Samstag, 4- /Sonntag, 5. Juli M2 Erbe der Pharaonen Große Deutsche Kunstausstellung München 1942 Erster Nundgang durch das Haus der Deutschen Kunst. Oer Wehrmachtbericht ebens rung. Tn st en ab. Die AngriffsoperafIonen der deutschen und verbündeten Truppen haben ineinerVrei- te von fast 300 Kilometer die feindliche Frontaufgerissen. Die erbitterten Gegenangriffe feindlicher Panzerbrigaden wurden unter fchweren Verlusten des Feindes abgewiefen. Allein eine schnelle Division vernichtete ohne eigne Verluste an Panzern in der Zeit vom 28. Juni bis mehrere Säfen,, u. a. R o w o g o r o s s i) k unO "uuuyd, sowie feindliche Schiffe mit besonderem Erfolg an. Ein Minenleger und zehn Küstenfahrzeuge wurden versenkt, vier Zerstörer und sieben Handelsschiffe sowie ein Schulschiff und ein Schwimmdock vernichtend getroffen. Im Südabschnitt der Ostfront wiesen ! deutsche und itatienische Truppen mehrere örtliche Angriffe der Sowjets unter hohen blutigen Verlu- deutschen Künstlern. Der starke Vorsprung der süddeutschen Künstlerschast hat sich auch bei der neuen Ausstellung halten können. Da auch in diesem Jahr längst nicht alle in Aussicht genommenen Arbeiten auf einmal ausgestellt werden können, wird es im Spätherbst wieder einen Austausch ge- b€rt. Alfred Dahlmann. Bildhauer Carl Dourcarde, Träger des Kulturpreises der Stadt Gießen, ist auch in diesem Jahre wieder mit einem neuen Werk auf der Ausstellung vertreten: es handelt sich um eine drei Meter hohe sigürliche Plastik „Der Soldat". Der ruhig schreitende Akt repräsentiert in Gesichtsausdruck und Körperhaltung den kämpferischen, von starkem Willen beherrschten männlichen Typus der deutschen Gegenwart. Die Figur braucht weder Helm noch Schild noch sonst ein Zeichen oder Sinnbild soldatischen Standes und heroischen Wesens: sie ist in sich Ausdruck einer in Angriff und Abwehr gehärteten, gesammelten Kraft, der Tapferkeit, der Disziplin und der Ausdauer. Die in diesem Jahre entstandene jüngste Arbeit Bourcardes ist in Thema und Formgebung dem monumentalen Stil angenähert, der als das Wesensmerkmal der repräsentativen deutschen Plastik unserer Gegenwart gelten muß. — Für die Unabhängigkeit Aegyptens. Gemeinsame Erklärung der deutschen und der italienischen Regierung. tagen sowie Versorgungsbelriebe der Häfen Rosla und Murmansk erneut durch Bomben getroffen und Brände in Stadt- und Hafengebiet hervorge- rufen. In Aegypten wurden bei der Erweiterung des Durchbruchs durch dieLlAlamein-Stellung mehrere stark befestigte Stützpunkte gestürmt. Heber 2000 Briten wurden gefangengenommen, dreißig Geschütze und zahlreiche Panzer erbeutet ober vernichtet. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen militärische Anlagen bei Alexandrien. Im Seegebiet nordostwärts Islands wurde ein Handelsschiff von 1500 VRT. durch ein Kampfflugzeug versenkt. Bei einem kurzen Tagesangriff von fünf britischen Bombern auf die Stadt Flensburg verlor der Feind zwei Flugzeuge. Die Zivilbevölkerung Halle einige Verluste. In der vergangenen Nacht warf die britische Luftwaffe mit schwächeren Kräften Spreng- und Brandbomben auf Stadt und Außenbezirke von Bremen. Die Verluste der Zivilbevölkerung sind ge- ring, vor allem in Wohnvierteln entstanden Brandschäden. 14 der angreifenden Bomber -wurden ab- geschossen. Oie Angriffsoperationen an der Ostfront. Berlin, 3. Juli. (DRB.) Die Reichsregierung und die königlich italienische Regierung erklären: In dem Augenblick, in dem ihre Streitkräfte a u f ägyptischem Territorium siegreich vor- wärisdringen, bekräftigen die Achsenmächte feierlich ihre feste Absicht, die Unabhängigkeit Aegyptens und die Souveränität Aegyptens zu achten und ficherzu- stellen. Die Streitkräfte der Achse betraten Aegypten nicht als Feindesland, sondern mit dem Ziel, die Engländer aus dem ägyptischen Territorium zu vertreiben und die militärischen Operationen gegen England fortzusehen, die den Rahen Orient von der britischen Herrschaft befreien sollen. Die Politik der Achsenmächte ist von dem Grundsatz geleitet „Aegypten den Aegyplern". Befreit von den Fesseln, die es an Großbritannien binden — und die es die Folgen des Krieges haben erdulden lassen — ist Aegypten bestimmt, seinen Platz unter den unabhängigen und souveränen Rationen einzunehmen. ♦ Die stürmische Verfolgung der bei Tobruk Sollum und Maria Matruk von den Verbanden Rommels geschlagenen britischen 8. Armee auf ägyptischem Territorium ist von der englischen Agitation als Bedrohung der Freiheit und Sicherheit Aegyptens Das repräsentative Führerbild im Raum I stammt diesmal von dem Wiener Maler Hans Schachinger. Cs wird flankiert von zwei großen Aquarellen des Berliners Paul Hermann, der zwei Szenen aus der Müncheneer Kampfzeit der Bewegung mit der Feldherrnhalle als symbolischer Mitte festhielt. Von den 1254 ausgestellten Arbeiten gehören die Hälfte der Malerei. Dies entspricht dem Verhältnis des Vorjahres, wo vor dem Austausch 1347 Werke ausgestellt waren. Einen leicht avantgardistischen Zug tragen im Gesamtbild dieser Ausstellung die Düsseldorfer Maler, die sich anscheinend von allzu großer Fessel des Trationellen frei zu machen suchen. Die Plastik wendet sich wieder in ihren Hauptwerken monumentalen Aufgaben zu. Im großen Bildhauersaal dominieren Arno Breker mtt jeinem Relief „Der Wächter" und Joseph Thorak mit einer Pieta, «siner fließend übereinander angeordneten Menschengruppe „Der letzte Flug (Grabmal für Dr. Todt), und eine Plastik mit mütterlichem Thema. Man vermißt einige Warnen, die bisher geläufig waren. Eine feine Arbeit ist Rudolf Hartmann - Wiedenbrücks mehrfigunges Holzrelief „Spähtrupp". Das Mühen der Bildhauer geht, summarisch gesehen, weiterhin auf Die Darstellung des schönen sportlichen Menschenkorpers aus. Der Gefahr der Leere begegnet man durch leichte Andeutung von Bewegung und dadurch bedingter Anspannung. Die Graphik bietet über zweihundert Blatter, thematisch reich und von jener gediegenen hano- werklichkeit, die schon immer den Freunden des graphischen Schaffens Begegnungen köstlicher Art vermittelte. Dem Berliner Franz E i ch h o r st wurde hier ein ganzes Kabinett eingerichtet, der Dortmunder Jndustriemaler Franz Gerwin kann zwölf prachtvolle Aquarelle zeigen. Erlebnismomente aus Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis SVgUbr desVormittags Anzeigen-Preiie für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für ttumilienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25%mehr um Aegypten gilt lediglich der Vernichtung der stra« tegischen Sicherung, mit der England unter Miß« achtunq der Souveränität des ägyptischen Volkes einen indischen Besitz sich erhalten wollte. Aegypten ist, strategisch betrachtet, das Gelenk, um das alle anderen afrikanischen und orientalischen Machtbesitzungen der Briten sich bewegen. Bricht dieses Gelenk Aegypten aus, dann — das hat auch Ehurchui. erkannt — ist das der Beginn vom Zusammenbruch des Empire, das schon in Ostasien Hongkong, Singapur und Burma verloren hat. Britischer Polizeiterror in Aegypten. Lausanne, 3. Juli. (Europapreß.) Nach Meldungen aus Kairo und Alexandria werden in ganz Unterägypten durch die brittsche Polizei M a s s e n - Verhaftungen vorgenommen. Besonders scharfe Razzien erfolgen in den national eingestellten Krisen mit der Begründung, aus jenen Kreisen sei ote Bevölkerung auf gefordert worden, sich allen Gewalt- maßnahmen der Briten entschlossen zu widersetzen. Mehrere Eisenbahnbeamte wurden von den Eng, ländern erschossen, weil sie sich weigerten, Transporte für die englische Armee nach dem Operationsgebiet im Raume von Alexandria durchzuführen. Die Erschießungen sollen ohne Urteil vollstreckt worden sein. Am Freitagnachmittag hatte der ägyptische Ministerpräsident Nahas Pasiha! zusammen mit dem Kommandeur der britischen Streitkräfte in Aegypten, General Ston-e, eine längere Besprechung mit König Faruk. Von England zum Schlachtfeld gemacht. Mailand, 3.Juli. (Europapreß.) Deutschland und Italien kämpfen auch für die Befretung Aegyptens von der britischen Herrschaft und für die Herstellung der vollen Souveränität des ägyptischen Volkes. In diesem Sinne erklärt der offiziöse „Popolo d'Jtalia", die Zeitung des Duces Deutschland und Italien sind nicht schuld daran, wenn sie im Kampf gegen EnglaiA ge- , «nungen sind, mit ihren Waffen auf dem Boden , her ägyptischen Nation zu {freiten, der von England • mm Schlachtfeld gemacht wurde. Die Armeen der - Achse kämpfen aber auf ägyptischem Boden für die i Freiheit Aegyptens." Aegypten sicht sich in der eigentümlichen Lage, Kriegsschauplatz zu fein, ohne sich selbst im Kriege zu befinden. Es hat zwar unter dem Druck seines britischen Zwingherrn in Auswirkung des britisch- ägyptischen Bündnisverttages vom 26. August 1936 die diplomatischen Beziehungen zu den Achsenmächten abbrechen müssen, aber soweit reichte Englands Macht nicht, eine der ägyptischen Regierungen zur aktiven Teilnahme am Kriege an der Seite Englands zu bewegen. Der Vertrag verpflichtete England, im Falle eines Angriffs Aegypten Hilfe zu bringen, er gab den Briten jedoch nicht das Recht, die Verteidigung zu übernehmen. Nahas Pascha, der Führer der nationalistischen Wafd-Par- tei, der damals den Vertrag abschloß und heute wieder als Ministerpräsident an der Spitze der ägyptischen Regierung steht, hat auf diesen Unter« schied immer besonderen Wert gelegt unb ihn auch noch während des Krieges in einer Botschaft unterstrichen, die dagegen protestierte, daß Churchill von Aegypten als von einem britischen Protektorat gesprochen hatte. Der Vertrag verpflichtet Aegypten im Kriegsfälle nur, den Briten alle Erleichterungen bei der Benutzung der Verkehrswege und Häfen, der Telephon- und Telearaphenanlagen zu gewahren, nicht jedoch, ihnen Kriegsfolge zu leisten. Deshalb konnte Mussolini auch in seiner Rede vom 10. Juni 1940, drei Monate bevor italienische Truppen über die westägyptische Grenze auf Sollum und Sidi Barcmi vorrückten, erklären, daß ihr Kamps nur den britischen Truppen auf ägyptischem Baden gelte; und er konnte Aegypten die Zusicherung geben, daß es nicht in den Krieg einbezogen werde, wenn es sich nicht selbst von England hineinreißen hingestellt worden. Die Londoner Regierung hat sich deshalb beeilt, von der ägyptischen Regierung „im Interesse ihrer Unabhängigkeit" den E i n s a tz d e r ägyptischenArmee gegen die Streitkräfte der Achsenmächte zu verlangen. Schon bei Ausbruch des jetzigen Krieges versuchten die Briten, Aegypten zu einer Kriegserklärung an Deutschland und spater an Italien zu veranlassen. In Kairo hat man das abgelehnt. Auch der neue Versuch, die ägyptische Regierung zu einem militärischen Eingreifen an der Seite der englischen Truppen zu zwingen, hatte bisher nicht den erwünschten Erfolg, da das Verlangen Englands nichts anderes ist als der Versuch, in seiner bedrängten Lage die Aeaypter als Kanonenfutter für die britischen Interessen einzusetzen Die gemeinsame Erklärung der deutschen und italienischen Regierung über die Unabhängigkeit Aegyptens klärt eindeutig die Lage: Deutschland und Italien haben den Aegvptern erklärt, der Kamp in Aegypten richte sich nicht gegen die Aegypter, es sei vielmehr das Streben der Achsenmächte, Aegypten von der britischen Tyrannei zu befreien. Damit ist grundsätzlich und für die zukünstiae Entwicklung eine Tatsache herausgestellt worden, die gerade fetzt von der schwerstwiegenden Bedeutung ist. Denn es ist selbstverständlich, daß in diesem Entscheidungskampf gegen die Welttyrannei der Briten diese aus allen strategischen und wirtschaftlichen Domänen geworfen werden müssen, die sie sich unter krasser Nichtachtung der natürlichen Rechte der Volker über bie halbe Wett zusammen geraubt haben. Der Kamps man das anspruchsvolle Auftreten der Wasserfarben- des Schwarzen Meeres sowie im Asowschen Malerei, die sogar großformatige repräsentative 2Neer griffen Kampf- und Sturzkampfflugzeuge Bildaufgaben vertritt. Erfreulich ist, daß man mit mc^tete Häfen, u. a. Rowogorossijk und einer stärkeren Berücksichtigung von Kn egsb e- Ln a f ridjtern die lange Reihe jener meisterlichen Begaben ehrt, die sich in der unmittelbaren Nachzeichnung des Kriegserlebens schon tausendfach bewährte. Der kaum zwanzigjährige Kriegsberichter Ernst Krause (Marschen) tritt mit einem wuchtigen Gemälde in großem Format, eine militärische Szene mit Ritterkreuzträgern der Leibstandarte darstellend, । zum erstenmal als Maler vor die Öffentlichkeit. Die Malerei ist durchweg ungemein sauber und fleißig erarbeitet. Motivisch, kompositionell und auch in der technischen Ausarbeitung bekennt man sich mit wenigen Ausnahmen zu der guten Maltradition des 19. Jahrhunderts. Pleinair und Impressionismus kommen nur noch hie und da ganz leise in Erinnerung. Die Valeurs scheinen sich aufsälligerweise nicht zur .herbe, sondern zur Süße zu verlagern, wovon vor allem das Figuren bild profitiert. Dekoratives steht beachtlich im Vordergrund, Problematisches t i £ Sowsttpanzer. Starke kampffliegerver- bänte bombardierten feindliche Stellungen und hervorragender Bildnisse NUS dem bäuerlichen Nachschubbewegungen aus Straften und Elsen- Umkreis zeickmet sich im Gegenständlichen durch dre bahnen. spürbar lebendige Tradition des deutschen Typen- 3m Raum von Rschew brachen deutsche Lrup- bildes aus. Virtuoses leistet man im Landschaft- gegen zähen Widerstand in feindliche Stellungen liefen, das glühend farbige Stilleben tritt zurück, ein unb nahmen mehrere Ortschaften, ebenso das Tierbild und die reine Milieuschilde- , v Ä -4 zuweilen mystisch anmutenben Bildoiswnen ver- italienische Schnellboote drei bewasf- ♦ra. ww sn« säsää. äk geehrt Was die Maltechmk angehh so bemerktI>-benden gefangen.^An der Kautaf us-Kuff e lasse. Der wichtigste Schritt zur Unabhängigkeit Aegyptens, für die die Besten des ägyptischen Volkes kämpfen, seitdem die Briten im Lande stehen, war ja in dem britisch-ägyptischen Vertrag vom 26. August 1936 nicht erreicht worden. Britische Truppen blieben im Lande „bis" — wie es im Vertrag hieß — ,cheide Teile Übereinkommen, daß die ägyptische Armee in der Lage ist, aus eigener Kraft die Freiheit und völlige Sicherheit des Suez-Kanals zu garantieren". Dieser Satz enthüllt die wahren Beweggründe für die Zähigkeit, mit der England seine Machtstellung gegen alle Lockerungsversuche des ägyptischen Nationalismus verteidigt hat. Denn m der Tat ist der Suez-Kanal trotz des seit dem ersten Weltkriege mit zahlreichen' Stützpunkten und Flug- Häfen in dem britischen Mandat Palästina und dem ganz unter britischer Herrschaft stehenden Irak aus- gebauten Luftweges nach Indien immer noch die wichtigste Verbindungsstraße des Empire zu seinen ostasiatischen Besitzungen gewesen, wie er überhaupt die Ursache dafür war, daß England vor etwa sechzig Jahren die Hand auf Ägypten legte. Das Land der Pharaonen ist erst wieder in den Gesichtskreis des Wendlandes gerückt, als nach drei Jahrhunderten türkischer Fremdherrschaft im Jahre 1894 Mohammed Ali, ein Mazedonier albanischer Abstammung, der als General des (Sultans nach Aegypten gekommen war und nach Beseitigung der Mamelucken und Niederwerfung des Wahabitenaufstandes das Land durch die Eroberung des Sudans erheblich vergrößert hatte, durch einen Ferman der Hohen Pforte zum erblichen Regenten Aegyptens eingesetzt wurde. Das war die Geburis- ftunbe des modernen Aegypten. Unter seinem Enkel, dem Khediven Ismail, geschah dann die Eröffnung des Suez-Kanals, ein Ereignis, das Aegypten plötzlich zum Brennpunkt der großen Politik der euro- Zum dritten Male während des deutschen Schick-l den Feldzügen zeigen die Kriegsberichter Rudolf llskampfes öffnet der Münchener Staatsbau der L l p us - Leipzig und Lothar Gunter B uch he i m eichsdeutschen Kunst feine Pforten, um mit neuen Feldafing. Die Schau der Graphik entspricht d Verken des malerischen, des plastischen und graphi- großen Tradition dieser in Dnttschl and seit Jahr- Yen Schaffens Zeugnis zu geben von jener un-hunderten Mit besonderer Sorgfalt gepflegten Mog- Mtörbaren Kraft des Lebens- und Kulturwillens, lichkeit zu kunstlerischem^Aufdruck. m>rtfö14-nT £bas beutfäe Sott in seinen härtesten Tagen D i e W a n d t e p p i ch e irn großen Malersaal eseelt Die Veranstaltung von eminent kulturpoliti- — es sind zwei von Werner P e i n e r 5 monamen« her Bedeutung steht im Waffenlärm des Tages taten Kartons zu den acht Gobelins für die Reichs- ls ein Fels friedlicher Arbeit, geruhsam, aber nicht kanzlei — beanspruchen schon wegen lhres g■ ürklicbkeitsfern das Auge mit schönen Dingen er- tigen Formats (zehn zu fünf ■- -euenb aber doch an den Ernst der Stunde ge- samkeit. Sie stellen Ausschnitte aus Schicksalsschlach- lahnend Daß es bei einer so intensiven Anspan- ten der deutschen Geschichte dar. Die prachtvoll de- ung aller Möglichkeiten des totalen Kriegseinsatzes taillierteKartonbehandlungist eme ?"^ose on Menschen und Ding nicht leicht ist, eine so breit Arbeit, daß daran gedacht ist, die Kartons nach ge. ngelegte Kunstausstellung von gutem Niveau zu- eigneter Haltbarmachung als Wandschmuck zu ver- immenmbringen liegt auf der Hand. Direktor werten. Peiner geht hier, was den Malgrund und leoTb Dom Haus der Deutschen Kunst reiste auch die Maltechnik betrifft (dünne Tempera), ganz neue n diesem Winter landaus und landab, besuchte in Wege. Malerei rllen (Bauen Ateliers und Werkstätten und kam mit Die Ausstellung umfaßt^M6^Werke der Malern, iner Ausbeute beim, die an Erwartung hinter 243 graphische Arbetten, 333 Plastiken^^ 65 Plaket- einem der vergangenen Kriegsjahre zurückzustehen ten, fünf Wandteppiche und zwei Kartons von 68 0 «SääsS 50000 Gefangene in Sewastopol. • Bolschewistische Front durch unsere Angriff-op-rationen in 300 Kilometer chon durch ihre kulturpolitisch-erzieberische Absicht Areiie atlfflCriffCtt. mehr gebunden als manche andere Ausstellung im I Reid). Das Gesicht der Ausstellung ist fest geprägt, es bleiben damit die Wesenszüge für einen länge- -en Rhythmus von Jahren auch im Wechsel der. 'lusstellungsobjekte erhalten, und das ist im Inter- DRV. u s d e m F u h r e r h a “P^uarf e , ,sse der Bllckschulung vor allem des Ungeübten em 3. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt wesentlicher Tatbestand. Daß der Krieg als bekannt: Thema des Kunstschaffens noch mchr in den Vor- südwestlich von Sewastopol stehen die letzten »ergründ tritt als bisher, ist nur natürlich: aup Re,(e bolschewistischer Truppen auf dem äußersten ällig ist die Abkehr von einem geroiffen ßi)ri5mu5, ew \ p Efi unä batSma5 Süd) ift Wnner ten bi- ,um 2. 3uli über 50 000 ©efangene gefunden, bie auch die notwendige Formbegabung eingebracht, 21 Panzerkampfwagen, 503 Geschütze, besitzen Auch in der Plastik trägt das folba» 662 Granatwerfer sowiö zahlreiche sonstige Waffen 'ische Motiv stärkere Akzente als bisher. Die Kriegsmaterial aller Art erbeutet oder ver- irabitioneUe Sonderschau gehört diesmal dem Ber- lin-er Altmeister Karl Seipel^nit seinen | JmSeegeblet vor der Krim versenkten Berlin, 3. Juki. (DNB.) Die im Bericht des OKW. genannten Angrifssoperattonen der deutschen und verbündeten Truppen finden in einem weiträumigen welligen Kampfgelände statt, das ost von kleinen Buschwaldstücken, teilweise auch von schwer zugänglichen größeren Waldungen durchsetzt ist. In zähem Angrissskampf wurden die feindlichen Stellungen, zu'deren Ausbau die Bolschewisten den gan- zen Winter über Zeit gehabt hatten, auf gerufen, wobei Artillerie und Luftwaffe der Infanterie und den Panzern den Angriff erleichterten. Der Widerstand der Bolschewisten wurde durch erbitterte Gegenangriffe feindlicher Panzer-Brigaden vergeblich unterstützt. In den sich entwickelnden Panzerkämpfen bewiesen die deutschen Panzertruppen immer wieder ihre Ueberlegenheit. Außer den gemeldeten 100 ab- ge chossenen Panzern vernichtete eine Angriffs- gruppe 20, eine andere 10 Panzer, wahrend an einer dritten Stelle noch weitere 17 Panzerkampf- 3n der Kolabucht wurden Kai- und Werftan- wagen vernichtet wurden. NMetzeM MzeW von einzelnen Nummern ** General-Anzeiger jur Oberhessen ..... päischen Kabinett machte. Man entsinnt sich, daß es anfangs der Franzosenkaiser Napoleon III. war, der wohl unter dem Eindruck romantischer Erinnerungen an den Aegypten-Feldzug seines größeren Oheims, aber auch in kluger Abwägung der Machtposition Frankreichs im Mittelmeer und im Vorderen Orient, dem Kanalbau seine Förderung zuteil werden ließ, während England ablehnend beiseite stand, ja den Bau mit allen Mitteln zu Hintertreiben suchte. Erst als es mit dem Kanal als unabänderliche Tatsache rechnen mußte, warf es entschlossen das Steuer herum. Als der Franzose Les- seps 1854 seine Konzession für den Kanal erhalten hatte, bauten die Engländer die Bahn von Alexandrien über Kairo nach Suez, sie wurde später weiter westlich bis Marsa Matruk verlängert und nach Osten über El Kantara nach Jerusalem geführt. Heute spielt sie für die militärischen Operationen in dem an modernen Verkehrswegen armen L-ande eine wichtige Rolle. Noch vor Fertigstellung des Suez-Kanals hatte England in aller Stille die Insel Perim besetzt, die den Südausgang des Roten Meeres sperrt. Und 1875 benutzte der Jude Disraeli, Premierminister der Königin Viktoria, die ständige Geldnot des prachtliebenden Khediven Ismail, um mit Hilfe des Hauses Rothschild die Mehrheit der Kanal-Aktien in den Besitz der britischen Regierung zu bringen. Eine weitere Folge der Finanzmisere des Khediven war die Einsetzung von englischen Finanz-„Beratern" in Kairo. Die Empörung des ägyptischen Volkes unter Arabi Pascha 1882 war das Bombardement Alexandriens durch die britische Flotte am 11. Juli, also vor fast out den Tag genau sechzig Jahren. Heute rücken von Westen her Gene- ralselomarschall Rommels deutsche und itülienische Panzertruppen in Eilmärschen auf die das Nildelta beherrschende Seefestung los. Nichts vermag wohl krasser den schnellen Wandel der Geschichte zu verdeutlichen. Damals folgte dem Bombardement Alexandriens die Landung britischer Truppen zur „Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung", die Besetzung Aegyptens und die Eroberung des Sudans. Und obwohl schon 1883 der britische Staatssekretär Lord Granville den übrigen Mächten mitteilte, daß die britische Regierung sich wieder aus Aegypten zurückzuzieheen wünsche, „sobald der Zustand des Landes und die Organisation geeigneter Mittel zur Aufrechterhaltung der Autorität des Khediven es gestatten", so ist dieser paradiesische Zustand doch in 60 Jahren britischer Herrschaft in Aegypten wenigstens nach britischer Auffassung niemals eingetreten, ebensowenig wie das indische Volk jemals reif für Selbstregierung geworden ist, so daß die britischen Truppen bis heute im Lande bleiben konnten, bis sie nun freilich unfreiwillig das Feld werden räumen müssen. Damals wurde der britische Generalkonsul in Kairo der wahre Beherrscher des Pharaonenlandes, und die Erklärung Aegyptens zum Protektorat im Dezember 1914 bestätigte nur formell einen Zustand völliger Abhängigkeit, wie er tatsächlich schon ein Menschenalter hindurch bestanden hatte. Nachdem Weltkrieg hat dann England aus Sorge vor dem erwachenden ägyptischen Nationalismus, der auf das im Kriege von England so laut verkündete Selbstbestimmungsrecht der Völker pochte, wieder auf die alte Taktik der Verschleierung seiner tatsächlichen Herrschaft zurückgreifen müssen. Die nationalistische Bewegung hatte in Zaghlul Pascha einen tatkräftigen Führer erhalten. Aus einer dreiköpfigen Abordnung, die am 13. November 1918 vom britischen Oberkommissär in Kairo sofortige Verhandlungen über die Unabhängrgkeits- erkläruna Aeggyptens forderte, ist die Wafd- Partei (das Wort heißt nichts anderes als Abordnung) entstanden, die künftighin der stärkste Faktor der ägyptischen Politik werden sollte. Zaghlul freilich wurde von den Briten verbannt, um den unbequemen Mahner loszuwerden, der in wenigen Tagen Hunderttausende zur Einzeichnung in seine Listen veranlaßt hatte. Aber am 15. März 1922 hob England das Protektorat aus und erklärte das Land zum konstitutionellen Königreich. Für Aegyptens Freiheit war damit nicht viel gewonnen. König Fuad I. stand unter dem zwiefachen Druck des bri- tischen Zwingherrn, der jede nationale Regung im Lande mit Argwohn beobachtete und des an Einfluß rapide zunehmenden ägyptischen Nationalismus, der die Regierungen des Königs zwang, die Vorbehalte, die sich England bei Aufhebung des Protektorats ausbedungen hatte, anzuerkennen. Im ersten Wahl- kampf nach Einführung der Verfassung 1923 gewann der aus der Verbannung zurückgekehrte Zaghlul Pascha 188 Parlamentssitze von 215 und wurde mit der Regierungsbildung beauftragt. Aber nach der Ermordung des britischen Gouverneurs im Sudan, des Sirdar Sir Lee Stak, im November 1924 trat Zaghlul bereits zurück, da er die britischen Sühneforderungen nicht erfüllen wollte. Nun wechselten die Kabinette in bunter Reihenfolge. Oberkommissar und König fanden sich in der Taktik, die Wafd-Partei von der Leitung der Staatsgeschäfte fernzuhalten. 1930 wurde die Verfassung aufgehoben, das Parlament ausgeschaltet und die Regierung dem König unmittelbar unterstellt. Erst 1935 wurde die alte Verfassung wiederhergestellt und Nahas Pascha, der Nachfolger des 1927 gestorbenen Zaghlul Pascha als Führer der Wafd- Partei, übernahm die Regierung. Er unterzeichnete im August 1936 den schon erwähnten Unabhängigkeitsvertrag mit England, zu dem dieses sich unter dem Eindruck des Aoefsinienkrieges und der britisch- italienischen Spannung verstehen mußte. Doch die britischen Truppen, die nur so lange in Kairo bleiben sollten, bis die neuen Kasernen im Gebiet des Suez-Kanals fertiggestellt seien, wurden sogar noch verstärkt durch britisches Militär aus Palästina. Nahas Pascha sah sich durch den Vertrag blohge- stellt. Die Wahlen von 1938 brachten der Hofpartei des Königs eine große Mehrheit, ein neues Kabinett ohne den Wafd wurde gebildet. Jetzt wurde die ägyptische Politik immer verworrener. Der junge König Faruk, der im April 1936 seinem Vater Fuad I. auf dem Thron gefolgt war, versuchte es in der Folge, mit und ohne die Wafd-Partei zu regieren. Das Land geriet von einer innerpoliti« schen Krisis in die andere, denn das- Hauptproblem des Landes, das trotz des Vertrages ungeklärte Verhältnis zu England, blieb eine schwere Belastung für jedes ägyptische Kabinett. Der neue Weltkrieg zeigte dann eklatant, wie weit Aegypten von einer wahren Unabhängigkeit entfernt ist. Der Ministerpräsident Ali Mäher Pascha, der die ägyptischen Truppen von der Westgrenze zurücknahm, um die Möglichkeit von Zwischenfällen mit den Italienern auszuschalten, wurde auf Betreiben Englands gestürzt, öein Nachfolger Sabry Pascha, der gegen den von England geforderten (Eintritt Aegnptens in den Krieg war, starb im November 1940 auf geheimnisvolle Weise kurz vor der Eröffnung des Parlaments, von dem England die ägyptische Kriegserklärung an die Achsenmächte erhoffte. Ebenso geheimnisvoll war der Tod des Kriegsministers, der ebenfalls ein Gegner des Kriegseintrltts gewesen war. Die folgende Regie- rung Sirry Paschas schwamm ganz in englischem Fahrwasser, mußte aber im Januar 1942 Nahas Pascha weichen, als sie ohne Zusümmuna des Königs die Beziehungen zu Frankreich aborach. Die Wahlen vom 24. März brachten der Wafd-Partei einen Karen Sieg. Doch Nahas Pascha, der Unterzeichner des Bündnisvertrages von 1936, betonte zwar, daß Aegypten nach wie vor nicht aktiv am Kriege teilnehmen werde, hielt sich aber im übrigen an den Vertrag gebunden. Aegypten gereit in eine immer schwierigere Lage, die auch wirtschaftlich für das Land verhängnisvoll wurde. Denn die Briten nutzten ihre Macht m Aegypten mit brutaler Rücksichtslosigkeit aus. Eiland hat in den sechs Jahrzehnten feiner Herrschaft Aegypten die Monokultur der Baumwolle aufge- zwungen, um den Rohstoffbedarf der Spinnereien von Lancashire unter allen Umständen sicherzustellen. Nachdem weite Flächen am unteren Nil ebenso wie im Sudan von Getreide, Reis und Tabak auf Öen Anbau von Baumwolle umgefteUt waren, mußte Aegypten einen großen Teil feines Getreidebedarfs elnführen. Zudem bedeutete jede Schwankung auf dem sehr krisenempfindlichen internatio= nalen Daumwollmarkt eine ernste Gefahr für die Bevölkerung Aegyptens, die zu 90 Prozent ihren Lebensunterhalt mit der Baumwollkultur verdiente. Zu Kriegsbeginn hatte nun England den Aegyptern die Abnahme der gesamten Baumwollernte versprochen, aber es fehlte sehr bald an Schiffsraum, sie abzutransportieren, und die Preise deckten nicht einmal die Produktionskosten. Zudem machte aus den gleichen Gründen die Einfuhr von Brotgetreide Schwierigkeiten. Die hohen Frachtsätze für die wenigen noch verfügbaren Schiffe trieben die Preise in die Höhe. Trotz dieser geradezu katastrophalen Versorgungslage des Landes beanspruchten die Briten für ihre auf ägyptischem Boden stehende Armee je schwieriger der Nachschub wurde und je mehr der immer knapper werdende Schiffs- raum für Kriegsmaterial benötigt wurde, um so mehr Getreide aus ägyptischen Vorräten, so daß heute das ägyptische Volk von einer schweren Teuerung bedroht ist. Zudem muß es fürchten, daß die Briten auf ihrer Flucht vor den Panzern Rommels nach dem von ihnen beliebten Rezept alle Vorräte vernichten und das Land, das sie gegen seinen Willen skrupellos zum Kriegsschauplatz gemacht haben, zu verwüsten. Nur das schnelle Vorrücken Rommels kann den Aegyptern ersparen, den Leidenskelch bis zur Neige zu trinken, den der britische Imperialismus für feine Opfer bereit hält. Der Sieg des neuen Ordnungsgedankens in der Wett, für den die Möchte der Achse mit den Völkern des europäischen Kontinents im Kampf stehen gegen Bolschewismus und Plutokratie, wird auch Aegypten die Befreiung von der britischen Herrschaft und damit erst die volle Unabhängigkeit brrnpen. Die andere Seite. Oer große Umschwung in Libyen in der Darstellung Churchills. Von unserer Berliner Schristleitung. Die UntekhaUsdebatte, die EhurchiEsde und das Abstimmungsergebnis mit 475 gegen 25 Stimmen über das Mißtrauensvotum find parlamentarische Schaustücke. Die Wirklichkeit ist allein auf dem Schlachtfeld. Darum halten wir uns auch nicht an die polemischen Mätzchen Churchills, sondern an ene Stellen seiner Rede, die gegenständliche Anga- >en enthalten. Diele dieser Angaben sind polemisch zweckbestimmt. Trotzdem ist seine Schilderung des ibyschen Feldzugs interessant, weil sie die Darstellung der „anderen Seite" ist. In diesem Sinn sei zunächst erwähnt, daß Churchill Über die Stärkeverhältnisse vordemKamps prach und erklärte, daß die rivaWerenden Armeen ungefähr je 100 000 Mann betrugen. Unter den Achsentruppen seien 50 000 Deutsche gewesen. Er uhr dann fort: „Unsere zahlenmäßige Ueberlegen- heit an Panzern stand vielleicht im Verhältnis von 7.5, an Artillerie beinahe 8:5. Bei der Artillerie branden sich mehrere. Regimenter mit Haubitzen neuesten Typs, die ein 55pfündiges Geschoß 20 000 Meter weit feuern können. Die alliierte Armee genoß während des ganzen Kampfes — ja selbst heute noch — diese (technische) Ueberlegenheit. Eine alliierte Offensive wäre in den ersten Junitagen in Gang gesetzt worden, wenn der Feind nicht zuerst zugeschlagen hätte. Wir wurden während des Kampfes derartig zugerichtet, daß wir keinen wirksamen Gegenschlag durchführen konnten. Am 4. Juni wurde ein solcher Versuch gemacht, doch durch einen (deut- schen Gegenangriff mit schweren Verlusten an Artillerie zurückgeschlagen. Der Schwerpunkt der Schlacht lag dann bei B i r Hacheim, wo wir den Beschluß faßten, die Garnison zurückzuzichen, obwohl dies zu schweren Verlusten führte. Dies war ohne Zweifel ihr Wendepunkt der Schlacht... Gewiß ist, daß Rommel und seine Armee Tag um Tag weiter zuschlug. Am 13. Juni stand die Schlacht gleich, doch änderte sich das am gleichen Tag. Am Morgen dieses. Tages besaßen wir etwa 300 Panzer; bei Ein- bru her Nacht blieben uns nicht mehr als 70, ohne daß der Feind entsprechend schwere Verluste erlitt. Was sich während der Kämpfe dieses Tages ereignet hat, weiß ich nicht." Churchill beziffert die englischen Verluste auf „mehr als 50 000 Mann", was ein sehr dehnbarer BegMf ist. Bis einschließlich 30. Juni haben die Engländer mindestens 60 000 Mann allein an Gefangenen verloren. Das neue Kampfgebiet jenseits der libyschen Grenze. In kühnem Nachfassen und Auswertung der erzielten (Erfolge haben die Truppen des Generalfeld- marschalls Rommel nach der Einnahme Tobruks und Marsa Matruks den Vormarsch in östlicher Richtung fortgesetzt. Marsa, zu deutsch „Hafen", Matruk, das in der Luftlinie 300 Kilometer von Alexandria entfernt liegt, war bis zur Einnahme Tobruks durch die Briten der Hauptnachschub-' Hafen und auch der Endpunkt einer strategischen Eisenbahn, die jedoch in der Zwischenzeit bis Sol- lum fortgeführt worden ist. Auch die Küstenftraße führte in ihrem Hauptteil bis zu diesem überaus wichtigen Punkt des britischen Verteidigungssystems. In östlicher Richtung folgen u. a. Gala! — unge-. ähr auf halber Strecke — und El Hammam, >0 Kilometer von Alexandria entfernt. Während es ich bei diesem Küstengebiet um Kulturland han- )elt — von den 900 000 Quadratkilometer des Königreichs Aegypten find nur 35 000 Quadratkilometer bebauungsfähig — stößt man in südlicher Richtung von Marsa Matruk in die Wüste. Den liebergang hierzu bildet die sogenannte „Kattara-Depres- f i o n", ein dürrer Landstreifen, der tiefer als der Spiegel des Mittelmeeres liegt und bei dem es sich mutmaßlich um einen ausgetrocknettzn Salzsee handelt. Der größte Hafen und Hauptstützpunkt der Briten in Aegypten ist Alexandria mit 680 000 Einwohnern, nach Kairo, das 1,3 Millionen Einwohner zählt, die zweitgrößte Stadt des Königreiches. Der Hafen, welcher die stärksten britischen Kriegsschiffe aufnehmen und eindocken kann, besteht aus einem kleinen Fischereihafen, dem 700 Hektar großen Außen- und dem 190 Hektar großen Binnenhafen, den eine 900 Meter lange Mole deckt. Ebenfalls zerfällt die Stadt in das mohammedanische Viertel auf der Landenge zwischen den Häsen und die Europäerstadt auf dem Festlande. Der strategische Wert Alexandrias wird durch einen Flugplatz erster Ordnung, durch britische Kasernen und Vorratslager unterstrichen — er ist der östliche Eckpfeiler der Verteidigung im Mittelmeer, wie Gibraltar den westlichen darstellt. Alexandria wiederum liegt als westlichster Punkt im ägyptischen Kernland im Nildelta, das mit Port S a i d und dem Suezkanal seinen östlichen Abschluß findet. Zwilchen beiden Städten finden wir an der Küste Aboukir, wo am 1. August 1798 die französische Flotte durch Nelson zerstört wurde, Rosette (25 000 Einwohner) und Damiette (40 000 Einwohner); Port Said hat etwa 125 000 Einwohner, es erhielt als Ausgangspunkt des Suezkanals und der parallel laufenden Bahnlinie seit 1869 steigende Bedeutung. Das Nildelta ist ein Gewirr von Flußarmen und Kanälen, Straßen und Eisenbahnlinien, an dessen Spitze die Hauptstadt König Faruks liegt: Kairo. Das ganze Reich hat fast 15 Millionen Bewohner, zu über 90 v. H. Aegypter überwiegend mohammedanischer Religion. Im Innern des Landes, soweit es im Bereich der gegenwärtigen Kämpfe ist, fei schließlich die Oase S i w a erwähnt, die rund 5000 Einwohner zählt und rund 150 Kilometer südostwärts der libyschen, im Vorjahre heiß umkämpsten Oase Giarabüb liegt. Sima ist der Knotenpunkt der Straßen nach Giarabüb, nach Sollum, Alexandria und, in östlicher Richtung führend, zum Nil. 3«n Igel deutscher Panzer. Von Kriegsberichter Hans Fritzsche. II. Das war der feindliche Einsatz gegen den Außen- rand unseres Igels. Ins Innere unserer kleinen Festung langte er mit schwerem Geschütz und Pak, mit Granatwerfer, Bomben und Kampffliegern. Es lohnte sich, dorthin zu fassen, denn hier standen unsere Geschütze und unsere Munitionswagen. Hier arbeitete ein vorgeschobener Hauptverbandsplatz, kochten Feldküchen und standen Reserven bereit zum Ab riegeln jedes Einbruches, wo er auch erfolgte. Sie hatte keine Häuser, diese kleine Festung. Sie bestand aus drei Waldstücken, die sich in einige Geländefalten einschmieaten. Dazwischen stand der Roggen auf einigen Feldern schon brusthoch kurz vor der Blüte, während Sonnenblumen, feldmäßig bestellt, noch arg im Rückstand waren. In dieser rriz- oollen Landschaft, in der es Ausblicke gab, die an bas mitteldeutsche Hügelland erinnern, hatte sich jeher so gut eingerichtet, wie er konnte. Der eine schlief im Wagen, ein paar andere hatten sich zu einer Zeltgemeinsck-aft zusammengefunden. Der meinte, sich an einem schönen Abend, warm in Decken gehüllt, auf den Waldboden legen zu können In diesem Land der ewigen Ueberraschungen mußte er schleunigst bei einem Gewitterregen seine fieben Sachen aus dem Schlamm ziehen und ein besseres Quartier suchen. Einige waren genial in Heinen Erfindungen. Rohmaterial dafür hatten die Bolschewiken zurückgelassen, die die Panzerooraus- abteilung vertrieb. So entstand aus einem vergessenen Autopolster und einigen Benzinkanistern im Handumdrehen ein Sofa. Eine Tragbahre, etwas erhöht, gab ein wunderbares Bett. Erne Axt, quer in einen Baum gehauen, wurde zum Toilettentisch mit Rasierspiegel in Augenhöhe. Dann aber haperte es, denn Wasser war knapp. Es war schlimmer als knapp, es war schmutzig. Nach 24 Stunden erschien es schon viel sauberer, aber auch am vierten Tag erschien es zum Zähne- putzen doch noch ungeeignet. Die Bolschewisten, die vor uns in diesem Waldstück gelegen hatten, hinterließen wahre Kunstbauten der Tarnung und des Splitterschutzes. Ein paar von ihnen müssen es sehr aemütlich gehabt haben, denn es zeigten sich in Gestalt von hinterlassenen Kleidungsstücken Spuren einer wenig holden Weiblichkeit, Die mitunter Kommissare begleitet. Das war in einem bombensicheren Fuchsbau im Inneren des Waldes. > Man begnügte sich mit den vorgefundenen Erd- löchern. Die deutsche Luftwaffe war ja auch mit Jägern und Kampffliegern so stark vertreten, daß man nicht mit allzu vielen Ueberraschungen aus der Luft zu rechnen brauchte. Dann freilich zeigte sich, daß die Bolschewisten den unerhörten Einsatz von Panzerkrästen auch so weit wie möglich durch die Luft zu unterstützen sich bemühten. Kaum schauten unsere Jäger einmal woanders nach dem Rechten, so kamen acht, zehn oder gar zwölf bolschewistische Bomber an geb rauft. Gewiß waren die deutschen Säger im Handumdrehen wieder da, gewiß sahen wir auch manchen Bolschewiken brennend abftürzen, aber ihre Last hatten sie oft genug schon abgeladen. So ließ man sich von den bolschewistischen Gefangenen, deren Zahl immer mehr wuchs, da urth dort einen Splittergraben ausheben, und mit einem Ohr hörte man tags und nachts nach dem deutlich zu unterscheidenden Dröhnen fremder Motoren. So machte man in ständiger Bereitschaft feine 1 Besuche bei dieser oder jener Formation. Hatte Keine Beruhigung in England und den LGA. Stockholm, 3. Juli. (Europapreß.) Die Londoner Presse läßt deutlich erkennen, daß Churchills Abstimmungserfolg im Unterhaus nicht gleichbedeu- tenh ist mit der Beruhigung seiner Kritiker. Alle Zeitungen sprechen davon, daß durch die Unten)aus« bebatte die Ursachen der Niederlagen in Nordafrika noch nicht aufgedeckt seien, und vor allem, die Regierung sich nicht mit dem Vertrauensvotum zufne. den geben dürfe. „Daily Herald" erklärt, bte Debatte habe nicht d c n Erwartungen des Volkes entsprochen. Es kenne immer noch nicht die Ursachen für das Durcheinander in Nordafrika. Die „Times" schreibt, das Par- lament habe trotz des Abstimmungsergebnisses ein unmißverständliches Verlangen nach vielen Veränderungen gezeigt. Die ,^Daily Mail" meint, der Nachdruck scheine noch immer auf der Quantität des Materials zu liegen. Dieser Krieg habe jedoch gezeigt, daß die Qualität maßgebend sei. Zahlreiche Protesttelegramme wurden, wie „Daily Telegraph" mitteilt, aus allen Teilen des britischen Empires an General Auchinleck in das Hauptquartier des Mittleren Ostens gesandt, ßorb Croft, der parlamentarische Unterstaatssekretär im Kriegsministerium, führte hierüber im Unterhaus Beschwerde und meinte, mit Protesttelegrammen könne man den Krieg nicht gewinnen. Der parlamentarische Unterstaatssekretär im Informations- Ministerium, Thurtle, hatte im Unterhaus Rede und Antwort zu Angriffen zu stehen, in denen man dem Kriegs- und dem Jnformationsminisierium vorwarf, ein zu optimistisches Bild der Lage in Nordafrika gegeben zu haben. Er sagte, daß man in Zukunft überhaupt keine Erklärungen mehr zur Lage geben werde. Die Rede Churchills wurde auch in den USA. mit großem Interesse ausgenommen, und vor allem in militärischen und politischen Kreisen ist man über einige Stellen dieser Rede äu ß e r st b e u n r u h i g t. Das Eingeständnis Churchills, daß der Fall von Tobruk völlig unerwartet kam, ferner, daß die Hilfs* quellen und Verstärkungen der Engländer in Nordafrika viel größer als die der Achsenmächte gewesen waren, bestärkt die zuständigen Kreise in den USA. in ihrer bereits feit langem vorhandenen Auffassung, daß bei dem britischen Bundesgenossen etwas nicht stimme. Nicht weniger bestürzt ist man über die hohen Gefangenenza hlen in Nordafrika, die Churchill bekanntgeben mußtp. Allgemein sei jetzt der Eindruck vorherrschend, daß durch die britischen Rückschläge in Afrika die Zukunft sehr ernst und sehr dunkel geworden ist. Neubildung des indischen Vottzugsraies. Ein Scheinzugeständnis der Briten. Stockholm, 3. Juli. (Europapreß.) In London und Neu-Delhi wurde gleichzeitig eine Reihe Veränderungen der Verfassung und Verwaltung Indiens bekanntgegeben. Danach wird her Vollzugsrat des Vizekönigs von Indien von 12 auf 15 Mitglieder erweitert. Die neu hinzugekommenen Mitglieder sind sämtlich Inder. Der Posten des neu- geschaffenen Verteidigungsministers im Vollzugsrat wurde dem indischen Mohammedaner Moon übertragen. Ferner wurde je ein Inder als Vertreter im britischen Kriegskabinett und im Pazifik-Kriegsrat vorgesehen. Dieses scheinbare Zugeständnis an die Inder, das deren Forderung auf Üebertragung der Verantwortung für die Verteidigung Indiens erfüllen soll, hat aber keinerlei praktische Bedeutung, da General W av elf als Oberbefehlshaber der bri* man am Morgen noch Minuten gebraucht, um aus dem Beiwagen eines Motorrades herauszukommen oder, die langen Beine faltend, sich wieder hinein- zusetzen, dann fuhr man mittags wie ein geölter Blitz aus dieser Wanne heraus, wenn die ersten Geschosse her Bordkanonen eines bolschewistischen Fliegers platzten. Und mit ungeahnter Geschwindigkeit war man aus einem Kübel heraus, wenn eine Kette von Sowjetbombern gerade ausklinkte und man ihre Grüße schon^ fallen sah.xGewiß ging es nicht ohne Verluste ab, aber was waren diese Verluste an Menschen und Material gegenüber den Lücken, die Hunderte und aber Hunderte von Stukaeinsätzen drüben rissen! Und als einmal Munition knapp war, da schwebten nach kürzester Frist die Tonnen! mit allem Notwendigen an Fallschirmen in unsere Festung hinein. So kam es, daß sich in dieser Festung ohne Häuser, in her es immer irgendwo knallte, bas Leben! einer Stadt entwickelte. Hier brummte ein Motor, her Strom erzeugte für Sendung und Empfang des Funkwagens. Dort lief ein anderer, um das Lickst für unser Krankenhaus zu spenden, einen geräumigen Lastkraftwagen, in hem mehrere Sanitätsoffiziere alles für ihre erfahrenen Hände Notwendige mit sich führten. Kam über das Fernsprechnetz, das alle Teile unserer „Siedlung" miteinander verband, ein Hilferuf, so fuhren im selben Augenblick Äran* kentransportwagen los, um Verwundete unverzüglich in ärztliche Behandlung und kundige Pflege zu bringen. Manch eine böse Verletzung wurde durch diese schon nach Minuten einsetzende Fürsorge entscheidend günstig für ihre Heilung beeinflußt. Sehr bald schon ist die Möglichkeit gegeben, die so fürs erste versorgten Verwundeten vom vorgeschobenen Hauptverbandsplatz zurückzutransportieren. Denn die belagerte Festung, die sich so gar nicht belagert fühlt, hat bald eine immer festere Verbindung zu dem Brückenkopf, von dem aus ihre Besatzung zum Vormarsch gestartet war. Wo wir beim Vorstoß noch unmittelbar neben her Straße sich Bolschewiken in Erdlöchern ducken sahen, ohne uns die Zeit zur Säuberung nehmen zu können, hat deutsche Infanterie gründlich ausqefämmt. Wir selbst dehnen das Dorseld unserer Festung immer weiter aus, wobei nur her Weg nicht verstopft Werder darf, auf dem uns Stalin' die letzten Produkte seiner sichtbar geschwächten Kriegsindustrie und immer kürzer ausgebildete Offiziere und Mannschaften entgegenschickt. Langsam nur und allmählich versickert her erst so reißende Strom her bolschewistischen Angriffe. Erst als nichts mehr zu erben und nichts mehr mitzunehmen ist, wird die bolschewistische Riegelstellung, nicht von vorn über die Todesäcker her bolschewistischen Panzer, sondern weit ausho- lend von der Seite her genommen. Nach sechs Tagen siegreichen Kampfes gegen einen an Zahl weit überlegenen Gegner zieht eine stolze Panzerdivision durch Dörfer, deren Bewohner das bestätigen, was mir schon lange wußten: Die Solda- ten jeder bolschewistischen Truppe erklärten nach der ersten Gefechtsberührung mit den Deutschen, cs habe ja doch keinen Zweck, man komme gegen frte* sen Gegner nicht auf! n USA. .. or allem ton über ^uhigt. | 5ail von die Hilfs. . in Nord, ie gerne« e in den handenen sgenoffen , estürzt ist ! in Nord- allgemein • durch die ift sehr ates. iten. 3n Lon« ine Reihe Itung In« ollzugsrat 15 Mit« 'ommenen tdes neu» ters tm mmedaner Inder als ;skabi« orgesehen. ^ndsr, das erantrvor« n soll, hat eutung, er der bri- t, um aus ,zukommen >er hinein« >in geölter ersten Ge» scheu Me- hwindigkeit eine Kette und man tq es nicht fe Verluste nn Lücken, Stukaein» ition knapp )ie Tonnen i in unsere ohne hau« das Leben ein Motor, npfangdes i das Lnht n träumt, anitätsow' • notwendige echnetz.^ er verbano, Mck Kran. . nnverM. > Pflege M ,urd° d»°» irlorge M hi, ie*6en. t* °°m °°T L können- km!rte. | * De. I n dez ’i jnmer Hernan- H? H >>« «in 1 j«ränbe. 1 «H der Na. * gezeigt, I ^n, wie 1 'len des ; i in das ? dt, Lord tetärim i Verhaus ! kommen r parla« 'J potionss * ^e und nan dem " vorwarf, ^rdafrika Zukunft ‘ mehr Theater der Universitätsstadt Gießen. Hermann Sudermann: »Heimat". Sudermanns drittes Schauspiel aus dem Jahre 1893 wurde einer der größten und dauerhaftesten Erfolge, die er überhaupt erlebt hat; das hat die Wiederentdeckung durch den Film, deren es an und für sich nicht bedurft hätte, bestätigt. In der „Heimat" ließ er das Motiv des schwankenden Ehr« begrifss aus seinem dramatischen Erstling noch einmal anklingen, aber nicht mehr in der naturalistischen Gegenüberstellung von Vorderhaus und Hinterhaus, sondern die Auseinandersetzung wird innerhalb einer sozialen Schicht, innerhalb eines Standes und zwischen zwei blutsverwandten Generationen ausgetragen. Das seit dem ausgehenden Mittelalter beliebte, immer wieder abgewandelte Motiv vom verlorenen Sohn erscheint bei Sudermann jetzt mit umgekehrtem Vorzeichen: er schrieb in der „Heimat" das in der Wirklichkeit settener vorgebildete Drama der verlorenen Tdchter; es vollzieht sich in der Auseinandersetzung eines unbürgerlichen Menschen mit einer bürgerlich und standes- mäßig sehr festgefügten Umwelt: so wird man in der „Heimat" auch das ebenfalls alte Motiv des Künstlers wiederfinden, der sein Leben nach anderen Maßstäben und Gesetzen zu ordnen gelernt hat, als sie „daheim" üblich sind. Der Umstand, daß dieser Mensch, die Offizierstochter und Sängerin Magda Schwartze, im Grunde trotzdem noch immer in der heimatlichen Umwelt wurzelt und sich in langen Wander- und Reifejahren jedenfalls nicht völlig aus ihr zu lösen vermocht hat, bildet den tragischen Kern des Schauspiels; daß die Heimkehrende so, wie es hier geschieht, in ihrer weiblichen Würde getroffen und gedemütigt wird, ist eine mehv äußerlich-theatralische als innerlich notwendige Ueberhöhung und Verschärfung des Konflikts, wenn man will: ein raffiniert Angeführtes Suggestivmittel der Wirkung auf das Publikum. Endlich muß auch wohl dies noch in Erinnerung gebracht werden: inmitten der Hochblüte des neuen naturalistischen Stiles erschien mit der Heimat" ein Stück, das seiner Machart nach so unnaturalistisch wie möglich war; man hat es eine Mischung aus Realismus und altem Theaterapparat genannt und hat auch bis zum Ueberdruß auf das Vorbild der französischen Schule hingewiesen; man hätte sogar an Ibsen erinnern können. Aber „dramatisches Talent, obwohl es dem Deutschen nur allzu leicht wegen seiner formalen Natur verächtlich erscheint, ist kein Fehler an sich", bemerkt mit Recht Hans Naumann in seiner Literaturgeschichte. Es darf wohl noch deutlicher gesagt werden: hier bleibt nichts in der Zustandsschilderung stecken und es verläuft auch bei Sudermann nichts' auf naturalistische Manier im Sande. Hier ist, unter anderm, ein großartig gebautes Stück, das nicht vom Milieu lebt, sondern tischen Streitkräfte dem Vollzugsrat als Kriegsminister angehört. Daß sich die Inder durch diese Scheinzugeständnisse der Briten über deren wahre Absichten nicht täuschen lassen, geht aus Aeußerun- gen indischer Nationalistenkreise in Bangkok hervor, die erklärten, die von den Briten gewählten Personen dienten nur der Unterdrückung Indiens und seien nicht als Vertreter des indischen Volkes anzusehen. Indien werde sich nicht durch leert britische Versöhnungsgesten täuschen lassen, denn, wie alles andere bis jetzt, sei diese britische Geste zu we- n i g und komme auch zu spät. Umbesetzungen im Kommando der USA.-Kriegsflotte. Lissabon, 4.Juli. (Europapreß.) Das nord- amerikanische Marineministerium gab die Ernennung des Vizeadmirals Royal Ingersoll, des Chefs der Atlantikflotte, zum Admiral bekannt. Admiral Hart, der Befehlshaber der früheren Asien- flotte, wurde pensioniert. Die Asienflotte der USA. ist, soweit sie noch nicht von den Japanern vernichtet wurde, in die australischen Gewässer verbracht und mit den dortigen englischen und australischen Seestreitkräften vereinigt worden, so daß der Posten des Befehlshabers nicht wieder besetzt zu werden braucht. Im aktiven Dienst bestehen nur noch vier etatsmäßige Admiralsstellen. Weitere USA.-Admirale sind der Befehlshaber der Seestreitkräfte in den europäischen Gewässern, Harold Stark und Chester N i m i tz , der Chef der Pazifikflotte. — Zum Nachfolger des bisherigen Chefs des Stabes der Operationsabteilung der nordamerikanischen Armee, Generals Eisenhower, wurde Brigadegeneral T. T. Handy ernannt. General Eisenhower wurde Befehlshaber der nordamerikanischen Streitkräfte in Europa. Kriegsminister Stimson erklärte, daß bis Anfang September vier neue Infanteriedivisionen aeschaffen würden. Die Segelfliegerei würde ebenfalls beträchtlich entwickelt werden. Bolschewistische Lügenagitation um Sewastopol. Berlin, 3. Juli. (DNB.) Der Fall Sewastopols hat wieder einmal ein Musterbeispiel bolschewistischer- Lügenagitation geliefert. Am 14. 5. verkündete der Moskauer Nachrichtendienst: „Sewastopol ist heute für die Deutschen ebenso uneinnehmbar wie zu Beginn der Belagerung", und am 14. Juni schrieb die „Prawda": „Der Tagesbefehl ; ist: Nicht einen Schrittt zurückweichen. Dieser Geist ist stärker als die deutschen Waffen." Am 21. Juni hieß es in der „Jswestija", daß keine einzige der strategischen Aufgaben gelöst worden sei, die sich das deutsche Oberkommando an der Ostfront gestellt habe." . Und was sagte die bolschewistische Agitation am 1. Juli, nachdem ihre stärkste Festung gefallen war? „Unsere Kämpfer haben den Feind vor Sewastopol zum Stehen gebracht und ihn an manchen Stellen sogar zurückgedrängt." Am nächsten Tage schreit sie mit großem Stimmenaufwand in die Welt: „Der Feind berichtet von der angeblichen Besetzung Sewastopols. Das ist nicht wahr! Wenn aber — so heißt es dann kleinlaut weiter — Sewastopol in der nächsten Zeit besetzt werden sollte, so bedeutet sein Sieg eine Niederlage, und unsere an? gebliche Niederlage kann als Sieg betrachtet werden." Auf solch eine seltsame Logik kann man auch nur im Lager der „Alliierten" verfallen, die immer wieder der Welt die Meinung beibringen möchten, daß all ihre Rückzüge und Niederlagen für sie immer* nur Siege gewesen sind. Diese Sprachregelung ' haben die Bolschewisten von ihren plutokratischen Bundesbrüdern übernommen, aber damit kann man heute nirgends mehr Eindruck machen. Oer Ausnahmezustand im Protektorat aufgehoben. Prag, 3.3uli. 14. Sonntag, 5. 7., 8.30 Andacht und Abendmahl; 10 S.-Sch.; 20.15 Predigt. — Mittwoch, 8. 7., 20.15 Bibelstunde. Ich suche für meinen Privathaushalt eine fleißige WsgeWsln für alle vorkommend. Hausarb. Schr. Eilangeb. unter 2107 D an den Gieh. Anz. Gewissenhaftes, zuverlässiges Mädchen (noch schulvfl.), f. nachm. einige Stund.z.Beaufsichtigung eines 1 '/üähr. Jungen gesucht. - Frau Rudersdorf, Curtmannstr.37II Aeltere, ruverl. und erfahrene Hausgehilfin -.Führung eines frauenlos.Beam- tenhaushaltes gesucht. Schrrftl. Angeb. unter 03142 an den Gieh. Anz. Gießen (Goethestr. 42), den 2. Juli 1942. Die Beerdigung findet in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 03189 Oberschule für Jungen in Grünberg (Vollanstalt für Jungen und Mädchen) [Oberhessen Anmeldungen für das neue Schuljahr werden am Dienstag, 7. Juli, von 10 bis 13 Uhr im Direktorzimmer derSchule entgegengenommen. Vorzulegen sind: Geburtsschein, Impfschein und Abgangszeugnis. Aufgenommen werden in die 1. Klasse solche Kinder, die die Grundschule4% Jahre besucht haben; es können aber auch körperlich und geistig gut entwickelte Kinder nach dem Besuch der drei ersten Klassen der Volksschule ohne weiteres in der Oberschule angemeldet werden. Die Aufnahmeprüfung für Klasse 1 findet am Dienstag, dem 14. Juli 1942, um 8 Uhr statt* Der Oberstudiendirektor: Bürokraft mit kaufmännischer Bildung für Dauerstellung sof. gesucht Ludwig Fetzer, Gießen Schanzenstraße 3 2057 D Wir stellen, für einfache Lagerarbeit noch 2 bis 3 Frauen (Hausfrauen) für Beschäftigung für ganze oder halbe Tage ein. Vorzüstellen 2ob6D Hindenburgwall 10, Hinterh. WWll kann abgefahren werden. [03204 Wernerwall 33. Televhon 2802. Wo ist grauschwarz karierter Taftschirm mit Stahlstange stehen geblieb.? Wird sofort erkannt, da Hülle noch vorhanden. Gegen Belohn, oder and. mod. Schirm zurückzugeben. [03220 Wernerw.5HIr. Schuld!, geschiedener Mann, m. Kind, sucht zw. Heirat d. Bekanntschaft eines ev. Mädels bis z. 32 Jahren. Kriegerwitwe mit Kind ange- nehm.Diskretion Ehrensache. Zuschriften mit Bild unt. 03117 an d. Gieß. Anz. Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr.Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch Hart und schwer traf uns am 23. Mai die traurige Nachricht, daß mein heiß- geliebter, herzensguter, unvergeßlicher Mann, der treusorgende Vater seines über alles geliebten Kindes, unser lieber, treuer Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Onkel und Pate Johannes Hofmann Schütze bei einer Einheit, am 17. Mai im Osten, nach wenigen Tagen im Feindesland, beim Einsatz durch einen Unglücksfall infolge feindlicher Einwirkung im Alter von 37 Jahren den Heldentod gefunden hat. Sein Herzenswunsch, die Heimat und seine Lieben wiederzusehen, ging nicht in Erfüllung. In tiefem Schmerz im Namen aller Hinterbliebenen: Frau Eliesabeth Hofmann, geb. Pfaff, und Kind. Nordeck, im Juni 1942. täglich von 18 V2t-22 Uhr gesucht. [03200 Bahnhof- Gaststätten Gießen. Saubere Putzfrau tägl. 2-3 Stund, gesucht. [03210 Frau Cermak, Aulweg 62. |Stellengesuche| Hauptwachtmstr. der Schutzpolizei a. D., 53 I. alt, sucht Vertrauensposten. Schr. Ang. unt. 03215 a.d.G.A. Für Landhausbalt wird während des Sommers k geeignete Hilfe für Halbtagesarbeit gesucht, ^-vchr. Ang. unt. 03181 a.d.G.A. KleineAnz eigen im Bießener Anzeiger werden von Taufenden beachtet und geleiea. Für Berlin, arbeitsamtl. genehmigt, suche f.mein.Haushalt yWgeWflll DirektorBöhme, zur Zeit Bad-Nauheim, ^-chuckardts Privathotel,wo auch vers. Rücksvr. erwünscht» (2106D Zahlungen. Wtr vergüt 3% bxw. !•/«% Zinsen. Lassen Sie sich kostenlos und unverbindlich beraten, auch über 2 wichtige Fräsen: 1. In welch. Zeit kann ich dasGeld für Hausbau od-Haus- kauf erhalten? 2. Wie hoch ist die gesetzt Steuerermäßigung ? LeonUrger Bausparkasse Ä.< le Leenberg bei Stuttgart 1*6 metieder .WM. 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Ü 4 Fortsetzung. doch ein Bild vom Marktplatz aus dem Jahre 1840, das die Petroleumlampe an einem Draht über der Straßenmitte zwischen dem Faberschen und den» Rühlschen Hause hängend zeigt. Herr Carl Faber als alter Gießener und seine Frau, die aus dem Hankelschen Hause in der Neuen Bäue stammt, erzählten uns, daß die an dem Draht quer über die Straße hängende Lampe allabendlich mit einer Winde herabgelassen, mit Petroleum gefüllt und an* gebrannt, dann wieder hochgekurbelt wurde, um nun als spärlicher und doch gern begrüßter Richtpunkt in der Finsternis zu leuchten. Wo keine Möglichkeit gegeben war, die Petroleumlampen in gleicher Weise wie am Marktplatz zwischen zwei Häusern hängend anzubringen, namentlich in den Straßen am 'Stadtrand, waren sie auf Laternenpfosten als Stehlampen befestigt. So lebte man in Gießen bis zum Winter 18-56, in den Außenstraßen sogar noch etliche Jahre länger, bei der Petroleumbeleuchtung der Straßen. Den für die damalige Zeit außerordentlich bedeutsamen Schritt vom Petroleum zum Gas erlebte die Stadt Gießen im Winter 1856. Am 17. September 1855 war zwischen drei Unternehmern, an deren Spitze ein Engländer, der Zivilingenieur John T e b a y aus London, stand, der die Gebrüder B e n k i s s e r , Hüttenwerkbesitzer in Pforzheim, und Ludwig August Ried ing er, Fabrikbesitzer m Bayreuth, als Mitunteryehmer vertrat, einerseits, Die meisten Volksgenossen von heute können sich das nächtliche Bild unserer Straßen — allerdings nicht jetzt in der Kriegszeit mit ihrer absoluten Verdunkelung, sondern in Friedensjahren beim Scheine des Laternenlichts — im kargen Lichtschimmer von Petroleumlaternen, die immer nur in Abständen von etwa 100 bis 150 Metern standen, gar nicht vorstellen. Die strahlende Helle der elektrischen Glühbirnen mit je 300 bzw. 500 Watt in Abständen von etwa 50 Meter ist für sie eine Selbstverständlichkeit auf dem nächtlichen Heimwege. Die „älteren Semester" sehen allerdings vor ihrem geistigen Auge noch den Laternenanzünder^mit seinem Leiterchen unter dem Arm durch die Straßen wandern, an jedem Laternenpfahl auf der Leiter emporklimmen, das Fensterchen des kleinen Glashauses der Petroleumlampe öffnen, das Schwefelhölzchen am Hosenbein anstreichen und den petroleumgetränkten Docht anzünden, worauf er das Glastürchen des Laternenhauses sorgfältig wieder verschloß und von dem Leiterchen herabkletterte, um an der nächsten Laterne seine zeitgemäße Tätigkeit erneut zu beginnen. So ging die Tätigkeit der nächtlichen Straßenbeleuchtung jahrzehntelang in vielen deutschen Städten vor sich. An diese Zeit der Großväter bzw. Urgroßväter wurden wir dieser Tage erinnert, als uns ein altes Dokument aus Gießen vor Augen kam. Es stammt aus dem Jahre 1805 und hat folgenden Wortlaut: Bekanntmachung. „Ja, allerdings! Aber wie kommt das Ding in deine Wohnung?" Ja, siehst du, ich habe eben aufmerksame Freunde? Ich habe den Wunsch geäußert, deinen Entwurf zu sehen, und sofort habe ich diese Kette dreimal geschenkt bekommen?" „Was soll das heißen? Drei solche Ketten .. ?" „Nein, eine — immer dieselbe — aber von drei verschiedenen Leuten." „Wieso? Was heißt das? Wer hat das Recht, dir solche Geschenke zu machen??." Er vergreift sich im Ton — mit einem solchen Ton darf er keine Erklärung von ihr verlangen, die sie ihm noch eben, in bester Laune geben wollte. „Jeder!" sagt sie kühl und fest. „Jeder, dem ich das Recht zugestehe! Bist du etwa anderer Ansicht? Du spielst dich auf wie ein eifersüchtiger Ehemann! „Ich spiele mich nicht auf!" schreit Detlev wütens „Und ich habe kein Recht, eifersüchtig zu sein, ich weiß es. Ich bin nicht dein Ehemann, und ich werde es auch niemals werden, ich weiß es! Ich habe überhaupt keine Rechte, denn ich bin ja — im Augenblick wenigstens — nicht imstande, dir solche Geschenke zu Füßen zu legen! Noch dazu dreimal! Was heißt das überhaupt, du hast sie dreimal bekommen? Willst du mir nicht erklären ...? Nein, du willst nicht, ich weiß, ich weiß! Du hast ja auch gar keine Veranlassung dazu? Daß mir uns einmal ganz gern gehabt haben, das spielt ja weiter keine Rolle'" „Bitte schrei nicht so!" sagt Katta blaß bis in die Händen erdrosseln!" „Ich verbitte mir das!" „Das glaub' ich! Aber das wird mich durchaus nicht hindern! — Weshalb 'bin ich überhaupt gekommen? Ein Wahnsinn ist es, ein Wahnsinn." Er greift nach Hut und Mantel, die wie üblich aus einen Sessel geworfen sind. „Also viel Vergnügen mit all deinen Verehrern! Mit Gerd Hosfstede, mit Herrn Sierinck, und mit dem dritten, dem ich daL Genick umdrehen werde! Auch ohne deine gütige Einwilligung! Denn die beiden andern — die nehme ich nicht ernst, aber ich werde„ auch den dritten herausbekommen. Also, ich gehe!" Wenn ein Mensch in drohendem Ton die Worte „Ich gehe" hervorstößt, so bedeutet das, daß er darauf wartet, zurückgehalten zu werden. Das weiß Katta auch. Aber sie ist müde, sie hat keine Lust mehr zu weiteren Auseinandersetzungen. „Gleichfalls viel Vergnügen!" sag^ sie kühl. (Fortsetzung folgt.) lichkeit, mit der Sie mich empfangen, unb, für die Geduld, mit der Sie mich angehört haben!" ,Oh, bitte!" Ein Zucken geht um ihre Nasenflügel, um ihre Mundwinkel, indem sie ihm die Tür öffnet. 28. Die Obst- und Gemüseversorgung. Durchführungsbestimmungen des Landesernährungsamtes Hessen.—Sonderregelung für Haus- und Schrebergärtner, Erntehelfer und Bahnsendungen. Im Bericht dos Oberkommandos-der Wehrmacht -om 2. Juli wurde mitgeteilt, daß sich im Seege- : iet von Sewastopol auch die Verbände des deut- chen Korvettenkapitäns B i r n b a u m besonders iusgezeichnet haben. Korvettenkapitän Friedrich Karl Birnbaum ist geborener Oberhesse, der als Sohn des früheren kammerdirektors der Gräflich Solms-Laubachschen Hüterverwaltung am 19. April 1907 in Laubach ge- i oren wurde und seine Jugendzeit in Laubach und in Gießen verlebt Hal. Er besuchte zunächst das Hymnasium in Laubach, später das Landgras-Lud- loigs-Gymnasium in Gießen, wo er im Februar ! 925 das Matupum bestand. Dann trat er als Kadett bei der Kriegsmarine ein, war zu seiner Ausbildung u. a. auch auf dem später untergegangenen Segelschiff „Niobe" und machte die von unserer iiriegsmarine erstmalig nach dem Weltkriege durch- efüijrte große Weltreise auf einem Kreuzer mit. leb er diese Fahrt hatte er seinerzeit in Reisebrie- Ien an den „Gießener Anzeiger" berichtet, die durch hre anschauliche und fesselnde Schilderung allge- neines Interesse fanden. Nach seiner Rückkehr von »er großen Fahrt hatte er hier einen stark beachteten Vortrag gehalten. Er hat dann im Laufe der 3ahre in den verschiedensten Dienststellen der Ma- rine Verwendung gefunden. Die Tur ist noch keine Minute geschlossen, als sie wieder aufgeht. „ , f . .Hast du Besuch gehabt?" fragt Detlev Nehl im Eintreten. „Ist dieser Herr bei dir gewesen?/ „Ja." Das ist eine äußerst kurze und nicht sehr befriedigende Antwort. Detlev preßt die Lippen aufeinander Bor vier Wochen wäre es eine Selbstverständlichkeit gewesen, daß er weiter gefragt hatte: wer war das? Und was wollte er bei dir? Aber dieses Recht scheint man ihm nicht mehr einräumen ^„Wie^war's gestern auf dem Fest?" fragt er ohne be andere Anteilnahme. „Danke ... ganz nett ...du hattest wohl etwas Wichtigeres vor, daß du nicht kommen konntest? „Ich hab' dich auf dem Fest gesucht wie eine Stecknadel." Er preßt das Eingeständnis wütend heraus. „Aber die Gnädige war nirgends zu finden' Was ist denn das?" Er hat das Kästchen auf dem Tisch ein paarmal hin und hergedreht ehe er es öffnet, es ist keine Neugier, daß er schließlich den Deckel aufspringen läßt, er weiß überhaupt nicht, was er tut, er ist sehr mit seinen Gedanken beschäftigt, er ist im Zuge, Katta alles zu lagen:' wie er sie gesucht hat, wie er sie vermißt hat, daß er sich ein Leben nicht vorstellen kann, in dem er fie dauernd vermissen soll, und dauernd suchen, vielleicht wäre das alles aus ihm hervorgebrochen, wenn nicht sein-Blick plötzlich auf die Kette gefallen wäre. „Das ist doch ...! Wie kommst du denn Dein Entwurf, nicht wahr? Das wolltest du doch sagen?!" Ne W» M WfsW Am Dienstag, dem 7. Juli 1942, um 18.30 Uhr, spricht im großen Hörsaal der Ludwigs-Universität Vrof. Dr. hische von der Technischen Hochschule in Hannover im Auftrage des Berufserziehungs- verkes der DAF., Gießen, über: „Technische Anlagen und ihr Einsatz in den technischen Berufen . Verdunkelungszeit: 4. Juli von 22.47 bis 4.36 Uhr. 5. Juli von 22.46 bis 4.37 Uhr. Aus der Stadt Gießen. Das freundliche Gesicht. Man trifft es nicht immer an, das freundliche Besicht. Mancher erwidert einen verbindlichen Gruß ur knurrend. Hat er sich gar geärgert, so ist es rin Vergnügen, ihm in die Quere zu kommen. Er mn seine Umgebung tyrannisieren und gießt seine ble Laune selbst über die Friedfertigsten aus. >eine ständigen Anklagen richten sich gegen die Er- armlichkeiten und. Ungerechtigkeiten dieser Welt, in ?r er sich als einziges Exemplar tugendhafter /ohlanständigkeck wähnt. Gottlob gibt es aber nicht el seinesgleichen. Mehr sind schon vorhanden von ner Gattung, die den bekannten guten Kern in auher Schale bergen. Auch bei ihnen ist zunächst ichts von einem freundlichen Gesicht zu merken, sie ehen häufig mit gefurchter Stirn einher, aber der enner sieht aus vielen Fältchen und Runzeln doch en Schalk und die Gutmütigkeit. Zwischen jenen beiden Erscheinungen dehnt sich »ie zwischen zwei Polen das weite Feld all derer, Ire heute ein freundliches, morgen ein böses, jetzt n wehleidiges und dann wieder ein beleidigtes Besicht macken. Die Schwankungen ihrer Gemütserfassung spiegeln sich auf dem Gesicht getreulich Tiber, und wenn ihnen in der Morgenfrühe eine aus über die Leber gelaufen ist, so kann man och am Mittag die Aergerfalten um Mund- und Augenwinkel registrieren.'Derjenige, der sich dann i Freundlichkeit naht, bekommt oft eisige Ableh- ung wie eine kalte Dusche zu spüren. Für den Be- hauer ist es aufschlußreich, solche Gesichter zu stu- ileren, und wenn er seinen Studienobjekten immer leid) einen Spiegel vorhalten könnte, so würde v vielleicht mehr Erfolg erzielen als mit einem tortrag über den Nutzen der Fröhlichkeit. Denn cwöhnlich sind es nur geringfügige Dinge, näm- ch die kleinen Disteln des Alltags, die den Aerger ervorrufen und das bis dahin freundliche Gesicht in Mn Gegenteil verwandeln. Wir leben in einer Zeit, in der das freundliche Besicht unendlich viel aus dem Wege zu räumen crmag. Jeder weiß, wie wohltuend es ist, wenn er on einem Verkäufer froh begrüßt wird, jeder Keller empfindet dankbar die Annehmlichkeit, Gäste lit freundlichen Gesichtern in seinem Revier zu oben. Wer gut gelaunt ist, hat mehr vom Leben, :ud) wenn es mitunter Unbequemlichkeiten mit sich iringt. Dazu gehört allerdings guter Wille, aber ist er erst vorhanden, so kommt das freundliche Ge- cht von selber, und dieses wirkt wundertätig au: ie anderen. Darum sollte man danach streben, jetzt rft recht den Aerger nicht wuchern zu lassen, son- ern ihm kurzerhand den Garaus zu machen. Es chnt sich wirklich. * H. w. Sch. „Ich glaube nicht, daß ich Sie mißverstanden habe. So klug bin ich allerdings." Auch sie spricht wieder ganz ruhig, aber in ihrem Lächeln liegt ein bitterer Spott. „Ich will Ihnen gern die beruhigende Versicherung geben, daß ich Ihren kleinen Schwager ton mir fernhalten werde — noch ferner als bisher. Ich werde es in Zukunft auch vermeiden, mit . ihm an einem Tisch zu sitzen oder ihm ein freundliches Wort zu geben. Schon im eigensten Jntereye. -3d) habe Aerger genug gehabt." „Das bebaute ich aufrichtig. Und ich bin weit da- ;>on entfernt, ein solches Versprechen von Ihnen zu orbern." .. _ ., . , Wenn Sie es forbern würben, würbe 'ck es auch laicht geben. So. Unb nun stecken Sie endlich dieses Als vor nunmehro fünf Jahren Endesunterzeichnete Behörde einen Plan zur nächtlichen Beleuchtung der Stadt Giessen Entworfen, hat dieselbe, veranlaßt durch das Freywillige Anerbieten mehrerer hiesigen Einwohner, zur Bewürkung des zur An- chaffung der nöthigen Laternen nebst Zubehör er« ord erliche Fonds, eine Sudscription zu ein für allemal zu entridjtenben freywilligen Beyträgen eröfnet, und es hat auch diese Sudscription, der Erwartung welche man sich von dem patriotischen Eifer des hiesigen Publikums für alle und jede gemeinnützige Anstalten machen können, vollkommen entsprochen; dergestalt, daß dieses so nöthig als nützliche Jnstl- tui, längstens würde zu Stande gebracht worden seyn, fals nicht die Ausmittlung des zur Bestreitung der jährlichen Beleuchtung^- unb Unterhaltungs-Kosten erforberlichen Fonbs, den bisherigen Aufenthalt verursachet hätte. Da aber nunmehro ein solcher, das hiesige Publikum auf keine Weise druckender Fond ausgemittelt worden, unb die höchste Genehmigung Sr. Land- gräsl. Durchlaucht bes regierenden Herrn Landgrafen zu Hessen erhalten hat, mithin der baldigsten Ausführung des entworfenen Plans nichts mehr ifn Wege stehef, gleichwohl, seit der vor fünf Jahren zur' Anschciffung der Laternen beschehenen Subscription, in dem Personal der hiesigen Einwohnerschaft beträchtliche Veränderungen sich ereignet haben, indem nicht nur mehrere der Subskribenten theils verstorben, theils von hier weggezogen sind, sondern auch die hiesige Stadt seitdem eine beträchtliche Anzahl neuer Einwohner, zu deren patriotischem Eifer für ein so sehr gemeinnütziges Institut, man billig gleiches Zutrauen heget, gewonnen hat; als hat man sich bewogen gefunden, eine neue Subscription zu Anschaffung der Laternen samt Zubehör, zu eröfnen. So wie nun Endesunterzeichnete Behörde von dem rühmlichst bekannten Eifer der hiesigen Einwohner für alle Unb jede zum gemeinen Besten ad- zweckende Anstalten erwartet, daß ein jeder dieses, für die Sicherheit gegen Diebereyen unb sonstige llnorbnungen, für die Erleichterung der Arbeiten bei) Feuersgefahr, für die Bequemlichkeit und städtische Wohlänständigkeit überhaupt, in gleichen Grad zuträgliche Institut, durch einen freywilligen feinen Dermogensumständen angemessenen, ohnehin nur ein für allemal zu thuenden Beytrag, unterstützen werbe; so verspricht dagegen dieselbe ihrer Seits, nicht nur alles was in ihren Kräften stehet anzu- roenben, damit durch die zweckmäsigste Einrichtung dieser Anstalt, die Erwartung des Publikums bal- dialt befriedigt werde, sondern auch für die pflicht- mäfigfte und' nützlichste Verwendung der^Subscnp- tions-Gelder alle nur mögliche Sorge zu tragen. Giessen den 4ien December 1805. Landgräfl, Hessische Polizeydeputation dahier. Dieser Appell hatte den erhofften Erfolg. Die nächtliche Beleuchtung der Straßen durch Petroleumlampen wurde geschaffen. Leider konnten wir bisher nicht feststellen', von welchem Jahre ab diese Verbesserung zu verzeichnen war. Vor uns liegt fe- Ltui ein .. „Ich denke gar nicht daran/ „Soll ich es Ihnen vielleicht ins Haus schien'. Dann verursache ich wieder neue Komplikatio- Die ich gern vermeiden möchte. Ich habe keinen ii.ndern Wunsch, als daß Sie die Kette behalten — soweit ich überhaupt das geringste Recht habe, dar- iber zu verfügen." Wenn Sie nicht möchten, daß ich sie Ihnen zu- iteüe, bann werbe ich barauf Rücksicht nehmen und sie so lange verwahren, bis die Situation geklart rt. Hoffentlich benachrichtigen Sie mich dann, an raen ich bieses höchst lästige Ding loswerben kaum „Ich werde nicht verfehlen, Sie zu benachrichtigen!" Albrecht verneigt sich sehr förmlich. „Ader unb der Provinzialhauptstadt Gießen, vertreten durch den Bürgermeister D. Ebel unb den meinberat andererseits, ein „Gasbeleuchtungsvertrag der Stadt Gießen" abgeschlossen worden, der am 19. Februar 1856 die Genehmigung des Kreisamtes Gießen als Aufsichtsbehörde erhalten hatte. Nach diesem Vertrag „über die Beleuchtung der öffentlichen Straßen unb Plötze ber Stabt Gießen mittelst Leuchtgas nebst Herstellung unb Unterhaltung einer Gasbeleuchtungsanstalt", der zunächst auf die Dauer von 30 Jahren, vom 1. Oktober 1856 ob gerechnet, festgesetzt wurde, verpflichteten sich die drei Unternehmer mit dem Engländer an der Spitze „die zur öffentlichen Beleuchtung nöthige Gasfabnk und Röhrenleitung auf ihre eigenen Kosten und Gefahr herzustellen und zu unterhalten und die Beleuchtung der im § 4 näher bezeichneten Straßen und P atze zu übernehmen". Nach dem § 4 war „die öffentliche Gasbeleuchtung vorläufig nur auf denjenigen Straßen und Plätzen herzustellen, die in dem angehefteten Plane durch Fardeanlegung bezeichnet, jebod) nur insoweit, als dieselben gegenwärtig schon mit Del beleuchtet sind. Die Anzahl der öffentlichen Laternen wird auf 200 festgestellt, wovon nicht mehr als 30 Stück auf Eandelaber und die übrigen auf Wanbärmen aufzustellen sind. Sollte sich bei der Placirung der Laternen ergeben, daß weniger als 200 ausreichen, so ist die Stadtgemeinde berechtigt, die Zahl derselben bis auf 175 zu rebuciren . Nach Helfer mit sich führen, um sich bei polizeilichen Kontrollen über die Herkunft des Obstes ober Gemüses ausweisen zu können. 4. Inhaber von lanbwirtschaftlichen Grundstücken, Hausgärten, Schrebergärten usw., die ihren Wahnitz nicht in der Gemeinde haben, in der sich das Grundstück befindet, müssen sich, um Unannehmlichkeiten bei polizeilichen Kontrollen zu entgehen, von dem Bürgermeister der Gemeipde, in der das Grundstück gelegen ist, in Städten mit emgemein- beten Vororten von bem für das Grundstück zuständigen Polizeirevier, ober, falls fein Polizeirevier am Platze ist, von dem Ortsbauemsührer eine Bescheinigung ausstellen lassen. Bei der Beförderung des auf dem Grundstück geernteten Obstes oder Gemüses ist die Bescheinigung mitzuführen. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß hierbei auch die Inhaber von Grundstücken nur so viel Obst und Gemüse befördern dürfen, als zur Deckung ihres eigenen Haushaltsbedarfes erforderlich ist. Juristischen Personen (Gesellschaften usw.) ist es nicht gestattet, Obst ober Gemüse an ihre Mitglieder zu befördern oder zu versenden. 5. Die Reichsbahn nimmt nur Obst- ober Gemuse- senbungen an, bie durch eine Bescheinigung einer Dienststelle des Reichsnährstandes ausdrücklich zur Beförderung zugelassen sind. Zur Beförderung zugelassen werden nur Bahnsendungen, die durch Ver- sandverteiler in Ausübung ihres Gewerbebetriebes ober burch Bezirksabgabestellen, Sammelstellen usw. in Ausübung der ihnen übertragenen Aufgaben erfolgen, sowie Bahnsendungen von eigenem Obst ober Gemüse an Inhaber von lanbwirtschaftlichen Grunbstücken, bie ihren Wohnsitz nicht m der Gemeinde haben, in der sich das Grundstück befindet. Ferner sind Bahnsendungen von Obst ober Gemüse, die als Geschenksendungen an Angehörige erfolgen, bis zur Gesamtmenge von 5 kg Reingewicht pro Monat zugelassen. Die Bescheinigungen werden bei Bahnsendungen durch Versandverteiler, Sammelstellen usw. vom Gartenbauwirtschaftsver- band Hessen-Nassau, Frankfurt a, M., Taunus-An- läge 6, ausgestellt. " Bei Bahnsendungen von eigenem Obst ober Gemüse an die Inhaber von landwirtschaftlichen Grundstücken, bie ihren Wohnsitz nicht m ber Gemeinbe haben, in der sich das ©runbftüd be= findet, sowie bei Bahnsendungen von Obst oder Gemüse als Geschenksendungen an Angehörige erfolgt die Ausstellung der Bescheinigung durch den Ortsbauernführer der Gemeinde des Versandbahnhofs, in Städten durch die zuständige Kreis- oder Be- zirksbauernschaft. Die Bescheinigungen der Orts- bauernführer bzw. Kreis- ober Bezirksbauernschaften haben nur für den Tag der Ausstellung Gültigkeit. Der Nationalsozialistische Gaudienst Hessen-Naf- au teilt mit: Das Landesernährungsamt hat nunmehr in Aus- ührung der Anordnung vom 29. Juni 1942 Durchführungsbestimmungen erlassen, die etwa bisher noch bei den Erzeugern und Verbrauchern bestehende Zweifelsfragen klarstellen. Aus dem Inhalt der Durchführungsbestimmungen sind folgende Vor- chriften von besonderem Interesse: 1. Selbstgepflückte Waldbeerenfrüchte, wie Brombeeren, Heidelbeeren, Walderdbeeren unb Waldhiw- beeren sind sel-bstverstänblich frei; fie unterliegen nicht ben einschränkenden Bestimmungen der Anordnung. 2. Auch Hausgartenbesitzer, Schrebergärtner usw. können überschüssige Erzeugnisse,deren Erfassung durch Sammelstellen oder durch vom Gartenbauwirt- ckaftsverband zugewiefene Verteiler nicht möglich ist, ausnahmsweise unmittelbar an Verbraucher absetzen, falls der Verderb der Ware zu befürchten ist. In diesen Ausnahmefällen muß der Hausgartenbesitzer bzw. Schrebergärtner dem Empfänger eine Bescheinigung aus stellen, aus der Name und Anschrift des Gartenbesitzers (Schrebergärtners ufm.), Name unb Anschrift bes Empfängers, Menge unb Art der gelieferten Erzeugnisse sowie Ort und Datum der Lieferung hervorgehen müssen. Diese Bescheinigung, die nur für den Tag der Ausstellung gültig ist, dient dem Empfänger bei der Beförderung der Erzeugnisse als Bescheinigung bei etwaigen polizeilichen Kontrollen. Selbstverständlich werden falsche Angaben schwer bestraft. _ 3. Personen, die als Aushilfskräfte in der Ob stund Gemüseernte tätig sind (Erntehelfer), können bis zu einem bestimmten Höchstsatz Obst und Gemüse unmittelbar vom Erzeuger erhalten. Der Höchstsatz beträgt von jeder Obst- ober Gemuseart, für die Erntehilfe geleistet ist, für bie gesamte Erntetätigkeit 1 Kilogramm je Kopf der zum Haushalt des Erntehelfers gehörenden Personen. Der Arbeitgeber hat dem Erntehelfer für die geleistete Erntearbeit unb die Menge und Art der als Naturallohn gewährten Erzeugnisse eine Bescheinigung auszustellen. Der Erntehelfer hat die Bescheinigung bem Bürgermeister der Gemeinde, in der bie Erntehilfe geleistet würbe, in Städten mit eingemeinbeten Vororten dem für das betreffende Grundstück zuständigen Polizeirevier oder, wenn kein Polizeirevier am Platze ist, dem Ortsbauernführer, zur amtlichen Betätiqpnq vorzulegen. Der Bürgermeister (Polizeirevier, Ortsbauernführer usw.) wird sich durch Vorlage bes Lebensmittelstammausweises davon überzeugen, ob die dem Erntehelfer mitgegebene Menge dem oben erwähnten Höchstsatz der Zahl der Haushaltsangehvrigen des Erntehelfers entspricht. Auch diese Bescheinigung muß der Ernte- fopieren lassen, oder ob er sie seiner Schwester abgeschnackt hat, ich finde es durchaus ungehörig, daß du solche Dinge von diesem grünen Jungen an- nimmst! Milde gesagt ungehörig. Und der da eben von dir weggegangen ist, das war Herr 2n= brecht Sierinck! Das fällt mir jetzt ein — natürlich war er das! Oder willst du das etwa leugnen? „Ich habe weder Ursache, es zu leugnen noch es zu bestätigen." „Und gekommen ist er, um von dir die Kette seiner Frau zurückzuverlangen .... und nachdem er bas Vergnügen deiner persönlichen Bekanntschaft gemacht hat, hat er dich angefleht, fie zu behalten? Wirklich reizend! Das wäre also das zwecke Mal .. und bas dritte Mal? Ich werbe auch das herausbekommen ... und wenn es anders liegt als in diesen beiben Fällen, wo zwei Narren dir ihre unerwünschten Huldigungen aufdrängen — dann — dann — dann werde ich diesen Kerl kaltblütig mit eigenen Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35. p.Bergiß nicht, daß du in einer fremden Wohnung bist, wolltest du das nicht sagen? Ich werde mich bemühen, es nicht zu vergessen!" Er dämpft mühsam bie Stimme. „Ich brauche keine Erklärungen, ich kann mir das schon selber zusammenrelmen. Natürlich hast du die Kette von Gerd! Aber wie das nun auch zusammenhängt — ob er ste für dich ycckl Fohlen-Absatzveranstaltung in Gießen. Der Landesverband der Pferdezüchter von Hessen-Nassau, Sitz Frankfurt a. M., führte am gestri- aen Freitag seine erste zentrale Fohlen-Absatzoer- nnstaltunq in Gießen auf dem Marktgelände der .Dersteigerungsk>alle Rhein-Main durch, die nunmehr laufend hier stattfinden wird. Dor Beginn des Verkaufs wurden die Fohlen in einzelne Preisklassen eingeteilt. Zum Verkauf aus- getrieben waren 23 Kaltblut-Stutsohlen, 74 Kaltblut-Hengstfohlen, 6 Warmblut-Stutfohlen und 30 Warmblut^Hengstfohlen. Die Fohlen stammten zum größten Teil aus den Gebieten der Pferdezuchteroer- einigungen in Oberhessen, ferner waren mit ihren Fohlen die Pferdezüchter-Dereinigungen der Tier- zuchtamtsbezirke Biedenkopf, Westerwald. Limburg, Main-Taunus, Rheinhessen und Starkenburg vertreten Die Tiere waren in der Qualität guter Durchschnitt. Einige Spitzen-Hengstfohlen wurden vor Beginn der allgemeinen Absatzveranstaltung für die Hengst-Aufzuchthöfe angekauft. Sämtliche Fohlen wurden zu den vom Prsiskommisfar festgesetzten Stopp-Preisen abgegeben. Der Besuch der Absatzveranstaltung war außerordentlich stark, so daß die große Derste.gerungs- halle von Käufern und Verkäufern überfüllt war. Bei dem Massenandrang der Kaufinteressenten war es nicht allen möglich, gestern ein Fohlen zu erwerben. Weitere Fohlen-Absatzveranstaltungen werden in Gießen am 30. Juli, 5. und 26. September durch- geführt, so daß dann noch Kaufmogllchketten bestehen. ' , t M Bei der gestrigen Veranstaltung hat die Stadt Gießen durch Hergabe des großen Platzes und durch Aufstellung einer einwandfreien Lautsprecheramage, durch die die Ergebnisse beim Verkauf der Tiere überall hin klar verständlich gemacht werden konnten, sehr zum guten Gelingen beigetragen. Die erstmalige Durchführung dieser Absatzveranstaltung in Gießen hat sich in vollem Maße als Erfolg und gute Förderung unserer heimischen Pferdezucht erwiesen. dem § 11 dieses Vertrages waren „die Unternehmer verpflichtet, an den äußersten Grenzen der jetzigen Oetdeleuchtung eine Anzahl von vier Oellaternen auf ihre Kosten zu unterhalten und zu beleuchten und zwar 3 vor dem Neustädterthor. 1 vor dem Neuenwegerchor. Jedoch steht es den Unternehmern auch frei, dieselben mit Gas zu beleuchten". Zur Errichtung der Gasfabrik verpflichtete sich die Stadt im § 34 des Vertrages, „von ihrem Grund und Boden unmittelbar vor dem Neuenwegerthor auf der linken Seite der nach Grünberg führenden Chaussee (also dem heutigen Standort des Gaswerkes) den Unternehmern das zur Errichtung der Gasfabrik nöthige Gelände entweder zu 2 fl. pr. Klafter käuflich zu überlassen Vher zu 8 fl. pr. 100 Klafter jährlich auf die Dauer des Vertrags zu verpachtend Am 14. März 1856 wurde der Grundstein zu der Gasfabrik gelegt, zu deren Errichtung die Stadt den Betrag von 30 000 fl. vorschoß. Die Bevölkerung war am 18. Januar 1856 durch die Bürgermeisterei aufgefordert worden, zu dieser Beihilfe Kapital als Anleihe an die Stadt herzugeben. In einem Bericht im „Anzeigeblatt für die Stadt und den Kreis Gießen" Nr. 24 vom 22. März 1856 wird mitgeteilt, daß nach einer Ansprache des ausführenden Ingenieurs John Tebay der Grundstein von Bürgermeister Ebel „auf das feierlichste gelegt worden sei und die Teilnehmer in den Gasthöfen „Zum Einhorn" und „Rappen" den „Abend äußerst vergnügt, mit der größten Eintracht und Heiterkeit verbracht" hätten. Zum Schlüsse heißt es in dem Bericht: „Unsere Stadt wird ihre Wünsche m Beziehung auf eine Gasbeleuchtung bis nächsten Winter erfüllt sehen und rechnet mit Zuversicht auf das vollkommene Gelingen derselben, wie solches bekanntlich in Darmstadt, Würzburg, Coburg. Bamberg. Pforzheim und anderen Städten durch diesel- den Unternehmer der Fall gewesen ist." Im Sep- tember 1856 wurden die Interessenten von der Gie- ßener Gas-Gesellschaft aufgefordert, sich „eine Auswahl verschiedenartiger Muster-Lampen zur Gas- Beleuchtung" anzusehen, um dadach die Bestellung vorzunehmen. Unter dem 7. Oktober 1856 enthält das „Anzeigenblatt für die Stadt und den Kreis Gießen" Nr. 81 vom 8. Oktober 1856 eine Bekanntmachung der Gießener Gas-Gesellschaft, in der gegen „fortdauernde Beschädigungen der zur Gasbeleuchtung gehörenden Straßenlaternen" Stellung genommen und eine Belohnung für diejenigen ausgesetzt wird, die die Schadenstifter zur Anzeige bringen. Demnach scheint also die von Anfang Oktober 1856 ab durchgeführte Gas-Beleuchtung zunächst noch nicht bei allen damaligen Zeitgenossen die rechte verständnisvolle Würdigung gefunden zu haben. Jedoch wurde die Verbesserung je länger je mehr immer angenehmer empfunden, und sie setzte sich in zunehmendem Maße durch, da die Annehmlichkeiten gegenüber der Petroleumbeleuchtung natürlich nicht verkannt wurden. Als dann viele Jahre später noch der Gasglühstrumpf seinen Einzug hielt, war der Äeg des Gases auf der ganzen Linie voll- kommen. Etwas länger als ein halbes Jahrhundert beherrschte die Gasbeleuchtung das Feld. Dann wurde sie durch den Siegeszug der Elektrizität verdrängt. Im Zusammenhang mit dem Bau der Gießener Straßenbahn wurde im März 1909 vom Städtischen Elektrizitätswerk die Nutzbarmachung der Elektrizität zur Straßenbeleuchtung angeregt. Dem Vorschlag folgte bald die Tat. Die ersten Bogenlampen wurden im Frühsommer 1909 in der Marktstraße, auf dem Marktplatz, in der Mäusburg, auf dem Kreuzplatz, Kirchenplatz und Lindenplatz ausgestellt und an das elektrische Stromnetz angeschlossen. Die, Bewohner der Nachbarstraßen blickten nicht ohne gewissen Neid auf die mit der neuen Lichtquelle ausgestatteten Straßen. Eine Reihe von Eingaben an die Stadtverordnetenversammlung brachte die Wünsche der Bewohner der anderen Straßenzüge zum Ausdruck, ebenfalls an die neue Straßenbeleuchtung angeschlossen zu werden. Die Forderungen sanden verständnisvolles Gehör und bereitwillige Unterstützung. So kam es denn, daß der weitere Ausbau des elektrischen Straßenbeleuchtungsnetzes flott voranginq und immer mehr Straßen an das Stromnetz angeschlossen wurden. Einige Gaslater- nen in etlichen Nebenstraßen oder am Stadtrande konnten sich noch eine Zeitlang behaupten. Dann war es aber auch mit ihrer Herrlichkeit zu Ende, die elektrischen Bogen- und Hängelampen beherrschten nun uneingeschränkt das Feld. Bereits bis zum ersten Weltkriege waren die Hauptstraßen mit dieser modernen Beleuchtung versehen. Nach dem Kriege, und insbesondere in den letzten 15 Jahren, ist die Straßenbeleuchtungsanlage durch die Anbringung weiterer Glühlampen noch wesentlich verbessert worden. Gegenwärtig sind rund 1000 elektrische Straßenlampen vorhanden, in den Hauptverkehrsstraßen mit einer Lichtstärke von 300 bis 500 Watt. Unsere Vorfahren, die vor rund 135 Jahren noch Gelder sammelten, um zu dem kärglichen Petroleumlicht in den Straßen zu kommen, würden riesig erstaunt sein, wenn sie — natürlich in Friedenszeiten — unser nächtliches Stadtbild der Gegenwart sehen könnten. Mancher Kleinstadtzauber ist zwar mit den alten Lichtquellen dahingegangen, aber wir wollen uns doch an den großen Vorteilen und Annehmlichkeiten erfreuen, die uns in der Gegenwart auch auf dem Gebiete der Straßenbeleuchtung geboten werden. Rechtsanwalt und Notar Or. Spohr 70 Jahre alt. Am morgigen Sonntag, 5. Juli, vollendet Rechtsanwalt und Notar Dr. iur. Kurt Spohr sein 70. Lebensjahr. Geboren am 5. Juli 1872 in Jülich als Sohn eines Offiziers, des späteren bei den älteren Gießenern noch in bester Erinnerung stehenden Obersten a. D. Spohr, verlebte der Jubilar seine Jugend in Mainz, Straßburg und Gießen, machte im März 1890 am hiesigen Gymnasium unter dem damaligen Direktor Schiller das Maturitätsexamen, studierte an den Universitäten Gießen und Leipzig die Rechte, bestand im November 1893 in Gießen die juristische Fakultätsprüfung und im November 1897 die große juristische Staatsprüfung, um sich dann als Rechtsanwalt in Gießen niederzulassen. Hier in seiner zweiten Vaterstadt übernahm er die Anwaltspraxis des in den Staatsdienst übergetre- tenen späteren Senatspräsidenten Eduard Holzapfel. Am 12. Juli 1920 wurde Dr. Spohr zum No- tar ernannt, und zwar als Nachfolger des als Soldat im 1. Weltkrieg gefallenen Notars Römheld. Dr. Kurt Spohr ist ein hervorragender Kenner des Rechts, ein kluger, erfahrener Anwalt, der sich besonderer Wertschätzung erfreut. Er ist aber auch ein guter Kenner der deutschen Heimat, der alle ihre Gaue als Radfahrer in seiner Jugend durchfahren oder späterhin durchwandert hat und die er heute noch als vorzüglicher Photograph in künstlerisch erfaßten Lichtbildern festhält. So ist er auch seit Dezennien im Deutschen Alpenverem, dessen Zweig Gisßen-Oberhessen er als stellv. Zweigver- einsfuhrer angehört, ein begeisterter Alpinist und unermüdlicher Wanderer, der aber auch die europäischen Meere und Gestade auf mancher schönen, lehrreichen Seefahrt kennengelernt hat. Dr. Spohr ist ein Freund alles Schönen in der Kunst, insbesondere des Theaters und der Musik, deren eifriger Förderer er allezeit mar. So sang er im Akademischen Gesangverein lange Jahre als aktiver Sänger mit und erfreute als Solist oft die Hörer mit seiner schönen Baritonstimme. Seine musikalischen Werturteile als Kritiker sind geschätzt. Er ist vermählt mit der Geigenkünstlerin Hedwig Strache. Mit dem Kreise der Rechtswahrer verbinden sich viele Freunde des Jubilars in Stadt und Land, die ihm bei seinem Eintritt in« ein neues Lebensjahrzehnt herzliche Glückwünsche darbringen. Kür Tapferkeit vor öem Kemöe. Der Unteroffizier Robert Hofmann aus Gießen. Senckenbergstraße 23, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen im Osten mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Nachentrichtung von Beiträgen zur Angestelltenversicherung. Nach § 10 des Handwerkerversorgungsgesehes können Handwerker für die Zeit, in der sie selbständig gewesen sind, frühestens aber für die Zeit seit dem 1. Januar 1924, Beiträge zur Rentenversicherung der Angestellten nachentrichen. Durch diese Vorschrift war es vielen Handwerkern möglich, für sich die Wirksamkeit des Gesetzes um Jahre zurückzuverlegen. Nach Abs. 2 des § 10 erlischt das Recht, Beiträge nachzuentrichten, wenn der Handwerker berufsunfähig wird, das 60. Lebensjahr vollendet oder stirbt. Ferner war ursprünglich bestimmt, daß es nur bis zum 31. 12. 1941 ausgeübt werden kann. Dieser Termin ist durch die Durchführungsverordnung zum Gesetz über weitere Maßnahmen in der Reichsversicherung aus Anlaß des Krieges vom 13. 9. 1941 außer Kraft gesetzt worden, und zwar gilt auch für diese Frist die im § 18 des Gesetzes über weitere Maßnahmen in der Reichsversicherung aus Anlaß des Krieges vom 15. 1. 1941 enthaltene Vorschrift, daß die Fristen des § 1442 Abs. 1 und 2 der RVO., innerhalb deren noch Beiträge wirksam nachentrichtet werden können, frühestens mit dem auf das Kriegsende folgende Kalenderjahr ablaufen. Das ursprünglich bis zum 31. 12. 1941 befristete Recht der Nachentrichtung kann damit bis zum Ablauf des auf das Kriegsende folgenden Kalenderjahres ausgeübt werden. ~~ Gießener Dochenmarktpreffe. * Gießen, 4. Juli. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, % kg 180, Matte 30, Käse, Stück 8 bis 10, Kartoffeln, alte, 5 kg 47, Wirsing, grün, 17, Weißkraut 17, Gelbe Rüben, Bd. 18, Rote Rüben 15, Römischkohl 14, Erbsen 28 bis 30, Saubohnen 25, Salatgurken, kg 42, Blumenkohl, Stück 10 bis 55, Salat 5 bis 10, Ober- Kohlrabi 6 bis 9, Rettich 8 bis 10, Radieschen, Bd. 8, Zitronen, Stück 10 Rpf. * * Das Oberkommando der Kriegsmarine erläßt in unserem heutigen Blatte eine amtliche Bekanntmachung über die neu errichtete Marine-Artillerieofsizier-Laufbahn, auf die besonders hingewiesen wi^d. ** Gießener Konzertring. Als Ersatz für das Konzert von Vasa Prihoda, das zuerst wegen anderweitiger Inanspruchnahme des Künstlers im Protektorat auf den Mai verlegt worden war und dann wegen Erkrankung ganz ausfallen mußte, wurde der jugendliche Geiger Roman Schimmer für einen Violinabend am 9. Juli gewonnen. Gebürtig aus dem Sudetenland erhielt der Künstler den ersten Unterricht in feiner Heimat und besuchte danach das Dresdener Konservatorium als Schüler von I. Kratina. Von seinem 18. Lebensjahre an konzertierte er erfolgreich und unterbrach dann feine Konzerttätigkeit, um sich durch intensivstes Studium bei den hervorragenden Pädagogen I. Woiken in Berlin zu vervollkommnen. In den letzten Jahren, errang sich Roman Schimmer als Solist in vielen' Konzerten des In- und Auslandes den Ruf, einer der bedeutendsten und besten jungen deutschen Geiger zu sein, der mit einer glänzenden Technik Tiefe und Wärme der Interpretation vereinigt. Landkreis Gießen. A Lollar, 4. Juli. Am Montag, 6. Juli, feiert der älteste Einwohner von Lollar, Christoph R i n g l e b , Maurer- und Weißbindermeister i. R., seinen 8 9. Geburtstag in bester körperlicher und geistiger Frische. Der Jubilar geht noch täglich seiner Beschäftigung in Feld und Garten nach und ist für seine Angehörigen noch eine recht große Stütze. Das Zeitgeschehen verfolgt er als alter Soldat mit größtem Interesse. Er ist das älteste Mitglied Und Ehrenmitglied der Kriegerkameradschaft Lollar, der er nunmehr 50 Jahre angehört. Er zeigt noch das größte Interesse für den NS. -Reichskri eg erb und, indem er die Appelle und Zusammenkünfte der Kriegerkameradschaft Lollar besucht. So nahm er noch vor einigen Jahren am Reichskriegertag in Kassel teil. Dem alten Herrn gilt auch unser herzlicher Glückwunsch. — Am Sonn- tag, 5.Juli, findet das Wettkampfschießen der Kriegerkameradschaft Lollar seinen Abschluß. Allen Kameraden, denen es bis jetzt noch nicht möglich war teilzunehmen, ist am Sonntag Gelegenheit geboten, ihren Mann zu stellen. Kein Kamerad ist zu "alt, um das Gewehr in die Hand zu nehmen. Schießen ist Dienst am Vaterland. ' Vom Fußball. Aufstiegspiel zur Gau-Liga. Am morgigen Sonntag treffen sich in Gießen der Luftwaffen-Sportverein und der FC. Ravolzhausen zum Aufstiegspiel zur Gau-Klasse. Das Tref. fen beginnt um 14.30 Uhr auf dem Wald-Sportplatz. Es kann ein spannendes Spiel erwartet werden. „Rol-Weih" Frankfurt in Leihgestern. Am morgigen Sonntag empfängt die 1. Jugendmannschaft der Spielvereinigung 1926 'Leihgestern die gleiche der Sportgemeinde „Rot-Weiß" Frankfurt zum Rückspiel. Wie schon im Vorspiel in Frankfurt wird es auch in Leihgestern zu einem spannenden Treffen kommen. Dex Ausgang des Spiels ist offen. Vor diesem Spiel trägt die 2. Jugend ein Freundschaftsspiel gegen die 1. Jugend von Steinbach aus. Karisfgrudti Ze gleichen Preisen in Apotheken. Drogerien end dertb die Brünnenverwaltung Biskireben - Ruf 44 - erhältlich» Sonntag, 5. Juli 1942 4u/stie^s-fpiel zur 9a u-Xiga LSV.fließen ■ FC.Ravolzhausen Beginn: 14.80 Uhr Waldsportplatz 2101 D Hoffmann Deutschlands genialer Charaktertänzer mit seinem Ensemble Bella Verniet 1. Solotänzerin v. d. Hamburger Staatsoper und Staatstheater München Ed. Kozeschnlk Isolde Kauffmann Hllly Horvath Vera Vlchura Inge Stoffers Hans Fritsch Hans Günter Adersch begleiten an zwei Flügeln In