britische Produktionsminister Oliver L y t - telton ist in Washington eingetroffen. In seiner Begleitung befindet sich der Vertreter des nord- amerikanischen Produktionschefs, Averril Harriman. Stadt Ogdensburg über die Gallops- und die Lat- Schnellen, auf die die Wasserfälle von Long-Sault folgen. Auch der Zufluß des Ottawa-Flusses bringt den gewaltigen Strom nicht zur Ruhe. In stetigem Wechsel von Seenbildung und Stromschnellen geht es nach Montteal, dem Mittelpunkt des Verkehrs auf dem St.-Lorenzstrom. Entlang des ganzen Oberlaufs des Stromes sind Seitenkanäle angelegt. Sie dienen einerseits dem durchgehenden Schiffsverkehr auf dem Strome selbst, um den Stromschnellen und Wasserfällen auszuweichen. Anderseits verbinden sie das Landinnere Kanadas mit dem großen Umschlaghafen von Montreal. Die Stadt ist der größte Handelsund Jndustrieort des Landes. In ihrem Hafen werden die kleinen Binnenschiffe ausgeladen, die den gewaltigen Ernteüberschuß Kandas an Weizen und Mehl, sowie die Rohstoffe des Landes zur Verschiffung nach England und den USA. heranführen. Mit den flußaufwärts nach Montreal gebrachten Einfuhrgütern des kanadischen Handels vollgeladen, kehren sie wieder ins Landesinnere zurück. Die von den Binnenschiffen herangebrachten Ausfuhrgüter Kanadas werden von den großen Ozeandampfern der USA. und Englands übernommen, nachdem sie ihre Einfuhrladung in Montreal abgegeben haben. So sind diese Dampfer auf der Hinfahrt nach Montreal wie bei der Rückfahrt wertvolle Beute der deutschen U-Boote, die auf den weiten Wasserflächen Der Wechsel von seenartigen Erweiterungen, Stromschnellen und Wasserfällen gibt dem St.-Lo- renzstrom, der verkehrsreichsten Wasserstraße der Welt, das Gepräge. Er entströmt dem Ontario- See, der mit dem Erisee durch den Niagarafall verbunden ist. Gleich nach seinem Austritt aus dem Ontario-See erweitert sich der St.-Lorenzstrom zum „See der 1000 Inseln", einem 60 Kilometer langen und 12 Kilometer breiten See, der etwa 1700 kleine Inseln umschließt, dann verengt sich der Strom auf etwa 4 Kilometer Breite und stürzt unterhalb der „Assam-Kautschuk" genannt. Ficus und Lan- d o 1 p h i a sind Schlingpflanzen von mitunter rie- igern Ausmaß. Sie kommen auch in Afrika vor. Manihot findet man im tropischen Amerika ebenso wie im trockenen subtropischen Afrika. Der G u a y u l e -Strauch ist ein Wildgewächs Mittelamerikas, wie überhaupt ein großer Teil der Kaut- chukpflanzen wild wächst. Man findet Guayule vor allem in den mexikanischen Steppen. Die Vereinigten Staaten hoffen, nach dem Verlust ihres Oftasienbesitzes und des ihrer Verbündeten hier auf eine gewisse Milderung ihres Kautschukmangels. Kok-Sagys stammt aus Mittelasien. Es ist eine dem Löwenzahn ähnliche Pflanze. Vorteilhaft ist, daß man bereits nach einem Jahr ernten kann und daß die ziemlich anspruchslose Pflanze in Gegenden mit dem Klima Südosteuropas und Südrußlands gedeiht. Das Wort „Kautschuk" stammt von „Caucho" (gesprochen Kautscho) einem Ausdruck der Indianer des Amazonas-Gebietes. Er bedeutet so viel wie „flüssiges Holz". Die Weltkautschukerzeugung flieg von weniger als 29 000 Tonnen im Jahre 1890 allmählich — innerhalb 50 Jahren — auf über 1,4 Millionen Tonnen im Jahre 1940. Davon entfiel der allergrößte Teil auf B r i t i sch-M a l a y a und Niederländisch-Jndien, beides Gebiete, die sich jetzt in japanischer Hand befinden. Britisch- Malaya hatte 1940 eine Kautschukgewinnung von 550 000 Tonnen, Niederländisch-Jndien 546 000, Ceylon erreichte nur 90 000 Tonnen, Indc> - china 66 000 Tonnen, Thailand 44 000 Tonnen, Britisch - Indien nur 14 000 Tonnen, Burma annähernd 10 000 Tonnen. Südamerika, das heißt hauptsächlich Brasilien, schaffte nur 18 000 Tonnen, die jetzt von USA.-Truppen besetzte afrikanische Negerrepublik Liberia begnügte sich mit 6000 Tonnen (1939), und Mexiko brachte es sogar nur auf 4000 Tonnen. Demgegenüber beträgt derBedarf allein der Vereinigten Staaten mindestens 800 000 Tonnen jährlich, er kann gegenwärtig nur zu einem geringen Bruchteil gedeckt werden. Deutschland war am Natur- Kautschukverbrauch im letzten Vorkriegsjahr mit annähernd 100 000 Tonnen beteiligt, was rund einem Zehntel der damaligen Weltproduktion entsprach. Die Produktion von Buna hat jedoch in Deutschland einen vollwertigen Gummiersatz geschaffen. Oer Krieg im kaukasischen Hochgebirge. Von Kriegsberichter Dr. Josef Rieder. Während im Westteil des Kaukasus gegen das Schwarze Meer zu und im Osten in Richtung auf das Kaspische Meer die deutschen Truppen immer weiter Vordringen, halten Gebirgstruppen Teile des Hauptkamms des Kaukasus besetzt, jene gewaltige, bis zu 5000 Meter aufragende Berg- und Felsenkette, die nur von wenigen Pässen durchbrochen ist und in undurchdringlicher Wildnis mit Urwald, Felswänden und Gletscherfeldern einen gewaltigen Wall gegen Transkaukasien bildet. Die Schwierigkeiten sind hier zum Teil sehr erheblich, bedingt durch die besonderen Verhältnisse im Kaukasus. Das Gebirge steigt von der Ebene aus langsam an und ist nur durch wenige langgestreckte Täler zugänglich, die fast alle quer zum Hauptkamm in die Ebene auslaufen. Zwischen diesen einzelnen Tälern gibt es fast keine Verbindung, es fei denn, man wollte die Saumpfade, die über die mehr als 3000 Meter hohen Bergrücken führen, dazu zählen. Um von einem Paß zum anderen zu gelangen, gibt es daher nur den beschwerlichen und gefährlichen Kletterweg über die manchmal überhaupt unbefteigbaren Grate, oder man muß einen Umweg von etlichen Tagereisen machen, mit dem Wagen gar einen Umweg von mehreren hundert Kilometern. Die Täler sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur von spärlichen Siedlungen bewohnt. Straßen sind hier Unbekannt. Die Wege längs der Wildbäche sind Karrenwege, die zuletzt immer enger werden und nur noch durch Tragtiere begangen werden können, und auch das nur im Sommer. So sind die Pässe oft erst nach tagelangem Anmarschweg zu erreichen. Diese Pässe sind zum Teil uralte Verkehrswege, auf denen vielleicht schon in grauer Vorzeit Hirten, Jager, Räuber und ab und zu vielleicht auch die kriegerischen Haufen der freiheitsliebenden Bergbewohner hin und wieder gezogen find, trotzdem sind es keine Wege im üblichen Sinne, sondern nur die Tretspuren der Tragtiere und Herden, die sich oft im Geröll verlieren und jedes Frühjahr neu ausgetreten werden. Der Soldat, der auf diesen Pässen lebt und kämpft, hat daher zwei schwerwiegende Nachteile in Kauf zu nehmen. Zunächst entbehrt er hier jede, auch die geringste Behaglichkeit, auch die letzte menschliche Kultur und Zivilisation hat hier ein Ende. Die Umgebung ist wohl an schönen Tagen voll wilder Romantik, und der Blick von den Kämmen der Pässe geht oft über eine Landschaft voll gewaltiger Erhabenheit, befonbers wenn an schönen Tagen im Süden der schimmernde Spiegel des Meeres aus dem Dunste steigt. Aber die nähere Umgebung, in der die Soldaten leben müssen, ist doch nur Stein und kahler Fels, Steilhänge und tief unten undurchdringlicher Urwald mit Wölfen und selbst Bären, die sich ab und zu bis zu den Stellungen der Soldaten verirren. Jede Kleinigkeit des täglichen Bedarfs, der hier ohnedies auf das Allernotwendigste beschränkt ist, muß auf dem weiten Nachschubwege herangebracht werden. Holz und Wasser sind hier Kostbarkeiten, die täglich im Schweiße des Angesichts heraufgeschleppt werden müssen, fqfern Der St.-Lorenzstroin Jagdrevier unserer Movie Oie kanadische Regierung muß den Verlust von 10 6to 15 Schiffen im Laufe des Sommers zugeben. Lissabon, 4.Nov. (Europapreß.) Der nord- amerikanische Gummikommissar William I e f f e r s erklärte in Chikago, die Gummimarktlage in den USA. sei so ernst, daß auch im Mittleren und Fernen Westen spätestens am 22. November eine R a - tionierung eintreten müsse. Dieser Termin könne wegen der Knappheit des Gummis unmöglich weiter hinausgeschoben werden. Die amerikanische Zeitschrift ,Look" teilt mit, daß die Vereinigten Staaten durch Japan 98 v.H. ihres Rohgummis beraubt worden feien und wendet sich gegen die übertriebenen Hoffnungen weiter nordamerikanischer Kreise, ihren Gummibedarf durch synthetischen Gummi ober durch den Neu anbau in 'Brasilien becken zu können. Die USA. benötigten iür 1942 allein 813 000 Tonnen synthetischen Gummi. 876 000 Tonnen würden nur für die Streitkräfte der Alliierten Nationen benötigt. Dieser Bedarf könne nicht gedeckt werden, selbst wenn man den Altgummi und die Bestände hinzu- addiere. Wenn Brasilien in diesem Jahr 45 000 Tonnen liefere und 1943 vielleicht 100000 Tonnen, sei dies beträchtlich, wobei man bedenken müsse, daß die Ernte von wilden, im Amazonastal verstreut liegenden Gummibäumen eingebracht werden müsse, was nicht nur kostspielig, sondern auch gefährlich sei. * r Für den modernen motorisierten Krieg sind Treibstoff und Kautschuk so bitter nötig wie das tägliche Brot zum Leben. Es gibt viele'Gebiete auf der (Erbe, in denen Kautschuk wächst. Anderwärts wird Kautschuk auf synthetischem Wege künstlich gewonnen. Der Bedarf ist riesengroß. Die wichtigsten Kautschukpflanzen der tropischen Gegenden sind meist große Bäume — Hevea, Ficus, Elastica, Manihot, Guayule und Landolphia. Auf europäischem Boden, und zwar in Transnistrien zwischen Dnjestr, Bug und Schwarzem Meer, gedeiht die Kok-Sagys- Pflanze, aus deren Wurzel Kautschuk fließt. In O ft af i e n Hat man fast nur Hevea-Plantagen. Der Hevea-Baum stammt ursprünglich aus dem Ama- zonasgebiet (H£vea Brasiiiensis). Die stattlichsten Exemplare werden bis zu 30 m hoch, wobei der Stamm gut 2 m Durchmesser erreicht. Bis der Baum genügend „erwachsen" ist und Kautschukmilch liefern kann, vergehen viele Jahre. Weniger Bedeutung hat der auch in Europa bekannte „Gummibaum" Ficus Elastica, in Ostasien nicht zufällig ein Gletschersee in der Nahe ist Der Wald hört viele hundert Meter weiter unten aus, und auf den Paßhöhen wächst nicht einmal mehr Krüp- ^Der^ andere Nachteil ist der lange Nachschubweg. Er gibt dem Soldaten mitunter das Gefühl der Verlassenheit und Einsamkeit. Zum Glück machen sich die Gebirgsjäger darüber wemger Gedanken, als man annehmen möchte. Nur die Verwundeten spüren den weiten Nachschubweg sehr bitter, da sie erst auf Tragbahren getragen, dann auf Ochsenkarren verladen und erst nach langem Marsch in ordentliche Lazarette ausgenommen werden tonnen. Zur Erleichterung wurden „Stutzpunkte" eingerichtet, die immer mehr ausgebaut werden und die vielen eigenartigen Erscheinungen des Gebirgskrieges wesentlich bKeichern. Denn da entstehen plötzlich in den tiefen Tälern, die bisher wohl selten eines Europäers Fuß gesehen haben, Blockhütten im alpenländischen Stil, manchmal ganze Siedlungen, die ein Stück anmutiger und anheimelnder Alpenheimat in die kaukasische Wildnis versetzen. Der Krieg auf den Pässen nimmt zuweilen erbitterte Formen an. Die Bolschewiken holen sich auch hier immer wieder blutige Köpfe. Der Kern und das Rückgrat der Front ist hier wie überall der Infanterist, der Jäger. Diese grauen Männer, die tausende Kilometer in Gluthitze, in Eis und Schnee, m Sommer und Winter, im Westen, am Balkan und durch die Steppen Rußlands marschiert sind und die jetzt hier in der Steinwüste hinter dünnen Wällen aus aufgeschichteten Felsbrocken neben dem stets schußbereiten Maschinengewehr liegen, sie sind auch hier wieder das, was sie immer waren: die Front, die HKL., die Hauptkampflinie. Ausgebaute Stellungen, Grabensysteme und Laufgräben gibt es hier nicht. Der Grat des Hauptkammes, gegen Westen langsam sich senkend, immer aber wildgezackt und auf- und absteigend in schroffen Gestaltungen, geographisch die Grenze zwischen, Europa und Asien, ist zugleich die vorderste Linie. Dahinter fallen die Hänge steil zu den bolschewistischen Stellungen. Von Freund und Feind in gleicher Weise eingesehen ist hier ein Stück Niemandsland, das oft widerhallt vom Rollen des Kampfgetöses, denn jeder Gewehrschuß poltert und grollt mit seltsamem Donnern und vielfachem Echo die Wände entlang. MG.- Salven pfeifen hin und wider, Granaten ziehen ihre heulenden Bahnen und ihre Splitter fliegen in hohem Bogen mit Steinbrocken vermischt über die Aogründe. Die Angriffe der Bolschewiken vollziehen sich meist so, daß sie unvermutet mit heftigen Feuerüberfällen aus Granatwerfern und Artillerie beginnen, sich einen Tag lang oder auch länger auf einer bestimmten Stelle einschießen, um bort alles zu zer- trommeln. Bei günstiger Gelegenheit, das ist entweder bei Nacht, insbesondere gegen den Morgen zu oder bei Nebel kommen sie dann oft in Bataillons- und selbst in Regimentsstärke angeschlichen und versuchen dann, da sie immer noch vorher bemerkt werden, im Nahkampf mit MG.-Feuer und Handgranaten die deutschen Posten zu vernichten und über den Kamm einzubrechen. Ihre Verluste sind dabei im Gegensatz zu den eigenen außerordentlich groß. Das gibt wieder den Jägern ein stolzes Gefühl sicherer Ueberlegenheit, um so mehr, als die laufenden Siegesnachrichten von den anderen Fronten ihnen die Gewißheit geben, daß sie nicht auf einem vergessenen Posten stehen, sondern früher oder später wieder in die rollende und marschierende Front eingegliedert werden, was einem echten Gebirgsjäger wie überhaupt jedem deutschen Soldaten ja immer noch das Liebste ist. Oie Schwierigkeiten in Südafrika. Lissabon, 4. Noo. (Europapreß.) Mit den Schwierigkeiten, in denen sich die Südafrikanische Union befindet, die auch wohl der Anlaß zu der Reise opn Smuts nach England waren, beschäftigt sich die USA.-Zeitschrift „Colliers Magazine" in einem Artikel ihres Berichterstatters in Südafrika. Es heißt darin: „Die Vereinigten Staaten müssen sich jetzt entscheiden, ob sie bereit sind, Geld und Material in Südafrika unter dem Leih- und Pacht- abtommen zu investieren, selbst dann, wenn die Goldminenindustrie daraus bestehen sollte, ihre derzeitige Produktion weiter aufrecht zu erhalten, und sich weigert, die Arbeitskräfte für bie Herstellung kriegswichtiger Materialien sreizu- geben. Smuts muß im nächsten Jahre Wahlen abhalten. Er muß die politische und wirtschaftliche Struktur des Landes ausbalancieren, wenn er die Wahl überleben will. Denn wenn die nationalistische Opposition in Südafrika an die Macht kommt, dann werden wir eine tragische Parallele zu Indien erleben, und Smuts wird nicht mehr in der Lage sein, den asrikanischen Ochsenkarren in das Lager der Alliierten schieben zu können. Die vereinigten Nationen haben bereits viele Karren verloren, es bleiben nur noch wenige übrig, die sie gegen den Feind werfen können. Wenn Smuts die Wahlen überleben soll, dann müssen die Vereinigten Nationen möglicherweise sogar mit Erpressungsgeldern an die Goldminenindustrie in Südafrika herantreten. Die Frage der Militär- d i e n st p f l i ch t, verbunden mit der Frage der Bewaffnung der Eingeborenen, stellt noch immer das Hauptproblem der Innenpolitik Südafrikas dar und erschwert die Gegensätze -wichen Engländern und Buren. Kleine politische Nachrichten. Der Generalgouverneur für die französischen Ko- lonien gibt bekannt, daß 15 km südöstlich von Fia- narantsoa auf Madagaskar Kämpfe zwischen tarken britischen Kampfgruppen und französischen Truppen stattfinden. Die Engländer machten nur sehr langsame Fortschritte^ Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat die Stelle eines Beauftragten für die politische Gestaltung des großdeutschen Rundfunks )em Ministerialdirektor Hans Fritzsche übertragen. Ministerialdirektor Fritzsche übernimmt gleich- zeitia an Stelle des in das Ministeramt berufenen Ministerialrats Diewerae die Leitung der Abteilung Rundfunk. Die Leitung der Abtellung Deutsche Presse übernimmt Ministerialrat Fischer. Die Leitung der Abteilung Auslandspreise als Nachfolger des aus dem Felde der Ehre gefallenen Ministerialdirigenten Professor Dr. Boemer Ministerialdirigent Dr. Brauweiler. Der stellvertretende Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Professor Dr. Dr. C. A Emge, Berlin, hat die Bitte ausgesprochen, von fernem Amt entbunden zu werden. Relchsiustizmmister Dr. Thierack hat Staatssekretär Dr. Rothenberger zum stellvertretenden Präsidenten berufen. * Im Rathaussaal der Stadt Würzbura überreichte Gauleiter Dr. Hellmuth dem Maler Professor Ferdinand Spiegel (Berlin) den Malnftankischen Kunstpreis (Tillmann-Riemenschnelder-Preis). Der Präsident der Reichskulturkammer ernannte auf Vorschlag von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger den Schauspieler Arthur Siipon zum Landesleiter der Reichstheaterkammer beim Landes- kulturwalter Hessen-Nassau. * Am 3. November trat die Gefolgschaft des Reichserziehungsministeriums zu einer Gedenksttmde anläßlich der 125jährigen Wiederkehr der ©runfcung des Ministeriums zusammen. Reichsmimster Rust gedachte der Zeit der Wiedererhebung Preußens, die auch die Gründung des Berliner Kultusministeriums brachte. „Stirb und werde." Alfred Rosenberg sprach in einer weltanschaulichen Feierstunde der NSDAP. 'Weimar, 4. Nov. (DNB.) In zahlreichen Städten des Reiches fanden weltanschauliche Feierstunden über das Thema „Stirb und werde" in Erinnerung an den 8./9. November^und die Opfer an der Feldherrnhalle statt. Auf der Roichsfeier im Deutschen Nationaltheater zu Weimar sprach Reichsleiter Alfred Rosenberg. Er sagte, Goethe habe mit dem Wort sagen wollen, daß Tod und Leben nicht Gegensätze der Natur seien, sondern beide das Dasein ausmachten. Den Schmerz des einzelnen inmitten eines harten Schicksals könne man nicht überwinden, wohl aber könnten wir als helfende Gemeinschaft ihm Kraft zu neuem Wirken geben; aus dem Beispiel eines Opfertodes erwachse neue verpflichtende Forderung für einen erneuten tapferen Einsatz. Den Sinn des Schicksals in seiner ganzen Tiefe vermöge keiner zu erfassen; für uns Nationalsozialisten aber handele es sich um die Herausbildung einer mutigen Haltung zu diesem Schicksal, in das wir gestellt worden sind. Gerade jene Menschen erschienen uns als die ver- ehrungswürdigften, die sich durch eine tapfere Tat für ein Ideal einsetzten, uiÄ) nicht die, die eine Verneinung einer tätigen Bewährung zur Grundlage einer Weltanschauung machen. Reichsleiter Rosenberg sagte weiter, in letzter Zeit sei der Kampf gegen den Nationalsozialismus von unseren Gegnern besonders darauf abgestellt, der nationalsozialistischen Bewegung und damit dem Deutschen Reich den Willen zuzuschreiben, alle Religionen auszurotten. Zu diesen auf die Verächllichmachung des Nationalsozialismus abgestellten Methoden unserer Gegner stellte Reichsleiter Rosenberg fest, daß der Nationalsozialismus gegenüber allen religiösen Vereinigungen, deren Wirken sich nicht gegen das germanische Sittlichkeitsgefühl oder gegen den Bestand des Reiches richtet, unbedingte Duld- amf eit lehre. Diese Toleranz gelte selbstverständlich auch für die Unsterblichkeitsvorstellungen, die ebenfalls im Bereich der Gewissensfreiheit des Nationalsozialisten, eines jeden Deutschen lägen. Wenn wir in diesen Tagen wieder der Toten an der Feldherrnhalle gedenken, so sind diese uns Symbol für die Fortsetzung des gleichen «rs, der in den Augusttagen 1914 begann, aß sich das deutsche Volk damals über den tieferen Sinn der ganzen historisch-weltanschaulichen Ailseinandersetzung im klaren war. Jetzt, wo es siegreich am Atlantik steht und in großen Kämpfen den bolschewistischen Gegner schwer getroffen hat, da im Osten eine Raumerweiterung für deutsche Schöpferkräfte wie noch nie gegeben erscheint, do sehen wir darin die Fortsetzung dieses großen entscheidenden geschichtlichen Ringens und bemühen uns, die großen Opfer einzufügen in das Werden der deutschen Nation, zu verstehen, wie neues Leben für die deutsche Zukunft wächst und gesichert wird. Aus -em Reich. Ritterkreuzträger bei der Hitler-Jugend 30 Ritterkreuzträger der Infanterie trafen von der Front im Osten in der Reichshauptstadt ein, um in Wehrertüchtigungslagern der H I. von ihren Kampferlebnissen und Kampferfahrungen zu berichten. Vorher waren sie Gäste des Reichsjugendführers, der auf die mannigfachen Beweise der aufrichtigen Verbundenheit zwischen Front und Jugend hinwies. Durch den Kriegseinsatz in der Heimat bemühe sich die Jugend, sich des Heldentums der Front würdig zu erweisen. Dem Empfang wohnten General H e r r I e i n sowie der Chef des 'Stabes beim Inspekteur für das Bil- dungs- und Erziehungswesen des Heeres, General v. Volckammer, bei. Dann besuchten die Ritterkreuzträger das Wehrertüchtigungslager Wirch e n s e e. Dort umriß der Chef des Hauptamtes II der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Dr. Schlünder den Aufgabenbereich der körperlichen und vormilitärischen Ertüchtigung der Hitler-Jugend. Weiter hatten die Ritterkreuzträger Gelegenheit, Einblick in die Arbeit der HI. zu nehmen. Dabei gab ihnen Stabsführer Möckel einen Ueber- blick über den Einsatz der Jugend im Kriege, im besonderen über Osteinsatz und ßanbbieiyt, Kultur- und Schulungsarbeit. Wehrmachtskurse zur Berufsförderung Im Rahmen der geistigen Betreuung des deutschen Soldaten wurden in Paris die „Wehrmachtskurse zur Berufsförderung" eröffnet. Sie werden in allen besetzten Gebieten im Westen, in den besetzten Ostgebieten, in Griechenland und in Norwegen eingerichtet werden und sollen dem Manne das Gefühl geben, daß die Zeit unter den Föhnen auch in beruflicher Hinsicht für ihn nicht verloren ist. Die Kurse werden etwa in der Art der Volkshochschulen vielfältige geistige Anregungen bringen und die berufsfördernde Arbeit in den Arbeitsgemeinschaften der Einheiten befruchten. Hervorragende Wissen- schafller werden in Tageskursen für besondere Fach- gebiete einen Ueberblid über bestimmte Wissensgebiete geben. Oie Küstenbefestigungen am Kanal. General der Pioniere und Festungen J a c o b, der im Auftrag des Führers die Küstenbefestigungen im Westen inspiziert, traf in Begleitung des Inspekteurs der Westbefestigungen, General Schmet« zer, bei der Stützpunktgruppe am Kanal ein, um sich über den Ausbau dieses Verteidigungs- abschnittes zu unterrichten. Besonders eingehend besichtigte General Jacob einen ausgedehnten Panzer- stützpunkt, der vor der Vollendung steht. Weit fortgeschritten sind auch die neuen Anlagen von Mann- schaftsunterständen, Munitionsbunkern, Geschützstellungen und Feuerleitstellungen schwerster Bauart, die dem Gelände angepaßt sind. Höchste Anforderungen an die Arbeitseinsahverwaitung. Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, Gauleiter S a u ck e l, hat an die Arbeitseinsatz- und Treuhänderbehörden einen Aufruf gerichtet. Der Arbeitseinsatz, unlösbar mit unseren wichtigsten Kriegsund Rüstungsaufgaben verbunden, mache auch weiterhin letzte Hingabe zur selbstverständlichen nationalen Pflicht. Die wachsenden Schwierigkeiten seien nur zu bewältigen, wenn jeder seine Anstrengungen weiter erhöhe, gelte es doch, den Bedarf an Arbeitskräften in Deutschland und in den besetzten Gebieten unter allen Umständen zu decken. Ein Unmöglich 'dürfe es darum im Arbeitseinsatz niemals geben. Der Generalbevollmächtigte erwartet von seinen Beamten und Angestellten vorbildliches Verhalten, kameradschaflliche Zusammenarbeit bet unerschütterlicher Befolgung der Weisungen. Der Arbeitseinsatzverwaltung fei das Schicksal von Millionen schaffender Menschen überantwortet. Finnische Frontkämpfer auf dem Kyffhäuser. Eine Abordnung des finnischen Kriegerbundes „Waffenbrüder", die sich auf Einladung des Reichskriegerführers auf einer Deutschlandreise befindet, besuchte das Bundeshaus des NS.-Reichskriegerbundes in Berlin, wo sie in Aufgaben und Organisation des NS.-Reichskriegerbundes eingeführt wurde. Die Finnen reiften dann mit ihrem Präsidenten, Generalleutnant T a l v e l a, dem militärischen Führer aus dem Winterkrieg, nach dem Kyffhäuser, wo die Besprechungen mit General Reinhard und seinen Mitarbeitern fortgesetzt und die Einrichtungen des Kyffhäusers besichtigt wurden. Kunst und Wissenschaft. „Der große Helfer" von Walter Gilbrlchk. Walter Gilbrichs neues Schauspiel „Der große Helfer" zeigt den ewigen Zusammenstoß des Genies mit der Welt am Beispiel Franz Anton Meßmers, des Entdeckers des tierischen Magnetismus, der zu Ausgang des 18. Jahrhunderts als erster Arzt für eine seelische Therapie eintrat Die Heilung einer Blinden veranlassen konkurrierende Aerzte zu einer Anklage wegen Betrugs und Verführung. Der rohe Eingriff in die vom Wunder beleidigte Welt stürzt die Geheilte in neue Nacht und Tod. Die Dummheit siegt über das Genie. Der Verfasser gibt ein Szenarium aus dem Leben eines genialen Menschen, es gelingt ihm aber nicht, das Genie und sein Gesetz glaubhaft zu machen, es gelingt ihm nur die neue Beweisführung für feine These: die Welt wehrt sich gegen das Wunder, weil sie das Außerordentliche haßt. Der Dialog des Stückes ist nicht ohne Reiz und zeigt einige Male poetischen Glanz. Die Danziger Inszenierung von Clemens Schubert sorgte für dramatische Beweglichkeit. Das Schauspielensemble des Danziger Staatstheaters setzte sich in schöner Bemühung für seine Aufgabe ein. t. K.Wiechmann. Uraufführung der 8. Sinfonie von Leonhardt. Die 8. Sinfonie in B-dur von Otto Leonhardt, dem Robert-Schumann-Preisträger der Stadt Düsseldorf, wurde im Schlußkonzert der Düsseldorfer Kunstwoche uraufgeführt. Leonhardt versucht in diesem stimmungshaften und handwerklich meisterhaft beherrschten Wert zu einem heroisch- zeitnahen Musikausdruck allgemeingültiger Prägung M gelangen. Die dichterische Grundlage lieferte das Gedicht „Der Tod fürs Vaterland" von Hölderlin, Oie Antwort Von Bruno Brehm. Der lange, hagere Ingenieur stieg vom Dach des Gutshofes, das er mit Umsicht gestrichen hatte, steckte den Pinsel in den Topf mit roter Farbe und setzte sich zu mir auf den Steg, unter dem die Alz vorbeirauschte. Die Dämmerung sank nieder, es war die Zeit, Geschichten zu erzählen, und mit den Füßen schlenkernd und seine kurze, ewig ausgehende Pfeife schmauchend, begann er: „Dieses Pinseln des Blechdaches macht mir Freude. Schon als Junge ging es mir so. Ich kann mich nicht entsinnen, jemals Gefallen an einem gekauften Spielzeug gehabt zu haben. Wohl habe ich mir auch als kleiner Junge die Nase. an den Schaufenstern der Spielwarenhandlungen plattgedrückt; bekam ich bann aber solch ein Spielzeug geschenkt, dann war es doch zu sehr aus einer Welt der Kinder, wie diese sich die Großen denken, aus einer Kinderwelt, in der man brav um den Tisch herumsitzt, Domino und „Glocke und Hammer" spielt, Spiele, die wirklich nur in den Auslagen verlockend sind. Mit zwölf Jahren kam ich unversehens in das Pulveralter. Meine Freunde, der dicke Fritz und der lange Karl, hatten eines Tages Puloerfröfche erstanden, und diese krachend herumsausenden Pulverfrösche hatten mich begeistert. Von diesem Tage an gab ich das Zündeln auf, die dürren Gräser und Stauden auf den Bahndämmen hatten ihren Reiz verloren. Auch der an den Kleidern hastende Rauch der Kartoffelkräuter, der mir ehedem als höchster Wohlgeruch gegolten hatte, büßte im Vergleiche mit dem wunderbaren Duft des Pulvers jeden Reiz ein. Wir verschafften uns einen Kirchtagsböller und ließen ihn loskrachen. Die Freude war laut, aber kurz. Wir sannen auf eine Steigerung. Da fiel mir der alte Vorderlader ein, der daheim unter dem Dach verstaubte. „Ausgezeichnet", sagte der lange Karl, als er das Schießeisen sah, „da geht wenigstens etwas hinein! Wir werden den dicken Lauf bis zum Rande füllen!" Das Pulver wollte er den Jagdpatronen seines Vaters entnehmen, und auch der dicke Fritz hatte sich von seinem Kirchtagsböller etwas abgespart. Aber wo diese Flinte abschießen? Karl schlug den I nahen Wald vor. Fritz meinte, dort sei es zu gefährlich, man würde uns für Wilderer halten. Außerdem krache es in einem kleinen, abgeschlossenen Raum viel besser und lauter. Großmütig stellte ich meinen Freunden unser Waschhaus zur Verfügung. Wir hatten, .erklärte mir der Ingenieur, eine Mühle, zu der dm Sonntag die Ausflügler aus der nahen Stadt kamen. Meine Mutter kochte Kaffee und bereitete Kuchen vor, mein Vater tischte auf. Die alte Flinte lehnte ich in eine Ecke des Waschhauses. Sie hatte einen seltsam geschweiften, silber- beschlagenen Kolben und ihr Abzug war so groß, als hätten vorzeiten die Menschen Riesenfinger gehabt. Das war gut so, denn wir konnten unter dem verschnörkelten Bügel unsere ganze Bubenhand hineinzwängen, denn niemals hätte unser Zeigefinger allein den alterssteifen angerosteten Drücker bewegen können. Ich verhüllte also den klobigen Fremdling mit Fetzen und ließ ihn allein bei dem rauschenden Wasser. Am Sonntag war schönes Wetter, die Bänke vor der Mühle waren besetzt, mein Vater hatte vollauf zu tun. Wir trafen heimlich im Waschhaufe zusammen. Ich war dafür, das ganze Pulver auf einmal in die Flinte zu füllen. Fritz lehnte ab. „Wenn «s fürchterlich knallen soll, dann müssen wir viele, Meine, untereinander in Verbindung stehende Ladungen machen, zwischen diese aber möglichst kräftige Papierpftopfen setzen." Das taten mir denn auch. Du ahnst gar nicht, was in solch einen Lauf hineingestopft werden kann. Kaum zur Hälfte war er erst voll, als uns schon das Papier ausging. Karl blickte sich um, sah einen Topf mit Schmierseife und Werg und verfertigte aus beiden einen gewaltigen Pftopfen. Noch ein Endchen blieb frei. Darauf schüttete Fritz den Rest seines Böllerpuloers und ich stopfte mein Taschentuch darüber. Fertig! Es blieb nur noch das Zündhütchen zu setzen und auszulosen, wer die Ehre haben sollte, abzudrücken. Der dicke Fritz zog das Los. Er versuchte, die alte Flinte zu heben und anzulegen, aber sie war ihm zu schwer. Also ließ er sich auf dem Rande des steinernen Waschtroges nieder und legte die Flinte über ein umgestülvtes Waschschaff. 1 2ch riet Fritz, das linke Auge zuzudrücken und. den Mund ein wenig zu öffnen, weil das gut fei beim Schießen. Fritz sperrte den Mund wie ein Karpfen auf und schob seine dicke Hand in den Bügel. „Halt! Nicht feuern!" rief Karl. „Es wird blitzen und rauchen! Wir müssen die Fensterläden schließen. Die Tür muß versperrt werden, sonst wird man draußen etwas merken." Ich verschloß die Fenster und versperrte-die Tür. Es mar ganz dunkel. Nur durch ein paar Ritzen blickte her Tag auf unser nächtliches Treiben. Karl stellte sich links, ich rechts neben Fritz. Karl verschränkte die Arme und fragte mit dumpfer Stimme: „Bereit?" Es mar so still, daß wir nicht wußten, ob das Blut in unseren Ohren oder das Wasser in dem steinernen Trog, an dessen Rand Fritz saß, so laut rauschte. „Bereit!" kam es gepreßt von Fritz zurück. „Ich werde zählen", sagte Karl, „bei drei drückst du ab!" „Ei—ins!" brummte Karl dumpf, „zwei—i! ..." Drei hörten mir nicht mehr. Wir hörten und sahen nämllch überhaupt nichts, mehr, mir mußten nichts, wir dachten nichts, mir lagen im Nassen, um uns war Rauch, Gestank, Qualm und Stöhnen. Schon glaubten mir in der Hölle und mausetot zu sein, als em scharfer Luftzug uns traf und es auf einmal taghell wurde. Der dicke Fritz lag, den Kolben bcs Gewehrs allein in der Hand, drinnen im über« schwappenden Waschtrog, oben in der Decke sah man durch den abziehenden Rauch das Rohr der Flmte eingespießt. Wo aber kam das viele Licht auf einmal her? Es gab nämlich weder Fensterläden noch Tür mehr im Waschhaus! Die Läden waren herausgerissen. die Scheiben eingedrückt, der Türstock samt h^usgesetzt und das Waschhaus voll Wasier. Karl lag unter dem umgestürzten Wasch- trog, und ich war so gegen die Wand geflogen, daß ich glaubte, mit jedem Pulsschlag werde mein Kopf größer. Karl zog Fritz aus dem steinernen Trog, beide waren naß rote gebadete Mäuse. Da schrie Karl plötzlich: „Kurt! Um Himmels willen, dein Vater'" Ich raffte mich auf und sah durch die aufgesprengte Tur quer über den Hof meinen Vater heranlaufen. I" der einen Hand hielt er ein Servierbrett mit Kaffee, in der anderen einen Teller mit Kuchen. „Was ist denn geschehen!" schrie mein Vater, „was ist denn los?" Ich mar noch zu benommen, um zu antmorten. „Habt ihr denn nichts gehört?" schrie mein Vater, der durch das Sonntagsgefchäft so in Anspruch genommen mar, daß er meder den ausgefprengten Türstock noch die zerschlagenen Fenster sah. „Es hat doch so laut gekracht, daß ich geglaubt habe, die ganze Mühle sei in die Luft geflogen!" „Nichts ist los"; antmortete ich, da ich über diese Blindheit meines Vaters sehr verwundert mar, „ich habe nichts gehört. Viesteicht ist es ein Gewitter?' „Merkwürdig, sehr merkwürdig, höchst sonderbar", antwortete mein Vater und lief mit KqM und Kuchen wieder zu den Gästen vor das Haus. Später kam ja doch alles auf. Wir bezogen unseren Teil nach Gebühr. Aber nach Jahren noch war mein Vater über meine Antwort damals ebenso verblüfft ryie über seine eigene Blindheit. „Nichts gehört", sagte er oft noch, „nichts gehört, vielleicht ein Gewitter! Und dabei ist das halbe Waschhaus in die Luft geflogen! Und ich selbst stehe vor dieser Bescherung und sehe nichts, aber rein gar nichts!" Mein Vater konnte sich das niemals erklären, nur manchmal fügte er kopfschüttelnd hinzu: „Es war damals nach einer langen Regenzeit der erste schöne Tag, und es müssen wohl recht viele Gäste draußen gewesen fein." Traurige Geschichte. Der überaus fruchtbare deutsche Romanschriftsteller August Heinrich Julius La Fontaine, der zu Anfang des vorigen Jahrhunderts viel Erfolg mit seinen empfindsamen Familienromanen hatte, saß einst weinend am Schreibtisch, als feine Frau zu ihm kam. Milleidig fragte sie ihn nach b'er Ursache feiner Trauer, und j?r schilderte ihr genau die verzweifelte Lage, in die der liebende Held seines Romans gerade gekommen war, da er die Erwählte feines Herzens nicht heimführen durfte. Seine Schilderung erweicht auch das Herz feiner Frau, auch sie bricht in Tränen aus und bittet ihn flehend: „Gib sie ihm doch!" — „Ach!" schluchzt La Fontaine, „bas geht doch nicht, ich bin ja noch beim ersten Teil!" Q K, (Nachdruck verboten.) 42. Fortsetzung. (Fortsetzung folgt.) Vater, ommen, Ob, Pn 9n. net. ein, ngs. । be. W fort, onn. dstel. uarf, ander Ö der !e be. leichs« i und einge. ihrem dem hdem eneral t und urden. Sie zehn Minuten, Madame, ich habe noch zu ar« beiten. Santacilla schwenkte den Hut mit ritterlicher Geste: „Sie haben nichts zu verzeihen — im Gegenteil ..." Es sah aus, als würbe er in der nächsten Sekunde das Knie beugen, um ihr zu huldigen. „Ich bin von der schrecklichen Geschichte noch völlig erledigt ..." Ihre Stimme bebte. „Ich begreife es nur zu gut", sagte Santacilla rücksichtsvoll und mit ernstem Gesichtsausdruck, „es war eine ungeheure Nervenprobe für Sie ... und wir können nur von Glück sagen, daß wir Brackmann so rasch gefaßt haben." „Das weckt Fernando Gonzales nicht auf ... » flüsterte sie tonlos und schloß die Augen. „Ich weiß, was Sie an ihm verloren haben , gestand er und vollführte mit der Hand eine leise tröstende Bewegung. _ „Aber setzen Sie sich doch, Don Santacilla , bat sie erschrocken. Laß sie über ihrem Leid sogar vergessen hatte, ihm einen Stuhl anzubieten. Santacilla legte seinen Hut an den Boden und zog sich einen Hocker heran. „Wie ich sah, wollen Sie verreisen, Madame Perano?" , „Für ein paar Tage nur, um über das Schwerste hinwegzukommen ..." Santacilla nickte verständnisvoll. ,Hch begreife ja, ehrlich gesagt, überhcmvt nicht, was Sie seit Jahren in Derakruz hält. Wenn ich nicht dienstlich hier festsäße ... Heiliger Sebastian, ich wüßte hübschere und gesundere Plätze in dieser Welt. Havanna ... denken Sie nur einmal: Havanna! Gute Luft, mildes Klima, ein wenig Wind, ein wenig Kühle ... Was hindert Sie daran, den ganzen Betrieb aufzugeben und zum Beispiel in Havanna neu nsatz, 1 und 'Ar. legr. wei. iatio= seien lngen beite, üeten °Nlich leben, i Be- 3er- t bei Der Mil. konvention verhaftet. hochschulnachrlchlen. Oberförster Dr. Julius Speer wurde zum o. Professor für Forstpolitik an der Universität Freiburg ernannt. Speer wurde 1905 in Dalheim (Württemberg) geboren. Er studierte in Tübingen, München und Freiburg und war dann im Forstdienst zuletzt als Oberförster bei der Württemberqi- schen Forsteinrichtungsanstalt in Stuttgart. 1935 wurde er a. o. Professor in Freiburg. — Dr. Fritz Stroh ist zum o. Professor für deutsche Philologie an der Universität Erlangen ernannt worden. Stroh wurde 1898 in Naunstadt im Taunus geboren. Er studierte in Gießen und Frankfurt und promovierte 1927 summa cum laude in Gießen. 1933 habilitierte er sich in Gießen, kam 1937 nach Erlangen und wurde dort 1938 a. o. Professor. Er hat sich vor allem der Arbeit am Hessischen Volkswörterbuch und am Atlas der deutschen Volkskunde gewidmet. — Der Dozent der Universität Münster, Dr. phil. habil. S)ans Haimar Jacobs, wurde als d. Professor der mittleren und neueren Geschichte an die Universität Jena berufen. Jacobs wurde 1902 in Grabow (Mecklenburg) geboren. Er studierte in Heidelberg, Berlin und Kiel und promovierte 1923 in Heidelberg. Er war im Meckl-nburgi- schen Schuldienst tätig und wurde Assistent in Heidelberg. 1936 habilitierte er sich und wurde 1937 Dozent in Münster. — Dozent Dr. phil. habil. Wolfgang Mohr von der Universität Münster wurde als o. Prozessor der Germanistik an die Universität Kiel berufen. Mohr hat den Lehrstuhl vertretungsweise schon seit dem vergangenen Jahre inne. Er ist 1907 in Köln geboren. — Nach dem Ableben von Professor Dr. Kabitz sind die Abteilungen für Psychologie, praktische Philosophie und Pädagogik am Philosophischen Seminar der Universität Münster zusammengelegt worden unter dem Namen Institut für Psychologie und Pädagogik". Zum kommislarilchen Leiter ist der Professor Dr. phil. habil. Wolfgang Metzger (Frankfurt) bestellt worden. Metzger habilitierte sich 1932 in Frankfurt, vertrat 1937/38 einen Lehrstuhl in Halle und wurde 1939 a. o. Professor. Dem Philosophischen Seminar steht wie bisher Professor Dr. Krüger, dem Logistischen Seminar Professor Dr. Scholz vor. . Zweiter oder dritter Stock, Senorita?" Karen nickte. Der Boy sah sie etwas ratlos an. Der Dame schien nicht ganz wohl zu sein ... „Ein Glas Wasser?" fragte er und hielt besorgt tm zweiten Stock. Karen schüttelte den Kops und stieg aus. „Danke, mein Junge", antwortete sie und schien ich langsam zu fassen, „es wird schon vorübergehen." * Don Estobar Santacilla verließ sein Büro. Er blickte auf seine Uhr. Es war genau vier. Er be- ;ab sich ohne Eile zu seinem kleinen Dienstwagen» )er vor dem Seitenausgang der Präfektur parkte, stieg ein und fuhr nicht allzu rasch über den Korso, um schließlich in die Calle Stella einzubiegen und vor dem Hause von Gonzales zu halten. Em paar Geier hockten träge und matt in den Palmen des Gartens, Santacilla warf den Kollegen von der Gesundheitspolizei ein paa^ respektvolle Blicke zu. Weiß der Teufel, woher fte es wußten. Es war unerklärlich. Ein Mann trat aus der schattigen Veranda und grüßte dienstlich. „Alles in Ordnung, Tirso?" fragte Santacilla und bot seinem Untergebenen eine Zigarette an. jawohl, Don Santacilla." Es klang wi§ eine Frage: was sollte hier denn nicht in Ordnung sein? • „Dann ist es gut", meinte Santacilla und tippte an seinen Hutrand, um sich wieder zu verabschieden. Senor Tirso sah seinem Vorgesetzten nach, als befürchte er, die Hitze könne Santacilla doch geschadet haben. Welch ein Einfall hier herauszukom- men, „alles in Ordnung" zu fragen und wieder zu gehen. Oder ob da Loch etwas dahintersteckte, wovon ein kleiner Sergeant nichts ahnte? Senor Tirso beschloß, auf der Hut zu sein. Santacilla ließ seinen Wagen vor der Tür stehen und ging zu Fuß davon, hügelabwärts in Richtung auf den Korso. Dort , bog er nach rechts ab und spazierte ein paar hundert Schritt unter den Palmen dahin, bis er vor dem „El Faro" stand. Es war ein weißer Würfel, aus dessen Mitte sich ein schlanker Turm erhob, der wie ein Leuchtturm eine Glaskuppel trug, über die nachts in leuchtender, lann. itbl infoarbt Stadt Wel- versucht merklich ijeroW kägung erte das Merlin, Wechsel in der Bann-Mädelführung Siehe«. Im Studentenheim fand am Sonntag die Der. abschiedung der bisherigen Bann-Mädelführerin I n g e H a ck und die Einführung der neuen Mcidel- führerin des Bannes Käthe Blum im Rahmen einer Feierstunde statt, zu der die Führerinnen des Bannes sich versammelt hatten. Das Bann-Orchester gab der Feierstunde mit einem Satz aus der Sinfonie Friedrichs des Großen eine würdige Einleitung. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied „Wir kommen im Morgenlicht" und nach den Grußworten an den Kreisleiter. und die Kameradinnen nahm die Gebiets-Mädelführerin die Verabschiedung Inge Hacks vor, der sie in voller Würdigung ihrer zweijährigen Arbeit im Bann 116 Dank und Anerkennung aussprach. Dem Kreisleiter dankte sie für die Unterstützung, die er der bisherigen Bann- Mädelführerin allezeit zutell werden ließ, und sie bat ihn, auch der neuen Bann-Mädelführerin in der gleichen Weise förderlich zu sein. Dann verabschiedete sich Inge Hack von chren Kame- ten Wen. fach, enz. I grohe Benies hmers, der zu -zt für einer i einer ir rohe : stürzt nmheit Szena- len, es Gesetz e neue wehrt orbenb lt ohne rz. Die t sorgte auspiel- sich m ie, d» 3“ '514 Si ö« rw t Frau» Theater der Universitätsstadt Gießen Fritz Peter Buch: .Ein ganzer Kerl". Ein Mann rechnet ah Roman von Borst Biemath , Suter, ruch ge- -rengten ah- i$- jer diese oar, Ä Witter?, Mbar*, pe und aus. .gen un' :en noch damals Kindheit- is W M stehe ,ber rem -mal-7 id hmzur nzest der echt vi^ Gemeinschastswerkfiliale — später Einzelhandelsgeschäst. Oie Dersorgungöringe in Hessen-Nassau Keimzelle und Vorbild. Wirkung angelegt, am dichtesten und eindringlrchsten an den keiner Nachhilfe bedürftigen leiseren Stellen, vor allem im letzten Akt, der so gut rote selten in modernen Stücken gemacht ist. Der Schauplatz, von Herrn Löffler entworfen, paßte zu dem landschaftlichen Umkreise und zu dem Leben, das hier geführt wird. Friedl Goll mann spielte die Jule: grob, offen und geradezu, wie sie angelegt ist und sich in den ersten Akten anläßt; das Wichtigste in dieser Rolle ist erst später zu spielen, und danach, wie hier allmählich unter der rauhen und unansehnlichen Schale der weiche und empfindliche Kern eines trotz Stie- eln und Hosen weiblich gebliebenen Wesens zum Vorschein kommt, bemißt sich der Rang einer schonen und durchgeformten schauspielerischen Leistung. Den Stefan gab Herr Köchting jugendlicher, unbekümmerter und ohne die auftrumpfenbe Männlichkeit seines Vorgängers 1939; auch er hatte seine stärksten Augenblicke zuletzt, wo die wahre Natur des heimgekehrten Abenteurers sich durchsetzt. Herr V o l ck spielte, wie damals, knurrig, polternd, herzlich und am Ende ganz verjüngt den väterlichen Obersten, Anja R a u, etwas überbetont, die oberflächlich geschwätzige Leonie, Hella H e n z k y und Kurt Sau er land, sehr hübsch, mit Gemüt und leisem Humor, das alte Dienerpaar; Herr Zeppenfeld gab verläßlich und beruhigend den Doktor Herr Schmidt den lärmend ordinären Gastwirt Meier, Gaby A m e r s b a ch die junge Witwe. * Der Erfolg war, bet vollem Hause, unbestritten und verdient wie vor drei Jahren. Hans Thyriot. NSG. Durch die Verordnung zur Anpassung der verdrauchergenossenschafllichen Einrichtungen an die kriegswirtschaftlichen Verhältnisse vom 18.2.1941 ist auch die Frage der Verbrauchergenossenschaften im Gau Hessen-Nassau endgültig geklärt worden. Auf Grund dieser Verordnung wurden die ehemaligen Verbrauchergenossenschaften aufgelöst, die betriebseigenen Läden aber, um ihren volkswirt- chaftlichen Wert zu erhallen, zum Einkauf an die Allgemeinheit freigegeben. Diese Geschäfte werden päter in die Hcknde selbständiger Einzelhandelskauf- leute übergehen. Mll der Durchführung dieser Maßnahme wurde die Deutsche Arbeitsfront beauftragt. Es ist somit die Gewißheit gegeben, daß diese mit Hilfe der werktätigen Bevölkerung gegründeten roirt- schaftlichen Einrichtungen künftig alle schaffenden deutschen Volksgenossen mustergültig und preis- gerecht mit lebenswichtigen Gütern versorgen, sie aber auch bei der täglichen Wirtschaftsführung beraten. Zur sachgerechten Erfüllung biefer Aufgaben würbe eine besondere Organisation in Form eines Gemeinschaftswerkes geschaffen. Dieses Gemein- weithin sichtbarer Flammenschrist die Namen der Zugnummern liefen. In dem rückwärtigen Garten stand ein kleiner Würfelbau. Ciquita Peranos Pavillon! Er besaß einen Seitengang von einer Querstraße des Korsos, Calle Laterna, die mit der Calle Stella parallel lief. Das ganze Grundstück war von einer schulter- hohen Steinmauer umgeben, hinter der üppige Hibiskussträucher wucherten, und die über und über mit Reklameplakaten überklebt war. Santacilla drückte auf die Klingel neben der Pwrte. Während er wartete, daß ihm geöffnet würde, zog er feine Uhr und betrachtete das Zifferblatt mit emvorgezogenen Brauen, als mache er dort eine außerordentliche Entdeckung. Es war vierzehn Minuten nach vier. Wenn er sich beeilt hätte, währe es ihm ein leichtes gewesen, den Weg von der Präfektur zu Gonzales und von der Calle Stella zum El Faro in zehn oder zwölf Minuten zurückzulegen ... Eine junge Mestizin öffnete ihm und führte ihn ins Haus. „Madame erwartet Sie im Salon, Don Santacilla. Im Vorraum standen zwei große Schistskoffer. Santacilla betrachtete wohlgefällig die blühenden Formen der kleinen Zofe. ,T)h, ich störe anscheinend bei Reiseoorbereltun- gen, mein Kind ..." . . „Durchaus nicht, Don Santacilla, das geht bei uns im Handunü>rchen." Sie entschlüpfte der allzu handgreiflichen Bewunderung ihrer Iuaend durch eine kokette Bieguna des Körpers und öffnete eine Tür: „Don Santacilla ..." Er trat in ein halbverdunkeltes Zimmer. Ciquita Perano richtete sich auf und streckte ihm die Hand entgegen. Sie lag unter einer hauchdünnen Seidendecke auf einem breiten, niedrigen Diwan. Zwei leise summende Ventilatoren preßten die Chinaseide an den Körper. Santacilla drehte den Hut in den Händen ... „Verzeihen Sie, Don Santacilla, daß ich Sie so Karen starrte mit zunehmender Verwunderung auf Foresters Scheitel; er beugte den Kopf so tief herab, daß sie deutlich die zwei Wirbel vor sich sah, in deren Treffpunkt widerspenstige Haarbüschel senkrecht emporstanden. „Ach .. /, sagte sie etwas atemlos. _ , , „ „Jawohl", fuhr er fort, „nur Ihnen hat es Brackmann zu verdanken, wenn es uns gelingt, ihn frei zu bekommen, Ihrem bedingungslosen Glauben an ihn. Sehen Sie sich doch einmal die Frauen an, die so in der Welt herumlaufen. Lieber Gott, es mögen ja ganz nette Mädel darunter fein, aber die meisten sind doch nur Frauen für gutes Wetter. Nein, nein, unterbrechen Sie mich nicht, es ist schon so, wie ich es Ihnen sage. Daß Sie anders sind, habe ich immer gewußt. Es bedurfte dazu eigentlich gar keines Beweises. So etwas fühlt man. Bei der ersten Begegnung nut einem Menschen spürt man: auf den kannst du dich verlassen. Sie haben sich bewährt, wie sich ein Mensch nur bewähren kann, in Glauben und Liebe. Und wenn ich mir als Ihr Freund, der ich auch später zu bleiben hoffe, eine Bemerkung erlauben darf, so muß ich Ihnen ehrlich gestehen, daß ich Brackmann ein wenig beneide ..." Er vollführte mit den Schultern eine sonderbare Bewegung, als risse er sich mit äußerster Kraft- anftrengung aus der Umklammerung eines zähen Gegners los und stürzte davon. Karen starrte ihm nach. Sie stand noch auf demselben Fleck, als Forester längst in seinem Zimmer verschwunden war und schrak erst auf, als die Gittertüren des Lifts hinter ihr klirrend auseinanderfuhren. „Aufwärts, Senorita?" fragte der Negerboy und legte die Hand an fein Käppi. Karen stieg wie im Traum ein und ließ sich, als hätte sie auch nicht eine Sekunde länger auf eine Sitzgelegenheit warten dürfen, auf der Lederbcmk nieder. fchaftswerk wird die bisherigen Filialbetriebe kN Gestalt von Versorgungsringen fortführen. Als erstes Ziel gilt hierbei, die einzelnen Filialbetriebe auf dem kürzesten und besten Wege zu beliefern und sie zu wirklichen Mustergeschäften zu entwickele In Verfolg dieser Aufgabe wurden im Gaugebiet Hessen-Nassau bis zum Frühjahr 1942 insgesamt 31 Verbrauchergenossenschaften in 6 leistungsfahiaen Versorgungsringen des Gemeinfchaftswerkes der Deutschen Arbeitsfront zusammengefaht. Der Versorgungsring für Oberhessen-Nassau hat fernen Sitz in Gießen. , _ , , Diese Versorgungsringe im Besitz großer Zentrallager mit sehr umfangreichen Betriebsanlagen haben allein 6 Großbäckereien und nahezu 600 Verkaufsstellen. Sie beschäftigen zur Zeit über 2000 Gefolgschaftsmitglieder und bilden damit eines der größten Unternehmen dieser Art. Der Verkauf erftredt sich nicht mehr auf einen geschlossenen Mitgliederkreis. Heute kann jeder deutsche Käufer m den Ladengeschäften der Dersorgungsringe seinen Bedarf decken. Aber — nicht allein ein liebender Mensch ver- . liert zuweilen den Herzensschlüssel, wie in dem erwähnten Lied, sondern der Mensch im allgemeinen liebt es, Schlüssel zu verlieren. Auch ich — ich muß es leider gestehen — verliere ihn gern, aber nur den Kofferschlüssel. Als wir einmal am schönen Neckar waren, wo wir uns immer mit der Fähre übersetzen lassen mußten, verlor ich meinen Kofferschlüssel im Kahn, bekam ihn aber am andern Tage von dem Fährmann wieder überreicht. Auf einer Reise nach Italien lieh ich ihn bei der Abreise im Hotelzimmer liegen und hatte nun die gräßlichste Angst vor der Grenzkontrolle auszuhalten, die mich aber zum Glück dieses Mal nicht den Koffer öffnen ließ. Nach diesen und ähnlichen Zwischenfällen mit Kofferschlüsseln habe ich nun zwei Hunde an einer Kette gekauft und an dieser Kette sind die Kofferschlüssel festgemacht und werden von den Hunden bewacht. Ich fürchte nur, eines Taaes werden Hunde, Kette und Schlüssel verschwunden sein! E.LSt Den Taten der Front würdig erweisen! Zum kommenden Opferfonntag am 8. November. NSG. Als der Führer kürzlich das deutsche Volk wieder zum Kriegs-Winterhilfswerk aufrief, stellte er an uns eine hohe Forderung. Den Taten unserer Soldaten uns würdig zu erweisen, befahl er uns. Dieses „roürbig erweisen" ist eine gerechte Forderung, um deren Erfüllung wir uns immer wieder bemühen müssen. Wenn am kommenden Opfersonntag die Helfer und Helferinnen der NSV. und des KWHW. bei der Haussammlung von Tür zu Tür gehen, haben wir wiederum Gelegenheit, zu zeigen, ob wir die Opfer, die uns gebracht werden, auch tatsächlich ganz erfassen und verstehen. Nur der Ausdruck des Dankes, eines kleinen, bescheidenen Dankes, kann . unsere Spende fein. Denn an die Opfer draußen an den Fronten kann kein Opfer der Heimat heranreichen. Unseren Dank aber wollen wir aus freudigem und hilfsbereitem Herzen geben! (Siebener lvochenmarktpreise. * Gießen, 5. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Wirsing, % kg 8 bis 10 Rpf., Weiß- . traut 6 bis 7, Rotkraut 9. Spinat 15, Tomaten 25, ! Feldsalat 47, Aepfel 35, Birnen 30, Lauch 15, Sel- - lerie 16, Endivien, das Stück 10, Rettich 5 bis 10. Verdunkelungszeit: 5. November von 17.46 bis 6.56 Uhr. Wir haben dieses Stück bereits 1939 hier gesehen ! und seinerzett ausführlich besprochen. Sein Ver- c asser Fritz Peter Buch hat sich vor Jahren als i Schauspielregisseur einen vorzüglichen Namen ge- i macht und ist später als Autor des Weihnachts- i märchens „Pinkevunk" und des Dramas „Ver- 1 trag um Karakal auch in Gießen aufgeführt roor- 1 den. Mit dem „Ganzen Kerl" hat er sich aus den mit allerhand Zündstoff geschwängerten Bezirken Karakals in Vorderasien in die stillere, sensations- ernere, uns aber nicht nur geographisch, sondern auch menschlich nähere Welt Ostpreußens zurück- gezogen, wie sie uns etwa aus Sudermanns Stücken und Erzählungen oertraut ist: dessen Name wird nicht ohne Beziehung genannt, denn Buch schrieb hier ein sehr solide gebautes, gründlich exponiertes Drama, wie es seit dem Tode des viel umstrittenen, gescholtenen und mißverstandenen Dichters der „Ehre" und der „Heimat" nicht gerade häufig mehr auf unseren Bühnen anzutreffen ist: ein Stück, das nicht nur den erfahrenen Theater- mann erkennen läßt, sondern auch den noch oft genug mißbrauchten Ehrentitel der Komödie verdient: ein Rollen-Stück und ein Menschen-Stück, das mit dem allen, auf der Bühne wie im Leben nie völlig ausgefchöpften Thema vom verlorenen Sohn ein Liebesspiel zwischen jungen oder doch jugendlichen Menschen verbindet. Auf dem ostpreußischen Gut, das fünf Akte lang den Schauplatz abgibt, sitzt ein verbitterter aller Oberst, der es nicht verwinden kann, daß fein Sohn vor sieben Jahren aus purer Abenteuerlust nach Südamerika auf und davon ging. Die Wirtschaft wäre längst vor die Hunde gegangen, wenn nicht das Mädchen Jule, tüchtig, helläugig, grob und energisch, in Hosen und Reitstefeln wie ein Mann, die Zügel in die Hand genommen hätte und das Regiment führte. Buch verschießt sein Pulver nicht zu früh, sondern im richtigen Augenblick, und das eigentliche Komödienthema beginnt zu spielen, als Stefan, der Ausreißer, eines Tages, ganz unvermutet und von niemandem mehr erwartet, wieder aus der weiten Welt ins Elternhaus heimkehrt: die Auseinandersetzung zwischen ihm und Jule, die sich nicht miteinander zurechtfinden, sich gegenseitig mißverstehen und vermeintlich im Wege stehen, bildet die menschliche Substanz, von der das Stück zehrt. । Dabei wird weder denen auf der Bühne noch denen vor dem Vorhang etwas geschenkt; Buch weiß, daß es eine Komödie allemal mit lebendigen Menschen zu tun hat, und wenn zu guter Letzt noch alles, was , schon unheilbar verdorben schien, wieder gut wird - und die beiden sich kriegen, dann ist das innerlich begründet und verdient und mehr wert als der - traditionelle Aktschluß des billigen Lustspiels. * Die Aufführung, von Herrn Ludwig in Szene gesetzt, war lebendig und farbia, an manchen Stellen etwas lustspielmäßig locker und auf oberflächlichere mit dem der Komponist die Sinfonie in gewaltiger ckorisch-orchestraler Steigerung krönt. Die in orchestraler Farbigkeit eingefangenen wandlungsfähigen Stimmungen ergriffen die Hörer. Wilhelm Raupp. Die hauptmann-Feier des Burgthealers. Das Wiener Burgcheater wird zu Ehren des 80. Geburtstages Gerhart Hauptmanns in Anwesenheit des Dichters eine Neuinszenierung von „Florian Geyer" unter der Regie von Lothar Müthel mit Ewald Balser in der Hauptrolle bringen und in feinem kleinen Hause, dem Akademietheater, eine Neuinszenierung der „E l g a" unter der Regie von Adolf Rott. Dies Werk schrieb Hauptmann einst als Dank für die Verleihung des Grillparzer-Preises. Sutermeifters „Zauberinsel". Zum zweiten Male hat sich die Dresdener Staatsoper eines Werkes des 32jährigen Schweizer Komponisten Heinrich Sutermeister angenommen und nach „Romeo und Julia" wiederum eine Shakespeare-Oper urauf geführt: „Die Zauberinsel". Shakespeares „Sturm" bildet die stoffliche Grundlage, die sich der Komponist durch opern- dramaturgische Straffung und durch eigene poetische Ergänzungen zu einem vorzüglichen Libretto eingerichtet hat. Sutermeister hat sich mit feinem neuen Werk musikalisch zur Gesangsoper im Sinne Verdis bekannt, dessen Shakespeare-Opern in formaler Hinsicht als Vorbild dienten. Es gelingt dem jungen Komponisten zwar weniger, die magische Hintergründigkeit der Shakespeareschen Altersdichtung zu erhellen, aber ihre naive Märchenwelt und die Liebeslyrik des in symbolischer Läuterung zu- sammengeführten Paares haben einen überzeugenden musikalischen Ausdruck gefunden. Die Melodie tritt als gestaltendes Element in Arien, kleineren und großen Ensembles auf und charakterisiert in humorvoller Pointierung oder in edler Stilisierung die Personen, Situationen und seelischen Vorgänge. Wahrend das Orchester zurücktritt, .werden Chöre als Klangfolien wie als dramatische Ensembles eingesetzt. Obwohl es der Partitur an großen formalen Verklammerungen nicht fehlt, ging die starke Wirkung eindeutig von dem melodischen Gehalt aus. Für ihn hatte die Dresdener Staatsoper eine Sängergemeinschaft von erlesener Stimmenpracht einzusetzen. Unter Karl Pöhms musikalischer Leitung leisteten Orchester und Chöre außerordentliches. Die Inszenierung Heinz Arnolds blieb mit den Bildern Adolf Mahnkes dagegen der Opern- Aus -er Giadt Gießen. Oer Schlüssel. „Verloren ist das Schlüsselem, nun sollst du immer darinnen sein", singt ein altdeutsches Minnelied. Es ist der Schlüssel zum Herzen des Liebenden, der hier verloren wurde. Schlüssel waren von jeher ein wichtiger Gegenstand des täglichen Lebens, fei es der Haus- oder Gartenschlüssel, der Druhen- schlüssel, der Schrank- ober Tresorschlüssel, der riesige große, der zum Zeichen der Uebergabe einer Stadt dem Sieger überreicht wurde, oder der winzig kleine, der einen gemalten Kasten mit Liebesbriefen aufschließt, und die Handwerkskunst hat hier in Jahrhunderten Wundervolles geschaffen. Was für verschiedene Größen und merkwürdige Formen gibt es da, angefangen mit den riesengroßen, uralten Schlüsseln, die so schwer waren, daß sie in keine Hosentasche paßten, bis zu den merkwürdigen, flachen Tresorschlüsseln der Jetztzeit! Beschlie- tzerin war wohl immer ein wichtiges Amt, und ich stelle sie mir rund und würdig vor, mit großer weißer Haube und weißer Schürze. Während jetzt ein ledernes Schlüssellä'schchen modern ist, trugen die Hausfrauen früherer Zeiten das riesige Schlüsselbund am Gürtel. Die Weisen aller Zeiten bemühten sich, den „Schlüssel zu allen Dingen" zu finden, und der Volksmund hat diesen wichtigen Gegenstand im Namen einer Blume festgehalten, indem er den süßen, leuchtendgelben Frühlingsboten „Himmelsschlüsselchen" nannte. Petrus an der Himmelstüre mit dem großen Schlüssel in Händen ist uns allen eine geläufige Vorstellung, und der Sünder hört förmlich das unbarmherzige Umdrehen des Schlüs- els, wenn vor ihm zugeschlossen wird. Ich erinnere mich mit Unbehagen deutlich an das unheimliche Rasseln der Schlüssel, als wir, anläßlich eines Vortrages, an einem warmen Sommertage durch die kühlen Gänge eines Gefängnisses geführt wurden. In Gruselgeschichten darf wohl dieses Geräusch nicht fehlen, ebenso im Witzblatt nicht der Witz über den von der Ehefrau versagten Hausschlüssel. aufzumachen?" „Sie haben ganz recht, Don Santacilla. — Es war ja auch nicht meine Absicht, ewig in diesem Fiebernest zu bleiben. Was mich an Derakruz band, war Gonzales .. „Oh", sagte er, als bebaure er es unendlich, die empfange ..f. Wunde versehentlich wieder berührt zu haben. „Wo- „Db, bitte, Madame", murmelte er und schüttelte mo[lUn übrigens reifen?" den Gedanken wie eine Fliege ab, daß Napoleon 1.1 in solch einer Lage einmal gesagt hatte: Warten rabinnen, denen sie für die stete Pflichterfüllung dankte und ihnen zugleich Anerkennung dafür aussprach, daß sie ihr allezeit eifrig zur Seite gestanden hätten. Sie betonte, daß die neue Bann-Mädelführerin mit der gleichen Einsatzbereitschaft den Platz ausfüllen werde, den sie jetzt verlasse. Vor allem dankte sie besonders dem Kreisleiter für seine Unterstützung ihrer Arbeit. Kreisleiter Backhaus hob in seinen Abschiedsworten an Inge Hack die gute Zusammenarbeit zwischen ihm und der Bann- Mädelführerin hervor, die ein erfolgreiches Wirken im Kreise Wetterau möglich gemacht habe. Seine herzlichen Wünsche würden die Scheidende auch künftighin begleiten. Der neuen Bann-Mädelführerin wünschte er einen vollen Erfolg ihrer Arbeit. Bann-Mädelführerin Käthe Blum gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Zusammenarbeit mit allen Führerinnen immer vorbildlich fein möge, da nur dann der Erfolg der Arbeit gewährleistet werde. Freude zur Arbeit und Verantwortungsbewußtsein den großen Erziehungsaufgaben gegenüber seien die Grundlagen, unter die sie ihr Handeln allezeit stellen werde. Dann brachte der Nachmittag als Ueberblick über die geleistete Sommerarbeit ein buntes Programm, das von Jungmädeln, Mädeln und Mädeln des BDM.-Werkes „Glaube und Schönheit" in vielseitiger und unterhaltsamer Weise gestaltet wurde. *♦ 83 Jahre alt. Am heutigen Donnerstag, 5. November, kann der frühere Schuldiener Wilhelm D e ch e r t, Horst-Wessel-Wall 46 wohnhaft, feinen 83. Geburtstag begehen. Dem alten Herrn bringen auch wir unsere herzlichen Wünsche zum Geburtstag und für einen schönen Lebensabend dar. ** „Märchen einer Nacht." Kapellmeister Georg P i p p i n g vom Theater der Universitätsstadt Gießen hat, wie man uns mitteilt, ein Schlagerlied unter dem Titel „Märchen einer Nacht" komponiert. Den Text schrieb der durch die Inszenierung von Weiß-Ferdl-Filmen bekannt gewordene Filmregisseur Hans Sauer. ♦* Wurstbrote auf Bahnhöfen. Nach einem Erlaß des Reichsernährungsministers wird den Bahnhofswirtfchaften an fleischfreien Tagen gestattet, gegen Vorzeigen einer Fernfahrkarte am Wartesaalbuffet und auf den Fernbahnsteigen mit Fleisch oder Fleischwaren belegte Brote als Reiseproviant gegen Abgabe entsprechender Lebensmittelmarken zu verkaufen. *♦ Stadtbücherei Gießen. Im Monat Oktober wurden 1652 Bände verliehen. Davon kommen auf Romane 1108, Jugendschriften 238, Geschichte und Lebensbeschreibungen 89, Reisebeschreibungen 65, Kriegsgeschichte 57, Kunst 18, Politik 22, Technik und Naturwissenschaft 30, Ges. Werke 13, Verdichtungen 12 Bände. Die Zag- im November. Die Brunft des Rot - und Damwildes ist vorüber, der Hirschabschuß z. T. erfüllt. Nun setzen die Wildjagden zum Abschuß des Kahlwildes ein, und der Rotwildjäger vor allem muß sich sputen, wenn er den hohen Abschußforderungen gerecht werden will. Auch den Sauen gilt dieses Jagen, die sich im Sommer und Herbst oft unliebsam auf den Wiesen, in den Haferfeldern und in den Kartoffeln bemerkbar machten. Kahle Felder und kahler Wald erleichtern die Jagd, die vielleicht noch durch eine Neue unterstützt wird. Jedenfalls muß alles versucht werden, um das Schwarzwild kurzzuhalten. In den meisten heimischen Revieren macht der Rehwildabschuß dem Jäger Sorgen. Zwar ist die Schußzeit des Bockes vorüber, dafür müssen nun Ricken und Kitze geschossen werden. Leider haben die drei Notwinter und davon vor allem der letzte dem Rehwild viel mehr geschadet als man anfänglich glauben mochte. Wer feinen Wildstand kennt, weiß dies genau. Wenn nicht Krieg wäre, würde sicherlich in vielen Revieren kein Schuß auf weibliches Wild, die Mütter des künftigen Bestandes, fallen. Der Krieg bringt auch hier Forderungen mit sich, bei deren Erfüllung der Jäger mit seinen verständlichen Wünschen oft zurücktreten muß. Am besten dürften beide Forderungen sich miteinander vereinbaren lassen, wenn der Abschuß mit Schwerpunkt in die Kitze verlegt wird. Es ist an sich schon eine alte Hegemaßnahme, von den zwei Kitzen, die eine Ricke zu führen pflegt, das schwächere ohne Rücksicht auf das Geschlecht abzuschießen. Damit bleibt die Mutter erhalten, die im nächsten Jahre und in der Folge immer wieder ihre zwei Kitze bringen wird, während gleichzeitig die mütterliche Nahrung dem einen starken Kitz allein zuteil wird und es stark in den Winter kommen läßt. Dieser Abschuß scheint in diesem Jahre besonders angebracht, um den Abschußanforderungen gerecht zu werden und trotzdem dem Bestand auch zahlenmäßig wieder aufwärts zu helfen. Abschuß von Ricken oder auch Schmalrehen muß zur Bestandsverminderung führen. Der November pflegt der Monat der Waldtreibjagden zu sein, wobei das Jagen vor allem dem Hasen gilt. Leider scheinen die Skeptiker in der Beurteilung der Aussichten der Hasenjagd recht zu behalten. Bereits im letzten Jahre waren die Strecken schlecht. Im Laufe des langen Winters ging noch eine ganze Anzahl Hafen ein oder fiel dem Raubwild zum Opfer. Das Frühjahr fetzte spät ein. Alle diese ungünstigen Momente vermag auch ein günstiger Sommer nicht mit einem Male auszugleichen. So schön es wäre, wenn der Jäger jetzt, wie in guten Hasenjahren, Wagen voll Wild an den Wildhandel liefern könnte, so gefährlich kann es auch für die Zukunft werden, wenn unter allen Umständen etwas geschossen werden soll. Die Verhältnisse liegen nicht in allen Revieren gleich, so daß der Verantwortungsfreudigkeit des Jägers das rechte Maß des Hafenabschusses überlassen werden muß. Auch der Fasan pflegte bei diesen Jagden besonders zur Belebung beizutragen. Doch auch darauf werden wir vergeblich warten. Gerade der letzte Winter scheint außerordentlich stark in den Besatz eingegriffen zu haben. Die Klagen darüber sind weit verbreitet. Ein großzügiges Aussetzen verbietet zur Zeit der Krieg. Darum muß der Bestand aus seinen Resten wieder aufgebaut werden. Das aber hat zur Voraussetzung: sparsamsten Abschuß bei völliger Schonung der Hennen, frühzeitige und ausgiebige Fütterung und Kurzhalten des Raubwildes und des Raubzeuges. Sonst ist alle Liebesmühe um das schöne Wild umsonst! Die Jagd auf das Rebhuhn ist bereits zu Ende. Auch hier heißt es, alles tun, was dazu beitragen kann, die Reste über den Winter zu bringen! Besser ist es mit den Enten, die jetzt bereits aus dem Norden bei uns eintreffen und manchen Gang nach Bach oder Teich lohnen. Auch die Ringelt a u b e, bie im Buchenaltholz in diesem Jahre willkommene Aesung findet, wird länger als sonst den Jäger erfreuen. Schießlich ist die Waldschnep f e auf dem Zug gegen Süden und wird gelegentlich der Waldtreiben geschossen. Mit der Hebung der zur Zeit schwer daniederliegenden Niederjagd ist ein starker Fuchs besaß unvereinbar. Der Fuchsbestand ist zweifellos zur Zeit in der Mehrzahl der Reviere zu hoch. Darum sollten die kommenden Wochen mit allem Nachdruck zum Treiben, Drücken und Sprengen benutzt werden. Der Fuchsbalg ist nun auch gut und geeignet, finanziell einen gewissen Ausgleich für die Ausfälle auf dem Gebiete des Nutzwildabschusses zu bieten. Aus gleichem Grunde empfiehlt es sich, die schönen Herbsttage zum Graben des Dachses zu benutzen. rr . . ... Unerläßlich für eine Besserung der Jagd ist ferner ausreichender Jagdschutz, der sich ebenso gegen zweibeinige wie gegen vierbeinige Wildfeinde richten muß. Hubertus. Aus der engeren Heimat. Beginn der Röntgen-Reihenuntersuchungen. Am heutigen Donnerstag, 5. November, beginnt der Röntgen-Sturmbann seine Tätigkeit im Kreise Wetterau. Für die Röntgen-Reihenuntersuchungen ist zunächst der folgende Dienstplan festgelegt wor- ben: 5.11.: Buderus Lollar, Gefolgschastsraum, 13—18 Uhr; 6.11.: Lollar, Schule, 8—12, 13 bis 17 Uhr; 7.11.: Staufenberg, Gasthaus Kuhle, 8—13 Uhr; 7.11.: Daubringen, Gasthaus Schäfer, 15—18 Uhr; 9.11.: Mainzlar, Gasthaus an der Bahn, 8—10 Uhr; 9.11.: D i - dierwerke Mainzlar, Sveiferaum, 11.30 bis 12.30 Uhr; 9.11.: Treis a. b. Ld a., Schule, 14 bis 18 Uhr; 10.11.: Allenborf a. b. Lba., NSV.- Kindergarten, 8 bis 13 Uhr; 11.11.: Londorf mit Allertshausen, Kesselb ach, Volksholle, 8—12, 13.30—17 Uhr; 12.11.: Rübbings- Haufen, Neue Schule, 8—10.30 Uhr; 12.11.: Geilshausen mit Lumda und Odenhau - fen, Wirtschaft Hillgärtner, 13—18 Uhr; 13.11.: Weitershain, Schule, 9—10.30 Uhr; 13.10.: Beltershain, Wirtschaft Hach, 13—17 Uhr; 14.11.: (Brünberg, Obeilchule 8—12, 13—17.30 Uhr. Ein altes Wahrzeichen der Stadt Lich fällt. t Lich, 4. Nov. Ein Wahrzeichen vergangener Jahrhunderte der Stadt Lich ist gefallen. Das Haus, Ecke Seelenhofgasfe-Oberstadt, das feit zwei Jahrzehnten dem Kaufmann Willi Hahn gehöne, mußte wegen Baufälligkeit jetzt abgerissen werden imb soll in nächster Zeit neu erstehen. Die Aufbauarbeiten werden demnächst begonnen. Das Gebäude, das, wie man sich erzählt, über 500 Jahre alt gewesen sein soll, war unter dem Namen „Die Rose" weit über unsere Stadt hinaus bekannt und galt in den verflossenen Jahrhunderten als alte Fuhrmannskneipe für durchreisende Kaufleute. Es wird bis zuletzt oft das Ziel der Forscher alten hessischen Volkstums. Bis zum Tode der letzten „Alten Rosenwirtin" am Anfang des Weltkrieges bestand neben der Wirtschaft in der linken Haushälfte eine Kolonialwarenhandluna. Die sehr tiefen, geräumigen und kühlen Keller dienten der Lagerung der Lebensmittel und Getränke. Wie man aus den alten, ganz schweren massiven Eichenbalken ersehen kann, hätte das Holz noch mehrere Jahrhunderte standgehalten, wenn sich das Haus nicht nach der Seite' geneigt hätte und die Gefahr des Einsturzes gedroht hätte. Nach dem Tode der „Alten Rosenwirtin" ging das Haus in den Besitz eines verwandten Erben über. Wirtschaft und Ladengeschäft .mürben solange eingestellt, bis nach dem Weltkrieg der jetzige Besitzer ein Gemischt- warengeschäft und ein Cafe darin eröffnete. Er ließ später die Osthälfte des Hauses erneuern und einen modernen Laden einbauen. Das Cafe ging schließlich ein. Nun wird sich an der alten Stelle, der besten Geschäftslage im Stadtinnern ein neuer Bau erheben, und der Name „Die alte Rose" wird nur noch in der Erinnerung der heutigen Generation weiterleben. Vermißt. In Geilshausen (Kreis Gießen) wirb feit dem 23. Oktober der 17 Jahre alte Wilhelm Wald- fchmidt vermißt. Der junge Mann hatte sich mit dem Fahrrad zu seiner Arbeitsstätte bei einem Schuhmacher in dem Nachbardorfe Kesselbach begeben und hat diese bann auch wieder mit feinem Fahrrad verlassen. Das Fahrrad wurde in der Nähe eines stillgelegten Steinbruchs zwischen Geilshausen und Odenhausen aufgefunden, jedoch von dem jungen Manne keine Spur entdeckt. Das in dem Steinbruch angewachsene Grundwasser wurde ausgepumpt in der Annahme, auf dem Boden des Steinbruchs den jungen Mann zu finden, aber auch diese Vermutung wurde nicht bestätigt. Mehrere Suchen in den benachbarten Waldungen blieben gleichfalls ohne Erfolg. Bis heute fehlt von dem jungen Manne jede Spur. Schweinemarkt in Friedberg. * Friedberg, 4. Nov. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 170 Ferkel zum Ver-: kauf. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 18 bis 20 RM., 6 bis 8 Wochen alte Tiere 20 bis 25 RM., 8 bis 12 Wochen alte 25 bis 35 RM. pro Stück. Der Handel war lebhaft, der Markt wurde geräumt. Kreis Dehlar. (D Krofdorf-Gleiberg, 4. Nov. Anläßlich des diesjährigen Reichsspartages zahlten die hiesigen Schulkinder den höchst bemerkenswerten Betrag von 2800 RM. indie Schulsparkasse ein. Das entspricht einem Durchschnittssatz von 10 RM. pro Kind. Damit weist der Einlagebestand der Schulsparkasse am 31. Oktober die Summe von fast 30 000 RM. auf. Die Spar- und Vorschußkasse Krofdorf-Gleiberg, der die Schulsparer angeschlossen sind, konnte 78 000 RM. in der Reichssparwoche vereinnahmen. — Dieser Tage fand hier im Schulgebäude an der (Bleiberger Straße bie Röntgen- Reihenuntersuchung ftatts ber sich bie Bevölkerung nahezu vollzählig unterzog. Houptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftieiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für Stadt Gießen, Provinz Wirtjchaft und Sport: Ernst Blumjchcin. Truck und Verlag: Brühlfche Universttätsvruckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeig-nleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Unsere liebe, unvergeßliche Mutter, Schwie- I germutter, Großmutter und Tante Frau Lina Schwab Wwe. geb. Weiershäuser ist heute morgen kurz vor ihrem 63. Geburts- | tage für immer von uns gegangen. In stiller Trauer: Karl Schwab, z. Z. im Felde, und Frau Anna, geb. Schneider Ernst Schwab,z.Z.b. d.Wehrm., und Frau Frieda, geb. Groesch und 4 Enkelkinder. Gießen, Alicenstraße 16. 05638 Statt Karten! Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Ernestine Höpfner, geb. Schulze der Schwester Kathrin für die liebevolle Pflege, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dr. Trommershausen, sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus. Familie Adolf Kirstein Familien Höpfner und Wahl Horst Schäfer. Gießen, Marburger Str. 25, den 8. Nov. 1942. Die Trauerfeier findet Freitag, den 6. Nov., nachmittags 2% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. . ___________________________________________________05627 Nach kurzer, schwerer Krankheit entschlief heute früh unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Schwager Glasermeister Wendelin Rothermel nach einem arbeitsreichen Leben, im Alter von nahezu 69 Jahren. In tiefer Trauer: Karl Rothermel, Stadtinspektor, z.Z. bei der Wehrmacht Marie Rothermel. geb. Schmidt Fritz Rothermel, Finanz-Oberinspektor, z.Z. im Felde Irmgard Rothermel, geb. Wagner, und Kinder Heinz Rothermel, Hauptmann u.Komp.-Führer, z.Z. I.Felde Anneliese Rothermel, geb. Heß, und alle Anverwandten. Gießen (Posener Str. 5), Frankfurt/M., Darmstadt,Dortmund,Recklinghausen, 4.Nov. 1942 Die Trauerfeier findet am Samstag, dem 7. November, um 11 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. 05643 ’BF Danksagung. Für die vielen Beweise WAMi aufrichtig.Teilnahme.dic uns in unserem TF1 groß. Schmerz bei dem Heldentod mein. geliebten,unvergeßlich.Mannes,unseres lieben Vaters, Sohnes.Bruders, Schwiegersohnes, Schwagers, Onkels u. Paten Heinrich Nachtigall, Schütze in einem Inf.-Regt., entgegengebracht wurden, danken wir auf diesem Wege herzlich. Besonder.Dank Herrn Pfarrer Schmidt,Treis,für die trostreichen Worte bei der Gedächtnisfeier. In tiefem Schmerz: Margarete Nachtigall, geb. Braun und Kinder, nebst allen Angehörigen. Daubringen, Londorf, Gießen, Frankfurt M. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns bei dem unsagbar schweren Verluste meines innigstgcliebten, herzensguten Mannes, unseres heben Papas, meines herzensguten Sohnes und Schwiegersohnes, unseres lieben Bruders. Schwagers und Onkels Ernst Schreiner, Uffz. in einem Jäger-Regiment, zuteil wurden, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Weisel für die trostreichen Worte bei der Gedächtnisfeier, mallen,die ihm die letzte Ehre erwiesen. In unsagbarem Schmerz: Frau Marie Schreiner und Kinder Inge und Elfriede 3353 D Karoline Schreiner Wwe., geb. Deibel; Familie Georg Börding; und alle Angehörigen Heuchelheim, Gießen-Wiescck, Krakau, im Nov. 1942. Für die liebevolle Anteilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Sibylla Rübsamen. Gießen, Horst-Wessel - Wall 38, den 5. November 1942. 05611 j Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes und Vaters, sowie für die Kranz- u. Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank; ganz besonders danken wir Herrn Dekan Sattler für seine trostreichen Worte am Grabe. In tiefer Trauer: Frau Katharine Völzel und Familie. Gießen-Wieseck, den 5. November 1942. KleineAu-eigen im Gießener Anzeiger werben von Tauieoden beachtet und gelesen. Mietgesuche Reichsbahn- Beamter sucht für sofort oder später 4-Zimin.-WohDUDg m.Badu.Zubeh. Schmidt, Löberstraße 15, bei Herdt. Studentin (verh. Frau) sucht zum Wintersemester frcundl. möbl. Zimmer Schr. Ang. unt. 05619 a.d.G.A. Student sucht gut möbliertes Zimmer mögl.m.Zentral- lieiz.u.sl.Wasser. Schr. Ang. unt. 05614 a.d.G.A. 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