T. 1 und ' Tuch und Ollm -_____8037 ■ LEU» 8üiUmia| »Ä Wes-eik«s« 8, ner, |u DtrmttM fflee so, m, Wxte Rimmer mit lärme >er ju Dtrmitibtn. euvadt 10, im. ienmit8rtt HUtaui ^platz 8, Hinlerh t <6 eine Stube für Dtrm. A. tz-tz. ? Anzchm. ßl«nkt lenbmg 4698 7. November. ndlungS- 1858 nmi8 Don luvl7 L VLSerstr. 32. tertnsaagthört-r. atnt>ttmitüiann I Stdltn btftfrt. d'Äaflt v, ÄlterS-u. Waisen» jung). ÄOflt, t. - 2 E *W. e Herren, ttt eint« Uidrt nb»«' XI gege« fcM PkS- tn wollen, werben um Adr-sie unter K. 616 i «-»>»' **8 aebeten, ann für Comptoir eine ßolonialwaaren- cht. Offerten unter . §rped. d Ät> 8199 rläsfiger knecht -^werden »* gi?) &rtÄs AM MM»'" •['* - - ■i Pstrd-« ö°ch-° i« t. «äh-"s ° iöL___211r beiter sacht. UetzreuMmi. aö% --KZ «t. 259 Niertcs Blatt. Sonntag de« 3. November 189» Der -ietze-er -»»«iger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener A.miltenVtäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelcgt. Gießener Anzeiger Kmeral-Mzeiger. viertellähriger ASsnnementrprei«» 2 Mark 20 Pfg. mU Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: SchucstraßeAr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzsigsblatt füv den "Kreis Gieren. Hratisöeitage: Gießener Kamikienötätter. All- Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. Oberhessischer Verein für innere Mission. DaS am 28. und 29. October dahier abgehaltene Jahresfest des Oberhess. Verein« für innere Mission hat diesmal einen besonders schönen Verlauf genommen, und wird allen Thetlnehmern um der reichen Anregungen willen, die eS geboten hat, gewiß in dankbarer Erinnerung bleiben. Wir greifen einiges besonders Bedeutsame heraus. Dazu gehörte in erster Linie der Vortrag, den Herr Psarrrer Na um ann auS Frankfurt in der geschloffenen Mitgliederversammlung am Montag Nachmittag über „Die Pflege deS Gebets- lebens in der Gemeinde und in den christlichen Vereinen" hielt, nebst der sich daran schließenden Besprechung. Dem wegen seiner christlich • socialen Thätigkeit willen viel angefochtenen Redner war dabei Gelegenheit gegeben, einmal zu zeigen, daß er — was seine Freunde ja längst wußten — nichts weniger ist, als ein schwärmerischer Welt beglückungSapostel, sondern vielmehr ein ßcf)tct und ernster Mann der inneren Mission, dem eS im letzten Grunde nur um innerliche und ewige Dinge zu thun ist, um die Aufrichtung der von der Noth und Sünde der Welt bedrängten Menschen zu wahren GotleSkindern. Als ein Mann der inneren Mission hat er ein volles Berständniß dafür, daß die Nothzustände unserer Zeit vielfach eine Art und eine Höhe angenommen haben, daß die darunter Leidenden saft unfähig werden, GottcS HeilSgedanken mit ihnen noch zu verstehen, und daß es darum gilt, dies Hinderniß durch leibliche Hilfe hinwegzuräumen. Wenn er diese Nothstände mehr, als eS die innere Mission im Allgemeinen thut, als Symptome socialer Verhältnisse, alS ein Product der unter uns herrschenden Art der Gütererzeugung und Gütervertheilung ansieht, und darum nicht bloS Abhilfe im Kleinen, sondern Reformen im Großen erstrebt, so ist doch der Beweggrund, auS dem er das thut, und daS Ziel, baß er damit erstrebt, dasselbe. Niemand konnte es mehr beklagen, als er eS in jenem Vortrag ge- than hat, daß die Noth der Zeit uns so stark zum Wirken nach außen treibt, Niemand es eindringlicher betonen, wie nöchig es darum sei, daß wir die innerliche Vertiefung für uns und unsere Arbeit nicht vergessen, und wie unentbehrlich darum die Pflege deS GebetSlebenS sei. Was in dieser Beziehung zu geschehen habe, dafür gab er geistvolle Gesichtspunkte und Winke, die, von einzelnen Punkten abgesehen, im Großen und Ganzen die volle Zustimmung der Versammlung, und in anregender Besprechung noch mannigfache Ergänzung fanden. Der FestgotteSdienft in der Stadtkirche war sehr gut besucht. Nicht minder die Abendversammlung inSteinS Garten. In beiden trug der Kirchengesangvercin durch seine Mitwirkung zur Hebung der festlichen Stimmung bei. In Steins Garten redeten nach einer Begrüßungsansprache des Herrn Professors Stamm die Herren Pfarrer Wenck aus Darmstadt, und wieder Herr Pfarrer Naumann auS Frankfurt, ersterer über „Neue Wege für die Frauenarbeit in der inneren Mission", wobei er auf den von Professor Dr. Zimmer in Herborn begründeten Dtaconieveretn, der gebildeten Damen Gelegenheit zur Ausbildung in Kranken- und Kinderpflege und für HauSwirthschaft bieten will, sowie auf die von Berlin aus mit gutem Erfolg begonnene Ausbildung von Gefangeuaufsehertunen htnwies, letzterer über „Eisenbahn und Kirche", wobei er in der ihm eigenen hinreißenden, von Humor durchwehten und doch von tiefem heiligen Ernst getragenen Wetse die gewaltigen Umwälzungen schilderte, die durch unser modernes Verkehrswesen in der äußeren und inneren Structur der menschlichen Gesellschaft hervorgebracht worden sind, und zeigte, welche große neue Aufgaben daraus für die Kirche und die Verkündigung des Evangeliums erwachsen. Der Schwerpunkt des Festes lag in den Verhandlungen, die am Dienstag nach einer kurzen, von Herrn Pfarrer Dingeldey in Gießen gehaltenen Morgenandacht im Eonfirmandcn^aal der Johannesktrche stattfanden. Nachdem der Schriftführer, Herr Pfarrer Schlosser in Gießen, den Jahresbericht erstattet hatte, ertheilte der Vorsitzende, Herr Professor Stamm, das Wort dem Herrn Professor Dr. Weber auß Freiburg zu seinem Vortrag über „Die Bedeutung des Luxus". Redner suchte zunächst den Begriff des Luxus vom volkSwirthschaftltchen Standpunkt festzustellen. Volks- wirthschafllich unerheblich ist dafür das, was in der populären Betrachtung gerade im Vordergrund zu stehen pflegt: Das Excesfive im Aufwand. Daß ist moralisch verwerflich, socialpolitisch unerfreulich- wissenschaftlich macht es nickttß aus. Die Wissenschaft beschäftigt sich nicht mit den Excssen, sondern mit der regelmäßigen Erscheinung. „Luxus" ist auch nicht zu eonfundiren mit der „Verschwendung". Letzteres ist ein privatwirthschaftlicher Begriff, der seinefStätte findet bei der Erwägung des Verhältnisses der Einnahmen und Ausgaben des Einzelnen. Für den Begriff des Luxus ist eß dagegen wesentlich, daß sich innerhalb einer menschlichen Gemeinschaft, eineß Gesammt- verbrauchS, gewisse etgenthümliche Verbrauchs- formen finden, die gewissen Schichten eigen- thümlich sind. Und dabei handelt es sich — und baß ist das erste Merkmal, das festzustellen wäre — um den Verbrauch von Gütern, die wir für entbehrlich ansehen. Damit ist freilich ein Merkmal gegeben, daß relativ, geschicbtlich verschieden ist. Jede Zeit, jede Klaffe empfindet als Luxus diejenigen Ausgaben einer anderen Zett, einer anderen Klaffe, die sie für entbehrlich achtet. Ist aber die Entbehrlichkeit ausreichend, um eine Ausgabe zum Luxuß zu stempeln? Gew sse einfache Formen der Genußmittel (Kaffee, Tabak u. f. ro ) werden wir Bedenken tragen, zum Luxusverbrauch zu werfen. Wenigstens herrscht darüber ein steter Zweifel. Bei anderen Formen ind wir dagegen nickt im Zweifel, z. B. bei bem Spitzen- taschentuch, daß im Osten zu jeder Konfirmation gehört, und von dem Aermsten erbettelt wird. Worauf beruht eß, daß wir daß als LuxuS empfinden? Well diese Aufwendung gemacht wird, gerade weil eß sich um ein entbehrliches Gur handelt, die stattfindet, weil sie über daß Maß beß Entbehrlichen hinaußgeht. AuS einer vergleichenden Zusammenstellung von Haus- haltungSbudgets weist Redner sodann nach, daß dem Luxus der B e g ri s f deS Standesgemäßen ganz wesentlich ist. Eingehend zeigt er daS vor Allem an der Vergleichung der Budgets zweier Subalternbeamten (Nr. 4 und 5) mit einem Gehalt von 3400 und 3700 Mk. mit denen eines Arbe terS, der Armenunterstützung empfängt (Nr. 1) (Einkommen 1050 Mk.), eines Hausindustriellen (Nr. 2) (Einkommen 1340 Mk.) und eines Fabrikarbeiters (Nr. 3) (Einkommen 1365 Mk). Während Nr. 1 für die unbedingt unentbehrlichen Bedürfnisse (Nahrung, Wohnung, Kleidung, Erwärmung, Beleuchtung, Reinlichkeit) 87V3 pCt. seiner E-nnahmen aufwendet, für Nahrung allein 51 pCt., Nr. 2 74 PCt., Nr. 3 83 pCt, so sind eß bei Nr. 4 und 5 (der Subalternbeamten) nur 65 pCt. Woher erklärt sich der Rückgang schon bet Nr. 2, und noch mehr bei Nr. 4 und 5? Bei Nr. 2, dem Haußindustriellen, einem fest eingesessenen Manne, find die Ausgaben sür die Erziehung der Kinder größer, alS bei Nr. 1 und 3, weil es sich bei ihm um die Selbstbehauptung der Kinder auf dem Niveau der bisherigen socialen Existenz handelt, während baß bei Nr. 1 unb 3 angefichtß ber Ungewißheit ber Zukunft zurücktritt. Dafür spart ber Hausinbustrielle besonberß an Kletbung, währenb bas steigende Selbstgesühl beß Fabrikarbeiters zu einem höheren Aufwanb gerabe basür führt. Bet ben Subaltern- beamten aar treten bie Sorgen für die stanbesgernäße Erziehung oer Kinber ganz in ben Vordergrund. Dafür hungern unb borben die Eltern. Sie stehen in Aufwendung für Nahrung schlechter, als selbst der Arbeiter. Während ihr Einkommen nur zweiundeinhalbmal so hoch ist, als das des HauSindustriellen, so belaufen sich die Aufwendungen für Kleidung sechs bis siebenmal so hoch. Diese unverhältniß- mäßige Steigerung der Ausgaben sür Kleidung geht bis etwa zu den Einkommen von 5000 Mk. Von da an erhöht sich biese Ausgabe höchstens im Verhältniß zum Einkommen. Dafür tritt bann bas WohnungSbebürfniß in ben Vorbergrund, und die Ausgaben dafür, sowie für Repräsentation steigen ganz unverhältnißmäßig, bis zu den Einkommen von etwa 10 000 Mk. Darüber hinaus hört baß Gesetz auf, unb es beginnt ber rein inbivibuelle Luxus, Ausgaben, bie nicht mehr durch den Standesbegr'ff bictht werden. Der Begriff bes Stanbesgemäßen hat auch geschichtlich eine beionbere Rolle gespielt. Nicht die Bequemlichkeit steht in der Geschichte deS Luxus im Vordergrund — Reifröcke und dergl. sind geradezu unbequem, — sondern bie Eon- statirung des Staubes nach außen. Bei einem Blick auf bie Entwickelun gsgeschichte ergebt sich, baß die ursprünglichen Formen deS LuxuS weit abweichen von ber, bie wir jetzt sehen. Er hatte zwei E'gen- sckaften, bie jetzt verloren gegangen sind. Er war erstens Quantitätsluxus. Qualitativ lebt der König zu Karls beß Großen Zeit nicht besser, als ber Bauer. Was seine Gastmähler auszeichnet, sind die ungeheure Quantitäten, die Zahl der Ocksen, die geschlachtet wurden, u. s. w. Z".rn zweiten ist er acuter LuxuS. Er tritt nicht chronisch im Alltagsleben auf, sondern bei besonderen Gelegenheiten: Hochzeiten, Beerdigungen u. dergl. Reste von beiden Formen I finden sich bei uns noch hie und da. Mit welchen Mitteln arbeitete d Staats- r dahatn ist dni zikpr» Haupt 150000 $n im Nahl laut 8 t zwischen leaofrate Brei ■reibet: H */4 Staad plvsioa Paldnsai Wube wi die Weber wurden | and zwei Soho bi Itfungtn. cr^tto, । fettöDjler lorgtaommi noch W 1 w hi «etpvfl bat dip] noch vor Da die ( goldene 'N für litbsqi Sttaj Dekanntma liassiza 3ufHl Im btlmbtnj ttfofot. IW. )0.60- Vwl. gfl.Preltftik RMel.tr.re v. M. 6. Rem.-Uhren v. ■. 5. LouisLehrfeld, Uhrenfabrik Pforzheim 87 Bat. Schwarzwald. F. Schott 864 Bahnhofstraße 23, Gckc Löwengafse. IliV raaffe 6i|e der falten Habana «ridjttn »nd Aach >'« Halb fa-t, ber W zur l D" «mt Äem, l,86tren $ als im % , Vatii kantmtr b b'e Schwa ■H karil ^Nifittilll . Senowws i*8'0 M b- « 0,8 fr b,8 athbt Pelzwaaren! 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Diell'icht ann die höhere Lebenshaltung, die einer im Zurückbleiben sind, daß die Religion zu einer Sache der angenommen hat, ihn gerade davor behüten. Schicht werde, die am allerspätrsten auf neue Bedürfnisse Luxus der oberen eingehe, daß sie identificirt werde mit dem Interest der sich Schichten der Gesellschaft? ES ist ein alter Streit oertheidigenden, nicht mehr vordringenden Theile des Volkes, pro et contra LuxuS. Ist eS erwünschter, daß daS Geld Allerdings bestehe eine Spannung zwischen den EntsagungS- unter die Leute gebracht wird, oder nicht? Zwei Dorurtheile gedanken, die dem Christenthum unverlierbar innewohnen, und sind zu beseitigen. Einmal hat man den Satz aus. | den Eulturbestrebungen, die der Welt mächtig werden wollen. DieJndividualethik sage dem Einzelnen: Hänge dich nicht an die Güter dieser Welt, damit deine Seele freibleibe- die Social- ethik wende ein: Wenn alle so denken wollten, so hätten wir tonen Culmrfortschritt. DaS gehöre zum dauernden Kamps des ChrtstenthumS in der Geschichte und sei nur persönlich zu entscheiden. Jedenfalls seien die Forderungen der In dividualethlk nicht zu sehr zu verallgemeinern. So könne z. B. die individuell berechtigte Forderung der Bescheidenheit und Zufriedenheit vom socialethischen Standpunkt zum Unrecht werden, wenn dadurch daS dumpfe Beharren in unhaltbaren Zuständen verstärkt werde. DaS eigentlich uneUrägliche am LuxuS sei der Contrast zwischen dem verfeinerten LuxuS auf der .inen Seite und dem Elend derer, die nichts haben, dicht daneben. Nicht der Luxus im Allgemeinen, sondern der herzlose LuxuS sei sittlich verwerflich unb zu bekämpfen Dagegen sei eS erfreulich, wenn der LuxuS ber Allgerneinhet: zu gute komme in öffentlichen Bauten, Bädern, Gärten u. s. tc Dem wird von anderen Rednern entgegen gehalten, wie doch LuxuS unb höhere Lebenshaltung nicht ohne weiteres zusammenfallen, baß eS einen verwerflichen, unvernünftigen LuxuS gebe, dem entgegenzuarbeiten ernste Pflicht auch des Pfarrers sei, unb wie ein «nfsteigen des Arbeiters zu höherer Lebenshaltung doch eine richtige Verwendung seiner S nnahme.". erfordere. Besonders wird darauf hingewiesen, wie unsere früh verdienende Jugend in Gefahr set, in luxuriösen Ge- nüss-.n ihr Geld zu verschwenden, unb wie eine Verweich. lichung der Kinder eine vielfache Begleiterscheinung deS Luxul sei Eine sittlich bedenkliche ©rite an dem LuxuS z. B. der Dienstboten sei daS Agiren und Nachäffen der Höherstehenden. Vor allem aber gefährlich für die sittliche Haltung sei bte Unzufriedenheit, wenn eS einem in feiner Haut ntdjt mehr wohl sei, vor allem bei der Jugend, unb wer eS erfahren habe, wie Unzufriebendeit gcwkckt werbe, rnb wie sie wirke, der müsse bavor zurückichrecken, bamit selbst zu thun haben. Auch ber LuxuS öffentlicher Bauten müsse seine Grenze Haden, so lange NöthigereS zu thun sei. Sm Schulpalast in einem armen Dörfchen, von einem strebsamen Verwaltungsbeamten durchgesctzt, sei ein Aergerniß. Ptarrer Naumann erklän, daß er selbstverständlich der egoistischen Privatunzusriedenhett nicht daS Wort reden wolle. Die fei schlechterdings oer« tunffidj. WaS er mit Unzufriedenheit btjddjnet habe, besage nur, daß ein ganzer Stand, wenn seine Lage unhaltbar geworben sei, sich darüber klar werden müsse, daß eS so sei, und waS er zu thun habe. Es handle sich da'e« um bestimmte concrete Fälle. Gegenüber einer Berne.kung, daß daS Mtß rauen gegen den LuxuS begründet fei tu der Fu'cht, laß er eine Ueberfchätzung der materiellen Güter gegenüber den idealen Gütern zur Folge habe, erklärt Referent, daß fei nur eine Gefahr der ParvenuS, die bei befestigter höherer Lebenshaltung verschwinde. AIS Nation seien wir sretlich noch in der Lage der ParvenuS. Wenn wir btefe Zeit hinter unS haben, werde daS überwunden fein. Erwähnt möge noch werden, daß Referent auch in der DiScussion betonte, daß nach englischen Erfahrungen wahrfcheinl-ch sei, baß bie religiösen Bedürfnisse ber Massen bei steigender Lebenshaltung in erhöhter unb beut Protestantismus zugängl cher Form wachsen werden. Eine große Schwierigkeit fei el allerdings, daß bte Socialdemocratie bei uns ber Landeskirche, a S einer eng mit bem Staat verflochtenen Jnstftut'on feindlich gegenüber stehe. Aber in Berlin wüßten eS die Stadtmifftonare, daß da« nicht ohne Weiteres Feinbschaft gegen bie Religion bedeute. Arbeiter, die auS Furcht vor den Genossen sich der Kirche entziehen, empfangen bei Nacht und Nebel bin Stabtmissionar. In bieser Beziehung haben die evangelischen Arbeitervereine ihre große Bedeutung. Sie seien thatsächlich ber Hort ber Gewissen-frei e t. Fassen wir ba- Ergebniß kurz zusammen. Der LuxuS ; n bem (Sinne, wie ihn bie volk-wirthschast versteht, alS höhere Lebenshaltung, ist eine im Wesentlichen erfreuliche Erscheinung, zumal wenn sie ben geringeren Volksschichten I zu gute kommt. Zu brkämpfen^sind vielmehr bie namentlich in Übergangszeiten, wie die unsrige, hervortretenden bedenk« tchen Nebenerscheinungen, die Auswüchse aller Art, vor allrm die Herzlosigkeit deS LuxuS. Ja solchen Zeiten fällt der Kirche und ihrer inneren Mission eine ernste Aufgabe zu, >urch verdoppelten Eifer in P.edigt, Unterricht und Seel- orge den rechten Grund zu legen, auS dem aller sittl chc Halt erwächst, und VolkSfitte und Sittlichkeit in besonders treue Pflege zu nehmen, mit Wort und That, durch Dor« »ilder edler Geselligkeit in Vereinen und Veranstaltungen, iurch Darbietungen guter Bilder und Schriften rc., auch den Bedürfnissen der verschiedenen Volksschichten in Bezug auf die Art der gottesdienstlichen Versorgung (Zeü, Ort und Kürze der GolieSdienste) mit mehr Derständniß unb Beweg- idjfcit entgegen zu kommen, als sie der Landeskirche gerne!« nlfllich eignen. Dann wird sich die höhere Lebenshaltung alS ^ineSwegS unempsänglich für christlichen Geist und christliche Frömmigkeit erweisen. 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