Gießener Anzeiger <92. Jahrgang Ur. 126 n General-Anzeiger für Oberhessen Bei unseren finnischen Waffengefährten Von unserem E. S.-Sonderberichterstatter. A f i Indiens Freiheitskämpfer Zofe beim Führer / Der Versenkungsrekord im Mai. Von unserer Berliner Schristleitung. I Zu der durch Svndermeldung berichteten Der- die Rom, 1. Ium. (DNB.) Der italienische Wehr- Machtbericht vom Montag gibt bekannt: zu entsetzen, wurden durch entschlösse- Die LlSA -Schiffahrt reicht nicht aus Lissabon Artikel der USA.-Zettschrift „Time" spricht deutlich f r n n marrca, Abteilungen •s fn ri e l b t t 3 Schristleitung und Geschästrstelle: Glehen.Schulftrahe 7-9 Druck und Verlag: vrühlsche Un iverfitätrdruckerri L. Lange Schwer hat es die finnische Hausfrau, schwerer als die Hausfrauen in Deutschland. Doch mit welch schweigender Entschlossenheit trägt sie ihre Last! Ist der finnische Soldat an der Front vorbildlich, seine Heimat steht ihm nicht nach. Man gibt sich nicht einer schlechten Laune hin — denn mit ihr kommt man doch nicht weiter — man läßt sich nicht gehen, sondern man zeigt Charakter. Diesen sie so sehr bedrängenden Sorgen und Widerwärtigkeiten begegnen die Finnen mit einem gewissen natürlichen Stolz — man will sich von ihnen nicht unterkriegen lassen. Jeder empfindet diesen Krieg als seinen Krieg, jeder weiß, daß es um feine persönliche Existenz geht. Immer stand der Feind im Osten. Die alten Burgen in Viipuri und Savonlinna bezeugen dies für Jahrhunderte. Aus diesen moralischen Kräften des finnischen Boltes ist eine auch für den Besucher sehr bald deutlich zu fühlende besondere Atmosphäre entstanden. die Sorge, die den Nordamerikanern die Tätigkeit der deutschen U-Boote bereitet. Durch den deutschen U-Bootkrieg sei die A t l an t i k k ü st e der USA. zum wichtigen Kriegsschauplatz geworden. Der Handelsverkehr zwischen den Alliierten gehe immer weiter zurück, der Verlust an Seeleuten gehe in die Hunderte, während die Marine untätig den deutschen U-Bootangriffen zusehen müsse, da sie nicht über genügend Schiffe verfüge. Im Mai seien die Verhältnisse noch ungünstiger geworden. Auch „New York Sun" gibt zu, daß der Schiffsbau der Alliierten mit den Versenkungsziffern nicht Schritt halten kann und weist darauf hin, daß die Schifssraumfrage in diesem Kriege für die Alliierten eine noch weit größere Bedeutung Nach ein paar Tagen kommt es uns fast unvorstellbar vor, daß uns das Flugzeug aus dem immer noch recht behaglichen breiten Leben S t o ck h o l m s in nur zwei Stunden hierher getragen hatte. Wie seltsam mutet die Erinnerung an jenen freundlich-runden schwedischen Gastgeber an, der bekümmert beim Essen meinte, alles sei so viel weniger reichhaltig geworden, man könne keine rechte Freude mehr haben. Wie fern ist jetzt diese Welt! Immer wieder tritt auch in Gesprächen der Unterschied in den Auffassungen über das Leben der beiden Nationen zutage. So sagte ein finnischer Offizier, in Zivil Leiter eines großen Reklamebüros, in einer Unterhaltung über die Zukunft seiner Heimat: „Die größte Gefahr für unser finnisches Volk ist, daß es uns einmal zu gut gehen könnte, daß mir uns einen Anspruch auf Genuß angewöhnen und von ihm abhängig werden. Dann ist man unfrei. Wir würden unsere Kraft und unseren Mut verlieren." Einen solchen Gedanken würde in. Schweden nur ein Außenseiter aussprechen können. Hier, im Kreise der finnischen Offiziere, die sich im bürgerlichen Leben schon alle durchgesetzt hatten, wurde er ernsthaft aufgenommen und wieder einmal fühlte man das jugendliche Wesen dieses Volkes. nes Zugreifen vereitelt. Im Verlauf dieser Kämpfe fügte die eiserne Panzerdivision Ariete dem Gegner schwere Verluste zu. Es wurden weitere 57 Panzer erbeutet. In Luftkämpfen wurden 33 Flugzeuge von den Jagdfliegern der Achse, vier von der Flak abgefchossen. Damit hat der Feind vom 26. bis 31. Mai 86 Flug,zeuge über Libyen verloren, während am Boden einige Dutzend Flugzeuge zerstört wurden. In der vergangenen Nacht führte die britifche Luftwaffe in rollendem Einsatz und mit beträchtlichen Kräften einen neuen Angriff auf die Stadt Messina durch. Die Zivilbevölkerung hakte einen Toten und 13 Verletzte zu beklagen. Es entstand beträchtlicher Schaden an einigen Gebäuden, so auch am Krankenhaus Principe di Pie- monte. Zwei Kampfflugzeuge erhielten Flaktreffer und stürzten ins Meer. 13 bniifcke Zäaer a^aesch^ssen. Berlin. 1. Juni. (DNB.) Me das OKW. mif- keilt, erlitt die britische Luftwaffe am Montag bei Einflugversuchen in das besetzte Gebiet empfindliche Verluste. Lin stärkerer britischer Jagdverband wurde an der Kanalküste von deutschen Fokke-DulfJägern angegriffen. Jm Verlauf hef- Lrschetni täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener Ttamilienblättet Heimat imRild DieScholle Bezugspreis: Monatlich... RM. 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11688 Franks. M. netz, das von Amerika ausgehe, umspanne fast die ganze Welt, aber die USA. seien niemals darauf gefaßt gewesen, eines Tages derart lange Derfor- gungslimen gegen feindliche Angriffe zu verteidigen und ausschließlich mit der eigenen Handelsschiffahrt zu befahren. Schon jetzt stelle sich heraus, daß die USA. nicht mehr über genügend Schiffsraum verfügten. Die Schlacht zwischen den amerikanischen Werften und den feindlichen U-Booten sei sicher ausschließlich für den Feind siegreich verlaufen. Die USA. können es sich im Hinblick auf die akute Knappheit an Schiffsraum nicht mehr leisten, sich in sinnloser Weife zu verzetteln. Man müsse deshalb entscheiden, ob es für die Weiter- führung dieses Krieges nützlich fei, die Handelsschiffahrt zu Truppentransporten nach allen Kriegsschauplätzen ober für Kriegsmateriallieferungen für Feindliche Gegenangriffe in der Mar- * **: “ die darauf hinzielten, eingefchlosiene Fanals und Alaska habe, die auf dem Seeweg Eiger Lustkämpfe wurden nach bisher vorliegenden versorgt werden müßten. Das fßerforgungs-- ilUdbungen 13 britische Jäger abgefchossen. Sowjetunion einzufetzen. Vereitelte Gegenangriffe in der Marmarica. Der Führer empfing in seinem Hauptquartter — wie schon gemeldet — den Vorkämpfer der indischen Freiheitsbewegung, Subhas Chandra Bose, zu einer längeren Unterredung. Der Führer begrüßt feinen Gast. Links: Gesandter Dr. Schmidt. — (Presse-Hoffmann.) senkung von insgesamt 757 400 Brutto-Register-Tonnen feindlichen Schiffsraums, die durch unsere U-Boote auf allen Weltmeeren im Monat Mai vernichtet wurden, kommen 157 000 Brutto-Register- Tonnen Schiffsraumes, die unseren Flugzeugen zum Opfer fielen, so daß also 924 000 Brutto-Regi- ster-Tonnen im Monat Mai ent)gültig aus der Schisfsliste der Plutokratten gestrichen werden mußten. Das ist eine Rekordziffer, die die riesengroße Gefahr für die von Roosevelt und Churchill in den Krieg getriebenen Völker aufs deutlichste illustriert. Während der Schwadroneur Roosevelt und fein Marineminister Knox prophezeit hatten, im Ma-i würde die U-Boot-Gefahr gestoppt werden, ist das genaue Gegenteil eingetreten. „Deutsche U-Boote kämpften an der Charkow-Front", schreibt betrübt der Londoner „Evening Standard", denn, so führt das Blatt im Kommentar zu seiner nur anscheinend paradoxen Bemerkung aus, ,chas gewalttge Ringen um Charkow wird bereits im St. Lorenzftrom, im Golf von Mexiko unb in der Arktis entschieden. Die U-Boot-Gefahr ist in der Tat zur Zeit größer denn je und hat nicht nur die schwersten Folgen für den eigentlichen Schiffsbestand der Alliierten, sondern mittelbar auch für die Kämpfe an der Ostfront." Der „Manchester Guardian", der sich darüber beklagt, daß die amerikanischen und britischen Werften mit ihrer Produkttonsziffer weit hinter den Versenkungen zurückblieben und ähnliche Aeußerun- gen der Fachblätter „Financial Times" und „Eco- nomist" lassen die wirkliche Lage der Gegner als äußerst ernst erkennen. „Die Gewässer Amerikas sind heute die gefährdetsten der ganzen Welt", meint der Neuyorker Korrespondent eines anderen Londoner Blattes, des „Daily Sketch", man versteht, daß in Washington und London ob dieser katastrophalen Ziffern Angst und Grauen herrschen. Dabei nützen alle' Beschwichtigungspillen unb Kriegsschauplätze, denen Waffen, Munitton, Ausrüstung unb Nahrungsmitel zugeführt werden müssen. „New Port Herald Tribüne" kennzeichne^ die Schwierigkeiten, daß man stets erst Tausende von Mellen auf See zurücklegen müsse, bevor man aktiv in das Kriegsgeschehen ein greifen oder auch nur die Verbündeten mit Kriegsmaterial versorgen könne. Es gelte ja nicht nur die eigenen Truppen zu versorgen, auch Großbritannien, die Sowjets und Tschunking stellten gewaltige Anforderungen an die USA.-Kriegsmarine. Außer^»-ften, d°nn Bei dem britischen Luftangriff auf Köln haben IW bemerkt zu haben, daß die rückwärtigen 23er- die dort eingesetzten Luftschutzkrüfte unqeachtek'eiae- bindungen seiner Truppen abzubröckeln begannen. n°r Derlusle durch laftrafl unb besonderen Mu« ! n A - n °7r °"d "vL dik D-Äck-n eine grohcre Ausdehnung der Brände vcrhlndcr«. I überließen ihm vorläufig gern diesen Weg. Die Was man olles im Mond sieht. bescha- Zrachl- in Stadl und Hafen von Sewastopol. In den Gewässern von Murmansk digten Sturzkampfflugzeuge zwei große schiffe durch Bombentreffer. 3n Nordafrika wurden britische daß 10 v. H. aller Kosten für öffentliche Dauvor- haben in apuanischen Marmorarbeiten angelegt werden müßten. So sieht man heute in allen italienischen Städten an den in den letzten Jahren entstandenen Bauwerken einen früher nicht gekannten Ueberfluß an Marmor, der also keineswegs als Luxus, sondern als rationelle Planwirtschaft erkannt werden muß. Ferner setzte eine von der Re- gierung geschickt betriebene Propaganda ein, die Zunächst dem eigenen Volke, aber indirekt auch der Welt die vielen praktischen Verwendungsmöglichkeiten des apuanischen Marmors vorführen sollte.' Wie so oft, brachte die Notzeit der Marmorbranche Italiens eine früher nicht gekannte technische Organisation, die sich in späteren Friedenszeiten sehr zu ihrem Wohle auswirken wird. Es wurden näm- amerikanischen Küste Hal sich das Doot des Kapilän- leulnanls Winter besonders ausgezeichnet. Truppen gefangen genommen wurden." — Shakespeare läßt Polonius im „Hamlet" sagen: ,Lst dies , , , - ________" Wie lange wird die Methode, die Amerikaner und Engländer geschlagen. Deutsche und italienische Jäger schossen am gestrigen Tage in Luftkämpfen 2 4 britische Flugzeuge ab. Im verlaufe der bisherigen harten Kämpfe brachten deutsche und italienische Truppen über 2 0 0 0 Gefangene ein und vernichteten ober erbeuteten über 3 5 0 Panzer- kam pfwagen, 53 Geschütze und zahlreiches anderes Kriegsmaterial. Au der L a n a l k ü st e verlor der Feind am gestrigen Tage IS Flugzeuge. Zur Vergeltung für den Terrorangriff der britischen Luftwaffe auf die Innenstadt von Köln griffen starke Kampffliegerträfte in der letzten Nacht den Bischofssitz von Canterbury in Südostengland mit Tausenden von Spreng- und Brandbomben an. Die in geringer höhe und bei guter Sicht anfliegenden Verbände beobachteten große Brände. Einzelne britische Flugzeuge unternahmen in der Nacht zum 1. 3uni wirkungslose Störflüge in das westdeutsche Gebiet. Der Kampf gegen die versorgungsschiff- fahrt Großbritanniens und der Vereinigten Staaten war im Monat Mai besonders erfolgreich. Kriegsmarine und Luftwaffe versenkten 170 feindliche Schiffe mit zusammen 924 400 BRT. Außerdem wurden 66 Schiffe durch Bomben- oder Torpedotreffer zum Teil schwer beschädigt. An diesen Erfolgen hat die llnterseebookwaffe. wie schon durch 5on- dermeldung bekanutgegeben, mit der Versenkung von 1 40 Schiffen mit zusammen 767400 BRT. besonderen Anteil. Bei den letzten Kämpfen auf der Halbinsel Kertsch hat sich der Obergefreite (En tian dadurch besonders ausgezeichnet, daß er in einem Steinbruchgebiet trotz starken feindlichen Feuers allein in eine höhle eindrang und durch deren Sprengung die Gefangennahme von 9 Offizieren und 650 Mann ermöglichte. Bei den Erfolaen deutscher Unterseeboote vor der Wir verbringen die Nacht inmitten eines der allergrößten und -blutigsten Schlachtfelder der Kriegsgeschichte. Die Stimmen um uns sind immer stiller geworden. Es regnet, aber der Mond beleuchtet dann und wann gespenstisch das Schlachtfeld, wo Tod und Vernichtung herrschen, wohin man auch blickt. reichen mittelamerikanischen Meeren kommt ihnen ihre Kleinheit und Wendsgkeit sehr zustatten. Ihre Tauchgeschwindigkeit ist erhöht. Die U-Boote werden nicht mehr genietet, sondern elektrisch geschweißt. Das ist besonders wegen der Wasserbomben wichtig. Nieten, die losspringen, gefährden die Festigkeit des U-Bootkörpers. Werden gar Nieten von den Treibstofftanks adgesprengt, so zeichnet sich leicht eine verräterische Oelspur über dem Wasser ab, die eine Verfolgung des getauchten U-Bootes erleichtert. Die modernen deutschen U-Boote sind mit aus- gezeichneten Nachrichtenmitteln zum Auffinden, An- peilen und Abhorchen des Gegners ausgerüstet. Ihre Torpedorohre haben ein größeres Kaliber als früher. Sie führen auch mehr Torpedos mit als vor 25 Jahren. Es ist der Stolz jedes U-Bootkommandan- ten, sich — erfolgreich — zu verschießen. Ein U- Boot ist mit einem schweren Maschinengewehr an den Feind herangegangen, nachdem es keine Torpedos und Geschützmunition mehr hatte. Ein anderes hat durch den bloßen Schrecken den Feind zur Oeffn-ung der Schiffsventile gelungen. Ministerialdirigent Dr.-Jng, Schürer konnte seinen Vortrag mit dem kurzen, inhaltsschweren Satz abschließen: „Diese äußerlich so wenig veränderten U-Boote haben es in fich." Dr. Ho. Der Wehrmachtberichi. DRB. Aus dem Führerhauptquarller, 1. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An der Ostfront wurden eigene örtliche Angriffe erfolgreich durchgeführt. Vereinzelte Angriffe des Gegners wurden abgewiesen. Die Luftwaffe bekämpfte mit starker Wirkung militärische Ziele Stirnbinde webe; einmal im Monat rühre sie einen ^enel um, in dem Mais koche, und währenddessen zerstöre ihre Katze das Gewebe, so daß sie immer wieder von vorn an fangen müsse. Während die Schwarzfuß-Jndianer einen Mann und eine Frau im Monde erblicken, haben die Dakota eine ganz phantastische Szene aus den Mondflecken herausgedeutet: eine Ente, die den abgeschnittenen Kopf eines Mannes hält und einen Mann mit dem .IJceffer in der Hand. Andere Stämme geben dem Mondmann wieder einen Hund oder einen Präriewolf bei. Gegenangriffe unter hohen Verlusten des Feindes ab- Aus dem Angriff in den Kessel Oie Vernichtungsschlacht von Charkow. Neue Lügen um Charkow Don unserer Berliner Schriftleitung. ernen Felgenbaum, und auf Hawai heißt es, die "lecken des Mondes rührten von dem Zweige eines Baumes her, der zu ihm emporgeflogen fei Daß die Flecken den strahlenden Glanz der Mondscheibe beeinträchtigen, hat zu mancherlei . Deutungen geführt. In Bolivien erzählt eine Sage, als die Mondfrau sich in der Hängematte ihres Schwagers ihren Rausch ausgeschlafen habe, s-si ihre Schwägerin gekommen und habe chr Gesicht mit schwarzer Farbe bemalt. Nach der Ansicht der Eskimos wurde das Gesicht des Mondes beim Bal- gen oon Bruder und Schwester berußt. Ganz kompliziert wird die Entstehung der Mondflecken auf Borneo erklärt: der Mond sei ein außergewöhnlich 'chones Mädchen gewesen, und dieses habe den Neid -er Gefährtinnen so sehr erregt, daß ihr eine beim lid) die bisher über 200 apuanischen Marmorsorten, Wenn in bellen hör x gaben bes Gausozialgewerkes bekannt, das besonders die Maßnahmen durchzuführen habe, die über bas Vermögen der Kreissozialgewerke hinausgehen.' Die Vertreter der Kreissozialgewerke wählten dann den Ausfichtsrat des Sozialgewerkes der Handwerker des Gaues Hessen-Nassau, der seinerseits Gauamtsleiter Garner zu feinem Vorsitzer wählte. Die Vorstandswahl ergab die Bestellung der Parteige- nossen Aulmann und Krause, Frankfurt. Das deutsche Geldwesen im Kriege. Auf einer Betriebsführer-Tagung des Gaues Magbebura-Anhalt sprach Reichsbankvizepräsident Lange. Die Grundsätze, baß der Staat zu lenken Oie Dergettung für Köln. Berlin, 1. Juni. (DNB.) Die Stadt Canter« b u ry, die in der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni das Ziel eines Dergeltungsangriffs der deutschen Luftwaffe war, liegt in der Grafschaft Kent an der Straße Dover—London. Es ist eine altertümliche Stadt mit etwa 24 000 Einwohnern, malerischen alten Gebäuden und engen Straßen. Seit den Zeiten von Thomas Decket ist Canterbury die Metropole der anglikanischen Kirche und der Sitz des Erzbischof-Primas von England. Canterbury ist stark von Militär belegt. Wirtschaftlich hat es als Getreidehanbelsplatz, Straßen- unb Eisenbahnknotenpunkt Bedeutung. Das englische Nachrichtenbüro Reuter schreibt über die Wirkung des deutschen Vergeltungsschlages: „In ben frühen Moraenstunben bes Montag unternahm die feindliche Luftwaffe bei Hellem Mondenschein einen Vergeltungsangriff auf die bc- rühmte Kathedralenstadt Canterbury. Zahlreiche Geschäftsgebäude gingen in Trümmer. Zerstörte Gebäude schwelten noch in der Sonne des Juni-Morgens an vielen Stellen der Alfftadt. Gebäude, die Jahrhundertelang gestanden haben und Canterbury zu einer der schönsten Städte Englands machten, sind ein Raub der Flammen geworden, bie durch die engen Straßen Canterburys rasten." Zum Löschen der Brände mußten zahlreiche Feuerwehren aus den umliegenden Bezirken eingesetzt werden. Südafrika in Llnruhe. nische Presse meldete und Timoschenko vorher an- , , ______ „________„o,___7 kündigte, ist abermals dank des Feldherrngeaies angeblichen Vernichtung von 36 deutschen Divi- des Führers unb der unvergleichlichen Tapferkeit । fionen. Danach sind also bie angeblich vernichteten der deutschen und der ihnen verbündeten Truppen deutschen Truppen plötzlich wieder lebendig und an» gewonnen worden. griffslustig geworden! Globereuter aber, eine für Dieser harten Tatsache gegenüber verstricken sich das Ausland bestimmte Auflage der Lügenagentur die Gegner immer tiefer in ihr Lügennetz, um die! Reuter, der übrigens auch „Exchange Telegraph" Welt von der furchtbaren Niederlage abzulenken. [ gehört, schwindelte noch am Abend nach der Fest- So weiß am 1. Juni die amerikanische Nachrichten-; stellung des Oberkommandos der Wehrmacht, baß agentur United Preß folgende erstaunliche Phan- die Riesenschlacht beendet und mit einer Vernich- tafterei aus Moskau zu berichten: Die Bolschewisten tung der Bolschewisten geendet habe, sehr verlegen: befestigten in aller Elle 400 (!) Städte und Dörfer,' ..Es wird nicht angenommen (!), daß bolschewistische bie sie ben Deutschen rings um Charkow abgenom- 7 ' *" * men hätten. Die 19tägige Schlacht sei beendet, aus» fpeare läßt Polonius im „Hamlet" sag genommen für die beuischen Panzerkräfte am Süd- schon Tollheit, hat es doch Methode. flügel. Die Schlacht werde als ein Sieg ersten Ran- LU LU XmucvUuu» u1u> «.nHiunutn ges für bie Bolschewisten angesehen, weil — Hit- derart ungeheuerlich zu belügen, noch bauern? Und lers Zeitplan vollständig umgeworfen und well 30 | was kommt dann? erzählen dazu, der Mond habe einen Mann zu sich I schi OSÄHSHS üerfcfc und noch heute darin zu sehen, wie es seine sicht; diese Flecken sind noch heute sichtbar," Q £ Die knappen Angaben des Oberkommandos der | deutsche Infanteriedivisionen sowie 6 Panzerdioi- Wehrmacht über den triumphalen Sieg bei Char- fionen fast vollständig aufgerieben worden feien, kow unb die Vernichtung oon drei Sowjetarmeen Man stelle sich nur vor: Timoschenko muh, um werden jetzt durch bie Berichte neutraler Augen- sie gegen deutsche Streitkräfte, die angeblich ooll- zeugen ergänzt, die das Schlachtfeld der Vernich- ständig aufgeriöben sind, zu schützen, angeblich 400 (!) tung unmittelbar nach der Niederlage Timoschenkos Städte und Dörfer, die um Charkow Herumliegen besucht haben. Der Schweizer und der Schwebe, bie sollen, befestigen. Diese Münchhausiaden werden neben anderen neutralen Berichterstattern die Wir-1 noch übertroffen durch den sattsam bekannten kuna der deutschen Waffen auf bie Eingefchlossenen Lügenberichterstatter des Londoner „Exchange Tele- beschreiben, können kaum bie Bilder des Grauens graph", ber aus Moskau kurz unb bünbig berichtet: unb Entsetzens, wahrhaft apokalyptische Erscheinun- „Die Schlacht um Charkow darf als eine der oer- gen eines unsagbaren Zusammenbruchs und einer! nichtendsten Niederlagen ber beutschen Armeen an- restlosen Vernichtung, nachzeichnen. Hier liegen aus gesehen werden." Da wundert man sich doch, daß neutralen Quellen oon Augenzeugen Darstellungen Timoschenko selbst noch nicht in Charkow ist, wie vor, die, wenn bas überhaupt noch nötig gewesen Moskau selbst bereits für die ersten Tage der Offen- wäre, bie lakonischen Angaben bes Oberkommandos sive geschwinbelt hatte. Uebrigens melbet die gleiche der Wehrmacht über Gefangene und Kriegsmaterial Lügenagentur im gleichen Atemzuge, daß Timo- ergänzen. Eine der größten Schlachten dieses Krie- schenko „im südlichen Abschnitt der Charkow-1)ront 170« »in» honho' mi« hi* deutsche Angriffe abwehren müsse" — wohlgemerkt: nach seinem erlogenen glorreichen Sieg, nach ber und die Wirtschaft nach Gesichtspunkten des natio- nalfozialiftischen Leistungsprinzips zu wirtschaften habe, habe in der Geld, und Währungspolitik eine völlige Loslösung vom Goloautoma- tismus und eine Neuordnung mit sich gebracht, bei der die beste Deckung der deutschen Währung die unerschöpfliche. Arbeitskraft des deutschen Volkes und das unerschütterliche Vertrauen zum Führer darstel- len. Mit Rücksicht auf die Notwendigkeit, den Konsumgüteroerbrauch immer mehr einzuschränken, um dafür in verstärktem Maße Kriegsgüter herzustellen, laute die Parole für jeden Deutschen: „Mehr leisten und weniger ausgeben!" Bei der Finanzierung von Rüstungsaufträgen des Meiches sei der Grundgedanke, die der privaten Wirtschaft erteilten Rüstungsaufträge möglichst in prioatwirtschaftlichen Formen durch weitgehenden Ginsatz von Bankkredit abzu- wickeln. Durch den Wegfall der Vorschüsse -werde sich für das Reich hauptsächlich der Vorteil einer sparsameren Verwendung von Haushaltsmitteln ergeben. Neben weitgehenden Rationalisierungsmaßnahmen bei den Instituten bet Geld, und Kreditwirtschaft, wobei Menschen und Kosten eingespart werden müßten, sei es auch ein Gebot der Stunde, solche interner Natur durchzuführen nach dem vorbildlichen Beispiel der Reichsbank unter nationalsozialistischer Führung, wodurch gewaltige Le-istunqs- steigerungen erzielt worden seien, obwohl mehrere tausend Gesolgschastsmitglieder zu den Fahnen einberufen sind. Bulgarische Künstler und Soldaten inFrank'urt. In Frankfurt sind die Mitglieder der- Nationaloper Sofia, die bei der Deutsch-Bulgarischen Woche mitwirken, sowie ein Musikkorps der bulgarischen Wehrmacht eingetroffen. Zöglinge der Heeresmusik- schule spielten zur Begrüßung der Gäste die bulgarische Nationalhymne. Am Nachmittag hieß Generalintendant Meißner die bulgarischen Gäste im Foner der Oper herzlich willkommen, wobei er be- sonoers auf die schon seit langen Jahren bestehenden engen kulturellen Beziehungen zwischen Frankfurt und Sofia hinwies. Der Direktor der Sofioter Oper, Prof. Steinov, dankte für die gastfreundliche Aufnahme. Es ist das erstemal, daß ein Musikkorps der bulgarischen Wehrmacht in Uniform zu einem Freundschaftsbesuch deutschen Boden betritt. So war denn auch die Begrüßung, die den bulgarischen Soldaten zuteil wurde, besonders herzlich, als das Musikkorps am Montagabend durch die Hauptstraßen der Stadt marschierte und so in erste Fühlung mit der Frankfurter Bevölkerung kam. Berliner Kunstwoche im Kriegsjahr 1942. Am Sonntagmittag fand in der Nationalgalerie die Eröffnung der Berliner Kunstwochen und der Beginn der großen Berliner Kunstausstellung statt. Obei-bürgermeister Steeg verlas eine Botschaft des Berliner Gauleiters und Reichsministers Dr. Goebbels, in der dieser darauf hinweist, welches Zeichen nationaler Kraft und nationalen Selbstbehcrgvtungswillens in der Tatsache zu sehen ist, daß mitten im größten Kriege aller Zeiten eine so umfassende Demonstration künstlerischen Schaf- fens gegeben werden könne. Nach den vom Strub- Ouartstt gespielten Variationen über das Deutschlandlied führte« Professor Schweitzer die Gäste durch die Ausstellungsräume, in denen 700 Werke lebender Künstler einen starken Eindruck vermitteln von dem ernsten Streben der Künstler in diesen ernsten Zeiten des Krieges. Kleine voliiische Nachrichten. Wie das OKW. mitteilt, ist General der Panzertruppen C r ü w e l l von einem Erkundungsflug gegen den Feind an der afrikanischen Front nicht zurückgekehrt. Nach Meldungen des britischen Nachrichtendienstes befindet sich General Crü- well in britischer Gefangenschaft. ♦ Zwischen dem Deutschen Reich und der Türkei ist in Anknüpfung an Verhandlungen im Jahre 1939 ein Abkommen getroffen worden, wonach der türkischen Regierung 100 Millionen Reichsmark kreditiert werden, die von der Türkei zum Ankauf von Kriegsmaterial in Deutschland benutzt werden. Eine türkische technische Kommission ist in Berlin eingetroffen. ♦ Japanische Truppen haben in Südchina Tschunghwa, einen wichtigen strategischen Punkt am Kischiu-Fluß, 75 Kilometer nordöstlich von Kanton, im Rahmen eines Angriffes auf Vie in der Provinz Kwangtung stehenden Tschungking- Truppen des Generals Puhanmu besetzt. Warnung aus Stendal Roman von A. Lothar Philipp 44. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der Vorsitzende hob die Schußwaffe hoch, die Krähe am Gerichtstisch niedergelegt hatte. „Kennen Sie diese Waffe?" fragte er. Brommund trat einen Schritt näher, betrachtete die Pistole und sagte dann: „Ja, die wurde von dem Kriminalbeamten bei uns gefunden. Kinder spielten mit ihr, sie war zum Glück nicht geladen. Die Kinder — mein Junge Fritz und die beiden Töchter des Artisten Kunde waren es — sagten, sie hätten die Waffe unter den Sachen des Surnor gesunden." „Angeklagter Surnor", rief jetzt her Vorsitzende, „kennen Sie diese Waffe?" „Nem!" rief der Zigeuner wie aus der Pistole geschossen. „Sie haben sie ja noch gar nicht angesehen. Kommen Sie her und sehen Sie sich die Waffe genau an!" Sumor trat zum Richtertisch, warf Brommund einen haßerfüllten Blick zu und nahm die Waffe auf. Wenig sah, wie seine Faust die Waffe umspannte, so fest, daß die Knöchel weiß wurden. „Nein", sagte Sumor, „ich schwöre Ihnen, ich kenne die Waffe nicht." Ich habe niemals eine Waffe besessen. Es ist doch, verboten, daß Zigeuner Schußwaffen besitzen. Ich weiß auch nicht, wie ich damit umgehen soll, ich schwöre es Ihnen, alles, was dieser Mann sagt, ist Lüge, ich habe —" „Es ist gut, gehen Sie wieder auf Ihren Platz." 2)*r Vorsitzende blätterte jetzt in den Akten,.dann warf er dem Staatsanwalt einen Blick zu und sagte: „Angeklagter Sumor, wollen Sie nicht jetzt ein Geständnis oblegen? Ebenso Angeklagte Norodna. Die tödliche Waffe liegt hier, sie gehörte nachweislich Ihnen, Angeklagter Sumor. Ebenso ist die Waffe hier, aus der jener Schuß auf die Uhr ab» Gebt zur Allkleider- und Spinnstoff-Sammlung! Annahmestellen der Gießener Ortsgruppen: IHiffe: Blarktslraße 25, werktags von 17 bis 19 Ahr. Nord: „Einhorn", Lindenplah 1, Montag, Mittwoch und Freitag von 1 7 b i s 1 9 ll h r. 0 st: Licher Straße 19, Geschäftsstelle der DAA., werktags von 15 bis 1 S U h r. Süd: hofmannstrahe 1, Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Liebigstrahe 58 (Autogarage), Mittwoch und Samstag von 19 bis 21 Uhr. Unterhof und Oberhof (Bergwerk), Mittwoch und Samstag von 19 b i s 2 1 U h r. Klein-Linden: Steinstraße „Altes Backhaus", Mittwoch und Samstag vonl9bis21Uhr. M ief eck: Schulstraße 3, Mittwoch und Samstag von 18 bis 22 Uhr. Aus der Giadt Gießen. Biologische Lehrwanderung im Etadtwald. Stark und innig wirkt alljährlich das seelenvolle Lied des Vogels auf das Gemüt des Menschen. Keine Tierklasse ist uns darum so ans Herz gewachsen wie die der Gefiederten. Ihrem Studium galt die erste Lehrwanderung 1942 der Arbeitsgemeinschaft Biologie am Samstagnachmittag durch den Stadtwald. Die Führung lag, wie im vorigen Jahr, in bewährten Händen Dr. Völkers. Dr. Völker lenkte Blick und Aufmerksamkeit auf die hauptsächlichsten Vertreter der Vogelwelt im deutschen Walde, ohne die wir ihn uns nicht gut vorstellen können. Der schmetternde, klangvolle Schlag des Buchfinken vereinte sich mit dem vollen Ruf des unsteten Kuckucks. Das herrliche Lied der schwarten Amsel ergötzte die Forschenden ebenso wie das Der auf der Oberseite olivenbraunen, auf der Unterseite gefleckten Singdrossel. Vom hohen Baumwipfel herab erschallten die volltonigen Strophen des hoch- eleganten Waldlaubsängers, des „Schwirroogels", der feinem schwirrenden, schnarrenden Lockton seinen volkstümlichen Namen verdankt. In das Waldkonzert stimmte weithin vernehmlich der Zilp-Zalp oder Weidenlaubsänger mit seinem einförmigen Liedchen ein. lieber einen süßen Zwitschergesang in weichen Molltönen verfügte der Fitislaubsanger im üppigen Buschwerk des Mischwaäes. Silberhell läutete das Sümmchen der schwär,zbeschlipsten Kohlmeise im grünen Dom des Waldes, durch den die Liebessehnsucht eines Spechtes in weniger schöner Form des Trommelns knarrte. An einer blößenrei- chen Waldstelle stieg der Baumpieper, ein schlicht lerchenartig gefiedertes Vögelein, von einem Daum- wipfel aus in weitem Bogen in die Lüfte, kanarien- artig dazu trillernd, um schließlich mit langsam ersterbendem „Zia zia zia" zu seinem Ausgangspunkt zurückzukehren. In nächster Nähe gewährte die in der Hauptsache gelb gefärbte Goldammer, deren schlichte Strophe so finnig mit „Wie wie wie hab ich dich — lieb" übersetzt wird, eine längere Sitzung. Auch der große, elsterartig gezeichnete Raubwürger, auch Krickelster genannt, ein Standvogel, machte uns das Vergnügen. In der Ferne ruderte schwer und plump eine Krähe, und in ihrer Nachbarschaft stand wie angenagelt in der Luft ein Falke und führte sein ihm eigentümliches ..Rütteln" vor. In die lange Kette der Beobachtungen flochten sich verschiedene Probleme der Vogelbiologie ein, insbesondere die wirtschaftliche Bedentung gewisser Vogelarten und das Flugproblem. Erschwert, aber gerade deshalb um so reizender und anziehender wurde die Beobachtung der Sänger durch die große Flüchtigkeit ihres Wesens. Was wäre unser deutscher Wald ohne seine beschwingten Sanger? Er käme uns öde vor, und alle seine sonstigen Reize ließen uns kalt und könnten uns nicht ans Herz greifen. Die Gründe der Verherrlichung des deutschen Waldes und feiner liederreichen, beschwingten Lieblinge durch Wort und Lied, Zeichnung, Foto und Gemälde waren den Teilnehmern des Lehrgangs so recht zum Bewußtsein gekommen nach diesem köstlichen Erlebnis. Im Sinne aller Teilnehmer wurde Dr. Völker herzlicher Dank ausgesprochen mit dem allseitigen Wunsche nach Wiederholung solcher Führungen. H. J. Tagung des Gleibergvereins. Auf der Burg Gleiberg versammelten sich am Samstagnachmittag die Mitglieder des Gleiberg- vereins in großer Zahl zur Generalversammlung. Nach oorauggegangener Porstandssitzung begrüßte der Vorsitzende, Landrat D r. L o tz , Gießen, die Anwesenden, insonderheit den Vertreter der preußischen Aufsichtsbehörde, Oberregierungsrat D r. Kollath, Wetzlar, und gedachte der gewaltigen Siegestaten unserer Wehrmacht. Den Zeitumständen entsprechend hielt sich die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Jahre in bescheidenem Rahmen. Bis auf kleine notwendige Jn- standsetzungsarbeiten wurden keine baulichen Arbeiten Dorgenommen. Die schon vor Beginn des Krieges gehegten Umbaupläne für bessere Wirtschaftsräume im gesamten Unterstock des Nassau- baues haben die Zustimmung des Denkmalpflegers gefunden und sollen nach Kriegsende sofort verwirklicht werden. Für dgs kommende Jahr sind einige Reparaturarbeiten vorgesehen, die mit Hilfe der zuständigen Behörden durchgeführt werden können. Vor allem bedarf der Philippsturm, jener sechseckige, auf den schönen Basaltsäulen am Fahrweg aufgerichtete Turm des äußeren Zwingers, auf feinem Gewölbe eines neuen Estrichs. Hinzu kommen Ausbessern schadhafter Stellen Der Mauern in Der Ruine, Beseitigung von Dachbeschädigungen und Anstrich des Altans vor dem Nassauerbaü. gefeuert wurde, und die gehört der Angeklagten Norodna. Sie können doch nicht leugnen, an jenem Abend in Der Wohnung des Angeklagten Lanos gewesen zu sein —" „Doch", rief Irene, „das leugne ich, ich bestreite es. Ich war an jenem Abend mit Sumor zusammen." „Jawohl", rief der Zigeuner, „Das kann ich bezeugen. Wir waren zusammen im Kino — von sieben bis neun Uhr." „Stimmt es, Zeuge Brommund", fragte Der Staatsanwalt, „daß Sumor an jenem Abend nicht bei Ihrem Zirkus war?" • „Ja, das kann stimmen. Seine Nummer kommt erst gegen zehn Uhr dran, und da war er bestimmt da." „Wir wollen den Portier Hanke vernehmen", sagte jetzt Der Vorsitzende. „Zeuge Wilhelm Hanke!" wurde draußen aus- gerufen, und gleich darauf hörte man die gemütliche Stimme des Herrn Hanke: „Hier ist er, was soll er?" „Reinkommen sollen Sie!" Herr Hanke baute sich vor Dem Richtertisch auf. „Nun, Herr Hanke", begann Der VorsitzenDe, nachdem Die Personalien aufgenommen roorDen waren, „haben Sie die Angeklagte Norodna am Mordabend gesehen?" „Jawohl, Herr Gerichtshof, das habe ich. Die war doch die Freundin von Herrn Lanos. Die ist oft gekommen, und was die Hauckwitz ist, Die Vermieterin, Die hat immer beibe Augen zugemacht, nur wenn Der Hof mal ein bißchen Dreckig ist, hat sie die Augen aufgerissen unD Die Schnauze dazu—" „Wir wollen etwas über die Angeklagte hören, Herr Hanke, vielleicht bleiben Sie bei der Sache." „Sache, jawohl, bei der Sache. Sie kam dann abends runter —" „Wann?" fragte der Staatsanwalt. „Pas muß so gegen neun Uhr gewesen sein, vielleicht ein bißchen später oder eip bißchen früher, so genau weiß ich das nicht. Sie kam mit einem Mann runter und ich dachte, das fei der Herr Lehrer Praß, Krofdorf, gab einen Bericht über Die Vermögenslage, Die als sehr gut zu bezeichnen ist, da das Barvermögen beträchtlich gewachsen und als Baurücklage für spätere Zeiten verzinslich angelegt ist. Auch im vergangenen Jahr konnten 1231 Reichsmark gutgeschrieben werden. Die Auflage von 2000 Gleiberg-Büchern ist fast vergriffen, ein Beweis für das allgemeine Interesse an Der heimatlichen Burg. Besser könnte allerDings Der Zustrom neuer Mitglieder sein, zumal der Jahresbeitrag nur 3,— RM. beträgt. In einer anreaenDen Aussprache schwang immer wieder der von heimatlichem Idealismus getragene Grund ton Durch: Es ist unser Gleiberg, und er soll es auch weiterhin bleiben 3um Nutzen und zur Freude aller einheimischen und fremden Besucher. Gloria-palast: „Schicksal". Eine balkanische Film-Romanze, welcher der grillparzersche Titel „Ein treuer Diener seines Herrn" besser anftünDe als Der gewählte, zu anspruchsvolle und auch zu farblose: Die Fabel beginnt 1919; Fürst Melnik, Führer Der mazedonischen Irr eben ta in Bulgarien, kämpft mit seinen Getreuen aus Dem Strumatal leiden sch östlich gegen den Friedensvertrag von Neuilly und Die in Sofia zur Macht gelangte Regierung, wird auf seinem Schloß belagert, überwältigt, zum Tode oerurteilt. Sein Gegner ist ein Leutnant Kosta Wasileff, dessen Bruder unter Melniks Regime als Verräter hin- gerichtet wurde. Melnik selbst Darf sich und seinen Leuten Den Henker bestimmen, Der sie dem Galgen überliefert, und wählt dazu feinen ergebenen Diener Stephan; Der kommt samt Melniks unerkannt gebliebenen kleinen Kindern, Die er für seine eigenen ausgibt, mit dem Leben davon. Stephans Ämt heißt fortan: Treue, Verschwiegenheit, Rache. Siebzehn Jahre lang ist er den Fürstenkindern Dimka und Dimo nicht nur ein treuer , Diener, sondern „Pater und Mutter" in einem. Äls Kellner verdient er, oft genug unter Den unwürdigsten Umständen, Das Geld, von Dem Dimo studieren unD Dimka ein sorgenloses Leben führen kann. Nach 17 Jahren wirbt ein Fremder um Dimka, Die seine Liebe erwidert: es ist Kosta. Obwohl er und Stephan einander erkennen, besteht der gewesene Leutnant auf Der Heirat. Aber Stephan muß am Hochzeitstage ein dreifach furchtbares Geständnis vor feinen „Kindern" ablegen: daß er nicht ihr Vater ist, daß er damals Der „Henker" war, und daß er Kosta soeben erschossen hat. Er muß ins Gefängnis, wird Dann vom König begnadigt und zuletzt von Den Kindern auf ihrem Schloß als „Vater" ausgenommen. * Die Fabel, uns zeitlich wie räumlich einigermaßen fern, belastet überDies durch die unwahrscheinliche und geflissentlich zugespitzte Verknüpfung der Beziehungen, Die uns weniger Den Namen des Schicksals als Den romanhaft gewollter Zufälligkeit zu verdienen scheint, würde uns kaum bewegen, wenn nicht Heinrich George seine reife, aus Dem Vollen schöpsenDe Kraft Der Menschengestaltung Dafür einsetzte: er ist Der Diener Stephan, schwer unD täppisch wie ein Bär — Die Eingangsszene des Spiels mit Den Kindern legt Die Wurzeln feines Wesens frei —, voller Liebe und Sorge, Güte und Opferbereitschaft, eine sehr rührende und herzliche Gestalt. Gisela Uhlen unD Will Quad- fl i e g, Der früher in Gießen spielte, sind in jugendlicher Unbekümmertheit die Fürsten kinder. Christian K a y ß l e r, sparsam und eindringlich, Lanos gewesen, aber beschwören kann ich das nicht, weil er immer hinter ihr ging. Bei uns ist viel Verkehr, weil viele Untermieter da wohnen, wissen Sie —" „Sie können also beschwören, daß Die Angeklagte Norodna gegen neun Uhr abends herunter« kam und das Haus verließ?" jawohl, das kann ich. Es kann auch erst halb neun gewesen sein." „Gut, ich danke Ihnen, Sie können sich setzen." „Nichts zu danken, Herr Gerichtsrat, das ist gern geschehen." Hanke verbeugte sich und zog sich zu den Plätzen Der Zeugen zurück. Der Staatsanwalt erhob sich jetzt. „Es ist ganz klar'", sagte er, „daß Die Angeklagte in starkem VerDacht steht. Sie war zur Zeit Des MorDes in Der Wohnung, mit Der Waffe ihres Liebhabers Sumor ist nachweislich Der MorD verübt roorDen, währenD aus ihrer eigenen Waffe Der Schuß gegen Die Uhr gefeuert rourDe. Offenbar hat sie wegen Dieses Liebhabers Die Tat verübt. Hier sind Die HintergrünDe noch etwas Dunkel, wie ich zugeben will, aber Daß die Angeklagte Norodna Die Tat verübte, ist meines Erachtens nicht mehr fraglich." Wenig, der sich damit beschäftigte. Die Angeklagten zu' beobachten, sah, wie Sumor sich heftig zu Irene umroanhte, Die zusammengezuckt war und mit ihrem Anwalt sprach. Sumor war sehr erregt, währenD Lanos zwar bleich aussah. Doch anschei- nenD seine Ruhe behielt. Jetzt trat Elisabeth vor. „Haben Sie noch etwas zu sagen, Fräulein Per- Ung?" fragte Der Vorsitzende. „Ja", antwortete sie leise, „ich möchte einige Worte an meinen Vater richten." Zum erstenmal sprach sie das Wort „Vater" aus. Sie legte eine innige Betonung in dieses Wort und wandte sich Dann mit feuchten Augen zu Lanos, Der aufgeftanben war unD sich zu ihr vorbeugte. „Vater", sagte sie, „du weißt, was für1 ein guter und treuer Freund mir Barthold war. Willst du ihn als Der Fürst Melnik, und Werner Hinz mit einer scharfen, auch sprachlich, markanten Umrißzeichnung als Der Leutnant Kosta, sind vom kleinen Ensemble hervorzuheben. Geza von Bolvary. hat das Drehbuch Gerhard Menzels mit lebhaften optischen und musikalischen Akzenten in Szene gesetzt; Anton Proses schrieb Die Musik; Hans Schneeberger schuf eine malerische und ausdrucksvolle Photographie. (Man wird bemerkt haben, mit rote einfachen und sinnfälligen Mitteln etwa die Vorstellung einer langen Gefängnishaft oder eines weiten beschwerlichen Weges bewirkt wurde.) — Ufa. Hans Thyriot. Anton Dörfler im Voriragsrina. Als Gast des Gießener Dortragsringes las Anton Dörfler gestern abend in der Aula aus feinen Büchern. Er begann mit einer Erzählung. „Das Geheimnis Des Engelbert Turner", im treuherzigen Tone Des Kalend-xmannes und Der Spinnstubenge« schichten behäbig und etwas umständlich ausgebaut, mehr von der Reflexion als von Der Handlung lebend. Obwohl hier ein einfacher Soldat, sonst Hufschmied und übrigens Vater von fünf Kindern, einem Kompaniekameraden ein ihn geheimnisvoll bewegendes Erlebnis bei der Operation seiner Frau im Krankenhause erzählt, ist es kaum eine Soldaten-, noch weniger eine Kriegsgeschichte, sondern in einem allgemein menschlichen Bereich Der Bericht von unerklärlich wirkender und -heilender Sympathie, des fernhin gelenkten Gefühls und Willensstromes, der zwei vertraute Menschen im Augenblick der Entscheidung über Tod und Leben miteinander verbindet. Es folgte Dann eine Reihe von Gedichten, zuerst ein Sonett „Erweckung" (dessen schwierige Kunst« form sich allerdings nur in der aufmerksamen Lektüre vollkommen zu erschließen pflegt und zu würdigen ist); „lieber einem Glase Wein" heißt die bedächtige Betrachtung eines still genießenden Zechers; ein Liebeslied besingt die Stadt Würzburg, Die schon so viele entzückt hat; aus Der gleichen beschwingten Empfindung versuchen zwei Oben, an Mozart und an Beethoven, Das Wesen Des musikalischen Genius im Wort zu beschwören; endlich zwei Gedichte an hie (Eltern, au« Dem persönlichen einem allgemeinen Gefühl und Widerhall zu streb end. Den Schluß Der Lesung bildete die Geschichte „Brigitt und die vier Elemente", im altfränkisch- poetischen Stil Der geblümten Rede von vier bejahrten und einspännigen Männern in einer kleinen Stadt berichtend, die in gemeinsamem Musizieren und in Der Begegnung mit einer jungen, blühenden Frau, einer Gesellenwitwe aus Südtirol, einen flöten Frühling erleben; eines Tages bricht ein feuriger, junger Mensch in das Idyll ein, Brigitt erlebt noch einmal Die große Liebe, und das Quartett der Alten findet sich unvermutet und still gerührt mit Großvater- und Patenfreuden beschenkt. — Die diesmal nicht sehr zahlreiche Hörerschaft spendete freundlichen Beifall, während Anton Dörfler sich mit einem Spruchgedicht „Guter Rat" bedankte und verabschiedete. Hans Thyriot. * ** Deutsches Frauenwerk, Ortsgruppe Gießen-Mitte. Der Gemeinschafts, abend findet am Donnerstag, 11. Juni, um 20.30 Uhr, im Hörsaal des Botanischen Instituts statt. Eingang Botanischer Garten am Brandplatz. Licht- bilderoortrag von Prof. Dr. Küster über „Deutsche Gärten". ** Stadtbücherei. Im Monat Mai wurden 1406 Bände verliehen. Davon kommen auf Romane in Dem VerDacht lassen, daß er dich ermorden wollte? Ich bitte dich, Vater, sage Doch Die Wahr- heit, ich roerDe, wie sie auch aussehen mag, immer zu Dir stehen." Lanos atmete schwer. Mit einem zärtlichen Blick blickte er zu Elisabeth. Dann wandte er sich an Den Vorsitzenden. „Ich habe es satt", sagte er „immer gejagt und gehetzt zu werden. Ich will deshalb die Wahrheit sagen, komme, was da kommen mag." Wenig sah, wie Sumor der Norodna etwas zuflüsterte, und wie die Angeklagte Norodna mit den Füßen aufftampfte. Offenbar wollte sie dadurch Die Aufmerksamkeit Lanos' auf sich ziehen. Aber Lanos achtete nicht Darauf. „Es ist richtig, Daß jener Stamm Holler hinter mir her war, weil ich Irene ausbildete unD zum Variete brachte, unD weil diese Zigeuner Dachten, ich mache mit Irene Geschäfte, während sie Dabei leer ausgingen. Denn an sich war es ihnen nicht so sehr um Irene zu tun, als um die Möglichkeit, aus ihr Geld zu ziehen. — Von Surnor-wußte ich allerdings nichts. Barthold, der bei dem Stamme Holler tätig war, mag das erfahren haben und wollte mich warnen, daß irgend etwas gegen mich unternommen werden solle. Er allein wußte, daß ich Elisabeths Vater bin, und da er an dem Mädel immer mit großer Treue gehangen hatte, so war es nur natürlich von ihm, mich zu warnen, um Elisabeth einen Schmerz zu ersparen. Aber Barthold brachte sich selber durch diese Warnung in Die größte Gefahr, weil die Zigeuner einen solchen Verrat, w-ie sie es nennen, schwer rächen. Ich glaube bestimmt, daß er in Stendal stets unter Beobachtung gestanden hat und deshalb gezwungen war, die Warnung in Geheimschrift zu schreiben. Dann Hat er jedoch sicherlich Angst bekommen, daß seine 9Bamung zu spät komme oder zu spät entziffert werde, und ist deshalb nach Berlin gefahren und mir nachgegangen. Ich —er erhob seine Stimme, „und das möchte ich betonen, habe_ Barthold nicht gesprochen und ihn auch nicht getötet. Weiter kann ich nichts dazu sagen/ (Fortsetzung folgt) Oie Reichssportwettkämpse der HL 300000 Teilnehmer in Hessen-Nassau. von der Gießener Bereitschaft des Deutsch« Kreuzes zum Evangelischen Schwesternhi »en Roten >0115 ver- Die Jagd im Luni mich Mairegen und bei steigender Sonne das Ge- tauschen den Wald mit den ungestörten Weiten : erleichtert wird, solche Hunde zu erwerben und noch der Getreideschläge, werden dort immer heimlicher in Besitz von Zuchtprämien zu gelangen, wenn sie aus dem Die Jagd im Juni steht ganz im Zeichen des roten Bockes. Mitte Mai wurde das Jagen auf den Rehbock freigegeben, um frühzeitig mit dem Abschuß der Artoerderber beginnen zu können. Diese P.; P-; 5/2 1677 P.; 4. JM.-Schaft 8/4 1660 P.; 6. IM.- Schaft 7/5 1564 P. Beste Einzelsiegerinnen: 1. Raddatz, JM.-Gr. 5, 325 P.: 2. Duseberg, JM.-Gr. 3, 305 P.; 3. Peter, JM.-Gr. 3, 292 P.: 4. Kopp, 276 P.; 5. Behaghel, 275 P. (beide FA.-Schar); 6. Freymann, IM.-Gr. 4, ja der Bauer selbst etwas davon, wenn solche Räuber in einen Schafpferch einbrechen und reißen, ausgezeichnet aus füllte. Auf Veranlassung des Reichsjägermeisters wird die Zucht dieses Hundes sich sicher noch, daß früher fast auf jedem Bauernhof als unbestechlicher Wächter, der dos Haus nicht verließ, der Wolfsspitz gehalten wurde, meist „Bommer" gerufen, der als Jagdschädling gar keine Rolle spielte, dagegen seine Aufgabe als Wachhund manches davon vorweg genommen. Aber noch genug Böcke ziehen ihre Fährte in unseren Wäldern, deren Hinüberkommen in die Mitte Juli einsetzende Brunft nicht im Interesse einer Bestandsverbesse- rung liegen kann. Viel Zeit bleibt allerdings dem Jäger zum Ueberlegen nicht übrig. Denn wenn iuuuj wiuutyen uiiu vei imgerwer oonne vas y>e= ^eia-vjugermemers roiro oie ^ua)t vieles z^unoes treibe in Halm und Aehren schießt, dann sind viele ' und seine Abgabe an ländliche Besitzer finanziell Böcke bis auf_ weiteres verschwunden. Sie_ ver-I weitgehend gefördert, so daß es Interessenten sehr bracht. ** Ihren schweren Verletzungen le gen. Die 17 Jahre alte Irmgard Stroh Kinzenbach, die vor etwa acht Wochen auf 957, Jugendschriften 201, Kriegsgeschichte 85, Reise- beschreibungen 44, Lebensbeschreibungen 64, Technik 32, Politik 23 Bände. ** Zusammenstoß zwischen Motorradler und Radfahrer. Heute früh gegen 7 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Steinberg- Gießen in der Nähe der dortigen Bahnüberführung ein Zusammenstoß zwischen einem Radfahrer und einem Motorradler. Dabei erlitt der Radfahrer, ein Mann aus Steinberg, einen Beinbruch, der Motorradfahrer blieb unverletzt. Der Verunglückte wurde andere Rassen, vor allem Schäferhunde, die in der Hand gleichgültiger Besitzer zu einer wahren Plage für ein Revier werden können. Ab und zu erlebt und erschweren das Jagen nicht unwesentlich. Drum wird der Weidmann bemüht sein müssen, die ersten Juniwochen zu benutzen. Am Wochenende traten in den 27 Bannen des Gebietes Hessen-Nassau (13) rund 300 000 Angehörige der Hitler-Jugend und des Bundes Deutscher Mädel zum Reichswettkampf 1942 an. Lauf, Sprung und Wurf waren die Hebungen des Dreikampfes, der dem sportlichen Wettbewerb zugrunde lag. In allen Städten und Dörfern des Gebietes 13 belebten Jungen und Mädel, die ihr Bestes gaben, die Sportstätten. Die hohen Teilnehmerzahlen — annähernd 50 000 im größten Standort, dem Bann 81, Frankfurt, 26 500 im Bann 115, Darmstadt, und 24 000 im Bann 117, Mainz —, sprechen für die in die Breite gehende Sportarbeit. Neben den an der Spitze marschierenden drei Bannen brachten auch die Banne 116 Gießen, 253 Limburg, 98 Hanau, 288 St.-Goarshausen und 304 Lauterbach ein starkes Aufgebot an jungen Wettkämpfern. Im Vordergrund stand, wie immer, der Mannschaftskampf der Einheiten, allerdings wurde auch die beste Einzelleistung in allen Altersstufen durch die Verleihung der Siegernade! anerkannt. Daß überall in den Bannen die festgesetzte Mindestzahl von 180 Punkten in vielen Fällen weit überschritten wurde, ist ein erfreuliches Zeichen für den Leistungsstand unserer Jugend. Innerhalb des Bannes 81 Frankfurt brachten es mehrere Wettkämpfer auf 326 Punkte, im Standort Diez des Bannes 253 kam ein Elfjähriger auf 337 Punkte, und Heribert Schmidt von der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Ora- nienstein schraubte seine Gesamtleistung auf 373,5 Punkte. Im Standort Wetzlar (Bann 88) war die beste Leistung 325 Punkte, im Bann 769 Alzey 333, 339 und 350 Punkte. Neben diesen Ergebnissen der Hitler-Jugend und des Deutschen Jungvolkes traten auch BDM.- und Jungmädel wiederholt mit bemerkenswerten Leistungen hervor. An der Spitze stehen wohl der Bann 769 mit Jungmädelleistungen, die mit 312 und 324 Punkten bewertet wurden, und der Standort Limburg. In Lauterbach (Bann 304) sprang ein Jungzugführer 6,60 Meter weit, und im Weitwurf wurden im Bann Frankfurt 71 Meter, im Standort Diez (253) 74 Meter, in Hanau (98) 75 Meter und in Limburg (253) sogar 78 Meter erzielt. In diese erstaunlichen Ergebnisse teilen sich elf- und dreizehnjährige Pimpfe. 3n Gießen. Ergebnisse der HI. Beste Kameradschaften: l.Kameradschast 1/Or- chesterzug d. Spielgef. 1923 P.: 2. Kameradschaft 1/SRD. 1921 P.; 3. Kameradschaft 31 Marine- Gef. 1773 P. Die Einheiten, gewertet nach den zehn Besten: 1. Marine-Gef. 2221 P.; 2. SRD-Gef. 2204 P.; 3. Spiel^Gef. 2184 P.; 4. Flieger-Gef. 1971 P.; 5. Nachrichten-Gef. 1555 P. Einzelsieger: 1. Kapeller, Mar., 282 P.; 2. Becker, Mar., 277 P.: 3. Pfeifer, Nachr., 275 P.; 4. Frey, Nachr., 265 P.; 5. Halbrotb, SRD., 255 P.; 6. Becker, SRD., 243 P.: 7. Maar, Gef. 1, 242 P.: 8. Weisel, SRD., 222 P.. 9. Hofmann, SRD., 222 P.; ia. Flörke, Mar., 226 P. Ergebnisse des VDM. Beste Mädelschaft: 1. M.-Schaft 6/3/116 1082 P.; 2. M.-Schaft 3/3/116 1047 P.; 3. M.-Schaft 8/1/116 1039 P. waren. Die Jirngfüchse im Bau sind schon stark heran- gewachsen, spielen in den stillen Tagesstunden vor dem Rohr und können dort, wenn die Zahl der Füchse überhandnimmt, leicht kurz gehalten werden. Verboten ist dagegen bis zum 15. Juni der Abschuß führender Fähen. Dieselbe Rücksicht genießen noch führende Bachen, während sonst das Schwarzwild jederzeit be° jagt werden kann. Es sind dieselben Wlldarte-n, die das gonge Jahr hindurch bejagt werden dürfen, wie Sauen, Kaninchen, Fuchs und Iltis, die neben dem Reh bock Schußzeit haben. Die Ausdehnung dieser Zeit auf den Birkhahn, die erstmalig für 1942 gilt, bis zum 15. Juni hat für .uns keine praktische Bedeutung. Hubertus. M.-Gr. 3, 210 P. Ergebnisse der 321L Beste JM.-Schaft: 1. F2l.-Schaft 1 1924 FA.-Schaft 2 1914 P.; 2. JM.-Schaft 1/3 1703 3. JM.-Schaft 5/1 1678 P.; 4. JM.-Schaft Bahnhof Kinzenbach von einem Zuge überfahren und schwer verletzt worden war, ist nunmehr in der hiesigen Klinik nach wochenlangem Schmerzenslager an den Folgen ihrer schweren Verletzungen gestorben. Das bedauernswerte Mädchen war, wie wir seinerzeit berichteten, beim Aussteigen aus dem Spätabendzug, mit dem sie von chrer Arbeitsstätte in Wetzlar heimkehrte, unter die Räder des Zuges gefallen, wobei ihr ein Bein am Körper abgefahren wurde. Diebstähle in einer Wollwarenfabrik. ♦ Schotten, 1. Juni. In der hiesigen mechanischen Strickerei und Wollwarenfabrik von K. Eißfelfer kam man Diebstählen auf die Spur, die sich über das ganze Jahr 1941 und die bisherigen Monate dieses. Jahres erstreckten. Die Diebstähle wurden von der seit Jahren in dem Betrieb beschäftigten 27 Jahre alten Emmi Luch aus Schotten begangen, die eine große Menge Wollwaren verschieden st er Art entwendete und zum Teil an andere Personen ohne Punkte verkaufte oder zu Hause ausstapelte. U. a. wurden von ihr über 150 Paar Strümpfe (Herrensocken und Damenstrümpfe), Strickwesten für Frauen und Männer, Pullover, Kopfschützer, Ohrenschützer, Handschuhe, Unterröcke, Schlüpfer, Schals, Sportstrümpfe, Herrenunterhosen usw. gestohlen, eine Diebesbeute, zu deren Transport bei der Sicherstellung ein Wagen notwendig war. Die Abwesenheit des Firmeninhabers, der einberufen ist, nutzte die gewissenlose Diebin, die auf Grund ihrer langjährigen Tätigkeit in der Familie und dann in dem Betrieb des Firmeninhabers großes Vertrauen genoß, für ihre gemeinen Diebstähle aus. Die Gendarmerie Schotten deckte durch umfangreiche Ermittlungen die lange Reihe von Spitzbübereien auf und nahm die Diebin fest. Die Verhaftete wurde auf Grund der Volksschädlingsverordnung unter richterlichen Haftbefehl gestellt und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Neben der Diebin werden die in der Nähe von Nidda und in Württemberg wohnenden Abnehmer (Verwandte der Diebin) der gestohlenen Waren ein Verfahren wegen Hehlerei zu erwarten haben. Landkreis Gießen. * Langd, 2. Juni. Am heutigen Dienstag, 2. Juni, wird Frau Ww. Lina Döpfer, geb. Gerhardt, 8 5 Jahre alt. Die Jubilarin nimmt an den Ereignissen unserer Zeit noch regen Anteil. Unsere herzlichen Glückwünsche zum Geburtstag. Derduukelungszeit: 2. Juni von 22.35 bis 4.34 Uhr. Die Ricke führt wieder ihre Kitze, und der Jäger sieht in dieser Zeit in dem Jagdschutz eine besondere Verpflichtung. Es ist ja die Jugend, die nun heranwachsen und die Lücken des Notwinters wieder schließen soll. Daß von fetten schlecht beaufsichtigter, jagender Hunde die größte Gefahr droht, ist längst bekannt. Aber auch zweibeinige Räuber kommen in Frage. Was für den Schutz des jungen Rehwildes gilt, kann ebenso für alles andere Wild gesagt werden. Denn Wild und Feld haben sich wieder in eine große Kinderstube verwandelt, und es ist im Grunde gleich, ob es sich um das Alttier mit Kalb, die Häsin mit ihren Junghasen, die Mutterente mit ihrem Schof handelt, oder um das Gelege der Fa- sanenhenne. Wie der Jagdschutz gegenüber Mensch und Tier gehandhabt wird, wirkt er sich auf das Jagdergebnis aus. In diesem Zusammenhänge sei auf einen Versuch zur Eindämmung des außergewöhnlich hohen Schadens hingewiesen, den die Jagd durch wildernde Hunde erleidet. Es ist dem Kundigen längst klar, daß die Zunahme dieser Schäden dadurch bedingt ist, daß alte, bewährte Wachhundrassen, die zugleich wildrein waren, verdrängt wurden durch Einzelsiegerinnen: 1. Run?, M.-Gr., 272 P.; 2. Diegel, M.-Gr. 3, 259 P.; 3. Maus, M.-Gr. 1, 238 P.; 4. Lauer, M.-Gr. 3, 230 P.: 5. Ströhlein, M.-Gr. 3, 228 P.; 6. Bornscheuer, M.-Gr. 3, 226 P.; 7. Markart, M.-Gr. 3, 222 P.; 8. Hill, M.-Gr. 2, 219 P.; 9. Eckel, M.-Gr. 3, 217 P.; 10. Gerhard, mit diesen Hunden die Zucht fortsetzen. Schrellier dieser Zellen traf vor Beginn des Ostfeldzuges m einem deutschen Kolonistendorf im Osten in jedem Hof mindestens einen dieser Spitze an, deren Stammeltern — wie man ihm erzählte — von den Bauern bewußt aus der Heimat nachgeholt worden Haupstchriftlelter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange,' für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtjchaft und Sport: Ernst Blumfchein Druck und Verlag: Brühljche Univerütätsdruckerei R. Lange K. G. Berlagsleiter: Tr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. 265 P.: 7. Vobelt, JM.-Gr. 3, 254 P.; 8. Scheibner, JM.-Gr. 2, 244 P.; fO. Ulrich, JM.Gr.- 3, 244 P. Ergebnisse des Jungvolks. Die beste Mannschaftsleistung des Jungstammes Gießen erzielte die Jungenschaft 4/III des Lehrfähn» leins mit 2368 Punkten. Die nachfolgenden Stellen sind besetzt durch die Jungenschaft 4, Fähnlein 5, 1906 Punkte: Jungenschaft 2 FZ., Spielfähnlein, 1854 P.; Jungenschaft 7, Fähnlein 2, 1783 P.; Jungenschaft 1, Fähnlein 19, 1599 P.: Jungenschaft 2, Fähnlein 1, 1495 P. — Die Fähnlein selbst gruppieren sich in der Reihenfolge: 1. Spielfäbnlein 2375 P.: 2. Lehrfähnlein 2368 P.; 3. Fähnlein 5 2056 P.: 4. Fähnlein 2 2021 P.: 5. Fähnlein 19 1995 Punkte. Einzelleistungen: 1. Schenk (Lehrfähnlein) 259 P.; 2. Lepper (Spielfähnlein) 258 P.: 3. Karl (Fähnlein 5) 253 P.; 4. Gräf 247 P.: 5. Becker 245 P.; 6. Schnecko 244 P. (alle Spielfähnlein): 7. Wimmler (Lehrfähnlein) und Krug (Spielfähnlein) je 243 Punkte: 8. Sonntag 242 P.: 9. Völzing 238 P.; 10. Paulus und Klee je 237 P. (alle Lehrfähnlein); 10. Schömhaber (Spielfähnlein) 237 P. Auslesetätigkeit fortzusetzen, ist Aufgabe des Weid- _ ... _________z„iri.._v _______________..... mannes im Juni. Zwar hat der Winter ihm schon was vor sie kommt. Jeder ältere Leser erinnert Karlsfprudel^^ . .. in Apotheken. Drogerien nntf dmi Bronnenverwaltang Biskircheo -Rui 44- erhältlich. 1789 D Statt Karten! Danksagung. DER REICHSBEAUFTRAGTE DER NSDAP FÜR ALTMATERIALERFASSUNG J Wenn die im Osten Bunker graben, nun eine warme Jacke haben, so danken sie aus Herzensgrund, und bleiben trocken und gesund! Kinder- Sportwagen zu kauf, gesucht evtl. geg. großen Kinderwagen zu tauschen. Heuser Kavlaneigasse 5. Neun Monate nach dem Tode unserer lieben einzigen Tochter, starb infolge eines Unfalles meine liebe, herzensgute Frau, die mir 48 Jahre lang in Freud und Leid treu zur Seite gestanden hat, meine liebe Schwiegermutter, unsere 1b. Großmutter, Schwester, Schwägerin u. Gote Frau Wilhelmine Schaaf, geb. Frank im 70. Lebensjahre. Müh’ und Arbeit war ihr Leben, Gott hat ihr die ewige Ruh gegeben. In tiefer Trauer: Heinrich Christian Schaaf Wilhelm Henß V.; Mariechen und Ernst Henß und alle Angehörigen. Großen-Buseck, z.Z. im Felde, den 1. Juni 1942. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Juni, nachmittags 3 Uhr statt. Für die vielen Beweise der Anteil- nähme an dem schweren Verlust, der uns durch den Fliegertod unseres treuen, unvergeßlichen Sohnes und Bruders Werner Balser, Obergefreiter der Luftwaffe, so hart betroffen hat, danken wir recht herzlich. Gießen (Thomastr. 33), im Felde, 2. Juni 1942. In tiefem Leid: Otto Balser und Frau; Gerhard Balser. 02609 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme, sowie für die Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgange meiner lieben Frau sage ich hierdurch meinen herzlichsten Dank. Besonders herzlichen Dank der Schwester, die sich in großer Liebe der Heimgegangenen angenommen hat. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Wirth. Gießen (Liebigstr. 94), den 1. Juni 1942. 02617 Ist an den Röcken oder Joppen mal was zu flicken oder stoppen, dann tut es mit vergnügtem Sinn und schickt’s zur Sammelstelle hin! Bonniltogs- vilse in gevsl. Haush. gesucht. [1765D Bakmlwfstr. 511 | Verkäufe | Telexem 6x24, neuwertig zu verkaufen. Preis 100 Mk. Schrift!. Angeb. nnt.02615 an ben Gieß.Anz. erbet. | Kaufgesuche | Krankenfabrstubl (Selbstfahrer) gesucht. Schr.Angeb.unt. 02602and G.A. Moderne Personenwagen in- und ausländische Fabrikate, bis 5 Liter, kauft Kasse ab Standort. 6ebrauchtwagenKurfflrstendamnil56 Berlin-Halensee, Rn!: 975412. Tauschwohnung. Suche in Gießen schöne 2- bis 3--Zimm.-Wohnung in ruhiger Lage. Biete in Mainz am Rhein schöne, sonnige, große 3-Zimmer- Wohuung mit Mansarde u.Zubeh. Mietpreis 54 Mk. Schriftliche Angebote unter 02605 an den Gießener Anzeiger erbtzt. Suche 1-2-Zimm.- Wohnung (möbliert) mit Küchenbenutzung z.l.Juli Schr.Angeb.unt. 02613 and.G.A. Größeres schön. 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