Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8% Uhr desBormittags Anzeigenpreise: Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Textteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I AbschlüneMengenitgffelS Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25%ment 192. Jahrgang Nr. 50 Erscheint täglich,, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Gießener ^amilienblätter Heimat imBild Die^vcholle Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80 Zustellgebühr .. ,, -25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsvrechanschlnh 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger . Postscheck iMs Franks./M. vrühlscheUnlverfltStLdruckerriR. Lange General-Anzeiger für Obechessen 01 Siehkn,^chu>ftratzer-Y jwn y §amrtag,28 Zebruar/Somtag. t. März 1042 Giehener Anzeiger Von unserem Dr. K.-Korrespondenten. Oer Wehrmachtberichi. DAV. Aus dem Führerhauplquariier. 27. Februar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Auf der Krim wiesen deutsche und rumänische Verbände feindliche Angriffe gegen die Front vor Sewastopol und auf der Halbinsel Kertsch unter hohen Verlusten für den Gegner ab. Auch an den übrigen Fronten im 01t e n scheiterten zahlreiche Angriffe der Sowjets an der Wider- standskraft unserer von starken Luftstreitkräften unterstützten Truppen. In Nordafrika lebhafte Tätigkeit deutscher und italienischer Ausklärungskräste an der Lyre- nalka-Front. Trch ungünstigen Wetters wurden die hafcnanlagen von Tobruk bombardiert und motorisierte britische Kolonnen mit Bomben und Bordwaffen angegriffen. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen britische Flugplätze auf der Insel Malta. Der Feind griff auch in der vergangenen Nacht einige Orte des norddeutschen Küstengebiets an. Zwei britische Bomber wurden abgefchossen. Neue harte Schläge unserer Lusiwaffe. Berlin, 27. Febr. (DNB.) Starke Verbände deutscher Kampf- und Sturzkampfflugzeuge fügten den Sowjets am 26. 2. wieder außerordentlich hohe Verluste zu. Besonders im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront, wo auch starke Jägerverbände eingesetzt waren, hatten die Angriffe große Wirkung. Dies beweisen die schweren Mater'alverluste des Feindes, der nach bisher vorliegenden Meldungen in diesen beiden Räumen 13 Geschütze, 18 Panzer und 335 motorisierte und bespannte Fahrzeuge durch. Bombenwürfe und Tiefangriffe verlor. Oer italienische Bericht. Rom, 27. Febr. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut: An der Cyrenaika-Front Fernaufklärung italienischer und deutscher Panzereinheiten. Die Angriffe der Luftwaffe waren durch schlechtes Wetter behindert. Sie richteten sich gegen die Hafenanlagen von Tobruk und die Flugplätze auf Malta, die zu wiederholten Malen mit Erfolg angegriffen wurden. Neue feindliche Einflüge gegen Tripolis und Bengasi verursachten keinen schweren Schaden. In Bengasi wurden einige Araberhäuser getroffen. Die muselmanische Bevölkerung hatte acht Tote und sieben Verletzte. Ein feindliches Flugzeug versuchte in den frühen Morgenstunden des 27. Februar Messina zu überfliegen. Das genau liegende Feuer der Bodenabwehr zwang das Flugzeug, eine Wellington, zur Landung bei Kap P e l o r o. Die aus sechs Kanadiern bestehende Besatzung wurde unverletzt gefangengenommen. Gemeinwirischast statt Kolchos Neue Agrarordnung für die besetzten Ostgebiete. Zahlreiche Angriffe der Sowjets gescheitert Lebhafte Aufklärungstätigkeit in der Cyrena.ka. Berlin» 27. Febr. (DNB.) Der Reichsminisler für die befehlen Ostgebiete, Alfred Rosenberg, hat im Einvernehmen mit dem Beauftragten für den Vierjahresplan, Reichsmarschall Göring, eine neue Agrarordnung für die bereits von ter Zivilverrvallung übernommenen Gebiete der früheren Sowjetunion in den Grenzen von 1939 erlassen. Die neue Agrarordnung beseitigt die Kol- tektivverfassung und das zu ihrer Durchführung bestimmte sogenannte „Musterstatut des landwirtschaftlichen Artels". An die Stelle des bol- fchewisiischen Kolchosensystems tritt eine neue Ordnung, die in verschiedenen ineinanderfliehenden und sich ergänzenden Formen die Landbevölkerung des Ostens zur individuellen Bodenbewirtfchaftung zu- rückführt. Aus verständlichen Gründen ist es nicht möglich, die seit zwei Jahrzehnten mit allen Dritteln der Gewalt - befestigten bolschewistischen Methoden zur praktischen Versklavung des Bauern von heute auf morgen umzustellen. Die a u f g e l ö st e n Kollektivwirtschaften werden daher zunächst in G e* meinwirtschaften umgewandelt. Aus diesen Gemeinwirtschaften entwickelt sich die individuelle Wirtschaftsform in Gestalt der g e - nossenschaftlichen Lanübauweise und des Einzelhofes. In der Landbau-Gmossen- scha^t wird das bisher gemeinschaftlich bewirtschaftete^ Land den Mitgliedern zur selbständigen Bmr° beitung und Nutzung zugeteilt und nach einem fest- ae etzten Plan einheitlich bebaut. Unabhängig von der endgültigen Gestaltung wird das bisherige Hofland zum Privatbesitz erklärt, von Steuern befreit und kann auf Antrag vergrößert werden. Die Viehhaltung unterliegt in Zukunft keinen einschränkenden Bestimmungen. Im Einvernehmen mit dem Oberkommando der Wehrmacht gilt die reue Agrarordnung auch in den von den deutschen Truvpcn besetzten Gebieten, die noch nicht von der Ziviloerwaltung übernommen worden sind. Oer neueWeg. Am 17. Februar ist für alle besetzten Teile der ehemaligen Sowjetunion im Einvernehmen mit dem Beauftragten für den Vierjahresplan, dem Ober- k^mm-ndo der Wehrmacht und hem Reichsmimster für die besetzten Ostgebiete durch den Führer eine hältnisfe beschleunigt werden soll. Die T r a n s ° portfrage ist ja eines der Hauptprobleme in der. gegenwärtigen Situation Frankreichs. In jedem Falle verdient die Arbeit, die Frankreich zur Entwicklung seiner afrikanischen Besitzungen vollbringt, die größte Aufmerksamkeit auch vom gesamteuropäischen Standpunkt aus. Oer Prozeß in Riom. Vichy, 27. Febr. (DNB.) Das Gericht in Riom lehnte, einer Bekanntgabe zu Beginn des 4. Verhandlungstages gemäß, die Anträge der Verteidigung der früheren französischen Ministerpräsidenten Blum und D al ad i er ab. Die Verteidigung hatte beantragt, die Untersuchung zu annullieren und durch Erklärung angeblicher Ver- fassungswidrigkeit des Gerichtshofes die Einstel ° lung der Verfolgung der Angeklagten zu erzwingen. hältnisse und verproletarisierte dre Bevölkerung in einem Maße, das jedem deutschen Soldaten im Osten als warnendes Beispiel für den bolschewistischen Nihilismus täglich vor Augen tritt. Die neue Agrarordnung macht ein radikales Ende mit der sinnlosen Kollektivwirtschaft der Sowjets. Der Bauer im besetzten Osten wird frei, ihm roitb der Privat- besitz und damit die Arbeitsfreude wiedergegeben. ' Selbstverständlich kann bei einer so katastrophalen Verwirtschastung, wie sie bisher bestand, nicht von heute auf morgen an Stelle der Kolchosen ein blühendes Bauerntum geschaffen werden, aber die Grundlagen dafür sind jetzt gelegt worden. An Die Stelle des Kolchos tritt eine Uebergangsform von der bolschewistischen Kollektivwirtschaft zur neuen Gemeinwirtschaft. Zunächst unterliegt die Viehhaltung keiner Einschränkung mehr. Jeder Bauer kann sich soviel Vieh beschaffen, als er in der Lage ist, Futtermittel zu erzeugen. Die Voraussetzung für die Viehhaltung und damit für den Anbau von Futtermitteln ist der Besitz an Hofland, das jetzt zum Privateigentum umgestaltet wird. Dieses Privateigentum ist von allen Steuern befreit. Hier kann der Bauer nach eigenem Ermessen wirtschaften. Und da dieses Holland in fast allen Fällen durchaus un- zureichmd ist, kann es auf Antrag bei der deutschen Verwaltung vergrößert werden. So ist es dem Bauern möglich, auf einem wenn auch zunächst kleinen Einzelhof rein individuell zu .wirtschaften und das Bestmöglichste aus Hof, Futteranbau und Viehhaltung für sich selbst zu machen. Eine Ergänzung findet diese für den Osten neue Form der Agrarverhältnisse durch die Bildung von Landbaugenossenschaften. Bei diesen Betriebsformen wird der Landmann sich auch den größten Teil der außer» halb seines Hofes liegenden Arbeit nach freiem Er- messen einteilen können. Auf den großen Ackerflächen außerhalb der Einzelhöfe werden die Be- stellungs- und Saatarbeiten nach dm Angaben der deutschen Verwaltung gemeinschaftlich durchgeführt, aber die Saatenpflege und die Erntearbeiten führt jeder Landmann selbständig aus. Solange die not- wendigen Voraussetzungen, wie Zugvieh und Inventar, noch nicht gegeben sind, wird zunächst an der Gemeinschaftsform festgehalten, aber auch innerhalb dieser Form wird das Gefühl der jyrei- hcit gestärkt, und das Interesse nm eigenen Besch wird 'sich durch die Möglichkeit für jeden Landwirt verstärken, durch Fleiß einmal seinen eigenen Besitz ausurdehnen. und ferner durch die Gewährung eines gerechten Lohnes, der ihm auf jeden Fall eine men< jchenwürdige Existenz schafft. Iugenderholunq im Kriege. Berlin, 27. Febr. (DNB.) lieber die Durchführung der Erholung für Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren (Mädel bis zu 21 Jahren) haben der Reichsjugendführer der NSDAP., A x • mann, und der Leiter der NS.-Volkswohlfahrt, Hilgenfeldt, ein Abkommen getroffen, das die Zusammenarbeit beider Organisationen regelt und damit gerade während des Krieges den Einsatz aller verfügbaren Mittel in der Jugenderholungspflege sich erstellt. Die Entsendung der gesunden Jugendlichen zur Erhaltung ihrer Leistungsfähigkeit und im Interesse ihrer allgemeinen körperlichen Entwicklung fällt danach dem „Erholungswerk für Hitlerjugend" zu. Die Sorge für die gesundheitsgefährdeten Kinder und Jugendlichen, die einer Erholung mit besonderer pflegerischer Betreuung bedürfen, obliegt dagegen der „NSV.-Jugenderholungspflege". Welcher Weg im Einzelfall beschritten wird, hängt vom Entscheid des Jugendarztes ab, der an die Richtlinien des Reichsgesundheitsführers gebunden ist. Für die „NSV.-Jugenderholungspflege" sind ebenso wie für die Arbeit im „Erholungswerk der Hitler-Jugend" die Grundsätze der nationalsozialistischen Jugenderziehung maßgebend. neue Agrarordnung in Kraft gesetzt worden. Diese Agrarordnung räumt endgültig mit dem sog. Kolchos auf, also mit der Kommunisierung der landwirtschaftlichen Betriebe im Osten. Die Sowjets hatten das Privateigentum nicht nur an Grund und Boden, sondern auch an der sogenannten Fahrhabe aufgehoben. Fahrhabö bedeutete nad) altgermanischem Recht, das bis in die Gegenwart fortwirkt, den Besitz an Möbeln und Arbeitsgerät und war nur denkbar in Verbindung mit einer individuellen Tätigkeit des Besitzers. Die Sowjets hatten Millionen von Bauern und Landarbeitern völlig enteignet. Sie mußten ihre Höfe aufgeben, die in dem sogenannten Kolchos direkt Eigentum der Sowjets waren, wobei die ehemaligen Bauern und Landarbeiter so verproletari- fiert wurden, daß sie als landwirtschaftliche Lohn- sklaoen fungierten. Die Erträge aus einem Kolchos standen lediglich dem Staat zur Verfügung, der Lohnsklave erhielt einen Tagelohn, der nicht ausreichte, um auch nur den notwendigsten Bedarf an Lebensrnitteln zu decken, der ebenfalls aus staatlichen Abgabcstellen bezogen werden mußte und nicht aus den Erträgnissen der landwirtschaftlichen Zwangsgüter selbst. Wenn hier und da der Lohnsklave vom Kolchos ein Stückchen Land zugewiesen erhielt, dann war es allzu klein, als daß es nennenswerte Erträge hervorgebracht hätte. Die Viehhaltung war auf solchen Zwergparzellen, die übrigens nicht dem Lohnsklaven, sondern den Sowjets gehörten, durchweg verboten. Ferner stellte sich heraus, daß dieses Land für die Arbeiter im Kolchos minderwertig war, denn die besten Stücke waren im Kolchos vereinigt. Es wiederholte sich also genau derselbe Fehler, der die sog. russische Bauernbefrei- unü von 1862 zur Schimäre machte, denn auch damals waren den Großgrundbesitzern die besten Flächen Rußlands ausgeliefert worden, während die Bauern mit gänzlich unzureichenden und sterilen Stückchen Landes abgefunden wurden, die dem russischen Muschik nicht die Möglichkeit gaben, seine sog. Nahrungsfreiheit zu gewinnen. Alle Agrarreformen unter dem weißen Zaren hatten dieses groteske Mißverhältnis nicht beseitigen können. Die letzte Agrarreform unter Stolypin zerbrach in. ddn Wirren mach der russischen Revolution von 1905. So kam es, daß die von uns besetzten Teile der Sowjets, ehemals Getreideüberschußgebiete, die ihren Weizen- und Roggensegen nach dem industriellen Westen ausführten, Hungergebiete wurden. Die geradezu sinnlos vorgenommene Industrialisierung in diesen Gebieten revolutionierte die ganzen Ver- Unterseeboote auf allen Meeren. Von Konteradmiral a. D. Karl Tägert. Nicht weniger als 61 große Handelsschiffe mit einem Raumgehalt Mon 421500 BRT. haben deutsche Unterseeboote gleich in den ersten Wochen ihres Wirkens an der nordamerikanischen Küste versenkt. Das ist eine üble Nachricht für unsere Feinde, denn die Häfen, vor denen die Unterseeboote operierten, weisen einen riesigen Schiffsverkehr auf. Neuyork allein kam im letzten Friedensjahr auf einen solchen von 20 Millionen BRT., der den von Hamburg weit übertraf. Der amerikanischen Kriegsmarine fallen damit neue, sehr schwierige Aufgaben zk. England mußte im ersten Weltkriege schließlich gegen die etwa 150 verfügbaren deutschen Unterseeboote mehr als 3000 Schiffe und Fahrzeuge einsetzen, darunter 277 Zerstörer, 849 Fischdampfer, 867 Drifter. Dabei fiel diesen Schiffsmassen nur die Bewachung der heimischen Küsten und ein Teil der Deckung für die nach England bestimmten Geleitzüge zu. Die amerikanische Kriegsmarine hat viel, viel mehr zu tun. Schon bisher deckte sie die nach Island laufenden Geleitzüge, ebenso die um Südafrika fahrenden amerikanischen Hilfstransporte für die englische Armee des Nahen Ostens und die Sowjet- Union. Der Krieg mit Japan gab ihr als neue Aufgabe den Handelsschutz in den ungeheuren Weiten des Pazifik, wo überall japanische Kreuzer, japanische Unterseeboote lauern. Jetzt tritt als weitere schwere Mehrbelastung hinzu die Küstenbewachung und die Sicherung der Handelsschiffahrt im westlichen Atlantik bis zu den südamerikanischen Staaten hinunter. Es ist klar, daß für alle diese Zwecke sehr große Seestreitkräfte eingesetzt werden müssen, wenn der Handelskrieg auf allen Meeren, der erst eben begonnen hat, zur vollen Entwicklung gelangt ist. Dabei steigt die Zahl der deutschen Unterseeboots rasch von Monttt zu Monat. Daß es ihnen nicht an vorzüglich geschulten Besatzungen fehlt, zeigen ihre Erfolge. Im November und Dezember des letzten Jahres ließen die Schiffsverluste im Atlantik nach, aber die Engländer sollten dieser Erleichterung nicht froh werden. Die Versenkung des modernen, stark gesicherten Flugzeugträgers „Ark Royal" durch das Unterseeboot des Kapitänleutnants Guggenberger am 13. November im westlichen Mittelmeer, die in England ungeheures Aussehen erregt hat, bezeichnete den Anfang eines neuen Abschnitts der Seekriegführung in jenem viel umstrittenen Meere. . Das deutsch-italienische Afrikakorps unter Führung des Generalobersten Rommel stand damals im härtesten Kampfe. Eine übermächtige englische Armee war eingesetzt worden, um endgültig das italienische Küstengebiet von Nordafrika zu erobern. Auch die Mittelmeerflotte war durch die Entsendung der Schlachtschiffe der „Queen Elftabeth"-Klasse derartig verstärkt worden, daß die italienische Kriegsmarine ihr nicht mehr den erforderlichen Widerstand entgegensetzen konnte. Die Unterstützung des englischen Vichy, Ende Februar 1942. Weil Frankreich gezwungen ist, aus einem totalen Zus-aPmenbruch die Lehren zu ziehen und den Bestand an Werten aufzunehmen, welche die nationale Substanz ausmachen, treten Persönlichkeiten und Ereignisse der Vergangenheit in eine neue Beleuchtung. Eine späte Rehabilitierung erfährt auf diese Weise der französische Staatsmann Jules F e r r y, den Slnfang der 80er Jahre (Siemen« c e a u angriff und mit hatte stürzen helfen, weil er „die Interessen Frankreichs und der Republik verriet". Dieser „Verrat" bestand darin, daß Ferry eine Politik betrieb, die pach Clernenceau aus Frankreich „einen Schuldner Deutschlands" machte. Cle- menceau wollte nicht zulassen, daß sich der Blick Frankreichs von den Vogesen abwandte und in einer überseeischen Betätigung eine neue Aufgabe für seine nationalen Energien suchte. Der Ausgang des Weltkrieges, der Frankreich Elsaß-Lothringen wiedergab, schien ihm recht zu geben. Aber schon zwei Jahrzehnte später zeigte sich der große Irrtum, und so beginnt man jetzt in der Öffentlichkeit, Jules Ferry das ungerechte Urteil von damals abzubitten. Verdankt Frankreich nicht diesem Staatsmann ein^ Reihe seiner schönsten Besitzungen in Afrika und Asien und hat es nicht die Revanchepolitik des anderen mit > Millionen von Toten und einem neuen Krieg bezahlen müssen? Die Logik der geschichtlichen Entwicklung hat Frankreich heute auf den Weg gewiesen, den ihm weitschauende Staatsmänner schon vor Jahrzehnten nach dem unglücklichen Krieg von 1870 gewiesen hatten und der ihm mit der vollen Sympathie und Unterstützung Deutschlands eine dauernde friedliche Entwicklung gesichert hätte. In dieser Notzeit wenden sich die Blicke der Franzosen von selbst nach ihrem Kolonialbesitz, und es vergeht kaum ein Tag ohne die Bekundung imperialen Willens. Offensichtlich hat man sich in weiten Kreisen damit abgefunden, daß der Verlust der europäische^ Vormachtstellung, wie^sie nach dem Diktat von Versailles bestanden hat, endgültig ist und daß für das Frankreich von morgen die wahren Möglichkeiten über See liegen. Einem Franzosen, der alles in Trümmer hat sinken sehen, was die Stellung seines Landes in Europa begründet hatte, muß sich die Erkenntnis von selbst ausdrangen, daß allein schon im afrikanischen Kolonialbesitz Werte zu finden sind, die man heu'e noch gar nicht abschätzen kann. Der Mangel an Kohlen und Rohstoffen, an Lebensrnitteln und Lkmdesprodukten aller Art führt von selbst dazu, nach neuen Enttvick- lungs- und Steigerungsmöglichkeiten zu suchen, die man in Afrika am ehesten zu finden hofft. So erweist sich auch für die Franzosen der Mangel und die Not als der beste Lehrmeister, und die Niederlage wird der Anfang einer gesünderen Entwicklung, ■als sie das am Ueberfluß der Importe lebende Frankreich von damals zu ahnen vermocht hatte. So beherrschen die Kolonien heute wie nie zuvor das öffentliche Denken und Leben. Die Reifen der maßgebenden Persönlichkeiten der Kolonien und Schutzgebiete werden aufmerksam registriert, Treuekundgebungen der Kolonien für das Mutterland ausführlich verzeichnet. Der leitende Staatsmann selbst, Admiral D a r l a n , hat erst kürzlich in einem vielbeachteten Interview eine ganz neue, moderne Auffassung von dem französischen Empire, die Einheit von Mutterland und über- seeischen Besitzungen, verkündet, in denen er brt allen Nöten des Tages eine Quelle des Stolzes sieht. Dem gleichen Ziel, die Franzosen mehr als bisher mit diesen Gedankengängen vertraut zu machen, hat die Kolonialkonferenz der vergangenen Woche gedient, die alle führenden Männer der Kolonien, Residenten, Glmverneure, Techniker tunb Wirtschaftler in Vichy vereint hat, das seit dem Abschied des Generals W e y g a n d besonderen Wert darauf legt, die afrikanischen Angelegenheiten direkt von dem Sitz der Regierung aus zu diktieren. Hierher gehört auch die Reise des Innenministers P u ch e u , der als erster französischer Jnnenminl- fter seit vielen Jahren eine solche Inspektion der nordafrikanischen Besitzungen durch'ührt. Man beschränkt sich indessen nicht darauf, Konferenzen abzuhalten und Ministerreisen zu veranstalten. Es wird in Französisch-Afrika gearbeitet, und die in Vichy vorliegenden Ergebnisse lassen den Schluß zu, daß der Fortgang dieser Unternehmungen d-e Franzosen zu einigem Optt- mismus berechtigt. Trotz der bestehenden Schwierigkeiten nimmt die industrielle und landwirtschaftliche Entwicklung beispielsweise am Niger einen erfreulichen Verlauf. In der Gegend von N i o n o stellt man eine Bevölkerungszunahme innerhalb weniger Jahre von mehr als WO v. H., eine Steigerung der Baumwollernte in der gleichen Zeit um mehr als das Dreifache fest. In demselben Gebiet, wo zur Zeit 5000 Hektar kultiviert sind, werden im Laufe der nächsten sieben Jahre 170 000 Hektar dem Anbau erschlossen. Durch die Anlegung von Stauwerken und Bewässerungsarbeiten werden die Lebensbedingungen in dieser Gegend völlig verändert. In W e st a f r i k a werden künftig die Baumwollkulturen einen hervorragenden Platz einnehmen. Man sieht in Frankreich bereits ein zweites Aegypten im Tal des Niger entstehen. Kaffee und Kakao in Guinea, an der Elfenbein- fli ft e und in Dahomey, die Holzausbeute in den riesigen Wäldern Westafrikas, die 64 M ll onen Hektar bedecken, eine starke Ausdehnung der Viehzucht, eine ungeahnte Entwicklung des Handels, der innerhalb eines Menschenalters eine gewaltige Vermehrung erfahren hat und weiterer Steigerung fähig ist, die Ausdeutung der Bodenschätze des Landes, alles das sind die tröstlichen Ausblicke nach einem völligen Bankrott. Der Verkehrsminister Berthelot hat eben erst angekündigt, daß der Bau der Sahara- bahn, für den zuerst mit längeren Zeitspannen gerechnet worden war, unter dem Druck der Ver- .Höhere Gewalt" zu spielen, vorwitzige Ding —, das er schon dreimal verjagt steht es mir nicht zu. Wer hatte. Er fuhr herum, riß giftig den Schnabel aus von und gab und das Recht zustehe, „1, z .. .. Eigentlich, finde ich, steht es mir nicht zu. Wer bin ich, daß ich schicksalhaft den Finger erheben und „Du, Du!" sagen dürfte? und stürzte blindwütig vorwärts ... Es war ein Irrtum. Aber das erkannte er zu Ich habe es nie getan. Es hat mich manchmal schwer gewurmt. Seit gestern jedoch bin ich getröstet. Gestern trieb er es ärger denn je, der fette Grünling. Er fuhrwerkte auf dem Brett umher, daß die Federn stoben, und trieb alle anderen mit wuchtigen Schnabelhieben fort. Dann setzte er sich triumphierend hin und begann, in sich hinein zu stopfen. Mir juckte es in allen Fingern. Da flatterte ein junger Spatz heran, einer von denen, die erst im Herbst ausgekrochen sind. Er ließ sich auf dem einen Ende des Brettes nieder und pickte nach einem Korn. Sofort fuhr der Grünling wütend auf ihn los. Der kleine Spatz flatterte erschrocken in die Höhe und versuchte es am anderen Ende. Dies hatte den zweiten Angriff zur Folge. Mit hängenden Flügeln raste der Grünling das Brett entlang und vertrieb ihn wiederum. Aber das Spätzchen wollte noch immer nicht verstehen. Mit Gottoertrauen und der Zuversicht, die die Jugend auszeichnet, versuchte es zum dritten Mal sein Glück. Jetzt glich der Grünling einer lebenden Kampfmaschine. Sein Ansturm erfolgte mit solcher Wildheit, daß der kleine Spatz einen heillosen Schreck bekam und voller Entsetzen in den nächsten Daum flüchtete. Da saß er nun und durfte darüber nachdenken, wie schmierig und nahezu unbegreiflich das Leben mitunter ist. Der Grünling wandte sich indessen wieder seinem Futter zu. In diesem Augenblick erschien ein anderer Spatz auf dem Brett. Kein junger — sondern einer von den älteren Jahrgängen. Ein Prachtexemplar mit rostrotem Schopf und tiefschwarzem Brustlatz. Ein Urbild der Standfestigkeit und Kraft. Er neigte den Kopf bald auf die eine, bald auf die andere Seite und betrachtete verzückt einen Sonnenblumen» kern, der dicht vor seinem Schnabel lag. Der Grün» fink ahnte nichts von seiner Gegenwart. Er fraß und drehte ihm den Rücken zu. Erst das Geräusch, das das Verspeisen eines Sonnenblumenkerns mit sich brachte, machte den Grünling aufmerksam. Bestimmt war er der Meinung, der Spatzenknabe sei zurückgekehrt — dieses dem Brett. „Piep!" sagte der dicke „Spatz draußen plusterte sich noch einmal mächtig aus. Dann er aus Spatzenart seiner Verachtung Ausdruck fraß geruhsam weiter. Es gibt eine ausgleichende Gerechtigkeit! Noch immer ist der Siebzigjährige im Labora» torium seines Landhauses bei Berlin mit wissen» schaftlicher Arbeit beschäftigt. Behindert durch Die Folgen von Röntgen» und Radiumverbrennungen — vor wenigen Jahren erst verlor er seine rechte Hand — wird er doch der Mitwelt noch manche neuen Ergebnisse der drahtlosen Technik schenken^ so auf dem Gebiete des farbigen Fernsehens. Neidlos erkennt die Wissenschaft an, daß sich in Otto n. Bront die Begabungen des Erfinders und des Organisators in einer seltenen Weise gefunden haben. Die Glückwünsche und beabsichtigten Ehrungen aus aller Welt zeigen, daß der liebenswerte und verdienstvolle Wissenschaftler, der seine Mitarbeiter in allen Situationen durch seinen nie ver» siegenden Humor aufrichtete, Achtung und Anerken» nung, weit über die Kreise der Fachwelt genießt. VeA* edoch nur hundert Dfflllonen als Entschädigungsumme für das gesamte beschlagnahmte deutsche Vermögen gegenüberstanden. Auf allen Gebieten der drahtlosen Telegraphie hat Otto v. B r o n k befruchtend gewirkt. Nachdem er mit seinem Freunde Clausen in dem von beiden 1896 gegründeten ersten Berliner Röntgenlaboratorium sich mit der gerade entdeckten Stroh» lenart beschäftigt hatte, befaßte er sich — als Clau« fen 1901 an den Folgen von Röntgenoerbrennungen starb — ausschließlich mit der drahtlosen Telegraphie, der Lichttelephonie und dem Fernsehen. Zahllos sind hier seine Beiträge zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung. Er baute Selenzellen, Die Weltruf besahen. Er war der erste, der beim Fernsehen das zu übertragende Bild rein elektrisch durch ein lichtempfindliches Raster auflöste. Beim Iko- noskop, dem neuesten Fernsehaufnahmeverfahren, ist dieser Grundgedanke heute verwirklicht. Auch bte Erfindung des Zwischen-ClichS-Dersahrens, der Auf» speicherung der Bildelemente auf einen Stahldraht, geht auf v. Bronk zurück. Er erfand den Bleiglanz- Tellur-Detektor, mit dem wir alle einmal Rundfunk gehört haben und förderte in langjähriger Arbeit als Vorstand der Telefunken'Patentabtellung die Entwicklung der Funktechnik auf breitester Basis. Menschen ohne Seele. Das größte Verbrechen des Bolschewismus. — Beispiele bolschewistischer Seelenausrottung. Bon Kriegsberichter Dr. E. Berger. Oer Vater des Bundfunkempfangs. Nicht nur die Wissenschaft, sondern Millionen von Menschen, denen das Radio täglich Freude, Erholung und Anteil am Weltgeschehen vermittelt, haben Anlaß, am letzten Februartage voller Dank- barkeit und Achtung des deutschen Physikers Otto v. Bronk zu gedenken, der vor 70 Jahren in Danzig geboren wurde. Er ist durch seine 1913 zum Patent angemeldete Erfindung, der durch Rück» kopplung erzielten Dämpfungsreduktion, der eigentliche Vater unseres heutigen Rundfunkempfangs. Im Zusammenwirken mit der Bronkschen Hochfrequenzverstärkung wurden von da an ungeheure Reichweiten bei kleinster Sendenenergie mit win» zigen Empfanasantennen erzielt. Auch der Rahmen» empfang mit seinen ungeahnten Auswirkungen für Richtungsbestimmung und Peilzwecke — im Flug- und Schiffahrtswesen jetzt besonders wichtig — wurde Wirklichkeit. Daß die ungeheure Bedeutung der Bronkschen Erfindungen rasch erkannt wurde, zeigt die Tatsache, daß 1919 die Amerikaner das im Weltkrieg beschlagnahmte Hochfrequenzverstärkungspatent zu phantastischen Preisen in Form von Lizenzen an ihre Radioindustrie abgaben, die sich so auf dem deutschen Patent Überhaupt erst aufbaute. Bei der nährerin der Menschheit. Die, die ihre Erde liebten, in dem Besitz heilige Verpflichtung fühlten, sind ausgerottet. Die Seele hat zu schweigen. Hier ist der Bauer nicht mehr Diener, Kamerad und Pfleger, er steht nicht mehr in innerer Beziehung zu seinem Land, er ist nur sachlicher Bearbeiter. Und darum ist auch das weite Feld und Land nicht schmuck und froh, sondern nur unfreundlich anzusehen und düster. Aus dem lebenden Wesen der Natur hat dieses System tote Materie gemacht und ihr den treuen Kameraden, den echten Bauern mit der offenen Seele für das Wirken der Natur, genommen. Was diese Erde nur bearbeitet, sind nur Maschinen. Die Menschen dürfen nur säen und ernten, wenn es bet fohlen wird, nicht aber, wenn die Ernte ruft. Der Acker ist nicht mehr Einzelwesen, er ist nur noch Glied der Masse. Belebt, beseelt wird er nicht mehr durch Tat und Willen und die Liebe eines Bauern. Er wird nur noch „versorgt" durch die Maschine, die allein dem Befehl der neuen Herrn zu gehorchen hat. Der Bauer selbst ist aber auch nur noch Werkzeug ohne Seele. Die Seele hat zu schweigen. So will es der Bolschewismus. So zeigt es sich auch überall. Fährt man die Straßen entlang, die durch die Kampfgebiete ziehen, so sieht man Gräber deutscher Soldaten. Von Kameradenhänden mit Sorgfalt und Liebe angelegt. Diese Gräber fesseln mit ihrer Schlichtheit und doch so großen Herzlichkeit in der Form der Ausgestaltung immer wieder den Blick. Sie sind wie ein ehrfürchtiges Sichverneigen vor der Größe des Opfers der Kameraden. Kaum ein sowjetisches Grab ist zu sehen, das von dem Sterben eines Sowjetarmiften kündet. Ganz selten nur ein kleiner Hügel, ohne Kreuz und Namen. Nur ein Gewehr zeigt an, daß ein Soldat hier liegt. Die große Zahl der sowjetischen Toten aber wurde von den Bolschewisten eingescharrt, vergraben, herzlos in ein großes Loch geworfen, so wie man vielleicht ein fremdes Tier, das unbekannt verendet ist, verscharrt. Wir standen zuerst wie vör einem Rätsel, bis Gefangene die Aufklärung gaben. Die Sowjets verscharren möglichst schnell chre Toten in großen Gruden, um dem Gegner keine Möglichkeit zur 5eftfte*ung der riesigen Verluste zu geben. Wer nichts von dieser Tatsache weiß, wird nie in den Gruden, die sich kaum von der Umgebung adheben, Ruhestätten gefallener Soldaten ocrmuien. Den Sowjetarmiften aber hat man gesagt, daß sie darum keine Gräber bekommen würden, weil nach dem Krieg in Moskau ein Denkmal auf den Roten Platz vor dem Kreml neben Lenin für alle Gefallenen gemeinsam errichtet würde. Das genügt nach der Auffassung der Machthaber. Wie der einzelne Soldat ruht, namenlos irgendwo verharrt, spielt keine Rolle. Es rotrb in der Sowjetunion Millionen Menschen geben, bfe von dem Schicksal des Mannes, Sohnes oder Bruders niemals etwas erfahren. Wo sie ruhen, wird immer in Dunkel gehüllt bleiben. Sie ielen nicht als tapfere Soldaten, sondern nur al» Teile einer anonymen, willenlosen Masse. Sie mußten sterben wie zum Tod verdammte, und so verscharrte, man sie auch. Wer einmal nur gesehen hat, wie die gefangenen Bolschewisten selbst ihre Kameraden aus der eigenen Kompanie vergraben, der sieht ein zweites Mal nicht zu. Keiner denkt auch nur daran, die Namen festzustellen. Keiner zeigt auch nur die Spur einer innerlichen Bewegung ober Anteilnahme. Keiner denkt daran, auch nur irgendwie die Ruhestätte ein wenig auszugestalten oder nur ein kleines Zeichen des Gedenkens darauf zu setzen. In Gruben werfen sie die Kameraden, recken das Loch mit Erde zu und trampeln diese noch so fest, daß kein Hügel Übrigbleibt. So weit ist schon das Innere dieser Menschen abgestorben, daß selbst der Begriff des letzten, selbstverständlichen Ehrendienstes für den Kameraden ihnen fremd ist. Allein in dieser gegensätzlichen Auffassung von der Achtung vor dem Heldentode des Soldaten zeigt sich ein Unterschied in der gesamten inneren Haltung zweier Welten, der beider Wert deutlich erkennen läßt. Er erhellt aber auch schlagartig vieles Ungekannte und Ungeahnte. Schon die Mißachtung her Majestät des Todes an sich offenbart einen Tiefstand der Zivilisation, der noch über das früher angenommene Maß hinausgeht. Man sagt, es seien Seele und Kultur eines Volkes daran am besten zu erkennen, wie es seinen Toten in Krieg und Frieden Ruhestätten gibt. Wohl niemals hat sich eine Wahrheit treffender beweisen lassen, als diese an den Gräbern" deutscher Soldaten im Osten im Vergleich zu den Massengruben sowjetischer Gefallener. Schon allein die Trostlosigkeit der Dörfer und Behausungen, das in allen Dingen genormte Leben ist einfach niederdrückend. Alles ist ohne persönliches Gesicht, ohne ein Zeichen eines eigenen Lebens. Man muß die Sowjetherrlichkeit ohne Tünche selbst erlebt haben, um ganz begreifen zu können, was man aus Menschen und ihrer Umgebung machen kann und in welcher Weise man systematisch jedes Gefühl und jede persönliche Regung abgetötet oder erdrosselt hat. Nichts Echtes, dos ein erhebendes Gefühl geben könnte. Die riesigen Kästen der gewollt neuartigen Bauten wirken nicht als etwas Großes, Schönes, zu dem man aufsehen könnte, sie wirken bedrohend und geheimnisvoll-verängstigend. Nirgendwo ist wahrer Inhalt. Volksparks und Sportplätze präsentieren sich. Natürlich genormt Mächtige Figuren ober Statuen davor und drinnen. Sieht man genau hin: Alles aus Holz! Mächtige Embleme: Pappe und Holz. Selbst die Statuen des „großen Lenin" sind überall gleich: Massenware aus Eisenguß. Die Düsterkeit der Wohnungen selbst repräsentiert einen „Lebensstil", der keine Freude am Hellen, Schönen, Eigenen zuläßt. In diesen Winkeln, in denen selbst die Möbel — sofern vorhanden — genormt sind, kann keine Seele leben. Da kann kein Mensch frei atmen und sich seines Daseins freuen. Der erzwungene Verzicht auf das Eigenleben auch in der Familie und in der Wohnung, die Tötung jedes individualistischen Geschmackes ober einer persönlichen Regung ist geradezu zu diktatorischem Gesetz im Leben geworden. Das geht sogar so weit, daß es in den meisten Dörfern und Städten in der Wohnung nur einen Lautsprecher gibt, der mit dem Radiogerät des Kommissars oder eines „Zuverlässigen" verbunden ist! nur was er für richtig und gut befindet, hören bann die Menschen. Natürlich ist, gerade bei der Landbevölkerung, > auch nicht der Ansatz eines Versuches zur Hebung , des Qcbensftanbarbs gemacht wordep. Nirgendwo , ist mchr der Drang nach Schönem, Besserem zu Kleiner Blick ins Leben. Von Peter Mattheus. Mein Fenster geht auf einen stillen, mit Bäumen bestandenen Hof hinaus, der rundum von hohen Mauern umgeben ist. Wenn ich schreibe „still", so meine ich damit, daß weder Lautsprecher noch Grammophon die Ruhe unterbrechen — nur Dogelstimmen. Ich habe vor dem Fenster ein Brett angebracht, euf dem ich täglich einige Male Futter streue. Die Drosseln kommen nicht, wohl aber die Grünlinge und Spatzen. Die sitzen — während ich noch streue — bereits aüf den Äesten der benachbarten Bäume und machen lange Hälse. Sie stehen sozusagen an. Und kaum habe ich das Fenster geschlossen, kommen sie angeschwirrt. Es wird bann draußen auf dem Brett außerorbentlich lebendig. Zippel, mein zahmer Wellensittich, ber mir häufig auf der Schulter sitzt, findet es hübsch, und ich finde es auch hübsch. Mitunter aber mache ich auch unerfreuliche Beobachtungen. Neid ist ein häßlicher Charakterzug, der nicht nur Menschen eigen ist. Unter Vögeln scheint er besonders verbreitet zu sein. Viele legen sich mit ihrem ganzen Körper über das Futter, machen sich so dick wie möglich und beißen alles weg, was in ihre Nähe kommt. Mit einer bemerkenswerten Wut! Und das tun sie nicht etwa, weil nicht qe- nügenb Futter da ist, sondern ganz offenbar, weil sie es nicht gerne sehen, daß andere auch fressen. Tagtäglich erscheint ein Grünfink, der sich in dieser Hinsicht vor allen anderen auszeichnet. Ich erkenne ihn an einem völlig unvorschriftsmäßigen Fleck am Hals. Er übertreibt die Sache. Kaurn ist er auf dem Brett gelandet, fährt er mit aufgerisfe- nem Schnabel und gespreizten Flügeln wie ein Teufel hin und her und stürzt sich auf jeden, der da sitzt und frißt. Er ruht nicht eher, bis er alle meine anderen Gäste vertrieben hat und auf dem Brett allein ist. Dann hockt er sich — sichtlich tief befriedigt — hin und schlingt in sich hinein, daß ihm die Augen aus dem Kopf quellen. Ein verabscheuungswürdiges Bild ber Gier und Selbstsucht. Oft schon war ich in Versuchung, in solchen Augenblicken an die Scheibe zu klopfen und ihn zu verjagen. Als rächende Nemesis gewissermaßen. Aber Immer hielt mich der Gedanke zurück, ob mir wohl Das Msserkreuz. Berlin, 27.Febr. (DNB.) Der Führer verlieh bas Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalmajor Rudolf Frhr. von Roman, Kommandeur einer Infanterie-Division: ^Sturmbann- fiihver Karl Ullrich, Kommandeur eines Pionier- Bataillons in einer ---Division: Hauptmann Hermann Harrendorf, Kommandeur eines Infan- terie^Dataillons; Rittmeister Karl-Walrad Prinz zu Salm-Horstmar, Kommandeur einer Aufklärungsabteilung: -- -Sturmbannführ er Kleff» n e r, Führer eines Kradfchützen-Bataillons in einer ---Division: Leutnant Josef Bremm, Kompanieführer in einem Infanterie-Regiment. Ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Goring, an: Hauptmann Erich Krebs, Batterieches in einem Flakregiment: Oberleutnant Sattler, Flugzeugführer in einem Sturztamp fgeschwader. e Generalmajor Frhr. v. R o ma n hat sich im Verlaus des Kampfes gegen die Sowjets immer wieder durch den ständigen aufopfernden Einsatz seiner Person um die erfolgreiche Führung seiner Division höchste Verdienste,erworben. Sein Erscheinen in ber , vordersten Linie strahlte jedesmal eine derartige Zuversicht aus, daß seine Soldaten — durch bas heldenhafte Beispiel ihres Divisionskommandeurs zu fanatischem Abwehrwillen angespornt — auch schwierigere Lagen immer wieder bereinigen und die Durchbruchsversuche der Sowjets vereiteln konnten. ---Sturmbannführer Karl Ullrich erwarb sich als Führer einer Kampfgruppe besondere Verdienste um die Verteidigung der Orffchaft Kobylkina, die als Stützpunkt für unsere Abwehrfront von besonderer Bedeutung war. Mehr als zwei Angriffs auf Libyen durch die Flotte in Form von Kustenbeschießungen, von schneller Heranführung von Personal und Material, wurde für die Truppen Rommels derart lästig, baß die deutsche Seekriegsleitung sich entschloß, den italienischen Kameraden eine Anzahl Unterseeboote zu Hilfe zu senden. Der Versenkung der „Art Royal^ folgte jetzt ein Angriff auf englische Kriegsschiffe nach dem anderen. Abgesehen von den Erfolgen der Italiener wurden durch unsere Unterseeboote versenkt bas Schlachtschiff „Barham", ber Kreuzer „Galathea", ein weiterer Kreuzer ber „Leanber"-Klasse, zwei Zerstörer, zwei Bewachungsfahrzeuge unb ein Kanonenboot, daneben zehn Transporter. Diesen Totalverlusten schlossen sich an die schweren Beschädigungen des Schlachtschiffes „Malaya", von drei Zerstörern, einem Torpedoboot und drei Transportern. Die Beschädigung des Schlachtschiffes „Malaya" wirb ganz besonders empfindlich sein, da Dockgelegenheit für diese Schiffsart im ganzen Mittelmeer lediglich in Malta vorhanden ist. Malta aber ist seit Wochen derart andauernden Flugzeugangriffen ausgesetzt, baß sich dort Kriegsschiffe längere Zeit gar nicht mehr halten können. So wurde in wenigen Wochen das erreicht, was beabsichtigt war: eine ununterbrochene Schädigung und Bedrohung ber britischen Seeverbindungen. Die deutsch-italienischen Afrikakämpfer wurden so wesentlich unterstützt, daß Generaloberst Rommel seine neue Offensive beginnen tonnte. Auch die italienische Kriegsmarine hat die notwendige Entlastung erhalten. Die Angriffe aus die ihrem Schutz unterstellten, nach Afrika gehenden Geleitzüge haben bedeutend nachgelassen. Die englische Mittelmeerflotte hält sich mehr im Osten zurück. Auch im Atlantik waren unsere Unterseeboote in diesen Wochen erfolgreich. Sie versenkten den britischen Kreuzer „Dunedin", den Flugzeugträger „Unicom", den Zerstörer „Stanley", einen weiteren Zerstörer und zwei Geleitboote. Unstreitig haben alle diese Verluste die Gesamtpläne der englischen Admiralität beeinflussen müssen. Man ersieht es daraus, daß es ihr nicht gelungen ist, wie im Unter» Haus heftig getadelt wurde, die im Pazifik dringend nötige Zahl von Schlachtschiffen zur Verfügung zu stellen. Unterseeboote auf allen Meeren! Glänzende Ergebnisse sind bereits erzielt gegen Seestreitkräfte sowohl als auch Im Handelskrieg, lieber 15V? Millionen Tonnen an Schiffsraum versenkten allein die deutschen Boote irh Verein mit der Luftwaffe. Die jetzt auf ein gleiches Ziel hinarbeitenden Kriegsmarinen der drei verbündeten Großmächte werden Ergebnisse bringen, denen auch das auf dem Papier phantastische Schiffsbauprogramm Roosevelts kaum gewachsen sein wird. zum Teil vernichtet und der Rest völlig zersprengt wurde. Auch am 15. Januar warf Leutnant Bremm in schneidigem Angriff, seinen tapferen Infanteristen öoranftürmenb, bie Bolschewisten in Stärke von etwa zwei Bataillonen aus einem wichtigen Ort hinaus. Sein fortreißender Schwuna war für bie Kampfführung feines Regiments und der Division von entscheidender Bedeutung. Hauptmann Erich Krebs hat in zahlreichen schweren Kämpfen gegen die Sowjetunion höchste Einsatzbereitschaft und bedeutendes Führungsgeschick gezeigt und seine Batterie zu stolzen Erfolgen geführt. Bei harten Panzerabwehrkämpfen schwer verwundet, eilte er, obwohl er noch nicht ausgeheilt war, zu seiner Batterie zurück, an deren Spitze er erneut hervorragende Waffentaten bei der Abwehr feindlicher Angriffe vollbrachte. 6in Oberhefse. Oberleutnant Hans Karl Sattler, am 12.3. 1917 in Herbstein geboren, hat sich als Kettenführer einer Sturzkampfstaffel auf allen Kriegsschauplätzen durch sein Draufgängertum und seine schneidigen Angriffe hervorragend ausgezeichnet und in kühnen Sturz-, und Tiefangriffen an den Brennpunkten der Kampfe im Osten der 6rbtruppe wesentliche Hilfe und Unterstützung gebracht. Auf der Halbinsel Krim gelang es ihm, trotz schwerster feindlicher Abwehr, starke feindliche Truppenansamm- langen zu zersprengen und einen Panzerzug, elf Flak- und Artilleriestellungen sowie 50 Fahrzeuge zu vernichten. Bei Angriffen auf Schiffe in den Krim ha fen hat er einen Frachter von 8000 BRT. versenkt und auf mehrere Transporter Volltreffer erzielt. Im Donezbecken hat er bedeutenden Anteil an der Zerschlagung feindlicher Gegenangriffe. Als kennzeichnend für seine selbstlose Einsatzbereitschaft ist heroorzuheben, daß er auf einem dieser Flüge trotz schweren feindlichen Artilleriebeschusses die Besatzung eines zur Nollandung vor den eigenen Linien gezwungenen Flugzeuges aufnahm und sicher zum Einsatzhafen zurückbrachte. Wochen rannten die Sowjets unter erheblichen Verlusten an Menschen und Material vergeblich ge$en die deutsche Kampfgruppe an, die durch ihren Führer immer wieder zu erfolgreichen Gegenstößen mitgerissen wurde. Hauptmann Harrendorf war als Bataillonskommandeur durch feine Willensstärke und unerschrockene Führung und durch seine Ruhe und Besonnenheit seinen tapferen Infanteristen das beispielhafte Vorbild zur Hergabe der letzten Kraft. Ihm ist es zu verdanken, daß der mit allen Mitteln und aller Kraft versuchte Durchbruch unter ungeheuren blutigen Verlusten der Sowjets immer wieder abgeschlagen wurde. Bei einem Truppenoerband, der Mitte Februcrr zu einem Gegenangriff angesetzt wurde, führte Rittmeister Karl-Walrad Prinz zu Salm-Horst- mar ein Infanterie-Bataillon. Dank der umsich- digen Anlage und der ausgezeichneten Führung ourch Rittmeister Prinz zu Salm, der mit wenigen Angehörigen seines Stabes voranstürmte und selber hervorragend tapfer kämpfend das Bataillon vor- wärtsriß, führte dieser Angriff zur Wiedereinnahme eines wichtigen Ortes und durch die Vernichtung der Sowjets zu einem vollen Erfolg. Auch als Rittmeister Prinz zu Salm durch Beinschuß verwundet war, behielt er die Führung des Bataillons, das eine bedeutungsvolle Entscheidung errang. ---Sturmbannführer Franz Klefsner zeichnete sich als Führer der Kampfgruppe Bjakowo hervorragend aus. Durch sein tapferes Vorbild und feine sichere Führung wurden die Angehörigen (einer Kampfgruppe zu höchstem opfermutigen Einsatz cm- gefeuert So wurden zwei Wochen lang alle Angriffe der Sowjets, die oft auch mit schweren Panzern vorgetragen wurden, unter erheblichen Verlusten an Menschen und Material für die Bolschewisten erfolgreich abgeschlagen. Leutnant Josef Bremm zeichnete sich am 22. Dezember 1941 dadurch aus, daß er aus eigenem Entschluß mit seiner Kompanie zum Gegenstoß ansetzte, durch den ein Bataillon der Sowjets Durchführung des USA.-Freigabegesetzes, einige . Zeit spater, bezifferte man bereits seinen fapitalb ierten Wert auf zwei Milliarden Dollar, denen Deutsche Soldaten haben seit Juni des vergangenen Jahres Gelegenheit, fidj selbst zu überzeugen, was in der Sowjetunion Schein und Wirklichkeit ist. Sie tun es mit offenen Augen. Sie erleben im Ablauf des Alltags unb in der Schau der Dinge den Geist derjenigen, die hier befohlen haben. (Sie erleben aber auch im hinterhältigen Kampf gegen sich die praktischen Auswirkungen eines mit allen Mitteln hochgezüchteten Systems der Vernichtung und Abtötung jeden menschlichen Gefühls. Was wohl am meisten ausfällt und gerade für uns Deutsche so unglaublich erscheint, ist die Seelen- losigkeit, die Abgestumpftheit der Menschen gegenüber allen Gefühlen ober inneren Regungen unb besonbers gegenüber bem Tob. Zuviel Grausamkeit, Morb unb Vernichtung auf allen Gebieten menschlichen Daseins haben sie schon erlebt, als baß sie abgebrannte Dörfer ober Totenfelber bes .Krieges berühren könnten. Kaum einmal zeigt sich eine Regung, bei Frauen oft keine Träne. Der Verlust ber eigenen Behausung berührt sie nicht. Es war ja doch nicht ihr Besitz. Morgen waren sie vielleicht, so war es bisher, irgendwo sonst gewesen, in einem anderen Kolchos, in irgendeiner anderen Gegend unb boch im gleichen Zwang. Es ist ein stumpfes Sich-in-das-Schickfal-fügen. Nirgendwo Auflehnung, weil ihr Inneres zerbrochen ist. Mübe, ohne Glauben an ein gutes Lehen ober gar an eine Zukunft, leben sie dahin. Sie sinb entwurzelt unb heimatlos, bewußt jedes inneren Haltes beraubt worden. * In der Sowjetunion erlebt man in der Schau der Wirklichkeit unb im Vergleich mit Deutschland was es heißt, als Bauer seine Erbe lieben ober im Kolchos sie nur als ein Stück betrachten zu müssen. Man muß als Bauer die Erde wie eine Mutter lieben, dann gibt sie Freude unb Kraft. Man muß sie pflegen wie ein teures Kinb, bann ist sie reich und gut an Gabe. Man muß mit ihr verwurzelt, sie muh ein Stück bes Bauern selbst sein. Sie vergilt bann Treue mit Treue. Wo aber sieht ober fühlt man bort so etwas? Nirgenbwo! Verlassen, schlecht unb lieblos behcmbelt erscheint bie große Er» Der Spatz erwartete ihn, ohne seine Stellung im geringsten zu verändern. Er würbe nur, wie durch ein Zaubermittel, fast doppelt so breit wie vorher. Dann hackte er zu — ein einziges Mal, nicht öfter! Ruhig, fest und kraftvoll, so wie ein Meisterboxer einen lang geübten Schlag anbringt. Unb taumelnb, mit ben Flügeln schlagend unb sichtlich stark beeinbruckt verschwand der Grünling spüren, da man allen Dingen das persönliche Gesicht genommen hat. Die Idee des Kollektivs hat jeden Ansporn abgetötet. Die Menschen sind in einen Zustand von Herdentieren herabgedrückt worden. Keiner hat mehr eine eigene Meinung. Wozu auch? Not und Elend haben die Menschen nicht mur anspruchslos gemacht, sondern auch innerlich zerbrochen. Keine Aktivität lebt mehr in ihnen. Sie sind bewußt entseelt worden, um sie des inneren Impulses zu berauben.. Es ist erschütternd, die langen Kolonnen der Gefangenen zu sehen. Solange die Pistole und der Befehl hinter ihnen standen, kämpften sie verbissen. Der Zwang war Motor ihres Kampfes. Nun hält sie gar nichts mehr. Sie können in sich selbst auch keinen Halt finden. Nichts ist mehr da. was ihnen Richtschnur sein könnte. Kolonnen der Hoffnungs- . losigkeit sind es, die Wracks am Straßenrand des Kampfes. Man glaubt einen Marsch ins Nichts zu sehen, so ganz ohne Haltung und Hoffnung ist solch ein Zug. Daß der Bolschewismus die Menschen ausgebeutet hat, daß er sie bis an die Grenzen menschlicher Kraft hat schuften lassen, daß er sie körperlich peinigte, das alles wäre nicht so ge- waltia in seiner Auswirkung, als daß er sie ihrer Seelen beraubte. Das ist die größte negative „Leistung", die der Bolschewismus fertiggebracht hat, das größte und gemeinste Verbrechen der ganzen Geschichte der Menschheit. Niemals hat der Bolschewismus um den einzelnen, um feine Ueberzeugung gerungen. Nie hat er versucht, die Seelen zu gewinnen. Im Gegenteil, er hat sie getötet und an ihren Platz das Idol der toten Norm gestellt. Wo lebt die Seele mehr als in einem Lied? Und wie stark sprach gerade die Seele im alten russischen Volkslied. Nun ist in der Sowjetunion dafür kein Platz mehr. Dort kann keine Seele mehr schwingen. Kaum einmal klingt irgendwo in einer Hütte ein Lied auf. Und auch in den Gefangenenlagern herrscht nur dumpfes Schweigen. Gewiß ist der Zustand der Gefangenschaft nicht dazu angetan, fröhlich zu sein. Er schmiedet aber Menschen gleichen Blutes im gleichen Schicksal zusammen, wenn in ihnen noch Willen und Seele lebt. Das Lied hat oftmals in Gefangenenlagern anderer Nationen diesen (hefühlen elementaren Ausdruck vergehen. Aber hier ... Nicht, daß einmal ein Lied als Ausdruck der Schicksalsgemeinschaft oder des nationalen Bekenntnisses ausklingt, oder daß im Summen einer Melodie ein einzelner der Sehnsucht nach der Heimat Ausdruck verleiht. Nichts, nichts, nur hoffnungsloses Schweigen. * Den Menschen ist in der Sowjetunion das Leben zur Last geworden. Sie find nicht mehr in ihrer eigenen Natur verankert. Man hat ihnen das eigene Ich genommen und ihnen dafpr die Norm gegeben. Es war dies kein natürlicher' Prozeß, es war ein Eingriff in das Recht auf Leben überhaupt. Materie ist alles, Seele ist nichts. Gäbe es ein besseres Beispiel dafür als die wahnsinnige Aufrüstung des Bolschewismus, deren Forderungen allein sich alles zu fügen hatte. Hier tritt auch am stärksten der falsche Glaube an die Kraft des Materials und der Masse zutage. Auch im Ansatz der Angriffe und in der ganzen Kampfführung zeigt sich dies. Nicht der Einzelkämpfer, nicht der überzeugte Soldat, dessen Triebfeder die eigene in der Seele verankerte Haltung ist, steht im Vordergrund, sondern nur die Masse Mensch und Material. Zweifellos liegt darin eine große Gefahr und eine bestimmte Kraft. Die größte Gefahr ist die Stumpfheit der Masse. Sie gehorcht willenlos dem Befehl oder Zwang. Anderes kennt sie seit Jahren schon nicht mehr. Auf einem solchen Boden kann auch kein wahres Soldatentum wachsen, denn seine Größe ruht in den menschlichen Werten des Einzelnen. Wo aber wären solche in seelenlos gemachten Menschen noch zu finden? Seeschlacht im Südwest-Pazifik Ein Kreuzer und drei Zerstörer von den Japanern versenkt. 1 Mr 'n ■t USA.-Alugzeugträger nordöstlich Reu-Guinea wahrscheinlich versenkt. Nach einer Meldung des Kaiserlichen Hauptquartiers in Tokio wurde nordöstlich von Neu-Guinea ein amerikanischer Flugzeugträger so schwer beschädigt, daß das Schiff als verloren gelten kann. Es handelt sich wahrscheinlich um den USA.-Flugzeugträger „Horktown", der eine Wasserverdrängung von 19 900 t hat. — Unser Bild zeigt den amerikanischen Flugzeugträger „Jorktown". — (Scherl-Archiv-M.) Tokio, 28. Februar. (DRV.-Funkspruch.) 3n der Java-See operierende japanische Alarineslreil- kräste kamen am Freitagnachmittag gegen 18 Uhr lm Süd west Pazifik mit der Hauptmacht einer kombinierten feindlichen Flotte in Gefechtsberührung. Dabei wurden, wie das Kaiserliche Hauptquartier am Samstagmittag japanischer Zeitrechnung bekanntgibt, von den japanischen Rrarinestreltkräften ein Kreuzer und drei Zer- stör er versenkt. Die übrigen Einheiten der feindlichen Flotte wandten sich zur Flucht und werden zur Zeit verfolgt. Japans Lustüberlegenheit. Tokio, 28. Febr. (DNA- Funkspruch.) In einem Rückblick auf den am 11.Januar begonnenen F e ld- Aug gegen Niederländisch-Ostindien erklärten japanische militärische Sachverständige, daß die feindlichen Luftstreitkräfte im Südwestpazifik so schwer geschlagen worden seien, daß sie „nicht mehr viele Randen durchhalten könnten". Mehr als 480 englische, amerikanische und holländische Flugzeuge seien in den sieben Wochen seit Beginn dieser Offensive zerstört worden. Obwohl die japanischen Flugstreitträfte auf feindlichen Widerstand stießen, konnten sie doch die unzweifelhafte Luftüberlegenheit über das gesamte Gebiet von Niederländisch-Indien, einschließlich Java, Bali, Flores, Timor, die Kleinen Sundainseln und Neuguinea, innerhalb einiger Tage gewinnen. lieber die Tätigkeit der Marineflugzeuge in den neun Tagen vom 18. bis 27. Februar erklären diese Sachverständigen, daß 44 feindliche Flugzeuge ab- geschossen und 55 am Boden zerstört wurden, worunter sich neue englische und amerikanische Muster befanden, so daß anzunehmen ist, daß der größte Teil der feindlichen Luftflotte zerstört ist. Es wird auch gesagt, daß Die Briten Mangel an „Sunderland-Maschinen" hätten, auf welche der Feind so viel Hoffnung gesetzt hatte. An der Sundastratze. Schanghai, 28. Febr. (DND. Funkspruch.) Nach einem Frontbericht der Agenfur Domei haben die japanischen Truppen auf Sumatra weitere strategisch wichtige Punkte an der S u n d a st r a ß e eingenommen. T e l o k B e t o n g in der Lampöng- Bucht wurde am 20. Februar und der holländische Flottenstützpunkt Kota Agang in der Semangka- Bucht an der Südspitze Sumatras am 23. Februar besetzt. ' Oer Krieg nähert sichIndien. Schanghai, 27. Febr. (Europapreß.) Indien wird wegen des schnellen Vormarsches der Japaner täglich unruhiger. Aus Nachrichtensendungen geht hervor, daß beispielsweise die Bevölkerung von Chittagong, einer Hafenstadt an der Ostküste des Golfes von Bengalen, 350 Kilometer östlich von Kalkutta, bereits jetzt vollkommen evakuiert wird. In Kalkutta ist eine große Zahl von Gebäuden beschlagnahmt worden, in denen jetzt fieberhaft Luftschutzkeller gebaut werden. Auch Bombay wurde bereits von 20 000 Einwohnern verlassen. In dieser Stadt finden zur Zeit ausgedehnte Luftschutzübungen statt, ebenso wie in Karachi. Ab 1. März werden in ganz Indien planmäßig Luftschutzübungen und Verdunkelungs- Übungen vorgenommen, um die Bevölkerung auf die drohende Kriegsgefahr vorzubereiten. Schiffahrtslinien ostwärts Kalkutta eingestellt. Vichy, 27. Febr. (Europapreß.) Nach Meldungen aus London haben die britischen Schiffahrtsgesellschaften die Linien, die über Kalkutta hinaus nach Osten führten, eingestellt. Oer ostasiatische Markt für England verloren. Stockholm,-28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die britische Baumwollfabrikation In Lan- cashire sieht nach einem Bericht des „Manchester Guardian" trüben Tagen entgegen. Sie hat durch die Kriegsereignisse in Ostasien wertvolle Absatzgebiete verloren. Dieser Verlust wird, wie das Blatt betrübt feststellen muß, nicht auf die Kriegs'dauer beschränkt bleiben, sondern dauernd fein. An die Stelle der britischen Baumwollfabrikation tritt in immer stärkerem Maße die indische. Die englische Regierung hat zwar systematisch der Entwicklung einer eigenen Baumwollindustrie in Indien die größten Schwierigkeiten in den Weg gelegt, um die eigene Industrie in Lanca- shire zu schützen, trotzdem ist es nicht möglich gewesen, diese Entwicklung auf die Dauer abzudrosseln. Der Krieg bat sie vielmehr gefördert. „Manchester Guardian^ erklärt, daß der chinesische Markt für Lan'cashlre so gut wie ver* l o r e n fei, nachdem Burma , Thailand und M a l a y a schon sowieso als Märkte ausgeschie* den seien. TleuerjapanischerBotschasterinMoSka« Tokio, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Amtlich verlautet: Der Botschafter in Moskau, Generalleutnant Poshituugu T a t k a w a , ist aus Ge- sundheitsrücksichten zurückgetreten. Zum Nachfolger wurde mit kaiserlicher Zustimmung der Berater des Außenamtes, Namtake Sato, ernannt Wie ferner bekannt wird, geht Sato in Begleitung des zum Gesandten ernannten Botschaftsrats Goro M o r i s h i m a nach Moskau. 3n der Zange der Achfen-Ll-Boote. Beruhigungsverfuche des Ersten Lords der britischen Admiralität. Stockholm, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Nach den letzten besonders schweren Schlägen, die die britische Flptte in ollen Teilen der Welt ein- stecken mußte, ist die Beunruhigung in der englischen Bevölkerung so gewachsen, daß sich Lord Alexander veranlaßt sah, am Donnerstag vor dem Unterhaus seine Beschwichtungsversuche anzustellen. Dabei kommt Alexander nicht um die Feststellung herum, daß die Vereinigten Staaten und England eine neue Periode d eutscher und japanischer Handels st örungstätig- kett zu erwarten hätten. Durch dis Konzentration deutscher U-Boote vor der nordamerikanischen Küste hätten sich, so gibt nach Churchill auch Alexander zu, die V e r l u st e sehr erhöht. Zwar meint der erste Lord der britischen Admiralität, daß die erhöhten Schiffsverluste durch das große USA.-Schiffsbauprogramm ausgeglichen würden, doch sind bei den Nackenschlägen, die die nordamerikanische Flotte bisher schon einstecken mußte und laufend einstecken muß, die Zeiten vorbei, in denen England mit dem großen Bruder jenseits des Atlantik prahlen und drohen konnte. Die USA.-Flotte hat in ihren eigenen Gewässern Sorgen genug, um noch Lust zu gewagten Abenteuern zu verspüren. Alexanders Feststellungen gipfeln darum im wesentlichen barin, daß nach dem Ausfall der Schlacht, chiffe „Nelson", „Resolution" und „Malaya" sowie Zer Flugzeugträger „Illustrious" und „Formidable" keine Frage unbeantwortet bleiben und jede Lehre, ob groß oder klein, gezogen und in Zukunft auch befolgt werden müsse. Für die britische Flotte bedeuten diese Schläge zusammen mit dem Verlust der Großkampfschiffe „Prince of Wales", „Repulse" und „Barham" zweifellos etwas mehr als lediglich eine vorübergehende, durch „neue feindliche Angriffstaktik" bedingte Einbuße an Prestige, wie Alexander die Lage Englands beschönigen möchte. Die immer rVettergehen-be Ausschaltung der englischen Seemacht hat inzwischen auch der optimistischste Engländer gemerkt. Es hat darum wenig Zweck, wenn Alexander zu beruhigen versucht, die Verluste in Ostasien und im Pazifik seien Mar sehr hoch, die dort in Verlust geratenen Schiffe hätten aber nur der chinesischen Küste nsch-if fahrt gedient und für den Ozeanverkehr kei. nerlei Wert gehabt. Ebenso fadenscheinig und hoffnungslos wie dieser Bagatellisierungsversuch ist es, wenn in der Zange, die deutsche und japanische U- Boote um den amerikanischen Kontinent gelegt haben, Alexander das Unvermögen Englands und der USA. zu verschleiern sucht, indem er am Schluß seiner Rede erklärt: „Wir haben bestimmte Absichten, alles Durchführbare zu tun, um uns m wappnen und dafür zu sorgen, daß sich die britische und amerikanische Seemacht von ih7en schweren Schlägen erholt." Dor der USA.-Ailantikküste torpediert. Stockholm, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Das USA.-Marineministerium gibt bekannt, daß der Tanker „W. D. A n d e rs o n" (10 227 BRT.) und der Tanker „R. P. R e s o r" (7451 BRT.) vor der atlantischen Küste torpediert wurden. Britischer Zerstörer „Belmont* gesunken. Stockholm, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Dis britische Admiralität gibt bekannt, daß der frühere nordamerikanische, jetzt britische Zerstö rer „Belmont" gesunken ist. Ins Landesinnere verlegt. Lissabon, 27. Febr. (Europapreß.) Eine Reihe von nordamerikanischen Flugzeugfabriken ist dazu übergegangen, ihre Fabrikanlagen von den Küsten fort ins Landesinnere zu verlegen oder dies noch nachzuholen. Marineminister K n ox erklärte in diesem Zusammenhang, es wäre nicht gut, „alle Eier in einem Korb" zu haben. Dies berichtete am Donnerstag „New Dort Times". Der Wehrgeologe. Erdgeschichtliche Erkundung des militärischen Operationsgebietes gibt taktisch wichtige Aufschlüsse. Von Kriegsberichter Hans-Joachim Bolland. PK. Ein verhältnismäßig junges Gebiet, auf dem sich Soldat und Wissenschaftler treffen, ist^das der Wehraeologie. Wahrscheinlich wird sich mit diesem Begriff nur bei wenigen eine Vorstellung verbinden. Denn die Wehrgeologie entstand erst im Weltkrieg 1914/18; sie entstand aus den Notwendigkeiten und besonderen Erfordernissen des Stellungskrieges. Als der Soldat vom offenen Schlachtfeld in den Schützengraben und Unterstand verschwand, als der Kampf zu einem Ringen unter der Erde wurde, da erwies sich der Rat des Erdwissenschaftlers als unentbehrlich. Er konnte wertvolle Fingerzeige geben, welcher Boden sich für eine feste Stellung am besten eignete. Er wußte um die Höhe des Grundwassers und die Möglichkeiten einer sinnvollen Entwässerung. Er konnte die Bohrstellen für Trinkwasser angeben. Er konnte die Pioniere hei ihren Minier- arbeiten beraten und bet der Beschaffung von Baustoffen für den Untergrund von Straßen und Feldbahnen behilflich fein. Wenn der Weltkrieg die Schule der Wehrgeologie war, so knüpfte die junge deutsche Wehrmacht an die dabei gesammelten Erfahrungen an, als sie auch die Organisation der Wehrgeologie für den Ernstfall vorbereitete. Wie wertvolle und wichtige Aufschlüsse sie der Armeeführung zu geben vermag, begreift jeder, der einen Einblick in ihr Tätigkeitsgebiet bekommt. Dabei verschwindet auch sehr schnell die landläufige und sowieso unzutreffende Anschauung vom Professorentmn. Schon das kleine Bauernstübchen mit seinen kahlen, weißgekalkten Wänden und seinem rauchenden Lehmofen hat absolut nichts gemein mit einem Gelehrtenzimmer, und der Wehr- geolog^ der uns gegenübersitzt, bietet auch in seiner äußeren Erscheinung ganz das Bild des straffen Soldaten und Offiziers, obwohl er im Zioilberuf Professor an einer bekannten westdeutschen Hochschule ist.. „Eine gewisse innere Umstellung ist ja nötig, wenn man als Gelehrter in einen soldatischen Aufgabenkreis hineingestellt wirb'', gibt er freimütig zu, als wir auf den scheinbaren Gegensatz zwischen Krieg und Wissenschaft zu sprechen kommen. „Denn oberster Grundsatz der Wehrgeologie ist es nicht, wissenschaftliche Belehrungen zu erteilen, sondern geologische Kenntnisse und Erfahrungen militärisch auszuwerten; das verlangt auch von uns klare Entscheidungen und Derantwortungsfreudigkeit. So ist unser wisienschaftliches Rüstzeug nicht mehr Selbstzweck, sondern dient nur dazu, der militärischen Führung die Unterlagen zu vermitteln für ihre operativen und taktischen Maßnahmen, soweit sie vdn der Beschaffenheit des Bodens und Untergrundes der Kriegszone beeinflußt werden." „Aber ich will vielleicht lieber vom abstrakten zum konkreten Beispiel Übergehen", fahrt er fort, „damit Sie sehen, was ich meine und die tatsächliche Wichtigkeit der Wehrgeologie für die Kriegführung erkennen. Vor dem Uebergang über den Dnjepr wurden von uns Auskünfte über die Flußbreite, die Uferverhältnisse, sowie die Bodenbeschaffenheit angefordert. Bei diesem größten und schwersten Flußabschnitt entsprachen die am Uebergangsort ange- troffenen Verhältnisse auch unserer vorausschauenden Darstellung. - Wir erforschen das Land und den Boden auf Erkundungsfahrten bis in die vordersten Linien, nehmen auch selbst Bohrungen vor. Unser Gerätewciaen stellt ein geologisches Laboratorium im kleinen Dar mit allen Apparaten, die zur Untersuchungs- und Forschungsarbeit notwendig sind. Wir nahmen Messungen über die Tiefe des Grundwassers vor. Selbst zur Klima- und Wetterbeurteilung, die ja nicht in das Gebiet der zünftigen Geologie fällt, aber für die Kampfhandlungen und den Nachschub wichtig sind, sind wir herangezogen worden. Sie sehen daraus, wie umfangreich und vielseitig unsere Aufgaben sind." Diese Stunde lm Dienstzimmer der Wehrgeologen- stelle gab uns einen klaren Begriff, auf welch gründlicher Arbeit und welch stiller Vorbereitung alle Maßnahmen der deutschen Kriegführung fußen. Nichts bleibt unberücksichtigt, wenn es Entscheidungen zu treffen gilt, weder die Stärke und die Kampf- Methoden des Feindes, noch das Land und der Boden, auf dem der Kampf ausgefochten wird. Diese echt deutsche Gründlichkeit, die wir auch in der Arbeit der Wehrgeologen erkennen, ist uns ein Garant des Endsieges.____________________________ Hauvstchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter deZ HauptschriftlcilerS: Ernst Blumschein. Verantwort«:» für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V. Ernst Blumschein: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Emst Vlumschein. Druck und Verlag: Brüblsche Universttätsdmckerei R. Lange K. G. BerlagLleiter: Dr.-Inq. Erich Hamann: Anzeigenleiter'. Hans Beck. Anzeigenpreisliste Nr. 6. __________ muß die Schürze noch drei Tage reichen? Ella soll bie Schürze noch brcj Tage tragen, weil sie noch nicht schmutzig genug ist. Aüch die Küchenhandtücher sotten bei Frau N. richtig dunkel sein, ehe sie in die Wasche kommen. Denn Frau N. will Waschpulver sparen, deshalb wäscht sie so selten. Spart Frau N. aber wirklich Waschpulver? Rm SBfiil WälchL jchNlUAlgßr ist, verbraucht sie mehr Waschpulver. Denken Sie nur einmal daran, wie schwer man überfettete Küchenhandtücher sauber bekommt — oder wie schwer man Schmutz- und Schweiß- ränder an den Kragen und Manschetten von Herrenoberhemden entfernt. Außerdem muß die Wasche mehr gerieben und gekocht werden. Dadurch geht sie eher entzwei! Lassen Sie also Ihre Wäsche nicht so schmutzig werden. Wasche hält länger und erfordert weniger Waschpulver, wenn man häufiger wäscht. Vor allem aber: welchen Sie heute im Kriege gründlich Lin. WM versteht man aber unter gründlichem Einweichen? Zunächst mutz man lange genug einweichen. Einige Stunden genügen nicht. Dann soll man reichlich Wasser nehmen, damit die Einweichlösung an die Wäsche herankann. Dor allem aber: man soll die Wäsche im Einweichwasser gelegentlich hin- und herschwenken. Dadurch wird der gelöste Schmutz von der Faser abgespült. Je bester Sie einweichen, um so weniger Waschpulver brauchen Sie und um so mehr schonen Sie die Wäsche. Das ist wichtig, weil Wäsche sich heute schwerer ersetzen läßt als in Frledenszeitell. 715 D rosD Teppidi Dflmen-Süefel Ä Horst-Wesscl- - Ä »ng mit Wall 34 I. ^e.s unt.0,k7 s-6-Zimmer-Wohnung 2-5-3lmmer gesucht 60»D sucht. [0821 1697 V Ziffer 593b erbeten an Gerhard Fiese’.er Warke G.m.b.H., Kassel 700 D (5afö. [0818 nachmittags ll/, Uhr statt. 0798 sucht. 730D 3B Kassel, Gießen, 27. Februar 1942. 0795 ZU Schriftl sucht. scheu gesucht. :Ct)T. Ang. unt. Goetheftr.SStt. Studentin sucht ab 15.März gut möbliertes Zimmer in Nähe Frankfurter Straße. Schr. Ang. unt. 0815 a. d. G. A. 16jährigeS Pflichtjahr- roädchen sucht Stellung in einem Haushalt in Gießen. Schr. Ang. unt. 734D n. d.G.A. ßüusMlve zum 2. März ge mieten pe- Gießen (Asterweg 56), den 26. Februar 1942 _________________________0781 an d. Gieß. Änz. 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In tiefer Trauer: Heinrich Fritz Kathrine Fritz, geb. Dapper Emmi und Helmut Fritz Familie Johannes Dapper, Großeltern nebst allen Verwandten. Treis (Lda.), Februar 1942. Die Gedächtnisfeier findet Sonntag, 8. März, Junge Hühner zu kaufen gesucht. - Schriftl. Angcb. unt. 0794 an d. Gieß. Anz. Hollerith-Locherinnen zum baldmöglichen Eintritt gesucht. Wir stellen sowohl geübte Kräfte als auch Anfängerinnen ein, die Interesse für diese Tätigkeit haben. Bewerbungen von jüngeren Frauen und Mädchen unt. 594b erbeten qn [ 667V Gerhard Fieseier Werke G.m.b.H, Kasse! Wahrer mit Führerschein 4 b gesucht. Schriftl. Angeb. unter 0822 an den Gieß. Anz. Am 23. Februar verschied nach kurzem schweren Leiden mein lieber guter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Gottfried Hausrath im 39. Lebensjahr. Er wird mir unvergessen bleiben. Die trauernden Hinterbliebenen: Henny Hansrath, geb. Bahn und Tochter Käthl. Gießen, Bruchstraße 24. Die Trauerfeier fand auf eigenen Wunsch in aller Stille statt. Gleichzeitigdanke ich für die herzliche Teilnahme und die Kranzspenden, die mir in so großer Zahl zugegangen sind. _______________________ 0788 Frau oder Mädchen f. halbe od. ganze Tage, i.d. Küche, sofort gesucht. 783 D Restaurant Boller, Bahnhofstraße. OaHflltöilfe Frau od. Mädchen, gesucht. - Zeit n. Vereinbarung. [0810 Frau Anna Möser, Zu d.Mühl en 12. Selbständige WsgeWsin auch ältere Frau in Vertrauensstellung zum 1. März oder später 2--3immer« Wohnung gegen 3-Zimm.-Wohn. mit Bad z. tau- Frauen und M-dchen die flott u. sicher rechnen können, für unsere Abteilung Lohnabrechnung zum möglichst baldigen Eintritt gesucht. Bewerbungen unt. Beifügung von Zeugnisabschriften, Lebenslauf, Lichtbild und Angabe der Kenn- Neichsbankdir. a. T. Antz, Hessenstraße 10. Zum 1. oder 15. März saub., ordentliches Fräulein nicht unter 20 Jahr., gesucht zur Bedienung in Laden und Hart und schwer traf uns die schmerzliche, unfaßbare Nachricht, daß mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Mann, der nimmmermüde, treusorgende Vater seines kleinen Mädchens, mein lieber Sohn, unser lieber Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Pate und Onkel Willi Mandler Soldat"in einem Pionier-Batl. bei den schweren Kämpfen im Osten in treuer Pflichterfüllung serin Leben im Alter von fast 30 Jahren lassen mußte. Sein größter Wunsch, die rfeimat und seine Lieben wiederzusehen, bleibt unerfüllt. hi tiefer, stiller Trauer: Hermine Mandler, geb. Schmidt und liechen Margarete Mandler, Mutter Familie Ludwig Schmidt, Schwiegereltern Familie Karl Schäfer Familie Ferd. Mandler Familie Karl Mandler Familie Otto Keitzer, z. Z. Im Felde Familie Ludwig Schmidt Familie Heinrich Dudenhöfer, z.Z. b. der Wehrmacht Familie Adolf Schmidt, z. Z. im Felde Kinzenbach, Bieber, rfamm in Westfalen, Atzbach, Krumbach u. i. Felde, im Febr. 42. Sehr gut erb. 0. neuw.Uebcrvor- hänge f. Dovv.» Fenster z. kaufen gesucht; evtl. Tausch gegen Gardinen. Schr. Ang. unt. 0776 a. d. G. A. Gut erhaltener WM (elektr. 00. Gas> ;. kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. m. Preis unter 0768 an den Gießen. Anzeig. Wer gibt klein., gut erhaltenen Bei den schweren Kämpfen im Osten fiel am 22. Januar in treusoldatischer Pflichterfüllung für Führer, Volk und Vaterland im Alter von 22 Jahren unser lieber Sohn, Enkel, Bruder, Schwager und Onkel Otto Parr Soldat in einer Luftwaffeneinheit Nach Gottes heiligem Rat starb den Tod auf dem Schlachtfeld im Osten in pflichttreuer Himabe am 2. Februar im Alter von 28 Jahren mein innigstgeliebter Mann, der treubesorgte Vater seines Kindes, unser geliebter Sohn, Bruder und Schwiegersohn Erhard Waag Leutnant und Kompanieführer in einer Panzerjägerabteilung, Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse, des Verwundetenabzeichens und des Goldnen HJ.-Abzeichens Tieferschütterterhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß bei den schweren Kämpfen im Osten unser lieber, jüngster, sonniger Junge, mein einziger Bruder Ferdinand Stumpf Obergefreiter in einem Infanterie-Regiment, Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse und anderer Auszeichnungen verwundet wurde und an seinen Wunden in einem Kriegslazarett am 13. .Januar 1942 - nachdem er den Feldzug im Westen glücklich überstanden hatte - im 23. Lebensjahre gestorben ist In tiefer Trauer: Philipp Stumpf I., Bäckerei, Reiskirchen Karl Stumpf, Unteroffizier im Afrikakorps und alle Angehörigen Reiskirchen, im Februar 1942 Die Gedächtnisfeier findet am 8. März, 14%Uhr, in Reiskirchen statt Wohnung 3 ¥2—4 Zimmer, zu mieten oder Grundst.i. Gieß, od. Umgegend z. pachten od. kauf, gesucht. Schriftl. Ang. unt. 0826 an d. Gieß. Anz. Nach Gottes heiligem Willen ließ in den harten Kämpfen im Osten mein innigstgeliebter herzensguter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser lieber, unvergeßlicher, einziger Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Obergefreite und Gruppenführer Alfred Dresbach Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse an der Spitze seiner Gruppe sein junges hoffnungsvolles Leben im Alter von 26 Jahren. In tiefem Schmerz: Theresa Dresbach, geb. Heller und Kind Rosel Familie Adolf Dresbach Familie Ferdinand Heller. Heute morgen entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, mein herzensguter treuer Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Georg Karl Kopp im 72. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Anna Kopp, geb. Weber Wilhelm Kopp z.Z. bei derKriegsmarine Martha Kopp, geb. Jung. Gießen (Asterweg 58), den 26. Februar 1942. Die Trauerfeier findet in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen und Blumenspenden bitten wir absehen zu wollen. Statt Karten Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme und die Kranzspenden beim Heimgang unserer lieben Mutter sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank Die trauernden Hinterbliebenen: Geschw. Haubach und Angehörige In tiefer Trauer: Karl Parr II. und Frau Margarete, geb. Müller Karl Parr I. als Großvater Minna Schad, geb. Parr \ a|8 6eschwl8te, Hermine und Hilde Parr J Paul Schad als Schwager und Kinder Ruppertsburg, Februar 1942 Die Gedächtnisfeier findet voraussichtlich am Sonntag, dem 8. März, 15% Uhr, statt Ang. unt. 0808 an d. Gieß. Anz. Zimmer und Küche zum 15. März oder 1. Avril v. (Linzelverson gesucht. - Schriftl. Ang. unt. 0800 an 0. Gieß. Anz. mit Heizung, Balkon und Bad IBOlHUlllQ im Hindenburgwall oder denen wvywwn» Nähe zum 1. April oder später von ruhigem Mieter gesucht. Schriftliche Angebote unter 0648 an den Gießener Anzeiger erbeten. Tieferschüttert erhielten wir die schmerzliche Nachricht, daß unser hoffnungsvoller, herzensguter Sohn, mein geliebter, guter Bräutigam, mein einziger, lieber Bruder, Schwager, Enkel, Pate, Schwiegersohn, Neffe und Vetter, unser aller Stolz Gefreiter Hugo Kehler Meldereiter in einem Artillerie-Regiment bei den schweren Kämpfen im Osten sein Leben im blühenden Alter von 23 Jahren für seine geliebte Heimat dahingegeben hat, nachdem er den Feldzug gegen Frankreich glücklich Oberstanden hatte. Dort in jenen lichten Höhen werden wir uns wiedersehen. In tiefem Schmetz: Ludwig Keßler X. und Frau Maria, geb. Peppier Herta Jäger, Braut Artur Weber, z. Z. Wehrmacht, und Familie Philipp Peppier VI. Luise Hinter Familie Wilhelm Jäger und alle Verwandten. Großen-Linden, Leihgestern, im Febr. 1942, __ 0771 Am Donnerstag entschlief sanft nach kurzer Krankheit mein lieber Mann, unser'treusorgender Vater, Schwiegervater“, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Rinn im fast vollendeten 76. Lebensjahre. Die trauernd Hinterbliebenen: Elisabethe Rinn, geb. Dönges Ludwig Rinn u. Frau Luise, geb. Ferber nebst Kindern Hedwig und Eugen Wilhelmine Gissel, geb.Rinn und Tochter Helma Elisabethe Frank, geb. Rinn Karl Frank nebst Kindern Reinhard Frank, z. Z. im Felde Ingeburg Frank Luise Schneider, geb. Rinn und alle Verwandten. Rodheim, Kinzenbach, Bieber, 27. Feb. 1942. Die Beerdigung findet Montag, den 2. März, um 14.30 Uhr Vom Trauerhause aus statt. 0804 Gebrauchte Aieiieillaiitid fahrbar, z. kauf, geiucht. [0797 Wilhelm Nix, Gießen, Löweugasse 11. w- MiMika z. kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 0793 a. d. G. A. Eva Waag, geb. Knodt Familie Karl Waag Familie Propst Knodt Gießen, im Februar 1942 Hindenburgwall 13 Beileidsbesuche dankend verbeten 714Ü MMe für ganze oder halbe Tage gesucht. [07 9i G.hr.Seelhach Gießen.___ Aelt.ehrl.Mädch. o.Frauo.A.,ges. u.kräft.,d.i.Haus- halt,Gemüseb.u. Kleintierz. selbst, ist u. ein Schaf melk.k./find.b.ält. 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Happel nebst allen Geschwistern und Anverwandten, Hausen (Kr. Gießen), Watzenborn-Steinberg, den 26. Februar 1942 Blockstraße 12. MWr- IW in Haushalt mit 2 Kind. ges. [0790 Luck, Franks. Str. 29. (Stellengesuche) Kassenbeamter i. R. übernimmt einschlägige BeWioiinfl auch tage- oder stundenweise. Schr. Ang. unt. 0772 a. d. G. A. Schr. Ang. unt. Schr. Ang. unt. 0802 a. d. G. A. 0812 a. d. G. A. Konditorei Gafö Amcnd, Gießen, am Selterstor. Dame sucht Ber- trauenSstelle b. Behörde od. gr. Unternehm. Kenntnisse in Maschinenschrei- den. - Schriftl. Ang. unt. 0785 an 0. Gieß. Anz. Suche Stell, als Haushälterin Auch in Landhaus, wo Garten oder Tiere, zu versorgen sind. Schriftl. Angeb. unter 0799 an den Gieß. Anz. 15iäbr. Schüler sucht vorübergehend Blüßfiigung. Schriftl. Angeb. unter 0811 an den Gieß. 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Hart und schwer traf uns die unfaßbare Nachricht, daß. unser fleißiger, hoffnungsvoller Sohn, mein einziger, lebensfroher Bruder, mein braver Enkel und guter Junge, unser lieber Neffe und Cousin, mein herzensguter, treuer Herbert Schieferstein Unteroffizier in einem Artillerie-Regiment Inhaber des E. K. II im Alter von 26% Jahren in treuester Pflichterfüllung im Osten gefallen ist. Alle auf ihn gesetzten Hoffnungen sind nun dahingesunken. Wer ihn gekannt, wird unsern Schmerz ermessen. jn tiefem Schmerz: Hermann Schieferstein, Lagerhalter, und Frau Wilhelmine, geb. Hahn Therese Schlefarsteirt Wilhelmine Hahn, geb. Leib Maria Braun und alle Angehörigen. Krofdorf, Strauch (Eifel), Daubringen, Launs- bach und im Felde, im Februar 1942. 0769 j Verkäufe' Vogelsberger Fahrkuh z. verkauf. [0820 Lollar, Bleichstraße 23. Mge Ziege (hochtragend) und ein 4 Mon. altes Rind zu verkaufen. [732D CVVcnrob, Bornweg 7. Garten ZU verkaufen. Größe: ca. 1300 qm. Schriftl. Angeb. unter 719D an den Gieß. Anz. Gin Paar Hart und schwer traf uns die unfaßbare, tieferschütternde Nachricht, daß unser lieber,4>raver, einziger Sohn, mein lieber, guter Bruder, Pate, Neffe und Enkel Wilhelm Stark Gefreiter in einem Infanterie-Regt., Inhaber des E. K. II. und des Infanterie-JSturmabzeichens zwei Tage vorVollendungseihes22. Lebensjahres in den schweren Kämpfen im Osten sein junges, blühendes Leben in soldatischer Pflichterfüllung für Führer und Vaterland opferte. Wiedersehen war seine und unsere größte Hoffnung. Dem Auge fern, dem Herzen ewig nah In tiefer Trauer: Ludwig Stark u. Frau Marie, geb. Tllli Stark, Schwester [Schön Philipp Schön, Großvater und alle Angehörigen Reiskirchen, 23. Februar 1942 Die Gedächtnisfeier findet Sonntag, 8. März, nachmittags 2% Uhr, statt 707D Ein noch gut erh. weite Beit für NM. 45.—, Gr. 1,20*80, ZU verkaufen. [0824 Leihgestern, Nathausstr. 37. Aelteres, komvl. Bett in. Nachtschrank, 50 Mk., Kinderdrahtbctt 10 Mk., gebr. Nähmaschine, 50 Mk., zu verkaufen. 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