192. Jahrgang Nr. 205 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener s>amilienblätter Heimat imBild-DieScholle Beauasvreis: Monatlich.,... RM.1.80 Zustellgebühr... ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvreckanschluh 2251 Drahtanschrift:,Anzeiger" Postscheck 11686 Krankt ^M. Einnahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8V, Uhr desBormittagS Auzeigen-Preise für die Millimeter-Zeile von 22 Mllimeter Breite: 7Rpf. für Familienan« zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14Rvf.f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzetgen Plabvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/0 mehr vrvhlscheUniverstlArdruckerelLLcmge General-Anzeiger für Oberhessen ^«irtzen^rchulftr-tze?'» ; jflva aw* d vkenrtag,t.SeptemberM2 Gietzener Anzeiger Drei Jahre Krieg. 1000 500 Km :DÄN" ENGLANI rHiEDERLD/ iUGlEHi SPANIEN^ RAN GRIECHEN! SYRIEN, DAFRi .19*1 DEHNEN' FRANKREICH —\/19*0 * rNDRWE6£N^ TtmofL yV*yRUMÄNlEN JUGOSLAWIE^^^ C—&uL' DEUTSCHE&W BEREICH VBsSäA Die zusammenfassende kartographische Rückschau über die militärischen Ereignisse vom 1. September 1939 bis zum 1. September 1942 ist ein stolzes Abbild jener einzigartigen deutschen Siege, die Großdeutschland mit seinen Verbündeten im Zeiträum dreier Kampfjahre in dem ihm von seinen Feinden aufgezwungenen Krieg ausaefochten hat: Im Spätsommer 1939 tritt"die deutsche Wehrmacht gegen den polnischen Feind an. Sie ringt ihn im Feldzug der 18 Tage nieder und fügt deutsches, seit Versailles abgetrenntes Gebiet wieder zusammen. Das Jahr 1940 stellt die Aufgabe, die deutschen Grenzen gegen Westen zu sichern. Mit wuchtiger Schlagkraft vollziehen sich im Zeitraum von April bis Juni die Feldzüge gegen Norwegen, die Niederlande, Belgien und Frankreich, bildet sich die eherne atlantische Abwehrfront von den Wassern des Nordmeeres bis zur Biskaya. Um England schließt sich der Ring der Blockade. Das Jahr 1941 bringt im Frühjahr 1941 die militärische Sicherung Des Südostraumes (Jugoslawien, Griechenland). Die militärischen Machtzonen der Achse verbinden sich im Mittelmeerraum, wo an der nordasrikamschen Küste das Deutsche Afrikakorps in Waffenkameradschaft mit Italien kämpft. Am 22. Juni formiert sich die Abwehrstont gegen den Bolschewismus von Finnland bis zum Schwarzen Meer, um in den größten Siegen der Militärgeschichte nach Osten zu stoßen. Im Sommer 1942 schlägt Deutschland, während die deutsche Wacht im Westen Europas Grenzen schützt und den Tonnagekrieg auf den Weltmeeren Sieg um Sieg an die deutsche Fahne heftet, den sowjetischen Gegner in seinen strategischen Herzzonen am Don und im Kaukasus. Auf afrikanischem Boden sind die vereinigten deutsch-italieyjschen Streitkräfte in den ägyptischen Militärraum Großbritanniens eingedrungen. — In drei Jahren Krieg hat die Achse mit ihren Verbündeten die Voraussetzungen zum sicheren Endsieg erkämpft. Das Gesetz Dieses Krieges liegt allein rn ihrer Hand. Die Heimat bekräftigt durch die Tai die Gchickfalsgemeinfchast des deutschen Volkes. Oer Aufruf des Führers zum Kriegswinterhilfswerk 1942/43. DNB. Aus dem Führerhauptquartier, lf Sept. Der Führer hat zum üriegswinterhitfs- werk des deutschen Volkes 1942/43 folgenden Auf - ruf erlassen: „Am Beginn des 4. Jahres eines Krieges, den das deutsche Volk um Sein oder Nichtsein für die Gegenwart und Zukunft führt, rufe ich zum zehnten Mate das deutsche Volk auf, seine freiwilligen Opfer für das Lvinterhilfswerk zu bringen. In einem weltweiten Raume kämpfen die Soldaten unserer Wehrmacht unter Einsatz ihres Lebens und ihrer Gesundheit. Zu ihnen haben sich der größte Teil der europäischen Nationen und auch Volkerodes Fernen Ostens in einem Treuebund gefunden", der verhindern wird, daß unsere Länder der bolschewistischen Barbarei oder einer jüdisch-angelsächsisch-kapitalistischen Ausbeutung verfallen. Die Feinde des Deutschen Reiches von einst, als wir im Innern um die Macht kämpften, sind auch heute wieder gegen uns vereinigt. Der internationale Weltjude führt Bolschewismus und Plutokratie nicht nur mit dem Ziel der Vernichtung der europäischen Kulturstaaten, sondern vor allem zur Ausrottung aller Träger einer selbständigen Existenz, wenn heute amerikanische und englische Agenten behaupten, sie wollten ein neues und besseres Weltbild als ihr eigenes früher war, aufbauen, in dem in Zukunft jeder Arbeit, Bekleidung und Behausung fin- den soll, dann wäre es nicht notwendig gewesen, gerade das Deutsche Reich anzugreifen. Denn diese Probleme hat der Nationalsozialismus entweder Überhaupt längst gelöst, oder sie waren in einer erfolgreichen Lösung begriffen. Nein, die Absicht dieser internationalen Verbrecher ist nicht der Ausbau einer besseren sozialen Welt, sondern die brutale Vernichtung der ihrem Kapitalismus entgegenflehenden national-sozialen Staaten Europas. Ihr Ziel ist jene Versklavung, wie sie Indien zu erdulden hat. Daß der bolschewistische Jude dabei als letzter Antreiber in beiden Lagern führt, ist int großen nicht anders als es in Deutschland einst im kleinen war. In einem gigantischen Kampfe sondergleichen haben nun die deutschen und verbündeten Soldaten in diesem Jahre den Lebensraumder europäischen Völker gewaltig erweitert. Der Versuch der internationalen Wenschheitsbeglücker Roosevelt, Ehurchill und Stalin, die europäischen Völker auszuhungern, kann damit schon jetzt als endgültig gescheitert angesehen werden, wenn aber in diesem gewaltigsten Ringen aller Zeiten der deutsche Soldat unter kaum vorstellbaren Entbehrungen im Kampfe seine schweren Opfer bringt, dann ist die Heimat gerade in diesem Jahre noch mehr verpflichtet, auch das Höch st e an ihren Opfern zu geben. Selbst dann wird sie nur einen Bruchteil von dem leisten, was unsere Wehrmacht zu Lande, zur See und in der Luft vollbringt. Ls ist aber außerdem der Sinn unseres Winterhilfswerkes nicht nur im Frieden, sondern erst recht im Kriege, die unlösbare Schicksalsgemeinschaftdesdeutschen Volkes — nicht wie in England und Amerika mit Phrasen — sondern durch Taten zu bekräftigen. Denn: Aus diesem Völkerringen Ümh und wird das Deutsche Reich als ein durch und durch nationalsozia- tistischer Staat in den Frieden zurückkehren. Er findet feine Verwirklichung nicht nur durch die Opfer der Front, sondern auch durch die der Heimat. Im Jahre 39 und 40, ja vielleicht auch noch im Jahre 1941 mögen unsere geistlosen Gegner gedacht haben, das deutsche Volk wie einst 1918 durch die innere Uneinigkeit in äußere Abhängigkeit und damit in die Versklavung eines noch schlimmeren Versailler Diktates stürzen zu können. Ls ist die Aufgabe der Front und des arbeitenden deutschen Volkes zu Hause, den internationalen Goldhyänen und bolschewistischen Bestien diese Hoffnung immer mehr zu zerstören und ihnen klar zu machen, daß dieser Krieg nicht mit der Möglichkeit der weiteren Ausbeutung durch die besitzenden Nationen, sondern mit einem töeltentschei denden Siege der Habenichtse enden wird. Ich erwarte daher, daß die Heimat im vierten Kriegswinterhilsswerk ihre Pflicht erfüllt Führerhauptquartier, den 1. September 1942. Adolf Hitler." Oie höchste Tapferkeitsauszeichnung für Major Gollob. Das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz. (Scherl-Bilderdienst- [DS'®.] M) Berlin, 31. Aug. (DNB.) Der Führer hat Major Gollob, Kommodore eines Jagdgeschwaders, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und ihm folgendes Schreiben übermittelt: ,,3n Würdigung Ihres immerwährenden heldenmüttgen Einsatzes im Kampf für die Freiheit unseres Volkes verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 15 0. Luftsieges als drittem Soldaten der deutschen Wehrmacht die h ö ch st e deutsche Tapferkeitsauszeichnung: Das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler." In einem Siegeslauf ohnegleichen hat Major Cordon Gollob die höchste Zahl von Luftsiegen, die vor ihm noch kein Jagdflieger erreichte, durch sein hohes fliegerisches Können errungen. Major Gollob ist gebürtiger Wiener, nach einem kurzen Studium an der Technischen Hochschule in Graz wurde er schon früh Soldat. Nach dem Anschluß der Ostmark wurde er als Oberleutnant in die Luftwaffe übernommen. In den Feldzügen gegen Polen und Frankreich und dann im Feldzug gegen die Sowjetunion bewährte er sich in zahllosen Luftkämpfen als kühner Draufgänger und überragender Könner, er war auch den Offizieren und Soldaten seines Geschwaders das Vorbild eines militärischen Führers, der sich stets für das Gesamtwohl seiner Untergebenen einsetzte. Aus dieser Einstellung heraus, zu dem noch das Gefühl einer unbedingten Pflichterfüllung kommt, entstanden auch feine fliegerischen und kämpferischen Erfolge. Der tapfere Jagdflieger versäumte keine Gelegenheit, an der Spitze seines Geschwaders fliegend, die bolschewistische Luftwaffe vernichtend zu treffen. Allein im Monat August verging kein Tag, an dem Major Gollob nicht einen neuen Erfolg melden konnte. Oftmals waren es drei oder vier Abschüsse an einem Tage. Am 29. 8. brachte er wiederum vier bolschewistische Flugzeuge zum Absturz und erreichte damit seinen 147. bis 150. Luftsieg. Oie Antwort -er deutschen Ll-Boote. Die feindliche Schiffahrt hat in der vergangenen Woche, wie am Montag eine Sondermeldung des Oberkommandos der Wehrmacht berichtete, durch die deutschen U-Boote wieder schwerste Verluste erlitten. Im Atlantik, im Karibischen Meer und vor Westafrika wurden 30 Schiffe mit 181000 BRT. vers enkt und 5 weitere Schiffe torpediert. Dieser besonders große Erfolg der deutschen U-Boot-Waffe stellt die schlagendste Antwort auf die Ausstreuungen der feindlichen Agitation dar, die in den letzten Wochen mit zunehmender.Dreistigkeit Meldungen in die Welt gefunft hatte, daß man nunmehr der verheerenden Tätigkeit der U-Boote Herr geworden sei und daß infolgedessen die Tätigkeit der deutschen U-Boote von Tag zu Tag erfolgloser geworden fei. Diesem Schwindel hat die deutsche ,U-Boot-Waffe nunmehr einen Stich mitten ins Herz versetzt. Gewaltiger denn je ist der letzte Erfolg der vergangenen Woche. Wenn man aus den Schwindelnachrichten der feindlichen Agitation eines glauben kann, dann ist es die Behauptung, daß die feindliche Abwehr stärker geworden ist. Diese Behauptung wird auch von deutscher Seite nicht bestritten. Die Berichte der U-Boot-Kommandanten wissen von einer sehr intensiven Abwehr zu berichten, sei es durch die Schiffsbesatzungen, sei es durch Begleitschiffe wie Zerstörer und Korvetten, sei es auch durch Flugzeuge, die die.Geleitzüge aus der Luft zu sichern suchen. Wenn die Amerikaner Truppen in England unterhalten, so sind neuerdings englische. Flieger an die amerikanische Ostküste gerufen worden, um die so hart bedrängte USA.- Schiffahrt an der eigenen Küste und im Karibischen Meer zu schützen. Das ist die eine Seite der U-Booterfolge. Aber die letzte Sondermeldung gibt doch Anlaß, die andere, weniger sichtbare Seite des U-Bootkampfes zu erwähnen. Der englische Marineminister ist wohl der berufenste Zeuge. Schon vor mehr als einem halben Jahr fagte er, Deutschland habe „eine U-Boot-Offensive gegen die Wege der englischen Schiffahrt aufgenommen, die größer als irgendein ähnliches in der Geschichte bekanntes Unternehmen ist." Eine führende englische Zeitung illustrierte diesen Hinweis mit der Feststellung: „Es handelt sich nicht wehr um die Schlacht im Atlantik, die schon bisher eine übergroße Bürde für die britische Flotte bedeutete, sondern um die Schlacht der sieben Weltmeere." Mehr als irgendeine andere Waffe haben die deutschen U-Boote dazu beigetragen, daß sich die von England selbst betriebene Kriegsausweitung gegen England kehrt. In den engen Gewässern des Mittelmeeres oder des Verbindungswegs nach der Sowjetunion zwischen Pordkap und Polareis sekundieren unsere Flieger den U-Bootleuten. Mißglückter alliierter Lanbungsversuch auf Tleu-pommern. Tokio, 31. Aug. (Europapveß.) Ein von Briten und Australiern unternommener Versuch, unter dem Schutz der Dunkelheit Marinesoldaten von einem U-Boot aus in Neu-Pommern zu landen, scheiterte. Das U-Boot wurde versenkt und die feindlichen Landungsstteitkräfte von den Japanern gesangengenommen. Die feindlichen Truppen führten einen starken Kurzwellensender mit sich, mit dessen Hilfe sie mit dem alliierten Hauptquartier in Verbindung treten wollten. Oie Zinnförderung auf Malakka wieder ausgenommen. Schanghai, 31. Aug. (Europapreß.) Die meisten Zinnbergwerke bei Kinta, im Staate Perak auf der Malaien-Halbinsel, haben den Bettieb wieder aufgenommen. In über 75 Bergwerken werden bereits wieder über 10 000 Bergleute beschäftigt. Man hofft bald sämtliche Zinngruben wieder in Bettieb nehmen zu können, was die Wiedereinstellung von etwa 50 000 Arbeitern bedeuten würde. Der Staat Perak ist 20 280 qkm groß. Die wirtschaftliche Bedeutung des Landes liegt besonders in feinem Zinn- reichtum, dessen Zentrum die Stadt Jpoh ist. Vor drei fahren. Der deutsche Gegenangriff in Polen. Als ob es gestern gewesen wäre, so steht vor uns jene Stunde vor drei Jahren, da der Führer im Reichstag sprach und Polen die Antwort erteilte, die für eine Nation von Ehre die einzig mögliche gewesen ist. Der Führer trat im feldgrauen Rock vor die Nation hin und gab ihr Kenntnis von seinem Willen, von dem er wußte, daß er der Wille des ganzen Volkes war. Mit verbissener Empörung hatte das ganze deutsche Volk die beispiellose Vergewaltigung seiner Brüder hinnehmen müssen, erlöst atmete es auf, wußte es doch nun den Zeitpunkt gekommen, da, wie der Führer erklärte, diesem freuten Treiben ein für allemal ein Ende gesetzt werden würde. Zehntausende deutscher Flüchtlinge und Hunderttausende gequälter Menschen stellten eine furchtbare Anklage gegen ein System der Gesetzlosigkeit und der brutalen Gewalt dar, das in Polen die Stunde regierte. Die über zwei Millionen polnischer Truppen, die in den letzten Augusttagen an den deutschen Grenzen aufmarschiert waren, und die in der polnischen Presse proklamierten Kriegsziele stellten den letzten und schlüssigen Beweis dafür dar, zu welchen „Methoden" man sich in Warschau schon längst entschlossen hatte. Immer wieder von neuem hatte Deutschland durch den Mund seines Führers erklärt, daß nach einer Beseitigung des Unrechts, das in Versailles am deutschen Volke verübt worden war, der Weg zu einer europäischen Zusammenarbeit und darüber hinaus für eine Freundschaft zwischen den großen europäischen Völkern frei sein werde. Es war alles vergeblich. Für die Beseitigung eines Unrechts, das eine Nation von Ehre nicht länger hinnehmen konnte, rief nun der Führer sein Volk auf, von dem Bewußtsein burdybrungen, baß es der einmütige Entschluß der Nation war, diese Bedrohungen des Reiches mit eiserner Entschlossenheit abzuwehren. Für bas beutsche Volk war es eine Unmöglichkeit geworden, geduldig zuzusehen, wie eine Verletzung seines Reichsgebietes nach der anderen erfolgte. Auf Gewalt, die uns seit Wochen und Monaten angetan worden war, mußte mit Gewalt geantwortet werden, weil eine andere Sprache auf der Gegenseite nicht mehr verstanden wurde. In diesen Augusttagen des Jahres 1939 trat es immer klarer zu Tage, daß Großbritannien es gewesen ist, das durch seine hinterhältige Einstellung den Polen den Rücken gestärkt hatte. Nicht nur zwischen den Zeilen, sondern ganz offen konnte man es in der britischen Presse lesen, daß London für die polnischen Machthaber nicht nur das größte Verständnis aufbrachte, sondern sie sogar wohlwollend unterstützte. Mit frommem Augenaufschlag brachten die Londoner Zeitungen zum Ausdruck, wie sehr sie bemüht wären, mäßigend auf Warschau ein- zuwirken. Daß das genaue Gegenteil der Fall war, -stellte für uns schon damals eine unumstößliche Gewißheit dar. „Seit 5.35 Uhr wird nun zurückgeschossen." Diese Worte des Führers, im Reichstag vor den berufenen Vertretern der Ration gesprochen, wurden von allen Deutschen mit stolzer Entschlossenheit entgegengenommen. Kein lauter und lärmender Hurrapatriotismus herrschte, jeder wußte, worum es ging, ollen gemeinsam war der Wille, sich des Vertrauens, das der Führer in jeden einzelnen setzte, würdig zu erweisen und Polen die Antwort zu erteilen, die es allein verdiente. Die deutschen Truppen überschritten die Grenze, planmäßig, wie ein Uhrwerk, rollte sich nun das gewaltige militärische Geschehen ab. Schon nach zwei Tagen erkannte man in Warschau, wenn man auch zur Täuschung der Oeffentlichkeit eine Siegesmeldung nach der anderen erfand, daß das Spiel, das man so freventlich begonnen hatte, bereits verloren war. Auf allen Fronten rückten die deutschen Truppen vor, von den befreiten volksdeutschen Brüdern mit jubelnder Begeisterung begrüßt. Schon in diesen ersten Tagen des Krieges zeigte es sich, eine Erkenntnis, aus der man weder in London noch in Paris die entsprechenden Folgerungen zog, daß das genau aufeinander ab gestimmte Zusammenwirken aller deutschen Wehrmachtteile ein Schlüssel war zur Enträtselung des Geheimnisses der deutschen Erfolge. In 18 Tagen war Polen, das sich eingebildet hatte, eine Großmacht zu sein, zu Boden geschlagen, war das gesamte Gebiet dieses künstlichen Staatsgebildes fest in der Hand der deutschen Truppen. Selten ist in der Geschichte verblendeten Staatsmännern eine raschere und gründlichere Antwort erteilt worden. Japan im Kriege. Die Eindrücke eines amerikanischen Journalisten., Stockholm, 31. Aug. (Europapreß.) Der nach Ibjähriger Tätigkeit in Japan mit der „Tatuta Maru" in dem portugiesischen Hafen der südost- afrikanischen Küste Lourenco Marques eingetros- fene nordamerikanische Journalist George' G o r - man erklärte, Japan sei sehr stark und entschlossen, für eine Erhöhung seines Kriegseinsatzes alles zu opfern. Die Vorräte in Japan feien reichlich und nähmen infolge der umsichtigen Planung noch beständig zu. Japan könne durch eine Blockade nicht besiegt werden. Man dürfe auch nicht auf eine innere Revolte hoffen. Gorman betonte weiter, daß Japan seinen Aufmarsch im Pazifischen Raum auf die militärischen Leistungen stützte, die mit einer planmäßigen Bevölkerungspolitik zusammenhingen. In der japanischen Propaganda spreche man sehr viel von der Bevölkerungsstagnierung in Frankreich, wobei geltend gemacht werde, daß auch das englische Empire nie die auf dem Schlachtfeld erlittenen Verluste ersetzen könne. Den Bevölkerungszuwachs in Japan selbst hofft man auf zwei Millionen jährlich zu steigern. Das Land sei-außerordentlich straff organisiert. Alle Preise seien stabil, und die Rationierung werde streng durchgeführt. Die Staatspapiere würden eifrig ' gekauft'. Nach Unterhaltungen mit vielen Japanern, so schloß Gorman, sei er zu der Auffassung gelangt, daß man in Japan für die ganzen ostasiatischen Völker ein neues soziales Ideal anstrebe. Weiße und Reger in Südafrika gleichgestellt. ' Vigo, 1. Sept.' (DNB. Funkspruch.) In der südafrikanischen Oeffentlichkeit hat die Nachricht, die südafrikanische Regierung habe die völlige Gleichstellung der Weißen und der Neger auf dem Arbeits- marEt vollzogen und allen Farbigen die gleichen gewerkschaftlichen Rechte erteilt wie den weißen Arbeitern, große Aufregung hervorgerufen. Vor- au»gegangen war die Bewaffnung der Eingeborenen und ihre Einziehung zur Wehrmacht. In afrikanischen Nationalistenkreisen erklärt man, die Lage des weißen Arbeiters werde dadurch völlig hoff- nungslos, denn er könne in Südafrika mit dem schwarzen, dessen Lebensbedingungen unendlich viel geringer lägen, in feiner Weise konkurrieren. Der weiße Arbeiter werde zum „poor white" (armen Weißen) herabsinken oder auswandern müssen. Die neue Verordnung ist unter dem Druck des anglo- jüdischen Minenkapitals in Johannesburg erfolgt, das dringend billiger Arbeitskräfte bedarf und sich aus dieser Maßnahme eine Beschneidung der Lohnansprüche der weißen Arbeiter erhofft. Brasilien wird ausgebeutet. Rockefeller suchtSegelschiffe undRoltzninini Lissabon, 31. Ang. (Europapreß.) Nelson Rockefeller, der Leiter des interamerikanischen Koordinationsbüros, flog am Sonntag nach Südamerika, wo er auf die Suche nach Segelschiffen und wildem Gummi gehen will. Dem Tonnagemangel im Verkehr zwischen den einzelnen Ländern des amerikanischen Kontinents will Rockefeller durch Einsatz von Segelschiffen mit Hilfsmotoren zu begegnen suchen. Sie sollen die Transporte zwischen den kleineren Küstenhäfen übernehmen, damit die Ozeandampfer sich auf den Verkehr zwischen den großen Häfen beschränken können. Rohgummi möchte Rockefeller aus den südamerikanischen Urwäldern gewinnen. Er meint, zunächst würden Kolonnen zur Bekämpfung der Malaria in die Urwälder geschickt werden, und dann würden Arbeiter folgen, um die Gummibäume anzuzapfen. Rockefeller' beabsichtigt, seine Pläne dem brasilianischen Staatspräsidenten Vorgas vorzutragen. Von Rio will er öann nach Chile, Peru und Kolumbien Weiterreisen. ♦ Diese Meldung offenbart wiederum einmal die wahren Hintergründe, die Roosevelt" veranlaßten den Kriegseinkritt Brasiliens mit allen Mitteln zu erzwingen. Nun soll Brasilien unter dem Vorwand, feine Kriegsanstrengungen zu fördern, wirtichaftlich ausgebeutet werden, um dann um so sicherer in die vollständige Abhängigkeit des USA.-Jmveria- lismus gezwungen werden zu können. Die schwierige Rohstofflage der USA. mag sich ja während des Krieges für Brasilien positiv auswirken, doch sind die erschütternden Folgen, die diese unnatür- lick>e „Wirtschaftskoalition" nach dem Kriege auf Brasilien ausüben werden, unübersehbar. Mit dem Verlust feiner politischen Unabhängigkeit opferte die von Roosevelt bestochene brasilianische Regierung 25 Kilometer vor Stalingrad. Oer Wehrmachtbericht. D3XB. Aus dem Führerhauptquartier. 31. Aug. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südlich des unteren Kuban warfen deutsche und rumänische Truppen in fortschreitendem Angriff den Feind in Richtung auf die Küste des Schwarzen Meeres zurück. Flakartillerie versenkte ein Sowjet-Kanonenboot. Südlich von Stalingrad durchbrachen deutsche Truppen die feindlichen Stellungen, zerschlugen starke sowjetische Kräfte und stehen 25 km südlich der Stadt. Nachtangriffe der Luftwaffe riefen in Stalingrad ausgedehnle Brände hervor. Außerdem wurden Eisenbahnziele und Flugplätze des Feindes ostwärts der Wolga mit guter Wirkung bekämpft. Bei Rschew setzte der Feind an mehreren Stellen seine Angriffe mit stärkeren Infanterie- und Panzerkräften fort 3n harten Kämpfen wurden dabei 48 Panzer vernichtet, 38 allein durch eine Sturmgeschühabteilung. Südlich des Ladogasees scheiterten von neuem Angriffe der Sowjets. Italienische Schnellboote versenkten in der Nacht zum 15. August auf dem Ladogasee ein Sowjet-Kanonenboot und ein feindliches Handelsschiff. Kampfflugzeuge belegten bei Tag und Nacht kriegswichtige Anlagen in Ostengland und in den Midlands mit Spreng- und Brandbomben. Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, haben deutsche Unterseeboote der feindlichen Schiffahrt in der letzten Woche wieder schwerste Verluste zuge- fügl. Sie versenkten im Atlantik, im Karibischen Meer und vor Weslafrika trotz starker Abwehr durch feindliche Lufl- und Seeslreitkräfte in harten, zähen Kämpfen aus Geleitzügen und in Linzeljagd 30 Schiffe mit 1810 0 0 BRT. Fünf weitere Schiffe wurden torpediert. Am 29. August errang Major G o l l o b, Kommodore eines Jagdgeschwaders an der Ostfront, seinen 150. Luftsieg. /'x Näher heran! Die Wehrmachtberichte waren feit einiger Zeit unbestimmt in ihren örtlichen Angaben. Das hatte den guten Grund, daß die sowjetische Kriegführung selbst nicht genau „im Bilde" war. Nähere Angaben im Wehrmachtbericht lassen sich gegenüber der kämpfenden Truppe daher erst rechtfertigen, wenn vollzogene Tatsachen geschaffen sind oder so gilt wie geschaffen sind. Der Wehrmachtbericht vom 31. August ist recht präzise. Er sagt, daß südlich des u n t e - re n Kuban „ber Feind in fortschreitendem Angriff in Richtung auf d i e Küste des Schwarzen Meeres zurückgeworfen" wurde. Der Spielraum, der den Sowjets in diesem sehr schwierigen Gelände verbleibt, wird zusehends enger. Der Raum Zwischen der Küste und den schroff ansteigenden Bergen ist nicht groß. Die Sowjets können hier noch Widerstand leisten, sich aber nicht mehr entfalten. Sind die Kaukasusberge östlich von Noworossijsk und Tuapse schroff und hoch, so bieten die welligen Hügel, die von Schluchten durchzogen sind, im Halbkreis um Stalingrad ein deckungsloses Angriffsziel. Die Schwierigkeiten find hier anders, aber sie sind nicht geringer. Ein dichter, aufeinander abgestimmter Kranz von Befestigungen erhöht die natürlichen .Schwierigkeiten im Kampfgelände dieser Stadt. Stalin selbst wird das Work zugeschrieben: „Moskau ist der Kopf, Stalingrad das Herz der Sowjetunion." Die ganze Bedeutung dieses Kampfes erhellt, wenn wir das große Dreieck mit Moskau im Scheitel, Dnjepropetrowsk am westliches und Stalingrad am östlichen Ende der Grundlinie als die Einheit ansehen, die es barfteilt: das große Dreieck des Industrie- und Ernährungszentrums der europäischen Sowjetunion. Dorum besagt es sehr viel, wenn jetzt der Wehrmachtbericht vom 31. August sagen kann, daß unsere Truppen 25 Kilometev südlich der Stadt stehen. Die Sowjets verhängen den Belagerungszustand in Iran. Sofia, 31. Aug. (DNB.) In dem von den Sowjets besetzten Gebiet Irans wurde der Belagerungszustand verhängt. In den Städten patrouillieren ständig schwerbewaffnete sowjetische Truppenabteilungen. Auch in den Landgebieten wurden strenge militärische Maßnahmen ergriffen, um Kriegsmaterialtransporte vor der sowjetfeindlichen Bevölkerung zu schützen. In bestimmten Abständen durchfahren mit Sowjetsoldaten bemannte Lastwagen die Straßen, die auf alle „verdächtigen" Personen sofort das Feuer eröffnen. 2his Teheran verlautet dazu, daß die Verhängung des Belagerungszustandes in Iran als „Vorsichtsmaßnahme" angesehen werde und „nicht als eine durch Zuspitzung der inneren Lage entstandene Notwendigkeit". Durch die Verhängung des Belagerungszustandes wolle die. iranische Regierung den Briten und Sowjets die Möglichkeit geben, das Gebiet militärisch zu organisieren, „um jeder lieber* raschung zuvorzukommen, die sich im Kaukasus ergeben könnte". Deshalb ist auch in den letzten Tagen eine Anzahl von britischen Generalstabsoffizieren in Täbris eingetroffen. Wie das Mailänder Blatt „Karriere della Sera" hinzufügt, besteht Grund zur Annahme, daß die infolge der wachsenden Auflehnung der Bevölkerung gegen die britischen und sowjetischen Besatzungstruppen gespannte Lage sich weiter verschärft hat. In den letzten Wochen haben sich die Protestkundgebungen, Sabotageakte und blutigen Zwischenfälle vermehrt. Diese Unruhen haben zu Massenverhaftungen und grausamen Vergeltungsmaßnahmen geführt, die sich gegen die Bevölkerung richteten, da diese sich den bolschewistischen und britischen Truppen widersetzte. * Die blutige Säbelherrschaft der Bolschewisten und Briten hat jetzt in Iran mit der Errichtung des Belagerungszustandes gewissermaßen die Krönung erfahren. Die anglo-bolschewistischen Machthaber machen schon seit langem kein Hehl daraus, daß dieses Derbindungsland zwischen dem Nahen Osten und Indien, das Nachbarland des Kaukasus, von Unruhen zerrüttet wird. An die Stelle einer Befriedung der iranischen Stämme unter dem von den Sowjets und Briten abgesetzten Schah Reza Palevi und . der beginnenden wirtschaftlichen Kräftigung des Landes ist eine allgemeine Anarchie getreten, seitdem im August v. I. bolschewistische Truppen von Norden, englische von Süden her in Iran unter Vorwänden, die längst als krasse Lügen entlarvt worden sind, einrückten, den Schah zum Rücktritt zwangen und sich damit dieses strategischen Bindegliedes zwischen Indien und dem Nahen Osten bemächtigten. Iran hatte damals genügend Getreide, aber Bolschewisten und Bviten beschlagnahmten die Ernte, der verzweifelten Bevölkerung blieb nichts. Alle Pläne, durch Einführung von Lebensmittelkarten die Versorgung zu rationieren, zerbrachen an der einfachen Tatsache, daß keine Reglementierung etwas nützt, wenn nichts mehr vorhanden ist, da die Getreidebestände des Landes den Weg zu den Besatzungstruppen gegangen waren. Mit blutigem Terror haben die Besatzungsmächte jeden Widerstand zu erdrücken versucht. Die bolschewistische GPU. hauste unter der iranischen Bevölkerung mit Mord, Tortur und Kerker. Der Justizminister des vorigen englandhörigen Kabinetts ist nicht zuletzt wegen der Unfähigkeit, unter diesen Umständen Recht und Gerechtigkeit walten zu lassen, zurückgetreten. Die Verhängung des Belagerungszustandes hat aber noch einen weiteren Grund. Deutsche Truppen stehen im Kaukasus, und es ist ganz offensichtlich, daß die iranischen Freiheitskämpfer in dem dem Kaukasus so nahe gelegenen bergigen Gebiet von Täbris und in der fruchtbaren Provinz Asierbeidschan ihre Hoffnungen auf die deutschen Waffen gesetzt haben. Die Verhängung des Belagerungszustandes ist ein Beweis dafür, daß die Tyrannen Angst davor haben und jetzt zum letzten Mittel gegriffen haben, um das fressende Feuer der Auflehnung zu unterdrücken. auch die natürlichen europäischen Absatzmärkte des Landes und damit feine wirtschaftliche Selbständigkeit. Kurssturz brasilianischer Anleihen an der Londoner Börse. Lissabon, 31. Aug. (Europapreß.) Die Londoner Wirtschaftszeitung „Financial News" stellt fest, daß an der Londoner Börse die Kurse brasilianischer Anleihen alsbald nach dem Kriegseintritt Brasiliens scharf gefallen sind. Es wird befurchtet, daß die kriegsbedingten finanziellen Lasten Brasiliens den auswärtigen Zinsendienst des Landes beeinträchtigen werden. Aus dem Reich. ReichsführerHimmler in Mainz. NSG. Reichsführer--- Himmler besuchte am Montag bie Stadt Mainz, um sich an Ort und Stelle von den durch den britischen Terror- angriff verursachten Schäden zu überzeugen. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger 'hatte persönlich die Führung zu den Schadenstellen übernommen und unterrichtete den Reichsführer von den im Interesse ber Bevölkerung und zur Beseitigung ber Schäden getroffenen Maßnahmen. Achtet aus notgelandete feindliche Flieger! Besatzungen feindlicher Flugzeuge, die bei Ein- stugen in das Reichsgebiet durch die deutsche Abwehr zum Absturz gebracht ober zur Notlandung gezwungen werden, versuchen vielfach, sich durch geschicktes Tarnen ober durch die Flucht der drohen- ben Kriegsgefangenschaft zu entziehen. Derartige Versuche werben vor allem während ber dunklen ™,a$t und beim Absprung der feindlichen Flieger über abgelegenen Gegenden begünstigt, weil Flug- zeugnollandunaen und Fallschirmabsprünge bann "M.t einwandfrei beobachtet werden können. Die Zivilbevölkerung wirb deshalb zu tatkräftiger Mithilfe und größter Wachsamkeit aufgefordert. Alle — aud) die unscheinbarsten — Wahrnehmungen tön« nen oft von unschätzbarem Wert für die Landesverteidigung fein. Jeder, der irgendwelche Beobachtungen über Notlandungen feindlicher Flugzeuge u,w. macht, hat im Interesse der Landesverteidigung den nachsterreichbaren Dienststellen der Wehrmacht, Polizei oder Gendarmerie sofort Mitteilung zu machen. B Dienststelle des Fürsorgeoffiziers der Waffen-^. NSG. Ah 1. September 1942 ist eine Dienststelle des. Fursorgeofflziers ber Waffen---, Wehrkreis IX in Frankfurt a. M., Neue Mainzer Straße 761 tfernruf JRr. 26 234, eingerichtet. Diese Dienststelle umfaßt m unserem Gau bie Gebiete Frankfurt am Mum, Krbad), Hanau, Schlüchtern, Gießen, Wetzlar Weilburg unb Dillenburg. Alle Angehörigen der Waffen--- unb Hinterbliebene wenden !,CV. In ollen i Versorgungs- unb Fürsorgeangelegen- peiten an diese Dienststelle, von ber die ersten Versorgungs- unb Fürsorgemaßnahmen eingeleitet wer- Lenk wv-Uere fürsorgerische Betreuung wirb die zuständigen Einheiten der allgemeinen 77 durchgeführt. Umbenennungen von GA.-Gruppen. $om 1 September an werden auf Befehl des Cfutyrers folgende SA.-Gruppen umbenannt: SA.- ®ruppe „Bayerische Ostmark" in SA.-Gruppe „B a y e r n w a k d", SA.-Gruppe. „Mitte" in SA - Gruppe „Elbe", SA.-Gruppe „Ostland" in SA - gruppe „Tonnender g" SA.-Gruvve Sich- west" m SA.-Gruppe „Ne'ckar^Jnden geblet maßigen Abgrenzungen und dem organisatorischen Aufbau der Gruppen? treten keine Änderungen ein. Die Frau im dritten Kriegsjahr. Sie Keid)sjraucniuf)rung neröfrmtlidjt einen Le. riebt über die Bevahrung öer Frau im dritten Änegsiatjr uni die LMung der NS.-Frauenschast. Es gebe kein Lebensgebiet, auf item der Krieg den Liu Der Jahre Aus aller Wett. Ehepaar wegen Hochverrats hingerichiel. 42jährige Andreas H o e v e l unb seine 43 . , alte Ehefrau Anneliese Hoevel, geb. Fiedler, die das Oberlandesgericht in Kassel zum Tode verurteilt hat, sind hingerichtet worden. Die bereits wegen Hochverrats vorbestraften Verurteil- eammn: ten haben sich erneut hochverräterisch gegen das Deutsche Reich betätigt, dabei gleichzeitig fortgesetzt feindliche Hetzsendungen abgehört und verbreitet. Acht Mpnate altes Kind im Veilchen erstickt. LPD. Lauterbach, 31., Aug. In der Kreis- gemeinde Oberwegfurt fand, vom Felde heimkommend, die Ehefrau Schmidt ihr jüngstes acht Monate altes Söhnchen in feinem Bett er- stickt auf. Anscheinend hat sich bas Kind auf bas Gesichtchen gelegt unb ist dabei zu Tode gekommen. Gestohlene Feldpostsenbuügen umadressiert. Lpd. Frankfurt a. M., 31. Aug. Die bei ber Reichspost als Hilfskraft tätig gewesene Sofie Rausch aus Frankfurt a. M. eignete sich während des Dienstes in 8 bis 10 Fällen Feldpostsendungen an, die sie an einen Angehörigen im Felde umabreffierte und absandte. Ihre Handlungsweise war besonders verwerflich, weil es sich um Sendungen an Soldaten ohne Angehörige in ber Hoimat handelte. Die Frau fetzte ihr ehrloses Tret-, ben auch nach einer aus dem Felde an sie ergangenen Warnung fort. Das Sondergericht Frank-. furt a. M. verurteilte sie als Volksschädling zu 2% Jahren Zuchthaus unb 3 Jahren Ehrverlust. Bergsteiger im Montblanc-Gebiek verunglückt. Bei ber Besteigung der Aiguille du St ab le durch Zwei Seilgesellschaften auf der Route über den Montblanc ging eine Stein- und Eislawine auf die Bergsteiger nieder. Eine Frau wurde auf der Stelle getötet, vier weitere Personen wurden schwer verletzt, darunter zwei bekannte Bergführer ans Cha- monix. Die Leiche der Frau konnte nicht gefunden werden. Kunst und Wissenschast. Professor Kirschner f. 5n Heidelberg starb der Chirurg Professor Dr. Martin Kirschner im Alter von 63 Jahren. Er war ein Sohn des späteren Oberbürgermeisters der Reichshauptstadt Berlin. Nach seiner Approbation im Jahre 1904 wurde er Assistent bei .Geheimrat oon Ranvers (Berlin). Sann ging er als Assistent M Payer nach Greifswald. 1911 habilitierte er sich in Königsberg. 1916 übernahm er bie Leitung ber Chirurgischen Universitätsklinik. 1927 folgte er einem Ruf nach Tübingen. 1934 ging er nach Heidelberg. Zahlreiche Chirurgen des In unb Aus- taubes pilgerten zu Kirschner, um feine Operations- techmk kennenzulernem Von feinen zahlreichen wif- senschaftlichen Arbeiten befaßt sich ein großer Teil mit der Gliedmaßenchirurgie. Kirschner wurde 1934 von der Seutschen Gesellschaft für Chirurgie zum Vorsitzenden gewählt. Viele bedeutende wissenschaftliche Gesellschaften des In- und Auslandes ernannten ihn zu ihrem Ehrenvorsitzende. 150 Jahre Stödtiches Theater in Frankfurt. Generalintendant Hans Meißner sprach vor der Presse über den Spielplan ber Frankfurter Bühnen im kommenden Spieljahr. Es sind am 21. Oktober 150 Jahre her, baß die Stadt Frank- furt eine von ihr geführte Bühne besitzt. Was Meißner plante, um dieses Spieljahr zu gestalten, liegt in einem Entwurf vor, ber unter der Losung „Sie Geburt der Tragödie" versucht hatte, den geistigen Lebensraum der Bühne in wichtigen Schöpfungen aus Oper und Schauspiel darzu- stellen. Das Kriegsgeschick hat es anders gewollt: Wesentliche Teile ber Bühnenausstattung sind durch Kriegseinwirkung in Verlust geraten, so daß s'ch das Jubiläumsjahr nun in weit bescheidenerem Rahmen abspielen wird. Zu Ehren des 80jährigen Gerhart Hauptmann wird im November eine Festwoche mit „Griseldp", „Ratten" unb „Vor Sonnenaufgang" veranstaltet werden, auch die ™ ir.Dd)C öcr Lebende n", mit Kolbenheyer, xethge, Moeller und Rehberq wird ftattfinben. Im Kleinen Haus werden Morgenfeiern eingerichtet, bei denen Mäyner aus ber Welt der Musik, der Dichtung unb Kunstbetrachtung über Theaterkultur sprechen werden: Werner Egk, Friedrich Bethge, E. G. Kolbenheyer, Rainer Schlösser, K. H. Ruppel, Max Geisenheyner und Karl Holl. Em Destakt wirb am 21. Oktober das Festjahr der Frankfurter Bühnen einleiten. Die Woche der jungen Komponisten mit Werner Egk, .vieutter und Orff wird wahrscheinlich durchgeführt werden können, die Aufführung der Mozart-Opern wird allerdings ausfallen müssen. Ludwig Beil. Uraufführungen. Sie Intendanz des Augsburger Stadttheaters hat ' Hanns Gobfch neues Schauspiel „Sie Weltenuhr" zur Uraufführung erworben. Ferner bringt das Augsburger Schauspiel Mitte September 'in der neuen Uebertragung oon Hans Schlegel die spanische Komodie „Zweimal Elvira" von Lope de Vega. Das Trierer Stadttheater' hat ein neues Schauspiel des an der Ostfront stehenden Tom ^ronprinj" zur Uraufführung erwor- ben „Das stumpfe Schwert", Schauspiel von Rudolf Erstaufführung für das Grenz- A?^ater Ratibor erworben. Die Jntendang des Stadttheaters gibt als Uroufführun-- O'nrf'w rDOn; Fraser, „Märchen" von Carl Mana Holzapfel und die deutsche Bearbeitung von „Die verwunschene Treppe" von Ealderon. H Ein Händel-Roman. Cugen 0 r t n e r hat einen Roman „Geora Fried- Cm ^ann des Barock" vollendet, der zu Weihnachten im Piper-Verlag München evschei- nen wird. Das Kulturamt der (Stabt Halle ^t f*11 einen Leseabend aus diesem Roman ® 015 Auftakt für das Hallesche Handel. Frauen nicht vermehrte Arbeit gebracht yatte. gelte auch für die Hausfrau und Mutter. Eine Hilfsmaßnahme für die Hausfrau seien die wirtschaftlichen Beratungsstellen. Sie Lehrgänge des Mütterdienstes hätten im vorigen Jahre Höchstzahlen erreicht. In dem Maße, wie die Arbeits» leiftung in ländlichen und gewerblichen Betrieben stieg, sei auch die Einsatzbereitschaft ber Frauen gewachsen, die außerhäusliche Arbeit nicht aufnehmen können. Das große Sammelbecken für diese Frauen sei die Nachbarschaftshilfe. Sie erstreckt sich auf Haushalte kinderreicher Mütter und werktätiger Frauen, auf bäuerliche Haushalte, auf bie Arbeitsplatz-Ablösung, auf Geschäfte und Sienststellen. In den 24 000 Nähstuben wirkten fast 1,5 Millionen Frauen. Die Gerste- und Haferumlage Die Jagd im September gelaufenen mit neuen stattet. Geschäftsjahr wurde der Kindergarten Möbeln und neuem Spielzeug ausge- Schweinemarkl in Alsfeld. * Alsfeld, 31. Slug. Infolge der Erntearbeiten hatte der heutige Schweinemarkt nur einen geringen Austrieb zu verzeichnen. Bei flottem Geschäft wurden für 7 bis 8 Wochen alte Ferkel 14 RM. pro Stück bezahlt. Der Markt wurde ge- räumt. ergänzen zu können. Das Verwiegen des Getreides an der Dreschmaschine ist nicht etwa deshalb angeordnet worden, um in unserer Landesbauernfchaft eine höhere Umlage an Hafer und Gerste als im übrigen Reich herauszuholen. Vielmehr ist die Umlage, die von den einzelnen Landesbauernschaften aufzubringen ist, wie erwähnt, nach einheitlichen Gesichtspunkten unter Berücksichtigung aller maßgebenden Umstände von der Hauptoereinigung der deutschen Getreide- und Futtermüttelwirtschaft festgesetzt worden. Wenn wir das Getreide an der Dreschmaschine verwiegen, so geschieht dies deshalb, um durch eine möglichst genaue und frühzeitige Feststellung der Ernteerträge eine gerechte Unterverteilung der Umlage aus die einzelnen Ortschaften und innerhalb der Ortschaften aus die einzelnen Betriebe durchführen zu können. Die vom Reichsbauernsührer eingesetzten Hof- begehungskommissionen werden an Hand der Hofkarte Und, soweit notig, durch persönliche Unterrichtung und Rücksprache mit den Betriebsführern auf die Verhältnisse jedes Betriebes bei der endgültigen Festsetzung der Umlage Rücksicht nehmen und für eine gerechte Verteilung des Ausbringsolls sorgen. Die Verwieger müssen das Gewicht gewissenhaft feststellen; für Verluste durch späteren Schwund darf der Verwieger keinen Abzug machen. Der Verwieger hat das Getreide so zu wiegen, wie es einschließlich Hinterkorn aus der Dreschmaschine kommt. Dagegen hat er keine Umlage für den einzelnen Betrieb festzusetzen, vielmehr ist dies Aufgabe der Hofbegehungskommission im Benehmen mit dem Ortsbauernfuhrer. Cs ist also zu unterscheiden zwischen dem Verwiegep einerseits und der Veranlagung der Umlage anderseits. So müssen z. B. auch kleinste Mengen durch das Verwiegen ermittelt werden, während kleine Mengen bis zu 50 kg nicht zur Umlage herangezogen ein einwandsteier Usberblick gegeben ist. Durch das Verwiegen ist es möglich, auf Speicherbegehungen und wiederholte Belästigungen der Betriebe zu verzichten, was von den Betriebsinhabern gewiß be- grüßt werden wird. Denn das Verwiegen des Getreides an der Maschine schafft Klärhoit^und beugt Meinungsverschiedenheiten vor, die bei Schätzungen fast unvermeidlich wären. Das Verwiegen ermöglicht eine gerechte Unterverteilung des Ablieferungssolls und dient damit in erster Linie den Betrieben selbst, die nach Erfüllung ihrer Umlagepslicht über das .rest- liche Futtergetreide frei verfügen können und dieses nicht nur an Schweine, sonderm auch nach Bedarf und Möglichkeit beispielsweise an Hühner verfüttern dürfen. Natürlich verursacht das Verwiegen eine gewisse Arbeit, aber die Vorteile sind so groß, daß sich die Mühe lohnt. • \ Es wäre an sich erfreulich, wenn auch alle anderen Landesbauernschaften schon in diesem Jahr die gleiche Regelung getroffen hätten, was leider nicht der Fall war, so daß in manchen Grenzgebieten Mißstimmung eingetreten ist. Wie unbegründet diese ist, haben vorstehende Ausführungen gezeigt. schnepfe bald wieder den Zug gen Süden an, der sich bekanntlich viel langsamer vollzieht als der Frühjahrszug. Richt nur die Suche mit dem Hund, sondern auch der Strich zur oder von der Aesung im Dämmern kann den Vogel mit dem langen Gesicht an den „Galgen" bringen. Im Gegensatz zu. den Genannten ist der F a sa n noch bis zum Oktober mit der Jagd zu verschonen. Vom Raub wild sollte sich jetzt vor allem der Dachs der Beachtung des Jägers „erfreuen". Wenn die Zwetfchen reifen, ist er fett, und sein Schmalz lohnt das Graben/ das sich bei aünftige» rem Wetter und längerem Licht ja viel besser vollzieht als später im Jahre. Und man hat den Eindruck, daß die Zahl der Dachse im Hinblick auf die Niederjagd ruhig etwas eingeschränkt werden darf. Sind die Füchse nun einmal groß geworden und besondere Schäden an dem Heranwachsenden Jungwild nicht mehr zu befürchten, so wird der Jäger auf den guten Winterbalg rechnen. Das schließt aber den Abschuß dort nicht aus, wo das Hausgeflügel unter dem Fuchs leidet, oder wo die Räude herrscht. Luderplätze und Fangplätze werden zweckmäßig jetzt schon allmählich mit Wildaufbruch u. ä. regelmäßig beschickt. Diese Mühe lohnt sich später im Winter. Hubertus. Kür Tapferkeit vor dem Feinde. Der Wachtmeister Kaspar Lenz aus R o d h e i m a d. B., Grabenstraße 23, der in einem Artillerie- Regiment im Osten kämpft, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Im vorigen Jahre war ihm bereits das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen worden. Giehen-KIem-Linden. Am Sonntagnachmittag fand bei starker Beteiligung der Eltern und der örtlichen NSD.-Mitarbeiter das' Sommerfest des NSV.-Kindergartens statt. Rach einem Umzug der Kinder durch die Orts- straßen begrüßte die Leiterin des Kindergartens Frl. D.ietz die Gäste und sprach dann herzliche Worte zu den Kindern, die nunmehr in die Schule aufgenommen werden. Dann zeigten die Kleinen durch Lieder, Tänze und Spiele einen interessanten Querschnitt von der Jahresarbeit des Kindergartens. Die übliche Brezeloerteilung belohnte die Kinder. Der Ortsgruppenamtsleiter der RSV. Valentin Kehl dankte der Kindergartenleiterin und ihren Helferinnen für die gute Arbeit an den und für di? Kleinen und schloß dann die Feier mit dem Gruß an den Führer. — Der RSV.-Kindergarten wird gegenwärtig von 104 Kindern besucht; das ist die doppelte Zahl als vor einem Jahre. Im ab- RSG. Durch Anordnung Rr. 2/42 betreffend Getreideerfassung im Wirtschaftsjahr 1942/43 des Ge- treidewirtfchaftsverbandes Hessen-Nassau ist u. a. bestimmt worden, daß die Feststellung der g e s a m - t e n Getreideernte einschließlich HÜlsen fr ü ch t e beim Ausdrusch durch die von den Ernährungsämtern, Abteilung A (Kreisbauern- schaft) bestellten und von dem zuständigen Landrat, in den kreisfreien Städten von dem Bürgermeister, vereidigten Wieger zu erfolgen hat. lieber die Ge- wichtsfeststellung wird von dem Wieger ein Wiege- schein ausgestellt, der von dem Erzeuger mit zu unterzeichnen ist. Der Erzeuger erhält die Durchschrift des Wiegescheines. Vor dem Eintreffen des Wiegers darf mit dem Ausdrusch nicht begonnen werden. Zweck dieser Anordnung ist, die Getreideerfassung möglichst genau durchzuführen, um die der Landesbauernschaft Heffen-Nassau insgesamt aufgelegte Umlage an Gerste und Hafer gerecht verteilen zu können. Beim Brotgetreide besteht ohnedies die Bestimmung, daß mit Ausnahme der für den eigenen Verbrauch zur menschlichen Ernährung im Rahmen der zugekassenen Selbstversorgersätze und der zu Saatzwecken im Betrieb benötigten Mengen eine restlose Ablieferung zu erfolgen hat. Eine Abtrennung von sog. Hinterkorn ist bei Roggen und Weizen untersagt; eine Freigabe zu Futterzwecken kann nur in besonderen Ausnahmefällen für verdorbenes Getreide und für Menggetreide oder Mifchfrucht, sofern dieses Getreide zu anderen als Futterzwecken nicht mehr geeignet erscheint, durch die zuständige Kreisbauernschaft mit einer ausdrücklichen Freigabebescheinigung erfolgen. Das bereits feit längerer Zeit bestehende Verfütterungsverbot ist mit verstärkten Strafbestimmungen weiter gültig. Infolge der Auswinterungsschäden beim Brotgetreide und bei der Wintergerste mußte ein erheblicher Teil der Anbaufläche, namentlich bei Wintergerste und Winterweizen, im vergangenen Frühjahr umgebrochen und mit Sommergetreide, Kartoffeln usw. neu bestellt werden. Wenn auch auf diese Weise ein Teil der aus gewinterten Getreidefläche durch vermehrten Anbau von Sommergerste, Hafer und Sommergetreide ersetzt worden ist, so ist doch die gesamte Getreideanbaufläche in der Landesbauernschaft Hessen-Nassau in diesem Jahr um 5 v. H. geringer als im Vorjahr. Glücklicherweise sind aber infolge der günstigen Entwicklung des Wetters im Sommer höhere Flächenerträge beim Sommergetreide zu erwarten, so daß die gesamte Getreideernte nicht nennenswert niedriger ausfallen dürfte als im Vorjahr. Jedoch muß in der Brotgetreideversorgung die infolge der Auswinterung fehlende Menge durch Verwendung von Gerste als Brotgetreide ausgeglichen werden. Zu diesem Zweck war es nötig, die Gerstenumlage ganz bedeutend zu erhöhen. Das von der Hauptvereinigung der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft festgesetzte Ablieferungskontingent an Gerste und Hafer ist nach einem im ganzen Reich einheitlichen Verfahren auf Grund der voraussichtlichen Ernte unter Berücksichtigung des Saatgutbedarfes und der Normalablieferung im Durchschnitt 1935 bis 1939 berechnet worden. Bei Hafer wird infolge der vergrößerten Anbaufläche und des höheren Hektarertrages die diesjährige Ernte die vorjährige etwa um die Menge über-' steigen, die als Umlage aufzubringen ist, so daß dies keine Schwierigkeiten bereiten wird. Bei der Gerste jedoch muß wesentlich mehr als in normalen Jahren abgeliefert werden, um das Brotgetreide Das Verwiegen des Getreides erleichtert die ver- antwortliche Arbeit des Reichsnährstandes,^insbesondere der Hofbegehungskommissionen bei der un- dingt nötigen gerechten Erfassung des Getreides und läßt schon frühzeitig einen guten Ueberbtitf über die Gesamternte und die Vorratslage gewinnen, was sowohl für die Ernährungssicherung des deutschen Volkes, wie auch für unsere Schweinehaltung von größter Bedeutung ist. Aus der Stad« Gieße«. September. Der September - ist der zweite ausgesprochene Erntemonat und gilt in seinem ersten und zweiten Drittel auf Grund langjähriger Erfahrungen auch noch als reiner Sommermonat. Zwar sind in dem Temperaturverlauf schon die ersten Tendenzen zum Absinken zu erkennen, die sich namentlich nachts bemerkbar machen können, doch hält sich die Reichs- durchschnittstemperatur des September (langjähriger amtlicher Durchschnitt) noch um 15 Grad herum. Erst im letzten Drittel des Monats, gewöhnlich in Verbindung mit der Tag- und Nachtgleiche, also dem astronomischen Herbstanfang, ist es angebracht, mit unfreundlichen Wettereinbrüchen zu rechnen. Doch hat man in Jahren, die sich durch relativ beständiges Hochsommerwetter auszeichnen, schon oft erlebt, daß der ganze September im wesentlichen angenehm verlief. Nur in einem macht sich im September der Charakter des beginnenden Herbstes stärker bemerkbar: im Verfärben und ersten Fall der Blätter der Bäume und Sträucher, sowie in der schnell abnehmenden Tageshelle. Im Lause des September wird es rund % Stunde später hell und mehr als eine Stunde früher dunkel, so daß die Dauer des Tages ungefähr zwei Stunden verliert. Man muß damit rechnen, daß es unter Einkalkulierung der Sommerzeit in der ersten Hälfte des Monats bereits um 20 Uhr völlig dunkel wird und daß sich dieser Termin bis zum Schluß des Monats sogar auf 19 Uhr vorverlegt. Im September werden sich die Erntearbeiten in erhöhtem Maße fortsetzen. Wie im August, ist auch in diesem Monat jeder trockene Tag auszunutzen, um die Früchte des Feldes einzubringen, da man bei dem Charakter der diesjährigen Wetterlage nicht außer Acht lassen darf, daß sich mit einem Wetter- umschlag leicht der Beginn einer längeren Regenperiode verbindet, wenn auch der September in unseren Breiten im Durchschnitt ein trockener Monat ist. Insgesamt verbindet sich mit dem Monat September, wenn er auch xim meteorologischen Sinne als erster Herbstmonat läuft, die Vorstellung von angenehmem, meist beständigem und sommerlich warmem Wetter. Wir können nur wünschen, daß er in diesem Jahre seiner Tradition treu bleibe. Gloria-Palast: „(So ein Früchtchen". Ein Filmschwank der Produktion Lu'bitz im Siegel- Verleih. Die Hauptrolle hat Lucie Englisch, die sich als Tochter ihrer Schwester ausgibt und im Matrosenkleidchen als Wunderkind und enfant ter- rible auf der Revuebühne, im Hutladen, im Eispalast und anderswo allerhand Verwirrung stiftet und Unfug anstellt. Vortreffliche Schauspieler wie Paul Hörbiger, Fita Binkhoff, Maria A n d e r g a st, Will Dohm, Rudolf Platte und der in diesen Tagen verstorbene Walter Stein- b e ck, denen man eine ergiebigere Betätigung gewünscht hätte, sind für die unbeträchtliche Handlung aufgeboten, die immerhin einen gewissen Lacherfolg erzielte. — Im Beiprogramm sieht man die schon ausführlich besprochene neue Wochenschau, in der ein sehr instruktiver Bildbericht vom verunglückten Jnvasionsoersuch bei Dieppe das, Hauptinteresse be- ansprücht. — Außerdem gibt es einen lehrreichen Kulturfilm über Angorakaninchenzucht. Hans Thyriot. Oie Glücksmänner. Vom heutigen 1. September ab werden die Glücksmänner der Reichslotterie der NSDAP, für nationale Arbeit wieder mit den bekannten Losen erscheinen. In zehn Reihen der Losbrief-Lotterie mit fofortigem Gerninnentscheid werden insgesamt 10 000 000 RM. Gewinne und Prämien ausgespielt. Für 50 Rpf. kann man sofort 1000 RM. gewinnen, abgesehen von den vielen Gewinnen zu 500 RM., 100 RM., 50 RM. und der großen Anzahl kleinerer Gewinne. An jedem Los befindet sich wieder ein Prämienschein. Am 30. November 1942 werden in jeder Reihe eine Sonderprämie zu 5000 RM. und Prämien zu 500 und 100 RM. verlost. Insgesamt fallen auf die Prämienlose Prämien im Werte von 160 000 RM. Prämienlose also gut aufbe- wahren! x „Zu Aegide tritt der Hirsch in die Brunft", sagt eine alte Weidmannsregel. Sie will nicht behaupten, daß die eigentliche Brunft schon mit dem 1. September einsetze, aber daß manches im Rotwildrevier dem Kundigen das Heranziehen der hohen Zeit des edlen Wildes bereits ankünde. Einmal treten die Hirsche, die seither mit Ausnahme der „jüngsten Semester" das Kahlwild mieden und einzeln oder in Feisthirschrudeln standen, nunmehr zum Wild. Die Brunfttudel bilden sich. Zum anderen wechseln diese Brunfttudel allmählig den gewohnten Brunftplätzen zu. Denn nicht jedes Rotwildrevier ist ja auch ein Brunftrevier, sondern kann zum Leidwesen des Jagdherrn in der Brunft mitunter vollkommen leer fein. Dann ist der Tag nicht mehr fern, wo nach kalter Herbstnacht zum ersten- mal der Schrei des Königs der Wälder das Herz des Weidmannes höher schlagen läßt; denn einer der Höhepunkte des jagdlichen Jahres steht bevor. Im Brunftrevier tritt in dieser Zeit der Kahlwild- abschuß naturgemäß in den Hintergrund. In anderen Revieren dagegen wird man ab Monatsmitte sich dem geforderten Rotwildabschuß deswegen noch mehr widmen können, weil dann alles weibliche Rotwild ohne Einschränkung nebst Kälbern schuß- bar ist. Der Schaufler dagegen steht noch in der Feiste und kann ebenso wie das weibliche Damwild mit seinen Kälbern besagt werden. Seine Brunst setzt erst im.Oktober ein. Auch das Muffelwild hat in beiden^ Geschlechtern Schußzeit. Die teer werdenden Felder erleichtern bje Jagd aus das Schwarzwild, das nun gern in den heranreif enden Kartoffeln zu Schaden geht. Die BlattzLit des Rehwildes ist, vom Wetter nicht so begünstigt, nicht so verlausen, wie der Jäger sie sich wünscht. Daher ist noch mancher Bock zu schießen. Hinzu kommt, daß der Abschuß mit der richtigen Auswcchl in diesem Jahre bestimmt recht schwer ist, weil auch bekannte gute Böcke nach diesem Notwinter so schlecht aufhaben, daß ihr Abschuß keinerlei Freude auftommen lassen kann. Aber wo der Abschuß noch stark im Rückstand ist oder sich bestätigte Abschußböcke bisher in Sicherheit zu bringen wußten, bietet der September wieder bessere Möglichkeiten. Denn wenn die Böcke die Anstrengungen der Brunft in der zweiten Augusthälfte überwunden haben, wo sie nur wenig um sich zu gehen pflegten, halten sie im September wieder besser Zeit und Wechsel. Mit dem 16, September beginnt dann auch die Schußzeit für weibliches Rehwild und Kitze. Allmählich tritt auch das Federwild wieder mehr in den Vordergrund des Jagens. Können wie bereits seit mehreren Wochen Enten und Ringeltauben weiterhin besagt werden, so kommt mit Monat-sbeginn die Jagd auf das Feldhuh n dazu, die im Niederwildrevier der Septemberjagd ihr besonderes Gepräge gibt. Wie es damit allerdings in der Praxis aussehen wird, bleibt abzuwarten. Ist der Abschuß nicht tragbar, dann gibt es nur eine Folgerung: Verzicht und vollkommene Schonung! Sumpfschnepfen waren bereits wieder freigegeben. Nun tritt auch die Wald - werden. Zur Schweinefütterung sind bekanntlich allgemein im Deutschen Reich zunächst 50 Kilogramm Gerste je Schwein freigegeben worben. In der Landesbauernschaft Hessen-Nassau war vorgesehen, weitere 100 Kilogramm Gerste je Schwein, im ganzen also 150 Kilogramm, den Betrieben zunächst zu belassen; über die Freigabe der zusätzlichen 100 Kilogramm Gerste je Schwein sollte der Getreidewirtschaftsver- banb später bestimmen. Nunmehr ist jedoch beabsichtigt, den Betrieben diejenige Menge an Gerste, Menggetreide und Hafer zur freien Verfügung zu überlassen, die nach der restlosen Ablieferuna der endgültig festgesetzten Umlagemenge übrigbleibt, lieber diese endgültig festgesetzte Umlagemenge er- ------- r.; , „ . , , fi hält jeder Betrieb einen Umlagebescheid, jedoch erst Volkes, wie auch für unsere Schweinehaltung von dann, wenn auf Grund der Verwiegungsergebnisse größter Bedeutung ist. und der Feststellung der Hofbegehungskommission I -------- Gießener Wochenmarktpreise. \ * Gießen, 1. Sept. Auf dem heutigen Whchen- markt kosteten: Kartoffeln, 5 kg 65 Rpf., Wirsing, ¥: kg 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 12, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 12, Spinat 20, Römischkohl 1£, Bohnen, grün, 30, Tomaten 28 bis 30, Birnen 40, 'Zwetschen 35, Mirabellen 35, Ein- mochgurken 2 bis 6, Blumenkohl 20 bis 50, Salat 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 10 bis 15, Radieschen, das Bund 12 Rpf. Dr. Brüggers Patientin Roman von Walter Klöpffer 30. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Fender kaufte bann noch Zigaretten am Büfett, liebäugelte ein wenig mit der Verkäuferin und verließ hochgestimnit das Lokal. An der Straßenecke überfiel ihn plötzlich der Gedanke: Hoffentlich hat Papa noch nichts gemerkt! — Aber er tröstete sich schnell. Anna würbe bas schon gebeichselt haben. Anna war ja so gewissenhaft unb zuverlässig. Außerdem hatte sie eine Heidenangst vor ihm, das gute Mädchen. Pfeifend kehrte er in fein Atelier zurück unb überlegte. Morgen muß ich fort von hier. Der Paß ist in Drbnung, die Devisen erhalte ich heute nachmittag. Herrgott, Italien! Einmal etwas anberes. Sopne, immer Sonne. Dunkle Frauen. Unb arbeiten werbe ich auch, benn die zwo Mille reichten nicht ewig. Sein Gesicht war sorglos unb heiter, er befanb sich in einem Zustand hochgeschraubter Erwartung wie ein Kind, bas sich auf Weihnachten freut. Er packte voll Eifer feine Koffer. Um den Münchener Jahren einen netten Abschluß zu verleihen, hatte er vorhin seinen Kreis zu Steinicke bestellt Es wäre ihm stillos erschienen, wie ein Missetäter sang- unb klanglos aus bem Lanbe zu schleichen. Am Abenb würbe er von den Seinen mit großem Hallo empfangen. Er mußte bie Hände von einem Dutzenb junger Leute fchüfteln, bie lachend, streitend unb debattieren!) in magisch-mystischem Halbdunkel um einen niebrigen runden Tisch bei Steinicke saßen. Auch Carlo Punz unb Lucia waren darunter. Carlo, der ewige Germanist, der Stegreifdichter mit bem schwarzen Haarschüppel und den feuchten Augen, unb Lucia, die wie ein frecher Bub aussah» und Schauspielerin mar. Fender war :» aufrichtig verliebt in sie. Man plauderte, man trank unb ließ den freigebigen Spender hochleben. Einige < «rollten ben Anlaß wissen. „Später", sagte Fenber mit großartiger Geste. Man redete sich mit der Zeit in einen dionysischen Taumel hinein, man stritt unb lobte hitzig, mpn sprach immer eifriger ben Getränken zu, unb bie Stunden verrannen. Als die Meinungsverschiedenheiten bas Gefüge des kleinen Kreises zu sprengen brüllten, schlug Fenber ben Aufbruch vor. Die anderen gehorchten, denn Fender besaß unter ihnen so etwas wie Autorität. Die Nachtluft kühlte bie Gemüter etwas ab. Ein Teil ging nach Hause, die Unverdrossenen aber liefen mit in Fenders Atelier. Es war weit nach Mitternacht. Wie eine geheimnisvolle Prozession wandelten sie geräuschlos bie fünf Treppen empor. Hierin war der Gastgeber streng, seit er Krach mit dem Hausbesitzer gehabt hatte. Dann hielten sie Einzug unb verzauberten bas Atelier in ein Zeltlager. Jeder verschaffte sich eine Sitzgelegenheit, oft der sonderbarsten Art. Fender brachte Schnaps unb Zigaretten herbei. Es herrschte eine gedämpfte, leicht angetrunkene Fröhlichkeit. Eines der Mädchen begann zu tanzen. Nickt schlecht, aber ein bißchen gewagt. Beim Ballett hatte sie das nicht gelernt. „Keinen Schnaps mehr, du!" sagte Lucia befehlend. „Wir sind so schon blau genug. Wart', ich koche euch Kaffee. Wo ist denn nur bie Büchse mit ben Bohnen? In biefem unorbentlidjen Laben finb ich mich ni? zurecht", murmelte sie unzufrieden. Sie sah in ihrem Hausfraueneifer entzückend aus. „Ich glaube, es find keine Bohnen meh^ ba", entschuldigte sich Fender. „Du bist mir ja ein Schöner. Lädt Leute ein, unb dann hat er nicht mal Bohnen!" rief bas Mäb- chen empört. Fender beeilte sich, Lucia zu versöhnen. Es war unzweifelhaft, baß er unter ihrem Pantoffel stand. Man lachte, hielt sich an ben Likör, unb Earlo präludierte auf der Gitarre. Eines der Mädchen knabberte an einer Brotrinde, die es auf der Anrichte gefunden hatte. Müde Heiterkeit unb schläfrige Be- rebtfamfeit füllten ben Raum, durch das Oberlicht blickten die Sterne. Jfarlo fang mit seinem kleinen, aber biegsamer Tenor „Santa Lucia". Manchmal warf 'er feurige Blicke nach der Ottomane, auf der die andere konkrete Lucia mit Kaspar Fender saß. Dieser erzählte bem Mäbchen, baß er für einige Zeit fort müßte. Nach Italien. Sein alter Herr wolle cs so. Dagegen sei nichts zu machen. „Also, weg willst bu? Unb bas erfahre ich erst jetzt?" sagte sie streng. „Gott, ich weiß es auch erst seit Montag. Fängst du schon wieder an?" „Ich kann dich nicht halten", sagte Lucia achselzuckend. „Lucia!" „Ja?" „Ich kann dich nicht mitnehmen, so leid es mir tut. Aber vielleicht läßt es sich machen, daß bu nachkommst." „Vielleicht, vielleicht", äffte sie ihm nach. „Du mußt nicht böse fein, Kindchen. Ich mag dich doch. Mehr als je eine Frau zuvor." „Ist das wahr? Ihr Männer seid nämlich große Schufte." „Ich werbe bir Gelb schicken, wenn es soweit ist. Ich verspreche es bir", beteuerte er unb glaubte selbst an bas, was er sagte. „Dann ist es gut", murmelte sie träumerisch. „Ader netter wäre es gewesen, wenn mir ben letzten Abend für uns gehabt hätten." „Sicher. Aber jetzt muß ich der Bande sagen, was los ist." Er erhob sich zu einer kleinen Rede, in der bie Worte „Italien", „Alter Herr" unb „Wiedersehen" Dorfamen. Er war ein glänzender Lügner, der Wahres mit Erdichtetem zu mixen verstand. Allgemeines Bedauern, Gefrage usd stürmische Händedrücke. Um drei Uhr wurde Lucia dringlich, ja, heftig. Sie flüsterte Fender zu: „Es wirb bald Tag. Schick' die Kerle weg! Höre nur, wie sie sich anöben vor lauter Stumpfsinn. Du, ich habe eine brillante Idee. Wir zwei machen eine Monbscheinfahrt. Carlo kann steuern. Es ist eine wundervolle Nacht. Sieh nur bie Sterne. In Schongau weih ich ein kleines Kaffee — einfach süß. Pis wir kommen, haben sie geöffnet. Sag ja, bitte!" „Eine richtige Kateribee, aber meinetwegen." Lucia sprang auf unb tuschelte mit Punz, der sofort Feuer und Flamme war. Er fuhr leidenschaftlich gern Auto. Es gelang ihm mit einiger Mühe, diese Rotte Nachtlichter zum Gehen zu bewegen. Als die anderen sich entfernt hatten, fliegen sie zu britt bie Treppen hinab. Gigolo bekam Benzin in ben Bauch, und Earlo setzte sich ans Steuer. Er chauffierte für fein Leben gern, befonbers mit fremdem Betriebsstoff. Lucia unb Fender machten es sich hinter ihm bequem. „Also Schongau?" vergewisserte er sich über bie Schulter zurück. „Horst bu schlecht? Oder habe ich Kottbus gesagt? Fahr schon los, alter Pedant!" befahl Lucia unb schmiegte sich an Fenber. Es war eine wunderbare Nacht. Das Firmament mar mit vielen unruhigen Lichtern bestickt. Der Motor sang sein einförmiges Lieb, bet Luftzug strich angenehm über Stirn und Schläfen, lieber Fenber, der viel getrunken hatte, kam eine große Müdigkeit. Er mar dankbar, rpeil er an Lucias Schulter ruhen durfte unb nichts zu sagen brauchte. Aber bas Mäbchen, das aufgewühlt war und nach Küffe brannte, fand dieses Sich-bei-ben-Händen- Halten lächerlich und wollte mehr. „Sei nicht fo faul, Kaspar!- Es ist eine Schanbe, wie wenig bu vertragen kannst", murmelte sie iin» zufrieben. Aber Fender gab nur ein schläfriges Grunzen von sich. Er hatte plötzlich ein ungeheures Bedürfnis nach Ruhe, nach Alleinsein und einem anständigen Bett. — Diese blödsinnige Hochzeit mit allem Drum unb Dran steckt mir immer noch in den Knochen — dachte er verschwommen. „Wart' nur, ich krieg dich schon hoch, mein Lieber!" sagte bas Mädchen zornig und schüttelte ihn. (Fortsetzung folgt. Aus -em Reiche -er Krau. Das älteste Kind. „Ich will nicht immer die Große sein!" Ganz empört ruft es die erst neunjährige Ilse aus, während große Tränen über ihre Wangen rinnen. Man muß ihr bis zu einem gewissen Grade recht geben; auch sie ist noch ein Kind und sehnt sich nach der Erfüllung ihres kleinen Pslichtenkreises nach frohem Spiel. Und dazu hat sie in ihrem Alter ja ein Recht. Ihre Tränen und das kindliche Unglück sind darauf zurückzuführen, daß sie ihren kleineren Geschwistern immer nur als Vorbild und als besonders vernünftig hingestellt wi^d. Da kann es leicht vorkommen, daß die Mutter, die an und für sich meist eine besondere Schwäche für die Kleinsten hat, vergißt, daß ihre Neunjährige ebenfalls noch ein ganzes Kind ist. Ja, sie wird vielleicht sogar ungerecht. Sobald nämlich der kleine Heinz eine Dummheit gemacht hat, erhält nicht er den verdienten Klaps, sondern Ilse, die große Tochter, muß Mutters Zorn über sich ergehen lassen, weil sie nicht richtig aufgepaßt hat. Im eifrigen Spiel hat sie den kleinen Bruder eben vergessen. Es ist ja für ein Kind ganz schön, zeitweilig als Muster hingestellt zu werden, und die größeren Kinder erfüllt bestimmt ein gewisser Stolz, wenn die kleinen Geschwister zu ihnen aufblicken. Dann aber wieder verzichten sie nur zu gern auf die Würde der mustergültigen großen Schwester, und das Recht des Kindes, auch wirklich Kind zu sein, kommt zum Durchbruch. Wenn die Eltern und Erzieher dem nicht Rechnung tragen, so bilden sich leicht Eifersucht und Neid auf die Kleinen aus, der die ganze Kindheit vergällen kann. Was gibt es doch für dumme Gedanken, die sich ein neunjähriges Mädel macht, wenn es sich zurückversetzt fühlt. Richtige Hitzköpfe können soweit gehen, daß sie dem kleinen Störenfried Schaden zufügen wollen; und wie gern geben sie ihm eine richtige Ohrfeige! Wenn auch die „Großen" sich zum Betreuen gut eignen, zu Handgreiflichkeiten darf es natürlich nie kommen, weil das Kind weder Maß noch Ziel kennt. Die Märchenstiefmutter wird im phantasievollen Kinderkopf nicht selten zur Wirklichkeit, und Klein-Ilse selbst fühlt sich als Stiefkind, das von der Mutter genau so schlecht behandelt wird wie etwa die Goldmarie oder das Aschenputtel. Gewiß, die Großen sollen helfen, sie müssen die Kleinen betreuen, um der Mutter Arbeit abzunehmen. Doch darf es nicht auf Kosten der Kindheit geschehen. Hie Pflicht- hie Freizeit. Wenn die Mutter Pflicht und Spiel richtig verteilt, so hat sie eine stets liebevolle und zuverlässige Hilst an ihrem „großen" Mädel. H. v. L. Vitaminreiche Suppeneinlagen für den Winter. Nun gibt es wieder mehr Grünzeug für die (kuppen, was für uns nicht nur eine Erhöhung des Suppengeschmacks bedeutet, sondern auch für unsere Gesundheit wegen des Vitamingehalts sehr von Nutzen ist. Jedoch muß die Gelegenheit ausgenutzt werden; für die vitaminarme Winterzeit sowie den Vorfrühling beginnen wir schon jetzt, grüne Kräuter als Suppenwürzen zu sammeln. Um die Vitamine zu erhalten, kommt kein langes Kochen des Suppengrüns in Frage, sondern ein Trocknen oder Aufbewahren in Salz. Das Trocknen des sauber geputzten Suppengrüns ist den meisten Hausfrauen bekannt, weniger dagegen die Vorratswirtschaft in Salz. Und gerade das ist ein einfaches und sicheres Verfahren. Alles Gemüse und Suppengrün muß trocken sein, ehe es eingesalzen werden darf. Sellerieblätter zum Beispiel ergeben eine angenehme und bekömmliche Suppenwürze, wenn sie gewaschen, auf einem Tuch getrocknet und dann durch die Fleischmaschine gemahlen werden. Alsdann füllt man sie mit reichlich Salz vermischt in Marmeladedosen und verschließt diese gut. Soll eine gute Fleischbrühe mit Suppenkräutern ongesetzt werden, so ist es wichtig, die Mischung zu beachten. Allzu viel Gemüse, zu wenig Petersilienwurzel usw. beeinträchtigen den Fleischsuppengeschmack. Es sei daher ein besonders schmackhaftes und vorteilhaftes Rezept genannt: Erforderlich sind für den ganzen Winter: 300 Gramm Selleriewurzeln, 150 Gramm Kohlrabi, 80 Gramm Porree, 300 Gramm Wirsingkohl, 100 Gramm Zwiebeln, 100 Gramm Blumenkohl, 30 Gramm Sellerieblätter, 30 Gramm Pe- tersilienblätter, dazu 330 Gramm Salz. Man putzt und säubert alles, benutzt vom Porree nur das Weiße, wäscht und trocknet die einzelnen Bestandteile. Sodann mahlt man sie durch die Fleischmaschine und vermischt sie mit dem Salz, bewahrt sie in einem, großen Gurkenglas zugebunden auf. — Zum Gebrauch ist es notwendig, nur mit einem ganz sauberen Löffel etwas aus dem Vorrat herauszunehmen. Man kann ferner die einzelnen Bestandteile nacheinander einkaufen, wenn sie auf dem Markt zu haben sind, stdoch muß alles Gekaufte sofort zubereitet und eingesalzen wenden, bis die ganze Mischung beisammen ist. So erhält man eine köstliche Suppeneinlage! Oer Einmachiopf. Heute gilt es jede, auch die kleinste Menge an Nahrungsmitteln sich nutzbar zu machen, und zwar nicht nur im Augenblick, sondern auch als Zukunftsvorsorge. Viele Hausfrauen nun klagen, daß sie gai: nicht aufs Einmachen eingerichtet sind, daß sie vor allem über keine entsprechenden Apparate verfügen. Und außerdem — die Mengen, die neben dem täglichen Bedarf übrig blieben, seien so gering, daß sich Einkochen nicht.lohne. Ein falscher Standpunkt, denn jedes Glas Obst oder Gemüse, dos wir der Vorratswirtschaft zuführen, hilft den winterlichen Tisch bereichern. Will man also jeweils nur eine geringe Menge eines Einmachgutes haltbar machen, können wir dazu jeden beliebigen Kochtopf benutzen, in dem gerade ein oder zwei Gläser Platz haben. _ Man legt als Unterlage einen dicken Lappen, Dämpfeinsatz oder derartiges ein und füllt den Topf bis' zur halben Höhe des Glases mit Wasser. Ragt das Glas über den Topfrand hinaus, muß man einen zweiten Topf oder eine Schüssel so darüber stülpen, daß der Topf geschlossen wird. Da hier das Thermometer fehlt, muß das Wasser zum Kochen gebracht werden und muß dann von diesem Augenblick an bei geringer Wärmezufuhr die für das jeweilige Nahrungsgut vorgeschriebene Zeit kochen. Der Inhalt der Gläser darf nur bei etwa 2 Zentimeter unter den Rand reichen, da er sich während des Kochens ausdehnt. Ist das Glas zu voll, kocht Wasser und Saft zwischen Deckel und Aus wenig Stoff! ' Die heute gezeigten Kinderkleider aus wenig Stoff sind aus Wasch« seide, weichem Waschstoff oder aus leichter Wolle. Sie sind trotz schlichtester Schnittform durch ein paar Taschen, ein buntes Seidenband oder etwas Smockarbeit in ihrer Form besonders gefällig. Gegebenenfalls können sie auch aus zweierlei Material oder Farbe gearbeitet werden, jeweils einfarbig oder auch klein gemustert. H. aus wENiq Gummiring und verhindert so den luftdichten Abschluß. Ist der Kochprozeß beendet, wird der Deckel abgenommen und nach etwa zehn Minuten das Glas aus dem Wasser gehoben. Nie darf das Eingemachte langsam im Wasserbad abkühlen; dadurch gärt es nach, wird zu weich und verliert an Kraft und Geschmack. Glas oder Flaschen weiten auf feuchte Tücher gestellt und leicht mit einem Tuch umhüllt, um so bis zum völligen Erkalten ruhig stehen zu bleiben. Auch die sachgemäße Pflege der Gläser oder Flaschen ist für die Haltbarkeit des Einmachgutes wichtig. Flaschen und Gläser sollten darum nach der Säuberung mindestens einen Tag — besser vierundzwanzig Stunden — bevor man sie in Gebrauch nimmt, im Wasser liegen. Erst kurz vor dem Ein- füllen nimmt man sie aus dem angewärmten Wasser heraus und stellt sie mit der Oeffnung nach unten auf ein sauberes Tuch. Erst im Augenblick des Einfüllens dreht man sie um und füllt das Obstmark oder den Süßmost heiß ein, wobei die Gläser, um ein Springen zu verhüten, auf einem nassen Tuch stehen sollen, gestrichen voll. Schließt man mit Zellophan, wird das passend zurechtgeschnittene Stück schnell durch klares Wasser gezogen, mit der Hand abgewischt und so über die Oeffnung gezogen, daß möglichst wenig Luft in dem Gefäß zurückbleibt. Dann wird ein zweites, ebenfalls naß gemachtes Blatt auf das erste gedrückt, ringsherum angedrückt und zugebunden. Nun legt man eine Untertasse oder einen Teller über das verschlossene Glas und dreht es rasch ein paar Mal von oben nach unten um, damit die noch vorhandene Luft durch das heiße Einmachgut chindurchgetrieben und so entkeimt wird. Grüne Bohnen lassen sich nach einem ostfriesischen Rezept auf einfachste Weise für den Winter haltbar machen — ohne jeden Apparat. Die gewaschenen Bohnen werden abgefädelt und mit Hilfe einer Stopfnadel, die am Bohnenende durchgestochen wird, auf einen Bindfaden gezogen, dann fünf Minuten gedämpft. Diese Bohnenschnüre werden an -einem trockenen luftigen Raum licht aufgehängt. Von ihnen holt man sich im Winter den gewünschten Bedarf für ein vollwertiges Bohnengemüse. Die Geduldsarbeit des Ausfädelns hat sich gelohnt. Rezepte. Tomatenmark in Flaschen. Sehr reife Tomaten werden gewaschen, in Stücke geschnitten, zerdrückt und langsam zum Kochen gebracht. Dann streicht man sie durch ein seines Sieb, kocht bete Brei etwas ein und füllt ihn kochend heiß in Flaschen, die man sofort verschließt und verkorkt. Tomatennudeln. 250 g Nudeln werden in Salzwasser gekocht. Man läßt sie abtropfen und füllt die Hälfte in eine gut gefettete Auflaufform. 500 g Tomaten werden gewaschen, in Scheiben geschnitten, etwas Salz darüber gestreut, auf die Nudeln gegeben und mit den Restnudeln bedeckt. 1 bis 2 (Eier mit einem Eßlöffel Mehl, % Liter Milch und Salz verquirlen und darüber gießen, evtl, mit geriebenem Käse bestreuen und im Backofen backen. ^nünenial - Reifen In treuester Pflichterfüllung fand am 25. Juli bei den schweren Kämpfen im Osten mein innigstgeliebter Mann, unser braver, herzensguter Sohn, mein lieber Bruder und Schwager, unser lieber Enkel, Neffe, Vetter, Schwiegersohn u. Onktl Otto Langsdorf Gefreiter in einem Infanterie-Regiment kurz vor Vollendung seines 25. Lebensjahres den Heldentod. Rechnungen bei Brühl, Gießen Vermietungen | 2 leere Zimmer mit Heizung zu vermieten. Schriftl. Angeb. unt. 04232 a. d. Gieß. Anzeiger. Lagerräume für Großhandlung zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote unter 2619V an den Gieß. Anz. erbeten. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Suche einen 3-5-ionnen- AnWger oder gummibereifte Rolle. Ernst Köhler, Kartoffelhändler Gießen, Zozelsgasse 9 Tel. 4412 04246 In tiefem Schmerz: Lotti Langsdorf, geb. Klein Otto Langsdorf u. Frau Kurt Schmoll und Frau Emmi, geb. Langsdorf und alle Angehörigen. Frankfurt a.M., Gießen (Asterweg 8), den 1. September 1942. 04228 SWansöM-MeMeiist am Mittwoch, bem 2. September, vormittags 9!4 Uhr: Stadtkirche: für die Mädchen (Becker) Iobanneskirche: 2627 D für die Knaben (Propst Knodt) Evang. Pfarramt Gießen: Becker. IMe 4 Zimmer und Küche gegen 3 Zimmer und Küche. Schriftl. Angeb. unt. 04230 a. d. Gieß. Anzeiger. Einweichen und Einweichen ist nicht dasselbe! Daß schmutzige Wäsche eingeweicht werden muß, ist wohl jeder Hausfrau klar. Daß es aber je nach Art der Wäsche zwei grundverschiedene Einweichmethoden gibt, ist leider noch nickt überall bekannt. Da ist zunächst die Weiß- und Grobwäsche. Sie wird mit Bleichsoda oder anderen Einweichmitteln lange und gründlich nach den auf den Paketen aufgedruckten Gebrauchsanweisungen eingeweicht. Umrühren und Stampfen erhöht die Einweichwirkung. Nach dem Einweichen läßt man das Schmutzwasser ab und spült die Wäsche, bevor sie in den Waschkessel kommt. Echtfarbige Buntwäsche behandelt man ähnlich bei nur 2-3-stündiger Einweichdauer. Bei der Feinwäsche dagegen braucht man kein besonderes Einweidunittel; man weicht die farbechten Sachen mit dem Waschmittel für Feinwäsche selbst ein, und zwar drei Stunden, nicht mehr und nicht weniger. Genaue Untersuchungen haben nämlich bewiesen, daß bis zu drei Stunden das Reinigungsvermögen des Waschmittels für Feinwäsche ansteigt und daß es bei längerem Stehen wieder etwas nachläßt. Denn davon hängt es ab, ob die Soße sämig Ist, den richtigen Geschmack hat und gut aussieht. Kochen Sie deshalb genau nach Vorschrift: den Würfel fein zerdrücken, mit etwas Wasser glattrühren, ’/< Liter Wasser beifügen und unter Umrühren 3 Min. kochen. KNORR Das Einweichbad, das gleichzeitig das Waschbad ist, wird wie üblich bereitet: Ein Eßlöffel auf vier Liter Wasser! Man rührt mit der Hand gut um und schlägt Schaum. Nach dreistündigem Einweichen erfolgt das Waschen durch leichtes Drücken und Schwenken, niemals durch Reiben oder Bürsten! Hellfarbige Sachen zuerst waschen, dunklere anschließend im gleichen Waschbad. Nach dem Waschen wird gleich ein- oder zweimal gespült. Das Spülbad soll die gleiche Temperatur haben wie das Waschbad. Sind farbempfindliche Sachen mit Essigzusatz gewaschen worden, dann muß auch das Spülbad einen Schuß Essig bekommen. Eine Ziehharmonika z. kaufen gesucht. Schr. Angeb. m. Preis u. 2623 D a. d. Gieß. Anz. Zum I.Nov. wird von älterer Dame in gebild. Familie oder bei einzeln. Herrn eine Stelle zur Führung d. Haushaltes in Gießen ges. Nähere Auskunft erteilt: [04222 Frau Ottilie Schäcker, z.Z.Fronhausen an der Lahn, Gießener Str. 4. DieDenlsdieArheilslronI Os NSG. „Krall durch Freude" Kreisdienststelle 'M/ JF Wetterau Wir beginnen ab Anfang Oktober 1942 bei genügender Teilnehmerzahl mit folgenden tfptadituHsen Deutsch . Dichterlesungen, Uebungen im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der Sprache Latein für Anfänger und Fortgeschrittene Französisch .... für Anfänger und Fortgeschrittene Englisch für Anfänger und Fortgeschrittene Italienisch für Anfänger und Fortgeschrittene Russisch für Anfänger und Fortgeschrittene Spanisch für Anfänger und Fortgeschrittene Ukrainisch für Anfänger Kursgebühr für alle Kurse (20 Doppelstunden) RM. 20.50. Weitere Auskunft und Anmeldung: Dienstags und Donnerstags 18-20 Uhr auf der Kreisdienststelle Schanzenstraße 18, Hinterhaus Zimmer 30 b. Ruf 3961. 2625D Hauszinssteuerablösung Abgeltungshypotheken zu den gesetzlichen Bedingungen gewährt Deutsche Centralbodenkredit- Aktiengesellschaft, Berlin Anfragen bearbeitet kostenlos Agentur Gießen H.Kirchner, Ipimobilienmakler Bleichstraße 18. 2586d + Meint l Sprechstunden Mittwoch, den 2. September fallen aus. Ihre Verlobung geben bekannt Anna Zecher Josef Förstl Feldwebel in einem Inf.- Regt FrauB.Gulden seit 1935 Fr.W.Henkel Am Biegelpfad 32 Staufenberg Siegenburg/Ndby. im August 1942 . 04233 / Bis Ende September Praxis geschlossen Dr. Stangier Dutenhofen : 2624 D LICHTSPIEL-THEATER Gloria-Palast, Seltersweg: So ein Früchtchen 2626C Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Auf Wiedersehen Franziska Tagt 3,5.15,8, So. 2.80,5,8 Uhr Wir fördern durch Bezirhssnarkasse Gieren 2054 D