lyr. Jahrgang Ur. 286 Eichener Anzeiger §reltag.§. Dezember 1942 ses Systems. Auf diesen „Frieden" folgten drei Jahrhunderte europäischer Unsicherheit; die beiden größten und kulturell am höchsten stehenden Völker des europäischen Kontinents lebten in ständigem Urfrieüen anstatt zu fruchtbarer Zusammenarbeit zu kommen. Richelieu hat nicht nur dem deutschen Volke unermeßlichen Schaden zugefügt, er hat letzten Endes auch an die Wurzel seines eigenen Landes die Axt gelegt. Den unerträglichen Zustand immerwährender Unsicherheit beseitigte erst Adolf Hitler zum Segen nicht nur Deutschlands, sondern ganz Europas. DAB.Aus dem Führerhauplquarller, 4. Dezember. Der Führer hat dem spanischen S t a a t s ch e f Generalissimus Franco zu seinem 5 0. Geburtstage am 4. Dezember In folgendem Telegramm seine herzlichen Glückwünsche übermittelt: „Au Ihrem 50. Geburtstage spreche ich Euerer Exzellenz in meinem und im Kamen des ganzen deutschen Volkes die herzlichsten Glückwünsche für Ihr persönliches Wohlergehen und für Ihre weitere geschichtliche Arbeit aus. Sie'haben, Caudillo, in tapferem und schwerem Ringen das spanische Volk aus den Fesseln des Bolschewismus befreit und aus der damit drohenden völligen Vernichtung auf den Weg des Wiederaufstiegs geleitet. Ich wünsche Ihnen aufrlchttgst, daß es Ihnen be- schieden sein möge, Ihr Volk und Land in eine glückliche und gesicherte Zukunft zu führen. In kameradschaftlicher Verbundenheit und mit herzlichen Grüßen Ihr Adolf Hitler.- Oer SO.Geburtstag -es GeneralsJranco Herzliche Glückwünsche des Führers für den spanischen Staatschef. Der Caudillo entstammt einer alten Militärfamilie der atlantischen Hafenstadt Ferrol, Provinz Galicien. Nach Absolvierung des Gymnasiums und der Marineschule in Ferrol erhielt er seine militärische Ausbildung auf der Kriegsakademie in Paris. Im zweiten Leutnantsjahr meldete sich Franco nach Marokko, wo er in den Kämpfen gegen den Führer der Rifkabylen Abd el Krim bald Hauptmann wurde. Die , spanische Fremdenlegion, die später das Rückgrat der spanischen Erhebung geworden ist, ist im wesentlichen das Werk Francos gewesen. Nach 15 Jahren fast ununterbrochenen Kampfes in Marokko wurde Franco Kommandant der Militärakademie in Saragossa. Drei Jahre lang leitete er die Ausbildung der jungen Offiziere. Mit der Errichtung der Republik im April 1931 endete Francos Tätigkeit. Das demogroße italienische Renaissance-Humanist S c a l i g e r nannte, ein Wort, das nicht umsonst zum Sprichwort geworden ist. Selbst ein englischer Romancier wie Charles Dickens schrieb in seinem „Bleak- house: „3n England ist es nicht gebräuchlich, für verdienstvolle Taten im Frieden, wären sie auch noch so bedeutend, Titel zu verleihen, außer etwa, wenn das Verdienst in der Zusammenhäufung großer Summen Geldes bestände." Es ist dieselbe niederträchtige Gesinnung, die der berühmte Politiker Charles James Fox am 25. Mai 1802 aussprach: „Jeder Fortschritt Frankreichs (heute: Deutschlands) nach außen und selbst im Innern, in Handel und in der Industrie, wird eine Ursache zum Kriege, eine Beleidigung für uns sein." Der Schotte Thomas Carlyle, einer der edelsten und reinsten Geister, die jemals gelebt haben, kennzeichnet mit unübertrefflicher Ironie in feinem „Graf Cagliostro" den englischen Fluch: „Das arme Land England muß in ein Handeltreiben, Kolonisieren, Ansiedeln in der Fremde hineingeraten, sich in einen allgemeinen Aufruhr von Maschinerien, Eldorados, beispiellosem Wohlstand stürzen, der eben heutzutage viel von sich reden macht. Ein Wohlstand, der offenbar nicht von besonders erhabener Act ist, der das einst so ehrbarlich-reine und verständige Gesicht Englands mit Schmutzflecken, Rußflecken und allerlei Unflat und Greueln bedeckt hat", und schreibt an einer anderen Stelle: „Bei uns, der Nation von Krämern, konzentrieren sich sozusagen alle Besttebungen in der einzigen: fülle deinen Beutel!" In der schärfsten Weise hat auch, um nur einige zu nennen, Lord Byron, Englands größter Dichter nach Shakespeare, die britische Mentalität gekennzeichnet, er hat in seinem Fluch der Minerva den Briten prophezeit, daß einst die ganze City in Flammen aufgehen würde, und daß der Inder sich erheben würde, und in feinem „Don Juan", den der alte Goethe ein «grenzenlos genialisches Wert" Annahme von 'liiueinen für die üvtittaaönummer bis 8'/, Ubr destBormittanS Anzeiaen-Vreise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7 Stof. für ttomflienan- zeigen und vrivme Gelegen bei tdan,eigen 14 Stof. f. Werbeanzeigen und geskttäftllrhe Geiegenheit^anzemen Vlatzvorichrttt (vorherige Berembarung) 2k?/, mehr Engländer gegen Churchill Von unserer Berli ner Schristleitung. Erickieinr lagt ich, außer Sonntags und 5>eiertag- BeUaaen: Gießener ^amilienblätter Heimat imBild-DieScholle BezugSvreiSr Monatlich .. .RM.1L0 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanfchluh mi Drahtanschrift ^Anzeiger" Vofll check 11 tihrtmff ./M Frankreichs großer Kardinal — Deutschlands gefährlichster Feind Dor 300 Jahren starb Richelieu. In seiner großen Rede, die vor allem eine glänzende Abfertigung Churchills enthielt, hat der Duce mit feinen Formulierungen ins Schwarze getroffen. Wenn er z. B. sagte, man finde den alten primitiven Barbaren, wenn man den Engländern heute den Anzug auszöge, in dem er den 5-Uhr-Tee einnehme, und meinte, auf dieser primitiven Grundlage sei der Firnis der Scheinheiligkeit der Bibel, des Alten und des Neuen Testaments aufgekagen, dann hat Mussolini das eigentliche Wesen des Briten ebenso gekennzeichnet wie in der geschichtlichen Betrachtung, die an die Äußerungen hervorragender britischer Geister wie Byron, Shelley und Car- lyle, anknüpfte. Der Duce fand die treffenden Worte: „Tatsächlich genügt es, die Kapitel der britischen Geschichte der letzten drei Jahrhunderte durchzublättern, um eine übergroße Sendung von Hyänen in menschlicher Gestalt zu finden. Wenn es ein Land gibt, das eine solche Bezeichnung verdient, wenn es ein Land gibt, das an allen Enden der Erde Hyänen losließ, um alle Reichtümer und Rohstoffe an sich zu reißen, um alles Gold zu rauben, jo ist dieses Land England." In feiner „Göttlichen Komödie", im „Paradies", 19. Gesang, Vers 121 bis 125, sagte schon der größte italienische Dichter des Mittelalters, Dante Alighieri: „Dort kannst du sehn, wie übermütige Gier Den Schotten und den Briten närrisch macht, Daß niemand sicher hinter eigner Tür." Im Gesang der »Hölle" läßt er die Habgierigen, die Briten, stöhnen und winseln. Es gab übrigens nichts Fürchterlicheres als die mittelalterliche Ge- jchichte der Königsmorde und Untaten, die in England gang und gäbe waren. Keine andere europäische Nation — denn die Moskowiter standen bis in die Neuzeit außerhalb der europäischen Gesittung — hat solche Scheußlichkeiten in ihrer inneren Geschichte aufzuweisen wie die der Punier der Nordsee des „perfiden Albions^ wie es als erster der kratische System, das in dem hervorragend befähigten und national eingestellten Offizier eine Gefahr sah, stellte ihn kalt. Als aber im Oktober 1934 der kommunistische Ausstand in Asturien ausbrach, trat die Regierung hilfesuchend an Franco heran und beauftragte ihn mit der Niederwerfung der Revolte, deren er durch den Einsatz von marokkanischen Legionären und der Marine schnell Herr wurde. Als im Februar 1936 die Volksfront ans Ruder kam, wurde Franco von der Roten Regierung Azana auf die Kanarischen Inseln verbannt. Aber gegen den Bolschewismus schloffen sich die nationalen Elemente aus Wehrmacht und Bürgertum zusammen. Die Ermordung Stotelos am 13. 7.1936 bildete den Auftakt zur nationalen Erhebung. Der Krieg gegen die bolschewistische Regierung wurde sehr bald zu einem Kampf von Weltanschauungen und wirkte sich in diesem Sinne auf ganz Europa aus. Während Franco und seine Regierung Ende 1936 von den autoritären Staaten anerkannt und unterstützt wurde, stellten sich die demokratischen Länder — an ihrer Spitze England und die USA. — auf die Seite der Madrider kommunistischen Regierung und verlängerten durch die Zulassung von Waffenlieferungen den Freiheitskampf des spanischen Volkes. Ende März 1939 jedoch war Spanien vom bolschewistischen Terror befreit. Franco richtete nun als Staatschef feine ganze Kraft auf den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes, das infolge der bolschewistischen Schreckensherrschaft vor dem Ruin stand. Am 9.4.1939 erklärte der Caudillo den Beitritt Spaniens zum Antikominternpakt und zeigte damit schon die Einstellung, die das spanische Volk wenige Monate später zum zweiten Weltkrieg finden sollte. Die jüngsten Ereignisse in Französisch-Nordafrika und die Maßnahmen, die Franco daraufhin zur Sicher- stellung der spanischen Integrität traf, haben in Spanien die Ueberzeugung verstärkt, daß die Geschicke des Landes bei dem Caudillo sich in festen Händen befinden. pacht, und die 18 Jahre feiner Regierung erhoben Itidjt nur Frankreich zur beherrschenden Macht Euro- As, sondern drückten dem ganzen Kontinent für rei Jahrhunderte ihren Stempel auf. Große Der- Menfte erwarb der Kardinal sich durch die Grün- teng der französischen Akademie und der sranzösi- len Kriegsflotte, die vor allem gegen Spanien ge- htet war. Richelieu wollte Frankreich zu einer gemacht ersten Ranges machen. Richelieu war oieleinen feindlichen leichten Kreuzer modernster Bauart, dessen Explosion beobachtet wurde. Am frühen Morgen des 2. Dezember griffen deutsche Flugzeuge denselben Verband, der sich auf dem Rückzug befand, an und versenkten eine leichte Einheit. Ein Zerstörer wurde schwer beschädigt. England erkennt Darlan nicht an. Stockholm, 4. Dez. (Europapreß.) Der britische Außenminister Eden erklärte vor dem Unterhaus, Großbritannien sei hinsichtlich der Erklärung Darlans, daß er die Verantwortung als Regierungschef in Nordasrika übernehme, in keiner Weise um R a t gefragt worden. Die britische Regierung betrachte sich daher keineswegs an die Erklärung Darlans gebunden. Auf die Frage, ob die Verantwortung dabei Dorian persönlich träfe und ob diese keine der verbündeten Regierungen binde, antwortete Eden: „Soweit ich weiß, war es eine einseitige Inspiration von Admiral Darlan selbst." Wie die „Times" aus näch- ster Nähe des Außenministers noch mitzuteilen weiß, ergebe sich die eigenartige Situation, daß britische Truppen in Gebieten kämpfen, die Darlan als ihm unterstehend bezeichnete. Bis zur Aufklärung der Angelegenheit will man in London die Proklamation im Sinne der Erklärung Roosevelts vom 17. November betrachten, wonach es sich bei den Vollmachten für Darlan nur um eine „N o t- l ö s u n g" handele. nannte, schreibt er: „Ach, könnte England nur voll, wahrhaftig wissen, wie sein großer Name durchaus verabscheut ist, wie begierig die ganze Erde auf den Schlag ist, der feine Brust für das Schwert bloßlegen soll, wie alle Völker es für ihren schlimmsten Feind halten, diesen schlimmer als schlimmsten Feind, den einst angebeteten falschen Freund, der den Menschen Freiheit anbot und nun sie in Ketten schlügt." Selbst der Geschichtsschreiber der Zeit der Königin Victoria, Thomas Macaulay, schrieb von der Eroberung Indiens, die Briten.hätten sich dort der „tyrannischsten Form des barbarischsten Despotismus schuldig gemacht, ihre Herrschaft hätte „mehr der Herrschaft von bösen Geistern als der Herrschaft menschlicher Tyrannen geglichen". Dabei hat dieser Lieblingshistoriker des honetten Britentums alle Sünden feines Landes fckmeichlerifch zu entschuldigen und zu decken oerfudjt So stehen Engländer selbst gegen den Verbrecher Churchill und seinen Anhang. Ihr Urteil ist das Urteil der gesitteten Welt. Es wird auch einstmals — das kann man heute sagen — das Schicksal Churchills besiegeln. Das Echo der Duce-Rede. Rom, 3. Dez. (Europapreß.) Die Rede Mussolinis hat in ganz Europa den größten Eindruck gemacht. Selbst in London mußte man, wie schwedische Korrespondenten melden, zugeben, daß man sich latsche Vorstellungen über die italienische Heimatfront gemacht habe, vor allem war man von dem Freimut des italienischen Staatschefs tief beeindruckt und überrascht. Von den Madrid er Zeitungen wird der entschlossene Wille Italiens, an der Seite Deutschlands zu kämpfen, unterstrichen. Das Blatt „ABC" ist der Meinung, daß die Achse, nachdem sie im Besitz der drei größten Marinebasen im Mittelmeer fei, der Entwicklung der Dinge ruhig entgegensetzen könne. Italien denke nur an den Sieg. Es forme den Kampf auch nicht aufgeben, vor allem, weil die Erweiterung seines Lebensraumes nur durch einen Sieg möglich werbe. „Arriba" unterstreicht die Bereitschaft Italiens, ruhig, entschlossen und diszipliniert den Kampf fortzu- setzen und stellt fest, daß die Rebe des Duce die Moral feines Volkes noch »etitr gestärkt hat. BrtJfM)« UwtMrttäWnidttHB. taaye General-Anzeiger für Oberhessen folge, und Poincarö und Clemenceau waren btiimper gegen Richelieu. Bald nach seinem Regierungsantritt löste Riche- fti Frankreich vom spanisch-katholischen Kurs. In Rutsch!and unterstützte er die Protestanten gegen len Kaiser, denn die Zersplitterung Deutschlands itr ja das „köstlichste Kleinod Frankreichs" und Die ktschen Fürsten gingen ihm fast alle auf den Leim, Knn er ihre „fürstliche Libertät" unterstützte. Er tilte auch dem Schwedenkönig Gustav Adolf sahr- i» 400 000 Reichstaler Subsidien und stellte ihm in „Königtum im Osten" in Aussicht: er leitete die vizösische Rheinlandpolitik ein. Zu dem Stur» hftentag in Regensburg hatte Richelieu seinen ^trauten, den Kapuzinerpater Jose p h, entsandt, et die deutsche Uneinigkeit schürte und wefentlich in Sturze Wallensteins beitrug, dessen Feldherrn- etie nicht in das Konzept Richelieus paßte. Selbst ttt Frankreich vorerst nicht in den Kriegi em. foftao Adolf gab sich aber nicht zum willigen Werk- hg der französischen Politik her und sein früher ^od >°g Richelieu nicht ungelegen gekommen sein. Erst ch der Schlacht bei Nördlingen im Jahre 16-35, als e Sache der Schweden und des Protestantismus hi- schlecht stand, trat Frankreich offen in den rieg gegen Spanien ein, worauf auch der Kaiser ib an Frankreich den Krieg erklärte. Es war wohl »totsächlich das Verdienst Richelieus, daß der achtbare Krieg nicht schon zehn Jahre nach feinem tabrud) beendet wurde. .tls Richelieu am 4. Dezember 1642 starb erst Jahre alt, waren Elsaß, Lothringen und ein koßer Teil des unteren Rheingebietes in franzo- ider Hand. Er selbst erlebte nicht mehr das Ende 's Krieges, den er so lange geschürt hatte, aber ir schreckliche Friede, der diesem Kriege folgte, war iv. Werk. Die wesentlichsten Elemente des West- Wichen Friedens waren die territoriale und pou- Urte Zersttickelung des Reiches, die Herrschaft der Achsstände und die Garantie der auslandtftgen | rechte für die Aufrechterhaltung und Achtung dieOer Fall Beveridge. In einem Lande, wo der Puritanismus die Erringung von materiellem Reichtum als Beweis für ein gottgefälliges Leben ansieht, und in dem die Armut so etwas wie eine Strafe Gottes ist, müssen soziale Errungenschaften und Oie Fürsorge für die durch die Industrialisierung Versklavten natürlich als höchst verdächtig, ja überflüssig erscheinen. Wir sprechen von England, wo zur Zeit die Erörterungen über den sogenannten „Beoeridge - Plan" in der Öffentlichkeit und im Unterhaus hohe Wellen schlagen, wobei ganz offensichtlich zu beobachten ist, daß maßgebende jüdisch-kapitalistische Kreise mit allen Mitteln versuchen, diesen Plan zu sabotieren, der — und das ist bezeichnend —, mit nationalsozialistischen Maßstäben gemessen, geradezu kümmerlich anmutet. Hier wird um Dinge gestritten, die jeder deutsche Arbeiter für selbstverständlich hält, wie beispielsweise die allgemeine Sozialversicherung, die Arbeitslosigkeit, Unfallschutz und Krankheiten umfassen soll. Weiter sind in dem Plan des bekannten englischen Nationalökonomen Sir William Beoeridge noch gewisse Maßnahmen enthalten, die die Fürsorge für Alte, Witwen und Waisen betreffen und auch die Lage der Kinderreichen erleichtern soll —: alles Sinne also, die wir uns in Deutschland an den Schuhsohlen ab gelaufen haben. Aber Churchill hat in seiner letzten Rede sich persönlich dagegen ausgesprochen, daß Reformen dieser Art bereits während des Krieges durchgeführt werden sollen, obgleich die gesamte Opposition — also in erster Linie die Ardeiteraewerkschaften und mit ihr mehr ober weniger im Schlepptau die La- bvur-Partei — gegen die völlig ungenügende und geradezu archaisch anmutenden Zustände des britischen Sozialwesens Sturm lausen. Es ist heute bereits zu Übersehen, daß die gesamte konservative Partei, von verschwindend geringen Ausnahmen abgesehen, aus der Seite jener kapitalistischen Interessenten steht, die mit aller Deutlichkeit gesagt haben, daß sie alle derartige Pläne zu Hintertreiben gewillt find. Der Kreis dieser Neinsager ist sehr aufschlußreich. Da find zunächst einmal die Versicherungsgesellschaften, die durch den Beveridae- Plan um einen Teil ihrer Übermäßig hohen Gewinne kommen könnten, die sie auf Kosten der kleinen Versicherungsnehmer erzielen. Da tft vor allem die mit der konservativen Partei, mit allen alten Tories und Dieharbs zusammenhängende Schicht des britischen Unternehmertums, das natürlich befürchtet, durch derartige soziale Reformen ebenfalls in seinen Gewinnmöglichkeiten geschädigt zu werden. Und da Churchill sich selbst zum Wort, sührer dieser Gruppen gemacht hat und der Ansicht l-st, daß solche Dinge bis nach dem Kriege Zeit haben, dürfte es einigermaßen klar fein, welches Schicksal dem Bsveridge-Plan beschieden ist. — Aber die Auseinandersetzungen um dieses Projekt haben noch einen tieferen Kern. Wir sprachen eingangs von der Einstellung des Puritaners, der in der Armut ein selbstverschuldetes liebel sieht und in dem Armen einen Mann, der sozusagen von Gott gezeichnet wurde. Solange der Liberalismus in England auf alle derartigen Fragen and Probleme eine in erster Linie gesellschaftliche Antwort wußte, solange also der Individualismus von der prakti- fchen Haltung bestimmt wurde, zu einer großen bevorzugten Familie zu gehören, lebte auch das Aibeitertum in England in der übernommenen UÜberlieferung der individuellen Freiheit, und es bestand keine Gefahr, daß wegen sachlicher Gegensätze die Sicherheit der sozialen Gemeinschaft gefährdet rouibe. Als jedoch aus der britischen Mittelklasse sich immer stärker jene „Enterbten" der britischen Slums ab sonderten, die für die lieber» inbuftrial'tfierung Englands typisch find, als auf der Unter den vielen Feinden, die sich dem deutschen kolke im Laufe feiner jahrhundertelangen Geschichte tatgegenfteUten, ist ihm Richelieu, Frankreichs großer Kardinal-Kanzler in der ersten Hälfte des j?. Jahrhunderts, wohl der gefährlichste geworden, >nn er schuf ein gegen Deutschland gerichtetes wachtsystem, das drei Jahrhunderte in Geltung jlieb und erst durch Adolf Hitler zutrümmert rurbe. Armand Du Plessis, Herzog von Richelieu, wurde 1585 als dritter Sohn eines kleinen französischen deligen geboren, als Frankreich von Reliaions- tiegen zerfleischt wurde. Richelieu widmete sich dem Glichen Stande, um feiner Familie eine Pfründe i sichern. Seelenkämpfe hat ihn dieser Schritt fenbar nicht gekostet. Heinrich IV. setzte bereits oße Hoffnungen in ihn. Schon mit 22 Jahren ar er Bischof, allerdings des recht armen Bistums ucon. Bald hatte er die Gunst der Maria Medici, r Mutter Ludwigs XIII., gewonnen. Als Maria iedici die Regierung an ihren Sohn übergeben llßte, fiel auch- Richelieu in Ungnade und mußte die Verbasinung gehen, wurde aber bald wieder den Hof gerufen, 1622 zum Kardinal und 1624 im leitenden Minister Ludwigs XIII. ernannt. IJetzt begann Richelieu einen rücksichtslosen Kamps gen alle Feinde der Staatsräson, vor allem gegen n Hochadel, an dessen Spitze die Königinmutter id der Bruder des Königs standen. Kerker, Gerinnung und Tod drohten nicht nur den kleinen ebellen, sondern auch Ministern und Marschällen, der immer bewegte Richelieu sich in den Grenzen s Möglichen, für das er das feine Gefühl des ahrhaft großen Staatsmannes hatte. Der König !bte ihn nicht, aber er brauchte ihn, im Lande itie er viele Feinde, aber trotzdem blieb er an der Oas Seegefecht vor der tunesischen Küste. R o m, 3. Dez. (DNB.) Wie der italienische Wehr- machtbericht meldet, fand in der Nacht zum 2. Dezember vor den tunesischen Küsten ein kurzes heftiges Treffen statt zwischen einem leichten italienischen Verband aus drei Zerstörern und zwei Torpedobooten und einem feindlichen Verband aus zwei Kreuzern und vier Zerstörern. Ein italienischer Zer- ftörer ist untergegangen, ein anderer torpedierte w )er erste moderne Staatsmann. Er erlebte n Staats als lebendiges Wesen, er selbst diente m Staate und nicht der Person des Herrschers. war der Vorläufer Ludwigs XIV. und feiner oßen Minister und bereitete auch den Merkantilis- us vor. Das Eigenleben der Provinzen verwand, der Staat verdränate die Landschaft. Lud- ig XIV. verfolgte diese Richtung weiter die Fran- ßiische Revolution vollendet sie. Alle seine Maß- chmen traf Richelieu mit unendlicher Klugheit. i)bwohl er selbst alle Macht in Händen hatte, blieb h immer nur der Minister des Königs. I Nicht weniger erfolgreich war Richelieus A u ß e n- po I i t i t Sie war für ihn immer nur die Kunst k Möglichen, aber nie verlor er dabei feine Fern- tle aus den Augen. Seine Gegenspieler, vor allem öte spanischen und die deutschen Habsburger spann st in ein kunstvolles Gewebe von Bündnissen ein, eine daß diese es bemerkten. Sogar der große spa- mche Minister Olivares war ihm in keiner Weise pwachsen. Vor dem Staatsrat am 13. Januar 629 erklärte Richelieu: „Wenn der König sich zum is:chtigsten Monarchen der Welt und zum ange» fünften Fürsten der Erde machen will, muß sich iankreich Pforten nach allen benachbarten Staub' öffnen; es muß feine Stellung in Metz stärken d, wenn möglich, bis Straßburg vordringen, um b-en Eintritt nach Deutschland zu haben. Nach der hweiz sollte Neuchatel, nach Savoyen Saluzzo ngang verschaffen. Das erfordert viel Zeit, große Überlegung und ein vorsichtiges, verdecktes Verhol- in." Als Ludwig XIV. und Napoleon I. von diesem verdeckten Verhalten" abwichen, erlitten sie Miß- 3m Wolga-Don-Ge-iet neue feindliche Angriffe gescheitert. anderen Seite die englische Lebensform immer mehr in der Konvention erstarrte, als sich brutalster Materialismus und jener typische Hochmat und die ebenso charakteristische Selbstgefälligkeit in jenen Schichten breitmachten, die durch die Raubzüge des Empires zu ungeheuren Vermögen gekommen waren, war eine neue Situation gegeben, die die Gegensätze stark verschärfte. Das führte zwangsläufig dazu, daß alles Wirtschaftliche überbewertet, dagegen alles Menschliche der Mensch war Träger der Verantwortung und der Würde, nicht mehr die lebendige Gemeinschaft bestimmte das Tun, sondern einzig und allein der Profil, das Geltenwollen, der Hoheitsanspruch der Wirtt schäft, der in England durch das Judentum zudem noch jene typisch rationalen Züge annahm, den wir aus der Zeit des deutschen Niederganges nach dem ersten Weltkrieg zu gut kennen. Der Erfolg rechtfertigte schlechthin alles: Rücksichtslosigkeit, Brutalität, Zynismus, schrankenlose Eigensucht und ein widerliches Raffertum auf Kosten der Aermsten der Armen. Man braucht nur an die britischen Kohlenbarone zu denken, die Hunderttausende in furcht- barstem Elend verkommen ließen, um ihren Zins von den ,Flechten" einzustreichen, die ihnen angeb. lich der bloße Besitz des Bodens gewährte. Der krasseste Materialismus hielt die britische Nation im Würgegriff und hält sie auch jetzt noch. Die britische Oberschicht sieht in diesem Kriege wie in dem vorhergegangenen einen „reizenden" Weg, noch reicher, noch mächtiger zu werden. Mag sich die Masse den Kopf zerbrechen, woher sie das Notwendigste nehmen soll, mag sie in Sorgen leben, nach dem Kriege wieder von einer furchtbaren Arbeitslosigkeit überfallen zu werden, die plutokratisch-materialistische Oberschicht ist nicht gewillt, an diesen unerhörten Zuständen, die die Grundlage ihres Reichtums bilden, auch nur im geringsten etwas zu ändern. Einzig und allein die Frage, ob man durch em gewisses — und nach unseren Begriffen geradezu lächerliches — Entgegenkommen vielleicht einen größeren und willigeren Arbeitseinsatz während dieses Krieges erreichen konnte, bestimmt die Auseinandersetzungen über den Be- veridge-Plan in jenen Kreisen, deren Gememschafts- sinn längst vom krassesten Eigennutz erstickt wurde. Don der Frage, daß der Mensch innerhalb einer Volksgemeinschaft ein Recht au f Arbeit hat, daß er sich nicht afe ausgestoßene Masse, sondern als sinnvolles Glied eines lebendigen Organismus zu fühlen hat, ist heute in England ebensowenig die Rede wie von dem anderen Problem, daß die Wirtschaft die Pflicht hat, sich so einzurichten, daß nicht das private Gewinninteresse obenansteht, sondern die Selbstverständlichkeit, jeden Volksgenossen m Arbeit und Brot zu stellen. It’s a long way to Tipperary — aber der britische Arbeiter hat doch so etwas wie das Wehen einer neuen Zeit verspürt, das die überholte britische Wirtschaftsordnung eines Tages in den Ascheimer fegen konnte. Bkn. Oie Ll-Boot-Gefahr. Das ungelöste Problem der britischen Kriegführung. Stockholm, 3. Dez. (Europapreß.) Wie sehr die U-Boot-Gefahr für England zum Alpdruck geworden ist, zeigen nicht zuletzt die immer wieder laut werdenden Warnungen führender Briten vor einer Unterschätzung der Wirksamkeit dieser Waffe. „Svenska Dagbladet" stellt in einem Bericht aus London fest, daß die U-Boot-Gefahr nach drei Kriegsjahren noch immer Englands größtes ungelöstes Kriegsproblern sei. Es gehe jetzt auf den Weltmeeren mehr Unterseeboote als je zuvor in diesem oder im ersten Weltkrieg. Der Korrespondent unterstreicht die aus dem Geleitschutzdienst erwachsenen gewaltigen Anforderungen an die englische und — bis zu einem gewissen Grade — auch an die amerikanische Flotte. Ein Durchschnittsgeleitzug von 25 Schiffen werde im besten Falle von vier großen und sechs kleineren Zerstörern geschützt. Geschützt werden aber müßten die 3000 Seemeilen lange Strecke England—Amerika, ferner der ungefähr 11000 Seemeilen lange Weg nach Suez um das Kap der Guten Hoffnung herum und außerdem die 2000 Seemeilen lange Straße Island—Murmansk. Da ungefähr 3000 alliierte Schiffe sich täglich auf diesen drei Routen befinden, würden von Beginn bis zum Ende der Reise 480 große und 720 kleinere Zer- Jtörer allein als Geleitschutz nötig sein. Da lies selbstverständlich unmöglich sei, könne das Geleitschutzsystem nur für Teile der Seewege und für bestimmte Arten von Schiffen zur Anwedung kom- Oer Wehrmachtberichi. DNV. Aus dem AührerhaupkquarNer, 3. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Kaukasus wurden die Kampfhandlungen durch Hochwasser und ungangbare Degeverhältnisse tack beeinträchtigt. Trotzdem wurden an einigen Stellen örtliche Gefechte mit dem hartnäckig angrei- enden Gegner geführt, in denen die Sowjets hohe Verluste erlitten. Starke feindliche Kräfte wurden nördlich des T e r e k im Gegenangriff geworfen, ein Kavallerieregiment zerschlagen, zahlreiche Gefangene und Beute eingebracht. Kampfflieger verfolgten den liehenden Gegner und zerstörten zahlreiche schwere Waffen und Fahrzeuge. 3n der Kalmücken st eppe sperrten deutsche motorisierte Truppen nach überraschender, weit aus- holender Umfassung die rückwärtigen Verbindungen der Sowjets und vernichteten mehrere Kolonnen. Auch gestern scheiterten erneute Angriffe starker Infanterie- und Panzerverbände des Feindes im Wolga —Don-Gebiet an dem zähen Wider- tand der deutschen und rumänischen Truppen. Im Zusammenwirken mit starken deutschen und rumä- Nischen Luftskreitkräften wurden dem Feinde hohe blutige Verluste zugefügt und allein zwischen Wolga und Don 60 Panzerkampfwagen abgeschoffen. Im Abschnitt Kalinin —Ilmensee wiesen Verbände des Heeres und der Luftwaffe in an- dauernden schweren Abwehrkämpfen sämtliche feindlichen Angriffe, zum Teil im Gegenangriff, blutig ab und vernichteten 106 Panzerkampf, wagen. An der Eismeerfront wurden sowjetische Tokio, 3. Dez. (DNB.) Das kaiserliche Hauptquartier gibt bekannt, daß japanische Zerstörer in der Nacht zum 30. November einen starken feindlichen Flottenverband in der Nähe des Hafens L u n g a auf Guadalcanar angegriffen haben. Versenkt wurden ein Schlachtschiff, ein Kreuzer vom Typ „Augusta" und zwei Zerstörer. In Brand gesetzt zwei Zerstörer. Ein japanischer Zerstörer ist gesunken. Die japanische Zerstörerflottille sichtete kurz nach Sonnenuntergang in der Nähe von Lunga eine in Schlachtordnung fahrende feindliche Flotte, die aus einem Schlachtschiff, vier Kreuzern und zehn Zerstörern bestand. Trotz des starken Unterschiedes m der beiderseitigen Kampfkraft stürzte sich die japanische Flottille auf die feindliche Schlachtlinie und eröffnete den Angriff mit Geschützen und Torpedos. Zehn Torpedotreffer, wurden auf dem feindlichen Schlachtschiff erzielt, dessen Klasse wegen der Dunkelheit nicht festgestellt werden tonnie. Ein schwerer Kreuzer der Augusta-Klasse wurde eben- falls von mehr als zehn Torpedos getroffen und augenblicklich versenkt. Die japanischen Streitkräfte auf der Insel Guadalcanar beobachteten die Schlacht. Das Nachtgefecht bei Lunga ist das zweite Gefecht, bei dem eine starke Flottille japanischer Zer« men. Weiter heißt es in dem Bericht, daß die in, der anglo-amevikanischen Presse wiederholt verbreitete Behauptung über angebliche Ermüdungserscheinungen bei den deutschen U-Boot-'Besatzungen nicht der Wahrheit entsprächen. „Die aus dem U-Boot-Krieg entstehenden Ausgaben für ine englische Marine sind überwältigend", heißt es zum Schluß. Kampf gegen Kommun-smn« und englische Agitation in Frankreich. Vichy, 3. Dez. (Europapreß.) Im Kampf gegen den Kommunismus und englische Agitation hat französische Polizei im November im bisher unbesetzten Frankreich 160 Verhaftungen und 67 Jnternierun- Truppenansammlungeu durch Luftangriffe zersprengt, Stadt und Hafen von Murmansk und Kola schwer getroffen. In der Zeit vom 11. bis 30. November wurden 309 Sowjetflugzeuge vernichtet. 220 wurden in Luftkämpfen, 71 durch Flakartillerie der Luftwaffe und 15 durch Truppen des Heeres obge- fchoffen, die übrigen am Boden zerstört. In der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 83 eigene Flugzeuge verlöten. In der westlichen Cyrenaika fügte die Luftwaffe dem Feinde wiederum starke Verluste an Panzerspähwagen und Kolonnenfahtzeugen zu. Die Hafenanlagen in Tobruk waren in der vergangenen Nacht das Ziel schwerer Bombenangriffe. Bei örtlichen Gefechten in Tunefi en wurden 200 Gefangene eingebracht, 34 Panzerkampfwagen und 6 Panzerspähwagen vernichtet. Die feindlichen Nachschubhäfen in Franzöfisch-Nordafrika wurden laufend aus der Luft angegriffen und größere Zerstörungen erzielt. Lin deutsches Unterseeboot versenkte im westlichen Mittelmeer durch zwei Torpedo- treffer einen britischen Kreuzer der „Londons-Klasse. Vor der Küste von Algerien wurde ein britischer Zerstörer durch Bomben getroffen und von der Besatzung verlassen. Lin Bewacher wurde versenkt. Britische Bomber führten in der Vacht zum 3. Dezember Angriffe gegen Westdeutschland. In einigen Orten im Rhein-Main-Gebiet entstanden geringe Gebäudeschäden. Fünf feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. An der Südostküsie Englands bekämpften deutsche Jäger bei Tage Eisenbahnziele und Trup- penunterkünfte. ftörer zum Einsatz gebracht wurde. Zum ersten Male erfolgte solch ein Einsatz in der Nähe der Insel Bali am 20. Februar, wo die amerikanisch-holländische Flotte geschlagen wurde. Trotz der wiederholten Niederlagen in den Salomon-Gewässern senden die Vereinigten Staaten weiterhin Verstärkungen nach der Insel Guadalcanar, aber die japanische Marine lauert der neuen Beute auf. Bei dem als versenkt gemeldeten nordamerikanischen Kreuzer vom Typ „Augusta" handelt es sich um einen schweren Kreuzer von rund 9000 Tonnen. Diese Schiffe der „Northhampton-Klasse" sind in den Jahren 1929 und 1930 vom Stapel gelaufen. Sie haben eine Bewaffnung von neun 20,3-cm- Geschützen, vier 12,7-cm-Flakgeschützen, zwei 4,7- und acht 4-cm-Flakgeschützen, verfügen über vier Flugzeuge und eine Besatzung von 611 Mann. Die Northhampton-Klasse bestand aus den Kreuzern: ,Augusta", „Houston", „Chicago", „Louisville", „Chester", und „Northhampton". Von diesen sind die Kreuzer Houston" und „Louisvitte" bereits früher versenkt worden. Bei der „Nachtschlacht von Lunga" sind zum erstenmal japanische Zerstörerflottillen in größerem Ausmaß erfolgreich eingesetzt worden. gen vorgenommen. In der Gegend von Toulouse konnten die Rädelsführer einer brittsch-kommunistt- schen Bewegung verhaftet werden. Bei dieser Gruppe wurden große Mengen Explosivstoffe gefunden. Ebenfalls in Touloufe hat die Polizei Mitglieder einer kommunistischen Jugendorganisation verhaftet, wobei eine beträchtliche Menge Flugblätter beschlagnahmt wurde. 68 Verhaftungen und 37 Internierungen von Gaullisten wurden vorgenommen. In der Gegend von Lyon und Toulouse wurden Geheimsender und Tausende von englischen Flugblättern beschlagnahmt. 70 Terroristen wurden unschädlich gemacht, in ihren Wohnungen wurden Waffen und Explosivstoffe gefunden. Heuer japanischer Seesieg bei Guadalcanar. 3« Mutters Backstube. Von Alfred Petto. Die Scheiben der Schlafstube waren noch nachtgeschwärzt, als die Mutter den Knaben weckte, damit er ihr beim Zubereiten des Weihnachtsgebäcks ein wenig zur Hand gehe; er hatte es sich abends zuvor von ihr erbeten. Er wollte für die nötige Feueruna sorgen, wollte den Teig rühren helfen, was je nach der Art des Gebäcks eine halbe bis eine ganze Stunde beanspruchte, und die Formen ausstechen. Alles in allem ein verlockendes Tun für einen zehnjährigen, weihnachtsseligen Knaben. Als Lohn behielt er sich im geheimen vor, nebenher auch von all den süßen Zutaten nach Herzenslust zu naschen. Er sprang in die Hosen und wusch sich. Die größere Schwester und der kleine Bruder lagen noch in tiefem Schlaf. In der nächtigen Küche, in der die Mutter die Gaslampe entfachte, empfing ihn die schale Verschlossenheit der frühen Morgenstunde; das Feuer glomm dünn in der zerfallenen Asche, der Ofen strömte Kälte und Fremdheit aus. Der Knabe eilte mit dem Kohleneimer und der Kerze in den Keller, lud Feuerholz und Kohlen ein und zündete das Herdfeuer an. Die Mutter trug indes die Kuchenbleche mit den zu Sternen, Vögeln und Herzen ausgestochenen Teigstückchen herein und stellte sie auf den Tisch und den Schrank. Bis sein Backfeuer die erforderliche Kraft habe, könne der Teig noch etwas stehen, meinte die Mutter. Nun hob sie die große Teigschüssel auf den Tisch, holte das leinene Säckchen mit Mehl, ein Dutzend und mehr Eier, Butter und Zucker herbei, dann zog sie das Gewürzschubfach in der Anrichte heraus mit feinen düftereichen Fläschchen und Tütchen. „Du kannst nun schon das erste Blech einschießen", sagte sie mit einem Blick auf die Herdplatte, die sich langsam anrötete. Er öffnete die Backofentür und schob das erste Blech ein. Am besten, er blieb gleich vor dem Backofen sitzen, um den richtigen Augenblick nicht zu versäumen. Nach der Mutter Weisung sollte er nach etwa fünf Minuten das eingeschobene Blech umgedreht einschieben, damit auch die zuvorderst liegenden Formen ausbüken. Na, fügte sie hinzu, er werde schon zusehen, daß sie schon knusprig, goldgelb würden und nicht anbrannten, er müsse nur für ein gleichbleibend starkes Feuer sorgen. Das tat er auch, er drehte das Blech, schob es ein, und nach weiteren fünf Minuten lag ein gutes Dutzend goldgelben, warm duftenden Buttergebäcks auf dem geflochtenen Kuchensieb. So buk er .Blech um Blech, während die Mutter jedes sofort wieder von den Krumen säuberte und einschmalzte. Sie ließ dem Knaben nun überhaupt freie Hand. Es gab ihm ein Gefühl von Stolz. Die Mutter war jetzt auch so mit sich selbst beschäftigt, daß sie keine Zeit mehr hatte. Sie mischte allerlei feine Gewürze ins Mehl, eine Messerspitze Nelken und Hirschhornsalz, einen Teelöffel Zimt, goß Zitronat und Orangeat und schnitt Mandeln hinein, auch ein Quentchen Anis, Fenchel und Pottasche, zuletzt träufelte sie den mit Zucker aufgelösten Honig dazu und begann mit dem Holzlöffel zu rühren. „Für Honigplähchen!" sagte sie. „Probier mal!" Er nahm einen Löffel voll des bräunlichen, würzigen Teiges und schleckte ihn mit Behagen. „Schmeckt's?" fragte sie, und er nickte. „Der Vater ißt sie so gern!" bemerkte sie. Ihre Stimme hatte jetzt einen verschleierten Ton, sie zog die Luft mit einem kaum vernehmlichen Seufzen ein, ihre Stirne neigte sich um weniges tiefer über die Schüssel, während sie mit dem einae- ftemmten Holzlöffel durch den zäher werdenden Teia ihre pflügenden Spiralen warf. Sie dachte wohl daran, daß der Vater in biefem Jahr, zum ersten- mal, nicht mit ihr und den Kindern unterm Weib- n"chtsbaum stehen würde. Aber daß er das fromme Fest wenigstens auf der Zunge und somit auch im Herzen mit ihnen verspüre, draußen in Feindesland, darum buk sie dies sein Lieblingsaebäck. Ja. nicht nur die Honiavlätzchen, sondern auch die kräftig-groben Pfeffernüsse, das zarte, krosse Svritz- gehackene, die braunen Zimtnwfseln und auch jenes fast fteinharte Gebäck ihrer dörflichen Heimat, das man in Holzfarmen ousdrü-fte und daher Hölz- gebacken-s hieß Die K'nder liebten es nicht Das allermeiste Gebäck laa übrigens schon fertiggeb^cfen in der Schublade des Verttkos, dem gewohnten 9Tuf= bemabrungsverfteck. das sie mit Strenae zu hüten vslegte. Der größte Teil mürbe in den nächsten Tagen in drei Feldnostschachteln verpackt werden mit einem Bries ein iedes. und in das eine würd" noch ein F"mili»nbild htneinfnmm»n. daraus man die Mutten, die Schmetter und die Knaben sah. ^i-ser Monaen blieb b»m Knaben imn"ra-»Ks'^ mit seiner heimeligen Zurüstung eines feinschmeckerischen Weihnachtsgrußes an den Vater draußen, ja nicht nur an ihn, sondern auch an den Vetter der Mutter, der im vergangenen Sommer auf Besuch gewesen war und nun in den Schneegefilden Rußlands lag. Er war ein breitschultriger, bäuerlicher Mann, und nun im grauen Rock des Kavalleristen mit den hohen Reitstiefeln und der lederbesetzten Hose der Inbegriff kriegerisch-unverwüstlicher Kraft, indes er in der Stube auf und ab= schritt, knirschend vor Leder. Er hatte den Knaben in der Handhabung des Karabiners, den er bei fick trug, unterwiesen und ihm ein blaues, langschir- miges Franzosenkäppi geschenkt. Auch er würde von bieierft G"bäck bekommen, die Schwester den guten Rest für ihr Liebespäckchen an einen unbekannten und gleichwohl aus vielen jungenhaft übermütigen Briefen liebenswert gewordenen Verwundeten. Es war gewiß, ein jeder würde alles aufs beste Herrichten und verschicken. Als der Knabe danach den Teig des Spritzgebacke- nen durch die Sternenöffnunq der Spritze trieb, wurden es lauter lateinische Buchstaben, er lernte sie gerade in der Schule. Das G freilich schien ihm verdrückt und kümmerlich, er aß es dann lieber gleich auf, doch mutete es ihn wie eine Sünde an. Sie rührten, kneteten, stachen aus und buken so Stunde um Stunde. Das große Haus lag still. Manchmal tauschten sie ein paar Worte in einer inarmen Gesprächigkeit und in der besänftigenden Entfernung von der düsteren Wirklichkeit. Der Tag wollte sich lange nicht erhellen. Der Regen jagte feine Tropfen gegen die Scheiben und plätscherte aus der Dachrinne auf die Fensterbank. Der ungestüme und bedrohlich jaulende Wind schnob über die Dächer, er verfing sich in der Ecke des nacht- dunklen .Häuserwinkels und riß an den klappernden Fensterläden. Er fraß das Backfeuer des Knaben auf, fo daß er noch zweimal in den Keller steigen und Kohlen heraufholen mußte. Der garstige Wind! War er nicht wie ein finsterer Abgesandter jener feindlichen Geisterwelt? Aber der Knabe wußte sich geborgen und sicher, fühlte fi warm und behütet vor ihm, wie in einem festen Turm. Süße Backgerüche umschwebten ihn, und er häufte feine braunen und goldgelben Dankesgaben in die Körbchen, ohne auch nur eins von ihnen zu vernaschen. Nebenan in der Stube, Wand an Wand mit ihm Der em Zeorg rnnen P Sieben 0 op- iiirad ilgt ist, ■ jirius für ttst ein! M ftubl' i an bei jinarius Der a- <>■ rtur an !°1lhe. K)3 in liierte ei nb promi : sch in' 'langen. w ■ Ligsburg Kelberg 3 dort ll i: ta n Kinder 'chen Lei iftitut di in Amt mes Nac 3n diese n Heschi arg, Pro l.ßebens v. in Kiel, unierte i r Sonn. rBn u Men m l'jormatii r Wände Die isnah^i Bi* fS 'Uiiing st idihre Weis L von §Ste> s Förderung der Familie in Bulgarien. Sofia, 3. Dez. (Europapreß.) Der bulgarische Innenminister hat dem Svbranje einen Gesetzeni- murf über die Forderung kinderreicher Familien zugeleitet. Er sieht Ehestandsdarlehen sowie steuer- liche Erleichterungen vor. Aus einem Sonderfonds aus einer Besteuerung kinderloser Familien in Höhe von 3 bis 25 v. H. des Jahreseinkommens und einer Junggesellensteuer im Umfang von 5 bis 20 v. H. des Tageseinkommens. Junggesellen im Alter von mehr als 27 Jahren dürfen kein Staats-, Kommunal- oder anderes Amt im öffentlichen Dienst bekleiden und können innerhalb von achtzehn Monaten entlasten werden, wenn sie keine Heirat eingehen. Kunst und Wissenschaft. Geheimrat korfchelt 50 Jahre Marburger Professor. Der Senior der Universität Marburg, Geheimratz K o r s ch e l t, wurde vor einem halben Jahrhunden zum ordentlichen Professor der Zoologie an der Philipps-Universität ernannt. Er ist Marburg treu geblieben, obwohl er mehrere ehrenvolle Rufe an andere Universitäten erhielt. Zweimal bekleidete er das Amt des Rektors. Bahnbrechend waren feine Arbeiten über die Entwicklungsgeschichte der Tiere und über Regeneration. Jahrzehnetlang gab er den „Zoologischen Anzeiger" heraus; bei der ersten und zweiten Auslage.des „Handwörterbuchs der Natur« Wissenschaften" war er Mitherausgeber. Lange Jahre war er Schriftführer der „Deutschen Zoologischen Gesellschaft" und später ihr 1. Vorsitzender. Die Marburger Medizinische Fakultät ernannte ihn zum Ehrendoktor. Paul Bonah 65 Jahre alt Württembergs bekanntester Architekt und einet der führenden deutschen Baumeister überhaupt, der Stuttgarter Hochschullehrer Prof. Dr.-Jng. e. h. Paul Bonatz wurde 65 Jahre alt. Schon als junget Baukünstler machte er sich einen Namen, als er vor 31 Jahren aus dem Wettbewerb für den neuen 1928 vollenden. Schon vor 1914 hatte er die Tu- ... binger Universitätsbibliothek, die aderheill Stadthalle in Hannover, das Düsseldorfer Stumm« kckzinall Haus und das Juwelierhaus am Kölner Dom ttDezemk schaffen, das Heilbronner Ehrenmal, die Sektkellerei Henkel in Biebrich, Brücken der Reichsautobahn und das Baseler Stadtmuseum geschaffen. Bonatz, der seit dem Jahre 1908 als Nachfolger von Theodor Fischer an der TH. Stuttgart wirkt, wurde in Solgne bei Metz geboren. Er studierte in München Architektur, wurde später Assistent bei Theodor Fischer in Stuttgart und ist feit Frühjahr 1935 Berater des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen, Ehrendoktor der Technischen Hochschule Aachen, Mitglied der Preußischen Akademie für Bauwesen und der Preußischen Akademie der Künste. Die Bauten von Paul Bonatz zeigen alle ein hockentwickteltes Gefühl für Maß und Harmonie. Keine Form ist bei ihm zufällig, jede ist aus dem Bedürfnis der Zeit, aus dem Zweck des Baues und aus dem unendlich feinen, unbeirrbaren Gefühl für ihren Zusammenklang mit der Umgebung entstanden. Sabine Lepsius f. Stuttgarter HauptbahHhof als Sieger jinanus hervorging. Dieses gewaltige Bauwerk konnte er M B allen Schwierigkeiten des ersten' Weltkrieges und iipM E der furchtbaren Nachkriegszeit zum Trotz im Jahre sandte Im 79. Lebensjahr starb die Malerin und Dich- raef der terin Sabine Lepsius. Als Tochter des Porträt« Merjitä: und Historienmalers Gustav Graef und Gattin des M 65. ßi bedeutenden Porträtmalers Reinhold Lepsius lebte« fid) 19C sie von Kindheit an in einem künstlerischen Milieu. Mor nach Die hochbegabte Frau ist besonders als die lang« p Köln jährige Freundin Stefan Georges und durch fcnffurt. ihre persönlichen Erinnerungen an den Dichter her« p ferne vorgetreten. Sie war wohl die einzige, die aus wirk- Wischen 1 kicher Freundschaft mit dem Dichter ein lebendiges lilltschen" Bild von ihm der Nachwelt überliefert hat. „Der Löwe von San Marco". Etwas geziert nennt sich das drollige Spiel des heute fünfzigjährigen Luigi Bonelli „Intermezzo", es ist aber eine recht bunte und ganz und gar auf unsere Lachmuskeln angelegte Volks- komödie, die vom herben Stegreif bis zum gescheiten Bonmot alle Färbungen kennt und zu verwenden weiß. Bonelli hat bis jetzt rund 20 Schau« spiele und Operntexte geschrieben. Bekannt wurde feine Goldoni-Komodie „Das Komödia-ntenschifft. Bei der Uraufführung im Frankfurter Schauspielhaus hat Toni Impekoven als Spielleiter alle Pur« und der Mutter, ruhten noch immer die Schwester und der kleine Bruder in schwerelosem Schlaf. Als sie erwachten, empfing sie der tröstliche Glanz des aufgehellten Tages und der Duft weihnachtlicher Erwartung. Büchertisch. Tode ien. ihrigen fjen schv F Ange! ®d) Auß jjbols eii »Micher -J-trere 2 iher Der Wrtenstoe St 'M g/'l. fei' im Nacherleben der seelischen Kämpfe des jungen Offiziers mitteilt: im Widerstreit zwischen der be- schwärenden Anrufung einer geliebten Frau, die stni den Weg zur Flucht und zur Reftung weist, und heffi Ehr- und Pflichtbegriff des deutschen Offiziers findet der Oberleutnant die Entscheidung, welche die merkwürdige Begebenheit dem blinden Spiel drS Zufalls entrückt und ihr eine her hichterischen Aus' zeicknung würdige grunhsätzliche Beheutung in Beglaubigung gibt Hans Thyriot — Adolf von Hatzfeld: Der Flug nach Moskau. 177 Seiten. Rütten & ßoening Verlag; Potsdam. — Hatzfeld, her sich früher bereits als feinsinniger Lyriker einen Namen gemacht hat, — auch an hie seinerzeit hier besprochene schöne Reise« schilderung „Positano" mag erinnert werden — gibt in feinem jüngsten Buche eine Erzählung, in welcher sich die schmucklose Gegenständlichkeit des dokumentarischen Berichtes mit her schicksalhaften Verkniip fung und hem tiefen Sinngehalt bes echten Novellen« ftoffes oerbinhet. Es wird hier berichtet, wie kurz nach dem ersten Weltkriege ein junger deutscher Ossi» zier es unternimmt, den ehemaligen Oberkomman- bierenben her türkischen Armee, Enver Pascha, und einen von besten Freunden mit bem Flugzeug nach Rußland zu bringen; wie bas Unternehmen mißlingt, her Flug schon weit vor bem Bestimmungsziel Moskau ein vorzeitiges Ende finhet, wie im ferneren Verlaufe her Ereignisse her heutsche Offizier — infolge bösartig gehäufter Mißverstänbnisse und Widrigkeiten — in falschen Veracht und in Gefangenschaft gerät, schließlich vor ein Kriegsgericht gestellt, erst im äußersten Augenblick rehabilitiert und vak der Vollstteckung eines ungerechten und schimpflichen Todesurteils bewahrt wirb. Diese flüchtigste Skizzierung eines in her Erzählung sorgfältig komponierten unh stilistisch ausgefeilten Handlungsablaufes mag n g™ bereits erkennen lasten, eine wie fpannenhe Lektüre •-’>*••• ben Leser mit bem „Flug nach Moskau" erwartet, wesentlicher freilich als hie stofflich begrünbete äußere Spannung erscheint jene innere, hie sich bem Leser A ■’S J.Nn, L önn it i'? !°9ei ’■Ws | y Wie r 1^5 F I Ahf 5*10*115 r;>rotp i Nnbi ;es uni ohirnnt ttteöeri murin nd Dich 115 leb! ..Goethe uni) die Die deutsche Romantik". leutschen' rbendige den *tmmen." einem utobohi Bona) bier- wer- !wie de gen all- ib har t ist am 5 Baus ren Gt mgebuni n Müv i Theo ihr 1931 deutch 1 Äahv ie Tii. 1 einet lpt, bei 1 zeigt, wie ausgeprägt der Wille des Richters ist, ns Interesse des deutschen Volkes gegen die Ge- Erdung durch einen Dolksschädling in Schutz zu nehmen. . spiel de „Snftf ganz ? Ball- n gesche» verwev ) Schar nt wuid ten« chauspiei alle Pul- Einirit unbert m btr 8 treu an Jete u ' >6"l Tiere er bin en uni Natur, 2?at)r( '8ischeß r. Lii inzun ..Dobl unter einem: neuen Pächter . tjerrn Bergenroth?" mngei als s i neue» Siegs . Aus aller Welt. Todesstrafe für fahrlässige Brandstiftung. „Unter der Leitung von Herrn Bergenroth, ganz recht", erwidert Marswin. „Aber Bergenroth ist nicht der Pächter sondern der Mann der Besitzerin." Helene hat also geheiratet ... Diese Nachricht trifft Rautenberg wie ein Schlag. Er hat Mühe, das Gespräch mit Marswin we'terzuführen. Mars- win sagt noch einiges über diesen Herrn Bergenroth, über seine Änbauversuche. Rautenberg hört nicht recht zu. Die Worte gehen vorbei. Ob Rautenberg auch wegen dieser Versuche jetzt mit V-rgenroth in Verbindung gekommen ist?" fragt Marswin. „Ja ... es handelt sich um die Raffinatnonstechnik. Herr Bergenroth schrieb an mich. Haben Sie jeden- falls vielen Dank für Ihre Auskunft. Herr Doktor!" Frau Helene Bergenroth also? Sie lebt jetzt auf dem Uhlenhof, um den sie sich bisher doch nie kümmerte. Rautenberg kann sich das nicht recht vorstellen ... Und da liegt nun dieser Brief ... „Geehrter Herr Rettenberg ..." Verdammt noch mal! Es paßt mir aber nicht. Ihnen eine Auskunft zu geben, geehrter Herr Ber- genroth! Und Rautenberg zerreißt den Brief vorn Uhlen« hof wütend in kleine Stücke, die im Papierkorb zer- flattern. * Es ist ein Sonntagnachmittag Anfang März. Den Birkenweg. der vom Uhlenhof zu den Wiesen und weiter zum W"si) hin führt, durchweht der Vorfrühling. In den Wipfeln der Erlenbüsche am See lärmen die Stare und schwirren auf, als Helene näher kommt. Sie geht sehr vorsichtig, denn der Fußweg ist nur schmal, und an manchen Stellen gluckst unter ihren Tritten die dunkle moorige Feuchte. Ein leises Geräusch in den Büschen ... die grauweiße Katze huscht vorüber ... „Müsch', du R-benmutter!" schilt Helene. „Laufe gleich zu d-inen Hungen!" Dom nahen Wald herüber kommt ein tiefes uan° ig M bereits chenden Abschnitte nicht verfallen, sondern daß auf die halbe Menge Sauermllchkäse bezogen den kann. Verdunkelrmgszell: 4. Dezember von 17.10 bis 7.45 Uhr. K Der große Irrtum Roman von Mela Brie. tit öne *' in * ÖW Wtn lonbs n in Wens 5 n hn: aats> W »)eitat )i» ianf |nb Köln und kam 1921 als llvoinarms nacy td buri ranffurt. 1932 erhielt er die Goethe-Medaille. Wer her ton seinen Werken nennen wir: „Goethe und die ms wir! Rutschen Universitäten": .Klassik und Romanttk der ^Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) w Sein Blick fliegt über den sachlichen Inhalt des dokvB» schreibens. Er liest den Namen des Absenders: Derknilf iergenroth. Dieser Name besagt ihm nichts: der sßertu^ , giooe011 Uhlenhof aber, das weiß er, gehört Helene. lvieM^ ' ' ' f‘ ro-!'£ — NSG. Das Sondergericht in Breslau hat ^jährigen Rudolf H. aus G. als Volksschädllng legen schwerer Brandstiftung zum Tode verurteilt. !er Angeklagte hatte in einem Industriebetrieb frjTch Außerachtlassung des ihm bekannten Rauch- Verbots einen Brand verursacht, wodurch nicht nur erheblicher Materialschaden entstand, sondern auch mehrere Arbeiter ums Leben kamen und andere shwer verletzt wurden. Das Urteil ist insofern be- vierkenswert, als es die Todesstrafe nicht nur für Kswillige also vorsätzliche Brandstiftung, sondern mit Rautenberg wirft den Brief mit einer heftigen tscher OT rervegung beiseite. Zum Teufel noch mal ... da »rkoni^ hvfft man, endlich mit der Sache fertig zu sein, iascha, & wtb dann kommt so ein Wisch von einem Herrn — kergenroth, und alles Vergangene lebt wieder aus. Wenn man ruhig überlegt, muß man sich aller- Kings sagen, daß der Schreiber des Briefes vielleicht tr nichts mit Helene zu tun hat. Der Uhlenhos War immer verpachtet. Und vielleicht hat Helene Bt den Besitz überhaupt verkauft. , Er nimmt den Bries ■ wieder zur Sond. Oel- luchtanbau betreibt man also jetzt auf dem Uhlen- 16 f und hat nun Fragen nach Rafftnattons- Methoden. k ,9hm fällt ein, daß dieses Gut in der Gegend frier großen Saatzuchtwirtschaft liegen mutz, oie >nn Doktor Marswin unterstellt ist. Und Marswin >s! augenblicklich in Berlin und telephonisch zu er- kirnen. . „ , . Marswin ist über den Anruf erfreut Er hat vwieso die Absicht, in diesen Tagen mit R^uten- lie»Ä ...f-______... e —«„ et- »<> lonnt ho*i >10160- Schwest« ilr grobfahrlässiges Handeln, für bie 0 Nichtbeachtung eines Rauchverbots, verhängt hat. Ucmz ••*■**** •»•»****««* Mill- h?« Richters ist. Mer O Aus her Stadt Gießen. Wohl bekomm'«? Manchmal, unverhofft und meistens bei den unpassendsten Gelegenheiten, muß man einen furchtbaren Kampf mit sich selbst kämvfen: das Gesicht verzerrt sich, man druckt und schluckt — doch im Innern fitzt ein Teufelchen, das sich durch ein Kribbeln in der Nase anmeldet und unbedingt heraus will: der Niesteufel. Man reißt also das Taschentuch heraus und prüftet los, dis einem wahrhaftig die Augen übssrgehen. „Wohl bekomm's!" sagen die anderen, oder sie rufen auch: „Gesundheit!" oder ganz einfach: „Prost!" Aber wenn der Unglückliche bann — er sagt es in den kurzen Pausen voraus — zehn- oder zwanzig- ober noch mehrmal niesen muß, dann heben die anderen abwehrend die Hände, so etwa, wie wenn sich Südländer und Orientalen gegen den bösen Blick schützen. Falls diese anderen es nicht vorziehen, mehr oder minder geistreiche Bemerkungen zum besten zu geben oder allerlei vielfach erprobte Hausmittel dringend anzuempfehlen. „Er niest sich die Seele aus dem Leide", sagt wohl einer, ohne daran zu denken, daß noch heute primitive Völker glauben, die Seele verlasse während des Niesens für einen Moment den Körper. Das Niesen aalt und gilt zumeist als Glücks- und Gesundheitszeichen, und wenn ein Schnupfenkranker alle (Stationen des vorgeschriebenen Leidensweges, als da sind Bäder, Tee, Bettruhe, Schwitzkuren, Umschläge, Tabletten und Pillen und Pulver sowie die als tröslliche Einlagen begrüßten Grogs und Glühweine gut passiert hat und zum erstenmal wieder herzhaft ,Hcttschie!" macht, dann heißt es beispielsweise, daß nun, nachdem der Krank? geniest habe, der erste Schritt zur Besserung getan sei, und der gute Onkel Doktor nicht mehr zu kommen brauche. Denn der Aberglaube — oft merkt man gar nicht einmal, daß es einer ist — stirbt nie aus. Oestlich j ber Elbe legt man noch heute dem Niesen vor dem Frühstück besondere Bedeutung unter: das Niesen bedeute an den einzelnen Tagen: Montag: geschenkt' Dienstag: gekränkt; Mittwoch: beliebt; Donnerstag: betrübt; Freitag: geehrt; Samstag: verkehrt; Sonntag: Gesellschaft. Aber einerlei, ob man abergläubisch ist oder nicht — wenn einem einer etwas niest (was in diesem Falle wörtlich zu nehmen ift). Jage man getrost seinen guten Wunsch: nmn wünsche dem Niesenden herzlich: „Gesundheit!" Denn das ist ein Wunsch, der überall gern gehört wird. Fr. H. Gedanken zum kommenden Opfersonntag. NSG. Die Straßenbahn ist voller Menschen, die zur Arbeit fahren. Der Schaffnerin sind viele Gesichter vertraut, und über die dienstlichen Obliegenheiten hinaus bleibt manchmal Zeit für ein Wort frohen Gedankenaustausches. „Wie geht es den Kindern?" Mag diese Frage auch zu wiederholten Malen an oie junge Schaffnerin gestellt worden fein, sie zaubert immer wieder ein glückliches Lächeln auf das Gesicht der jungen Mutter, die jetzt wie ungezählte andere ihr Wirken über den häuslich begrenzten Pflichtenkreis hinaus erweitert hat und im'Kriegseinsatz in helfender Bereitschaft an den leeren Arbeitsplatz eines Mannes getreten ist. Die Kinder —! Die Gedanken dürfen sich ihnen länger wdmen, während die Antwort ein kurzes Zugeständnis ihres Wohlergehens umschließt. Was sie wohl jetzt gerade spielen mögen in der quicklebendigen Gesellschaft kleiner Altersgefährten, die die NSV. in ihrem Kindergarten in schützende Obhut genommen hat? Oh, sie werden es heute abend wieder in munterer Aufgeschlossenheit berichten. Ein zuftiedenes Lächeln geht über das Antlitz der Mutter. Ein Lächeln, das die Fahrgäste unmerklich hinausbegleitet in ihren pflichterfüllten Alltag, es wird zum stillen Spender neuer Kräfte. Denke daran, wenn du wieder am nächsten Opfer- fonntaa Vtr Svende für das Winterh'lfs^erk aufgerufen wirst. Unsere Spende für das WHW. birgt einen Segen hellender Tat, die durch die NS.- Volkswohlfo^rt vielfältig Verwirklichung findet im Dienste an Mutter und Kind. Oie balbe Menae Sauermilchkäse. NSG. Infolge der jahreszeitlich bedingten rückläufigen Bewegung in der Milcherzeugung werden die Kleinvertefter nicht immer in der Lage fein, die Verbraucher restlos mit Speisequark zu beliefern. Es ist daher Vorsorge getroffen, daß die entfpre» idbaume eines burlesken Humors fröhlich schießen laffen, von seinen Schauspielern weÄlich unterstützt. Zeter Steinbachs Mhnenbilder boten köstliches italisches Milieu. Das amüsierte Publikum holte rtii seinem Beifall Spielleiter und seine Helfer noch uiter dem „Eisernen" hervor. Ludwig Beil. (Eine neue Oper von vollerthun. Georg Vollerthun und Oswald Schrenk, die zu- tonnten schon „Das königliche Opfer" ge- jchrieden haben, arbeiten gegenwärtig an einer reuen Oper „Des Königs Pag e", deren Vor- purf frei nach der Novelle „Gustaf Adolfs Page" von tonrad Ferdinand Meyer gestaltet wird. Ein Kulturfilm um kopernikus. Die Prag-Film-Aktiengesellschaft beginnt mit den Aufnahmen zu einem Kulturfilm, der das Leben •>nb Wirken des Astronomen Nikolaus Kopernikus gestalten wird. Die Spielleitung liegt in den Händen jdh Kurt Rupli, der auch das Drehbuch schrieb. Als pisienfchaftlicher Mitarbeiter steht ihm Bruno H. Bürgel zur Seite. Der Film, der auch die einmanb- trete deutsche Dolktumszugehörigkeit des großen Forschers barlegen wird, will die grundlegende Be- jeutung seiner Entdeckung — die Drehung der Erde mb ihre Bewegung um bie Sonne — in anschau- lcher Weise darstellen. Hochschulnachrichten. Der a. o. Professor für englische Sprache und Literatur an der Universität Erlangen Dr. Heinrich ssa11hes ist zum o. Professor ernannt worden. in Köln und kam 1926 nach Hamburg. Von seinen Berten nennen wir: „Staat und Kirche vor . der Deformation": „Martin Luther"; „Das Rheinland in Wandel der Zeiten". — In diesen Tagen voll- d)et der Ordinarius für deutsche Philologie an der PortÄ Universität Frankfurt, Prof. Dr. Franz Schultz, rttin bc yin 65. Lebensjahr. In Culm geboren, habilitierte ;tj| r sich 1903 in Bonn und kam 1910 als a. o. Pro- Milier ssor nach Straßburg. Er wirkte dann in Freiburg Köln und kam 1921 als Ordinarius nach ch an der T. H. Dresden, wurde dort 1936 Extra- .... rbinarius und folgte 1937 einem Ruf an die Uni- Mtfe s jerfität Breslau. 1939 kam er an die Universität ~ ' s eipzig. Er ist Herausgeber ber „Zeitschrift für an- emanote Psychologie und Charakterkunde". Der emer. Ordinarius für innere Medizin und b H Kinderheilkunde an ber Universität Erlangen, Geh. tedizinalrat Dr. Friebrich Jam in, vollendet am >om gb Dezember fein 70. Lebensjahr. Samin, der in fugsburg geboren wurde, studierte in Freiburg, eibelberg, Würzburg und Erlangen, habilitierte ch dort 1904, 1907 wurde er Ordinarius und Direk- Itt cm hr des Pharmakologisch-poliklinischen Instituts und “v er Kinderklinik. Nach Errichtung eines pharmakolo- schen Lehrstuhls 1910 wurde das Pharmakologische Institut an dessen Inhaber gegeben. 1939 legte er iin Amt als Leiter ber Kinderklinik in die Hände >ines Nachfolgers Professor Dr. Albert Diethen. n hoch! In diesen Tagen vollendet der emer. Ordinarius Üabemiil|»r Geschichte an der Hansischen Un-iversität Ham- farg, Professor Dr. Justus Hashagen, fein t5. Lebensjahr. In Bremerhaven geboren, studierte r in Kiel, Tübingen, Rostock und Leipzig und probierte 1900 in Leipzig. 1906 habilitierte er sich h Bonn. 1920 bis 1926 wirkte er als Ordinarius s- mI-N»' s e»£ !°A 'm« £li H1'10 0,e Allillyi, >N “'ei“1 "... jun6* zusamm-nzukomm-n. Ja. er kennt b»jj Uhlen her* M. Und auch den Besitzer. Er antwortet klipp und sjeifO Ihr; er hat keine Veranlassung, Herrn Rautenberg ltl*f Auskunft zu geben. , . k. gffiji'? "Rein, verkauft wurde der Besitz nicht. Und die "Jfdie3 icnze Wirtschaft dort, die wohl sehr vernachlafstgt ' pr, fch-int jetzt einen großen Auftrieb zu be- Hl fllhmen " 1903 in Nieder-Beerbach (Kreis Darmstadt) geboren, fubierte er in Tübingen, Heidelberg und Gießen mb promovierte 1926 in Gießen. 1932 habilitierte r sich in Breslau und kam als a. o. Professor nach klangen. — Am 1. Oktober kam als Nachfolger von Professor Krohmen, der einem Ruf nach Berlin ge« pjgt ist, Professor Dr. Philipp Cerfd) als Ordi- e. h jdrius für Psychologie an die Universität München. r ist ein gebürtiger Münchner, hat in seiner Vater- abt studiert und promoviert. 1929 habilitierte er „Die Entlassung" - „Film der Nation". Festaufführung im Gloria-Palast. Die nach Heimkehr", „Ohm Krüger" und „Der große König" mit dem höchsten staatlichen Prädikat „Film der Nation" ausgezeichnete neue Schöpfung der Tobis wurde gestern nachmittag in einer Festvorstellung zum ersten Male auch in Gießen gezeigt. Vertreter aus Partei, Staat, Wehrmacht und Behörden, Vertreter der Betriebsobmänner und der Rüstungsarbeiter sowie zahlreiche Verwundete wohnten als Ehrengäste der Aufführung bei, die, nach der Wochenschau, vom Streichquartett des Städtischen Orchesters mit dem Dortrage des Kaiser- Foto i Tobis-Klagemam Emil Jannings als Bismarck NW* ttSM quartetts von Haydn stimmungsvoll intoniert wurde. Herr Köchling vom Theater verlas einige markante und wegweisende Sätze aus der Rede des Führers vom 30. Januar 1939 und aus seinem Buche „Mein Kampf", mit welchen der Blick aus der heroischen Gegenwart in die tausendjährige Vergangenheit des deutschen Volkes gelenkt wurde. ,^)yperions Schicksalslied" von Hölderlin leitete dann zur Aufführung über. ♦ Während ber vor einiger Zeit hier gespielte erste Bismarck-Film mit Paul Hartmann in der Titelrolle die entscheidungsschweren, von Kriegsstürmen bewegten Jahre des preußischen Ministerpräsidenten schilderte, handelt „Die Entlassung", innerlich anschließend und weiterführend, von den beiden letzten, äußerlich noch friedlichen, aber nicht minder ent- sche'dungsschweren Jahren des Reichskanzlers. Das Drehbuch schrieben Curt I. Braun und F. von Eckardt, und es witt) in einer Vorbemerkung Wert baräuf gelegt, daß der Film sich allenthalben auf historisches Quellenmaterial stütze, daß beispielsweise der Text ber großen Reichstagsrede des Kanzlers dem genauen Wortlaut folge: die Berufung auf Bismarcks „Gedanken und Erinnerungen" endlich läßt erkennen, worauf es den Verfassern des Buches wie dem Spielleiter Wolfgang Liebeneiner ankam, und die hohe offizielle Bewertung ihrer Leistung beruht gewiß nicht zuletzt auf der Einsicht in deren dokumentarische Haltung und Wirkung. Der Film schlldcrt mit einer sinnfälligen Überzeugungskraft, der sich niemand wird entziehen können, die Voraussetzungen wie die Folgen von Bismarcks Entlassung durch Wilhelm II.; er schildert diesen Abschluß eines jahrzehntelangen, genialen Wirkens im Staatsdienste als eine persönliche Katastrophe, die nachzuerleben jedermann erschüttern muß; die Erkenntnis der verhängnisvollen überperfönlichen Folgen, ihrer Wirkungen nämlich auf die Geschicke des gesamten deutschen Volkes und Staates in den auf 1890 folgenden Jahrzehnten ist für den Zuschauer von heute nicht weniger erschütternd und erregend. Man wird hier an einem außerordentlichen Beispiel gewahr, welche Möglichkeiten politisch-geschichtlichen Anschauungs- Unterrichtes dem überlegen gelenkten, künstlerisch gestalteten Fllm gegeben sind: sie sind in ihrer Sug- aeftiüfraft und Dreitenrmrkung von keiner anderen Ausdrucksform zu übertreffen. * Das Schauspiel des Kampfes zwischen Kanzler und Kaiser, dem man hier beiwohnt, ist von einer so erregenden Spannung, weil sich jedermann als Deutscher am tragischen Ausgange persönlich be« teiligt fühlt; weil man einsehen muß, daß die 2lus- einandersetzungen, welche hier geführt wurden, über viele Jahre und Jahrzehnte weiterwirkten, daß ber schließlich zum Bruch führende Streit um die Arbeitergesetzgebung und vor allem um bie Verlängerung des Rückversicherungsoertrages mit Rußland an Schicksalsfragen unseres Volkes rührte: an das damals zuerst sich unabweisbar drohend erhebende soziale Problem, das erst in unseren Tagen einer endgültigen Lösung entgegengeführt werden konnte, und an die Ordnung der staatlichen Machtverhäll- nisse auf dem europäischen Kontinent, die wiederum eben heute unter welterschüttemden Begleiterscheinungen sich entscheidend zu klären beginnen. * Die postume Frage, wie alles gekommen märe, wenn der Rückversicherungsoertrag, der uns vor einem Zweifrontenkrieg bewahren sollte, im Sinne Bismarcks gegen den Willen des Kaisers erneuert worden märe, ist natürlich müfjia. Aber es ist von höchstem Reiz, sich die einzelnen Phasen des Kampfes zu oergegenrnärtigen: dem Spielletter Liebe n e i n e r gelingt es, in einer suggestiven Verschmelzung von Bild und Wort nicht allein die Kraftprobe zwischen zwei im tiefsten Wesensgrunde verschieden gearteten, einander widerstreb enden Persönlichkeiten zu rekonstruieren, sondern auch die vielfältig verzweigten und sich überschneidenden Verbindungslinien aufzuweisen, die Episoden und die Hintergründe, bas Spiel der Zwischenträger, ber Opportunisten und der Kamarilla. Die Regie formt mit einem erstaunlichen Instinkt für 'das Typische bas Bild einer Zeit, einer Generation, einer Kultur und eines Regimes: es spiegelt sich in den Szenen einer Hofjagd ober eines intimen Diners bei Borchardt mit der gleichen Schärfe wie in einer Trau er parade oder einer musikalischen Abendunterhaltung; bie jungen Damen, bie da des Kaisers Intimus Eulenburg beim Dortrage feiner Rosenlieder an schmachten, wirken wie aus einem Gemälde von Makart. — * Sanni ngs ist der Kanzler: ein volkstümliches Porträt, massig und schwer in ber Kürassieruniftrrm, aber schwerer als das Bild von mehr oder minder vollkommener Porträtähnlichkeit wiegt die Zeichnung des Charakters, der großen, zwingenden und überragenden Persönlichkeit, des staatsmännischen Genies, wie es sich im Thronrat und im Reichslage durchsetzt und in jedem seiner Worte gleichsam von der wissenden Nachwelt bestätigt und aerechtsertigt wird; überaus sympathisch wirkt das Fehlen jeder starren Denkmalspose: Jannings gibt einen ganz menschlichen Bismarck, in dem sich Weisheit und Würde des Alters mit trocknem Humor und voll* endeten Formen verbinden. — Werner Hinz in einer schlechterdings verblüffenden Maske fpi:It den Kaiser Wilhelm II.: in seiner Impulsivität, seinem Geltungsbedürfnis, feiner Unreife und Sprunghaftigkeit messerscharf charakterisiert. Werner Krauß ist der berühmte Geheimrat von Holstein, auch er faszinierend in Maske und Spiel, gerade weil beides nicht von vornherein auf düstere Dämonie gestimmt ist, sondern weil dieser Mann anfänglich eher wie ein kühler, korrekter, übrigens feinschmeckerischer Staatsbeamter anmuiet, dessen leidenschaftslose, etwas pedantische Belehrungen ihn zunächst mehr amüsant als gefährlich erscheinen laften. — Noch einige, besonders markante Figuren aus dem großen Aufgebot darstellerischer Kräfte: Paul Bildt als Herr von Bötticher, geschmeidig und „glatt wie ein Aal"; Carl Ludwig Diehl mit den stummen Leidenszügen Kaffer Friedrichs; Theodor Loos, still und nobel, der sterbende alte Kaiser; Christian Kayßler, der rücksichtslos-temperamentvolle Herbert Bismarck; Otto Graf, ein weicher und schwacher Eulenburg; Kämpers, derb und mit bajuwarischem Humor der unbezahlbare Dr. Schweninqer; Schafheitlin, starr und kalt, als ber russische Gesandte Schuwalow. — Hans Thyriot. Öie VeihnacktsbLume kommen. Das Schlagen der Weihnachtsbäume ist beendet. Durch den vorbildlichen Einsatz aller beteiligten ist es gelungen, sowohl in den Wäldern als auch in den Weihnachtsbaumzüchtereien wiederum so viele Wechnachtsbäume zu schlagen wie im vorigen Jahre. Bei der starken Belastung unserer Forstbetriebe für kriegswirtschaftliche Zwecke muß man diese zusätzliche Arbeitsleistung, bie manche verdiente Ruhestunde gekostet hat, besonders anerkennen. Die mei- Lachen. Bergenroth steht dort, in feiner grünen Lodenjoppe, breit und kräftig anzusehen. Er kommt auf Helene zu. Er hat einen Frühlingsstrauß, einen großen Buschen leuchtend gelber Primeln, den er Helene in den Arm legt. „Wie schön? Vielen Dank, Richard! Aber weshalb hast du eben so hohnvoll gelacht?" ,^Hohnvoll ... Gott bewahre! Ueber deine Moralpredigt habe ich gelacht, die du der Muschi hieltest. Und du haft noch nicht einmal ihre ganze Liederlichkeit erfaßt. Das Geschöpf hat schon wieder einen Liebhaber?" „Oh je!" lacht nun auch Helene. Zusammen gehen sie zum Uhlenhof zurück. Es fönat an zu regnen. Bergenroth bleibt stehen und sieht zum Himmel auf. Sein Gesicht sieht zufrieden aus. „Zwei Tage solchen gleichmäßigen Regen", meint er, „und ro;r haben aerobe das richtige Wetter für die Aussaat der Oeldistel. In den Vorjahren habe ich beobachtet, daß die Samen bei Trockenheit drei bis vier Wochen untätig im Roden lagen. Dann aber regnete es vlötzl'ch sehr stark ... und siehe da. innerhalb zweier Tage waren schon die ersten Keimblätter sichtbar." Helene geht ietzt rascher. „Gut und schön", sagt sie. „Aber ohne meinen Regenmantel macht mir das beste Regenwetter keinen Svaß." Ihr Mann betrachtet sie ohne Mitleid Er sieht sie sogar mit Rehagen an und meint: „Nett sieht das aus. wie dein Haar bet der Feuchtigkeit in lauter widorsvenstige Locken springt!" „Schrecklich!" Helene versucht, das Haar zurück- zi'ltreich''n. Es ist ein leichtes Gesvräch — ein Geplänkel, wie sie es nicht oft führen. Aber Bergenroth scheint die Stimmuna gerade geeignet zu finden, eine Frage an feine Kameradin zu stellen, die sich ihm schon öfter ausdränate, ohne daß er sie aussprach. „Ich wundere mich. Hel-ne. d^ß d" die Wintermonate hier dr""ß»n durchgehalten hast. Es war doch ein stilles Leben." „Oh ... wie kommst du darauf? Es war doch gut fo ..." Helene erwidert das sehr lebhaft. Zu rasch, zu lebhaft, denkt Bergenroth. Er ist nicht recht überzeugt. Er meint, es läge doch nahe, daß Helene gesellschaftliche Beziehungen, Theater, Konzerte vermißt. Doch es steht ja in ihrem Belieben, nach Berlin ober sonstwohin zu fahren. „Natürlich ..." Nichts weiter erwvdert Helene. Sie sind jetzt auch am Hause, gehen hinein und sprechen nicht weiter darüber. Am Abend sagt Bergenroth, daß er am Montag ober Dienstag zu Doktor Marswin fahren will. „Er hat mich schon wiederholt eingeladen." „Eigentlich ist jetzt nicht die rechte Zeit", gibt Helene zu bedenken, „denn es sind jetzt keine Kulturen zu besichtigen." „Das nicht. Aber m'ch interessiert immerhin die ganze Anlage dort. Außerdem will ich mir die Saat aus den Schweizer Dersvchskulturen mitbringen, die Marswin auch für mich besorgt hot. Ja, und nun mache ich einen Vorschlag. Helene: Komm mit! Der Betrieb der Saatzuchtwirtschaft int-ressiert dich doch mich. Und von dort fahren w'r dann weiter nach Weimar und bfe'ben einen ober zwei Tage ... gehen vielleicht ins Theater ... Nun, was meinst da dazu?" „3a, dein Vorschlag ist sehr annehmbar. Sehr. Aber ..." „Was hast du einzuwenden?" „Einzuwenden gar nichts. Nur zu fragen, wie du gerade heute daraus kommst?" „Weil du vorhin nicht unbedingt ehrl'ch gewesen bist, Helene. Da hast ja Berlin doch mitunter vermißt!" „Schrecklich bist du, Richard! Dir kann man nichts vorflimkern!" „Tu das auch bester nicht, Helene!" Cs klingt ernst. (Fortsetzung folgt.) 3000 Kilometer durch den Urwald von Vomeo gestalten! Landkreis Gießen. l' Iffism» es immer gleidi >- * rein? jywwwvvwwwiiiwwiJwähflnMi^^ Statt Karten! Danksagung. 2. Dezember 1942. [866&D M, 'tS Jer^ 4.0PFERS0NNTÄGÄM 6.DEZEMBEH Gießen. 3667D TW. 2.30. 4.45, T.3D; io, 2J0.4.30,7.30 VLr Kartoffeln auslesen Gegen Heinere AHtagsbesthwerden ketten oft bekannte Hausmittel, wie -sie audi der Arzt empfiehlt. Nutze in solchen Fällen also deren Heilkraft! Um so sicherer werden dann Dir und Allen bei ernsthaften Leiden die vom Arzt Wie neugeboren fühlt man sich nach erfrischendem Vollbad. Auch das Fußbad ist von bester Wirkung, wenn immer zugesetjt wird eine Handvoll Unsere Heilmiffel und kosmetischen Präparate sind fast in der ganzen Welf bekannt und genießen überall den besten Ruf HEINRICH MACK NACHF. ULM-ILLERTISSEN Die Finanzämter: Alsfeld, Büdingen, Friedberg, (Sichen, Grünberg, Hungen, Lauterbach, Nidda, Schotten. Morgen, Samstag, 5. Dezemb., 20.30Uhr |s67il) Kamerad- schaftöabend im „Hess. Hof". Artilleristenkameradschaft. ■^vjeoajKjdMmlökju^ cüMtdiz, (ü&NS V. t^uMccateAu^gäk TU DEINE PFLICHT UND GIB FÜR DAS KRIEGS-WHW Bezugsanweisungen von WehnnaditseteUen für Trinkbraunfwein und Liköre werden zur prompten Lieferung angenommen. Likörlahrik Carl Küchel Nachfolger ** D i e Ausgabe der Raucherkarten. Au unserer gestrigen Notiz wird uns von zuständiger Seite mitgeteilt, daß in Gießen die Ausgabe der Raucherkarten wegen Ueberlastung des Personals des Ernährungsamtes nicht schon -in der kommenden Woche zusammen mit der Ausgabe der üblichen Lebensmittelkarten und der Weihnachts- Sonderkarten erfolgt. Die Raucherkarten werden vielmehr erst in der übernächsten Woche gesondert zur Ausgabe kommen. ’ ^adijnann übernimmt Buchführungsarbeiten, Buchhaltungsorganisatäonen, Jahresabschlüsse. Schriftl. Angebote unt. 06206 an den Gieß. Anzeiger erbet. ^HPHARMAZf^ Deutscher Alpenverein Zweig Gießen- ZjOaw» Oberhessen v \TI Sonntag, den vr 6. Dez., 16 Uhr im großen Saal des Hotel-Rest. „Hindenburg“ 8643d Vortrag des Universitäts-Garteninspektors Erich Schröder ans Wflrxbnrg: Botanische Streifzüge im Allgäu und in den Lechtaler Alpen mit farbigen Lichtbildern. Eintritt frei. Gäste können eingeführt werden der Universitätsstadt Gießen Freitag, den 4. Dezember 18.30 bis 21.45 Uhr 11. Freitagmiete u. Halbmiete B Lisclott. ♦♦ Den Abgeltungsbetrag für die Sondergebäudesteuer betrifft eine Bekanntmachung der Finanzämter in unserem heutigen Blatte. ** Erst denken, dann schalten! Verdunkelung mit Schuhkartons, Dunkeltüchern, Pappschirmen an der Glühlampe selbst sind unzulässig. Sie schlucken fast alles kostbare Licht, und oft genug bleibt die Lampe unhemerkt den ganzen Tag brennen. Verdunkelung überprüfen und zweckmäßig Schotts v> -Xr£ ? Badesalz in pxwjeflen, Apotheken dricj Fachgeschäften Reingewinn beläuft sich auf 2324,17 RM., aus dem eine 3prozentige Dividende auf die Geschäftsguthaben zur Verteilung kommt. Der Versammlungsleiter brachte hierauf den Bericht über die Verbandsprüfung am 19. September 1941 zur Verlesung, aus dem hervorgeht, daß die finanziellen Verhältnisse der Genossenschaft gesund sind und diese jederzeit in der Lage ist, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Der vorgetragene Bericht des Aufiichtsrats für das Jahr 1941 kommt zu dem Ergebnis, daß die - Geschäftsführung zu keinerlei Beanstandungen Anlaß gegeben hat. Rach Genehmigung des Jahresabschlusses wurde dem Vorstand und dem Aufsichtsrat einstimmig Entlastung erteilt. Die turnusgemäß ausscheidenden AUfiichtsratsmitglieder Brühl, Gorr und Schneider wurden einstimmig für weitere drei Jahre wiedergewählt. Die Versammlung wurde hierauf in der üblichen Weise geschlossen. verordneten Arzneimittel, wie z.B. unsere bewährten Präparate, In jedem Fa9 zur Verfügung stehen. Unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Wagnenneister Jakob Dörr ist heute nach einem arbeitsreichen Leben im Alter von 80 Jahren sanft entschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelmine Picker, geb. Dörr; Fritz Dörr, Bergingenieur Heinrich Dörr, Bergverwalter; Karl Dörr, Steiger Elisabethe Dörr Wwe., geb. Weber; Heinrich Picker Martha Dörr Wwe., geb. Schäfer; Sophie Dörr, geb. Schneider; Martha Dörr, geb. Gabel; nebst 15 Enkeln und 6 Urenkeln. Hirschhausen, Chile (Süd-Amerika), Höchstenbach (Wstrw.k Heide bei Brühl, Weil- ' bürg, Leuzbach, den L Dezember 1942. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 5. Dezember, nachm. 3 Uhr, von dem Sterbehaus in Hirschhausen bei Weilburg aus statt. 3672 D Sprechstunden des Heilpraktikers I.H.Bolfmann in Hangen finden statt: Dienstag, nachmittags 2—’S Uhr Mittwoch, vormittags 9-12 Uhr Donnerstag, 9-12 und 2-5 Uhr Freitag, 9-12 und 2-5 Uhr. Sonst bei schriftlicher od. fernmündlicher Vereinbarung. Fernruf Hungen Nr. 15. [36md Da es uns nicht möglich ist, jedem einzelnen für die in so reichem Maße er- , wiesene herzliche Teilnahme bei dem so schweren Verlust unseres innigstgeliebten jüngsten Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels Willi Koch, Unteroff. bei der Luftwaffe, zu danken, sprechen wir allen, die uns in unserem großen Schmerz zu trösten versuchten und seiner in Liebe gedachten, unsren herzlichsten Dank aus. In tiefem Schmerz: Familie Gustav Koch. Gießen (Weserstraße 20), den 3. Dezember 1942. Expedition haben zur Erweiterung unserer Kentnisse über die Insel beigetraaen. Der Vortragende schilderte dann den Verlauf seiner achtmonatigen Kreuz- und Querwanderung, die er in Begleitung eines deutschen Kameraden in den Jahren 1937/1938 durch die Insel unternommen hat. Im Geiste führte er seine Hörer zunächst an der Westküste entlang, dann hinein in den Urwald im Landesinnern, hierauf in den Ostteil bis zur Küste und anschließend in das SWgebiet der Insel. Er vermittelte durch ftine Erzählung und die guten Lichtbilder die Bekanntschaft mit Land und Leuten der Insel, schilderte vor allem die Lebensgewohnheiten und das Brauchtum der einzelnen Dolksstämme, deren ständigen Kampf mit dem Urwald, den Reichtum des Landes an Holz und Bodenschätzen, die Verkehrseinrichtungen usw., und er gab mit allen diesen Einzelheiten ein so interessantes und fesselndes Bild von dem Raum und Volk der Insel, daß sich der Hörer eine gute Vorstellung jener fernen Welt machen konnte. Dadurch wurde es den Hörern auch ermöglicht, sich ein eindrucksvolles Bild non der weitreichenden wirtschaftlichen Bedeutung des Waffenerfolges unserer japanischen Verbündeten, die im Kampf gegen unsere gemeinsamen Feinde die Insel erobert haben, zu formen. Der Vorttagende verstand es, durch seine interessante und anschauliche Erzählung die Besucher von Anfang bis Ende in hohem Maße zu fesseln. Starker Beifall brachte den Dank der Hörer für den aufschlußreichen Reisebericht zum Ausdruck. Bekanntmachung. 1. An den ersten Dezembertagen werden den Pflichtigen die Bescheide über den Abgeltungsbetrag für die Sondergebäudesteuer zugehen. Ueber die Bedeutung dieses Bescheids gibt sein Aufdruck näheren Aufschluß. Wer keinen Bescheid erhält, ift nicht abgeltungspflichtig. 2. Die Sondergebäudesteuer wird für die Zeit ab 1. Januar 1943 nicht mehr erhoben. Da die am 25. Dezember 1942 fällige fünfte Rate auch die Steuer für den Monat Januar 1943 umfaßt, ift ne nur noch zur Hälfte zu entrichten. Bei der Teilung dieser Rate sich ergebende Pfennigbeträge von 2 Z4 Rvf. sind auf 5 Rpf., solche von 7 Vi Rvf. auf 10 Rpf. aufzurunden. * Lollar, 3. Dez. Am kommenden Samstag und Sonntag findet hier eine Kaninchenaus» st e l l u n g statt, in der über 260 Kaninchen der von der Reichsfachgruppe anerkannten Wirtschaftsrassen ausgestellt werden. G. A -Sport. Handbatt-Gauklaffe. In der Rückrunde der Handball-Gauklasie erfolgt am nächsten Sonntag ein größerer Einsatz. Der Luftwaffensportoerein Gießen muß die Reise nach Dietzenbach antreten. Im Vorrundenspiel, das in Gießen stattfand, verloren die Soldaten 3:11. In ihren letzten Spielen waren sie infolge Mann- schastsschwierigkeiten sehr vom Spielerpech verfolgt. Sie verloren in Rüsselsheim 7:8, in Griesheim 5:6. Das sind Ergebnisse, die erkennen lassen, daß eben- i §riE r-s tnfoW Msvr« AahtkNiI Mtitbeö Tausche graue und braune Cord-Breches- Reithosen (Bundweite 98 ü. 100 cm) gegen Wintermantel f. Idjähr. Jung., auch Herren- Schnürstief., Gr. 42-43 (11-11 %) gegen ebensolche Gr. 44. [06298 Friedrichstr.lvIII Mittw., 2. Dez., nachm. 5 Uhr, an d. Autobus- haltest., Schuhhaus Darre, dunkelbraunen Tarnen-Leder- handschuh verloren. Abzug, geg. gute Belobn. auf dem 06299 Fundbüro. Der Gießener Dortragsring (Volksbildungsstätte Gießen der RSG. ,Kraft durch Freude", Goethe- Bund, Kulturelle Vereinigung) vermittelte am gestrigen Donnerstagabend in der vollbesetzten Aula der Universität «einen Mitgliedern und Freunden wieder einen sehr interessanten Lichtbildervortrag. Dr. Karl Helbig sprach anhand vieler guter Lichtbilder über das Thema „3000 Kilometer durch die Urwaldwitdnis von Borneo". Um den Hörern einen Begriff von der Weite und Besiedlung jenes Raumes zu geben, teilte der Vortragende einleitend mit, daß die Insel Borneo, die durch die Ereignisse auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatz allgemein bekannt wurde, anderthakbmal so groß ist wie das deutsche Allreich, im ganzen aber nur drei Millionen Einwohner zählt, von denen mehr als die Hälfte in kleinen Küstenabschnitten zusammenwohnt. Die Siedlungen der Europäer befinden sich an der Küste, einige kleine Verwaltungsposten, die mit Europäern besetzt sind, liegen im Innern der Insel, im übrigen besteht diese mir aus Urwald, Sumpf, Leere und Einöde. Der Urwald im westlichen Teil der Insel nimmt etwa die Hälfte der gesamten Fläche ein, im östlichen Teil bedeckt er sogar neun Zehntel des Bodens Diese Insel, die größte im Malaiischen Archipel und an der großen Wettschiffahrtsstraße von Singapur nach Ostasien gelegen, ist dennoch bisher vereinsamt liegengeblieben, so daß sie einen riesigen Raum ohne Volk darstellt. Die erste Expeditton zu ihrer Erschließung hat in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts der deutsche Major Müller aus Mainz unternommen. Die Ergebnisse dieser sien Bäume sind sogar schon an die Dahn gefahren und harren nun der Abfuhr. Auch in diesem Jahre wird die Reichsbahn den Transport der Weihnachtsbäume sicherstellen. Daß dies bei der starken Belastung unseres Verkehrsnetzes für kriegswichtige Zwecke kein Leichtes ist, wird jeder ermessen, der sich ein Bild macht von dem riesigen Umfang der Weihnachtsbaumversorgung. So müssen beispielsweise allein nach Berlin etwa 400 Eisenbahnwagen rollen, wenn jeder Haus- Hall seinen geliebten Weihnachtsbaum erhallen soll. Darüber hinaus sollen in den Sälen unserer Lazarette und Truppenunterkünfte auch Weihnachtsbäume aufgestellt werden, aber auch dieser zusätzliche Bedarf wird gemeistert Werden. Die Forstwirtschaft, die Gespannhalter und nicht zuletzt die Reichsbahn dürfen stolz darauf sein, daß trotz aller Schwierigkeiten gesichert ist, daß die Weihnachtsbaumversorgung auch im Kriege „klappt". Wenn irgendwo Verzögerungen eintreten, handelt es sich nur um Ausnahmefälle, die es stets gegeben hat. Ehrensenator Dr. Zoeppritz gestorben. Der Ehrensenator der Ludwigs-Universität Gießen Dr. rer. pol. h. c. Dr. rer nat. Rudolf Zoeppritz ist vor einigen Tagen in Reu-Bohlheim (Württemberg) mitten aus seinem tätigen Leben plötzlich abberufen worden. Die Einäscherung seiner sterblichen Hülle hat am 3. Dezember in Berlin stattgefunden. Dr. Zveppritz hat in den schwierigen Jahren während und nach der Inflationszeit besonderes Interests für die großen Aufgaben der damaligen Gießener Studentenhilfe bekundet und dieses hervorragende soziale Hilfswerk auch wiederholl durch namhafte Spenden gefördert. In dankbarer Würdigung und Anerkennung dieses Gemeinsinns wurde Dr. ZoePpritz im Juli 1925 zum Ehrensenator der Ludwigs-Universität Gießen ernannt. Eisenbahner-Heimstättenverein. Dieser Tage sand die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Gemeinnützvgen Eisenbahner - Heimstättenverems e. G. m. b. H., Gießen statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Reichsbahnoberinspektor Keuler, eröffnete die Versammlung mit herzlichen Grußworten: sein besonderer Gruß gatt dem Vertreter der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M., Reichsbahnoberinspektor B l u m» Hof, und dem Vertreter der Stadt Gießen, Verwaltungsdirektor Martin. Das Andenken an drei seit der letzten Generalversammlung verstorbene Genossenschaftsmitglieder wurde in der üblichen Weise geehrt. Anschließend trugen die Vorstandsmitglieder Müller und Pauly den Geschäftsbericht bzw. den Jahresabschluß für das Rj. 1941 vor. Aus dem Geschäftsbericht ist zu bemerken, daß die Tätigkell der Verwattungsorgane sich im abgelaufenen Jahr in der Hauptsache auf die Verwaltung des vorhandenen Besitzes beschränkte. Drei Mitglieder sind ausgeschieden und zwei neu eingetreten, so daß der Bestand am Ende des Geschäftsjahres 108 Mitglieder betrug. Rach dem Jahresabschluß für 1941 belaufen sich die Aktiva und Passiva auf je 562 202,32 RM., während die Gewinn- und Ver- lusttechnung auf der Seite der Aufwendungen und der Erträge je mit 47 297,35 RM. abschließt. Der //' ßitU LerlU itter Dr. - M der Mer N Elan schar! n.Dr.Le „Sir W' n Austra igeblich f find 6tei •fit von i Herein c eridges? eine neue; .nb Plane ;ann zu 9 Mwindi Leverido •yfjen Sta Entspräche ißha 3 bi! eiten, im immen Ji uie es in d Mi man U still. J iinter der 1 Summen i Güter erai ’’ie fjerr iit sich in 'er Erde -ollswirtsä .jalen Gefi isunkt, nn ji Beveril Fir Wi liben. Sei -Wern, l ümlich kc xernpel, s ichen D -entere p penn Her, rnrnt, bin arteiprog tzischen W. NS der r 25 Th Ä erlaut ch: „Wl llersversc 40 an m unties bi Ipr fein Me C, 'Weit Nänber, tile allm iben sie । M 15.2. - irjien Na ^idge, bei ii An be -ze sich ( 1 Ergebir •t alb ttenie in M koch M nion jU° ger Ähre n J muß, | r®er aus He Enal Nent Aschen <■ , hochchser 5 Elend Jetten, n $ llalvir W n inbe m schein 'M *wnf( ."ewein ich'» W«r 8i > i ^nin, >^en al§ te S?’ LICHTSPIEL-THEATEB Gloria-Palast, Seltersweg: Die Entlassung 3646C Llchtspielhans, Bahnhofstraße; Die 3 Codonas so gut der LSB. Gießen der Sieger hätte fein kom ! nen. Durch weiteren Spielevabgang, der gute Tor wart Becker steht u.a. auch nicht mehr zur Verfügung, werden sie vor dauernd größere Aufgaben • gestellt. Es ist dernnach nicht anzunohmen, daß sic gegen die Tgd. Dietzenbach, noch dazu auf deren Platz, irgendwelche Siegesaussichten haben. Dietzenbach halt sich nach anfänglicher Tabellenführung in . der Spitzengruppe und zähll mit zu den Meisterschaftsanwärtern. Die Mannschaft verfügt über außerordentliche Kampfkraft und läßt sich nicht leicht besiegen. Die Flieger werden trotz der geringen Erfolgsaussichten alles daransetzen, endlich wieder zu Erfolgen zu kommen. Die handball-kreisklaste bringt in Gießen das Treffen LSV. 2. Mannschaft gegen den Tv. Grüningen. Die zweite Garnitur des LSV. hat in den letzten Spielen nach-, drücklich chre Spielstärke nachgewiesen. Es ist auch am Sonntag damit zu rechnen, daß es ihr gelingt, die Grüninger Turner in diesem Spiel zu besiegen. Lang-Göns — Mtv. Gießen. Im letzten Punktspiel blieben die Gießener Sieger. Lang-Göns zeigte am letzten Sonntag gegen die zweite Mannschaft der Gießener Luftwaffe eine beachtenswerte Spielstärke. Ihr eigner Platz ist dazu ein weiterer Vorteil. D2.-Slaste. Klein-Linden — Holzheim. Lang-Göns — Grüninge n. Watzenborn — Alle ndorf a.d.Lda. Fuhball. In der Fußball-Vorrunde der Staffel V des Kreises Wetterau-Nord nähert man sich dem Abschluß. Hier hat es den Anschein, als ob die seither so erfolgreiche Mannschaft des VfB.-Reichsbahn Friedberg nicht mehr in der Lage wäre, in die Entscheidung eingreifen zu können. In Büdingen wird die Mannschaft des Luftwaffensportvereins Gießen erwartet. Büdingen hat viel von seiner guten Spielform verloren, während die Flieger von Spiel zu Spiel besser geworden sind. Die Mannschaft hat die besten Aussichten auf die Meisterschaft. Rach den seitherigen guten Leistungen sollte sie auch am nächsten Sonntag in der Lage sein, mit Büdingen fertig zu werden. Ihre Msisterschaftsaus- sichten bestehen nicht nur in guten spielerischen Leistungen, sondern, und das ist ein nicht unwesentlicher Faktor in einem Mannschaftsgefüge, in ihrer beispielhaften Disziplin und anständigen Spielweise.' Der LSD. wird am Sonntag voraussichtlich in folgender Aufstellung antreten: Schröder, Rose, Lütke- hoff, Neumeier, Bayer, Schleinitz, Grunert, Schnei« ' der, Brunner, Müller, Bos. Vermißt wird in dieser Aufstellung der gute Halblinke Schmitt, der leider nicht mehr zur Verfügung steht. Dadurch ist zwar eine fühlbare Lücke im Angriff entstanden, aber Müller wird in der Lage sein, sie gut und mit Erfolg auszugleichen. Alles in allem dürfte mit dieser Mannschaft auch ein weiterer Erfolg in den noch ausstehenden Spielen gesichert sein. Havptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de- HauptichriftleiterZ: Ernst Blumschein. Verantwortlich, für PoliÄ und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Tbftriot; für Stadt Gießen, Provmz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumjchein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsletter: Tr.^Zng. Erich Hamann: Anzeig-nleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. | Mietgesuche | Möblierte WWNMl mit ein od. zwei Bett., evtl, auch unmöbl. Zimm., z. miet, gesucht (ohne Frühstück). Angeb. erbet, an Babnhof- gastitätten, Gießen. ImsD [Stellenangebote] Hilfsarbeiterin für Unsere Buchbinderei- Abteilung sofort gesucht, v. Münchowsche Universitäts- Druckerei Wilb» Schmitz, Gießen. lo«288 Suche für sofort Frau oder Mädchen z. selbständigen Führen des Haushalts. Schriftl. Angeb. unter 06291 an den Gieß. Anz. | Verkäufe | Simmentaler Milch undFahrköh im März kalb., z. verkauf. (06278 Rödgen, Großen- Busecker Stt. 12. Eleklr. Heizölen 220 V, 2000 W, für RM. 25,- zu verkauf.-Desgl. revaraturbed. Kinder-Auto zu verschenken. Quambusch, Gießen, [soesD Alicemtr. 22. Schöner Seofterintt für 40,— RM. zu verkaufen. Schriftliche Angebote unter 06297 an den Gießen. Anzeig. [ Kaufgesuche | Junger Dackel oder Drablbaar^For (Rüde) z. kaufen gesucht. [06282 Wagener, Stephan- strafte 21 III. Gebrauchtes, gut erhaltenes Sofa z. kaufen gesucht. Sckr. Ang. unt. 06294 a. d.G.A. LseMim z. kaufen gesucht. 06283 Wagener, Stevhan- strafte 21 HI. Suche guten Füllfederhalter Verk. schwarze Herrcu-Halb- schuhe, Gr. 43, Preis RM. 12,-. Schr. Ang. unt. 06276 a. d.G.A. Gut erhaltene Windjacke und blauweitze Mütze für zwölfjährig. Mädchen z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 06295 a. d.G.A. EiN [08240 Laufställchen z. kaufen gesucht. Lindenplatz 5. KleineAnz eigen !m Siefteaer Anzeiger »erden von Taulenden beadiret und gelt Ira. fW