Dienstag, Z.MSrzM2 192. Jahrgang Nr. 52 Erscheint täglich,, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gietzener Familienblätter HeimatimBild DieScholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr... „ 7*25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschluß 2231 Drahtanschrift : "Anzeigers Postscheck 11686 Franks. M. Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/z Uhr desBormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je ram bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bet 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell AbschlüsseVNengenstanelö Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Der japanische Vormarsch auf Lava. Vßenkoelen 3 a BATAVIA oera Christmos (brify Die Schlacht in der Lava-See ^0Da gJandat 1° "CD # ßilliton-r5 Das Ziel der japanischen Operationen Oer großasiatische Wirtschastsraum wird militärisch sichergestellt. —------j----wnuenfur-j ^ampyIjBondiermasin Sunda ^Serang an die Japaner verlorengingen. Entscheidend für die Fortführung der Kämpfe ist ferner, daß der größere Teil der japanischen Flotte, insbesondere die schweren Kampfeinheiten, überhaupt noch nicht zu Gefechtseinsatz gekommen sind, während die Nordamerikaner und Engländer gerade die kampfkräftigen Schiffe ihrer pazifischen oder ostasiatischen Geschwader verloren haben. Wie gering die noch vorhandene Stoßkraft der Engländer und Nordamerikaner ist, geht deutlich aus der Tatsache hervor, daß die Japaner Truppen auf Java landen konnten, die auf vier Divisionen geschätzt werden. Man bezeichnet in Tokio diesen großen militärischen Erfolg als das Ergebnis langjähriger Schulung gemischter Verbände, die es ermöglichte, daß eine gewaltige Transportflotte über große Entfernungen ungehindert vom Gegner operieren und ihre Aufgabe mit geringsten Verlusten durchführen konnte. Tot ko, 3. März. (DNB. Funkspruch.) In Tokio ist man geneigt, die Landungen lauf Java als den Abschluß einer militärischen Aktion anzusehen, die in knapp drei Monaten dem neuen Großostasien Form und Gestalt gab. Man ist ferner davon überzeugt,' daß mit der Besetzung Javas der groß- asiatische Wirtschaftsraum gegenüber den Störungsabsichten des Gegners militärisch sichergesteltt sein wird. Militärkreise betonen ferner, daß die beiden Seeschlachten bei Batavia und Surabaja die völlige Unfähigkeit der feindlichen Führung deutlich gemacht hätten, größere vereinigte Flotteneinheiten an entscheidender Stelle zum Einsatz zu bringen. Wo auch immer feindliche Geschwader demonstrativ oder mit Angriffsabsichten auftraten, sind sie von den meist zahlenmäßig unterlegenen japanischen Kräften geschlagen worden. Dabei gestaltet sich die Lage für d i e Re sie der feindlichen Flotten immer schwieriger, da zwischen Hawai und Singapur alle Stützpunkte Am 1. März um 12.30 Uhr sichtete eine Einheit unserer bei Batavia stehenden Flotte eine feindliche, aus zwei Kreuzern bestehende Flotte, während eine andere unserer Einheiten in der Nähe von Soera- baja eine feindliche Flotte ausmachte, die sich aus drei Kreuzern und sechs Zerstörern zusammensetzte. Die Transporter des Geleitzuges wurden an einer sicheren Stelle zurückgelassen, und unsere Seestreitkräfte durchpflügten die Gewässer, um den Feind zu einer zweiten Schlacht zu stellen. Ein neuer wilder Kampf entspann sich, bei dem unsere Flotte zwei feindliche Kreuzer versenkte, während sich der Rest zur Flucht wandte. Wir waren jedoch entschlossen, den Gegner nicht entkommen zu lassen und nahmen daher die Jagd auf. Das Ergebnis war, daß wir insgesamt fün Kreuzer und sechs Zerstörer versenkten und vier schwere Kreuzer schwer beschädigten.. Einer unserer Zerstörer erhielt einen Bombentreffer, er war aber imstande, sich mit eigener Kraft weiterzubewegen. 95000 Gefangene in Singapur. Tokio, 2. März. (Europapreh.) „Solange noch der Feind in Ostasien steht, ist der Krieg nicht beendet", erklärte Tomoyuki Yamashita, der Oberkommandierende der japanischen Truppen in Malaya. Er betonte, daß die kurze Schlacht um den Besitz von Singapur eine sehr harte Schlacht gewesen sei. Ein unaufhörlicher Strom von 20° und 38-cm-Granaten sei den vorrückenden Japanern entgegengeschleudert worden. Jede britische Befestigung sei von drei ober vier anderen Befestigungen geschützt gewesen, zwischen denen wegloser tropischer Urwald lag. General Yamashita wies erneut auf die britische Kriegstaktik hin, nur Enge- borenen-Truppen in die erste Kampflinie zu schicken. Den Eingeborenen seien die australischen Truppen gefolgt Neueste Zählungen berichtigen auch die kanischen Berichte geben zu, daß die japanische Flotte die Geschwader der Gegner zertrümmert hat und daß es den Japanern gelang, Truppen auf Java zu landen. Die „New Dort Times" läßt sich von einem maritimen Sachverständigen erläutern, die Ursache der geglückten Landung beruhe wahrscheinlich auf einem fingierten japanischen Angriff in Richtung auf Soerabaja, während gleichzeitig Landungen bei 6er an g, Jndrarnaioe und Rem bang durchgeführt wurden. Rembang selbst ist ungefähr 200 Kilometer vom Flottenstützpunkt Soerabaja entfernt. Weiter meint der Sachverständige der „New York Times", den Japanern sei es gelungen, die alliierten Flotten- und Luftstreitkräfte dadurch zu täuschen, daß sie mit kleineren Streitkräften angriffen, während die Hauptstreitkräfte sich anfänglich zurückgehalten hätten, um bann vorzustoßen. Jetzt sei bie japanische Offensive auf Java in vollem Gange. Währenb noch der Reuter-Korrespondent aus Bandung, der die ungeheuren Folgen dieser „größ- Tokio, 2. März. (DNB.) lieber das Seegefecht in der Java-See veröffentlicht Domei einen Bericht des Korrespondenten der Marine-Presseabtetlung im Flottenstützpunkt Schönau (Singapur): Am Abend des 27. Februar, so heißt es in dem Bericht, sichteten die von unserer Flotte geleiteten Truppentransporter die schwachen Umrisse der kombinierten feindlichen Flotte in der Nähe der Küste von Batavia. Die Flotte der Dereinigten Nationen bestand aus zwei schweren Kreuzern, einem leichten Kreuzer und zwei Zerstörern. Offenbar wur- den diese Schiffe ausgesandt, um unsere Geleitzüge anzugreifen. Wir wußten, daß wir in der Nähe der Küste von Batavia und Soerabaja auf den Feind stoßen würden, bevor wir erfolgreiche Landungen auf Java durchführen könnten. Unsere Batterien eröffneten sofort bas Feuer. Es war am 27. Februar um 18 Uhr. Unsere Flotte begegnete dabei dem Feind zum ersten Male in einer wirklichen Seeschlacht. ■■ Aus dem Funkbericht einer anderen Einheit unserer bei Soerabaja operierenden Flotte erfuhren wir, baß unsere Flotte einen feindlichen Flotten verband von drei ober vier Kreuzern und mehreren nicht näher festzustellenden Schiffen — wahrscheinlich Zerstörern — gesichtet hatte. Sie eröffneten gleichzeitig mit uns das Feuer. Eines unserer Schiffe schoß Torpedos ab, die mit Volltreffern zwei feindliche Kreuzer versenkten. Ist der stockfinsteren Nacht entspann sich eine wütende Schlacht zwischen den Staihlmassen. Sie HE me ganze Nacht hindurch an. Am 28. Februar beim Morgengrauen stellte es sich heraus, daß sich unsere Flotte als überlegen erwiesen hatte. Drei kindliche Kreuzer und sechs Z ersto rer wurden vetsenkt und vier Kreuzer schwer beschädigt. Unsere Marineflugzeuge bornierten über uns hinweg und ließen ihre Geschosse und Bomben auf den Feind herabregnen. Was von der feindlichen Flotte Übrigblieb, flüchtete in die Häsen von Batavia und Soerabaja. Unser Geleitzug setzte seinen Weg wiederum fort ten Seeschlacht im Fernostkrieg" für Washington und London ausmalte, seine Leser damit zu trösten suchte, daß ein furchtbarer Empfang die Japaner erwarte, wenn sie es wagen sollten, Truppen zu landen, sind diese letzten Strohhalme, an die sich die öffentliche Meinung der englisch sprechenden Länder klammerte, in dem Wirbel der Seeschlacht untergegangen. Tokio meldet den Untergang von fünf feindlichen Kreuzern, darunter eines großen USA.-Kreuzers, den Untergang von sechs feindlichen Zerstörern, die schwere Beschädigung von vier weiteren feindlichen Kreuzern, bei einem zweiten Seegefecht am Sonntagmorgen den Untergang eines großen USA.-Kreu- zers, kurzum, bie alliierte Flotte gehe ihrer Vernichtung entgegen. In dramatischer Weise sind so alle Hoffnungen Roosevelts und Churchills mit einem Schlage vernichtet worden. Die Japaner stehen auf Java! Die letzte Bastion in Ostasien ist jetzt direkt angegriffen. Am Montag meldete der Londoner Nachrichtendienst: „Die Nachrichten aus Ostasien sind ernst." TelwBetoeni Karimon Djawa bawean .elis "" J° , ' Soemenep Die „Schlacht um Java" hat begonnen — die I ewig auf der Jagd nach Sensativnstiteln befindlichen Amerikaner haben diesen Begriff geprägt und wissen i nicht, wie sie dabei ihrer selbst spotten. Der Auftakt ■ war eine Reihe von Seegefechten am 27. Februar, i Das erste Seegefecht fand etwa 90 km westlich von 5 der Bawean-Jnsel statt, weist also auf Mitteljava, 1 nordwestlich von Soerabaya. Die zwei anderen waren Luft--See-Gefechte noch weiter im Westen: Das . eine in einer Entfernung von 55 km vor Batavia, ‘ wo von drei (offenbar englischen) Kreuzern einer vom Typ „Exeter" schwere Treffer erhielt und.die anderen beiden Kreuzer die Flucht ergriffen; das zweite Luft-See-Treffen ereignete sich in der Sundastraße. In beiden griffen japanische Marineflugzeuge erfolgreich englisch-holländische Kriegsschiffe an, während bei dem ersterwähnten Seetteffen westlich der Bawean-Jnsel japanische Kriegsschiffe mit amerikanischen Kreuzern ins Gefecht kamen. Java steht also mitten im Kampf. Die Kolonialholländer haben in den letzten Wochen immer wieder versichert, daß sie starke Vorbereitungen zur Abwehr getroffen haben. Der Oberbefehlshaber ihrer Landtruppen ist der General terPorten. Das Kommando zur See führt Admiral Helfrich, dem in den letzten Wochen (an Stelle des amerikanischen Admirals Hart) auch der Oberbefehl über die „alliierten" Seestreitkräfte anvertraut ist. Alles deutet darauf hin, daß die Schlacht auf Java bis zum bitteren Ende durchgeführt werden wird. Das ist die „Zermürbungs-Strategie", die Roosevelt in seiner letzten ,Kamin"-Plau- berei proklamiert hat. Ihrer Natur nach ist sie eine hinhaltende Strategie, bie allein übrig bleibt, wenn eine offensive Abwehr nichs möglich ist. Aus holländischen Berichten geht hervor, daß sich ter Porten barauf gefaßt macht, in der innerjavan^chen Kessellandschast von Bandung, die rings von Vulkanen umgeben ist, also in einer Art natürlichen Festung, einen ähnlichen Widerstand zu leisten wie der amerikanische General Mac Arthur auf der Ba- taan-Halbinsel und auf der Jnselfestung Gorregtbor in der Philippinengruppe. Auch diese Idee ist in sich widerspruchsvoll. Der Natur der Sache nach müssen Kolonialholländer, Engländer und Yankees im Süd- westvazifik als Seemächte auftreten; die Idee, sich im Lande sinn ern von Java zu verteidigen, ist das gerade Gegenteil dessen, was notwendig ist: des offensiv-n Seekriegs- Angesichts der geglückten Landungen der Japaner auf Java, die gleich an drei wichtigen Stellen ihre Vorstöße angesetzt haben, erbebt sich die Frage nach der Starke der niederländisch-indischen Wehrmacht. Die ‘önft so nüchternen Holländer haben seit dem Nusvruch des großasiatischen Krieges immer wie- der ihre militärische Stärke gerabe auf Java unterstrichen wo sie von vornherein die Hauptbestände der Armee, der Flotte und der Luftwaffe 3ufam- mengezogen haben. Die Stärke der niederländisch- inbischen Armee wurde für den Beginn bes Jahres 1940 auf 32 500 Mann angegeben. Dazu tarn noch eine Reserve von 29 000 Mann. Die Gesamtzahl ber Hollänber auf Java beträgt runb 200 000, barunter zahlreiche Mischlinge. Die zusätzlichen Rekrutierungsmöglichkeiteri sind demnach sehr beschränkt, benn schon jetzt besteht bie nieder- länbisch-inbische Armee und besonders ihr OwZler- forps überwiegend aus Mischlingen. Grundsätzlich wurde auch kein Unterschied zwischen einem europäischen Holländer, einem Mischlingshollander und etwa einem angeworbenen Neger gemacht. Die niederländisch-indische Flotte war von vorn- herein auf Küstenverteidigung eingerichtet. Die schwereren Einheiten finb in ben beiden ©eetreffen südwestlich der Kcmgean-Jnseln am 4. und bei ber Insel Bali am 20. Februar wohl sämtlich verloren gegangen. Weitere Verluste haben bie englische und USA -, vielleicht auch bie australische Flotte in den drei Seekämpfen vom 27. Februar erlitten, die ben Landungen auf Java unmittelbar vorausgingen. Don den schwereren Kreuzereinheiten abgesehen, oer= fügten die Kolonialholländer noch über zahlreiche slachgehenbe U-Boote und besonders über eine ganze Flotte von Schnellbooten, für die in Surabaya besondere Werften erbaut wurden. Wie die Lehren des europäischen Seekrieges zeigen, können U- Boote und Schnellboote von großem Nutzen sein. Aber dazu gehören nicht nur U-Boote und Schnellboote, sondern auch eine große Erfahrung. Schließlich waren bie Kolonialhollänber sehr um bte Entwicklung ihrer Luftwaffe bemüht. Sie fmb da- mit aber zu spät gekommen. Sie haben mehr ajs eine Milliarbe Gulden an bie Flugzeugwerke in Den Vereinigten Staaten vorausgezahlt, aber nur einen kleinen Bruchteil ber versprochenen Flugzeuge erhalten. Sehr viel haben sich die Kolonialhollander — schon auf Borneo, Celebes und Sumatra — auf ihre wohlgetarnten Flugplätze im Dschungel zugute getan. Man kann nicht sagen, daß sich diese Erwartungen erfüllt haben. Die Seeschlacht in ber Java-See hat em Reuter- korrespondent, ber aus Bandung berichtet, „Die größte Seeschlacht im Fernost-Krieg" genannt. Er behauptet weiter: „Wenn bie Schlacht von ben Alliierten gewonnen wird, bann heißt dies soviel, daß bie Jnvasionsgesahr für Java beendet ist. Wenn sie verloren geht, bann werben die Reihen der alliierten Streitkräfte derart gelichtet sein, daß bie Japaner während ber nächsten Phase unb Wochen nahezu unbelästigt Verstärkungen nach Java herüberbringen können." Der Londoner Nachrichtendienst bezeichnete am Sonntagmorgen Java als „die letzte Bastion ber Verteidigung in Niederländisch- Jnbien." Bereits am Sonntag mußte in einer Meldung aus Batavia Reuter zugeben, baß bie Seeschlacht für bie Engländer, Yankees und die niederländischen Streitkräfte in Jnsulinde ungünstig verlaufen sei, ber Feind habe in ber Nähe von Glora in ber Mitte von Java Truppen gelandet und ein ziemlich großer Teil der Ebenen bei Ranwang — Der wichtigsten unb fruchtbarsten Gebiete Javas — fei In japanischen Händen. Anscheinend hält die japanische Flotte die Fühlung mit dem geschlagenen Gegner noch aufrecht, aber die englischen unb cnneri- v a • S e e DasEnde derKolchosen Von Ministerialdirigent Dr. W. Tchefold. Die Landwirtschaft der Sowjetunion setzt sich fast ausschließlich ans Großbetrieben zusammen. Den größten Teil nehmen die Kollektivwirtschaften, bie Kolchosen, ein, bie aus ber Zusammenlegung früherer Einzelhöfe zwecks „gemeinsamer Probuktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse" entstauben sind. In diesen Kolchosen waren die ehemaligen Landwirte, soweit, sie nicht als „Kulaken" vertrieben wurden, durch härteste Druckmittel unb wüstesten Terror von ben Sow- ets hineingepreßt worben. Nur durch Zwang konnte dieses System aufrechterhalten werben. Es diente hauptsächlich bazu, bas Lanbvolk politisch zu unterwerfen unb es ber jüdisch-bolschewistischen Ausbeutung auszuliefern. Nur mit Widerstreben tat ber Kolchosnik hier seine Arbeit; er war ben bauern- ben Schikanen ber Sowjets ausgesetzt, er mußte die Faulen unb Drückeberger nftt durchschleppen unb erhielt am Enbe bes Jahres nur einen kärglichen Lohn. Es gab Jahre, in benen die Kolchosniks hungern muhten ober sogar zu Millionen an Hunger starben. Die Vertreibung ber Bolschewisten aus ben besetzten Gebieten ließ bie Kolchosniks neue Hoffnungen schöpfen. Jetzt konnten sie erfüllt werben. Der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Alfred Rosenberg, hat für bie Gebiete ber alten Sowjetunion bie „Neue Agrarordnung" erlassen, bie die bisherige Kollektivwirtschaft grunbsätzlich aufhebt unb in organischer Weise an ihre Stelle neue Formen ber Bewirtschaftung setzt. Sie berücksichtigt bie vorhanbenen Schwierigkeiten, inbem sie ben endgültigen Zustand nur dort einführt, wo entsprechende Voraussetzungen bestehen, sonst aber Uebergangsformen vorsieht. Die Schwierigkeiten bestehen vor allem darin, daß das notwendige Inventar unb Zugvieh fehlt. Ferner besitzen bie meisten dieser Menschen keine Erfahrung in ber Führung einer selbstänbiqen Wirtschaft, da die Sowjets sie nur als Arbeitstiere betrachteten. Die Uebergangsform, G e me i n wi r t s ch a f t genannt, leitet die Kollektivwirtschaft allmählich und georbnet in die genossenschaftlich gebudbene ober in bie selbständige Einzelwirtschaft über. Zwar wird in ber Gemeinwirtschaft der Feldbau noch gemeinsam Don allen Mitgliedern betrieben. Die Arbeitsbedingungen haben sich aber wesentlich geändert. Einmal fehlen die Funktionäre, ber politische Druck ist allo beseitigt. Dann braucht niemand mehr Sorge zu haben,' baß er am Ende des Jahres um den Lohn feiner Arbeit betrogen wird. Ein ein^ches unb übersichtliches Lohnsystem, bas neu emgefübrt wird, bietet die entsprechende Sicherheit. Schließlich wird auch ber privatwirtschaftlichen Jnitiatior ein größerer Spielraum gegeben. Die private Viehhaltung, der im Kolchos sehr enge Grenzen gezogen waren, unterliegt feinen Beschränkungen mehr, das Hofland (bisher 1—2 Morgen) wird zum Privatbesitz erklärt unb von Steuern besait; außerdem kann es auf Antrag vergrößert ft?erben. Dadurch erhält der bisherige Kolchosnik eine kleine, aber eigene W'rt- .schaft, aus ber er neben seinen Einnahmen aus ber Gemeinschaftsarbeit noch zusätzlichen Verdienst gewinnen kann. In Gemeinwirtschaften, in denen die notwendigen wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen gegeben finb, kann derBodenden einzelnen Hofen zur individuellen Bearbeitung und Nutzung zuge- ersten Schätzungen der kriegsgefangenen britischen Soldaten auf Singapur. Bis jetzt feien 95 000 Gefangene gezählt worben, darunter 41000 Hindus. Kritische Lage derEnglärrder inRangrrn Stockholm, 2. März. (Europapreß.) Aus Rangun berichtet die Neuyorker Sonntagszeitung „New York Jnquirer", daß die Eingeborenenbevölkerung den Japanern helfe und daß verschiedene Abteilungen bewaffneter Burmesen zu ben Japanern übergegangen seien. Die Engländer hätten inzwischen schon begonnen, auch Mandalay und andere größere Städte zu räumen. Die Bevölkerung fliehe nach China ober nach Indien, bie Stäbte seien in ben Händen plündernder Banden. Wie ber Korrespondent der „Asahi Schimbun" berichtet, ist Rangun ein Flammenmeer, da die Briten angesichts des unmittelbar bevorstehenden japanischen Angriffs die Stadt in Brand steckten. Der Korrespondent meldet, daß die aus ber Stadt fliehenden Burmesen bie Dorstadtstraßen überschwemmen und jeden ^geregelten Verkehr unmöglich machen. Die Unabhänaig- keitsbewegung greife immer mehr im Lande um sich. Mitglieder ber' burmesischen Unabhängigkeitspartei und des Freiwilligenkorps seien bei ben Kämpfen gegen bie Briten beteiligt. „Asahi Schimbun" berich- tet? bie Tschungking-Regierung soll fünf Divisionen bei Manbvlay und Lashio an der Grenze zwischen Burma und China zu einem letzten Versuch ber Verteidigung der Burma st raße konzentriert haben. 20 000 Mann freiwilliger Tschung- king-Truppen seien i n Mandalay konzentriert, bie 93. Division bei Lashio und mehr als drei weitere Divisionen an einem anderen Abschnitt in ber Nähe ber Grenze. Die japanischen Stteit- fräfte seien mit diesen Truppen noch nicht zusammengestoßen. Schnelles Vorrücken der Japaner auf Sumatra. I o t i o , 2. März. (DNB.) Die iapanischen Irup- pen, bie ihren Vormarsch von Palembang aus in westlicher Richtung fortsetzten, führten einen Heber- raschungsangriff auf Sarolangun, 200 Kilometer westlich von Palembang, durch. Die gleichen Truppen rückten in nordöstlicher Richtung weiter vor und besetzten am 28. Februar um 15 Uhr Mura t e b o , 80 Kilometer nordwestlich non ^arolair gun. Der Feind stellte sich nicht zum Kampf und setzte seinen Rückzug fort. 2. Das Ritterkreuz für tapfere Soldaten der Ostfront gtärnne. 3M heranzubringen. Hinzu kommt nvch Wie alt ist der Strumpf? bube" ist. Oer Wehrmachiberichi. DRV. Aus dem Aührerhauptquartier, 1. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt über die sich ihre Arbeit erstreckt, eine überaus schwierige und stellt an die Besatzungen große Anforderungen. Man muß wissen, daß der Fernaufklärer seinen Auftrag fast immer imAlleinflug durchführt. Er muß daher die Kaltblütigkeit besitzen, sich durch nichts von seiner Aufgabe ab- brmgen zu lassen, muß darauf gefaßt sein, daß der Gegner jeden Augenblick aufkreuzen kann, um ihn an seiner Tätigkeit zu hindern. Wenn es auch nicht Aufgabe des Fernaufklärers ist, den Kampf zu suchen und hierdurch die gemachten Beobachtungen und Erkundungen in Gefahr zu bringen, so muß er doch zu kämpfen wissen, wenn die Notwendigkeit es verlangt, was eine völlige Beherrschung des Flugzeuges und. der Abwehrwaffen bedingt. Don der Kampfgemeinschaft eines Aufklärungsflugzeuges wird neben dem fliegerischen ein großes navigatorisches Können verlangt, ein taktisch geschulter Blick, um plötzlich auftretende Ziele in ihrer Bedeutung zu erkennen und vor allen Dingen richtig anzusprechen. Weiter wird eine einwandfreie Beherrschung des so wichtigen Funkgerätes verlangt, um gegebenenfalls eigene Kampfverbände oder Marschkolonnen an das aus- mit Bomben schwersten Kalibers, hierbei wurden Treffer auf Unterfeebootliegcplähe, In Docks und Bersorgungsbelrieben der Stabt erzielt. Britische Schnellboote versuchten in der vergangenen ttadjt einen einzeln fahrenden Dampfer im Kanal anzugreifen. Durch eigene Schnellboote wurde bei der sofort einsehenden Abwehr ein b r i - tifcheg Schnellboot versenkt. Fernkampfbatterien der Kriegsmarine beschossen im Kanal mit guter Wirkung zwei feindliche Geleitzüge. Die Geleitzüge wurden zersprengt. In der Zeit vom 21. bis 28. Februar verlor die briti sche £ uf troaf f e 62 Flugzeuge, davon 38 Über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 20 eigene Flugzeuge verloren. Im Kampf gegen die Beesorgungsschiffahrl Großbritanniens und der vereinigten Staaten versenkten deutsche See- und Luftstreitkräfte im Monat Februar 79 feindliche Handelsschiffe mit zusammen 525 400 BRT. An diesem Erfolg ist die deutfche Unterseebootwaffe durch die Versenkung von b 6 Schiffen mit zusammen 448 400 BRT. hervorragend beteiligt. Außerdem wurden 44 Handelsschiffe des Feindes zum Teil schwer beschädigt. 3m Februar 525400 BRT versenkt. bekannt: Auf der Krim, an der Donez-Front und südostwärts des Ilmensees halten die chweren Abwehrkämpfe an. Im Zusammenwirken mit der Luftwaffe wurden auf der Halbinsel Kertsch zahlreiche weitere Panzer vernichtet. Im S ü d o st - ausgang der Straße von Kertsch wurde ein Transporter von 6000 BRT. durch Lufttorpedotreffer versenkt. Bei Nachtangriffen der Luftwaffe gegen das Flugmotorenwerk Woronesch wurden Bombenvolltreffer in Fabrikhallen und Flugplahanlagen erzielt. Große Brände und heftige Explosionen waren zu beobachten. In der Zeit vom 24. Februar bis zum 1 f März verlor der Gegner an der Ostfront insgesamt 204 Panzerkampfwagen. In Nordafrika beiderseitige Spähtrupptätigkeit. Deutsche Iäger schossen fünf britische Flugzeuge in Luftkämpfen ab, fünf weitere wurden am Boden zerstört. Auf Malta belegten deutsche Kampfflieger- kräfte unter Jagdschutz den Hasen La Valetta Dienst der Fernaufklärer Bon Kriegsberichter Hans Mancher. Stützpunkte errichtet. Sie haben die Aufgabe, alle Maßnahmen zu treffen und Einrichtungen zu schaffen, die dem landwirtschaftlichen Fortschritt dienen, hierzu gehört z. B. die Herstellung von hochwertigem Saatgut, die Aufstellung hochgezüchteter Vatertiere, die Beschaffung und Instandhaltung der Landmaschinen und ähnliches. Durch diese Maßnahmen will man erreichen, daß das agrartechnische Niveau nach Aufteilung der Felder nicht nur gehalten, sondern allmählich gesteigert wird. Durch die neue Agrarordnung wird die Landwirtschaft also unter Abkehr von den bolschewistischen Methoden auf eine neue, aber gesunde Grundlage gestellt. Durch ihre, allen gegebenen schwierigen Umständen angepaßten elastischen Formen trägt sie nicht nur dem Wunsch der Landbevölkerung nach einer freieren wirtschaftlichen Betätigung Rechnung, sie dient daneben vor allem auch den großen Aufgaben, die dem weiten russischen Raum als landwirtschaftlichem Ueberschußgebiet in der Ernährungssicherung Europas zukommen. Das Echo in der Ukraine. Luck, 2.März. (DNB.) Die neue von Reichsminister Rosenberg erlassene Agrarordnung ist in der ganzen Ukraine durch Presse, Wandzeitungen und Plakate bekanntgemacht worden. Ueberall wurde von der Bauernschaft die Erfüllung eines alten Traumes des ukrainischen Bauerntums freudig diskutiert. Ein Schriftleiter der deutschen „Ukraine-Zeitung" besuchte den Kolchos „Komsomo- lez" im Dorfe Krasnij Iar. Er traf eine freudig erregte Menge, die ihm zuschrie: „Der Teufel sollte den Kolchos behalten." Der Aelteste berichtete, wie es unter dem bolschewistischen Regime war. Er wies darauf hin, daß die ukrainischen Bauern früher gut lebten. Der Boden schenkte viel Früchte und reichlich Brot. Auch Vieh war genügend vorhanden. In der bolschewistischen Zeit aber verfielen die Höfe, verunkrauteten die Aecker, und Distekgestrüppe schauten in die Fenster. Auf die Frage, was er zu der neuen Agrarordnung meinet antwortete er: „Wir freuen uns, daß die Zeit der Unsicherheit vorbei ist." Wenn Tiere sprechen. Von Bruno H. Bürgel. Kürzlich besuchte ich einen Jugendfreund, den ich ein Jahrzehnt nicht mehr gesehen hatte. Es sollte eine lange und gewichtige Männeraussprache werden über das Damals und das heute, aber es kam nicht dazu, denn ein kleiner, höchst possierlicher Kerl schob sich zwischen uns, ein Voael, ein Wellensittich, der sich auf meine Schulter setzte, mir ins Ohrläppchen pickte und sehr vernehmlich sagte, daß er Peter heiße, in Berlin W 50 in der und der Straße, Hausnummer 68 wohne, und es hätte mich nicht überrascht, wenn er auch noch die Fernsprechnummer angegeben hätte. Jedenfalls hätte er allen Leuten sagen können, wohin er gehöre, während das mein verstorbener Onkel Hinrich, der dann und wann seinen Rappel bekam und drei Tage und Nächte dem Bacchus und dem Gambrinus opferte, oft nicht fertigbrachte. Er trug eine Papptafel in seiner Manteltasche, die den freundlichen Finder bat, ihn da und dort abzuliefern. Mein Freund war zwar enttäuscht, daß ich mich mehr mit diesem gelehrigen Vogel als mit ihm beschäftigte, aber ich muß gestehen, er hat m,ch außerordentlich interessiert. Dieser Vogel hat nämlich, wie viele Menschen auch, eine fixe Idee, eine Sache, von der er nicht loskommen kann. Es ist ein Spiegel, wie ja denn der Spiegel für viele Tiere ein Gegenstand größter Bewunderung, oft auch Gegenstand des Grauens ist. So mancher sonst sonst sehr kluge Hund fürchtet sich vor dem Spiegel, in dem sich auf unerklärliche Weise die Welt verdoppelt und in der man einen Hund sieht, der nicht bellt, nicht duftet und nie hervortritt. Eine gespen- . sülche Sache! Auch der Wellensittich Peter versucht seit Jahren mit dem Vogel im Spiegel in Verbin- düng zu treten, ja, das ist von früh bis spät seine einzige Beschäftigung. Er spricht mit jenem, er nennt ihn „Bösewicht", er sagt ihm Namen und Straße und wo er ihn besuchen könne, ja, er versucht ihn zu füttern, aber das Gespenst tm Spiegel bleibt stumm und kalt. Dann packt Peter endlich der Grimm, er nimmt den kleinen Hand- spiegel und wirft ihn vom Tisch herunter, und da- mit auch diesen vermaledeiten Gespenstervogel. Ne völlige und einwandfreie Beherrschung des Bild- und F i l m g e r ä t e s, die in jedem Falle ein großes fachliches Können voraussetzt, um auch bei ungünstiger Wetterlage möglichst klare Luftbilder zu erhalten. Neben der rein sachlichen Aufklärung in bezug auf Bewegungen des Feindes zu Lande und zu Wasser, der Erkundung Militärisch wichtiger Zieler Truppenbewegungen und -ansammlungen usw. liegt dem Fernaufklarer auch die Ueberprüfung der Wirkung eigener Bombenangriffe durch Luftbildaufnahmen ob, die neben der Erfolgsmeldung des angesetzten Kampfverbandes einen weiteren unumstößlichen und handgreiflichen Beweis darstellen. Ist dieser Vogel klug oder ist er dumm? Ich glaube, wir Wesen einer anderen Welt und mit einem wunderbaren Gehirn ausgestattet, können diese Ftage kaum richtig beantworten, ebenso wenig wie der klügste Affe sich über die Lebens- und Emp- indungswelt eines Hechtes klar werden könnte, der auch einer völlig anderen Sphäre des Seins angehört. Aber, so wird man sagen, der Vogel ist sicher klug, denn er spricht ja! Und da beginnt schon der Irrtum. B r e h m, der große Zoologe, hat uns eine lange Schilderung des berühmten Grau-Papageis Paperl hinterlassen, der lange in Besitz einer wohlhabenden Familie in Wien und Salzburg war und der als ein wahres Sprechgenie bezeichnet werden muß Die Leute lachten Tränen über sein unaufhörliches Geplapper. Guten Morgen! Gute Nacht, Grüß Gott, Herr Hauptmann! habe die Ehre, Frau Baumeister! Du abscheulicher Kerl! herein! Gib Küßchen! Du Spitzbub, ich hau dich! Gehn wir halt zum Essen! Es lebe der Kaiser! Na, wie geht's, wie steht's? Das sind nur einige seiner ständigen Redensarten, und es ist leicht begreiflich, daß die ganze Gesellschaft in Gelächter ausbrach (,^hahahaha! hahahaha!" stimmte der Bogel ein), wenn er bet passender Gelegenheit gerade eine Bemerkung machte, die hergehörte oder auch nicht hergehörte. Geht man der Sache auf den Grund, so erkennt man, daß der Vogel gar nicht weiß, was er sagt Gewiß, er hat ein vortreffliches Sprachtalent und ein gutes Gedächtnis, aber den eigentlichen Sinn der Worte kann er nicht erfassen. Er hat hundertmal gehört, daß die Leute rings um ihn, wenn der Tisch gedeckt wird, die Teller klappern, die Mädchen aus und ein laufen, die Worte sprechen: „Gehn wir zum Essen!" Beide Vorgänge, beide Geräusche verbindet er, und wenn man wo ifltt Tellern klappert, wird er sagen: „Gehn wir zum Essen!" Er weiß, daß die teilte den Herrn in der Soutane Geistlicher Herr" nennen und daß jene Dame mit der schrillen Stimme „Frau Baumeister" genannt wird, ebenso wie er sich gemerkt hat, daß die kleinen wohlschmeckenden Dinger, die man ihm zu- weilen zusteckt, „Mandeln" heißen. Niemand aber darf glauben, daß er wirklich weiß, was ein „Spitz- Berlin. 2. März. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz an: Generalmajor Scherer, Kommandeur einer Division, Oberst Kohlermann, Artillerie-Kommandeur, Oberleutnant B a u m g a r - ten-Erusius, Kompanieführer in einem mot. Infanterie-Regiment, Oberfeldwebel Erhard Kunze, Zugführer in einer Aufklärungsabteilung. Generalmajor Scherer hat Ende Januar mit geringen Kräften eine größere Ortschaft gegen dauernde schwere Angriffe der Sowjets verteidigt. Obwohl verwundet, leitete er mit ungefchwächter Energie Wochen hindurch die Abwehr, die durch das Binden starker feindlicher Kräfte für die Gesamtführung von ausschlaggebender Bedeutung war. — Ende Januar war es den Sowjets vorübergehend gelungen, eine wichtige Verbindungsbahn und Straße zu besetzen. Da erhielt Oberst Kohlermann den Befehl, mit wenigen Panzern und einigen Schützen zum Gegenstoß vorzugehen. Durch energische Führung war es ihm möglich, das Gelände wieder zu erobern und in tagelangen schweren Kämpfen trotz widrigster Witterungsverhältnisse die immer wieder mit weit überlegenen Kräften angreifenden Söwjets zu vernichten. — Oberleutnant Baumgarten-Crusius hielt, mit seiner Kompanie einen ihm anvertrauten Stützpunkt, indem er alle mit Artillerie und Panzerunterstützung wiesen werden. Um diese Aufteilung in geordnete Bahnen zu lenken, bedarf sie der Genehmigung der deutschen Verwaltung,' die nur unter bestimmten Voraussetzungen erteilt werden darf. Der Mangel an Inventar und Betriebsmitteln, fehlende Erfahrung u. a. lassen eine sofortige Auflösung der Feld- flur in eine Vielzahl sich selbst überlassener Einzelbetriebe noch nicht zu. Es ist vielmehr vorgesehen, daß die nun im Grundsatz zwar selbstbewirtschas- tertben Landwirte sich zu Landbau-Genossenschaften zusammenschließen. Die Aufteilung des Bodens wird sich daher in der Form vollziehep, daß die großen, einheitlich bebauten Fekdschläge der Gemeinwirtschaft erhalten bleiben, aber nach der Zahl der Höfe in Feldstreifen unterteilt werden, so daß jeder Hof auf jedem Schlag einen Streifen zur dauernden Nutzung erhält. Die Bestellung, das Pflügen und Säen wird auf diesen Flächen noch gemeinsam oorgenommen, alle übrigen Arbeiten, wie Düngen, Saatpflege, Ernte usw. führt jeder Hof aber selbständig durch. Das Dich und die kleinen Geräte und Maschinen der Gemeinwirtschaft wird unter die Mitglieder aufgeteilt. Im übrigen kann sowohl Zugvieh als auch Inventar besonders in der ersten Zeit auch genossenschaftlich genutzt werden. In der Landbau-Genossenschaft gibt es keinen Lohn mehr, sondern die Ernte fällt nach Abzug der festen Naturalabgabe dem Erzeuger zu, der dadurch klar erkennt, wofür er arbeitet. Außerdem hat er die Gewähr, daß jeder Mehrertrag, den er durch besondere Arbeit oder Aufwendung aus dem Boden herausholt, ihm selbst zugute kommt. Der erhoffte höhere Pvioatnutzen wird zur Triebfeder für eine Steigerung der Erzeugung, die zweifellos möglich ist, da auf den Feldern der Sowjetunion bisher kaum die Hälfte der deutschen Erträge gewonnen wurde. Im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten wird schon in diesem Jahre mit der Errichtung von Landbau-Genossenschaften begonnen werden. Wenn die Verhältnisse es aeftatten und genügend Inventar und Betriebsmittel vorhanden sind, können auch selbständige Einzelhöfe errichtet werden. Dies wird besonders dann der Fall sein, wenn das Gelände keine großen Ackerschläge zuläßt und eine Aufteilung in Streifen dadurch ihren betriebswirtschaftlichen Sinn verlieren würde. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß die in Frage kommenden Menschen besonders tüchtig und fähig sind und sich zur Führung eines Einzelhofes eignen. Um die traditionelle Rückständigkeit dds Ostens zu überwinden, werden in geeigneten früheren Mascki- nen-Traktoren-Stationen landwirtschaftliche geführten Angriffe der Sowjets teils in reiner Abwehr, teils in Gegenstößen erfolgreich abwies. Als der Stützpunkt von 13 Panzerkampfwagen von drei Seiten umstellt war und die Sowjets den Ostrand an griffen, wehrte er drei Bataillone immer wieder erfolgreich ab. Seiner Tapferkeit ist es zu danken, daß an den benachbarten Frontstellen die feindlichen Angriffe mühelos abgewiesen werden konnten. — Oberfeldwebel Kunze hat einen wichtigen Stützpunkt gegen ständig wiederholte Tag- und Nachtangriffe eines zahlenmäßig weit überlegenen Feindes erfolgreich verteidigt. Er fand am 6. Januar bet der zähen und entschlossenen Verteidigung eines, anderen Stützpunktes den Heldentod. * Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz an Feldwebel Bruno Saßen, der als Gruppenführer in einem Fallfchirmjägerregimet bei den Kämpfen um Leningrad mit fünf Mann feiner Gruppe den ihm zugewiesenen Grqbenabschnitt viele Tage gegen starke feindliche Kräfte gehalten, einen feindlichen Panzerwagen zerstört, dem Gegner schwere blutige Verluste beigebracht und bei einem Gegenangriff nach heftigen Nahkämpfen 40 Gefangene gemacht hat. Eine wenig genannte, aber umso bedeutsamere Einheit unserer Luftwaffe sind die Fern auf klar er, die man mit Recht als die „Augen der Führung" und die „Spähtrupps der Luft" bezeichnet. Schon der Name Fernaufklärer besagt, daß ihre Ausgabe in der Aufklärung auf breite st emRaum besteht, im Gegensatz zu den Nahaufklärern, die der Gefechtsaufklärung und Artilleriebeobachtung dienen. Die Fernaufklärung selbst ist für den taktischen Einsatz und für die erfolgversprechende Durchführung befohlener- Kampfhandlungen als Unterlage für diese von überaus großer, ja sogar ausschlaggebender Bedeutung. Verantwortungsvoll und schwer ist der Dienst der Fernaufklärer, die Tag für Tag auch bei ungünstiger Wetterlage immer wieder zu ihren weit in Feindesland führenden Aufklärungsflügen starten und den ihnen zur Beobachtung und Aufklärung zugewiefenen Raum systematisch durchkämmen. Ihrem wachsamen und geschulten Auge und der Bild- und Filmkamera bleibt nichts üerborgen, was nicht allein für die Führung her Luftwaffe, sondern darüber hinaus für die gesamte Führung von größter Bedeutung ist. Wie bereits gemeldet, hatten deutsche Flieger in erfolgreichen Nachtangriffen Rüstungsanlagen der Sowjets in Woronesch angegriffen und Zerstörungen und Brände hervorgerufen. Woronesch ist die bedeutendste Stadt des südlichen Zentralruß- lands, am hohen Ufer des schiffbaren Woronesch- Flusses. Die Sowjets haben diese Stadt, die zur zaristischen Zeit durch ihre hochstehende Vieh,zücht und wertvollen Gestüte bekannt war, zu einem bedeutenden Industriezentrum ausgebaut. Die Einwohnerzahl hat sich dementsprechend von 95 000 tm Jahre 1923 auf 327 000 im Jahre 1939 vermehrt. Es befinden sich dort große Fabriken' von denen die bedeutendsten die Waggonfabrik „Kaganowitjch , die Maschinenfabrik „Komintern", eine Erdolrafsi- nerie und das „Kirow-Werk" zur Erzeugung von synthetischem Kautschuk darstellen. Die übrige vielgestaltige Industrie ist vorwiegend auf Metallverarbeitung eingestellt. Ein Großkraftwerk speist die umliegenden Industrieanlagen. Der Getreidehandel ist bedeutend. Hauptverkehrsweg ist die Bahn Moskau—Woronesch—Rostow. Heber die Luftangriffe auf das Flugzeugmotorenwerk in Woronesch berichten die vom Einsatz zuruckgekehrten deutschen Flieger: In zwei aufemanber- folaenden Nächten wurden die Werkanlagen tm Tiefflug mit Bomben schweren Kalibers angegriffen, wgene Vogel schrie beim Kaffeklatsch frisch von der Leber weg, was er bei den Soldaten gelernt hatte, und das war nicht immer für weibliche Ohren bestimmt! — Vielleicht lieben wir die Tiere überhaupt nur deshalb, weil sie nicht sprechen können. Wenn mein Dackel Fridolin, sowieso schon oft ein sehr ungnadi- der Herr, mir das alles, was er über mich denkt, „vor die Platte" sagen würde, ginge unsere Freund- schäft bald in die Brüche! Strümpfe, wie wir sie zur Bekleidung der Füße unter dem Schuh kennen, gibt es noch keineswegs seit jeher. Die Griechen hatten sie überhaupt noch nicht, und in Rom pflegten nur schwache und ver- weichlichte Personen die Füße mit Streifen weichen Stoffes zu umwickeln. Eigentliche Strumpfe gab es erst im Mittelalter; sie wurden zunächst auch nur aus Tuch hergestellt und häufig aus einem Stuck mit der Hose aeschnitten. Man weiß nicht genau, wann diese „Beinlinge" in Strumpf und Hose zerlegt wurden; sicher gab es im 16. Jahrhundert die ersten Strümpfe nach unserer Art. Sie waren gestrickt, eine Neuheit, die von Venedig aus m dis Welt kam. Carpaccio und Fra Angelico zeigen in ihren Bildern die Strümpfe, wie sie in der Renaif- ance in Gebrauch waren; sie sind schwarz und rot und liegen sehr eng an. Sehr bald wurde dieses Kleidungsstück allgemein gebraucht, und jedes Haus wurde eine richtige Werkstätte, in der Mutter, Schwestern und Bräute, bewaffnet mit langen und feinen Nadeln, ihre Zeit beim Strümpststri-k-n zu- brachten. Als dann 1609 der Reverend Wilbam Lee die Frauen von der mühseligen Arbeit des Strickens zu befreien suchte, indem er die erste noch sehr primitive Strickmaschine konstruierte, fand er in England durchaus keinen günstigen Boden für seine Erfindung, so daß er nach Frankreich ging, wo er in Rouen eine Werkstatt gründete, die es m kurzer Zeit zu großer Blüte brachte. Die «eidenstrumpfe sind etwa ebenso alt. Das erste Exemplar, bas in der Öffentlichkeit erschien, soll Heinrich II. von ^ranfc reid) an dem Tage getragen haben, an dem er sich Der Dienst der Fernaufklärer erfährt keine Un. terbrechung. Für sie gibt es keine Ruhe. Tag für Tag sind sie in allen Himmelsrichtungen unterwegs und beschaffen die Unterlagen für die höchste Führung. Diese Worte besagen wohl alles. Ihr Weg ührt weit in Feindesland und über Meere. Diele Stunden sitzen sie in ihren Flugzeugen und er- füllen ihre soldatische Pflicht. An allen Fronten dieses Krieges, im Norden, Osten und Westen, tehen sie in vorderster Linie, und ihr Einsatz ist ür die befohlenen Operationen unserer Wehrmacht von überaus großer und nicht hoch genug einzuschätzender Bedeutung. Wir erinnern uns noch der harten Wintermonate 1939/40, als der Handelskrieg gegen England auf volle Touren zu laufen begann. Minus- Temperaturen von 25, 30 Grad am Boden waren auf den Flugplätzen an der Nordsee keine Seltenheit. Wenn die Engländer aber dachten, daß die harten Wintermonate eine Unterbrechung ober Pause in dem jetzt schon unangenehm werdenden täglichen Eingreifen der Luftwaffe im Handelskrieg eintreten lassen würden, dann hatte man sich schwer getäuscht. Ohne Unterbrechung starteten unsere Fernaufklärer zu ihren Ueberwachungs- und Erkun- bungsflügen. Kein Flecken des großen Nordsee- raumes wurde unbeobachtet gelassen. Wo der Feind sich zeigte, wurde er entweder das Opfer der bewaffneten Aufklärer oder der nachstoßenden Karnpf- verbände. Von den Shetlands bis zur Themsemündung waren sie zu Hause. Immer wieder konnte der OKW.-Bericht von neuen Dersenkungszifsern berichten. Im Rahmen der Norwegenaktion stießen sie bis in die nördlichen Breiten des Polarkreises vor, stellten auch hier den Feind auf seinen noch so ausgeklügelten Schleichwegen. Der West- . seid zu g sah sie ebenfalls in unermüdlichem Einsatz, und auf dem Balkan wie auch im nord- afrikanischen Raum sind sie auf der Wacht. Der Ost seid zu g stellte an die Fernaufklarer bcfon- bere Anforderungen. In täglichen Einsätzen stoßen sie weit in das Herz der Sowjets vor und fuhren durch ihre gemachten Beobachtungen die Kampfverbände der Luftwaffe wie auch die Teile des Heeres zu den großen und einmaligen Erfolgen in der Kriegsgeschichte aller Zeiten. Manches Husaren- stückchen gab uns Kunde von ihrem unbeirrbaren Siegeswillen. Das sind unsere Fernaufklärer, jene : Flieger, die wenig genannt werden, aber am Aus- : gang der siegreichen Kämpfe und Offensiven em großes Mitverdienst haben. , Oie Lustangriffe auf Woronesch. deren Hirn dem des Menschen am ähnlichsten ist, die menschenähnlichen Affen, kaum so etwas wie eine Sprache haben; ihr Verständigungsmittel ist in der Hauptsache die Gebärde. Gewiß haben sie einige Laute, die sicher ii. ihrer Welt mancherlei Empfindungen ausdrücken, aber Sprache kann man das nicht nennen. Auch unser Freund, der Hund, hat sehr verschiedene Bell-Laute, er heult und winselt und drückt so aus, was ihn bewegt, und jeder Vogelkenner weiß, daß die Vögel nicht nur fingen können, sondern auch sehr unterschiedliche Warnrufe ausstoßen, locken und abwehren können. Sprache ist ein unendlich schwieriges Phänomen; wir willen nicht einmal, wie der Mensch zur Sprache kam; sicher hatte auch er anfangs nur mancherlei Laute, die Wohlbehagen, Unlustgefühle, Erstaunen, Furcht, Wut usw. ausdrückten. Nicht anders ist es noch heute mit der „Sprache" der Tiere. Einige Forscher haben die Töne studiert, die die menfchen- ähnlichen Affen in der Freiheit ausstoßen, konnten sie genau nachahmen und machten nun den inter- teressanten Versuch, wie sich die Affen dazu verhalten würden, die in den Zologischen Gärten gehalten werden. Sehr amüsant hat der Zoologe Johann v. Fischer darüber berichtet, der den Versuch vor vielen Jahren im Berliner Zoo anstellte. Der Gorilla, den er für dieses Experiment ausgesucht hatte, bfWc d?n Gelehrten nur stumm-an, er zeigte keinerlei Verständnis, und als ihm Die Sache zu dumm wurde, holte er aus und versetzte Herrn v. Fischer eine schallende Ohrfeige, was auch in der Aften- sprache nichts anderes bedeuten kann, als daß er seine Ruhe zu haben wünsche. . ... Der sprechende Vogel plappert tue Worte, die für ihn nichts anderes sind als bestimmte Tonfolgen, nach, ohne sich über ihre Bedeutung klar zu werden. Es wird die amüsante Geschichte von dem alten Major erzählt, der. lange in den Kolonien lebte und einen alten Papagei besaß, der sich angewöhnt hatte, die in einer sehr eindeutigen und kräftigen Soldatensprache gehaltenen Kernsprüche des Maiors laut und vernehmlich auszurufen. In seinem Testament, das seine Schwester, eine sehr würdige Strfts- bame, zur Erbin einsetzte, war bie Klausel enthalten, daß sie den Papagei bis zum Tode sorgfältig halten [ ifarlslpruüßi lh*W*e*W**R*W*WI***«WWWlJ*«*****WW*W*#|W|N*Wi"**WW^^W"V^R**WRe*"l"*iew Oer Brand der Universität Istanbul. Istanbul, 2.März. (Europapreß.) Die Ueber- prüfung der beim Brand der Universität Istanbul verursachten Schäden hat ergeben, daß die gesamte Bibliothek der Literatur-Historischen Fakultät von von 25 000 Büchern vernichtet wurde, mit ihr auch die in jahrelanger Arbeit aufgebaute Zeitschriftensammlung und das Dissertationsmaterial der Studenten. Das Institut der naturwissenschaftlichen Fakultät wurde gleichfalls vollständig zerstört. Hier wird die Universität besonders schwer betroffen, da die zerstörten Instrumente aus dem Ausland im Rundfunk noch zerschlagen. Der amerikanische Film ist nur Jndustrieprodukt, mechanisches Machwerk nach Vorwurf, Anlage und Durchführung. Selbst Sentimentalität und „Happy End" sind Berechnung, letzte Peinlichkeiten einer Uebung, die sich hier schamloserweise den Grenzen der Kunst zu nähern ver- ucht. Der -Rundfunk ist kein Volksbildungsmittel, andern ein Instrument, sich des Volkes auf anlau.- teren Wegen zu bemächtigen. In den Händen pri« vorkapitalistischer Interessenten ist er längst zu dem gefährlichsten Gift geworden, das in die verkümmer- ten Seelen dieser Menschen mit teuflischer Berechnung geträufelt wird. Hinter den Worten Kunst, Religion und Vaterland verbirgt sich das kalte Geschäftsinteresse der Geldmacher und Börsenspekulanten. Von welcher Seite man das amerikanische Kulturleben auch immer betrachtet, man findet von eigenständiger Kultur in den Vereinigten Staaten nichts, man findet nur Kulturzersetzung und zivilisatorische Auswüchse, die das Gesicht des größten Staatenvolkes der Neuen Welt verunstalten. Roosevelt aber, der verheißen hat, die europäische Kultur zu retten, gleicht dem Hecht, der den Karpfenteich hüten will. Meine politische Nachrichten. Der Führer hat dem kroatischen Staatsführer Dr. Ante P a w e l l t s ch das Grohkreuz vom Deutschen Adler verliehen. Der deutsche Gesandte in Agram, Kasche, hat dem Poglavnik im Auftrage des Führers die hohe Auszeichnung überreicht. * Am Jahrestage des Beitritts Bulgariens zum Dreimächtepakt hat zwischen König Boris und dem Führer ein Telegrammwechsel stattgefunden. * Radio Bagdad meldet, die Lage in der irakischen Hauptstadt sei dermaßen gespannt, daß Regent Abdullah die Stadt in Begleitung des jungen Königs Feisal II. und anderer Mitglieder seines Gefolges verlassen und sich unter den Schutz der britischen Garnison von Kut el Amara gestellt habe. * Aus Bagdad erführt man, daß die Mossul-Oel- leitung kurz hinter Haditha in die Luft gesprengt wurde. Es handelt sich dabei um den nach Haifa führenden Strang. Die Ölraffinerie in Haifa ist schon seit mehreren Tagen ohne Rohmaterial. * Am Sonntag fanden in Argentinien, ausgenommen die Provinz Louis, die Wahlen zum Parlament statt. In Buenos Aires war eine Beteiligung von etwa 75 v. H. festzustellen. In den Provinzen war sie erheblich geringer. Die Wahlen verliefen in voll- kommenet Ruhe und Ordnung. Der Beratende Ausschuß für Donauangelegenheiten oberhalb Braila ist unter deutschem Vorsitz zu seiner dritten Arbeitstagung in Wien zusammen- aetreten. Außer der deutschen Delegation haben an den Beratungen die Delegationen Bulgariens, Italiens, Kroatiens, Rumäniens, der Slowakei und Ungarns teilgenommen. Die Beratungen erstreckten sich auf Angelegenheiten der Eisernen-Tor-Verwal- tung und auf einige sonstige Donauschiffahrtsfragen. * In den von der Deutschen Arbeitsfront betreuten italienischen Arbeitslagern fanden in den verschiedensten Gegenden Deutschlands am Sonntag Appelle statt, beit denen Überast der Wille zum verstärkten Einsatz zum Ausdruck kam. » Der Führer hat auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz den SA.-Obergruppenführer Graf von Fink en steinauf die Dauer von 5 Jahren zum ehrenamtlichen Mitglied des Volksgerichtshofes ernannt. Die Kultur der LlGA Von F.O.H. Schulz. * Der Reichs sichrer ff hat den ^-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-^, Prof. Dr. Grawitz, geschäftsführenden Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, zum Reichsarzt ff und Polizei ernannt. Holz auf neuen Wegen Von unserem R. S.-Berichterstatter. Der Führer hat dem Ordentlichen Oeffentlichen Professor em. Hofrat Dr.-Ing., Dr. techn. et mont. h. c. Eduard Dolezal in Baden bei Wien aus Anlaß der Vollendung seines 80. Lebensjahres in Würdigung seiner wissenschaftlichen Verdienste auf dem Gebiete der Geodäsie und Markscheidekunde die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Beim ersten Angriff erhielt eine große Halle im Südostteil der Fabrik Volltreffer von vier schweren Bomben. In der folgenden Nacht griffen die deutschen Flieger in kühnem Tiefflug an. Schwere Bomben detonierten in einer Haupthalle des Werks und riefen Explosionen und weithin leuchtende Brände hervor. Weitere Einschläge lagen in den Hallen des Jndustrieflugplatzes und richteten dort ausgedehnte Zerstörungen an. Ein weiteres Flugzeugwerk nördlich Moskau erhielt ebenfalls Volltreffer in Hallen und Werkanlagen. Die Besatzungen der Kampfflugzeuge beobachteten im Abflug starke Rauchentwicklung und ausgedehnte Brände. neu der Vereinigten Staaten leben nur von alter europäischer Kost, was sie an Neuem aus dem eigenen Lande bringen, ist Plagiat, denn die literarische Diebesfreiheit steht im Lande der Verheißung auf hoher Stufe. Fast genau so kläglich sieht es mit der amerikanischen Philosophie* aus.. Man schüttelt sich in diesem Lande, in dem der äußere Erfolg alles ist, die Probleme mit breitem Lachen ab. Als bedeutendster Philosoph gilt Emerson. Aber Emerson hat kein geschlossenes philosophisches Werk, sondern nur Essays geschaffen, als Sozialpolitiker ist er abhängig vom Schotten Thomas Carlyle, als Philosoph vom deutschen Idealismus. Nichts Wesentliches von ihm ist auf dem amerikanischen ZivMsationsooden gewachsen. Kein Denker von Rang ist von ihm entscheidend beeinflußt worden. Was vom amerikanischen Drama gilt, das gilt auch von der Musik dieses ßanbes. Opernhäuser und Konzertsäle hallen vorwiegend von den Erzeugnissen deutscher und italienischer Schöpferkraft wider. Das mechanistische Dasein in diesem Lande verhindert die Geburt des Genies. Selbst der Musikunterricht ist auf die Ebene der ödesten Mechanik herun- ter gedrückt worden. Man hat sogar Maschinen für den Unterricht im Klavierspielen erfunden. Der amerikanische Schriftsteller Stuart Chase schreibt darüber in seinem Buch „Moloch Maschine": „Der Lehrer spielt auf dem Kontrollpiano und, je nachdem er die Tasten anschlägt, spielen Kontakte gleich nach einem Dutzend oder mehr Schülerpianos, an denen kleine weiße und rote Lämpchen über den zugehörigen Tasten aufflammen. Die Kinder hauen auf die 'angeleuchteten Tasten und spielen so das komplette Gegenstück zum Spiel des Lehrers." Auf dem Gebiete der Architektur sieht es kaum anders aus. Die amerikanischen Großstädte sind Mustersammlungen aller möglichen und unmöglichen Stilarten. Hier^wird alles verschandelt, was überhaupt jemals an Bauform geschaffen worden ist. In Neuyork ist beispielsweise ein griechischer Tempel zu sehen, der einem Geschäftshause in 150 Meter Höhe aufgesetzt wurde und der nach dem Urteil eines Beschauers wie „Apollo auf einem Laternenpfahl" aussieht. Bildhauerei und Malerei bringen genau so wenig Originales hervor wie die Architektur. Die Innenausstattung der Räume schwankt zwischen Zweck und groteskem Ausmaß. In den Häusern der Nabods gibt es bereits Wolkenkraher- Biicherschränke. Ist eine Besserung zu erwarten? Kaum? Von den oberen Zehntausend, die ganz unter dem Einfluß des Judentums stehen, kommt sie bestimmt nicht. Und die Masse? Robert Brady schreibt in seiner Theorie über die Einflüsse der Maschine auf die amerikanische Kunst: „Wenn die breite Masse überhaupt lesen muß, tut sie es im Rennen, ohne den Gedankensprung zwischen dem gedruckten Wort und seinem geistigen Ebenbild zu vollziehen." Nein, von dieser Masse ist nichts zu erwarten. Die Restbestände ihrer Substanz werden durch Film und schlossen wurden. Bei Norwegen wird man nach der gefühlsmäßigen Seite keine sonderlichen Befürchtungen zu haben brauchen. Die neue Regierung in Oslo wird, wie der Besuch des Ministerpräsidenten Vidkun Quisling in Berlin Mitte Februar bekräftigte, alles daransetzen, die wirtschaftlichen Beziehungen zum Deutschen Reich mit aller Kraft zu. stärken und zu festigen. Natürlich wird auch Quisling in den norwegischen Wirtschaftskreisen gewisse Hemmungen zu überwinden haben. Die Verbindung Norwegens mit den angelsächsischen Mächten war ja noch enger als die Schwedens. Hinsichtlich der Holzerzeugung steht selbstverständlich Norwegen bei einer Anbaufläche von nur 80 000 qkm, von der etwa ein Drittel dem Wald dient, gegen seine östlichen Nachbarn weit zurück. Immerhin steht auch hier die Holzausfuhr mit einem Viertel der Gesamtausfuhr an der Spitze und .Übertrift sogar die Fischausfuhr um ein Viertel von ihrem Anteil, ohne indessen völlig deren Geldwert zu erreichen. Sie spielt also in der Wirtschaft Norwegens eine ausschlaggebende Rolle. Damit liefert auch Norwegen den Beweis, daß es nur den Weg der Vernunft geht, wenn es sich an dem skandinavischen Holz ab kommen beteiligt. Es gibt tatsächlich wenig Vereinbarungen, die in gleicher Weise den Bedürfnissen des Augenblicks entsprechen, wie sie Gelegenheit bieten, wirtschaftliche Verbindungen von Dauer zu schaffen. lin zwischen dem Deutschen Reich und den nordischen Staaten abgeschlossen wurde. (In dieses ist zwar Norwegen noch nicht namentlich ausgenommen, aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit, daß die neugebildete Regierung Quisling sich den Nachbarstaaten anschließt.) Der Geist des Holzabkommens entspricht der Poli- ttk des Deutschen Reiches seit 1933: Es wird nur unter Gleichberechtigten verhandelt, und Gegenstand ist lediglich das gemeinsame Interesse aller Beteiligten, wobei natürlich der Eigenbedarf jedes einzelnen unangetastet bleibt. Das Ziel ist: Hinlenkung oes notwendigen Holzes nach den Bedarfsgebieten auf dem kürzestem Wege, Schaffung von stabilen Preisverhältnissen in dem Großraum um die Ostsee und Nordsee bei Ausschaltung der Spekulation und Verhinderung von Preisschwankungen, Anregungen zum planmäßigen Ausbau des Perkehrs- wesens, insbesondere der Wasserwege. Es ist im wesentlichen ein Ausgleich vorgesehen zwischen dem stark verbrauchenden deutschen Raum und der weit über den Eigenbedarf hinausgehenden Erzeugung der nordischen Länder. Hierbei muß man allerdings auch Dänemark zu den Verbrauchern rechnen, wahrens die Erzeuger durch Norwegen, Schweden und Finnland oertreten werden. Das skandinavische Holzerzeugungsgebiet ist das zweitgrößte in Europa. (An der Spitze steht der weite waidbewachsene Raum Rußlands.) Nächst dem Norden kommt das Großdeutsche Reich, von dem das Altreich bereits ein Drittel seiner Bodenfläche mit Wald bedeckt sah. Einen verhältnismäßig reichlichen Zuwachs erhielt dieses durch die Angliederung der Ostmark und großer Waldteile des Sude-- tenlandes. Danach finden sich wirklich holzliefernde Länder nur noch in den Karpatengebieten. Alle übrigen Länder Europas sind verhältnismäßig holz- arm. Auch diese Uebersicht unterstreicht die Wichtigkeit des Berliner Holzabkommens. Eine letzte Würdigung findet es jedoch durch den Gedanken, der die Hölzerzeugung mit der Bevölkerungsdichte, das heißt den Verbrauchern, in Beziehung setzt. In dieser- Hinsicht sinkt Deutschland trotz seiner vorbildlichen Waldwirtschaft wegen seiner hohen Bevölkerungs- ziffer erheblich unter die nordischen Staaten. Daraus ergibt sich für diese ein besonderes Interesse an dem Holzab kommen. Am deutlichsten zeigt sich das bei Finnland. In diesem wohnen nur zehn Menschen auf 1 qkm; 65 v. H. des Landes sind aber mit Wald bedeckt. Es wundert daher nicht, wenn zur Sicherstellung von Nahrung und Kleidung wie der vielfachen Gegenstände des täglichen Bedarfs eine entsprechende Ausfuhr vorhanden sein muß. Diese bestreiten das Holz und die aus ihm gewonnenen Erzeugnisse fast zu 75 v. H. Bis zum Eintritt Finnlands in den Krieg geschah das in solch ausgedehntem Maße, daß feine Handelsbilanz sich stets aktiv gestalten konnte. Seit 1940 nimmt jedoch die Passivität rasch zu. Sie betrug 1940 bereits 2200 Mill. Finnmark und erreichte im verflossenen Jahre mehr als die doppelte Summe. Ursache für diese Entwicklung sind natürlich in erster Linie die Kriegsereiqnisse, daneben aber auch der völlige Ausfall der finnischen Ausfuhr nach England und den Bereinigten Staaten von Amerika, die früher mehr als die Hälfte der finnischen Ausfuhr auhrabmen. Die Erkenntnis beider Tatsachen, hauptsächlich aber der letzteren, machen es verständlich, daß Finnland die Eingliederung feiner Holzausfuhr in den Wirtschaftsbereich der führenden Großmacht Europas nur mit Freuden begrüßt hat. Gerade die deutschen Handelsmethoden kommen den finnischen Bedürfnissen deshalb so sehr .entgegen, weil sie den Gegenseitigkeitscharakter betonen'. Deshalb werden mit Sicherheit beide Länder mit dem neuen Abkommen gut fahren. In her Ausfuhr Schwedens ftht das Holz gleichfalls an der Spitze, wenn es auch nur noch 45 v. H. des gesamten Exportvolumens ausfüllt. Und gleichfalls gingen davon früher 40 v. H. in die beiden angelsächsischen Länder. Dieser Umstand sowie politisches Ressentiment und überlieferte Gewohnheiten haben Schweden sich nur langsam zu der europäischen Großmacht Deutschland finden lassen. Die Dauer des Krieges wirkte sich auch hier als Zwingende Notwendigkeit aus. Da es sich jedoch um Augenblick nicht wiederbefchafst werden können. Im geologischen Institut wurde auch die Mineraliensammlung des ehemaligen Sultans Abdul Hamid vernichtet. Obwohl die Universität gegen Brandschaden versichert ist, spielt dies angesichts der Tatsache, daß die Wiederbeschaffung der verbrannten Einrichtungen gegenwärtig fast ganz unmöglich ist, keine Rolle. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Man rechnet jedoch damit, daß Fahrlässigkeit eine Rolle gespielt hat, weshalb,der diensthabenoe Nachtwächter der Universität in 'Haft genommen^ worden ist. Der Universitätsbetrieb wird aufrechterhalten. Studentische Arbeitsbesprechungen. Auf Einladung des Reichsstudentenführers Dr. Scheel fand in Salzburg eine gemeinsame Arbeitsbesprechung der Studentenschaften Deutschlands, Italiens und Japans statt. Die Führer der Studentenschaftsoertreter der drei Mächte, Dr. Scheel, Nationalrat D'Este und Prof. Komori stellten als weitere Grundlage der Arbeit auch die Teilnahme anderer Studentenschaften Europas und' der übrigen Welt fest und kamen überein, in regelmäßigen Abständen Besprechungen über alle gemeinsam berührenden Fragen in der bereits seit Jahren bewährten Kameradschaft durchzuführen. Die nächste Arbeitstagung wird in Italien stattfinden. Auf falschem Gleis. Von unserer Berliner Schriftleitung. Der Prozeß in Riom ist in die dritte Verhandlungswoche eingetreten. Die Welt erwartete hiervon eine Sensation. Was sie bisher erlebte, war aber nichts anderes als ein Ausschnitt aus bem System- Frankreich der Vorkriegsjahre. Al§ im Jahre 1940, bald nach dem Waffenstillstand, der französische Marschall Petain Haftbefehl gegen eine ganze Reihe vor allem politischer und militärischer Persönlichkeiten im Zusammenhang mit dem Kriegseintritt Frankreichs und seinen Folgen ergchen und zur Beurteilung ihrer Schuld ein Sondergericht einberufen ließ, geschah es offenbar in der Erkenntnis, daß das französische Volk in das nationale Unglück als Kampfgenosse der Londoner Kriegsverbrecher hineingestoßen wurde, weil gewisse führende Persönlichkeiten des französischen politischen Lebens sich ohne Rücksicht auf die nationalen Interessen Frankreichs die Kriegserklärung an Deutschland hatten vorschreiben lassen. Aus persönlichen ober politischen Gründen. Die jüdische Versippung und die politische Verquickung waren die eigentlichen Hintergründe. Aber die Regierung in Vichy hat, wie sich immer klarer herausstellt, dem Gericht in Riom, das über Daladier und andere Größen des mit der Maginot- linie zerbrochenen Systems zu urteilen hat, eine so gebundene Marschroute auferlegt, daß dieser Prozeß gänzlich überflüssig erscheint. Ursprünglich hatte man in Vichy erklärt, nicht nur die Frage der Vorbereitung für diesen Krieg solle der Beurteilung unterliegen, sondern auch die der Kriegsschuld der Männer der Regierung Daladier. Man kann füglich beide Fragen nicht trennen, denn die Frage, ob durch unzulängliche Vorbereitungen dieser Krieg für Frankreich verloren gehen mußte, wer Schuld an dieser Unzulänglichkeit hat, wann diese Unzulänglichkeiten einsetzten, wobei verschiedene Mitglieder der Vichy-Regierung sich anscheinend darauf beschränkten, das Datum möglichst kurz vor der französischen Kriegserklärung zu setzen, läßt sich doch nicht von der anderen trennen: Warum wollten Daladier und andere Männer den Kampf an Englands, Polens und Roosevelts Seite? Daß diese zweite Frage überhaupt nicht angeschnitten wird, macht "ben Prozeß zu einem Bruchwerk. Er ist entweder ein Adlen- fungs- ober Verzögerungsmanöver, das die brennende Frage der Kriegsschuld des alten Systems einfach unbeantwortet läßt. Für die Geschichte, für jeden Deutschen und Franzosen aber ist die Frage, die in Riom nicht behandelt werden darf, die Kernfrage. Sie ist freilich schon ganz eindeutig zu Un« gunften Frankreichs beantwortet. Für Frankreich lag nicht der geringste Anlaß vor, an Deutschland den Krieg zu erklären. Danzig berührte Frankreich ebenso wenig wie die Korridor- Frage. Heber Oesterreich und den Sudetengau hatte man sich in München ausgesprochen und verständigt. Vom Führer lag mehr als eine bindende feierliche Erklärung vor, daß nach der Rückgliederung des Saargebiets Deutschland keinerlei territoriale Ansprüche an Frankreich stelle. Elsaß und Lothringen bildeten kein Streitobjekt zwischen beiden Ländern. In einem feierlichen Vertragsakt hatte das nationalsozialistische Deutschland dem französi- schen (wie auch dem belgischen und holländischen) Nachbarn die Sicherheit seiner Ostgrenze garantiert Als unter der Regie Londons die Dinge in Polen .sich immer mehr zuspitzten, hat der Führer in seinem Antwortbrief vom 27. August 1939 an Daladier noch einmal ganz eindeutig die Lage dargestellt und betont, daß das Problem Polen, wie es durch Danzig urflb ben Korridor künstlich aufgeworfen wurde, keine Angelegenheit ist, die einen Krieg zwischen Deutschland und Frankreich rechtfertigte. Keinem Woche später erklärte die französische Regierung mit Daladier als Ministerpräsident Deutschland den Krieg. Die während des Westfeldzuges gefundenen ftanzösischen Geheimakten und die vor kurzem veröffentlichten Handakten des französischen Gesandten in Den Haag über die verbrecherische Zusammenarbeit der britischen, französischen und holländischen Regierung haben ein weiteres Beweismaterial für die Kriegshetze und den Kriegswitten der französischen Regierung, von der heute die Hauptvertreter in Riom unter Anklage stehen, geliefert. Aber in der 180 Seiten umfassenden Anklageschrift mit den Aussagen von rund 3000 Zeugen findet sich nicht ein Moment, das die Frage Der Kriegsschuld behandelt, sondern es werden ausschließlich die Gründe des Kriegsverlustes angeschnitten. Mängel der Aufrüstung, Duldung wehrschädlicher Organisationen, Versagen des Nachschubs und ähnliches nimmt in der Anklage und in der Vernehmung der An geschuldigten einen breiten Raum ein; was man vergeblich sucht und erwartete, sind Fragen der Kriegshetze, des jüdischen Einflusses auf Frankreichs Kriegstreiber, der Abhängigkeit maßaebender Staatsmänner und Politiker vom englischen und amerikanischen Einfluß und Kapital. Dem Hauptangeklogten Daladier werden daher geradezu die Bälle zugeworfen zu feiner Verteidigung, die etwa lautet: Ich habe alles getan, um den Krieg zu gewinnen, versagt hat die militärische Führung. Bleibt nur noch übrig, daß man in Riom die Frage beantwortet: Haben Daladier oder Gamelin den Krieg verloren? Aber die Tatsache bleibt: Frankreich ist kriegsschuldig, unb e$ nützt nichts, wenn die Vichy-Regierung den Prozeß in Riom auf andere Dinge abstellt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Stockholm, Ende Februar 1942. Holz ist neben Kohle und Eisen der wichtigste Rohstoff auf der Erde. Nach vorübergehender Zu- tüdbrängung in der Bauwirtschaft durch Eisen und Beton ist feine Gesamtbedeutung in den letzten Jahrzehnten wieder dadurch gestiegen, daß es Ausgangspunkt der Zellstofferzeugung mit allen ihren Ableitungen wurde und überdies Rohstoff zur Gewinnung eines preiswerten Treibmittels für Last- iraftmagen. Allein diese Hinweise genügen, um die Bedeutung des Holzes in der Wirtschaft der Völker herauszustellen und die Wichtigkeit zu betonen, die jode organisatorische Veränderung auf bem Gebiet der Holzbewirtschaftung mit sich bringt. Ein wich- , tiges Ereignis bedeutet in dieser Hinsicht das Hol z- abfommen, das am 23. Januar 1942 in Ber- Die Vereinigten Staaten von Nordamerika machen unter der Führung ihres Präsidenten verzweifelte Anstrengungen, sich moralische Legitimationen für die Feindseligkeiten gegen Deutschland unb die autoritären Staaten überhaupt zu sichern. Das ist nicht ganz einfach, denn die Gesellschaftsform, in der die Amerikaner seit mehr als anderthalb Jahrhunderten leben, gilt im Abendland nicht gerade als Ideal. Man kennt überall die hemmungslosen Ausschweifungen des ^^.-Kapitalismus unb weih, daß sich unter einem hauchdünnen Zioilisationsfirnis täglich Ungeheuerliches ereignet, das allen volksgemeinschaftlichen Begriffen und menschlichen Bedingungen widerspricht. Nun aber ist dem Präsidenten Roosevelt neues Heil widerfahren. Seine jüdischen Bundesgenossen haben ihn auf das richtige Pferd gesetzt. Er reitet jetzt, wie die erstaunte Welt fast täglich zu hören bekommt, zur Rettung der Kultur aus. Er will die Kulturen der beiden großen europäischen Völker retten, ohne deren geschichtliche Leistungen Amerika immer noch ein dunkler Wildwest-Begriff und Europa ein einziger bolschewistischer Brandherd wäre. Roosevelt wird mit seinen jüdischen Zivilisations- nornaden der Welt nicht weisrnachen können, baß die Vereinigten Staaten von Nordamerika berufen seien, irgend etwas in Europa mit Ausnahme ihrer verzinslichen Anleihen zu retten. Denn Amerika besitzt selbst keine Kultur, sondern nur Kulturnachah- mung, und die kümmerlichen Ansätze eigenen Kulturschaffens lassen keine Hoffnung aufkommen, daß in absehbarer Zeit aus dem Völkergemisch der Vereinigten Staaten ein Kulturvolk ersteht. Ein kurzer Blick auf die Kulturgeschichte dieser Staaten belehrt in überzeugender Weise. Die amerikanische Dichtung ist ein Brachfeld, aus dem lediglich die Namen Longfellow und Poe sichtbar hervorragen. Beide aber sind ohne europäische Vorbilder undenkbar. Longfellow war von der deutschen Dichtung in höchstem Maße abhängig. Sein bedeutendstes Werk „Evangeline" ist formal durch Goethes „Hermann und Dorothea" bestimmt worden. Zu einem Dichter von Rang fehlt ihm die Originalität. Auf einer etwas höheren Ebene als der durch Uebersetzungen aus dem Deutschen bei uns vorwiegend bekannt gewordene Longfellow steht Edgar Poe, den man nicht mit Unrecht als größten amerikanischen Dichter unb Erzähler bezeichnet. Man rühmt insbesondere die Körperlosigkeit seiner Lyrik und die Gewalt feines Wortes in der Prosa. Er hat selbst in einem philosophischen Gespräch über die „Power öf words“ geschrieben unb behauptet, burch die Macht des Wortes Sterne in Wirklichkeit verwandeln zu können. Poe bedeutet für die amerikanische Dichtung viel, zur Weltgeltung aber fehlt es ihm an der Kraft, das Besondere zum Allgemeingültiaen zu erheben. Mit vierzig Jahren ging er am Alkoholismus zugrunde. Das vielleicht traurigste Kapitel ist die amerikanische Dramatik. Sie hat weder Vergangenheit noch Gegenwart, und ihre Zukunft ist dunkel. Die Büh- eine rein geschäftliche Angelegenheit handelt, die sehr wohl von beiden Seiten mit nüchternem Verstand durchgeführt werden kann^ so besteht im Grunde gar kein Zweifel, daß sie zu guten Ergebnissen führt. Sind doch sogar schon, oft genug Ver- nunfteyen glücklicher geworden als Verbindungen, die im Rausche gegenseitiger Liebesbeteuerungen ge- Zo gleichen Preisen in Apotheken. Drogerien and durch He Bninneoverwaliuog Biskircben • Rof U - erhältlich - - - ---------- - - ■ ........................................... Statt Karten! Laßt uns in die Zukunft bauen! 0862 / ? JFas koche ich N° 3% CIGARETTEN Verkäufe i Falsche Sahnensoße ißLORItili Wie kommt das..? \xl anns rod RCKUCllt. 0846 Sirax BURNUS • G M B H DARMSTADT WEIL AUS DEN SIDOL-WERKEN IMMER GiE ICH BLEIBEND GUT M P'QLPST Jever in Oldbg. 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