Samstag, 4-/Sonntag, 5. April Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8'/, Uhr desBormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: WiederholungMalstaffell AbschlüsseMengenstaffelS Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/<»mehr |92. Jahrgang Nr. 79 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener svamilienblätter Heimat irnBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich... RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Gewalt Fernsvrechanschlnß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf./M. jva d Samstag, 4./ Giehener Anzeiger vrühlscheUniversttSIrdruckrrrl 8. lang« General-Anzeiger für Oberhessen * Vorfrühling < Von unserem rel (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Sofia, Ende März 1942. Sofia, die fast 300 000 Einwohner zählende Hauptstadt des Königreichs Bulgarien, verdankt diese Eigenschaft in erster Linie der Gunst ihrer geographischen Lage. Diese besteht darin, daß die Stadt genau im Mittelpunkt der nördlichen Balkanhalbinsel ihren Platz gefunden hat, und zwar so, daß sich in ihr die natürlichen Verkehrslinien treffen, die das Land beherrschen. Diese bevorzugte Lage wird noch erhöht durch den Umstand, daß Sofia auf einer 550 Meter hohen Ebene liegt, von der aus alle Landschaften der Halbinsel verhältnismäßig leicht zugänglich sind. Entsprechend dem Aufbau der Halbinsel geht die Hauptlinie von W e st e n n a ch Q st e n : es ist der Weg des Orientexpreß von Wien über Belgrad—Sofia nach Adria- nopel—Istanbul. Sie kreuzt bei Sofia das Tal des Isker, der sich nördlich nach Durchbrechung des Balkangebirges zur Donau wendet und den Anschluß nach Rumänien vermittelt. Seine südliche Fortsetzung in Richtung Saloniki bildet die an dem Sofioter „Hausberg", dem Witosch (2200 Meter), entspringende Struma. Damit sind die Diagonalen der Balkanhalbinsel klar herausgestellt. Schon die Römer wußten die Gunst einer solchen Lage zu schätzen. Sie machten die vorgefundene irakische Siedlung zu einer wichtigen Militärstation und später zur Hauptstadt der Provinz Thrakien. Sie hat seitdem mancherlei Schicksale erlebt, aber immer eine führende Rolle gespielt, sogar unter der langen Tür- kenherrschaft. So darf es nicht wundernehmen, daß sie 1878 nach der Wiedererstehung eines Bulgarenreiches dessen Hauptstadt wurde. Dieses Ereignis hat erst das moderne Sofia geschaffen. Don der Altstadt mit ihrer langen Gescksichte blieb herzlich wenig übrig. Sehr bald ging man an ihre Erneuerung wie überhaupt an die Planung einer würdigen Landeshauptstadt. Hierbei ließ sich bei dem Herrschergeschlecht der Ko- burger nicht die thüringische Heimat verleugnen. Die Hauptstadt ist zwar schnell gewachsen — 1880 zählte man erst 20 000 Einwohner —, aber doch nicht im amerikanischen Tempo. Vielmehr vollzog sich ihre Entwicklung organisch Man vermeint sogar manchmal etwas von dem Hauch thüringischer Residenzen zu vernehmen, wenn man die vielen Parkanlagen der Stadt durchwandert und an ihren Rändern alle die Bauten sieht, die ihr Leben bedeuten. Solches Empfinden ist nicht mittelmeerisch und noch weniger orientalisch: Sofia hat unter den Hauptstcchten des Südostens eine eigene Rote, in der sich die Tradition des Volkes mit der Geistigkeit eines Herrscherhauses vereinigt, das in der deutschen wie europäischen Geschichte und Kultur eine ungewöhnlich bedeutsame Rolle gespielt hat. Hinzu kommt noch das Klima der Stadt. Ihre Höhenlage macht vergessen, daß sie immerhin beinahe auf dem Breitenkreis von Rom liegt. Ihre Iahreszeitengestaltung weist durchaus mitteleuropäisches Gepräge auf. Das empfindet man besonders in diesen Jahren, wo der Winter dle gesamte Natur so lange in seinen Fesseln hält. Hat sich schon in der Mittelmeerwelt der Frühling erheblich verspätet, so erst recht in Bulgarien. Sonst liegt schon Anfang März über den Parks von Sofia jener braungrünliche Schimmer, der die Dichter zu ihren Frühlingsliedern begeistert. Jetzt erscheinen die Bäume aber noch wie abgestorben, die Wiesenflächen sind stumpf, nur an ganz geschützten Stellen wagen sich einige Schneeglöckchen und, wenn es hoch kommt, vereinzelte Krokusse hervor. Selbst die sonst so aufdringliche Forsytie hält sich zurück. Allein die Sonne macht deutlich, daß man sich unter dem 42. Breitengrad befindet, und der wolkenlose südliche Himmel bestätigt das. So kommt dann jene Vorfrüblingsstim- mung auf, welche die Menschen aus der Enge ihrer Wohnungen treibt und sie auf den Straßen zu fröhlichem Stelldichein vereinigt. Solia macht da keine Ausnahme. Im Gegenteil! Nachdem der Finanzminister B o j i l o f f bereits Ende Februar in der Schlußrede zum Staatshaushalt in Aussicht stellen konnte, daß eine stille Reserve von zwei bis drei Milliarden' Lewa den Ausgleich für dieses Iobr herbeiführen würde, konnte jene zuversichtliche Stimmung Platz greifen, die das Lebensgefühl gerade im Frühjahr anregt. So zeigt sich der Boulevard Zar Osvoboditel, der Lebensnerv her Stadt, angefüllt mit Angehöriaen aller Volkskreise. Besonders staut sich die Menge vor dem Königsschloß, das mitten im Verkehr liegt. Man freut sich der politischen Erfolge des verflossenen Jahres, an denen der König selbst in 'so hohem Maße beteiligt ist: man bezeugt ihm gern seinen Dan-k und bestrebt sich, sie durch persönlichen Einsatz zu sichern und auszubauen. Man begrüßt auch gern die zahlreichen ausländischen Gäste in dem ..Grand Hotel Bulgarie", gegenüber dem Kö- niqsschloß, oder die deutschen und italienischen Offiziere vor dem nahen Oftizierskg- sino bzw. der deutschen und italienischen Gesandt- sch"st unweit davon. Für den einzelnen ist natürlich ein Besuch in einem Kaffeehaus oder dem „Buffet Balma", wo Boli^iker und Beamte sich gern zu kurzer Aussprache treffen, anregender. Hier wird man gesehen, man macht aber auch in der zwanglosesten Meise Bekanntschaften, an denen einem liegt. In der Nähe des Schlosses und der Universität könnte man sich in d-n breiten Hauptstreißen mit ihren glänzenden Läden und dem regen Verkehr in einer westlichen Residenz wäbnen, wenn nicht Landleute in ihrer malerischen Tracht die Blicke auf sich zögen. Sie erscheinen aber nur dem ungeschulten Beobachter als fremdartig. Vertieft man sich nur etwas in die Gesichtszüge d'eser kernigen Gestalten, dann findet man es durchaus in der Ordnung, daß diele gepflegte St"dt eine so farbenfreudige Bevölkerung besitzt. Es ist der ,.Kraft-durch-Freude"-Gedanke, der sich hier vergegenständlicht. Die bulgarische Lebensführung wird heute n Bulgarien. ^-Berichterstatter. mehr denn je durch die politischen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte beherrscht. Sie hat Maßhal- ten gelernt und jene Zähigkeit, die gewillt ist, allen Schicks als schlügen zu trotzen. Deshalb hütet man sich vor großen Worten. Man rafft alle Energie zusammen, um die durch das deutsche Schwert vor einem Jahr wiedergewonnenen Gebiete mit dem Kernland auf das innigste zu verbinden und das Ganze in geeinter Kraft vorwärts und aufwärts zu führen. Bei dem an sich nicht reichen Land gehört dazu eine ungeheure Energie. Denn der Weg dazu ist mit vielerlei Einschränkungen verbunden. Nicht nur in der Kleidung und sonstigen Aeußerlichkeiten! Einschneidender ist die Rationierung der Lebensmittel. Es gibt auf den Tag 300 Gramm Brot aus einer Mischung von Getreide, Mais und Sojabohnen. An einem Tag der Woche muß man auch auf dieses verzichten und sich mit Kartoffeln begnügen. Dazu sind zwei Tage vollkommen fleischfrei. Mit Entschlossenheit nehmen die Bewohner von Sofia diese Entbehrungen auf sich. Sie vertrauen der Führung ihres Königs, und sie Schanghai, 3.April. (Europapreß.) Der Rückzug der britischen und tschungkina-chinesischen Truppen aus Burma hält weiter an. Das britische Oberkommando meldet, daß die britischen Truppen im Tal des Jrawadi die Stadt Prome geräumt und sich nach Norden zurückgezogen hätten. Die tschungking-chinesischen Truppen im Sittung-Tal seien auf dem Rückzug nach Norden, die »japanischen Truppen hätten bereits die Ortschaft Jedashay, etwa 26 Kilometer nördlich von Toungu, erreicht. * Das Tal des gewaltigen Irawadi-Stromes liegt zwischen zwei hohen und breiten Gebirgsgruppen alpinen Charakters, die vom Himalajagebirge nach Süden hin auslaufen. Der Jrawadiftrom entspringt nahe der Nordgrenze Burmas und durchzieht das ganze Land in der Nordsüdrichtung. An seinem Mittellauf liegen die berühmten Erdölvorkommen. Sie wurden gedeckt durch die Engländer und ihre chinesischen Hilfstruppen, die bis vor wenigen Tagen die Linie Prome am Jrawadi und Tungu Noch ungeklärte Oie Besprechungen übe Die Lage in Indien, ist vorläufig ungeklärt. Stasford Cripps hat, wie bereits gemeldet wurde, verlauten lassen, daß er seine Abreise aus unbestimmte Zeit vertagt. Cripps hatte eine längere telephonische Unterredung mit London über die Frage einer Abänderung des ursprünglichen Indien- planes zugunsten der indischen Forderungen in der Derteidigungsfrage. Der Presse erklärte Cripps, er hoffe immer noch, daß eine befriedigende Lösung bei gutem Willen aller Beteiligten erreicht werde könne. Die Antwort der Kongreßpartei auf den Cripps-Plan soll eine verklausulierte Ablehnung der britischen Vorschläge sein. Die von Gandhis Sohn geleitete Zeitung „National Gall" will wissen, daß die Kongreßpartei in ihrer Antwort feststellt, daß sie zwar innerlich auf Seiten der Alliierten stehe, daß aber ihre aktive Teilnahme an der Mobilisierung Indiens nicht möglich sei, so lange nicht bestimmte Funktionen auf sie übertragen würden. Augenscheinlich handelt es sich hier vor allem um die Landesverteidigung. Außerdem macht die Kongreßpartei Vorbehalts gegen das Separationsrecht der Minderheiten, schließlich wird betont, daß über Aenderungsvorschläge weiter verhandelt werden könnte. Die Antwortnote der indischen Kongreß- Partei wurde am Donnerstagnachmittag vom Präsidenten des Arbeitsausschusses, A z a d , übergeben. In Begleitung Azads befanden sich Pandit N e h r u, der zusammen mit Gandhi die Formulierung der Antwort acksgearbeitet hatte. Die Unterredung mit Cripps dauerte 50 Minuten. Die ablehnende Antwort der Kongreßpartei zwingt die Engländer, ihre Verbündeten als Vermittler auf den Plan zu rufen. So hat Tschiangkaischek bereits einen Sonderkurier entsandt, der Pandit Nehru eine Botschaft überbrachte, über deren genauen Inhalt noch nichts verlautet. Cripps selbst hat eine Unterhaltung mit General W a v e l l, der seinerseits wieder den Kongreßpräsidenten A z a d empfangen soll. Aus Kongreßkreisen wird berichtet, daß Gandhi dem britischen Reformplan abweisend gegenübersteht, während Nehru zu einer Diskussion bereit sein soll. Die Haltung des Kongresses wird ohne Zweifel durch die scharfe Erklärung beeinflußt, die Subhas Chandra Bose, der Führer des Forward-Blocks innerhalb der Kongreßpartei, gegen den Cripps- Plan abgegeben hat. Die Moslem-Liga und die F ü r st e n k a m - mer haben noch keine Stellung genommen. Eine Reihe kleinerer politischer Organisationen hatte Beschlüsse gefaßt, die darauf schließen lassen, daß die Gefahr der britischen Vorschläge in Indien erkannt wird. So lehnt die H i n d u - M o h a s a b h a , die drittgrößte politische Partei Indiens, das Memorandum von Cripps ab. Auch der Ausschuß der Sikh-Partei bezeichnete die Vorschläge der britischen Regierung als unannehmbar. Anstatt die Integrität Indiens zu stärken, seien sie darauf angelegt, Indien für dauernd in mehrere Teile zu spalten. Die Haltung der Sikhs ist insofern von Bedeutung, als sie zu den „Fighting-Races" gehören und den Engländern einige der besten indischen Truppen gestellt haben. Die Sikhs wohnen in der Provinz Pundschab, die wegen ihrer geographischen wissen, daß nach diesem Vorfrühling ein Frühling und Sommer kommen, die neue Entscheidungen für eine glückliche Zukunft bringen werden. Davon zeigt sich jeder Bulgare erfüllt... Oie bulgarisch-türkischen Beziehungen. Sofia, 3.April. (Europapreß.) Gegen die englischen Versuche zur Störung der guten Nachbarschaft zwischen Bulgarien und der Türkei wendet sich der ehemalige bulgarische Kriegsminister Lu- ko ff. ^r schreibt in der Zeitung „Sora", England wolle zwischen Bulgaren und Türken Feindschaft entfachen, weil die Briten in diesen Ländern fette Objekte für ihren unersättlichen Appetit sähen. Nach den Erklärungen beider Regierungen gebe es zwischen ihnen keine Streitfragen. Bulgarien habe keinerlei Aspirationen auf die Meerengen, aber es könne ihm auch nicht gleich sein, wer sie beherrsche, weil sie die gefährdet st e Flanke Bulgariens darstellten. Auch für die Türkei sei die Freundschaft Bulgariens die beste Stütze, gesunde Beziehungen zwischen beiden Ländern seien die sicherste Garantie für den Frieden in Südosteuropa. ckzug in Burma. an dem Sittang hielten. Der Sittang ist der zweite, kürzere Strom Burmas, der parallel zum Jrawadi ebenfalls nach Süden fließt. Die Erdölvorkommen liegen zwischen Myede (75 Kilometer nördlich von Prome) und Mandate, der alten Hauptstadt Burmas, in der Mitte des Landes. Seit dem Verlust von Rangun und dem westlich gelegenen Bassein können die Engländer nicht mehr das Burma-Oel ausnützen. Die Rohrleitung nach Rangun wird am südlichen Ende von den Japanern beherrscht. Die Frage ist nur, wann die Japaner sich des burmesischen Oels bemächtigen. Der Wegfall des burmesischen Oels trifft die englische Position in Indien schwer. Denn Indien selbst hat nur sehr geringe Erdölvorkommen. Der Antransport iranischen oder arabischen Oels nach Indien ist viel länger, stellt zusätzliche Ansprüche an den so knappen Tanker- raum und ist nicht mehr ungefährdet. In dieser Not haben die Engländer die Tschungking-Chinesen nach Burma zu Hilfe gerufen, denn Burma ist die Versorgungsbasis sowohl von Tschungking-China wie von Vorderindien. Lage in Indien. r den CrippS-Vorschlag. Lage unweit der nordwestlichen Grenzen Indiens eine besondere militärische Bedeutung besitzt. Die einzige bisher nicht ablehnende Aeußerung kommt von den indischen L i b e r a l e n , die zu einem Kompromiß auf der Grundlage der Cripps-Erklärung bereit wären. Alle Berichte aus Neu-Delhi stimmen dahin überein, daß die Frage der Kontrolle der Verteidigung Indiens nach wie vor den Kernpunkt darstellt. Man hat den Eindruck, daß die Engländer ihre ganze Hoffnungen weiter auf einen Kompromiß konzentrierten und einen Abbruch der Perhandlungen auf jeden Fall vermeiden möchten. Cripps soll alle Vollmachten seiner Regierung besitzen, um jedes Kompromiß mit den indischen Führern einzugehen. Die Möglichkeit eines Vermittlungsversuches der Vereinigten Staaten für den Fall, daß die Mission Cripps durch die Weigerung der indischen Gruppen scheitern sollte, geht aus einer Mitteilung hervor, die der Vorsitzende des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Senator Connally, dem Vertreter von Reuter in Washington machte. Der Senator, der als Vertrauensmann Roosevelts gilt, erklärte, wenn die Verhandlungen mit Indien einen Punkt erreichen würden, an dem keine der beiden Parteien mehr zum Nachgeben bereit seien, würde er vorschlagen, ein gemeinsames britisch-indisches Ober, kommando zur Verteidigung Indiens zu schaffen. Connally setzte hinzu, er hoffe allerdings, daß die Lage in Indien durch die Verhandlungen Cripps mit den indischen Gruppen geklärt werden könne. Es finde jetzt einumfanareicherKuhhandel statt. Er sei aber der Auffassung, daß die britische Regierung in einigen Punkten und die Führer der indischen Gruppen in anderen Punkten nach - g e b en würden. Roosevelt hatte mit dem diplomatischen Vertreter Indiens in Washington eine zweistündige Unterredung.^ Wenn der Indier nachher erklärte, daß sich die Unterhaltung im wesentlichen mit den Aufgaben des pazifischen Kriegsrates beschäftigt hätte, so klingt diese Mitteilung um so weniger glaubhaft, als die gewöhnlich gut informierte „Washington Post" davon spricht, daß Roosevelt die Möglichkeit einer Vermittlung prüfe. Roosevelts persönlicher Vertreter für Indien, Colonel Louis Johnlon, ist am Freitag in Nen-Delhi eingetroffen. Nach den letzten Erklärungen Roosevelts hält man es für sicher, daß Johnson sich irgendwie in die Verhandlungen einschalten wird. Der „Daily Telegraph" übernimmt von feinem Korrespondenten in Neu-Delhi einige indische Pressestimmen zu den britischen Vorschlägen. Danach bemerkt „Hindustan Standar d", wenn der britische Plan Verwendung finde, dann gebe es überhaupt fein Indien mehr. Indien werde dann in mindestens drei Staaten aufgespalten: Hindostan, Pakistan und Prinkestan. — „Bombay Chronicle" meint u. a., die Vorschläge seien nur zum Teil gut, und in anderer Hinsicht auch sehr gefährlich für Indien. Verschiedene Punkte müßten ganz bestimmt geändert werden, bevor Indien sie annehmen könne. Ihre Gefahr liege darin, daß Indien in eine Unmenge kleiner Staaten Ostern in uns Mit Ostern verbinden wir seit unserer Kindheit den Gedanken der erwachenden Natur, der Ge- wißheit neuen Lebens. Unter welchem Gesichtspunkt wir das Ostersymbol auch betrachten, Voraussetzung ist immer, daß wir uns innerlich auf diesen Lcbensgedanken einstellen. Wir stehen wieder in einer schweren Zeit, dis vieles, nein alles, unser ganzes Ich verlanat Es wird Menschen geben, die die Frage stellen: Mußte dieser Krieg sein? Darauf gibt es nur eine Antwort, die sich jeher aufgeweckte und politisch denkende Mensch selbst gibt: Ja, dieser Krieg mußte sein, er mußte kommen! Er mußte kommen und ist gekommen ohne unser Zutun, ohne unseren Willen. Ihm auszuweichen, wäre Lebensverzicht gewesen. Der Osterged-anke gerade ist hierfür das beste Beispiel: Auferstehung ist nicht ohne voraufgegangenS Finternis, ohne Schatten des Todes denkbar. Der Cfterglaube spricht von einem Wunder. Dieses Wunder bietet uns die Natur m jedem Jahr aufs neue. Was in der Natur sich vollzieht, was die Symbolik darstellt, beobachten wir im Leben der Völker wie im Leben des einzelnen. Nur wer sich selbst auf- gibt, wer nicht um sein Leben, um seine Zukunft ringt, muß zugrunde gehen. Leben wird nur durch Kampf gewonnen. Deutschland führt jetzt den Kampf seines Lebens, einer ewigen Zukunft. Es stand am Abgrund, sah einen völkischen Tod vor Augen. Fremde Mächte, Volks- und artfremde Kreaturen hatten sich bei uns und in beänstigendem Umfang bereits in uns einnistet. Wir waren drauf und ran, unseren deutschen Geist, unsere deutsche Seele, unseren deutschen Glauben zu verlieren. Denken wir nur einmal mit ehrlicher" Selbstprüfung an die Zeiten des stärksten deutschen Verfalls zurück, an die Demoralisierung unseres öffentlichen, geistigeü und wirtschaftlichen Lebens, an die Verrohung 'und Entsittlichung der öffentlichen Moral. Was waren denn die deutschen Menschen damals in den Händen und in der Macht der jüdisch-bolschewistischen Totengräber Deutschlands? Willen- und machtlose Geschöpfe, dem gei- ftiaen, politischen und sozialen Tode verfallen! zitier aus dem deutschen Lebenswillen erstanden neue Kräfte, die zur Wiedergetiurt drängten. Es war nicht alles tot im deutschen Volkskörper: der deutsche Geist war nur verschüttet. Durch die Idee Adolf Hitlers wurden die deutschen Letienskräfte ausgelöst. Langsam, sehr langsam brachen sie wieder durch, überschatteten alles Volks- und Wesens« fremtie, und am 30. Januar 1933 brach das deutsche Ostern an. Wir konnten nicht erwarten, daß die Todfeinde deutschen Geistes, deutscher Freiheit, deutscher Zukunft und Ehre sich mit dem deutschen Ostern ab= finden würden. <5ie glaubten ja, mit Versailles ihr Ziel, die Entmachtung Deutschlands, die Entwurzelung deutschen Volkstums erreicht zu haben. Aber durch die Idee Adolf Hitlers vom nationalen Sozialismus wurde die alte deutsche Kraft wieder geweckt, und mit ihr stieg, erstmals in der deutschen Ge» auf geteilt werde und England damit „Hunderte kleiner Ulster (das britische Nordirland) in Indien" schaffe. — „Free Preß Journal" stellt fest, die Formel, die England den Indern zur Lösung des indischen Problems und auch jetzt wieder unterbreite, laufe stets auf dasselbe hinaus: in englischen Ketten zu bleiben oder sich zerstückeln zu lassen. Oie Geekriegslage im Miitelnieer. Die Briten in die Defensive gebracht. Berlin, 2.April. (DNB.) Für die gegenwärtige Lage im Mittelmeerraum ist die Tatsache kennzeichnend, daß die Briten in die Defensive gedrängt sind. Dies gilt nicht nur von dem schwer angeschlagenen M a l i a , sondern auch von den fortlaufenden erfolgreichen Angriffen der Ach- fenftreitfräfte gegen britische Geleitzüge. Die im Geleitdienst fahrenden Handelsschiffe vermeiden die für sie gefährlich gewordenen Gewässer und die britische Flotte hält sich in Gibraltar und Alexandria versteckt. Nur wenn es die Versorgung der eingeschlossenen Jnselfestung Malta und der Streitkräfte in Nordafrika unumgänglich macht, wird der Geleit- zug zusammengestellt, der von einer beträchtlichen Anzahl von Kreuzern, Zerstörern und Flakschiffen begleitet wird. Wenn das Meer am stürmischsten, der Nebel am dichtesten ist und trie Wolkendecke den meisten Schutz -gegen Fliegersicht verspricht, wagt solch ein Geleitzug die heimliche Fahrt an der afrikanischen Küste entlang, um Tobruk ober Malta zu erreichen. Trotz dieser vielen Vorsichtsmaßregeln werden die Geleit,züge regelmäßig von den Streitkräften der Achsenmächte entdeckt, angegriffen und zerschlagen. Infolge der dauernden Bombardements hat Malta seine Sperrwirkung verloren und ist zu einem notleidenden Stützpunkt geworden, dessen Versorgung den Briten immer größere Schwierigkeiten macht. Wenn die Kämpfe auf dem afrikanischen Festland eine zeitweilige Ruhepause erfahren, so geht der Kernpunkt der Kampfhandlungen um die Vergrößerung des eigenen Nachschubs und die Behinderung der gegnerischen Ver- forgung. Das Problem besteht immer wieder, sich besser und schneller mit Nachschub zu versehen als der Feind. Die Streitkräfte der Achsenmächte benutzten hierzu die kürze st en und schnell st en Verbindungswege, die, wenn man sie angreift, kraftvoll und wirksam verteidigt werden. Die Briten dagegen versorgen sich aus dem nahen Orient und über das Rote Meer. Aber diese Wege sino weit, zeitraubend und schwierig. Durch den ständig wachsenden Mangel an Schiffen und deren vermehrte Inanspruchnahme für andere Kampf- und Versorgungsgebiete wird die Dersorgungslage der Briten im Mittelmeerraum und in Afrika in zunehmendem Maße erschwert. schichte, die deutsche Einigkeit, die deutsche Volksgemeinschaft empor. Deutschland war auferstanden aus Ohnmacht, politischem und geistigem Too. Das mar der Grund der neuen Kriegspolitik der im Dienste des internationalen Iudmtttrms stehenden Plutokraten und des Bolschewismus. Deshalb muhte der Krieg kommen, weil ihn unsere Gegner braucht«», um das neu erstandene. Deutschland wieder in den Abgrund zu stoßen. Viel» leicht wäre ihnen das auch gelungen, wenn ter Osterglaube vom neuen Deutschland nicht unerschütterlich in unfern Herzen verwurzelt wäre. Wir muhten uns auch darüber klar sein, daß wir unser neues Deutschland, unsere wiedergewonnene Freiheit und Ehre hart würden verteidigen müssen. Denn nur in der Glut des Kampfes erhärtet sich eine Idee, zsiat sie ihre Lebenskraft. Ostern muß in uns sein, wenn wir im Kampf um unsere nationale Auferstehung Sieger bleiben wollen. Wir haben viele Toten schon gegeb»en. Und jeder Tote war uns reines Licht. So gaben sie ihr Blut und so ihr Leben: Verschwenderisch bereit, sich hrnzugetbern. Für Deutschlands großes Werden, fjiir die Pflicht. so singt Hans-Jürgen N i e r e n tz in seinem Gedicht: „So fielen Männer." Für Deutschlands großes Werden, für seine ewige Zutuns, für sein Leben müssen wir uns einsetzen mit un/serer Arbeit, mit unfern» Herz, mit unferm Blut. Oktern muß in uns sein, jenes Ostern, das uns Leden bedeutet. Friedrich der Große sagte: „Es ist nicht wichtig, daß ich lebe; wichtig ist, daß ich meine Pflicht tue." Auch die Pflicht gehört zum Lebenswillen, zum Lebenskampf. Der Soldat fetzt sein letztes em, wenn es seine Soldatenpflicht verlangt. Dürfen wir für uns, die wir daheim find, eine Ausnahme oerlangen? Nein, gerade, wenn wir Ostern in uns tragdn, müssen wir bereit sein, alles zu opfern, um das Leben unseres Volkes, die Zukunft unserer Nation zu gewinnen. Wir dürfen nicht kleinen Geistes fein, wenn es um das Größte, um das Heiligste geht, um das Vaterland. Auch hierfür hat uns Friedrich der Große ein Wort hinterlassen, das sich gerade am uns und an unsere Zeit menöet: „Ich für meinem Teil würde dem Vaterland mit diesen Worten entgegvneilen: Mein Herz ist von Liebe und Dankbarkeit durchdrungen. Ich brauche dich nicht zu scheu und zu hören, um dich zu lieben! Ja, ich gestehe, daß ich dir alles verdanke. Darum hänge ich zärtlich und unlöslich an dir. Meine Liebe und Dankbarkeit werden erst nach meinem Tode enden. Mein Leben selbst ist dein Eigentum. Wenn du' es zurückforderst, werde ich es dir mit Freuden opfern. Für dich sterben, heißt ewig im Gedächtnis der Menschen leben. Ich kann dir nicht dienen, ohne mich mit Ruhm zu bedecken." R. Posselt Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Berlin, 3.April. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Christ!, der als Gruppenkonttmandeur in einem Zerstörergeschwader bei dem Vormarsch in Libyen der erste deutsche Flieger war, der auf dem Flugplatz Derna landete, während die Bodenkämpfe noch im Gange waren und in zahlreichen kühnen Schlachtflügen sieben Panzer, 40 Lastkraftwagen und zehn Tankwagen zerstört sowie drei feindliche Flugzeuge abgeschossen hat. Als bei einem schweren Luftangriff über Sollum ein Flugzeug seiner Staffel durch Motorausfall vn Not geraten war, zog er die Angriffe feindlicher Jäger auf sich und rettete seinem Kameraden das Leben. ♦ Der Führer verlieh ferner das Ritterkreuz an Hauptmann Heuß, Bataillonsführer in einem Infanterie-Regiment, und Oberleutnant Nebel, Batteriechef in einer Sturmgeschützabteilung. Hauptmann Heuß hatte durch seine kühne Führung wesentlichen Anteil an den hervorragenden Abwehrerfolgen seiner Division. Oberleutnant Nebel ist die Inbesitznahme eines Ueberganges über die Nara trotz zähesten feindlichen Widerstandes zu verdanken, durch den die Division ohne Zeitverlust einen wichtigen Brückenkopf bilden konnte. Mit feiner Sturmgeschütz-Batterie stieß er mit aufgefeffenen Infanteristen gegen einen mit starken Feilidkräften besetzten Ort vor, vernichtete eine 7,5-cm-Kanonen- battevie und setzte zwei feindliche Batterien außer Gefecht. Italienische Flugzeuge bombardierten Gibraltar. Rom, 2. April. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Donnerstag meldet u. a.: Einer unserer leichten Kreuzer wurde im mittleren Mittelmeer von einem feindlichen U-Boot ver - Der feurige Gfen Roman von Hans von Hülsen 56. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Ulla schob den Vater in ihr Auto und gab sofort Gas. Marion ftieg in Fontanas roten Sportwagen. Er breitete ihr sorgsam die Decke über die Knie, ehe er anfuhr. .Liebe Baronin", sagte er leise: „Ich wollte das vorhin in Gegenwart Ihres Herrn Gemahls nicht ... Aber im Grunde kam es deshalb. Ich möchte Ihnen sagen:'wenn — wenn Sie etwa Hilfe brauchen —, ich bin immer ganz zu Ihren Diensten.. Marion nickte nur, die Lippen zusammenge- fniffen. In ihren Ohren fang das Blut eine wilde Melodie. Eine wahnsinnige Hoffnung hatte sie übermeistert, als bei diesem Knall die Scheiben zitterten ... als Jan sagte, das könne nur in der Sophienau gewesen sein. Es war in der Sophienau. Sie sahen, sie hörten es, sobald sie den Wald verließen. Wolken von Rauch und Dampf sahen sie und hörten gellende Schreie und gebrüllte Kommandorufe. Brandgeruch schlug ihüen entgegen, er wehte, vom Winde getragen, zwischen den Blocks aufgestapelter Hölzer hin. Flammen züngelten rot aus dem Qualm, tanzten gespenstisch im Gebälk des zerborstenen Daches. Der ganze Platz vor der Hütte war mit Glassplittern wie mit Hagelschloßen übersät. Ulla mußte halten, um die Autoreifen nicht zu gefährden. Sie sprang zugleich mit dem Vater aus dem Wagen, ließ Fehr einfach stehen und lief ins Bürogebäude, dessen Fenster wie Höhlen starrten, um nach Wulflam zu telephonieren. Atemlos kam sie heraus und schrie Fontana schon von der Schwelle zu, umzukehren und ihren Mann abzuholen. Er verstand augenblicks und fuhr davon; unterwegs senkt. Ein großer Teil der Besatzung wurde gerettet. Gibraltar wurde von unseren Flugzeugen bombardiert. Im Hafen, wo kriegswichtige Ziele wiederholt getroffen wurden, entstanden weit ausgedehnte, starke Brände. Trotz des Eingreifens der englischen Jagdflugzeuge, die ein Flugzeug verloren, kehrten alle unsere Flugzeuge zu ihren Stützpunkten zurück. Lustschutzkrieg in London. Stockholm, 2. April. (Europapreß.) Mit der Absetzung des Luftschutzkommissars für den Londoner Bezirk, Sir Warren Fisher, findet ein Streit zwischen diesem und dem Innenminister Morrison ein Ende, der damit begann, daß Vizekommissar Fisher zusammen mit Mitgliedern der Luftschutzfeuerwehr in Dienstautos zu einem Fußballspiel gefahren waren. Damals war in der Öffentlichkeit Protest gegen die Verwendung von Dienstautos und Betriebsstoffen für Dergnügunaszwecke erhoben worden. Innen- minifter Morrison hatte darauf den Vizekommissar abgebaut. Hiergegen protestierte Fisher m einem Brief an den „Manchester Guardian", worauf Morrison Sir Warren Fisher zum Rückttitt aufforderte, was dieser mit der Begründung ablehnte, die Oeffentlichkeit habe sich mit seiner Arbeit nicht unzufrieden gezeigt. Daraufhin erfolgte die Absetzung Fishers. „Osterbotschast" eines Hochgradfreimairrers. Berlin, 2. April. (DNB.) Amerikanische Sender kündigen eine „Osterbotschaft" des Präsidenten Roosevelt an die katholische Welt an, in der er diese auffordern will, mit ihm gemeinsam zu kämpfen, damit das Heidentum vernichtet werden könne, wobei er unter Heidentum wohl die Kultur Europas, nicht aber den Bolschewismus versteht. Wie der Mann, der selbst niemals Katholik war, sich plötzlich zum Anwalt des Katholizismus machen will, ist eine Groteske, wenn man bedenkt, daß er einer der obersten Funktionäre jener internationalen Freimaurerei ist, die jedem ihrer Anhänger schon bei der Aufnahme den Vernichtungskampf gegen öie christlichen Religionen zur Pflicht macht, und sie wird noch toller, wenn man das Verhältnis der offiziellen Politik der Vereinigten Staaten zum Katholizismus betrachtet. Dieses Verhältnis wurde schon begründet zur Zeit Washingtons, der ausdrücklich festgestellt hatte: „Die Regierung der Vereinigten Staaten ist in keiner Weise begründet, auf den christlichen Religionen", und es wurde dokumentiert in der ersten amerikanischen Derfaffung vom Jahre 1791,. die ausdrücklich jede staatliche Un» terstützung und Zuwendung an christliche Bekent- nisse verbot. Es führte dazu, daß in der Frühzeit der amerikanischen Entwicklung in fast allen Einzelstaaten politische Ausnahmebestimmungen erlass en wurden , die sich stets gleichmäßig gegen Katholiken und Juden richteten. Diese antiikatholische Tendenz blieb unverändert bis ins 20. Jahrhundert, wie der Fall des Präsidentschaftskandidaten Al Smith zeigte, der 1928 als aussichtsreicher Gegenkandidat Noofeoelts zurücktreten mußte, nur weil er Katholik war und so gegen den alten Grundsatz verstieß, daß ein katholischer Präsident für die Vereinigten Staaten unmöglich sei. Roch Theodore Roosevelt hatte erklärt: „Die katholische Kirche paßt in keiner Weise für dieses Land, ihr Denken steht völlig im Widersprach zu unserem Denken und zu den amerikanischen Institutionen." Der derzeitige Hüter der amerikanischen Traditto- nen hätte also in der Geschichte des eigenen Landes Stoff genug, um feine Philippika gegen die Religio ns- und Katholikenfeinde an die richtige Adresse richten zu können. Er hätte dabei auch die schönste Gelegenheit, als Vorbild auf den Nationalsozialismus zu verweisen, der im Deutschen Reich alljährlich rund 900 Millionen Mark aus Staatsmitteln den christlichen Konfessionen zur Verfügung stellt, während die Regierung der Vereinigten Staaten für den Katholizismus und öie übrigen christlichen Kirchen nicht einen einzigen Cent übrig hat. Aber eine solche ehrliche Osterbotschaft würde' nicht zu dem Charakterbild dieses Mannes passen, dessen Komödiantenpobttik nur deshalb nicht immer erheiternd wirken kann, weil sie schon allzu viel Unheil und Unglück in die Welt gebracht hat. Die Erfolge der deutschen Kriegsmarine in der Ailantikschlachi. Oer Wehrmachtbericht vom Donnerstag. D31B. Aus dem Führerhauptquartier. 2. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: 3m Osten erlitt der Feind bei feinen in mehre^ ren Abschnitten der Front andauernden Angriffen sowie bei eigenen Angriffsunternehmungen wieder hohe Verluste. Schwere Artillerie nahm kriegswichtige Anlagen ln den Vorstädten von Leningrad mit beobachteter Wirkung unter Feucrr. Die Sowjetluftwaffe verlor am gestrigen Tage in Luftkämpfen und durch Zerstörung am Boden 45 Flugzeuge. 3n Rordaf rika wurden Flugplätze und Zeltlager in der IHarmarica sowie die Wüstenbahn und britische Kraftfahrzeugkolonnen im ägyptischen Küstengebiet erfolgreich bombardiert. Rollende Angriffe starker Kampf- und Jagdflieger- verbände richteten sich bei Tag und Rächt gegen- militärische Anlagen der Insel Malta. Volltreffer in Flugzeughallen, Unterkünften.und zwischen abgestellten Flugzeugen riesen starke Brände und Explosionen hervor. Britische Flakstellungen wurden niedergekämpft. 3m Hafen von £a K aletta erhielten Unterseeboote und Zerstörer des Feindes Bombenvolltreffer. 3n Luftkämpfen wurden drei britische Flugzeuge abgeschossen. 3talienische Bomber griffen mit gutem Erfolg die britische Festung Gibraltar an. Störangriffe britischer Bomber richteten sich in der letzten Rächt gegen das Reichsgebiet. Die Zivilbevölkerung hatte einige Verluste. Der wirtschaftliche Schaden ist gering. Rachtjäger und Flakartillerie schossen elf der angreifenden Bomber ab. Der K a m p f gegen die v e r f o r g n n g sf ch i f f- fahrt Großbritanniens und der Vereinigten Staaten brachte im Monat März große Erfolge. Kriegsmarine und Luftwaffe versenkten 105 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 646 900 BRT. An diesem Erfolg ist die deutsche U-Boot-Waffe durch die Versenkung von 91 Schiffen mit zusammen 584 900 BRT. beteiligt. Außerdem wurden weitere 39 Handelsschiffe des Feindes durch Torpedo- und Bombentreffer schwer beschädigt. Der Wehrmachtbericht vom Freitag. DRV. Aus dem Führerhauptquartier. 3. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Trotz heftiger örtlicher Vorstöße des Gegners ist im ganzen ein Rachlassen der feindlichen Angriffstätigkeit im Osten festzustellen. Bei eigenen Angriffsunternehmungen wurde eine größere Anzahl von Ortschaften genommen. An der Kaukasusküste warfen Kampfflugzeuge einen großen sowjetischen Tanker in Brand. 3m Seegebiet von Kertsch wurde ein größeres Handelsschiff durch Bombenrvurf beschädigt. 3n Rordafrika erzielten deutsche Kampfslug- zeuge Bombentreffer auf zwei feindlichen Handelsschiffen bei Tobruk. 3n Luflkämpfen wurden sechs brittsche Flugzeuge abgeschossen. Die Luftangriffe auf militärische Anlagen in La Valetta und auf Flugplätze der 3 nfel Malta »vurden bei Tag und Rächt fortgesetzt. 3n Luftkämpfen schossen deutsche 3äger vier britische Flugzeuge ab. 3n der Rächt zum 3. April griffen deutsche Kampfflugzeuge kriegswichtige Ziele und die Hafenanlagen in Dover und Portland an. Starke Brände und Explosionen wurden beobachtet. 3n den Monaten Februar und März führte die DerGlaube an dasLeben Kein Mensch weiß, was eigentlich Leben ist. Wia alles Letzte läßt es sich nicht zergliedern und beschreiben, sondern nur erahnen und fühlen. Aber wir spüren, daß es das Größte ist und daß in ihm das Göttliche dem Menschen am nächsten. In befon* derer Tiefe spüren wir das im Frühjahr, wenn die Gewalten der Erde in dem unverrückbaren Kreislauf des Werdens aus der ewig^alten Welt der Stoffe die ewig neue Welt der Formen schaffen. Die öde Fläche des Feldes belebt sich mit bunten Farben, die im Winter so sttlle Luft füllt sich mit den Liedern der Vögel, auf alle Sinne dringt die unter dem Licht der steigenden Sonne wieder erwachte Natur ein, und wir selber fühlen uns den geheimnisvollen Mächten des Lebens mehr untertan, zum Zeichen, daß auch wir in der Ordnung des Irdischen stehen, nicht bloß mit unserem leiblichen Dasein, das der Sonne ebenso dankbar ist wie die Blumen des Gartens, sondern auch in Geist und Gemüt. Neuer Mut wendet sich neuen Zielen zu, das Mehr an Tageslicht scheint auch seelische Wirrnis unt)i Dunkelheiten des Schicksals aufzuhellen, und scheinbar unüberwindliche Schwierigkeiten erscheinen weniger unüberwindlich — das sieghafte Leben bewährt seine Gewalt immer zuerst am Leben selber. Viele in unserem Volke werden diesmal die Botschaft des Lebens nur mit Wehmut vernehmen. Zu tief hat das Geschehen des Krieges in ihr Dasein einbegriffen, und wem das ganze irdische Glück zerschlagen ist, der ist nicht sehr empfänglich für die andringende Schönheit der wiedererwachten Natur. So denken bedeutet indes an der tiefsten Wahrheit des Frühlings oorbergeben. Wenn die Völker im Frühjahr mit ihren Festen das Leben feiern, so feiern sie nicht nur das Werden, das ihnen draußen im Grünen des Feldes entgegentritt und das von vornherein zum Vergehen bestimmt ist, sondern das Leben, das über dem Werden steht und auch das Vergehen mit einschließt. Leben ist mehr als „das Leben". Jedes Saatpflänzchen ist stummer Verkünder dieses Glaubens: das Samenkorn muhte sterben, damit das Leben sich darüber erheben könne. Wir kennen die beiden Gewalten, die über uns sind nach Gottes Ordnung und die die Melodie unseres Daseins bilden, aber die eigentliche Macht ist das Leben. Alles Vergehen ist nur Abwandlung des Werdens, ist Durchgang zu neuen Formen. In der Welt dieses Glaubens', der aus den Tiefen des menschlichen Wesens selber kommt, gibt es im Grunde keinen Tod mehr, sondern nur Leben. Gerade die deutsche Seele hat stets ihren Lebensglauben dem Schein der Vergänglichkeit entgegen^ gestellt. Andere Völker legen die Toten auch in die Erde, daß sich der Kreislauf des Stofflichen vollende. Aber sie legen dann weiter Totes auf Totes, sie bauen Pyramiden aus Stein über dem Toten oder verschließen das Grab mit Steinen, nur das deutsche Gemüt pflanzt Blumen auf die Stätte des Todes, nicht um den Ort der Verwesung mit einem gefälligen Schein zu umkleiden, sondern um den Glauben an das Leden zu bekennen. Göttliches Leben ist überall, wir haben kein Recht, es nach den Grenzen menschlicher Leiblichkeit abzuteilen und es nur in bestimmten Personen wirksam und ewig zu denken. Wo das Dunkle und Niedrige, wo die Verzweiflung und die Selbstsucht überwunden sind, da ist die Kraft des Lebens am Werke. Wer die Frühlingstage des Jahres 1933 erlebt hat, der wird immer etwas von seinem Geheimnis in sich tragen. Glich nicht unsere Welt der Jahre zuvor einem einzigen Friedhof? Riesige Vermögenswerte, in denen der Fleiß und das Blut vieler Geschlechter steckte, waren sinnloser Vernichtung oder fremder Schiebung preisgegeben. Schlimmer war jedoch die Zerstörung unersetzlicher Gemütswerte: daß der Lebenswille des deutschen Volkes zerschlagen wurde, daß sich Hoffnungslosigkeit über das Land breitete, daß Untergangsstimmung die Seelen zersetzte. Aber nicht bloß Welken und Sterben schien eingekehrt, nein, die Verwesung selbst deutsche Kriegsmarine neben ihrem Kampf gegen die feindliche Versorgungsschisfahrt auch erfolgreiche Unternehmungen gegen die Seestreitkräfte Großbritanniens und der Vereinigten Staaken durch. 3n diesen beiden Monaten versenkte die deutsche Kriegsmarine: 1 Kreuzer der Leander-Klasse, 8 Zerstörer, 3 Korvetten, 4 Torpedoboote, 12 Motortorpedo- und Motorkanonenboote, 5 Vervachungssahr- zeuge und 3 Unterfeebootjäger; außerdem versenkte die deutsche Luftwaffe: 2 Motorkanonenboote, 3 Be- wachirngsfahrzeuge. Ferner nmrden durch Kampfhandlungen deutscher Seestreitkräfte und durch Luftangriffe 37 feindliche Kriegsschiffe beschädigt, darunter 10 Kreuzer, 11 Zerstörer und 5 Unterseeboote. las er einen der völlig kopflos entfliehenden Arbeiter auf, unbändig neugierig, Näheres zu hören. Als sich unter einem Windstoß die schwarze Rauchwolke ein wenig hob, sah Fehr vor dem verbogenen, gänzlich scheibenlosen Fenster der Hütte Abbeg, das Messingmundstück der Feuerspritze in den Händen, wie er den scharfen Strahl ins qualmige Innere prasseln ließ, daß weiße Dampfwolken durch das eiserne Gerippe quollen. Er hatte hinzueilen wollen, Hand anzulegen, retten ... doch Abbegs Anblick band seinen Fuß. Ingrimmig biß er die Zähne aufeinander. Plötzlich fühlte er Marions Hand in seinem Arm, hörte im allgemeinen Getöse einen Schrei aus ihrer Kehle, so sonderbar, daß er ihn lange nicht vergaß; brennende Teile des Daches, Balken und Sparren, waren haarscharf neben Abbeg funkenstiebend niedergestürzt! Er sah, noch immer diesen seltsamen Aufschrei im Ohr, Ulla über das splitterbesäte Trümmerfeld gegen die Hütte eilen ... Und er, er selber mußte hier stehen und tatenlos zusehen, wie das Erbe von Vater und Vorvätern niederbrannte! Es war nichts zu retten. Die eigentliche Hütte war verloren, man durfte froh fein, wenn die Nebengebäude, Schleiferei, Lager, Büro bewahrt blieben — das erkannte Fehr sofort. Es mußte eine Explosion von ungewöhnlich gewalttätiger Heftigkeit erfolgt sein, irie das Dach zerrissen und alle Fenster der ganzen Anlage zerstört hatte. Sie Ursache? Er ahnte sie ... Nach zehn Minuten war Fontanas rotes Auto wieder da. Dr. Wulflam schüttelte dem Schwiegervater die Hand und lief zu Abbeg. Der übergab den Schlauch einem Arbeiter, der ihn mit sichtlicher Unlust nahm, und ging raschen Schrittes mit dem Arzt in die Schleiferei hinüber, wo man die Verletzten untergebracht hatte. Sah er Marion und Fehr nicht? Er wollte sie nicht sehen. Er schritt in zehn Meter Abstand rasch vorbei .,. Fontana stand neben den beiden und erzähtte, was er aus dem unterwegs aufgelesenen Arbeiter herausgefragt. Der Mann hatte völlig den Kopf verloren, er wollte wissen — es war entsetzlich! —, daß alle Meister und Lehrlinge, die um den großen Ofen beschäftigt gewesen, bei der Explosion umgekommen waren. Der Ofen sei völlig zerborsten, das flüssige Glas habe sich in die Hütte ergossen und dadurch sei im Nu der Brand entstanden. Schwerfällig schwankte ein Gefährt über den zerfahrenen Waldweg heran: die Gutsspritze von Nieder-Lappersdorf. Fontana hatte einen Beweis von Geistesgegenwart gegeben, indem er sie durch einen Jungen im Dorfe mobil machte. Demblin faß neben dem Kutscher. Gleich darauf kam Forstmeister Koch, der ein paar Waldarbeiter in seinem Auto mitbrachte, und meldete sich bei seinem Ches, ehe er zur Hilfeleistung abrückte. Rittmeister Demblin drückte Fehr die Hand: „Was sagen Sie, Baron? So hatte ich mir meinen Weg zu Abbeg allerdings nicht gedacht! — Na, erst mal retten, was zu retten ist! Wenn etwas zu retten ist! Sieht ja böse aus .. Kurz hintereinander fuhren an die Motorspritze aus der Kreisstadt — Abbeg hatte sie sofort telephonisch gerufen —, der Gendarm auf feinem Motorrade und Landrat Ollendahl, dem dienstliche Meldung gemacht worden war.. Der Landjäger fragte nach Direktor Abbeg und ging durch den Funkenregen des völlig zusammengestürzten Daches in die Schleife. Ollendahl verweilte sich ein wenig bei Fehr, derweil die Feuerwehrmänner rasch eine Schlauchleitung zum Bache legten. „Gräßliches Unglück", sagte er: Gibt es Tote?" Fontana berichtete wichtig, was er gehört habe. „Meine Tochter und Dr. Wulflam sind bei den Verletzten", sagte Fehr. „Wie viele? Keine Ahnung. Wer im Betriebe war, hat wohl was abgekriegt, da ist wenig Hoffnung .. „Aber — wie konnte das Unglück denn überhaupt passieren?", wollte der Landrat wissen: „Es hat doch auf der Sophienau noch nie so was gegeben, solange sie steht!" Fehr zuckte die Achselrq „Zu meiner und meiner Väter Zeit — in den bescheideneren Verhältnissen — niemals. Ich kann mir als Mann vom Bau nur so meine Gedanken machen .. „Wäre mir ungemein wertvoll, sie kennenzu- lernen, Baron. Was vermuten Sie?" „Ich vermute Glasgalle. — Ach so, Sie wissen nicht, was das ist! Eine höchst gefährliche Sache, — die natürlich in einem sorgfältig geführten Betrieb nicht Vorkommen kann. Also — die fogenannte Glasgalle bildet sich im Hasen, wenn die für dis Schmelzmasse verwendeten Mineralien nicht genügend rein sind. Wenn da Schweinereien passieren, so sitzt auf der flüssigen Glasmenge eine dünne Schmelze aus Kalzium- und Natriumsulfat. Und die ist hochexplosiv, sobald sie mit Wasser in Berührung kommt „Donnerwetter! Und halten Sie für möglich, daß Direktor Abbeg —?" Nochmals ein Achselzucken: „Bei seinem Prinzip, mit dem geringsten Aufwand die größten Wirkungen zu erzielen, — mög* lichst rationell, d. h. möglichst billig zu produzieren. Es ist noch keine vierzehn Tage her, daß ich ihn auf die Gefahr aufmerksam machte — meine Frau und ich sahen uns damals seinen Betrieb hier an, Herr Fontana war auch dabei .. »Interessant! — Gehen wir mal zu ihm?" Fehr zögerte eine Sekunde, bann: „Sie müssen allein gehen, Herr Ollendahl. Ich bin im Moment nicht in der Lage, mich mit Herrn Abbeg zu unterhalten." „Wieso?" „Ich sage es Ihnen im Vertrauen: es schwebt seit gestern ein Ehrenhandel zwischen mir und ihm." „Ach nee!" Der Landrat war sehr betroffen. ,Ist doch wohl nicht möglich?" — Na, der muß nun selbstverständlich ruhen, bis die Untersuchung abge« schlossen ist, und die Schuldfrage geklärt. Das versprechen Sie mir in die Hand, Baron?" „Selbstverständlich." I (Fortsetzung folgt- schien bereits da zu sein utib mit ihrem Gifthauch das Gesunde, Lebendige zu versengen. Das Gemeine reckte sich aus allen Abgründen und Untergründen des Daseins empor. Bis dann eine aus den Tiefen des Ledens selbst gespeiste Bewegung mit der Kraft ihres Glaubens den Bann des Todes brach und über dem deutschen Volk ein neues Ostern aufgehen' ließ. Das Leben Gottes ist nicht nur in der Natur, sofern auch im Geschehen der Völker, nicht nur in einzelnen Gestalten der Geschichte, sondern auch in der Gegenwart. Dieser Glaube ist eine gewaltige Macht. Er nimmt dem Menschen die letzte Furcht und führt ihn in die Freiheit, denn allein der, der die Furcht vor dem Tode nicht kennt, ist frei. Der Soldat weiß um diese letzte Wahrheit. Er überwindet den Tod, aber nicht, weil ihm das Leben nichts ist, sondern weil er gewiß ist, daß aus der großen Wandlung, die wir mit menschlichen Worten Tod nennen, neues Leben hervorgeht. Alles Leben fordert Opfer, und die, die heute draußen sterben, tragen in sich die Gewißheit, daß dos Opfer von ihnen verlangt wird, damit ihr Volk lebe. Das zu wissen, ist das Entscheidende, dann glauben wir nicht mehr bloß an das Leben, dann haben wir es. W. F. Chiles neuer Präsident. Santiago d e Chile, 3.April. In der Ehrenhalle des Nationalkongresses übernahm der neugewählte chilenische Präsident sein Amt. Präsident Rios erklärte der Presse: „Ich fordere einen sozialen Waffenstillstand, um den nationalen Wiederaufbau verwirklichen zu können. Die Regierung wird mit allen Ländern die Beziehungen aufrechterhalten, jedoch auch ihre Pflichten der kontinentalen Solidarität im Einklang mit den Wünschen und dem Willen der Nation erfüllen." Unter den Vertretern fremder Staaten, die zu dem Staatsakt nach Santiago de Chile gekommen waren, befand sich auch der argentinische Außenminister Ruiz G u i n a z u. Er sagte, Argentinien und Chile seien gegenwärtig Träger besonderer Missionen in Südamerika. Die Analogie der Außenpolitik beider Länder, wie sie sich in Rio de Janeiro gezeigt habe, beruhe auf dem selbstverständlichen Derantwortungs- bewuhtsein, mit dem beide Nationen sich als Herren ihres eigenen Schicksals fühlen. Beiden sei gemeinsam das Bestreben, sich von kriegerischen Konflikten fernzuhalten. Oer-1200.GeburtstagKarlsdesGroßen Aachen, 2. April. (DNB.) In der alten Kaiser- stadt Aachen veranstaltete das Hauptkulturamt der NSDAP, eine Gedenkfeier aus Anlaß des 1200. Geburtstages Karls des Großen. Nach Händelfcher Musik nahm Gauleiter Staatsrat G r o h € das Wort. Wenn wir von Karl dem Großen nicht mehr wüßten, als das, was uns die Aachener Baudenkmäler aus feiner Zeit verkünden, dann würde das uns allein schon mit Ehrfurcht vor ihm erfüllen und erkennen lassen, daß es sich um einen überragenden Mann der Geschichte gehandelt hat. Durch den von Karl dem Großen vollzogenen Zusammenschluß der germanischen Stämme wurde eine Entwicklung angebahnt, die die Voraussetzung für das deutsche Dasein von heute und für das Emporwachsen zu einem wirklichen deutschen Volk war. Es entstand ein Reich, das Fortschritt und Wohlstand brachte und das dadurch, daß es das ganze damalige Europa umfaßte, zur Weltmacht der Zeit geworden war, die der Gefahr, die den germanischen Stämmen sowohl aus dem Osten wie aus dem Südwesten drohte, begegnen konnte, wenn sich in den späteren Jahrhunderten das Schwergewicht des Reichs auch Mehrfach verlagerte, wenn sogar schon wenige Jahrzehnte nach dem Tode Karls des Großen sich eine Aufspaltung ergab, so blieb doch die Ueberroinbung des Engen und das Verständnis für die Gemeinsamkeit. Wir sehen in Karl dem Großen den Erzwin- ger deutscher Einheit und den Gründer unseres ersten Reiches. Die geschichtliche Tragik, die wir im Zusammenprall Karls mit dem Sachs enherzog Widukind sehen, erscheint heute als eine notwendig gewesene Entwicklungsstufe, nachdem wir auch in der späteren deutschen Geschichte entwicklungsnotwendige Zusammenstöße erleben, wie sie uns z.B. in dem Namen Friedrich der Große und Maria Theresia gegenüber» treten. Karl der Große handelte als Germane, und wenn sich die Geschichtsschreiber über seine Motive nicht immer einig waren, so haben wir festzustellen, daß, wenn überhaupt nach so langer Zeit das Motiv eines Handelns ergründbar ist, dies nur ebenso großen Männern möglich sein kann. Wir sehen das Ergebnis im Hinblick auf die Größe und Bedeutung unseres Reiches und die deutsche Volkswerdung, die nun durch und unter Adolf Hitler vollendet wird. Mit einer tiefen Aufgeschlossenheit schaut heute deshalb unser Volk auf seine große Vergangenheit, und nicht zuletzt schöpft es daraus die Kraft zur Erfüllung der geschichtsbildenden Aufgaben, die das Schicksal nunmehr von ihm erwartet; unser Volk ist glücklich, daß ihm zur rechten Zeit in Adolf Hitler wieder einer jener ganz großen Männer erstanden ist, deren Werke wir säkular nennen dürfen. Dieser Große unserer Zeit hat seinem Volk in der nationalsozialistischen Lehre jene geistige Einheit und Basis gegeben, die im Volke selbst Sinn und Zweck allen Kampfes und geschichtlichen Handelns erblickt, nachdem die religiöse kirchliche Einheit seit Jahrhunderten aufgehört hat. Die europäische Führung ist wieder auf das Reich übergegangen, und damit ist der europäischen Abwärtsentwicklung, die wir feit der Entstehung des englischen Weltreiches als Folge der europafeindlichen englischen Politik beobachten mußten, ein fester Riegel vorgeschoben. Deutschland, durch seine Lage und seine Menschen von Natur aus dazu berufen, geftiltet wieder das Schicksal des Kontinents, und wie damals durch Karls des Großen Reichsgründung die germanischen Stämme ihre Rettung vor tödlicher Gefahr erfuhren, so verdankt das Europa unserer Tage seine Freiheit und sein Leben dem Reiche Adolf Hillers, ohne dessen kraftvolle Existenz die Zerstörung durch den Bolschewismus nicht aufzuhalten gewesen wäre. Wenn damals aber schon das Glück Europas feine Voraussetzung in einer Zusammenfassung der germanischen Stämme in einem mächtigen Reich hatte, dann bedarf das Europa von heute erst recht einer solchen Zukunftsvoraussetzung. Die weihevolle Feierstunde sand mit den Liedern der Nation ihren Ausklang. Auch Frankreich feiert Karl den Großen Paris, 3. April. (Europapreß.) Im Rathaus von St. Denis fand eine Feier zur Erinnerung an den Geburtstag Karls des Großen statt. Die Stadt St. Denis wurde gewählt, weil Karl der Große dort getauft worden ist, und weil sie Sitz der ersten fränkischen Könige war. Bei der Feier waren der Delegierte der französischen Regierung, Botschafter de Brin o n, und der deutsche Botschafter A b e tz, durch ihre Mitarbeiter vertreten. Auch Vertreter der deutschen Besatzungsbehörden waren anwesend. Die Festrede hielt Abel B o n • narb von der französischen Akademie. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Dr. Goebbels sprach im Reichsministerium für Dolksauftlärung und Propaganda zu Kriegsberichtern der Propagandakompanien, die zum größten Teil von der Oftftont zu einem propagandafachlichen Lehrgang nach Berlin gekommen sind. * Zu einer Besprechung in Venedig trafen sich Reichsjugendführer Axmann und der faschistische Parteisekretär, Generalkommandant der GIL., Vi° d u s s o n i. Im Geiste herzlicher Kameradschaft wurden Fragen der deutsch-italienischen und europäischen Jugendarbeit besprochen. Wie der Londoner Nachrichtendienst zugeben muß, kehrten von den in der Nacht zum Donnerstag unternommenen Luftangriffen 15 britische Bomber nicht zurück. * Der australische Ministerpräsident Curtin und sein Amtsvorgänger F a d d e n wurden vom englischen König zu Mitgliedern des britischen Kron- rates ernannt. * Das Marine-Departement der Vereinigten Staaten gibt jetzt den Verlust des Flugzeugmutterschiffes .Langley" zu Es wurde südlich von Java Anfang Februar versenkt. Cs hatte eine Geschwindigkeit von 15 Seemeilen und war 11 050 t groß. Seine Besatzung betrug 460 Mann. Das Marinetankschif „P e c o s" (14 800 t) hatte die Ueberlebenben des Mutterschiffes an Bord genommen, wurde aber einige Tage später ebenfalls versenkt. . Der kanadische Ministerpräsident Mackenzie King wird demnächst in Washington erwartet, wo er an den Beratungen des Pazifik-Kriegsrates tettnehmen wird. * Die englischen Militärbehörden in Syrien haben sich geweigert, den fünften Angeklagten im Prozeß wegen des Attentats auf den deutschen Botschafter von Papen, den sowjetischen Staatsangehörigen Stephan, an die türkischen Behörden auszuliefern, da ein Auslieferungsvertrag zwischen der Türkei und Syrien nicht bestehe. * < In Washington wurden die Ratifikationsurkun- den über einen Entschädigungsvertrag zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten ausgetauscht. Au Grund dieses Vertrages wird Mexiko den USA.- Bürgern, deren Erdölkonzessionen von der mexikanischen Regierung aufgehoben worden waren, 40 Millionen Dollar' Entschädigung zahlen. Der bessere Soldat blieb Sieger. Von Major i. G. von Widekind, Der Satz „Widerstände sind dazu da, um überwunden zu werden" wird jedem jungen Soldaten unseres Heeres bei Beginn seiner Dienstzeit eingeprägt und ist zum Glaubensbekenntnis jedes alten Soldaten geworden. Der Soldat hat es vor allem im Kriege gelernt, hart gegen sich selbst zu werden und Widerstände mit allen Mitteln zu überwinden. Wer in der Heimat aber macht sich eine Vorstellung davon, was es in den hinter uns liegenden Monaten unserem Ostheer für Anspannung, Härte und Entsagung gekostet hat, die Widerstände des Winterkrieges im Osten zu überwinden. Andersartige und in ihren Ausmaßen ungewohnte Schwierigkeiten türmten sich zu Beginn des Kampfes im rus- iscben Winter vor den Soldaten unseres Heeres auf. Ihre Beseitigung erforderte neben Mut und Tatkraft viele Erfahrungen; manches Lehrgeld mußte erst gezahlt werden. Dieser Winter, dessen Ende nun langsam heran- rückt, war selbst für russische Verhältnisse außergewöhnlich kalt und schneereich. Das bedeutet, daß weit über das vermutete oder auch nur geahnte Maß hinaus Menschen, Tiere, Kraftfahrzeuge und Material unter der grimmigen Kälte zu leiden hatten und infolge des starken Schneefalls und der Schnsestürme nicht nur Bewegungen abseits der Bahnen und Straßen nahezu unmöglich gemacht, sondern diese Verkehrslinien selbst immer wieder von der Gefahr des Zugeschneit- oder Verwehtwerdens bedroht wurden. Die Führung «ft in diesem Winterfeldzug im Osten oft vor nahezu unlösbare Aufgaben gestellt worden, und hat sie trotz aller Schwierigkeiten und trotz der Widerstände, die ihr die Natur und ein erbittert kämpfender Gegner entgegenstellten, gemeiftert Die Grundlage für {eben Befehl bildet die Berechnung nach Raum und Zeit. Das heißt, wann kann eine Truppe an diesem oder jenem Ort stehen? Wann sind die Vorbereitungen zur Verteidigung und zum Gegenangriff beendet? Welch Zeit braucht eine Kolonne mit Versorgungsgütern zu einer im Kampf stehenden Division? Erfahrung und Wissen bilden im allgemeinen die Grundlage, um diese Berechnungen vorzunehmen und entsprechende Befehle zu geben. Aber wie schwer ist es, Befehle zu geben, wenn eine übermächtige Natur alleBerechnungen über den Haufen wirft, wenn Schneeverwehungen die Sttaßen und Eisenbahnlinien sperren oder wenn — in wenigen Wochen bei Ausgang des Winters — bisher tragfähige Eisdecken zu tauen und die Straßen sich in einen Morast zu verwandeln beginnen. Wie soll die Führung ihre Befehle der Truppe übermitteln, wenn die Fernsprechleitungen vom tobenden Schneesturm zerrissen werden, wenn Flugzeuge und Kradmelder im Kampf gegen die entfesselten Mächte der Natur nicht eingesetzt werden können, und nur Schlitten oder Skiläufer nach stun- langer Verspätung an ihr Ziel gelangen? Je hartnäckiger der Kampf tobt, desto mehr Munition wird benötigt. Bei Kälte und großer Anstrengung bedürfen Mann und Pferd besonders reichlicher Verpflegung. Wie aber soll dies alles nach vorn gebracht werden, wenn jeden Tag die vom Schnee verwehten Straßen neu gebaut oder neue Aushilfen durch Umleitung auf bessere Wege ober durch Versorgung aus der Luft gesucht werden müssen? Was in diesem Winterfeldzug an den Nerven der Führung gezerrt hat, was von all den Soldaten unseres Heeres verlangt worden ist, welche die Versorgung der Truppe zu bearbeiten und durchzuführen haben, ist unwahrscheinlich groß und höchster Anerkennung wert. Wenn vom Abwehrkampf im Osten gesprochen wird, erwachen oft Vorstellungen aus der Weltkriegszeit, wo sich in der Zeit des Stellungskrieges ein gutausgebautes System von Gräben und Unterständen quer durch das Land zog. Doch wer kann Stellungen bauen, wenn plötzlicher Frost von fünfunddreißig bis vierzig Grad Kälte die Erde bis zu einem Meter tief und darüber gefrieren laßt und immer neue Schneefälle alle Erdarbeiten und Hindernisse verwischen und meterhoch zudecken. Jedes Schützenloch, jede Stellung für Maschinengewehre ober Panzerabwehrkanonen ist in ber Winterschlacht im Osten mit Sprengmunition unb Spitzhacke der Erbe abgerungen worden, in tagelanger angestrengtester Arbeit. Die waldreichen Gegenden ber Mitte unb bes Norbens ber Sowjetunion geben wenigstens noch bas nötige Bauholz für eingedeckte Postenstände, Unterstand unb Hindernisse, woher aber sollte man bas Holz in der walbarmen Ukraine nehmen, wo jebes Stück Holz bringend als Brennmaterial benötigt wird? Aus Trümmern zerstörter Häuser hieß es das Material zum Stellungsbau °zu beschaffen Und es dann stundenweit anzutransportieren. Doch Stellungen — mögen sie auch jetzt im Ostwinter noch so primitiv sein — geben wenigstens dem kämpfenden Soldaten einen gewissen Schutz vor der Kälte unb dem eisigen Wind. Sie gestatten in den Gefechtspausen Aufwärmung; günstigstenfalls aber hat hier und da der deutsche Soldat die im freien Gelände anftürmenben Sowjets aus dem roärmenben Bunker heraus bekämpfen können. Oberkommando des Heeres. Doch nicht überall an ber langgestreckten Front mar ber Kampf in Stellungen erstarrt. An vielen Stellen wechselte der Angriff mit Ausweichen, Verteidigung mit dem Gegenstoß gegen eingebrochene Kräfte des Feindes. Da aber gab es keine schützenden Stellungen keine wärmenden Ruheguartiere in elenden Sowjetkaten, sondern nur Kampf, kurzes Wärmen am offenen Feuer, das irgendwo an einer wind- gefchützten Stelle entzündet wurde, ober auch manchmal kurze Ruhe — oft durch Alarm unterbrochen — in selbstgebauten Zelten, Hütten aus Tannen- reisig oder Schneelöchern. Hatten bann aber neue Schneefälle eingesetzt, die Spuren unb Straßen verschwinden ober ungangbar werden ließen, so stockte -für diese Kämpfe oft noch ber Nachschub. Wieder hieß es bann, warten unb weiterkämp- f e n bis Verpflegung unb Munition herankam. All diesen Widerstänben zum Trotz aber hat die Abwehrfront unseres Ostheeres gehalten. Ihre erbitterten Kämpfe führten unsere Soldaten aber nicht nur gegen eine ungewohnte Natur, sondern auch gegen einen tierhaften, gegen Entbehrungen, Leiden unb Tod abgestumpften Natur* * Menschen, der unter ber bolschwistischen Herr» schäft nie anberes kennengelernt und auch niemals eine Besserung ber äußeren Umstände seines Lebens zu erwarten hatte. Wir westlichen Menschen, zum Teil verstädtert unb ber Natur mehr entfrem- bet, haben die Schrecken eines Winters, wie er im Osten herrscht, nie vorher kennengelernt. Gewiß hat die soldatische Erziehung unsers Volkes, haben vormilitärische Ausbildung, Berg- und Skisport die Soldaten unseres Heeres Härte gelehrt und sie mit winterlichen Verhältnissen unseres Klimas vertraut gemacht. Aber was besagt bas alles gegen ben russischen Winter unb jenen Gegner, ber mit diesem Klima unb dem eigenen Land, mit Weg und Steg vertraut, durch wegloses Gelände und große Wälder bei Nacht unb Schneesturm seine Spähtrupps auf Schleichwegen in ben Rücken unserer Soldaten führte. Was bebeuteten in diesem Winter die Erfahrungen der Kämpfe im Westen, Norden und Süden, wenn die Sowjets ttotz klirrender Kälte immer wieder zum Angriff ansetzten, auch wenn sie bereits bei den Kämpfen vorher im gleichen Ab- ,schnitt Hunderte und aber Hunderte nutzlos geopfert hatten, in dem erfolglosen Bemühen, die oft an Zahl weit unterlegenen Besatzungen eines iw lerer Stützpunkte ober eines Dorfes durch ihre Massen zu überrennen. In diesem Kampf mit einer grausamen Natur und einem fanatisierten, oft aber auch zwangsweise zum Angriff getriebenen Gegner, konnte nur ber bessere Soldat Sieger bleiben. Dieser Sieger in ber Winterschlacht aber ist ber deutsche Soldat des O st h e e r e s. Er hat in den hinter uns liegenden Monaten des Winterfeldzuges im Osten einen Abwehrsieg erkämpft, ber dem Gegner schwerste Verluste an Menschen und Material beibrachte. Das Gefühl ber inneren Ueb erle gen- heit über den Gegner gab ben Soldaten unseres Heeres die Kraft zum Kampf auch in manchmal fast ausfichstlos erscheinender Lage. Es ist dieses Uederlegenheitsgefühl, das ihn befähigte auszuhar- ren und zu kämpfen im Bewußtsein der eigenen Kraft, ber besseren Ausbildung und einer soldatischen Haltung unb Pflichtauffassung, die dem deutichen Soldaten angeboren ist. Wie hätte sonst jener Batterieführer, ber vor der Feuerstellung seiner Batterie unvermutet breihundert durchgebrochene Sowjets entdeckte, diese Angreifer mit nur einem Maschinengewehr und fünf Kanonieren zum Stehen bringen und wieder aus dem Hauptkampffeld hinauswerfen können? Wie konnte es sonst eine Nachschubkolonne wagen, mit ihren wenigen Fahrern und Fahrzeugbegleitern ein in die Winterstsllung eingebrochenes sowjetisches Bataillon zum Kamps zu stellen und zu vernichten? Allein dieses lieber» legenheitsgefichl ber Soldaten unseres Heeres gab den Besatzungen der Stützpunkte die Kraft sich zu halten, wenn einmal sowjetische Skibataillone zwischen ihnen hindurckgebrochen waren und nun die Stützpunkte von allen Seiten wie ein Meer^ um» brandeten. Sie blieben auf ihrem Posten und warteten, bis die schnell zusammengezogenen Reserven sich ben Sowjets entgegenwarfen und die Lage wiederherstellten. Die Kraft zu solchem Kampf und zu solchem Aushalten aber haben nur Soldaten, die äußerlich und innerlich burch eine Harke Schule, eben bie Schule dieses Winterkrieges gegangen sind und die den Glauben an ihre eigene Ueberlegenheit nicht verloren haben. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß der Soldat unseres Oftheeres aus den Kämpfen dieses Winters noch härter und entschlossener hervorgeht, so ist es das Wissen um diese Tatsache, die in sich bie Gewißheit neuer Erfolge bergen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm firniße. Stellvertreter deS Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thhriot; für Stadt Giessen, Provinz Wirtschaft und Sport: Ernst Blum>chein. Druck und Verlag: Brtchlfche UniverjitätSdrudcret R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiler: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. sagt der Laborant Gottlieb K... ans Stuttgart. „Geschuftet wird jetfct tüchtig, aber dafür kommt auch was herein - mehr, als ich verbrauchen kann! Jetzt wird eisern gespart. Wenn erst Frieden ist, dann werde ich mir manches gönnen.“ Fünf eingigartige Vtrrtelle 1. Wer eisern spart, zahlt weniger Stenern und Sozialversicherungsbeiträge. 2. Die Höhe des Krankengeldes berechnet sich trotzdem nach dem vollen Lohnbetrag. 3. Der Spar betrag wird zum Höchstsatz verzinst. 4. Das Sparguthaben ist unpfändbar. 5. Das Sparguthaben wird in Notfällen bei der Geburt eines Kindes und bei der Verheiratung einer Sparerin auf Antrag sofort ausgezahlt. Hast auch Du Deine Eiserne Sparerklärung schon abgegeben ? Viele Raucher nehmen zur Abwechslung und Erfrischung gern eine Prise Klosterfrau- Schnupfpulver. Diese wirkt erleichternd und belebend, besonders weil starke Raucher mitunter zu Kopfweh und Benommenheit neigen. Klosterfrau-Schnupfpulver ist ein reines Hcükrmlter-Erzeugnis von der gleichen Firma, die auch Len bekannt guten Klofterfrau-MelMengeisi Verlangen Sie Klosterfrau-Schnupfpulver In der nächsten Apotheke oder Drogerie. Originaldose zu 50 Pfg. (Inhalt ca°5 Gramm). Monate« lang ausreichend, da kleinste Mengen genügen. B Charles Gendebien In tiefer Trauer: 01503 11130 1148 P Treis a. d. Lda., April 1942. 01512 01464 01496 Büro-Einri ch tunqen 1121 D Großen-Linden, den 2. April 1942. 01494 Seltersweg 44 Gießen Goethestr. 32 3 aus Silber Büro. 1076D [01489 Tal. Giehem 1141V Zur Betreuung eines alten Herrn suche ich 01538 “ÄMÄil 8 und 12 NM. mit guter Schulbildung. 01533 VogtsXo zu zu Die Beerdigung findet am 7. 4. 42, 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt. ältere Frau oder Fräulein eventuell auch für halbe Tage. Benner, Gieben, Bahnhofstr.40 Vermählungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Klara Gendebien, geb. Strube Albert Gendebien Guy Gendebien, stvd. med. Alten Schmück Am 1. April starb nach langem, in Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater ■' Friedri thstr.7 Lieferant aller Kassen Lehrling gesucht (vom Arbeitsamt genehmigt) W. Feuerbach, Gießen Marburger Str. 30 Maler- u. W e ibb ind erg esch äst 01321 1 Ventil-Klavv- Pumve für 10 - RM. zu verkaufen. [01530 ftrofborfer Straße 106. An streidier - Lehrling für Wiederäufbaugebiet Lothringen gesucht. (Genehmigung des Arbeitsamtes vorhanden.) August Zinn, Gießen Marburger Straße 34 Hart und schwer traf uns die schmerzliche, unfaßbare Nachricht, daß unser . lieber, herzensguter Sohn, Bruder, 01 Schwager, Onkel, Neffe und Enkel Gefreiter Artur Klös Melder in einem Kompanie-Trupp Inh. des E. K. II. und des Verwundeten-Aba. sowie des Infanterie-Sturmabzeichens, In treuer Pflichterfüllung für Führer, Volk und seine Heimat, die er so sehr liebte, in einem Kriegslazarett in Rußland an seiner Verwundung verstorben ist. Auf einem Heldenfriedhof fand er seine letzte Ruhestätte. Nun ruht er fern von seinen Lieben in fremder Erde. In tiefem Leid: Otto Ktös und Frau Lina, geb. Brück Willi Pietsch, z.Z. im Felde, u.Frau Else, geb. Kids Willi Klös, z. Z. im Felde Familie Christian Brück Frau Emmi Wöll, und alle Verwandten. Krumbach, Gießen, Nieder-Weidbach, Schönbach, im März 1942. Auf dem Felde der Ehre fiel im Spähtruppeinsatz an der Ostfront am 20.3.42 gegen 5 Uhr morgens mein lieber, herzensguter Mann, seines noch nie gesehenen Töchterchens besorgter Vater, mein einziger lieber, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Schwiegersohn. Onkel und Pate Zimmerei- und Sägewerkbesitzei Hch. Erich Möglich. Gefreiter in einer Schützenkompanie Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung In stiller Trauer: Anna Möglich, geb. Schäfer, und Brigitte Anton Möglich, Zimmermeister, Vater Anna Lub, geb. Möglich, Schwester Familie Hermann Schäfer, Schwiegereltern Familie Karl Luh, Schwager Anna Spengler, Tante. Lützellinden, Tiefenbach, im Felde (kinkoch- Apparat zu kauf, gesucht. Angeb. u. 01431 an 0. Gieh. Anz. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verlust meines lieben, unvergeßlichen Mannes, unseres treusorgenden Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Philipp Menges, Revierförster a. D. sowie für die zahlreichen Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Germer danken wir herzlichst. Besonderen Dank für den ehrenvollen Nachruf durch Herrn Oberforstmeister Nicolaus und erwiesene letzte Ehre des Betriebsführers und Gefolgschaft des Forstamtes Schiffen berg. Katharina Menges, geb. Feller, und Angehörige, 1 Danksagung. Zum Heldentod unserer beiden lieben Ä. Söhne Karl Loh, Unteroffizier in einem Infanterie-Regiment, und Willi Loh, Obergefreiter in einem Infanterie-Regiment, sind uns in so überaus großer Anzahl warme Worte der Anteilnahme und des Trostes schriftlich und mündlich zugegangen, daß es uns nicht möglich ist, jedem einzelnen persönlich zu danken. Wir bitten daher, auf diesem Wege unseren tiefempfundenen Dank aussprechen zu dürfen. Familie Karl Loh. Hart und schwer traf uns die unfaßbare Nachricht, daß unser jüngster, über alles geliebter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Haas Gefreiter in einem mot. Artülerie - Regiment Inhaber des E. K. II am 28. Februar bei den schweren Kämpfen im Osten für Führer und seine geliebte Heimat den Heldentod im blühenden 22. Lebensjahre fand. Ein Wiedersehen war stets seine und unser aller Hoffnung. In unfaßbarem Schmerzet Karl Haas V. und Frau Marie, geb. Haas (Eltern) Soldat Karl Haas, z. Z. im Felde, und Familie Befr. Jakob Haas, z.Z.auf Gen.-Urlaub, u.Familie Soldat Karl Reuschling, z.Z. im Felde, u. Familie Steinbach (Kreis Gießen), den 4. April 1942. Die Gedächtnisfeier findet am 2. Osterfeiertag» nachmittags 3 Uhr statt. Schwarzer Herd gut erhalten, 10— RM. Doublt auch Silbermünzen und Zahngold kauft Carl Schmidt Bahnhofstraße 10 A.O.-Mr.A.oC. 42/2210 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns schriftlich und mündlich bei dem schweren Verlust meines lieben, unvergeßlichen Mannes und treusorgenden Vaters Fritz Kühn, Oberfeldwebel und Zugführer in einem Infanterie.-Rgt., erwiesen wurden, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. In tiefer Trauer: Tilli Kühn, geb. Happel, und Töchterchen Edith nebst allen Angehörigen. Hausen, im April 1942. div. grh. Bilder u. Bilderrahm, mit Glas, je 3,- zu verk. [01497 Gnauthstr. 30II für Büro mal wöchentl. Putzfrau für die Reinigung unserer Büroräume in Dauerstellung gesucht. Heyligenstaedt & Cornp. Werkzeugmaschinensabrik GmbH. Wir suchen Damen mit Neigung für den techn. Beruf zur Ausbildung als technische Zeichnerin. verkaufen. [01523 Steinstr. 661. [ Kaufgesuche | Zuchtkaninchen der Wirtschaftsrassen, sowie Jungtiere z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 1143Da.d.G.A. Pension.Reichs- beamter wünscht engen., möbl. Zimmer mit od. ohne Verpfleg. »Keinerlei Anspr. Einrichtung kann gestellt werden. Schr. Ang. unt. 01526 a.d.G.A. Wir stellen einige Frauen (auch Hausfrauen) für ganz- oder halbtägige leichte Lagerarbeiten ein. Vorzustellen Hindenbnrgwall 10 (Hinterhaus) Wohnungstausch! 6-3immerwohnung, sonnig, Bad, Ofenheizung, gegen 3-Zimmerwohnung, Bad, t. guter Wohnlage, zu tausch, gesucht. Anzusehen nach Anmeldung. Frau M. Sohl, H46D Bahnhofstr. 73,1 (Ecke Alrcenstr.) Gießen (Steinstraße 62), im März 1942. __________________01491 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem Verlust meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, spreche ich hiermit allen Freunden und Bekannten meinen aufrichtigsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Amalie Strack, geb. Ehrlenbach. Gießen, den 4. April 1942. Butzbacher Werke f. Eisenverarbeitung, Aktien - Ges., Butzbach/Hessen. 1144 D Löwer & Bechstein, Gietzen Neustadt 2—4 Sernwr. 3484 Berufstätige Witwe sucht zur vollkommen selbständigen Betreuung ihres Haushaltes (4-Zimmer-Wohnung, 3 Kinder, zwisch. 4 u. 7Jahren)zuverlässige, nette Hausgenossin Angeb. mit Gebaltsangaben erbet. Frau Helene Diebitsch,Tarmstadt Soderstrahe 111. lioeeD Wir suchen für einen unserer leitenden Angestellten gutmöbliertesZimmer in Dauermiete. Südviertel bevorzugt, aber nicht Bedingung. Heyligenstaedt & Co.,Werkzeugmaschinenfabrik G.m.b.H., Gießen. WANN- WeWne f.Streuu.Wasch- kesselfeuerung gibt unentgeltlich ab [01508 Louis Beiter, Kaiserallee 19. .Danksagung, Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, die uns schriftlich und mündlich aus nah und fern zu dem schweren und schmerzlichen Verlust unseres lieben Sohnes, unseres unvergeßlichen lieben Brudejs, Enkels und Neffen Wilhelm Fritz, Gefreiterm einer Stabskompanie, der sein Leben für das Vaterland lassen mußte, zugegangen sind, sagen wir allen unseren herzlichen Dank. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Schmidt für die tröstenden Worte bei der Gedächtnisfeier. In tiefer Trauer: Familie Heinrich Fritz. WIM Mm der die Leitung der Arbeitsvorbereitung und Vorkalkulation eines Industrie-Unternehmens mit grobem Werkprogramm des Apparate-, Maschinen-, Armaturen- und Elektromaschinenbaues übernehmen und tatkräftig und zielbewuht nach Refa ■ Art führen kann? . r Bewerbung nut ausführlich. Unterlagen unter 1074D an den Giebener Anzeiger erbet. Lebensaufgabe! Als Leiter der gesamten Arbeitsvorbereitung undVor» kalkulation eines groben Industrie - Unternehmens wird eine Persönlichkeit gefordert, die Refa-Erfahrungen besitzt und auher Kenntnissen im Apparate-, Maschinen-,. Armaturen- u. Elektromai chmen- bau die Fähigkeit mitbringt, auf Grund überragender persönlicher Eigenschaften, Einfühlungsvermögens und psychologischen Verständnisses auch tatsächlich führen zu können. Ausführliche Bewerbung m.Angabe des frühesten Eintrittstermins unter 1074D an den Giebener Anzeiger. •URÖ-EÜSÜCHTÜNÖeM Gießen, Bahnhofstraße. Am 1. April wurde mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Lehrer a.D. Wilhelm Michel nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden kurz nach Vollendung des 80. Lebensjahres durch einen sanften Tod erlöst. Anna Michel, geb. Schneider Frieda Lotz, geb. Michel Studienrat Dr. Heinrich Lotz Wilhelm Lotz, z.Z. im Felde. Gießen (Ebelstraße 12), den 4. April 1942. Die Beisetzung fand auf Wunsch des Verstorbenen in der Stille statt. Wir bitten von Beileidsbesuchen abzusehen. gesucht. _ Schriftl. Angeb. unt. 01450 a. d. Gieb. Anzeiger. Frau od.Mädch. für ganze oder halbe Tage für leichte Gartenarbeit ges. 01531 Gartenbaubetr. Ed. Rieger, Inh. K. Rieger, WieseckerW. 19. Hünermnnd, Wolkengasse 17. Mündlich können Sieesnurveuigsu sagen, schrifllich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen «Sie eS allen Sprechstundenhilfe (auch Anfängerin) gewandte Umgangsformen, flotte Maschinenschrift, sowie RöntgengehUfin oder Röntgenassistentin, letztere vertretungsweise, (ev. auchDauer- stelTung) von Arzt in Bad- Nauheim zum baldigen Eintritt gesucht. Zuschriften unter 1104D an den Gießener Anzeiger. Telephonische Anfragen unt. Bad-Nauh. Nr.2078 Ehrl., zuverl. W oder MesuMAi z.l. Mai gesucht Rechtsanwalt Koehler, Gr. Steinweg 26 Dauerstellung. Putzfrau JgL. Hart und unfaßbar traf uns die trau- MÄW rige Nachri cht, daß unser innigstgelieb- H&r ter, unvergeßlicher, braver Sohn, mein guter Bruder, Enkel, Neffe und Vetter Karl Pfaff Oberschütze in einem Inf.-Regt. an den Folgen einer schweren Ercrankung in einem Reservelazarett im Osten, im Alter von 21 Jahren den Heldentod gestorben ist. Wiedesehen war seine und unsere große Hoffnung. In tiefstem Schmerz: Karl Pfaff I und Frau Marie, geb. Schäfer Otto Pfaff, Bruder, z. Z. Im Felde Johannes Schäfer XI. Großvater nebst allenVerwandten und Angehörigen. Watzenborn - Steinberg, Leihgestern, Lützellinden, Dorf-Güll, Reichelsheim, 4.April 1942. 01529 Tausch! Grobe g-Zimm.-Wohn. (Südviert.) geg. 4-5-Zimm.-Wn. zu tauschen ges. Schriftl. Angeb. unt. 01505 a. d. Gieh. Anzeiger. Wohnungstausch. Biete schöne 3- Zim.-W. m.Bad Suche 4¥2* bis 5* Zimmerw. mit Bad, mögl. mit Balkon. Schriftl. Angeb. u. 01480 an 0. Gieß. Anz. Kleiner MMI- MUet abzugeb. 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Hofmann, und Familie Heinrich Hofmann und Familie Otto Hofmann, z.Z. im Osten, und Familie, Lina Hofmann Familie Heinrich Grölz (Schwiegereltern) Otto Grölz und Familie, Albert Grölz und Familie nebst allen Verwandten. Daubringen, Staufenberg, Gießen, Lollar, den 4. April 1942. Die Gedächtnisfeier findet Sonntag, den 19. April, nachmittags 13.30 Uhr, in Kirchberg statt __01534 Suche ein gut erhaltenes ta.-FaW Schr. Ang. unt. 01539 a.d.G.A. Lederhose f. 7jähr. Jungen z. kaufen gesucht. Schriftliche An- geboteunt.01486 an den Giebener Anzeiger erbet. Unerwartet traf uns die schmerzliche Nachricht, daß mein innigstgeliebter, herzensguter Mann, der treusorgende, liebevolle Vater seines Töchterchens, mein unvergeßlicher, hoffnungsvoller Sohn, mein einziger, lieber Bruder, mein stets hilfsbereiter Schwiegersohn, Schwager, Enkel, Onkel, Neffe und Pate Otto Weife Gefreiter in einer Fahrkolonne bei den schweren Abwehrkämpfen im Osten im blühenden Alter von 28 Jahren in treuer soldatischer Pflichterfüllung sein Leben lassen mußte. Seine größte Hoffnung, die Heimat undseineLiebenwiederzusehen.bleibtunerfüUt. In tiefem Schmer»« Marie Weiß, geb. Blank und Töchterchen Helge Marie Weiß, Mutter Ludwig Schäfer und Frau Marie, geb. Well Johannes Blank, Zimmermeister Katharine Blank Rudolf Blank, Z. Z. Im Felde, u. Familie Katharine Burk, Großmutter und alle Verwandten. Watzenborn- Steinberg, im April 1942. __0143B 3-ZifflJohDDBg (Teilwohnung) an ruhige Miet, in gutem Hause zu vermieten. Schr. Ang. unt. 01511 a.d.G.A. 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Ang. unt. 01444 a.d.G.A. jC oaoinoooo B 01537/ ZIGARETTEN MILDE SORTE MEMPHIS DRITTE SORTE NIL «AUSlRI A> Bettnässen ,,Hicoton“ ist altbewährt gegen das Uebel. Preis RM.2.90. In allen Apoth. u. Neue Apotheke, Gießen. Prosp. gratis vom Alleinhersteller: “Medika“ München 42. «V Kunst und Wistenfchaff. Hermann August Korfs 60 Jahre alt. Der bekannte Literarhistoriker der Universität Leipzig, Professor Dr. Hermann August Korff, wurde in diesen Tagen 60 Jahre alt. Geboren am 3. April 1882 in Bremen, studierte Korff in Heidelberg und Bonn, habilitierte sich 1913 in Frankfurt, wurde 1921 dort außerordentlicher Professor, 1923 wurde Korff ordentlicher Professor in Gießen. Als 1925 der Leipziger Lehrstuhl Albert Kösters rei wurde, berief man H. A. Korff. In Leipzig ent- tand sein Hauptwerk, die mehrere Bände umfasende Arbeit „Geist der Goethezeit", eine snstema- tische GesamtschaU unserer großen klassischen Epoche. Korff sieht dieses augusteische Zeitalter der neueren deutschen Dichtung als'einen geistigen Kosmos, der sich harmonisch aus sich selbst entwickelt und ein in sich geschlossenes Ganzes darstellt, das selbst wieder ein Kunstwerk genannt werden darf. Kundgebung ausländischer Schriftsteller in Weimar. Auf der Arbeitstagung, die die im Oktober vorigen . Jahres gegründete Europäische Schriftsteller- vereini'gung unter dem Vorsitz von Hans Carossa in Weimar durchführte, sprach der Vetreter Italiens, Giovanni Papini, von Deutschland und Italien als den Stützen der europäischen Kultur. Aus dem kulturellen Besitz dieser beiden Länder werde das Kulturschaffeil Europas nach dem Kriege vor allem hervorgehen. Oernulf- Ti g e r st e d t, der zusammen mit Aroi K i v i m a a Finnland vertrat, feierte Adolf Hitler als den Führer und Einiger Europas. Fanny Popowa-Mutafowa sprach über das Verhältnis der Bulgaren zu Deutschland. Der Vertreter Rumäniens, Liviu Rebreanu, sagte: „Deutschland ist wirklich das Herz Europas. Wie im Krieg, so muß auch Deutschland in der Kultur der Führer Europas sein." Der Däne Svend Borberg sagte, die Vereinigung müsse jenen Austausch zwischen europäischen Kulturvölkern zustande- bringen, die seinerzeit schon Henrik Steffens entworfen habe. Mit Reden des spanischen Professors Giminez Caballero, des Flamen Filip de Pille c i j n zmd des Schweizers John Knittel fand die Tagung ihren Abschluß. Von deutschen Schriftstellern nahmen - Hans Earossa, Hans Friedrich Blunck, Moritz Jahn, Carl Rothe, Gerhard Schumann, Herybert Menzel und Hans Baumann teil. (Eine Orchester-Toccata von Robert Wagner. Oswald Ka basta hat in einem Philharmonischen Konzert in München eine Orchester-Toccata von Robert Wagner zur Uraufführung gebracht. Der junge Komponist ist vor einigen Jahren als der Vollender und Instrumentator einer nachgelassenen Kantate des Wiener Symphonikers Franz Schmidt bekannt geworden. Wagner erweiterte das Schema der Toccata nach der Seite des Sinfonischen. Die Sonatenform ist das Gerüst, über dem mit einer unmittelbar ansprechenden Freude am Melodischen musiziert wird. Eine kurze choralartige Einleitung mit differenzierter Harmonik führt in eine rhythmisch kraftvoll ßemegfe Thematik hlnkMr, Wesen melodös spielerisch und gelegentlich auch tön* zerisch inspiriert ist. Das in seiner tonalen Wohl^ geordnetheit und seinem optimistischen Gedankenreich- tum sehr ansprechende Werk wurde in der feurigen und klar akzentuierenden Darstellung Oswald Ka- bastas für den jungen Komponisten ein großer Erfolg. Erwin Bauer, Au« aller Welt. Eine Mordtat nach 16 Jahren gesühnt. Im Sommer 1926 wurde der 83 Jahre alte Johann Hödl in Jauchendorf, damals noch Jugoslawien, an einem Strick erhängt tot aufgefunden. Die jugoslawischen Behörden nahmen Selbstmord an und ließen die Leiche beerdigen. Als aber vor einem Jahr die Untersteiermark wieder deutsch wurde, Farn den Behörden zu Ohren, daß der alte Hödl von seinem Sohn Alois Hödl, dem er ein Jahr zuvop seinen großen Besitz übergeben hatte, unter Mithilfe seiner Frau und seines damaligen Knechts Semlitsch ermordet worden fei. Die drei Beschuldigten wurden verhaftet. Der Hauptbelastete, Alois Hödl, ist nach Ablegung eines vollen Geständ° nisses in der Untersuchungshaft gestorben. Auch Franz Semlitsch legte ein Geständnis ab. Danach fjatte Alois Hödl feinen Vater Johann Hödl bet1 einem Streit schwer verletzt. Um dieses Verbrechen zu verschleiern, beschloß das Ehepaar, den alten Mann gänzlich aus dem Wege zu räumen. Mit Hilfe des Knechtes trugen sie ihn in die Tenne unh. täuschten durch Erhängen Selbstmord vor. Das Sondergericht in Graz verurteilte Josefa Hödl und Franz Semlitsch wegen Mordes zum Tode. Vollstreckung eines Todesurteils. Der 29 Jahre alte Ewald Schlitt aus Wilhelmshaven, den der besondere Strafsenat des Reichsgerichts als Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt hat, ist hin gerichtet worden. Schlitt hat feine Ehefrau jahrelang derartig mißhandelt, daß sie in Geisteskrankheit verfiel und starb. • 50 Jahre „Kathreiner". Die Kathreiner G. m. b. H., Berlin-München-Wien, beging am 1. April ihr 50jähriges Firmenjubiläum. Der heute 89jährige Senior der Firma, Geh. Kommerzienrat Hermann A u st (München), schuf vor 50 Jahren mit der industriellen Durchführung der Kneippschen Mälzkaffee-Jdee in dem „Kathreiner" einen ernährungsphysiologisch wie gesundheitlich gleich beachtlichen Wertbegriff. zwei Aufnahmen übereinander sind auch auf einem ADOX Film nicht schörv ADOX LicherOstermarkt. «Schweine- und Krämermartt am Osterdienstag, den 7. April 1942. Bei Beschickung des Schweinemarktes sind die seuchenpolizeilichen Vorschriften zu beachten. Auftriebszeit von 8 bte 5% Llhr. Lich, den 31. März 1942. Der Bürgermeister: Geil. wTenifefien" reinigen schnell und durchgreifend mit Bemannt. Nicht feuergefährlich, säurefrei. Entwickelt keine gesundheitsschädlichen Gase. Verlangen Sie bitte unverbindlich Prospekt. Alfred Jacobi, Chemnitz Z 152, Schließf. 304, Benzanulfabrik.__________________11,7V Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach. Belr.: Anordnung über die Abgabe von Kartoffeln in Gaststätten, Werkküchen, Kantinen«», bergt. Die durch den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Gießen — Ernährungsamt Abt. 6 — in der Ober« hessischen Tageszeitung Nr. 91 vom 2. April 1942 und im Gießener Anzeiger Nr. 78 vom 2. April 1942 veröffentlichte Anordnung des Herrn Reichs- statthalters in Hessen, Landesregierung, Landesernährungsamt vom 20. März 1942 hat auch für die untenstehenden Landkreise Gültigkeit. 1134V Gieße», 2. April 1942. Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach. Der Landrat des Landkreises Gießen. ___________vr. Lotz.___________________ Bekanntmachung. Rechnungen für Lieferungen und Leistungen für das Stadttheater aus dem verflossenen Haushaltsjahr (1. April 1941 bis 31. März 1942) sind bis spätestens 20. April 1942 bei der Verwaltungsabteilung des Stadttheaters — Johannesstraße 3 — in zweifacher Ausfertigung einzureichen. 11150 Bei verspätetem Eingang ist mit einer erheblichen Verzögerung der Bezahlung zu rechnen. _____________Der Oberbürgermeister._____________ Beir.: Einquartierungen. Bekanntmachung. Es besteht Veranlassung wiederholt darauf hinzuweisen, daß die Wohnungsinhaber gemäß §§ 1 und 5 des Reichsleistungsgesetzes vom 13. 7.1938 zu Quartierleistungen verpflichtet sind. Zuwiderhandlungen gegen die durch dieses Gesetz und seine Durchfuh- rungs- und Ergänzungsvorschriften auferlegten Lei-- stungspflichten werden mit Geldstrafen bis zu 150,— RM. oder mit Haft, in schweren Fällen mit Gefängnis und mit Geldstrafe oder mit eiyer dieser Strafen bestraft. 11300 Gießen, Den 1. April 1942. Der Oberbürgermeister. I.A.: Gravert. Betr.: Oie Vermietung der städt. Tennisplätze in der Spielzeit 4942. Bekanntmachung. Die städtischen Tennisplätze am Schützenhaus werden für die Spielzeit 1942 neu vermietet. Die Anmeldungen sind unter Angabe der gewünschten Zeiten und Plätze schriftlich bis zum 10. April 1942 an das Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 28, I. Obergeschoß, einzureichen. Bei rechtzeitiger Anmeldung können die vorjährigen Spieler bei der Zuteilung wie üblich berücksichtigt werden. Gießen, den 1. April 1942. 1131G Der Oberbürgermeister. J.A.; Grrrvert. 1 01 »d Heumann - Heilmittel verdanken ihre gute Wirksamkeit der vielseitigen Zusammensetzung und der sorg- fähigen Herstellung. Lange Bewähr rung in der Praxis beweist diesy Auch sparsame Anwendung fuhrt zum Erfolg und bewirkt außer- dem. daß die verfügbaren Vorräte recht vielen Verbrauchern zugute kommen. — Zeigen Sie bitte Verständnis und Geduld, wenn Sie ein Heumann-Heilmittel nicht gleich bekommen können. 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Krall durch Freude Kreisdienststelle Wetterau Abtlg.: Volksbildungswerk Bei genügender Beteiligung beginnen Mitte April Sonderkurse zur Vorbereitung für die Reifeprüfung Lehrfächer: Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Biologie, Mathematik, Physik, Chemie, Englisch und Latein Unterrichtszeit: Montags bis Freitags von 19 Uhr bis 21.30 Uhr Unkostenanteil: Halbjährlich RM. 60.— Anmeldung und nähere Auskunft bei der Kreisdienststelle der NSG. Kraft durch Freude, Gießen, Schanzenstraße 18, Sonderberatungsstunde für diese Kurse am Donnerstag, 9. April, 15.30 bis 17 Uhr 1124 D £7 ohne Zucker and -gefäßen Beutel 20 Pfg. Hersteller; Friko-Dörtmund, Postfach 223 Ruf ; 347 52 WL überall erhältlich Bezugsquellen werden gern nachgewiesen 1112V Ostersonntag, den 5. April 1942,16.30 Uhr in der Neuen Aula der Universität I.Chorkonzert der Hitler-Jugend Lieder und Musiken alter und neuer Meister u. a. von Napiersky, Haydn, Brahms, Baumann und Gluck. - Ausführende: Chor und Orchester der Hitler-Jugend Bann Gießen (116). Kartenvorverkauf im Musikhaus Challier und im Musikhaus Busch. Preis: 0.50 RM., für HJ.-Mitglieder 0.30 RM. .1042 D Witwe, auf dem Lande, i. d. 50er Jahr., en., mit eigenem Heim u. gr. Garten, wünscht ein. Herrn mit sicher. Einkommen und etwas Crsvarn. als Lebenskameraden kennenzulernen zw. spät. Heirat. Gtzfl. Zuschriften unt. 01516 a. d. Gieß. Anzeiger. Kirchliche Anzeigen. (G. = Gottesdienst, KG. = Kindergottesdienst, HG. ---Hauptgottesdienst, HG.-Abendm. ^Hauvt- gottesdienst mit Beichte und Abendmahl.) Gießen, Sonntag, 5. Avril 1. Ostertag Stadtkirche. 10, Becker,- 11 KG., Mark.-Gem. ;17(m. anschl. Beichte für Konfirm, der Matth.-Gem.), Schmidt. Johanncskirche. 10, Propst Knodt; 11.15 KG. Kavelle Alter Friedhof. 10, Walther,- 11.15 KG.; 16.30 Beichte für die Konfirm., Walther. Kavelle Wetzlarer Weg. 10, Liz. Dr. Jost; 11.15 KG. Gießen-Klein-Linden. 9.30, König; 10.45 KG. Gießen-Wieseck. 10 G-; 11*15 KG. Kirchberg: 10 G. m. Abendm. f. d. Alten u. Jungen v. Daubringen, Metzler. Mainzlar. 13.30 G. m. Abendm. f. d. Alten u. Jungen, Schmidt- Treis. , Gießen, Montag, 6.Aprrl 2. Ostertag Stadtkirche. 10 Konfirmat. Matth.- Gem. m. Hl. Abendm., Schmidt. Johanneskirche. 10 Konfirmation Luk.° u. Wehrmacht-Gem. mit Beichte u. Hl. Abendm., Liz. Trommershausen. Kapelle Alter Friedhof. 10 Konfirmation m. Hl. Abendm., Walther. Kapelle Wetzlarer Weg. 10, Lrz. Müller. Gießen-Wieseck. 10G. Kirchberg. 10 G., Metzler; 11 KG. 5. Avril. 1. Ostertag. Sich. 10: Kahn. Chorschule. Kirchenchor. Kollekte. 14: Beichte z. Konf.-Abendmahl. Naumann. 51ollekte. Nieder-Bessingen. 14: Kahy. 6. Avril. 2. Ostertag. Lich. 9.30: Konfirmation. Kahn. Kollekte. Gv. Stadtmission, Löberstraße 14. 1. Ostertag, 5. 4., 8.30 Andacht; 10 S.-Sch.; 20 Predigt. - 2. Ostertag, 6. 4., 20 Predigt. Dienstag u. Mittwoch (7. u. 8. 4., 20 Uhr): Prediger Walter. Freie evang. Gemeinde Gießen, Zu den Mühlen 2. 1. Ostertag, 5. 4., 9.45 Erbauungsstunde; 11 Sonntagschule; 16 Predigt. - 2. Ostertag: keine Vers. Bavtistengemeinde nnd Bund freikirchl. Christen, Gartenstr. 13. Ostersonntag, 5. 4., 11.15 Kindergottesdienst; 15.30 Gottesdienst. Ab Mittwoch, 9. 4., bis 14. 4., abends 20.15 Vorträge von W. Walter» Das Oberheffifdie Mitfeum u. die Gailfdien Sammlungen sowie das Völkerkundemuleüm der Stadt Gießen sind ab Ostermontag, 6. 4.1942, von 11-13 Uhr wieder geöEInet! Die Direktion 1150 D Seesand ManddUeie färcfättd-, diecfeiftscAftcAt verträgt Die Durchblutung der Haut wird gesteigert - sie glättet und strafft sichzllnreinheiten verschwinden Für sehr Empfindliche Aok Mandelkleie ohne Seesand. Streudose 95 Pfg. Karton 48 Pfg. • Kleinpadomg tSPtg. Vz «EÄi • und was wichtig ist: die Eier können jederzeit unbedenklich entnommen und zugelegt werden! houpt ein Teil Eier in Garantol gebraucht wird. „Garantoien" macht sich bezahlt, denn es ist einfach und billig! legt wird, damit in eierarmen Zeiten das 2ur Hand ist, was ge- Tiieinenge spldt’gafkAMß^, Die Hauptsache ist nur, daß über- xr .HW Ein lustiger Ufa-Film weibevregiment mit Heli Finkenzeller, Herrn. Erhardt Erika vonThellmann und Oskar Sima Spielleitung: Karl Ritter NEUESTE WOCHENSCHAU 2. Osterfeiertag - Wiederaufführung Lichtspielhaus Täglich 2.30, 4.45, 7.30 Uhr. Feiertags 2.00, 4.30, 7.30 Uhr Jugend hat keinen Zutritt 1136 A GLORlti PALAST Giessen fiailülut- - htaunKßimniel- heWsl Kardinal auf Station zurück. Schudt, Londorf. lii47D Ab. 2. O8terfeiertag - Erstaufführung WILLY FRITSCH - FRIEDL CZEPA 3)zzs leicfjte Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinanzeigen in die Heimatzeitung, den GießenerAnzelger 10 Pfennig am Tag geben im Monat 3 RM damit können Sie in der 7. Deutschen Reichslotterie 100 000 RM gewinnen Staat!. Lotterie-Einnahme 5>r. Slimm Gießen, Walltorstr. 63 Staatl. Lotterie-Einnahme £3uuluru,lu uuu 1 1 z ö ter bei; allein nun erhoben sich auf einmal Streitigkeiten. Man wollte das Fest auf einen gewissen Tag im Jahr festlegen und wußte nicht auf welchen. Schon im zweiten Jahrhundert begann dieser Zwiespalt der Meinungen, und von da ab kam man aus den Unstimmigkeiten nicht mehr heraus. Jahrzehntelang blieb der Streit unentschieden, bis im Jahr 325 der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond zum Ostertag bestimmt wurde. Damit war der alte Osterstreit aber noch lange nicht zu Ende. Denn jetzt platzten die Meinungen wieder auf-1 einander, weil sich über das genaue Datum der Frühlingsnachtgleiche keine Einmütigkeit erzielen ließ. Und so ging es jahrhundertelang weiter. Astronomen befehdeten sich in Wort und Schrift, und es kam schließlich dahin, daß selbst in ein- und demselben Land Ostern an verschiedenen Tagen gefeiert wurde. Erst der Einfluß Friedrichs des Großen brachte den Meinungsstreit £um Stillstand. Im Jahre 1775 veranlaßte der König eine Konferenz, die dazu führte, daß Ostern in seinem ganzen Reich ein, ganz unversehens, welche Osterfreude er sich bereiten wird in diesem ernsten und späten Früh' fahr: den kleinen, in biegsames, rotes Leder gebundenen Band wird^er nach langer Zeit mteöer her- vorholen, der den Nanren Goethes trägt, den Namen des Faust und das von Schönheit und Schicksal, Weisheit und Geheimnis schwere, ewige Gedicht der Deutschen umsckließt; damit wird er in diesem Jahre die Osternacht beginnen. Don einem Lastwagen ioiqefahren. Lpd. Schotten, 2. April. Auf einer Dienstfahrt mit einem Lastkraftwagen wurde der 34 Jahre alte Verwaltungsangestellte Otto Rühl aus Büdingen beim Zurückstoßen des Wagens in einem Hofgrundstück in Burkhards von dem Wagen angcfohren und zu Boden geworfen. Rühl stürzte dabei so unglücklich, daß ein Vorderrad des Wagens ihm über den Kopf ging und den sofortigen Tod des bedauernswerten Mannes zur Folge hatte. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 2. April. Das Deutsche Volksbildungswerk hatte im letzten Vor- tragabenb in der Turnhalle in dem Erperimentator G ü b i s ch aus Dresden einen guten Vertreter für die Frage: „Was ist es mit dem Okkultismus?" Im ersten Teil, der Experimenten gewidmet war, führte er unter Mitwirkung der Zuhörer gut gelungene Versuche über Gedankenübertragung und Hellsehen aus. Im zweiten, theoreti-schen Teil brachte der Vortragende die Erklärung für die vorher gemachten Versuche und offenbarte damit, daß angeblich übersinnliche Kräfte, die für die schwierigen Ausgaben erforderlich seien, gar nicht mitwirken, sondern daß alles aus Selbsttäuschung der Versuchspersonen, auf Beobachtung, Phantasie und Tricks des Experimentators beruht. Deshalb ist „berufsmäßigen Hellsehern" das Handwerk zu legen zum Nutzen der Volksgenossen. Ebenso nahm der Vortragende Wünschelrute, Erdstrahlen und Kartenlegen den Nymbus hak wieder eine wunderbare Idee, wie sie dem Men- chen nur in den seltenen schöpferischen Augenblicken zuteil wird: er erinnert sich diesmal an jenen Wachstuchrest, aus dem sich seine Frau neulich eine Tasche hatte machen wollen; aber leider reichte der Stofs nicht. Der Mann beginnt feinen Heimweg zu be» chleunigen, ihn drängt es zur Gestaltung, er wird ich gleich über dieses köstliche, zu nichts mehr brauchbare Restchen hermachen und gewaltig zu werken beginnen: den Umriß eines Häschens wird er auf ein weißes Blatt Papier zaubern und ausschneiden und auf das Wachstuch legen und wieder aus« schneiden, einmal und noch einmal, zwei halbe Hasen; hoffentlich reicht es auch noch zu einem schmalen Streifen, mit dem die Frau die beiden Hälften zufammennähen und verbinden soll. Das Ganze wird man dann mit ein paar alten Lappen ausstopfen, damit es ein pralles und rundes Häschen gibt. Zwar ist das Wachstuchreftchen, wie dem Mann mittlerweile eingefallen ist, rot und weiß tariert, wie ein altmodisches Bauernbett, die wirklichen Hasen sind schlichter gefärbt, aber das wird dem krähenden Enkelchen hoffentlich nichts ausmachen. —y— der Dolksschädlingsoerordnung in Verbindung mit einfachem Diebstahl dar. Unter Überschreitung des sonst üblichen Strafrahmens kann nach § 4 der Volksschädlingsverordnung mit Zuchthaus bis zu 15 Jahren oder mit lebenslänglichem Zuchthaus oder mit Todesstrafe bestraft werden, wer eine zur Abwehr von Fliegergefahr getroffene Maßnahme bei seinem straffälligen Verhalten ausnutzt. Um Mißverständnissen vorzubeug-en, sei nochmals betont, daß die Tat also nicht während eines Fliegeralarms begangen zu sein braucht, sondern sich unabhängig Er geht weiter, der einsame Mann auf seinem Osterspaziergang, und es streicht ihm ein unruhiger, märzkühler Wind entgegen, aber durch die Märzkühle ist doch schon eine Spur von milderem Wehen zu fühlen: er schnuppert so in der Gegend herum und kann nicht genau beschreiben, was es ist, und was er meint, aber er bildet sich ein, daß es nach Frühling riecht, nach Dorfrühlmg jedenfalls und nahem Osterfest. Außerdem riecht es' nicht mir, sondern es ist auch eine merkwürdige, kleine Musik zu vernehmen, die von irgendwo herkommt, aus der Höhe, vom Himmel herab. Der Himmel ist dunstig । und verschleiert, und wenn man den Blick nach oben richtet, fangen einem die Augen an zu tränen, und obwohl der Mann sich große Mühe gibt, kann er die winzige Quelle dieser zarten, himmlischen Musik nicht ausfindig machen: ein winziger, zitternd beweglicher Punkt muh es sein, flimmernd im Dunstschleier über den kahlen Felderbreiten, und Uliem m pmmn Huiiötu ^—7 daß es nur eine Lerche sein kann, daran ist so am Reichen Tag — am ersten Sonntag nach dem wenig zu zweiseln rote an den chwarzen Amseln, Frühlingsvollmönd — begangen werden mußte, die in den Gärten gelbgeschnabelt durch die Busche Und dabei ist es denn bis heute geblieben. fahren, im alten Laub stochern und vom Dachfirst Ueberatl dort, wo man das uralte Jahreszeitfest herab ihr Abendlied über die stillen Straßen gehen mit seinen erdgebundenen Bräuchen feiert, haben lassen, eine kleine, sehnsüchtige und verheißungsvolle sich volkstümliche Wetterregeln herausgebildet, die Flötenmelodie des ersten Frühlings. jedem Sonnenstrahl, jedem Regenttopfen und Wind- * ___.. hauch während der Oft er tage eine eigene Bedeu- Der Mann wischt sich die Augen, die vom langen tung zumessen. Sie sind Jahrhunderte alt, haben Himmelsblick tränen, und laßt seine Gedanken durch fid) uon den Vorfahren auf die Nachkommen ver- manches Jahr und manchen Frühling zuruc^van- erbt und leben heute noch im Volksmund so wie dem zu den vergangenen Osterfesten: er denkt an einst, als irgendein Nachdenklicher sie zum ersten- ein paar traumhafte Tage im römischen April auf mal dachte und aussprach. Ob am Ostersonntag die den sieben Hügeln und an em schlimmes Fest im Sonne vom blauen Himmel lacht, oder ob es wie ersten Weltkriege, das statt der OsterglEen em mit Kübeln schüttet, aus welcher Richtung der Wind bösartig trommelnder Feueruberfall der Franzosen weht, das alles soll seine besondere Mrkungskraft —£ »r nl,fh nn haben. So soll es am Karfreitag regnen, aber am Ostersonntag ist Regen nicht erwünscht, denn die Ostersonne, und wenn auch nur ein kleiner Strahl von ihr aus den Wolken scheint, soll den Segen bringen, den die Natur braucht, weil ihr wunderwirkender Zauber das junge Grün aus der Erde lockt und allen Menschen und Tieren frische Kräfte spendet. Aber genau genommen stimmt das alles doch nicht. Ist die Erde ausgetrocfnet, so fördert ein Regen am Ostertag das Wachstum ebenso wie an jedem anderen Tag. Und auch die Kraft, die in den Lebewesen nach dem langen Winter wieder erwacht und überall in der Natur neues Leben schafft, ist In Gedanken und Vorfreude versunken, schaut der Mann zu der noch gar nicht begrünten Hecke hinüber, die den schmalen Feldweg begleitet: hier mus- en Veilchen stehen, fällt ihm ein, hier haben immer welche gestanden, und er Henkt an ine Frau daheim, der er am Osterrnorgen einen kleinen Veilchenstrauh auf den Tisch stellen wird als einen ersten Gruß vorn ersten Frühling. Aber nicht genug damit, die Phantasie des Spaziergängers, durch einen ungewissen, leise erregenden Duft, eine kleine Lerchenmusik und schweifende Betrachtung und Erinnerung beflügelt, beginnt sich zu regen, denn er hat es sich auf einmal in den Kopf gesetzt, der Frau noch etwas anderes zu schenken, ein Ei nämlich, das ja am besten zu alledem paßt, was ihn auf diesem Spaziergang bewegt; zwar wird es weder em Ei sein, welches die Hühner legen, noch eines, das ge- heimnisoollerweise vom Hajen stammt — denn der Mann hat nicht vergessen, daß Krieg ist —, sondern ein Ei aus Pappe, ganz schlicht. In der alten Truhe muß es liegen, wo allerlei so unnützer und merkwürdiger und halb vergessener Kram aufbewahrt ist; heute abend wird er es heimlich hervorholen. Das Ei ist hohl, man kann es in die beiden Hälften zerlegen, wer weiß, was es vor dem Kriege einmal an süßem Inhalt umschloß. Es ist auch nicht mehr sehr ansehnlich, seine farbige Hülle ist verblaßt und die zierlich gezackte Goldborte abgeblättert. Man muß es neu bekleben, dieses vergessene Ei, oder mit zarten Frühlingsfarben bemalen: narzissengelb, lichtgrün oder hellrot, das wird hübsch aussehen zu dem kleinen Deilchenstrauß. Und womit wird es gefüllt sein, das Ei, am Osterrnorgen? Es wird weder Geld noch Leckereien enthalten, sondern den schönsten und heimlichsten der altgewordenen Liebesbriefe, die sich der Mann und die Frau vor vielen, langen Jahren geschrieben haben. Und wenn alles gut geht, wird neben dem also überraschend gefüllten Ei und dem Veilchenstrauh etwas drittes liegen, noch ein Brief, aber nicht so all und so verschollen, ein Brief vom Jungen an der Front. beim Backwunder Reese-Gesellschaft, Hameln