|92. Jahrgang Nr. W3 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Siebener Aamilienblättei Heimat inlBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich. RM.1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Gietzeim Anzeiger Postscheck?l6g6 Äankf^M vrühlsche llniverfitätrdruckerri 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Tsassr- Dienstag, 5. Mai 19^2 Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 81/» Uhr desBormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Nvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüsseNiengenstanelK Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25% mehr Die britische Niederlage in Burma Alexander muß seine ermüdeten Männer von Gondertagung des neuen Reichstages. Tokio, 4. Mai. (Europapreß.) Auf Beschluß des Kabinetts wird der neugewählte japanische Reichstag mit Zustimmung des Tenno am 25. Mai Stockholm, 4. Mai. (Europapreß.) Als den größten Mißerfolg der Alliierten feit dem Verlust Singapurs empfindet man in London den Zusammenbruch des Widerstandes in Burma. Man ist sich in militärischen Kreisen Londons durchaus darüber im klaren, daß die Japaner nunmehr gute A u s- gangsstellungen für eine Operation gegen Indien gewonnen hätten. Weiter betrachtet man mit Sorge das Schicksal Chinas, das nun nahezu völlig von Materiallieferungen a b g e f ch n i t t e n ist. Man hält es in London auch für wenig wahrscheinlich, daß die Nordamerikaner in der nächsten Zeit imstande sein würden, den Chinesen größere Mengen von Kriegsmaterial zu liefern. „Manchester Guardian" schreibt: „Die Japaner haben ihren Feldzug in Burma jetzt fast gewonnen, obwohl unsere Truppen gute Verzögerungsaktionen geliefert haben, durch die Indien wertvolle vier Monate gewonnen hat, um seine Vorbereitungen zu treffen. Bevor neue Straßen gebaut sind, was einige Zeit in Anspruch nehmen wird, besteht zwischen Tschungking und den Briten und den Nordamerikanern nureineVerbindungaufdem Luftwege. Die Burmastraße, auf der viele Truppen zur Verteidigung Burmas gesandt wurden, ist abgeschnitten. Die Aufgabe unserer Truppen ist noch nicht beendet. Der härteste Teil wird noch der Rückzug über Berge und durch Wälder auf f a st unpassierbaren Pfaden sein. Wir müssen diesen schwierigen Rückzug genau verfolgen, denn Indien hat diese müden Soldaten noch nötig, wenn sie wieder ausgeruht sind, um seine eigene Verteidigung zu organisieren. General Das Votum des japanischen Volkes Von unserem Dr. Abs.-Korrespondenten. die Kriegserklärung strikt gehorcht, denn ohne diesen Geist der Treue des Volkes hätte keine noch so umfangreiche Propaganda der Regierung oder des Kandidaten-Empfehlungsausfchusses ein so befriedigendes Resultat erbracht, wie es der kleine Prozentsatz der Stimmenthaltungen von 17 o. H. erkennen läßt." zu einer auf zwei Tage berechneten außerordent- lachen Tagung zusammentreten. Die Sondertagung soll zu einer Kundgebung für den festen Entschluß der Regierung werden, in Zusammenarbeit mit dem Volk den Sieg zu erringen. Daneben steht das Schiffsbauprogramm' der Regierung zur Beratung. Innenminister Yuzawa dankte dem japanischen Volk für seine freudige Unterstützung bei der Durchführung der ersten Kriegswahlen und erklärte, daß die Abnahme der Stimmenthaltung deutlich die Entschlossenheit des japanischen Volkes bekunde, mit der Regierung bei der Schaffung einer Zentralverwaltung für eine Weiterführung des Krieges zusammenzuarbeiten. Er erklärte, daß die Wahl zahlreicher vollständig neuer Männer in den Reichstag, den Wunsch der Regierung vollkommen erfüllt hat, daß Japans Kriegsreichstag sich aus den fähigsten Köpfen.der Nation zusammensetzt und ein wirklicher Querschnitt durch die Bevölkerungsschichten des Landes darstellt. T o k i o , Mai 1942. Das ErgebnisderjapanischenReichs- tags wählen hat in allen wesentlichen Punkten den Hoffnungen und Erwartungen, die von den verantwortlichen Stellen daran geknüpft waren, entsprochen. Die Wahlbeteiligung von rund o3 v. H. der Wahlberechtigten stellt für japanische Verhältnisse einen Rekord dar und ist der beste Ausdruck für die Entschlossenheit der breiten Massen des japanischen Volkes, die auf eine siegreiche Beendigung des Krieges gerichtete Politik der Regierung auf Gedeih und Verderb zu unterstützen. Auch insofern kann die Regierung mit dem E r - g e b n i s dieser Wahlen zufrieden sein, als rund 81 v. H. der gewählten Kandidaten sind, welche von dem im Einvernehmen mit der Regierung bestellten Ausschuß der Thronstützungsbewegung empfohlen waren, während nur knapp 20 v. H. der neuen Abgeordneten auf Grund unabhängiger Kandidaturen in den Reichstag einziehen. Die gegenwärtige Wahl muß unter einem doppelten Gesichtspunkt verstanden werden. Sie war in erster Linie dazu bestimmt, den einmütigen Willen der Nation zur entschlossenen Fortsetzung und siegreichen Beendigung des Krieges zu bekunden. Dies ist eindeutig geschehen, da alle Gewählten, auch diejenigen, welche ohne Empfehlung der Thron- ftützungsbewegung die notwendige Stimmenzahl erhielten, ohne Vorbehalt hinter der Kriegspolitik der Regierung stehen. Daneben hat die Wahl aber auch die Bedeutung einer neuen Etappe im innerpolitischen Neuaufbau des japanischen Staates, der unter Fürst Konoye durch die Auflösung der alten parlamentarischen Parteien oinqeleitet wurde. Dieser zweite Gesichtspunkt tritt naturgemäß während der Dauer des Krieges etwas in den Hintergrund, aber er verdient im Hinblick auf die Zukunft doch Beachtung. Es ist dabei zu berücksichtigen, daß die Ablösung des liberalistisch-parlamentarischen Systems durch neue Formen der politischen Willensbildung sich in Japan nicht durch eine nationale Revolution, sondern in stufenweiser Entwicklung vollzieht, da Japan bisher soziale und innerpolitische Spannungen von solcher Schärfe, wie sie beispielsweise in Deutschland und Italien als Folge des ersten Weltkrieges bestanden, nicht aufzuweisen hat, vielmehr liegt in der geheiligten Tradition und von keiner Seite angetasteten Autorität des Thrones zugleich auch die Erklärung, weswegen der inner- politische Umbildungsprozeß in Japan nicht durch eine einheitliche Partei nach nationalsozialistischem oder faschistischem Muster getragen werden kann, sondern unter ft a a 11 i d) ct Anregung und den frischen und draufgängerischen japanischen Verstärkungen loslösen. Wenn ihm dies gelingt, so hat er sich unseren Dank verdient." Oer schlimmste Feind war die Malaria. Tokio, 4. Mai. (Europapreß.) Die ärgsten Feinde, die die japanischen Truppen auf ihrem Vormarsch durch Burma zu überwinden hatten, waren nicht Engländer oder Amerikaner oder Tschungkingchinesen, sondern Hitze, Mangel an Nahrungsmitteln und vor allem die in den burmanischen Flußtälern wütenden Tropenseuchen. In den Talkesseln Oberburmas mußten die Japaner häufig bei Temperaturen zwischen 50 und 55 Grad Celsius kämpfen und marschieren. In dieser Zeit bestand die Truppen- verpflegung wochenlang lediglich aus Reis und Sojabohnenpaste. Die Malaria tritt in Burma besonders bösartig auf, schlägt sich entweder auf das Herz oder das Gehirn und fijhrt in einem hohen Prozentsatz der Fälle binnen wenigen Stunden den Tod herbei. Wenn es den japanischen Sanitätsformationen trotzdem gelang, die Ausbreitung der Seuche in erträglichen Grenzen zu halten, so ist dies.ihrer ausgezeichneten Organisation zu danken sowie dem Umstand, daß trotz der schwierigen Nachschubverhältnisse die Belieferung der Truppe mit Vorbeugungs- und Heilmitteln gegen Pest und Malaria in ausreichendem Maße sichergestellt war. Kontrolle durchgeführt werden muß, also nicht von einzelnen führenden politischen Persönlichkeiten bestimmt wird. Insofern ist das in dem abgelaufenen Wahlgang erstmalig angewendete Empfehlungssystem für die Kandidaten durch einen von der Regierung maßgeblich beeinflußten Ausschuß der nicht Parteicharakter tragenden und selber außerhalb des Wahl- kampfes gebliebenen Thronstützungsbewegung und der ihr angeschlossenen Verbände ein interessantes verfassungspolitisches Experiment, welches allem Anschein nach durchaus erfolgreich war. Wenn in diesem Wahlgang die Einflüsse der offiziell aufgelösten politischen Parteien in manchem Wahlkreis noch nicht völlia ausgeschaltet waren, so ist es doch andererseiits sehr bezeichnend, daß — soweit sich bisher übersehen ließ — wohl über zwei Fünftel der Gewählten bisher dem Reichstag nicht angehört haben, also völlig frei von jeder liberalistisch-parla- mentarischen Tradition sind. Da auch von den wiedergewählten Abgeordneten auf jeden Fall nur der kleinere Teil die alten parteipolitischen Anschauungen noch nicht völlig überwunden-hat, sind die an. den ehemaligen politischen Formen hängenden alten Elemente im neuen Reichstag mit Sicherheit in eine hoffnungslose Minderheit gedrängt. Man kann da- nüt rechnen, daß sie in Zukunft auch den letzten Halt in der Wählerschaft verlieren wexden. Ein interessanter Zug des Wahlergebnisses ist die große Zahl der entschiedenen Nationalisten, die in den neuen Reichstag einziehen, wie z. B. der bekannte Führer der Tohokai-Partei, Seigo Na- k a n o , und der frühere Botschafter in Rom Toshio Shiratori, sowie die ebenfalls beträchtliche Anzahl ehemaliger Militärs aller Dienstgrade aus Heer und Marine unter den neuen Abgeordneten. Zu diesen gehört Generalleutnant Nobutaka Shi - öden, der entschlossenste Bekämpfer jüdischer und freimaurerischer Einflüsse in Japan, und es ist wohl bemerkenswert, daß er von allen gewählten Kandidaten im ganzen Lande mit 76 000 die höchste SkimmeiMhl auf sich vereinigen konnte, eine Zahl, welche in der japanischen Parlamentsgeschichte überhaupt einen Rekord darstellt. Im Sinne des Vorhergesagten sind die Kommentare der japanischen Presse zu den Wahlergebnissen zu verstehen. So sagt beispielsweise „Asahi", daß das Wahlergebnis nicht so sehr der Ausdruck für die Billigung einer konkreten Politik fei, vielmehr habe das Volk damit zu erkennen gegeben, daß es die politische Entwicklung im allgemein abstrakten Sinne der Einsetzung eines auf die Stützungsbewegung des Thrones verpflichteten Reichstages billige. Das Volk habe nicht gewählt, um dieses oder jenes Kabinett zu stützen, sondern aus dem patriotischen Motiv der aus vollem Herzen kommenden Unterstützung der Kriegspolitik. „Asahi" fährt dann fort: „Man kann nicht erwarten, daß die Beurteilung der Führung, soweit sie sich auf die Durchführung des Großostasienkrieges bezieht, und die Beurteilung der politischen Führung mit Bezug auf die Schaffung eines wirklich im Geiste der Thronstützungsidee wirkenden Reichstages stets über« einstimmen. In dieser Beziehung sollte man wohl bedenken, daß die gegenwärtigen erfolgreichen Wahlergebnisse ausschließlich der Tatsache zuzuschreiben sind, daß das Volk dem kaiserlichen Reskript über Englands afrikanische Besitzungen auf sich selbst gestellt. Vigo, 5. Mai. (DNB. Funkspruch.) Ein Aufruf, den der britische Versorgurlgsminister Oliver Lyt- t e 11 o n über den Rundfunk an die afrikanischen Kolonien zur Steigerung ihrer eigenen Produktion richtete, hat die Aufmerksamkeit der englischen Öffentlichkeit auf die großen Schwierigkeiten gelenkt, vor die die afrikanischen Besitzungen durch die wachsende Schiffsverknappung gestellt werden. Lyttelton wies darauf hin, daß die Kolonien Nahrungsmittel und F e r ti g f a b r i f a t e, die sie früher aus anderen Empireteilen bezogen, in Zukunft selbst h erst e l l en müßten, da Schiffe für derartige Transporte nicht zur Verfügung gestellt werden könnten. So z. B. fei es nicht möglich, wie bisher Reis aus Indien oder Burma zu verfrachten. Völlig abgefchnitten fei die Zufuhr von Kautschuk. Aufgabe der Kolonien sei es, auf diesem Gebiete wenigstens einiaermaßen Ersatz zu schaffen und die große Lücke auf dem Gebiete der Rohstoffversorgung des Empire, die durch den Verlust Ma- layas entstanden sei, schließen zu helfen. Die Dersorgungslage Südafrikas ist durch den Mangel an Schiffsraum von Monat zu Monat schwieriger geworden. Abgesehen von den Auswirkungen, die der Verlust der ©ummiqueüen Malayas und Niederländisch-Jndiens auf den Autoverkehr gehabt hat, steigen die Preise wichtiger Bedarfsmittel infolge der zunehmenden Verknappung immer mehr an. Diele Bedarfsartikel sind nur noch unter großen Schwierigkeiten zu erhalten. Das gleiche gilt für viele Lebensmittel. Der Kapstadter Korrespondent der „Times" weist darauf hin, daß infolge des weit verbreiteten Analphabetentums die Ausgabe von Rattonierungskarten bisher nicht möglich war. Infolgedessen mache das Derteilungssystem die größten Schwierigkeiten. Die Nahrungsmittellage würde weiter verschärft durch die anhaltende Dürre der letzten Monate sowie durch Ankäufe der britischen Heeresverwaltung für die Empire-Truppen in Indien und im mittleren Orient Dersorgungsnöie auch im Rahen Osten. Genf, 4. Mai. (DNB.) Die Londoner „Daily Mail" bringt einen Bericht ihres Korrespondenten in Kairo über die Lebensverhältnisse im Nahen 6 ft e n. UeberaU schnalle man den Bauchriemen enger. Die Rationierungsmaßnahmen würden ständig verschärft. So gebe es immer kleinere Portionen Zucker und Mehl. Weißbrot sei aus den Läden Aegyptens völlig verschwunden. Man habe auch dazu übergehen müssen, wöchentlich drei aufeinanderfolgende fleischlose Tage einzurichten. Von amerikanischen und australischen Erzeugnissen, die früher in allen Kaufhäusern in reichhaltigem Maße zu sehen gewesen seien, bemerke man fast gar nichts mehr.Ueberall stoße man auf den Schwarzhandel. Die Preise schnellten in die Höhe, so daß selbst die Offiziere alle Mühe hätten, mit ihrem Geld auszukommen. Die Mietpreise für Wohnungen hätten astronomische Ziffern erreicht. Diebstähle seien an der Tagesordnung. Jeder, der noch über einen Kraftwagen verfüge, müsse ständig acht geben, daß ihm die Reifen nicht vom Wagen abmontiert und gestohlen würden. Das Diebesgut werde durch die Kanäle des Schwarzhandels abgesetzt. Oie Gptt. in Iran. Ankara, 5. Mai. (Europapreß.) Nach einem Bericht aus Teheran hat die GPU. in den von sowjetrussischen Truppen besetzten iranischen Gebietsteilen, aber auch darüber hinaus in den britischen Einflußzonen längs der Grenze von Belutschistan und im südiranischen Oeldistrikt eine umfassende Spitzel -und Terror-Organisation aufgebaut, die gegen iranische Persönlichkeiten und Organisationen angesetzt ist, aber auch mit britischen „Vertrauensleuten" schon heftige Zusammenstöße hatte. In Teheran hat das Zentralkomitee der GPU. seinen Sitz. Präsident ist der ehemalige sowjetrussische Generalkonsul in Mesched, A p r e s s o w. Während der letzten drei Monate kommen auf das Konto der GPU. 27 Fälle von Verschleppungen bekannter iranischer Politiker sowie dreizehn Morde. Folgen der Ll-Boot-Blockade. Neger zum Schiffsdienst gepreßt. Lissabon, 4. Mai. (Europapreß.) Die Frage der Bemannung der nordamerikanischen Handelsschiffe ist immer mehr zu einem Problem geworden. Infolge der wachsenden Gefahren für die USA.-Schisfahrt durch den U-Bootkrieg weigern sich die wenigen noch zur Verfügung stehenden Besatzungen oft, auf den gefährdeten Schifffahrtsrouten zu fahren. Deshalb haben nun die Kriegsmarinebehörden die Lösung des Bemannungsproblems in die Hand genommen und versuchen Neger als Besatzungen anzuheuern. Da die Behörden aber auch hier auf Schwierigkeiten stoßen, gehen sie mit allen möglichen Druckmitteln vor und schrecken sogar nicht vor Prügeln und Fesselung der Schwarzen zurück, um sie dadurch zum Dienst auf den Handelsschiffen, vor allem auf den Tankern zu pressen. Der britische Hafen St. Johns auf Neufundland ist geradezu verstopft mit britischen und nordamerikanischen Schiffen, die entweder aus Furcht vor möglichen U-Boot-Angriffen hierher geflüchtet sind oder nach Angriffen in beschädigtem Zustand hier Zuflucht gesucht haben. Darunter befinden sich mehr als 60 beschädigte britische und USA.-Handels- schiffe, die wegen der Uebersüllung der nordameri- kanischen Wersten an der Ostküste des Atlantik in Was der Sauer jetzt leistet. Von Bauer Gustav Behrens, Reichsobmann des Reichsnährstandes. NSK. In den vergangenen Wochen sind verschiedentlich besondere Aufrufe an die Landbevölkerung über Rundfunk und Presse erlassen worden. Diese Aufrufe, die zunächst der Verbesserung der Kartoffelversorgung, der Großverbrauchergebiete dienten, führten später über zu Anweisungen, um die entstandenen Auswinterungsschäden auszugleichen und zu überwinden. An diesen hat auch die städtische Bevölkerung erkannt, daß die Landwirtschaft vor wichtigen Aufgaben stand, die in zeitlich kürzester Zeit bewältigt werden mußten. Tatsächlich hat nicht nur der vergangene überaus starke Winter, sondern die Folge der letzten drei Winter Witterungsbedingungen gebracht, wie sie in dieser Art seit vielen Jahren unbekannt waren. Die Frostperioden waren im Winter 1941/42 sogar noch schärfer und länger als in dem Winter 1939/40. Der Frost trang tiefer in den Boden ein und erschwerte so in diesem Frühjahr die rechtzeitige Inangriffnahme der Frühjahrsarbeiten, zumal die Kälte bis in den April hinein anhielt. So konnten auch in diesem Jahre die Frühjahrsbestellungsarbeiten erst mit etwa vierwöchiger Der- s p ä t u n g ausgenommen werden, weil das Wetter es nicht anders gestattete. Diese Verspätung bedeutet für die Landwirtschaft eine zusätzlich ungeheure Arbeitsbelastung. Aecker und Felder müssen und werden in jedem Fall bestellt. Die verlorene Zeit muß durch zusätzliche Arbeitsstunden, wenn es fein muß auch durch Nachtarbeit und Sonntagsarbeit, wieder ausgeholt werden. Es ist im nationalsozialistischen Deutschland immer schon so gewesen, daß die Erkennung eines Notstandes auch die entsprechenden Maßnahmen zur Abwehr ausgelöst hat. Das gilt in diesem Falle genau so für die Ernährungswirtschast. Die gestellten Ausgaben werden gelöst und die Stabilität unserer Nahrungsversorgung unter allen Umständen aufrechterhalten. Von besonders schädlicher Wirkung war vor allem die Auswinterung während der vergangenen Monate. Nun wissen sehr viele Volksgenossen mit der Auswinterung nicht viel anzufangen, sie können sich unter diesem Begriff wenig vorstellen. Es handelt sich dabei um die Vernichtung der im Herbst in den Boden gebrachten Saaten und der Keimlinge durch den Frost. Dieses Absterben der Pflanzen in den Spätherbst-, Winter- und Frühjahrs- Monaten 1941/42 ist aus folgende Ursachen zurück- zuführen: Auf die scharfen Ostwinde, verbun« den mit sehr erheblichen Kältegraden im November vergangenen Jahres. Hierdurch haben vor allem die Roggenbestände auf den leichten Böden gelitten; auf die Kahlfröste im Januar dieses Jahres, die bis zu minus 25 Grad Celsius heruntergingen, ohne daß die Saat durch die geringfte Schneedecke geschützt mar; auf den starken Wechsel zwischen der durch die Sonnenbestrahlung am Tage hervorgerusenen Wärme und den sehr erheblichen Nachtfrösten während der Zeit von März bis Ende April. Durch diese Nachtfröste wird das Getteide hochgesroren und abgerissen. Die Wirkung wurde verschärft durch austrocknende Ost winde und Mangel St. Johns auf die Gelegenheit warten, wieder in- standgesetzt zu werden. 15 britische Läger abgeschvffen Neue britische Niederlage am Kanal. Berlin, 4.Blai. (DNB.) Als am Montag kurz nach 10 Uhr britische Bombenflugzeuge in Begleitung von über 50 Spitfires über der französischen Küste einzustiegen versuchten, wurden sie am wolkenlosen Himmel bei klarer Sicht von d e u t- chen Jagern gestellt. Innerhalb von fünf Minuten fielen dem Angriff unserer Jagdflieger ieben Spitfires-zum Opfer.. Die meisten stürzten vor Le Havre in den Kanal. Flakgeschütze der Küstenbatterien brachten eine weitere Spitfire nördlich Cherbourg zum Absturz. Am Nachmittag unternahmen britische Jäger einen Vorstoß, den über 50 Spitfires ausführten. Ueber dem Kanal stellten unsere Jäger die Spitfires. In einer erbitterten Luftschlacht wurden abermals innerhalb von fünf Minuten sieben Spitfires abgefchoffen. Dann drehten die britischen Jäger wieder zur englischen Küste ab. Nur zwei deutsche Jäger kehrten aus diesem Kampf nicht zurück. Das Bitterkreuz für vorbildliche Tapferkeit. Berlin, 1. Mai. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz an: ^-Obersturmführer Wilfried Richter, der als Führer einer Sturmgeschütz- Batterie einer ^-Division seit Mitte März mit einer Kompanie eine stützpunktartig ausgebaute Ortschaft gegen starke bolschewistische Angriffe, die mit Artillerie-, Flieger- und Panzerunterstützung geführt wurden, verteidigte. Als 10 Panzer in den Ort ein- gedrungen waren, trat er sofort zum Gegenstoß an. Nach Vernichtung von 5 Sowjet-Panzern wurde der Feind zurückgedrängt. Der Stützpunkt, ein wichtiger Eckpfeiler in unserer Abwehrfront, blieb fest in eigener Hand. * Der Führer verlieh ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz an Stabsfeldwebel Weigel, der als Flugzeugführer in einem Sturzkampfgeschwader in bisher 169 Einsätzen gegen die Sowjetunion über zchn Flak bat« terien und 20 Artilleriestellungen vernichtete, Treffer auf Brücken, Brückenköpfen, mehrere Transport- und Munitionszüge sowie Panzerbereitstellungen er.sielte und dadurch der kämpfenden Truppe große Entlastung verschaffte. lungen ist, das angefürbert« Saatgut zur Verfügung zu stellen. So ist vom Reichsnährstand alles getan worden, um die Widrigkeiten der Natur zu überwinden und die entstandenen Schäden auszugleichen. Die durch die Auswinterung verursachten Verluste können ausgeholt werden. Auch dünn stehendes Getreide kann gute Ernte bringen. Allerdings wird dann ein stärkerer Arbeitseinsatz notwendig sein, denn derartige Getreideschläge verlangen eine intensive Unkrautbekämpfung, überhaupt umfangreiche Pflegearbeiten. Das Landvolk wird jedoch auch diese Mehrarbeit gern auf sich nehmen, um die Launen des Wetters zu überwinden. Die Tatkraft der Bauern und Landwirte, der Gefolgschaft und vor allem der Landfrauen hat in den bisherigen Kriegsjahren so hervorragende Erfolge erzielt, daß es ihnen auch vor der neuen Lage nicht ängstlich zu sein braucht. Mit verbissenem Willen ist in diesen Wochen die Arbeit ausgenommen worden. Möge die deutsche Verbraucherschaft aus diesen Vorgängen aber auch erkennen, tüte nok- s wendig diszipliniertes Verhalten im Hinblick auf den Lebensmittelverbrauch ist und wie dringend nötig auf der anderen Seite die Arbeitskräfte fürdas Land sind. Wo an irgeneiner Stelle, und sei es auch nur im kleinsten Maßstab, zusätzliche Arbeit für die Landwirtschaft geleistet werden kann durch freiwillige Landhilfe und dergleichen, da sollte keine Minute gezögert werden. Niemand sollte vergessen, daß die Bewältigung der Frühjahrsarbeiten entscheidend ist für den Ausfallder Ernte! So ist auf breitester Front der neue Abschnitt der Erzeugungsschlacht begonnen worden. Der Erfolg wird so wie in den vergangenen Jahren auch diesmal nicht ausbleiben. Alle Voraussetzungen dazu sind geschaffen. Sollten unsere Gegner — die unter denselben ungünstigen Verhältnissen leiden — glauben, Deutschland könne doch noch ausgehungert werden, dann werden sie aufs neue eine bittere Enttäuschung erleben. Die deutschen Erfolge ans der Murmansk-Route. Die Sowjets rufen nach Rüstungshilfe. Sie können sie gar nicht schnell bekommen. Darum gehen jetzt Geleitzüge den gefährlichen Weg um das Nordkap herum nach Murmansk oder Archangelsk, obwohl der Weg über den Persischen Golf und das iranische Hochland gefahrloser ist. Dieser südliche Zufuhrweg ist aber sehr zeitraubend. Die Sowjets haben keine Zeit. Deutsche U-Boote, Zerstörer und Flieger liegen im hohen Norden sprungbereit, um diese Geleitzüge zu treffen. Schon Ende März kam es zu einem Seegefecht, wobei ein britischer Kreuzer der Städte-Klasse von einem Torpedotreffer erwischt wurde. Die Geleitzüge sind stark gesichert. Diesmal ist, wie der Wehrmachtbericht mitteilt, ein ähnlicher Erfolg erzielt worden: Ein britischer 10 000-Tonnen- Kreuzer ist gesunken, mehrere feindliche Zerstörer wurden schwer beschädigt. Ende März ging ein deutscher Zerstörer verloren: diesmal trug ein deutscher Zerstörer bei dem Kampf gegen die überlegene feindliche Sicherung größere Beschädigungen davon. Insgesamt sechs Dampfer mit zusammen 37 500 BRT. konnten versenkt werden. Jedes Mal war es nicht nur ein Kampf gegen starke feindliche Kampfgruppen, sondern auch gegen turmhohen Seegang und Vereisung. Das nördliche Eismeer, das dem Pol so nahe liegt, ist an sich ein Ort, wo der Windgott seine Schläuche öffnet. Ein anderes kommt hinzu: Bis hierher reicht das Wasser des warmen Golfstromes. Hier vermischt es sich mit polaren Strömungen. Aus diesem Zusammentreffen entstehen schwere Nebelbildungen, die bei Kälteeinbrüchen Schiffe und Flugzeuge, auch Kombinationen mit dicken Eisschichten überziehen. Der Kampf unserer Matrosen und Flieger will auch unter diesem Gesichtspunkt bewertet werden. Oer Gefechtsverlauf. Berlin, 4. Mai. (DNB.) Der Feind hatte in den letzten Tagen unter Ausnutzung besonders schlechten Wetters versucht, einen G e l e i t z u g nach Murmansk zu bringen und einen anderen von dprt a b z u h o l e n. Die steigende Bedrohung der Murmansk-Route hatte die britische Admiralität veranlaßt, die Sicherung erheblich zu verstärken. Eine Kampfgruppe aus zwei Schlachtschiffen, einem Flugzeugträger, drei Kreuzern und mehreren Zerstörern, hatte eine Ausnahmestellung im Nördlichen Eismeer bezogen. Die örtliche Sicherung der beiden Geleitzüge erfolgte durch Kreuzer, mehrere Zerstörerflottillen und eine große Zahl von Korvetten. Nachdem deutsche U-Boote Fühlung mit einem der Geleitzüge ausgenommen hatten, führte das Boot des Kapitänleutnants T e i ch e r t einen kühnen Angriff auf den größten Geleitkreuzer von 10000 Tonnen durch. Es herrschte schwerer Seegang und Sturm, der in Böen die Windstärke 9 erreichte. Schlechte Sicht und Regen erschwerten in der Nähe der Eisgrenze die Angriffsmöglichkeiten. Trotzdem gelang es dem Boot, aus kurzer Entfernung z w e i. Torpedotreffer zu erzielen. Der Kreuzer wurde schwer beschädigt, geriet in Brand und zeigte sofort starke Schlagseite. Vier britische Zerstörer eilten zur Hilfeleistung herbei. Andere U-Boote schossen aus dem Geleitzug einen Munitions- d a m p f e r von 6500 BRT. heraus und beschädigten einen weiteren durch Torpedotreffer. Auch dieses Schiff dürfte bei dem hohen Seegang seinem Schicksal nicht entgangen sein. Am nächsten Tage gewannen deutsche Zerstörer Gefechtsfühlung mit vier britischen Zerstörern, die einen in der-Nähe der Eisgrenze steuernden Geleitzug vergeblich zu sichern suchten. Die deutschen Zerstörer stießen durch und versenkten im Artillerie, und Torpedoeinsatz zwei Transportschiffe mit zusammen 12000 BRT. Trotz weiter verschlechterter Wetterlage stießen die deutschen Zerstörer am dritten Tage auf vier b r i t i s ch e Z e r st ü r e r, die den Schutz des schwer beschädigten Kreuzers übernommen hatten, und gingen zum Torpedoangriff vor. In einem heftigen Artilleriegefecht brachten sie zwei feindlichen Zerstörern schwere Beschädigungen bei. Ein eigener Zerstörer wurde schwer getroffen. Pulverqualm und Sprengwolken mischten sich mit der künstlichen Nebelwand, mit der die feindlichen Zerstörer den Kreuzer zu schützen suchten. Als der Sturm die Sicht geklärt hatte, war der Kreuzer untergegangen, und Wrackstücke bedeckten das Kompffeld. Kampfflugzeuge trafen trotz heftigem Abwehrfeuer der Flakgeschütze vier große Frachtschiffe. Nach wenigen Minuten waren drei Handelsschiffe von 8000 BRT., 6000 BRT. und 5000 BRT. gesunken. Ein weiteres von 6000 BRT. wurde schwer beschädigt. Oer Wehrmachiberichi. DNV. Aus dem Führerhauptquartier, 4. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m mittleren Abschnitt der Ostfront wurde ein eigenes örtliches Angriffsunternehmen erfolgreich durchgeführk. 3n Lappland und an der 2U u r m a n* front wurden erneute Angriffe des Gegners ab- gewiesen. 3m Nördlichen Eismeer haben Unter- und Ueberwafferstreltkräfte der Kriegsmarine im Zu- fammenwirken mit Verbänden der Luftwaffe feind» liche Geleitzüge, die durch starke Kampfgruppen gesichert waren, in lagelangen Angriffen bei Sturm, hohem Seegang und Vereisung bekämpft. Dabei hat ein Unterseeboot unter Führung des Kapikänleuk- nanks T e i ch e r t zwei Torpedokreffer auf einen britischen 1 0 0 00 - T o n n en - K r euz er erzielt, der bewegungslos liegen blieb und später g e - funken ist. Eine deutsche Zerstörerflot- t i l l e nahm den Kampf gegen die überlegene feindliche Zerstörersicherung auf und beschädigte hierbei mehrere feindliche Zerstörer schwer. Ein deutscher Zerstörer trug größere Beschädigungen davon. Aus einem der feindlichen Geleitzüge wurden zwei Dampfer von zusammen 12 000 BRT. durch Zerstörer torpediert. Wit dem Untergang der beiden an Regen. Unter dtese-n Witterungsverhältnissen haben vor allem die Weizenbestände Mitteldeutschlands gelitten. Beim Brotgetreide sind größere Aus- winterungsschäden zwischen Weser und Oder entstanden, also in Gebieten, die in normalen Jahren nur wenig unter der Auswinterung zu leiden Haden. Die treten haben, bewerben sich unt. 1465V an den Gieß. Anz. Für In- und Ausland Wadiposten gesucht unter günstigstenBedingungen. Schriftliche Bewerbung an den Bielefelder Heimschutz, Bielefeld ------------- 1475 V ZIGARETTEN MILDE SORTE MEMPHIS DRITTE SORTE NIL <äusIria> Nehmen Sie das altbewährte Mittel zur inneren Reinigung, aber nur die geschmack- und geruchfreien Knoblauch-Beeren „Immer jünger" Sie enthalten reinen Knoblauch in hoch« angereicherter Form, sind leicht löslidv' gut verdaulich und vorzüglich einzunehmen. 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Allen, die uns zum Heldentod unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen Pfarrer Wilhelm Müller, Sanitätsunteroffizier in einer Panzerjägerabteilung, durch Briefe, Blumen und Kranzspenden ihre Teilnahme bekundet haben, sagen wir herzlichen Dank. ttjM (fahrbar), 51t verkaufen. [02005 Preis RM. 10. Sonnenstr. 1311 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil- nähme bei dem uns so schwer betroffenen Verlust durch den Heldentod unseres innigstgeliebten,unvergeßlichen Sohnes, unseres herzensgutenBruders,heißgeliebt. Neffen und Paten Hans Engel, Gefreiter in einem Inf.- Regt., sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. In tiefem Leid: Familie Franz Lugs! nebst allen Angehörigen. Gießen, den 5. Mai 1942. Das feierliche Seelenamt findet am Mittwoch, 6. Mai Bekanntmachung. Nachstehend bringe ich die amtliche Bekanntmachung über die Bodenbenutzungserchebung 1942 zur öffentlichen Kenntnis. 1456C Gießen, den 1. Mai 1942. Der Oberbürgermeister. I. B.: Nicolaus. Am 3. Mai verschied nach kurzer Krankheit unser lieber Vater, Großvater, Urgroßvater und Schwager Bäckermeister i.R. Eduard Noll Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Eduard Noll, Darmstadt Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. Mai, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 02064 7 Unerwartet und tieferschüttert erhiel- WNM ten wir die schmerzliche Nachricht, daß unser einziger, lieber, hoffnungsvoller unvergeßlicher Sohn, unser guter Bruder Gefr. Ewald Hermann Lenz Kriegsfreiwilliger Gruppenführer in einer M.G.K., Inhaber des E. K. II, des Infanterie- Sturmabzeichens und des Verwundeten-Abzeichens, an seiner schweren Verwundung in einem Kriegslazarett im Osten im fast vollendeten 21. Lebensjahr gestorben ist. Seine letzte Ruhestätte fand er auf einem Heldenfriedhof. Sein Leben war Liebe, Kampf und Aufopferung bis zum Tode. In stiller Trauer : Familie Wilhelm Lenz II. Hörnsheim, im Mai 1942. Die Gedächtnisfeier findet am Sonntag, dem 10. Mai, um 14 Uhr statt. Dienstag, den 5. Mai 18.30 bis 22 Uhr: 31.Dienstagmiete u.HalbmieteB G.Festabend dram.Bühnenkunst Don Juan und Faust Tragödie von Christian Dietrich Grabbe. Preise von 0.60 bis 3.10 RM. 1440 D Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueber- landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom- und Gasgelder noch innerhalb der nächsten 8 Tage ohne kosten an die Kasse der Stadtwerke Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 27707 oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueberschreiten des Zahlungstermins müssen die Beitreibungskosten berechnet und entrichtet werden. Bom 15.7Nai 1942 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat Alärz 1942 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Die Kosten der Strom- und Gassperre gehen zu Lasten der Säumigen. 1467A Gießen, den 1. Mai 1942. Stadtwerke Gießen. für 4 bis 6 Vormitt. wöchentlich Statt Karten! Heute entschlief sanft unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Anna Weife, geb. Klingelhöffer im 78. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Hedwig Schad, geb. Weiß; Werner Weiß; Dr. Rudolf Schad; Helene Weiß, geb. Hartmann Groß-Gerau, den 5. Mai 1942. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. Mai 1942, .nachmittags 3 Uhr, in Hungen; vom Portale des Friedhofs aus statt. — Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. - __1483D Amtliche Bekanntmachung. Bodenderrutzunqerhedung 1942. Auf Anordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft ist im Mai 1942 wie alljährlich eine Bodenbenutzungserhebung durchzuführen, bei der gleichzeitig auch der Bestand an ertrags- fühigen Obstbäumen ermittelt wird. In der Zeit vom 29. April bis 2. Mai 1942 erhält jeder Betrieb mit einer Bodenfläche von 0,50 und mehr Hektar — Erwerbsgartenbaubetriebe (hierzu gehören auch Erwerbsobstbaubetriebe) auch unter Ö,50 Hektar — vom Oberbürgermeister 1 Betriebskarte und 1 Betriebsbogen (Drucksache Bo 1) zunächst zur Feststellung und Eintragung der Be- triebssläche auf Seite 1 des Betricbsbogens. Diese beiden Erhebungsoordrucke sind bis zum 11. 2TIai dem Oberbürgermeister zurückzugeben. Nach ihrer Prüfung durch den Oberbürgermeister erhält der Betriebsinhaber am 19. Mai den Betriebsbogen zur Ausfüllung der Seiten 2 bis 4 des Vordrucks zurück. Der Betriebsbogen ist sorgfältig auszufüllen und spätestens am 26. Mai 1942 an den, Oberbürgermeister zurückzugeben. Betriebsinhaber, die am 19. Mai 1942 den Betriebsbogen noch nicht erhalten haben, müssen ihn vom Oberbürgermeister sofort anfordern. Die Betriebsinhaber oder ihre Vertreter sind nach der Verordnung über Auskunftspflicht vom 13. Juli 1923 (Reichsgesetzblatt I, Seite 723) gesetzlich ver- pstichst, die erforderlichen Angaben zu machen. Alle an der Erhebung beteiligten Personen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Bodenbenutzungserhebung bildet die Grundlage für wichtige Maßnahmen zur Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes. Es wird' deshalb erwartet, daß olle Beteiligten ihre Betriebsbogen wahrheitsgemäß und sorgfältig ausfüllcn und pünktlich an den Oberbürgermeister zurückgeben. Die Angaben der einzelnen Betriebsinhaber werden stichprobenweise kontrolliert. Falsche Angaben werden gegebenenfalls streng bestraft. Darmstadt, den 15. April 1942. Der Direktor des Hessischen Lande sstati tischen Amtes. Dr. Lind. | Kaufgesuche [ Klaviere Flügel gegen bar gesucht R. Schönau Bahnhofstr. 76 Tel. <1269. 45qD alle lästig. Haare Lebcrstcckcn Pickel/Sommerspross. usw. entf. u. Gar. kür immer Fran B. Gulden seit1935Fr.W.Henkel Am Riegelpfad 32 Svrechstund.jetzt ülittwochs,Gießen 9-17 Uhr dnrehg. 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Der Oberbürgermeister der Stadt Giehem Ernährungsamt Abt. B. Wo wilosclien Sie Ihr eigenes Haus? Wahrscheinlich haben auch Sie sich schon an einem schönen Fleckchen Erde Ihr Haus gewünscht. Meist scheitert der Wunsch an den Mitteln für den Bau. Und doch ist die Erfüllung für Sie möglich. — Haben Sie schon von dem ,.Deutschen Bausparen“ gehört? — Schreiben Sie um kostenlose Aufklärungsschriften an die Deutsche Bausparkasse D B 8 Darmstadt, Heinrichstraße 2. 1484 V Schwarzes SeWenileW neu, Gr. 46, für ältere Dame, zu verkaufen. Preis RM. 45,—. Sehr. Ang. unt. 02051 a.d.G.A. MeineAnzeigen m Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelelen. Goethe-Bund und Kulturelle Vereinigung Aus Aniah der Woche für Kunst und Literatur 1942 der Universitätsstadt Giehen 1 Freitag, den 8. Mai 1942, abends 7.15 Uhr, in der Neuen • Aula der Universität Feierstunde: Musik und Dichtung. Es spricht: Oberreglernngsrat Dr. Rudolf Erckmann von der Abteilung Schrifttum des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda über Das Lied in der Dichtung der Zeit. Es liest aus eigenen Werken: Friedrich Bischoff. Es spielt das Drumm-Quartett v. Landestheater Darmstadt 2 Sonntag, den 10. Mai 1942, ab nachmittags 5 Uhr, in • den Räumen des Gesellschaftsvereins, Sonnenstraße. Schlufeveranstaltung: Getanzte Musik Tanzgastspiel der bekanntenTanzscfaWestern Lisi und Sybille Spalinger Solotänzerinnen des Deutschen Opernhauses Berlin und der Oper Graz. Heitere Tänze grober Meister. Eintrittskarten zur Feierstunde: Die Mitglieder des Goethe-Bundes, der Kulturellen Vereinigung und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde haben gegen Rückgabe des Gutscheins bei der Musikalienhandl. Cha liier bis spätestens 6. Mal bis zu 2 Plätzen freien Eintritt (G.B.-Kontr.- Abschn. Nr. 3, K.-V.-Kontr.-Abschn. Nr. 9, Ges. f. E. u. V.- Koutr.-Abschn. Nr. 9). Ebenso erhalten die Mitglieder des Konzertvereins gegen Vorzeigen ihres Mitgliedsausweises bis zu 2 Karten im Vorverkauf freien Eintritt. Nichtmitglieder erhalten im Vorverkauf Karten" zum Preise von RM. 1.25. Die Mitglieder der NS.-Frauenschaft, des VDA. und des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat erhalten bei der Musikalienhandlung Challier ermäßigte Platzkarten zum Preise von RM. 0.75. die Angehörigen des Veranstaltungsringes der HJ. zu RM. 0.40, Studenten und Militär und die übrigen HJ.-Angehörigen zu RM. 0.50. Eintrittskarten zur Schiubveranstaltung im Klubt Die Mitglieder des Qoethe-Bundes und der Kulturellen Vereinigung haben gegen Rückgabe des Gutscheins bei der Musikalienhandlung Challier bis spätestens 8. Mai bis zu 2 Plätzen freien Eintritt, (G.-R.-Kontr.-Abschn. Nr. 4, K.-V.-Kontr.- Abschn. Nr. 10). Zusatzkarten zum Preise von RM. 2.00. Nichtmitglieder erhalten im Vorverkauf Karten zum Preise von RM. 3.00. Die Mitglieder des Konzertvereins und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde erhalten im Vorverkauf bei der Musikalienhandlung Challier ermäßigte Platzkarten zum Preise von RM. 1.00, Studenten u. Militär zu RM. 1.50. Es wird besonders darauf hingewiesen, dab im Klub artf Saal- GießenerKönzertring 1941|42 Donnerstag, 7. Mai 1942, 19 Uhr, im Theater 11. Platzmiete-Konzert Gruppe A Nr. 5 ILJubiläumskonzert Chorkonzert Bach - Beethoven - Bruckner Eintrittskarten: RM. 1.55, 2.05, 2.80 und 3.55 im Musikhaus Challier (Fernruf 2671) und in der Kartenverkaufsstelle der NS.- Gemeinschaft Kraft durch Statt Karten. Danksagung. Für die zahlreichen wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verlust unseres lieben Entschlafenen sagen wir unseren lieben Kunden, Bekannten und Verwandten unseren innigsten Dank. Besonders danken wir Herrn Dekan Sattler für seine trostreichen Worte am Grabe, den Schulkameraden, der Sängervereinigung u. den Mitgliedern d. Milchverwertungs-Genossenschaft. Christine Dapper und Kinder, Gießen-Wieseck, den 4. Mai 1942. __1461D iSöfnlfffei- öerMM z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 02059 a.d.G.A. Weißer MUMM z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02063 an den Gieß. Anz. Für zwei Betten 90x180 cm, zu kauf, ge'., a.einz. Desgl. kleinerer Waschtisch. Schr. Ang. unt. 02067 a.d.G.A. Gut erhaltener Rinder- (noriwosen z. kaufen gesucht. Schwartz, Bleichstraße 27, Gartenb. [02074 [Verschiedenes] Eine gelbe, hochtragende Fahrkuh z. verk. in.fnovD Eberstadt, Adolf-Hitler- Straße Nr. 19. Englischer Wn-Setfer 5 Mon. alt, in gute Hände zu verkaufen. [02049 Svrudeldrogerie Bad-Nauheim, Telephon 2184. Gut erhaltenes Motorrad Marke „Ardie", PreisRM.200,-, zu verkaufen. Schr. Ang. unt. 02050 a.d. G.A. Einen Hingen ZU verkaufen zu 110,- NM. 02066 Alten-Buseck, Angerstr. 11. Meines, transvortableS MlenWS vreisw. zu verk. Preis RM. 58,-. Schr. Ang. unt. 02056 a.d. G.A. 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Mit langem Kochen, mit Reiben und Bürsten ist eine große, Wäsche nicht mehr sauber zu bringen, weil die zugeteilte Menge an Waschpulver viel zu gering ist. Viel mehr muß der größte Teil des anhaftenden Schmutzes aus der Wäsche bereits g e l ö st sein, bevor sie überhaupt in den Waschkessel kommt. Und das kann nur durch gutes und langes Einweichen geschehen. Am besten ist es, über Nacht, also ungefähr zwölf Stunden, einzuweichen. Genügt das noch nicht, um den hauptsächlichen Schmuß wirklich herauszuweichen, so muß mein noch länger einweichen. Besonders bann, wenn die Wäsche sehr schmutzig ist, was immer dann der Fall sein wird, wenn es sich etwa .um Berufswäsche handelt, oder etwa um schmutzige Handtücher, Schürzen und ähnliches, dann ist es ratsam, die Wäsche zweimal einzuweichen. Man nimmt aud) das zweite Mal wieder eine ganz frische Einweichlösung. An der Trübung der Einweichlauge kann man dann erkennen, wieviel Schmutz sich das zweitemal noch gelöst hat. Zum richtigen Einweichen der Wäsche gehört aber nicht nur, daß man länger als früher einwescht und daß man, wo es nötig ist, zweimal einweicht, sondern man muß auch gründlicher einweichen, als man es seither gewohnt war. Man muß der Wäsche helfen, sich in der Einweichlauge vom Schmutz zu lösen, man muß die Wäsche zu diesem Zweck bewegen. Entweder dadurch, daß man die Wäscht öfters in gewissen Zeitabschnitten mit einem Wäschestampfer tüchtig durch stampft, oder aber im Bottich hin- und herbewegt, damit der aufgewichte Schmutz sich ganz ablösen kann. Der Schmutz in der Wäsche besteht einesteils aus Staub und Ruß, andernfalls aus Fett- und Eiweißflecken. Staub und Ruß sind ein nur lose an der Oberfläche des Gewebes anhaftender Schmutz, der durch gründliches Einweichen vollkommen herausgearbeitet werden kann. Dazu genügen Wasser und Soda. Fett und Eiweiß dagegen enthalten Klebstoffe, sitzen also fester im Gewebe und können nur durch die Einwirkung der Seife, d. h. der Fettsäure, aufgelöst und herausgespült werden. Bei jeder normalen An- schmutzunq in unserer Wäsche werden aber die Bestandteile an Staub und Ruß immer bei weitem überwiegen; nur ein geringerer Teil des Schmutzes wird aus Fett- und Eiweißteilen bestehen, die von der Aussonderung der Haut und Speiseresten herrühren. Es wird also sehr wohl möglich sein, den weitaus größten Teil des Schmutzes durch richtiges Einweichen aus der Wäsche zu entfernen. Zum verbleibenden Rest genügt bann bas zur Verfügung stehende Waschpulver, das beim Kochen der Wäsche im Waschkessel seine Waschwirkung entfaltet. Wesentlich kann die Hausfrau die Wirkung des Einweichens noch dadurch erhöhen, daß sie die' gründlich eingeweichte Wasche nochmals in klarem enthärtetem Wasser durch - spült, bevor sie sie in den Waschkessel gibt. Hierdurch wird vermieden, daß noch lose anhaftender Schmutz mit in den Waschkessel kommt. Allerdings ist es wichtig, daß das Spülwasser enthärtet w'rd, damit fein kalkhaltiges Wasser mit in den Kessel kommt. Regenwasser und Schneewasser sind weich; Leitungs- und Brunnenwasser sind hart. Regen und Schnee fallen vom Himmel, können also keinen Kalk enthalten, während das Leitungswasser, das aus dem Boden kommt, während seines Laufes durch die Erde Mineralien, vor allem Salze und Kalk, ausgenommen hat. Für unser Trinkwasser sind diese mineralischen Bestandteile sehr wertvoll, denn sie machen das Wasser fdvmrf= haft und gesund; dagegen ist kalkhaltiges Wasser zum Waschen der Wäsche nicht zu aebrauchen. denn der Kalk frißt Seife. In hartem kolkhaltiaen Wasser wird die Reinigunaskraft her Seife bzw. des Waschpulvers weitgehend zerstört. In einem Waschkessel mit 100 Liter Fassungsvermögen werden durch den Kalk bei 15 Grad Härte des Wassers 240 Gramm Seife vernichtet. Das ist also gerade so viel, als einer Person pro Monat an Waschpulver zusteht. Dabei muß aber noch berücksichtigt werden, daß ein Paket Waschpulver ja keine 250 Gramm Seife enthält, sondern nur einen kleinen Prozentsatz Seife bzw. Fettsäure, während alles übrige Soda und Füllmittel sind. Hieraus kann man erkennen, wie unendlich wichtig es ist, weiches Wasser beim Waschen zu haben. Nun steht ja nicht jeder Hausfrau Regenwasser zur Verfügung; da muß sie sich mit Enthärten des Wassers helfen. Soda, Bleichsoda, Kristallsoda und andere Enthärtungsmittel machen das Wasser weich. Aber mindestens eine halbe Stunde braucht es, bis die Mittel gewirkt haben und das Wasser weich geworden ist. Deshalb ist es zweckmäßig, schon am Abend vor dem Wasck)tag eine größere Menge Wasser zu enthärten. Frisches Brot ist ungesund. NSK. Manche Menschen essen gern frisches Brot und behaupten, es bekomme ihnen ausgezeichnet. Aber wie wirkt zu frisch genossenes Brot auf den Organismus? Der Magen muß ununterbrochen gegen das zu Klümpchen geballte Brot angehen, d. h. er ist ■ ständig belastet. Auch können die im Brot enthaltenen Nährstoffe nicht genügend ausgenutzt werden, da die Verdauungssäfte von Magen und Darm diesen dicken Speisedrei nur schwer durchdringen. So geht ein Teil der Nährstoffe verloren und verläßt ungenutzt den Körper. Hinzukommt, daß frisches Brot im allgemeinen schlecht gekaut wird. Dann ist die Ausnutzung burd) mangelnde Zerkleinerung noch geringer. Wer einmal im Röntgenbild gesehen hat, welche Riesenhappen schlecht gekaut in den Magen wandern, wird sich gewundert haben, daß so große Bissen überhaupt hinuntergeschluckt werden können. Es ist für die Gesunderhaltung des Körpers unbedingt notwendig, daß das Brot nicht zu frisch gegessen und gut gekaut wird. Das setzt allerdings voraus, baß man bas Brot rechtzeitig ein kauft, bamit es noch etwas liegen kann. Wie wirb Brot am besten aufbewahrt? Sehr frisches Brot läßt man erst etwas trocknen, ehe es in einen Brotkasten oder Steintopf gelegt wird, den man mit einem Deckel gut abschließt. Wichtig ist es, das Gefäß mindestens alle zwei Wochen mit heißem Wasser auszu- waschen und an der Luft gut trocknen zu lassen, ehe das Brot wieder hineingelegt wird. PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS '* ' x W , EIM SW E i n praktisches Jackenkleid, das für viele Zwecke im Frühjahr wie im Sommer feine Verwendung finden wird, zeigen wir oben. Es besteht aus einem dunkelblauen Woll-Faltenrock (zu dem ein anknöpfbares Miederteil mit Trägern getragen werden kann), aus einer fchottifchkarierten Jacke in blau-grau-roten Farbtönen und aus einer Hemdbluse aus hellgrauer Waschseide. Die Jacke hat ein stark blusig gehaltenes Oberteil zu einem (durch Abnäher) eng auf Figur gearbeiteten Unterteil, das vorn durch 5 Stoffknöpfe und (in der Taille) durch einen schmalen Stoffgürtel zusammengehalten wird. Die großen, aufgesetzten Taschen und die Aermel- aufschlüge sind schräg genommen. H. Buttermilch in mancherlei Gestalt. Wie alle Dinge im Leben hat auch die Buttermilch ihre Freunde und — wenn auch das Wort „Feinde* hier übertrieben wäre — so finden sich doch immer* hin Menschen, die nichts weiter damit anzufangm wissen, wie nur das eine, daß im Sommer ein Glas kühle Buttermilch ganz gut schmeckt, aber es gibt auch mancherlei Verwendungsmöglichkeiten für bitt Buttermilch, die wohl des Probierens wert sind, unt bann das eine oder andere in den „eisernen Be« stand" des Küchenzettels auch ausgenommen zu wer« den. Beginnen wir einmal damit: Buttermilchkartoffeln. 1 kg Kartoffeln, Vi Liter Buttermilch, 10 bis 15 g Speck, 2 bis 3 Zwiebeln oder Lauck), Gewürzkräuter je nach des Jahreszeit.- Die Kartoffeln werden geschält, iit Würfel zerschnitten und in wenig Wasser gargebün« stet. Den Speck läßt man zergehen und bräunt bitf feingehackten Zwiebeln darin. Die Buttermilch gießt man über die garen Kartoffeln, läßt alles gut heiß werden, gibt zum Schluß Speck und Zwiebeln dazu und streut nad) dem Anrichten die feingewiegtenl Kräuter darüber. Buttermilchsalattunke. Buttermild) mit Zitronensaft (oder Essig), Salz, Prise Zucker und Kräuter vermischen und über den Salat geben. B u tte r m i l ch sp)e i s e. 1 Liter Buttermilch» 80 g Zucker, abgeriebene Schale einer Zitrone und etwas Zitronensaft, 80 g Stärkemehl. Das Stärke« mehl wird mit der Buttermilch verquirlt, imtetf Rühren zum Kochen gebrack)t.-Man läßt einige Mals aufkochen, gibt die anderen Zutaten dazu, schmeckt gut ab und füllt die Speise in eine Schüssel. Buttermilchsuppe. 1 Liter Buttermild), 40 g Bindemittel (Mehl, Kartoffel- oder Stärke« mehl), Zucker, Salz nach Geschmack, Zitrone oder Vanillezucker. Alle Zutaten werden mit der Buttermilch bis zum Kochen geschlagen. Man richtet sie auf Brot- ober Zwiebackwürfel an. Buttermilchkartoffelsuppe. Salzkar« toffeln kochen, durch die Maschine oder ein Sieb geben, unter ständigem Rühren die gut verquirlte Buttermilch daruntergeben, bis zum Kochen kommen lassen und abschmecken. Auch die Kämme brauchen pflege! Leider werden unsere Kämme oft reckst ftiefmütter« lich behandelt. Da es aber heute nicht leicht ist, den richtigen Ersatz sofort zu beschaffen, heißt es, achtsam damit umzugehen. Man strenge die Kämme nicht zu sehr an, um das Ausfallen der Zähne zu vermeiden, denn ging erst ein Zahn verloren, dann ist es bald mit der ganzen Herrlichkeit des Kammes vorbei. Wird das Haar jedoch erst gut durchgebürstet, bann wird weder Kamm noch Haar zu sehr ange« strengt. Vor allem aber ist das Reinigen wichtig, das sich nad) der Beschaffenheit des einzelnen Kammes zu richten hat. Hartgummikä mm e wäscht man in lauwarmem Seifenwasser. Dagegen säubert man die empfindlichen Zelluloidkämme mit einem Wattebausch, den man in Salmiak tränkt. Mit weichem trockenen Tuch wird dann nachge« rieben. Mit den Hornkämmen heißt es beson« ders sorgsam umzugehen. Diese müssen täglich be« sonders gründlich von Haarresten befreit werden, da die Fettsäure des Haares den Rohstoff zerfrißt. Außerdem ist hier eine wöchentliche Reinigung mit Seifenwaffer angebracht. Im allgemeinen begnügt man sich mit dem Reinigen der Kämme anläßlich der Kopfwäsche, dabei sollte man dann auch nicht den Taschenkamm aus der Handtasche sowie die Einsteckkämme vergessen. Zum Waschen der Kämme darf keinesfalls zu heißes Wasser benutzt werden, ein tüchtiges Nachspülen in klarem lauwarmem Wasser ist unerläßlich. H. v. L. Rezepte. Schroteintopf mit Gemüse: Etwa IVa Liter Gemüse- oder Knochenbrühe, 20 Gramm Fett, 125 Gramm Weizen- oder Roggenschrot, 1 bis IVs kg Gemüse je nach der Jahreszeit, 500 Gramm Kartoffeln, Zwiebeln oder Lauch, Salz und Kräuter. — Zu den in Fett gedünsteten Zwiebeln gibt man bas Schrot und füllt mit der heißen Brühe auf. Die geputzten, zerkleinerten Gemüse werden mit den Kartoffelstucken und Salz darin gargekocht und mit gehackten Kräutern abgeschmeckt. teilt werden", war ihm auch nichts geholfen, denn eine solche Antwort ließ alle Vermutungen offen und diente nicht dazu, die Perling gegen Verdächtigungen zu schützen. „Ich glaube nicht", sagte er nach reiflichem Ueber- legen, „daß Fräulein Perling mit der Sache irgend etwas zu tun hat." „Na schön", meinte Petersen, „wenn Sie das sagen, glaube ich's natürlich. Trotzdem ist es doch komisch, daß sie gerade am Tage nach dem Morde in Berlin austauchte und später so tat, als wüßte sie nichts von der Geschichte. Sie müssen mich recht verstehen", fügte er hinzu, „nicht, daß ich Elisabeth irgendwie verdächtigen will, ich möchte nur Klarheit haben, das ist es." „Rede doch keinen Unsinn, Peter", warf Willis ein, „Elisabeth hat nichts damit zu tun. Es ist bedauerlich genug, daß du sie mit in die Sache hineinbringst —" „Aber die Norodna hat doch auch gesagt — wollte sich Petersen verteidigen. Willis wars einen Blick auf Welt, der in seiner Wut eine große Puderquaste ergriff und sie Petersen an den Kopf warf. „Es ist gut, daß Sie mich daran erinnern , ergriff Wenig jetzt wieder das Wort, „Fräulein Norodna muß ich auch noch sprechen. Wo ist sie?" „Ich werde sie holen", sagte Welt. „Bemühen Sie sich nicht, ich gehe schon zu ihr." Als Wenig an der Tür stand, sagte Willis: „Die zweite Tür links." „Danke Ihnen sehr, meine Herren. Guten Abend!" Kaum war er hinausgegangen, als Willis auf Petersen zutrat und wütend sagte: „Am liebsten würde ich dir jetzt ein paar hinter die Ohren geben, du altes Schwatzmaul. Der hatte die Norodna schon so gut wie vergessen, da kommst du und erinnerst ihn wieder daran. Mein Gott, mit einem solchen Idioten zu arbeiten ist wirklich eine Strase —" „Wenn es dir nicht paßt, kann ich ja gehen", jagte Petersen patziWarnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp 21. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Oh", erwiderte Petersen lachend, „und ich hielt Sie für den Agenten, der uns das neue Engagement vermitteln wollte." „Sie erwähnten eben die Norodna , sagte Wenig, „ist sie denn bei Ihnen? Und ist das dieselbe, die seinerzeit mit Lanos wegging?" 3a." "Hm." Wenig dachte daran, daß er unbedingt die' Norodna noch vernehmen müsse. Sie wollten wissen, was für em Mensch Lanos war", begann jetzt wieder Willis in dem Bestreben, den Kriminalrat von der Norodna abzulenken, „fa, wissen Sie, das ist schwer zu sagen. Em tüchtiger Artist, mit guten, neuen Ideen, ein erstklassiger Musiker, im Verkehr freundlich, aber bei dem Training und bei den Proben oftmals recht grob und unangenehm —" '$as3°iftnlgar kein^Ausdruck", warf Petersen ein, „einmal trat er nach mir, darauf bin ich mit einem Messer auf ihn losgegangen —" . „Das genügt. Ich habe nun em Bild über den Mann, das sich durchaus mit dem ergänzt, das ich ^Äch^r^s Petersen, „hat die Perling mit Ihnen gesprochen? Wie interessant! Sagen .Sie Herr Kriminalrat, ganz unter uns, hat eigentlich d e Perling mit der Sache zu tun? Ist sie wirklich die Ursache der Mordtat gewesen-' . So, dachte Wenig, nun sitze ich der Tmte Er konnte nicht gut leugnen daß die Perling bei ibm aewesen war, denn sie konnte es den W.llis j^rAhlen und bann wäre jedes Vertrauen zu ihm sich, mit der übttchen Phraje ^iiber laufende Verfahren kann keine Uuvkunft «- „Natürlich, du kannst Edith helfen, die Nummer über die Bühne zu tragen —" „Aber warum sollte er denn nicht mit der Norodna sprechen?" verteidigte sich Petersen, „das ist doch ganz in der Ordnung." „Nein", brüllte Welt, „du kennst doch ihre Schandschnauze, die sagt stets mehr als sie verantworten kann. Und bei ihrer Gehässigkeit gegen Elisabeth bringt sie es fertig, Elisabeth zu verdächtigen und sie mit in die Sache hineinzuziehen." Kriminalrat Wenig wußte aus alter Erfahrung, daß solche Unterhaltungen nach seinem Weggang immer besonders aufschlußreich waren. Er brauchte sich gar nicht einmal Mühe zu geben, zu lauschen, denn die da drinnen brüllten so laut, daß er jedes Wort verstand. Nun bin ich informiert, dachte er, die Norodna ist eine Schandschnauze und haßt die Perling. Und Fräulein Perling hat anscheinend an den drei Willis einige gute Beschützer. Er pochte an der Garderobe der Norodna. „Wer ist da?" kam von drinnen die Frage. „Oh", sagte Wenig lachend, „ich möchte nur ein Autogramm haben." Und dann trat er ein und sah sich der halbangezogenen Norodna gegenüber, die ihn mit einem koketten Lächeln begrüßte. Sie beobachtete ihn durch den Spiegel. Ein freundlicher, etwas behäbiger Herr in mittleren Jahren, nicht zu jung, um gefährlich zu werden, auch nicht zu alt, ein Mann, der ein Abenteuer sucht und es sich gern etwas kosten läßt. Einer von den Männern, die Irene ganz besonders schätzte. „Aber mein Herr", sagte sie, „Sie kommen einfach herein, ich bin ja noch nicht einmal angezogen." „Das macht fast gar nichts , sagte der Kriminal- rat freundlich, „auf der Bühne haben Sie noch weniger an. Ich habe Sie bewundert." „Wirklich?" Sie zeigte eine Reihe prachtvoller weißer Zähne. ,^Ia. Wie sicher Sie sind, wenn Sie so wenig an haben. Ich glaube, die meisten Frauen werden unsicher. wenn sie ungenügend bekleidet sind, weil sie nie wissen, ob man nicht, irgendeinen Fehler an ihnen entdecken könnte —" „Haben Sie an mir einen Fehler entdeckt?" fragte sie. „Nun, so von weitem kann man das schwer. Daraufhin müßte ich Sie mir erst einmal genauer an- sehen —" Sie drehte sich um und schüttelte den Kopf. „Nun, Sie gehen aber ordentlich ins Zeug. Womöglich stellen Sie an mich noch das Ansinnen, mich vor Ihnen zu entkleiden —" „Oh, bitte nicht", rief Wenig, dem etwas schwül wurde, „ich habe ein schwaches Herz, es würde mich zu sehr aufregen. Ich wollte ja auch nur ein Autogramm von Ihnen." Sie holte aus der Schublade ihres Toilettentisches einige Photographien heraus. „Bitte", sagte sie, „suchen Sie sich heraus, was Sie haben wollen. Aber nur eine, mehr gibt es nicht." „Schade!" Wenig trat hinzu und wählte eine gute Photographie, auf der sie im Straßenanzug mit Mantel und Hut zu sehen war. Die war für feine Zwecke am besten geeignet, zumal auch das Gesicht sehr deutlich zu sehen war. „Die — die möchte ich gern haben." Sie blickte überrascht auf. „Die?" rief sie langgezogen, „aber ha bin ich doch — ich meine, — aus euch Männern wird man niemals klug. Ich hätte gewettet, daß Sie diese hier gewählt hätten." Sie zeigte eine neue Aufnahme, die sie in ihrem Bühnenkostüm darbot. „Oder die hier, die ist ganz neu und sehr raffiniert." Das war ein Kostüm, in dem sie als Kunstschützin auftreten wollte. Sie trug darauf bis zur Wade gehende braune Stiefel, ein kurzes Lederröckchen, ein grünes Iägerhütchen und eine Iägerblufe, die vorn spitz ausgeschnitten war und den Rücken bloß ließ. (Fortsetzung folgt.) Iä'ger-Appell in Gießen Die Jagd im Mai das Geleitwort der diesjährigen Kunstwoche „Ehrt von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert wissen den hohen Wert der Peri-Güteerzeugnisse zu schätzen, deshalb gehen Sie sparsam mit ihnen unu Vormittag den Besuch einer großen Zahl Verwundeter und Pflegepersonal, welche mit den Rüstungs- orbeitern sich die fröhlichen Filme ansaken. Am M t zwei besonderen Veranstaltungen werden sich Goethe-Bund und Kulturelle Vereinigung an der Gießener Kunstwoche 1942 beteiligen. Am Freitag, s. Mai, findet in der Aula der Universität eine Feierstunde „Musik und Dichtung" statt. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung wird eine Lesung des bekannten schlesischen Dichters Friedrich Bischoff stehen, der eigene Lyrik lesen und als ausgezeichneter Interpret seiner Werke den Hörern einen einzigartigen Genuß vermitteln wird. Zuvor wird Oberregierungsrat - Dr. Rudolf Erckmann als Vertreter des Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda über das Thema „Das Lied in der Dichtung der Zeit" sprechen und damit an Eure deutschen Meister" anknüpfen. Das Drumm- Ouartett wird die Feierstunde mit Konzertvorträgen Schlußveranstaltung wieder einen großen künstlerischen Genuß vermitteln. Es war möglich, die Tanzschwestern Lisl und Sybille S p a l i n g e r vom Deutschen Opernhaus Berlin und der Oper Graz zu einem Tanzgastspiel zu gewinnen. Lisl und Sybille Spalinger werden heitere Tänze großer Meister zeigen, mit denen sie aus ihren Gastspielreisen im In- und Ausland großen Beifall gesunden haben. lachen Veranstaltungen. Am Abend des 2. Mai war eine von Rüstungsarbeitern, Verwundeten und RSKOV.-Kameraden gemeinsam besuchte Theatervorstellung. Das Theater der Universitätsstadt Gießen gab den „Meisterboxer", der viel Freude und mädelgruppen des BDM. die Lazarette, sangen frohe Lieder und übergaben den Verwundeten die mitgebrachten Mai-Sträuße. Allen eine freudige Ueberraschung. Die beiden Kinotheater hatten am veranstaltet vom VfB.-Reichsbahn, waren Verwundete mit Interesse zu Gast. Zur Worbe für Kunst und Literatur 1942 der Universitätsstadt Gießen hatte Oberbürgermeister Ritter eine größere Zahl Verwundeter eingeladen. Am 3. Mai nahmen die Kameraden an der Operettenmelodien. Reicher Beifall dankte den Künstlern für den gebotenen schönen Nachmittag. Eine große Zahl Verwundete hatte der Besitzer der Gaststätte „Pilsklause" zu einem frohen Nach- mittag in seine Räume eingeladen. Die gebotene Gastfreundschaft bei reichhaltiger Unterhaltung durch ein Kabarett-Programm, welches Kameraden aus einem hiesigen Wehrmachtteil gestalteten, wird allen Teilnehmeren dankbar in Erinnerung bleiben. Am 1. Mai fand in einem Lazarett ein fröhlicher Kaffee-Nachmittag statt. Nach Begrüßungsworten durch die NS.-Frauenschafts-Lazarettbetreuerin Frau Sn mph er sprach Kreisleiter Backhaus. Den fröhlichen Teil gestalteten Kameraden eines Wehrmachtteiles. Es wechselten in bunter Folge gute Leistungen der einzelnen Künstler. Koko sagte mit viel Humor an. Ein Tenor sang bekannte Melodien, und ein Harmonikaspieler zeigte seine Kunst. Gut gefiel der Akrobattkakt von Bini und Sidi. Beifall brachte. Zur Maifeier hatten durch Vermittlung der NS.- Kreisfrauenschaftsleiterm W r e d e die Ortsfrauen- fchaften Stein beim und Steinbach Kuchen gespendet. Die Ortsgruppen, nebst Frauenjchaft und NSKOV. , von ;wui|yany «muucua ^iu