192. Jahrgang Nr. 206 Erlchemr täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter I Heimat imBild-DieScholle Be-ugsvreis: Annahme von An-eigen für die Mittagsnummer biS 8V, Uhr desBormittagS Auzeigen-Preife für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rpf. für Familienan« -eigen und private Gelegenbeitsanzeigen 14Rvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche • Gelegenbeitsanzeigen Platzvorschritt l vorherige Vereinbarung) 25"/»mehr Monatlich.... .RM.1.80 Lustellgebüör... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Fernsvreckanschlnh 2251 Drahtanschrift: ,Llnzeiger" Posts check 11686 Frantt./M. vrühlfche llniversttSIrdruckeretv. Lange General-Anzeiger für Oberhessen । jk w* d Mittwoch,2. September t942 Gietzener Anzeiger Estland atmet auf. Von unserem Gr.-Korrespondenten. Reval, August 1942. Wenn der Sturm über ein Land geht, tprren Ziegel, und Fallholz bedeckt die Straßen. Der Wald vermag mit seinen geschlossenen Fronten sich ihm entgegenzustellen, der einzelne Baum aber hat die ganze Last des Ansturms zu tragen. Wenn er stark und elastisch ist, legt er sich in die Windrichtung und weicht dem Druck aus. Er wird zrbor geschüttelt und gerupft, aber wenn er nicht zerbricht, richtet er sich wieder auf, nachdem sich das Unwetter verzogen, und steht da wie vorher, nur um eine Erfahrung reicher. Es war in diesem Sommer ein Jahr, daß das traurige Geschick, das schlimmer als eine Natur- kcstastrophe über E st l a n d hereinbrach, nach Osten weitergezogen ist. Das Aufatmen nach dem Gewitter ist bereits ein untrügliches Lebenszeichen, aber noch nicht das Leben. Der Druck ist gewichen, aber es braucht seine Zeit, bis das Vakuum, das er geschaffen, aufgefüllt wird, bis das Blut, das dem Körper entzogen wurde, nachströmt. Fallholz und Ziegel müssen weggeräumt, das Selbstvertrauen geweckt und der Blick vom Vergangenen hinweg in das Morgen gelenkt werden. Es ist eine Frage des Lebenswillens, wie lange die Rekonvaleszenz dauert. Der blühende Sommer war bemüht, Wunden zu heilen und Narben zu überdecken. Eine Fahrt durch das Land — gleichviel in welcher Richtung — zeigt wohl noch Spuren des großen Sturmes. Doch das Leben ist stärker und will uns als ein Gleichnis feine aufbauenden wie zerstörenden Kräfte zeigen in dem häufigen Bild blumenüberschäumter Ruinen. Die Gräber am Straßenrand — meist sind sie dort angelegt, wo die Soldaten gefallen — sprechen eine eindringliche Sprache. Der Sturm, den sie getragen, ist wie ein reinigendes Gewitter weitergezogen, sie sind zurückgeblieben, verstreut über das Land, die sinnfälligsten Zeugen höchster menschlicher Verpflichtung. Die flachen Hügel sind eingefaßt. Auf das Grau des Stahlhelms' hat die Sonne begütigende Lichter aufgesetzt, und die Frauen und Mädchen des Landes tragen herbei, was die Gräber schmücken kann. 1 Es äst ein Bild tiefsten Friedens, das sich überall zeigt, und man muß — wenn es an einem fröhlichen Sommertag auch schwer fällt — sich die harten Prüfungen des Landes vor Augen halten, um nicht an der Oberfläche haften zu bleiben und tiefer zu sehen. Die Gehöfte am Straßenrand, oft nur mit den schilfgedeckten Giebeln aus dem wogenden Grün von Ellerngebüsch hervorragend, sind manchmal leer wie ausgenommene Schoten. Die Männer wurden verschleppt, oft auch die Frauen, und heute macht sich ein Umstand bemerkbar, der sich einmal rächen mußte, — das Fehlen der Kinder. In wie so vielen Gehöften mangelt es heute an kräftig zugreifenden Händen! ■ Allmählick drängt das Kulturland Mopre und nasses Wiesenland zurück. Wir nähern uns der Kornkammer Estlands, dem Kreis Fellin. Vilija n d i, die Kornreiche, ist ein verpflichtender Name für eine Stadt, die einem ganzen Landkreis bas Attribut kornschwerer Felder verleiht. Der lange und harte Winter — nur die Schneegatter erinnern an ihn, die in regelmäßigen Abständen links und rechts der Straße auf geb aut sind — vermochte die Wintersaat nicht allzu sehr zu beeinträchtigen. Sie verspricht eine zufriedenstellende Ernte. Klee wechselt mit Hafer Und Gerste, und die zahlreichen Gehöfte machen einen gepflegten, fast wohlhabenden Eindruck. Wo in den Feldern oder im Straßengraben als Reminiszenzen des vergangenen Sturmes aus- oebrannte Panzer liegen, wogt das Korn in grünen Fahnen darüber hin, ein Triumph des Lebens über die tote Materie. Militärgespanne wurden auf den verschiedensten Bauernhöfen abgestellt. Sie ziehen in langen Wagenrechen die Straße einher, um bald nach links und nach rechts in die Felder abzubiegen. Die Feldbestellung darf nicht unter dem Mangel an Pferden leiden, und wo die Möglichkeit besteht, springt die Wehrmacht mit ihren Pferden ein. Die Sauern sind sehr froh darüber, man glaubt es auch den Soldaten aufs Wort, daß ihnen dieser uner- hoffte Arbeitseinsatz Freude macht. Am späten Nachmittag beginnt es zu regnen. Die Bauern freuen sich, jeder Tropfen ist Gold wert. Es ist ein linder, zügiger Regen, der die Nacht hindurch anzudauern verspricht. Wir stehen unterdessen in einer Molkerei unter. Für' die Winter- monate dient sie der Nachwuchsschulung. Jetzt sind die Schüler zu Hause in den elterlichen Betrieben, wo für die Sommermonate jede Kraft benötigt wird. Der Betrieb — mit einem Jahresumsatz von 3 Millionen Litern — wird von dem Stammpersonal weitergeführt. In den ausgedehnten Maschinenpark teilen sich die Fabrikate aller Milchwirtschaft treibenden Länder, allen voran Dänemark, die Niederlande, Deutschland und die Schweiz. Einer ähnlichen Zusammensetzung erfreut sich die Fachbibliothek der Anstalt. Die milchwirtschaftliche Topographie umfaßt alle Länder Europas. Selbst die Sowjets sind mit einigen Fachbüchern vertreten, die, wie uns der Dixektor versichert, unlesbar sind, weil die Bolschewisten ihre Propaganda selbst in die Wissenschaft tragen. Die Milchanlieferung leidet noch stark unter den Auswirkungen der Bolschewistenzeit. Das gute Milchvieh wurde verschleppt und abgeschlachtet. Hier, wo die Wiesen feuchter sind, hatte sich mit der Viehzucht auch die Milchwirtschaft hervorragend entwickelt und heute ist man wieder bemüht, den Herdenstand aufzufrischen und zu ergänzen. Ueber- r-II am Wege treffen wir das estnische Rotv'eh, d^sien Vorgänger einst aus den weiten Marschen Sck'?swigs eingeführt wurden. D'e Produktion der M-lkcrei ist auf die Kriegsverhältnisse umgestellt morden. Abgesehen davon, daß der Fettgehalt der Käse verringert worden ist, wurde auch die Gärzeit verkürzt, um den Produktiynsanforderungen gerecht zu werden. Die Qualität der Erzeugnisse blieb, wie wir festzustellen Gelegenheit hatten, nahezu unverändert. Neben zahlreichen Laboratorien stehen den Schülern bewährte Fachkräfte zur Verfügung. Der Direktor selbst hat in der Wissenschaft einen über die Grenzen des Landes hinaus bekannten Namen. Als wir uns von ihm verabschieden, entschuldigt er sich mit einem Blick auf seine schwieligen Hände, daß er einen mehrwöchigen Urlaub im Rahmen der allgemeinen Brennstoffaktion mit Torfstechen verbracht habe. Im gleichen Gebiet besuchen, wir noch ein Mustergut, in dem ebenfalls eine Landwirtschaftsschule untergebracht ist. Das Gut beherbergt Pferde aus der bekannten estnischen Tori-Zucht, die der Verschleppung nur dadurch entgingen, daß sie beim Abzug der Bolschewisten rechtzeitig -in die Wälder gebracht und versteckt worden waren. Wirtschaftsund Stallgebäude machen einen peinlich sauberen Eindruck. Äie Schweinezucht erweist sich als erfolgversprechend und rentabel, wie überhaupt die ganze Bewirtschaftung, abgesehen von der kriegsbedingten Forderung nach bestmöglicher Produktion, die auf Mit dem Dersenkungsergebnis von August 1942 ist die 20-Millionen-BRT.-Grenze übersckMten. In den drei Jahren dieses zweiten Weltkriegs haben die Feinde mehr Schiffsraum verloren, als England bei seiner Kriegserklärung am 3. September 1939 — es waren 17,8 Millionen — überhaupt besaß. Diese Gegenüberstellung hebt die Bedeutung der deutschen Gegenblockade plastisch heraus. Am 2. August wurde mitgeteilt, daß sich das Gesamtergebnis an Versenkungen seit Kriegsbeginn auf 19,5 Millionen BRT. belaufen hat. Im August hat die deutsche Kriegsmarine 699 100 weitere BRT. für die Fische beigesteuert, die Luftwaffe 109 000 BRT. Das Gesamtergebnis des August hält sich mit 808 100 BRT. im Rahmen der letztmonatlichen Erfolge. Nach amerikanischen Statistiken, die die englische Fachpresse übernommen hat, werden 17 Tonnen toten Schiffsraums benötigt, um einen Soldaten zu einer 5000 km entfernten Front zu bringen und weitere 3,4 Tonnen Schiffsraums sind für die Sicherung seines. Unterhalts und seines 'Kriegsmaterial- nachscbubs notwendig. Um eine Million Menschen über See zu Herfrachten und zu verpflegen, ist also ein einmaliger Aufwand von 17 Millionen Tonnen und ein dauernder Nachschub-Schiffsraum von 3,4 Millionen Tonnen notwendig. In den letzten Tagen schrieb eine führende amerikanische Zeitung, daß eine einzige Infanteriedivision von 15 000 Mann an einem einzigen Kampftage etwa 1000 Tonnen Munition verbrauche, und daß eine ungeheure Menge anderer Schiffe Lebensmittel, Benzin und die notwendigen Ausrüstungsgegenstände nachführen müsse, um dann in den Klageruf auszubrechen: Berlin, 1. Sept. (DNB.) In den Kämpfen um die Festung Stalingrad trafen die deutschen Truppen im. weiteren Vordringen durch das tiefgegliederte feindliche Befestigungssystem auf zähen Widerstand. Vergeblich versuchten die Bolschewisten, ihre bereits seit langer Zeit mit Eisen- und Betonbunkern ausgebauten Stellungen auf einem Höhenrücken und entlang eines Flußabschnittes Unter stärkstem Einsatz von schweren Waffen und Panzern zu verteidigen. Den deutschen Infanterie- und Panzerverbänden gelang es, tieferindas 23 er» den Grundlagen modernster Erkenntnisse aufgebaut ist. Zum Mustergut gehört auch ein ausgedehnter Gartenbaubetrieb, der den Schülern als Versuchsfeld zur Verfügung steht. Mit berechtigtem Stolz mit den Besuchern ein Beet mit Sojabohnen gezeigt. Die Gewächshäuser sind mit Gurken- und Tomatenpflanzen gefüllt, die eine reiche Ernte versprechen. Obwohl die Felder im vergangenen Herbst spät oder gar nicht unter den Pflug gekommen sind, werden die Aussichten für das Wintergetreide hier dank den bisher günstigen Witterungsverhältnissen zufriedenstellend beurteilt. Was fehlt, sind die Arbeitskräfte, obwohl die verantwortlichen Stellen alles unternehmen, um sie dem Land ausreichend zur Verfügung zu stellen. Der Grad der angerichteten Zerstörungen variiert. Aber auch dort, wo zu beiden Seiten der Straß? von den Gehöften nur noch dft Grundmauern übrig- geblieben sind, wurden die Felder bestellt. Auf den Stoppeln grasen die Pferde, sie haben sich nach dem langen, futterarmen Winter gut herausgemacht. Ihr Fell ist blank und geschmeidig, und die ecf.igen Formen sind edleren Linien gewichen. '.Das Bild einer Stute, die plötzlich mit ihrem Fohlen aus dem Ellerngebüfch auf die Straße tritt, umfaßt soviel Anmut und Kraft und selbstsichere Zuversicht, daß es unwillkürlich als der Ausdruck ungebrochener ländlicher Kraft erscheint. „Diese große Anzahl Schiffe besitzen wir jetzt nicht mehr. Dafür haben die deutschen U-Boote mit ihren erfolgreichen Torpedoangriffen gesorgt." Die indirekten Wirkungen der Schiffsoersenkungen durch U-Bootangriffe, auf die Wahl langer Schifffahrtswege, auf die langsamen und nur mühsam zusammenstellbaren Geleitzüge ist schon genugsam geschildert. Weniger dagegen der ungeheure Bedarf an Stahl und anderen Metallen zur Ausbesserung beschädigter Schiffe und zum Ersatz der versenkten Schiffe. Der englische Schiffsbau ist bereits weit hinter der amerikanischen zurückgefallen. Und der amerikanische Schiffsbau, dessen Leistungen hinter den Versenkungen zurückbleibt, kann die allernotwendigsten Schiffe nur dadurch bauen, daß die Eisen- und Stahlpläne der USA. in völlige Verwirrung gefomemn sind. Alle diese Faktoren müssen zur Gewinnung eines tatsächlichen Ueberblicks über die Wirkungen der U-Bootversenkungen zusammengefaßt werden. Die Tätigkeit der U-Boote ist keine isolierte Handlung, sondern beeinträchtigt auf das empfindlichste die feindlichen Landoperationen und die feindlichen Rüstungsleistungen. Im vergangenen August hat auch die englische Kriegsflotte im Mittelmeer schwer darauf zahlen müssen genau so wie die amerikanische und englische Kriegsflotte beiden Salomon- Inseln. Besonders empfindlich ist die Torpedierung des Flugzeugträgers „E a g l e" sowie die schwere Beschädigung der Flugzeugträger „F u r i - o u s" und „Illustriou s4. Die große Gemacht England dürfte für „alle sieben Weltmeere" nur noch "drei oder vier Flugzeugträger verwendungsbereit haben! teidigungsfystem hineinzustoßen, nach beiden Seiten die Einbruchsstelle zu erweitern und hierbei die Besatzung eines feindlichen Stellungsabschnittes aufzureiben. Verbände einer Flak- division unterstützten vorbildlich Infanterie und Schnelle Truppen. Allein am 31. August wurden 51 Feldbefestigungen vernichtet und Gegenstöße feindlicher Panzer abgewehrt. Westlich von Stalingrad nahm eine niedersächsische Divisipn schon vor einigen Tagen in kühnem Handstreich die Stadt Kalatsch ostwärts des Don. Zwei Auf dem Elbrus. Wie der OKW.-Be- richt vor wenigen Tagen mitteilte, hißte eine Hoch« gebirgstruppe am 21. August, 11 Uhr vormittags, au) dem Elbrus, dem höchsten Gipfel des Kaukgsusgebirges, welcher 5630 Meter hoch ist, die Reichskriegsflagge. Unser Bild zeigt den Gipfel des Elbrus. Heftiges Schneetreiben verhinderte das Photographierendes Gipfels. Vorn sieht man das Lager am Paß nach der Rückkehr der Gipfelbezwinger. (PK.-Kriegsbe- richter Kintfcher. jSch.j) X Ms '• wt. Mehr als 20 Millionen BRT. Oer Ll-Bootkrieg wirkt auf Landkrieg und Rüstungsleistung. Von unserer Berliner Schriftleitung. Die Kämpfe um Stalingrad. Kalatsch, westlicher Eckpfeiler des Stalingrader FestungSsystems in erbittertem . Häuserkampf, genommen. Sieg für unsere Kinder und Kindeskinder. Der Aufruf des Führers zum Kriegswinterhilfswerk 1942/43 zeigt die unverkennbaren Züge feiner ganz persönlichen Handschrift. Der kategorische Schluß: ,Äch erwarte, daß die Heimat im vierten Kriegs-Winterhilfswerk ihre Pflicht erfüllt", wird der Heimat ein Ansporn sein, das zu tun, was in ihren schwachen Kräften steht. Die Wollsachen- sammlung, auch die Schisammlung zu Beginn des Jahres — in der Fülle der Ereignisse sind diese Heimat-„Sensationen" ganz in Vergessenheit geraten, obwohl seither nur acht "Monate vergangen sind — waren wirkliche Beispiele herzerfrischender Gebefreudigkeit. Was jetzt dem deutschen Volk nahegelegt wird, ist sehr viel leichter: damals mußte sich jeder von irgendeinem Stück Kleidung oder Wäsche trennen, das ' er selbst brauchte. Jetzt wird das deutsche Volk aufgefordert, von seinem geldlichen Einkommen einen möglichst ansehnlichen Betrag in die Gemeinschastskasse zu legen. Nur wenige unter uns haben sich an den Mammonismus, an den Geiz verloren, der sich selbst zum Ziele letzt. Wir fingen nicht das Loblied der Armut. Wir wünschen dem deutschen Volk ein Höchstmaß von Wohlhabenheit. Äber noch mehr wünschen wir ihm das sichere Bewußtsein, daß Geld allein nicht glücklich macht. Bolschewismus und Nationalsozialismus unterscheiden sich gerade auf diesem Kerngebiet, denn der bolschewistische Zwangsstaat leugnet die Wohlhabenheit und die persönliche Freiheit des Einzelmenschen grundsätzlich und läßt diese höchstens „hinten herum" seiner jüdisch beherrschten Oberklasse zukommen. Der Nationalsozialismus kennt keine öde Gleichmacherei. Er anerkennt die Werte der wahrhaft schaffenden Persönlichkeit, gleichgültig auf welchem Platz sie arbeitet. Aber a r b e i t en muß sie, für totes Ka- pitcch hat der Nationalsozialismus kein Interesse. Dem Denken und Fühlen des Führers liegt es sehr, vom Besonderen zum Allgemeinen, vom un= Angriffsgruppen, ans Infanterie, Pionieren, Panzerjägern, Artillerie und Flakgeschützen, drangen m harten Nahkämpfen in die Stadt ein. Die Bolschewisten, die jedes Haus am Stadtrand zu Widerstandsnestern ausgebaut hatten, setzten sich verzweifelt zur Wehr. Bunker auf Bunker mußte^ von den Flakgeschützen im direkten Beschuß erledigt werden. Auch in den Straßen wurde um jedes Haus gekämpft. Mit Flammenwerfern und geballten Ladungen räucherten die Pioniere die Widerstandsnester aus. Nach vierstündigem erbitterten Häuserkampf waren Stadt und Bahnhof fest in deutscher Hand. Die Bolschewisten verloren zahlreiche Gefangene und hatten schwere Verluste. Mit Kalatsch ist der wichtigste Eckpfeiler aus der Westfrynt des Stalingrader Festungssystems herausgebrochen worden. Im Nordwesten von Stalingrad belegten Kampf- und Sturzkampfflugzeuge die feindlichen Verteidigungsanlagen mit Bomben aller Kaliber, lieber 30 Panzerkampfwagen, die von den Bolschewisten an beherrschenden Punkten des hügeligen Geländes eingegraben waren, wurden zertrümmert, 15 Geschütze beim liebergang über einen Flußlauf vernichtet und über 300 Lastkraftwagen zerstört. Anapa. Der ftuban und die hinter dem Kuban schroff auf- steigenden Vorgebirge des Kaukasus sind keine leichten Hindernisse gewesen. Am Dienstag konnte der Wehrmachtbericht mitteilen, daß deutsche und rumänische Truppen nach Brechung des zähen feindlichen Widerstandes an die Ostküste des Schwarzen Meeres durchgebrochen sind: „Stadt und Hafen Anapa wurden von rumänischen Truppen genommen." Anapa hatte in den letzten Jahrzehnten ein geruhsames Schicksal als Sommerkurort, dessen knapp 20 000 Einwohner neben Fischerei auch Garten- und Weinbau trieben. Bekannt geworden ist Anapa durch seine großen Weinkeltereien, Brennereien und Brauereien, die sich hier auf Grund des durch Klima und Boden begünstigten Weinbaues entwickeln konnten. In der Weinkellerei Sowjos Supsch wurden jährlich über eine Million Flaschen abgefüllt. Eine gewisse Bedeutung gewann es durch die in letzter Zeit gesteigerte Ausfuhr von Kuban- Weizen. Mit seinen schwefel- und bromhaltigen Quellen in landschaftlich schöner Lage genoß es er- hebliche Bedeutung als Kurort. Aber so ganz idyllisch war die Rolle Änapas ursprünglich nicht. 45 Kilometer südöstlich von der Mündung des Kubans in das Schwarze Meer gelegen, ließ es die türkische Regierung 1781 durch französische Ingenieure als Grenzfestung gegen die Zaren errichten. Es hatte schon damals die Aufgabe einer Riegelstellung, die das Küstengelände am Fuße des Kaukasus decken sollte. 1829 mußte es die Türkei, die bis dahin im Kaukasus eine vorherrschende Stellung hatte, an die Zarenregierung abtreten, die es während des Krimkrieges zu einer Basis für die zaristische Schwarzmeer-Flötte machte. Aber erst 1856, im Frieden von Adrianopel, kam Anapa endgültig in russischen Besitz, und eilte große Anzahl der in der Stadt lebenden Tscher- kessen, hie sich der russischen Herrschaft nicht unter« werfen wollten, wanderte nach der Türkei aus. Im Altertum war Anapa die griechische Kolonie Georgippia und im 13. bis 16. Jahrhundert ein wichtiger Handelspunkt der Genueser gewesen. KraSno-Medwidowskaja genommen. Berlin, 1. Sept. (DNB.) Südlich des unteren Kuban nutzten die deutschen und rumänischen Truppen ihren gestrigen Durchbruchserfolg aus und stießen bis an die Küste des Schwarzen Meeres vor. Hierbei nahm ein deutsches Infanterieregiment unter Führung des Ritterkreuzträgers Oberst Friede nach fünftägigen Kämpfen und Märschen, die höchste Anforderungen an die deutschen Soldaten stellten, die stark ausgebaute und vom Feinds hartnäckig verteidigte Ortschaft Krasno-Med« widowskaja, ostwärts Anapa. mittelbar Gegenständlichen zum umfassenden Gedanken zu gehen. Was wir eben sagten, ist nichts anderes als das, was der Führer am 8. November 1941, als er in München über die Ostkämpfe des Vorjahres berichtete, mit folgenden Worten aussprach: „Unser großes Ziel im Osten ist im Grunde genommen nur die letzte Auswertung unseres Programms, nach dem wir einst angetreten sind, dieses nüchternen Programms, das die menschliche Arbeit und damit den Menschen s e l b st in den Mittelpunkt des handelns, des Strebens und auch des Erfüllens rückt. Wir haben damals gegen die Begriffe von Gold und Kapital den Begriff Menschen, Volksgenosse und Arbeit gesetzt und wir setzen heute gegen diese Begriffe wieder den Menschen und seine Arbeit." Dieser Ausgangspunkt hat das deutsche Volk aus dem grausam-lächerlichen Kampf der Interessenhaufen und der ihnen hörigen Parteien herausgeführt. Wenn das deutsche Volk sich im Kriegswinterhilfswerk zu einer großartigen Totgemeinschaft zusammenfindet, so überwindet es damit die Brüchigkeit einer Zeit, die an sich selbst irre geworden ist. Das ist der Zusammenklang zwischen Heimat und Front. In seinem Aufruf zum Kriegswinterhilfswerk schreitet der Führer wieder vom unmittelbar Gegenständlichen zu einem umfassenden Gedanken. In diesem Sinn sagt er: „Aus diesem Völkerringen muß und wird das Deutsche Reich als ein durch und durch nationalsozialistischer Staat in den Frieden zurückkehren ... Es ist die Aufgabe der Front und des arbeitenden deutschen Volkes zu Hause, den internationalen Geldhyänen und bolschewistischen Bestien ... klarzumachen, daß dieser Krieg nicht mit der Möglichkeit der weiteren Ausbeutung durch die besitzenden Nationen, sondern m i t e i n e m weit entscheidenden S i e g der Habenichtse enden wird." Der Sinn dieser Worte ist: Du opferst, damit die Habenichtse wahrhaft frei werden. Die Habenichtse sind wir. Aber das ist nicht der ganze Sinn. Der weltentscheidende Sieg der Habenichtse ist ein Ziel, aber zugleich ein Mittel zu einem ferneren Ziel. Die Millionen deutscher Menschen, die vor dem Feinde stehen, wissen alle den Wert des Geldes zu schätzen. Aber um das Geld schlagen sie ihr Leben nicht in die Schanze. Sie wollen die Freiheit des Denkens und Arbeitens, jenes Schaffens, in der der einzelne Mensch sich wahrhaft auslebt und kommenden Geschlechterfolgen ein großes Erbe an geistigen und sittlichen Werten weiterreicht. Unsere Gegenwart ist verpflichtet der Vergangenheit und verantwortlich für die Zukunft. Ein Volk ist die Gemeinschaft aller derer, die da waren, die da sind und die da werden. Bei anderer Gelegenheit sagte der Führer: „Wenn wir an die Opfer unserer Soldaten denken, an ihren Einsatz, dann ist jedes Opfer der Heimat gänzlich belanglos Und unbedeutend. Wenn wir aber die Zahl all jener uns überlegen, die in den Generationen schon v o r u n s für des deutschen Volkes Bestehen und Größe gefallen sind, dann wird uns erst recht die Größe der Pflicht bewußt, die auf uns selbst lastet." Dr. Ho. Gorge und Enttäuschung. England am Ende des dritten Kriegsjahres Stockholm, 1. Sept. (DNB.) Der Londoner Korrespondent der „New Port Times" gibt über die englische Stimmung am Ende des dritten Kriegsjahres folgende bemerkenswerte Schilderung: „Uöber zwei Kriegsschauplätzen steht gegenwärtig für englische Begriffe ein Fragezeichen: über der Front in Aegypten und über der Front im Osten. Die öffentliche Meinung in England betrachtet beide Kriegsschauplätze mit steigender Sorge und. st ä n d i g wachsender Enttäuschung. Aus der allmählichen Erkenntnis heraus, daß Großbritannien in den entscheidenden Stunden dieses Krieges unfähig ist, wirklich einzugreifen und militärisch etwas für den Sieg zu tun, hat sich diese schlechte Stimmung entwickelt.' Es entgeht den Engländern auch nicht, daß die Achsenmächte gegenwärtig große Risiken auf sich nehmen, um militärische Positionen zu erobern, deren Einnahme sie unbesiegbar machen würde. Viele Engländer verlieren langsam die Geduld, wenn sie stets und ständig die abgedroschene Phrase von der helfenden Zeit hören. Die Oeffentlichkeit ist durch das jahrelange Warten auf eine eigene Offensive ermüdet. Die Unentschlossenheit der politischen Führung rettet sich in Ausschuhberatungen, die zu keinem Ziel kommen," jm August über808000BRT. versenkt 0er Wehrmachtbericht. DJIB. Aus dem Führerhauptquarkier, 1. Sept Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südlich des unteren Kuban brachen deutsche und rumänische Truppen zähen Widerstand und stießen an die Ostküste des Schwarzen Weeres durch. Stadt und Hafen Anapa wurden von rumänischen Truppen genommen. Deutsche Schnellboote griffen im Schwarzen 7N e e r einen gesicherten Geleitzug an und versenkten zwei Schiffe mit zusammen 4500 BRT., darunter einen Tanker. 3n der Kertschstraße beschoß eigene Küstenartillerie einen Verband feindlicher Motorboote, von denen zwei liegenblieben. Südlich von Stalingrad erweiterten Infanteriedivisionen und Schnelle Verbände in harten Kämpfen den Einbruch in die feindlichen Befestigungsanlagen und nahmen im raschen Vorstoß in Richtung auf die Stadt ein wichtiges Höhengelände in Besitz. Ein feindlicher Panzerzug wurde vernichtet. Starker Einsatz der Luftwaffe trug zur Zermürbung des feindlichen Widerstandes bei. Schwere Bombenangriffe wurden in der vergangenen Rächt gegen Stalingrad und mehrere Flugplätze ostwärts der Wolga geführt. Die Zahl der seit dem 11.August südwestlich Kaluga in schweren und erfolgreichen Abwehrkämpfen vernichteten Sowjetpanzer hat sich auf 868 erhöht. Nordwestlich Medyn und bei Rschew scheiterten neue von Panzern unterstützte Angriffe des Feindes. Kampf- und Slurzkampffliegerverbände brachten den in harten Kämpfen stehenden Truppen wirksame Entlastung. Die gestern genannte Sturm- geschühabteilung schoß wieder 3 0 feindliche Panzer ab. Südlich des Ladogasees halten die Kämpfe an. Mehrere Angriffe des Feindes wurden zum Teil im Gegenstoß abgewiesen. Auf dem See wurde ein sowjetisches Kanonenboot durch Luftangriff vernichtet. Ein deutsches Minensuchboot versenkte in der Ostsee ein sowjetisches Unterseeboot. Im hohen Norden wurden in der vergangenen Nacht militärische Anlagen von Archangelsk bombardiert und mehrere große Brände ausgelost. Die Sowjelluftwaffe verlor im verlaufe der beiden letzten Tage in Luftkämpfen und durch Flakartillerie 182 Flugzeuge, 15 weitere wurden am Boden zerstört. In der gleichen Zeit gingen 11 eigene Flugzeuge verloren. In den letzten beiden Nächten belegten deutsche Kampffliegerverbände mehrere britische Flugplätze südlich Alexandria und nordwestlich Kairo mit Bomben schweren Ka- libers sowie Tausenden von Brandbomben. In den Flugplahanlagen und, zwischen abgestellten Flugzeugen wurden Explosionen und starke Brände beobachtet. Die deutsche Kriegsmarine versenkte im Moüat August insgesamt 699100 BRT. hiervon wurden 106 Schiffe mit 667184 BRT. durch Unterseeboote und 5 Schiffe mit zusammen 32 000 BRT. durch Schnellboote vernichtet; weitere 23 Schiffe mit über 130 000 BRT. wurden torpediert. An feindlichen Kriegsschiffen wurden versenkt: der Flugzeugträger „Eagle", ein Hilfskreuzer mit 12 000 BRT., zwei Zerstörer, ein Unterseeboot, zehn Schnellboote, drei Bewacher und drei kleinere Fahrzeuge. Beschädigt wurden zwei Zerstörer und zahlreiche Schnellboote. Im gleichen Zeitraum versenkte die Luftwaffe: 14 Handelsschiffe mit 109 000 BRT. und beschädigte weitere 12 Handelsschiffe ohne Größen- angabe. An feindlichen Kriegsfahrzeugen versenkte die Luftwaffe einen Kreuzer, vier Zerstörer, ein Unterseeboot, ein Torpedoboot, ein Schnellboot, einen Bewacher und ein Äeleitboot; beschädigt wurden zwei Flugzeugträger, zwölf Kreuzer bzw. Zer- störer, vier Schnellboote, ein Sturmlandungsboot, ein Geleilboot. Außer den empfindlichen Kriegsschiffsverlusten verlor die feindliche Schiffahrt somit im Monat August insgesamt 125 Schiffe mit zusammen 808100 BRT. Weitere 35 Schiffe mit zusammen etwa 200 000 BRT. wurden torpediert bzw. durch Bombentreffer schwer beschädigt. Drei Fahre autonome Mongolei. Tokio, 1. Sept. (Europapreß.) Anläßlich der Wiederkehr des Gründungstages der autonomen- mongolischen Regierung vor drei Jahren weist die Zeitung „Pomiuri Hotschi" in einem Bericht aus Kalgon auf den ständig wachsenden Einfluß der Japaner in der Mongolei hin. Während vor dem Ausbruch des Chinakonfliktes 1937 nur 200 Japaner in der Mongolei ansässig waren, sei ihre Zahl inzwischen auf 50 000 gestiegen. Prinz Tey, der wieder zum Präsidenten der autonomen Regierung der Mongolei gewählt wurde, erklärte, er sei fest entschlossen, eng mit Japan und Mon- dschukuo im Kriege für das große Ostcrsien zusammenzuarbeiten. Dieser Krieg sei der große Krieg um die Selbständigkeit ganz Ostasiens. Prinz Teh forderte die Beamten und das Volk der Mongolei auf, .für das Ideal Großostostens zu kämpfen. Nach einer Massenversammlung in Anwesenheit mongolischer und japanischer Militär- und Zivilbeamten versammelten sich die Bürger Kalgans vor dem Mensching-Schrein, um ihrem Dank cm . die japanischen Truppen und-die Regierung Ausdruck zu geben. Hierauf folgte eine Parade von 10 000 Schulkindern, welche Fahnen der Mongolei und Japans trugen. USA.-Truppen auf Neu-Guinea 1 eingekreist. Berlin, 1. Sept. (DNB.) Nach der japanischen Landung auf der äußersten Spitze Neuguineas, in der Milne-Bucht, sind die auf den Kleinen Salomon- Inseln kämpfenden amerikanischen und" kanadischen Truppen völlig eingekreisL Die „Chinastraße" zwischen Neuguinea und dem südöstlich gelegenen Loui- siade-Archipel wird von den Japanern beherrscht, die mit ihren See-, und Luftstreitkräften jeden Entsatz der abgeschnittenen Amerikaner auf den Salomon-Inseln unmöglich machen. Bei Luftkämpfen über Nord-Australien und dem Korallen-Meer wur-. den 21 feindliche Flugzeuge bei nur drei japanischen Verlusten abgeschossen. Townsville am Korallenmeer und Port Darwin wurden erneut von der ja- janischen Lustwaffe bombardiert. Drei feindliche Handelsschiffe, darunter zwei größere Transporter, werden im Seegebiet der Neuen Hebriden von japanischen Kampfflugzeugen versenkt, ein viertes von etwa 8000 BRT. brannte aus ustd kenterte in der Nähe der Rennell-Jnsel. Außenminister Togo zurückgetreten. Tokio, 1. Sept. (Europapreß.) Der japanische Außenminister Togo ist aus persönlichen Gründen zurückgetret^n. Der "Tenno beauftragte Ministerpräsident To jo, das Amt des Außenministers ebenfalls zu übernehmen. Damit sind nunmehr die Aemter des Ministerpräsidenten, des Außen- und des Kriegsministers in der Person Tojos vereinigt. Außer Außenminister Togo trat auch der stellvertretende Außenminister Nif hi zurück. Zum Nachfolger wurde der Leiter der vstasiatischen Abteilung des Außenamtes, Kumaichi P a m a m o t a, ernannt. Waffenlager der Ira von der britischen Polizei entdeckt. Stockholm, 2. Sept. (Europapreß.) Von der britischen Polizei sind in Belfast, der Hauptstadt Nordirlands, zwei Waffen- und Munitionslager der Ira (Irische Republikanische Armee)' beschlagnahmt worden. Die Lager, in denen neben Gewehren, Handgranaten und anderen automatischen Waffen mit Munition viele Fässer mit Explosiv- ftoff entdeckt wurden, werden von der britischen Polizei als die größten jemals in Nordirland mis- gehobenen Geheimarsenale bezeichnet. Die britischen Behörden befürchten, daß bereits ein Teil Der Waffen unter die Mitglieder der Ira verteilt worden ist. Mit der Entdeckung der Waffenlager will die britische Polizei einer großangelegten irischen A u f st a n d s b e w e g u n g auf die Spur gekommen sein. Die Ursache zu diesem Aufstandsversuch sieht man in der Hinrichtung eines wegen Beteiligung an der Ermordung von Polizisten in Belfast zum Tode verurteilten Iren. Um Unruhen vorzubeugen, hatte sich die britische Regierung bereits zur.Begnadigung der fünf anderen zum Tode verurteilten Iren verstehen müssen. Attentat auf den indischen Dizekönig. Tokio, 2. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Sender Neu-Delhi berichtet über ein Revolverattentat auf den indischen Vizekönig Lord Linlithgow durch einen Inder. Der Attentäter konnte verhaftet werden und wurde auf der Stelle erschossen. Willkie in Kairo. Ankara, 1. Sept. (Europapreß.) Am Montag traf der Sonüergesandte Roosevelts Wendel! Will* kie, der eine Reise durch den Nahen Osten und die Sowjetunion unternimmt, in Kairo ein und wurde auf dem Flugplatz Almaza durch den britischen Botschafter, sowie den nordamerikanischen Gesandten und durch Beamte des ägyptische» Außenministeriums begrüßt. putsch in Ecuador. Buenos Aires, 2.Sept. (DNB. Funtspruch.) Ein gegen die Regierung Ecyadors neuerlich unternommener Putschversuch wurde vereitelt. Mehrere Verhaftungen wurden in Quito und Guayadil vorgenommen. So wurde Oberst Moli na festgesetzt, der als Parteigänger des früheren Staatspräsidenten bekannt war. Es sind schon mehrfach Versuche unternommen worden, den Staatspräsidenten Ar- royo del Rio zu beseitigen, da die in Ecuador nicht befriedigende Grenzregulierung mit dem Nachbarstaat Peru und die Auflehnung weiter Teile der Bevölkerung gegen die von dem Staatspräsidenten durchgeführte Abhängigkeit von den USA. den pyli- tischen Einfluß der Gegner Arroyo bei Rios stärk« ten. Bisher jedoch war die Regierung stark genug, die Aufstandsversuche niederzuschlagen. Ein Jahr Seneralbezirk Weißruthenien. Riga, l.Sept. (DNB.) Der Generalkommisfar für Wdißruthenien, Wilhelm K u b e, gibt einen Ueberblick über die Arbeit der Zivilverwaltung in diesem Teil des Ostlandes. Das Gebiet des Generalbezirks Weißruthenien umfaßt rund 90 000 Quadratkilometer, die überwiegend von Weißruthenen bewohnt werden. Wirtschaftlich ist das Land ein Bauernland geblieben. Der größte Teil der von den bolschewistischen Kommissbryn in die Großstadt Mt n f k gepreßten Landbewohner ist nach dem Ein» zug unserer Truppen auf das Land zurückgeströmt. Schon einen Monat nach Einführung der Zioilver» waltung wurden im gesamten Generalbezirk die Volksschulen wieder eröffnet Ferner wurden Fachschulen, insbesondere für die Landwirtschaft, eingerichtet. In Minsk, Baranowicze und anderen Städten konnten in Kunstausstellungen weißruthenischer Künstler und Kunstgewerbler gute Erfolge gezeigt werden. Das gut geführte weißruthenische IHeater in Minsk war ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der kulturellen Arbeit Das weißruthenische Selbsthilfswerk setzte sich erfolgreich für die von der deutschen Verwaltung gestellten Ziele ein. Diese Aufgaben konnten nur gelöst werden mit einer einsatzbereiten Beamtenschaft Zu diesen Pionieren des Ostens gehören nicht zuletzt die Männer der deutschen Land- und Forstwirtschaft, von denen mancher bolschewistischen Banditen zum Opfer gefallen ist und die dafür gewirkt haben, daß die Felder Weiß, rutheniens bestellt werden konnten. Pioniere und Reichsakbeitsdienst. Berlin, l.Sept. (DNB.) Bei dem schnellen Vordringen der deutschen Truppen im Süd ab- schnitt der Ostfront haben Pioniere, Brückenbau- und Bautruppen einer Panzerarmee in drei Monaten 215 Brücken mit einer Gesamtlänge von 7000 Meter errichtet Darüber hinaus würben von biefen Truppen über 200 Brücken mit einer Ge- Neuaufführung von Filmen. Zur Frage des NepriseneinsatzeS. Am 11. September wird der große Jan- nings-Film „Der zerbrochene Krug" erneut im Berliner Ufa-Palast und darnach allgemein in den deutschen Lichtspieltheatern an- gesetzt. Aus diesem Anlaß veröffentlichte der Reichsfilmintendant Dr. Fritz Hippler einen Aufsatz im „V. B.", dem wir nachfolgende Ausführungen entnehmen. Wenn heutzutage auch kaum noch jemand dem Film grundsätzlich seinen Kunstcharakter bestreiten kann, so gehen doch in sehr vielen Einzelfällen die Meinungen hierüber sehr weit auseinander. Oft hört man aus dem Munde selbst derer, die einen Film als Kunstwerk anerkennen, es sei gänzlich unmöglich, ihn mehr als einmal zu besichtigen. Diese Meinung ist indessen nur bann richtig: wenn der Film so alt ist, daß er bei einer Vorführung gegenwärtig etwa genau so stärkt wie ein antiker Streitwagen im Zeitalter des motorisierten Krieges. Obgleich auch hier die Meinungen sogar von Fach- Icnten, die diese Erfahrungen noch nicht am eigenen Leibe gemacht haben, stark auseinander gehen, kann dennoch mit Sicherheit gesagt werden, daß selbst der größte und beste Film aus der Stummfilmzeit heute selbst bei denjenigen nur noch Erstaunen, Kopfschütteln oder gar Heiterkeit Hervorrufen würde, die ihn damals noch für die größte film- künstlerische Offenbarung gehalten haben. 5n den letzten Jahren hat sich hier nun zweifelsohne eine Wendung vollzogen. Die Filme der- letzten Jahre sind nicht nur technisch, sondern auch dramaturgisch und in bezug auf ihre Gesamtwirkung besser geworden. Sie sind fast in keinem Fall einfach nur als indiskutabel abzulehnen und veralten auch nicht mehr so rasch. Ost sogar handelt es sich um unbestreitbare Kunstwerke, daß man es bedauern müßte, wenn sich ihre Lauf- und daher Lebenszeit nur auf ein bis zwei Jahren beschränken würde. Diese mehr theoretische Betrachtung ist im Verlaufe der letzten Jahre durch die praktische Entwicklung bereits bestätigt worden. Wurde früher ein bereits gelaufener Film wieder eingesetzt, so diente diese sog. „Reprise" zur Ueber- brückung besuchsschwacher Sommermonate ober ogar zur Füllung von Programmlücken. Aber chon vor etwa zehn Jahren begannen einzelne Theater, aus der Not eine Tugend zu machen und ganze Zyklen von Filmen wieder aufzuführen. Das durch den Krieg bedingte zahlenmäßige Ab- inken der für die deutschen Filmtheater zur Ver- ügung stehenden Filmanzahl bestärkte selbstoer- tändlich die Notwendigkeit Derartiger Reprisenein- ätze; und es verstärkten sich Damit gleichlaufend auch )ie und da gewisse kritische Stimmen aus der Be- ucherschaft. Diese gründen sich oft auf die Be- chaffenheit der gezeigten Kopien, die, wie man zu agen pflegt, durch häufiges Zeigen „verregnet" sind oder in denen häufig aus verschiedensten Gründen Schnitte Dorgenommen worden sind, die Ton- oder Bildsprünge ergeben. Indessen werden solche Unebenheiten, so bedauerlich sie sind, dann und wann in Kauf genommen werden müssen, da der unbeschränkten Anfertigung neuer Kopien arbeits- und rohstoffmäßige Schwierigkeiten entgegenftehen, obgleich selbstverständlich laufend mit allen Mitteln dafür gesorgt wurde und gesorgt wird, besonders fehlerhafte Reprisenkopien zu ersetzen. Sofern sich aber diese kritischen Stimmen darauf beziehen, daß man „grundsätzlich" ältere Filme nicht noch einmal sehen wollte oder sehen könne, so ist dies falsch. Niemand, und selbst der Fach- mann nicht, ist imstande, sich nach einmaliger Betrachtung eines Filmes ein so lückenloses Vorstel- lungsbild zu schaffen, daß es nicht bei einer Betrachtung selbst nach ganz kurzer Zeit noch eine unzählige Summe völlig neuer Eindrücke erhalten könnte. Das gilt, wie gesagt, bereits für eine nach gan,} kurzer Zeit wiederholte Besichtigung eines Films. Wieviel stärker aber ist das alles gültig, wenn schon ein längerer Zeitraum vergangen ist' Es liegt un Wesen der menschlichen Erinnerungsfunktionen, daß sie im ganzen unvollkommen sind. Und es ist ein Segen der Natur, daß das menschliche Unterbewußtsein unangenehme Eindrücke leichter aus der Erinnerung hinauswirft chs angenehme. Diese allgemeine Erkenntnis gilt natürlich auch für die Spiegelung eines wahrgenommenen Kunstwerkes — also auch eines Films — im Bereich ber menschlichen Erinnerung. Bestimmte Bruchstücke und Höhepunkte, die dem Beschauer als besonders markant ins Bewußtsein getreten inck, werden noch schärfer profiliert und umgewan- belt; die Beziehungen ber Einzelteile zueinanber verblassen unb verlieren sich; am Ende aber ergibt ich ein Erinnerungsbild, bas sich mit dem wirklichen }ilm kaum noch deckt: bei der Wieberbegegnung ieht bann der Beschauer nur noch in den seltensten Fällen einen „guten Bekannten", fonbern zu seiner eigenen Ueberraschung etwas Neues. Zauberkünstler des Barock. Znm25v.Geburtstage vonEgrdQuirinAsam Künstlerfamilien mit erblicher Begabung hat es zu allen Zeiten gegeben und überall da, wo die Kunst auf dem soliden Boden des Handwerks ruhte, nie aber in größerer Fülle als in Süddeutschland während des 18. Jahrhunderts. Ganze Schulen, familienmäßig gebunden, sorgen für den Förttauf ber Heberlieferung, geben die Talente von einer Generation an die nächste weiter. So ist es auch bei den Asam s. Aus dem bayrischen Alpenvorland stammend, steigt das Geschlecht in den Brüdern Cosmas Damian und Egid Quirin zu einer Bedeutung auf, die uns berechtigt, in ihnen Hen Kulminationspunkt ber altbayrischen Barockkunst zu sehen. Zahllose von ihnen erbaute ober neu dekorierte Kirchen in ber ersten Jahrhunderthälfte zeugen von ihrer erstaunlichen Fruchtbarkeit. Fast immer treten sie gemeinsam auf, so daß es oft nicht leicht ist, den beiberfeltigen Anteil deutlich zu unterscheiden, auch wenn man weiß, daß Cosmas Damian Asam vorwiegend Architekt und Maler war, während Egid Quirin dem Bruder als Bildhauer zur Hand ging. , (fgib Quirin wurde als ber Jüngere am 1. September 1692 in Tegernsee geboren. Dort und in Benediktbeuren hatte ber Vater die Klosterkirchen mit Deckenmalereien geschmückt, die eine gute Werktechnik, boch fern Genie verraten. Das Genie war bei den Söhnen. Es hätte sich aber kaum entfalten können, hätte ber Abt von Tegernsee das von nun an unzertrennliche Brüberpaar nicht 1713 nach Rom gefdjirft, wo sie sich bas Rüstzeug für ihre künftigen Ausgaben holten, ohne baß man sagen könnte, 'bie m 1 Schulung habe ihren Stil bestimmt, x Hurückgekehrt, arbeiten sie zunächst in öcr Ob er pfalz, bis der glänzend ausgeführte Auftrag, den alten Freisinger Dom auszumalen und -n stukkieren, ihren Nomen mit einem Schlage berühmt macht. Seit etwa 1725 sitzt bie „Firma" Asam so fest im Sattel, daß man sich verwundert fragt, wie es möglich mar, so viel,Arbeit in so kurzer Zeit zu vollenben. In rascher Folge wird eine unübersehbare Menge von Kirchen teils aus* geführt, teils neu ausgestattet: Weingarten, Mariä Einsiedeln, Prag, München, Osterhofen, Straubing, Ingolstadt, Weltenburg, Sandizell ■— um mir die wichtigsten zu nennen. Meist arbeiten sie Hand in Hand, wobei Egid Quirin regelmäßig die Stukkaturumrahmungen von Eosmas Damians Gewölbemalereien und die plastische Ausstattung der Kanzeln und Altäre zufallen, fast durchweg in Holz ober Stuck, meist farbig belebt. Nicht genug zu bewundern, wie Architekt, Maler und Bildhauer zusammengehen, jede einzelne Figur des an Phantasie schier unerschöpflichen Bildhauers nichts weiter fein will als ein Klang" in dieser betäubenden Symphonie von Räumen, Raumausschnitten, Färbern und Formen. Aus dem organischen Zusammenhang gelöst und in ein Museum versetzt, wirkt die einzelne Figur wie ein vom Körper losgerissenes Glied, • sinnlos, funktionslos. viel zu laut, um noch gehört zu werden. Ganz an* ders hingegen ist der Eindruck an Ort und Stelle, wo die Formbeziehungen auch die tollsten Achsendrehungen, bie höchste Gefühlstemperotur rechtfertigen und die aufs feinste berechnete Beleuchtung dem beabfichtiaten Effekt vorarbeitet. So etwa in der Klosterkirck)e in Rohr, die ber Meister selbst entworfen und mit bem Wagestück eines Marien- altars geschmückt hat, ber in ber ausfahrenden Go- tif seiner überlebensgroßen Gestalten bis an bie äußerste Grenze des plastisch noch Möglichen geht, io auch in Osterhofen, so vor allem in Welten bürg wo ein silberner St. Georg, von hinten her magisch beleuchtet, selbst aber von Schatten umspielt, aus ber Glanzwelt des Chors in den Kirchenraum fymem reitet. Das sind nur einige Beispiele eines unerhörten Dekorattonsgenies, die sich leicht vermehren ließen. Sagen wir es kurz: Egib Quirin Asam bedeutet Den absoluten Höhepunkt einer Plastik, die in dem Augenblick, wo die Architektur, bie sie allein mag- stch machte, hinfällig wurde, gleichfalls ihrs Erl- stenzberechtigung verlieren mußte. urU Dr. Brüggers Patientin Roman von Walter Klöpffer 31. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Fender lachte blöde, und sein Kopf fiel atemlos auf die Rückenlehne. Viel zu viel von dem netten, alten Alkohol —, dachte er gutgelaunt und schlief Lucia unter den Händen ein. Als er nun gar noch Schnarchtöne von sich gab, rückte sie beleidigt in die Ecke. Der letzte Abend und sich so zu benehmen. Der Wagen brauste eine gepflegte, breite Chaussee dahin. Carlo Punz laborierte noch immer an dem Wort, „alter Pedant". Na, der würde er es noch einmal zeigen, ob er ein alter Pedant war. So em Lausdirndl! Es mochte eine Stunde vergangen . sein, da schlug Lucia dem Carlo auf die Schulter. „Ich komme zu dir nach vorn, wenn du nichts dagegen hast." Und schon turnte sie auf den Sitz neben ihm. Carlo machte sich dünn und schwieg gekränkt. „Schläft wie ein Sack, nichts zu machen. Feine Manieren. Ich bin ihm egal. Am liebsten möchte ich ihm etwas antun", sagte sie wütend. Carlo witterte seine Chance und lachte hinterhältig. „Können wir ja, mein Baby. Probier's doch einmal mit dem alten Pedanten!" „Mit dir?" „Warum nicht? Ist das so ausgefallen? Er geht ja doch weg. In Italien gibt's auch hübsche Mädchen, habe ich mir sagen lassen." Er legte den freien Ärm um ihre Hüfte. „Did) habe ich mir schon lange gewünscht. Bloß mit einem Arm ist es nichts (Ye- Icheites. Aber wenn ich anhalte, wacht er auf. Ich kenne das." „Ja, was tut man denn da?" fragte sie spitzbübisch und mit schräggerollten Augen« „Weiß auch nicht", brummte er und trat en erreich auf den Gashebel. Die Sterne wurden blasser. den Mitgliederbeitrag außerordentlich vorteilhaft gestaltet ist, soll besonders den für Abendvorstellungen ungünstig gelegenen Landeinheiten zugute kommen. Darüber hinaus bietet sie aber gerade den Jungen und Mädels, die bisher dem Veranstaltungsring noch nicht angehürten, eine gute Einführungs- Möglichkeit in dessen kulturelle Arbeit. Eltern, versäumt es daher nicht, diejenigen eurer Kinder, die dieses Jahr erstmals Mitglieder des HI.-Veranstaltungsringes werden, in die Reihe B eintreten zu lassen. Die endgültigen Anmeldungen können ab 7. September bei den zuständigen Einheitsführern und Einheitsführerinnen des Bannes 116 erfolgen. Vo. Der erste Schulweg in Gießen. Am heutigen Tage der Schulaufnahme haben tat Gießen einschließlich Wieseck und Klein-Linden 748 Jungen und Mädchen ihren ersten Gang zur Schule angetreten. Ausgenommen wurden: in die Goetheschule 111 Knaben und 101 Mädchen, in die Schillerschule 106 Knaben und 98 Mädchen, in die Pestalozzischule 104 Knaben und 107 Mädchen, in Wieseck 50 Knaben und 46 Mädchen, in Klein-Linden 33 Knaben und 18 Mädchen. Den Kindern gelten unsere herzlichen Wünsche für ihren neuen Lebensabschnitt. Essen - dann sofort gehen! Familien essen zu Hause! Wer heutzutage in Gaststätten essen muß, hat nicht immer seine Freude dran. Es sind nicht nur manche zeitbedingte Schwierigkeiten, die auch der eifrigste und sorgsamste Gaststätteninhaber nicht umgehen kann, sondern es sind häufig, ja sogar viel zu häufig gewisse Gäste selbst diejenigen, die Schwierigkeiten bereiten. Daß in den meisten Speisegaststätten um die Essenszeit, besonders in den Mittagsstunden, Hochbetrieb herrscht, ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen begreiflich und nicht zu umgehen, diese Sachlage muß also von jedermann hingenommen werden, auch wenn sie manchem nicht angenehm ift Aber entschieden zu mißbilligen ist es, wenn Gäste, die ihre Mahlzeit eingenommen haben, anschließend noch ungebührlich lange Zeit sitzen bleiben, nur um mit Bekannten ein Schwätzchen zu halten. Häufin kann man in den Gaststätten auch jetzt noch die Wahrnehmung machen, daß Ehepaare oder ganze Familien, die sich zu Hause ihr Essen selbst bereiten könnten, schon von 11 oder HVt Uhr ab zur Mittagszeit m den Speiseräumen sitzen, um bei der Essenausgabe zuerst bedient zu werden^ nach dem Essen Uber noch länger dort verweilen, anscheinend um sich einer geruhsamen Verdauung hinzugeben. Beispielsweise ist es gestern! in einer bekannten hiesigen Gaststätte vorgekommen, daß drei Frauen nach ihrer Mahlzeit gegen V2I2 Uhr noch bis nach 13 Uhr sitzen blieben, obwohl der Gastwirt sie mehrmals hatte bitten, schließlich sogar nachdrücklich auffordern lassen, endlich zu gehen, da-, mit andere Gäste auch Platz finden konnten. Aber dickfellig blieben sie dennoch sitzen, bis schließlich ein anderer Anlaß sie bewog, beschleunigt das Feld zu räumen. Derartige üble Vorkommnisse sind durchaus keine Seltenheit in den Gaststätten. Vor allem ist vom Standpunkt der gerechten Versorgung und der gebührenden Rücksichtnahme aus dringend zu fordern, daß alle diejenigen, die sich z u Hause 0 erpfl,egen können — also hiesige Ehepaare und ortsansässige Familien, sofern die Hausfrau nicht krank und bei ihren Angehörigen ist, oder eine anderweitige Hilfe beschafft werden kann — gerade unter den jetzigen Verhältnissen zu Hause essen, auch wenn die Hausfrau dabei manche Schwierigkeiten mit in Kauf nehmen' muß. Ferner ist zu verlangen, daß alle. Gäste alsbald nach dem Essen fort- gehen, denn andere Hungrige haben auch das Bedürfnis, sich zum Essen setzen zu können. Für Schwätzchen ist um die Essenszeit, besonders mit- taas, in den Gaststätten unter den jetzigen Verhältnissen kein Raum! Wenn in der hier angedeuteten Weise von allen Disziplin bekundet und durch verständnisvolles Verhalten die gebotene Rücksicht auf andere Volksgenossen, die aus zwingenden Gründen auf das Essen in den Gaststätten angewiesen sind, genommen wird, so werden sich für die Gaststätten-- inhaber und für die Gäste manche Schwierigkeiten mindern bzw. überhaupt vermeiden lassen, die bisher allen das Leben unnötig schwer gemacht haben. Wird aber von der Bevölkerung kein Verständnis gezeigt, so darf man nicht verwundert sein, wenn der jetzt schon in Gastwirtekreisen erörterte Gedanke, in den Gaststätten nur noch an Berufstätige und Auswärtige Essen abzugeben, die einen entsprechenden Ausweis besitzen, und im übrigen darauf bedacht zu sein, den Aufenthalt der Gäste zur Essenszeit, besonders mittags, nicht über das erträgliche Zeitmaß hinaus sich aus- dehnen zu lassen, zur Tat gemacht wird. Also: Einsicht und Verständnis auch dem Gastwirt und den Mitgästen gegenüber! Oie Versorgung mit Winterkartoffeln. Vie Durchführungsanweisungen. Für die Versorgung mit Winterkartoffeln hat der Reichs ernährungsminister jetzt die erforderlichen Einzelanweisungen herausgegeben. Wie bereits gemeldet, wird die Einkellerung ermöglicht. Allerdings kann und soll die Einkellerung von Winterkartof- feln nicht etwa jetzt beginnen, weil die frühen und die mittleren Kartoffelsorten für diesen Zweck nicht genügend haltbar sind. Für die Versorgung der Verbraucher, die mangels eigener Einkellerungsmöglichkeiten auf den laufenden Bezug von Speise- kartoffeln auch im Winter angewiesen sind, müssen erheblich größere Vorräte als bisher eingelagert werden. Das geschieht nicht nur in reichseigenen Kartoffellagerhallen, sondern in allen möglichen geeigneten Baulichkeiten, die evtl, behelfsmäßig herzurichten sind. Den Groß- und den Kleinverteilern wird die Haltung bestimmter Vorräte auferlegt, werden. Das gleiche gilt, für die Großverbraucher,' denen in bestimmten Fällen im Auflagewege eine über den eigenen Bedarf hinausgehende Einlagerung für die allgemeine Versorgung zugemutet werden muß. Im übrigen wird für die Zeit vom 14. Dezember 1942 bis 25. Juli 1943 ein weiterer Bezugs- ausweis für Speisekartoffeln eingeführt. Er wird möglichst bald, spätestens mit den Lebensmittelkarten für die 41. Zuteilungsperiode ausgegeben und ist auf acht Zuteilungspe rioden ad- gefteüt. Die jetzt je Kopf und Woche aufgerufenen Kartoffelmengen werden allmählich auf eine Höchst- m^Nge von 4,5 kg erhöht werden. Die Einzelabschnitte des vom 14. Dezember 1942 ab gültigen Bezugsausweises werden wie bisher jeweils zu Beginn der Zuteilungswoche gültig: der laufende Bezug auf noch nicht fällige Abschnitte bleibt verboten. Dagegen berechtigen die einzelnen Abschnitte bis zum Ablauf der Zuteilungsperiode zum Kartoffelbezug, der letzte Abschnitt sogar jeweils noch in der ersten Woche der folgenden Periode. Für den laufenden Bezug wird am bisherigen Verfahren mit Bestellschein grundsätzlich nichts geändert. Bei Umzügen, längeren Reisen usw. versehen die Kartenstellen, wenn der Reisende nicht in Gaststätten usw. verpflegt wird, die Einzelabschnitte mit dem Stempelaufdruck „Reise". Wehrmachturlauber erhalten auf Antrag Berechtigungsscheine zum Bezug von Speisekartoffeln. Hier beträgt die Höchstmenge bei einer Urlaubsdauer von weniger als einer Woche 3/i kg je Kopf und Tag. Für den Winter kann der Versorgungsberechtigte eine Voll- oder Teileinkelleruüg durchführen. Die Höchstmenge beträgt bei Volleinkellerung für die Zeit vom 19. Oktober 1942 bis 25. Juli 1943, also für zehn Zuteilungsperioden, reichseinheitlich je Kopf 200 kg Speisekartoffeln. Bei der Teileinkellerung werden 20 kg je Zuteilungsperiode zugrunde gelegt. Der Zuschlag von etwa 10 v. H. gegenüber dem Wochensatz bei Nichteinkellerung wird zum Schwundausgleich gegeben. Um die Kartenstellen nicht übermäßig zu belasten, werden lediglich für den unmittelbaren Verkehr zwischen Erzeuger und Verbraucher reichseinheitliche „Ein- kellerungsscheine" eingeführt: sie lauten auf 50 kg bzw. 150 kg und ermöglichen die Zusammenstellung jeder gewünschten durch 50 kg teilbaren Menge. Wer unmittelbar vom Erzeuger Speisekartoffeln zur Einkellerung beziehen will, muß bei der Kartenstelle unter Vorlage seiner Kartoffelkarte die Ein- kellerungsscheine beantragen. Er wird mindestens einen Einkellerungsschein über nur 50 kg erhalten, auf den er zur Ueberbrückung bei einem Verteiler beziehen kann, wenn etwa die Winterkartoffeln nicht rechtzeitig eintreffen. Nicht belieferte Einkellerungsscheine werden gegen neue Bezugsausweise umgetauscht. Erfolgt Einkellerung durch Bezug beim Groß- oder Kleinverteiler, dann samtlänge von 4000 Meter instandgesetzt. In diesen Ziffern sind die voM Reichsarbeitsdienst und von der Organisation Todt erbauten Brücken nicht enthalten. Bei den schweren Abwehrkämpfen in vorderster Front bewährten sich besonders auch einige Abteilungen des Reichsarbeitsdienstes. Zahlreiche Führer und Arbeitsmänner wurden für hervorragende Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Kleine politische Nachrichten. Auf Einladung des Vereins deutscher Ingenieure im NS.-Bund deutscher Techniker hielt sich eine Kommission des Schweizerischen' Ingenieur- und Architektenvereins in Berlin und München auf, um die mit der Bewirtschaftung der Baustoffe zusammenhängenden Fragen zu studieren. * Nach einer Meldung des Londoner Nachrichtendienstes aus Rio de Janeiro ordnete der brasilianische Präsident Vargas die Verdunkelung ganz Brasiliens an. Kunst und Wissenschaft. Die dritte Gauausstellung der bildenden Künste im Kriege. NSG. Am kommenden Samstag wird im Stä- delschen Kunstinstitut in Frankfurt a. M. die dritte Gauausstellung für bildende Künste durch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger eröffnet werden. Die Ausstellung umfaßt wieder Plastik, Malerei und Graphik; sie dokumentiert zum dritten Male mit gesteigerter Leistung und reichern Ausdruck an bildnerisch-malerischer Phantasie und seelischen Kräften den Willen der deutschen Kultur zur reichsten Entfaltung ihrer völkischen Eigenart. Die Verleihung des Gau-Kulturpreises durch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger wird Anerkennung des kulturellen Kriegsschaffens innerhalb unseres Gaues bedeuten, wobei in verstärktem Maße die Bewährung der nationalsozialistischen Kulturelemente in der härtesten Prüfung unseres Volkes berücksichtigt wird. Die Ausstellung selbst dürste dem Umfang der vorjährigen entsprechen; in der Plastik treten allerdings zeitbeschränkt die monumentalen Entwürfe und großspurigen -Bildwerke etwas zurück. Dagegen zeigt die übrige Plastik einen hohen Stand des Könnens, ebenso Malerei und Graphik. Die Beteiligung umfaßt die künstlerisch Schaffenden des ganzen Gaugebietes, mit besonderer Freude wird' man die Künstler aus Mainz begrüßen. hochschulnachrichlen. Der Führer hat den Dozenten Dr. Gerik B 0 l in Freiburg zum a. 0. Professor ernannt und ihm die durch den Tod des Prof. Dr. Reinhardt freigewordene Professur für Mathematik an der Universität Greifswald übertragen. Bol wurde 1906 in Amsterdam geboten. Er studierte in Leiden und arbeitete seit 1929 an der Unoerfrtät Hamburg, wo er 1931 sich für Mathematik, insbesondere Geometrie habilitierte. 1938 erhielt in in Freiburg einen Lehrauftrag. — Prof. Dr. Schlubach ist planm. 0. Professor für Chemie an der Universität und Direktor des Chemischen Staatsinstituts Hamburg ernannt worden. Schlubach ist 1889 in Hamburg geboren, studierte in München und Göttingen, promovierte 1912 in Göttingen, habilitierte sich 1923 an der Universität München. 1926 wurde er planm. a. 0. Professor in Hamburg. Seine Arbeiten über das Ammonium, das Tetra-aethyl-ammonium und andere Radikale sind bekannt. Andere Arbeiten richten sich auf die systematische Synthese von Disacchariden. — Dr. phil. habil. sWilhelm Magnus an der ,TH. Berlin wurde zum außerpl. Professor für Mathematik ernannt. Magnus wurde 1907 in Berlin geboren. Er studierte in Tübingen und Frankfurt und promovierte 1929 in Frankfurt. 1933 habilitierte er sich dort. — Der 0. Professor für Erb- und Rassenbiologie, Dr. med. Lothar Loefs- I e.r wurde von Königsberg an die Universität Wien berufen. 1901 in Erfurt geboren, studierte er in Berlin, Breslau und Tübingen und habilitierte sich 1931 in Kiel. 1934 wurde er nach Königsberg berufen. — Im Alter von 72 Jahren starb der emerit. Ordinarius für Kiefer- und Zahnheilkunde an der Staat!. Mediz. Akademie in Düsseldorf, Professor Dr. med. dent. h. c. Christian Bruhn. Er kam 1908 nach Düsseldorf, wo er 1923 a. 0. Professor und 1924 Ordinarius wurde. Er war Herausgeber des Handbuches der Zahnheilkunde und hat sich auf dem Gebiet der Kieferchirurgie bedeutende Verdienste erworben. — Dozent Dr. med. habil. Richard Fikentfcher ist zum oußerplanm. Professor für Geburtshilfe an der Universität Mün- • chen ernannt worden. Fikentscher wurde 1903 in Augsburg geboren, habilitierte sich in Halle und wirkt seit 1938 in München. Aus der Gtadi Gießen. »Besuchen Sie uns doch mal!* Ich habe mich gerade von jemand verabschiedet. Als das Verabschieden fast zu Ende war, sagte der nette Mensch: „Besuchen Sie uns doch mal!" Und ich antwortete voller Freude: „Aber gerne, sehr gerne!" Dann kam der Schluß vom Abschied, und wir gingen auseinander. Wenn der freundliche Herr darüber nachgedacht hat, weiß er. daß ich ihn nie besuchen werde, und ich weiß es sogar bestimmt, daß ich ihn nicht besuchen werde, trotz der sicherlich liebenswürdigen Aufforderung. Zum Teufel, „Besuchen Sie uns dpch mal" heißt gar nichts. Man könnte genau so gut sagen: „Schicken Sie uns gelegentlich Ihre Todesanzeige." Wenn ich schon einen besuchen soll, muß er sagen: „Besuchen Sie uns am nächsten Freitag um Viertel vor neun. Sie werden bei mir Herrn Meyer treffen und die Sängerin Anette Korn d'Anerie, und es gibt Pfefferminztee oder vielleicht auch Pfälzer Weißwein und selbstgebackene Plätzchen." Sehen Sie, das ist etwas, da weiß ich, woran ich bin. Aber mit „Besuchen Sie uns doch mal" kann man keinen Hund hinter dem Ofen vorlocken oder irgendeinen andern in seine Wohnung. Die würden schöne Augen machen, wenn ich eines Tages bei ihnen plötzlich klingelte und an der Korridortüre stünde und sagte: „So, da bin ich, ich sollte Sie doch mal besuchen." Es wäre denen gewiß nicht angenehm, denn man hätte keine Plätzchen gebacken und kein Pfälzer wäre im Hause und womöglich nur Pfefferminztee. Vielleicht hätten sie gerade etwas anderes vor und ausgerechnet sogar Gäste. Mich aber erwarteten sie bestimmt nicht. Früher, da war die Sache ganz anders, so zur Zeit meiner Eltern. Da hat man sich niemals „mal" besucht oder eine derartige Aufforderung an einen gerichtet. Da fuhr man am Sonntagoormittag' mit einem Einspänner herum ober ging auch zu Fuß und gab seine Karten ab. Auf der Karte stand der Name und wie man einen anzureden hatte. Nach schicklicher Zeit machten es die andern ebenso und gaben die Karte bei uns ab. Damit waren die diplomatischen Beziehungen hergestellt. Jetzt konnte eingeladen werden, und zwar mit Karte, aus der man ersah, wann man zu kommen hatte, und mehr oder weniger auch, was man vorgesetzt bekommen würde. Wenn man zu einem Teller Suppe geladen war, wußte man, daß damit ein handfestes Abendessen gemeint fei. Sehr altmodisch war das, aber es hatte seine Vorteile. Hinter „Besuchen Sie uns mal" steckt gar nichts und hinter „Sehr gerne" ebensowenig: aber vielleicht hat das auch seine Vorteile. r. W. Sprechstunde des Kreisleiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, 3. September, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenstraße 10, statt. Amt für Agrarpolitik. Die Sprechstunde des Amtes für Agrarpolitik findet am Donnerstag, 3. September, nachmittags von 15 bis 17 Uhv, in Gießen, Alicenstraße 10, statt. Nachmittagsvorstellungen im HZ -Veranstaltungsring 1942/43. Wie bereits angekündigt, wird im Rahmen des diesjährigen HI.-Veranstaltungsringes auch eine Nachmittagsreihe als Reihe B zur Durchführung kommen. Diese Reihe wird insgesamt vier Theatervorstellungen sowie eine Morgenveranstaltung umfassen, die mit Ausnahme der letzteren, die am Sonntagmorgen stattfindet, jeweils an einem Samstag nachmittag aufgeführt werden. Die Auswahl der in dieser Reihe zur Aufführung gelangenden Theaterstücke ist ebenfalls bereits getroffen. Als klassisches Schauspiel wird Grillparzers „Ein treuer Diener seines Herrn", im modernen Schauspiel die „Anke von Skoepen" des Frankfurter Dichters Friedrich Bethge gezeigt werden. Das Lustspiel ist durch Zerkaulens „Sprung aus dem Alltag" vertreten, während die Musik in der Oper von Weißmann „Die pfiffige Magd" zu ihrem Recht kommt. Die Morgenoeranstaltung bringt Platens „Tmrrn mit sieben Pforten". Der Mitgliederbeitrag für sämtliche fünf Veranstaltungen beträgt lediglich 3,75 RM., in welchem Betrag die Verwaltungsgebühr eingeschlossen ist. Außerdem haben die Mitglieder dieser Reihe die Möglichkeit, die Veranstaltungen des Konzert- und Vortragsringes, sowie die Mittwochabend-Vorstellungen des Theaters der Universitätsstadt, soweit noch Karten vorhanden sind, zu erheblich verbilligten Eintrittspreisen zu besuchen. Auch wird ihnen beim Eintritt in die Reihe C des Veranstaltungs- ringes eine bedeutende Ermäßigung gewährt. Die Einrichtung der Reihe B, die nicht nur hinsichtlich der Stückwahl, sondern auch in bezug auf Nebel kroch über die Wiesen und verfing sich wie Spinngewebe in den Baumkronen. Die Scheinwerfer schnitten einen flimmernden Kegel aus der Landschaft. „Hier muß ich links abbiegen", sagte Carlo, als sie durch ein Städtchen kamen. „Zu dumm, daß man vor lauter Nebel die Straßenschilder nicht entziffern kann! Wo nur der Nebel herkommt? Muß ein Fluß in der Nähe fein. Ich bin die Strecke noch nie gefahren. Schließlich ist es einerlei, wo wir landen." \ „Na, hör mal, ich will nach Schongau." „Schon recht. Vielleicht kommen wir hin." Sie fuhren und fuhren. Plötzlich frohlockte Carlo: „Baby, ich habe einen Einfall: Rache ist süß. Schade, daß man auf so etwas nicht gleich kommt. Ick bremse langsam, daß er nicht aufwacht, und lasse den Motor weiterlaufen. „Ein gescheites Kind! Na, mach's mal." * Fender, der langsam etwas' vermißte, was zu den Annehmlichkeiten dieser Sorte von Schlummer gehörte, vielleicht den Lustzug, vielleicht das sanfte Wiegen der Federung, erwachte. Als er soweit war, die Augen zu öffnen, erblickte er vor sich die Umrisse zweier Gestalten, die sich innig küßten. Er schleuderte mit einem Ruck alle Schlaftrunkenheit von sich und packte die beiden am Kragen. Er gab dabei nur wenige, aber deutliche Worte von sich. Denn er war voll wilder Wut über soviel Treulosigkeit. Das Weitere ging schnell und schmerzlos von statten. Er zerrte die beiden Sünder aus dem Wagen, stieß sie auf die Straße und setzte sich selber hinter das Lenkrad. Dann gab er Vollgas und donnerte im ersten Gang von bannen. Mochten die zwei Missetäter sehen, wie sie heimfanden. Diese Lektion würde sie bestimmt abkühlen. Er hatte keine Ahnung, wo er war. Eine Straße wie jede andere, von Obstbäumen langweilig flan fiert, lag vor dem Wagen. Die Gegend war nicht überschaubar, denn Nebel hinderte die Sicht. Fender schaltete und steigerte die Geschwindigkeit, so gut es ging. Er fuhr, bis ein größerer Ort kam, eine Stadt, wie er an hochragenden Türmen und Schloten erkannte. Er steuerte durch ihre aus gestorbenen Straßen, und es war ihm gleichgültige wo er sich befand. Irgendwie würde er schon zu? rückkommen. Dann lag wieder freies Feld vor ihm. Nach einer Halden Stunde konnte er die Scheinwerfer ausdrehen. Die Sterne waren erloschen. Morgendämmerung sank über die Erde, mit einem rosig züngelnden Schein im Osten. Die Straße stieg an, und der Nebel blieb in der Tiefe zurück. Die Umrisse eines Höhenzuges schoben sich näher. — So weit südlich? — dachte Fender erstaunt. Und mit einemmal empfand er wieder jenen tief ins Gedärm fahrenden Schmerz, jene unerklärliche Attacke, die ihn schon vorgestern halb übers Lenkrad geworfen hatte. Er bremste, bekam Schweiß auf die Stirn und wand sich in Qualen. Als das Aergste vorüber war, fuhr er langsam weiter. Auf der Höhe vor ihm zuckte ein einsames Licht wie eine tröstliche Verheißung. Fender fühlte sich stark von ihm angezogen und bog rechts ob. Ein schmaler, ungepflegter Weg führte bergan. Wo Licht ist, sind Menschen, wo Menschen, da Hilfe. Er kam sich unfagbar verlassen vor, wie ein Ausgesetzter auf einem unbekannten Eiland. Zur Linken ragten zackige Berge, lieber ihren Spitzen loderte der frühe Tag. Es mußte zwischen fünf und sechs Uhr sein. Fender war zu apathisch, um nach der Uhr in der Westentasche zu greifen. Beim Näherkommen unterschied er eine dunkle Holzhütte zwischen betauten Motten, aus einem geschwärzten Blechrohr kräuselte Rauch. Fender ließ den Wagen stehen und legte das letzte Stück mühsam zu Fuß zurück. Unter der Hüttentür stand ein bärtiger Mann, eine Hünengestalt, die das Keuchen des Motors ins Freie gelockt hatte. Ein weißer Spitz kläffte zwi- ; schon seinen Deinen und bellte sich dir Seele aus dem Leib. Fender schleppte sich naher und fragte, ob er ein wenig rasten könnte. „Scho recht", nickte der Mann gutmütig. „Wd bin ich hier? Ich habe mich verfahren." „Auf der Bündlesalpe, Herr. Ich bin der Senn, der Fidel Butscher." „Bundlesalpe?" „Ja, zwischen Wertach und Hindelang. Wo haben S' denn hinwolln?" Der wieder stärker an schwellende Schmerz enthob Fender der Antwort. Der Mann Fidel Butscher sprang hilfreich zu, stützte seinen Gast und geleitete ihn ins Haus. Im Flur roch es nach warmer Milch und beizendem Rauch. Es wurde Fender ein bißchen Übel, aber das ging vorüber, sobald er in der hellen, geräumigen Stube stand, die anscheinend als Wohn- und Schlafraum diente. Er ließ sich erledigt auf den Stuhl sollen, den ihm der Senn rasch hinschob. „So da la, da wären wir", sagte Fidel Butscher mit seiner tiefen, orgelnden Stimme und kämmte den viereckigen Schaufelbart. „Sind Sie a Reifender?" „Nein. Ich bin Kunstmaler, aus München. Mein Name ist Fender." „Wenn S' etwas zu trinken wolln? Vielleicht Milch? Ober an Schnaps?" „Sie find sehr freundlich, aber ich brauche nichts als Ruhe. Ich hab's ein wenig in den Därmen. Es wird schon wieder aufhören", murmelte Fender. „Wahrscheinlich eine Kolik." „Das denke ich auch. Dürft ich mich auf das Bett da legen?" „Freilich. Ich hab's erst vor ein paar Tagen frisch überzogen. Soll ich Ihnen den Doktor holen?" „Nein, nein. Es geht schon so vorbei", wehrte Fender ab und streckte sich auf dem Bett aus. „Ich muß jetzt nach dem Vieh schauen, Herr. Wenn S' was brauchen, klopfen S' auf den Blechhafen da. Und gute Besserung!" wünschte der Senn und ließ Fender allein. (Fortsetzung folgt. Ge- DieDeMeArbeitM E NSG. Kratt durch Freude \ Kreisdienststelle W M Wetterau Ablösung der Hauszinssteuer Sachgemäße Beratung 2561D Weöetö WWWuk im September 1942. 01256 1 04259/ Gießen, Löberstraße 10. 2631D 04236 ' Schr. Ang. unt. 04240 a.d.G.A. |steilengesuche] | Mietgesuche | Tauermieter .. Jucht 4—5-Zimmer moöl Simmet Wohnung in Gießen oder Karlsl'prudel Gesucht wird für ein älteres Be- amtenehev. eine Gießen, den 31. August 1942. Bahnhofstr.16/Ev. Schwesternhaus Tanzuntemcht Anmeldungen für unsere Winter- kurse werden täglich ab 11 Uhr entgegengenommen 0417B Tanzschule Bäiilke Gießen, Wolfstraße 31, Ruf3835 Unser 3. Kind, ein kräftiger Junge, ist angekommen Herta Becker, geb. Ebert Willy Becker gesucht. Schr. Ang. unt. 2594 V a.d.G.A. Statt Karten Wir danken herzlich für die Glückwünsche und Geschenke zur .Geburt unserer Zwillinge Axel und Knut Karl Christ und Frau Ulfe, geb. Holzlnger Gießen,Wetzsteinstr. 8 Junges Ehepaar sucht r-3-Zimmer-Wohnung für sofort oder später in Gießen oder näherer Umgebung. Schriftliche Angebote unter 04248 an den Gießener Anzeiger erbeten. Antragsfrist für die Ausbildungsbeihilfe. Mit dem neuen Schuljahr werden viele Schüler in die mittleren und höheren Schulen neu ausgenommen. Die Eltern usw., die Anspruch auf Gewährung von Ausbildungsbeihilfe haben, müssen jetzt ihren Antrag stellen. Die Antragsftist läuft einen Monat nach Beginn des Schuljahres ab. Aus- bildungsbeihilfe wird Familien mit vier und mehr Kindern gewährt, ferner ohne Rücksicht auf die Kinderzahl alleinstehenden Frauen und bestimmten Gruppen von Schwerbeschädigten und Versehrten. Begünstigt sind besonders die Witwen von Ge- 12 Wochen alte 18 bis 25' RM. pro Stück. Da? schäft verlief langsam, es verblieb Ueberstand. Verdunkelungszeit 2. September von 21.09 bis 6.05 Uhr. Zn gleichen Preisen io Ipotiieten. Drogerien and tacfc tie BnumeoveraaDoog Biskircbeo - Ruf 44 - erhältlich, Nach Gottes Willen folgte mein lieber, guter, tapferer Sohn Dr. Werner Gräf Stabsarzt in einem Inf.-Regt, (mot.) * Inhaber des E. K. II u. I u. a. Auszeichnungen seinen allzu früh dahingeschiedenen Eltern. In den schweren Kämpfen bei Stalingrad gab er am 7. August sein junges, hoffnungsvolles Leben in höchster soldatischer Pflichterfüllung in vorderster Linie, im Alter von 28 Jahren. In tiefstem Schmerz $ . Lina Gräf, geb. Strack. Gießen (Liebigstraße 39), den 1. Sept. 1942. 2635 D Für die liebevolle Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Kusine und Tante Fräulein Julie Buff sagen wir unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Angehörigen: Mathilde Völcker. Statt Karten! Für die vielen herzlic henWün- sehe und Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung danken wir, auch im Namen unsererEltern,aufs herzlichste Josef Brungs und Frau Irma, geb. Keuper Gießen, im September 1942 Neustadt 32 ___________________ 04249/ nächster Umgeb. Scbr. Ang. unt. 04263 a.d.G.A. Uebernahme von Abgeltungshypotheken BAYERISCHE VEREINSBANK ' Vermittlungsstelle in Frankfurt a. M. Carl Knhn, Tannnsstraßo B2 60. Telefon 32336. wy Hart und schwer traf uns am 27. 8. die unfaßbare Nachricht, daß mein lieber Mann, mein treusorgenderVater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Enkel Georg Kronenberg Gefreiter in einem Panzer- Regiment am 13. 8. im Osten sein Leben lassen mußte. In tiefer Trauer: Else Kronenberg, geb. Weißbeck Sohn Georg nebst allen Angehörigen. Gießen, den 1. September 1942. Am Riegelpfad 6. sind Einkellerungsscheine nicht erforderlich; hier werden die Bezugsausweise entsprechend entwertet. Der Minister bezeichnet es als unverantwortlich, wenn etwa Verbraucher über, ihren tatsächlichen Bedarf hinaus Speisekartoffeln beziehen. Selbst- abholunq wird stärker als im Frieden verlangt werden. Einkellerung darf nur in geeigneten Raumen, evtl, beim Nachbarn, erfolgen. WsW Behandlung wird zur Pflicht gemacht. Boden, Balttine oder Keller mit Zentralheizung kommen für Einlagerung nicht in Betracht. Die Sprachkurse der 7!SG -»Kraft durch Freude'". möglichst oberes Stockwerk. Schr. Ang. unt. 04237 a.d.G.A. immer weiter vor die strahlende Sonnenscheibe schiebt. Aber der Mond wandert nicht auf den Mittelpunkt der Sonne zu, sondern zieht oberhalb desselben vorbei. Um 18.19 Uhr ist der Höhepunkt der Verfinsterung erreicht. Der Mond verdeckt dann 38 v.H. des Sonnendurchmessers. Aber unaufhaltsam wandert der Mond weiter und gibt allmählich die Sonne wieder frei. Nach einer weiteren knappen Stunde, um 19.08 Uhr, löst sich der Mond scheinbar zögernd vom Sonnenrand. Die Finsternis ist beendet. Im Norden unseres Reiches beginnt und endet die Sonnenfinsternis einige Minuten früher als im Süden: in Königsberg Beginn 17.22 Uhr, in Frankfurt a. M. 17.31 Uhr, in München 17.38 Uhr. Da der Mond nur den nördlichen Teil der Sonne verdeckt, ist der Betrag der Verfinsterung in nördlichen Gegenden größer als in südlichen. Für einen Beobachter in München werden nur 33 v. H., in Königsberg dagegen 42 v. H. der Sonne verdeckt. Am größten ist die Verdunkelung im Barentsmeer, Für Lebensmittel ttontii. £ioetio«io Nähe Gieß. Bahnstation erforderlich. Größe zirka SOCMeter, zu mieten gesucht. Schrift!. Angebote unter 04254 an den Gieß. Anzeig. Zuverlässige 26md Hausgehilfin oder jg. unabhängige Frau gesucht. Kaiserallee 11p Sonnenfinsternis am 10. September BoN 'Dr. Erwin Kossinna. wo unsere U-Bool-Besatzungen die Sonn- gu 52 v. 5). verfinstert sehen.* Von den Planeten Ist Venus zu Beginn des Monats zwei Stunden, Ende September nur noch eine Stunde als Morgenstern vor Sonnenaufgang am Osthimmel sichtbar. Merkur und Mars bleiben unsichtbar. Mars steht hinter der Sonne und erreicht am 18. September seinen größten Abstand von der Erde mit 395 Millionen Kilometer; er rst dann 6>-mal so weit von uns entfernt tme bei ,ber Opposition im Oktober 1941. Der Riesenplanet Jupiter kann'während der zweiten Nachthalste am Osthimmel im Sternbild der Zwillinge beob- achtet werden. Ende des Monats geht er bereits gegen 24 Uhr Sommerzeit auf. Saturn im Sternbild des Stiers erscheint zwei Stunden früher als Jupiter. . fX- Der Spätsommer bringt m der. Regel schone klare Abende, die sich vortrefflich für eine Bettachtung des Fixsternhimmels eignen. Weder Kalte noch die im Winter so häufige Luftunruhe stören die Beobachtung. Und gerade im Spätsommer und Herbst ist der abendliche Fixsternhimmel von besonderer Schönheit. Gegen 22 Uhr sehen wir die Milchstraße als großen Lichtbogen steil im. Südsüdwesten aufsteigen bis zum Zenit und sich nach Nordosten ebenso steil wieder herabsenken. Aus ihrem silbernen Grunde liegen die Sternbilder Schütze, Adler, Schwan, Kepheus, Kassiopeia, Perseus und Fuhrmann. Im Zenit steht der Schwan, das Kreuz des Nordens, in welchem sich von dem Hellen Stern D e n e b bis zu dem bekannten Doppelstern Albireo eine lange und besonders Helle Sternwolke dex Milchstraße erstreckt. Schon die Betrachtung durch den Feldstecher zeigt, daß in der Schwanwolke außer dem fernsten, kaum auslösbaren Sterngewölk auch nähere Sterne einen er- heblichen Anteil haben. Wir sehen ferner, wie sich die Milchstraße im Schwan in zwei nach dem Sud- Horizont verlaufende Arme teilt. Ausgedehnte Wolken kosmischen dunklen Staubes, die das Licht der dahinter stehenden Sterne abschirmen, sind die Ur* fache dieser Erscheinung. Westlich der Milchstraße sinken die Sommersternbilder Herkules, Nördliche Krone, Bootes und Schlangenttäger allmählich zum Horizont. Im Osten kommen herauf die Herbststernbilder Pegasus, Andromeda, Wassermann, Fische und Widder. Ueber dem nordöstlichen Horizont funkelt die Kapella, darüber die Sterne des Perseus. Der optisch verander- Liehe Stern Algol im Perseus hat em günstig zu beobachtendes Lichtminimum am 22. September um 23 Uhr. Einen wunderbaren Anblick gewährt zur Zeit der Himmelswagen, der sich allmählich seiner tiefsten Stellung im Norden nähert, wo er be- anders groß und eindrucksvoll erscheint. Der Mond zeigt folgende Hauptlichtgestalten! letztes Viertel am 2., Neumond am 10., erstes Viertel am 17., Vollmond am 24. September. fallenen und die Schwerkriegsbeschädigten für ihre Kinder. _ e. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gestrigen Gießener Schlachtpiehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) m der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 39 bis 44, Bullen 36 bis 47, Kühe 20 bis 49 Imsen bis 47, Kälber 28 bis 57, Schafe 20 bis 40 Rpf. je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,26, bl (135 bis 149,5 kg) 1,26, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,26, c (90 bis 119 5 kg).1,24, d (80 bis 89,5 kg) 1,16, e—k (unter 80 kg) 1,12, gl (fette Specksauen) 1,26, i (Altschneider) 1,26, g2 (andere Sauen) 1,16, h (Eber) 1,16 RM. Markt- vcrlauf: Alles zugeteilt. * ** Ae hrenlesen nur auf abgeernteten Grund st ücken. Nach einer Anordnung der Hauptvereinigung der Deutschen .A^reide- und Futtermittelwirtschaft vom 25. 8. 42 ist das Aehren- lesen nur auf abgeernteten Aeckern gestattet. Als abgeerntet gilt ein Getreidefeld erst dann, wenn das Getreide (Garben) abgefahren und in üblicher Weise geharkt oder nachgerecht worden ist. Orts-Turn- und Sporttag in Steinbach kamvf, Sechstampf und Einzelmettkämpfs. Auch die Schützen unter Leitung von Fachlchaftsle^ter Ldw ftaasVI. hatten sich eingefunden und schossen 'ihre Hebungen mit den Wehrmann,,mmer- stutzen Der Nachmittag begann mit den Ausschei- üungswettkümpfen der txinzelwettkämpfer. Ern sportlich schon durchgesührtes Fußballspiel unter dec b-wührt-n Leitung von Schiedsrichter G e r. Hard (Annerod) gegen die Jugend von Daubrin- gen endete mit einem 3:0-Sieg der Emhemuichen. In der Pause zeigte das Jungvolk Geräteübungen, Staffelläufe und Bodenübungen. Das Kinderturnen unter Leitung von Marg. Magel fand besonderen Anklang. Ein zweites Fußballspiel gegen die Jugend von Annerod brachte den Steinbachern den zweiten Sieg mit 3:1 Toren. Freiübungen der Jungmädel beschlossen den turnerischen Teil des Sporttages. Besonderen Anklang fanden die Modellflugwettbewerbe der hiesigen Flieger-HI., die eine ganze Anzahl von ausgezeichneten Modellen starten ließen. Ortsgruppenleiter Reu schling und Vereinsführer Simon nahmen die Siegerehrung vor. Der Dereinsführer dankte allen Teilnehmern, besonders den beiden ältesten aktiven Tellnehmern Christian Magel und Christian Brück, denen eine besondere Ehrung zuteil wurde. Mit einem Schlußwort schloß .Ortsgruppenbeiter Reu schling den erfolgreich verlaufenen Pag. Schweinemarkt in Friedberg. * Friedberg, 2. Sept. Auf dem heutigen Schw einemarkt standen 253 Ferkel 'zum Verkauf. Es kosteten dis 6 Wochen alte Ferkel 10 bis 14 RM., 6 bis 8 Wochen alte 14 bis 18 RM., 8 bis Nach kurzer schwerer Krankheit verschied unerwartet unser liebes Kind Brigitta im Alter von 3 Monaten. In tiefer Trauer i Familie Otto Buß Familie Jobs. Sommer 7. ' Familie Ludg. Buß I., Wwe. nebst allen Angehörigen. Watzenborn-Steinberg, den 2. Septbr. 1942. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 3. September, 15.15 Uhr, statt. •'04257 Putzfrau für die Abendstunden gesucht Siebener. Jfrizeiger Schulstraße 7 2633D Ihre Vermählung durch Ferntrauung geben bekannt Georg Probst Feldweb. in einer Inf.-Einheit Johanna Probst geb. Becker z. Z. im Felde Heuchelheim Braubausstr. 38 1. September 1942 * Steinbach, 31.Aug. Am Sonntag führte die Sportgemeinde Steinbach ihren Orts-Turn- und Sporttag durch. Wie in den vergangenen Jahren, so war auch diesmal eine stattliche Anzahl von Wettkämpfern angetreten; ms- gesamt waren es 208 Teilnehmer. Nack) der Flag- genhi sung und der Morgenfeier, bei der Orts- HmrptfchriftleUer: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Pottttk und Bilder' Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschettt. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. . Berlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Hnzeigenleiter: Hans Beck. AnzeigenpreiSliste Nr. 6. Die Sprachkurse der NSG. „Krast durch Freude «rsreuen sich ständiger Beliebtheit. Erfahrungsge- mäß geht in den Sommermonaten die Tellneymer- zahl etwas zurück, um im Winter wieder starker einzusetzen. Trotzdem konnten im Laufe des Sommers 13 Kurse in 5 verschiedenen Sprachen mit einer Gesamtteilnehmerzahl von 111 Personen stattfinden, was ein wachsendes Bedürfnis für dre Erlernung fremder Sprachen für Greßen bekundet. Besonders anregend gestaltete sich der Deutschkursus, in dem der Lehrer den Unterricht nach den Wünschen der Teilnehmer ausrichtete, und der zum Teil mit Unterstützung durch das Epidiaskop durchgesuhrt werden konnte. Die Teilnehmer hatten statt Der wöchentlichen Doppelstunde eine zweite Doppelstunde gewünscht, so daß der Kurs, der bis 1 Oktober läuft, weit über die ursprünglich geplanten Doppelstunden hinaus den Zweck eines vertieften Eindringens in deutsche Sprache und Literatur erfüllen konnte. In einem anderen Deustchkur|us für Ukrainer zeigten sich diese außerordenttich eifrlg^und wißbegierig. Auch der französische Kursus für Fortt geschrittene II erfuhr eine besondere Belebung durch die saft regelmäßige Anwesenheit von Ausländern. In einem nur kleinen Kursus für Russisch bemühten sich die Teilnehmer um so erfolgreicher, diese schwerste europäische Sprache zu erlernen. Für die im Oktober beginnenden Winterkurse liegen bereits viele Neuanmeldunge vor. Alles Nähere über die TeilnahmebedingungeU, die Art der Kurse und die Unterrichtszeit wolle man aus den aushangenden Anschlägen und den Anzeigen in den Tageszeitungen entnehmen. Es steht zu erwarten, daß auch der kommende Winter in Gießen wieder eifrige ernste Spracharbeit bringen wird gemäß den Erfordernissen des zukünftigen Großdeutschen Reiches. Hart und schwer traf uns die schmerzliche Nachricht, 'daß am 28. August mein innigstgeliebter Mann, mein lieber, guter Papi, mein guter Sohn, unser lieber Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Herbert Voigt Obergefreiter in einer Flak-Abteilung kurz vor Vollendung seines 32. Lebensjahres den Heldentod fand. In tiefem Schmerz: Elly Voigt, geb. Schneider, und Rosemarie Margarete Hin, geb. Kirsten Bruno Schneider und Frau Oberzahlmeister Bruno Schneider, z. L im Felde, und Frau, Rolf und Ingrid Schneider Familie Adolf Kolbig und Angehörige Gießen (Rodheimer Straße 58), Stadtlengsfeld, den 2. September 1942. Beerdigung: Freitag, den 4. September, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Mit dfen Angehörigen trauern auch wir um unseren gefallenen Arbeitskameraden. Betriebsführung und Gefolgschaft der Wurstfabrik Dietz, Lieh. 04266 Kleinere WMisler- Stelle auch nebenher., evtl. geg.Wohn., gesucht. Schr. Ang. unt. 04260 a.d.G.A. | Verkäufe 2 Ziegen ;u verk. [04245 Altenbork/Lalm Schulsttaße 17. Rollfilm, 6x9 cm oder kleiner. Format) gebr. oder neu, z. kaufen gesucht. SchrifU. Angeb. mit Preisangabe unt. 04205 a. d. Gieß. Anzeiger. Knaben- [04250 SUilMM z. kaufen gesucht. Christine Schneider, Ederstrahe 30. 80-100 Zentner Stroh zum Streuen kauft [2628Ü W.Rinn VIII., Heuchelheim- Abendstern. KleineAnzeigeu im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und geleiea. Suche f. 1. Oktober eine 3-Zimmßrwohnuög mit Zubehör. Schr. Ang. unt. 04264 a.d.G.A. Wir suchen f.zwei Schuhmachergehilfen (Litauer) einfaches Zimmer mit zwei Betten per sofort evtl. 15. Sevt. 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Mond zugleich in der Nähe des aufsteigenden Knotens, d. h. des Schnittpunktes seiner Bahn mit der Ekliptik bewegt, kommt es zu einer tellweisen Verfinsterung der Sonne. Je nach Lage des Beobachtungsortes in Deutschland werden etwa 30 bis 43 v. H. des Sonnendurchmefsers vom Mond abgeblendet. Das interessante Himmelsschauspiel, das man wegen der blendenden Helligkeit der Sonnenscheibe nur mit geschwärzten Gläsern beobachten sollte, vollzieht sich beispielsweise in Berlin wie folgt: Um 17.26 Uhr verührt der Mond den rechten Rand der schon ziemlich tief am Westhimmel stehenden Sonne; die Verfinsterung beginnt. Während der nächsten Stunde sehen wir, wie der tiefschwarze Mond sich /W. Danksagung. Für die vielen Beweise liebevoller Teil- nähme an'dem schweren Leid durch den Heldentod meines unvergeßlichen, lieben, einzigen Sohnes und Bruders, Schwagers, Onkels, Schwiegersohnes und Bräutigams Otto Däuble, Obergefreiter in einem Inf.-Regiment, danken wir hiermit herzlich. In tiefer Trauer: Marie Däuble Witwe, geb. Stein; Oberwachtmeister Paul Schulze-Greifenberg u. Frau Erna, geb. Däuble und Kind Elke; Elsbeth Graf als Braut. Gießen (Sonnenstr.7), Hainhausen b.Offenbach, (Fabrikat: OriginalTänzer) neuwertig, mit Heißwasserschiff zum Preise von 130 RM. zu verkaufen. [04244 Horst-W essel- Wall32 II. Gut erhaltenes Kinderbett mit Matratze zu verkaufen. [04252 Preis 35 RM. Hinter derWest- anlage 11 p r. Goldene H.-Taschenuhr Sprungdeckel, f. 400 RM. zu verkaufen oder geg. Briefm.-Samm- lung z. tauschen. LICHTSPIEL-THEATER Gloria-Palast, Seltersweg: So ein Früchtchen 2626C Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Auf Wiedersehen Franziska Tägl. 3,5.15,8. So. 2.80,5,8 Uhr | Verschiedenes! Ordentliche WM» für 2 Tage alle 14 Tage sofort gesucht. [04238 Frau Amend, Bahnhofstr. 5011 Der MW eleg. schw. Wild- ledervumps mit Ledersohle, Gr. 37, gegen gleichwertige, Gr. 38 bis 38 y2? Schr. Ang. unt. 04253 a.d.G.A. Von Schwester oolö. 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