Aeklag, September <9§2 Gießener Anzeiger Kernsvreckanschluß 2251 vnick ttnb Verlag: wSm=Ä,S/m' »flfUmeWottfitmmdertiB.tam. Annahme von Anzeige« für ine Mittagsnummer bi581/3tl6rbei93ormitt(i88 A«zeigen-Preise für die MMimeler-Zetle von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Familtenan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvf.f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Matzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 257o mehr General-Anzeiger für Oberhessen Sd*ri6i£$e*®Sd,wI|ra^tä7^k <92. Jahrgang Nr. 208 Gricheim täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener Z^amiltenblätter I Heimat tmBild'DieScholle । Bezugspreis: Monatlich..... RM.1.80 Lustellgebüör... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Publizität in -er Türkei Von unserem W. E. B.-Berichterstatter. Der britische Widerruf Von unserer Berliner Schriftleitung. England sucht Deckung hinter Kairo. Von unserer Berliner Schriftleitung. Fortschreitender Angriff auf Stalingrad Kairo ist eine Millionen-Stadt. Diese Ziffer erschöpft seine ausstrahlende Bedeutung bei weitem nicht. Es liegt 20 Kilometer oberhalb des Beginns der Verzweigung des Nils in das große Delta. Bei Kairo treten noch einmal die recht hohen Berge des ostägyptischen Odgebirges an den mächtigen Strom heran. Gegenüber liegen die berühmten Pyramiden. Auch jene gewaltige Sphinx, an deren Sinn so viel herumgerätselt wurde. Kairo ist seinem Ursprung und seinem Wesen nach die Stadt der mohammedanischen Araber, die seit dem Siegeszug des Islam die Herren über das Niltal waren, dessen Boden von den koptischchristlichen Fellachen bestellt wird. Die Araber sind die Grundbesitzer, die Offiziere und Beamten, die Gewerbetreibenden und die Händler. Ihr Herrschaftsanspruch dokumentiert sich in der gewaltigen mittelalterlichen Zitadelle, die von Mehemed Ali, dem „Napoleon Aegyptens", vor 120 Jahren neu errichtet wurde, nachdem sie einer Pulverexplosion zum Opfer gefallen war. 523 Moscheen — manche von ihnen sind verfallen — stehen in der Stadt. Berühmt ist die „Azhar-Moschee, die Blühende", die seit 988 zugleich Universität ist und als solche auf den ganzen arabischen Islam einen tiefgehenden Einfluß ausübt. An der ganzen Ostseite der Stadt dehnen sich die Kalifen- und Mameluckengräber. Da schwingen sich prachtvoll leicht die kühnen Kuppeln der Grabmoschee des Sultans Barkuk, die von zwei schönen Minaretts flankiert ist. Da sind Moscheen mit schönen Mosaiken und durchbrochenen Fenstern. Die eleganteste von allen, ausgezeichnet durch hohe Kuppeln mit reichen bandartigen Ornamenten und durch wirkungsvolle Beleuchtung der 50 runden Fenster, ist die Moschee Katt Beis. Die Museen von Kairo sind eine Be- B e r l i n „ 3. Sept. (DNB.) Deutsche und rumänische Truppen sind auf der Taman-Halb- i n f e l im weiteren Vorgehen. Ein beherrschendes Höhengelände südostwärts Anapa wurde nach Brechen zähen feindlichen Widerstandes genommen. Bolschewistische unter Einsatz' von Panzerkampfwagen gegen die neu gewonnenen Stellungen ge« führte Gegenangriffe wurden überall abgeschlagen. Wolkenbruchartige Gewitterregen und aufgeweichte Straßen waren für die deutsch-rumänischen Verbände kein Hindernis. An der Straße nach Noworossijsk wurde ein Höhenzug nach hartem Kampf genommen. Der stark befestigte Gürtel vor Stalingrad konnte auch am Mittwoch den deutschen Angriff nicht aufhalten. In schwungvollem Angriff nahmen deutsche Panzerverbände eine wichtige Höhe süd- l i ch vor Stalingrad. Nachstoßende Infanterie baute die Höhenstellungen zu einem befestigten Stützpunkt aus. Unter dem Feuer schwerer Infanteriewaffen brachen Anstürme des Feindes, der die wichtige Am meisten wurde in diesen Wochen eine politische Karikatur anläßlich der Amtsübernahme des neuen Ministerpräsidenten Saracoglu besprochen. Die Zeichnung stellte dar, wie der neue Regierungschef die Treppe zu seinem Ministerium emporsteigt, wo ihn oben der Friedensengel und der Kriegsgott Mars erwarten. Der Engel sagt stolz: „Hier kommt mein neuer Herr", worauf Mars bemerkt: ,Db er nicht auch mich vielleicht in seine Dienste nehmen wird?" Der Zeichner wollte damit gewiß nicht die Friedensliebe des langjährigen türkischen Außenministers und nunmehrigen Ministerpräsidenten in Zweifel ziehen, sondern nur ausdrücken, daß nach wie vor der Friedensengel und der Kriegsgott in Ankara um den Vortritt kämpfen. Höhe wieder zurückerobern wollte, unter blutigen Verlusten zusammen. Im Norden vor Stalingrad wurde im Angriff über einen kleineren Fluß ein Höhengelände von deutscher Infanterie, durch Ranzerkampfwagen unterstützt, genommen. Ein (Gegenangriff starker bolschewistischer Kräfte, der durch schweres Artilleriefeuer vorbereitet worden war, brach unter hohen blutigen Verlustes für den Feind zusammen. Nur an einer Stelle konnten die Bolschewisten einen unbedeutenden Einbruch erzielen, aber der von Panzerkampfwagen unterstützte Gegenstoß vertrieb den Feind aus dieser Einbruchstelle. Die deutschen Spitzen konnten ihren Angriff geschlossen weiter gegen die Befestigungswerke von Stalingrad vortragen. Kein Erfolg der sowjetischen Angriffe bei Rschew. Genf, 4. <5ept, (DNB. Funkspruch.) In der Londoner „Daily Mail" schreibt der englische Mist- rühmtheit, seine Bibliothek mit den reichhaltigen Koransammlungen hat Bedeutung für die ganze mohammedanische Welt. Man kann von Kairo nicht sprechen, ohne auch von den Bazckxen der Gold- und Silberschmiede, der Seiden- und Wollweber, der Waffenhändler und Kaffeehäuser zu sprechen. Alles das ist von den Engländern zur Deckung ihrermilitärischen Stellung in Aegypten herabgewürdigt. Nicht erst seit den letzten Junitagen, da Rommel seinen unerhörten Siegeszug von Bir Hacheim über Tobruk, Sollum, Marsa, Matruk bis zu der Stellung von El Alamein vollbrachte. Die ägyptische Regierung, die für sich in Anspruch nimmt, einen selbständigen, wenn auch mit England verbündeten Staat zu vertreten, hat kurz nach Kriegsausbruch an die englische Regierung das Ersuchen herangetragen, Kairo zu einer unverteidigten Stadt zu erklären, also sie für militärische Zwecke nicht in Anspruch zu nehmen. Mit dieser Bitte ist sie an die richtige Adresse gekommen. Es ist noch in aller Erinnerung, daß die Engländer 1940 an die Franzosen das Ansinnen stellten, Paris nach bolschewistischer Art zu einem Kampfobjekt zu machen. Die Franzosen haben diese selbstmörderische Anregung abgelehnt. Aber die Regierung des angeblich selbständigen Aegyptens mußte es sich gefallen lassen, daß die englische Regierung die Unfähigkeit ihrer Generale gutzumachen versucht, indem sie Kairo als Mittel der Kriegführung benutzt. Am 7. Juni 1940 — mitten während des Streits über die Rolle von Paris — berichtet der französische Botschafter in London, die englische Regierung habe die ägypttsche Bitte abgewiesen, da eine solche Maßnahme „unerwünschte militärische Nachteile" mit sich brächte. Dr. Ho. war es verboten gewesen, diese Uebelstände mit zeichnerischer Ironie zu übergießen. Aber die Verbote ließen sich nicht durchhalten und der Aerger und die Erbitterung dürfen nun in Form von Karikaturen ihr Ventil finden. Die zeichnerischen Größen der türkischen Witzblätter machen von der chnen gewährten Freiheit auch reichlichen Gebrauch und überbieten sich in gepfefferten Darstellungen der wirtschaftlichen Nöte und der administrativen Mängel in einem Maße, wie es kein Leitartikler sich herauszunehmen wagen würde. Die starke und wohlberechtigte Anprangerung der Methoden englischer Militärs, gegen deutsche Kriegsgefangene vörzugehen, hat überraschend schnell gewirkt. Am Mittwoch hatte das OKW. auf den bei Dieppe erbeuteten englischen Befehl hingewiesen, wonach deutschen Kriegsgefangenen die Hände zu. binden seien, damit sie ihre Papiere nicht vernichten" könnten. Das OKW. hatte unter Hinweis auf die vollkommen legale Behandlung britischer Kriegsgefangener durch uns erklärt, es würde künftighin allen ähnlichen Wildckestmethoden, die eine Schändung und Mißachtung tapferer Soldaten darstellten, zu begegnen wissen und forderte für den vorliegenden Fall eine amtliche engkksche Bekanntmachung, wonach der Befehl auf Fesselung widerrufen würde. Sonst würden alle bei Dieppe gefangenen britischen Offiziere und Soldaten ab 3. September, 14 Uhr, in Fesseln gelegt werden. Nun war der Bericht, der diesen ungeheuerlichen Befehl enthielt, von Deutschland schon am 30. August veröffentlich worden. Im brittschen Kriegsministerium hatte man sich nicht dazu geäußert, aber der Londoner Nachrichtendienst behauptete kurzweg, alle diese deutschen Angaben über die Erbeutung englischer Befehle seien — deutsche Erfindungen. Gegenüber einer derartigen Dickfelligkeit bedurfte es schärferer Mittel. Und die deutsche Drohung mit Repressalien wirkte! Noch am gleichen Tage, am Mittwochabend, gab das britische Kriegsministerium eine Meldung heraus, die in Abrede stellt, daß irgendeinem deutschen Gefangenen die Hände gebunden worden sind. Jeder derartige Befehl werde, falls er herausgegeben sein sollte, widerrufen werden. Das britische Oberkommando gibt vor, solche Befehle nicht zu kennen. Allerdings wird auch die Möglichkeit nicht verneint, daß solche Befehle ergangen seien. Nun ist es für jeden deutschen Soldaten unverständlich, wenn untergeordnete britische Stellen solche Verstöße gegen die primitivsten Grundsätze des Völkerrechts und Rückfälle in die Barbareien der britischen Kolonialkriege erlassen können. Aber darüber herrschen eben in Deutschland und England zweierlei Meinungen. Wir erinnern übrigens daran, daß bereits am 5./6. Juni in NorÄ- afrika Befehle eines britischen Brigadekommandeurs in unsere Hände fielen, nach denen kriegsgefangene Deutsche so lange ohne Wasser und ohne Nahrung bleiben sollten, bis sie von höheren Stellen vernommen worden seien. Wir haben auch damals sofort die zuständigen Stellen in London aufgefordert, diesen unerhörten Befehl zurückzuziehen, und mit Repressalien gedroht. Darauf wurde vom Londoner Kriegsministerium dieser Befehl mit der Behauptung zurückgezogen, es handele sich um Eigenmächtigkeiten' einer untergeordneten Stelle. Die Entschuldigung, auch bei Dieppe werde es sich um eine solche handeln, spricht für eine merkwürdige Befehlsgewalt untergeordneter Instanzen, die solche Wildwestmanieren anordnen dürfen, ohne daß die übergeordneten Stellen davon wissen! Auf jeden Fall aber ist die Ableugnung der Behauptung, deutschen Gefangenen seien wirklich die Hände gebunden worden, doch ein starkes Stück des brittschen Kriegsministeriums, denn es weiß ganz genau, daß in Dieppe die Möglichkeit gefehlt hat, deutsche Kriegsgefangene zu machen. Es wird hier etwas geleugnet, was gar nicht behauptet worden ist. Das Unsoldatische ist eben, daß ein solcher Schandbefehl überhaupt vorliegt und daß er ausgeführt worden wäre, wenn die Engländer Gefangene gemacht hätten. Daher ist das scharfe Vorgehen des OKW. zu begrüßen. Es reinigt die Lust. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Ankara, im August 1942. Die Auflagezahl der türkischen Tagespresse ist, gemessen an der Vielheit der Zeitungen und an der Größe des Landes, bescheiden. Man schätzt sie auf 200—250 000 Exemplare täglich, denen eine Gesamtbevölkerung von 17,5 Millionen Menschen gegenübersteht, von der allerdings ein erheblicher Teil des Lesens gar nicht oder nur unvollkommen mächtig ist, jedenfalls nicht so, daß ihm das gebildete Zeitungstürkisch etwas sagen könnte. Da- bei ist das Interesse der Menschen auch außerhalb der größeren Städte für die Geschehnisse in der Welt fahr groß und ständig im Wachsen. Der Bestiedi- gung dieses Interesses dient in den Ortschaften, wo elektrischer Strom vorhanden ist, der türkische R u n d f u n k der ück unter staatlicher Leitung befindet und dessen Avyören an Ort und Stelle vor- «rgswetfe im „Dolkshaus" der Republikanischen Dolkspartei erfolgt. Heute haben fast alle Kaffee- HL-user und Gasthäuser in den kleineren Städten Rundfunkgeräte und sind verpflichtet, die Nachrichtenzeiten und die staatlich ausgegebenen Kommentare wahrzunehmen. Neben Rundfunk und Presse gibt es in der Türkei noch eine sehr stark entwickelte Art der polittsch informierenden und kommentierenden Wochenzeitschriften, bebildert, karikiert, teils für die städtische, teils für die ländliche Bevölkerung berechnet. Besonders die letztere Gattung ist stark verbreitet und erreicht allwöchentliche Auflageziffern, die größer sind als der Durchschnitt angesehener Tageszeitungen. Die für das Land zurechtgemachten Witzblätter haben grobe, dreifarbige Zeichnungen, mit auffallender Beschriftung in Blockschrift, um den Bauern das mühselige Lesen zu erleichtern. Billig, primitiv sind diese Witzblätter kleinen Formats, stark ist ihre Wirkung. Sie enthalten in konzentrierter Kürze auch die wichtigsten innen- und außenpolitischen Nachrichten der abgelaufgenen Woche und stellen wirklich die Hauptlektüre der Bewohner der entfernten Provinz dar. Es macht dabei nicht viel aus, ob das Blättchen Tage braucht, bis es den Weg von Istanbul bis nach Trapezunt oder Erferum zurückgelegt hat. Die ausländischen Staaten werden auf der Titelseite stets durch symbolische Figuren dargestellt, ,Deutschland immer noch mit Pickelhaube und martialischem Schnurrbart, England als John Dull, genau wie vor 50 oder 80 Jahren, die UdSSR, als Kosak, Italien als Bersaalieri. Bedauerlich ist, daß die Redaktionen dieser Witzblätter mit Hartnäckigkeit an politischen Konzeptionen festhalten, die in der gegenwärtigen Periode der türkischen Außenpolitik nicht mehr so beherrschend sind, wie sie es noch vor zwei Jahren waren. Diese Sorte türkischer Witzblätter bemüht sich noch nach Kräften, der breiten Masse des türkischen Volkes die Achsenmächte in möglichst ungünstigem Licht darzustellen und die Macht des brtischen Weltreiches zu unterstreichen. Feiner in der Ausführung und etwas wendiger in der Anpassung an die politische Situation sind die in den Städten viel gelesenen Karikaturenblätter und Wochenschriften, die man sich am besten als türkische Gegenstücke zum „Simplicissimus" oder den „Lustigen Blättern" vorstellt. Zeitschriften wie „Karikatür", „21 fbaba" (Der Geier) oder „Schaka" (Der Scherz) verfügen über Karikat^renzeichner, die, auch t\ad) internationalen Maßstäben gemessen, große Klasse sind und scharfen Witz mit flotter zeichnerischer Darstellung vereinigen. Gewöhnlich bringt jede dieser Wochenschriften eine oder zwei ganzseitige Karikaturen, die sich mit der Kriegslage befassen. Die Zeichner bemühen sich, neutral zu sein. Das gelingt ihnen nicht immer, so daß nicht selten Verbote verhängt werden. Im Durchschnitt ist die politische Auffassung dieser Witzblätter nicht ganz so unfreundlich für die Achse, wie es die der „Bauern-Witzblätter" ist, aber solche Unfreundlichkeit ist ja schon feit Jahren ein Merkmal ges größten Teils der türkischen Presse. Die Ablehnung des Judentums durch den Türken findet häufig feinen zeichnerischen Ausdruck in den türkischen Karikaturen. Mit Schärfe und viel zeichnerischem Witz werden die Juden, die Neureichen, die Wucherer karikiert. Da sieht man eine mit Brillanten reich geschmückte fette Spieltisch- runde, mit einigen weiblichen und männlichen jüdischen Typen darunter: „Pokerspiel auf der Som- merinsel Prinkipo" (die Sommerfrischenpreife sind derart gestiegen, daß sich nur noch Schieber und Juden dort niederlassen können, zum Aerger der weniger reichen türkischen Bevölkerung). Dazu gibt der Zeichner die Beschriftung: „Beim Pokerspielen ist das Gewinnen nicht so leicht, wie im Geschäft" ... „Kein Wunder, wie spielen ja auch unter uns..." (gerissenen Schiebern und Juden!) Oder man sieht den Istanbuler Juden Salomon, wie er auf einem Ruderboot mit der ganzen Sippe einen Ausflug macht und infolge der Ueberlastung bald das Boot zum Kentern bringt. Den warnenden Zuruf des Bootsmannes beantwortet Salomon mit der Bemerkung: „Keine Angst — Du sollst wissen, wo Salomon sitzt, da gibt's kein Untergehen!" Bissig ist auch die Schilderung eines jüdischen Familienrats, der darüber beschließt, an wen das dekadent gezeichnete Töchterchen Rebekka nun verheiratet, das heißt verkauft werden soll. Die Mutter fragt den jüngsten Sohn Moise, was er davon halte, und der antwortet, man solle noch ein wenig mit dem Verkaufen warten, dann würde Rebekka im Preise steigen, entsprechend der allgemeinen Preissteigerung, die in der Türkei herrscht (gerade durch das jüdische Spekulaytentum). Die innerwirtschaftlichen Schwierigkeiten, die Unzulänglichkeit der Preiskontrolle, die Knappheit der Waren, die Unmöglichkeit, mit dem Gehalt auszukommen, das schamlose Treiben aller möglichen Leute, den Mitbürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen, bilden in den letzten Wochen die Hauptthemata der ttirkischen Karikaturisten. Anfänglich Das große Risiko. Das Stadium der britischen Kriegslage im vierten Kriegsjahr läßt in jeder der Großbritannien noch verbliebenen Zonen seiner einst weltbeherrschenden ozeanischen Stützpunktträume jene strategische Schwäche erkennen, die angesichts der erfolgreichen Kriegführung der Dreierpaktmächte von Monat zu Monat deutlicher offenbar wird. Erst dieser Tage hat ein britischer Admiral ein umfassendes Eingeständnis solcher Schwäche auf einem Posten abgelegt, der zu Englands empfindlichsten Gefahrenstellen dieses Krieges gehört. Admiral Sir Henry Harwood, Cunninghams Nachfolger, sprach die für England fatale Tatsache (Porträt: Dehnen-Dienst.) aus, um deretwillen sein populärer Vorgänger den Platz des Mittelmeerkommandos Ende Mai dieses Jahres verlassen mußt?, daß nämlich die britische Stellung im östlichen Mittels m e e r durch die überlegene Schlagkraft der Achse gelähmt sei und daß ihm der Mangel an ausreichendem Fliegerschutz „keine normalen Operationen", wie er es nennt, mit den ihm unterstellten Kriegsschiffoerbänden ermögliche. Zwar, so betonte der Admiral, werde man bereit sein, in dringlichen Fällen ein großes Risiko auf sich zu nehmen. Das Kräfteverhältnis in der Luft — das schon nach der Meinung des damaligen Flottenchefs Cunningham nach'der Ausschaltung Maltas in der deutsch- italienischen Ueberlegenheit bestand — sei aber für den Seekrieg im Mittelmeer von allergrößter Bedeutung. Sir Henry Harwood hat das „große Risiko" bereits zweimal auf sich genommen, das irn Juni und August mit den britischen Geleitzugkata- strophe n im Mittelmeer endete. Man vergegenwärtige sich, daß Harwood, der vorher stellvertreten- .der Chef des Marinestabes in Landon gewesen war, zu einer Zeit nach Alexandria kam, als kurz darauf der Offensivzug der Rommelschen Panzertruppen durch Libyen anbrach. Zum Entsätze Ritchies, der mit der achten britischen Armee nacheinander aus seinen Stellungen in Bir Hacheim, Acroma und Ga- zala geworfen war, versuchte er ein Geleit nach Tobruk zu schicken, während von Gibraltar her ein schwer gesicherter Geleitzug in Richtung Malta unterwegs war. Harwood lernte damals zur See jene militärische Schlagkraft der Achse kennen, die die Generale Auchinleck und Ritchie zu Lande vergeblich abzuwehren versuchten. Tobruk fiel, die Panzer Rommels nahmen von einem guten Stück ägyptischen Bodens Besitz. Zwei Monate später ließ Ad- tärschriftsteller Liddell Hart: Bei Rschew sei bis jetzt der Fortschritt der sowjetischen Angriffe noch keineswegs derart, daß er irgendwelche nennenswerten Erwartungen rechtfertige. Die deutschen Verteidigungsstellungen hätten sich als für die Sowjets zu stark erwiesen, sie hätten sie weder eindrücken, noch auch nur die Deutschen zwingen können, Verstärkungen aus dem Kampfabschnitt um Stalingrad oder dem Kaukasus heranzuziehen. Es sei nur vernünftig, wenn man damit rechne, daß die fowjetischen Verluste bei diesen Operationen um Rschew unverhältnismäßig höher liegen als die des Gegners. Auch stünden sie in keinerlei Verhältnis zu dem, was erreicht wurde. Ständige Frontalangriffe auf befestigte feindliche Stellungen lohnten sich nur, wenn auch der Durchbruch erzielt werde. Von den fowjejttfchen Operationen um Rschew könne man das aber nicht sagen. Lagebesprechung in der Wüste. Generalfeldmarschall Rommel mit einigen sein« Offiziere bei einer Lagebesprechung in der Wüste. *5 GK.-Krlegsberichter Tannenberg. jSchH miral Harwood einen neuen starken Geleitzug von Gibraltar aus Kurs nach Osten durch die Straße von Sizilien nehmen, um das „Risiko" mit der Einbuße wertvoller Marineeinheiten und der Zerschlagung des ganzen Geleitzuges zu bezahlen. Inzwischen hat der Admiral, dessen Streitkräfte auf die Defensive im Raum von Aegypten und Zypern beschränkt sind und der nach seinen Worten nun alles von den Operationen der Bodentruppen erwartet, Ritchie und Auchinleck gehen, Montgomery und Alexander kommen sehen. Er träumt von „Landstützpunkten im zentralen Mittelmeer", die mit Ritchies Rückzug aus der Cyrenaika verlorengegangen sind, und setzt mit dem Mut der Verzweiflung auf Alexander und Montgomery. Der letzte Tagesbefehl Cunninghams vom Mai 1942, in dem der scheidende Admiral ihm das Erbe mit dem Eingeständnis übergab, daß die britische Mittelmeer- slotte die Kontrolle über das ihr anvertraute Gewässer verloren habe, mag Henry Harwood als ein belastendes Omen für seine militärische Zukunft erscheinen. Das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Berlin, 3. Sept. (DNB) Der Führer hat dem Hauptmann S t e i n h o f f. Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschwader, das Eichenlaub zum Ritter- kreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und ihm folgendes Schreiben übermittelt:. „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 115. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler." Der Führer hat dem Oberstleutnant Sigel, Kommodore eines Sturzkampfgeschwaders, das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen und ihm fol- gendes Schreiben übermittelt: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampfe für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 116. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hiller." Hauptmann S t e i n h o f f ist 1913 als Sohn eines Mühlenbesitzers in Bottendorf am Harz geboren, studierte nach Ablegung der Reifeprüfung an der Universität Jena mehrere Semester Philologie, trat 1934 als Matrose in die Kriegsmarine ein und ging als Oberfähnrich 1935 zur Luftwaffe. Als Staffs kapitän in einem Jagdgeschwader erhielt er nach 26 Luftsiegen, davon 16 im Osten, im August 1941 das Ritterkreuz. Bis Mitte Mai 1942 konnte er seine Abschüsse auf 55 erhöhen, am 5.7. errang er den 70., am 22.8. den 80. und am 25.8. den 90. Lustsieg, eine Zahl, die nun auf über hundert gestiegen ist. Oberstleutnant Sigel, als Sohn eines Oberpostinspektors 1906 zu Ulm geboren, hat nach Erwerb des Reifezeugnisses auf dem humanistischen Gymnasium die Prüfung als Diplomkaufmann an der Universität Köln bestanden. Als Schütze wurde er 1934 Soldat ging aber als Oberfähnrich zur Luftwaffe. Als Kommandeur einer Sturzkampfgruppe erhielt er bereits im Juli 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. General Hirschauer Präsident des Keich-lustschuhbundeS. Der Führer hat den General der Flakartillerie Hirschauer, Kommandierenden General und Befehlshaber im Luftgau XVII, unter Belassung in seinem militärischen Dienstverhältnis zum Präsidenten des Reichsluftschutzbundes ernannt. — General Hirschauer wurde 1883 zu Landau in der Rheinpfalz geboren. Im Weltkriege war er Batterie- und Abteilungssührer und dann in der Reichswehr bis zu seiner Beförderung zum Oberst im Jahre 1933 in verschiedenen Dienststellen verwendet. Seit der Ausstellung der Luftwaffe war er höherer Kommandeur der Flakartillerie in Königsberg und Dresden und seit 1938 Kommandierender General und Befehlshaber im Luftgau XVII. Der Aufbau dieses Luftgaues ist sein Werk. Das ll-Boot-problem „in keiner Weise gelöst". Genf, 3. Sept. (DNB.) USA.-Marineminister Knox erklärte Pressevertretern: „Das U-Boot- Problem ist noch in keiner Weise gelöst. Auch wird es immer schwieriger, die genügende Anzahl Leute für die Bemannung der Schiffe zu finden." Den de- Stark befestigte Bunkerstellungen vor Stalingrad genommen. Oer Wehrmachtbericht. DRV. Aus dem F ü h rerh a u p l q uar t i e r, 3. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südostwärts von Anapa wurden mehrere zäh verteidigte Höhenstellungen im Sturm genommen. Vor Noworossijsk wurden ein Motorboot und ein Räumboot durch Bombenwurf versenkt. Deutsche Schnellboote versenkten im Schwarzen Meer aus einem Geleitzug zwei Tanker, zwei Dampfer und sechs große Leichter mit zusammen 15400 BRT. Vor Stalingrad warfen deutsche und rumä- nische Truppen in engem Zusammenwirken mit der Luftwaffe den Feind aus stark befestigten Bunker- stellungen. Gegenangriffe wurden abgewiesen, kriegswichtige Anlagen in und um Stalingrad sowie Schiffsziele auf der w o l g a waren das Ziel schwerer Luftangriffe. Südwestlich Kaluga und nordwestlich Medyn wurden mehrere feindliche Angriffe abgeschlagen. Auch im Raum von Rschew scheiterten von starken Infanterie- und Panzerkräften geführte feindliche Angriffe, hierbei wurden von Verbänden des Heeres und durch zusammengefahten Einsatz von Kampf- und Skurzkampffliegerverbänden 10 9 Sowjetpanzer vernichtet. Südlich des Ladoga-Sees und vor Leningrad brachen wiederholte Angriffe des Feindes zusammen. An der Eismeer front bekämpfte die Luftwaffe sowjetische Bakteriestellungen auf der Fischerhalbinsel sowie einen Flugstützpunkt bei Murmansk. Die Sowjetlufkwaffe verlor am 1. und 2. September in Luftkämpfen und durch Flakartillerie 184 Flugzeuge, ein weiteres wurde am Boden zerstört. Acht eigene Flugzeuge kehrten vom Flug gegen den Feind nicht zurück. An der ägyptischen Front lebhafte Aufklärungstätigkeit. Die Zahl der gestern gemeldeten feindlichen Panzerverluste hat sich auf 51 erhöht. Deutsche und italienische Jagdflieger schossen gestern primierenden Eindruck, den diese Worte auf die amerikanische und englische Oeffentlichkeit machen muß, versuchte Knox durch die schnell hinzugefügte Bemerkung, daß sich „die Lage aber verbessert habe, die U-Boot-Gefahr sei aber trotz Verstärkung der Abwehrmaßnahmen keineswegs gebannt. Zwar sei die Zahl der Schiffsversenkungen in den Küstengewässern der Vereinigten Staaten etwas geringer geworden, dafür hätten sich die feindlichen U-Boote jedoch neue An gr i ffs geb iete auf hoher See gesucht. Fortdauernde Unruhen in Nordirland. Sto ckholm, 3. Sept. (Europapreß.) Die durch die Hinrichtung des jungen Ira-Mitgliedes Thomas Williams in Belfast ausgelösten Unruhen lassen keinen Zweifel daran, daß ein großer Tell der Bevölkerung von Nordirland der britischen Regierung und den in Nordirland stationierten USA.-Truppen ausgesprochen feindlich gegenübersteht. So meldet „Nya Dagligt Allehanda , daß in Belfast die Hafenarbeiter streiken, während in Londonderry die in den Fabriken beschäftigten Frauen und Mädchen ihre Arbeitsplätze verließen, um sich den demonstrierenden Volksmassen anzuschließen. Diese Kundgebungen haben offenbar einen sehr erheblichen Umfang angenommen. Wiederholt kam es zu Zwischenfällen. Ärn stärksten waren die Kundgebungen vor dem Gefängnis, in dem Williams hingerichtet wurde. Zur Zeit der Hinrichtung fuhren britische Panzerwagen durch die Straßen von Belfast, um die überall demonstrierende Menge zu zerstreuen. 46 Iren wurden wegen Verdachts der Jra-Zuge- 21 britische Flugzeuge ab. Ein deutsches Flugzeug ging verloren. In der Nacht zum 2. September bombardierten deutsche Kampffliegerverbände mehrere britische Flugplätze nordwestlich und nordostwärts Kairo. Nach wirkungslosen Tagesstörflügen in großer hohe über Westdeutschland griffen Verbände der britischen Luftwaffe in der vergangenen Nacht die Stadt Karlsruhe an. Die Zivilbevölkerung halte Verluste. Besonders in der Innenstadt entstanden Sach- und Gebäudeschäden. Nach bisherigen Meldungen wurden sechs der angreifenden Bomber zum Absturz gebracht. Bei Tiefangriffen erzielten gestern leichte deutsche Kampfflugzeuge Bombentreffer schweren Kalibers auf Industrie- und Verkehrsanlagen der Insel Wight und der englischen Südküste. In der Nacht zum 3. September wurden kriegswichtige Ziele in Mlttelengland bombardiert. * Das Oberkommando der Wehrmacht gibt ferner bekannt: Eine vom britischen Kriegsministerium herausgegebene und von der Reuteragentur verbreitete Erklärung vom 2. September, abends, besagt: „Der deutsche Wehrmachtbericht hat festgestellt, daß von den Engländers beim Unternehmen von Dieppe Befehle herausgegeben worden sind, daß den Gefangenen die Hände gebunden werden sollten, um zu verhindern, daß sie ihre Papiere vernichten. Es wurden Untersuchungen angestellt, ob in der Tat ein derartiger Befehl herausgegeben wurde. Ls wird mit Rachdruck in Abrede gestellt, daß irgendeinem deutschen Gefangenen die Hände gebunden worden find. Jeder derartige Befehl wird, falls er herausge- geben fein sollte, widerrufen werden." Auf Grund dieser Erklärung hat das Oberkommando der Wehrmacht die am 2. September 1542, mittags, angekündigten Maßnahmen gegen die britischen Kriegsgefangen^ aufgehoben. Der Wortlaut dieser englischen Erklärung wird den britischen Kriegsgefangenen ebenfalls bekannt- gegeben werden. Hörigkeit . verhaftet. In der Grafschaft Aramagh wollten mehrere mit Bewaffneten besetzte Kraftwagen über die Grenze nach Nordirland, dabei kam es zu einem Feuergefecht mit der Gendarmerie. Bedeutsame Veränderungen im spanischen Kabinett. Madrid, 3. Sept. (DNB.) General Franco hat folgende Persönlichkeiten als neue Minister in die Regierung berufen: Außenminister: General Francisco Gomez I o r d a n a (an Stelle von Serrano Sun er), Heeresminister: General A s e n s i o (an Stelle von General V a r e l a), Innenminister Blaz Perez (an Stelle von Oberst Valentin Galarza). Zum General-Vizesekretär der Falange wurde Mora F i g u e r o (an Stelle von Luna) ernannt. General Franco übernimmt selbst an Stelle von Serrano Sun er das Präsidium des Politischen Ausschusses der Falange. General Asensio wird außerdem Mitglied des Politischen Ausschusses. Italien« Arbeiterschaft und -er Krieg. R o m, 3. Sept. (DNB.) In einem Telegramm an bie- italienische Arbeiterschaft hat der Duce die Bedeutung der Arbeiterschaft als entscheidenden und tragenden Faktor neben der Wehrmacht in dem großen Schicksalskampf der italienischen Nation um eine neue Zukunft hingestellt. Die Blätter unterstreichen die Anerkennung, die der Duce dem Einsatz, der Opferbereitschaft und der mustergültigen Disziplin der Arbeiterschaft zollt und heben zugleich die Warnung hervor, die der Duce an die Elemente richtete, die in Verletzung der nationalen Interessen ihre Pflichten gegenüber Volk und Staat nicht erfüllen. „Giornale d'Jtalia" erklärt, es liegt tn deck Botschaft die Ankündigung einer neuen Etappe der Politik sozialer Gerechtigkeit, die der Faschismus von seinen Anfängen an verfolgt hat. Kleine politische Nachrichten. Reichswirtschaftsminister Funk traf in der rumänischen Hauptstadt ein. In der Begleltung befinden sich Reichsbank-Vizepräsident Puhl, Unter« taatssekretär, General der Infanterie Hannecken, Ministerialdirektor Moritz und Gesandter Dr. Elo- dius vom Auswärtigen Amt. f * Der Führer hat dem ersten Direktor der Preußi- chen Staatsbibliothek, Geheimen Regierungsrat Dr. Ernst Kuhnert in Berlin'-Friedenau, aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres in Würdigung feiner Verdienste um das deutsche Bibliothekswesen die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Der Führer hat dem Museumsdirektor a. D. Professor Dr. Karl Steinacker in Braunschweig aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Würdigung seiner Verdienste um die Erforschung der Kunst- und Kulturgeschichte, insbesondere des Landes Braunschweig, die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. ♦ Ein britisches Flugzeug wurde im Süden Marokkos beim Ueberfliegen der marokkanischen Küste von der französischen Bodenabwehr abgeschossen. Kunst und Wissenschast. Ein vergessener hessischer Lyriker. Vor hundert Jahren, im September 1842, starb in seinem Geburtsorte Georgenhausen bei Darmstadt der Lyriker Adam Hechler im Alter von 31 Jahren. Er war der Sohn eines Bauern, besuchte die Realschule in Darmstadt und leitete später eine Privatschule in Umstadt. Als Dichter ein feines lyrisches Talent, wurde er, bei sparsamem Schassen, nur einem kleinen Kreise bekannt. Es wirkte aber in ihm eine dichterische Persönlichkeit voll Gedankenreichtum und Jdeenschwung, der die dunklen Klänge einer erhabenen Resignation bekannt waren. Ein Schauspiel um Goethes Mutter. In Magdeburg wurde Otto Ernst Hesses Bühnenwerk „Frau Aja" uraufgeführt. Der bühnengewandte Autor hat die Ergebnisse der Goethe- Philologie emsig zusammengetragen und daraus ein Schauspiel gebaut, das den Belesenen einen Wiederholungskurs in teils frankfurterisch, teils thüringisch dialogisierter Literaturgeschichte, den mit Goethe mc» niger Vertrauten eine volkstümliche, durch das reichlich verwendete urwüchsige Vokabular der Frau Aja effektvoll gewürzte Führung durch das Haus am Hirschgraben und die Geheimnisse des Hauses am Weimarer Frauenplan bietet. Taktvollerweise unterließ Hesse es, Goethe selber auftreten zu lassen. Oberspielleiter Steig inszenierte das Werk auf Kammerton hin; Ilse Laux als Frau Aja erfüllte mit Geschick und Geschmack die Ausgaben chrer echten Paraderolle. Das Publikum, oft amüsiert durch die teils würzigen, teils schon gepfefferten Reden Frau Ajas, klatschte bereitwillig Beifall. E. K. Wiechmann. Bon der Universität Straßburg. Der Dozent Dr. phil et Dr. med. Hans Bender erhält an der Universität Straßburg den neuerrichte- ten ordentlichen Lehrstuhl für Psychologie als Extraordinarius. Bender, der im vergangenen Jahre von Bonn nach Straßburg berufen wurde, hatte bisher den Lehrstuhl vertretungsweise wahrgenommen. — Professor Karl Stru'becker von der T. H. Wien wurde an der Universität Straßburg die freie Professur für Mathematik, insbesondere Geometrie, angewandte Mathematik und die Grund- lagen der mathematischen Mechanik übertragen. Strubecker wirkte seit 1927 in Wien. hochschulnachrichlen. Der außerplanmäßige Professor für klassische Archäologie der Universität Marburg Dr. med. Hans Möbius wurde als o. Professor an die Universität Würzburg berufen. Möbius wurde 1895 in Frankfurt geboren. Er promovierte 1921 in Marburg und habilitierte sich ebenda 1929. 1928 wurde er als Kustos an das Hessische Landesmuseum in Kas el berufen. — Der Dozent der deutschen Philologie an der Universität Jena Dr. Friedrich B e i n e r wurde in gleicher Eigenschaft in die Universität Tübingen eingegliedert. Beißner ist 1905 in Hameln geboren, hat 1933 in Göttingen promoviert, 1940 wurde er Dozent an der Universität Jena. Er ist Rudolf Virchow. Au seinem 40. Todestage am 5. September. Am 5. September jährt sich zum 40. Male der Todestag des großen deutschen Arztes Rudolf Virchow. Bezeichnend für die Persönlichkeit Virchows, der ein Alter von 81 Jahren erreichte, ist, daß er schon mit 26 Jahren seine eigene Zeitschrift gründete, das „Archiv für pathologische Anatomie und für klinische Medizin", das auf die ganze Entwicklung der Medizin im 19. Jahrhundert einen tiefbehenden Einfluß ausüben sollte. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn man seststellt, daß Virchow ein halbes Jahrhundert lang die deutsche Medizin geführt und gelenkt hat Aber darüber hinaus reichte sein Hinfluß über die ganze Welt. Virchows Leben gliedert sich in drei Perioden von sehr ungleicher Dauer. Die erste reicht bis 3um Jahre 1849. Es ist die Zeit wissenschaftlicher Anfänge, in welcher Virchow seinen Weg sucht, findet und verteidigt. Es ist vor allem die Zeit sozialpolitischer Betätigung. Dann kommt als zweite Periode die Würzburger Zeit von 1849 bis 1856, die ganz der Wissenschaft gewidmet war und die zur Zellular Pathologie führte. Endlich die letzte Periode, die fast ein halbes Jahrhundert währt, von 1856 bis zum Tode 1902. Virchow ist in Berlin als Professor der pathologischen Anatomie und Direktor des Pathologischen Institutes, des ersten selbständigen Institutes auf diesem Gebiet. Er macht Schule, thront als unbestrittener, wenn auch nicht unbekämpfter - Papst über der deutschen Medizin. Seine Forschungen gelten in dieser Zeit vor allem der Anthropologie. - In Schieoeldein in Pommern als Sohn eines Stadtkämmerers geboren, kam Virchow 1839 nach Berlin, wo er Schüler der Pepiniöre wurde Er promovierte 1843, wurde Assistent des Prosektors Froriep an der Charitö, drei Jahre später sein Nachfolger. Die erste größere Arbeit, an die sich Virchow heranmachte, war das Studium der Venenentzündung, auf die ihn fein Chef Froriep hinge- lenkt hatte. Die Arbeit wuchs und wuchs und brachte zwei wertvolle Ergebnisse. Sie brachte Klarheit in der noch dunkeln Frage der Thrombose und Embolie und führte zur Aufstellung eines neuen Krankheitsbildes, der Leukämie. Mitten aus diesen Studien wurde Virchow durch die politischen Ereignisse herausgerissen, die ihn machtvoll ergriffen und in denen er leidenschaftlich Partei nahm. Im Sommer 1847 war in Ober- chlesien eine Epidemie ausgebrochen, die man a(s Hungertyphus bezeichnete. Die lokale Regierung tat nichts zur Bekämpfung der Seuche. Erst als die Presse die Stimme erhob, wurde man in Berlin zum Handeln veranlaßt. Eine Kommission, der Virchow angehörte, wurde im Februar 1848 hingeschickt. Virchow erkannte bald, daß die Ursachen der Epidemie weit weniger medizinischer als vielmehr sozialer Art waren. Sein Bericht wurde eine heftige Anklage gegen das herrschende Regime. Die Märzereignisse riefen Virchow nach der Hauptstadt zurück. Er nahm regen Anteil an der Bewegung des Jahres 1848, und zwar war es vor allem die Reform des Medizinalwesens, die ihm als großes Ziel vorschwebte. Eine tiefe Bewegung ging durch die deutsche Aerzteschaft. Das Sprachrohr der ganzen Bewegung wurde eine Zeitschrift, die Virchow mit einem Freund unter dem Titel „Die medizinische Reform" 1848/1849 herausgab. Er fordert darin die Errichtung eines besonderen Gesundheitsministeriums, und eine Neuordnung des medizinischen Unterrichts. Er verlangt ferner, daß für die einzelnen Kategorien der Arbeiter die Höchstzahl der täglichen Arbeitsstunden festgesetzt werde. Er bezeichnet es als ein natürliches Recht des unbemittelten Arbeiters, daß er in Krankheitstagen von Staats wegen verpflegt werde. Die Reaktion kam, und Virchow mußte an zahlreichen kleinen Nadelstichen die Folgen feiner politischen Tätigkeit spüren. Da kam 1849 die erlösende Berufung nach Würzburg. Die Reform der Gesell- schäft und des Medizinalwesens war fehlgeschlagen. So ging er mit erneuter Energie an die Reform der medizinischen Wissenschaft. Die Würzburger Jahre waren eine Zeit rastloser Tätigkeit im Dienste der Wissenschaft. Eine Menge Detailarbeiten entstanden, und als Virchow 1856 nach Berlin zurückgerufen wurde, konnte er bereits zwei Jahre später vor praktischen Aerzten einen Zyklus von Vorträgen halten, die noch im gleichen Jahre als Buch erschienen unter dem Titel: .„Die cellulare Pathologie in ihrer Begründung auf physiologischer und pathologischer Gewebelehre". Die Zellularpathologie ist der Höhepunkt einer Entwicklung, die in der Renaissance beginnt. Virchow hat den Pathologen das Mikroskop in die Hand gedrückt und hatte nicht nur die spezielle, sondern auch die allgemeine Krankheitslehre auf eine naturwissenschaftliche Grundlage gestellt. Auf seinen Schultern steht das ganze Gebäude der heutigen Pathologie. Manche Anschauung Virchows ist im einzelnen überholt worden, aber sie wurde überholt in Befolgung seiner Prinzipien. Auch in der letzten Periode seines Lebens hat Virchow außerordentlich viel geschrieben, ein mehrbändiges Werk über die krankhaften Geschwülste, zahllose Abhandlungen über alle möglichen Fragen der Medizin in seinem Archiv, und in immer steigender Zahl auch anthropologische Arbeiten. Als Abgeordneter im Preußischen Landtag und als Stadtverordneter erwarb er sich große Verdienste, namentlich um die Verbesserung des Schulwesens. Auf zahlreichen Kongressen, namentlich auf den deutschen Naturforscherversammlungen hielt Virchow wiederholt von. hoher Warte Vorträge über allgemeine Fragen der Naturwissenschaften, der Medizin und des Lebens überhaupt, die zu lesen noch heute interessant sind. Er war sich seiner historischen Stellung durchaus bewußt und hatte einen Sinn für Geschichte, wie ihn im allgemeinen nur diejenigen haben, deren Leben und Werk Geschichte wird. Vor seinem Tode erlebte er an seinem 80. Geburtstag eine internationale Huldigung, wie sie nur wenigen zuteil geworden ist. H. E. S. Zeitschriften. — Im Doppelheft August-September der bebilderten Monatsschrift „Freude am Leben" (Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde) schildert Dipl.-Forstwirt Edgar Teidoff in einem mit reichern Anschauungsmaterial ausgestatteten Aufsatz die eigenartige, urtümliche Tier- und Pflanzenwelt in den baltischen Ländern. Regierungsrat Dr. Morton vermittelt dem Leser mit fernem Bericht „Ich erlebe die Mangrove" ein eindrucksvolles Naturerlebnis in den Tropen. Kurt Knaak, dessen Tierbücher früher an dieser Stelle eingehend gewürdigt wurden, führt mit seinen Beobachtungen über junge Schwarzspechte in die heimischen ^Wälder; interessante Aufnahmen sind auch dieser Arbeit beigegeben. Die Abhandlung „Pflanzenleben in der Neuzeit der Erdgeschichte" von Unioersitätsdozentin Dr. Elise Hofmann, Wien, bringt aufschlußreiche Mikroaufnahmen über die Entwicklung und Entfaltung der Pflanzenwelt von der Oberkreide über die Braunkohlenformation bis zur Eis- und Nach- eiszeit. B. Zeiske gibt eine interessante Ueberficht über die Pfeilgifte aus allen Ländern der Erde. Dr. Fr. Bäßler gibt in einem Beitrage „Honig außerhalb der Blüte" eine Anregung zur Natur - beobächtung. Neues von der Wollhandkrabbe, im besondern über die Frage, ob sie sich als Fisch- und Laichräuber betätigt, berichtet G. Harttig. Dr. Rein gibt einen Rechenschaftsbericht über die Züchtung der Haustierpsyche. Diele kleine Beiträge aus allen Gebieten der Biologie, kurz gefaßte Forschungs- eraebnisse, Buchbesprechungen, die Liste der Neuerscheinungen und die Preisfrage beschließen das vielseitige, reich bebilderte und sehr sorgfältig gedruckte Doppelheft. — Im Juli-Heft der Monatsschrift „K u n ft dem Volk" (Verlag Hemrick) Hoffmann, Wien) finden wir zu Beginn einen überschauenden und zusam- menfassenden Aussatz „150 Jahre Nürnberger Kunst" von Dr. Wilhelm Schwemmer mit zahlreichen Reproduktionen, u. a. nach Sperl, Rudolf Schiestl und der Feuerbachschen „Nana". Ein weiterer, schön bebilderter Beitrag ist dem Werke des 1935 verstorbenen Wiener Malers Julius Schmid gewidmet; sein Gemälde „Schubertabend in einem Wiener Bürgerhaus" ist verhältnismäßig verbreitet, doch lohnt es sich, etwas mehr von feinem Schäften kennenzulernen. Für einen andern, bisher kaum nach Gebühr gemürbiaten Wiener Künstler, Anton Romako, setzt sich Dr. Ankwicz von Kleehofen ein; fein hier farbig wiedergegebenes Familienbild weift Qualitäten auf, die an die reizvollsten Leistungen des französischen Impressionismus erinnern. Heimo Kuchling behandelt das interessante und dankbare Thema „Reiterstandbilder"; der Beitrag ist mit vor- vorzüglichen Wiedergaben eine Reihe der berühmtesten Beispiele — Bamberger Reiter, Donatello Der- roccbio. Schlüter und Rauch — illustriert. mit -er Herausgabe der großen Stuttgarter Hölderlin-Ausgabe betraut worden. Er ist auch Mitarbeiter der Wieland-Ausgabe und Geschäftsführer der Schil- ler-National-Ausgabe. — Der Dozent Dr.med. habil. Kurl Oberdiffe in Würzburg ist zum außerplanmäßigen Professor für innere Medizin an der Universität Würzburg ernannt worden. Oberdisse wurde 1903 geboren und wirkt seit 1936 an der Universität Würzburg. Karl Roellger gestorben. In Düsseldorf ist der Dichter Karl Roettger einem Herzschlag erlegen. Als Sohn eines Schuhmacher- meisters wurde Roettger 1877 in Luebbccke in Westfalen geboren. Er war Lehrer zunächst in einem Heidehof und kam über Berlin nach Düsseldorf. Dem Gedichtband „Wenn deine Seele einfach wird" folg- ten Erzählungen. Der Dichter pflegte im „Buch der Gestirne", dem Roman „Kaspar Hauser" und „Der Heilige und sein Jünger" Zwiesprache mit den Din- Hen zwischen Gott und Kreatur. Seine Erzählkunst sand ferner ihren Ausdruck in seinem Roman „Das HerZ in der Kelter" und jüngst in seinem Buche „Wolfgang Amadeus Mozart . „Das Buch der Siebe'* und die „Mysterien" kennzeichnen sein neueres lyrisches Schaffen. Der Dramatiker rang in manchem Werk um die Sinndeutung des Theaters. TNeisierkurfe für Klavier. Die berühmte Pianistin Frieda Krönst. Ho- dapp hat es sich zur Aufgabe gemacht, den reichen Schaß ihrer musikalischen Lebensarbeit den Begabten und der Jugend zugänglich zu machen. Die Kurse der gefeierten Reger-Interpretin finden unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeister der Städte Heidelberg und Freiburg von Oktober 1942 bis Mai 1943 statt. Sie sind Meister- schülern als Studierenden und Pianisten, Klavierlehrern, Musikliebhabern, Studenten und sonstigen Interessenten als Hörern zugänglich. Aus alter Welt. Eine Tollekensiadt ausgegraben. Mexikanischen Archäologen gelang es, die Hauptstadt des ehemaligen Toltekenreiches Tulsa aufzudecken. Mehrere Quadratkilometer groß, liegt die Stadt unter der heutigen Ortschaft Tula, 80 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt. Bisher wurde eine Opferpyramide, ein Tempel, ein Ballhaus und cme Reihe großer Paläste festgestellt. Auch zahlreiche gewaltige steinerne Götterbilder wurden gesunden. Die Ausgrabungen haben für die Geschichte des ibero-amerikanischen Kulturkreises größte Bedeutung, da die Tolteken als Lehrmeister der Azteken gelten. Schon jetzt ist durch diesen Fund die These widerlegt, daß T e o t i h u a c a n die Hauptstadt der Tolteken gewesen sei. Schicksale einer Germanicus-Vüste. Seit der Heimkehr des steirischen Unterlandes wird dieses systematisch nach Kulturgütern durchforscht. Es handelt sich hauptsächlich um Gegenstände des Kunsthandwerks und um chronikalische Doku- ,mente dus der Besiedlungsgeschichte des Unterlandes. Eines der kostbarsten Stücke bildet die 1921 bei St. Georgen aufgefundene Bronzebüste, von der man annimmt, daß sie den Germaniens, den Adoptivsohn des Kaisers Tiberius, darstellt, der zur Niederwerfung des Aufstandes der pannonischen Legionen, wohl im Jahre 14 n. Ehr., in dieser Gegend weilte. Die Büste wurde vor Kriegsbeginn von einem früheren jugoslawischen Bezirkshauptmann n einen Zementblock ein gegossen und im Keller 'eines Hauses vergraben. Es gelang jedoch, sie aufzufinden und sicherzustellen. Vagabundieren endcke in der Sicherungsverwahrung. Ende vorigen Jahres verließ die 23jährige Sinne» iese Sell aus Jena ihr Elternhaus, um Aben- euer zu erleben. Nachdem sie der Mutter eines nngen Mannes, den sie durch eine Heiratsanzeige ennengelernt hatte, 225 RM. abgegaunert hatte, 'ereiste sie fast ganz Deutschland und suchte zunächst Bekannte und Verwandte heim. In Oberbayern und später in Kiel belohnte sie die Gastfreundschaften mit Diebstählen. Dann in der Folgezeit mietete se sich in Hotels in München, Augsburg, Würzburg, Frankfurt sowie in mehreren Orten Mitteldeutschlands, Württembergs und Badens ein. $n allen Fällen verschwand sie nach einiger Zeit, Ihne die Zechen zu bezahlen und verübte Diebe- eien. Die Zeit vertrieb sie sich mit Spaziergängen, Inobesuchen und der Anknüpfung von Männerbe-' anntschaften. Nachdem sie ein halbes Jahr herum- agabundiert mar, konnte sie schließlich verhaftet verden. Die Sell wurde nunmehr vom Sondergericht München als gefährliche Gewohnheitsoer- brecherin zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Außerdem wurde die Sicherungsver- v a h r u n g angeordnet. —--------------— Verdunkelungszeit 4. September von 21.05 bis 6.08 Uhr. Aus der Stadt Gießen. Oie Nachmittagüfliege. Wollen Sie wissen, was eine Nachmittagsfliege ist, so brauchen Sie sich nur nach dem Mittagessen aufs Ohr zu legen; sagen mir mal aufs rechte Ohr, so rnird sich nach kurzer Zeit die Nachmittagsfliege Ihres linken Ohres bedienen. Wenn Sie sie vorher noch nicht gehört haben, so meröen Sie die Fliege bald spüren. Sie vertritt sich auf Ihrem Ohr ein wenig die Füße. Wenn sich jemand auf Ihrem linken Ohr die Füße vertritt, so kitzelt das. Wenn etwas am Ohr kitzelt, so schlägt man mit der Hand danach. Das hat meiner Erfahrung nach die Fliege nicht ungern; es macht ihr Bewegung und fördert ihren Blutkreislauf. Vielleicht braucht sie es zu ihrer Verdauung. Die Fliege erhebt sich von ihrem sehr günstigen Startplatz, Ihrem Ohr oder Ihrer Nase, macht einige Kurven und Loopings und kommt im Sturzflug immer wieder zu ihrem Abflugplag zurück. Sie ist sehr ausdauernd in diesem Spiel. Was von Ihrem linken Ohr gilt, gilt ebenso von Ihrer Nase, von Ihrem rechten Ohr, Ihrer Stirn, dem Kinn und den geschlossenen Augenlidern. Fliegen wissen genau, was ihnen wohltut. Ich glaube. Fliegen sind sehr für warme Füße, und die Temperatur zwischen 36 und 37 Grad Celsius, die Ihre Haut normalerweise hat, ist den Nachmittagsfliegen gerade recht. Fliegen haben es nicht gerne fußkalt, die Haut um die Nase herum ist ihnen so etwas roie uns ein weicher Perserteppich. Da sitzen sie dann und machen gymnastische Bewegungen mit den Beinchen und ertüchtigen sich. Auch das verursacht einen Kitzel. Im großen Weltenplane haben die Nachmittagsfliegen vielleicht die Aufgabe, zu verhindern, daß die Menschen nach Tisch allzulange schlafen. So könnte einer glauben, der von aller Kreatur annimmt, sie müsse irgendwo nützlich sein. Ich glaube nicht recht daran, wie ich überhaupt der Meinung bin, daß es sehr viele Wesen gibt, die zu nichts nutze sind und denen es doch ganz vorzüglich geht. In früheren Zeiten hat es gegen die Nachmittagsfliegen die Fliegenklappen gegeben, zum Beispiel solche mit Perlenstickerei. Fliegenklappen gehören jetzt nicht mehr zum Hausrat, obgleich die Fliegen sich erhalten haben. Ich glaube, die Klappen sind so in den siebziger Jahren abgekommen, wo sie den reichlichen Nippes unzuträglich werden konnten und der Hieb oft dem Goethe aus Bisquitporzellan oder dem Trauernden Mädchen oder dem neapolitanischen Lazzaroni gefährlicher wurde als der Nachmittagsfliege. Verwechseln Sie bitte die Fliegen nicht mit den Schnaken. Die Schnaken kommen in der Nacht und machen dabei ein hübsches singendes Geräusch. Während der Nacht schlafen vernünftigerweise die soliden Fliegen. Auf den Nachmittagsschlaf sind sie noch nicht gekommen, und gerade während der ersten Nachmittagsstunden sind sie voller Lebenslust. Darin liegt das Problem. Wenn die Fliegen auch den Nachmittagsschlaf pflegen würden, würden sie auf diesem Gebiet überhaupt nicht stören. Es käme also darauf an, den Fliegen ein Schlafmittel zu geben oder sie langsam auf Nachmittagsschlaf zu züchten. Auf züchterischem Gebiet ist man jetzt sehr weit, und da müßte doch Aussicht bestehen, besonders schläfrige Fliegen miteinander zu kreuzen. Aber auf dieses naheliegende Mittel ist man in Züchterkreisen noch nicht gekommen. N. F. Aähkurse des Deutschen Frauenwerks. Das Deutsche Frauenwerk hat zur Erhaltung der Kleidung Nähkurse eingerichtet, damit jede Frau, die Lust und Liebe zum Selbstnähen hat, Anleitung und Anregung findet. Jeder Nähkurs soll nur von 8 bis 10 Frauen besucht werden, damit die leitende Schneiderin auch wirklich den Anforderungen, die an sie gestellt werden, gerecht werden kann. Ein Kurs dauert 10 Abende oder Nachmittage. Jede Frau und jedes Mädchen, auch solche, die nicht dem Deutschen Frauenwerk angehören, können an diesen Kursen teilnehmen. In der Kaiserallee 6 nimmt die Leiterin der Kurse von Montag bis Donnerstag täglich von 9 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr die Anmeldungen entgegen; hierbei bespricht sie mit jedey, in welcher Ortsgruppe und welcher Abend bzw. Nachmittag für sie am günstigsten ist. Der Preis beträgt 5 RM. für einen Kurs. Am 9. Sep - t e nrb e r beginnt der nächste Kurs. Am ^.September beginnt ein Wäschenähkurs und Flickunterricht, und am 15. (September ein Nähkurs, der nachmittags stattfindet für alle die, die abends nicht ausgehen wollen. Außerdem findet Ende September ein Pantoffelkurs statt. Ab nächster Woche werden am Lindenplah im Schaufenster der Beratungsstelle Arbeiten, die in der Nähstube hergestellt wurden, ausgestellt. Hier kann sich jeder überzeugen, wie unter einer richtigen Anleitung gearbeitet wird. Gfs. Reichsinnenminister Or. Frick in Mainz. Oberbürgermeister Ritter, Gießen, wird Oberbürgermeister in Mainz. Amtseinführung durch den Minister. Lpd. Mainz, 3. Sept. Reichsinnenminister Dr. Frick stattete am heutigen Donnerstag der Stadt Mainz einen Besuch ab, um sich ein Bild von den britischen Terrorangriffen am 12., 13. und 25. August zu machen. In einer internen Besprechung begrüßte Gau/eiter Reichsstatthalter Sprenger den Reichsminister, der sich ausführlich über die während und nach den Bombenangrifffen getroffenen Maßnahmen Bericht erstatten ließ. Bei einem Besuch der Verletzten der britischen Terrorangriffe im Städtischen Krankenhaus ließ der Minister diesen Opfern als sichtbares Zeichen feiner Teilnahme Geschenke überreichen. Eine Besichtigung der Schadensstellen schloß sich diesem Besuche an. Anschließend führte Reichsinnenminister Dr. Frick nach Begrüßungsansprachen durch Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger in Anwesenheit von Vertretern der Partei, des Staates, der Wehrmacht und der Ratsherren der Stadt Mainz den vom Gauleiter vorgeschlagenen neuen Oderbürge r ni e i st e r der Stadt Mainz, Heinrich Ritter, in sein Amt ein. Der Minister gedachte zu Beginn feiner Rede des auf dem Felde der Ehre gefallenen Oberbürgermeisters Dr. Barth und würdigte dessen Verdienste um das Gedeihen der Stadt. In dem neuen Oberbürgermeister Ritter sehe er eine Persönlichkeit, die sich seither auf kommunalpolitischem und verwaltungsmäßigem Gebiet hervorragend bewährt habe. Große Ausgaben seien in Zukunft in Mainz zu lösen, und er habe die feste Ueberzeugüng, daß diese Ausgaben von dem neuen Oberbürgermeister zufriedenstellend gelöst würden. Der Minister dankte dann allen beteiligten Stellen für den tatkräftigen und umsichtigen Einsatz anläßlich der britischen Terrorangriffe. Seine und die Anerkennung der Reichsregierung galt ganz besonders der vorbildlichen Haltung der Mainzer Bevölkerung, die durch das großartige Ergebnis der letzten Sammlung für das Rote Kreuz bewiesen habe, daß sie die britischen Angriffe nicht etwa erschüttert, sondern noch härter gemacht haben. Oberbürgermeister Ritter dankte dem Minister und dem Gauleiter für das ihm erwiesene Vertrauen und gab seiner Versicherung Ausdruck, daß er gerade jetzt, in einer Zeit, in der sich die Stadt Mainz in einer besonderen Notlage befinde, in seiner Ernennung eine neue Verpflichtung sehe, seine ganze Kraft zum Wohle der Mainzer Bevölkerung und zum Wohle des Volksganzen einzusetzen. Die kurze Feierlichkeit fand an der Stätte des einstigen, nun zerstörten Stadthauses statt und betonte damit gleichsam den durch nichts zu brechenden Lebens- und Aufbauwilken der Stadt Mainz. In anschließenden Besprechungen wurden So- fortmaßnahmen über die wirtschaftliche Zukunfts- gestalhmg und den Aufbau der Stadt Mainz eingehend erörtert. Alle Besprechungen standen unter dem Zeichen des festen Willens, der Mainzer Bevölkerung jede nur mögliche Unterstützung und tat- kräfttge Hilfe zuteil werden zu lassen. Oberbürgermeister Riiier war mit Wirkung vom 1. April 1934 als Nachfolger des Oberbürgermeisters Dr. Keller zum Oberbürgermeister der Stadt Gießen ernannt worden und hatte fein Amt am 17. Mai 1934 angetreten. Neben feinem Gießener Oberbürgermeisteramt ist er seit 1936 Abgeordneter des Deutschen Reichstags. Seit Juni 1936 ist er ferner Leiter des Landesfremden- verkehrsverbandes Rhein-Main, Sitz Frankfurt am Main, weiterhin ab 1. Januar 1937 Vorsitzender des Verwaltungsrats der Bezirkssparkasse Gießen. Außerdem gehört er als Mitglied dem Verwaltungsrat der Landesoersicherungsanstalt Hessen in Darmstadt, als Mitglied dem Verwaltungsrat der Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte in Darmstadt und als Mitglied dem Verwaltungsrat der Hessischen Landesbank-Girozentrale in Darmstadt an. Seit Mai 1940 ist ,er auch Verbandsführer des Vogelsberger HöheMClubs. Aus seinem Wirken vor seiner Gießener Amtszeit, das aber in einer Reihe von Ehrenämtern, bis in die Gegenwart hineinreicht, sei folgendes hier erwähnt: Nach dem Weltkriege, den Oberbürgermeister Ritter zunächst im Infanterie-Regiment 118, bann im Feldartillerie-Regiment 10 von 1914 bis 1918 im Westen mitmachte, stand er in feinem Heimatorte Gau-Odern he im (Rheinhessen) seit Beginn der fran* f zösischen Besatzungszeit in vorderster Linie des Kampfes aller aufrechten Deutschen gegen die französische Besatzung, ebenso im Kampfe gegen Marxismus und Judentum. Als einer der ersten in Hessen trat er 1923 der NSDAP, bei, die in ihm einen ihrer eifrigsten Vorkämpfer in Rheinhessen hatte. Schon 1924 machte er seinen Heimatort Gau-Odern- heim zu einer starken Position des Nationalsozialismus; zur gleichen Zeit widmete er seine Kraft auch mit Eifer der kommunalen Arbeit. 1930 wurde er zum Bürgermeister von Gau-Odernheim gewählt. Damit war er der erste nationalsozialistische Bürgermeister in Hessen. Bei jener Bürgermeisterwahl traten in Anerkennung seiner lauteren Gesinnung und seiner Fähigkeiten sogar feine politischen Gegner für ihn ein und wählten ihn mit in das Bürgermeisteramt. Als Abgeordneter der NSDAP, aehörte er damals schon dem früheren Hessischen Landtag an. In der Kampfzeit war er in seiner Heimat u. a. von 1929 bis 1932 Ortsgruppenleiter und Kreisleiter, ferner Provinzleiter und zugleich Gauinspekteur der NSDAP, in Rheinhessen. Nach der Machtübernahme durch den Führer wurde Heinrich Ritter auf Anordnung des (Bauleiters und Reichsstatthalters Sprenger am 1. Juli 1933 Bürgermeister in Bingen. Zur gleichen Zeit war er dort Kreisleiter der NSDAP., feit 1. Februar 1934 auch Kreisdirektor des Kreises Bingen. Aus den zahlreichen kommunalen Vereinigungen, die vor der Machtergreifung in Hessen bestanden, schuf er die Landesdienststelle Hessen des Deutschen Gemeinde- tages, deren Leiter er bis zu ihrer Zusammenlegung mit der Landesdienststelle Hessen-Nassau war. Seitdem arbeitet er in diesem Kreise als stellvertretender Vorsitzender der Landesdienststelle Hessen/Hessen- Nassau des Deutschen Gemeindetages mit. Im Mai 1933 wurde er zum Mitglied des Deutschen Gemeindetages in Berlin berufen, dem er seit ferner Gründung angehört und in besten Vorstand er heute noch tätig ist. Als er Ende März 1934 aus Bingen chied, um nach Gießen zu gehen, sprach chm der Gauleiter für fein Wirken Dank und volle Anerkennung aus, ernannte ihn zum Kreisleiter ehrenhalber und verlieh ihm zugleich das Recht zum Tragen der Uniform eines Kreisleiters z. b. V. Auf 'bas Gießener Wirken des Oberbürgermeisters Ritter werden wir noch zurückkommen, jedoch sei heute schon hervorgehoben, daß unsere Stadt diesen verdienstvollen Leiter fhrer Verwaltung nur mit großem Bedauern von hier scheiden sieht. Privattelegramme in Feld. Dringlichkeiksprüfung durch Orksgruppenleiler. Die Bestimmungen über Privattelegramme ins Feld sind jetzt, wie das Reichspostministerium mitteilt, im Benehmen mit dem OKW. wie folgt erweitert worden. Privattelegramme an Angehörige von Einheiten und Dienststellen mit Feldpostnummern müssen von sofort an vor ihrer Annahme auf Dringlichkeit und Notwendigkeit geprüft fein. Ist der Aufgeber ein Wehrmachtangehöriger, so ist für die Prüfung sein Disziplinarvorgesetzter zuständig., Für Telegramme von anderen Absendern als Wehrmachtangehörigen ist der für den Wohnsitz des Aufgebers zuständige Ortsgruppenleiter der NSDAP, mit beb Prüfung beauftragt. Entsprechet der Neuregelung werden die Privattelegramm dieser Art nur noch am Schalter angenommen. Die Prüfvermerke sind gebührenpflichtig. * ** Wer jetzt unnötig reift, hilft dem Feind! Nicht sagen, auf deinen Platz käme es nicht an! Viele einzelne geben schnell ein „Viel" — auch jeder entbehrliche Reisezugwagen gehört der Front. Daran muß jeder denken, denn:' Räder müssen rollen für den Sieg! ** SilberneHochzeit. Am heuttgen Freitag, 4. September, können der kaufmännische Angestellte Georg M o h a u p t und Frau, Schottstraße 5 wohnhaft, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Der Jubilar steht zur Zeit im Dienste der Kriegsmarine. Dem Jubelpaar gelten unsere herzlichen Glückwünsche. ** Theater b er Universitätsstadt Gieß e n. Vom Dramaturgischen Büro wird mit» geteilt: Morgen Samstag, 5. September, eröffnet bas Theater die Spielzeit 1942/43 mit der Erstaufführung von Hanns Gobschs Schauspiel „Der Thron zwischen Erdteilen". Dieser erste Festabend dramati- scher Bühnenkunst findet unter der szenischen Leitung von Intendant Hans Walter Klein statt. Oswald Enterlein, der zur Wehrmacht einberufene junge Kapellmeister, dessen Musik zu Rehbergs „Der Tod und das Reich" ihn zuerst bekannt machte, komponierte zu diesem Schauspiel eine eigene Büh- nenmusik. In den Hauptrollen des Werkes wirken Dr. Brüggers Patientin Roman von Walter Klöpffer 33. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 14. Doktor Brügger kam spät und in sich gekehrt von seinem Ausgang zurück. Es wurde ein schweig- I seines Abendessen. Anna versuchte von Zeit zu Zeit ’ ein Gespräch in Fluß zu bringen, aber es würde nichts Rechtes daraus. Die (Stimmung blieb eisig und ungemütlich, und Brügger gab nur kurze, abweisende Antworten. Man stocherte freudlos in den speisen, griff nach Zeitungen und Magazinen, und selbst das Licht schien irgendwie angesteckt, denn es brannte trüber als sonst, wahrscheinlich war das Netz überlastet. Die nahe Gemeinsamkeit im Schlafzimmer oben verschärfte diese (Stimmung bis an die Grenze des Peinlichen. Zwei Jungvermählte lagen nebeneinander, stumm, in Gedanken verrannt unb einander entfremdet. 'Brügger hatte das Nachttischlämpchen aufgedreht, dessen orangener Schein mild und diskret über die Dinge hinglitt. Er las nicht. Denn fein Blick ick,weifte wohl über die Zeilen, aber der Sinn des Oßlefenen ging nicht in fein Bewußtsein ein. Seine Gedanken liefen krumme, dornenvolle Pfade. Unehrlich, hinterhältig und verstockt erschien ihm Annas Gehaben. Was kettete sie an diesen Hudal, daß sie ihm eine solche Summe zuschanzte? Ver- vandtschaftliche Bande? Pah! Frauen waren oft j unbegreiflich. Oder hatte Hudak nur den Auftrag, 1 den Scheck einzulösen und das Geld einem anderen zu überbringen? „Diese Schulden müssen wir los- merben." Welche Schulden? Die Welt war voller Mer. Unsicherheit, wohin er vorstieß. Das Geld an sich wäre zu verschmerzen, aber diese Gespinste von Lüge, Undurchsichtigkeit und Arglist war unerträglich. Man konnte Anna nie wieder etwas glauben, das war es. Ihre Unwissenheit in geschäftlichen Dingen war der Schlüssel zu ihrem ganzen Verhakten. Sie hatte sich vor Entdeckung sicher gefühlt, weil sie mit den Gepflogenheiten einer Bank nicht vertraut war, weil sie annahm, so ein Scheck ließe sich wie ein Zwanzigmarkschein am Schalter Umtauschen. Sie hatte damals noch keine Ahnung von Quittierenmüssen und Deränderungsanzeigen gehabt. Und nun, da die Geschichte an den Tag kam, verlegte sich Anna aufs Leugnen. So war es und nichts anders. Es wurde Brügger in dieser Minute schmerzvoll klar, daß er seine Frau trotz allem noch immer brennend liebte. Unbegreifliches Herz! Er grübelte und grübelte und galoppierte immer tiefer in einen unübersehbaren Wald von Trauer und Zorn und Ungerechtigkeit hinein, bis er sich nicht mehr zurechtfand. Seiner Natur und der Sachlage entsprechend schreckte er vor einer Aussprache, die alles geklärt hätte, zurück und faßte nur den einen Entschluß: sich diesen Franz Hudal so bald wie möglich zu kaufen. Uebermorgen, an feinem freien Nachmittag, wollte er nach München fahren und sich diesen Herrn einmal vornehmen. Dann würde er ihn herbeischleifen und Anna gegenüberstellen. Ob sie dann wohl auch noch die Keckheit besaß, zu leugnen? Was nachher kam, war schwer auszudenken. In diesem denkbar ungeeigneten Moment geschah es, daß seine Frau in einer plötzlichen Gefühlsaufwallung die Hand ausstreckte und bittend über feine Finger strich. „Sei gut zu mir", sollte das heißen. „3a? Willst du mir etwas fagen?" murmelte Brügger, ohne aufzublicken. Seine Worte klangen dürr und lieblos. Alles in ihm war zum Zerreißen angespannt. Vielleicht hatte sie sich doch entschlossen, zu berichten? Aber er wartete vergeblich auf eine Antwort. Annas Hand zog sich zurück, und er versuchte nun ernstlich zu lesen, indem er seine Enttäuschung nied errang. Anna, die kleine Frau an Brüggers Seite, preßte gekränkt die Knie zusammen unb getraute sich kaum zu atmen. Martin war so fremd, so sonderbar, so anders. Daß die fehlende Geldsumme ihn bedrückte, verstand sie. Der Gedanke, daß irgend jemand den Scheck mißbraucht hatte, mußte ihn ja irritieren. Sie zweifelte nicht, daß Fender bei der Abhebung des Geldes so vorgegangen war, daß auf ihn kein Verdacht fiel. Aber waren diese zweitausend Mark ein hinreichender Grund, daß ein Monn seine Frau derart behandelte? Daß er unfreundlich und wortkarg wurde? Warum schloß er sich zu, anstatt die Angelegenheit mit ihr offen zu besprechen? Wohl bangte ihr vor einer solchen Zwiesprache, aber schließlich wäre das Reden immer noch besser gewesen als soviel abweisende Kälte. Vorhin war sie nahe daran gewesen, alles zu sagen, wenigstens das mit dem Scheck, aber Martins Benehmen hatte diesen Anlauf abgewürgt. Sie dachte bitter: „Erst in der Ehe lernt mon seinen Mann richtig kennen. Was weiß ich denn von ihm? Nichts. Was weiß er von mir? Genau so wenig. — Auf den Einfall, daß Martin in ihr selbst die Täterin oder Anstifterin sehen konnte, kam sie gar nicht. Sie dachte noch ein bißchen hin und her und geriet bann langsam in Schlaf. Denn nur ölte Leute sind dazu verdammt, nächtelang wach zu liegen. Aks sie am Morgen die Augen aufschlug, mar das Bett neben ihr leer. Auch Martins Kleider, die sonst ordentlich auf dem Stuhl lagen, waren fort. Was sollte nun das wieder bedeuten? Warum hatte er sich von ihrer Seite wie ein Dieb fortgeschlichen? Sie setzte sich mit einem Ruck hoch. Dann fuhr sie so hastig m den Strumpf, daß er riß. Als sie hin- unterfam, erfuhr sie, daß ihr Mann gleich nach dem Frühstück ins Krankenhaus gefahren mar. Sie erwog, ob sie ihn nicht onrufen sollte, verwarf aber den Gedanken und stürzte sich in die Arbeit. Mit der Hausdame, die sich zu nichts mehr verpflichtet fühlte, hatte sie einen neuerlichen Zusammenstoß, der auch nicht gerade erleichternd.wirkte. Die Purg- staller bekam einen hysterischen Anfall unb warf im ganzen Haus die Türen. Dann packte sie ihre Koffer. . Mittags kam Brügger auf einen Sprung nach Haufe, würgte bas Essen hinein und begab sich dann sofort in sein Sprechzimmer. Anna fanb kaum genügend Zeit, ihn über Berufliches, ein paar Patienten an rufe unb etliche neue Besuche, ins Bild zu setzen. Sie tat das knapp unb mit ungewohnter Zurückhaltung und machte ein steinernes Gesicht. ,'So? Hm. Muß warten", war Brüggers ganze Erwiderung. Dann kramte er nach einem Buch. Nach der Sprechstunde hetzte er auf Besuchs tour. Nie zuvor hatte es derart viele „dringende" Fälle gegeben, hinter denen sich ein Arzt verschanzen kann. Er wich Anna aus, er vermied das Alleinsein mit ihr, er versuchte, sich mit Arbeit zu betäuben, bas war klar. Zum Abendbrot kam er überhaupt nicht heim, sondern ließ bestellen, er esse auswärts, man möge nicht auf ihn warten. Das wird ja immer schöner, — dachte Anna zornig, warf den Hörer hin unb griff nach einem Modenblatt. Sie blätterte zerstteut unb ohne rechte Freude, speiste allein zu Abend, sah wiederholt auf bie Uhr unb ging schließlich mit Cyrus vors Haus, um nach dem Himmel zu gucken. Der Abend mar schwül, die Natur lechzte nach Regen. Dann begab Anna sich zu Pett. Sie konnte nicht schlafen. Sie war nervös und durcheinandergebracht, der Mond störte, die Schwüle und ein paar betrunkene Stimmen auf der Straße. Anna suchte Martin aus ihren Vorstellungen zu verbannen, aber es ging nicht. Die Kirchenuhr schlug elf, und Martin war noch immer nicht daheim. Endlich vernahm sie das kratzende Geräusch des Hausschlüssels, gedämpften Lärm in der Diele unb Schritte, die auf der läufer- belegten Treppe nach oben kamen ... Aber bann schlichen diese Schritte an ihrer Tür vorbei unb verklangen. Brügger war in den zweiten Stock ge- gangen, in jenes Fremdenzimmer, in dem er schon einmal genächtigt hatte. (Fortsetzung folgt. unge- anderung am Sonntag Die Itbaf Klebkraftund 8 04280 Gießen, Grabenstr. 4, Wallenrod. 04299 £ LEUKOPLAST Mehr Freude an der Natur durch Äermühlec-Bücher! Fabrikationsoder Lagerräume zu mieten oder entsprechendes Haus in Gießen oder Umgebung zu kaufen gesucht. Besitzer kann evtl, mit leichten Arbeiten beschäftigt werden. Schriftl. Angeb. unter 2648 D an den Gieß. Anzeiger erbeten. »m Anstieg an den Schwedenfcyanzen i nuizen wir roie «« 1 «'v J r J. oorbßi »um Himberg und dessen höchster Erhebung, und die uns ebenfalls über das Bad nach unserem dem Königstuhl, einer altgermanischen Thingstätte, > Endziel Nidda bringeM-Wanderzeft^ Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Wir beginnen unsere Wanderung an der Unterführung an der Neustadt, gehen schwarzen Dreiecken nach die Rodheimer Straße entlang, später an der Heuchelheimer Mühle vorbei nach dem hochgelegenen Kinzenbach. Hinter dem Dorf steigen wir durch das Feld in die Höhe zum Wald, vor dessen Eingang sich eine prachtvolle Aussicht bis zu den Hohen des Vogelsbergs und des Taunus erschließt. Im Walde zweigen nach kurzer Zeit rote Punkte ab, die uns in langsamem Anstieg an den Schwedenschanzen Wir fahren mit der Bahn nach Hungen, folgen von hier blauen Strichen, die uns durch prächtige Waldungen geleiten. Unterwegs überschreiten wir die Blaue-Kreuz-Markierung und treffen später weiße Striche, denen wir nach rechts nachgehen und bald darauf nach dem hochgelegenen Stornfels mit schöner Fernsicht gelangen. Ohne Zeichen gehen wir jetzt die Straße abwärts nach Ulfa, wo wir wieder auf die blauen Kreuze stoßen, die nach Nidda führen, und denen wir nunmehr folgen. Um dem idyllischen Badeort Salzhausen einen Besuch abzustatten, benutzen wir rote Kreuze, die wir spater antrefsen. ist das Verbandpflaster Plötzlich und unerwartet ist heute morgen infolge Herzschlags meine liebe Frau und gute Lebenskameradin, unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Emma Marsteller, geb. Bingel im 52.Lebensjahre für immervon uns gegangen. In tiefem Schmerz: Karl Marsteller, Bauer Uffz. Alfred Marsteller, z. Z. im Felde Hertha Marsteller Karl Heinrich Marsteller und Frau Familie Wilhelm Bingel Dr. Jakob Bingel Alwin Jughard und Frau. Grüningen, den 3. September 1942. Die Beerdigung findet Samstag, den 5. September 1942, nachm. 3 Uhr in Grüningen statt. ____________________________________________04301 Wandervorfchlag des VHC.» Zweig Gießen. Abmarsch: Bahnunterführung an der Ederstraße. Blauer Strich (VHC.-Markierung) bis zur Lahnbrücke, dann ohne Zeichen nach Wißmar (1% Std.), vom Ausgang des Dorfes schwarze Striche durch das reizvolle Wißmarbachtal zum Waldhaus (1Z> Std.), jetzt mit den blauen Strichen durch das schöne Fohnbachtal über Krofdorf nach Gießen (2% Std.). Gesamtwanderzeit: 5 Stunden. Gießen — Kinzenbach — Himberg — Waldgirmes — Wetzlar. .Danksagung. Allen, die uns beim Heldentod unseres lieben,unvergeßlichen Sohnes und Bruders Walter Fiedler, Schütze in einem Inf.-Rgt., ihreliebevolleTeilnahme erwiesen haben,sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichstenDank. Leonie Fiedler Wwe. Margot Fiedler. Gießen, den 4. September 1942. onMdeie ohneSeesond für sehr Empfindliche. Sie reinigt and pflegt die HeaU Stets xu dünnem Brei verrühren! Nach Gottes heiligem Willen wurde meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter und Oma Elisabeth Mueller, geb. Schmitt am 28. August 1942, im 67. Lebensjahre, nach langem schweren Leiden in die Ewigkeit abgerufen. Wir haben sie in Darmstadt auf dem Alten Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. In tiefer Trauer: Wilhelm Mueller, Oberzahlmeister a. D. Wilhelm Mueller, Regierungsrat, und Frau Elly, geb. Kadel. Hans Mueller, Bankbevollmächtigter, u. Frau Milli, geb. Klippen. Walter Mueller, Missionar, z. Z. Dolm.-Gefr. in Nordafrika, und Frau Martha, geb. Ratz, und 6 Enkel. Darmstadt (Gutenbergstraße 59), Wiesbaden, Gießen,Afrika, Oberhörgern, den 2. Sept.1942. _______________________________04283 Uvx Deutschland und vielen Staaten der Welf cis Hersteller von Qualitätserzeugnissen bekUWfiU liebe Staatsführung billigte, die damit die _ zählten Opfer entweihte. Die deutsche Hennatfront hat in diesem gewaltigen Ringen nur das eine Streben, ihren gläubigen Kampfgeist, ihre starke Entschlossenheit und ihre Wehrbereitschaft vor aller Welt ständig unter Beweis zu stellen. Diesem hohen Zweck dienen auch die vom Stabschef der SA. mit Zustimmung des Führers ver- anlaßten W - h r k -i m p f ° 1 9 4 2^ In ihnen wer- den im September Mannschaften der SA. und der SA.-Kriegswehrmannschaften gemeinsam mit den Mannschaften aller Schaffenden, die m der Deutschen Arbeitsfront zusammengeschlossen sind, und den Sportlern des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen — soweit es ihr beruflicher Einsatz zuläßt — in wehrmäßigen Kämpfen ihre Kräfte meßen und m soldatischen Tugenden wetteifern. Die Wehrkampfe werden Zeugnis ablegen von dem sehnlichsten Wunsch aller Teilnehmer, dem Führer, wenn möglich und notwendig, ebenfalls mit der Waffe am Feinde dienen zu dürfen, unb von dem ständig wachsenden Wehrwillen. So werden diese Wehrkämpfe die deutsche Wehrgemeinschaft noch fester zusammenschweißen; jeder einzelne wird härter werden, und er wird im Bewußtsein seiner Einsatzkrast den steilen Weg, auf dem wir zu einer freien deutschen Zukunft marschieren, stark, unbeirrbar, entschlossen und siegesbewußt in Pflichterfüllung weitergehen. Der Wunsch unserer Feinde aber wird an solchem Wehrwillen von Front und Heimat und an der Genialität des Führers zuschanden werden. Ständig wachsender WehrwMe Zu den Wehrkampftagen 1942. Von SA.-Obergruppenführer Jüttner. Ihre Vermählung geben bekannt Franz Ringg Uffz. der Luftwaffe Gertrud Ringg geb. Runge FrankfurVMain Gießen z. Z. im Osten Steinstr. 50 5. September 1942 Kirchliche Trauung, 14 Uhr, Stadtkirche führen. Hier oben treffen wir blaue Dreiecke, die von Rodheim kommen und nunmehr unser Wegzeichen bilden. Wir steigen wieder'hinab ins Tal, überschreiten den Schwalbenbach und kommen auf die Straße, die uns über Waldgirmes und Naunheim nach insgesamt 4 Mündiger Wanderung nach unserm Endziel Wetzlar führt. Hungen — Stornfels — Ulfa — Bad Salzhaufen — Nidda. Heute morgen entschlief nach langemLeiden unser lieber Onk^l Philipp Müller im Alter von 73 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Geschwister Wacker. Gießen-Wieseck, den 3. September 1942. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 5. September, vormittags 10% Uhr, auf dem , Neuen Friedhof in Gießen statt. _________2651 D mit: Friedl Gollmann als Kaiserin Katharina, Helm Michael Mund als Zar Peter III., BMnca Blacha als Kaiserin Elisabeth, Renate Frechen als Fürstin Woronzow, Herbert Kochlmg als Graf Ponjatowsky, Earl Maria Zeppenfeld als .Kanzler Bestushew, Leopold Fischer als Graf Panin. Weitere Mitwirkende: Hella Henzky, Iosepne Lenzen, Anja Rau, Kurt Bosny, Willy Fuhrmann, August Wilhelm Funke, Ernst Heck, Hugo Hellmers-Hall- x wegh, Gerd Fritz Ludwig, Kurt ^auer and Peter Paul Schade, Earl Bruno Schmidt, Karl Volck. Die Bühnenbilder schuf Karl Löffler. ♦* Grüße aus dem Feld an die Heimat übermitteln durch uns die Soldaten Karl Schmuck und Hans Dietrich. Die Heimat erwidert diese Grüße mit herzlichen Wünschen und besten Grüßen an alle Kämpfer. . . ** Der Verkauf der Bettkarten 1. und 2. Klaffe. Vom 5. September 1942 ab werden die für dringende kriegswichtige Reisen nicht benötigten Bettkarten 1. und 2. Klasse wieder am Reisetage von 15 Uhr ab, für Samstag und Sonntag am Samstag von 12 Uhr ab, ohne einen Nachweis über den Reisegrund verkauft. Die Zahl der hierfür verfügbaren Plätze ist sehr gering. Auch wahrend dieses Verkaufs haben die Reisen, deren Kriegswichtigkeit schriftlich nachgewiesen wird, den Vorrang. Landkreis Gieße«. < Großen-Linden, 31. Aug. Mit Beginn des neuen Schuljahres werden 3 7 Schuln e u - linae hier ausgenommen, und zwar 20 Knaben und 17 Mädchen. Zur Entlassung kamen aus dem achten Schuljahr 9 Knaben und 16 Mädchen. 3n die neu errichtete Hauptschule in Gießen werden auf Grund ihrer Leistungen 2 Knaben und 1 Mädchen überwiesen. Auf höhere Schulen treten nach den Sommerferien 4 Knaben und 1 Mädchen über. An -er Spinnstoffsammlung vergriffen hohe Zuchthausstrafen für die Täter. Lpü. Mainz, 3. Sept. Nach vieljähriger einwandfreier Führung eines Althandelsgeschafts wurde die 55jährige Wilhelmine Wedel aus Mainz bei den öffentlichen Spinnstofsfammlungen im Kriege mit dem Aussortieren, Pressen und Verpacken eingesammelter Spinnstofferzeugnisse beaup tragt. Sie wurde bei der Tätigkeit von ihrem Stiefbruder, dem erheblich vorbestraften Jakob T r aut- mann, und dessen Ehefrau unterstützt. Nachprüfungen ergaben, daß die Wedel und Trautmann die Mitarbeit bei zwei derartigen kriegswichtigen und von der Opferbereitschaft der Heimat getragener Sammlungen in verwerflicher Weise mißbraucht und einige Säcke mit ■ Woll- und anderen Textilerzeugnissen beiseitegeschafft hatten. Den Erlös des z. T. weiterverkauften Diebesguts teilten die Tater unter sich; die restliche Beute konnte durch polizeilichen Zugriff sichergestellt werden. Obwohl der materielle Ertrag dieses eigennützigen Vertrauens- Mißbrauchs nicht allzu erheblich war und em nennenswerter Schaden der Spinnstoffsammmng nicht eingetreten ist, erforderte der in keiner Weise entschuldbare Entschluß der Täter zum verbrecherischen Eingriff in ein kriegswichtiges Gemeinwerk eine schwere Sühne. Die Althändlerin Wedel wurde demgemäß von dem Sondergericht in Darmstadt als Volksschädlingsverbrecherin wegen zweier unter Ausnutzung der Kriegsverhältnisse begangener Diebstähle zu einer Gesamtstrafe von 4 Jahren Zuchth aus, der Ehemann Trautmann aus denselben Rechtsgründen, zugleich aber auch unter den strafschärfenden Voraussetzungen des Rückfalldiebstahls zu einer Gesamtstrafe von8JahrenZuchthaus, seine Ehefrau wegen der Mitwirkung bei einem dieser Diebstähle gleichfalls als Volksschädlingsverbrecherin 1% Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Hinblick auf die Ehrlosigkeit der Tätergesinnung wurden der Ehefrau Wedel die Ehrenrechte für 4 Jahre, dem Ehemann Trautmann für 8 Jahre aberkannt. Mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel Revierförster i. R. Karl Herbert ist nach einem Leben voll Liebe -und Arbeit im Alter von 81 Jahren von uns gegangen. In tiefer Trauer: Elisabeth Herbert Familie Hugo Scheib Familie Friedr. Karl Keßler Familie Heinr. Herbert Familie Dr. Ludwig Herbert Andernach/Rhein, Rödgen bei Bad-Nauheim, Steinbach, Burkhards, Mühlheim/Ruhr, den 3. September 1942. Die Beerdigung findet am Samstag, 5. Sept., nachm. 8% Uhr, in Steinbach bei Gießen statt. Mit den Angehörigen trauern auch wir um unseren verstorbenen Berufskameraden. Die Beamten und Gefolgschaft des Forstamtes Schiffenberg. __265QP Volksschädlinge und gefährliche Gewohnheitsverbrecher hingerichtet. LPD. Darmstadt, 3. Sept. Die Justizpresse- stelle Darmstadt teilt mit: Am 3. September 194- sind der am 5. November 1907 in Balberge geborene P a u l M e r t e n s und der am 5. Nooenüier 1908 in Dirschau geborene Alfons Salem fki hingerichtet worden, die das Sondergericht in Darmstadt als Volksschädlinae und gefährliche Gewohnheitsverbrecher zum Tode verurteilt hat. Mertens und Salewski, zwei schwer vorbestrafte Eim und Ausbrecher, haben nach einem neuen Ausbruch wieder viele Einbrüche begangen. Mertens ist auch gegen einen Verfolger gewalttätig geworden. Ferner teilt die Justizpressestelle Darmstadt mit: Am 3. September 1942 sind der am 27. Dezember 1906 in Offenbach a. M. geborene Georg F r e ch und der am 20. Juni 1905 ebenfalls in Offenbach am Main geborene Konrad Spitzbarth hin- gerichtet worden, die das Sondergericht in Darmstadt als Volksschädlinge und gefährliche Gewohnheitsverbrecher zum Tode verurteilt hat. Frech und Spitzbarth, zwei oft und schwer vorbestrafte Verbrecher, haben wieder viele Einbrüche unter Ausnutzung der Verdunkelung begangen und bei ihrer Verhaftung den Polizeibeamten durch tätlichen Widerstand verletzt___________________________ Hauptschriftlkiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« tzauptschriftletters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriotx für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschetn. Druck und Verlag: Brühlsche UntversttälSdruckerei R. Longe K. ®. Verlagsletter: Dr.°Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: HanS Beck. Anzeigen Preisliste Nr. 6. _____________ Ihre Vermählung geben bekannt Ritterkreuzträger Fritz Axtmann Oberfeldw. in einer Inf.-Div. und Frau Ilse geb. Kunz z. Z. im Osten Gießen Eichweg 7 p September 1942 K 04284/ Heinz Dieter Die glückliche Geburt eines Stammhalters zeigen hocherfreut an Heinz Stammnitz Feldwebel der Luftw. und Frau Marianne, geb. Rinderknecht Gießen, den 2. September 1942 ___________04282/ lila« Uriprnaei- Zeugnisse, sondern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen l — Lichtbilder undBewerbungsunter. lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten auf der Rückseite Ra- men und Anschrift deS Bewerbers tragen! Für frauenlosen Geschäftshaus- halt mit kleiner Landwirtschaft alt., tücht., solide Frau nicht mit. 40 I., gesucht. — Bei gegenseitigem Verstehen spät. Heirat. Schr. Ang. unt. 2649va.d.G.A. Danksagung. Für die vielen Beweise der herzlichen Teilnahme an dem schweren Verlust, den wir durch den Heldentod meines lieben, unvergeßlichen Lebenskameraden und meines geliebten Vaters, des Postkraftwagenführers bei der Feldpost. Willi Weber, erlitten haben, danken wir auch im Namen der Angehörigen herzlich. Lina Weber, geb. Schmidt Elfriede Weber. Heute wurde uns plötzlich und unerwartet durch einen Unglücksfall, unser einziges, hoffnungsvolles, liebes Kind Walter Heinrich Fink im 3. Lebensjahre genommen. In tiefem Schmerz! Walter Heinrich Fink, z. Z. im Felde Frau Elisabeth Fink, geb. Reuschling Familie Heinrich Fink Familie Heinrich Reuschling nebst allen Angehörigen. Gießen - Klein - Linden, Heuchelheim, Naunheim, den 2. September 1942. Die Beerdigung findet Samstag, den 5. September, 13y2 Uhr, vom Sterbehause, Wetzlarer Straße 71, aus statt. _________________________________04293 DICHTSPIEL-THEATER Gloria-Palast, Seltersweg: So ein Früchtchen 2626C Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Leidenschaft Tägl. 8,5.15,8» So. 2.80,5,8 Uhr WWgS- oder SliMeGlse in Haushalt gesucht. [04286 Liebigstratze 56. [Stellengesuche] Aelt.mnabhäng. Frau übern. Führung eines frauenlos. Haushalts bei ült. Herrn in Gießen od.Urng. Eintritt nach Uebereinkunft. Schr. Ang. unt. 04276 a. d. G^A. [ Verkäufe | Wickelkommode mit Matratze für 30,- RM. zu verkaufen. [04290 Schubertstr.1611 Der Krieg, der dem deutschen Volke aufgezwun- wurde, muß bis zur letzten Entscheidung durchge- führt werden; er wird und muß gewonnen werden, damit Deutschland nicht zugrundeaeht unb es m einem gesicherten Frieden seine Kräfte frei entwickeln kann. Für den deutschen Sieg bürgen die unvergleichliche Staatskunst und das einzigartige Feldherrntum des Führers, sowie die Haltung und Entschlossenheit, der Wille und Glaube der deutschen Wehrgemeinschaft, die das ganze Volk, Front und Heimat umschließt. ~ 2ßas der deutsche Soldat im Kampf nut den Gegnern an schier übermenschlichen Leistungen vollbringt, mit welcher Tapferkeit er kämpft und mit welcher Siegesgewißheit er sem Leben für uns und Deutschlands Zukunft einsetzt, kann m Worten nicht gewürdigt werden. Sem Handeln ist ein hohes Lied deutschen Heldentums. Nicht minder entschlossen ist die Haltung der Heimat, all derjenigen, die dem Führer nicht mit der Waffe dienen können oder dürfen die aber in den Betrieben, auf den Feldern und m freiwillig übernommenen Kriegspflichten unermüdlich arbeiten und schaffen und bereit sind, alle Eim schränkungen, die der Krieg mit sich bringt, auf sich au nehmen. Sie wissen, worum es geht, und baß die Männer an den Fronten weit mehr hingeben, als die geringfügigen Verzichte daheim ausmachen. Dieter verbissene Wille zum Sieg und dieser unerschütterliche Glaube beherrschen die deutsche Wehrgemeinfchaft. Die Heimat kennt daher auch verräterische Friedensresolutionen, wie sie ,m drit-1 ten Kriegsjahr des vorigen Weltkrieges eine schwach-1 Warum mehr nehmen? mit der in meinen 'Rezepten ungeschriebenen Tilengeßack- Neues vom Film. Fita Benkhoff hat im Bavaria-Film „Johan n" alle Möglichkeiten, ihren komödiantischen Charme sprühen zu lassen — dafür sorgen das nach einem Theaterstück von Theo Lingen gestaltete Drehbuch und die Spielleitung R. A. Stemmles. Sie verkörpert das Stubenmädchen, das den Zimmerkellner Johann (Theo Lingen) liebt; er weckt ihre Sehnsucht nach der großen Welt und sie steigt zur großen Dame auf, ehelicht den um 20 Jahre älteren Grafen Zirndorf (Hermann Thimig) und trifft cüs Lessen Kammerdiener von Format — Johann wieder. — Hans Fidesser übernahm eine Haupt- rolle in dem Deka-Film „Saison in Salz- b u r a", der in der römischen Filmstadt Cjnecitta mit Maria Andergast und Hans Schott-Schöbinger entsteht. ______________ | Kaufgesuche | MniMlae möglichst für Kraftbetrieb, evtl. Schneidermaschine, z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 2647 D an den Gieß. Anz. Elektrische Doppelkochplatte neu oder gebr., z. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 04296 an den Gieß. Anz. | Vermietungen] 2leete3immet ohne Küche, mit Heiz., währ, des Krieg, a. berufst. Dame zu verm. Schr. Ang. unt. 04297 a.d.G.A. | Mietgesuche | Berufstät. Frau sucht sofort rieereZimM m. Kochgelegenheit od. 1 Zimmer mit Küche in Gießen oder näh. 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