1-2. Jahrgang Nr. 127 Encheini täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ^amilienblätter Heimat imBild-DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 ZMellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern • infolge höherer Gewalt Kern sprech am Muß 2251 Drahtanschrift: „Anzeige^ Postscheck 11688 Frankf./M. Mittwoch, 3. Juni 1942 Slnnahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8% Uhr desBormittags Anzeig en-Preise ftir die Nlillimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rpf. für Familiencm- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Npf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25%mehr Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen 5ybniischeIlugzeugem2^Siundenabgeschoffen Der Wehrmachiberichi. DRB. Aus dem Führerhauptquarlier. 2. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Ost en nur örtliche Kampfhandlungen. Bei Sturzkampfangriffen auf die Hafenanlagen von I o k o n g a und Murmansk erhielt ein Frachtschiff mittlerer Gröhe Io schwere Treffer, dah mit seiner Vernichtung zu rechnen ist. In der Schlach um Charkow fand, wie inzwischen festgestellt, auch der Oberbefehlshaber der 6. Sowjetarmee, Generalmajor Gorodajansky den Tod. In Rordafrika wurde beim Angriff deutscher und italienischer Truppen gegen eine festungsartig ausgebaute Stellung eine britische Kräftegruppe eingeschtossen und vernichtet. 3 0 0 0 Gefangene, darunter ein Vrigadegeneral, fielen in unsere Hand. Am 31.5. und 1.6. wurden 101 Panzer, 124 Geschütze, zahlreiche Kraftfahrzeuge und große Wengen an anderem Kriegsmaterial vernichtet oder erbeutet. Bei einem Erkundungsflug über den feindlichen Linien wurde General der Panzertruppen Crü- w e l l abgeschossen und geriet in britische Gefangenschaft. Im Kampf gegen Grohbritannien führte die Luftwaffe in der letzten Nacht ohne eigene Verluste einen schweren Angriff gegen den Versorgungshafen Ipswich an der Südoftküsie Englands. Andere Kampfflugzeuge warfen abermals Bomben schweren Kalibers in das Stadtgebiet vonEanterbury. Bei Vorstößen gemischter Verbände der britischem Luftwaffe zur Küste der besetzten Westgebiete wurden am gestrigen Tage 18, bei Einflügen einzelner bewaffneter Aufklärungsflugzeuge in den Raum um Köln ein britisches Flugzeug zum Absturz gebracht. Britische Bomber griffen in der Nacht zum 2. Juni mehrere Orte in Westdeutschland an, vor allem die Wohnviertel in Duisburg und Oberhausen. Bei der Abwehr dieser, nur gegen die Zivilbevölkerung gerichteten Terrorangriffe, erzielten Nachtjäger und Flakartillerie 37, Marineartillerie drei Abschüsse. Damit hat die britische Luftwaffe bei ihren Einflügen in die besetzten Gebiete und in das Reichsgebiet am gestrigen Tage und in der letzten Nacht 5 9 Flugzeuge verloren. Oberfeldwebel Strüning errang in der letzten Nacht seinen 15. und 16. N a ch t j a g d s i e g. Erfolgreiche deutsche Abwehr. Von unserer Berliner Schriftleitung. Churchill hatte in der bisherigen Kriegszeit wenig Gelegenheit die britische Wehrmacht zu Erfolgen zu beglückwünschen. Der Terrorangriff auf Köln mußte ihm eine solche Gelegenheit geben. Die Amerikaner, die noch weniger Kriegsruhm ein» gesammelt haben, gebärden sich gar, als seinen sie die Helden dieser Nacht vom 30. auf den 31. Mai gewesen. Gegen diesen traurigen Kriegsruhm gibt es nur eine Medizin: den Abwehrerfolg in Gestalt abgeschossener Flugzeuge, denn beim Flug gegen Köln wurden nach eigener englischer Darstellung 44 Bomber und über dem Kanal noch 13 britische Jäger abgeschossen. Als bann, in der folgenden Nacht, Duisburg und Oberhausen angegriffen wurden, wurden insgesamt nicht weniger als 61 eng- llsche Flugzeuge abgeschossen. In knapp anderthalb Tagen haben die Engländer also allein im deutschen Westen 95 Flugzeuge eingebüßt. Es ist also nichts mit der Hoffnung, die deutsche Abwehr läge infolge der Kämpfe im Osten und Nordafrika still. Sie ist sehr wachsam, sie ist so auf dem Posten, daß nach dem Flug nach Köln sogar ein englischer Luftfahrt- sachverständiger von Rang, der Major Oliver Stuart, sich fragt, ob die Sache lohne. Er fragt nicht nach Moral öder Gesittung oder danach, ob es erlaubt oder unerlaubt sei. Für ihn ist'die ganze Angelegenheit ein Rechenexempel jenseits von Gut und Böse. Er stellt lediglich fest, daß die deutsche Abwehr in Köln gut gearbeitet habe und geschickt organisiert gewesen sei. Stuart fragt, ob Großbritannien, da die feindliche Abwehr die Zahl der verlorenen Flugzeuge sehr steigere, noch in der Lage sei, in naher Zukunft die Herstellung von Nachtbombern in dem gewünschten Umfang aufrecht zu erhalten. Der Major nimmt dabei einen Verlust von 44 Flugzeugen in jeder Nacht zur Grundlage und sagt: „Wenn 44 Flugzeuge in jeder Nacht verloren gehen, dann macht das im Monat 1320 Flugzeuge aus, eine Zahl, die sich allein auf das Nachtbomberkommando beziehen würde, das in England feinen Stützpunkt hat. In dieser Zahl sind also nicht einbegriffen die Verluste, die die verschiedenen Bomberkommandos auf anderen Kriegsschauplätzen erleiden. Es bedarf keiner Sonderinformation, um zu erkennen, daß England nicht schnell genug Flugzeuge Herstellen kann, um bei derartigen Verlusten den Ausbau seiner Luftwaffe fortzusetzen." Er schließt mit dem bezeichnenden Satz: „Es -hat bei den bisherigen Bombenangriffen Enttäuschungen gegeben und' der Angriff auf Köln vermindert, nicht die Notwendigkeit einer ordentlichen Versorgung unserer anderen Land- und Seestreitkräfte mit Flug- ,zeugen." Also! Churchills Strategie des Wahnwitzes läuft sich selbst tot — und England ist dabei Der Leidtragende. Der Vergeliungsangriff auf Ipswich. Berlin, 2. Juni. (DNB.) Als bei dem Luftangriff gegen Ipswich die erste Welle der deutschen Kampfflugzeuge sich dem Zielgebiet näherte, wurde sie wiederholt von britischen Nachtjägern angegriffen. Feindliche, von zahlreichen Scheinwerfern unterstützte Flakbatterien versuchten, den deutschen Flugzeugen den Weg zu verlegen. Trotz heftigsten Feuers durchbrachen deutsche Kampfflugzeuge den dichten Flaksperrgürtel .und warfen ihre Bo mb en auf Stadt und Hafen von Ipswich ab. Tausende von Brandbomben entfachten in vielen Teilen des Stadtgebietes ausgedehnte Brände, deren Feuerschein den nachfolgenden deutschen Kampfflugzeugen den Weg wiesen. Unzählige Bombeneinschläge, vor allem in den Hafenanlagen, wo schwere Explosionen hervorgerufen wurden, konnten beobachtet werden. Sämtliche eingesetzten Flugzeuge kehrten zu ihren Absprunghäfen zurück. Ipswich — im südlichen Teil der englischen Ostküste — war schon vor dem Kriege ein größerer Umschlagplatz für Getreide. Seit Kriegsbeginn wird die Stadt vor allem als Ausweichhafen für London benutzt. Zahlreiche Mühlen und Fabriken der Eisen- und Rüstungsindustrie haben der 88 000 Einwohner zählenden Stadt besondere Bedeutung verliehen. Wieder 16 Briten abgeschoffen. Berlin, 2. Juni. (DNB.) Als Dienstag morgen ein Verband britischer Jagdflugzeuge die französische Küste anflog, wurde er sofort von deutschen Jägern zum Abdrehen gezwungen. Im Laufe eines Derfolgungsgefechtes schossen die deutschen Jagdflugzeuge über dem Kanal zwei Spitfire ab. Einige Stunden später stießen die deutschen Jagdstaffeln vor Kap Gris Nez auf einen zahlenmäßig überlegenen britischen Iagdfliegerverband. Die Messerschmitt- und Fokke-Wulf-Jäger nahmen sofort den Kampf auf und schossen in kurzer Zeit elf Spitfire ab. Mit einer bei Cherbourg zum Absturz gebrachten Spitfire und zwei vor der niederländischen Küste abgeschossenen Aufklärern erhöhte sich der britische Verlust am Dienstag auf 16 Flugzeuge. Es fehlt an Schiffsraum. Nach einer Berechnung der Korvettenkapitäns Dr. h. Ambrosius in feinem Buch „Die Schlacht im Atlantik" befaß England zu Beginn des Krieges an Ueberfeetonnage annähernd 17 Millionen BRT. Zusammen mit der beschlagnahmten gegnerischen und neutralen Tonnage, mit Ausschöpfung aller Reserven, mit Ankäufen und Prisen sowie mit der auf England noch fahrenden Tonnage standen am 30. April 1941, etwa 27 Millionen BRT. buchmäßig zur Verfügung. Davon muß man allerdings Abstriche machen. Die beschädigten Schiffe, die durch ihre Reparaturzeit der Fahrt entzogen sind, schätzt Ambrosius auf 1,5 Millionen BRT., die für rein militärische Zwecke eingesetzte Tonnage auf 3,5 Millionen BRT., was nach den Erfahrungen des Weltkrieges eher zu tief gegriffen erscheint. Es bleiben also 22 Millionen BRT. übrig, von denen die Totalverluste bis heute abzuziehen wären. Der hatte nach der Zusammenfassung des OKW.-Berichtes vom 4. 4. 1942 über 16 Millionen BRT. Schiffsraum verloren, wovon wir etwa 1 Million auf Kosten der USA. abrechnen wollen. Es bleiben danach 7 Millionen BRT. für England übrig. Rechnen wir etwa 3 Millionen BRT. an Neubauten auf englischen Werften für 1940/41 und etwa 1 Million BRT. inzwischen von USA. gelieferten Frachtschiffe hinzu, so erhalten wir einen geschätzten Bestand von 11 Millionen BRT. England heute dienstbaren Schiffsraumes. Das ist zU wenig für die Versorgung der Insel, denn für den Frieden rechnete man 13 bis 14 Millionen BRT. als benötigten Frachtraum, der allerdings nicht so rationell ausgenutzt wurde, wie es heute geschieht. Der eigentliche Kriegsbedarf im Land wird mit mindestens 12 Millionen BRT. beziffert. Die USA. befaßen nach Lloyds Register of Shipping 1939 eine Ueberfeetonnage (Schiffe von mindestens 2000 BRT.) von 1427 Schiffen mit 8,4 Millionen BRT. Nach den Verkäufen im ersten Kriegsjahr an alle befreundeten Staaten ging diese Flotte schnell zurück, England kaufte in ferner Not auch die ältesten Schiffe zu den höchsten Preisen. Daher wurden nach einer amtlichen amerikanischen Veröffentlichung Anfang 1941 nur noch 1251 Schiffe mit einem Raumgehalt von zusammen 7,5 Millionen BRT. gezählt. Darunter befanden sich Tankschiffe mit 2,64 Millionen BRT. Das Durchschnittsalter der verkauften Schiffe betrug 22 Jahre. Ne^i gebaut wurden in den USA. 1940 nur 53 Handelsschiffe mit 450 000 Tonnen, so daß der Rückgang der Handelsmarine verständlich, ist. Nach Angaben des Washingtoner Vertreters der „New York Times" Charles Hurd mar die Handelsflotte der USA. bis April 1941 auf 7,5 Millionen BRT. zurückgegangen. Wenn man auch in Rechnung stellt, daß sich die USA.-Handelsflotte durch die Beschlagnahme der in nordamerikanischen Häfen liegenden deutschen, italienischen, dänischen, norwegischen und französischen Handelsschiffe einen gewissen Zuwachs oerfchasft hat, so muß man auf der anderen Seite die außerordentlich hohen laufenden Schiffsverluste der Kriegs» monate berücksichtigen. Die deutschen und italienischen U-Boote im Atlantik und im Karibischen Meer und die japanischen Flugzeuge und Seestreitkräfte im Pazifik fügten durch ihre kühnen Operationen der nordamerikanischen Handelsflotte so schwere Verluste zu, daß sie für große zukünftige Kriegsaufgaben nicht mehr ausreicht. Wie steht es nun mit den Neubauten der USA., auf die England so vertraute? Man soll einen Gegner keineswegs unterschätzen, aber auch nicht überschätzen. Sicherlich haben die Vereinigten Staaten eine leistungsfähige Werftindustrie, die jedoch nicht einheitlich organisiert ist. Dazu kommen Mangelerscheinungen, die mit der Kriegslage Zusammenhängen. Die Engpässe in der Wirtschaft beziehen sich vor allem auf Stahl, Werkzeugmaschinen, aber auch auf Gummi, Zinn, Oel und Elektri- zität. So sind den fantastischen Bauprogrammen, die Roosevelt in die Welt posaunt, natürliche Grenzen gesetzt. Bisher wurde nur ein Bruchteil der Neubauten hergestellt, die geplant waren. Nach einem Bericht des „American Bureau of Shipping" hatten die USA.-Werften 1941 bis zum 11. 12. 1941 nur 84 Handelsschiffe von zusammen 664 000 BRT. fertiggestellt, nachdem im Kalenderjahr 1940 nur 51 Schiffe mit 450 000 BRT. fertig geworden waren. Der unerledigte Auftragsrückstand auf den USA.-Werften ist nach der gleichen amtlichen Quelle von 693 000 BRT. bei Ausbruch des Krieges 1939 auf 6 781 0Ö0 BRT. beiip Kriegseintritt der USA., also fast auf das Zehnfache, ange- ftiegen! Diese Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache als die Millionenziffern der amerikanischen Propaganda, die als Zukunftsmusik die Ohren der „freien Demokraten" in aller Welt betören sollen. Die Seekriegserfolge der Dreierpaktmächte nehmen weiter zu. Die Zeit arbeitet immer noch gegen England und die USA. DSW. Der italienische Bericht. Rom, 2. Juni. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Dienstag meldet u. a.: , Der hartnäckige Widerstand der in der M a r - mar ica im Gebiet von Got el Ualeb eingekreisten feindlichen Abtestungen wurde gestern von den vereinten Anstrengungen der italienischen und deutschen Truppen gebrochen. Wir machten über 2 000 Gefangene und erbeuteten 70 Panzer, 50 Geschütze und etwa 100 ß a ft« mag en. Ein starker, von Panzerspähwagen unterstützter feindlicher Vorstoß wurde zurückgewiesen. Eine weitere stark motorisierte Kolonne, die versuchte, unsere Verbindungslinien, anzugreifen, wurde von Flugzeugen der Achse heftig und wiederholt angegriffen, nachdem sie schwere Verluste erlitten hatte, zum Rückzug gezwungen. Der Befreier Finnlands. Zum 75. Geburtstage des Feldmarschalls Mannerheim. Ganz Finnland verehrt in dem „weißen General", wie der Freiherr Carl Gustav a f Mannerheim genannt wird, den Befreier Finnlands und Wegbahner und Schöpfer des jungen selbständigen finnischen Staates. Als das dankbare Finnland ihm 1932 den Titel eines Generalfeldmarschalls verlieh, geschah das nach 100 Jahren zum erstenmal wieder. Heute steht der hochbetagte Feldherr wieder Feldmarschall Mannerheim mit General Heinrichs in seinem Hauptguartier. — (Scherl-Bilderdienst-M.) M ■ M an der Spitze der finnischen Truppen und führt sie von Sieg zu Sieg. Damit hat ein bewegtes Leben seine Krönung erfahren. Die fanatische Liebe und der letzte Einsatz für die Freiheit und Selbständigkeit des Vaterlandes ist Erbgut der Freiherren von Mannerheim, deren Schicksal eng verknüpft ist mit den Geschicken Finnlands. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts traten die Mannerheims zum erstenmal auf die politische Bühne Finnlands. Zar Alexander I. hatte einen Kriegszug gegen Schweden unternommen und forderte in einem Manifest die Bevölkerung Finnlands auf, Deputierte zu wählen und zu ihm zu Oie „Botschaft Frankreichs". Von unserem Dr. K.-Korrespondenten. V i ch y , Mai 1942. Die . Franzosen haben bis zum Sommer 1940 fest daran geglaubt, daß ihr Land der Pionier des Fortschritts und der Bewahrer aller großen Mensch- beitsideen sei, nun wurden sie plötzlich gewahr, daß sich in Europa eine ungeheure Wandlung vollzogen hatte — und ohne fiel Daß sie mit so großem Abstand hinter der Entwicklung zurückgeblieben sind, kränkt ihre Eigenliebe nicht wenig, und wenn sie bisher nur zögernd an die Gedanken einer europäischen Neuordnung herangegangen sind, so war nicht zuletzt diese enttäuschte Eigenliebe im Spiel. Nicht nur, weil sie inzwischen erkannt haben, daß ihre eigene politische und soziale Struktur von Grund auf erneuert werden muß, sondern auch um den Vorsprung der anderen einzuholen und an dem großen Entwicklungsprozeß der Gegenwart „aktiv teilzunehmen, versuchen sie nun, eine französische These zu entwickeln, die als Beitrag für den Neubau der Welt dienen konnte. So hat man in den letzen Monaten manche Rede von maßgebender Stelle gehört, die, oft mit nicht geringer Prätention, diese „Botschaft Frankreichs" verkündete. Man räumt ein, daß ein Frankreich, das sich von Europa absondere, zu einer sterilen Zukunft verurteilt wäre, unterläßt aber nicht, hinzuzufügen, daß Europa ohne Frankreich auch nicht existieren könne, und liebt es, daraus mehr oder weniger deutlich zu schließen, was der ehemalige Innenminister P u ch e u Ende des vorigen Jahres in aufsehenerregenden Interviews erklärte, daß die Ideen aus Mitteleuropa nicht en bloc, in integro und auf Kommando übernommen werden könnten, sondern daß sich aus den zwei Hauptströmen französischer Tradition, dem rationalistisch-kartesianischen und dem katholisch- humanistischen, jener dem französischen Wesen eigentümliche <5inn für das Maß ergebe, der ein wesentliches Element für das künftige Europa fei. Dies alles find Worte, die sich in Interviews und Festreden sehr gut ausnehmen, die aber dem französischen Volk zunächst einmal ziemlich gleichgültig sind: zuerst leben, dann philosophieren. Daher geht die „Botschaft Frankreichs" an den Forderungen einer sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung nicht vorbei, und die Reden maßgebender Persönlichkeiten beweisen, daß man sich über die praktischen Notwendigkeiten der Zukunft seine Gedanken macht. In den Botschaften des Marschalls wird immer roieber als Hauptaufgabe die Auflösung der proletarischen Daseinsform in einer neuen Wirtschaftsordnung verkündet. Diele Forderung ist nicht neu in Europa: sie steht seit vielen Jahrzehnten auf der Tagesordnung, ohne daß es den wohlmeinenden Theoretikern der bürgerlichen Epoche gelungen wäre, irgendeine praktische Lösung zu finden, wie sie dem Nationalsozialismus in Deutschland gelungen ist. k In Frankreich hat man nun ebenfalls ein Programm entwickelt, das in letzter Zeit häufig variiert wird. Vor einigen Wochen hot Paul M a - rion, der Staatssekretär für die Information, ein Programm zur Eingliederung des Proletariats in die staatliche und soziale Gemeinschaft verkündet, das im wesentlichen auf einer völligen Umorga» nifation der französischen Wirtschaft beruht. Die Industrie soll dezentralisiert, die Großunternehmungen in selbständige Werkstätten aufgelöst, das alte Verhältnis zwischen Unternehmer und Proletarier durch eine neue Beziehung zwischen Kunden und Lieferanten ersetzt werden. Aus der Industrie- arbeiterschaft mochte man ein neues selbständiges und qualifiziertes Handwerk entwickeln. Auf den ersten Blick wirkt ein solches Programm, wenn man an die Gegebenheiten der Gegenwart, an die modernen Formen der Industrie und Technik denkt, fast lebensfern, romantisierend, als eine intellektuelle Konstruktion abseits der Wirklichkeit. Ihre Verfechter halten jedoch daran fest, daß sie nicht nur zu verwirklichen, sondern sogar als die wahre zeitgemäße Losung anzusehen sei. In einem umfangreichen Werk von A. L. C r o f e t „Frankreich, der Steuermann Europas" (La France, pilote de l'Europe), das von dem Zentrum für korporative Studien in Lyon herausgegeben wurde, wird die Möglichkeit einer Realisierung dieser Pläne untersucht. In Frankreich sei die Wirtschaft nicht so intensiv zentralisiert wie im übrigen Europa, das Land sei immer jeder Tendenz zur Vertrustung und zur Zentralisierung feindlich gewesen und habe eine soziale Struktur bewahrt, die am meisten geeignet erscheine, in der nun anhebenden Epoche des. Leicht- motors das neue Europa zu gestalten. In Frankreich arbeitet heute auf zehn Arbeiter einer im Großbetrieb, und neben 15 000 industriellen, landwirtschaftlichen und kommerziellen Gesellschaften gebe es fünf Millionen Familien- und Handwerks- betriebe. Die Wirtschaftsstruktur des französischen Volkes sei daher in ganz besonderer Weise auf die neue, durch den Leichtmotor bestimmte technische Epoche vorbereitet. Forderungen, wie sie beispielsweise auf der Studienwoche von St. Colomban von Wirtschaftstheoretikern, Vertretern verschiedenster Berufe und hohen Funktionären erhoben wurden: Schaffung von Staatsbetrieben, Nationalisierung der Schlüsselindustrien, Ausdehnung der Korporative u. a., werden als „sozialisierende Reminiszenzen" abgelehnt. Von einer durch den zentralisierten Staat gelenkten Wirtschaft will man auf dieser Seite nichts wissen. Hier ist noch immer die starke Abneigung des Franzosen gegen den Staat zu erkennen. Der Individualismus aber hat sich als unfähig erwiesen, dieser Probleme Herr zu werden. Man hat gelegentlich auf den kleinbürgerlichen Zug hingewiesen, der sich durch die ganze französische Geschichte verfolgen läßt. Für die Generation, die heute den Staat trägt, mag dies zutreffen — was aber wird morgen fein? Dieses Volk ist sich eben erst des revolutionären Verwandlungsprozesses bewußt geworden, an dessen Anfang es steht. entsenden, um die Wohlfahrt des Landes zu beraten. In diesem Manifest gelobte der Kaiser, die alten Landesgesetze, Religion und Privilegien zu respektieren. Die eigentliche Anregung zu dieser Deputation war von dem Freiherrn Carl Erik Man- nerheim ausgegangen, der auch den Vorsitz der Deputation übernahm und sie zum Kalter führte. Mannerheim war als Teilnehmer eines nationalistischen Bundes zum Tode verurteilt und begnadigt worden und hatte seit seiner Verabschiedung 1796 auf feinem Gute in Varsinais-Suomi gelebt. In der höchsten Not des Vaterlandes nahm er das Schicksal des Volkes in die Hand. In einer freimütigen Aussprache mit dem Kaiser erreichte er, daß^üer Zar ausdrücklich versprach, die Freiheiten Finnlands zu erhalten. Er war es, der im Wesentlichen das finnische Staatswesen organisierte. Damals .wurde auch Helsinki Hauptstadt Finnlands. Das war der Vorvater des heutigen Generalfeld- marfchalls, der selbst am 4. Juni 1867 zu Villnäs bei Abo geboren wurde, in jenem Teil Finnlands, in dem eine schwedische Minderheit wohnt. Die Mannerheims erfreuten sich der Gunst des Zaren, damit war die Laufbahn des jungen Carl Gustav vorgezeichnet. Nachdem er die Kadettenanstalt absolviert hatte, wurde er Offizier in der Garüekaoal- lerie und stieg bis zum Generalleutnant. Seine soldatische Tüchtigkeit hat er im russisch-japanischen Krieg und während des Weltkrieges in der Bukowina bewiesen. Nach dem russisch-japanischen Krieg unternahm er 1906 bis 1909 im Auftrag der Heeresleitung einen kühnen Erkundigungsritt von vielen tausend Kilometern durch ganz Zentralasien, über den er ein Erinnerungsbuch geschrieben hat. Derweil Mannerheim durch seinen Treueid an den Zaren gebunden war, mußte er die Leiden seiner Heimat untätig mitansehen, wo der Zar alle seine Versprechungen durchbrach und mit Knute und Verbannung den Freiheitswillen des Volkes zügelte. Nach dem Zusammenbruch des Zarentums forderte Mannerheim feine Entlassung und reiste in voller Uniform vom Schwarzen Meer über Petersburg nach Finnland. Hier traf er mit Soinhuf - v u d zusammen, der 1917 durch die Revolution aus seiner sibirischen Verbannung befreit worden war und mit ungebrochener Kraft das Schicksal feines Vaterlandes in die Hand genommen hatte. Die Zustände in Finnland waren unhaltbar geworden. Von Petersburg her war der Süden des Landes Mit hunderttausenden hungernder und plündernder Bolschewisten überschwemmt. Die finnischen Bauern hatten sich zum Selbstschutz zusammengefunden. In dieser Situation übertrug Svinhufvud im Januar 1918 dem General Mannerheim den Oberbefehl über die weiße finnische Garde und sämtliche Regierungstruppen. Mannerheim säuberte das Land von der marodierenden Soldateska und brach den Widerstand der Roten im ganzen Land. Dabei hat Deutschland ihm wesentliche Unterstützung gewährt. In Deutschland hatte die Oberste Heeresleitung militärisch weitschauend das Jägerbataillon 27 aufgestellt, das ausschließlich aus Finnen bestand. Dieses Jägerbataillon bildete die Grundlage der von Mannerheim in wenigen Wochen improvisierten weißen Bauernarmee, für deren Bewaffnung ebenfalls Deutschland die Waffen geliefert hatte. An der Spitze dieser Bauernarmee konnte Mannerheim die bolschewistische Nordostfront zertrümmern. Am 29. April 1918 ergab sich das letzte Bollwerk des Bolschewismus auf finnischem Boden und am 16. Mai zog Mannerheim als der Befreier seines Vaterlandes in die Hauptstadt ein. Der finnische Freiheitskrieg war beendet, ein souveräner finnischer Staat war aufgerichtet worden. Mannerheim wurde nach Svü ids Rücktritt 'Reichsverweser. Im Juli .1919 l er sein Amt nieder, war aber auch als Privatmann weiterhin eifrig für die nationale Sache Finnlands tätig. Er wurde Ehrenchef des finnischen Schutzkorps und übernahm 1930, als das demokratische Gift auch Finnland zu verseuchen brohr. die Führung der Lappo-Bewegung. Sein Frenr.d Svinhufvud trat an die Spitze des Staates. 1931 war er Vorsitzender des Verteidigungsrates und 1932 verlieh ihm Finnland den Titel eines Generalfeldmarschalls. Es ergänzt das Bild dieses Mannes, daß er Begründer einer Bewegung für Kinderschutz ist und in Helsinki ein Kinderheim gründete. Ueberdies ist er ein großer Musikfreund und leidenschaftlicher Jäger. 1939 rief Finnland seinen Feldherrn an die Spitze der Truppen. Sein kämpferischer Geist war mächtig genug, daß das kleine Finnland auf der Verteidigungslinie, die den Namen des Generalfeldmarschalls trägt, den riesigen Massen der Sowjet-Streitkräfte über den Winter 1939/40 einen festen Widerstand entgegenzusetzen vermochte, eine Tat, die ihm die Bewunderung der ganzen Welt eintrug. Heute führt der Feldmarschall das finnische Das Gesicht einiger Buchstaben. Von Anton Schnack. Wie ist das große „B"? Doppelbauchig, ausgebeult und vieles in sich einschliehend und verbergend. Es ist wie ein Behälter geformt. Eine Tonne liegt über der anderen, und Bacchus, der ewige Becherschwinger, liegt mit dickem, behaarten Bauch auf dem „B", das mit braunflüssigem berauschenden Bier gefüllt ist. Es sieht einem reifen Bowist im Walde ähnlich. Wenn man auf ihn tritt, fliegt gelber Samenstaub aus ihm. Es ist ein Bramarbas, dem bombastische, schwülstige Redensarten aus dem Munde prahlerisch brüllen. Es ist eine Bombe, die jedem Augenblick mit Bum-Bum zerplatzen kann. Es steht wie eine gerundete Buddel, gefüllt mit Branntwein, auf dem llnsch. Es schaukelt wie eine runde Boje, eine schwimmende Ankertonue, in der Brandung des bewegten Meeres. Es sieht aufgeblasen wie eine behäbige Frau aus, deren Bluse einen üppigen Busen verdeckt und umspannt. Das große „B" macht einen burlesken und komischen Eindruck, den Eindruck zweier Schweinsblasen, die, von einer Bö, einem Windstoß, erfaßt, bereit sind, auf und- davon zu kugeln. Es hat das Aussehen einer zweimastigen windgeblähten altertümlichen Brigg, und es ist rund, eine reifgewordene und iaftgefüüte Brombeere, rund wie die von Milch genährte Backe eines Barockengels. Ipi Hof des Böttchers wird um einen Bottich der Reifen gehämmert — dieser Bottich ist das große „B". Es hat die theatralische Bosheit eines Briganten in den böhmischen Wäldern, aber auch die gewichtige Bravheit eines biederen Bürgers. Es ist em irdischer Buchstabe. Breitbeinig steht er im Dasein. Das Brot liegt bei ihm, der fette Braten brotzelt in seinem Topf: die Bowle, das kugelförmige Gefäß, lockt zum Trinkgelage: die dicke lederne Börse, darin das Geld steckt, hat er gerne. Und seine beiden Ausbuchtungen hängen innig und verliebt aneinander, wie die Braut am Bräutigam. * Heer gegen den alten Feind in treuer Waffenbrüderschaft mit Deutschland der endgültigen Freiheit und Sicherheit entgegen. Adolph Meuer. Oie japanischen Operationen gegen Tschungking. Tokio, 2. Juni. (Europapreß.) Die Operationen der Japaner in der südchinesischen Provinz Kwangtung nehmen einen erfolgreichen Fortgang. Bereits am Montag gelang es den Japanern, den wichtigen Knotenpunkt T f u n g f a, etwa 70 Kilometer nordöstlich von Kanton, einzünehmen, nachdem der liebergang über einen Arm des Peikicmg-Flusfes im Angesicht des Feindes geglückt war. Damit ist das Ziel der Operationen, die Zersprengung und völlige Vernichtung der unter dem Befehl des Generals Du Han Mou stehenden chinesischen Armeeabteilung, die aus Teilen der 152., 153. und 154. Tschungking-Division bestehl, bereits nach zwei Tagen erheblich nähergerückt. Japanische Verbände besetzten auch die Hauptstadt der Insel Duhwan, etwa 40 Kilometer östlich der Hafenstadt Wenchow an der Südküste der Provinz Tschekiang. Die sich in der Gegend versteckt haltenden feindlichen Verbände wurden vernichtet. Während dieser neuen japanischen Unternehmungen gegen die Stützpunkte des Feindes in Tschekiang und Kwangtung sind die japanischen Streitkräfte in D ü n n a n nicht müßig geblieben. Sehr wirksam scheint ein Angriff starker japanischer Bomberverbände gegen den südlich des Bahnhofs von Kunming gelegenen chinesischen Flughafen gewesen zu fein, wo neben anderem Kriegsmaterial zehn Flugzeuge am Boden vernichtet wurden, was bei dem ohnehin schon stark geschwächten Flugzeugbestand Tschiangkaischeks einen schweren Schlag gegen seine Luftwaffe darstellt. Aus dem Reich. Aus Brasilien und Paraguay zurückgekehrt. In Frankfurt a. M. wurden weitere Deutsche aus Brasilien und Paraguay, unter ihnen Gesandtschaftsrat S ch l i m p e r t, Generalkonsul Molly und Generalmajor Nieden- führ, von Vertretern des Staates, der Partei unb/ der Wehrmacht willkommen geheißen. Im Römer hieß die Zurückgekehrten Unterstaatssekretär W o e r m a nn im Namen des Reichsaußenministers herzlich willkommen. Er dankte den Zu- rückgekehrten, daß sie in ihrem Glauben an Deutschland und seinen Führer nicht gewankt hätten. „Die Heimat heißt Sie willkommen, auf zu neuer Arbeit!" so rief er den Heimgekehrten zu. Namens der Partei übermittelte der stellvertretende Gauleiter Linder den Willkommengruß auf deutschem Boden. Das ganze deutsche Volk sei den Heimgekehrten aus tiefstem Herzen dankbar, daß sie als Pioniere des Deutschtums in Brasilien und Paraguay ihre Posten bis zum Letzten gehalten haben. „In dieser Stunde schweren Kampfes", so schloß der Redner, „kehren Sie in die Heimat zurück, in der wir jeden einzelnen brauchen, jeden einzelnen zur Mitarbeit." Den Willkommengruß der Auslandsorganisation der NSDAP, überbrachte Gauamtsleiter H e I le r m a n n. Arbeitstagung des Landesfremdenverkehrsverbandes. NSG. Der Landesfremdenverkehrsverband Rhein- Main führte in Wiesbaden unter dem Vorsitz von Direktor Jahn eine Arbeitstagung durch, auf deren Tagesordnung die volksgesundheitlich wichtigen Aufgaben der Heilbäder und heilklimatischen Kurorte standen. Da über die Anordnung zur Lenkung des Fremdenverkehrs im Kriege selbst in Fachkreisen noch manche Unklarheit bestand, gab der Bäderreferent, Kurdirektor Lippert, Bad Schmalbach, Aufschlüsse. Den Verwaltungen der Kur- und Fremdenorte ist die Möglichkeit gegeben, in Zusammenarbeit mit dem Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe die Maßnahmen durchzuführery die den kriegsnotwendigen Einschränkungen des Reiseverkehrs Rechnung tragen und anderseits dem berechtigten Erholungsbedürfnis, insbesondere der Kranken und Leidenden, sowie der Fronturlauber zu entsprechen. Oer Befehlshaber im Wehrkreis IX 40 Jahre Soldat. NSG. Der neue stellvertretende Kommandierende General und Befehlshaber im Wehrkreis IX, General der Infanterie, Otto, der mit dem 1. Mai dieses Jahres seine Stellung angetreten hat, begeht am 3. Juni 1942 sein 40jäh- riges SoldatenjubiläUm. General Otto, ein geborener Mecklenburger, begann seine militärische Laufbahn im Infanterie-Regiment Prinz Moritz von Anhalt-Dessau (5. Pommersches) Nr. 42 in Stralsund. Von dort meldete er sich zur Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika und nahm an der Niederwerfung des Herero- und Hottentottenaufstandes teil. Nach seiner Rückkehr aus den Kolonien war er in Adjutantenstellen und bei der Kriegsakademie tätig, während des Weltkrieges 1914 wurde er in höheren Adjutantenstellen, in Generalstabsstellen und als Bataillonskommandeur eingesetzt. Nach dem Weltkriege wurde er von Generalfeldmarschall von Hindenburg mit der Ausstellung des Freikorps „Feldmarschall Hindenburg" beauftragt, das an der Bekämpfung der Spartakus-Aufstände im Ruhrgebiet teilnahm. In den folgenden Jahren ist er wieder in Generalftabsstellungen, als Bataillonskommandeur im bayerischen Jnf.-Regt. 20, als Regimentskommandeur des bayerischen Jnf.-Regts. 21 und ab 1934 als Jnfanterieführer und später als Kommandeur der 13. Infanteriedivision in Magdeburg, an deren Spitze er im Sudetenland einrückte und am Polenfeldzug siegreich teilnahm. Vom 1. 11. 1939 bis zu feiner Ernennung zum Befehlshaber im Wehrkreis IX war General Otto Chef der Deutschen Heeresmission in der Slowakei, die von ihm militärisch beraten wurde, und deren Soldaten an der Bekämpfung des Bolschewismus vom ersten Tage an teilnahmen und sich dabei tapfer schlugen.,An dem Tage, an dem General Otto sein 40jähriges Soldatenjubiläum begehen kann, sehen alle Soldaten des Wehrkreises IX voll Stolz zu ihrem Befehlshaber auf. General Otto, dessen einziger Sohn als 19jähriger Fahnenjunker im Osten gefallen ist, wird für sie das Vorbild eines deutschen Soldaten sein. Lebensversicherungsverträge Verwundeter. Der Abschluß von Lebensversicherungen Kriegsbeschädigter des jetzigen und des ersten Weltkrieges soll zunächst im Rahmen der üblichen Aufnahmegrundsätze erfolgen. Wenn nach diesen Grundsätzen der Antrag nur unter Erschwerungen angenommen werden kann oder sogar abzulehnen ist, und die Erschwerungen ober die Ablehnung auf die Kriegsbeschädigung zurückzuführen sind, bedarf der Antrag einer sehr entgegenkommenden Regelung. Ablehnungen sind bei Kriegsbeschädigten mit verheilten Wunden oder beendeter Krankheit ganz zu vermeiden. Von Erschwerungen ist abzusehen, wenn nach verheilten Wunden oder beendeter Krankheit bestimmte Schädigungen vorliegen. Sollte eine Erschwerung nicht ganz zu vermeiden fein, so darf sie höchstens das halbe sonst übliche Maß betragen, soweit die Erschwerung auf die Kriegsbeschädigung zurückzufüh^en ist und in einem Zuschlag zum Beitrag ober in Wartezeiten besteht. Kriegsbeschädigten muß auch die Möglichkeit gegeben werden, sich gegen Invalidität mit zu versichern sowie gegen erhöhte Unfallgefahr. Auch frühere Fahnen zur Spinnstofffammlung. Zur Altkleider- und Spinnstoffsammlung hat der Reichsminister des Innern die Nachgeordneten Behörden angewiesen, daß auch die Fahnen und Flaggen der früheren politischen Systeme und sonstige Fahnen erfaßt werden sollen, die einen praktischen Wert nicht mehr besitzen. Der Minister ersucht, solche Fahnen und Flaggen, die noch im Besitz von Behörden usw. sind, an die nächstgelegene Annahmestelle der NSDAP, abzuliefern. Ausgenommen hiervon bleiben hi st arisch wertvolle Fahnen und Flaggen. Weibliche Hilfskräfte im Polizeirevier. Der vielseitige Einsatz der männlichen Polizeikräfte an der Front, in den besetzten Gebieten usw. macht für den Revierdienst die Heranziehung weiblicher Hilfskräfte notwendig. Der Reichsführer H und Chef der Deutschen Polizei hat deshalb angeordnet, daß die auf den Reviermeldestellen und Zweigstellen tätigen Schutzpolizeibeamten bis auf solche Meister und Wachtmeister, die auf Grund Wie ist das große „F"? Es ist die einsame steife Fichte hoch über dem Gestrüpp des niederen Waldes. Es ist der Laut des Vertreibens und des Wegblasens — fort, immer weiter fort! Es hat den Blick in die Ferne gerichtet. Bei vielen fernsüchtigen, weltbegierigen und reiselustigen Männern, bei manchen kühnen Weltentdeckern erscheint es im Vornamen: bei dem Portugiesen Ferdinand Magellan, bei dem Spanier Ferdinand Cortez, bei dem Deutschen Ferdinand von Zeppelin und bei dem Norweger Frithjof Nansen funkelt es als Spiegel des R^ife- und Entdeckertriebes. Das große „F" brennt in der zerfaserten Zunge des Feuers. Es leuchtet in der Flamme der Fackel. Es glitzert und funkelt im emporgeschleuderten Strahl der Fontäne. Es hat etwas tiom Faun, der mit hornbewachfener Stirn aus dem fahlen Dunkel der Farnkräuter auftaucht. Seht ihr nicht, daß es ein Fuß ist, der einen fahrenden Scholaren über die staubigen Landstraßen getragen und getrieben hat! Es erinnert an den weißfederigen Flamingo, der das eine Bein hochgezogen hat und von den Fischen im Fluß träumt. Es ist der Galgen, an den die Flibustier und die Diebe gehängt wurden. Auf feinem Gebälk sitzt die stille Fee der Märchen und überlegt sich, wem sie den schweren Goldfund schenken sott. Manchmal dünkt es fremd wie ein ausgestellter Fetisch. In der Musik ist es das Zeichen für forte (stark) und für fortiffimo (sehr stark). Es ist ein zwiespältiger Buchstabe: zuweilen fegt das „F" auf der Flucht dahin, dann bäumt es sich auf als starre Front oder als starkes Festungswerks Bald ist es feig, bald fromm, bald froh, bald faul. Umgedreht hat es die Form der Flinte, und am Stirngriff gepackt ist es ein Flamberg, das Schlachtschwert der in funkelndes Eisen geschienten Ritter der alten Zeit. Unter seinem Dach wohnen die feinen, verführerischen Frauen und winken dem vorübergehenden Fremdling mit dem Finger. Aber manchmal ist es nur eine Finte — und eine Furie, ein böses Weib, faucht ihn an, wenn er nähertritt. * Wie ist das große „Q"? Dem stillen Munde einer Quelle ähnlich, aus dem mit leisem Murmeln das Wasser der geheimnisvollen Tiefe steigt. Es ist wie eine gallertige Qualle, wenn sie sich zusammenzieht und wieder öffnet. Ich rechne das „Q"> einen tonlosen Guttural, zu den am Boden klebenden Buchstaben. Es ist breiig, quarkig, schleimig. Das „Q" hat die Gestalt und die Haltung einer auf der Erde hinkriechenden Quecke und das Träge des Qualmes, der sich zu Boden schlägt. Es ist gestaltet wie ein Fes mit einer herabhängenden Quaste. Es ist der Laut der im Wasser lebenden Frösche und Unken und der unreinen Ratten und der jungen rüffelnden Schweine. Aus ihm stöhnt mit gequetschtem Wimmern die Qual. * Wie ist das große „S"? Das große „S", der neunzehnte Buchstabe unseres Alphabets, ist ein Zischlaut, ein Sibilant, und dem gewundenen Leib der Schlange verwandt. „S" ist das Zeichen für Schwefel, für sulfur. Es ist ein Buchstabe der Polarität, des Gegensatzes — sauer und süß. Der krumme geschliffene Säbel steckt in seinem Bogen: er birgt aber auch die liebenswürdige Schleife und die gefährliche Schlinge. Viel Schneidendes blitzt in ihm — die Sense, die Sichel, die Säge. Und der Schnitter und der Schnitzer wetzen und schnippeln in seinen Bögen. Stolz und Sieg beginnen mit seinem Zeichen, und es führt die Parade der Männer und Helden an, die alle nach dem Sieg benannt sind: Siegfried, Siegmund, Siegmar und Sebald. In seiner oberen, zum Himmel strebenden Schleife hängen die Sterne und die Sonne, und mit feiner in den Baden stechenden Wurzel steigt es hinunter zum Sand des Meeres und zum Silber und Salz in den Schächten der Erde. Das „S" hat die Anklam- merungssucht des Efeus, indem es sich um den Balken des „T" schlingt und das harte, herrische „St" bildet: aber auch das „ch umgarnt es mit seinen Armen und bläst diesem dünnen und schmächtigen Laut den dicken Atem des „Sch" ein. Sindbad, der Seefahrer, hockt in seiner Schleife und erzählt von den Schiffbrüchigen im Sturm. Die Sagen der Völker schauen mit dunkeln Augen aussen Bögen und meinen vor Schwermut und Sehnsucht. Die geheimnisvolle Sybille steht an seine gebogene Säule gelehnt und starrt undurchschaubar : ihres Alters ober aus gesundheitlichen Gründen zu anderen Dienstverrichtungen nicht mehr heran» gezogen werden können, durch weibliche An» gestellte ersetzt werden sollen. Die Leitung behält auf jeden Fall ein Meister oder Wachtmeister. Die freiwerdenden / männlichen Kräfte sind, soweit sie selbst für einen auswärtigen Einsatz nicht in Frage kommen, zur Ablösung einsatzfähiger Männer im Straßendienst ober im Innendienst auf Arbeitsplätzen zu verwenden, für die aus dienstlichen Gründen ein Ersatz durch weibliche Kräfte nicht möglich ist. Aendsrung und Ausbesserung gehen vor. Reichshandwerksmeister Schramm hat für das Herrenschneiderbandwerk jetzt auch für die Betriebe des Damenschneider-, des Putzmacherund des Hutmacherhandwerks bestimmt, daß Neuanfertigungen erst dann durchgeführt werden, wenn alle Arbeiten für Ausbesserung, Instandsetzung, Umänderung, Modernisierung uni) Kleiderpflege erledigt sind. Reparaturaufträge dürfen nicht deshalb zurückgewiesen werden, weil Aufträge auf Neuanfertigungen vorliegen. Die Damenschneiderinnen müssen auch Arbeiten an Mädchenkleidung annehmen. Bei Putzmachern gehört auch die Neuanfertigung von Trauer- und Kinderhüten zu den Arbeiten, die vor sonstigen Neuausführungen gemacht werden müssen. Berufstätige Frauen und kinderreiche Mütter sollen bevorzugt bedient werden, wobei Reparaturarbeiten den Neuanfertigungen vorgehen. Die Landeshandwerksmeister haben die Aufsicht über die Durchführung der Anweisung. Kleine politische Nachrichten. Der Führer hat dem Präsidenten der Kaiser-Wil- Helm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Generaldirektor der Vereinigten Stahlwerke Dr. Albert Voegler, anläßlich der Vollendung des 65. Lebensjahres m Anerkennung feiner hervorragenden Verdienste um die Förderung der deutschen Wissenschaft die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * Am 3. Juni 1942 vollendet Ritterkreuzträger General der Infanterie Schro th sein 60. Lebensjahr. Zu Beginn des Osfeldzuges hat der General die zäh verteidigte Festung Brest-Litowfk, einen Haupt- pfeiler der bolschewistischen Grenzbefestigungen, nach schweren Kämpfen schon am dritten Tage genommen, in kühnem Vörwärtsstürmen im Jösiolda-Ab- schnitt und an der Szozara den Durchbruch erzwungen. Heute steht der General an anderer verantwortungsvoller Stelle. * Der Führer hat dem Befehlshaber der ungarischen Honved-Verbände von Transdanubien, die sich in der Schlacht um Charkow tapfer geschlagen haben, benr Generalmajor Abt, das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen. Weiter wurden 150 Soldaten der Honoed, die an der Schlacht beteiligt waren, mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. * Der Leiter der Auslandsorganisation, Gauleiter Bohle, empfing in Berlin die aus Mittel- und Südamerika zurückgekehrten Reichsdeutschen, unter ihnen die früheren Hoheitsträger der Partei und die deutschen Missionschefs. Er überbrachte ihnen die Grüße des Führers und konnte die zurückgekehrten früheren Landesgruppenleiter mit dem Kriegsoerdienstkreuz 1. Klasse auszeichnen. * In den letzten Tagen besuchte der Beauftragte des Führers für den Arbeitseinsatz. Gauleiter S a u ck e l, das Reichskommiffariat Ukraine. In Besprechungen mit den Stellen des Reichskommissars Koch, der Generalkommissare und den Wehrmachtdienststellen behandelte er den ukrainischen Arbeitseinsatz im Reich. Er sicherte zu, daß jeder Arbeitswillige, der nach Deutschland kommt, besondere Fürsorge erfahren soll. * Der Reichswalter des NS.-Lehrerbundes, Gauleiter Wächtler, beendete seine Jtalienreise nach dem Besuch von Freilufterziehungsstätten und modernen italienischen Schuleinrichtungen in Padua, Florenz, Ravenna und Rom. * In Paris ist der frühere französische Botschafter in Berlin, Pierre d e Margerie, gestorben. Er war der Vorgänger von Francois-Poncet. * Ein eindrucksvoller Trauerappell fand für den verstorbenen Bannführer Kurt Füllgraf, den m die schwarze Zukunft. Die Sirenen fingen mit seinem Muschelhorn den Seeleuten und Schiffern süße Lieder zu, Sylphe, der ^Luftgeift, schaukelt und gaukelt in der oberen Sehne. Und Schneewittchen liegt im gläsernen Sarg des „S" begraben. Pietro Aretino. Als Sohn eines Schuhmachers in Arezzo wm.de Pietro Aretino vor 450 Jahren, am 20.April 1492, geboren. Er war eine jener dunklen Existenzen, die der Zufall und die Laune der Medici als Mitspieler an die Rampe des damaligen großen Welt- theaters rief. Nachdem Aretino als Handwerker sich in verschiedenen Gegenden Italiens herumgetrieben, begann er feine literarische Laufbahn mit einer Neihe von Sonetten, die ihm zunächst die Ausweisung aus Rom, bald aber Freunde und den Schutz des mächtigen Giovanni de Medici brachten. Durch diesen kam der ebenso witzige wie geschickte Abenteurer Aretino auch an den Hof Franz I. von Frankreich, und bald lebte er halb bettelnd, halb erpressend (wozu die Fäulnis der damaligen Gesell- schäft genügend Möglichkeiten bot) von den Börsen der Großen, stand im Dienst der Päpste Leo X. und Clemens VII. und zahlreicher Fürsten, die ihn bezahlten, weil sie ihn fürchteten. Man fragt sich unwillkürlich, was an einem solchen Schelm, der Aretino im Wesen war, die Nachwelt noch interessieren kann. — Es ist gewiß nicht der .Jlagello di principi“, die Geißel der Fürsten — wie er sich in seiner Eitelkeit selbst germ nannte. Es gibt aber von ihm eine Tragödie „Ora- zia", es gibt vor allem vier Komödien, die in derb realistischen Bildern seine Zeit und Umwelt dar- stellen, und zu dieser Hinterlassenschaft gehören endlich auch die Briefe, die als Zeugnisse ohne Respekt vor der berühmten Epoche uns mancherlei Korrekturen ihres übersteigerten Ruhmes gestatten. Nach- dem der Vielgefürchtete und Vielgehaßte dem Dolch- st:ch eines Bolognesers entgangen war, wuchs der Mythos feiner Ueberlegenheit über alle Feinde. Und so blieb er bis zum Ende der großartige Spieler des Lebens, als der er uns auf bem Gemälde er» scheint, das einer der bedeutendsten Meister alle» Zeiten, nämlich Tfzicm, von ihm gegeben fotL Leder findet noch etwas! Spendet zur Altkleider- und Epinnsioffsammlung. Es sage niemand, die Schränke und Truhen wären bis zum letzten ausgeplündert, nun hätte er nichts mehr für die Altkleider- und Spinnstoffsamm- lung. Es sage dies niemand, weil solche Behauptungen einer gewissenhaften Ueberprufung doch nicht standhalten können! Haben wir nicht alle das eine oder andere Stück, das wir von Jahr zu Jahr als „noch verwendungsfähig" durchschleppen, jedes Jahr mit dem gleichen Eifer (und oft genug auch dem gleichen stillen Aerger) klopfen, sonnen und wieder einmotten, um zuletzt, wenn es um die Anschaffung eines neuen Kleidungsstückes geht, es als nicht brauchbar für diesen Zweck doch wieder beiseitezulegen? Mit diesen ewigen „Außenseitern" endlich einmal aufzuräumen, ist das Gebot der Stunde. Ein anderes, ebenso dringendes Gebot aber ist der Entschluß, sich von einem oder anderem guten, noch durchaus brauchbaren Stück zu trennen. Wenn die Besitzerinnen solcher Schätze sich einmal ernstlich klarmachen, wie besonders groß der Verbrauch an Kleidung in einzelnen kriegswichtigen Berufszweigen ist, wie zum Beispiel die Landarbeiterin oder die Frau an der Maschine in der Rüstungsindustrie weit mehr Arbeitskleidung als andere verbraucht, ohne immer gleich genügenden Ersatz finden zu können, dann wird ihr eine nochmalige gründliche Durchsicht ihrer Bestände nicht schwer fallen, zumal diese fleißigen werktätigen Frauen ja auch für sie und ihre Kinder schaffen und werken. Auch bei der Durchsicht der Kleiderschränke von Mann und Sohn müssen ähnliche Erwägungen maßgebend fein. Die Männer, oft seit Jahr und Tag im feldgrauen Rock, haben heute kaum Gelegenheit, einen Teil, geschweige denn die ganze Gmderobe während der paar kurzen Urlaubstage zu nutzen. Run wird kein Mensch fordern, daß, während der Mann als Soldat vor dem Feinde steht, die Frau inzwischen seine Zivilkleidung verschenkt. Aber ein ober das andere Stück findet sich bestimmt, und es findet sich auch bei den Daheimgebliebenen, sofern sie nur über einige Vorräte bei Kriegsausbruch ver. fügten. Mancher Anzug ist schon seit Jahren nicht mehr getragen worden. Alles nur einigermaßen überflüssige und erst recht jedes entbehrliche Kleidungsstück der Altkleider- und Spinnstoffsammlung zuzuleiten, sollte für jeden selbstverständliche Verpflichtung sein, um so mehr, da mir wissen, daß ein siegreiches Ende dieses Kampfes sehr bald jedem von uns Gelegenheit zum beliebigen Auffüllen aller Bestände geben wird. Im Augenblick aber steht als klares, hartes Muß die Forderung nach Ergänzung der notwendigen Arbeitskleidung für Front-, Rüstungsarbeiter und Landarbeiter. I. A. Landesjugendführer der HI. in China und Führer der Schanghaier SA., unter starker Anteilnahme der Schanghaier deutschen Kolonie statt. j Aus hex Stadt Gießen Weit am Bahndamm. Kunst und Wissenschaft. Der Raimund-Preis der Sladk Dien für Hans Klöpfer. Reichsstatthalter Reichsleiter Baldur von Schi- rich hat am Geburtstage Ferdinand Raimunds dem -Dichter Hans Klöpfer den „Raimund-Preis der Stocht Wien für 1942" verliehen. Der „Raimund- Preis" in Höhe von 5000 RM. wird ebenso wie der „Grillparzer-Preis" nur für Leistungen verliehen, die eine wertvolle Bereicherung des deutschen Schrifttums darstellen. Dr. Klöpfer wurde 1867 in Eibiswald geboren. Lauterkeit der Gesinnung und vollendete Klarheit im Gedanklichen geben seiner Kunst, die unter dem Gesetze einer tiefen Menschlichkeit steht, das Gepräge einer männlich kraftvollen Persönlichkeit, seine hochdeutsche ßprif liegt in den „Gesammelten Gedichten" vor. Seine Mundartdichtungen sind in dem Band „Joahrlaus" gesammelt erschienen. Seine Prosabücher „Sulmtal", „Kainachboden" und „Steirische Geschichten" schildern Landschaft und Menschen der Steiermark. Klöpfer ist Ehrendoktor der Grazer Universität und übt trotz seiner 75 Jahre noch feinen Beruf als Landarzt aus. Der Gießener Anzeiger hat schon eine Reihe kleinerer Arbeiten des Dichters veröffentlicht. Frieda kwast-hodapp spielt Reger-varialionen. Die Pianistin Frieda Kwast-Hodapp hat nach längerer Pause zum erstenmal wieder einen Klavierabend gegeben. Sie spielte in Heidelberg zwei Variationen-Werke von Max Reger, die beide von ihr seinerzeit aus der Taufe gehoben worden sind: die Bach-Variationen und die Teleman-Va- riationen. Gastspielreise der Berliner Philharmoniker. Die Berliner Philharmoniker unternehmen unter Leitung von Wilhelm Furtwängler eine Gastspielreise nach der Schweiz, wo sie Konzerte geben werden in Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich. Auf dem Spielplan stehen Beethoven- Symphonien und feine III. Leonoren-Ouoertüre, Schuberts Oclur-Symphonie, Brahms' Vierte und Wagners Vorspiel zu den „Meisterfingern". Aus aller Well. Unkersee-Tunnel in Japan. Der Untersee-Tunnel zwischen Modschi und Schi- monoseki, der Japans Hauptinsel H o n s ch i u (Hondo) mit der südlicher gelegenen Insel Kiu- schiu verbindet, ist soweit fertiggestellL, daß bereits am 1. Juli der Eisenbahn-Fracht- verkehr ausgenommen werden kann. Im Herbst wird der Tunnel auch für den Personenverkehr freigegeben werden. Die Frachtzüge ersparen künftig fünf bis sechs Stunden an Zeit. Außerdem wird die Zahl der Züge vermehrt werden können. Rach dem 1. Juli erfolgt die Einstellung des Frachtfährverkehrs zwischen Schimonoseki und Komorie. Zuchthaus für Abhören ausländischer Sender. Lpd. Worms, 2. Juni. Die immer wieder bekanntgegebenen Hinweise auf das Verbot und die Strafbarkeit des Abhörens und der Verbreitung ausländischer Rundfunksendungen hinderten den 64jährigen Karl Seeh in Herrnsheim nicht, sich seit Kriegsbeginn bis zum Januar 1942 laufend in den Nachrichtendienst eines feindlichen Senders emzufchalten, seine Tochter, die Ehefrau Maria Feistel zur fortgesetzten Teilnahme an diesem Verbrechen zu verleiten und auch dem in derselben Hausgemeinschaft wohnenden Fabrikarbeiter Philipp Schmitt in wiederholten Fällen den erlogenen und irreführenden Inhalt dieses feindlichen Nachrichtendienstes durch Mitteilung einzelner Meldungen ober durch gemeinsames Äbhören bekannt- zugeben. Der Hauptangeklagte Seeh, der erst bei Aufdeckung seiner Straftaten von seiner weiteren verbrecherischen Betätigung abließ und auch in der Hauptverhandlung nur wenig Verständnis und Einsicht für die Verwerflichkeit seines Verhaltens ausbringen vermochte, wurde zu 4 Jahren Zuchthaus, die Ehefrau Feistel zu 2 Jahren Zuchthaus und der Mitangeklagte Schmitt zu 1 I a h r u n d9 Monaten Zuchthaus verurteilt. Im Hinblick auf die besondere Schwere und Verwerflichkeit dieser Pslichtwidrigkeiten gegenüber ber Volksgemeinschaft im Kriege würbe' in allen Pallen auch für angemessene Zeit ber Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte ausgesprochen. Die zur 'Straftat benutzten Rundfunkgeräte verfielen der Einziehung. Mit seinem breiten, hohen Rücken überragt der Eisenbahndamm die flache Landschaft ber Gärten, Felder und Wiesen und stößt wie ein riesiger Steg, weit ins Meer gebaut, in den blauen Horizont vor. Immer sind die funkelnden Schienen, die Nervenstränge dieses wuchtigen Schotterkörpers, in bebender, wenn auch unsichtbarer Erregung. Immer tragen sie den wilden Rhythmus der rasenden Röder, so leise beginnend, daß du das Ohr auf ihren Stahl legen mußt, um sie zu hören, dann anschwellend zu metallischem Tosen, lärmendem Rattern, dröhnendem Donnern und wieder verhallend an Stärke und Ungestüm bis zum allmählichen Ersterben in der Ferne, wo doch nur Stille vorgetäuscht wird. Gelassen ziehen indes rechts und links der Böschung gewundene Feldwege, und holpernde Fuhren knarren, aller Hast abhold, ihren ruhigen Drott. Und unbekümmert um die sausenden Ungetüme der Eisenbahnzüge haben sich allerlei Pflanzen und Tiere den Damm zum Stand- und Wohnort erwählt und erfreuen sich sogar mitunter zwischen Gleisen und Schwellen eines zufriedenen Daseins. Eine Eidechse, die wie eine smaragdne Agraffe auf einem flachen Stein zwischen Gräsern in der Sonne träumte, flüchtet aufgeschreckt von meinen Schritten. Wie ein leichter Windstoß bewegt ihr Davonhuschen Blüten und Halme und zeichnet sekundenlang ihre Zickzackspur ab, die in einem Erdloch endet. Eine Haubenlerche trippelt pickend zwischen den Schwellen. Vor dem heranbrausenden Zug rennt sie der Böschung zu, fliegt kurz auf und kehrt im Bogen rasch wieder auf die freien Gleise zurück. Ein rotrückiger Würger, ber an seinem aschgrauen Kopf und dem schwarzen Strich durch das Auge kenntliche Neuntöter, knarzt von einer Telephonleitung herab, wie eine Türangel. Er spät nach Beute. In dem wilden Gedörn einer Schlehhecke, die sich mit ihren Ruten bis in die Wege spreizt, wird wohl das Nest versteckt fein. An den langen Dornen werden die erbeuteten Kleintiere auf Vorrat für die Familie aufgespießt. Ein Hase überquert in kleinen Sprüngen furchtlos die eisernen Stränge und hoppelt seelenruhig in ein jenseitiges Kleefeld hinab. Heber dem Blütenbunt üppiger Sommerkräuter, der Schafgarben, Ampfer, Mohn und Steinnelken, die noch zwischen den Schwellen wachsen, surren und schwirren Bienen und Käfer, Hummeln und Wespen, Fliegen und Kleinschmetterlinge. Diese Bläulinge, Blutflecken und Widderchen glitzern wie Funken in der Sonne und stieben wie verwehende Blütenblättchen davon. In einem Brennesselbusch häufen Scharen von schwarzdornigen Raupen des Tagpfauenauges, in ihrer Harmlosigkeit doppelt gesichert durch ihr Aussehen und die tückische Abwehr ber Futterpflanze. Wieder donnert ein Zug vorbei fernen Zielen zu. Wie ein flüchtiger Schatten streift die große Welt die kleine. Professor Or. Albert Peppler f. Der Professor für Meteorologie an der Technischen Hochschule Karlsruhe und Direktor der Badischen Landessternwarte Dr. Albert Peppler ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Professor Dr. Peppler, ber in Grünberg (Kreis Gießen) geboren war, konnte erst vor kurzem seinen 60. Geburtstag begehen. Wir hatten aus diesem Anlaß das Lebenswerk des verdienten Gelehrten gewürdigt. Peppler arbeitete als erster Beobachter auf dem damals neuge gründeten Observatorium auf ber Zugspitze. Im Jahre 1903 richtete er an ber Universität Gießen die Wetterdienststelle ein und schuf damit eine der ersten Einrichtungen dieser Art des praktischen Wetterdienstes an deutschen Hochschulen. Schon nach drei Jahren, im Jahre 1906, folgte er einem Ruf an das Kaiser-Wikhelm-Jnstitut für Landwirtschaft in Bromberg, wo er ebenfalls den praktischen Wetterdienst einrichtete. Er habilitierte sich an ber Universität Gießen und widmete sich dann insbesondere der Erforschung der Sonnenstrahlen. Während des ersten Weltkrieges wirkte er bei dem Marine-Observatorium in Ostende in hervorragender Weise mit. Nach dem Kriege gründete er im staatlichen Auftrag die Badische Lanbes- fternmarte in Karlsruhe. Im Jahre 1935 wurde ihm die Leitung des Meteorologischen Jnstttuts der Technischen Hochschule Karlsruhe übertragen. Der Reichswetterdienst, der für die Luftfahrt von großer Bedeutung ist, hatte in Professor Peppler einen seiner hervorragendsten Wegbereiter und Mitarbeiter. Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten sind als Ergebnis des umfangreichen Lebenswerkes des Verstorbenen für die Nachwelt von großer Bedeutung. Kür Tapferkeit vor öem Keinöe. Der Seekadett Richard Kliffmüller aus Gießen, Wilhelmstraße 60, wurde für seinen tapferen Einsatz bei den Kämpfen zur See mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. meldet: SfäJ'B Vier Gewinne zu je 500 VM. im Monat Mai. Zu den bereits gemeldeten Gewinnen wurden nochmals zwei Gewinne zu je 500 RM. gezogen. Einmal am Pfingstfarnstag von einem jungen Mann aus Münchholzhausen am Bahnhof Gießen, zum andern am Sonntag in einer Gaststätte der Wetzsteingasse von einer jungen Frau, deren Mann im Felde ist. Durch die Opferfreubigteit eines großen Teiles der Gießener und ber hier weilenden Soldaten wurde ein recht guter Umsatz erzielt. Dadurch war es möglich, allein im Monat Mai über 13 000 RM. an Gewinnen zur Auszahlung zu bringen. Die braunen Glücksmänner sind aber weiterhin unentwegt tätig, um für das Kriegshilfswerk die nötigen Mittel beijubringen, und so manchem Käufer eines Losbriefes winkt dabei das Glück, einen großen Gewinn zu erhalten. Oie Kamillen beginnen zu blühen. Ein uraltes Heilkraut, das bei Arzt und Volk sich gleicher und berechtigter Beliebtheit erfreut, ist die Kamille, die in wärmeren Gegenden unseres Gaues eben zu blühen beginnt. Abgesehen von denen, die es beruflich angeht, sollte jeder dieses wichtige Heilkraut kennen. Es fei daher darauf hingewiesen, baß die echte Kamille an folgenben Merkmalen erkennbar ist: Erstens an ihrem eigenartigen Geruch und zweitens daran, daß ber Blütenboden der echten Kamille hohl ist, was man leicht feststellen kann, wenn man mit dem Taschenmesser,das Blüten-köpf- chen senkrecht durchschneidet. Alle anderen Kamillenarten haben markige Blütenböden. Nur die strahlenlose Kamille duftet ebenso und hat einen hohlen Blütenboden, es fehlen ihr aber die weißen Rand- blüten. Die jungen Blütenkörbchen werden am besten mit der Hand gezupft, indem man sie durch Zufassen mit den gespreizten Fingern abftreift. Die Blütenstiele sollen höchstens 1 Zentimeter lang sein. Halb- oerblühte Blüten zerfallen beim Trocknen sehr leicht, daher nicht sammeln! Hm dieses wertvolle Heilmittel stets zur Hand zu haben, muß man auf sorgfältiges Trocknen achten. Dies geschieht am besten durch Ausbreiten in sehr dünner Schicht auf einem schattigen Dachboden, d. h. so, daß praktisch Blüten- köpschen neben Blütenköpfchen liegt, und nicht etwa, daß diese übereinander liegen. So werden die Blüten gänzlich unberührt bis zur völligen Trocknung liegen gelassen. Diese ist erst dann erfolgt, wenn auch das Innere der Blütenköpfchen völlig trocken ist. Daher erst durchschneiden und überzeugen! Befolgt man diese Sorgfalt nicht, tritt leicht Gärung Verfärbung und rascher Zerfall der Blüten ein. Die Aufbewahrung und der Versand erfolgen in sauberen, mit geruchlosem Papier ausgeschlagenen Kisten, Pappkasten ober Blechdosen. Es sei nicht auf die z. T. allbekannten Verwen- bungsgebiete 'ber Kamille gegen innere und äußere Entzündungen eingegangen, wichtig istt gegenwärtig nur, daß diese Blüte, die so ungern als Äckerunkraut gesehen wird und so nützlich als Heilmittel ist, in größten Mengen gesammelt wird. Allen Liebhabern ausländischer Kamillen sei hierbei gesagt, daß die ausländische Kamille zwar wegen der Größe ihrer Blütenköpfchen vielfach beliebter ist, daß aber die deutsche, meist etwas kleinköpsigere Kamille in ihrem Gehalt an Heilstoffen der ausländischen überlegen ist. Rat und Auskunft erteilen in allen Fällen die Kreissachbearbeiter R.f.H., deren Anschriften bei den Kreisleitungen der NSDAP, zu erfragen sind. Lustschutzaufwendungen beiNeubauten. Aufwendungen für Zwecke des Luftschutzes, die in wirtschaftlichem Zusammenhang mit einem Gebäude stehen, das nicht zu einem Betriebsvermögen gehört, sind Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Sie können in dem Kalenderjahr der Ausgabe voll abgefetzt werden. Das gilt nicht, soweit diese Aufwendungen vom Reich oder von anderer Seite erstattet werden. In einem Fall, der dem Reichsfinanzhof Vorgelegen hat, war ftreitig, ob auch die Aufwendungen für den Einbau von Luftschutzkellern in Neubauten steuerlich begünstigt seien. Der Steuerpflichtige Hatte im Jahre 1939 ein Mietwohnhaus errichtet und durch den Einbau von Luftschutzkellern Mehrkosten von 7500 RM. gehabt. Im Gegensatz zu den Vorinstanzen hat der Reichsfinanzhof,(VI 206/41) die Absetzung dieser Aufwendungen vom Einkommen zugelassen. Die Herstellung von Luftschutzräumen liege im Interesse ber Landesverteidigung und im Interesse ber gesamten Bevölkerung. Es komme für die Anerkennung ber Abzugsfähigkeit nicht darauf an, ob bie Luftschutzräume freiwillig ober auf behördlichen Zwang eingerichtet werden. Es sei auch einerlei, ob sie in bereit? vorhandene Gebäude ober in neu errichtete Gebäube eingebaut werden. Verschärft« Bestimmungen des paß-Etrafverfahrens. Amttich wird bekanntgegeben: Durch die in diesen Tagen vom Ministerrat für die Reichsverteidigung erlassene Paß-Strafverordnung ist eine Reihe von Strafbestimmungen für Zuwiderhandlungen gegen die Paßvorschriften wesentlich verschärft worden. Es liegt daher in jedermanns eigenstem Interesse, beim Grenzübertritt und bei Beschaffung wie Benutzung der zum'Grenzübertvitt erforderlichen ober bestimmten Urfunben die äußerste Sorgfalt zu üben. Neu ist in der Paßstrafverordnung u. a. bie Bestimmung, daß nunmehr auch ber Verlust einer Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp <5. Fortsetzung. (Nachbruck verboten.) Er setzte sich wieder. Jren-e warf ihm einen wut- erfuüten Blick zu, und Sumor blickte ihn heim- tuckifch von der Seite an. Lanos aber sah nur zu Elrsaüech hinüber. 0 Der Staatsanwalt erhob sich. „Die Angaben des Angeklagten Lanos find durchaus einleuchtend, und sie werden durch bie bereits feststehenden Ergebnisse der Beweiserhebung gestützt. Vor allem sagte der Zeuge Dr. König Ö—' em Zigeuner tarn, als Barthold kaum einige Minuten bei ihm war, und ihn erregt ab- bolte Offenbar hat es Barthold verstanden, sich der Beobachtung zu entziehen, sie fanden aber Sann doch wieder feine Spur bei dem Anwalt und beimchten sich, ihn wieder zurückzubringen. Lanos mackst einen glaubwürdigen Eindruck, und wenn wir ihm Glauben schenken wollen — er steht offen- bar noch unter einem Zwang und verschweigt das Wichtigste, wahrscheinlich aus Furcht vor der Racke dieses Stammes —, ich sage, wenn wir Lanos Glauben schenken wollen, dann kann nur die Angeklagte Norodna die Täterin sein. De»n sie war in der Wohnung, das steht fest, und wenn Lanos sagt, er habe Barthold nicht gesprochen und ihn nicht getötet, bann kann es nur die Norodna gewesen fein. Unb das erklärt auch den Mordversuch im Eispalast — Sie sah Lanos neben dem Kri- minalrat stehen, Lanos, der als einziger ihre Tat kannte, und dessen Tod ihr daher allein Sicherheit geben konnte, und deshalb schoß sie auf ihn, um diesen einzigen Zeugen ihrer Tat zu totem Ich erhebe deshalb gegen bie Angeklagte Norodna Anklage wegen Mordes." Kriminalrat Wenig saß auf der Zeugenbank unb war mit ber Entwicklung recht zufrieben, die Konflikte häuften sich, unb es konnte nicht mehr lange dauern, daß die drei Angeklagten aufeinander- pvallen mußten. Unb bann waren Enthüllungen zu harten, welche durch die sorgfältige Arbeit der den ver- „Jawohl", sagte der Verteidiger, „ich halte es für richtig, Frau Hauckwitz jetzt zu vernehmen, um Der Verteidiger erhob sich jetzt und stellte Antrag,.Frau Hauckwitz zu vernehmen. „Frau Hauckwitz?" fragte der Staatsanwalt Polizei genügend vorbereitet waren, um hier sich entfalten zu können. Er brauchte nicht lange zu warten, denn kaum hatte sich der Staatsanwalt gefetzt, als Sumor mit verzerrtem Gesicht aufftanb, sich an die Rampe der Angeklagtenbank drängte und rief: „Lüge! Lüge! Alles Schwindel! Irene ist unschuldig wie bas klare Wasser. Lanos hat Barthold getötet, denn ich — ich habe es selber gesehen mit diesen meinen beiden Augen. Ich war in ber Wohnung und konnte alles mit an seh en: ich schwäre es, Lanos hat den Barthold getötet." Der Vorsitzende warf einen Blick zu Wenig hinüber. Wenig lächelte und kniff das linke Auge zusammen. „Ihre Eröffnungen sind uns sehr wertvoll, Angeklagter Sumor", nahm der Vorsitzende bas Wort, „bitte, erzählen Sie uns genau, was Sie gesehen haben." „Ja, Herr Präsibent, bas will ich, unb jedes Wort, bas ich sage, ist bie reine Wahrheit, das schwöre ich. Ich war mit Irene in dem Zimmer gewesen, lange bevor Lanos kam. Dann kam Lanos. hinter ihm Barthold. Ich hörte aus dem Schlafzimmer, wo ich mich versteckt hielt, wie Barthold dem Lanos heftige Vorwürfe wegen Elisabeth machte, und bann fiel ein Schuß, und Lanos packte feine Sachen zusammen. Er war sehr bleich unb erregt. Dann eilte er davon. Er hat weder mich noch Zirri ge^phen, denn wir waren im Schlafzimmer unb versteckten uns hinter dem Fenstervorhang, als er hereintrat." „Angeklagter Lanos, was haben Sie bazu zu sagen?" fragte ihn ber Vorsitzende. ßanos schien weniger erregt als verwundert zu sein. Er sagte in schlichtem Tone. „Ich glaube nicht, baß das wahr ist. Ich glaube nicht, baß Sumor anmefenb war, weil ich ihn nicht gesehen habe. Ich habe Barthold nicht erschossen. Irene habe ich gesehen, nicht aber Sumor. llebru Wenig rieb sich bie Hänbe. Besser hätte er dazu gar nicht ausfagen können, dachte er. Lanos' Worte über diesen Kerl, den Sumor, waren so verächttich, baß Sumor wahrscheinlich vor Wut aus ber Haut fahren wird. Immer weiter so, immer weiter so! Herr Sumor schien auch tatsächlich aus ber Haut zu fahren. Denn kaum hatte Lanos geendigt, als er roieber an bie Rampe sprang unb laut lachte: „Hahahahahaha! Sehr eingebildet, dieser Herr Lanos, wenn er glaubt, er könne Zirri allein besitzen. Sie ist meine Geliebte. Ich will es beweisen, i"ch will es auch beweisen, baß ich in seiner Wohnung war, nicht nur einmal, zehnmal, hun- bertmal! In der rechten Schublade des Waschtisches lagen immer die Toilettefachen für Zirri — das ist Irene —, der Lippenstift, die Puderdose unb einige Kämme. Stimmt es?" Lanos nickte unb warf Irene einen vorwurfsvollen Blick zu. „Was hat Lanos eigentlich mit der Uhr gemacht?" warf jetzt ber Staatsanwalt ein. „Oh", lachte Sumor, „bas weiß ich ganz genau Ich weiß nicht mehr, welche Zeit es war, als Lanos ben Barthold erschoß. Aber bann drehte er die Hhr auf sieben Hhr, schoß auf ben kleinen Zeiger und drehte die Hhr bann auf zehn Minuten vor neun Hhr. Denn sein Gedanke war: ich will bie Polizei verwirren. Die Polizei wird bie Hhr untersuchen. Sie wirb zunächst sagen: ber Barthold wurde zehn Minuten vor neun Hhr ermordet. Dann wird sie die Verletzung des Zeigers sehen unb denken, aha, er hat die Hhr verstellt, bie Tat würbe um sieben Hhr begangen. So waren Lanos' Gedanken — ist es so?" wandte er sich nach Irene um. „Ja", rief Irene, „genau so war es!" Lanos flüsterte mit feinem Anwalt. gens glaube ich auch nicht, daß sich Irene mit „Frau Hauckwitz?" fragte der Staatsanwalt Der einem folchen Burfcyen, wie es Sumor ist, ein- wundert, „ist das nicht bie Wirtin be* Angeklagten gela)|en hat. Ich will gern zugeben, baß Sie ein- Lanos?" mal meine Geliebte war, aber daß sie jemals Sumors Geliebte war, glaube ich nicht." festzustellen, ob Sumor unb bie Angeklagte No- robna tatsächlich in ber Wohnung waren." Der Anwalt Irenes drehte sich' nach ihr um, sie nickte ihm zu, unb ber Anwalt glaubte, baß diese Vernehmung seine Manbantin nur entlasten könne. Er stimmte deshalb bem Anträge bei. „Also Frau — Iba Hauckwitz!" entschied der Vorsitzende. Frau Hauckwitz ärgerte sich schon seit einigen Minuten, baß Hanke ihr offenbar do r gezogen würbe. Er war schon eine ganze Zeit im Saale unb bürste sich alles mitanhören, während man sie nicht hereinholte unb sie infolgebessen kein Wort hörte. Sie war fest entschlossen, mit bem Vorsitzenden ein paar Worte zu sprechen unb auf diese Benachteiligung unb sichtliche Vernachlässigung hin- züweisen. „Guten Morgen", sagte sie beshalb, als sie den Saal betrat, „warum muß ich denn so lange draußen sitzen? Ich kann doch schließlich auch eine ganze Menge aussagen, denn ich —" „Frau Hauckwitz", unterbrach sie der Vorsitzende, „ich habe Sie nicht hereingerufen, damit Sie sich hier beschweren, sondern weil ich Ihnen einige Fragen stellen möchte. Bitte, antworten Sie nur das, was Sie gefragt werden, nichts weiter. Sie heißen?" „Iba Hauckwitz, geborene Wegener." „Wie alt?" „Nu — so in ben vierziger Jahren", sagte sie verschämt. „Wir müssen das genau wissen. Wie alt sind Sie?" „Ich war — sechsundoierzig — gewesen —" "Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß sich Ihre Aussagepflicht auch auf Ihre Personalien bezieht. Wenn Sie Ihre Personalien, falsch angeben, werden Sie ebenso wegen Meineides mit Zuchthaus bestraft, wie wenn Sie etwas anderes falsch aussagen. Wie alt sind Sie?" „ — — Einundfünfzig —" „Einunbfünfzig Jahre all", diktierte der Vor- sitzende, „mit den Angeklagten sind Sie nicht Der« wandt unb nicht verschwägert, nicht wahr?" Fortsetzung folgt.) zum Grenzübertritt erforderlichen oder bestimmten Urkunde zur Vermeidung der Bestrafung sofort der nächsten Polizeibehörde anzuzeigen ist. Gießener GcKlachtviehmartt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Diehverstei- gerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 40 bis 46 Rpf., Bullen 53 bis 54, Kühe 20 bis 51, Färsen 40 bis 49, Kälber 35 bis 57, Schafe 33 Rpf. je Vi kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,25 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (100 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 99,5 kg) 1,15, e—f (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Shecksauon) 1,25, i (Altschneider) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. Marktverkauf: alles zugeteilt. Gießener Dochenmarktpreise * Gießen, 3. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Ppf., Käse, das Stück 8 bis 10, Kartoffeln, 5 kg 48, Spinat, % kg 12 Rpf., Spargel 1,25, Rhabarber 20, Salat, das Stück 20 bis 25, Oberkohlrabi 25, Rettich 30 bis 35 Rpf. ♦ ** Verkehrsunfall a m Marktplatz. Heute vormittag gegen 11 Uhr ereignete sich an der Ecke Schulstraße/Marktplatz ein Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Lastautozug, der mit Möbelgestellen hochbeladen war. Der Zusammenprall war so heftig, daß das Lastauto mit seiner Ladung umstürzte, während der hochbeladene Anhänger stehenblieb. Der Lastautozug kam aus dem Taunus und wurde von einem Fahrer aus Mammolshain gelenkt. Personen kamen zum Glück nicht zu Schaden, auch dürfte der Sachschaden nicht allzu erheblich sein. ** Der Sanitätsoerein Gießen, Krankenversicherungsverein a. G., hielt am Sonntag im „Burghof" seine Mitgliederversammlung ab. Der Vorsitzende Simon erstattete den Geschäftsbericht. Die Mitglieder konnten dabei einen erfreulichen Stand der Entwicklung des Vereins feststellen. Die Revisionen erwiesen die ordnungsmäßige' Führung der Geschäfte. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Anschließend gab der Vorsitzende einen Ueber- blick über die Verbesserungen in den Leistungen des Vereins. Die Bestellung des Aufsichtsrats wurde widerrufen und dafür die Mitglieder L. Espenschied, Heinrich Weber und I. B ö tz zu Revisoren, die Mitglieder E. Beil und H. Feder! zu Stellvertretern bestimmt. Der Vorstand wurde in seinen Aemtern erneut bestätigt. Lugendstrafkammer Gießen. Am gestrigen Dienstag verhandelte die Jugendstrafkammer gegen den K. Pf. iinb den E. P. aus Laubach wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Die Angeklagten hatten in Gemeinschaft mit dem A. I. und dem K. L. am 16. Oktober v. I. den Gal- lusmarkt in Grünberg besucht und dort gezecht. Auf dem Heimweg nach Laubach in der Nacht zum 17. Oktober fuhren die beiden Angeklagten und der jetzt als Zeuge vernommene K. L. mit ihren Fahrrädern, während I. zu Fuß ging. Eine Weile saß I. mit auf dem Fahrrad des L., dann gab es unter den jungen Leuten Reibereien, die schließlich dazu führten, daß Pf. und P., die jetzigen Angeklagten, den I. mit Faustschlägen bearbeiteten, bis dieser zusammenbrach. Sie ließen den Mißhandelten liegen und fuhren weiter nach Laubach. Später fuhr Pf. mit seinem Fahrrad zurück und fand.den I. tot vor. Die Leiche brachte er dann Mit seinem MYSTOFF^ROHSTW^MYSTOFF^ROH$r©FF Das deutsche Volk hilft sich selbst! Wenn der Rüstungsarbeiter, der Bauer, der Frontarbeiter Bekleidungsstücke braucht, gibt jeder alles Entbehrliche zur Altldeider und Spinnstoffsammlung 19^2 r 1.-15. JUMI J Fahrrad, in die Gegend von Wetterfeld, wo er sie in der Nähe eines Betriebes in den Mühlbach legte. Die Angeklagten beteiligten sich noch an der mehrere Tage andauernden Suche nach dem I., obwohl Pf. wußte, wo er ihn hingelegt hatte. Pf. hatte früher bei einem Streit die Absicht geäußert, dem I., der als friedliebender und braver Junge geschildert wird, einen Denkzettel zu geben. Nach Aeußerungen eines Sachverständigen ist der Tod des I. durch Schädel- und Schädelbasisbruch eingetreten, der durch Faustschläge, Fußtritt oder Aufschlagen auf einen harten Gegenstand verursacht wurde. Die Angeklagten wurden wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt, und zwckr Pf. zu Jugendgefängnis von unbestimmter Dauer mit einem Mindestmaß doit zwei Jahren und einem Höchstmaß von vier Jähren, P. zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, die Angeklagten hätten sich zweifellos verabredet, dem I. eine Abreibung zu geben. Anfänglich hätten die Angeklagten geleugnet, später habe Pf. ein umfassendes Geständnis abgelegt, das er in der jetzigen Verhandlung widerrufen habe; Pf. sei roh, feig und verlogen. In ihm herrsche eine verbrecherische Neigung. Deshalb habe Bestrafung mit unbestimmter Dauer erfolgen müssen. Bei P. sei diese verbrecherische Neigung nicht festgestellt worden. Strafmildernd konnte den Angeklagten zugute gehalten werden, daß d?r Getötete nach dem ärztlichen Gutachten eine außergewöhnlich dünne Schädeldecke hatte und schon einige Faustschläge genügt haben, um.feinen Tod herbeizuführen. Infolge des infamen und raffinierten Leugnens der Angeklagten könne die Untersuchungshaft nicht angerechnet werden. Während der Untersuchungshaft hätten die Angeklagten Kassiber geschoben und sich verabredet. Dies sei ein Beweis dafür, daß die Untersuchungshaft nicht im geringsten aus die Angeklagten gewirkt habe. Aus der engeren Heimat. Oer Kriegsgefangene Iumel verhaftet. Am gestrigen Dienstagnachmittag gelang es, den französischen Kriegsgefangenen Marceau I u - m e l, der in der Nacht zum Samstag den Doppelmord in Pfordt (Kreis Lauterbach) begangen hatte, zu verhaften. Die Festnahme erfolgte in dem Grundstück des Bürgermeisters von Pfordt, wo Jumel bisher tätig gewesen war. Er hatte sich in dem Grundstück versteckt, wurde aber doch bemerkt und in Gewahrsam gebracht. Iftatsherrensihung in Alsfeld. △ Alsfeld, 2. Juni. Zu Beginn der jüngsten Ratherrnsitzung gedachte Bürgermeister Dr. D ö l - fing des Heldentodes des am 26. Oktober 1941 im Kampf gegen den Bolschewismus gefallenen Ratsherrn, Leutnant Heinrich Kimmel, und widmete seiner verdienstvollen Tätigkeit als Ratsherr und früherer stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsund Verschönerungsvereins Alsfeld warm empfundene Worte der Anerkennung. Sodann kamen der Haushaltsplan der Stadt «und des Hofpital- fonds sowie der Wirtschaftsplan des Wasserwerks für das Rj. 1942 zur Vorlage. Infolge der Kriegsverhältnisse enthalten die Pläne nur die unbedingt notwendigen Ausgaben, während alle übrigen Ausgaben zurückgestellt wurden. Die Haushaltspläne gelangten in unveränderten Form zur Annahme; die Steuersätze bleiben für das Rj. 1942 unverändert. Ebenfalls wurden die Rechnungen der Stadt- und Hofpitalkaffe sowie der Gewerbeschule und die Wirtschaftsrechnung des Wasserwerks für das Rj. 1940 genehmigt. Ferner wurde unter Billigung der Ratsherren zur Verbesserung des Feuerschutzes der Stadt die Anschaffung eines leichten Löschgruppenfahrzeuges für die Freiwillige Feuerwehr beschlossen. Zu den Anschaffungskosten gewähren die Hess. Brandversicherungskammer und der KreisAlsfeld einen Zuschuß. Zur weiteren Verstärkung des Feuerschutzes der Stadt wird gegenwärtig eine Ersatzlöschwasserversorgung eingerichtet für den Fall, daß die beiden Wasserleitungen in einem Brands alle aus fallen sollten. G.A.-Gport. Universität Gießen gegen Universität Marburg 4:4 (1:1). Beide Mannschaften lieferten sich auf dem Universitätssportplatz ein schönes Spiel, bei dem den Gießenern trotz besseren Zusammenspiels es nicht vergönnt war,'einen mehr als verdienten Sieg zu erringen. Fünf Minuten vor Spielende führten sie noch mit 4:2 Toren, und man rechnete schon mit einem glatten Erfolg des Gastgebers, als kurz hintereinander zwei Durchbrüche des Marburger Jnnenfturrns die leichtsinnig spielende Hintermann- schäft überrumpelten und so zum schmeichelhaften Ausgleich führten. Kroisfachwart Neuweiler war ein korrekter Spielleiter. Dücherü'fch- — Curt Hohoff: Der Hopfentreten Erzählungen aus dem Kriege. 141 Seiten. Rütten & Loening Verlag, Potsdam 1941. — Die acht Erzählungen dieses hübsch ausgestatteten Bändchens sind bis auf eine, die Kindheitserinnerung „Das Trommelmännchen", dem Erlebniskreise des gegenwärtigen Krieges entnommen. Die Erzählung, die dem Buche den Namen und das Bildmotiv für den Einband gab, berichtet von einem Urlauber, der im Herbst zur Erntezeit heimkommt und die Hopfenblüten in den großen Sack einstampft. Hier wie bei den übrigen Stücken ist die Bezeichnung als Erzählung ganz zutreffend: es handelt sich um knapp, lebendig und gut erzählte Eindrücke, Erinnerungen, Stimmungen und Erlebnisse im Kriege, z. T. aneb dottsch zugespitzt wie „Die Schwarzen" oder ,,Ga« loppin, das Wunderpferd", aber ohne die Geschlossenheit und Rundung zur „unerhörten Begebenheit", die seit Goethe als Wesensmerkmal der echten Novelle gilt. In den meisten der acht Erzählungen, etwa in den „Schwarzen", im „Mohnfeld" oder in dem hübschen Stimmungsbilde „Paris sehen", ist etwas vom großen Schwung und Rausch der schnellen und siegreichen Feldzüge in Polen und Frankreich eingefangen, wie sie jedem, der daran persönlich teilnahm, unvergeßlich sind. Der Stil der Sammlung, obwohl er einer gewissen soldatischen Zucht und Sachlichkeit nicht entbehrt, zeigt gelegentlich die Neigung zu einer breiten, gelösten und verschränkten Diktion, die von fern an die Prosa Georg Brittings erinnert. Hans Thyriot. — Gottfried Keller: Das Sinngedicht. Verlag Rütten & Loening in Potsdam. Preis 5,— RM. In der hier schon mehrfach angezeigten Sammlung deutscher Romane „Der Zauberspiegel" erscheint Gottfried Keller zum erstenmal mit einem Werk, das den Dichter auf der Höhe seines künstlerischen Gestaltens zeigt. Es ist ein Kranz geistvoll erdachter Novellen, die durch eine witzig-heitere Rahmenerzählung eng miteinander verbunden sind. Es ist wohl das Liebenswürdigste und Formvollendetste, was uns der große Schweizer geschenkt hat. Das Buch wird auch in dieser neuerschienenen Ausgabe vielen willkommen sein. Fr. W. Lange. Schweinemarkk in Friedberg. • Friedberg, 3. Juni. Auf dem heutigen! Schweine markt waren 204 Ferkel aufgetr leben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 20 bis 23 RM., 6 bis 8 Wochen alte Tiere 23 bis 30, 8 bis 12 Wochen alte 30 bis 40 RM. das Stück. Verlauf: Handel lebhaft, geringer Ueberstand. verdünkelungszeil: 3 Juni von 22.36 bis 4.33 Uhr. ----------------------------------------------- ■ ■ .« Hauptschnftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschoin. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für daS Feuilleton: Dr. Hans Thyriot- für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschetn. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G« Berlagsleiter: Dr.-Zng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisltste Nr. 6. Kurz nac‘h dem Tode seines Vaters er- hielten wir die traurige Nachricht, daß mein lieber, unvergeßlicher Sohn, mein einziger, herzensguter Bruder, Enkel, Neffe, Pate und Cousin, mein geliebter Bräutigam Erwin Schmidt Gefreiter in einer Panzerdivision Inhaber des Panzersturmabzeichens , kurz nach Vollendung seines 21. Lebensjahres bei den schweren Abwehrkämpfen im Osten den Heldentod starb. In tiefer Trauert Margarete Schmidt Wwe., geb. Spaar; Friedolin Schmidt, z.Z. R.A.D. im Osten; Anna Spaar Wwe. Eliesabeth Schmidt Wwe.; Farn. Sophie Moos Wwe. Familie Wilhelm Kramer; Familie Ludwig Schmidt; Wilh.Schmidt,z.Z.im Felde und Familie; Familie August Schmidt; Otto Müller, z. Z. im Felde, und Familie; Minna u. Anna Schmidt; Marianne Schön. Ruttershausen, Gießen-Wiescck, 3. Juni 1942. Die Gedächtnisfeier findet am Sonntag, dem 14. Juni 1942, 13l/i Uhr in Kirchberg statt. . - __________1797 D Heute nachmittag entschlief sanft nach einem arbeitsreichen Leben mein innigstgeliebter. unvergeßlicher Mann und treuer Lebenskamerad, unser guter Bruder, Schwager, Pate u. Onkel Konrad Nürnberger Metzgermeister i. R. im 69. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Lina Nürnberger, geb. Rohrbach und Angehörige. Lollar, den 1. Juni 1942. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 4. Juni, 14.30 Uhr, in Lollar von der Friedhofskapelle aus statt. ________ ___________________________02624 Danksagung. 1791D Zu dem Heldentod meines über alles geliebten Mannes, unseres guten unvergeßlichen Vaters, Sohnes, Schwiegersohnes, Bruders, Schwagersund Onkels ff-Scharführer Pg. Willi Leß, San.-Uffz. in einem Inf.-Regt. im Osten, sind uns so viele Beweise tiefsten Mitgefühls entgegengebracht worden, daß es uns nur auf diesem Wege möglich ist, unseren herzl. Dank auszusprechen. In stolzer Trauer: Erika Leß, geb. Wittmann, u. Kinder nebst all.Angehörigen Gießen (Marburger Str. 58), im Juni 1942. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns bei dem schweren Verlust meiner geliebten Frau und treusorgenden Mutter ihrer Kinder zuteil wurden, sagen wir auf diesem Wege unseren aufrichtigen Dank. Wilhelm Müller nebst Kindern und alle Angehörigen. Gießen (Gnauthstraße 4), den 8. Juni 1942. 02629 Für die überaus herzliche Teilnahme sowie für die Kranz- und Bhimenspenden bei dem Heimgang unseres lieben Vaters sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Else Volpert, geb. Wagenbach und Heini Wagenbach. Gießen, den 2. Juni 1942. ________________, 02628 Bekanntmachungen. Abgabe von Schokoladenerzengrnssen und Siitzwaren. Die Abgabe von Schokoladenerzeugnissen und Sußwaren erfolgt bis auf weiteres nur gegen Abtrennung des Abschnittes Nr. 36 der rosa und blauen Nährmittelkarten. Der Höchstsatz der auf einen Abschnitt abzugebenden Menge darf nicht mehr als 62,5 Gramm betragen. Bei Abgabe von Erzeugnissen verschiedener Güte lst darauf zu achten, daß eine möglichst gleichmäßige Verteilung an die Verbraucherschaft ohne Rücksicht darauf, ob es sich um sogenannte Stammkunden handelt oder nicht, erfolgt. Die Einzelhändler haben die von ihnen in einer Zuterlungsperwde abgetrennten Abschnitte zu je 100 Stück, auf Bogen aufgeklebt, bei dem Ernährungsamt, Zimmer 4, gegen Erteilung einer Empfangsbescheinigung innerhalb der beiden ersten Wochen der nachfolgenden Zuteilungsperiode ein- zureichen. (ließen, den 2. Juni 1942. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen ' Ernährungsamt Abtl. B. nosD Strom- und Gasgelder. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlandgebtet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Abhebung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom- und Gasgelder noch innerhalb der nächsten acht Tage ohne kosten an die Kasse der Stadtwerke Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt/Main 9tr. 27707, oder auf hie auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten emgezahlt werden. Bei Ueberschreiten des Zahlungstermins müssen die Beitreibungskosten -berechnet und entrichtet werden. Vom 15. Juni 1942 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und .Gasgelder für den Monat Avril 1942 einschließlich kosten noch nicht enttichtet haben. Die Kosten der Strom- und Gassperre gehen zu Lasten der Säumigen. 1793A Gießen, den 1. Juni 1942. Stadtwerke Gießen. KRIEGSHILFSWERK SÄS SEID WÜRDIG DES OPFERS DER FRONT W^ÄM 7. JUNI Ihr Berater in allen Punktfragen das große Spezial-Haus für gute Herren- und Knaben- Kleidung Bis auf weiteres am Montag- und Donnerstag-Vormittag geschlossen! 357A Von Qta. Fischh. Cuxhaven Nr. 2461-2730 02640Z {Verkäufe Erfahrener Kaufmann mit erstklassigem Bildungsgrad, äußerst gewandt und verhand- lungsgescbickt, sucht in Gießen stundenweise od. für halbe Tage geeignete Verwendung. Schriftliche Angebote unt. 02638 an den Gießener Anzeiger erbet. Von Fa. A.Koch Nacht, die Nr. 4366-4590 Die Fische sind bis 19 Uhr abzuholen. Einwickelpapier bitte mitbringen! 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