voimerstag, Z.Zeptember (942 Gießener Anzeiger Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr (92. Jahrgang Nr. 207 Errchemi täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ^amilienblätter Heimat imBild-DieScholle Berugsvreis: Annahme von Anzeigen für die Mttagsnummer vis8V,UhrdesVormittags Anzeigen-Preiie für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rvf. für Familienan- zeigen und private Gelegenbeitsanzeigen 14Rvf. f. Werbeanzeigen Monatlich.,...RM.1.80 Zustellgebühr,,. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluh 2251 Drahtanschrift: ,Änzeiger" Postscheck 1168k Kranks./M. vrLhlscherinioersttätrdnlckerei 8. Lange General-Anzeiger für Gberheffen An der Schwelle des vierten Kriegsjahres des in der ten überhaupt noch 'an einen Sieg glauben, wenn Repressalien sür britische Perfidie Die oMosK»u SlifihgrjÖ »BH» wonach Gefan- S o W J ET' UNION FRANZÖSISCH NOKDAFRIKA photographische Aufnahmen von Dieppe beweisen es — die gefangenen Briten wie einen anständigen Gegner behandelt und versorgt. Ls bleibt der britischen Führung überlassen, zu beurteilen, ob diese von ihr veranlaßte Aenderung in der Gefangenenbehandlung nach den Erfahrungen von Dieppe mehr deutsche oder britische Gefangene treffen wird. und ihre Verbündete'’ B besetzte öebiete I I felndnüchte W Neutale Tokio, 2. Sept. (DNB.) Die Presse steht im Zeichen des Jahrestages des europäischen Kriegsausbruches. „Asahi" sagt, in dem bisherigen dreijährigen Verlauf des Krieges sei klar geworden, daß Englands Erwartungen und Berechnungen bitter enttäuscht wurden, denn Deutschland sei nicht zusammengebrochen, in den besetzten Gebieten sei es nicht zu Aufständen gekommen, und von einer Hum und Brandbomben belegt und mehrere Brände verursacht. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt ferner bekannt: In dem bei Dieppe erbeuteten englischen Befehl, Anhang L, Abschnitt 4, Ziffer B 2, heißt es: „Wo immer es möglich ist, werden den Gefangenen die Hände gebunden, damit sie ihre Papiere nicht vernichten tonnen.“ 3n der amtlichen Darstellung des Oberkommandos der Wehrmacht vom 30. August 1942 wurde u. a. dieser Ausschnitt des englischen Operationsbefehls veröffentlicht. Die englische Regierung hat hierzu nicht Stellung genommen. Das Oberkommando der Wehrmacht hat deshalb angeordnet, daß alle bei Dieppe gefangengenommenen britischen Offiziere und Soldaten ab 3. September 1942, 14 Uhr, in Fesseln gelegt werden. Der Grund für diese Behandlung wurde den Gefangenen bekanntgegeben. Diese Maßnahme wird erst aufgehoben werden, sobald die britische Regierung die in obenbezeichnetem Befehl verfügte Anordnung über Fesselung deutscher Kriegsgefangener in amtlicher Erklärung zurückkriegsgefangener in amtlicher Bekanntmachung zurückzieht. Das Oberkommando der Wehrmacht erklärt weiterhin, daß alle zukünftigen Wildwestmetho- d e n dieser Art, die eine Schändung und Mißachtung Oer Wehrmachtbericht. DRV. AusdemFührerhauptquartier, 2. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südostwärts von Anapa schreitet der Angriff deutscher und rumänischer Truppen gegen zäh kämpfenden Feind in befestigten hühenstellungen fort. Vor Stalingrad gewann der Angriff in harten Kämpfen weiter an Boden. Schnelle Verbände, die nördlich der Stadt biszurWolgavorge- st o ß e n f i n d, wiesen ckehrere von stärkeren Kräften geführte Gegenangriffe des Feindes ab. Auf der Wolga wurde durch Flakartillerie ein Motorschiff von 500 BRT. versenkt. Lin Aufklärungsflugzeug versenkte im Wotgadelta südlich A st rach a n einen Sowjettanker durch Bombenwurf. Südwesttich K a l u g a und bei R s ch e w wurden mehrere örtliche Angriffe der Sowjets abgewiesen und Bereitstellungen durch Artilleriefeuer und Angriffe der Luftwaffe zerschlagen. Südlich des Ladogasees scheiterten wiederholte feindliche Angriffe unter hohen blutigen Verlusten. Auf dem See wurden durch Bombentreffer ein Sowjettorpedoboot versenkt und zwei Transportkähne beschädigt. Kampfflugzeuge griffen bei Tag und Rächt einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt nordwestlich Moskau an. Lxpjosionen und Großbrände wurden beim Abflug erkannt. In der vergangenen Rächt flogen Sowjetflugzeuge in das Generalgouvernement und nach Ostpreußen ein und griffen hauptsächlich Wohnviertel der Stadt Warschau an. Ls entstanden mehrere Brände. Bei Vorstößen deutscher und italienischer Schneller Truppen gegen die britischen Stellungen in Aegy - ten wurden 30 feindliche Panzerkampfwagen vernichtet. Im Zusammenhang mit diesen Kämpfen wurden am 31. August und 1. September in Luftkämpfen durch deutsche und italienische Jäger 51, durch Flakartillerie 4 britische Flugzeuge ab geschossen. Lin deutsches U-Boot versenkte im Mittetmeer einen Dampfer von 4000 BRT. aus einem Geleitzug. Bei Taaeseinflügen einzelner Flugzeuge in die besetzten Westgebiete verlor die britische Luftwaffe gestern zwei Jagdflugzeuge. In der vergangenen Rächt griff die britische Luftwaffe mehrere Orte der S a a r p f a t z an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. In Wohnvierteln, vor allem in Saartau - _ fern, entstanden Sach- und Gebäudeschäden. Zwei der angreifenden Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht. Leichte deutsche Kampfflugzeuge erzielten in einem Truppentager an der englischen S ü d k ü st e Bombentreffer schweren Kalibers. In der Rächt wurden kriegswichtige Anlagen in den Midlands und in Rordostengland mit Spreng- „Uns geht es gut." Berlin, 2. Sept. (DNB.) Angesichts unsere Hände gefallenen britischen Befehls, in höchst unwürdiger Weise den deutschen Nach drei Jahren. Heute, an ddr Schwelle des vierten Kriegsjahres, gehen unsere Gedanken zurück zu jenem 3. September 1939, an dem England und Frankreich, von dem Präsidenten der Vereinigten Staaten ermutigt die durch die Halsstarrigkeit Polens erzwungens Sicherung Danzigs und des Korridors durch deutsche Truppen zum Anlaß nahmen, um einen Krieg vom Zaun zu brechen, der den Nationalsozialismus, dem Deutschland seine sittliche Erneuerung, seine wirtschaftliche Gesundung und seine politische Befreiung verdankte, ausrotten und das deutsche Volk in die Sklaoenketten von Versailles zurückfuhren sollte, ja darüber hinaus planten die Kriegsmacher in London, Paris und Washington in ihrer grenzenlosen Ueberheblichkeit Vorkehrungen zu treffen, die Deutschland jeden Versuch zu einer Wiedererhebung unmöglich machen sollten und es aus der Reihe- der unabhängigen Mächte überhaupt streichen würden, Aber der Stein, der damals von ihnen ebenso skrupellos wie leichtfertig ins Rollen gebracht worden war, hat einen ganz anderen Lauf genommen, als es sich die anglo-amerikanischen Kriegsmacher gedacht hatten. Wohl war eine revolutionäre Um* wälzung von tiefgreifendsten Wirkungen und beispiellosen Ausmaßen ausgelöst, aber in ganz an* derem Sinne, als man es in London und Washington geplant hatte. Wenn heute Churchill und Roosevelt die Bilanz ihrer Kriegsanstrengungen während dreier Jahre ziehen, so müssen sie deck schmählichen Zusammenbruch aller ihrer politischen und militärischen Pläne und Hoffnungen feststellen, Man hatte geglaubt, Deutschland wiederum wie schon im ersten Weltkrieg mit der Aushungerung und dem „Nervenkrieg" beikommen zu können und um ganz sicher zu gehen, sollte noch die Kriegsausweitung Deutschlands militärische Kraft verzettelck und lähmen. Aber alle drei Mittel haben kläglich versagt. Die Initiative der Kriegführung liegt fest in deutscher Hand. Nirgends und niemals haben sich Deutschland und seine Verbündeten das Gesetz des Handelns entreißen lassen. Der erste Schritt zu dieser Freiheit des Handelns wurde schon im ersten Kriegsmonat erkämpft» als Polen niedergeschlagen werden konnte, ohne daß England und Frankreich, von der Stärke des deutschen Westwalls gebannt, gewagt hätten, jene „zweite Front" aufzurichten, die seitdem die Sehnsucht der Alliierten geblieben ist. Der britische Flankenstoß nach Norwegen blieb ein kümmerliches Experiment, das zerschlagen wurde, ehe sich seine Absicht, Deutschland über die Ostsee her im Rückeck anzufallen, auch nur andeuten konnte. Die Schnelligkeit, mit der im Westfeldzug die französischs Militärmacht und das britische Landungskorps vernichtet wurden, nahm dem Bolschewismus, dem damals noch stillen Partner der westlichen Pluto- kratien, die Lust, jetzt schon den Vorstoß nad) Mitteleuropa zu wagen. Wiederum war die deutsche Kriegführung der Gefahrenzone eines Zweifrontenkrieges entgangen. Und noch einmal hinderte dis blitzartige Durchführung der deutschen Operationen auf dem Balkan den Feind an der Entwicklung des hier geplanten Flankenstoßes von Süden her, der zugleich den Sowjets Gelegenheit geben sollte, sich mit den Briten an der Donau und im böhmischen Raum zu vereinigen. Stattdessen sahen sich die bolschewistischen Angriffsheere wenige Wocheck später allein den deutschen Armeen gegenüber, dis ihre Offensivkraft in gewaltigen Kesselschlachten zerschlugen und sie auf einer riesigen Front oo-nt Eismeer bis zum Schwarzen Meer aus den Randländern der Sowjetunion in das Innere des eigentlichen sowjetischen Raumes zurückdrängten. Trotz einer ungeheuren Zusammenballung von schweren modernen Waffen und rücksichtslosem Einsatz der gewaltigen Menschenreserven des Riesenreiches ist es dann in dem vorzeitig, hereingebrochenen und beispiellos harten Winter den bolschewistischen Heeren nicht gesungen, die deutsche Abwehrfront zu erschüttern, geschweige denn zu durchbrechen und zu dem neuen Offensivstoß auszuholen, auf den Briten und Amerikaner ihre ganze Hoffnung gesetzt hatten. Und der Frühsommer sah die deutschen Armeen erneut im Angriff über Donez und Don hinweg zur unteren Wolga und zum Kaukasus, während nördlich des deutschen Angriffsflügels alle Versuche der Bolschewisten, ihrer bereits zerrissenen und von völliger Vernichtung bedrohten Güt)front durch massierte Angriffe Entlastung zu verschaffen und womöglich einen Durchbruch zu erzwingen, der die deutschen Angriffsoperationen im Rücken b'" Krieg im Schutze heiliger Stätten. Berlin, 2.Sept. (DNB.) Unter sranzöstsischen Beutestücken fand sich ein Telegramm des damaligen französischen Botschafters, in London, C o r b i n, vom 7. Ium 1940, in hem er seiner Regierung mitteilt, daß der zuständige Beamte des Foreign Office der Botschaft mitgeteilt habe, daß die Bitte der ägyptischen Regierung, Kairo möge zu unverteidigten Stadt erklärt werden,' von der englischen Regierung a b g e w i e s e n worden sei, da eine solche Maßnahme unerwünschte „militärische Nachteile" ergeben würde. tapferer Soldaten darstellen, sofort mit schärfsten Repressalien beantwort et werden. deutsche Truppe hat bisher — zahlreiche genen sofort nach ihrer Gefangennahme die Hände gebunden werden sollen, sind die Aeußerungen britischer Kriegsgefangener von Dieppe über ihre Behandlung durch die Deutschen von besonderem Interesse. Ein kanadischer Soldat erklärte: „Die Deutschen sind sehr gut zu uns. Sie sind gar nicht so, wie man immer liest und helfen einem, so gut sie können. Die Dinge sind hier nicht so schlecht, und wir werden so- gut behandelt, wie die Umstände es zulassen, tatsächlich viel besser als erwartet. Wir haben gut zu essen." — Ein anderer britischer Soldat sagte: „Die deutschen Aerzte haben mich gut behandelt; mir geht es besser." — In einer für seine Angehörigen in England bestimmten Mitteilung eines britischen Gefangenen .heißt es: „Die Deutschen waren gut zu uns. Glaubt nicht alles, was Ihr in den Zeitungen lest. Vieles davon ist nicht wahr. Macht Euch keine Sorge um uns. Es geht uns gut, wir werden gut behandelt." — England hat nun die Wahl, ob die in deutscher Hand befindlichen britischen Gefangenen in Zukunft so gut behandelt werden wie bisher, ober ob mit ihnen nach der in dem englischen Befehl für die Behandlung deutscher Gefangener vorgeschriebenen Weise verfahren wird. land äußerst gelegen gekommen, doch seien durch den Kriegseintritt Japans alle Teile des über die ganze Welt zerstreuten Empires gefährdet worden. — „Jo- miuri Schimbun" schreibt, bis jetzt habe Deutschland ein Gebiet von 700000 Quadratmeilen — eine Fläche, die dreimal so groß ist wie Deutschland — mit 165 Millionen Einwohnern und wertvollste Rohstoffe erobert; damit habe es im Wirtschaftskrieg bereits gesiegt. Dieser Krieg werde bis zur Errichtung einer neuen Weltordnung durchgeführt werden. „Deutschland kann den Krieg nicht verlieren." Die Meinung in Spanien. ZapanischkKortschntteaufNeu-Ouinea. Tokio, 2. Sept, (DNB.) Japanischen Truppen auf Neu-Guinea gelang es) die australischen Truppen an der Milne-Bucht in die Dschungeln zurückzu- dräiigen und dort zu umzingeln. Ein Bataillon australischer Infanterie wurde vollständig aufgerie- ben und 240 Mqnn neuseeländischer Scharfschützen gefangengenommen. In ' Luftkämpfen über Neu- Guinea schossen japanische Jäger sieben feindliche Flugzeuge, darunter drei amerikanische Bombenflugzeuge ab, ohne selbst Verluste zu erleiden. Port Moresby wurde wiederum von der japanischen Marineluftwaffe angegriffen und in den Hafenanlagen schwere Zerstörungen angerichtet. In der Torres- Straße wurde ein australischer Transporter durch einen japanischen Zerstörer zum Sinken gebracht. Ein geleitendes australisches Kanonen-Schnellboot suchte den Carpentaria-Golf zu erreichen, wurde- jedoch durch eine japanische Kampfflugzeugstaffel nach kurzem Bombardement versenkt. Mit dieser Begründung gesteht England selbst das Vorhandensein militärischer Objekte in der ägyptischen Hauptstadt ein und liefert ein typisches Beispiel britischer Verlogenheit, die sich nicht scheut, Luftangriffe auf Kairo als „Bombardierung heiliger Stätten des Islam durch die Flugzeuge der Achse" anzuprangern und mit Repressalien zu drohen. Britannien ist wieder einmal skrupellos genug, seine militärischen Einrichtungen im Schutz „heiliger Stätten des Islam" anzulegen und die Interessen der ägyptischen Zivilbevölkerung rücksichtslos zu mißachten. Es läA durch General Stone jedem, der den berechtigten Wunsch der Einwohner Kairos nach Entfernung dieser Gefahrenherde für das Leben von Frauen und Kindern weiterhin erwähnen sollte, kriegsrechtlich verfolgen. Oie Achse steht auf solider Grundlage. R o m, 2. Sept. (DNP.) Zu Beginn des vierten Kriegsjahrcs schreibt die Agentur Stefani: Die See- und Wirtschaftsblockade mit der London und Washington ihr. Spiel aus dem vorigen Weltkrieg wiederholen wollten, ftmrde diesmal durch die Stärke und das Genie zunichte gemacht, mit denen das Reich alle militärischen und wirtschaftlichen Pläne Englands und der USA. zum Scheitern brachte. Abgesehen von der menschlichen Seite der den Völkern auferlegten Leiden kann die Dauer des Krieges die Achsenmächte nicht mehr beunruhigen. Die Achse weiß, daß ihre militärische, industrielle, soziale und Versorgungslage sich mit jedem Jahr hessere. Ihre Kriegsoxganjsation vervollkommne sich und sichere den Achsenmächten und ihren Verbündeten eine durchaus solide geistige und materielle Grundlage. Virginia Gayda kommt im „Giornale d'Jtalia" zu der Feststellung, daß der gesamte europäische Kontinent, das Mittelmeer und der Atlantik gegenwärtig von den Achsenmächten so beherrscht werden, wie die asiatischen Meere und ein Großteil des asiatischen Kontinents von Japan. „Die angelsächsischen Imperien, im Bund mit den gewaltigen sowjetischen Streitkräften, sind in die Defensive gezwungen. Inzwischen wird die wirtschaftliche Autarkie Europas geschaffen, zu welcher die weiten, bereits besetzten russischen Gebiete ihren gewichtigen Beitrag liefern werden. In dem siegreichen Krieg der Dreierpakt-Mächte wird auch Italien feft auf seinem Platz bleiben." England hat sich verrechnet. Japanische Betrachtungen am Tage des Kriegsbegmns. Madrid, 2. Sept. (Europapreß.) „Nach Machtübernahme durch den Führer war der Krieg für d i e Demokratien e i n e 6 e = schlo ssene Sach e", schreibt die Falange-Zeitung „Arr i b a" zu Beginn des vierten Kriegsjahres. „Ihr Ziel war die Niederhaltung des großen deutschen Volkes und die Verewigung des Monuments der ständigen Beunruhigung, des Vertrages von Verfailles. Die besten Friedensabsichten des Führers waren diesen Gegnern gegenüber vergebens. Die Alliierten begannen wieder mit ihrer bewährten Einkreisungspolitik. Doch diesmal hatten sie s i ch verrechnet. Deutschland war ein anderes geworden. Heute hat es die Neuorganisation Europas übernommen, und die Völker, die durch die nationale Revolution ihre Kräfte wiedergefunden haben, stehen zusammen im Kampf und Opfer. Diesen Krieg kann Deutschland nicht verliere n, weder militärisch nach wirtschaftlich. Europa ist zu einem festen Block zusammengeschweißt worden, und nach dem Siege wird die Neuordnung einsetzen, die jedem Volke die seit langem vorenthaltene Gerechtigkeit widerfahren läßt." ,Hnformaciones" schreibt: „Den gewaltigen Siegen der Mächte des Dreierpaktes haben die Demokratien nichts als Niederlagen entgegenzusetzen. Sie begnügen sich mit Weissagungen für die Zukunft und hoffen auf kommende Jahre. Sie haben anscheinend noch nicht erkannt, daß alle ihre großen Erwartungen durch Deutschland zuschanden geworden sind". „Pueblo" schreibt: „Wie können die Bri- ifftänbcn gekommen, unb von einer Hun- ihre ganze politische Strategie in den vergangenen gersnot in Europa könn^ ebenfalls keine Rede sein, drei Jahren ein großer Versager war? Die deutsch-sowjetische Auseinandersetzung sei Eng-j DEUTSCHES REICH im 0 0' 'ENI 0 M r o> w Die Achse feind mühte Neutrale Zn Vorstoß und Abwehr erfolgreich er verstärkte den nationalen Charakter der Bewegung, so daß ganz Deutschland in Gedanken am Rheine stand, als am 4. September 1842 in Anwesenheit zahlreicher Landesfürsten der Grundstein zum neuen Aufbau gelegt wurde. Friedrich Wilhelm feierte den Bau, von der Eingebung des Augenblicks hingerissen, als ,.das Werk des Brudersinnes aller Deutschen aller Bekenntnisse": „Nie ziehe jemals wieder der Geist hier ein, der einst den Bau dieses Gotteshauses, ja — den Bau des Vaterlandes hemmte. Der Geist, der diese Tore baut, ist derselbe, der vor 29 Jahren unsere Ketten brach — — Es ist der Geist deutscher Einigkeit und Kraft." Ja, der Widerhall der Festtage am Rhein verstärkte sich im Volke Fassung: „Kein Preußen, kein Oesterreich? Nur ein einiges Deutschland fest und stark wie unsere Berge!" Von dem Geiste dieser Reden — dem wahren und dem unterstellten — führt eine Linie zu jenem merkwürdigen, von Karl Harnpe ausführlich kommentierten Ausspruch Wilhelms I. aus dem Jahre 1867: er beschleunige die Vollendung des Kölner Doms, um sich dort zum Kaiser von Deutschland krönen zu lassen. Mochte der Bruder Friedrich Wil- helrys IV., der selbst dem Dombau wiederholt Teilnahme und Forderung zugewandt hatte, mit diesem Worte auch nur einer flüchtigen Eingebung Ausdruck verliehen/haben, er bekundete damit doch in einer Zeit, da die Begeisterung der Freiheitskriege längst verraucht war und die Gründung des zweiten Reiches noch im Schoße der Zukunft lag, daß er im Dome von Köln ein Symbol' der kommenden deutschen Einheit sah, auch über die Scheidung der Bekenntnisse hinweg. So bekannte er es auch, als er 1880 der Schlußsteinsetzung beiwohnte, — und die gewaltige Kaiserglocke, aus dem Erz erbeuteter französischer Geschütze gegossen, trug das Bekenntnis hinaus in die Lande. Inzwischen ist Deutschland weit über die Grenzen des zweiten Reiches hinausgewachsen, und die Nation hat viele Mahnmale ihrer Pflicht und Würde erhalten, zu ihnen aber wird immer auch als ein Denkmal deutscher Eintracht der Dom von Köln gehören. lübde der Väter zu lösten" und mit der Vollendung des einzigartigen Bauwerks ein Sinnbild ihres Einheitsstrebens zu schaffen. „Als im Jahre 1814 durch ganz Teutfchland, in gutem Willen und bei wenig Mitteln, viel Seifenblasen geblasen wurden über Denkmale, die man der Befreiung bauen wollte", da schrieb Josef Gör- res in seinem „Rheinischen Merkur" einen Aufsatz, in welchem er dazu aufrief, zu vollenden, „was ein Geschlecht, dem wir gleich werden wollen, angefangen": „In seiner trümmerhaften Unvollendung, in seiner Verlassenheit ist der Dom von Köln ein Bild gewesen von Teutschland, seit seiner Sprach- und Gedankenverwirrung', so werde denn auch ein Symbol des neuen Reiches, das mir bauen wollen!" Görres' Stimme war nicht die erste und nicht die einzige, die zu so großem Werke aufrief. Jahre vorher hatte Sulpiz v. Boisseree, der bedeutende Kunstsammler, den Plan zu einer systematischen historisch-ästhetischen -Veröffentlichung über den Kölner Dom gefaßt, die von 1822 bis 1831 erschien und für den späteren Ausbau wesentliche geistige Vorarbeit leistete. Boisseree aber hatte es nicht dabei bewenden lassen, sondern von vornherein den Ausbau auch praktisch zu fördern gesucht. Er gewann in Friedrich Schlegel den hervorragenden Vertreter des romantischen Kreises, er entlockte Goethe eine beistimmende Aeußerung zu dem großen Vorhaben, er interessierte vor allem — nachdem ein Versuch bei Napoleon 1811 fehlge- ' schlagen war — den preußischen Kronprinzen, der im Juli 1811 nach einer eingehenden Besichtigung Denkmal deutscher Eintracht. Von Friedrich Koepp. Am 4. September 1842 wurde der Grundstein zum Ausbau des Kölner Domes gelegt. Kein Werk unserer Baukunst hat die Teilnahme aller Schichten, mehrerer Generationen unseres Volkes \n ähnlicher Weise auf sich gezogen wie der Dom zu Köln. Nachdem er säst vier Jahrhunderte hindurch unfertig als ein gewaltiger, allmählichem Verfall preisgegebener Torso die Stadt am Rhein überragt hatte, setzte die ihrer selbst bewußt werdende Nation es sich zur Aufgabe, „das Ge- teften deutschen Forscher und mit einem Aufsatz ./Forschung im Krieg und Frieden". Der Beitrag „Deutsches Welttheater" bringt etwas von der Problematik der Darstellung von Faust und Mephisto in ihren bedeutendsten Aufführungen zum Ausdruck. Besonders hervorzuheben sind weiter die , . , - ~ . Abbildungen von Meisterwerken des 19. Jahrhun- erschuttcrUch dastehen wie die Felsen unserer Berge", berts, die heute die deutsche Malerei in Schweizer da machten diese Worte die Runde in folgender I Museen repräsentieren und die zahlreichen Kriegs- Zeitschristen. — Das Augustheft der „neuen lini e" (Verlag Otto Beyer, Leipzig) gibt einen lebendigen Querschnitt von der Farbigkeit und Vielfalt deutschen Geistes, so in der Veröffentlichung über die Kaiser- Wilhelm-Gesellschaft mit Aufnahmen der bekann- und die Widerstandskraft des Feindes stärkte, mit dem innerpdlitischen Zwist der Parteien um das preußische Wahlrecht, mit dem zweifachen Kanzlerwechsel unter denkbar unerfreulichen Begleitumstän- den, mit der wachsenden Zersetzungsarbeit der Unabhängigen, mit dem landesverräterischen Treiben eines Erzbergers, mit der fruchtlosen Debatte über die Kriegsziele und einer hemmungslosen Kritik und Nörgelsucht in Parlament und Presse, wie wir sie heute in England und den USA. bereits beobachten können, das vollständige Versagen der zur Führung Berufenen in grellem Licht zeigte und bereits den tiefen Zwiespalt zwischen Front und Heimat vorbereitete, der im folgenden Jahre zum Zusammenbruch führen sollte. Heute dagegen stehen Front und Heimat unter dem gleichen starken nationalsozialistischen Gesetz bes, unbedingten Willens zum Siege. Die Hoffnung der Feinde, den Kampf schon allein durch den „Nervenkrieg" gewinnen zu können, hat sie bitter getäuscht. Das deutsche Volk ist durch die große Erziehungsarbeit des Führers gegen alle Verbuche einer feindlichen Agitation, Unfriede und Zwietracht, Mißmut, und Schwäche in feine Reihen zu tragen, für alle Zeiten gefeit. Auch mit Terror kann der Feind die Nerven des deutschen Volkes nicht erschüttern, das hat die der Front würdige Haltung der tapferen Bevölkerung in den von den britischen Luftangriffen heimgesuchten Städten immer wieder bewiesen. Diszipliniert und einsichtsvoll hat das deutsche Volk die durch den Krieg unumgänglich notwendig gewordenen Einschränkungen auf sich genommen. Front und Heimat kämpfen heute in unlösbarer Gemeinschaft, von der gleichen national sozialistischen Idee durchdrungen, vom gleichen Slegeswillen beseelt. Jeder weiß, daß er sich auf den andern verlassen kann, und jeder weiß, daß sein persönliches Schicksal von dem Schicksal der Nation nkcht zu trennen ist. Wie wir wissen, daß uns die gewaltigen Erfolge der ersten drei Kriegsjahre nicht unverdient in den Schoß gefallen sind, sondern daß wir sie in harten und opfervollen Kämpfen erringen mußten, so wissen wir auch, daß auch der weitere Weg zum Sieg über unsere Feinde reich sein wird an neuen Mühen und neuen Opfern. Aber dies Wissen ist es gerade, das uns stark macht, das uns zusammenschweißt zu der großen Frontkameradschaft unseres Volkes, die die sicherste Bürgschaft unseres Sieges ist. Dr. Fr. W. Lange. suiammen. Es kam zu. schweren ArtUleriekampsen unb hartnäckigen Cinzelgesechten zwischen deut chen und bolschewistischen Panzern, bis es den deutschen Truppen gelang, eine weitere befestigte Hohe zu nehmen Bei den Einbruchskämpsen in bte stark ausgebauten Befestigungsanlagen führte der deutsche Angriff durch ein von zahlreichen Schluchten durchzogenes Steppengelände, das mit feindlichen Kampsstellungen geradezu übersät war. Um jede ein - zelne Talsenke, die von den Bolschewisten reftungsartig ausgebaut war, mußte zäh gekämpft werden. Zuerst belegten Sturzkampfflugzeuge die feindlichen Stellungen nachhaltig mit Bomben. Dann stießen Panzer vor, vernichteten die schweren Waffen des Feindes und zerschossen die Widerstandsnester der Bolschewisten. Die Entscheidung brachten Infanterie und Panzergrenadiere, welche, die Schützenlöcher im Nahkampf säuberten und den feindlichen Widerstand zerbrachen. Nach heftigen Bombenangriffen gelang es den deutschen Truppen, auch westlich Stalingrad in Höhenstellungen, die durch Minenfelder und Bunker gesichert waren, drohen müßte, an dem zähen Festhalten der tapferen deutschen Truppen bei Woronesch und Drei, bei Kaluga und Rschew immer wieder scheiterten. Und wie sich alle Kriegsausweitungsexperimente der Feinde auf dem europäischen Kontinents gegen ihre Urheber ausgewirkt haben, da fie dank der . ungeheuren Energie der deutschen Seekriegfuhrung bei der Weite der Kriegsschauplätze kaum noch m der Lage sind, diese mit dem notigsten Nachschub zu versehen, so bietet sich bas gleiche Bild m Nordafrlka unb Asien. Hier ist der Versuch, von Aegypten her mit einem Vorstoß bis zur atlantischen Küste Marokkos die Gegenküste Italiens gewinnen und gleichzeitig Spanien unter Druck zu setzen, durch den Gegenstoß des deutschen Afrikakorps vereitelt wor- den. Dort hat die gewaltigste Ausweitung dieses Krieges durch die frivole Herausforderung Japans zu einem überraschend schnellen Zusammenbruch bq: anglo-amerikanischen Herrschaft in der SuU geführt, bie wohl stark genug war, to[onia^^nI ienr,n eine imponierenbe Fassade grotzarnger Machten fal- tuna zu bieten, aber sich vor den Machtmitteln eines modern gerüsteten und energiegeladenen Volkes wie der Japaner als Bluff erwies. Die Vereinigten Staates haben sich für bie in der Subsee erlittenen Verluste durch bie erneute Unterwerfung Mtttel- unb Sübamerikas unter den Dollarimperialismus wie durch die wirtschaftliche Durchdringung West- unb Sübafrikas schablos zu halten versucht. Ja, ber für sie unglückliche Verlauf des pazifischen Krieges hat bie schon vor bem Kriege sich anbahnende Entwicklung beschleunigt, baß bie britischen Dominions Kanada, Australien unb Neuseeland bie sich vom enSen Mutterland in ber Stunde der Gefahr verlassen fühlen, enge Anlehnung m Washington suchen unb finben. Aber England ist ber große Verlierer bes Krieges. Es sieht sich heute am Ende des dritten Kriegsjahres bereits im Äern[feines em|t weltumspannenden Empires bedroht, und seine ube seeischen Verbindungslinien, deren Ossenha tung für England unb fein Empire eine ..Existenzfrage ist, sind vielfach durchschnitten unb äußerst gefährdet. Japan steht mit einer starken Armee an der indischen Nordostgrenze unb bie Landbrucke des Mittleren Ostens, bie britische Barriere zum Schutze ynbtens von Westen her, ist bereits durch den Druck Rommels auf das britifche Verteidigungssystem der Nil- münbung unb durch ben fortschreitenden deutschen Angriff im Kaukasus zur unmittelbaren Etappe ber wichtigsten Kriegsschauplätze geworden So sehen heute die Briten die Kehrseite ihrer Kriegsauswel- liegt nahe, daß vor allem bie ältere Generation unter uns heute an ber Schwelle bes vierten Knegs- jahres den Blick zurückschweifen laß!: zum ersten Weltkrieg, besten drittes Kriegsjahr 1917 die deutschen unb verbündeten Truppen überall iw der Defensive sah, nachdem die Oberste Heeresleitung sich im März hatte entschließen müssen, die m der Sommeschlacht eingedrückte Westfront auf bie dlegfriedlmle zurückzunehmen unb damit dem Feinde die Vorhand zu lassen. Kurz nachdem Anfang April der englische Ängrisf bei Arras eingesetzt hatte, trat bie französische Armee an ber Aisne unb in ber Champagne zur Offensive an. Währenb unsere helbenhaften Truppen in erbitterten Abwehrschlachten ben zahlen- unb materialmäßig weit überlegenen Gegner am Durchbruch hinderten, bebte am 7. Juni ber Boden Flanderns unter den gewaltigen Sprengungen im Wyt- schaete-Bogen,. der Auftakt zur Flanbernschlacht bie mit bem Tankangriff ber Englänber bei Cambrai ihren Höhepunkt fanb. Im Osten hatte sich zwar bas Gefüge bes russischen Staates burch bie erste Revolution gelockert, aber ber britischen Agitation war es gelungen, ben neuen russischen Machthaber Kerenski bei ber Stange zu halten unb zu neuen Offensiven aufzustacheln. Auf dem Balkan hatte bie Armee ber Entente ihre Angriffe gegen bie bulgarische Front in Mazedonien erneuert. Im Irak hathen sich bie Engländer in den Besitz von Bagdad gesetzt. An ber Jsonzofront auf bem oberitalienischen Kriegsschauplatz muhten immer mehr deutsche Truppen eingesetzt werben, um ben Zusammenbruch ber Donaumonarchie aufzuhalten. Unb jenseits bes Ozeans rüsteten bie Vereinigten Staaten ihr Expeditions- Heer, mit bem sie im kommenden Jahr an ber Westfront bie Entscheidung herbeiführen wollten Der Aushungerung ber Mittelmächte burch bie britische Blockade hatte Deutschlanb burch ben U-Boot-Krieg begegnen wollen. Aber er war zu spät begonnen und zu lange mit allen möglichen Beschränkungen geführt worden, um trotz gewaltiger Erfolge das Schicksal noch wenden zu können. Die deutsche Kriegsmarine, obwohl weit stärker als 1939, war im „Nassen Dreieck" ber Deutschen Bucht eingeklemmt unb würbe von ber höchsten Führung bewußt zurückgehalten, einzubringen. Südwestlich Kaluga unb nordwestlich Medyn tarn es nur zu örtlicher Gefechtstätigkeit. Auch im Raum von Rschew führte der Femd trotz stärkerer Truppenbereitstellungen keine größeren. Angriffe. Eine dieser Bereitstellungen wurde durch zusammengefaßtes Artilleriefeuer und durch Sturzkampfflugzeuge zersprengt. Südostwärts des Ilmensees gelang es einer überraschend vorstoßenden deutschen Kampfgruppe, zwei befestigte Höhen zu nehmen und diese gegen alle feindlichen Gegenangriffe zu halten. Südlich des Ladogasees wurden Angriffsvorbereitungen des Feindes durch Kampfflugzeuge zersprengt. An der Einschließungsfront von Leningrad brach ostwärts ber Tosna- Mündung ein bolschewistischer Landungsversuch im zusammengefaßten Feuer aller Waffen zusammen. B e r l i n, 2. Sept. (DNB.) Im Raum südostwärts Anapa durchbrach bie deutsche Kampfgruppe, die tags zuvor Krasno-Mewidowskaja genommen hatte. Die tarf ausgebauten feindlichen Stellungen f u b [ i ch Natujafkaja unb stieß in ein befestigtes Hohen- gelänbe vor. In diesen, von langer ^a”iLP.orbefrerlt^ ten, burch Bunker, Drahthinbermste unb Minenfelder eftungsartig ausgebauten Stellungen entwickelten ich hartnäckige Kämpfe, die trotz starken feindlichen Artillerieeinsatzes erfolgreich für bie beutschen Truppen verliefen. Ostwärts davon nordostwärts Noworossijsk, wurden zah oerteibigte Stellungen bes Feindes im Sturm genommen unb gegen alle Gegenstöße gehalten. Die Hochwastex sich- renben Bäche unb Flußläckfe bildeten starke natürliche Hindernisse für bie ?ordrmgenden Truppen, deren zäher Angriffswille ledoch auch diese Kampf erschwerungen überwand. Bei einem Angriff b^bereits der nach Noworossijsk führenden Gebirgsstraße jatten bie Bolschewisten schwere Verluste Sud- ostwärts Georgijewsk wurden an ber T e- reffront feinbliche Truppenbewegungen durch deutsche Artillerie wirksam bekämpft. Ein Angriff mehrerer bolschewistischer Regimenter auf einen deutschen Brückenkopf blieb im deutschen Sperrfeuer liegen. Der Feind gelangte spater, durch das unübersichtliche Gelände begünstigt, bis dicht vor die vordersten deutschen Stellungen, wo der Angriff zum Scheitern gebracht wurde. Während die n ö r d l i ch S t a l i n g r a d d i s a n b i-e ©olga vorgedrungen deutsche Angriffsgruppe in harten Kämpfen ihre Stellungen verbreiterte und feindliche Gegenstöße abwehrte, zerschlugen südwestlich der Stabt die deutschen Truppen zahlreiche Gegenangriffe ber Bolschewisten Immer wieder, jedoch völlig erfolglos, griff der Feind unter Einsatz seiner Reserven ein von deutschen Jnfantene- unb Panzerverbänden gewonnenes beherrschendes Höhengelände an. Alle feindlichen Vorstöße brachen so daß auch die für uns siegreichen Seeschlachten nicht operativ ausgewertet werden konnten. Me sehr viel anders heute nach drei Knegs- jahren die Lage Deutschlands und ferner Verbündeten ist, haben wir soeben dargelegt. England ist aus allen seinen europäischen Positivnen hmausge- morfen worden, unb der europäische Kontinent ist, wie soeben erst das klägliche Unternehmen von Dieppe gezeigt hat, zu einer unangreifbaren Festung geworden. Eine planmäßige und sinnvolle Ordnung der deutschen Ernährungs- unb Rohstoffwirtschaft hat Deutschland blockadefest gemacht, und über bie Wirtschaftskraft des großdeutschen Raumes hinaus kann Deutschland sich heute auf ganz Europa stutzen, in bem nicht mehr gekämpft; sondern werteschaffende Arbeit geleistet wird. Ferner stehen bem Reich heute die zum Teil hochindustrialisierten, zum Teil landwirtschaftlich besonders ergiebigen besetzten Ostgebiete zur Verfügung, deren planvolle Auswertung die deutsche Rohstoff- unb Nahrungsbecke erheblich verbreitern wirb. Dagegen hat sich beim Feind die Kriegsausweitungspolitik auch wirtschafttich gegen ihre Urheber gekehrt. Er hat bedeutende Rohstoffquellen in Europa unb Ostasien verloren, man denke nur an das finnische Holz, das schwedische Erz, die Nahrungsmittel aus Dänemark und Holland, Kaut- schuck und Zinn aus Malaya, Rejs aus Burma, Kaffee unb Tee samt wertvollen Erzen aus Holländisch- Jndien. Zudem muß ber Feind seine Rüstungsproduktion auf viele Fronten aufteilen und hat die größten Schwierigkeiten, sie überhaupt dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird, denn mehr als 20 Millionen BRT. Schiffsraums, fast ein Drittel ber gesamten Welttonnage bei Ausbruch des Krieges, liegt bereits auf dem Grunde der Meere, unb ber Vorsprung der U-BoobVersenkungen vor den Schisfsneubauten ist trotz höchster Anspannung ber britischen und amerikanischen Werften nicht mehr aufzuholen. Das wichtigste und stärkste Aktivum Deutschlands ist in diesem Kriege aber gegen 1917 die einheitliche traffe Führung eines wahrhaft totalen Krieges, bie bas reibungslose Zusammenwirken aller politi- chen, militärischen und wirtschaftlichen Faktoren mit bem einzigen Ziel der Erringung bes Sieges verbürgt, während im ersten Weltkrieg gerade das Jahr 1917 mit ben verhängnisvollen Äuswirkunaen ber unglückseligen Friebensresolution des Reichstages, -bie als Bekenntnis ber Schwäche aufgefaßt wurde des durch ÄMerungseinflüsse ernstlich gefährdeten Baues ausrief: „So foll's nicht länger bleiben — mir bauen es aus!" Wie burch eine Fügung des Schicksals wurden in diesen Jahren in Darmstadt unb Paris die alten Baurisse des Domes aufgefunden, und nachdem 1816 Friedrich Schinkel im Auftrage ber preußischen Regierung ben Zu- stcmb des Bauwerkes sorgfältig untersucht unb die auf kennzeichnenbe Weise. Als ber österreichische Erzherzog Johann in Brühl eine Ansprache mit ben Worten schloß: „Solange Preußen unb Oesterreich, technischen Richtlinien für bie Jnstanbsetzung gegeben hatte? würbe zunächst damit begonnen, bas Bestehende zu sichern und wiederherzustellen, — zu welchem Zweck freilich manche Bauteile völlig abgerissen unb erneuert werben mußten. Während diese Wiederherstellungsarbeit aus Mangel an Mitteln einstweilen nur langsamen Fortgang nahmen, gewann aber die Dombaubewegung ständig an Breite unb Wirkung. Dichter wie Max v. Schenkenborf gaben ihr bie volkstümlichen Losungen, Fürsten wie Friebrich Wilhelm IV. unb Ludwig I. von Bayern förderten sie nachhaltig-, in allen Teilen des deutschen Landes bildeten sich Hunderte von Dombauvereinen, ohne Unterschied der Bekenntnisse trugen alle Schichten des noch in Vielstaaterei zersplitterten Volkes zu dem Aubauwerk bei. Die Kriegsgefahr von 1840, die ihren bleibenden Nachklang in dem Beckerichen Rheinlied „Sie sollen ihn nicht haben ..." fanb, Wachsende Spannung in Nordirland. Die Hinrichtung des Thomas Williams. Stockholm, 2, Sept. (Europapreß.) Die Login Nordirlans ist in den letzten 24 Stunden ehr ge- pannt worben. Die Beschlagnahme von Waffen uno Munition burch bie Polizei sowie die angebttche Aufbeckung von Plänen für bewaffnete Anschlag- gegen britische unb norbamerikanische Truppenlager in Norbirlanb haben bie Erregung ber Öffentlichkeit noch gesteigert. In Belfast sinb in allen Straßen mit Gewehren bewaffnete Polizisten zu sehen. Die öffentlichen Gebäube sinb unter Polizeischutz gestellt worben. „ .... Die Aufmerksamkeit ber Oeffentlichkeit m Norb- irlanb wie in Eire gilt aber vor allem ber 5) in* richtung bes 21jährigen Thomas Willi a m s, ber zusammen mit fünf anderen Iren zum Tobe verurteilt wurde. Die fünf anderen sind in ber Zwischenzeit „begnadigt" wordep. In ganz Eire finden große Kundgebungen statt. Auch in Belfast kam es zu Demonstrationen ber wütenden Menge, bie laute Rufe gegen die Briten ausbrachte unb ben Verkehr stillegte. Als bie britische Polizei versuchte, bie Demonstranten auseinanberzutreiben, zwei Iren verhaftete unb ins Stadthaus brachte, wurde sie mit Flaschen beworfen. Die Menge verlangte die Freilassung ber beiden Inhaftierten. Das Auto eines amerikanischen Offiziers würbe mit Steinen beworfen und zwei amerikanische Soldaten auf ber Straße von ber Menschenmenge beschimpft. Es wurde den USA.-Soldaten zugerufen: „Warum geht ihr nicht nach Haus." Das Betreten der Straßen war den USA.-Soldaten 48 Stunden lang verboten worden, da man Zwischenfälle befürchtete. Viele Ladengeschäfte in Belfast wären geschlossen, schwarze Flaggen waren als Zeichen ber Trauer und des Protestes gehißt. In D-ub lin, der Hauptstadt bes. Freistaates Eire, wurde vor der Kathedrale eine große Versammlung abgehalten, während für den Hingerichteten Williams eine Messe gelesen wurde. Der Oberbürgermeister und Mitglieder des irischen Parlaments wohnten ber Messe bei Das Eichenlaub mit Schwertern für U-Boot-Kommandant Gühren. D!NV. Musbern Fiihrerhauplquartier, 2. Sept. Der Führer verlieh am Mltwach bem fia- pifänleufnant Reinharb Suhren, Kommanbanl eines U-Bootes, bas Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz bes Eisernen Kreuzes unb fanbfe an ihn nachftehenbes Telegramm:, „3m Ansehen Ihres immer bewährten Heldentums verleihe ich Ihnen als IS.Solbaten bet deutsches Wehrmacht bas Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz bes Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler." Horthys Schwiegersohn abgestürzt. Budapest, 3. Sept. (Europapreß.) Die Der- wandtschaft des ungarischen Reichsverwesers hat ein neues Fliegerunglück betroffen, bem Horthys Schwiegersohn, Graf Julius Karolyi, zum Opfer fiel. Vor einigen Tagen hatte sich Graf Karolyi, der Witwer der vor zwei Jahren verstorbenen Tochter bes Reichsverwesers, zur Flieger- truppe gemeldet, um seinen Wehrdienst zu erfüllen. Nun ist «er bei einem Flug unweit Budapest aus etwa 700 Meter Höhe^ abgestürzt. Sein Flugzeug siel in die Donau. Weder die^Maschine noch die Leiche konnten bishsr gefunden werden. 1 Hauptbannführer Or. Hermann Lindenburger. NSG. Am 21. August tfV Hauptbannführer Dr. Hermann Lindenburger infolge einer im Osten erlittenen schweren Verwundung erlegen. Die Hitler- Jugend verliert in ihm einen aufrechten Nationalsozialisten, ber in nimmermüder unentwegter Arbeit seine gesamte Kraft in ben Dienst ber Jugend unb damit des Reiches stellte, ßinbenburger wurde 1911 als Sohn eines Bauern in Wernigerode geboren. Bereits während seines Studiums stand er in den Reihen ber SA. und des NSD.-Studentenbundes. 1929 wurde er Mitglied ber N«DAP. Seit 1933 hatte er führende Stellungen in ber Hitler-Jugend inne. Er war zunächst Führer des Bannes 13/9 in Münster, bann Führer des Oberbannes V/9 von Münster-Land. Anschließend wurde er in ben Stab bes Obergebietes West unb bann als Dienstprüfer Nord ber Reichsjugendführung berufen. Es folgte ein Auftrag zur Führung des Oberbannes Essen, Veröffentlichungen: Soldatengedichte aus dem Osten und aus dem hohen Norden (farbig illustriert), ein Aufsatz über die landschaftliche Schönheit der Krim (mit Farbaufnahmen), schließlich noch die Veröffentlichung über NSV.-Schweftern, die sich im Krieg durch Mut und Tatkraft auszoichneten. — In dem als Doppelnummer erscheinenden August-September-Heft ber Monatsschrift „D i e föunjt" (Verlag F. Bruckmcmn, München) wird von Wally P. Schultz ein Referat über die Große Deutsche Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst gegeben. „Säule und menschliche Gestalt", die zu allen Zeiten ein gemeinsames Schicksal durch geheimnisvolle dynamische Beziehungen untereinander verbunden erfuhren, sind bas Thema einer Betrachtung von Ulrich Christoffel. Ein charakte- ristisches, neu entdecktes Bild von Caspar David Friedrich wird von F. Nemitz gezeigt. An drei Köpfen, zwischen 1470 und 1480 von Pacher, Maz- zoni und Benedetto da Majano geschaffen, macht C. Kornmann grundsätzliche Fragen der Stilbildung anschaulich. Dr. Ed. Stemplinger-Elbach erinnert an die Elisabeth Ney, die ein Standbild König Ludwig II. schuf, bas jetzt in Herrenchiemsee steht. Die ; zarte Stimmungskunst in den Bildern des Wiener , Malers Emil Jakob Schindler (1842 bis 1892) wird in einer Wiener Gedächtnisausstellung deutlich. Im zweiten Teil wendet sich das Heft der Wohnkultur zu und zeigt vier Einfamilienhäuser der Stuttgarter Architekten Baier und Hammer, die klar disponiert und reizvoll gestaltet sind. Heber Ausgaben der Jnnenraumgestaltung verbreitet sich Otto (Billen an Hand von Arbeiten von Gretsch und Haberer, Stuttgart. Zwei Einfamilienhäuser von Architekt 1 Lorscheibt, Krefeld, haben einen kultivierten Charakter, der sich gut in die ernste Landschaft des 1 Niederrheins einfugt. Don Hertha Bucher sieht man neue keramische Arbeiten und besonders schön ge» ' stattete Einzelmöbel -von Josef Hillerbrand. Don ' wunderbarer Zartheit sind die Glasveredlungs» ! arbeiten von Liselotte Oehrjng-Hoehne. Ein Garten am Tyrrhenischen Meer, gestaltet von Professor 1 Pietro Porcinai, und geschmacksichere kunstgewerb- \ liche Arbeiten bilden ben weiteren Inhalt des Heftes, das den 43. Jahrgang ber schönen, Dieb ’ fettigen und anspruchsvollen Zeitschrift beschließt. solange das ganze übrige Deutschland, soweit bie deutsche Zunge reicht, einig sind, werden mir um die Felsen unserer Berge", die Runde in folgender I Zur Eröffnung der Mnterspielzett 1942/43. Von Intendant Hans Walter Klein. -ie von der Tätigkeit als Inspekteur des Obergeoie- les Ost der Reichsjugendführung ad gelöst wurde. Von Juli 1936 bis April 1937 war er Stabsleiter des Gebietes Hessen-Nassau. Anschließend übernahm er das Amt des Stellvertretenden Gebietsführers und Standortführers in Frankfurt, die er bis zu seiner im Mai 1939 erfolgten Berufung in den Stab des Grenz- und Auslandamtes der Reichsjuaendführung innehatte. Zuletzt war er Chef der Befehlsstelle Niederlande der Reichsjugendführung. Er ipar Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Hitler-Jugend. Er hat am Polenfeldzug teilgenommen, wo er das C. K. 2 erwarb. Er starb als Leutnant den Heldentod. Rektoren-Konferenz in Salzburg. In Salzbura fand unter dem Vorsitz des Chefs des Amtes Wissenschaft im Reichsunterrichtsministerium, Ministerialdirektor Professor Dr. Rudolf Mentzel, eine Konferenz der Rektoren aller Hoch- lchulen des Reiches statt. Als Reichsstudentenführer sprach Gauleiter Dr. Scheel zur Eröffnung der Konferenz, aus der besonders Rachwuchsfragen und allgemeine hochschulpolitische Fragen behandelt wurden. Ferner sprachen Mitglieder der Reichsstudenten- sührung über den Kriegseinsatz des Studententums und die Maßnahmen der Reichsstudentenführung zur Förderung des studentischen Nachwuchses. Kleine politische Nachrichten. Der Adjutant des Führers, NSKK.-Gruppen- jührer Albert Bormann, beging am Mittwoch seinen 40. Geburtstag. * Der Duce empfing im Palazzo Venezia den Gouverneur von Rom sowie die Bürgermeister der 24 italienischen Großstädte zur Berichterstattung. * Der Berater des japanischen Außenamtes, Shigeru Kawagoe,. ist ebenfalls zurückgetreten. Ka- wagoe war früher Botschafter in China. Der Regent von Irak ist in Amman, der Haupt- !dt von Transjordanien, zu einem Besuch des rtirs Abdallah eingetroffen. In seiner Begleitung finbet sich der irakische Ministerpräsident Nuri tib. Ein Revirement der schwedischen Gesandten in chreren europäischen Hauptstädten wird bekcchnt- geben. Der bisherige schwedische Gesandte in adrid, Joen Lagerberg, wird nach Rom ver- st, während Gesandter Hans Beck-Früs von dort Iiadi Helsinki übersiedelt. Der bisherige Gesandte n Finnland, Westmann, wird Schweden in Madrid »ertretert. General Lazaro Cardenas, der frühere Präsident ion Mexiko, ist zum Kriegsminister ernannt worden. * Der Fühter hat dem Maler Professor Franz von Matsch in Wien aus Anlaß seines 60jährigen Berufsjubiläums, in Würdigung feiner Verdienste als Maler und Bildhauer die Goethe-Medaille für Kunst ind Wissenschaft verliehen. Aus aller Wett. plünbekrr hingenchlet. )IS(5. Am 1. September ist der 1915 in Mainz geborene Heinrich Brednich hingerichtet worden, den das Sondergericht in Mainz am 28. August zum lobe verurteilt hatte. Der wiederhotk wegen Diebstahls mit Zuchthaus vorbestrafte Verurteilte hatte nach dem Bombenangriff auf Mainz in der zum 12.8.1942 als Helfer bei den Aufräu- tnungsarbeifen aus einem brennenden Haufe Sachen qeftobten. Geheimrat Waldkirch gestorben. Geheimrat Dr. h. c. Waldkirch ist im Alter von 2 Jahren in Heidelberg gestorben. Aus einer alten tzuchdruckerfamilie stammend, übernahm er im lahre 1897 den Zeitungsoerlag in Ludwigshafen. Waldkirch war es, der immer' wieder in den Be- ufsorganisationen mit der Forderung zur Grünung des Instituts für Zeitungswissenschaft an der lniversität hervortrat. Nach dessen Gründung wirkte r als Dozent an diesem Institut. Die deutsche Zei- ungswissenschaft verliert in Geheimrat Waldkirch (inen Pionier, .der dem deutschen Zeitungswesen rele Anregungen gegeben hat. *5 Jahre Deutscher Hdspitalverein in Buenos Aires. Des am 18. August 1876 gegründeten Deutschen >ospitalvereins in Buenos Aires wurde in einer chlichten, würdigen Feier gedacht. In den bei der feier gehaltenen Reden wurde der große Wirkungsreis des deutschen Krankenhauses besonders unter» rrichen. So wurden allein im letzten Jahre 64 000 Trante behandelt. Das Hospital hat damit Zeugnis ur den hohen Stand der deutschen medizinischen Disienschaft abgelegt. Aus der Stadt Gießen. Eile mit Weile. Es gibt ein Wort unseres Sprachgebrauchs, bas zweifellos einen vortrefflichen Sinn birgt: Eile mit Weile. Nach einem bekannten römischen Geschichtsschreiber war es bereits ein Leitwort von Kaiser 2niguftus, worauf auch Goethe in „Hermann unb Dorothea" hinweist. Es kann sich also eines ehrwürdigen Alters rühmen, was davon zeugt, daß es Gehalt besitzt. In der Tat handelt der nicht schlecht, der es zur Richtschnur seines Verhaltens macht, und mancher, der ungestüm und ohne lleber-- legung seinen aufwallenden Gefühlen nachgibt, bedauert es häufig später, dem Worte nicht gefolgt zu fein. Eile mit Weile heißt nichts anderes als: fei besannen und nicht voreilig, überlege erst und dann handele. Man könnte meinen, das sei billige Weisheit, mit der sich kaum etwas anfangen lasse. Der Augenschein lehrt indessen, daß gerade im alltäglichen Leben oft genug die Nutzanwendung jenes Wortes zu vermissen ist, und daß wir in den gegenwärtigen Zeiten erst recht bestrebt sein sollten, der Eile nicht blindlings die Zügel zu überlassen. Was hat es beispielsweise für einen Zweck, im Wartezimmer des vielbeschäftigten Arztes angesichts zahlreicher ebenfalls wartender Volksgenossen die Fassung zu verlieren und räsonierend darauf hinzuweisen, daß man ja gar keine Zeit habe. Die Folge davon ist schlechte Laune, die nur der Krankheit förderlich sein kann. Die anderen Patienten haben ja auch keine Zeit zu verlieren. Und was soll erst der Arzt sagen, der vom Morgen bis zum Abend alle Hände voll, zu tun hat? Wer eine Krankheit geheilt haben will, muß schon Geduld aufbringen, sowohl im Wartezimmer als auch während der Zeit der Behandlung, mit Holtekdiepolter ist da nichts getan. Aber auch bei anderen Gelegenheiten empfiehlt es sich, die Eile ein wenig zu dämmen. Gewiß gibt es Fälle, wo die Eile angebracht und sogar notwendig ist, aber der Reisende, der in aller Hast auf einen eben abfahrenden Zug springt, gefährdet nicht nur sein Leben, er kommt auch mit Strafbestimmungen in Konflikt. Und derjenige, der in einer Sache vorschnell ein Urteil fällt, ohne den Tatbestand richtig zu kennen ober ohne die Umstände des Vorgangs zu berücksichtigen, handelt mindestens fahrlässig. Auch wer'eine Maßnahme kritisiert, deren Bedeutung er mitunter gar nicht einzuschätzen weiß, handelt wie jener Mann, der im Zorn den Steuerboten beleidigt, der ihm eine Mahnung bringt. Im Gefolge der Eile befinden sich immer Ungeduld, Zerrissenheit unb Unhöflichkeit, von schlimmeren Dingen ganz zu schweigen. Vor ihnen sollte man sich im eigenen Interesse hüten und deshalb möglichst dem vortrefflichen alten Leitwort Beachtung schenken: Eile mit Weile! H. W. Sch. Wehrkampftag der SA. Die Vorbereitungen für den am 20. September auf dem Universitäts-Sportplatz in Gießen ftatt« findenden Wehrkampftag der SA. sind in vollem Gange. Die Stürme der Standarten 116 Gießen, 145 Büdingen unb 222 Friedberg haben mit ber Aufstellung ber Wehrkampfmannschaften begonnen unb üben eifrig. Auch die Betriebssportgemeinschaften rüsten sich für diesen Tag, ber sichtbarer Ausdruck des Wehrwillens der Heimatfront fein wird. Neben den Kampfgliederungen ber Partei wird auch der NSRL. Mannschaften zum Wehr» kampftag stellen. So wird vorbildliche Zusammenarbeit in Vorbereitung und Durchführung diesen Tag zu einem geschlossenen Bekenntnis ber großen Wehrgemeinschaft werden lassen. Schuh der Arbeitskraft. Zur 3. Vitamin-Aktion ber Deutschen Arbeitsfront. NSG. Die günstigen Auswirkungen der 2. Vitamin-Aktion im vergangenen Jahre veranlassen die Deutsche Arbeitsfront, die Betriebssührer aufzu- rufen, ihre Gefolgschastsrnitglieder auch an der neuen Vitamin-Aktion, die vom 1. Februar bis 30. April 1943 läuft, teilnehmen zu lassen. Mit Rücksicht auf die beschränkte Menge ber zur Verfügung stehenden Rohstoffe muß sich die Deutsche Arbeitsfront auch in diesem Jahre eine gewisse Steuerung der Aktion Vorbehalten, damit Gewähr gegeben ist, daß schwer schaffende Arbeiter unb Arbeiterinnen bevorzugt berücksichtigt werden. Die Betriebe, die an der Aktion teilnehmen wollen, müssen ihre Bestellungen bis spätestens 10. September bei der für sie zuständigen Kreisdienststelle des Amtes „Gesundheit und Volksschutz" eingereicht haben. Berdunkelungszeit 3. September von 21.07 bis 6.07 Uhr. Die Eröffnung ber Winterspielzeit 1942/43 fällt fast auf den Tag zusammen mit dem Beginn des vierten Kriegsjahres. Daß das Theater der Universitätsstadt Gießen aber dennoch diese Spielzeit mit einem solch großen und schwierigen Werk wie Gobschs Schauspiel „Der Thron zwischen Erdteilen" beginnt, das beweist aufs neue die erstaunliche Intensität des Kulturfvillens der beiden zu- fammenftrömenben und tragenden Kräfte des nachschaffenden Künstlers und des aufnehmenden Publikums, der darum auch nicht minder sinnfällig den Lebenswillen des Gesamtvolkes offenbart. Die Kunst kann so wirklich das fein, was sie soll: Ein Weltabbild, in dem sich die Kraft eines ganzen Volkes darstellt. Die Besucher wiederum geben als Repräsentanten des Volkes Kunde von ihrem Glauben an die Unsterblichkeit der Wesenskräfte des Menschen in der Manifestierung ber Kunst. Es ist das Verdienst der obersten Führung des Reiches, diese unabdingbaren Zusammenhänge erkannt zu haben und dem deutschen Theater darum jede mögliche Förderung angedeihen zu lassen. Die Wahl des Werkes, das die Spielzeit eröffnen soll, ist nun für die Zeigerstellung der Weltenuhr in jeglichem Blickwinkel sehr kennzeichnend. Der Thron zwischen Erdteilen ist das Petersburg der Machtergreifung Katharinas der Großen, ist die Schwelle zwischen Europa und Asien, ist der Einbruch deutschen Gestaltwillens in die Unform der riesigen Räume des Ostens. Und die aus diesem Raum geborene expansive Geistigkeit und seelische Maßlosigkeit steht im Machtkampf mit den Ordnungszielen einer europäisch-aristokratischen Absolutie, verkörpert in ber Figur einer deutschen Prinzessin. Dieser geschichtliche Moment, ber hier vom Dramatiker mit bem Wissen um die echte dramatische Wirksamkeit des Aufrisses epochaler Umbrüche szenisch unb theatralisch geschickt aufgezeigt wird, legt man die Gefahr tendenziöser Gegenwartsverkleidungen im Gewände der Historie nahe. Aber die Regieführung ging vom unbedingten Willen zur schlechthin einfachen Handlungsaussage, vom Dratna, das sich unter lebendigen Menschen begibt, aus. Die Schaubühne als moralische Anstalt war nicht vonnöten, denn hier bedurfte es nicht der Tendenz, nicht ber Moral, hier galt bas Leben durch feine Lebenskräfte allein. Hier sollten Menschen aus ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten und als Verkörperung von Elementarwirkungen handelnd und streitend im Rampenlicht der Bühne aufgezeigt werden. Die *Bühne brauchten sie notwendig nur als ein Forum ber Wiedergabe des geschichtlichen Schauplatzes, als den Rahmen des Begebnisses. Ihre Moral ober ihre Tenbenz sprechen aus ihrem bloßen Sein. Die Regie glaubt, hiermit den Absichten des Dichters am tiefsten zu entsprechen, denn es ist nur die natürliche Empfindung für die „Gefahren, die gerade in einer mit neuen Problemen ringenden Zeit der Mangel an Abstand heraufzuführen vermag. Es ist immer ein Wagnis, in das Werdende, in das aus chaotischem Verfall zu neuem Kosmos sich Gestaltende hineinzuleuchten." Darum die Menschen im Goethtzschen Sinne — bildend und nicht redend! — allein aus den Tiefen ihres Wesens, aber mit fast vordergründigen Impulsen agierend, ihren Kampf kämpfen zu lassen, schien ber Regie bas erste Erfordernis der Szene zu sein. Die Sichtbarmachung des tiefsten Erlebenskernes, aus dem ber Dichter schafft, mußte den begeisterten Theatermann reizen, unb das Mittelstück ber Trilogie „Die Tragöbie Rußlands", eben dieses Schauspiel „Der Thron zwischen Erdteilen", gab dem Regieführenden dazu bie schönsten Aufgaben. Sie würben erleichtert durch die gute Besetzung, die für alle Rollen zur Verfügung stand. Die Trilogie „Die Tragödie Rußlands" nimmt im Gesamtschaffen des Dichters eine besondere Stellung ein. Diese drei Dramen führen uns auf russi- Bon der Ludwigs-Universität. Der Dozent für Mineralogie und Petrographie Siegfried Rösch an der Ludwigs-Universität Gießen, wurde" zum außerplanmäßigen Professor ernannt. .Prof. Rösch stammt aus Ludwigshafen, wo er 1899 geboren wurde, studierte in Heidelberg, München und Leipzig unb promovierte 1926 in Leipzig, wo er sich 1929 habilitierte. Seit 1935 wirkt er an der Uniperfität Gießen. Er ist auch wissenschaftlicher Mitarbeiter der Firma Ernst Leitz in Wetzlar. Gute Verdunkelung. Das erste Gebot aller Selbstschutz» und Luftschutzpflicht ist restlose Verdunkelung. Denn Lichtschein ist der sicherste Wegweiser für feindliche Bomber. Sofort scheu Boden, in ihnen gewinnt Hanns Gobsch Lebenschema weltgeschichtliches Format. Er hat viele Jahre seines Lebens^ schon beruflich im Kriege, dem Rätsel Rußland gewidmet, um die Seele dieses zwischen Asien und Europa eingebetteten Riesen» reiches zu erhorchen. In seiner Trilogie greift er drei Gestalten russischer Geschichte heraus: den Zaren Nikolai II., den Heerführer Samsonow und den Zaren Peter III., drei Repräsentanten echten Rus- entums, die bei aller Verschiedenheit eine Einheit von Schicksal und Historie bilden, drei tragisch Unterlegene, drei aus schicksalhafter Notwendigkeit dem Untergang Geweihte. Zugleich' symbolisiert sich in ihnen die weltweite Spannung zweier Erdteile, deren einen das russische Volk begehrt, ohne den anderen lassen zu können. Im „Thron zwischen Erdteilen" erleben wir die Unüberbrückbarkeit dieser Spannung. Die Deutsche Katharina, Gemahlin Peters III., steht im Kampf auf Leben und Tod mit ihrem Gemahl. Ihr Weg führt durch die erbarmungslose Erkenntnis, daß es um Sein oder Nichtsein geht. Es ist nicht mehr der Kampf- feindlicher Persönlichkeiten, sondern der Kampf zwischen Plut und Blut, zwischen Erdteilen. Die Kluft unversöhnbarer Welten wird aufgetan, die Dämonie der Rassenseelen wird lebendig. In Peter verkörpert sich in böser Steigerung russischer Wille zur Selbstaufgabe, wie er uns etwa in ben Gestalten eines Dostojewski auf Schritt und Tritt begegnet. Hanns Gobsch gestaltet in diesem groß- angelegten Drama den in Schicksalstiefen veranker» ten Gegensatz zwischen der tulturfdjaffcnben Derant» wortlichkeit des germanischen Menschen, ber um der Sache willen bgs Eigenste zum Opfer gibt, und der inneren Zerspaltenheit und bedrohlichen Maßlosigkeit jenes russischen Menschen, dem der ver» traute Geist der Steppe jede geistige und seelische Ordnung als Schranke erscheinen läßt. Gewaltig steigt im Drama dieser Gegensatz vor uns auf, und von ihm her erhält bas aufwühlende, mit allen Mitteln theatralischer Kunst gestaltete Werk auch eine besondere Aktualität für die großen geschicht- liehen Auseinandersetzungen,, die unsere Gegenwart erschüttern. Es war für alle meine Arbeitskameraden wie für mich selbst eine große Freude, gerade dieses Werk trotz seines hohen Schwierigkeitsgrades und in besonderer Berücksichtigung der großen Hemmnisse, bie ber Krieg der Bühne auferlegt, durch eine fanatische Hingabe an diese künstlerische Aufgabe ber Gießener Theatergemeinbe zur.Eröfnung der Spielzeit 1942/43 präsentieren zu können. Wir traaen diese Arbeit mit dem Stolz der Berufung zu solch großen Aufgaben gerade im Kriege. Es ist für bas Theater das schönste unb ehrenbste Ziel, den Menschen vom Schaffen des Alltags und aus den Kümmernissen des gewaltigsten Krieges ber Menschheitsgeschichte hinwegzuführen zu einer Schau deutscher Größe unb deutscher Hochleistungen in Vergangenheit unb Gegenwart, wie sie sich in ben Schöpfungen deutscher Dichter und Musiker jedem sinnfällig zeigen. Der Mensch" aber möge immerwährend teilhaben an dieser Schau, innere Erhebung unb ber Besitz mutvoller Größe werden ihn belohnen. Der künstlerische Mensch des Theaters mit seinem Urgefühl für Verwandlung und Darstellung, für die Wiedergabe wirkender Kräfte aus geistig-seelischem Bereich wie für bie Lebenskräfte aus ber unmittelbaren elementaren Natur ist ber berufene Künber unserer Welt — lebenzeugenb, weckend und aufbauend! Wenn darum ber Intendant am Schlüsse nochmals selber um erhöhte Anteilnahme für bas Schaffen unb bie Arbeit feines Theaters bittet, so glaubt er bas nicht besser als durch bie Worte Goethes tun zu können: Was wär' ich ohne dich, Freunb Publikum? All mein Beginnen Selbstgespräch, all meine Freude stumm. wollen wir also unsere Verbunkelungsvorrichtung nachprüfen. Sie ist bann in Ordnung, wenn mir im Dunkel ber Nacht von außen her keine Beleuchtung im Zimmer erkennen. Ganz unerhört fahrlässig ist es, wenn nicht bie gan^e Wohnung verdunkelt wirb unb man bei Nacht zuerst Licht macht in dem Gedanken, auf bie paar Sekunden komme es nicht an. Gerade -in dieser Zeit aber wirkt bas Licht wie ein Scheinwerfer in der Dunkelheit. Sofort weis ber Feind, ber es ja gerade auf Terrorangriffe gegen die Bevölkerung abgesehen hat: Hier ist ein Haus, hier find deutsche Menschen, die ich treffen kann Es gibt nichts Strafbareres, als womöglich gar bei Fliegeralarm unvorsichtigerweise einen Augenblick Licht im unverdunkelten Zimmer einzuschalten! Das ist ein Verbrechen gegenüber ber gesamten Umgebung unb ber Gemeinschaft des kämpfenden Dr. Brüggers Patientin Roman von Walter Klöpffer 82. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Er log mucksmäuschenstill. Er hatte die Augen ^schlossen und horchte in sich hinein wie in einen fremden, unheimlichen Schacht. Mit ber Zeit ließen bie Schmerzen nach. Schließlich war nur noch jenes liachklingende Ziehen im Leib, in das jede dieser Ittacken auslief. Fender blinzelte erschöpft in die flackernde Petroleumlampe, die einen ungleichen Sampf mit den Schwaben von Licht kämpfte, bie feint niedrigen Fenster hereinfielen. Auf bem klo- b gen Tisch standen ein angeschnittener Laib Brot und ein unreinlicher Teller, lieber dem roh- gemauerten Herd hing ein rußiger Kessel. Melk- emer und Milchkannen lehnten an ber Wand, lieber dem blau-weiß gewürfelten Bett, dicht vor d:s Kranken Augen, waren mit Nägeln drei Dinge fefestigt: eine alte, verräucherte Holzpfeife, zerblät- terter Hauskalender und ein Uhrpantöffelchen aus verblichenem Samt. Fender drehte vorsichtig den hals. Durch das Fenster grüßte ein Berg, leuch- tenb unb schwer, mit einem Strahlenkranz um bie erhabene Stirn. Ein Wasserstrahl plätscherte, Kühe [tuteten. — So etwas müßte man malen, durch- . fuhr es Fender. — Unb nicht immer nur so halbnackte Teufelchen, wie Lucia. Ich werbe wieber- Fommen und bas malen, — dachte er inbrünstig unb schlummerte ein. Als der Eintritt Fidel Butschers ihn aus dem Schlaf scheuchte, war es Mittag. „Ist dem Herrn jetzt besser? Ich hab' ein paarmal binf) das Fenster gespitzt, aber Sie haben geschlafen wie ein Murmele , lächelte ber Senn, wobei sein Schaufelbart in Unordnung kam. „Besser schon, aber ich habe Angst vor bem Aufstehern Ich fürchte, baß es bann wieder losgeht", flüsterte Fender. z „Dann bleiben S' liegen, meinetwegen über Nacht, ich finde schon eine Lagerstatt. So und jetzt wirb gegessen." Der Kranke lächelte dünn. Fibel machte ein Feuer, quirlte einen Teig, rieb Käse unb verbrauchte sündhaft viel Butter. Das Ergebnis waren „Kässpatzen", so wie Fibel But- scher sie verstand, fetttriefend, fädenziehend, brrr. „Auch versuchen?" fragte er schmatzend. ^Lieber nicht." ,?2ld) was, ein leerer Sack steht nicht. Bloß ein bissele! Und hintennach einen Wacholderschnaps. Das richtet Sie wieder z'sammen!" Fender ließ sich überreden. Aber Butscher war ein schlechter Prophet. Es mußte alles wieder heraus, und Fenber wurde kranker als zuvor. Unter diesen Umständen war an Aufbruch nicht zu denken, unb er mußte die Nacht in dem fremden, harten Bett verbringen, während der Senn unb sein Spitz es sich auf einer Schütte Stroh bequem machten. Am nächsten Tag geschah ein Neues Fender bekam Fieber. Nicht viel, aber es genügte. Auch bie Schmerzen nahmen zu. Während der Kranke so balag, ein sanftes Brausen im Kopf, ein bißchen Hitze hinter ber Stirn, aber all seiner Gedanken leidlich mächtig, hielt er - Einkehr bei sich selbst unb ließ bie letzten Jahre an sich vorüberziehen. Eill schönes Zeug hatte er zusammengelebt, wenn man es recht betrachtete. Und es schien ihm mit einemmal nicht mehr alles so gehörig und vertretbar, was ben Inhalt dieser Jahre ausmachte. Waren nicht alle diese Carlos unb Lucias, mit denen er sich umgeben hatte, Spreu und dürres Laub unb taube Lehren? Unb er selbst? Zum Beispiel diese Sache mit Anna. War sie nicht eine große Schweinerei? Einem vertrauensseligen, unerfahrenen Mädel den Kopf verdrehen und so weiter und so weiter. Auch das mit dem Scheck war keine Heldentat gewesen. Der Stiefvater hatte nicht ganz unrecht. Man war faul gewesen, verboten faul, liederlich, aber bas war zu ändern. Man brauchte nur fest zu wollen. Man hatte Talent, Gott sei Dank, und der Fleiß mußte eben erzwungen werden, sobald man aus dem da heraus war. Vielleicht sollte er den Senn doch nach dem Arzt schicken? Nein, lieber nicht. Aerzte waren ein seltsames Volk, das alles genau wissen wollte, und bem es nicht darauf ankam, einen fremden Bauch aufzuschneiden. Er ahnte die Wahrheit unb sträubte sich gegen die Folgerungen, feige unb unvernünftig wie ein Kind mit Zahnweh. Da es nicht besser wurde, unternahm Fidel Butscher am Freitag einen energischen Vorstoß. So komme man nicht weiter, erklärte er apodiktisch. Man müsse überwärmen. Das wisse er von seinen Kühen her. Unb er rückte an mit heißen, irdenen Deckeln unb wollenen Tüchern. Mit sorgenvoller Stirn und schwitzend vor Eifer lauerte er auf bie Reaktion. Denn er hatte ein gewisses Wohlwollen •für diesen jungen Menschen, bem es so schlecht ging. Bei all seinem Tun und Lassen schwankte er zwischen Erbarmen und eingewurzeltem Respekt vor diesem Herrensohn. Aber feine Hingabe wurde nicht belohnt. Der einzige Erfolg war ber, baß bie Schmerzen immer ungezügelter würben unb baß ber Patient, statt zu stöhnen, nun schrie. Unb bann, als die Sache anscheinend ihren Höhepunkt erreicht hatte, trat schlagartig eine Wendung ein, bie bem berglerischen Samariter erst recht nicht gefallen wollte: Die Schmerzen hörten auf, aber Hanb in Hand mit dieser sinnfälligen Erleichterung ging ein ebenso sichtlicher Verfall des ganzen Menschen, ber sich Kaspar Fender nannte: seine Augen sanken zurück, seine Gesichtsfarbe bekam einen Stich ins Wächsern-Graue, unb bie Nase wurde spitz und fleckig. w Fibel Butscher geriet in Angst. Er lief unruhig herum unb verübte nutzlose Handlungen, die nur oazu dienten, seine innere Erregung zu meistern. In seiner ratlosen Verstörtheit klammerte er sich an eine letzte Hoffnung, an ben Doktor. Nach langem Sinnieren beschloß er, diesen zu holen, ob der Kranke noch wollte ober nicht. Am Samstagfrüh, nach einer schlaflosen Nacht, machte ar sich auf bie ^?cken, packte sein Fahrrad und sauste los. Als er in ber Arztwohnung vorsprach, erfuhr er, daß Doktor Koch nach auswärts gerufen morden fei- unb erst in einiger Zeit zurückerwartet wurde. Aber man würde es dringlich machen, und er dürfte damit rechnen, daß ber Arzt noch am Vormittag nachschauen würde. Butscher fuhr- ein wenig erleichtert heim, wie ein Mann, der von einer schweren Last die kleinere Hälfte abgeladen hat. Dann versorgte er seine Tiere. „Als Dr. Koch auf ber Bündlesalpe eintraf, war es elf Uhr. Er musterte flüchttg bie Stube, bann kam ber Patient an bie Reihe. „Wo tut es weh? Hier?" forschte er unb tippte auf Fenders Leib herum. Er sah zuverlässig aus, trug eine Brille und war ein Herr in mittleren Jahren. Der Kranke nickte. Als bie tastende Hand an eine bestimmte Stelle kam, verzog er schmerzlich bas Gesicht. Dr. Koch wiegte ben runden Kopf. Dann fragte er streng: „Warum hat man so lange gewartet?" Dabei schnellte er bie Liber in bie Höhe unb blickte Fidel Butscher scharf an. Der Senne kratzte sich vor Verlegenheit ben Rücken. „Und übergewärmt haben Sie auch, wie ich sehe! Das Dümmste, was Sie tun konnten. Haben Sie denn noch nichts von Blinddarmentzündung gehört?" Dann wandte er sich an ben Kranken: „Haben Sie Angehörige in der Nähe?" „Mein Stiefvater ist Arzt in Trettau, Doktor Brügger", erwiderte Fender niedergeschmettert. Blinddarm! Du lieber Himmel! „Gut, gut. Dem werbe ich sofort telephonieren. Es wird schon recht werben, junger Mann. Wir werben alles für Sie tun. Unb jetzt will ich mich gleich auf ben Weg machen." Dr. Koch schien sichtlich erleichtert. Er gab noch einige Ratschläge, ließ eine Arznei zurück unb ging aus ber Hütte. Als er wenige Minuten später auf feinem Motorrad ben Hang hinabknatterte, murrte er: Als Arztsohn solchen Unsinn zu machen — e» : t nicht zu glauben!" (Fortsetzung folgt.) Darm« Bann gegen RM. 4, Bann Darm* gegen Darm« Bann gegen Aufnahme in die 2511D 04275 04268/ 2 Zigarillos über 10 Pf. das Stück Krregssteuer. ohne 04278 KNORR Eine Soße dort man nie zu lange kochen, da sie sonst einschmort und es wäre schade um jeden Tropfen. Kothen Sie nach unserem Rezepte den KNORR - Soßenwurfei fein zer* drucken, mit etwas Wasser glatt» rühren, '/* Liter Wasser beifugen und unter Umröhren 3 Minuten kochen. 2,5 1,5 1,5 für eine Magergans für eine Pute für eine Ente für ein Huhn einjährige Handelsfachklasse Beginn Oktober 1942. Anmeldungen und Auskunft im Schulgebäude, Gießen, Goethestraße 32, Ruf 2486. MAlWM Kommode und gröberes Kinderbett zu kaufen gesucht. - Schriftl. Ang. unt. 04277 an ö. Gieß. Anz. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Anteilnahme an dem Hinscheiden unseres lieben Verstorbenen Herrn Johannes Körner sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Familie Reinhold Parlow Familie Fritz Ströter Familie Karl Körner. Lollar, den 3. September 1942. G. A-Sport. Saumeisterschasten im Gewichtheben. Zu den Gaumeisterschaften im Gewichtheben am vorigen Sonntag in Darmstadt hatten auch die Gießener Reichsbahnsportler ihre noch zur Verfügung stehenden Kameraden gemeldet. Gegen stärkste Konkurrenz aus Darmstadt, Frankfurt und Offenbach zeigten sie, daß sie zu den Besten des Sportgaues Hessen-Nassau gehören. Im Federgewicht konnte Oskar Rabow mit 335 Pfd. den 2. Platz und im Mittelgewicht der talentierte Nachwuchsheber'Otto Fischer mit 355 Pfd. den 3. Platz belegen. Gebietsturnier im Tauziehen. Bannstaffel des Bannes Gießen (116) allen voran. Anschließend an die Gaumeksterfchaften im Gewichtheben wurde vom Bann 115 Darmstadt em Gebietsturnissr im Tauziehen durchgeführt, das den (98) 2:0. 6. Gang: Bann Gießen (116) stadt J (115) 2:0. 7. Gang: Bann Bingen (842) stadt A (115) 2:0. 8. Gang: Bann Bingen (842) Volkes. Gute und richtige Verdunkelung kst die Grundlage aller Schutzmaßnahmen. Darum heute noch ihre Nachprüfung. Zurückhaltung im Telegrammverkehr. Auch der Telegrammverkehr im Kriege muß in erster Linie kriegs- und wehrwirtschaftlichen Zwecken dienen. Nachrichten minderwichtigen Inhalts — besonders Glückwünsche u. ä. — können, rechtzeitig aufgegeben, auch brieflich oder durch Postkarte übermittelt werden. Sie belasten sonst die Telegraphenleitungen über das zulässige Maß und behindern und verzögern den Austausch der notwendigen und wichügen Nachrichten. Denke stets daran und ube auch hier die nötige Zurückhaltung! Hühnerhalter, denkt an unsere Verwundeten! Carmen Sigrid In dankbarer Freude gestatten wir uns, die Geburt unseres ersten Kindes bekannt zu geben' Hedwig Weiß, geb. Staubach Forstmeister Walter Weiß z. Z. bei der Wehrmacht Gießen, den 1. September 1942 Horst-Wessel-Wall 38 z. Z. Kath. Schwesternhaus ___________04272/ zu erreichen. „ ,r, „ Die Hühner sind bei den Etersammelstellen anzumelden und werden nach vorheriger Benachrichtigung des Hühnerhalters lebend abgenommen. Für jedes abgelieferte Huhn von 3 Pfund werden einschließlich Präme 5,— RM. bezahlt. Dieser Betrag entspricht einem Einstandspreis von 2,— RM., der bei Verkauf an Privatpersonen nur bezahlt bzw. verlangt werden darf. „ Es wird erwartet, daß im Interesse des guten Verwendungszweckes alle abgängigen Hühner an die Sammelstellen gemeldet werden. Eine Warnung an alle. NSG. Rohes Obst, das vor dem Genuß in jedem Falle zu waschen ist, ist gesundheitsfördernd, wird aber dann zur Gefahrenquelle, wenn man beispielsweise auf Pflaumen, Kirschen, Stachelbeeren, Aepfel oder Birnen Wasser, Bier oder Limonade trinkt. Wie die Erfahrung zeigt, werden alle diesbezüglichen Warnungen immer noch zu wenig beachtet. Da das Rohobst nach dem Genuß von Flüssigkeit immer gesundheitsstörend wirkt, weil es im Magen quillt, haben schon viele Volksgenossen unter schweren Schmerzen ihr Leben durch diese Fahrlässigkeit bzw. Leichtsinnigkeit verloren. Gerade heute, wo jedes Menschenleben in dem uns aufgezwungenen Existenzkampf das kostbarste Gut der Nation ist, können wir es uns am wenigsten leisten, durch Fahrlässigkeit oder durch Leichtsinn unsere Gesundheit bzw. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des HauptschriftletterS: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für daS Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckeret R. Lange K. G. Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzetgenleiter: Hans Beck. Bnzetgenpretsliste Nr. 6. Zum l.Nov.rvird von älterer Dame in gebild. Familie oder bei einzeln. Herrn eine Stelle zur Führung d. Haushaltes in Gießen ges. Nähere Auskunft erteilt: [04222 Frau Ottilie Schäckcr, z.Z.Fronhausen an der Lahn, Gießener Str. 4. | Mietgesuche | Studentin sucht f.d.l.Nov.1942 größ.,sonn.,mod. Ml. Zimmer in ruhiger Lage in Gießen, 2630D Angeb.an Lisa Heußinger, Bansten, Oberschule Labor. stadt J (115) 0:2. 9. Gang: Bann Gießen (116) gegen Bann Hanau (98) 2:0. Ergebnis: 1. und gebietsbeste Mannschaft Bann Gießen (116); 2. Bann Bingen (842); 3. Bann Darmstadt J (115). Hauszinssteuerablösung Abgeltungshypotheken zu den gesetzlichen Bedingungen gewährt Deutsche Centralbodenkredit- Aktiengesellschaft, Berlin Anfragen bearbeitet kostenlos Agentur Gießen H.KIrchner, Immobilienmakler Bleichstraße 18. Lichtspielhaus Tägl. 300,515,800 So. 230,500,800 Jugend hat keinen Zutritt! ________________________2637C Vogtsche Pfivat-Handelsschule Gießen, Goethestr.32 Hart und schwer traf uns unerwartet iBcSaj] die traurige Nachricht, daß mein innigstgeliebter, herzensguter, unvergeßlicher Mann, der treusorgende Vater seines einzigen Kindes, mein lieber Sohn, unser lieber Schwiegersohn,Bruder, Schwager, Pate, Onkel und Neffe Wilhelm Wifmer Unteroffizier in einem Inf.-Regt. Inhaber des E. K. II im blühenden Alter von 29 Jahren, am 1. August in einem Feldlazarett, an seiner am Tage vorher erlittenen schweren Verwundung starb. Er liegt auf dem Heldenfriedhof zu Rschew begraben. In tiefem Schmerz: Lina Wißner und Kind Gerda nebst allen Angehörigen. Climbach, Allendorf a. d. Lda., Gießen-Wieseck, den 2. September 1942. Die Gedächtnisfeier findet am Sonntag, dem 13. September, nachmittags 3 Uhr, in der Kirche zu Climbach statt. __04270 Auf einen Tagesabschnitt: 10 bis 20 Gramm Schnupftabak. Auf ein bis zwei Tagesabschnitte: 1 Rolle oder Stange Kautabak. Auf acht Tagesabschnitte: 50 Gramm Feinschnitt-Tabak. Auf zehn Tagesabschnitte: 100 Gramm Krüll-, Grobschnitt- oder Strangtabak. [2644D Gießen, den 2. Septenrber 1942. Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Der Landrat des Landkreises Gießen: Dr. Lob. Retter tzochschulg-sellschast) tzalk ihre fiesiäfrtge Hauptversammlung am Samstag, 12. September, im Senatssaal der Ludwigs-Universttat Gießen ab. Im Anschluß an die Hauptversammlung, die den geschäftlichen Angelegenheiten vorbehalten ist, findet ein öffentlicher Dortrag des Profestors an der Universität Berlin, Ministerialrat Dr.-Jng. Ernst Hamm über das Thema „Die Raumordnung im Großdeutschen Reich" statt. ** Die Abgabe von Tabakwarcn betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte, die der besonderen Beachtung empfohlen sei. *♦ Aepfel i m Straßengraben. Jetzt ist es wieder an der Zeit, daran zu erinnern, daß das Obst an den Bäumen der Landstraßen keineswegs herrenlos, sondern verpachtet ist. Wer also widerrechtlich dieses Obst erntet, ^fetzt sich der Bestrafung aus. _ , , ** Blühender Flieder imSeptember. In einem Garten der oberen Frankfurter Straße, in der Nähe der Klinikstraße, kann man zur Zeit einen Fliederbusch in Blüte bewundern. Die ganz unzeitgemäßigen Blütengäste erfreuen auch durch ihren schönen Duft. ** Er st siegen — dann rersen! In, einem Ort mit einigen tausend Einwohnern sind 50 Menschen nur .eine ganz kleine Gruppe. Wenn aber diese Fünfzig aus eine vermeidbare Reise verzichten, ist ein Wagen gewonnen für einen Zug im unmittelbaren Dienst der Front. Daran muß jeder denken, denn Räder müssen rollen für den Sieg! *♦ E i n Kind tödlich überfahren. Am gestrigen Mittwochnachmittag ereignete sich in der Wetzlarer Straße in Klein-Linden ein schwerer Verkehrsunfall, dem leider ein Kind zum Opfer fiel. Das drei Jahre alte Bübchen Walter Fink, dessen Vater im Felde steht, spielte auf der Straße und lief dabei quer über den Fahrdamm, obwdhl in einiger Entfernung ein Lastauto herankam. Das kleine Kind wurde von dem Lastwagen erfaßt und überfahren, wobei -ts so schwere Verletzungen erlitt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Lenker des Lastautos, ein Mann aus Oberwetz (Kreis Wetzlar), wurde von der Gießener Kriminalpolizei festgenommen. Die Ermittlungen über die Schuldfrage sind noch, im Gange. Der Fahrer befand sich mit seinem Wagen, der einem Schreinereibetrieb in Oberwetz gehört, auf der Rückfahrt von Gießen nach Oberwetz. Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlandgebiet sind nach den Lieserungsbedin- aungen grundsästlich bei der "Ablesung an den Grhcbcr zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom- und Gasgelder noch innerhalb der nächsten acht Tage ohne Kosten an die Kasse der Stadtmerke Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto 'Frankfurt/Main 9fr. 27707, oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueberschreiten des Zahlungstermins müssen die Beitreibungskosten berechnet und entrichtet werden. Bom 15. September l 942 ab wird die Strom- und Gaslieferimg bei allen Abnehmern gesperrt, die.die Strom- und Gasgelder für den Monat Fnli 1942 einschließlich Kosten noch nicht entrichtet haben. Die Kosten der Strom- und Gassperre gehen zu Lasten der Säumigen. [2645A Gießen, den 1. September 1942. Stadtwerke Gießen. Zweck HäW, Sie Veste Mannschaft des Gebiets 13 zu ermitteln. Hierbei zeigte die von Bannfachwart Rabow geführte Mannschaft eine starke und sichere Einheit, die nach harten Kämpfen klarer.Sieger und damit die gebietsbeste Mannschaft des Gebietes Hessen-Nassau wurde.. Die Mannschaft wurde von folgenden Jungg. gebildet: Oberrottf. Otto Fischer, Mot. 1/116, Jgg. Heinz Alt haus, Mot. 1/116, Rottf. Willi Wystub, Flg. 1/116, Jgg. Paul Hatz, Gef. 1/116, Jgg. Heinz Birk, Nachr..1/116, Jgg Werner Otto, Mot. 1/116. In Bereitschaft stand der Jgg. ,H.J. Schneider, Nachr. 1/116. Kampsfolge: 1. Gang: Bann Gießen (116) gegen Bann Bingen (842) 1:1; Entscheidung: 1:0. 2. Gang: Bann H anaff (98) gegen Bann Darmstadt A (115) 0:2. 3. Gang: Bann Darmstadt A (115) gegen Bann Darmstadt J (115) 0:2. 4. Gang: Bann Darmstadt A (115) gegen Bann Gießen (116) 0:2. x 5. Gang: Bann Bingen (842) gegen Bann Hanau Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) E. ID., Gießen. Das von Ihnen geschilderte Verhalten, stellt zum mindesten eine unzulässige Besitzstörung dar. Die Rechte Ihrer Auftraggeberin ergeben sich aus § 862 Satz 1 und 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Diese Bestimmung lautet: § 862: Wirb der Besitzer durch verbotene Eigenmacht im Besitze gestört, so kann er von dem Störer die Beseitigung der Störung verlangen. Sind weitere Störungen zu besorgen, so kann der Besitzer auf Unterlassung klagen. ID. TL 100. Zur Einlösung aufgerufen sind, d. h. ungültig werden nur die Reytenb ank- scheine von 10 Mark ab aufwärts, und zwar die Rentenbankscheine zu 10 Mark, Ausgabe vom 3. Juli 1925 mit Kopfbild einer Landfrau, Rentenbankscheine von 50 Mark, 2. Ausgabe vom 20. März 1925 mit Kopfbild eines Landarbeiters, Renten- bankfcheine zu 50 Mark, 3. Ausgabe vom 6. Juli 1934 mit Kopfbild des Freiherrn vom Stein, ferner die Rentenbankscheine über 100 Mark, 500 Mark und 1000 Mark Die Einlösungsfrist läuft am 15. Dezember 1942 ab. Die Rentenbankscheine von 1 bis 5 Mark sind nicht zur Einlösung aufgerufen worden, sie bleiben also weiterhin im Kurs. Ebenso sind keine Reichsbanknoten aufgerufen worden, die sämtlich unverändert ihre Gültigkeit behalten. 1 Am Montagabend entschlief sanft nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liehe Frau, unsere gute Slutter, meine liebe Tochter, Schwester, Gote, Schwägerin und Tante Frau Anna Büttner, geb. Schmidt im blühenden Alter von 36 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Büttner, z. Z. im Felde und Kinder Helmut und Lony Margarete Schmidt Wwe. sowie Geschwister und alle Angehörigen. Alten-Buseck, den 2. September 1942. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 4. September, nachm.2%Uhr,in Alten-Buseck statt. Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. Neufestsetzung der Mindest- und Höchstabgabemengen von Tabakwaren. Aus Anordnung des Obervräsidenten — Landeswirtschaftsamt — vom 31. 8. 1942 wird mit sofortiger Wirksamkeit die Abgabe von Tabakwaren auf einen oder mehrere Abschnitte der Raucherkontrollkarten wie folgt festgesetzt: 2luf einen Tagesabschnitt: 2—4 Zigaretten oder 1—2 Zigarren, Stumpen oder Zigarillos bis 10 Pf. das Stück ohne Kriegssteuer, oder: 1 Zigarre über 10 Pf. bis 20 Pf. das Stück ohne Kriegssteuer. Auf zwei Tagesabschnitte: 1 Zigarre über 20 Pf. das Stück ohne Kriegssteuer, oder Die glückliche Geburt ihres zweiten Sohnes Hans Dietrich zeigen in großer Freude an Elisabeth Freifrau von Tlesenhausen geb. Koch-Grllnberg Berend Freiherr von Tlesenhausen Gießen, den 31. August 1942 z. Z. Univ.- z. Z. im Felde Frauenklinik Unerwartet erreichte uns die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber, braver Sohn, Bruder und Schwager Erwin Alt Matr.-Gefr. bei der Kriegsmarine im Alter von 20 Jahren tödlich verunglückte. In tiefer Trauer: Karl Alt und Frau Karl Alt, z. Z. im Felde, und Familie Richard Alt, z. Z. im Felde, nebst Braut \ Erich Alt, z. Z. im Felde Ludwig Schmidt, z. Z. im Felde, und Frau Johannette Alt Erna Alt Erhard Alt Ella Alt Anna Berlach Kinzenbach, Rodheim, den 2. Septeüiber 1942 Die Beerdigung findet am Samstag, dem 5. September, nachmittags 4 Uhr, in Kinzenbach vom Trauerhause aus statt. 8,— „ 3,— „ 3,— „ für ein Hähnchen . Diese Prämien werden jedoch nur bet Ablieferung an die Eiersammelstellen bezahlt. Weder Privatpersonen noch die früheren Aufkäufer sind berechtig, diese Prämien zu gewähren. Sollte trotzdem eine der genannten Personen diese Prämien auszahlen so liegt' Höchstpreisüberschrettung vor, und Käufer und Verkäufer werden bestraft. Das abgelieferte Geflügel ist ausschließlich für die verwundeten und kranken Soldaten in Hessen-Nassau bestimmt. Es handelt sich jetzt vor allem darum, die schlechten und alten, Legehühner abzuliefern, um im kommenden Eierwirtschaftsjahr das auferlegte Ablieferungssoll besser und vollständig 2 Zimmer mit Küche (Teilwohnung) in Stadtmitte für sofort oder 1. Oktober zu vermieten. Schriftl. Angeb. unter 04267 cni den Gieß. Anz. Kleine Anzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und aeleieu. Freibank Am 4. 9. 1942: 8-9 1231-1300 9-10 1301-1360 10-11 1361-1420 11-12 1421-1480 Am 5. 9. 1942: 8-9 1481-1530 9-10 1531-1580 10-11 1581-1630 Fleischbrühe! SchlachlliofGieOen [Stellenangebote] Tüchtiger Bäcker von hiesiger Großbäckerei sofort gesucht. Schriftl. Angeb. unter 2642D an den Gieß. Anz. Erfahrene AusgesWn in gepflegten Haushalt zum baldigen Eintritt gesucht. Schr. Ang. unt. 2594Pa.d.G.A. [Stellengesuche] Gebildetes, alt. Fräulein sucht Stellung zum 1. Okt. im Haushalt b. ält. Herrn od. Dame in Gießen oder Umgebung. Schr. 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Immer werden noch Luftfeldpostbriefe eingeliefert, die schwerer als 10 Gramm sind und deshalb zurückgegeben werden müssen. Zur Ersparung von unnötiger Arbeit und Verdruß sowie zur Vermeidung des Verlustes der Lustfeldpostmarke, die bei Entwertung nicht mehr verwandt werden kann, wird dringend empfohlen, nur ungefütterte Briefumschläge bis zu 175 mm groß mit einfachem Brief- blatt oder Kartenbriefe bis zu dieser Große, m die noch ein einfaches Briefblatt eingelegt werden kann, als Luftfeldpostbriefe zu versenden. Größere und besonders gefütterte Briefumschläge sind schwerer und daher als Luftfeldpostbriefe ungeeignet. Zur Hege des Wildes. Der Heger wird jetzt die Zeit, in der überall die Dreschmaschine brummt, benutzen, um das beste und natürlichste Winterfutter für seine Wildhuhner, die Unkrautsamen und die zerbrochenen Getteidekor- ner, die unter die Dreschmaschine, fallen, sich zu sichern und aufzuheben für den Winter. Ferner wird er jetzt schon die festen Fütterungen mit reichlich Kaff beschicken, ehe dieses verbrannt wird. Sie Beschickung ist von außerordentlicher Wichtigkeit, um Hühner und Fasanen an Fütterungen zu gewöhnen. Mangelhafte Hegeerfolge sind vielfach darin begründet, daß die Fütterungen erst dann beschickt werden, wenn die Not bereits da und das Wild verstrichen ist. Hingewtesen sei in diesem Zusammenhang auch auf die Menge der schönen roten Vogelbeeren, die jetzt heranreifen. Sie werden in Massen von Drosseln usw. zu einer Zeit gefressen, in der es keine Not gibt, während sie ein ausgezeichnetes Winter- futter für Mes Federwild, aber auch für Schalenwild darstellen, wenn man die Beeren entweder trocknet oder aber — was noch besser ist — in Sand oder Tors einschlägt und so frisch aufhebt bis zum Winter. Die Drosseln sind Übrigens auch jagdbares Wild. Früher zur Zeit des Dohnenstiegs war dies wohl meht bekannt, während heute die meisten Jäger davon Leine Notiz nehmen. .Dabei wäre ein Abschuß von Drosseln im Interesse von Obst- und Weinbau vielerorts sehr erwünscht^ j Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 3. Sept. Aus dem heutigen WMen- markt kosteten: Weißkraut, kg 5 Rpf., tfraut 8 bis 10, rote Rüben 5, Römischkohl 10, Tomätest 28, Birnen 30, Zwetschen 30, Mirabellen 30; ScLat- gurken iS, Blumenkohl, das Stück 20 bis 40, Salat 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich, 10 Rpf. *- ** /Silberne Hochzeit. Der Händler August Rausch und Frau Marie, geb Becker, An der Kläranlage 72 wohnhaft, begehen am morgigen Freitag, 4. September, das Fest der silbernen Hochzeit. Dem Jubelpaar herzlichen Glückwunsch. ** Jahresto?ung der Gießener Hochschul g e s e l l s ch a sl. Die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gie- Ihre Kriegstrauung geben bekannt Günter Reining Oberwachtmeister Ursula Reining geb. Hennig z. Z. im Felde Gießen Wilhelmstr. 80 3. September 1942 ______________________2638 D/ NSG. Die Hauptoereinigung der deutschen Eier- wirtschaft hat die Zahlung von Prämien für Schlachtgeflügel angeordnet. Es werden an Prämien bezahlt bei Ablieferung einer schlachtreifen Gans von 4,5 kg 8,- Kleiner Coden auch als Lagerraum geeignet, in Nähe der Kliniken, zu vermieten. Schriftl.; Ang. unt. 2641D ran oenGieß.Anz. I