Donnerstag, 4-Juni W2 Gießener Anzeiger Zchristleitung und Geschäftsstelle: Gietzen, Zchulstrahe 7-9 (92. Jahrgang Nr. 128 Knchemr laglict), nutzer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener Z^amilienblütter Heimat imBild-DieScholle Bezuasvreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern mfolge höherer Gewalt vrühlscheUniversttatrdruckerelR. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8Vj Uhr desÄormittags Anzeig en-Preise Mr die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Familienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Nvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25%mehr Fernlvrechanschluk 2251 Drahtanschrift: /Anzeiger" Postscheck 11686 ftrankf./M. Eröffnung der Deutsch-Vulgarischen Kulturwoche Der Sauleiter empfing die bulgarischen Gäste. NSG. Die in der Gauhauptstadt Frankfurt am Main veranstaltete Deutsch-Bulgarische Kulturwoche wurde mit einem Empfang der bulgarischen Gäste durch den Gauleiter im Adolf-Hitler-Haus eröffnet. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger hieß die Vertreter des bulgarischen Volkes, an ihrer Spitze den Presseattache der bulgarischen Gesandtschaft in Berlin, P o p o f f, und den Oberbürgermeister der Stadt Sofia, Iwan off, sowie den Dräsidenten der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft, ---Gruppenführer General von Massow, herzlich willkommen. Er erinnerte dann an die traditionelle Sympathie, die beide Völker seit längeren Jahren verbindet, und die ihre Bewährung in der Waffenbrüderschaft Les Weltkrieges wie in der treuen Freundschaft des gegenwärtigen Ringens erfahren habe und erfahre. In einem politischen Rückblick brachte der Gauleiter die kameradschaftliche Haltung Bulgariens und seine Unterstützung, die es dem Reiche im Kampfe gegen die Söldlinge Englands auf dem Balkan gewährt habe, besonders in Erinnerung. Das deutsche Volk werde diesen Freundschaftsbeweis niemals vergessen. Die Deutsch-Bulgarische Kulturwoche in Frankfurt am Main habe in diesem Sinne die Aufgabe, die gegenseitige Achtung beider Völker durch die Erkenntnis ihrer kulturellen Leistungen zu verbreitern. Als eine der ältesten KulturzentrenDeutschlands sei sich die Gau- Hauptstadt daher der Bedeutung dieser Veranstaltung besonders bewußt. Der Gauleiter schloß seine Ausführungen mit den besten Wünschen für ein erfolgreiches Erreichen dieses gestellten Zieles. Auch der Presseattache der Bulgarischen Gefanü- schaft in Berlin, Popoff, verwies auf die freundschaftlichen Gefühle des bulgarischen Volkes zum Reich die über jeden Zweifel erhaben seien. Die Deutsch-Bulgarische Kulturwoche sei ein wertvoller Beitrag zum kameradschaftlichen Verhältnis der beiden Völker, der seine Wirkung nicht verfehlen werde. Der Empfang, der von musikalischen Beiträgen umrahmt war, schloß mit der bulgarischen Königs- Hymne und den Liedern der Nation. Nationalrat Agnino beim Gauleiter. NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger empfing den Vizepräsidenten der Confedera- zione Faszista dei Commercianti, Nationalrat Agnino, der an der Spitze einer Studienkommission des italienischen Einzelhandels eine Deutschlandreise unternimmt. Die zwischen den Organisationen des italienischen und des deutschen Handels entwickelten engen Beziehungen sollen durch Erfahrungsaustausch gefestigt werden. Der Gauleiter verwies auf die Bedeutung, die den Aufgaben des Einzelhandels bei der Sicherung einer gerechten, ordnungsgemäßen Verteilung von Wirtschafts- und Nahrungsgütern im gemeinsamen Kampfe der Achsenmächte gegen die Plutokratien zukomme. Die Lösung dieser Aufgabe sei eine wesentliche Voraussetzung zur Erringung des Sieges. Das Bewußtsein, hierzu durch planvolles Hanseln wesentlich beitragen zu können, habe den italienischen wie den deutschen Einzelhändler mit besonderem Verantwortungsgeist zu erfüllen. Nationalrat Agnino erklärte, daß ihm der bisherige Verlauf der Reise bereit wesentliche Eindrücke vermittelt habe, die für die Arbeit des italienischen Einzelhandels nutzbringend sein werden. Neuer deutscher Vergeltungöschlag gegen Canterbury. Oer Wehrmachibenchi. DJIB. Aus dem Führerhaupkquartier, 3. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m mittleren Abschnitt der Ostfront führten örtliche Angriffe zur Verrichtung einge- schlossener feindlicher Gruppen. Der Feind verlor in diesen Kämpfen über 1 5 0 0 Tote, 2000 Gefangene, 54 Geschütze, 287 Granu t w e r f e r und Maschinengewehre sowie drei Panzerkampfwagen und vier Flugzeuge. Ein überraschender feindlicher Angriff gegen den Abschnitt einer Division scheiterte unter hohen Verlusten. Aeber 400 Tote bedeckten das Kampffeld. 3m nördlichen Frontabschnitt dauern die heftigen örtlichen Kämpfe im Sumpfgelände des Wolchow an. Durch eigene Angriffe wurden wichtige feindliche Verforgungslinien abgeschnitten. Gegenangriffe des Feindes scheiterten, wobei unter Mitwirkung von Sturzkampffliegern 3 2 sowjetische Panzer zerstört wurden. 3n den Gewässern des Schwarzen Meeres versenkten Kampsflugzeuge aus einem sowjetischen Geleitzug heraus einen Tanker von 3000 BRT. 3m Hafen von Murmansk trafen Sturzkampfflugzeuge sechs große Fracht- und Transportschiffe mit Bomben schweren Kalibers. In der Feil vom 21.5. bis 1.6. verloren die Sowjets 6 10 Flugzeuge. Davon wurden 496 Flugzeuge in Lustkämpfen, 74 durch Flakartillerie und 14 durch Verbände des Heeres abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 53 eigene Flugzeuge verloren. 3n Rordafrika dauern die Kämpfe an. Die Stadt Canterbury wurde auch in der vergangenen Rächt mit Sprengbomben schweren und schwersten Kalibers sowie Zehntausenden von Brandbomben belegt. Bei 3agdvorstößen an der K a n a l k ü st e und Einflügen einzelner britischer Bomber im Schuhe von Wolken in das westliche Reichsgebiet verlor der Feind am gestrigen Tage durch 3agdabwehr und Marinearlillerke 20 Flugzeuge. Lin eigenes 3agdflugzeug wird vermißt. Die britische Luftwaffe unternahm in der Rächt zum 3. 6. Störangriffe gegen mehrere Orte Westdeutschlands. Größere Brandschäden, vor allem in Wohnvierteln und an öffentlichen Gebäuden, sind besonders in Duisburg entstanden. Rachtjäger und Flakartillerie schossen 14 der angreifenden Bomber ab. Während die britische Propaganda 20 000 Tote als Erfolg des Luftangriffes auf Köln angibt, ist festzustellen, daß als Opfer dieses Angriffes 200 Tote zu beklagen find. Ausgedehnte Brände. Schwere Schäden durch den neuen Vergeltung sangriff auf Canterbury. Berlin, 3. Juni. (DNB.) Bei wolkenlosem Himmel griffen die deutschen Kampfflugzeuge in mehreren Wellen die alte Bischofsstadt Canterbury in Südostengland an. Trotz des Einsatzes zahlreicher feindlicher Nachtjäger drangen die deutschen Kampfflugzeuge bis über den Stadtkern vor und lösten schwere und schwerste Bomben inmitten des Stadtgebietes aus. Bei günstiger Sicht beobachteten die Besatzungen der Kampfflugzeuge, wie in der Innenstadt und auch in der unmittelbaren Nähe der Kathedrale zahlreiche Bomben einschlugen und neue große Brände entstanden. Vergeblich versuchten die rings um die Stadt eingesetzten Flakbatterien durch heftiges Feuer aller Kaliber die ansliegenden deutschen Kampfflugzeuge von gezielten Bombenwürfen abzudrängen. Mehrere Stunden lang belegten die deutschen Kampflieger das Stadtgebiet' mit Spreng- und Brandbomben und riefen in dem schwer getroffenen Canterbury immer neue weit ausgedehnte Brände hervor. DtevrttischeLustwaffeverloramMittwoch weitere 24 Berlin, 3. 3uni. (DRV.) Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteill, erzielten deutsche 3 ä g e r am Wittwoch a m Kanal neue Erfolge im Kampf gegen die britische Luftwaffe. Als in den Rachmitlagsstunden ein gemischter Verband britischer Bomber und 3agdflugzeuge in den Raum um Cherbourg einzufliegen versuchte, wurde er schon vor Erreichen der Küste von deutschen 3agern in heftigen Luftkämpfen gestellt. Rach bisher vorliegenden Meldungen wurden 16 britische Flugzeuge aus dem feindlichen Verband herausgeschossen. Bei einem weileren Llnflug- verfuch wurden abermals acht britische Flugzeuge zum Absturz gebracht. Rach diesen schweren Verlusten brachen die Briten ihre Angriffsversuche ab. 3m Verlauf dieser Luftkämpfe errang der Ritterkreuzträger Oberleutnant Schnell mit vier Abschüssen seinen 58. bis 61. Luftfieg. Zeltlager südlich Tobruk bombardiert. Berlin, 3. Juni. (DNB.) In der vergangenen Nacht griffen deutsche Kampfflugzeuge vom Muster Ju 88 britische Kraftfahrzeugansamm- Flugzeuge. l u n g e n südlich von Tobruk sowie auf der Küstenstraße fahrende Wagenkolonnen mit Bomben an und nahmen in Tiefangriffen Zeltlager und fahrende Lastkraftwagen unter das Feuer ihrer Bordwaffen. Zahlreiche Kraftfahrzeuge wurden durch die Angriffe, die über eine Stunde Lauerten, schwer beschädigt. Oie Kämpfe in Nordafnka. Rom, 3. Juni. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht meldet u. a.: Der Erfolg, den Truppen der Achsenmächte im Gebiet von Got el Ua- l e b errungen haben, nahm größere Ausmaße an. Unter den Gefangenen, deren Zahl aus über 3000 gestiegen ist, befindet sich der Kommandierende General der 1. englischen Panzerbrigade. Auch die Zahl der erbeuteten Geschütze ist auf 128 gestiegen, die der Panzerspähwagen auf über hundert, die der Lastwagen auf etwa 200. In den Kämpfen zeichneten sich die deutschen Panzerdivisionen und die motorisierte Division „Triefte" aus. Feindliche Gegenangriffe wurden sofort zurückgewiesen. * Der in den beiden letzten italienischen Wehrmacht- benchten genannte Ort Got el Ualeb liegt tm Gebiet von Tobruk. Got ist ein arabisches Wort, ebenso wie Bir (Brunnen), Uadi (Fluß), Ain (Quelle) und bedeutet Ebene. Der Ausdruck ist sehr häufig im Gebiet der Marmarica (Got el Hamra oder Got Menar). El Ualeb ist eine Akazienart, Got el Ualeb bedeutet demnach ,Llkazien- ebene". Oas Eichenlaub für Oberfeldwebel Steinbah. Berlin, 3.3uni. (DRV.) Der Führer verlieh am 2.3uni dem Oberfeldwebel Leopold 5 f cin- bah, Flugzeugführer in einem 3agdgeschwader, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und Hal ihm nachstehendes Schreiben übermit- lell: „3n dankbarer Würdigung 3hres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich 3hnen als 96. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, gez. Adolf hitler." Oberfeldwebel Steinbatz wurde 1918 in Wien geboren. Schon in seiner Jugend war er ein begeisterter Segelflieger, der nach Beendigung seiner Schulzeit in ein Fliegerausbildungsregiment des ehemaligen österreichischen Bundesheeres eintrat. Als Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader bewährte er sich beim Kampf um Kreta. Im Dezember wurde ihm der Ehrenpokal des Reichsmarschalls für besondere Leistungen im Luftkampf verliehen, im Januar das Deutsche Kreuz in Gold. Nach seinem 42. Luftsieg wurde ihm das Ritterkreuz verliehen. Im Mal begann er mit dem Abschuß von sechs bolschewistischen Flugzeugen an einem Tage eine Serie stolzer Erfolge. Innerhalb von vier Wochen erhöhte er mit 35 Luftsiegen die Zahl seiner Abschüsse auf 83 und bewies auch Mut in zahlreichen Tiefangriffen auf Panzerkampfwagen und Kolonnen. Oie Berliner Geburtstagsfeier für Mannerheim. In Gegenwart zahlreicher Vertreter des Staates, der Partei und der Wehrmacht sowie von Soldaten und Verwundeten, die an den Kämpfen in Finnland teilgenommen hatten, fand im Haus Leb Flieger eine Veranstaltung zu Ehren des finnischen Feldmarschalls Mannerheim statt, der, wie schon ausführlich berichtet, am 4. Juni seinen 75. Geburtstag feiert. Der Präsident der Nordischen Verbindungsstelle, Dr. Draeger, und Generalleutnant Dittmar, der unter dem Feldtnarschall eine deutsche Division in Finnland befehligte, würdigten die Verdienste des finnischen Oberbefehlshabers. Der finnische Gesandte in Berlin, Prof. Dr. Kivimäki, betonte die Schicksalsoerbundenheit Finnlands und Deutschlands und das gemeinsame Interesse Europas an der Erhaltung der abendländischen Kultur im Kampf gegen den Osten. Oie Wiege des Ostjudeniums. Von Dr. R. Kommotz. NSK. Als der deutsche Soldat im Sommer des vorigen Jahres in die Westgebiete der Sowjetunion hineinstieß, La wird er kaum den Eindruck gewonnen haben, eine der großen Schicksalslandschaften der Erde zu durchschreiten. Wenig war hier zu sehen von Denkmälern der Geschichte, wenig geformt schien überhaupt das Land, wenn man es mit den alten Kulturgebieten in der Mitte oder im Westen Europas verglich. Wald, Sumpf, kümmerliche Siedlungen, endlose einsame Weite des Raumes. Und doch sind diese Gebiete für das Weltgeschehen der letzten anderthalb Jahrhunderte von einer Bedeutung gewesen wie kaum ein anderes Land. Der Raum etwa des Generalgouvernements und der östlich anschließende Teil der Sowjetunion bis zur Düna, dem Dnjepr und dem Schwarzen Meer ist die große Judenwiege der Neuzeit. Von hier sind alle die Wanderströme des Judentums ausgegangen, die sich nach Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Frankreich, Holland, Belgien, den nordischen Ländern, nach England, Südafrika und schließlich besonders nach USA., Kanada und Südamerika ergossen und die wirtschaftlich kulturelle und politische Entwicklung in diesen Ländern in einschneidendster Weise beeinflußt haben: Von diesem Lande aus hat die Weltgeschichte einen entscheidenden Stoß erhalten, eine Wendung von gefährlicher Tragweite. Der Erste Weltkrieg, die Knebelung Deutschlands durch Versailles, die Schaffung der Genfer Liga, der unheimliche Aufstieg des Bolschewismus, die Entwicklung der englischen und der USA.-Pluto- kratie — all das sind Ereignisse, die vom jüdischen Vorstoß zur Weltmachtstellung entscheidend mitbestimmt sind. Dieser Vorstoß aber ging aus von dem Gebiet zwischen der früheren deutschen Ostgrenze und der Düna, dem 2)njepr und dem Schwarzen Meer. Hier hat sich in vielen Generationen vorbildet, was im vorigen Jahrhundert aufbrach und überquoll, was mit einer beispiellosen Zähigkeit überall einsickerte, sich ausbreitete und schließlich an manchen Orten bereits alle Gegenkräfte erdrückte. Ohne das große östliche Judenreservoir, das unerschöpflichen Nachfchub lieferte, wäre für das Judentum seine Herrschaft im Novemberdeutschland ebensowenig möglich gewesen wie feine Vormachtstellung in der Sowjetunion uni) die immer umfassender werdende Beherrschung der westlichen Plutokratien. Es ist ein geschichtlicher Schritt ohnegleichen, wenn die Armeen derjenigen Macht, die den diametralen Gegenpol zum Judentum bildet und auf deren Vernichtung daher der jüdische Weltmachtvorstoß hinzielt, jetzt das Land besetzt haben, aus dem heraus das Judentum diesen Vorstoß ansetzte. Rückkehr der Amerikaner. Von unserem Dr. L.-Korrespondenten. Stockholm, Juni 1942. Eine der erfolgreichsten Erfindungen der englischen Propaganda ist die Behauptung, daß die Entstehung des britischen Reiches mehr oder weniger ein Ereignis des Zufalls sei und daß sehr beträchtliche Teile des Empires gleichsam gegen den Willen der Krone und ihrer Regierung in britischen Besitz gekommen seien. Die Welt, die in merkwürdiger Einfalt diese Geschichte als bare Münze nahm, war schon vor Generationen in der Vorstellung befangen, daß hin und wieder ein abenteuernder Engländer ein Stückchen Erde in Besitz nahm und dann später einer sehr widerwilligen Regierung zum Geschenk machte. Vereinzelt hat sich die Geschichte wohl auch einmal so abgespielt, aber derartige anekdotische Zufälle sind nur die eigenwilligen Begleiterscheinungen eines Werkes, welches nüchterner Planung und zielbewußtem Streben seine Vollendung verdankt. Daß aUenbiitgs die Form der Kolonisierung im 15. und 16. Jahrhundert eine andere war als diejenige, mit der unsere Großväter noch in letzter Stunde dem Reich einen Anteil an der Erschließung Afrikas sicherten, ist nur natürlich, wie der Wandel geschichtlicher Formen überhaupt. Schließlich darf auch bei der Betrachtung politischer und administrativer Methoden nicht vergessen werden, daß Temperament und Charakter eines jeden Volkes eine besondere Form verlangen. Aber wenn dies alles berücksichtigt wird, so bleibt doch die Tatsache bestehen, daß der erste Schritt zur englischen Kolonialmacht mit vollem Bewußtsein seiner Bedeutung getan wurde. König Heinrich VII. entsandte im Jahre 1497 „feinen viellieben John Cabot, um Länder und Gegenden zu finden, die bisher in der Christenheit unbekannt waren" an die nordöstliche Küste des soeben erst von Columbus entdeckten amerikanischen Kontinents. Der König war allerdings vorsichtig genug, die Gefahr und die Kosten dieses Unternehmens auf den Entdecker selbst abzuschieben. Und diesem Beispiel sind seine Nachfolger auf dem Throne in fast allen Fällen gefolgt. Aus dieser Verschiebung des Risikos ist dann allmählich die Auffassung entstanden, die Erbauer des britischen Weltreiches seien abenteuernde Privatleute gewesen, während fast immer der unsichtbare Schutz und die wachsenden Machtmittel der Krone hinter ihnen standen. Von einer Planlosigkeit der britischen Imperialisten kann man vielleicht erst von dem Augenblick an sprechen, als die koloniale Expansion abgeschlossen und ein Gefühl imperialer Sättigung erreicht war. Dieser Zeitpunkt fiel etwa mit dem Beginn des viktorianischen Zeitraumes zusammen. Im napoleonischen Krieg hatte England alle Ge- biete und Inseln besetzt, die ihm zur Abrundung seines Kolonialreiches erforderlich erschienen. Jetzt begann die Aufgabe der Konsolidierung, eine Ausgabe, die in wirtschaftlicher und militärischer Hinsicht auf Generationen gelöst wurde, während die politische Festigung des errungenen Besitzes nur scheinbar gelang. In Kanada, wo die Angleichung des starken französischen Bevölkerungsteiles damals so wenig wie heute gelungen war, kam es 1837 als Ergebnis lange währender Reibereien zu einem blutigen Aufruhr, nach dessen Niederschlagung die britische Regierung sich zur Einführung einer autonomen Verwaltung entschloß, die allmählich zu einer wirklichen Selbstregierung ausgebildte wurde und in der Verfassung von 1867 ihre gültige Form fand. Kanada ging als erste englische Kolonie den Weg, den später auch die anderen Dominions einschlugen und auf dem mindestens in der Theorie alle Glieder des Empire nach und nach den Status eines Dominions erreichen sollen. Auf diese Weise versuchte England das Problem zu lösen, nach dem früher oder später jedes große Kolonialreich bewertet wird: das Problem der Beziehungen zwischen Mutterland und Heranwachsenden Kolonien. So zweckmäßig aber die englische Lösung auch auf den ersten Blick erscheinen mag, so entbehrt sie doch von Anfang an nicht eines Fehlers, der sich erst heute deutlich bemerkbar macht: die Umwandlung des britischen Empires, das heißt einer Vereinigung von Gebieten unter der maßgeblichen Führung einer Großmacht in das Commonwealth wirklich freier und unabhängiger Staaten, die lediglich durch gemeinsame Tradition und Kultur vereinigt sind, setzt zweierlei voraus: das Nachlassen des irnpe- rialistischen Anspruchs in England, gleichgültig, ob infolge natürlichen Absterbens oder frei» willigen Verzichts, und das Fehlen einer an- deren imperialistischen Macht, welche aus der Entwicklung des Empires Nutzen .ziehen könnte. Beide Voraussetzungen fehlen; besonders die zweite gehört mehr denn je dem Reich der Theorie an. Es kann hier dahingestellt bleiben, ob sie überhaupt verwirklicht werden kann, denn für die Gegenwart entscheidet allein der immer sichtbarer werdende und hervortretende Imperialismus der Vereinigten Staaten. Es wird für alle Engländer eines Tages eine unangenehme Ueberraschung sein zu erkennen, daß die Nordamerikaner entschlossen sind, ihnen die Führung der angelsächsischen Welt abzunehmen. Vorläufig hindern die Engländer ihre eigene Vergangenheit und der mit einem erstaunlichen Mangel an Wirklichkeitssinn Hand in Hand gehende Verzicht auf imperiale Gesinnung an der Erkenntnis der aus Nordamerika drohenden Gefahr. Dem außerhalb der englisch sprechenden Welt stehenden Betrachter wird es später als eine seltsame Laune der Weltgeschichte erscheinen, daß die Amerikaner, die durch ihr Ausscheiden aus dem britischen Reich das erste Empire zerstörten, durch ihre Rückkehr in den Kreis der britschen Nation dem zweiten Empire ein Ende bereiten. Verzweifelte Lage Tschungkings. Tokio. 3. Juni. (Europapreß.) Der Sprecher Les Jnformationsamtes nahm die Gelegenheit des Besuches des chinesischen Sonderbotschafters Chu-Min- Yi wahr, um auf der Pressekonferenz am Mittwoch zu der verzweifelten Lage des Tschungking-Regimes Stellung zu nehmen. Der Ausbruch des großen Ost- afienkrieges habe für niemand eine größere Freude bedeutet als für Tfchiangkaischek, allerdings sei auch wohl niemand durch die Entwicklung des Krieges schwerer enttäuscht worden. Die gegenwärtige Lage Tschungkings sei verzweifelt: Einmal bedeute die Spannung zwischen der Kuomintang und der Kommun i st i s ch e n Partei eine schwere Belastung, die die politische Rivalität bis in die engste Umgebung Tschiangkaischeks hin-sintrage. Dann sei die Lage der Staatsfinanzen völlig hoffnungslos. Der Notenumlauf, der 1941 8 Mrd. Tschung- king-Dollar betragen yabc, sei in den ersten Monaten dieses Jahres auf über 16 Mrd. Tschungking- Dollar angeschwollen, alle Bemühungen, den Haushalt durch neue Steuern und Monopole zu balancieren, seien fehlgeschlagen und hätten eine weitere Verelendung der chinesischen Massen bewirkt. Auch die Tschungking durch die USA. und England versprochenen Anleihen seien angesichts der völligen Unmöglichkeit irgendwelchen Ex- und Imports bedeutungslos. Der entscheidende Faktor sei jedoch das rasche S ch w i n d e n d e r K a m p f k r a f t der chinesischen Truppen. Wenn auch Tschungking an Menschen keinen Mangel leide, so bedeute doch das völlige Ab- geschnittensein von der Außenwelt, daß die Ausrüstung mit Ausnahme von leichten Waffen, die in geringem Umfange im Lande hergestellt werden können, in Zukunft fehlen werde. Auf die Assam- Straße irgendwelche Hoffnungen zu setzen, sei Träumerei. Da auch die Sowjets, die letzte Hoffnung Tschungkings, kaum in der Lage seien, Hilfe zu leisten, müsse der Widerstand des Tschungking-Re- gimes in Zukunft den Charakter eines Banditen- krieges annehmen. Die einzige Möglichkeit für Tschiangkaischek sei, die Aussichtslosigkeit seines weiteren Widerstandes einzusehen. Aufbau der chinesischen Tlationalarmee Tokio, 4.Juni. (DNB.-Fundspruch.) Der vorläufige Generalstabschef der chinesischen Nationalregierung, General Pang Kuei-J, der zusammen mit Außenminister Dr. Tschumin-M in Tokio weilt, erklärt der japanischen Presse, daß die Ausrüstung der chinesischen Nationalarmee mit japanischer Hilfe außerordentlich verbessert worden sei. Das Heer^reiche zur Aufrechterhaltung des Friedens und der Ordnung völlig aus. Die Zahl der Ueber- läufer aus dem Lager Tschungkings wachse ständig. Viele von- ihnen, die anderen Sinnes geworden seien, würden zur Mitarbeit herangezogen. Außerdem sei eine beträchlliche Anzahl von Tschungking- Soldaten, die in japanische Gefangenschaft geraten seien, in die Nanking-Armee eingereiht worden, durchweg Leute, die zur Mitarbeit an der Wiederherstellung des Friedens und an der Errichtung einer gemeinsamen ostasiatischen Wohlstandszone entschlossen seien. Unter den Ueberläufern seien auch Flieger, die sich im Fliegerhorst von Tschangtschou an der Entwicklung der national-chinesischen Luftwaffe beteiligten. Oie japanischen Operationen in Tschekiang und Kwangtung. Tokio, 3. Juni. (Europapreß.) Die in den Provinzen Yünnan, Kiangsi, Kwangtung und Tschekiang rasch fortschreitende Offensive der japanischen Streitkräfte, die eine umfassende Zangenbewegung üarstellt, wird von der eigenen Heeresluftwaffe wirksam unterstützt. Am 2. Juni bombardierten japanische Luftgeschwader die Stadt S ch a n g j a o , das Hauptquartier der dritten Kriegszone der Tschung- king-Regierung, und griffen in Tschekiang Feldstellungen der 32. Tschungking-Division beiTschu- tschau, etwa 350 Kilometer südwestlich von Schanghai, an. Die japanischen Truppen standen am Mittwoch bereits in weitem Halbkreis 5 Kilometer vor Tschutfchau. Sie überquerten den Fluß Wuki- kiang, 5 Kilometer nordostwärts Tschutschau, und rieben die feindliche 40. Division auf. Die japanischen Truppen haben die Hügel am linken Flußufer besetzt, von wo aus sie Tschutschau beherrschen. Die sich dort verteidigenden 100 000 Mann Tschiangkai- scheks sehen sich genötigt, fluchtartig zurückzugehen, um nicht eingeschlossen zu werden, denn japanische Streitkräfte stießen auch von Kinhwa aus entlang der Eisenbahn in südwestlicher Richtung vor und stehen wenige Kilometer vor der befestigten Stadt Kiutschou. Sie nähern sich damit bereits dem Grenzgebiet zwischen den Provinzen Tschekiang und Kiangsi. Auch in der Provinz Kiangsi sind die Japaner zur Offensive übergegangen. Sie durchbrachen die chinesischen Stellungen südlich Nant- sch an g. Damit geraten die entlang der Tschekiang— Kiangsi-Bahn stehenden chinesischen Truppen auf die von Krnhua her vorstoßende japanische Kampfgruppe. Im nördlichsten Zipfel der Provinz Kiangsi am Y a n g t s e - F l u ß haben die Japaner Tatschang, 40 Kilometer südöstlich von Kiukiang, besetzt. Die Stadt ist ein wichtiger strategischer Punkt am Nordufer des 120 Kilometer langen Poyang-Sees. In Südchina haben japanische Truppen längs der Ersenbahnstrecke Hankau—Kanton P i n t s ch a n - gyao im Ostteil der Provinz Kwangtung erobert. Die Gelegenheit, die Bedrohung des Abendlandes durch das Judentum ein für allemal zu beseitigen, ist damit noch einmal gegeben. Es sei hier in kurzen Zügen die E n t st e h u n g des ostjüdischen Gefahrenherdes umrissen, um die Maßnahmen, die heute zu treffen sind, ins rechte Licht zu rücken. Das,erste Zentrum, von dem aus sich das Judentum über die alte Kulturwelt ausbreitete, war Vorderasien : Palästina und nach der Zerstörung der Staaten Israel und Juda Mesopotamien, Kleinasien, Aegypten. Von hier aus drangen die Juden ins griechisch-mazedonische Weltreich und später ins Römerreich. Als das Imperium zerfiel, hatten sie sich in allen Zentren der damals Rom gehorchenden Welt eingenistet. Aber schon zu jener Zeit ging ein weltgeschichtlich wenig beachteter Strom jüdischer Wanderung über den Kaukasus und den Balkan ins Schwarzmeergebiet und begann es handelsmäßig zu durchdringen. Im Chasarenreich des 8. Jahrhunderts, das später von den germanischen Warägern des Kiewer Reiches vernichtet wurde, waren die Juden politisch und kulturell tonangebend; ihr Einfluß ging so weit, daß die Dynastie der Ehasaren-Khane mitsamt ihrem Hof das Judentum annahm. Auch über den südöstlichen Teil Mitteleuropas, über Böhmen und Mähren, gelangten schon früh kleinere Gruppen jüdischer Einwanderer in den Ostraum. Die entscheidende Ausbildung des östlichen Judenzentrums aber erfolgte von der Mitte des 13. bis zum 15. Jahrhundert. Es ist bezeichnend, wie es zu dieser Entwicklung kam. Im ganzen Abendland dämmerte damals zum erstenmal die Erkenntnis von der Andersartigkeit und Schädlichkeit des Judentums. Alle Völker hatten ihre Erfahrungen mit den Juden gemacht, die seit der Römerzeit in ganz Süd-, West- und Mitteleuropa saßen, Erfahrungen, die mit der Ausweisung der Juden oder ihrer Festsetzung in Gettos endeten. Und damit setzte nun der große jüdische Wände r z u g n a ch ü e m O st e n ein. Die Lockung nach diesen Gebieten war eine doppelte: einmal gewährten die polnisch-litauischen Herrscher den Juden besondere Vorrechte, neben freier Kultusausübung vor allem völlige wirtschaftliche Gleichstellung, und zum anderen hatte die neue deutsche Ostkolonisation damals in diesen Gebieten ungewöhnliche Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen. Deutsche Bürger bauten hier Städte, ordneten die Verwaltung durch deutsche Rechtsnormen, schufen Handelswege und erschlossen die Schätze des Landes. In diese Konjunktur stiegen die Juden mit allen Kräften ein. In Massen strömten sie in die Ostgebiete. Hier hat das Judentum mehrere Jahrhunderte lang sein großes Reservat gefunden. Das Abendland hatte seinen Feind hinausgedrängt, aber ihm, in Verkennung seiner Gefährlichkeit und Zähigkeit, dicht vor den eigenen Toren einen Entwicklungsraum belassen, in dem der Jude sich ungestört entfalten konnte. Und er hat sich in ungeahnter Weise entfaltet. Hier war er zahlenmäßig viel mächtiger als im Westen. Um ihn herum saß eine Bevölkerung, die der Ausbeutung weniger Widerstand entgegensetzen konnte als die Kulturvölker Mittelund Westeuropas. Hinzu kam die Unterstützung der Juden durch die staatlichen Machthaber. Natürlich gab es auch hier zeitweise Schwierigkeiten. Die bodenständige Bevölkerung wehrte sich durch Pogrome. Aber im ganzen gedieh das Judentum in seinem großen östlichen Reservat vorzüglich. Hier hat es seine letzte große Prägung erhalten, ehe es hinaus- trat in die ihm wieder geöffnete Welt, um ihre Eroberung zu versuchen. Das Signal zum Aufbruch wurde durch die Judenemanzipation in Mitteleuropa gegeben. Das Abendland hatte die im Mittelalter mit den Juden gemachten Erfahrungen vergessen. Das Judentum aber trat ausgeruht und viel stärker als zuvor zum Angriff an. Als Preußen und andere Länder um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert die bis dahin bestehenden einschränkenden Bestimmungen gegen das Judentum aufhoben, begannen die Juden sofort, die Westgrenze b-es Reservats zu überschreiten. Der deutsche Osten wurde durchsetzt, dann Berlin und die westlichen Großstädte. Gleich- zeitig drangen die Juden in Prag, Budapest, Wien ein. lieber Berlin und Wien ging es weiter nach Amsterdam, Antwerpen, London, lieber die Nordseehäfen wanderten die Juden weiter nach USA. 1937 lebten bereits 4% Millionen Juden (Glaubensjuden; die Zahl der Rassejuden war erheblich größer) in den Vereinigten Staaten. Die amerikanische Plutokratie wurde zur größten Judenmacht der Welt. Mit ihr aufs engste verbunden, entwickelte sich die jüdische Macht im britischen Empire. Seit 1917 bildete sich dann als weiterer Eckpfeiler der jüdischen Weltmacht die sowjetjüdische Zentrale in der Sowjetunion aus. Während die Zaren- regierullg die an Düna und Dnjepr verlaufende Ostgrenze des Judenreseroats ziemlich streng gesperrt hatte, hob das Sowjetsystem jede Beschränkung auf und gab den Juden die zur Genüge bekannten Entwicklungsmöglichkeiten, die zu der einmaligen jüdischen Machtstellung in der Epoche Stalin führten. Durch die hier geschilderte Entwicklung ist die ungeheure Gefährlichkeit des in den letzten Jahrhunderten entstandenen östlichen Judenzentrums gekennzeichnet. Europa hat hier seinenTodfeind dicht vor der eigenen Tür emporwachsen lassen. Die Ausscheidung der Juden gegen Ende des Mittelalters, war eine halbe Maßnahme. Noch auf europäischeüt Boden fanden sie neuen Halt, konzentrierten ihre Kräfte und gelangten zu noch stärkerer Ausprägung ihrer Eigenart. So mußte das Abendland im 19. und 20. Jahrhundert noch einmal vervielfacht das Lehrgeld zahlen, das es im Mittelalter bereits entrichtet hatte. Wie teuer dies allen Kulturvölkern, besonders aber dem deutschen, zu stehen gekommen ist, muß die heutige Generation bitter genug erfahren. Der gegenwärtige Weltkampf hat eine seiner wesentlichsten Ursachen in dem Uebersehen des jüdischen Gefahrew herdes im Osten. Die unversöhnliche Feindschaft der britischen Pluokratie, der tödliche Haß des Sowjetsystems und der Kriegseintritt der USA. rühren von der Tatsache her, daß die aus dem Judenreservat ausgeströmten Kräfte in Liessen Systemen entscheidende Macht erringen konnten. Deutschland aber wird, nachdem es heute die Basis des Ostjudentums fest in der Hand hat, aus den früher begangenen Fehlern die nötigen Folgerungen ziehen. Churchills Lügenkampagne widerlegt. Berlin, 3.Juni. (DNB.) Der schändliche britische Terrorangriff auf die Zivilbevölkerung der Stadt Köln in der Nacht zum Samstag, der bereits durch deutsche Angriffe vergolten wird, forderte, wie der Bericht des OKW. vom Mittwoch meldet, 2 00 Todesopfer. Churchill, auf dessen Schuldkonto auch diese 200 Menschenopfer zu buchen sind, bezweckt mit diesen Terrorangriffen nichts anderes, als seinen sowjetischen Bundesgenossen eine britische Waffenhilfe vorzugaukeln, wvbei er natürlich bemüht ist, diese so wirksam wie mir möglich darzustellen. So spricht denn auch die gesamte Londoner Presse auf sein Geheiß von nicht weiger als 20 000 Toten, die dieser Angriff auf Köln gekostet haben soll. In das gleiche Horn stößt selbstverständlich auch die USA.-Presse, die ebenfalls die gleiche astronomische Zahl nennt. Es ist für die Geistesverfassung Churchills und seiner Trabanten bezeichnend, wenn man, nur um dem Bundesgenossen Stalin einen „Beweis für die tatkräftige militärische Unterstützung" zu geben, zu derartigen Terrorangriffen seine Zuflucht nimmt und gleichzeitig eine Lügenkampagne größten Stils startet, um in der Welt den Eindruck zu erwecken, daß es gelungen ist, mit diesen blutrünstigen und gemeinen Methoden die Deutschen um 20 000 reduziert zu haben. Mord ott französischem Journalisten. Paris, 3. Juni. (DNB.) Der französische Journalist Albert Clement, Hauptschriftleiter des Kampfblattes der Doriot-Partei, wurde auf offener Straße n i e d e r g e s cho ff e n. Dem Mörder gelang es, zu entkommen. Clement, der des öfteren scharf mit dem englischen Verrat an Frankreich abgerechnet hatte, ist seinen Verletzungen erlegen. — Die feige Tat ist eine Parallele zu dem Mordanschlag, der im Herbst des oergange» nen Jahres inPragauf britische Anstiftung gegen mehrere tschechische Journalisten verübt wurde. Der Versuch Londons, durch solche Verbrechen den Aufklärungskampf der Presse zu beeinflussen, stärkt nur noch den kämpferischen Geist des Journalismus einer neuen Zeit. Massenkundgebung in Prag. Prag, 3. Juni. (DNB.) Am Dienstagabend fand auf dem Altstädter Ring in Prag eine tschechische Massenkundgebung statt, die von der Regierung des Protektorats cinberufen war. Dabei rechnete der Vorsitzende der Protektoratsregierung, Ministerpräsident Dr. K r e j c i, in scharfen Worten mit der Propaganda der von England bezahlten Beneschemigranten ab, die das tschechische Volk auch in diesen Tagen wieder ins Unglück zu stürzen versuchten. Anschließend sprach ein Vertreter der tschechischen Jugend. Von den 50 000 Anwesenden stürmisch begrüßt, kündete der Protektoratsminister für Volksaufklärung, Moravec, Be» nesch und seinen Handlangern den schärfsten Kampf an. Tosender Beifall unterbrach mehrfach die Rede des Ministers. Die Kundgebung klang aus in einem einmütigen Bekenntnis zur Politik Dr. Hachas. Oie Hitler-Zugend in Böhmen und Mähren. In Prag sprach Reichsjugendführer Axmann auf einer Dienstbesprechung zu Führern und Führerinnen des Obergebietes Südost der Hitler-Jugend. Im Protektorat Böhmen und Mähren erfuhr die Hitler-Jugend in kurzer Zeit eine Verdreifachung ihrer Mitgliederzahl. 34 Lehrlingsheime mit 3100 Jungen wurden ihrer Bestimmung übergeben, 1700 Jugendliche werden als Facharbeiternachwuchs in weiteren Lagern bis zum Herbst 1942 Aufnahme finden. Daneben konnten 59 Schülerheime mit 5000 Jungen und Mädeln eröffnet werden. 16 Landdienstlager bereiten die deutsche Jugend des Protektorats auf ihren bäuerlichen Beruf vor. In diesem Jahr noch wird ein Landdienstlehrhof in Betrieb genommen werden. Steigerung der Arbeitsleistung in Italien. Rom, 3. Juni. (Europapreß.) Staatliche Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitsleistung des italienischen Volkes kündigte Unterstaatssekretär Lombrassa an. Der Faschistischen Partei werde die Erfassung und Berufsausbildung aller für den Zivildienst heranzuziehenden Männer von 14 bis 70 Jahren und der Frauen von 14 bis 60 Jahren übertragen. Der Einsatz werde durch das Korporationsministerium geregelt werden, um Arbeitslose, Arbeitsscheue und unproduktiv Arbeitende am richtigen Plsatz einzusetzen und eine rationellere Verteilung von Arbeitskräften zu ermöglichen. BequemereReisefürKriegsbeschädigte. In allen Reisezügen wird regelmäßig ein Sonderabteil für Schwerkriegsbeschädiate vorgesehen werden. Es ist von außen deutlich „Für Schwerkriegsbeschädigte" bezeichnet und wird, zur leichteren Auffindung, in der Nähe des Gepäckwagens angeordnet. Bei den D= und Cilzügen wird das Sonderabteil in dem Wagen vorgesehen, in dem sich das Sonderabteil für „Mütter mit kleinen Kindern" befindet. Zur Benutzung sind berechtigt: Schwerkriegsbeschädigte, andere Kriegsbeschädigte, Schwerbesat- zungsbeschädigte, Schwerbeschädigte der nationalen Erhebung mit besonderem Ausweis und Begleiter, wenn sie ein ärztliches Zeugnis oder sonstigen amtlichen Ausweis über die Notwendigkeit der Beglei, tung von Fall zu Fall vorlegen und die verfügbaren Plätze nicht durch andere berechtigte Beschädigte be- anfprucht werden. Bei starkem Verkehr kann das Sonderabteil auch für sonstige Körperbehinderte frei- gegeben werden. Diese müssen aber ihre Plätze bei Bedarf wieder räumen. Im übrigen sind Schwerkriegs-, Schwerbesatzungs- und Schwerbeschädigte der nationalen Erhebung, Schwerunfallverletzte und Schwererwerbsbeschränkte mit besonderem Ausweis an den Fahrkarten- und Gepäckschaltern sowie Bahn- steigsperren bevorzugt abzufertigen. Das Bahnhofs- Oer fliegende Holländer. Von Sigismund von Radecki. Wir glitten mit leichtem Brausen durch die riesige Nacht. Ungeheuerlich ragte der gelbe Schornstein ins Dunkel. Er war Kopf und Hals zugleich, er konnte furchtbar brüllen durch die Wasserwüste. Ich kletterte nach vorn, über Heringstonnen, über Seilnester und nahm deutlich den dumpfen Herzschlag der Maschine wahr: man konnte jeder Planke den Puls abfühlen. Die Bordflanken spien fauchend Wasser aus. Dorne wehte einem das Dunkel entgegen mit dem strengen Parfüm der Unendlichkeit. Ich blickte hinab: die Bugschneide warf eine tröpfelnde Fontäne voraus, die Buglaterne eine dahinglitzernde Goldsonne auf das schlafende Wasser, welches nicht wußte, daß es jetzt gleich furchtbar durchschnittten werden würde. Durch allerhand Blechtunnel lief ich, wo es nach Suppe und Oel- farbe roch, ich lief immer dem Wasserrauschen entlang auf das Heck zu. Das ganze Schiff schlief. Traumhaft glänzten Glühlampen über die weiß- lackierten Wände. Am Heck war alles dunkel. Was die Fische wohl unten denken mochten? Aber die waren sicher längst losgezogen und warteten irgendwo in 30 Meter Tiefe mit dummen Glotzaugen das Schraubengewitter ab. Unter dorn Heck kochte das kalte Kielwasser davon, oben kreisten lautlos ein paar Möven — Krähen des Meeres — wie Fliegen um den Kronleuchter und versuchten ab und zu, flügelschlagend auf dem Flaggenknopf zu balancieren. Aber es kam ihnen nie aus: immer wieder wehten sie weg und schwammen gleich darauf wie Enten im brausenden Tal der Heckwelle. Von hier aus sah die Fahrt wie „Venezianische Nacht" aus — die Goldreihe der Bullaugen glitt über schwarzglänzendes Wasser. Man sah, daß das Schiff zwei Rissenschnüre nachzog, die cs mit der Unendlichkeit verbanden: oben die Rauchschleppe reichte in alle Himmel, unten die ßogleine mit ihrem feinen Geklingel in alle Wasser. Wie gespenstisch das Dunkel von überall heranrauschte und die Flanke entlangwusch! Jetzt guckte ich mittschiffs von oben in den Maschinenraum hinunter. Aus dem blendendhellen Raum stieg es warm heraus von heißem Wasser und Schmieröl. Hier war es heimlich, unermüdlich arbeitete hier die blanke Maschine,, die gegen das Formlose, Dunkle, Kalte da draußen ankämpfte. Das taktmäßige Auf und Ab der spiegelnden Kolbenstangen war ein Wille — derselbe, der dem Schornstein droben die herrische Haltung gab. Doch beim näheren Hinsehen durchfuhr es mich: auch die Maschine war von dem Einerlei ihres Taktes und ihrer Reflexe eingeschläfert, sie ging nachtwandlerisch, sie träumte monoton vor sich hin — sie schlief — alles schlief. War ich denn die einzige Wache an Bord, ich, kaum 13 Jahre alt? — Ich lief über die Messingtreppe in den Salon. Dreißig Mahagoni-Tische, hundertzwanzig Sessel, immer dasselbe Teppichmuster, und alles in leisem Zittern begriffen. Es war die muffige internationale Sphäre der Schlafwagen mit polierten Glanzlichtern und Trinkgeldern. Der Ober gähnte hinter einem Teller; zwei saßen stumm in der Ecke und aßen Boeuf ä. la Stroganoff. Die Spiegel spiegelten traumhaft jede Kaubewegung. Von irgendwoher tönte ein Schnarchen. Aengstlich huschte ich ins Dunkel hinauf, auf die Kommandobrücke. Jetzt war das Schornstein-Ungeheuer in gefährlicher Nähe. Man brauchte bloß die dünne Schnur zu ziehen, und es fing mitten in der Nacht zu brüllen an. Ein Mann im dicken Mantel mit aufaeklapptem Kragen schien über dem Ples- singsprachrohr eingenickt, das zum Dampfsteuer führte. Und derweil jagte diese ganze Masse von Stahl und elektrischem Licht ins Dunkel hinein. Meine Angst wuchs in die Finsternis hinaus. Alles schlief — ich war der einzige voll Unruhe, voll Besorgnis, voll Angst um diese Gespensterfahrt? Ich griff hilflos mit der Hand über den Kopf und konnte gerade noch die dünne Schnur ertasten —. Plötzlich hängte ich mich mit meinem ganzen Gewicht an die Schnur, als ob es um mein Leben ginge. Und auf einmal brüllte der Riese los. Die ganze Dunkelheit war mit einem Angstgeheul erfüllt, das die Himmel bersten machte! Huuuh —! Gleich daraus sauste ich die Treppe hinunter. Der im dicken Mantel war aufgesprungen. Die Möwen flatterten kreischend davon. Der Ober strich sich durchs Haar, Türen klappten, Fäuste streckten sich gähnend, ein Wispern und Kleideranziehen ging durchs ganze Schiff. Ich lief, was ich laufen konnte in meine Kabine hinunter und schloß die Tür wie erlöst hinter mir zu und drehte das Licht ab. Alles wach, alles war voll Angst — jetzt konnte ich wunderbar ruhig einschlafen ... Und ich fühlte noch im Einschlummern das Streicheln der bodenlosen Tiefe, die ewig unter mir wegglitt. * Oas Geeflück. Von Augusta von Oertzen. Auf gotischen Miniaturen und auf den Gemälden der Brüder van Eyck erscheint die See als dekorativer Hintergrund. Das erste „Seestück" hat ein schwäbischer Meister in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, Lucas Moser, gemalt Auf dem linken Flügel seines Magdalenenaltars in Tiefenbronn, des einzigen bezeichneten Werkes, hat er die „Meerfahrt der Heiligen" dargestellt. Fünf Heilige werden in ihrem Schiff an die Küste von Marseille getrieben, die wie eine große Phantasielandschaft nordischen Gepräges erscheint. Schon bei diesen frühen Malern findet man die Freude an der Beobachtung der Bewegung des Wassers, feiner Färbung und Beleuchtung, aber es blieb vorwiegend „Hintergrund". Als Sondergruppe begann das „Seestück" erst im 17. Jahrhundert in den Niederlanden eine Rolle zu spielen. Von jeher war das Meer die zweite Heimat des Holländers. Sie wurde es im höchsten Maße, als nach den Befreiungskriegen die spanische Flotte niedergerungen, und die Seeherrschaft an Holland übergangen war. Von Staats- und Stadt wegen wurden die Maler beauftragt, die Heldentaten ihrer Marine zu verewigen, vor allem war es Hendrick Cornelius Vroom in Hartem, der zur Ehre feines Vaterlandes malen durfte. Seine Bilder hatten noch einen porträthaften Charakter, erst später im zweiten und dritten Jahrzehnt des Jahrhunderts beginnt ein neuer Stil, statt der naturge- treuen Wiedergabe der Schiffe auf hoher See wird ein impressionistisches Bild des Meeres gemalt, das Atmosphärische tritt in den Vordergrund: die Durchsichtigkeit des Wassers, die Luftperspektive, der feuchte Dunst, der über dem Meere schwebt, treten in das Blickfeld des Malers. Bahnbrechend ist ein Flame, der nach Holland kam: Jan P o r c e 11 i s. Mittelpunkt der Marine» malerei war Amsterdam, hier wirkten Simon de Stieger, Salomon Ruysdael, Albert C u y p, Jan van Capelle, Alart van Everdin- gen. Vlieger entdeckte neue Schönheiten im Masten» wald der Schiffe, die den Amsterdamer Hafen belebten. Durch Schiffskörper, Masten und Segel schuf er sich Kulissen, durch die er die glatte Wasserfläche architektonisch belebte und perspektivisch interessant machte. Durch kräftiges Sonnenlicht wurden starke Kontraste erzielt. Ruysdael schuf sich ein festes Schema: einen glatten Strand mit Blick auf die bewegte See, von ein paar Fischerbooten belebt, aus d^n meist eintönigen, nebelhaften Grau leuchten nur ein paar Farbflecke auf. Keiner hat wie er fo raffiniert die Beleuchtung des Wassers, die Luftspiegelung beobachtet. Der bedeutendste von allen Marinemalern war Willem van de Velde, fein Sinn für das Raumgefühl ist auf das höchste entwickelt. Die holländische Küste hat auch späteren Malern Jnspitation zu feinfühligen Seebildern gegeben. Vor allem war es Andreas Achenbach, der Düsseldorfer, der seine Motive mit Vorliebe hier gesucht hat. Eine anders geartete Malerei hat eine andere Königin der Meere, Venedig, hervorgebracht, hier büeb die Darstellung der See immer verbunden mit Stadt und Mensch. Die besten Porträtisten der Lagunenstadt, die beiden (£ an a< le11o, malten -im 18. Jahrhundert ihre Schiffe und Gondeln vor der Kulisse Venedigs. Die schönsten Impressionen der venetianischen Atmosphäre gab im 19. Jahrhundert der Franzose Felix Francois Ziem. Hier ist alle Materie aufgelöst in Licht. Jedem, der Venedig kennt, wird vor diesen Bildern der ganze Zauber der Märchenstadt lebendig. Die Poesie des Meeres, in dem sich der Himmel spiegelt und das der Mensch voll Andacht und Melancholie zugleich betrachtet, hat wie keiner Caspar David Friedrich malen können. Der Morgen, der Mittag, der Abend am Meer sind wie Visionen empfunden, auf dem Bilde der Berliner Nationalgalerie „Mondaufgang am Meer" geistert in den großen Schiffen, die aus dem Nebel auftauchen, die Stimmung des fließenden Holländers, die sich in dem geheimnisvollen Segelschiff, das einfam und majestätisch auf bewegter See dahck-- zieht, gespensttsch verdichtet unb Zugbsgleiipersonal Ist erneut angewiesen worden, Körperbehinderten beim Ern-, Um- und Aus- steigen sowie Aufsuchen eines Platzes behilflich zu fein. Kleine politische Nachrichten. Nachdem der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Rosenberg, eine Dienstbesichtigungs- reise durch die Generalbezirke Estland, Lettland und Litauen Lurchgeführt hat, stattete er in diesen Tagen auch der Hauptstadt des Generalbezirks Weiß- rutyenien, Minsk, einen Besuch ab. Mit dem Generalkommissar Kube und den deutschen Verwaltungsstellen hatte der Minister Arbeitsbesprechungen. * Der Duce empfing den Befehlshaber des italienischen Expeditionskorps der Ostfront, General Giovanni Messe, der ihm einen ausführlichen Bericht über die Entwicklung der Operationen der italienischen Truppen an der Ostfront und über die siegreichen Kämpfe des Expeditionskorps gab. Der Duce drückte General Messe feine vollste Zufriedenheit aus. ♦ Dreizehn führende burmesische Politiker, darunter der frühere Premierminister, statteten dem Oberkommandierenden der japanischen Streitkräfte in Burma einen Besuch ab und versprachen die volle Zusammenarbeit des burmesischen Volkes mit Japan beim Aufbau Asiens und der Unabhängigkeit Burmas. * Roosevelt genehmigte eine neue Anleihe von zwei Milliarden Dollar zum Ausbau der nordamerikanischen Morine, des Marinekorps und der Küsten- wache. Kunst und Wissenschaft. Zum Gedächtnis Robert TNayers. Die Deutsche Akademie der Naturforscher (Leopoldina) hielt in der Aula der Martin-Luther-Univer- sität Halle-Wittenberg eine Festsitzung ab, die dem Gedenken art die erste Veröffentlichung des E n e r - giegesetzes durch Julius Robert Mayer galt. An der Sitzung nahmen auch Vertreter der Partei, der Wehrmacht und des Staates, des wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens und die Nachkommen des großen Forschers teil. Nach Begrüßungsworten des Präsidenten der Akademie, Geheimrats Abderhalden sprach Prof. Hermann Rein (Göttingen) über die „Physiologie als Ausgangsgebiet und Wirkungsbereich der Robert Mayerschen Grundgedanken zum Energiegesetz". Mayers Idee sei es zuzuschreiben, daß die spekulativen Ansichten von der „Lebenskraft" den Todesstoß erhielten, um damit eine wissenschaftlichere Betrachtungsweise durchzusetzen. Auch die moderne Physiologie könne, wie alle anderen naturwissenschaftlichen Zweige, nicht mehr ohne die Grundgedanken des Robert Mayerschen Gesetzes auskommen. Die Ernährungs- und die Arbeitsphysiologie seien durch die Frage nach der Energiebilanz gekennzeichnet. Beethovens Rennte in Florenz. In Florenz wurde im Rahmen des Musikfestes Beethovens Neunte Symphonie unter der Leitung des jungen Berliner Dirigenten Herbert von Karajan mit dem Florentiner Orchester aufgeführt Es sangen die deutschen Künstler Rille Briem, Martha Robs, Heinz Marten und Rudolf Watzke. Bei der Aufführung waren der deutsche Botschafter von Mackensen und zahlreiche verwundete Soldaten zugegen. Die Wiedergabe Karajans findet in der italienischen Presse größte Anerkennung. Aus aller Welt. Pflegekind zu Tode gefoltert. Das Stettiner Sondergericht verurteilte Elftiede Redepenning als Gewaltverbrecherin wegen gefährlicher Körperverletzung eines ihr anvertrauten Kindes zum Tode. Die Angeklagte hatte sich mehrfach um Ueberlafsung eines Pflegekindes bemüht. Sie ist gelernte Kindergärtnerin und erhielt Ende Mai 1941 ein LVsjähriges Pflegekind ano er traut, das sie bet der geringsten Gelegenheit so schlug, daß es am Fanzen Körper mit blauen Flecken übersät war. Ende September 1941 schlug die Angeklagte die Kleine so stark, daß tzMe bewußttos ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte und an den Folgen eines Blutergusses im Gehirn starb. Der Gerichtsarzt stellte bei der Sektton über 100 Verletzungen am Körper des Kindes fest und erklärte, daß er im Laufe seiner langsährigen Praxis so etwas noch nie gesehen habe. Der Staatsanwalt brandmarkte die Angeklagte als ein verrohtes Ungeheuer, das ein hilfloses Wesen zu Tode gefoltert habe, anstatt das Kind mit Güte und Sanftmut zu erziehen. Sie habe das Leben des Kindes zerstört und deshalb auch ihr Leben verwirkt. Aus -er Stadt Gießen. Wandern, ach wandern .. . Die Reiselust bändigen, heißt es heute, den Trieb in die Ferne bezähmen und jegliches Reisen beschränken. Aber nicht gar so schlimm ist das, wie es dem wohl erscheinen mag, der da behaftet ist mit dem ewigen „Fernweh" des Deutschen. Bringt doch das Reisen nicht selten gar mancherlei Aerger- nis mit sich, wenn es auch heute nicht ganz so schlimm mehr ist, wie im Jahr 1677, da Butschky in seinem „Pathmos" erzählte: ,,er hette nichts von seinen reifen, als einen leeren Beutel, verderbten Magen und verletztes Gewissen." Aber der Volks- mund behauptet doch auch heute noch: „Mancher reist gesund ins Bad und kommt zurück malad." All dem entgeht, wer „munter greift zum Wanderstabe" und dem guten Rat des Dichters folgt: „Wer recht, in Freuden wandern will, der geh der Sonn' entgegen!" Und auch nicht vergißt, daß Hermann Löns gesagt hat: „Laß deine Augen offen fein, geschlossen deinen Mund, und wandle sttll, so werden dir geheime Dinge kund." Früh soll sich der Wandersmann auf den Weg machen, zu einer Stunde, da „an ihren bunten Liedern klettert die Lerche selig in die Luft." Allüberall zwitschert's und tiriliert, denn: Aus allen Gärten sttahlen bk Lieder!" „Die Amseln haben Sonne getrunken, (Dauthendey.) Der Wanderer zieht die Straße entlang. Nach allen Seiten schweift der Blick. Tief atmet die Brust, denn da „war ein Duften rings, durch das die Weise der Nachtigall wie Gold geflochten war". (B.v. Münchhausen.) Woher der süße Ruch? Sieh da, „Bläulicher Flieder. Ist das ein Grüßen! Wirbelnde Lieder wehen herüber." (Hille.) Weiter und weiter lockt es! „Die Sonne glüht so Helle ... wie-wandern wir so schnelle." (Lenau.) Aber allmählich meint es die Sonne doch gar zu gut, und gern folgte der Wanderer dem Ruf des Waldes: „Komm, o komm in meine Schatten, In der Ruhe Aufenthalt, Wanderer der heißen Straße ..." (Schiller), „und munter fördert er die Schxitte, und sieht sich in des Waldes Mitte." Hoch wölbt sich der Dorn der Bäume, Andacht ergreift den Schreitenden bei „Windes Rauschen, Gottes Flügel, tief an kühler Waldesnacht ... Wie die alten Tannen saufen, hört man Geistes Wogen brausen." (Fr. Schlegel.) Aber nun, horch, da „rauscht aus dem Felsenquell ein Bächlein ... fo frisch und wunderhell", es schwätzt und murmelt geheimnisvoll, bc „muß er gleich hinunter mit seinem.Wanderstab". Lichter wird der Wald, die Sonne lugt durchs Gezweig. Das weiche Moospolfter ladet zur Rast, und der Ruhende gedenkt der Worte der Droste-Hülshoff: „... Da lag ich einsam noch in Waldes Moose. Die dunklen Zweige nickten so vertraut. An meiner Wangs flüsterte das Kraut, unsichtbar duftete die Heide- rose." Doch nun tönt es „Kuckuck, Kuckuck" aus dem Wald, und nicht umsonst heißt es in einem Volkslied aus dem Jahre 1545: „Der Kuckuck mit sei'm Schrein macht ftöhlich jedermann", und „Herzlich tut mich erfreuen die fröhlich Sommerszeit!" Da hält es den Gesellen nicht länger mehr, weiter zieht er fürbaß und läßt mit den Vöglein um die Wette die Stimme erschallen. Da ertönt es: „Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben", und „Das Wandern tft des Müllers Lust", „O Täler weit, o Hohen!" Aber allmählich verstummen die Lieder, „nur noch der tiefe Waldquell singt" (I. M. Wehner). Dann endet der dunkle Tannenwald, silbern blitzt es auf, sie ist es, die Birke, von der B. v. Münchhausen gedichtet hat: „Birke, du mädchenhaft schlanke, Wiegend am blaßgrünen Hag, Lieblicher Gottesgedanke Vom dritten Schöpfungstag." Langsamer wird der Schritt. Hügelumsäumte Ferne tut sich auf, still genießend wallt der Wandersmann dahin, „Von Grillen rings umzirpt ahn' Unterlaß, von Himmelsbläue wundersam umwoben." Herz und Auge haben geschwelgt in unendlicher Fülle, nun verlangt auch der Magen des Wandermüden sein Recht, und „Im Krug zum grünen Kranze, da kehrt er ftöhlich ein", oder auch bei der Lindenwirtin, der er leise zuraunt: „Angetan hat's mir dein Wein, Deiner Aeuglein Heller Schein, Lindenwirtin, du junge!" L. B. Auf jeden Faden kommi es an. Häuslicher Seneralappell für die Altkleider- und Altspinnstofffammlung. Vom 1. bis 15. Juni ist die Altkleider- und Spinnstoffsammlung. Sicher werden mandje Volksgenossen im guten Glauben behaupten, sie hätten gar nichts, mehr, was sie abgeben könnten. Sie denken dabei vielleicht im ersten Augenblick nur, daß sie eben alles, was sie noch haben,' selber brauchen und auftragen müssen. Daß in irgendeinem Schrank ober Koffer doch noch etwas fein könnte, was sie besttmmt nicht mehr anziehen, weil es unansehnlich oder abgetragen ist, und bas trotzdem noch einen recht guten Zweck erfüllen kann, darauf kommen sie meist nicht. Ihnen sei folgendes gesagt: Deutschland mußte schon vor dem Kriege den größten Teil feiner Textilrohstoffe aus dem Ausland einführen. Durch die Maßnahmen des Vierjahresplanes konnte zwar die Eigenerzeugung gewaltig gesteigert werden, doch reichten diese Mengen keineswegs aus, den notwendigen Bedarf zu decken, weil infolge der Erhöhung des Lebensstandards im ganzen Volke die Ansprüche des einzelnen in sehr beträchtlichem Maße gestiegen waren. Unsere Führung plant stets auf weite Sicht und handelt vorsorgend. Als sofort bei Kriegsausbruch die Lebensrnittel rationiert wurden, spottete der Gegner, weil er unsere wirtschaftliche Lage für schlecht hielt. Er spottete weiter, als das deutsche Volk seine Metallsammlung mit großem Erfolg durchführte. Inzwischen hat auch der Engländer längst seine Rationierungskarten für wichtige Lebensmittel und auch für Kleider, ebenso sind dies schmiedeeisernen Einfriedigungen der Schlösser und der öffentlichen Parks den Weg zu den Schmelz- Hütten gegangen. Lassen wir sie ruhig auch jetzt spotten, wenn das deutsche Volk seine Altkleider- und Spinnftoffsammlung durchführt. Wer hatte bei der Wollsammlung im Winter gedacht, daß solche unvorstellbaren Mengen für unsere Soldaten zusammenkommen würden! Die Sammlung, die jetzt vom 1. bis 15. Juni im ganzen Reich durchgeführt wird, gilt in erster Linie der Heimat selbst, der Sicherung des notwendigen Bedarfes an Spinnfasern für die Industrie, vor allem aber für jene Schaffenden, deren Arbeit einen übermäßig starken Verschleiß ihrer Arbeitskleidung mit sich bringt. Durch unsere Spende an Altkleidern und anderen Spinnstoffen — es kann sich dabei um alle nicht mehr brauchbaren Reste von Teppichen, Gardinen, Krawatten, Lappen, Flicken, ja sogar um die übrigbleibenden Fäden beim Nähen, Stricken, Stopfen handeln — helfen wir, zusätzlich Berufskleidung zu schaffen, die sonst aus den vorhandenen Beständen an Rohware hergestellt werden müßte. Diese Sammlung wird ein Erfolg sein, der neben der Wollspende würdig bestehen kann. In erster Linie wird die deutsche Frau, die schon so oft ihre Bereitschaft unter Beweis gestellt hat, Trägerin dieser Aktion sein. Sie wird Generalappell halten ■ in Schränken und Truhen, Kisten und Koffern, Kasten und Laden. Sie weiß selbst am besten, was sie entbehren, und was sie dem Vaterlande geben kann, um den Sieg sichern zu helfen. M. K.-G. Menschen und Menschenschicksal. Regiebemerkungen zur Inszenierung von Schillers Schauspiel „Oie Räuber". Bon Intendant Hans Walter Klein. Bei derJnszenierung von Schiller. „Räubern" kann man an die Probleme der Regie von mehreren Punkten der Gemüts- und Seelenaussage des Schil- lerschen Werkes selbst Herangehen. Man kann die Stimmung des Bildes der Donaugegend bis 3um Kosinsky-Auftritt zur Grundlage der Inszenierung nehmen, diese müßte dann eine romantische fein. Man kann sie von der Gestalt des Spiegelberg her als ein Aufruhrdrama nihilistisch negierender Kräfte anlegen, und man fjat dies auch schon getan. Man kann das Werk vom Umtrieb des Franz her: „Ich will alles um mich her ausrotten, was mich ein- schränkt, daß ich nicht Herr bin; Herr muß ich fein", in Szene fetzen als ein Werk des ungehemmten Machttriebes eines abgrundtief Bösen. Oder auch als Drama des übersteigerten Idealismus, der eine Welt erobern könnte für eine Idee. Das wäre das Drama Karls. Mir aber kam es darauf an, das Werk Schillers aus Schillers selbst auf die Szene zu stellen: als das Drama Schiller- fcher Schickfalseinficht und Schicksalsglaubens, als eine Tragödie zweier Maßlosigkeiten, die die Welt ihrem Willen unterwerfen wollten, der eine aus einer entwurzelten, eigengesetzlichen Ratto, der andere aus einer von moralisierenden Substanzen durchsetzten Idee der Weltverbesserung durch hemmunglose Akte der Wiederoergeltung, die aber dann beide als Menschen dem über ihnen waltenden Menschenschicksal verfallen, welches die Zerstörer von Ordnung und Gesetz dem ewigen Gesetz desMenschenmaßes, wonach der Mensch nicht über sich selbst hinaus kann, unterwirft. Das Schicksal ftraft gnadenlos und tödlich die Grundsätze eines Franz, der meint: „Das Recht wohnt beim Ueder- wälttger, und die Schranken unserer Kraft sind unsere Gesetze ...", ebenso wie es Karl zum Untergang verdammt, der „seinen Leib nicht in eine Schnürbrust pressen will und feinen Willen schnüren in Gesetze. Denn das Gesetz hat zum Schneckengang verdorben, was Adlerflug geworden wäre, das Gesetz hat noch keinen großen Mann gebildet, aber die Freiheit brütet Kolosse und Extremitäten aus!" Dieser Aufschwung selbst bis zum Extremen aber „ist die Urtragik germanisch-deutscher Maßlosigkeit, die nur durch den Tod gesühnt werden kann. Der große Einzelne, der sich aus der Gemeinschaft ausschließt und sie bekämpft, geht durch den Tod wieder in sie ein". Karl Moor ist dabei fein gemeiner Dieb oder Mörder, fein Ungeheuer, und es sind nicht nur die „spitzbübischen Künste" feines Bruders Franz, die ihn zum Hauptmann einer Räuberbande machen, sie sind nur letzter, äußerer Anlaß; nein, daß für feine geniehafte Größe fein Raum, fein Platz auf der Welt ist, daß fein strebender Idealismus kein Betätigungsfeld findet, das ist der eigentliche Grund, daß er dem „tintenfleckfenden Säkulum", dem „schlappen Kastratenjahrhundert" den Krieg ansagt. „Ach, daß der Geist Hermanns noch in der 2lsche glimmte", wünscht er, als er sich zum Hauptmann machen läßt, und er raubt bann später nickt um des Raubes willen, sondern er will das „Racheschwert einer mißbrauchten Gerechtigkeit sein." Pfaffen, die über den Verfall der Inquisition auf der Kanzel meinen, betrügerische Advokaten und kuppelnde Minister sind seine Opfer. Aber die Einsicht, die Gesetze nicht durch Gesetzlosigkeiten aufrechterhalten zu können, kommt ihm schon bei der Befreiung Rollers vom Galgen. Eine ganze Stadt muß er dazu in Brand stecken, „Roller, du bist teuer bezahlt", stöhnt er und nach dem Bericht von Schufterles Kindermord schreit er zutiefst getroffen auf: „Höre sie nicht, Rächer im Himmel! Was kann ich dafür? O pfui über den Kindermord, den Wei- dermord, den Kranfenmord!" Und in erschütternder Ahnung: „Wie beugt mich diese Tat!" Der Kampf gegen die Ungerechtigkeiten der Welt bringt ihn selbst Schritt für Schritt auf den Weg ungeheuerlichster Ungerechtigkeiten, und hier erfährt er innere Bestätigung für seinen Glauben an ein sittliches Weltgericht, dem die Rache allein gehört, welches zwar die Hand des Räubers benutzt, um Untaten ZU sühnen, aber den Rächer für feine Ausschreitungen wiederum zur Verantwortung zieht. Siegt in Karl Moor die sittliche Weltordnung von innen her durch freie Anerkennung des Schicksals, das über ihm steht ... „denn über uns waltet ein unbeugsames Fatum!", verkündet er schon zu Anbe- ginn, so reißt sie feinen Bruder Franz Moor mit Gewalt ins Verderben. Das Eindringen der Räuber ins Schloß erkennt er als furchtbares Gericht eines höheres Richters, das über ihn, den Vatermörder, verhängt ist. Er hört es in einem fürchterlichen Traumbild von apokalyptischer Gewalt gegen sich selbst verkündet: „Gnade, Gnade jedem ©ünber der Erde und des Abgrunds! Du allein bist verworfen!" Er endet durch Selbstmord. Karl Moor kommt dem äußeren Eingriff der sittlichen Weltordnung zuvor, indem er die Verantwortung für feine Handlungen auf sich nimmt und fo die Notwendigkeit ihres Bestehens anerkennt. Der „Kläger wider die Gottheit" steht am Ende vor der Erkenntnis, daß zwei Menschen wie er „den ganzen Bau der sittlichen Weltordnung zugrunde richten würden". Zwei Menschen werden von ihrem Menschenschicksal erreicht. Die beiden tragenden Figuren des Stücks enden tödlich- ausweglos, unentrinnbar dem höheren Gesetz verfallen. Und von diesen beiden Polen, den Brüdern Karl und Franz, dieser geistigen Wurzel der Tragödie, hatte allein die Inszenierung auszugehen. Alles andere mußte vor diesem Kern des Geschehens bis Warnung aus Stendal Roman, von A. Lothar Philipp 46. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Na, hören Sie", erboste sich Frau Hauckwitz, „ich bin arisch, ich habe meinen Nachweis erbracht, unb wir haben niemals Zigeuner in der Familie gehabt." „Schon gut. Nun erzählen Sie einmal, was am Nachmittage des 28. August bei Ihnen los war." „Was soll denn los gewesen sein? Nichts war los. Ich bin am Nachmittage einmal hinuntergegangen, frische Schrippen zu holen, und dann habe ich Radio gehört und dann meine Plüschmöbel geklopft; weil meine Kusine mich besuchen wollte, s- na$ dem Staub unb haut auf bte Pluschmöbel, weil sie sehen will, ob Dreck herauskommt, unb dann redet sie darüber. Und bereden lasse ich mich nicht —" „Wann kamen die Angeklagte Norodna und der Angeklagte Sumor?" „Das weiß ich doch nicht", verteidigte sie sich, „klopfen Sie mal Plüschmöbel, Herr Rat dann Wen Sie nichts, was um Ihnen oorgeht, und sehen können Sie dann meistens auch nichts —" „Sie wollen also damit sagen, daß Sie nicht gehört haben, wann die beiden gekommen sind?" „Nein. Ich habe nur Schritte im Zimmer von Herrn ßanos gehört und dachte, er sei nach Hause gekommen. Dann klingelte es mal, und als ich hinausging, war niemand da —" „Offenbar , warf der Staatsanwalt ein „war das der Ermordete, der oben klingelte, um nach ßanos zu fragen, aber, da niemand öffnete, wieder wegging und unten auf ihn wartete." „Und was war bann?" > „Dann kam Herr ßanos —" „Ich denke, der war schon da. und Sie haben seine Schritte gehört?" „Ja, das ist bann eben jemand anderes gewesen." „Kam denn Fräulein Norodna öfters zu Herrn ßanos?" Frau Hauckwitz räusperte jid> verlegen, blickte zur Erde unb zeigte damit an, daß ihr diese Frage sehr unangenehm war. „Warum antworten Sie nicht, Frau Hauckwitz?" „Ja, — sie kam manchmal —" „Blieb sie auch über Nacht da?" fragte der Staatsanwalt. Sie zuckte hilflos die Achseln und sah sich bann nach dem Kriminalrat um. Wenig trat vor und sagte zum Vorsitzenden: „Darf ich —" „Ja, bitte, Herr Kriminaliat, reden Sie nur!" „Frau Hauckwitz hat vor der Polizei schon seinerzeit eine falsche Aussage über diesen Punkt gemacht, unb zwar, wie sie hinterher gestand, aus Furcht, bestraft zu werden. Ich glaube jedoch nicht, daß sie davon gewußt hat, daß die Norodna auch über Nacht blieb. Und daß sie Besuche einer Dame tagsüber gestattete, kann ihr nicht vorgeworfen werden, ich glaube, man könnte sie darüber beruhigen." „Nun, Frau Hauckwitz", redete ihr der Vorsitzende zu, „Sie brauchen hier keine Angst zu haben. Man kann nicht von Ihnen verlangen, daß Sie zu jeder Minute hinter Ihrem Zimmerherrn her sind. Wußten Sie denn, daß die Norodna über Nacht bei ßanos blieb?" „Gewußt habe ich es nicht", sagte sie seufzend, „aber gemerkt habe ich es." „Erzählen Sie weiter, Frau Hauckwitz", sagte der Vorsitzende jetzt lächelnd, „Herr ßanos also kam bann, nicht wahr?" „Ja", fuhr sie aufatmenb fort, „unb ich fragte ihn, ob er noch etwas wünsche. Er sagte nein, er gehe bann auch fort. Und dann bin ich zu meiner Schwägerin gegangen, weiter weiß ich nichts." „Wie war denn das mit der Uhr, Frau Hauckwitz", rief jetzt der Verteidiger ßanos', „mit der Uhr, die im Zimmer des ßanos stand?" „Ach, die alte Klapper, die hat mein Seliger mal beim Preiskegeln gewonnen, die ist nie gegangen. Seit fünf Jahren ist sie überhaupt kaputt, und der Uhrmacher sagte, die Reparatur fei teurer als eine neue Uhr. Deshalb stellte ich sie ins Zimmer von dem möblierten Herrn." „Haben Sie die Uhr reparieren lassen, Angeklag; ter ßanos?" fragte der Staatsanwalt. „Nein", antwortete ßanos, „ich habe mich nur immer geärgert, daß sie nicht ging, aber ich lieh sie stehen." Jetzt erhob sich der Staatsanwalt. „Das ist eine überraschende Feststellung, die durchaus zugunsten des Angeklagten ßanos spricht. Denn wenn er wußte, daß die Uhr nicht ging, hätte er wohl niemals die Manipulation mit der Uhr gemacht, weil er damit rechnen mußte, baß es bekannt wurde, baß die Uhr nicht ging. Sumor dagegen wußte es nicht und versuchte, dadurch die Polizei irrezuführen. Damit scheint mir erwiesen zu fein, daß nicht ßanos es war, der diese Manipulation machte, sondern Sumor, und damit ist tatsächlich Sumor aufs schwerste belastet." _ „Wir wollen den Sachverständigen über die Schußwaffen hären", sagte jetzt der Vorsitzende. Der Sachverständige trat vor den Richtertisch. „Dr. Fritz Kerg, Chemiker, siebenundvierzig Jahre alt, mit den Angeklagten nicht verwandt und nicht verschwägert. Ich habe beide Waffen untersucht und stellte fest, daß der Schuß, der den Ermordeten tötete, aus der Waffe, die hier liegt, gefeuert wurde —" Der Vorsitzende hob die Waffe hoch. „Es ist die Waffe, die unter den Sachen des Angeklagten Sumor gefunden wurde", erklärte er. „Ja. Der Schuß in die Uhr wurde mit der Waffe geschossen, die unter den Sachen der Angeklagten Norodna gefunden wurde, es ist diese kleine WT.= Waffe der Firma Fritz Mann in Suhl. Die Untersuchung ging fo vor sich, daß zuerst die Hülsen und die Kugeln untersucht und durch sie die Art der Waffe bestimmt wurde. Sodann wurden, als die Waffen durch die Polizei herbeigeschafft wurden, die Waffen selber untersucht und festgestellt, ob die bereits untersuchten Geschosse aus ihnen gefeuert wurden. Diese Untersuchungen sind in beiden Fällen positiv ausgefallen." „Es steht demnach fest", betonte der Staatsanwalt, „daß aus der Waffe des Sumor'der Ermordete erschossen wurde, und daß aus der Waffe der Norodna jener Schuß auf die Uhr abgefeuert wurde." »Jawohl!' # । „Ich danke Ihnen, Herr Sachverständiger." Sumor sprang jetzt auf, hob beide Arme hoch und brüllte: z „Ich habe es nicht getan, ich bin unschuldig, ich war gar nicht in der Wohnung —" „Sie haben selber zugegeben, daß Sie in der Wohnung gewesen sind und sagten sogar, Sie hätten die Tat mit angesehen", widersprach ihm der Staatsanwalt, „außerdem steht es fest, daß Sie den Schuß auf die Uhr abgegeben haben, Sie oder die Angeklagte Norodna —" „Angeklagter ßanos", ließ sich jetzt der Vorsitzende vernehmen, „ich ermahne Sie dringend, jetzt keine Rücksichten mehr zu nehmen. Sie sehen ja selber, wie die Sache liegt. Sagen Sie uns die Wahrheit, die volle Wahrheit und denken Sie daran, daß es sich um die Ermordung eines Mannes handelt, der herbeigeeilt kam. Sie zu schützen und Sie zu warnen, und der dabei den Tod fand." ßanos erhob sich. Er schien wirklich entschlossen zu fein, jetzt einen Strich unter die Geschichte zu machen und endgültig die Wahrheit zu sagen. „Ich habe aus Rücksicht auf Irene geschwiegen, weil ich nicht wollte, daß sie in diese Sache verwickelt wird. Damals wußte ich nicht, daß Sumor in meiner Wohnung war und die Tat verübte. Sie hat es mir auch nie gesagt. Ich kam an jenem Abend nach Hause, um mich umzuziehen, weil ich zum Imperial-Dachgarten gehen wollte, wo ich mich mit meinen früheren Partnern, den drei Willis, verabredet hatte. Irene war bereits da, ich fand sie in meinem Arbeitszimmer. Sie war etwas erregt und kam mir etwas sonderbar vor, ich fragte aber nicht weiter darnach. Als ich in mein Schlafzimmer trat, fand, ich das Bett zerwühlt vor. Irene sagte mir, sie habe auf mich gewartet, fei müde gewesen und habe sich etwas hingelegt. Ich zog mich um und ging dann in das Bad, um mich zu rasieren. Als ich im Bad war, horte ich klingeln. Ich wußte, daß Frau Hauckwitz nicht anwesend war, und nahm an, daß Irene gehen und öffnen werde. Ich horte auch, wie sie die Tür öffnete und bann mit einer Person ins Zimmer ging. Sumor habe ich nicht gc- sehen, es ist aber durchaus möglich, daß er sich hinter dem dicken, roten Fenstervorhang versteckt hie«. Plötzlich fiel ent Schuß. (Schluß solgt^ Suf ein regielich vertretbares Maß zurucktreken. Die Taten dieser beiden Menschen sind der immense Gegenstand des Schillerschen Werkes, und die Regie mußte Darsteller (Karl und Franz) und Beweggründe (Tragik des Weltverbesserers, Fluch der Mittel, Verfallenheit an die Mithandelnden) in den Vordergrund der Szene stellen. Es mußte erstes Ziel des Regiewillens sein: diese stärkste Konzentration auf den handelnden Menschen, auf den ich- besessenen Täter, den Verbrecher Franz und den tragischen Idealisten Karl. Die Regieführung mußte innerhalb dieser dramatischen Bewegung realistisch, ja mitunter naturalistisch sein, zur Faßlichwerdung des gegenseitigen Bewegens von Idee und Tat, zur gegenständlichen Offenbarung der Unversöhnlichkeit von Tat und Idee, als sinnfällig bildhafte Vermittlung der Erfahrung des tragischen Ausgangs, bei der Herantragung der Idee an die Weltwirklichkeit. Dem Bemühen zur Verdeutlichung dieser Gegenüberstellung der treibenden Kräfte des Werkes diente auch die szenische Gruppierung in Bildeinheiten, die innerhalb des Handlungsablaufs das organisch zusammenfassen, was bis zu entscheidenden Punkten innerhalb der Tragödie vortreibt. So umfaßt der erste Teil die Verwirklichung des Herrschaftsstrebens Franz Moors, der zweite Teil führt bis zum Entschluß Karls, mit der Räuberbande nach Franken zum väterlichen Schloß aufzubrechen, der dritte Teil bringt dann durch das — wenn auch nicht direkte — Zusammentreffen von Franz und Karl auf einem Schauplatz die endliche tödliche Lösung des Dramas. Schillers eigenes Welterlebnis auf der Bühne Gestalt werden zu lassen, war mir das sublimste Bemühen meiner Regiearbeit. Sprechstunde des Kreisleiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am heutigen Donnerstag, 4. Juni, von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Lonystraße 18, statt. Aml für Agrarpolitik. Die Sprechstunde des Amtes für Agrarpolitik findet heute, Donnerstag, 4. Juni, von 15 bis 17 Uhr in Gießen, Lonystraße 18, statt. Zusätzliche Krankenhilfe für Kriegshinterbliebene. Die Rentner der Invalidenversicherung und der Angestelltenversicherung sind neuerdings für den Fall der Krankheit gesetzlich versichert. Der Reichsarbeitsminister stellt im Einvernehmen mit dem Reichsinnenminister in einem Erlaß klar, daß bei Hilfsbedürftigkeit des Rentners die Fürsorgeverbände, die bisher die gesamten Kosten zu trogen hatten, nunmehr den Teil der Kosten übernehmen müssen den die Kasse nicht zahlt. Auch für die Kriegshinterbliebenen find die Krankenkassenleistun- gen beschränkt. Es werden zwar Krankenhilfe und Wochenhilfe, aber keine Barleistungen gewährt. Die Krankenhilfe umfaßt ärztliche Behandlung, gegebenenfalls Krankenhauspflege, Zahnbehandlung und Versorgung mit Arznei und kleineren Heilmitteln. Darüber hinausgehende Leistungen übernimmt die Krankenkasse nur, wenn sich die Versorgungsdienststelle, die Hauptfürsorgestelle oder der Bezirksfürsorgeverband zum Ersatz der vollen Kosten verpflichten. Soweit hierbei neben den Dersorgungs- dienststellen und Hauptfürsorgestellen die Bezirks- sursvrgeverbande In Frage kommen, werden sie In dem gleichen Erlaß ersucht, hilfsbedürftigen Kriegshinterbliebenen möglichst entgegenzukommen und gegebenenfalls für die Kosten der Mehrleistungen der Krankenhilfe in verständnisvollem Zusammenwirken mit den beteiligten Stellen einzutreten. * ** Di e Wochen Märkte finden von der kommenden Woche ab wieder dreimal wöchentlich statt. greis BSdmgen. * Alten st adt, 3. Juni. Beim Verladen von gepreßtem Heu auf dem hiesigen Bahnhof stürzte ein großer Ballen Preßheu beim Ankoppeln des Güterwagens herab. Der schwere Heu- ballen riß den Bahnschaffner Gans zu Boden, der so unglücklich fiel, daß ihm die Räder des Güterwagens Arme und Beine abfuhren. Der bedauernswerte Mann war auf der Stelle t o t. hat sich mit Ihren Kreditgenossenschaften im Jahre 1941 erfolgreich in den Verkehr mit Kriegsgefange- nenlagergeld eingeschaltet. An der eingeschlagenen Zinspolitik wurde auch im Geschäftsjahr festgehalten. Zum Schluß der Tagung sprach Landesobmann Weintz von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau den Genossenschaften Dank und Anerkennung aus, forderte aber gleichzeitig zu noch größerer Kraft- anstrengung auf. Neben der Erzeugungsschlacht müsse die Ablieferungsschlacht erfolgreich einhergehen. Ein Blick auf die Leistungen der Front werde jedem Einzelnen Appell sein, alle Kraft für den Endsieg ein- zusetzen. G. A.-Gport. Handball der HZ. Mlv. Gießen Bannmeister. Grüningen — Mtv. Gießen 4:6 (1:4). Leichter als erwartet konnte sich Gießen den Titel sichern. Obwohl die Mannschaft geschwächt antreten mußte, gelang ihr durch die bessere Leistung der Sieg. Die Umstellung bewährte sich aufs beste. Platz- und Witterungsverhaltnisse ließen zunächst kein flüssiges Spiel aufkommen. Die Gäste fanden sich bald besser damit ab und konnten die ersten Erfolge an- bringen. Die Platzmannschaft versuchte immer wieder, die gegnerische Hintermannschaft-zu bezwingen, scheiterte aber an deren Aufmerksamkeit. Mit klarer Ueberlegenheit für Gießen endete die erste Hälfte. Nach der Pause wurde das Spiel härter. Grüningen versuchte, unter allen Umständen dem Spiel eine Wendung zu geben. Es gelang ihnen, das Resultat zu verbessern, ohne aber verhindern zu können, daß Gießen noch zweimal erfolgreich war. Weitere Versuche der Platzmannschaft brachten nichts mehr ein, zumal sie durch zwei Herausstellungen geschwächt war. Die Gäste versuchten gegen Schluß zu weiteren Erfolgen zu kommen, jedoch vergaben sie durch Pech sichere Treffer. Mit dem Schlußpfiff konnte Gießen als Sieger und diesjähriger Bannmsister die Spielrunde beenden. Durch weitere Spiele muß die Mannschaft ihre Leistung steigern, damit sie den Bann in den folgenden Spielen würdig vertritt. DJ.-Klasse. Grüningen — M t v. Gießen (6:2 (4:0). Gießen mußte hier das bessere Können der ©rü< ninger anerkennen. Durch zweckmäßigeres Spiel, aber auch körperliche Ueberlegenheit gelang Grüningen schon in der ersten Hälfte ein sicherer Vorsprung. Nach Seitenwechsel konnte Gießen zwei Treffer aufholen. Grüningen gelang es jedoch, den alten Abstand wieder herzustellen. Briefkasten der Redaktion. ft. C., Gießen. Wenden Sie sich an das Wehrbezirkskommando Gießen, wo Sie die gewünschte Aufklärung erhalten können. Verduukelungszeit: 4. Juni von 22.37 bis 4.33 Uhr. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« Hauptschriftleiters: Ernst Blumschem. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsbruckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Tr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Han4 Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. Gebt zur Altkleider- und Spinnstoff-Samnilung! Annahmestellen der Gießener Ortsgruppen: 21t iHe: TNarktslraße 25, werktags von 17 bis 19 Uhr. Nord: „Einhorn", Lindenplah 1, Montag, 2Nittwoch und Freitag von 1 7 bis 1 9 llhr. Oft: Licher Straße 19, Geschäftsstelle der DAF., werktags von 15 bis 1 8 Uhr. Süd: hofmannftraße 1, Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Liebigstrahe 58 (Autogarage), Mittwoch und Samstag von 19 bis 2 1 Uhr. Unterhof und Oberhof (Bergwerk), Mittwochund Samstagvon 19 b i s 2 1 U h r. Klein-Linden: Steinftraße „Altes Backhaus", Mittwoch und Samstag vonl9bis21Uhr. 2V ief eck: Schulftraße 3, Mittwoch und Samstag von 18 bis 22 Uhr. Gute Genossenschafisarbeit im Kriege. Als interne Arbeitstagung hielt der Ländliche Genossenschaftsoerband Rhein-Main-Neckar e. 23. in Frankfurt am Main seinen ordentlichen Verbands- tag ab. Den Geschäftsbericht für 1940 und 1941 erstattete Verbandsdirektor Fendt. Die Zahl der dem Verband angeschlossenen Genossenschaften ist von 2644 Ende 1939 auf 2288 Ende 1941 zurückgegangen. Diese Entwicklung entspricht dem Rationalisie- rung5Programm des Verbandes. Die gesunde Entwicklung des Genossenschaftsgedankens und die gesteigerte Bedeutung der Organisation im Rahmen des kriegswirtschaftlichen Einsatzes ergibt sich aus der Steigerung der Zghlen der von den Ortsgenos- senschasten erfaßten Einzelmitglieder von 300 846 auf 310 664. Bei den 1057 Kreditgenossenschaften betrug die Zahl der Mitglieder 125 000, die Zahl der Sparer 427 000, die Höhe der Spareinlagen stieg in Verfolg des Appells zum Sparen. In das genossenschaftliche Warengeschäft waren ungefähr 1200 Genossenschaften eingeschaltet. Heroorzuheben ist die Steigerung der Milchanlieferung der 60 Genossenschaftsmolkereien gegen 1939. Die im März 1941 gergünbete Viehzentrale Rhe in-Main-Neckar e.G.m.b.H. Frankfurt hat das seither von der Zentralgenossenschaft für Diehverwertung, Hannover, betriebene Nutzviehgeschäft übernommen. In den 80 Winzergenossenschaften des Verbandes ist flächenmäßig etwa ein Zehntel des Weinbergbesitzes in unserem Gebiet zusammengeschlossen. Der Rheingau konnte 1941 die mengenmäßig größte Weinernte unter allen Weinjahren des 19. und 20. Jahrhunderts einbringen. Die als Bezirksabgabestellen für Obst und Gemüse eingesetzten 21 Genossenschaften haben in £en beiden letzten Jahren ihre Aufgaben als Treuhänder zwischen Erzeuger und Verbraucher zur Zufriedenheit erfüllt. Von den 10 Eierverwertungsgenossenschaften wurden gegenüber 1939 im Jahre 1941 mehr als die dreifache Menge von Eiern erfaßt. Auch die übrigen Bezugs- und Betriebsgenossenschaften trugen besonders durch den Einsatz von rund 6000 Landmaschinen zur Behebung des Mangels an Arbeitskräften wesentlich bei. Für die Bäuerliche Hauptgenossenschaft erstattete Direktor F l e i n e r t den Bericht des Vorstandes. Der im Berichtsjahr erzielte Umsatz-Warenausgang blieb gegenüber dem ^Vorjahr zurück. Die Erfassung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, insbesondere Getreide, Speisekartoffeln, Heu und Stroh hat erfreulicherweise wiederum eine Steigerung erfahren. Der Anteil an der Erfassung landwirtschaftlicher Erzeugnisse beträgt 48,19 v. H. des Gesamtumsatzes. Auch die Flachsröste tonnte durch eine größere Ernte einen höheren Umsatz-erzielen. Die Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar e.G. m.b.H. Frankfurt hat auch im 3. Kriegsjahr ihren Gesamtumsatz gegenüber dem Jahr 1941 behaupten können. Die Einlagen steigerten sich. Nennenswerte Kredite wurden von den angeschlossenen Genossenschaften nicht beansprucht. Die Landesbauernkasse Christiane Ave Maria 02655 / GLORIA Deutsche Wochenschau am 5. Juni 1942: 1S01A [1800C am Deutsche Wochenschau ZIGARETTEN FRASCATI Ä2. PQLPST . Giessen Die glückliche Geburt eines gesunden Töchterchens geben wir in großer Freude bekannt Ursula Stnrm, geb. Lauenroth Gustav A. Sturm, z.Z. im Felde von 8- 9 Uhr Nr. 1121-1190 von 9-10 Uhr Nr. 1191-1250 von 10-11 Ubr Nr. 1251-1310 von 11-12 Uhr Nr. 1311-1870 (>. Juni 1942: von 8- 9 Uhr Nr. 1371-1420 von 9-10 Uhr Nr. 1421-1470 von 10-11 Uhr Nr. 1471-1520 Gießen, den 2. Juni 1942. Seltersweg 67 Für olle groben Reinigung!» arbeiten,beim Herd-u.Ofenputzen,Fleck-u.Rostentferner) ist Solmiok-ATA dos Rechte. mungs- 11801D Schönheit der magischen Kunst Zwei Stunden im Reiche der Wunder i« Ludwi gibyrg/Würllembafg Beratung durch örtliche Mitarbeiter Jugend hat Zutritt! Sichern Sic sich 1799 a Karten im Vorverkauf. Mädel mit Pflichtjahr für leichte Laborarbeit gesucht. Einstellung über Arbeitsamt. Photo - Geller, am Bahnhof. Nur Sonntag, 7. Juni, 10.30 Uhr vorm. Frühvorstellung MILDE SORTE MEMPHIS DRITTE SORTE NIL Ein eigenes Haus jetzt planmäßig vorbereitenl Sichern auch Sie sich eine günstige Gesamtfinanzierung (Bau oder Kauf). Wir bieten Ihnen 9% Zinsen bis zur Zuteilung, dazu Steuervergünstigung. 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Juni nach kurzem Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernd Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Samstag, 6. Juni, vorm. 11.30 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt. _____________________________________________________02674 Montag, 15. Juni, im Theater der Universitätsstadt Gießen 20 Uhr Bekanntmachungen. Geflügelhaltung (Eiererfassung). In der Bekanntmachung Nr. 1/42 des Eierwirtschaftsverbandes Hessen-Nassau vom 10. Januar 1942 sind für die Ablieferung von Eiern durch die Geflügelhalter als Ablieferungstermine bestimmt: Mind. 16 Eier je Henne od. Ente bis zum 31.3.1942, 30 „ ,, ,, „ ,, bis zum 30.6.1942, „14 „ „ „ „ „ bis zum 30.9.1942. Bis Ende Juni haben daher die Geflügelhalter rund 76% ihres Ablieferungssolls zu erfüllen, d. h. bis zum 30. Juni 1942 müssen je Henne 46 Eier abgeliefert sein. 37jähriger etwa Mitte Juni in Gießen, sucht die Bekanntschaft einer kultivierten Dame zwecksspät. Heirat. Bildofferten unter 02652 an den Gießener Anzeiger erb. mit: Benjamino Gigli Käthe von Nagy Erna Berger Harald Paulsen Ich wene hiermit auf diese Ablieferungspflicht Mn. Zuwiderhandlungen müssen mit £)to strafen geahndet werden. Gießen, den 4. Juni 1942. Der Oberbürgermeister. I. V.: Nico laus. Heute Donnerstag Wiederaufführung Lichtfpielhaus Täglich 3.00, 5.15, 8.00 Uhr Sonntags 2.30, 5.00, 8.00 Uhr Jugend hat keinen Zutritt. Abenteuer im indischen Dschungel Ein Film mit fesselnder Handlung aus dem Wunderland Indien Die Wochenmärkte finden vom 9. Juni 1942 ab wieder dreimal wöchentlich, und zwar dienstags, donnerstags und samstags statt. W. liino mit rotem Stein verloren, ^amilienanden- ken! Gegen gute Belohn, abgeben Hindenburg- wall4,Zirnm.38. Karioffelausgabe Ab heute stndet die Ausgabe von Speisekartoffeln 02675 Sienstag. Donnerstag u. Jreitag zw. 4 u. 6 Uhr, in meinem Lager :iozelsgasse 9 statt. Bei größeren Mengen erfolgtLieferung ms Haus Ernst Köhler, Bettenhausen. 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