I <92. Jahrgang Nr. 78 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Giehener Familienblätter Hermat inüöild-DieScholle Bezugsvreis: Monatlich.,... RM. 1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechansckluh 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf./M. Donnerstag, 2. Aprkl <9^2 GiehenerAnzeiger Annahme von Anzeigen für die Mittagsnumrner bis 8*/2 Uhr desEormittags Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm - bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffell AbschlüsseMengenstaffelv -.Plabvorschrift lvorherige Vereinbarung) 25"/»mehr vrAhlscheUniversttStrhruckerriv. Lange General-Anzeiger surGberhessen 41 «letzen,^Schulpratzer-Y Neuer Appell Boses an das indische Volk Cripps muß seine Abreise verschieben bei der britischen Regierung verbleiben. England glaubt dadurch zu erreichen, daß Indiens Kräfte für das Empire eingespannt und Englands Feinde dahin gebracht werden könnten, die englische Militärbasis in Indien anzugreifen. Die Briten erzählen uns feit September 1939, daß die Achsenmächte einen Angriff auf Indien planen. Deshalb mußten wir indische Soldaten nach Frankreich, Afrika sowie in den Nahen und Fernen Osten schicken. Jetzt soll uns plötzlich Japan bedrohen, und deshalb soll Indien sich zum Kampf gegen Japan fertigmachen. Warum nennt Sir Stafford Cripps nicht den wahren einzigen Aggressor, nämlich den britischen Imperialismus. Der Sieg Englands würde für uns die Verewigung der indischen Sklaverei bedeuten, während unsere Hoffnung auf Freiheit nur auf den Sieg der Dreierpaktmächte gegründet sein kann. Aus meiner guten Kenntnis der Dreierpaktmächte darf ich meinen Landsleuten versichern, daß sie in ihrem Kampf gegen den britischen Imperialismus Verständnis für (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) A n t h r a, Ende März 1942. Bereits in den Jahren vor dem Krieg galten die großen türkischen Städte Ankara und I st a n b u l als die weitaus t e u e r st e n Plätze des Nahen Ostens, das allgemeine Preisniveau der Türkei lag erheblich über dem der benachbarten Länder des Balkans und Kleinasiens. Während des Krieges Jinb die Preise in der Türkei aber ganz erheblich gestiegen, woran auch das Gesetz zum Schutz der nationalen Wirtschaft, das bald nach Beginn des Krieges erlassen wurde, kaum etwas geändert hat. Zu der Teuerung ist nun allerdings noch ein neuer Umstand gekommen, den man etwa bis zum Ende des Jahres 1941 kaum kannte: wachsende Verknappung von einheimischen Lebensmitteln, Rohstoffen und Fertigwaren. Verständlich ist das Fehlen ausländischer Industrie- und. Fertigwaren oder die Verteuerung solcher Waren in Ausmaßen von 200 und 300 v. H. Die Außenhandelswege der Türkei sind zusammengeschrumpft, und in der Einfuhr genießen die für die Landesverteidigung und die Aufrechterhaltung der Industriebetriebe bestimmten ausländischen Waren natürlich den Vorrang. Mit Beging des Balkankrieges im Frühjahr 1941 wurden die beiden Eisenbahnbrücken über die Flüsse Arda und Maritza bei Adrianopel gesprengt, womit eine Unterbrechung der einzigen, eingleisigen Bahnlinie eintrat, die die Türkei mit Europa verbindet. Diese Unterbrechung ist noch nicht behoben, man hofft aber, in den nächsten Wochen mit dem Bau neuer Brücken fertig zu werden. Seit dem Beginn des Rußlandkrieges kann ferner die Schiffahrt auf dem Schwarzen Meer, die vorher im Handel der Türkei mit Mittel- und Nordeuropa die wichtigste Rolle spielte, nicht mehr im alten Umfang durchgeführt werden. Mehrfache Vorkommnisse der letzten Zeit haben gezeigt, daß die sowjetischen U-Boote weder die türkische Flagge noch die türkischen Gewässer respektieren, trotz türkischer Proteste. Die Zufahrtslinien aus dem westlichen und östlichen Mitte l m e e r zu den türkischen Häfen unterliegen ebenfalls Kriegseinflüssen. Der letzte Weg, der über den Persischen Golf führt, ist^oenig leistungsfähig, wegen des langen Eisenbahnweges über den Irak, Syrien und durch ganz Anatolien. So muß sich die Türkei also in der Einfuhr große Beschränkungen auferlegen, wenigstens so lange, bis die Bahnverbindung nach Europa wieder ausgenommen ist und die Schiffahrt auf dem Schwarzen Meer wieder normal funktioniert. Aber auch dann Stockholm, 2. April. (DNB.) „Ich schiebe meine Abreise aus Indien auf“, erklärte Cripps am Donnerstag. Cripps hatte Vorkehrungen für seine Abreise am Montag getroffen. Er beschloß jedoch, noch ln Indien zu bleiben, da er glaubt, daß er nächste Woche noch zusätzliche Arbeit in Indien verrichten könne. Diese Erklärung von Cripps zeigt deutlich, auf wie große Schwierigkeiten seine Verhandlungen gestoßen sind, da drei maßgebliche indische Parteien — der Ausschuß aller Sikh-Parteien, die Hindu- Mahasabha und die indische Valiona- listenpartei — die britischen Vorschläge abgelehni haben. Oie Stellung der Parteien. Stockholm, 2. April. (Europapreß.) Die Organisation der orthodoxen Hindus, M a h a s a b b a, hat in einem ausführlichen Memorandum ihre Ab- lehnung des Cripps-Churchill-Planes begründet. Da nach der von Cripps abgegebenen Erklärung der britische Plan als Ganzes angenommen oder abgelehnt werden müsse, und da wesentliche Teile des Vorschlags unannehmbar seien, wäre der Hindu-Mahasabba nichts anderes übriggeblieben, als den Plan abzulehnen. Bei der Hindu-Mahasabba handelt es sich um den seit 1923 bestehenden „Großen Rat", der die religiös-moralische Autorität der Hindus darstellt. Seine Entscheidung dürfte nicht ohne Einfluß auf den Entschluß bleiben, den die K o n g r e ß p a r t e i, die größte politische Organisation der Hindus, treffen wird. Der Arbeitsausschuß der Partei hat Cripps ersucht, zu der Frage der Machtergreifung in der Zeit bis Kriegsende Stellung zu nehmen. Inzwischen werden Gandhi und Nehm einen Resolutionsentwurf für den Kongreß . abfassen. Der radikale Flügel besteht darauf, daß die Landesverteidigung sofort an Indien übertragen wird. Nach einem Kompromißvorschlag soll ein indischer Vertrauensmann in das Verteidigungsressort der Zentralverwaltung übernommen werden. Für ausschließlich militärische Angelegenheiten soll jedoch allein der britische Oberbefehlshaber, der nur dem britischen Kriegskabinett verantwortlich ist, zuständig bleiben. Die Moslem- Partei hat sich, ohne bindende Beschlüsse zu fassen, -bis Freitag vertagt. Die Vertreter der fast fünf Millionen starken Sikhs lehnen den britischen Vorschlag ab, weil der Cripps-Plan, statt die Einheit Indiens zu stärken und zu erhalten, eine Trennung der Provinzen oorsehe und die Sache der Sikhs verrate. „Stets seit der Ankunft der Briten", so wird gesagt, „hat unsere Gemeinschaft auf jedem Schlachtfeld des Empire für England gekämpft, und dies ist nun der Lohn — daß unsere Stellung in Pund sch ab, die die Engländer zu wahren versprachen, und wo wir eine hervorragende Rolle spielten, nun endgültig aufgehoben wurde. Wir haben jede Hoffnung verloren, berücksichtigt zu werden. Wir werden jedoch mit allen möglichen Mitteln einer Lostrennung des Pundschab von der All- indischen Union widerstehen. Wir werden niemals zulassen, daß unser Mutterland der Barmherzigkeit Derer ausgeliefert wird, die es enteignen." Cripps empfing- den indischen Demokraten Roy und den Arbeiterdelegierten I a n n a d a s N e h t a, ferner den Maharadfchah von Parlacimedi, den Premierminister von Orissa und Vertreter des allindtfchen Stüde ntLn^-Undes. Berlin, 1. April. (DNB.) Subhas Chandra Bose richtete am Mittwoch über einen Rundfunksender einen neuen Appell an das indische Volk, in dem es u. a. heißt: Nach Prüfung des Angebotes der britischen Regierung und der Ansprachen von Sir Stäfford Cripps komme ich zu dem Ergebnis, daß Cripps sich als Werkzeug der jahrhundertelangen Politik des britischen Imperialismus hat ausnutzen lassen — nämlich der Politik des „divide et impera“. Sir Stafford Cripps verhandelt mit einer einzelnen Gruppe von Poli- tifern, während die Gruppe furchtloser und wirklich national denkender Inder hinter Schloß und Riegel sitzt. Ich habe keinen Zweifel, daß der Geist unserer Freiheitskämpfer auch über die Gefängnismauern hinaus wirken und das indische Volk veranlassen wird, das heuchlerische Angebot des Herrn Cripps abzulehnen. England will Indien ebenso wie Irland am Ende des letzten Weltkrieges in eine Anzahl von Einzelstaaten a u f t e i l e n. Ich wäre überrascht, wenn britische Politiker wirklich glauben würden, daß Indien solches Angebot überhaupt in Erwägung ziehen könnte. Ich habe im Oktober 1939 eine neue Verfassung für Indien angeregt, die in Indien die Mehrheit des indischen Volkes hinter sich hatte und nur deshalb nicht zustande kam, weil England nicht darauf reagierte Dieser Vorschlag sah vor die Betrauung einer provisorischen Nationalregierung in Indien mit den notwendigen Vollmachten, wobei diese Regierung der indischen gesetzgebenden Versammlung mit Ausnahme der von der britischen Regierung ernannten Mitglieder direkt verantwortlich sein sollte. Dieser Vorschlag wurde vom Kongreß als Forderung an England übernommen. Seine Nichtannahme bewies, wie auch heute das Angebot von Cripps, daß England nichts von seiner Macht aufgeben will. Seit 1900 hat sich England immer wieder bestimmter Organisationen in Indien als Gegengewicht gegenüber dem Kongreß bedient. Heute hat es zu diesem Zweck die Moslem-Liga eingeschaltet. Die britische Propaganda hat deshalb immer wieder versucht, den Eindruck zu erwecken, als wäre die Moslem-Liga ebenso einflußreich wie der Kongreß, und als hätte sie die Mehrheit der indischen Mohammedaner hinter sich. Das ist nicht richtig. In Wahrheit gibt es eine Reihe einflußreicher mohammedanischer Organisationen mit starker nationaler Zielsetzung. In den vier Provinzen Britisch-Jndiens mit mohammedanischer Mehrheit — von insgesamt 11 Provinzen — hat lediglich Punjab eine Regierung, die formell als Moslem- Regierung angesprochen werden könnte. Aber sogar in Punjab steht der Premier zum Hauptziel der Moslem-Liga, nämlich einer Teilung Indiens, in Widerspruch. Die Moslem-Liga hat also in keiner Provinz Indiens das Volk hinter sich. Das Angebot von Sir Stafford Cripps und seine eigenen Erklärungen lassen erkennen, daß der britischen Regierung nur daran gelegen ist, Indien für feine imperialistischen Kriegsziele auszubeuten. Deshalb soll auch die Militärhüheit in Indien Oie Türkei und der Krieg Bon unserem WEB.-Berichterstatter. die indische Freiheit haben. Nach der Kriegslage steht der Zusammenbruch des britischen Empires vor der Tür. Mit dieser Macht jetzt noch verhandeln zu wollen, ist nicht nur Narrheit, sondern Wahnsinn. Ich appelliere deshalb an meine indischen Landsleute, sich jetzt endgültig zu entscheiden: Auf der einen Seite steht die alte Ordnung, die uns mit hohlen Worten und leeren Versprechungen abspeist: auf der anderen Seite steht eine neue Welt, die Indien unmittelbare Befreiung anbietet. Jeder Inder, der jetzt freiwillig mit England zusammen- a rücktet, ist ein Verräter an Indien. Wir indischen Nationalisten außerhalb Indiens bereiten jetzt die letzte entscheidende Phase unseres Kampfes um die Freiheit vor. Wenn die Stunde schlägt — und sie wird bald schlagen —, werden wir an. eurer Seite fein, entschlossen zum Kampf und zum Sieg. Wir kommen dann weder allein, noch mit leeren Händen. Di? Gefängnistüren werden sich dann öffnen, und die Sonne der Freiheit geht wieder über unserem alten Lande auf. Kesseln der japanischen Kriegsschiffe, noch gibt es Granaten und Torpedos genug an Bord, um den Gegner zu bekämpfen, und die Flagge der aufgebenden Sonns hat längst noch nicht een Zenith ihres Ruhmes erklommen. Oie Schlachtschiffe das Rückgrat der japanischen Erfolge. Die Alliierten haben zu wenig Menschen und zu wenig Material. Genf, 1.April. (DNB.) In der Londoner Wochenzeitschrift „Jllustradet London News" schreibt Cyril Falls: Diejenigen Engländer, die in den letzten 20 Jahren nicht aufhörten, zu behaupten, Schlachtschiffe hätten sich überlebt, hätten mit dieser Behauptung sehr falsch gelegen, denn es seien gerade die japanischen Schlachtschiffe gewesen, die das Rückgrat zu den gewaltigen Erfolgen der Japaner gebildet hätten. Auf feiten der Alliierten rage man sich heute, wie man mit diesen Schlacht- chiffen fertig werden solle. Wolle man erst warten, bis Amerika über genügend Schlachtschiffe verfüge, die gegen das Schwergewicht der japanischen Flotte eingesetzt werden könnten, dann sei bis dahin schon alles verloren. Eine vorzeitige Offensive jnit unzulänglichen Mitteln aber käme einem Selbstmord gleich. In Bu r m a scheine es so, als begegneten hier verbündete» Streitkräfte noch viel größeren Schwie- rigkeiten als in Australien. Man könne nicht leugnen, daß es den Engländern nicht gelungen sei, die weite Unzufriedenheit unter der burmesischen Bevölkerung zu beheben, infolgedessen fanden die Japaner bei den Burmesen alle gewünschte Unter« tützung. Aber man müsse sich jetzt davor hüten, die Streitkräfte der Heimat und im Mittleren Osten mit Rücksicht auf.die verzweifelte Lage in Ostasien zu schwöechn. Um* den Mittleren Osten müsse man am meisten besorgt sein. Den britischen Streitkräften falle eine solche Menge von Aufgaben zu, daß für die Erledigung einer jeden einzelnen nur wenig einsatzfähige Menschen und Material zur Verfügung stehen. Kundgebung der indischen Ünabhängigkeitsbewegung in Tokio. Tokio, 1. April. (DNB.) In Anwesenheit von Rash Behari Bose und zahlreichen anderen indischen Führern fand in Tokio eine Kundgebung der indischen Unabhängigkeitsbewegung statt. In einer Entschließung wurde unterstrichen, daß es in diesem Kriege gelte, alles zu unternehmen, um Indiens völlige Unabhängigkeit zu erkämpfen, Indien müsse nicht nur endlich von den Engländern unabhängig werden, sondern frei sein und bleiben. wird eine Reihe. von Fertigwaren und Rohstoffen ausbleiben oder nur in begrenztem Umfang ins Land kommen. Es fehlt an Kautschuk, flüssigen Treibstoffen, Bauholz, Eisenwaren, Papier, Textilien, ferner an allen Arten Blechen, Nägeln, Werkzeugmaschinen, industriellen Ersatzteilen, Chemikalien, Medikamenten. Die Einfuhr von sogenannten Luxuswaren ist schon vervoten, die Erzeugung einheimischer „Luxuswaren" muß eingestellt werden. Um die Jahreswende trat eine straffere Einwirkung der Regierung in das wirtschaftliche Gebaren des Landes, auch des privaten. Unternehmertums ein. Maßgebend dafür war die Befürchtung einer Abschneidung vom Überseehandel infolge des Kriegseintritts der USA. Von da an galt als Schlagwort, die Türkei müsse sich darauf einrichten, sich aus dem eigenen Bestand und aus der eigenen Arbeitsleistung zu erhalten. Einschränkung des Verbrauchs, Schonung der Bestände und Erhöhung besonders der landwirtschaftlichen Produktion wurden die Programmpunkte für das Jahr 1942. Ihrer Durchführung stellen sich einige Schwierigkeiten entgegen: die Türkei ist zwar ein Agrarland, das sich durchaus selbst genügen kann, vorausgesetzt, daß die Produktion auf gleicher Höhe bleibt und die Verteilung planmäßig durchgeführt werden kann. Die dauernde teilweise Mobilmachung entzieht nun der Landwirtschaft, dem Handwerk und der Industrie zahlreiche Arbeitskräfte, was sich insbesondere bei der gewerblichen und industriellen Leistung bemerkbar macht, deren ausgebildete Belegschaften zahlenmäßig stärker begrenzt sind, als in anderen, schon entwickelteren Ländern des Nahen Ostens. Zudem leidet die Industrie unter dem ersatzlosen Verschleiß ihrer Einrichtungen, als Folge der verminderten Einfuhrmöglichkeiten. Dies gilt auch für das Transportwesen, für Bahnverkehr und Schiffahrt. Beide hängen von der Kohlenförderung ab, die durch gewisse Fehldispositionen im letzten Jahr stark in Rückstand geraten sind, so daß bei privaten und öffentlichen Verbrauchern empfindlicher B r e n n st o f f m a n- g e l eintrat. Der ungewöhnlich harte Winter trug dazu bei, diese Kalamität noch zu verschärfen. Auch die Verknappung einheimischer Lebens- mittel'ist teilweise kriegsbedingt. Die mobilgemachte Armee verlangt täglich einige hunderttausend Derpflegungsrationen mehr als in Friedensjahren. Die türkische Soldatenkost ist im Durchschnitt besser und reichlicher als die eintönige Ern ährung der brei - ten, anspruchslosen und auch wenig kaufkräftigen Massen. Es macht sich daher sehr bemerkbar, wenn gegen Pearl Harbour und die anderen amerikanischen Stützpunkte im Stillen Ozean hat die Bahn freigemacht für die großen Invasionsunterne hmun- gen gegen die Philippinen, Malaya und Niederlän- disch-Jndien. Unter dem Schutze der Flotte konnte hier von der japanischen Armee und von Stoßtrupps der Marine-Infanterie eine neue operative Basis bezogen werden. Die Flotte greift indessen bereits weiter. Mit Handelskriegsunternehmungen wird sie der britischen Sache im Indischen Dtean schweren Schaden zufügen. Selbst Australien ist in dieser Hinsicht unmittelbar bedroht. Aul militärischem, wirtschaftlichem und politischem Gebiet hat daher die japanische Marine, wenn auch nicht allein entscheidend,, so doch in vorderster Front mitgewirkt. Und wenn heute, wie es bereits geschah, mit Nachdruck auf die Tatsache hingewiesen werden darf, daß Japan mit Niederwerfung Niederländisch- Jndiens eine völlig veränderte strategische Lage geschaffen hat, so hat an diesem hochbedeutsamen Erfolge die Flotte ohne Zweifel hervorragenden Anteil. Daß sie bei dem Erreichten nicht Haltmachen, wftd, stt gewiß. Noch spannt sich der Dampf tn den Weltgeschichte im Pazifik. Von Kapitän zur See a. D. Professor v. Waldeyer-Hartz. Die naturgegebene strategische Stellung Japans verläuft in der Grundrichtung Nord-Süd. Gelegentlich des russisch-japanischen Krieges und bei allen sich anschließenden Bettachtungen ist immer wieder darauf hingewiesen worden, daß die japa- ' msche Inselwelt infolgedessen in enger Umpressung das Gelbe Meer beherrsche. Diese Feststellung war gegeben, so lange es sich um die Beurteilung der Frage handelte, ob die japanische Flotte bei ihrem Verhallen während der Jahre 1904/05 richtig gehandelt habe oder nicht. Heute besteht fein Zweifel darüber, daß Japan außer dem Vorteil der bedeutsamen Seemachtstellung vor dem nordostasiatt- schen Länderblock noch einen zweiten militärischen Nutzen aus seiner Lage ziehen darf: die geographische Breitenausdehnung des Kaiserreichs einschließlich seines Besitzes an kleinen und größeren Inseln, angefangen von den Kurilen bis hinunter nach Formosa, ist derart beträchtlich, daß die japanische Marine 1 über eine Operationsbasis verfügt, die der Weite des Stillen Ozeans durchaus entspricht..^ Dank dieser Breitenausdehnung war es möalich, mit Kriegsbeginn schwere Schläge in den verschiedensten Räumen des Weltmeeres auszuteilen; Schläge, als deren Ziel es galt, im Westraum des Pazifik die Seeherrschaft für längere Frist zu erringen. Mit dem Angriff 'auf Pearl Harbour, trie Wake- und Midwayinseln, sowie auf die Baker- und Phönixgruppe ist dieses Ziel erreicht, und zwar in gründlichster Form. Das japanische Oberkommando ging nunmehr unverzüglich daran, sich zu der Nord-Sudfront im An- aesicht des Pazifik eine neue rechtwinklig angebogene O st-We st front zu schaffen, deren Aufgabe es fein soll, die Wirkungen des Seekrieges b i s in b 1 e australischen und indischen Gewässer vorzutragen. Die blitzschnell durchgeführten Angriffe auf Niederländisch-Jndien, das genugsam gewarnt mar, sich dem Britentum nicht an zu schließ en, verfolgen keineswegs nur den Zweck, sich in wirtschaftlicher Hinsicht Sicherheiten zu schaffen. Nein-, bar- über hinaus handelt es sich bei diesem Operations- komplex ganz offenbar um das Beziehen einer neuen, breiten A n grif f sb afi s , die vornehmlich den Aufgaben des Seekrieges einen erweiterten Spielraum verschaffen soll. Wenn wir die jüngste Entwicklung der . Kriegsereignisse in Ostasien vpn diesem Standpunkt aus betrachten, so erhellt sehr bald, daß die Erfolge der Japaner abermals in klarster Form den Beweis dafür erbringen, wie sich die Operationen des gegenwärtigen, die gesamte Erde umspannenden Krieges fast peinlich genau untereinander ergänzen. Jede Tonne anglo-amerikanischen Schiffsraumes, die im Sttllen ober Indischen Ozean versenkt wird, bedeutet für uns eine Entlastung, wie umgekehrt auch die Ergebnisse ber Rührigkeit unserer U-Boote im atlantischen Raum ober im Mittelmeer von ben Männern in Tokio auf Ihre Habenseite gebucht werden. Vermutlich wird Japan es aber nach der Beziehung der starken und breiten Jnsulindestellung beim Seehandelskrieg in ben benachbarten Gewässern keineswegs sein Bewenden finden lassen. Als neues, im Süden geeignetes Angriffsziel ist bereits der fünfte Erdteil, Australien, gewählt. Daß diese Kriegsausweitung unseren Gegnern nicht zu Paß kommt, ist aus mehr als einer Presseaußerung zu entnehmen. Es knistert im Balkenwerk des britischen Empire, die Unzufriedenheit ber Tochterstaaten nimmt zu, man denkt notgedrungen mehr an fein eigenes Heil als an ben Glanz des Weltreichs. Darüber hinaus drängt sich in Australien immer lebhafter die Frage hervor, ob man nicht besser täte, sich politisch unverhüllt auf di e Seite ber Amerikaner zu schlagen, als in hergebrachter Form am britischen Mutterlande festzuhalten. Amerika, so hofft man, könne vielleicht noch helfen. Aber England? Ferngelegen, selbst bedrängt, und von Sorgen um Indien erfüllt, wird es schon um des zeitverschlingenden Seeweges willen, kaum noch in die Bresche springen können. Unter diesem Gesichtswinkel, ber ganz deutlich zu staatspolitischen Bettachtungen hinüberleitet, bedeutet der Fall Javas die Schaffung einer Lage von höchster Wichtigkeit. Port Darwin, ber große, aber erst im Ausbau befindliche Kriegshafen Australiens, ist bereits mehrfach von japanischen Fliegern aufgesucht worden, und daß die Gewässer um Australien voll in den Wirkungsbereich der japanischen Flotte geraten werden, pfeifen nachgerade in Canberra die Spatzen von ben Dächern. Die Kämpfe im pazifischen Raum dürfen somit heute schon als ein Musterbeispiel bafür bezeichnet werden, von welch weittragender Bedeutung die Tätigkeit einer starken Flotte in einem Kriege werden Fann, der sich mit Weltmachtfragen befaßt. Der Einsatz der japanischen Marine und Luftwaffe tn einem Land, das nur 17 Millionen Einwohner zahlt, seit zwei Jahren einige hunderttausend Männer mehr unter den Fahnen stehen und soldatisch verpflegt werden. Den größeren Anteil an der Verminderung der für den allgemeinen Verbrauch zur Verfügung stehenden landesüblichen Lebensmittel haben aber Spekulation, Wucher und Warenhinterziehung. Den staatlichen Gegenmaßnahmen ist ein voller Erfolg leider noch nicht beschieden gewesen, auch nicht in der Bekämpfung der maßlosen Teuerung. Eine gewisse Rolle spielen daneben auch die Bestrebungen der Behörden, Vorratsläaer als Reserven für den Notfall anzulegen. .Man hat daher auch in der Türkei damit beginnen müssen, an die Rationierung heranzugehen. Der Anfang wurde mit Brot und Mehl gemacht, wenigstens in den größeren Städten. Der Ernteausfall 1941 an Brotgetreide lag erheblich unter dem Durchschnitt. Der anatolische Bauer hat jedoch im Laufe der Jahrzehnte viel Notstände erlebt, die ihn dazu erzogen, in kritischen Zeiten seinen Ernteertrag bei sich zu behalten und ihn nicht gegen Papiergeld einzutauschen. Die Regierung versucht dauernd, bei den Bauern durch Preisverbesse- rungen den Anreiz« zu Verkäufen zu schaffen,, damit der Markt besser beschickt wird. Dennoch war die Einführung der Brotkarte eine Notwendigkeit. Die Durchschnittsration von 300 Gramm Brot täglich ist für ein vorwiegend brotessendes Volk mit sonst wenig Ausgleichmöglichkeiten zweifellos ein fühlbarer Einschnitt in den üblichen Lebensstandard. Auch die Versorgung mit Zucker hat sich als nicht ausreichend erwiesen. Man hat aber offenbar das Kartensystem nicht weiter ausdehnen wollen, haupt- sächlick wohl wegen der damit verbundenen organisatorischen Ueberbelastung der behördlichen Organe. Der einfachere Weg zur Eindämmung des starken Iuckerverbrauchs — man denke an den im Orient üblichen Hang zu Süßigkeiten und stark gesüßten Speisen! — war der einer amtlichen Preiserhöhung von HO v. H., die eine Herabsetzung des Konsums herbeiführte, wie sie stärker auch durch Zuckerkarten nicht hätte erreicht werden können. Den gleichen Weg hat man für die Erzeugnisse des Monopols an Tabakwaren und alkoholischen Getränken beschritten, bei denen Preiserhöhungen von 20 bis 60 v. H. dafür sorgen werden, daß die Bestände geschont und die industriellen Anlagen entlastet werden. In allen Fällen fließt der errechnete Mehrerlös den Bedürfnissen der Landesverteidigung zu, die von jeher außerordentlich hoch waren. Die Türkei gehörte immer zu den Ländern, in denen das Budget des Heeres mehr als die Hälfte allerStaatseinnahmenbeanspruchte. Aller Voraussicht nach werden im Lauf der nächsten Zeit aus den gleichen Gründen auch die Preise anderer einheimischer Produkte und Fertigfabrikate behördlich stark heraufgesetzt werden, ungeachtet des Umstandes, daß schon bisher aus privatem, spekulativem Treiben eine durchschnittliche Preiserhöhung von 150 bis 200 v. H. im Lauf der letzten zwei Jahre erfolgt ist. Die Methode dazu war sehr einnfach. In regelmäßigen Abständen verschwanden Waren wie Linsen, Erbsen, Reis, Zucker, Getränke, Konserven schlagartig vom Markt, bis auf ganz geringe Vorräte, die dann vom Interessenten freiwillig überbezahlt wurden. Nachdem das vom Händlertum gewünschte Preisniveau erreicht war, erschienen die Zurückgehaltenen Vorräte ebenso schlagartig wieder auf dem Markt. Die Regierung hat an der von Monat zu Monat steigenden Teuerung nicht vorbeisehen können. Sie hat daher den — an und für sich schon bescheiden bezahlten — Staatsbeamten eine gesetzliche Gehaltserhöhung von 15 bis 25 v. H. zugebilligt (gegen eine durchschnittlich,e Teuerungszahl von 150 bis 200 v. H.!). Kinderreiche Familien erhalten Sonderzulagen, Beamte in Orten über 1500 Meter Höhe bekommen Zuschüsse für Beheizung. Die Mehrbelastung des Staatshaushalts macht etwa 45 Millionen Türkpfund aus. Man hofft, dieses Mehr durch die Eingänge aus den Preiserhöhungen für Zucker, Tabak und Getränke zu decken. Es besteht aber kein Anlaß zur Annahme, die Lebensmittelversorgung der Türkei könnte erheblich gestört werden. Das Land ist durchaus in der Lage, feine Bewohner zu ernähren und mit dem Notwendigsten zu versorgen. Einschränkungen werden unausbleiblich sein, müssen aber in Kauf genommen werden zur Erhaltung einer gewissen wirtschaftlichen Unabhängigkeit. So ist z. B. in Istanbul der Verbrauch an Heizgas stundenweise beschrankt worden, die Zumessung an Treibstoff für Kraftwagen ist ganz erheblich rationiert, die Privatkraftwagen sind eingezogen worden. Zahlreiche Zugverbindungen wurden eingestellt, die Beleuchtung der Straßen wurde herabgesetzt, die Seitenzahl der Zeitungen wurde schon längst behördlich stark verringert. Was durch Rationierungen solcher Art nicht erreicht werden kann, was man durch Ausdehnung des Bezugskartensystems nicht verwirklichen will, wird auf dem Wege der zwangsläufigen oder behördlich angeordneten Erhöhung der Preise erreicht. Es ist dabei zweifellos der Wunsch der Regierung, dem landwirtschaftlichen Erzeuger, als dem Träger der Nationalwirtschaft, einen möglichst großen Vorteil zukommen zu lassen. Nicht immer gelingt das, weil sich die Organisation des Zwischenhandels eigenwillig mit ihren Sonderinteressen einschaltet. Diesem Treiben, das überhaupt den Anfang zur Teuerung und zur Verknapvung gebildet hat, Einhalt zu gebieten, dienen verschiedene Verschärfungen des Gesetzes zum Schutze der nationalen Wirtschaft, von denen man hofft, daß sie im Lauf der nächsten Zeit voll wirksam werden. Jedenfalls hat die Regierung den Willen, noch stärker als bisher in der L e n k u n g d e r W i r t f»ch a f t aufzutreten, nicht nur aus wirtschaftspolitischen Erwägungen, sondern im Interesse der Allgemeinheit und besonders — man möchte sagen — überhaupt, weil sie sich sagt, daß unter allen Umständen die Versorgung des türkischen Volkes aus der eigenen Produktion sicher- gestellt bleiben muß. Oer Bombenanschlag aus Papen. Beginn des Prozesses in Ankara. Ankara, l.Aprll. (DNB.) Am Mittwoch b-e gann der Prozeß gegen die bisher im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag gegen den Botschafter von Papen von der türkischen Polizei Verhafteten. Es sind der Student Abdurrahman S a y - man, der Friseur Süleyman Sagol (beide aus Serbien gebürtige Türken), der Sowjetstaatsangehörige Kornilow, Leiter der Transportabteilung der Handelsvertretung des Sowjetischen Generalkonsulats, und der Sowjetstaatsangehörige Pawlow. Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung mit der Feststellung der Personalien und trat dann in die Vernehmung der Angeklagten ein. Abdurrahman Say- man erklärte, daß Korniloff und Pawlow am Tode des durch die Bombe zerrissenen Denier Tokat, der sein bester Freund gewesen sei, schuld seien, sie feien die Anstifter des Attentats. Von Korniloff und Pawlow habe er Geld erhalten, wofür er eine Quittung ausstellen mußte, in der er den Gelderhalt für Informationen an den sowjetischen Gesandten in Sofia bezeichnen mußte. Durch Korniloff und Pawlow habe er auch einen Slowenen Stephan kenn enge - lemt, der nach dem Attentat nach Syrien geflohen ist. Er.habe mit einem Mädchen ein Verhältnis gehabt, das nicht ohne Folgen geblieben fei. Korni- losf versprach ihm, er werde sich des Falles annehmen. Im Falle einer dauernden Zusammenarbeit stellte Korniloff eine monatliche Zahlung von 30 bis 35 Pfund in Aussicht. Der flüchtige Stephan habe dem Attentäter Tokat Unterricht im Revolver- schießen gegeben, ebenso im Bombenwerfen. Es wurde der Fall geprüft, ein Revolverattentat auf jemand zu unternehmen, der von Haidar-Pascha, der Istanbuler Endstation der Anatolien-Eisenbahn, nach Pera komme. Er und Tokat hätten das Gefühl gehabt, daß auf den Botschafter von Papen ein Attentat vorbereitet werden solle. Saiman, Tokat und Soleiman hätten auch geahnt, daß die Russen sie eines Tages als Mitwisser des Attentats aus dem Wege schaffen würden. Nach dem Verhör erklärten die angeklagten sowjetrussischen Staatsbürger, daß sie Saiman und Soleiman zum erstenmal im Gerichtssaal gesehen hätten. Der Angeklagte Sawol erklärte, der Attentäter Tokat sei am 15. Januar nach Ankara gekommen und habe 15 Tage bei ihm gewohnt. Er richtete an ihn die Frage, ob er wünsche, daß der Krieg lang oder kurz dauern solle. Der Krieg werde kurz sein, wenn die Sowjetunion und die Türkei sich verbinden würden, dann werde Deutschland in einem Jahr besetzt fein. Er fei von Korniloff beauftragt werden, auf den Botschafter von Papen einen Anschlag zu unternehmen. Die Gefangenen von Gt.Nazaire. f3 i •A& W ,! .< xx Nach dem Zusammenbruch des britischen Landungsversuchs im U-Boot-Stützpunkt St. Nazaire treten hier 100 englische Infanteristen und Marinesoldaten den Wea in die Gefangenschaft an. (PK.-Kriegsberichter Kramer. sSch.j) Kritische Lage der Briten in Burma. Berlin, 1. April. (DNB.) Die Lage auf dem Kriegsschauplatz in Burma wird für die Briten von Tag zu Tag kritischer. Sie versuchen Prome unter allen Bedingungen zu halten. Ist Prome gefallen, so liegt das Oelzentrum von Singu offen vor den Japanern. Die Umfassungsbewegung der Japaner westlich und ostwärts von Prome droht au einer Einschließung der britischen Truppen zu führen, ine auf beiden Flanken von überlegenen japanischen Streitkräften angegriffen werden. Die britischen Verluste sind gerade im Kampfabschnitt bei Prome besonders hoch. Teile der in vorderster Linie eingesetzten indischen Regimenter mußten ab« gelöst werden, da sie sich als unzuverlässig erwiesen und in ganzen Verbänden zu den Javanern überliefen. Hinter den britischen Linien geht der Aufstand der Burmesen im Oelgebiet weiter. Die Bahnlinie von Toungoo nach Man- doley ist von den Aufständischen an mehreren Stellen z e r ftö r t worden, wodurch der Nachschub für die südlich Pamethin kämpfenden Tschungking- Truppen unterbrochen ist. Bei Thazi kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen marodierenden Tschungking-Soldaten und burmesischen Freiheitskämpfern. Japanische Kampfflieger griffen in mehreren Wellen die Stadt L a s ch i o in Oberburma an und beschädigten die Bahnanlagen. Zwei Kasexnen wurden zerstört. Die in Laschio beginnende Burmastraße wurde an mehreren Stellen durch. Volltreffer unterbrochen. Es konnte beobachtet werden, daß der Verkehr auf diesem Rumpfftück der Burma - strahe ganz geringfügig ist, da sich die burmesischen Häfen, in denen das Material für Tschungking ausgeladen wurde, in japanischen Händen befinden. Die Sage Englands in Burma wird in den Vereinigten Staaten als hoffnungslos angesehen. Die alliierten Streitkräfte hätten sich an allen Kampfabschnitten erneut zurückziehen müssen. Tungu sei aufgegeben worden, nach dem die chinesische Entlastungsoffensive fehlgeschlagen sei. Columbia Broadcasting Corporation spricht sogar von einer Flucht der chinesischen Streitkräfte. Weitere Lustangriffe auf Port Darwin und Port Moresby. Tokio, 1. April. (DNB.) Das Hauptquartier gibt bekannt, daß japanische Marineflugzeuge einen schweren Angriff auf Port Darwin ausführten, wobei sie die militärischen Einrichtungen des Flugplatzes zerstörten. Die Jagdflugzeuge, die die japanischen Bomber begleiteten, schossen neun von zehn feindlichen Flugzeugen ab, die aufgestiegen waren, andere Marineflugzeuge schossen vier von sieben amerckanischen Flugzeugen ab, die versuchten, sie zum Kampf zu stellen. Bei Angriffen auf Port Moresby wurden sechs Flugzeuge abgeschossen und schwere Zerstörungen auf dem Flugplatz, den Militärbaracken und in den Flakbatterien an gerichtet. Pazifischer Kriegsrat in Washington. Washington, 2. April. (Europapreß.) Im Weißen Haus sand am Mittwoch unter Vorsitz des Präsidenten Roosevelt die erste Sitzung des pazifischen Kriegsrates statt. Es heißt, daß sich die Delegierten mit dem Plan einer Offensive beschäftigt hätten. In der Pressekonferenz bezeichnete Roosevelt die Rolle des Pazifik-Kriegsrates als ausgesprochen beratender Natur. Indien brauche keine Vertretung im Pazifik-Kriegsrat, weil es nicht zur pazifischen Zone gehöre. Auf eine Anfrage, ob gegebenenfalls auch ein Kriegsrat für Indien und den N8hen Osten geschaffen werden solle, sagte der Präsident, er wisse das nicht. Neue Gowjeiaugriffe zurückgeschlagen. Berlin, 1. April. (DNB.) Im Donez-Gebiet wurde ein Fkußlauf heftig umkämpft. Der Feind trug den Angriff an mehreren Stellen in Stärke bis zu zwei Regimentern über den Flußlauf vor. Die deutschen Truppen ließen den Gegner absichtlich auf das diesseitige Flußufer gelangen und zerschlugen dann die Angriffswellen unter hohen gegnerischen Verlusten. Versprengte Reste wurden auf bas ander Ufer zurückgetrieben. Sturzkampfflugzeuge zerstörten eine über den Fluß gebaute Behelfsbrücke des Feindes. Ostwärts Charkow wurden Teile der bolschewistischen 300. Schützen-Division nach Osten zurückgeschlagen und weitere Stützpunkte des Feindes in Besitz genommen. Vier Gegenangriffe der Bolschewisten wurden unter hohen Verlusten für den Gegner zurückgeschlagen. Im mittleren Frontabschnitt säuberten Panzertruppen weitere Waldgelände vom Feind, vernichteten dabei 35 Bunker und nahmen ein wichtiges Höhengelände mit mehreren Ortschaften nach heftigen Kämpfen in Besitz. An einer anderen Stelle drang eine Infanterie-Division gegen zähen Wider- stand des Gegners in einen feindlichen Stützpunkt ein und rollte das Grabensystem von der Flanke her auf. Der Gegner erlitt hohe Verluste. Zahlreiche Panzer wurden ckbgeschossen und Waffen und Kriegsmaterial erbeutet. Sturzkampfflugzeuge belegten eine stark befestigte Ortschaft mit Bomben. Oie Standarte. Von Friedrich Wilhelm Pirwitz. Die Standarte der schwarzen Dragoner zu Schwedt war so pulverdampfgeschwärzt und von Kugeln zerfetzt, daß sie nicht mehr entrollt werden konnte und stets im Futteral getragen werden mußte. Mein Urgroßvater hat unter ihr gedient,, fünfundzwanzig Jahre lang. Bis ein Schlaganfall ihn vom Pferd herunterholte. Da war es aus. Er konnte nicht mehr stehen und gehen, geschweige denn reiten. Aber einmal stand er doch sogar noch stramm, und die Ursache dieses Wunders war die alte Dragonerstandarte. Eines Zages des" Jahres 1871 standen die Schwedter Bürger freudigen Herzens auf den Straßen von Schwedt und warteten auf den Einzug des siegreichen Regiments. Auch mein Ahne, der alte Radlow, ließ sich dorthin bringen. Auf Krücken gestützt und von zweien meiner Urgroßtanten gehalten, stand er in der Menge und wartete auf fein Regiment. Endlich kam der große Augenblick. Musik klang auf, fernes Hurrarufen. Die Schwedter reckten die Hälfe, und Vater Radlow drängte nach vorn. Bereitwillig machte alles dem. Veteranen Platz. Jetzt kamen sie. Unter den Klängen des Porckschen Marsches ritten die Schwadronen heran. Hufe klirrten auf dem Pflaster, die Gäule wieherten und spitzten freudig die Ohren. Ein Dunst warmer Pferdelewer wehte herüber zu Großvater Radlow. Als die Standarte nun unter brausenden Hurrarufen der Schwedter vorbeizog, geschah etwas Seltsames. Der alte Soldat ließ plötzlich die Krücken fallen, stieß die beiden Frauen beiseite und — stand! Stand stramm angesichts des alten, geliebten Feldzeichens. Stand so minutenlang, was er feit Jahr und Tag nicht mehr vermocht hatte. Die Offiziere sahen den Alten stehen, sahen wohl auch die verschmähten Krücken liegen und salutierten mit dem Degen. Großvater Radlow aber sah der Standarte nach, und Tränen der Freude rannen über sein altes Gesicht, hinab in den eisgrauen Bart. Dann brach er zusammen und bedurfte wieder der Krücken und liebevoller Stützung. Er hat noch manches Jahr als Militärinvalide in Schwedt gelebt, aber stehen konnte er nie mehr. Kein Arzt und keine Pflege erreichten das, was für einen heiligen Augenblick nur einer Macht gelang, der Gewalt der alten, schlachterfahrenen Standarte aus König Friedrichs Zeiten. Formen der Volkskunst. Von Hans Reetz. Gelegentlich ist es uns allen einmal ähnlich ergangen: da standen wir mit unserem Aufwand an Kenntnissen aus der hohen Kunstwissenschaft etwa vor einem geschnitzten und bemalten Himmelbett mit gedrehten Pfosten, Ornamenten aus verwildertem Maßwerk, antikischen Profilen, Renaissance- Intarsien und grellbunten Früchte-, Blümlein- und Männleinmustern, mit dem Bauernpinsel in satten Farben hingekleckst, und rieten durch die Jahrhunderte hin und her. Aber es langte nicht. Als wir schließlich die Jahreszahl 1786, in den schönsten Schweifschnörkeln ausgeführt, lasen, waren wir erstaunt (und auch ein wenig enttäuscht, denn Volkskunst soll ja wohl möglichst recht „alt" sein). Offenbar hatte der Verfertiger der ehelichen Liegestatt sich das Gesetz des Stilwandels auf feine eigene Art zurecht gelegt. Aehnliche Erfahrungen wird man oft machen. Was durch die Stilepochen der Kunstgeschichte getrennt erscheint, rückt zusammen oder tritt gar gelegentlich in umgekehrter Folge auf. Ja sogar die Einschnitte, die von der Wissenschaft zwischen Vorgeschichte, Frühgeschichte und Geschichte gemacht wurden, sind übersprungen worden. So rücken der Giebelschmuck niedersächsischer Häuser, die gekreuzten Pserdeköpfe neben Wikingerschnitzereien, die Stickerei auf dem Kleide eines hessischen Mädchens neben Schmuck aus der Frankenzeit, und die strengen, geometrischen Zierweisen auf den Töpfen der Jungsteinzeitmenschen scheinen demselben Geiste zu entstammen wie neuzeitliche^ Muster auf Mangelbrettern, Flachsschwingen und Truhen. Innerhalb gewisser heraussühlbarer Zeitabschnitte ist Volkskunst „zeitlos". Datierungen erfordern Hebung; es fei denn, die Jahreszahlen auf den Stücken machen Uebedegungen überflüssig. Die Bauernseele ist wenig wandelbar. Für den Volkskünstler alter Art galt die Frage offenbar nicht dem Stil, sondern der Form überhaupt. Der Stil, aus difserenzierter Formgesinnung entsprungen, entsprach weder feiner geistigen noch seiner materiellen Kultur. Der hohe Stil in den Händen dieser einfachen Menschen hätte zu einem Mißverhältnis führen müssen. Daher prägten sie eine Form, die ebenso naiv war wie sie selber. Sie waren keiner bestimmten Zeit verpflichtet. Sie waren ewig wie das Land um sie her und wie ihr Stand. Sie reichten die Zwecke, Werkzeuge und Stoffe durch Jahrhunderte, ja durch Jahrtausende einander zu. Die „Technik", die, Verfahrensweise, saß ihnen in der Hand und im Blut, wie dem echten Dichter die Grammatik der Sprache. Ihre Geschöpfe hießen Haus und Topf, Wiege und Brotmulde, Bett und Stuhl, Sarg und Grabkreuz. Mit ihnen wurde jeder Treppenmacher und Töpfer, jeder Schmied und Schlosser zum Kunsttöpfer. Und alles geschah ohne Ruhm. Zweckform? Nein. Ein rationalistisches Abwägen von Zweck und Mitteln fand nicht statt; denn sie trennten nicht das Nutzgefüge vom Wunder der Form. Sie ließen alles hübsch beieinander, so wie es aus dem natürlichen Vorgang, den ihre Hände veranstalteten, hervorgehen wollte. Die Schmuckformen des Volkskünstlers sind immer mehr Formel als Form. Sie sind durch viele Generationen erprobt, vereinfacht und gewissermaßen gegen Abnutzung gehärtet. Man war dörflich-konventionell. Man liebte keine Seitensprünge und neuen Wege. In den alten, von jeher ausgefahrenen Gleisen fuhr sich's sicher; denn das Ziel blieb unveränderlich. Wenn einmal gelegentlich ein neues Stück oder eine neue Form aus den Städten sich bemerkbar machte, so wurden sie nach kurzer Zeit dem Althergebrachten angeglichen. Das hatte nun mit der toten Schablone nichts zu tun, sondern mit dem lebendigen Urbild, das von ihnen allen im Herzen getragen wurde. Aus tausend blühenden Blumen wurde die eine, die schönste und lebendigste von allen; aus tausend zwitschernden Vögeln wurde der Wundervogel, den die Bäuerin ins Gewebe bannte. Der irdische Augenschein des Plastischen und Greifbaren ist wie nicht vorhanden. Alle Volkskunst ist Flächenkunst. Auch da, wo Landschaft gegeben werden soll, fehlt die Tiefe, ober sie ist nur angedeutet, ober — so bei Uebernahme aus der hohen Kunst — verkümmert. Volkskunst ist immer „mittelalterlich" geblieben, sie trägt den Stempel des „Gotischen", des „Romanischen". Sie blieb darüber hinaus immer vorzeitlich. In ihr war noch weit bis ins vorige Jahrhundert die ganze Kunstsubstanz bis hoch in die Bronze- und die jüngere Steinzeit hinauf enthalten. Sie hat sich nie durch die Renaissance des Mittelmeerischen umftimmen lassen, im Gegenteil, sie hat deren Formen, wo eine Begegnung mit ihnen stattfand, in der selbstherrlichsten Weise umgebeutet. Ja, der wesentliche Tell der sogenannten „deutschen Renaissance" ist nichts anderes als eben dieser Vorgang! Der Begriff Volkskunst entstand im vorigen Jahrhundert. Auch in ihm drückt sich die seelische Reaktion auf die Gefährdung durch die industrielle Massenproduktion aus. Das dörfliche und klein« städtische Handwerk, der Kern der Volkskunst, wurde zu einem Teil ausgeschaltet. (Freilich gibt es auch heute noch zum Teil ansehnliche Restgebiete, aber ihnen droht die größte Gefahr nicht von der Industrie, sondern vom entarteten Nebenzweig ge« roiffer kunstgewerblicher Bestrebungen, deren Produkte man nicht anders als mit „Pseudo-Volkskunst" bezeichnen kann.) Eine ebenso schlimme Wirkung ging von der Verstädterung des Landes aus. Durch diese Zivilisationserscheinung erlitt in vielen Menschen die schöne Einfalt Einbuße — sie ist doch eben die Voraussetzung des echten Volkskünstlers. Auch von der Photographie und vom Film kamen Insofern störende Wirkungen, als der durch die Technik seiner Entstehung gegebene Naturalismus dem sinnbildlichen und abstrakten Ausdruck der Volkskunst entgegensteht. Auch von einem überhandnehmenden individualistischen Geltungsstreben kamen Gefahren; denn die Ausübung der Volkskunst geschieht namenlos und rühmlos. Der Formen, deren sich der Volkskünstler bedient, kann er sich nicht rühmen, sie sind allgemeiner Besitz. Man kann in der' Volkskunst einen der gewissermaßen ruhenden Nährböden der hohen Kunst sehen. Viele Meister des Mittelalters, die Graphiker, zumal die Holzschnittmeister, Künstler wie Dürer, Lukas Cranach d. Aeltere und in der neueren Zett Hans Thoma — der übrigens als schwarzwälder Uhrenschildmaler begonnen hat — haben in ihrem Werk stets ein spürbares Verhältnis zur Volkskunst behalten. An -er Mitte des Ortes aufgefahrene Geschütze versuchten die Flugzeuge abzuwehren, doch mußten sie schon nach wenigen Schüssen ihr Feuer einstellen. Ein Grohfeuer dehnte sich aus die mit Kriegsmaterial gefüllten Scheunen aus und ergriff parkende Fahrzeugkolonnen. Die Bolschewisten verließen in regelloser Flucht die völlig zerstörte Ortschaft, so daß sich das deutsche Angriffsunternehmen ungehindert entwickeln konnte. Der Wehrmachiberichi. DRV. AusdemFührerhaupiquarlier, 1. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Donezgebiet wurden erneute Angriffe starker feindlicher Kräfte zerschlagen. Auch im mittleren und nördlichen Frontabschnitt wurden feindliche Angriffe in harten Kämpfen abgewehrt. Bei einem eigenen Angriff im Raume nordostwärts von Drei warfen Truppen einer motorisierten Infanteriedivision den Feind aus seinen Stellungen, brachten Hunderte von Gefangenen ein und erbeuteten fieben Geschütze sowie 65 Granatwerfer bzw. Maschinengewehre. Italienische Jäger griffen im $ üb (eit der Ostfront einen überlegenen feindlichen Jagdverband an und schossen ohne eigene Verluste von zwölf Sowjetflugzeugen vier sicher und zwei wahrscheinlich ab. In wochenlangen härtesten Abwehrkämpfen haben die oberbayerifche 9 7. leichte Infanteriedivision und die brandenburgische 2 5 7. Infanteriedivision zahlreiche von Panzern unterstützte Angriffe überlegener feindlicher Kräfte abgeschlagen und den Sowjets hohe Verluste an Menschen und Material zugefügt. In Rordafrika wurde ein Vorstoß britischer Aufklärungkräfte abgewiesen. Erfolgreiche Luftangriffe richteten sich gegen Flugplätze in der Marrn a r i c a und im ägyptischen Küstenge- biet. Die Wüstenbahn wurde mit guter Wirkung bombardiert. Auf der Insel Malta wurden die Staatswerf- ten und Unterseebootliegeplähe in La Valetta sowie die britischen Flugplätze bei Tag und Rächt mit Bomben belegt. In Luftkämpfen schossen deutsche Jäger zwei feindliche Flugzeuge ab. An der englischen Südküste beschädigten deutsche Kampfflugzeuge ein größeres Handelsschiff durch mehrere Bombentreffer. Am gestrigen Tage und in der vergangenen Rächt führten einige britische Flugzeuge Störflüge im westlichen Reichsgebiet durch. Einzelne Bombenabwürfe verursachten geringen Sach- und Personenschaden. Das Rifferfreuj für drei Jagdflieger Berlin, 1. April. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Leutnant Dickfeld, Leutnant Omert und Feldwebel Roßmann, sämtlich Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader. Leutnant Dickfeld hat in zahlreichen Lustkämpfen 47 Feindflugzeuge abgeschossen, in kühnen Tiefangriffen acht sowjetische Flugzeuge am Boden, elf Lokomotiven und zwei Panzer zerstört und zwei Eisenbahnzüge in Brand beschossen. Leutnant Omert erzielte bisher 40 Lustsiege, zerstörte bei zahlreichen Tiefangriffen 18 Flugzeuge am Boden und versenkte ein bolschewistisches Schnellboot. Feldwebel Roßmann hat bisher 42 Flugzeuge abgeschossen und in Tiefangriffen zahlreiche Lastwagen, Lokomotiven und Panzer zerstört. Beförderungen in der Wehrmacht. Berlin, 1. April. (DNB.) Der Führer hat befördert: Im Heer: Zu Generalen der Infanterie die Generalleutnante Cloeßner und Witthöft; zum Generalarzt den Oberstarzt Dr. Forster; zu Generalleutnanten die Generalmajore Sanne, Pflug- r-adt, von Basse, Windeck, von Wachter, Dttt° mar, von Prondzynski; zu Generalstabsärzten die Generalärzte Dr. Koster, Dr. Günther (Ernst); zu Genevalstabsoeterinären die Generalveterinäre Dr. Köhler (Erich), Dr. Fitsch; zu Generalmajoren die Obersten von Schroeter, von Fabrice, Abt, Stahr, Wirtz, Bülowius (Karl), Klepp, Rate, Raab, Stenzel (Richard), Meltzer (Rudolf), Dr.hotzy, Ebeling, Bruhns ' (Walter), Graf von Schmettow, Ochsner (Hermann), Breith, Herr, Lendle, Kittel (Heinrich), Meinhold, Sinzinger, Schäfer (Hans), Boege, Rodenburg. In der Kriegsmarine: Zu Admiralen die Vizeadmirale Mootz, Patzig, hormel; zu Vizeadmiralen die Konteradmirale Kummetz, Backenköhler, Siemens, Weichold, Krancke; zum Vizeadmiral (Ing.) den Konteradmiral (Ing.) Schirmer; zu Konteradmiralen die Kapitäne zur See Hoffmann (Kurt), Bürkner; den Kapitän zur See und Kommodore Rüge; zum Konteradmiral (Ing.) den Kapitän zur See (Ing.) Dipl.-Ing. Fröhlich. In der Luftwaffe: Zu Generalleutnanten die Generalmajore Petersen, Zoch, hanesse, von Wüh- lisch, Moll; zu Generalmajoren die Obersten von Rantzau, Meitner, Küen, Exß, Banse. Kleine politische Nachricht««. Der Führer ließ dem Hauptschriftleiter des „Völkischen Beobachters", SA.-Obergruppenführer Wilhelm Weiß, zum 50. Geburtstag sein Bild mit persönlicher Widmung durch den Stabsleiter des Reichspressechefs überreichen, der gleichzeitig mit einem Ehrengeschenk ein Glückwunschschreiben des Reichsleiters Dr. Dietrich überbrachte. Reichsmarschall Göring ließ sein Bild überreichen, ebenso Reichsleiter Amann durch den Verlagsüirektor des Eher-Verlages Oberdiensttoiter Bauer, Reichsminister Dr. Goebbels ein». Ehrengabe. Ferner sprachen zahlreiche Reichsminister, Reichsleiter und andere Persönlichkeiten aus Partei, Staat und Wehrmacht ihre Glückwünsche aus. * • In Bangkok überreichte bei einem Empfang des thailändischen Regentschaftsrates der neue deutsche Gesandte Dr. Ernst Wendler am 1. April sein Beglaubigung' - '^en. Der Tag, 'or drei Jahren die nationale Erhebung ‘ i .i siegreich zu Ende geführt worden ist, - a Madrid durch eine Parade der Wehrmacht und der Falange vor General Franco und den Generalen der nationalen Erhebung gefeiert. Auf der Ehrentribüne bemerkte man die Vertreter Deutschlands, Italiens, Japans, Portugals und Rumäniens, sowie Abordnungen der NSDAP, und des Fafcio. Besonders stürmisch begrüßt wurden Soldaten der Blauen Division, die in deutscher Uniform, mit dem Eisernen Kreuz, der Parade beiwohnten. * In dem Strafprozeß vor dem Bromberger Sondergericht gegen eine Anzahl polnischer' Begleitmannschaften, die den Thorn—-Warschauer Blutmarsch begleitet hatten und sich schwerer Mißhandlungen der deutschen Internierten zuschulen kommen ließen, wurden zum Tode verurteilt der Hauptangeklagte Drzewiecki, ehemals polnischer Hauptmann und Schriftsteller aus Thorn, und 20 weitere Angeklagte. Ein Angeklagter erhielt fünf Jahre verschärftes Straflager. Die übrigen 16 Angeklagten wurden freigesprochen. * Durch die Abtretung von Delice, der Hauptstadt von Britisch-Honduras, zum Zweck der Errichtung einer Luft- und Marinebasis der USA., hat England seinen letzten Besitz im Karibischen Meer verloren. Seit einigen Tagen vermißt die englische Luftwaffe den bekannten Jagdflieger Oberst Beamish, der als gefallen gelten kann. Beamish stand bei der britischen Luftwaffe schon seit 1923, er war Träger hoher Auszeichnungen. Karl der Große. Zu seinem 1200. Geburtstage am 2. April. Von Prof. Dr. Erich Maschke. Es ist keineswegs sicher, daß Äarl der Große am 2. April 742 geboren, wurde, doch hat dieses Datum unter den überlieferten die größte Wahrscheinlichkeit für sich. So darf die Erinnerung mit Recht zurückschweifen zu dem Manne, dessen Gestalt wie keine andere in der deutschen Geschichte über die gewaltige Zeitspanne von 1200 Jahren hinweg lebendig geblieben ist. Jahrhunderte hindurch war er für die deutschen Könige das Maß ihres herrschertums. Wer nicht feierlich auf Karls steinernen Thron im Münster zu Aachen gesetzt war, trug einen Makel an seinem Königtum. Kein anderer Großer der deutschen Vergangenheit reicht über eine solche Zeit hinweg in unsere Tage hinein, mächtig fordernd und zugleich leidenschaftlich umstritten. Nachdem Karl, zunächst gemeinsam mit seinem Bruder Karlmann, im Jahre 768 auf den Vater Pippin gefolgt war, hat er ruüd ein halbes Jahrhundert bis zu seinem Tode am 28. Januar 814 das Fränkische Reich gelenkt. In dieser Zeit legte erben Grund zu den kommenden Jahrhunderten deutscher und europäischer Geschichte. Rein fränkischen, also germanischen Blutes, war auch Karls Art germanisch. Sein Biograph Einhard hat uns fein Bild Übermacht: wir sehen die mächtige Gestalt von 1,92 Meter Größe mit dem fälischen Schädel, den großen und lebendigen Augen und der kräftigen Nase, dem kurzen Nacken, dem festen Gang und der Hellen Stimme, die zu der mächtigen Figur, hierin eigentümlich an Bismarck erinnernd, nicht recht zu gehören schien. Bewußt hielt er an der Art der Väter fest. Seine Kleidung war, wie Einard sagt, „nach vaterländischer, nämlich fränkischer Weise". Der germanischen Kultur gehörte seine ganze Fürsorge. Er ließ nicht nur die Volksrechte der von ihm beherrschten germanischen Stämme aufzeichnen, was aus rein politischen Gründen geschehen sein könnte, sondern auch die Heldenlieder der Vorzeit, „in denen die Taten und Kriege der alten Könige besungen wurden". Er sicherte den Gebrauch der germanischen Wind- und Monatsnamen für amtliche Zwecke. Auf ihn geht das Werden des althochdeutschen Schrifttums zurück. Kein abendländischer Herrscher, kein Germane, welches Stammes er immer gewesen sei, hat in der großen Auseinandersetzung des Germanentums mit der antik-christlichen Welt so viel für die Bewahrung und lebendige Fortführung des germanischen Geistes- und Kulturgutes getan, wie der Frankenkönig Karl. Keiner hat freilich auch so tief auf die Wandlung und Verschmelzung dieses Gutes mit Antike und Christentum eingewirkt wie er. Denn eben in dieser Richtung lag wohl das letzte Ziel seiner Kulturpolitik. So entfremdete er die germanischen Stämme seines Reiches wohl Teilen ihrer Vergangenheit, aber er erhob sie und damit die Deutschen, die aus seinem Reiche hervorgingen, dadurch auch zu der Welthaftigkeit und Weltgültigkeit, die unserem Volke für alle Zeiten den ersten Platz unter den europäischen Völkern sicherte. Obgleich Karl erst in höherem Alter Schreiben und Lesen, das Lateinische und sogar etwas Griechisch lernte, stand fein ursprünglicher, kraftvoller Geist überlegen über den hochgebildeten Männern, die er in seiner Hofschule sammelte. Es gehörte zum tiefftert Wesen dieses Kreises und seiner Bestrebungen, daß er Franken und Langobarden, Angeln, Sachsen, Friesen, Bayern, Alemannen und sogar Westgoten umfaßte — den ganzen Teil der germanischen Welt, der die Auseinandersetzung mit Antike und Christentum als Schicksal auf sich genommen hatte. Germanisch war die Machtpolitik des Frankenkönigs bestimmt. Sein Ziel war die Unterwerfung aller Festlandsgermanen. Was ihm im Süden selbst mit der Gewinnung der eisernen Langobardenkrone gelang, das blieb "im Norden nur gegenüber den Dänen unvollendet. Ihre Bezwingung konnte er, zum bleibenden Nachteil des deutschen Nordens, nicht mehr abschließen — und was Karl nicht an germanischen Stämmen in seinem Reiche zusammen- geführt hatte, ist bis heute nicht dem deutschen Volke und Reiche gewonnen worden. Hierin lag auch der Sinn der Unterwerfung des sächsischen Stammes, die Karl im Jahre 772 begann und erst im Anfang des folgenden Jahrhunderts abschloß. Sie bleibt immer belastet durch die gewaltsame Christianisierung der Sachsen, lieber ihr werden immer die Schatten des Bluttages von Verden liegen, auch wenn die 4500 gemordeten Sachsen nicht den Edelingen, die vielmehr mit dem Frankenkönig sich nur zu schnell fanden, sondern den unteren Ständen des Sachsenstammes angehörten. Doch aus der Gewalt -wuchs der Segen, daß das werdende deutsche Volk gerade durch diesen seinen nördlichsten Stamm mit der germanischen Ueberlieferung der Väter verbunden blieb. Auf der breiten Grundlage feiner Herrschaft über germanische Stämme konnte Karl den Kampf mit ben nichteuropäischen Mächten aufnehmen, die fremd und gefährlich in das Abendland eingebrochen waren: den Aradern in Spanien und den 21 nj a r en im Donauraum. Vor allem aber begann der Frankenkönig die große Rückzugsbewegung germanischer Stämme aus dem Osten aufzuhalten und in ihr Gegenteil zu wenden. In der Sorbenmark und den anderen Marken schuf er dafür die Form. An das System von Grenzburgen und Marken, das Karl geschaffen hatte, konnte noch, ein Jahrhundert später Heinrich L, der erste deutsche König aus dem einst vom Franken unterworfenen sächsischen Stamme, anknüpfen. So steht Karls Ge- stalt auch am Beginn der großen Bewegung, die im Mittelalter die Deutschen wieder in den einst an slawische Stämme preisgegebenen Osten zurückführte. So gab es gegen das Ende des 8. Jahrhunderts im Abendlande keine Macht, die nicht den Namen und Herrschaft des Frankenkönigs anknüpfte. Wer aber so mächtig war wie er, wer, wie er, über mehrere Völker und Reiche herrschte, dem fielen nach der Meinung der Zett Titel und Recht des Kaisers zu. Schon vor dem Jahre 800 wird dieser Name dem Frankenkönig zuteil. Doch als bann am Weihnachtstage dieses Jahres der Papst zu Rom dem fränkischen Herrscher überraschend die Kaiserkrone aufs Haupt drückte, da geschah das gegen den Willen des Franken. Als er 13 Jahre später seinen Sohn Ludwig im Münster zu Aachen die Kaiserkrone unter Ausschaltung des Papstes vorn Altar nehmen und sich aufsetzen ließ, da stellte er Aachen gegen Rom, das fränkische gegen das römische Kaisertum, ja, es ist ohne Zweifel, daß Karl das Kaisertum aus der Hand des römischen Bischofs zu einer einmaligen Episode zu machen gedachte. Es ist anders gekommen. Der schlechteste seiner Söhne, Ludwig der Fromme, der fein Erbe wurde, vertat.und verfälschte das Werk des Vaters, wie er die Heldenlieder der Vorzeit verbrennen ließ, die Karl hatte sammeln lassen. Vom schlechten Erben her wird die einmalige Größe Kaiser Karls noch deutlicher. Gewiß ist manches da, was fein Bild verdunkelt und die Formel, unter die man fein Werk stellen möchte, nicht aufgehen läßt. Doch wann wäre die Geschichte je eine wohlabgewogene Rechnung, die den Nachfahren eindeutige Maße des Urteils an die Hand gibt? Nur wer die Spannungen begreift, in denen sich Geschichte vollzieht, findet den Zugang zu der riesigen Gestalt Kaiser Karls, den man den Großen genannt hat. Und wie immer man ihn werten mag: zweierlei bleibt ihm. Durch ihn ist das deutsche Volk geworden, indem er die Mitte des Fränkischen Reiches aus dem romanischen Westen endgültig an den Rhein verlegte und durch die Unterwerfung der Festlandsgermanen eben dem Germanischen im Fränkischen Reiche das Uebergewicht gab, das der Entstehung des deutschen Volkes den Weg frei machte. Zugleich aber machte er das werdende deutsche Volk, das an Karls Erbe Jahrhunderte hindurch festhielt, bis es auch ohne dieses in sich eins geworden war, zum ersten Volke Europas, zu dem Volke, das in sich eine Welt hoher und allgemein verpflichtender Gesittung und herrschaftlichen Rechtes trug und darum wie kein anderes die Aufgabe der Führung Europas beanspruchen durfte. Kunst und Wissenschaft. Professor Alfred Sittarb gestorben. In Berlin starb am 31. März der Direktor des Staats- und Domchores, Prof. Alfred Sittard. Fast vierzig Jahre lang hat er als Orgelkünstler und Chordirigent, als Tonsetzer und Lehrer, als Bahnbrecher für umkämpfte Begabungen gewirkt urdb seinen Ruhm als Meister der klingenden Stimmen — der Orgel, des Chorgesangs und des Orchesters — über Deutschland hinaus in Europa für die Dauer begründet. 1878 in Stuttgart geboren, Sohn des Musikschriftstellers Joseph Sittard, wuchs Alfred Sittard in Hamburg auf; Brahms und Bülow waren die Vorbilder seiner Jugend. Schon 18jübrig wirkte er, ehe er noch als Franz Wüllners Schüler auf das Kölner Konservatorium ging, im Hamburger Organistenamt. Nach kurzer Theater- Kapellmeister-Zeit ging er 1903 als Organist der Kreuzkirche nach Dresden, wo er, u. a. Bach-Volks- konzerte gab und als einer der ersten das vollständige „Wohltemperierte Klavier" öffentlich spielte. 1912 wurde Sittard zur Führung des Hamburger Michaelis-Mrchenchores berufen, die er über 20 Jahre lang innehatte. Hier pflegte er Schütz, Bach und Händel, Bruckner und Reger. In Berlin wirkte Sittard feit 1925 als Lehrer für Orgel, dann seit 1933 auch als Direktor des Staats- und Domchores. Gertrude Pihinger und Egon kornauth. Gertrude P i tz i n g e r und. Egon Kornauth, das bekannte Musikerehepaar, unternahmen zum erstenmal eine gemeinsame Konzertreise in ihre engere mährische Heimat. Von Egon Kornauth, Professor der Wiener Musikhochschule, am Flügel begleitet, fang die hervorragende Altistin Lieder deutscher Meister in Neutitschein, Wagstadt, Olmütz, Witkowitz und Troppau. Das Preußische Robert-Koch-Jnftitut vom Reich übernommen. Das Preußische Institut für Infektionskrankheiten „Robert Koch", das am 1. April vorn Reich übernommen wurde, führt nunmehr den Namen „Robert-Koch-Institut, Reichsanftalt xur Bekämpfung der übertragbaren Krankheiten". Die Uebernahme erfolgte im Rahmen einer Feier, an der Vertreter von Partei, Staat, Wehrmacht und Wissenschaft teilnahmen. Reichsgesundheitsfüh^r Staatssekretär Dr. C o n t i wies in feiner Rede darauf hin, daß das Instttut 1891 gegründet wurde, um Robert Koch die Möglichkeit zu geben, sich ganz der Erforschung und Bekämpfung der Seuchen zu widmen. Das Robert-Koch-Jnftitut soll die Zentralstelle für alle Medizinal-Untersuchungsämter des Reiches werden. Es soll möglichst reichlichen und guten Nachwuchs für diese Aemter liefern und auch bei der Fortbildung der praktischen Aerzte auf dem Gebiete der Infektionskrankheiten mehr als bisher ■ i ÄS,fi Bildnis Kaiser Karls von Dürer aus den Jahres 1512/13, heute im Germanischen Nationalmuseum m Nürnberg. Das Werk, heraldisch-historiographischen Charakters, ist einer der wenigen offiziellen Aufträge, die Dürer von seiner Vaterstadt Nürnberg erhielt. 1510 wurde er damit betraut, die Bildnisse der Kaiser Karl und Sigismund im Krönungsornat der römischen Kaiser deutscher Nation zu malen, wofür Dürer sehr sorgfältige Studien nach den Reichskleinodien und dem Ornat machte: „das ist des Heiligen großen Kaiser Karels Habitus 1510". Um dem Antlitz des Kaisers möglichst lebensnahe Züge zu geben, so lesen wir in Waetzoldts ausgezeichnetem Buche über Dürer und feine Zeit, lieh ihm Dürer das männlich schöne Anlitz des Hof- historiographen Johannes Stabius. Weiter heißt es bei Waetzoldt: „Der Aufbewahrungsort der Reichsinsignien und Reichsreliquien wurde die Spi- talkirche zum Heiligen Geist. Alljährlich, am zweiten Freitag nach Ostern — bis 1523 — wurden die Heil- tümer vom „Heiltumsstuhle" vor der Frauenkirche am Markt (jetzt Adolf-Hitler-Platz) dem Volke gewiesen (Heiltumsweisung): so die für Konrad II. (1024—1039) einst gefertigte Kaiserkrone, Zepter, Reichsapfel, Reichsschwert und die Reliquien ... Die Nacht vor der Heiltumsweisung verbrachten die Schätze in der Heiltumskammer des Schopperfchen Hauses am Markt. Für die Wände dieser Kammer waren Dürers Bildnisse bestimmt: Kaiser Karl als der erste vermeintliche Träger des Krönungsornates und Sigismund als Wohltäter Nürnbergs, der ihr die Hut der Reichskleinodien anvertraut hatte ..." Für die Bilder Kaiser Karls und Sigismunds erhielt Dürer, wie ebenfalls bei Waetzoldt zu lesen, das Honorar von 85 fl. 1 Pfund neun Pfennige und zehn Schillinge. — (Scherl-Archiv-M.) mitwirken. Der Letter des Instttuts, Professor Dr. Gildemeister, gab einen Heb erblick über die Tätigkeit des Instituts in den letzten Jahren. Der Reichsgesundheitsführer legte im Robert-Koch-Mau- foleum einen Kranz nieder. Professor Ludwig Habichs 70. Geburtslag. Am 2. April begeht in Darmstadt einer der bekanntesten deutschen Bildhauer, Akademieprofessor Ludwig Habich, feinen 70.Geburtstag. Habich wurde in Darmstadt in dem Hause geboren, in dem einst der bekannte Geschichtsprofessor Gervi- nus das Licht der Welt erblickt hatte. Nach Studien in Darmstadt kam Habich an die Akademien in Karlsrrche und München. Mit 22 Jahren schuf er bereits das berühmt gewordene Columbus-Denkmal in Bremerhaven. Als Mitglied der Darmstädter Künftlerkolonie wirkte er bei den großen Kunstausstellungen nach der Jahrhundertwende in Darmstadt bahnbrechend. Länge Jahre wirkte er als Lehrer an der Kunstakademie in Stuttgart. Hier führte er auch im Auftrage Theodor Fischers mehrere monumentale Architekturplastiken aus. Mit Paul Bonatz zusammen schuf er das David-Friedrich- Strauß-Denkmal im Ludwigsburger Park. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen das Denkmal für die Gefallenen des 70er-Krieges in Gießen, das Bismarck-Denkmal auf dem Ludwigsplatz in Darmstadt, die Kolossalfiguren von Mann und Weib am Portal des Darmstädter Künstlerhauses, das Alice- Denkmal auf dem Wilhelminenplatz in Darmstadt und zwei Wetttäufer in Bronze für das neue Universitätsgebäude in Tübingen. Für eine seiner neuesten Plastiken, den „Deutschen Gruß", erhielt er 1940 den Kulturpreis der Stadt Darmstadt. Aus aller Wett. Todesstrafe für einen Postmarder. Der 46 Jahre alte Ferdinarch Dandl hatte bei einem Postamt in München die Aufgabe. Absender oder Empfänger mangelhaft beschrifteter Pakete fest- zustellen.Eine Haussuchung förderte eine Unmenge gestohlener Sachen zutage. Wäsche, Stoffe, Rauchwaren, Schokolade, Weine, Schnäpse, ferner war er im Besitz von über 12 000 RM. Dandl bestritt die Diebstähle; wenn er Pakete, allerdings gegen die bestehende Vorschrift, aufmachte, so nur, ' um aus etwa beiliegenden Schriftstücken den Absender festzustellen. Nur einige Male habe er Gegenstände aus beschädigten Paketen unterschlagen. Das Bargeld will er sich von seinem Gehalt erspart haben. Das Sondergericht hielt es für erwiesen, daß Dandl mindestens seit Kriegsbeginn Postsendungen, auch Feldpostpakete, beraubt hatte, und verurteilte ihn zum Tode. Seine Geliebte erhielt wegen Hehlerei 3 Jahre Gefängnis. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lauge. Stellvertreter be3 Hauptschristleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Silber: Dr. Fr. W. Lange: für bas Feuilleton: Dr. Hans Tburiot; für Stabt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche UniversitätSbruüerei R. Lange K. G. Berlagsletter: Dr.'Hng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. te^ileilgiielle Korlsfpnitielte™^^^ ■ ■ WM “ ■ ■ ■ ■ ” ■ ” tie BrnDoenvemraliimg Biskircbes - Rui 44 - erbältlidu / Lebensaufgabe Mariav.Tasnady flemafi ous ö< g- ren", - muffe, Mra 3nül die Za! kriegen ' meist n doch ft Warnen gum B Tag z> ampjer rot zu Spiegel bemft die Wi diesem kräste donner landen kalhoft sich im keine $ Nen gräit Vieh i dem I 3n M tag ge YWL am ( unten schone dem ( gelegt. In! Gründ derR Gründ WS Srül>!> Obwot geBbt ersten Z der ohne glauben oiiserW Sengen Wainel dieA lei Krau Weuustn S< 111m w Über Fk das 5ie Brauch Gründo! im Elsa gernies verbreit spielt l‘ Wolle >s den. 3' Jahrhui Kautern nefieO, Loldenc bockskra (Srunm oenart) donnere Giersch, zahn, < {pißen, olles w Als Leiter der gesamten Arbeitsvorbereitung undVor- kalkulation eines groben Industrie - Unternehmens wird eine Persönlichkeit gefordert, die Refa-Erfahrungen besitzt und nutzer Kenntnissen im Apparate-, Maschinen-, Ar- maturen- u. Elektromaschinenbau die Fähigkeit mitbringt, auf Grund überragender persönlicher Eigenschaften, Einfühlungsvermögens und psr>- chologischen Verständnisses auch tatsächlich führen zu können. Ausführliche Bewer- buüg m. Angabe des frühesten Eintrittstermins unter 1074V an den Giehener -Anzeiger. DRESDNER BANK HAUPTSITZ BERUH 475 GESCHÄfTSSTElLEN WimrilM der die Leitung der Arbeitsvorbereitung und Vorkalkulation eines Industrie-Unternehmens mit grobem Werk- vrogramm des Apparate-, Maschinen-, Armaturen- und Elektromaschinenbaues übernehmen und tatkräftig und zielbewuht nach Refa - Art führen kann? . Bewerbung mit ausführlich. Unterlagen unter 1074V an den Giehener Anzeiger erbet. ßLORIfll I Blauer kariert» ömenWm Gute Mich- Möbliertes Biete schone 6- bigstr. - Selters- Angeb. u. 01480 an o. Gieh. Anz. lehnen. V. 11030 Gießen, den 1. April 1942. Als dubereitde Kartoffeln gelten Kattosfelgerichte marken geZen Abggbe der Abschnitte an ter Ge- •tältf Arh Inst Ausnahmk! von Suppen, die nicht ImelstfchaffsvechflegMg MlnehMen. Ein Abschnitt THEATER der Universitätsstadt kieken REFA-MANN als Leiter der Arb eitsvorb erei? tung und Vorkalkulation von Industrie-Unternehmen mit weitgespannt. Fabrikationsprogramm (Apparate-, Maschinen-, Armaturen- ».Elektromaschinenbau) zu alsbaldigem Eintritt gesucht. Eilbewerbung unter 1074D an den Gietzener Anzeiger. | Mietgesuche | Zwei möblierte sonnige Zimmer mit Bad v. Arzt- ehevaar gesucht. Nähe Ostviertel. Televb.Anfrage I unter 457V. Möbliertes Zimmer mit od.ohne Verpflegung per sofort für ruhige Mieter gesucht. stflötroertetBieBen Sammstraße 85. Telephon 2157. undFahrluh hochtrag., leicht od. mitelschwer, zu kauf.ges. 01474- Albert Müller Alten-Buseck. Wir haben »ns verlobt Hedi Geist Karl Müller Ordensjunker a. 2k Bootsmaat und R.O.A. enten voll zu erfüllen. 4. Geflügelhalter, die nach Ziffer 1,bis 3 von der Abgabepflicht von Eiern befreit oder teilweise entbunden wurden, sind jedoch als Selbstversorger in Eiern anzusehen und dürfen weder für sich noch für ihre Haushaltsangehörigen Reichseierkarten erhalten. 5. Der Nachweis des Abgangs von Hühnern und Enten hat zu erfolgen: a) im Falle der Abschlachtung: in sämtlichen Gemeinden außer in den nach- genannten Städten durch Ablieferung des Hühnerkopfes bei dem Bürgermeister, in den Städten Frankfurt a. M., Wiesbaden, Darmstadt, Mainz, Offenbach, Gießen und Worms durch Ablieferung der beiden Hühnerbeine bei der für den Hühnerhalter zuständigen Sammelstelle. Diese hat eine Bescheinigung über den nachgewiesenen Abgang auszustellen, die der Abgabepflichtige dem Ernährungsamt zur Berichtigung seines Ablieferungsbescheides vorzulegen hat: b) im Falle des Verkaufs oder sonstiger Entäußerungen: durch Abgabe einer schriftlichen Erklärung bei der Stelle, die den Ablieferungsbescheid erteilt hat. Die Erklärung muß Angaben über den Tag des Verkaufs, die Zahl der verkauften Hennen, sowie die genaue Anschrift des Käufers enthalten; c) bei sonstigen Abgängen, wie Verlust durch sllaubwild, Uebersahren, Diebstahl Entlaufen 1M: Nur Karfreitag I tybille Schmitt WnxhtSdioeniials MAN oder [01403 SlinAliW für sof. gesucht. Eis-Salon, , Mäusburg. Zu erfragen: Marktskraße 4. Wolfstr. 18 Gabelsbergerstr. 3 Gießen, Ostern 1942 __________01439/ nehmen. Befindet sich ein Teilnehmer an einer Werkküchen- bzw.' Kantinenverpflegung im Besitz eines Bezugsausweises für Kartoffeln, kann er ohne Umtausch der Abschnitte dieses Ausweises in Kartoffel- Freitag, den 3. April 19 bis 21.15 Uhr: lo5oD 27. Freitagmiete u. Halbmiete A Japanischer Abend Zwei Schauspiele aus dem Japamschen. Preise von 0.60 bis 830 RM. Der Oberbürgermeister, Ernährungsamt Abt. B. Anordnung über die Abgabe von Kartoffeln in Gaststätten, Werkküchen, Kantinen u. bergt. Vom 20. März 1942. Auf Grund der Verordnung über die öffentliche Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen vorn 27. August 1939 (Reichsgesetzbl. I Seite Kinder-Kasten- Wägelchen vor dem Hause Roonstr. 16 abhanden gekomm. Es wird gebeten, dasselbe hort abzugeben. 01493 Roonstr. 16 v. Km.-Wm.Bod Zimmer ^uche 4'/2- brs 5- - Zimmerw. mit Bad, mögt, nut Balkon. Schriftl. ’T’ Samstag, 20% Uhr Kameradschaftsappell im Hess. Ho! Artilleristen-' Kameradschaft 1895. des Vezugsausweifes berechtigt zur Teilnahme att 10 Essen mit Kartoffeln. VIII. Die von den Werkküchen bzw. Kantinen von ihren Teilnehmern an der Gemeinschaftsverpflegung ent» qeaengenommenen Bescheinigungen des Buger» Meisters bzw. der Kartenstelle (Ziff. VII Abs. 3) bzw. Abschnitte des Bezugsausweises für Kartoffeln (Ziff. VII Abs. 4) sind mit den von ihnen verein« nahmten Kartoffelmarken zur Ausstellung eines Bezugscheines bzw. zur Anrechnung auf den vorhandenen Bestand beim Ernährungsamt einzureichen. IX. Die Gaststätten, Werkküchen und Kantinen, die am 6. April 1942 noch über einen Bestand an Kartoffeln verfügen, melden bis zum 8.4.1942 auf dem ihnen zugegangenen Fragebogen tn doppelter Ausfertigung dem Ernährungsamt: V die Höhe des Bestandes, 2. den Ort (auch Straße und Hausnummer) bzw. die Orte der Lagerung unter Angabe der Teil» mengen in letzterem Fall, 8. den seitherigen durchschnittlichen Tagesverbrauch an Kartoffeln, und zwar a) für Besucher der Gaststätte pp., b) für Haushalts- und Bettiebsangehörige. Gaststätten, Werkküchen und Kanttnen, die am 6. April 1942 nicht mehr über einen Bestand an Kartoffeln verfügen, melden bis zum gleichen Tage dem zuständigen Ernährungsamt: 1. daß sie über einen Vorrat an Kartoffeln nicht mehr verfugen, 2. den seitherigen durchschnittlichen Tagesverbrauch an Kartoffeln getrennt für Besucher der Gaststätte pp. und für Haushalts- und Betriebsangehörige. Die Meldungen nach Abs. 1 und 2 sind in doppelter Ausfertigung einzureichen und mit der Versicherung der Richtigkeit nach Pflicht und Gewissen zuvev- sehen. Das Ernahrungsamt hat die Zweitschrift der Meldungen umgehend an den kartoffelwlrlschaftsver- band Hessen-Nassau welterzuleiten. Diese Anordnung gilt für Gaststätten in den Städten und Gemeinden im Bezirk des Landesernährungsamtes Hessen mit einer Einwohnerzahl von über 10 000 Personen, sowie in sonstigen Gemeinden, auf die das Ernährungsamt den Geltungsbereich dieser Anordnung ausdehnt. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung sowie gegen die in Durchführung der Anordnung von den Ernährungsämtern erlassenen Vorschriften werden nach den geltenden Bestimmungen bestraft. Diese Anordnung tritt am 6. April 1942 in Kräst. Darmstadt, den 20. März 1942. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung. Landesernährungsamt. I. V.: gez. Weintz. Sprechstundenhilfe (auch Anfängerin) gewandte Umgangsformen, flotte Maschinenschrift, sowie BöntgengehUfin oder Röntgenassistentin, letztere vertretungsweise, (ev, auchDauer- stellung) von Arzt in Bad- Nauheim zum baldigen Eintritt gesucht. Zuschriften unter 11040 an den Gießener Anzeiger. Telephonische Anfragen unt. Bad-Nauh. Nr.2078 Bekanntmachung. Die Strom- und Gasgelder im Stadt- und lieber« landgebiet sind nach den Lieferungsbedingungen grundsätzlich bei der Ablesung an den Erheber zu zahlen. Geschieht dies nicht, dann können die Strom- und Gasaelder noch innerhalb der nächsten acht Tage ohne kosten an die Kasse der Stadtwerke Gießen, Gartenstraße 3, auf Postscheckkonto Frankfurt am Main Nr. 27707 oder auf die auf den Quittungskarten verzeichneten Bankkonten eingezahlt werden. Bei Ueberschreiten des Zahlungstermins müssen die Beitreibungskosten berechnet und entrichtet werden. Vom 15. April 1942 ab wird die Strom- und GaS« lieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat Februar 1942 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben. Die Kosten der Strom- und Gassperre gehen zu Lasten der Säumigen. 1108A Gießen, den 1. April 1942. Stadkwerke Girtzen» Die kartosselmarke berechtigt zur Einnahme eines Kartoffelgerichts in einer Gaststätte im Geltungsbereich dieser Anordnung innerhalb der auf ihr aufgedruckten Zuteilungsperiode. Auch für das von den Gaststätten zu führende „markenfreie Stammgericht- ist eine Kartoffelmarke zu entrichten, wenn es Kartoffeln enthalt. Eine Abgabe anderer Lebensmittelmarken darf für dieses Gericht nicht gefordert werden. Der Gaststätteninhaber kann die Nachreichung eines zweiten Kartoffelgerichts an den gleichen Gaststättenbesucher auch gegen Abgabe einer weiteren Kartosfelmarke ablehnen. Die Gaststätte hat die von ihr innerhalb 2 Wochen entgegengenommenen Kartoffelmarken, nach Zuteilungsperioden getrennt und auf Bogen zu je 100 Stück aufgeklebt, sowie die von auswärtigen Besuchern ausgefüllten Vordrucke gebündelt zu je 50 oder 100 Stück, zu Beginn der 3. Woche beim Er- nährungsamt bzw. der Kartenstelle zwecks Ausstellung eines Bezugscheines A einzureichen, der zur Belieferung an den Handel weiterzugeben ist. Verfügt die Gaststätte noch über einen Vorrat an Kartoffeln, hat an Stelle der Ausstellung eines Bezugscheines die Abschreibung der durch Bedarfsnachmeise belegten Kartoffelmenge an dem vorhandenen Bestand durch das Ernährungsamt zu erfolgen. X VII. In Werkküchen und Kantinen im Bezirk des Landesernährungsamtes Hessen dürfen zubereitete Kartoffeln nur gegen Kartoffelmarken abgegeben werden. Der Teilnehmer an der Werkküchen- bzw. Kantinenverpflegung hat sich die Kartoffelmarken ohne Rücksicht darauf, ob er ansässig ist oder nicht, in der gleichen Weise zu beschaffen, wie dies in Ziffer IV vorgesehen ift Befindet sich am Wohnort eines Teilnehmers an einer Werkküchen- oder Kantinenverpflegung keine Umtauschstelle, kann die Abgabe der Kartoffeln an den Bürgermeister bzw. die Kartenstelle erfolgen, der dem Teilnehmer über die erfolgte Adaabe eine Bescheinigung auszustellen hat. Diese Bescheinigung berechtigt den Inhaber, ohne Abgabe von Kartoffelmarken an der Gemeinschaftsverpflegung nach Maßgabe der von ihm abgegebenen Kartoffeln tellzu- Häsin s. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unter 01475 an den G etz. Anz. Ein neueres W'bisZwel- Mlienimiis in gut. baulichen Zustand m.Gart. in Stadt mit Finanzamt oder in deren Vororte zu kaufen ges.Schr. Angeb. u. 10970 an o. Gieß. Anz. 2.00 4.80 7.30 Uhr J ugend hat keinen Zutritt 1059 A als Hauptgericht gereicht werden und nur kleinere Mengen von Kartoffeln als Einlage enthalten. IV. Die nach Ziffer I Abs. 1 erforderlichen Kartoffelmarken werden von den Ernährungsämtern bzw. Kartenstellen im Utnkausch gegen Abschnitte des Bezugsausweises für Kartoffeln abgegeben mit der Maßgabe, daß für jeden Dochenabschnitt des Be- zugsausweises 10 Kartoffelrnarken für den entsprechenden Zeitabschnitt zur Ausgabe gelangen. . Ortsansässige Personen, die keinen Bezugsausweis für Kartoffeln besitzen, da sie zu Hause über einen Vorrat an Kartoffeln verfügen, können gegen Abgabe von Kartoffeln an eine vom Ernährungsamt zu bestimmende Stelle (Umtauschstelle) unmittelbar bei dieser oder gegen eine von ihr auszustellende Bescheinigung bei der Kartenstelle Kartoffelmarken erhalten. Die Mindestmenge an Kartoffeln, gegen die von der Umtauschstelle Kartoffelmarken bzw. eine entsprechende Bescheinigung abgegeben wird, beträgt 5 kg, die Höchstmenge 10 kg. Das Umlauschverhält- nis wird bis auf weiteres auf 5 kg = 20 Kartoffelmarken festgesetzt. Die Umtauschstelle ist berechttgt, den Umtausch schmutziger oder minbermertiger Kartoffeln abzu- weg verloren. Abzugeben geg. Belohnung auf dem Fundbüro. f. kurze Zeit ges. Schriftl. Angeb. unter 01471 an d.Gieß.Anz.erb. |SteHenangebote| Kinderliebes PfiiGhtjabnnädchen oder Hausgehilfin z. Mitte April gesucht. io87D Dr. Lange And. Johannes- kirche 6. 1521) wird angeordnet: Zubereitete Kartoffeln dürfen in Gaststätten des Geltungsbereiches dieser- Anordnung (Ziff. X) an ortsansässige Verbraucher nur gegen Kartoffelmarken abgegeben werden. Als ortsansässig gelten alle Personen, die sich nicht auf Grund eines amtlichen Lichtbildausweises als außerhalb des Ortes wohnhaft ausweisen können. II. An nicht ortsansässige Personen dürfen zubereitete Kartoffeln in Gaststätten ohne Kartoffelmarken nur abgegeben werden, wenn sich diese Personen auf Grund eines amtlichen Lichtbildausweises als außerhalb wohnhaft ausweisen können und durch Ausfüllung und Unterschrift eines ihnen von dem Inhaber der Gaststätte oder seinem Personal vorzulegenden Vordrucks versichern, daß sie nicht Im Besitz eines im Bezirk des Landesernährungsamtes Hessen ausgegebenen Bezugsausweises für Kartoffeln sind. An nicht ortsansässige Verbraucher, die sich im Besitz eines solchen Vezugsausweifes befinden, dürfen zubereitete Kartoffeln in Gaststätten ohne Kartoffelmarken nicht abgegeben werden. Selbffoerpfleger der Wehrmacht, die einen eigenen Haushalt in Gießen nicht führen, erhalten zubereitete Kartoffeln auf die m ihrem Besitz befindlichen Kartoffelmarken. Anspruch auf zubereitete Kartoffeln ohne die Abgabe von Kartoffelmarken haben nur solche Angehörige der Wehrmacht (einschließlich Waffen-^, des Reichsarbeitsdienstes, der Polizei, des SHD. sowie der Organisation Todt), die in Gießen nicht in Gemeinschaftsverpflegung bei ihren Einheiten stehen und sich in Uniform befinden. Von ihnen ist jedoch der in Absatz 1 erwähnte Vordruck zu unterschreiben unter Beifügung ihres Dienstgrades jedoch ohne die Angaben über den Personalausweis. Unser Bericht für das Geschäftsjahr 194% ist erschienen und kann bei unseren sämtlichen Geschäftsstellen angefordert werden Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Arieberg, Gießen und Lauterbach sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. Lelr.: Oie Abgabe von Eiern. Die nachstehende Bekanntmachung des Eierwirt- schaftsverbandes Hessen-Nassau wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. 10930 Gießen, den 30. März 1942. Oür die Landrste der Landkreise Alsfeld, Büdingen, riedberg, Gießen und Lauterbach sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Der Landrat des Landkreises Gießen. Dr. Lotz. Bekanntmachung. In Ergänzung meiner Bekanntmachung Nr. 1/42 vom 10. Januar 1942 (Wochenblatt der Landes- vauernschaft Hessen-Nassau Nr. 2 vom 10. Januar 1942) wird im Einvernehmen mit dem Herrn Reichs- Patthalter in Hessen — Landesregierung — Landes- ernährungsamt, bestimmt: 1. Die Abgabepflicht von mindestens 60 Eiern je Henne entfällt bei Zwerghühnern, Perlhühnern und Puten, sofern deren Besitz durch eine Bescheinigung eines örtlichen Geflügelzuchtvereins nachgewiesen wird. Sofern der Eieranfall von Hühnern dieser Art picht im eigenen Haushalt des Geflügelhalters verbraucht wird, sind die überschüssigen Eier entweder an die Sammelstelle abzuliefern oder gegen Bestell- bzw. gegen Bezugscheine an Verbraucher abzugeben. 2. Auf besonderen Antrag an den Eierwirtschaftsverband können Züchter der nachstehenden Hühner- r aff en von der Eierabgabe von Hühnern dieser Rassen befreit werden: Asil, Cochin, Holländer, Malaien, Weißhauben, Yokohama, Kämpfer, Paduaner, Phönix, Sultan, Sumatra. 3. Auf besonderen Antrag an den Eierwirtschaftsverband können Halter von Enten der Rassen Rouen, Aylesbury, Cayuga usw. ihr Ablieferungssoll von mindestens 60 Stück je Tier auf 40 Stück je Tier herabgesetzt erhalten, wenn die Ablieferung des vollen Solls ihnen nicht möglich ift Das Ablieferungssoll von mindestens 60 Eiern je Tier ist jedoch von Haftern von Land- und Kreuzenten, Laufenten, Pekingenten und Khaki-Campbell- Das Schicksal eines groften Ärztes Ein Wolfgang Liebeneiner-Film der Tobis HEIDEMARIE HATHEYER PAUL HARTMANN MATHIAS WIEMAN HANS NIELSEN Heute Donnerstag: Wiederaufführung Lichtspielhaus Täglich 2.30, 4.45, 7.30 Uhr Karfreitag und I. Osterfeiertag 2.00, 4.30, 7.30 Uhr Jugend hat keinen Zutritt 1100 A Leichte Simmentaler Kahrkuh ZMonat tragend, zu verkaufen. Großen-Buseck Anger 30. Lus? Guterhaltener MMMN für RM. 30 - zu verkaufen, oun sgMU.ro 'N Gebrauchter MenWen Rm. 25.—, zu verkaufen 01472 Großen-Bufeck, Zeilstr. 48 Mündlich können Sieesnurvsuigeu sagen, fchrifttich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es illen Medizinstudent sucht Zimmer im Kliniksviertel einschl.Wartweg. Schr. Ang. unt. 01458 a.d. G.A. Berufstät. Mädchen sucht für sof. möDLälmmet möglichst Nähe Pestalozzischuly. Schriftl. Angeb. unter 01478 an den Gieß. Anz. KleineAuzeigeu im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. Hilfe für den Haushalt gesucht. oi468 Oberingemeur Henselstratze 8v. | Verkäufe | 2 leichte Kahrkühe 1 Vogelsberg. Rind °?4 Jahre, z. verk. Lannsbach Nr. 10. Eine 2-Ltr.-BMW.- Limonsine zum Schätzungspreis zu verkauf, bei [ 0147» Willy Letsch Krofdorf. Str. 16 Tel. Nr. 3235. durch Glaubhaftmachung des Abgangs bei der Stelle, die den Ablieferungsbescheid erteilt hat. 6. Bei erbrachtem Nachweis des Abgangs gemäß Ziffer 5 ist der Ablieferungsbescheid von dem Ernährungsamt bzw. dem Bürgermeister zu berichtigen. Der Abgabepflichtige muß den berichtigten Bescheid seiner Sammelstelle zur Aenderung in der Erzeugerliste vorlegen. 7. Zugänge und Neuanschaffungen von Hennen mit Ausnahme von Junghennen in der Zeit vom 1.2. bis 30.6.42 sind unverzüglich in den Städten Frankfurt a. M., Wiesbaden, Darmstadt, Mainz, Offenbach, Gießen und Worms dem Ernährungsamt B, in terf sonstigen Gemeinden dem Bürgermeister zur Berichtigung bzw. Neuausstellung eines Ablieferungsbescheides zu melden. Die erfolgte Berichtigung bzw. Ausstellung eines Ablieferungsbescheides ift von den Meldestellen der zuständigen Sammelstelle zur Wahrung in der Er- zeugerlW mitzuteilen. Frankfurt a. Main, den 24. März 1942. Eierwirtschaftsverband Hessen-Nassau. __________Der Vorsitzende: gez. Weise.__________ Bekanntmachung. Die nachstehende Anordnung bringe ich hiermit den Verbrauchern, insbesondere den Gaststätten und denjenigen Personen, die auf Gaststättenverpflegung angewiesen find, zur Kenntnis und Beachtung. PALAST Giessen Ur. 78 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheisen) Donnerstag, 2. April 1942 Welm Stärks Oper „Das Herrenrecht // <1 Ilse Werner. Berufstätige Witwe sucht zur vollkommen selbständigen Betreuung ihres Haushaltes (4-Zimmer-Wohnung, 3 Kinder, zwisch. 4 u. 7 Jahren) zuverlässige, nette Hausgenossin Anged. mit Gehaltsangaben erbet. Fran HeleneDiebitfck,Darmstadt Soderstratze 111. lio»«v Tärf Tieferschüttert erhielten wir die unfaß- f bare, schmerzliche Nachricht, daß mein geliebter Mann, Vater seines lieben Kindes, Unser lieber, hoffnungsvoller Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Neffe und Cousin Oberfeldmeister im R. A. D. Heinrich Schneider als Pionier nach kurzem Einsatz im blühenden Alter von 28 Jahren im Osten gefallen ist. Wiedersehen war seine und Unsere Hoffnung. In tiefem Schmerz: Hilde Schneider, geb. Köhl und Söhnchen Bernd Heinrich Schneider,Weichenwärter a. D. und Frau Elisabeth, geb. Kaietsch. Otto und Hans Schneider, z. Z. Im Felde Gustav Köhl und Frau und alle Verwandte. Unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß mein über alles geliebter, herzensguter, unvergeßlicher Mann, der treusorgende Vater seines einzigen Söhnchens, unser lieber Sohn und Bruder, mein immer hilfsbereiter Schwiegersohn, Schwager und Onkel Emil Weber Gefreiter in einem Infanterie-Regiment am 2. März im fernen Osten, zwei Tage nach seinem 30. Geburtstage, den Heldentod gestorben ist. Wiedersehen war stets.seine und unsere Hoffnung. In tiefem Schmerz: Fr. Johannettd Weber, geb. Steinmllller, u. Kind Ludwig Weber und Frau (Eltern) Otto Nürnberger, z. Z. im Felde, und Frau Frieda Staffel, Wwe, und Sohn Heinrich Steinmüller Wwe. (Schwiegermutter) Emilie Steinmüller Willy Kirch, z. Z. Im Felde, und Frau Robert Stelnmüller, z.Z. Im Felde, und Frau und alle Verwandten. Vetzberg, Krofdorf u. i. Felde, 81. März 1942. ________ ______________________________________1101 v Nach kurzer, schwerer Krankheit entschlief sanft am Dieustagnachmittag unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Herr Karl Krebast - in einem gesegneten Alter von 85 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie August Sauer, Gießen Familie Karl Krebast Wwe., Kinzenbach Familie Karl Rohrbach Wwe., Dutenhofen Familie Fritz Rohrbach, Lollar und alle Angehörigen. Lollar, den 2. April 1942. Die Beerdigung findet am Karfreitag, dem 3. April, nachmittags 15% Uhr, in Lollar statt. 1110 D Hart und schwer traf uns die schmerz-, liehe und unfaßbare Nachricht, daß unser innigstgeliebter, herzensguter braver Sohn, Brüder und Enkel Gefreiter Karl Walther M.-G.-Schütze in einem I.-R., Inh. des E. K. II nachdem er den Feldzug im Westen glücklich überstanden hatte, bei den schweren Abwehrkämpfen im Osten in soldatischer Pflichterfüllung im Alter von 22 Jahren den Helden- . tod fand. Wiedersehen war seine und unsere größte Hoffnung. In tiefer Trauer: Heinr. Walther und Frau Johannette. geb. Volz Heinr. Walther, Netti Walther Wilhelm Walther, z. Z. im Felde Erich Walther, Kurt Walther z Großeltern und alle Verwandten. Daubringen, Alten-Buseck, den 2. April 1942. Die Gedächtnisfeier findet am Sonntag, dem 19. April, nachm. 13.30 Uhr in Kirchberg statt. I__01470 Wir erhielten die schmerzliche Nachricht, daß mein innigstgeliebter Mann und guter Lebenskamerad, der treusorgende Vater seiner beiden Kinder, mein lieber Sohn, unser lieber Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Hans Weife Oberltn. und Kompanieführer in einem I.-R. Inhaber des Eisernen Kreuzes I. u.e II. Klasse sowie d. Kriegsverdienstkreuzes m. Schwertern am 25. Februar d. J. im Alter von 40 Jahren bei den schweren Kämpfen im Osten den Heldentod erlitten hat. In tiefer Trauer: Luise Weiß, geb. Mecke, und Kinder Carl-Hans und Ilse Margarethe Weiß, geb. Jockei Carl Mecke u. Frau Lina, geb.Schöbe. Diez a. d. L.,Wiebelsbach i. Odenwald, Gießen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns schriftlich und mündlich bei dem schweren Verlust unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes Hans Schmidt, Gefreiter in einer Fallschirmjäger- Abteilung, erwiesen wurden, sagen wir auf diesem Wege unseren tiefempfundenen Dank. Gleichzeitig danken wir der Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Schunk & Ebe. In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Schmidt nebst allen Angehörigen. Gießen (Kirchenplatz 15), im März 1942. __01466 fSCHI BANK HAUPTSITZ BERLIN W8 • 489 NIEDERLASSUNGEN Bekanntmachung. Vetr.: Verordnung üker die Durchführung des Fleischbefchaugesehes. Auf Grund des Fleischbeschaugesetzes und der hierzu ergangenen Durchführungsverordnung habe ich nach Anhörung des Kreisveterinäramtes Gießen Herrn Ludwig Lenz XV., wohnhaft in Gießen-Klrin- Linden, Frankfurter Straße 45, als Fleischbeschauer für die eingemeindeten Gebiete Klein-Linden, Wieseck, Schiffenberg mit Wirkung vom 1. April 1942 als Fleischbeschauer bestellt und eidlich verpflichtet. Mit gleichem Tage ist der für Wieseck vertretungsweise tätig gewesene Fleischbeschauer Vlnz aus Ullendorf (Lahn) von seiner Beschautätiakeit für Wieseck entpflichtet worden. Die Beschautättgkeit des Herrn Lenz XV. erstreckt sich nur auf Hausschlachtunaen, nicht aber auf gewerbliche Schlachtungen. 1107D I. V.: Hellwege Emden. Kirchliche Anzeigen. Lick, 3. Avril, Karfreitag. 9.45, Beichte; 10, Kahn. Kollekte. Chorschule. Kirchenchor. Abendm. Nieder-Beinngen. 14, Kahn. Koll. CD. Ltadtmiinon, Löberstratze 14 Karfreitag, 3. Avril. 9, Andacht- 17, Passionsandachtu. Abendmahl. .Hotel Prinz Carl ----- verloren gegang. verpachten, oue? Abzug, geg. Bel. Näheres Blockstraße V, N. Liebigstr. 45. Hart traf uns die unfaßbare Nachricht, daß bei den schweren Abwehrkämpfen M im Osten mein lieber, herzensguter, unvergeßlicher Mann, der treusorgende Vater seines Söhnchens, mein braver Sohn, unser lieber Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Gefreiter Willi Staffel im Alter von 80 Jahren sein Leben lassen mußte. Wiedersehn war stets seine und unsere größte Hoffnung. In tiefer Trauer: Frida Staffel, geb. Weber, und Sohn Edwin Familie Karl Staffel Witwer Familie Ludwig Weber Familie Karl Staffel jun. Familie Karl Öremer Ernst Staffel, z. Z. im Felde Emma Staffel Otto Nürnberger, z. Z. im Felde, u. Familie Johannete Weber Witwe und Sohn und alle Angehörigen. Vetzberg, den 31. März 1942. Verschiedenes verloren! Bergana. Woche goW. Wring von Plockstr. bis