Mittwoch, 4. November 1942 Gietzener Anzeiger vrühlfche UntverMktznlckerei 8. Lange General-Anzeiger für Oberhessen 7-9 192. Jahrgang Nr. 260 Erichemr t a g h dj, außer Sonntags und feiertags Beilagen. Gteßener r>amilienblätter Heimat imBild-DieScholle Be-mnSvreibr Monatlich . .RM.1L0 Lustellgebühr... .. -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernsvreckanitbluk 2251 Drahtanschrift: »Anzetge^^ Postscheck 11688 Franks./M Annahme von Amern en für die Mittagsnummer biS 8* */s Uhr desBormittagS Anzeigen-Preife für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvi. für 4>amilienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvi. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/°mehr Das sind wahrlich schwarze Tage für die Alliierten, die von einem Monat zum andern auf ein Nachassen der U-Boot-Tätigkeit der Achsenmächte hoffen. Ver schwere Atlantiksturm, der im Oktober über dem Meere brauste, sollte ihre Hoffnung erfüllen. Statt dessen ist, wie soeben aus der Oktoberzusam- menstellung des deutschen Oberkommandos der Wehrmacht über die Tätigkeit der deutschen U-Boote hervorgeht, die versenkte Tonnage der Alliierten im »lahmen des Monatsdurchschnitts geblieben und hat damit die Vorjahrsziffern wesentlich übertroffen. 3n drei Tagen meldete der deutsche Wehrmacht- dericht drei neue U-Boot-Erfolge. Und heute liegt die vierte Sondermeldung über wiederum rund 100 000 BRT. vor. Waren es gestern Erfolge im Südatlantik und in den Randgewässern des Indischen Ozeans, so haben diesmal deutsche U-Boote in den kanadischen Gewässsern einen für England bestimmten amerikanischen Ge° !eitzug erwischt und ihn erheblich zerzaust. Trotz des übelsten Herbstwetters fielen nicht weniger als L6 Schiffe mit 94 000 BRT. unseren Meer- mölfen zum Opfer, zwei Munitionsdampfer flogen »ei dem Kampf sofort in die Luft, zwei weitere und »U5 den begleitenden Kriegsschiffen ein Zerstörer inb eine Korvette wurden schwer beschädigt. Nur wenige Dampfer konnten entkommen, bis sie vielleicht anderen deutschen U-Booten in die Fänge geraten. _ ... Was wir bereits vor wenigen Tagen andeuteten, wird heute durch neue Tatsachen weiterhin betätigt. Die Zahl der deutschen U-Boote hat sich o gesteigert, daß sie mit sichtbarem Erfolg Zwischen der kanadischen Küste und dem Indischen Ozean ihre Jagd auf die feindliche Handelstonnage ausüben und Transportschiffe verschiedener Große, darunter eine hohe Zahl von Tankern, außerdem einen Bewacher. Ferner wurden 32 Frachtschiffe aller Art und vier Kriegsschiffeinhelten durch Angriffe aus der Luft beschädigt. 3m Kanal wurde in der Rächt vom 1. zum 2. November ein Angriff englischer Schnellboote auf ein deutsches Geleit durch das zusammengefahte Abwehrfeuer der eigenen Sicherungsftreitkräfte vereitelt und ein feindliches Schnellboot in Brand geschossen. 3n der vergangenen Nacht kam dasselbe Geleit erneut in Gefechtsberührung mit englischen Schnellbooten, wobei ein feindliches Boot so schwer beschädigt wurde, daß mit seinem Verlust zu rechnen ist. Die Schlacht in Aegypten geht mit gesteigerter Heftigkeit weiter. Der Einbruch starker Panzerverbände des Feindes im Nordabschnitt der Front wurde durch rücksichtslosen Einsatz im Gegenangriff erneut aufgefangen. Deutsche und italienische Cuff- slreitkräfte führten an den Brennpunkten der Schlacht unermüdliche Angriffe gegen motorisierte britische Kräfte, Artilleriestellungen und rückwärtige Verbindungen. Deutsche und italienische Jagdflieger schossen bei einem deutschen Verlust fünfzehn Flugzeuge des Feindes ab. Außerdem wurden über dem INittelmeer fünf britische Flugzeuge zum Absturz gebracht, davon eins durch ein deutsches Unterseeboot. An der K a n a l k ü st e verlor der Feind gestern vier Flugzeuge. Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, gewann eine Gruppe deutscherllnterseeboote ostwärts der kanadischen Küste trotz schlechten unsichtigen Wetters Fühlung mit einem von Amerika nach England fahrenden, mit Kriegs- material und Lebensmitteln vollbeladenen Geleitzug. 3n zähen Angriffen, die sich über mehrere Tage und Rächte hinzogen, wurden aus dem stark gesicherten feindlichen Transporlverband 1 6 Schiffe mit zusammen 94 000 BRT. versenkt, darunter drei Wunitionsschiffe, die nach den ersten Treffern In die Luft flogen. Zwei weitere Dampfer mit zusammen 11 000 BRT. sowie ein Zerstörer und eine Korvette wurden torpediert. Rur versprengte Reste des Geleitzuges konnten im dichten Rebel entkommen. Schwere Schläge gegen die sowjetische Handels- und Kriegsflotte. Der deutsche Wehrmachtbericht vom 3. November meldet die Zurückweisung feindlicher Kavallerie- mgriffe in der Kalmückensteppe durch einen eigenen Gegenangriff. Die Kalmückensteppe dehnt sich zwischen her unteren Wolga, dem Kuma und den Iergeni-Ber- gen aus Es handelt sich um ein ebenes, niederschlag- armes Steppengebiet, das besonders im östlichen | £eil fast ausschließlich sandigen, salzigen Boden dufroeift. Die heißen, mit wenig Bodenerhebungen Gedeckten Trockensteppen sind weithin mit Wäldern und halbverbranntem Steppengras bedeckt. Landwirtschaft ist in diesen Gebieten nur mit. künstlicher Bewässerung möglich, und es wird daher nur ssanz wenig Senf, Weizen und Hirse für den Eigenbedarf angebaut. Die autonome Kalmückenrepublik, die 75 000 Quadratkilometer umfaßt — also fast die Größe Bayerns einnimmt — ist mit einer Bevölkerung Seekrieg in Atlantik und Pazifik. Der Operationsraum des Seekrieges ist das Weltmeer. Brennpunkte der Seekriegsoperationen find der Atlantische Ozean mit seinen Nebenmeeren und der Pazifische Ozean. Der Stampf im Pazifik wird gekennzeichnet durch die traditionelle Seeschlacht, durch das Sichmessen der feindlichen Kampfgeschwader und Seestreitkräfte, natürlich unter Anwendung der modernsten Kampfmittel und der neuesten taktischen Erkenntnisse. Solche Seeschlachten haben stattgefunden bei Pearl Harbour, in der Java- See, vor den Midways, im Korallenmeer, bei den Salomoninseln. Bei diesen Seeschlachten ging es darum, das Meer für den eignen Einsatz frei zu. machen und dabei neue Räume dem eigenen politischen Einfluß und Wirtschaftsverkehr zu offnen und den Feind aus diesen Räumen zu vertreiben. Die riesigen Entfernungen über das Meer, in denen sich die Gegner, Japan und die plutokratischen Mächte, gegenüberstehen, verschieben die militärischen Auseinandersetzungen zur See von den Festlands- küsten auf die Weite des Ozeans. Auf ihr können sich die Gegner nur über vorgeschobene Stützpunkte einander nähern. Deshalb war es die erste militärisch-taktische Maßnahme Japans nach Ausbruch des Krieges, diese Stützpunkte für den Feind auszuschalten bzw. durch Vernichtung seiner Kampfgeschwader gegenstandslos zu machen. Das gelang schon durch Die Schlacht von Pearl Harbour. Mit diesem Siege ist die Initiative im Pazifikraum sofort in vollem Umfange auf die Japaner übergegangen. Die amerikanischen Gegenmaßnahmen konnten seitdem nur noch in Versuchen zur Störung der mliitärischen Operationen Japans mit allen verfügbaren Seestreitkräften bestehen, wogegen die Japaner wiederum die notwendigen Sicherungen treffen mußten. So sind auf dem pazifischen Seekriegsschauplatz alle Vorbedingungen und alle Elemente einer traditionellen Seekriegführung gegeben Als neues Kampfmittel von höchster Bedeutung erschien dabei der Flugzeugträger, der schwimmende Stützpunkt ,der Luftwaffe, der den Einsatz des Flug- zeuges in der Seekriegführung auch auf der Weite des Ozeans möglich macht. Nach Erschließung neuer Versorgungsquellen durch Ausdehnung des beherrschten Raumes und der Sicherung der Verkehrsverbindungen zu den Gebieten ist Japan autark geworden. Es stehen sich daher im Pazifik autarke Gegner gegenüber. Angesichts dieser Tatsache spielt der V er s o r g u n g s v e r k e h r hier 3n der Kalmückensteppe Von unserer Berliner Schriftleitung. können. Herr Roosevelt wird zwar die Erfolge der deutschen U-Boote der Oeffentlichkeit zu verheimlichen suchen. Aber in Amerika selbst weiß man längst, daß der Präsident die Katastrophenziffern nur deshalb nicht bekannt gibt, weil er unbequeme Auswirkungen auf die Parlamentswahlen fürchtet. Das Blatt Churchills, der „Daily Telegraph", hat gesagt, Roosevelts Kriegsanstrengungen seien durch Wirrwarr und durch übertriebene Schätzungen der amerikanischen Produktionskraft gekennzeichnet, seine Phantasieziffern würden bei weitem nicht erreicht, die amerikanische Oeffentlichkeit hat mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, daß sogar Roosevelt sagte, die Massenerzerugung müsse zugunsten einer Qualitätserzeugung von Kriegsmaterial gedrosselt werden, womit er offen zugab, daß sein phantastisches Produktionsprogramm auf dem Papier stand. Churchill hatte sich zu den Bergarbeitern geflüchtet und sie aufgefordert, die Produktion von Steinkohle zu steigern, er hat, wie die britischen Blätter durchsickem lassen, auf den furchtbaren Ernst der Kriegslage hingewiesen. Die riesigen Schiffsverluste der letzten Zeit bilden einen passenden Rahmen für diese verzweifelte Werbung. Das Mittelmeer ist für größere feindliche Aktionen gesperrt, der Atlantische Ozean sieht in allen Teilen die U- Boote Deutschlands und seiner Verbündeten siegreich, der Indische Ozean, der Weg nach Aegypten, nach Iran und Indien ist auch bedroht, die Mitteilung aus Bombay, daß in ihm der britische Truppentransporter „City of Paris" mit Truppen der 7. britisch-indischen Armee versenkt wurde, zeigt das deutlich. Schwarze Herbsttage sind das für die Churchill und Roosevelt. Oer Wehrmachiberichi. DRV. Aus dem Führerhauplquarkier, 3. Rov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Deftkaukasus führten Angriffe und Gegenangriffe zu erbitterten Kämpfen, in denen unsere Truppen ihre Stellungen behaupteten und im Gegenstoß Gelände gewannen. Slowakische Truppen svernichleten eingeschlossene Kräfte des Feindes. Ostwärts Alagir durchstießen deutsche Truppen in fortschreitendem Angriff stark ausgebaute und verminte Stellungen des Feindes. Luftangriffe mit Bomben und Bordwaffen brachten dem Feinde hohe Verluste bei. Lin Panzerzug wurde vernichtet. 3n der Kalmücken steppe warf ein eigener Gegenangriff feindliche Kavallerie unter erheblichen Verlusten zurück. 3n Stalingrad geht der schwere Angriffskampf um Häuserblocks und Straßen weiter. Sturzkampfflugzeuge setzten ihre Angriffs gegen die hart umkämpsten Widerstandsnester im nördlichen Stadtgebiet fort Trotz zäher Abwehr verlor der Feind weiteren Boden. Seine immer wiederholten Gegenangriffe scheiterten. Kampffliegerverbände unterbrachen nachhaltig die Bahnverbindungen ostwärts der Wolga und den Fährbetrieb über den Strom. An der D o n f r o n t führte der Feind Aeberseh- versuche, die jedesmal von Rumänen, 3talienern und Ungarn blutig abgewiesen wurden. 3talienische 3äger bekämpften im Tiefflug Feldstellungen der Sowjets. Ungarische Truppen vernichteten bei einem größeren Stoßtruppunternehmen zahlreiche Bunker und Kampfstände auf dem Ostufer des Flusses und brachten Gefangene ein. Südostwärts des 3lmenfees dauern hartnäckige örtliche Kämpfe in völlig verfumpflem (Belaube an. 3m Kampf gegen diesowjetischehandels- unb Kriegsflotte vernichtete bie Luftwaffe im THonaf Oktober an der Schwarzmeerküste, auf bem Kaspischen Meer, bem Unterlauf der Wolga und auf dem Ladogasee insgesamt 33 Fracht- Deutsche U-Boote siegen von Kanada -iS Kapstadt Von unserer Berliner Schriftleitung. Lissabon, Oktober 1942. Das Schicksal künftiger britisch-amerikanischer Aktionen an der indisch-burmanischen Grenze wird nach Ansicht tropenmedizinischer Fachleute zum guten Teil davon abhängen, ob es gelingt, die unter den Truppen unvermeidlich aus- brechende Malaria in Grenzen zu halten. Denn der Angriff würde aus einem Land heraus geführt werden, das schon gegenwärtig von einer schweren Malariaepidemie heimgesucht wird, und er würde sich gegen ein Gebiet richten, das dieser Krankheit die günstigsten klimatischen Voraussetzungen bietet. * Die schlimmste Malariaepidemie seit 1933 wütet in diesen Monaten in Indien und wird obendrein begleitet von einer katastrophalen Knappheit an Chinin, da die Japaner mst der Eroberung Javas 95 v. H. der Weltproduktion dieses in den Tropen unentbehrlichen Heilstoffes in ihren Besitz gebracht haben. Die Malariawelle ist am schlimmsten im Pundschab und in den Vereinigten Provinzen Indiens; zum Teil ist sie eine Folge des ungewöhnlich heftigen Monsuns und det mit ihm einhergehenden Riesenüberschwemmungen, die großzügige Vorbeugungsmaßnahmen gegen die Malaria verhindern, so daß die Moskitos sich millionenweise vermehren können. In normalen Jahren zählt man in Indien jährlich 100 Millionen Malariafälle, von denen eine Million tödlich verlaufen. In diesem besonders verseuchten Jahr aber befürchten die Aerzte, daß angesichts der Chininknappheit und der infolgedessen ungeheuer gestiegenen Chininpreise über l1/« Millionen Menschen in Indien durch die Malaria hinweggerafft werden. Auch in anderen Teilen der Welt, z. B. dem Mittelosten, Afrika und Südamerika, die selber kein Chinin hervorbringen, dürfte die Todeskurve höher sein, als in anderen Jahren. Aus Delhi berichtet ein Augenzeuge, daß dort tagaus tagein lange Prozessionen von an Malaria Verstorbenen in Sacktuch eingenäht zu hohen Scheiterhaufen gebracht und auf diesen verbrannt werden. Die Ausbreitung der Epidemie wird noch dadurch gefordert, daß indische Dorfbewohner, die selber verseucht sind, aber nicht zugrunde gehen, weil ihre Sippen die Keime seit Generationen in sich tragen und dadurch immun sind, heute in die Städte kommen, angelockt durch die Kriegsindustrie und die guten Lohn verheißenden Militärbauten usw. Diese Leute schleppen die virulenten Malariakeime mit sich in die Städte ein. * Indien verbraucht jährlich 210 000 englische Gewichtspfund Chinin, von denen aber nur 80 000 im Lande erzeugt werden. Um die Lücke auszufüllen, bat die Regierung aus eigenen Vorräten 195 000 Pfund freigegeben, dieses. Chinin soll durch bestimmte Apotheken im ganzen Land an dringend Bedürftige abgegeben werden. Da die Verteiler aber bas Chinin aus Profitgier zurückhalten und es unter der Hand zu Wucherpreisen abgeben, ist diese Aktion bisher ein Fehlschlag gewesen. Der Preis von 220 000 Einwohnern sehr dünn besiedelt. Gebietszentrum und gleichzeitig einzige Stadt des Gebietes ist Elista, das bereits am 13. August von deutschen Truppen besetzt wurde. Die Bevölkerung setzt sich neben einigen Tataren und Russen zum größten Teil aus Kalmücken zusammen, die im 17. Jahrhundert aus Zentralasien hierher wanderten. Sie gehören rassenmäßig zum Stamm ber Mongolen und leben teilweise noch als nomadisierende Viehzüchter. Ihre Hauptbeschäfti- gung ist bie Zucht von Pferden, Hornvieh, Schafen, Ziegen und Schweinen, mit denen sie von Weideplatz zu Weideplatz ziehen und die Nachte in Filzzelten verbringen. Im Gegensatz zu den Kalmücken, bie — wie gesagt — Mongolen sind und sich zum Lamaismus, ber tibetanischen Spielart bes Buddhismus bekennen, sind die Kirgisen ein turko-tatarisches für 100 Tabletten stieg in kürzester Zeit von 5% auf 32% Schilling. Die Behörden glauben, baß ber Handel in ber Hoffnung auf weitere Preiserhöhungen noch große Vorräte zurückhält, obwohl schon jetzt Hunderttausende infolge Chininmangels hilflos Mnfterben. Auch das ist em Beispiel der „musterhaften britischen Verwaltung" in Indien! Die Korruption ist selbst unter den Behörden so weit verbreitet, daß nicht einmal Hospitäler und andere Dienststellen das Chinin erhalten, das ihnen zusteht. Und wenn ein Patient Schmiergelder zahlt, um überhaupt etwas Chinin zu bekommen, gibt man es ihm nur in verschlechterter Form, weil der Apothekenverwalter einiae Gramm für sich behalten hat, um damit Privatgeschäfte zu machen. * Nun liefern England und Amerika gegenwärtig nach Indien jährlich rund 28 Millionen Tabletten Mepacrin und 15 Millionen Tabletten Pamiquin, zwei Ersatzstoffe für die in Deutschland hergestellten Malariamittel Atebrin und Plasnochin, bie zur Zeit nicht nach Indien unb anderen vom Feind beherrschten Gebieten gehen. Diese Ersatzmittel können aber niemals an die Stelle des Chinin treten, da sie nur unter ärztlicher Aufsicht genommen werden dürfen, was in einem Lande mit 100 Millionen Malariafällen pro Jahr unmöglich ist. Eigene Anbauversuche mit dem Chinarindenbaum in den Provinzen Madras und Bengalen, wobei man nach sowjetrussischer Methode die Pflanzungen schon nach 3% statt, wie sonst üblich, 7 bis 12 Jahren aberntete, haben bisher nur sehr geringen Umfang erreicht, der zu dem Chininbedarf Indiens in gar keinem Verhältnis steht. * Die britischen und amerikanischen Truppen in Indien sollen nun allerdings, wie die Behörden zur Beruhiguna der Heimat versichern, ausreichend mit Chinin versorgt sein; man hat sie also offenbar auf Kosten der indischen Zivilbevölkerung mit größeren Chininmengen beliefert. Ob bie vorhandenen Chininmengen aber dazu ausreichen, größere Truppenmassen für einen länger dauernden Feldzug an ber inbisch-burmanischen Grenze auszurüsten, muß sich erst noch zeigen. Denn dabei würde der Chinin- verbrauch ungeheuer sein, da die Kämpfe in Sümpfen und Malaria-Dschungel stattfinden würden. Krieg uni) Malaria in Lndien Von unserem Dr. H.-Korrespondenten. Zyklon über Bengalen. Bangkok, 3. Nov. (Europapreh.) Ein Zyklon in der Provinz Bengalen soll 11 000 Menschen das Leuten gekostet haben. Es war die schwerste Naturkatastrophe in Indien seit bem Erdbeben des Jahres 1935, bei bem 40 000 Menschen getötet wurden. Das Unwetter begann am frühen Morgen des 16. Oktober unb dauerte bis in die ersten Stunden des folgenden Tages. Eine riesige Sturzwelle, die ber Zyklon aufgewirbelt hatte, brach über bas Küstengebiet ber Bucht von Bengalen herein. Hef« tige Regengüsse begleiteten dos Unwetter. Die leicht- gebauten Häuser wurden fast sämtlich vernichtet. Dreiviertel des Viehbestandes ber betroffenen Gebiete vernichtete ber Zyklon. Volk, bas sogar einen reinen türkischen Dialekt prichl. Die Kirgisen bekennen sich zum Islam unb haben von den Arabern eine ausgesprochene Feu- balverfassung übernommen. Sie selbst nennen sich gern Kasaken. Man unterscheidet im staatlichen Aufbau bes Rätestaates die eigentliche Kirgisen- republik mit etwa einer Million Einwohnern und der Hauptstadt F r u n s e und dann die auch industriell wichtige Kasaken-Republik „K a s a k - ft a n" östlich des Kaspisees, die ebenfalls zu mehr als zur Hälfte von Kirgisen bewohnet ist, aber über sieben Millionen Einwohner hat und reiche Erdschätze — besonders Erdöl in ber Emba-Niede- rung unb verkokbare Steinkohle bei Kandagatsch — birgt. Die Baschkiren endlich wohnen nördlicher bis zum Ural, sind ein türkisches Volk mit oftstnni- schem Einschlag, bekennen sich zum Islam, haben aber Reste bes altmongolischen Heidentums (Schamanenglaube). Ihr Name bedeutet so viel wie „Bienenzüchter", weil das Sammeln des Honigs der Wildbienen früher eine ihrer Beschäftigungen war. Sie zählen etwa zwei Millionen und bilden die Baschkirenrepublik mit ber Hauptstadt Ufa. Das Kalmückengebiet hat Kontinentalklima. Die Hitze erreicht im Sommer eine Temperatur von 40 Grad, tm Winter werden Frosttemperaturen bis zu minus 20 Grad gemessen. Der aus Turkestan kommende scharfe Südostwind ist besonders unangenehm, da er im Sommer trockene Wolken kleinster Staub- und Sandkörner, im Winter Schnee und haarscharfe Eiskristalle mit sich führt. Das aus Brunnen gewonnene Wasser ist häufig ungenießbar, da es aus salzgetränkten Erdschichten kommt, auch wenn die Brunnen in größere Tiefen reichen. Um den Wasservorrat zu strecken, wird das Wasser der Schneeschmelze und der Regenzeit in Stauweihern gesammelt. Verkehrsmäßig ist das Gebiet nur wenig erschlossen. Eine einzige feste Autostraße führt von Diwnoje ostwärts über Elista und Utta nach Astrachan. Der übrige Verkehr spielt sich auf Poststraßen unb Wegen ab, deren Benutzbarkeit bet Regen unb im Winter in Frage gestellt ist. Eine Eisenbahnstrecke führt von Kisljar nordwärts nach Astrachan, sie unterliegt bereits feit langer Zeit ständigen Angriffen der deutschen Luftwaffe. Unterbringungsmöglichkeiten für die Truppe find bei den wenigen vorhandenen Ansiedlungen nur schwer zu beschaffen, Brennmaterial ist bei dem Fehlen von Geholzen kaum vorhanden, es wird von der eingeborenen Bevölkerung durch getrockneten Mist der Weidetiere ersetzt. Seit August, als die Vegetation zu verdorren begann, ist auch bie Versorgung' mit Pferdefutter schwierig, weil bie Kalmücken keine Heuvorräte aufspeichern. nicht die Rolle wie im Westen. Es kann Japan weniger darauf antommen, feindliche Tonnage zu vernichten, als vielmehr sie für sich selbst zu gewinnen, um den plötzlich enorm gestiegenen Anspruch an den Verkehr nach den neuen Versorgungsgebieten zu bewältigen. Die Hauptversorgungslinien des Feindes liegen auf dem westlichen Seetriegsschauplatz. Hier sind sie für ihn L e b e n s l i n i e n. Von ihrer Äufrecht- erbaltung hängt seine Kampfkraft, die Möglichkeit' zur Fortführung des Krieges, angesichts seiner Abhängigkeit von der überseeischen Nahrunasmittel- zufuhr, sogar eine physische Existenzgrundlage ab. Deshalb richtet sich auch der operative Einsatz der militärischen Machtmittel der Achsenmächte in erster Linie und in der Hauptsache gegen die Versorgungsschiffahrt des Feindes, während umgekehrt der Feind seine aanze Aufmerksamkeit und seine ganze Kraft darauf ausrichten muß, sich den für die Versorgung nötigen Schiffsraum zu erhalten und dessen Einsatz in ununterbrochenem Verkehr zu sichern. Hierfür setzt der Feind den größten Teil seiner Seestreitkräfte ein. Die große Diskrepanz der Flottenstärken zwingt die Achsenmächte zu einem Verzicht auf eine entscheidende Seeschlacht, die übrigens der Feind nach allen Beobachtungen selbst nicht sucht. Er will seine See- streitkräfte nicht aufs Spiel setzen, weil er sie für die Sicherung seines Versorgungsverkehrs braucht und sie ihm die Aufrechterhaltuna der Blockade der europäischen Küste ermöglichen soll. Er hält seine Schlachtflotte auf dem wesllichen Kriegsschauplätze im Hintergründe. Sie soll allein durch ihr Vorhandensein die Blockade sichern und den Schiffsverkehr der Achsenmächte vom Weltmeere fernhalten. Der Brennpunkt für die Seekriegsoperationen auf dem Atlantik liegt im Gegensatz zum Pazifik nicht so sehr auf der Weite des Ozeans als in Küstennähe und im Aktionsradius der Luftwaffe, die von Landstützpunkten aus zur Verstärkung von Angriff und Verteidigung jeder- zeit in den Kampf emgreifen kann. Flugzeugträger haben deshalb hier nicht die Bedeutung wie auf dem pazifischen Seekriegsschauplatz. Diese Voraussetzungen schufen für die Achsenmächte die Ausbildung besonderer Kampfmittel und einer besonderen Taktik im Seekrieg, die gekennzeichnet sind durch das U-Boot und seinen Masseneinsatz im Kampfe gegen die feindliche Versorgungsschiffahrt. Es ist ein Kleinkrieg von langer Dauer, der an die Phantasie des U-Boot-Kommandanten und an die Erfindungsgabe der Seekriegsleitung im taktischen Einsatz dieser Waffe immer neue Aufgaben stellt. Die Luftwaffe ist in diesen Kampf eingeschaltet, teils zu gemeinsamen, teils zu selbständigen Aktionen. Auch die Fernwirkung der schweren deutschen Einheiten ist in diesen Kampf einbezogen. Kommen die wertvollsten Geleizüge des Feindes in Reichweite der Schlachtschiffe, dann ist der Feind gezwungen, seinerseits Schlachtschiffe einzusetzen und abzunutzen, ohne daß es zu einem entscheidenden Gefecht zu kommen braucht. Die Geleitzugkatastrophe im Nordmeer war ein lehrreiches Beispiel dafür, daß die deutschen schweren Schiffe im Hintergründe auch ohne unmittelbaren Eingriff in den Kampf ihre Wirkung tun. Der Angriff auf die SeeoerbirLungen des Feindes als das letzte Objekt des Seekrieges muß auf die Dauer seine Wirkung tun, weil jedes Versorgungsschiff, sei es zur Versorgung der Heimat oder der überseeischen Fronten die Insel anlaufen muß, denn sie ist die letzte materielle und physische militärische Nachschubbasis für die gesamte Kriegführung. So ergibt sich zwischen den Mächten des Dreierpaktes eine grundlegende Aufgabenteilung, wenn auch nicht in einer absolut scharfen Abgrenzung. Aus den geringeren japanischen Versenkungen an Handelsschiffsraum darf unter keinen Umständen auf eine weniger aktive japanische Seekriegführung geschlossen werden. Auf dem westlichen Seekriegs- schauplatz kommt es darauf an, daß dem Gegner die Seeverbindungen und die Versorgung unterbunden werden, während im Pazifik der Kampf vornehmlich gegen die feindlichen Seestreitkräfte aller Art gerichtet ist. V. A. Eine Deutsch-finnische Gesellschaft. In einem Zeitpunkt, da deutsche und finnische Soldaten im hohen Norden gemeinsam gegen den Bolschewismus kämpfen, wurde zur weiteren Vertiefung der kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Finnland eine Deutsch-Finnische Gesellschaft ins Leben gerufen. Zu der Gründungsfeier waren der finnische Kultusminister Kukkonen, Staatssekretär Pakaslahtt, Generalleutnant Talvela, als Vertreter der finnischen Wehrmacht, sowie der Rektor der Universität Helsinki, Professor Nevanlinna, nach Berlin gekommen. Der Präsident der Vereinigung zwischenstaatlicher Verbände, ^-Obergruppenführer und General der Polizei Lorenz, verwies auf den ständigen Kampf, den Finnland als Bollwerk Europas gegen die Bedrohung aus dem Osten zu führen hatte. Nach einer Ansprache von Professor Dr. Nevanlinna über die deutsch-finnischen Kulturbeziehun- gen im Laufe der letzten Jahrhunderte, sagte der Präsident der Gesellschaft, ^-Gruppenführer Staatsrat Hanns Johst, die Begegnung mit dem Land der tausend Seen sei für ihn das schönste Reise- Berlin, 3. Nov. (DNB.) Präsident Roosevelt forderte in einer Botschaft an den Kongreß Vollmachten, die ihn ermächtigen, für die Dauer-bes Krieges alle Handelsschranken, Einfuhrabgaben, Zölle und andere Bestimmungen abzuschaffen, die irgendwie den freien Verkehr des Kriegsmaterials, der Lieferungen, der Personen, des Eigentums und der Informationen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten hemmen könnten. In der Botschaft heißt es: „Der Präsident fordert, daß der Kongreß ihm für die Dauer des Krieges Vollmachten gewährt zur Außetkraft- setzung alller oder gewisser Gesetze, um neuen oder unvorhergesehenen Problemen, wenn sie auftauchen, gerecht zu werden, und damit der Präsident und die Regierung sich mit ähnlichen Maßnahmen in anderen Ländern befassen können." Roosevelt fügt hinzu, daß es noch zahlreiche gesetzliche Hindernisse für die Bewegungsfreiheit gebe, die die Kriegsproduktionsbemühungen behinderten und verzögerten. Um diese Hindernisse zu beseitigen, sei das neue Gesetz, das ihn mit außerordentlichen Vollmachten versehen soll, erforderlich. Die von Roosevelt geforderten neuen diktatorischen Vollmachten zur Errichtung einer totalen Kriegsproduktion bilden das letzte'Glied in der Kette seiner Bemühungen, den Kongreß auszuschalten und ihm die letzten Einflußrnöglichkeiten zu nehmen. Seme Forderung, nunmehr auch in der Zollgesetzgebung und in den Ein- und Ausfuhrbestimmungen freie Hand zu erhalten, läßt mit aller Deutlichkeit die Lissabon, 4. Nov. (Europapreß.) Bemerkenswerte Aufschlüsse über die Verhandlungen in Washington, London und Moskau über die Mög- Uchkeiten der Errichtung einer zweiten Front in Europa und eine Bestätigung dafür, daß es anläßlich des Aufenthaltes Churchills in Moskau zu ernsten Meinungsverschiedenheiten mit Stalin gekommen sei, gab der nordamerikanische Publizist Drew P e a r l s o n, ein Verwandter des Präsidenten Roosevelt, in der „Washington Post". Bei dem Besuch Molotows in Washington, habe Präsident Roosevelt prinzipiell die Notwendigkeit der Eröffnung einer zweiten Front eingesehen und dem Plan zuaestimmt Doch hätten der Generalstabschef General Marshall und der Flottenchef Admiral King auf das große Risiko hingewiesen, das mit einer derartigen Aktion verbunden sein würde. Aus diesem Grunde sei im Einzelnen tatsächlich nichts vereinbart worden außer der prinzipiellen Zustimmung, daß man zu einer zweiten Front schreiten solle, wenn die USA. dazu bereit seien. Ein fester Termin sei nicht genannt worden. Etwa zu dieser Zeit habe General Marshall in West Point die baldige Eröffnung einer zweiten Front angekündigt, was dem Präsidenten einen empörten Telephonanruf Churchills eingetragen habe, der davor gewarnt habe, falsche Hoffnungen bei den Sowjets durch derartige Reden zu erwecken. Roosevelt Hube daraufhin eine Konferenz einberufen, nach der er Donald Nelson, dem Kriegsproduktionschef, in scharfen Worten gesagt habe: „Schaffen Sie mehr Stahl heran und erzählen Sie mir nicht, daß Sie es nicht können." Dies sei im Hochsommer gewesen^als die deutschen Kolonnen durch die südrussischen Ebenen marschierten. Inzwischen hätten auch die Bedürfnisse der nordamerikanischen Armee und der Flotte die Vorräte aufgeschluckt, die an und für sieb nach der Sowjetunion hätten verfrachtet werden sollen, ebenso wie die Geleitzüge nach Murmansk heftig gelitten hätten, so daß Stalin noch erboster über das Fehlen der alliierten Hilfe gewesen sei. Churchill sei hauptsächlich nach Moskau geflogen, um die gesträubten Federn des sowjetischen Machthabers wieder zu glätten. Am ersten Tage in Mos- erlebnis gewesen. An keiner Stelle der Welt habe er eine stärkere Verschwisterung von Blut und Boden gefunden als in Finnland. Der heftige Kampf, den Finnland und Deutschlarck» heute ge» meinsam gegen den bolschewistischen Ansturm führen müßten, bekomme seine letzte Sinngebung durch den Triumph des Geistes. Diese Erkenntnis stelle der Deutsch-Finnischen Gesellschaft eine große Ausgabe. Dann dankte der finnische Gesandte Professor K i v i m a e k i allen, die an der Gründung der Gesellschaft Anteil haben. Roosevelt verlangt neue diktatorische Vollmachten Oer Streit um die zweite Front. Amerikanische Enthüllungen über Churchills Besuch in Moskau. dahinter steckende wahre Absicht erkennen: sich und seinen jüdischen Hintermännern und Freunden die unumschränkte Machtbefugnis über den gesamten Wirtschaftsapparat der Vereinigten Staaten zu sichern. In seinem Machthunger entgeht Roosevell gänzlich die Tatsache, daß er, der sich so oft zum berufenen Verteidiger der sogenannten Demokratie aufwarf, nunmehr zu ihrem erklärten Gegner wurde. Denn feine Botschaft besagt nichts anderes, als daß das demokratische Regime für Kriegszeiten nichts taugt. Sein unter dem Vorwand, diktatorische Maßnahmen ergreifen zu müssen, um die Kriegs- wirtschaft der USA. schlagkräftig zu machen, gegen den Kongreß geführter Schlag ist somit nicht anderes als ein Schlag ins Gesicht der Demokratie. Oewey Gouverneur von Neuyork. Stockholms. Nov. (DNB. Funkspruch.) Reuter meldet, daß der republikanische Kandidat D e w e y zum Gouverneur des Staates Neuyork gegen den demokratischen Kandidaten Roosevelts gewählt worden sei. Nach einer Meldung des „Daily Mirror" sind sämtliche Staatsstellen in Neuyork mit republikanischen Kandidaten besetzt worden. Der Poften des Gouverneurs von Neuyork gilt von jeher als Sprungbrett für die Präsidentschaft. So waren Roosevelt selbst und mehrere seiner Vorgänger vorher Gouverneur des Staates Neuyork. Seit zwanzig Jahren ist mit Dewey nun zum erstenmal ein Republikaner Gouverneur von Neuyork geworden. kau fei alles gut gegangen. Stalin, der Kommunist, und Churchill, der Konservative, hätten sich glänzend vertragen. Am zweiten Tage hätten sich die Fachleute zusammengesetzt, sie seien schon nicht mehr so gut ausgekommen. Am dritten Tage jedoch, an dem Zwischen Churchill und Stalin die von den Fachleuten ausgearbeiteten Pläne zur Erörterung standen, seien Churchill und Stalin zum ersten Male aufeinandergeprallt. Sie seien schließlich im guten Einvernehmen voneinander geschieden, jedoch wie zwei sich gegenüberstehende Feinde. Stalin habe Churchill versichert, Stalingrad mit allen Mitteln zu verteidigen, während Churchill versprochen habe, den Plan einer zweiten Front weiter zu beraten. Pearlson weist dann darauf hin, daß die meisten miütänimen Berater Roosevelts, in erster Linie Admiral King, Gegner des Gedankens einer zweiten Front seien. Wenn sie auch nicht gegen die Errichtung einer zweiten Front in anderen Teilen der Welt seien, so stemmten sie sich doch gegen die von Stalin verlangte znzeite Front in Nordfrankreich ober Nordeuropa. Aber die Besetzung französischer Gebiete in West- a f r i k a wäre keiye Front, die Stalin irgendwie befriedigen könne. Die Sowjets hätten in der letzten Zeit in Washington klargemacht, daß es bei der Alliierten-Hilfe für die Sowjetunion darauf ankomme, daß das sowjetische Volk am Leben erhalten werde, da die Sowjetunion ihre wertvollen Getreidefelder verloren habe. Vergeblicher Ausblick nach der LtGA.-Hilfe. Lissabon, 3. Nov. (Europapreß.) Die nordamerikanische Wochenschrift „Time" schreibt, der Ausspruch Stalins: „vcut eines iji notwendig, daß die Alliierten ihren eingegangenen Verpflichtungen voll und ganz nachkommen und vor allem auch die Lieferzeit einhalten", habe in Washington geradezu einen Tumult ausgelöst. Der nordamerikanische Botschafter in Moskau, Stanley, der, wie das Blatt schreibt, „in einer wahren^ Derzweiflungs- ven geschickt worden. fiimtmmg nach Washington gereift sei , habe tnrj vor seiner Abreise das erstaunliche Emgeftandm» gemacht, er wisse nicht, welche Verpflichtungen seine Regierung Sowjetrußland, gegenüber eingegangen und bis zu welchem Grad man chnen nach- gekommen sei. ~ . Stanley erklärte: „Es sieht so aus, als ob dem Fluß amerikanischer Munition nach Rußland Schwierigkeiten in den Wea gestellt sind, so, als wenn man einen Schraubenschlüssel in die Maschinerie geworfen hat. Ich sage Ihnen offen, ich weiß nicht, wie es um die Belieferung der Sowjetunion steht." — „Time" fügt hinzu, es lägen viele Anzeichen dafür vor, daß die Sorgen und die Verzweiflung des Botschafters begründet waren, daß die amerikanische Hilfe an die Sowjetunion sehr elend gehandhabt werde. Zu einer Zeit, wo .Stalingrad schwer bedroht fei, seien die Verschiffungen nach Rußland kleiner gewesen, als im Frühling 1942. Die Versorgung der Sowjetunion mit Gummr z. B. sei äußerst kritisch. Die versprochene nordamerikanische Hilfe ließe auf sich warten. Rußland habe einen Hilferuf nach Lokomotiven ausgestoßen. Es sei aber nur ein sehr geringer Teil der ßotonwti- Neutralität der presse. Reichspressechef Dr. Dietrich im Verein der ausländischen Presse. Berlin, 3. Nov. (DNB.) Reichspressechef Dr. Dietrich sprach auf der Jahresoeranstallung des Vereins der ausländischen Presse zu Berlin über den Begriff der Neutralität der Presse. In einer Zeit, in der die geistige Kriegführung eine so ungeheure Rolle spiele, sei der Neutralität eines Landes nicht dadurch Genüge getan, daß es durch ferne Diplomaten platonische Neutralitäts-Versicherungen abgebe, während gleichzeitig ein großer Teil feiner Presse Partei ergreife und die Geschäfte des Feindes besorge. Mindestforderung einer neutralen Haltung der ausländischen Presse sei absolute Objektivität in der nachrichtlichen U Verrichtung der Öffentlichkeit. Sie setze freilich ebenso wie in Kommentar und Leitartikel den guten Willen zur Objektivität voraus. Dieser sei zwar meist bei den Korrespondenten der neutralen Presse in Berlin, leider aber nicht bei ihren Redaktionen im Ausland vorhanden. Es gebe heute auf diesem Kontinent ein europäisches Gewissen, dem alle europäischen Journalisten verpflichtet seien. Für die Verteidigung der abendländischen Kultur hätten fast alle kulturschöpferischen Nationen Europas gegen den Bolschewismus das Schwert gezogen. Wenige seien zurückgeblieben und hätten sich auf den starken Arm anderer verlassen. In t)tefem Kampf müßten die Kämpfer von den anderen, wenn sie sich schon nicht zur Solidarität bekennen, zum mindesten eine geistige Neutralität verlangen. Er sei überzeugt, so schloß Dr. Dietrich, daß über die Berechtigung dieser For» deruna in diesem Kreise auch bei den neutralen Korrespondenten kein Zweifel herrsche. Aber es sei unerläßlich, daß sie endlich auch ihre Anerkennung in den Redaktionen ihrer Länder finden müsse, wenn diese weiterhin den Anspruch erheben, in diesem Kriege neutral zu sein. Der Präsident des Vereins der ausländischen Presse zu Berlin, Professor Senatra, hob hervor, daß die journalistische Tätigkeit in Berlin von keinerlei Zensurmaßnahmen beschwert werde, sondern trotz des Krieges für alle in Berlin tätigen Auslandsjournalisten eine freizügige Entfaltung ihrer Arbeit möglich fei. Professor Senatra gab feiner Ueberzeugung Ausdruck, daß auch die in Berlin tätigen Auslandsjournalisten ihren Beitrag zu den heutigen geschichtlichen Aufgaben leisten werden. Kleine politische Nachrichten. Reuter meldet aus Jerusalem, daß in Palästina und Syrien USA. - Truppen angekommen sind. * Der Führer hat für den verstorbenen bayerischen Ministerpräsidenten, SA.-Obergruppenführer und Präsidenten der Deutschen Akademie Ludwig Siebert, ein Staatsbegräbnis angeordnet. * Am Grabe des auf eigenen Wunsch in aller Stills beigesetzten preußischen Staatsrats Freiherrn von Freytagh-Loringhoven legte Gauleiter Hanke den Kranz des Führers nieder. Wetters Kränze ließen niederlegen der Reichsmarschall, der Leiter der Parteikanzlei, Reichsleiter Bormann, Reichsführer ff Himmler, die nationalsozialistische Reichstagsfraktion und der Reichstag. Ein Mann rechnet ah Roman von Horst Biemath 41. Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „Und was ist einleuchtender", fuhr Forester fast begeistert fort und stand auf, „als daß Ciquita Perano in dem Augenblick, als sie von Gonzales hörte, daß Brackmann aufgetaucht sei, den Entschluß faßte, sich des längst unbequemen und heimlich gehaßten Verbündeten zu entledigen? Denn sie wurde damit nicht nur Gonzales los, sondern auch den viel unbequemeren Zeugen ihrer verbrecherischen Vergangenheit, Malte Brackmann! Das mit der weggeräumten Patronenhülse war gut.überlegt. Der einzige Berechnungsfehler war die Durchschlagskraft ihrer 6,35er Pistole. Wenn die Kugel nicht gefunden worden märe, hätte fein Gott mehr Brackmann retetn können!" Santacilla trippelte vor dem Napoleonbild hin und her. Es war nichts von der Gelassenheit seines großen Vorbildes an ihm. .Läßt es sich genau feststellen, wann Gonzales erschossen wurde?^ fragte Forester. „Ziemlich genau: fein Tod kann höchstens eine Stunde vor dem Eintreffen des Gerichtsarztes erfolgt fein, also etwa gegen elf Uhr." „Und wann erschien Ciquita Perano bei Ihnen, um Ihren Schutz in Anspruch zu nehmen?" .Zwanzig Minuten nach elf; ich wollte das Büro gerahe verlassen." ,4tam sie zu Fuß oder im Wagen?" „Im Wagen." „Dann hat sie in zwanzig Minuten reichlich Zeit gehabt, von der Calle Stella ins ,El Faro< zurück- zukehren und von dort zur Präfektur zu fahren." Santacilla antwortete nicht. Er ließ sich in feinen Sessel fallen, zog sein Taschentuch vor und trocknete sich Hals und Stirn — dabei war es in seinem Büro durchaus nicht heiß. „Alles Vermutungen —", behauptete er erschöpft. „Was wollen Sie noch mehr?" fragte Forester ärgerlich. „Genügen sie nicht, um den Dingen wenig- ftens gründlich nachzugehen?" Santacilla wiegte zweifelnd den Kopf: „Wenn ich wenigstens einen Mann in der Präfektur hätte, der etwas mehr als eben ein Schutzmann wäre! Tadellose Kerle, die Ihnen ein As auf zwanzig Schritt aus der Karte schießen, aber für feinere Arbeiten völlig unbrauchbar." „Engagieren Sie doch mich!" schlug Forester vor. „Ich merke gerade, daß ich gar nicht so untalentiert bin —" Santacilla sah ihn mit einem düsteren Blick an. „Wissen Sie denn, worauf es jetzt ankommt, Doktor?" fragte er wie ein Examinator. „Natürlich , antwortete Forester etwas großspurig, „wir müssen die 6,35-Pistole ausfindig machen, aus der der Schuß auf Gonzales abgegeben wurde." „Nicht schlecht, Doktor ...", murmelte Santacilla anerkennend und versank in neuerliches Brüten. „Unsere Mutmaßungen, Ciquita Perano könne Gonzales Mörderin sein, bauen sich auf der verschwundenen Patronenhülse auf. Ich gebe zu, daß alle Schlüsse, die wir gezogen haben, fehlerfrei und folgerichtig zu sein scheinen. Für einen Haftbefehl gegen Ciquita Perano genügen sie nicht, denn wir sind von Voraussetzungen ausgegangen, die völlig unbewiesen sind! Entweder gelingt es uns nun, Ciquita Perano AU überführen, daß sie und Gonzales Komplicen des Anschlags auf Buena Esperanza waren — sehr schwierig, Doktor —, oder es gelingt uns. ihr den Besitz der Mordwaffe nachzuweisen. Vielleicht befindet sich die Waffe noch in ihren Händen. Wir müssen schnell handeln und äußerst vorsichtig fein. Wenn die Perano merkt, daß auch nur der Schatten eines Verdachtes auf ihr ruht, können wir jede Hoffnung aufgeben, die Waffe jemals zu finden. — Ich sehe vorläufig keinen Weg, der zum Ziel führt. — Ueberlege« Sie sich, wie wir der Perano beikommen können, und wenn Sie einen gescheiten Einfall haben, dann läuten Sie mich an. 2ch bin für Sie jederzeit zu sprechen. — Wo aber finde ich Sie?" 1 „3m »Pullman* *, Don Santacilla." Tischgespräche geführt, als ob Sie mit der Gattin bes amerikanischen Konsuls an einem Diner teil» nehmen ..." „Ich verstehe nicht, was Sie meinen", stammelt» er verlegen, „nein, ich verstehe Sie wttklich nicht.., Mir geht diese Geschichte mit der Perano im Kopf herum ... verzeihen Sie, wenn ich unaufmerksam war." „Sie waren nicht unaufmerksam, Frank ... Sie waren eher zu höflich. Mir fällt wirklich kein besserer Vergleich als der mit dem Galadiner ein." Er schüttelte den Kops. Sie verhiellen vor der Fahrstuhltür auf dem Treppenabsatz des ersten Stocks, wo Foresters Zimmer lag. Karen reichte rhm die Hand. „Und ich bin Ihnen dankbar, Frank. Die Entscheidung ist ja noch nicht gefallen, und vielleicht erleben wir noch böse Enttäuschungen, aber mir ist doch schon viel, viel leichter ums Herz. Ick) habe das Gefühl, daß alles gut wird und daß Maltes ^Befreiung nur noch eine Frage von Tagen oder Stunden ist. Aber wo ich stünde, wenn Sie nicht gewesen wären, daran wage ich gar nicht zu denken ..." „Verrufen Sie um Himmels willen nichts!" fiel er ein und vermied es geflissentlich, sie anzusehen. „Die Hauptschwierigkeiten liegen noch vor uns. Und im übrigen überschätzen Sie meinen Anteil an den bisherigen Erfolgen. Wenn es uns gelingen sollte, Brackmann wirklich zu befreien, dann hat er es nur Ihnen zu verdanken." Er senkte den Kopf und bewegte die Lippen; es sah aus, als nähme er einen gewaltigen inneren Anlauf, ehe es ihm gelang weiterzufprechen. „Sehen Sie, Karen, meine Erfahrungen mit Frauen stammen sozusagen aus dritter HaiÄ, von meinem Freund Hawkins nämlich, der sich rühmt, ein Frauenkenner zu fein. Er ist ein Pessimist, mein Freund - Hawkins, und leider begründet er feine düstere Weltanschauung eben mit feiner genauen Kenntnis der Frauen. — Mangels eigener Erfahrungen war ich bis dahin geneigt, ihm im allgemeinen recht zu geben. Das hat sich nun geändert, ich bin bekehrt ..." (Fortsetzung folgt) Santacilla erhob sich, um Karen und Forester zu verabschieden. „Und Brackmann?" fragte Karen. . „Wir wollen diese Frage zurückstellen, bis wir die andere gelöst haben, Senorita", antwortete Santacilla diplomatisch. ,Lm übrigen ersuche ich sie beide, in Brackmanns Interesse über alles, was wir miteinander gesprochen haben, strengstes Stillschweigen zu bewahren. — Und Sie, Doktor, warne ich dringend, etwa auf eigene Faust Detektiv .zu spielen." „Sie dürfen unbesorgt sein, Don Santacilla!" antwortete Forester feierlich. * ForestSr versuchte, Karen dazu zu überreden, nach Vuena Esperanza zurückzukehren. Er entwickelte eine geradezu feurige Beredsamkeit, um sie zu bestimmen, Verakruz zu verlassen und die Lösung der -Dinge daheim abzuwarten. „(fs kann lange dauern, Karen: mir fällt absolut nicht ein, wie dem Frauenzimmer beizukommen wäre, und ich fürchte, daß Santacilla keine gescheiteren Einfälle haben wird als ich." ,Lch bleibe hier, Frank", sagte sie hartnäckig, „ich lasse mich nicht wegschicken. Malte hat Sie darum gebeten ich horte es; aber ich würde zu Hause vor Ungeduld und Angst vergehen. Ich kann Ihnen lecher nicht viel helfen ... aber ich störe Sie doch wiederum auch nicht so, daß Sie mich unbedingt loswerden wollen ...?" b tommeP Sie darauf?" fragte er entrüstet; es ®“r 6™ s- I-h-r Ion in seiner Heftigkeit. Die^ Mütagshitze lastete schwer über der Stadt. i’rarnnt,e L den schattenlosen Straßen, ■ne Glut ihrer senkrecht mederbrennenden Strahlen bannte alles Lebendige. Es verbarg sich hinter dicken Steinmauern und verhängten Fenstern, als enthalte das Licht eine tödliche, giftige Kraft. Karen und Forester verließen den Speifesaal, um l^re Ammer zurückzuziehen. r %-ft £as mit Almen, Frank?" sagte Karen, als sie die Treppen emporstiegen, „Sie sind plötz- U verändert zu mir, so anders als sonst «u t!^ rl™r ausdrücken? — Erst wollten ^ie mich heimschlcken, und dann haben Sie mit mir Am gestrigen Dienstagabend vereinigten sich die i Diele Arbeiten Bürkers seien grundlegend und rich- Mitglieder der drei Abteilungen (Naturwissenschaft- tunggebend auch für die Veterinärmedizin geworden, liche, medizinische und veterinärmedizinische) der besonders für die Veterinärphysiologie, für die der Die musikalische Entwicklung Julius W e i s - manns hat sich in mannigfachen Erscheinungsformen gezeigt. Standen seine Werke in früheren Jahrzehnten unter dem Einfluß des Impressionismus und damit rhapsodischer Formanlage, so hat sich sein Subjektivismus in der späteren Zeit zu strenger Formung durchgerungen, zumal in der Kammermusik und in seinen Opern. Der nunmehr über 60jährige Freiburger Musiker betritt mit der „Pfiffigen Magd" das Gebiet der komischen Oper. Der Text schließt sich eng an Ludwig ch o l b e r g s Komödie vom „Herrn Dielgeschrey" an, die in der Zeichnung der einzelnen Personen wie auch in der vielfältigen Handlung eine reiche Fülle von Möglichkeiten aufweist, die einem Musiker starken Anreiz zu geben vermögen. Dieses heitere Spiel mit seinen Verkleidungen und seinem Ränkeschmieden hätte in geeigneter Textbearbeitung zu einer opera buffa werden können. Julius Weismann fängt alle stilistischen Mittel seit dem Barockzeitalter ein und wertet sie in seiner Musik aus, vom sscco-Rezitativ, nur mit dem Klavier begleitet, bis zum vollen Orchesterklang. Er umgeht es, Ruhepunkte in der Handlung sich in geschlossenen musikalischen Formen (Arien usw.) ausweiten zu lassen, vielmehr schließt er sich eng an den Text an, den er zur zeichnenden charakterisierenden Orchesteruntermalung im deklamierenden, rezitierenden Sinne behandelt. Dem häufig sehr schnellen Umschlag der Stimmung im Geschehen folgt er sehr gewandt und treffend, dabei mehr Gewicht auf den Einzelsinn des Wortes legend als die Gesamtheit der Situation im höheren Sinne einfangend. Er stößt deshalb nur an wenigen Stellen zu längeren Sätzen von einheitlicher musikalischer Struktur vor. Schon die Ouvertüre zeigt in der Vielfältigkeit der angeschlagenen Themen mehr ein potpourri- haftes Grpärge. Ebenso schließt er sich nicht darin den vielen meisterhaften Vorbildern an, daß er das Ensemble mehr an die Situation bindet und es nicht zum musikalischen Organismus sich auswachsen läßt. In einzelnen Fällen dagegen, wie am Schluß des zweiten Aufzuges, bindet sich die Stimmung der einzelnen Personen zum geschlossenen Ganzen. Weismanns melodische Themen sind zweifellos sehr Jubilar Hervorragendes leistete. In diesem Zusammenhänge wies der Redner namentlich auf Bürkers Arbeiten zur Erforschung des Blutes der Tiere, vornehmlich der Haustiere, hin und schilderte dann in großer Linie an einigen Beispielen die bedeutenden Auswirkungen dieser Gelehrtenarbeit. Er erinnerte daran, daß die Veterinärmedizinische Fa- Festsitzung für Professor Dr. Bürker. Ehrung des Gelehrten durch die Oberhessische Gesellschast für Natur- und Heilkunde Giehen. Theater der Universitätsstadt Gießen Julius Weismann: „Sie pfiffige Magd". ler hatte ein Bühnenbild geschaffen, das in seiner Geschlossenheit die Durchführung der drei Akte auf demselben Schauplatz anschaulich ermöglichte. — Das interessante, ja reizvolle Geschehen fand bei den Hörern herzlichen Beifall. Dr. Hermann Heringe Lichtspielhaus: -Schüsse in der Wüste" Dies ist eine italienische Produktion der Fono- Roma in deutscher Sprache und mit eingeblendeten Zwischentiteln. Das Drehbuch schrieb Gian Gaspare di Rapolitano nach der Erzählung „Mar- rabö" von Orano und ©anbei. Die deutsche Fassung wurde unter der Leitung von Dipl.-Jng. Bernhard K u l i ß hergestellt. Der Film ist im Pressematerial als Abenteuerfilm angekündigt, was durch manche Einzelheiten der Handlung gewiß gerechtfertigt erscheint; es ist aber anzunehmen, daß die Hersteller, schon um der propagandistischen Wirkung willen, Wert darauf legen, ihre Produktion als einen Kolonialfilm zu bezeichnen. Die Handlung spielt in Jtalienisch-Ostafrika, vorwiegend m einem Wüstenfort, das mit einer schwarzen Einge« borenentruppe unter dem Befehl eines italienischen Hauptmanns besetzt ist. Den Inhalt des Films 6il- den im wesentlichen die Kämpfe der kleinen Kolonialtruppe gegen den zahlenmäßig stark überlegenen Stamm der räuberischen Amharas, die andere Stämme mit Krieg überziehen und sogar einen Angriff auf den unter Munitionsmangel leidenden italienischen Stützpunkt unternehmen; die Besatzung des Wüstenforts trägt aber dank der Tapferkeit der weißen Führer und der vorbildlichen Haltung der Eingeborenentruppe nach heftigen Kämpfen den Sieg davon. Der Wert des Films, in dessen Fabel übrigens auch eine kleine Liebeshandlung eilige- flochten ist, besteht darin, daß er einen Begriff von den Schwierigkeiten des Kleinkrieges in der afrikanischen Steppe vermittels und daß er, in guten, weiträumigen Aufnahmen, eine Vorstellung von Land und Leuten in Ostafrika gibt. Die Spielleitung von Romolo Marcellini hatte dafür eine großartige natürliche Szenerie und ein bedeutendes Aufgebot von Eingeborenen zur Verfügung, von denen einige auch mit Geschick größere darstellerische Leistungen bewältigen. In der Rolle des Hauptmanns sieht man den aus der „Weißen Schwadron" bekannten, beliebten und für Aufgaben solcher Art befähigten italienischen Darsteller Fosco G i a c ch e t t i neben feinen Landsleuten Giovanni Grasso und Doris Durand. — Im Beiprogramm laufen die neue Wochenschau und ein Kulturfilm von der Fischerei in der Ostsee. Hans Thyriot. Oie Entschädigung bei Lustschutzdienst. Entsprechend den erhöhten Anforderungen an den Luftschutz yat der Reichsluftfahrtminister und Oberbefehlshaber der Luftwaffe neue Ausführungsbestimmungen für die Entschädigungsregelung bei Luftschutzdienst erlassen, die die Erfahrungen berücksichtigen. Bei der Heranziehung zur Dienslleistung im Luftschutz innerhalb der Gemeindegrenzen des Wohn-, Arbeits- oder Aufenchaltsortes werden als Entfcha- digung einmal wie bisher die notwendigen baren Aufwendungen für die Benutzung öffentlicher Beförderungsmittel gewährt, wenn die Wegstrecke mindestens 2 km beträgt oder wenn öffenlliche Beförderungsmittel nicht zur Verfügung stehen, 10 Rpf. Wegegeld je km. Ferner wird bei stärkerer Ab- nutzung der eigenen Kleidung eine Entschädigung von 50 Rpf. täglich gezahlt. Dazu kommt ein Zehrgeld. Es beträgt nach den neuen Bestimmungen 1,50 RM., wenn außerhalb der Arbeitsstätte die Dauer der Luftschutzdienstleistung mindestens fünf Stunden beträgt und eine mindestens dreistündige Abwesenheit von der Wohnstätte erfordert oder wenn bei Dienstleistungen im Luftschutz an der Arbeitsstätte die gewöhnliche Arbeitszeit um mindestens drei Stunden überschritten wird. Wenn die Tätigkeit an der Arbeitsstätte einschließlich des Luftschutzdienstes eine zwölf Stunden übersteigende ununterbrochene Abwesenheit von der Wohnung erfordert, erhöht sich das Zehrgeld auf 2 RM., bei mehr als 24ftunbiger Abwesenheit auf 3 RM. Bei Heranziehung zur Dienstleistung im Luftschutz außerhalb des Wohn-, Arbeits- oder Aufenthaltsortes roerben für bie Entschädigung jetzt feste Sätze eingeführt. Reben ben Fahrkosten wirb ein Tagegelb von 6,50 RM. unb ein Uebernachtungsgelb von 5,50 RM. gezahlt. Hinzu kommt bie Entschäbigung von 50 Rpf. bei stärkerer Abnutzung ber eigenen Kleibung. Wenn ein Luftschutzbienstpflichtiger bei der Dienstleistung erkrankt oder verunglückt, werden chm im Falle der Arbeitsunfähigkeit die Entschädigungen weitergewährt, bis die Zahlungen der Krankenkasse einfetzen. Die neuen Ausführungsbestimmungen gelten ab 1. November. Die Betriebe des Werkluftfchutzes, des erweiterten Selbstschutzes unb des Selbstschutzes sind verpflichtet, die genannten Sätze zu zahlen. Auf jeden kommt es an! Bei einem ber letzten Terrorangriffe ber Briten auf Wohnviertel deutscher Städte wurden 94,5 v. H. der abgeworfenen Brandbomben von Selbstschutzkräften gelöscht, ehe sie zu Entstehungsbränden führten. Weitere 4,8 v. H. verursachten Heinere Brände, die ebenfalls von den Hausfeuerwehren der Luftschutzgemeinschaften niedergekämpft wurden. Nur 0,7 v. H. riefen Brandschäden hervor, bie von stärkeren Kräften angegriffen werben mußten. Auch bie häufiger verwendeten Phosphor-Branbbomben ber britischen Branbstifter werben erfahrungsgemäß von einem wachen, entschlußkrästigen und gut ausgebildeten Selbstschutz auf das wirksamste bekämpft. Entscheidend ist allerdings, die Angriffswaffen wie die Abwehrmittel zu kennen. Im neuesten Heft der „Sirene", der Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes, wird diesem Kapitel ein ausführlicher Aufsatz gewidmet. Jeder sollte ihn lesen; denn auf jeden kommt es an! Gießener Gchlachtviebmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt — Schlachtvieh-Verteilungsmarkt — in der Viehver- steigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 41 bis 45 Rpf., Bullen 23 bis 44, Kühe 11 bis 50, Färsen 27 bis 45, Kälber 35 bis 57, Hämmel 32 bis 53 Rpf. je kg Lebendgewicht. Marktverlauf: alles zu- geteilt. ** Ein Siebzigjähriger. Am heuttaen Mittwoch, 4. November, wird Der Schlossermeister i. R. Wilhelm Ziegler, Steinstraße 33 wohnhaft, 70 Jahre alt. Der Jubllar hat seinen Schlosserei- betrieb, den er selbst gegründet hat, 45 Jahre lang geführt und bann bie Leitung bes Betriebes seinem Sohn übergeben. Zu seinem heutigen Geburtstage unh für einen schönen Lebensabend unsere herzlichen Wünsche,. Oberhessischen Gesellschaft für Natur- unb Heilkunde Gießen mit einer Reihe von Gästen im Hörsaal des Physiologischen Instituts zu einer Festsitzung, bie । em langjährigen Inhaber bes Lehrstuhls für Phy- iologie unb Direktor bes Physiologischen Instituts Professor Dr. med. Karl Brn rker anläßlich seines kürzlichen 70. Geburtstages eine hefonbere Ehrung erweisen sollte. Zu bieser Feierstunbe hatten sich so viele Teilnehmer eingefunben, daß der Hörsaal bis zum letzten Platze besetzt war. Professor Dr. B ü r k e r wurde bei feinem Erscheinen im Hörsaal mit herzlichem Beifall begrüßt. Dann sprach, nach kurzen Grußworten des Leiters der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Professor Dr. K l u t e , als erster Redner der Amtsnachfolger Bürkers, Professor Dr. med. Koch. Nach einem einleitenden kurzen Hinweis auf Liebigs Wirken an unserer Universität betome ber Rebner, baß unsere Alma mater jetzt roieberum bas beson- bere Glück habe, einen Forscher zu besitzen, der ohne jeden 2lbzug das darstelle, was unter einem Klassiker zu verstehen sei: Karl Bürker. Der Redner würdigte dann mit herzlichen Worten das Wirken Bürkers als Klassikers der physiologischen Wissenschaft, der sich einem großen Problem zugewandt habe, dem er für immer treu geblieben fei: er habe das Blut zu seinem ureigensten Forschungsgebiet gemacht und sich in dieser Hauptrichtung seiner Arbeit über drei Jahrzehnte betätigt. Damit habe er nicht in die Breite, sondern weit in die Tiefe gearbeitet, und was ihm hier zu leisten oergönnt gewesen sei, werde in der Geschichte der Wlssenschast als ein ehernes Monument und Künder seines Namens für alle Zeiten bestehen. Der Redner schilderte anschließend in großen Zügen u. a. das von Bürker verkündete Hämoglobin-Derieilungsgesetz, mit dem er ein biologisches Gesetz erster Ordnung entdeckt habe, seine wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiete der Höhenphysiologie sowie die Einzigartigkeit und sorgfältige Systematik ber Vorlesungsarbeiten Bürkers, wobei er betonte, baß aus Bürkers Arbeit im Laufe der Jahre ein Vorlesungsmaterial von solcher Einmaligkeit unb Vollständigkeit entstanden fei, wie es vielleicht keine anoere deutsche Universität besitze. Nach diesen Hinweisen auf einige wenige Punkte dieser reichen Gelehrtenarbeit betonte der Redner, ein abschließender Bericht über Bürkers Lebenswerk sei heute noch nicht möglich, denn der Jubilar sei noch immer unermüdlich als Forscher und Lehrer tätig unb stehe noch mitten in seiner Arbeit. Ms ältester Vertreter ber Naturwissenschaften und Botanik feierte sodann Professor Dr. K ü st e r, der Inhaber des Lehrstuhls für Botanik und Direktor des Botanischen Instituts und Gartens, den Jubilar als einen Mann, der in feinem langen und reichen Leben als Physiologe niemals die Beziehungen zu den Naturwissenschaften verloren und ihnen immer seine besondere Sympathie bekundet habe. Der Redner umriß dann bie engen unb vielfältigen Beziehungen zwischen der Botanik und der Physiologie, wobei er die Verwandtschaft dieser beiden Wissenschaften überzeugend und eindrucksvoll darlegte. In diese interessante Betrachtung stellte er Bürker als Freund und Förderer der Naturwissenschaften hinein, der trotz seines Alters noch mit Eifer die Vorträge über die Forschungsarbeit an ber Pflanzenwelt höre unb sich mit feiner Lebens- unb Naturbetrachtungsweise bie Goethesche Lebensbetrachtung zu eigen gemacht habe. Mit ber Bitte an ben Jubilar, ben Naturwissenschaften weiterhin seine hoch- geschätzte Anteilnahme zu schenken unb biefe Wissenschaft auch in Zukunft zu förbern, schloß ber Rebner seine von herzlicher Verbunbenheit für ben Jubilar zeugende Ansprache. Regierungs-Veterinärrat Dr. Gilbert (Gießen) als stellv. Vorsitzender ber veterinärmedizinischen Abteilung ber Oberhessischen Gesellschaft, würdigte unb rühmte Bürkers Wirken für die Veterinärmedizin. Er hob dabei u. a. hervor, daß seit Bürkers Berufung nach Gießen im Jahre 1917 eine ganze Generation non Tierärzten als Schüler zu seinen Füßen gesessen und von seinen Forschungen unb seiner Wissenschaft größte Förderung erhalten habe. kultät im Jahre 1932 Bürker in dankbarer Würdigung seiner Verdienste zu ihrem Ehrendoktor ernannt hat, und daß die Tierärztliche Vereinigung ihn als Ehrenmitalied in ihren Reihen zählt. Der gesamte Tierärztestand, ebenso wie alle Veterinärmediziner, fühlten sich mit Dem Jubllar eng verbunden und brächten ihm auch in dieser Stunde ihre herzlichen Wünsche dar. Für die Gesamtheit der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde sprach hierauf deren Leiter, Professor Dr. K l u t e, der daran erinnerte, daß Bürker es war, der als Mediziner und Naturwissenschaftler in schwerer Zeit die Führung der naturwissenschaftlichen Abteilung übernommen habe und durch feine starke Persönlichkeit auch in diesem Zweig der Arbeit wieder frisches Leben weckte. Er wies sodann auf die Weite ber Forschungsarbeit Bürkers unb insbesonbere auf sein -Wirken für bie Medizin unb Naturwissenschaften hin. Der Jubilar habe von jeher bie natürliche Verbindung der Medizin mit den Naturwissenschaften betont unb gepflegt, so daß in dieser Feierstunde mit guter Begründung auf die fruchtbare Zusammenarbeit ber beiden Abteilungen für die Oberhessische Gesellschaft hingewiesen werden könne. Weiter erinnerte der Redner u. a. an das volksverbundene Wirken Bürkers durch seine populärwissenschaftlichen Vorlesungen, die in weiten Bevölkerungskreisen größten Anklang gefunden haben. In dankbarer Würdigung' seiner vielfältigen Verdienste hätten daher die drei Ab- teilunaen der Oberhessischen Gesellschaft beschlossen, Professor Dr. Bürker zu ihrem Ehrenmitglied zp ernennen. Der Redner verlas nach dieser Mittellung die Ernennungsurkunde, die von ber Festversammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde. Anschließend übermittelte der Vorsitzende der Medizinischen Gesellschaft, Professor Dr. Wagenseil, Inhaber des Lehrstuhls für Anatomie unb Direktor des Anatomischen Instituts, die herzlichen Glückwünsche ber Mebizinischen Gesellschaft. Der Prorektor, Professor Dr. Rauch, sprach bem Jubilar ben Dank der gesamten Universität bafür aus, baß er ihr sein Lebenswerk gemibmet und in so fruchtbarer Weise hier für die Wissenschaften gearbeitet habe. Er verband mit diesem Dank den Wunsch und die Hoffnung, daß ber Jubilar sich auch künftighin immer mit unserer Ludo- viciana oerbunben fühlen möge. Professor Dr. Bürker brachte in tiefempfun- benen Worten seinen herzlichsten Dank für bie zahlreichen Ehrungen zum Ausdruck, bie ihm anläßlich seines 70. Geburtstages befonbers auch in dieser Feierstunde in so überaus herzlicher Weise bereitet worben seien, unb er betonte babei an Hand von kurzen Beispielen seine enge Verbundenheit mit ben drei Abteilungen ber Oberhessischen Gesellschaft, mit dieser Gemeinschaft insgesamt unb nicht zuletzt mit unserer Ludwigs-Universität überhaupt, bie ihm eine so schöne Wirkungsstätte gegeben habe. In diesem Zusammenhänge gedachte er auch der eifrigen unb verständnisvollen Mitarbeit von Oberbaurat K u h l m a n n" bei der Errichtung des neuen Physiologischen Instituts mit dankbaren Worten. Sodann gab ber Jubilar in ganz großer Linie einen Einblick in seine jahrzehntelange Arbeit als Physiologe, einen Querschnitt, der von den Hörern mit größtem Interesse unb mit lebhaftem Beifall ausgenommen würbe. Am Schlüsse ber Sitzung würben bem Jubilar noch viele persönliche Glückwünsche ausgesprochen unb ihm als sinnige Gabe aus dem Botanischen Institut unb Botanischen Garten von drei Mitarbeiterinnen Professors Küsters ein Strauß prächtiger weißer Chrysanthemen überreicht. In ber neuen Lebensmittel-Zuteilungsperiode, bie vom 16. November bis 13. Dezember 1942 läuft, gelten die gleichen Rationen wie in der gegenwärtig laufenden. Bei der Fettverteilung treten einige Umlagerungen ein. Die Normalverbraucher und Selbstversorger mit Butter aller Altersstufen erhalten, mtt Ausnahme der Kinder bis zum 14. Lebensjahr, je 100 g Butterschmalz an Stelle von je 125 g Margarine. Eine Aenderung der Gesamtfettration der einzelnen Verbraucher tritt jedoch hierdurch wegen des höheren Fettgehalts, des Butterschmalzes nicht ein. Die Butterration der Rinber von 6 bis 14 Jahren wird von 750 auf 812,5 g erhöht. Zum Ausgleich dafür wird die Margarineratton von 312,5 auf 250 g herabgesetzt, so daß sich auch hier die Gesamtfettration nicht ändert. Es erhalten also alle Verbraucher die folgenden Erzeugnisse in der gleichen Menge wie in der jetzt laufenden Zuteilungsperiode: Brot, Mehl, Fleischs Käse (abgesehen^von Ser in ber gegenwärtigen Periobe erfolgten Son- berzutellung an Käse), Quark, Getreidenährmittel, Teigwaren, Kartoffelstärkeerzeugnisse, Kaffeemittel, Vollmilch, Zucker, Marmelade, Kunsthonig und Kakaopulver. Die Reichskarte für Marmelade (wahlweise Zucker), die Reichszuckerkarte und die Reichs- eierfane verlieren mit Ablauf des 15. November 1942 ihre Gültigkeit. Die Karten werden daher für die 43. bis 46. Zuteilungsperiode, vom 16. November 1942 bis 7. März 1943, neu ausgegeben und berechtigen wie bisher mit der Maßgabe zum Warenbezug, baß die Möglichkeit, den wahlweise zu beziehenden Zucker vorweg zu beziehen, entfällt, weil während der Wintermonate hierfür ein Bedürfnis nicht besteht. Die Verbraucher haben bie Bestellscheine in ber Woche vom 9. bis 14. November abzugeben, sofern örtlich nichts anberes bestimmt wirb. Verdunkelungszell: 4. November von 17.48 bis 6.55 Uhr. charakteristisch unb treffenb, geistreich unb witzig; sie bringen leicht ins Ohr, ohne jeboch haften zu bleiben; bas Orchester mit seinen Farbwerten kennzeichnet die Einzelheiten in manchmal sehr origineller Weise. — Die einzelnen Personen erhalten durchweg eine Ausprägung, die ihrem typischen Grundcharakter konform ist, besonders der Leonore widmet er empfindliche, ins Ariose weisende, klangschöne unb Melodisch organische Entwicklungen. * Die Aufführung unter Max Schwarze sprühte vor Lebendigkeit unb zeugte in der originellen Durchgestaltung der Eingangs- wie auch ber Schlußszene von feinsinnigem Erfassen. Sßas' nur aus der Over herauszuholen war, das geschah in vollem Maße bei plastischer Verdeuttichung des Wesens der einzelnen Gestalten. Allen voran stand Lise'l Schröter-Beckers als Pernille, quasi ein weiblicher Figaro, die Fäden der Handluna in ber Hand haltend, stets über ber Situation stehend als leitender Geist des Geschehens. In jedem Sinne eine bedeutsame, ja große Leistung, leicht und flüssig im Parlando, pointiert in der Deklamation, aussttah- lend an ben musikalischen Höhepunkten. Sehr fein bildete Barbara Boettcher die Mattone Magde- lone ab, die für ihre späte Liebessehnsucht Erfüllung findet; komisch in der Gebärde und dennoch nicht übertreibend, geschmackvoll sich dem Gesanglichen fügend. Gabriele P o s s i n f e ließ ihre Empfindung schön im Stimmlichen ausströmen. Ihr Geliebter, Leander, war im Verein mit seinem Freunde Old- sux — Peter Paul Schade und Ludwig Dru - s ch e I — schmiegsam im Gesanglichen und beweglich im Spiel, zumal in den Derkleidungsszenen. Ein Poltergeist, ber vor dem Vielerlei ber Geschäfte nicht zur 2ttbeit kommt, war Bernharb Schmitz, plastisch charakterisiert in allen Lagen seiner seelischen Erregung. Heinz Schommer gab einen pedantischen Buchhalter. Die Gruppe der Schreiber wie auch alle andern Mitwirkenden waren in sich gekennzeichnet und fügten sich gut dem Ganzen ein. — Das Orchester unter Otto Söllner folgte schlagartig dem fließenden Wechsel der Bühnen- jituation mit Schwung unb nie versagender Elastizität in allen beteiligten Instrumenten. Karl Löfs- Aus -er Stadt Gießen. Höchstgewicht unbegrenzt. Feldpostpäckchen dürfen aus guten Gründen ein Höchstgewicht nicht überschreiten. Gleichwohl sind an ben Schottern unserer Postämter solche Päckchen, biß schwerer wiegen, immer roieber anzutreffen. Man yiuß das verstehen; denn wer möchte einem Soldaten, ber ein Vater, Sohn, Bruder oder Liebster ist, nicht mit übervollen Händen schenken! Alles, auch das Geringste, soll dem Empfänger sagen: ich liebe dich! Ich will dir eine Freude machen; ich denke an dich! Was bedeuten schon Ferne und Weite, wenn das Herz darüberhin Brücken bauen will! Und so sind's ja eigentlich auch nicht die Hände, bie Feldpostpäckchen packen, sondern die Herzen. Was aber weiß ein Herz von einem Höchstgewicht, wenn es bie ganze Welt schenken möchte. So mag's auch dem Mütterchen ergangen fein, bas dieser Tage an den Schalter trat, aus ihrer Tasche ein Päckchen nestelte unb es bem Beamten hinter bem Glasfenster zuschob. Der wog es fad)e verständig in ber Hand. Er bedurfte nicht der Waage, um zu wissen: „Das, liebe Frau, ist zu schwer!" Das Mütterchen verstand nicht recht. Wie, zu schwer? „Es ist aber nur wenig drin", sagte sie. Ja, für ein Mutterherz. Zu viel, viel zuviel, aber für bie Vorschrift. „Nehmen Sie etwas heraus!" sagte freundlich ber Beamte. Das Mütterchen mußte tun, wie chm geheißen. Mit zitternden Händen öffnete es wieder die Knoten, die es mühsam geknüpft, nahm Stück für Stück aus bem Päckchen heraus, legte es auch mieber hinein, war ratlos und unschlüssig, für welches es sich entscheiden sollte, bas ben Weg zu bem fernen Jungen nahm. Der Beamte, buraj seine Abzeichen sich als alter Frontkämpfer ausweisend, vergaß einen Augenblick seinen Dienst am Schalter unb half bem Mütterchen das Rechte zu finden: „Dies", sagte er, „ist. sehr nützlich für einen Soldaten. Das kann er gut entbehren. Jenes wirb bie lange Reise nicht überstehen. Und biefes hier, Mutter, ist für Sie gewiß nötiger als für Ihren Jungen!" „Dann will ich chm aber noch einen besonderen Gruß hineintun", sagte bie Mutter, und brach ein paar Blüten aus einem Strauß roter Herbstastern, den sie bei sich trug. „Sie sind aus unserem Garten", erklärte sie, „und er liebt sie so sehr, ber Junge!" „Recht so, Mutter", antwortete ber Beamte, „man kann nickt Liebe unb Freude genug an bie Front schicken. Für sie gibt es fein Höchstgewicht; denn sie wiegen leicht auf unseren Waagen, aber sehr schwer in ben Herzen!" ' Dankbar lächelte im Fortgehen bas Mütterchen. Schn. Professor Or. med. H. W Kranz nach Frankfurt a. M. berufen. Der orbentliche Professor in ber Gießener Medizinischen Fakultät und Rektor der Ludwigs-Universität Dr. med. H. W. Kr anz ist mit Wirkung vorn 1. Dezember 1942 ab auf ben Lehrstuhl für Erb- und Rassenforschung der Universität Frankfurt a. M. berufen worden. ~ „ .... Professor Dr. med. Kranz, der im August 1914 als 17jähriger Kriegsfreiwilliger zu den Fahnen eilte und den ganzen ersten Weltkrieg rnitmachte, in dessen Verlauf er zum Offizier befördert wurde, studierte nach dem Kriege in Marburg und in Freiburg. Als der Spartakus-Aufftand in Thüringen aus- brach, nahm er an dem Kampfe gegen die dortigen Spartakisten teil. 1926 habilitierte er sich für das Fach der Augenheilkunde, seit 1928 wirkte er als Augenarzt in Gießen. Schon lange vor ber Machtübernahme durch den Führer trat er in bie nationalsozialistische Bewegung ein, kämpfte als SA.-Mann mit und wurde noch während der Kampfzeit zum SA.'Sturmführer befördert. Nach der Machtübernahme begründete er in Gießen das Institut für Erb- und Rassenpflege, für das er als Gauamtsleiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP. Gau Hessen-Nassau der berufene Mann war. Vom Wintersemester 1934/35 ab hatte er an der Universität Gießen einen Lehrauftrag für Rassenhygiene und Bevölkerungspolitik. Mit Wirkung vom 1. Januar 1937 wurde Dr. med. habil. Kranz vom Führer zum beamteten außerordentlichen Professor in der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen ernannt mit der Verpflichtung, die Erb- unb Rassenforschung an unserer Universität zu vertreten. Mit Wirkung vom 1. April 1940 ab wurde er zum ordentlichen Professor ernannt und nunmehr mit Wirkung ab 1. Dezember 1942 in gleicher Diensteigenschaft in bie Medizinische Fakultät der Universität Frankfurt a. M. unter Übertragung des Lehrstuhls für Erb- unb Rassenforschung berufen. Seit 1. Oktober 1939 wirkte Professor Dr. med. Kranz als Rektor an der Spitze unserer Ludwigs- UniDerfität, deren glückliche Entwicklung m hohem Maße seinem Wirken zu verdanken ist. Oie Lebensmittelzuteilung vom 16. November bis 13. Dezember. Aus -em Reiche -er Frau. Wir erwarten unser erstesKind Im Frühjahr ist es soweit, daß unser erstes Kind geboren werden soll. Die werdende junge Mutter arbeitet vielleicht fleißig an den Wolljachen in Blau oder Rosa (200 g Wolle sind für Jäckchen und Mützchen, 120 g für ein Strampelhöschen ausreichend) Aber nicht alle Frauen haben Talent zum Stricken und Häkeln, auch fehlt oftmals die Zeit, vor allem bei denen, die noch berufstätig sind. Was braucht nun der Säugling zu seiner Ausstattung, und wie teilt die Mutter die 150 Punkte der Erstlingssäuglingskarte ein, die bis zum vollendeten 1. Lebensjahr reichen muß? Als Richtlinie kann folgendes.dienen: Sechs Hemdchen aus Hemdentuch (kein Halboder Reinleinen verwenden, da dies zu sehr kühlt), vier bis sechs Jäckchen aus Baumwolle gewirkt. Die Größe darf nicht zu klein gewählt werden, da sie sonst zu schnell ausgewachsen sind. Größe drei bis vier dürfte deshalb die richtige sein, ebenso wählt man die Ausfahrgarnitur aus Wolljäckchen, Mützchen, Strampelhöschen und Fäustlingen nicht zu klein, Hur weiteren Ausstattung des Säuglings gehören auf Säuglingskarte vier große Wickeltücher (80X80) aus Barchent, Molton usw., sechs bis acht Zwischenlagen (40X40), 18 bis 24 Windeln (80X80) eine kleine und eine große Gummiunterlage für Wagen und Bettchen. Zwei bis drei Nabelbinden werden ohne Punkte abgegeben. Außerdem erhält die Mutter bei Bedarf auf Antrag Bezugscheine für B-ettchen- und Wogenmatratze. Dazu gehören zwei Laken (150X150), ein Kopfkissen letwa 30X40) mit drei Bezügen, eine Wolldecke (100X150) und zwei passende Bezüge. Für den Wagen werden drei Laken (80X100) und ein Oberbett (80 X 80 oder 60X90) nebst Bezügen benötigt Das Oberbett wird sowohl für Wagen als auch fürs Bettchen verwendet. In Anbetracht der Materialknappheit wird heute der Säugling anstatt zuerst in ein Körbchen oder einen Stubenwagen gleich in das richtige Bettchen gelegt Die Beschaffung eines Kinderwagens, vor allem etwa eines gummibereiften, ist nicht immer leicht, daher längere Zeit vor der erwarteten Geburt zu beschaffen. Auch für die Mutter selbst sind einige Anschaffungen nötig. Ungefähr im fünften Monat bekommt die Frau bei Bedarf vom Wirtschaftsamt Textilien zugeteilt, vor allem ein Kleid oder Stoff dazu, manchmal auch einen Büstenhalter oder dergleichen. Die Zuteilung richtet sich nach dem vorhandenen Kontingent an Textilien, über, das die Kartenstelle verfügen kann. Gut ist es auch, wenn die Frau eine Umstandsbinde trägt, sie hält nicht nur die Figur zusammen, sondern hilft auch Senkungsschäden vorzubeugen. In den meisten Fällen gibt es sie auf ärztlichen Antrag hin. Dann muß die Mutter darauf achten, daß sie möglichst Schuhe mit flachem Absatz trägt, der die Last des Körpers verteilen hilft und nicht, wie der hohe, auf dem Ballen konzentriert. Hat die Mutter sich für die Zeit der Schwangerschaft also mit genügend weiten und bequemen Sachen versehen, dann muß sie an die Zeit der Geburt und des Säuglings denken. Dazu gehören die Jdealbinde zum Einwickeln nach der Entbindung, drei bis vier Nährnachthemden, die zum Schließen und Gekochtwerden geeignet sind, zwei bis drei Stillbüstenhalter. Die Bezugscheine erhält die werdende Mutter im fünften Monat zusammen -mit der Säuglingstarte. Zusätzliche Lebensrnittel werden bereits früher ausgegeben. Bei Vorlage eines Attestes vom Arzt oder der Hebamme über die bestehende Schwangerschaft, bekommt die Frau zusätzliche Nährmittel, Milch und Obst, um ihre und damit des Kindes Gesundheit zu kräftigen sowie Vitamine, Salze, Kalke und Kohlehydrate zuzuführen. Eine weitere bedeutende Erleichterung ist der Vorzugsschein der NSV., der sie zur bevorzugten Abfertigung im Lebensmittelhandel berechtigt. Das lange Anstehen hält die junge Frau nicht aus, und deshalb ist sie froh und dankbar, wenn sie auf Grund dieses Ausweises mit Lichtbild außer der Reihe bedient wird. Wo immer das Kind geboren werden soll, vorher muß mit der Hebamme und dem Arzt alles genau besprochen werden, damit später nicht wertvolle Zeit mit dem Suchen fehlender Gegenstände verloren geht. Je eher die Mutter sich über alle Besorgungen im klaren ist und sie erledigt, desto beruhigter kann sie dem Tage der Geburt entgegensetzen. E. Sch. Hagebutten Vitamin-QuettefürdenWinier Ein jeder kennt die Früchte der wilden Rose, die Hagebutten, die jetzt überall in Wäldern, Feldern, an Häusern und Hecken sich leuchtend rot färben. Allmählich hat es sich auch herumgesprochen, daß uns die Natur mit dieser späten Frucht ein besonders wertvolles Geschenk macht, besitzt doch die Hagebutte von allen inländischen Früchten den höchsten Gehalt an Vitamin C, jenem Schutz- und Ergänzunasstoff, dessen Fehlen sich in Abgespannt- beit, Stoffwechselstörungen und Neigung zu Infektionskrankheiten äußert. Ja, ihr Gehalt an Vitamin C übertrifft noch den der Zitronen und Apfelsinen etwa um das Achtfache. Wie lassen sich nun diese Früchte am besten verarbeiten, damit sie uns im Winter als wertvolle Vitamin-O-Quelle gute Dienste leisten? Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, denn die Hagebutte eignet sich sowohl zur Herstellung von Marmelade und Gelee als auch von Most, Kompott ober Trockengut. Am ratsamsten dürfte es allerdings wohl fein, zunächst einmal Hagebuttenmark zu kochen, das man später bann als Brotaufstrich gebrauchen ober zu Marmelade, Tunken und Suppen weiterverarbeiten kann. Die Früchte, die das gesunde Hagebuttenmark liefern sollen, müssen reif und fest sein. Sie werden gewaschen, halbiert und entkernt. Die Arbeit des Entkernens ist sehr mühevoll. Es ist aber ausprobiert worden, daß man die Hagebutten auch unausgekernt — auch bei der Marmelade — verarbeiten kann. Bei dem noch warmen Fruchtmus ist die Wirkung der feinen Härchen etwas zu spüren, bei längerem Stehen jedoch verliert sie sich fast ganz. Die so vorbereiteten Früchte werden knapp mit Wasser bedeckt, in etwa zehn Minuten weichgekocht und durch ein feines Sieb gestrichen. Dann setzt man Zucker zu — man rechnet auf 1 kg Mark 200 g Zucker — und bringt die Masse zum Kochen, die man dann heiß in Gläser füllt und sofort verschließt. Beim Marmeladekochen werden die Früchte zunächst genau so behandelt wie beim Markkochen. Das so erhaltene Hagebuttenmark wird nun gewogen und mit 375 g Zucker auf 500 g Mark etwa 15 Minuten durchgekocht. Wenn eine Probe davon — auf einem Teller kaltgestellt — fein Wasser mehr absetzt, wirb bie fertige Marmelade heiß in Gläser gefüllt, mit einem Essigblatt bedeckt und sogleich zugebunden. Man kann die Marmelade auch mit weniger Zucker (250 g Zucker auf 500 g Mark) kochen. Die Einkochzeit wird dadurch natürlich verlängert. Die auf diese beiden Arten gewonnene Marmelade hat einen recht konzentrierten und süßlichen Geschmack und laßt sich gut mit einer anderen Marmelade, besonders mit Apfel - kompott ober Birnenmus mischen. Zum Schluß sei noch erwähnt, baß bie getrockneten Kerne unb schalen der Hagebutte einen sehr gesunben unb wohlschmeckenden Tee ergeben. r. bt. Aus einem Herrenanzug ist jede Form der oben skizzierten Jackenkleider gearbeitet, und zwar ist die linke Form aus einem dunkelblauen Material, dessen abgetragene Kanten mit Blenden aus dunkelblauen ©amtreften geschickt verdeckt wurden. Das einfache schwarze Jackenkleid rechts hat große aufgesetzte Taschen mit Tressenausputz. Sein Rock ist (in vier Bahnen) etwas glockig geschnitten, während der Rock links (bei ebenfalls vier Bahnen) vorn eine Gehfalte hat. H. Kochfett sparsam verwenden! Statt der beliebten Mehlschwitze iu*- Bindung von Gemüse unb Tunken läßt sich bas Mehl ebensogut verquirlt in bie kochenbe Masse rühren. Braune Tunken lassen sich ebenfalls ohne Fett zubereiten, wenn bas Mehl ohne Fettzusatz zuvor braungeröstet wirb. Erleichternb für bie Hausfrau ist in biefem Fall, baß sie solches Braunmehl auf Vorrat Herstellen kann. Fettes Fleisch legt man in wenig heißes Wasser: sobald das Wasser verdampft ist, beginnt das Fleisch zu bräunen. Mageres Fleisch laßt man zunächst in der trockenen. Pfanne anbraunen und füllt dann Wasser nach. Hackfleisch in einer Kasten» form, Kartoffeln, Bratlinge, 'Plinsen und Pfannkuchen auf einem leicht mit Fett bestrichenen Kuchen- blech aeraten vorzüglich, wenn man sie nicht auf dem Herd, sondern im Backofen herstellt. Kartoffeln und Plinsen können auch in der Pfanne bei nur ganz geringem Fettverbrauch gebraten werden, wenn man diese vorher mit einer halben in Fett getauchten Zwiebel gut ausgefettet hat. Bratkartoffeln sind schmackhaft, wenn sie mit wenig Fett unb einem Zusatz von Milch mehr gebünstet unb geschmort als gebraten werben. Salate werben nach Möglichkeit mit Milch, Buttermilch ober saurer Milch angerichtet. Llnd nun: Paprika! Schon im Vorjahr haben wir mit ben Paprikaschoten Bekanntschaft gemacht, sehen wir sie jetzt wieder, so sind wir nicht so ablehnend, sondern nehmen schon mal gern ein paar Schoten mit nach Hause zu einem guten Gericht. Nach Möglichkeit wählen wir allerdings die abgerundeten Sorten, die spitzen sind für unseren Gaumen häufig zu scharf. Die Schoten werden bann längs halbiert, Stiel unb Kernhaus restlos entfernt unb vorsichtshalber jede Schote an ber Schnittfläche probiert, bamit, nicht eine, bittere uns bas Gericht verbirbt. Dann geht es an bie Zubereitung ber Gerichte, von benen z. B. Paprikakraut sehr vorteilhaft und wohlschmeckend ist. Hierfür benötigen wir: 750 g Weißkraut, etwa 8 Paprikaschoten, wenn möglich 250 g Tomaten ober etwas Tomatenmark, Zwiebel ober Lauch, Kümmel, 20 g Fett, 30 g Mehl, Salz, nach Geschmack Essig, Zucker. Das Kraut unb bie vorbereiteten Paprikaschoten werben feingeschnitten unb mit Fett unb Zwiebel angedünstet. Man gibt die Gewürze zu und kurz vor dem Garwerden auch die Tomaten. Zum Schluß wird abgeschmeckt. Gefüllte Paprikaschoten lassen sich mit verschiedenen Füllungen Herstellen. Die vorbereiteten Paprikaschoten, von denen man den Deckel abgeschnitten hat und die vom Kernhaus befreit wurden, werden mit einer Fleischmasse oder Nährmitteln oder Kartoffelteig gefüllt. Die Füllungen werden kräftig mit Kräutern abgeschmeckt. Füllungen, bie längere Kochbauer benötigen, müssen vorgekocht werden, da bie Paprikaschoten nur eine halbe Stunbe Garzeit benötigen. Ein Gemüseeintopf mit Paprika unb Tomaten zu gleichen Teilen unb der hoppelten Menge Kartoffeln ist auch empfehlenswert, wir dünsten bie Paprikaschoten hierfür in Speck unb Zwiebel an. Die Verbinbung mit Tomaten ist überhaupt wohlschmeckend auch für eine Paprika-Tomaten suppe: 2 Paprikaschoten, 500 g Tomaten, Zwiebeln ober Lauch, 3 bis 4 geriebene ^Kartoffeln, 1V* Liter Wasser ober halb Milch halb Wasser, Schnittlauch. Die vorbereiteten Paprikaschoten werben in feine Streifen geschnitten, bie Tomaten legt man in ein Sieb, bas man kurz in kochenbes Wasser hält, um bie Haut abzuziehen. Die Zwiebeln werben in.Fett gerostet, Paprika und Tomaten zugefügt, mit Vi Liter Wasser aufgefüllt und gut durchgekocht. Dann gibt man Kartoffeln und die restliche Flüssigkeit zu, läßt- nochmal aufkochen, schmeckt ab und richtet mit Schnittlauch an. Auch als Frischkost verwenden wir Paprika mit Tomaten zu gleichen Teilen. Die Paprikaschoten werden feinstreifig geschnitten, die Tomaten in Scheiben untermischt S346D Rechnungen 05602 einzureichen. »3440 Kreisfrauenschaft 3347V Mit den Angehörigen trauern auch wir um unseren lieben Arbeitskameraden BetriebsfOhrung u. Gefolgschaft derFa. Fr. Helmer 4 Co., Eisengroßhandlung, Gießen. 05609 3.fmitflcf.:nebr. Brotschu.-Masch. Gebr.kl.Kiichen- Dezimalwaage Gebr, Taschenuhr, gutgehend. Schr. Ang. unt. 05590 a.d.G.A. Danksagung. e Beweise herzlicher Teilnahme bei dem ange unseres lieben Entschlafenen Lehrer i. R. Karl Eimer ür Hilfe und Beistand in seinen letzten sagen auf diesem Wege innigen Dank Auguste Eimer, geb. Werner Ottilie und Marie Eimer. 1, im Oktober 1942. Einfamilienhaus oder4-6-Zimmer-Wohnung in Gießen oder Umgebung zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote unter 05541 an den Gießener Anzeiger erb. Jg. Witwe, berufstätig, sucht baldmöglichst: 1—2 gut möbL Zimmer m.Kochgelegenh. oder: 2-3 leere Räume m. Koch- gelegenh., oder: Wohnung 2 Zimm., Küche, mögt. Bad. Schriftl. Eilangebote u. 05592 an d. Gieß. Anz. Der Mütterdienst im Deutschen Frauenwerk stellt unter günstigen Bedingungen neue Lehrkräfte ein: Gewerbelehrerinnen, Technische Lehrerinnen, Schneidermeisterinnen, Haushaltspflegerinnen, Säuglingsschwestern, Krankenschwestern, Volkspflegerinnen, Jugendleitetinnen, Kindergärtnerinnen. Bewerberinnen erhalten Auskunft: Gießen, Frankfurter Straße 1. Höherer Beamter sucht 2-4-Zimmer-Wohnung sofort oddr später. Schriftliche Angebote unter 05599 an den G>eß. Anzeig. Statt Karten 1 Für die erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Verlobung danken wir recht herzlich Ilse Hellwig Karl Gilbert Oberleutnant In einer Beob.-Abtlg. Leihgestern, im Oktober 1942 K 05596/ Württembergisctie Metallwarenfabrik Niederlage Giehen sucht zur Führung ihrer hiesig. Niederlage eine geeignete Dame gesetzten Alters. Bewerbungen sind über das Arbeitsamt Gießen Unsagbares Leid brachte uns die Nachricht, daß unser lieber, einziger Junge Willi Ulmer Panzer-Grenadier in einem Panz.-Gren.-Regt, sein Leben für sein Vaterland hingegeben hat. Er ist am 26. Oktober 1942 im Alter von 19*4 Jahren in einem Kriegslazarett an den Folgen einer schweren Krankheit gestorben. In tiefem Schmerz: Wilhelm Ulmer und Frau Wilma, geb. Günther,und alle Angehörigen. Gießen, Mainz, den 4. November 1942. Zur Instandhaltung unserer Geschäftsräume suchen wir eine ordentliche Frau oder einen Mann Die Arbeit kann auch im Neben- verd ienst abends erledigt werden Wärtlembergische Metallwarenfabrik Niederlage Bieben • Krenzplatz 14 3343 D Zeitungsträgerin gesucht VerlaldesBieftenerlnzelfiers 3311 D Umstellung von Lastwagen aller Fabrikate AUF HOLZGASBETRIEB OPEL IN GIESSEN Marburg. Str. 145, Ruf 2847-48 s____________ 2697 Dz Nach kurzer, schwerer Krankheit entschlief heute früh unsere liebe, gute Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Amanda Keißner, geb. Korndörfer im 88. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Heinrich Keißner und Angehörige. Gießen, den 8. November 1942. Beerdigung: Freitag, den 6. November, nachmittags 2 Uhr, Neuer Friedhof. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 05610 Kaufgesuchej ’uppen-Sportwag z. kaufen gesucht. Klaviere Flügel I kauft ständig —. ■ Pianohaus SCnönail j Bahnhofstraße 78 Telefon 3269 Für sofort oder später erfahrene zuverlässige Oausgemifin gesucht, l 8294 0 Frau Elges Seltersweg 66. Zuverlässige Frau f. etwa 2 Stund, werkt, ges. 3316D Knodt, Hindenburg» wall 13 I I. kleine Anzeig en :m girfcenei Anzeiger werden von Tausenden beachtet und geleie». Student sucht gut möbliertes Zimmer mögl.m.Zentral- heiz.u.fl.Wasser. Schr. Ang. unt. 05614 a. d.G.A. [Stellenangebote] Beine Ursprungs- sengnlsse, ondern nur Zeugnis abschriften dem ve- roetbungeid)reiben bei« legen! - Llchtbüder undBewerdung-untev logen müllen tut Ber Meldung von Beriusten auf der Rücklette R» men und Anschrift de« Bewerber» tragen! [Stellengesuche] Junge Frau sucht Stelle als Böroöilfe für halbe Tage. Schriftliche Angebote u. 05573 an den Gießener Anzeiger. [ Verkäufe"| Flügel gut erhalten, für Mk. 300 verkauf!. 3335V Straube, Harmoniumbau, Lich, Garben- teicher Str. Gut erhaltener ßinöetrongen mit Matratze für 40 Mk. zu verk. 05598 Gießen, Hammstr. 15, vart., links. Theater. Mittwoch- Miete 2. Sperrsitz, Umstände halber abzugeben. Dr. Eberth, Horst-Wessel- Wall 46 I I. 05597 Schr. Ang. mit Preisunt.05595 -------- an d. Gieß. Anz. I d». Brühl. Gießen MMeM neu oder gebraucht, z. kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. unter 05608 an den Gieß. An;. Winter- oder Uebergangsmantel für Herrn niittl. Größe zu kaufen gesucht. Schriftl. Ang. unt. 05605 an d. Gieß. Anz. Suche einen neuen oder gut erhaltenen Fuchspelz. Schr. Ang. mit Preisangabe u. 05601 a.d.G.A. | Verschiedenes | Silberne Damen-Sportutir m. rotem Armb. Freitag im Lrtadtbereich verloren. Abzug, geg. gute Belohn, auf oem 05607 Fundbüro. Garant guter Arznei-Präparate - Mit 1693 - Chem. * _:>rik Krewel-Leugen G. m. b. H. Köln Putzfrau für die Abendstunden gesucht öie/Iener Anxei&ee Schulstraße 7 3310d "'"Backpulver &kin macht den Kuchen locker! CAFE WIEN Donnerstag, 5. November, nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr GROSSE MODELLSCHAU Sparsame Kleider Leitung: J. M. Ewald Langen. 05606 Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom- und Gasgelder noch innerhalb der nächsten acht Tage ohne kosten an die Kasse der Stadttverke Gießen, Gartenstraße 3, aus Postscheckkonto Frankfurt /Main Nr. 27707, oder aus die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueberschreiten des Zahlungstermins müssen die Beitreibungskosten berechnet und entrichtet werden. Vom 15. November 1942 ab wird die Stronv- und Gaslieserung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat Sevtember 1942 einschließlich Kosten noch nicht entrichtet haben. Die Kosten der Strom- und Gassperre gehen zu Lasten der Säumigen. [3342A Gießen, den 2. November 1942. Stadtwerke Gießen. Ihr Berater in allen Punktfragen das große Spezial-Haus für gute Herren- und Knaben- Kleidung THUAm °- der Universitätsstadt Gießen Mittwoch, den 4. November . 19 bis 21.15 Uhr 8.Mittwochmiete u. Halbmiete A Ein ganzer Kerl. LICHTSPIEL-THEATER Gloria-Palast, Seltersweg Weiße Wäsche a838C Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Schüsse in der Wüste Täftl. 2.30,4.45, 7.30; So 100, 4.30,7.30 Ubr Bis auf weiteres am Montag- und Donnerstag -Vormittag geschlossen! _ _____________________357 A Sckwer-Kriegs- beschädigter verlor am 3.11., vormittags, in d. Telephonzelle a. Lmdenvl. IPaar graue Lederhandschuhe. Der Finder wird gebet., dieselben geg. Bel. abzug. bei Beher, Brandgasse 4. Saatkartoffeln Hochzucht Deutsche Erstlinge eingetroffen Heinrich Hahn Samenhandlung 334ßo Bahnhofstraße Fernruf 8408