Nr. 283 Viertes Blatt. Tonmag sm Tcccmbcr 1SM Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, ■rit Ausnahme dc- Montag-. Die Gießener A.mtttenvlLtier »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Keneral-Anzeiger. vierteljähriger , AvonnementrPreis« 2 Mark 20 Pfg. rott vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Nedactton, Expedition und Druckerei: Kchutstrahc Wr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den Nreis Gieren. chratisöeikage: Gießener Jamikienökätter. Alle Annoncen-Bureaux de- In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den ßokgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Corrn. 10 Uhr. Amtlichen Theil. Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche.il * Zu Rohrbach, Kreis Büdingen, ist die Maul- uni Klauenseuche ausgebrochen und die Drtä* und Gemarkungssperre angeordnet worden. Gießen, den 29. November 1895. Großherzogliches Kreiüamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend: Ausbruch der Maul' und Klauenseuche. In Rendel, Kr.is Friedberg, ist in einem Gehöfte die rubr. Seuche amtlich festgestellt worden und wurden die zu treffenden Vorsichtsmaßregeln angeordnet. Gießen, den 30. November 1895. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend: die Schafräude zu Alten-Bufeck. Die Schafräude zu Alten-Bufeck ist erloschen und find die angeordneten Sperrmaßregeln aufgehoben. Gießen, den 29. November 1895. Großhcrzoglickes Kreisamt Gießen. v. Gagern. totales «nd provinzielles* n. Nieder-Florstadt, 29. November. Die Masern haben hier so viele Kinder befallen, daß für die drei unteren Jahrgänve Schulferien eintreten mußten. n. Reichelsheim i. d. Wetterau, 29. November. Der Geläudeerwerb für tue Nebenbahn Beienheim-Nidda geht leichter von Statten, als man anfangs erwartete. Am raschesten wird hier das Geschäft abgewickelt, weil unsere Gemeinde mit der Feldbereintgung begonnen hat und der größte Theil des Geländes von der BereimgungScommtsflon zu kaufen ist. Nur für eine kurze Strecke der Bahn muß der Grund und Bodin von Privaten erworben werden- da nämlich, wo sie Flächen durchschnetdet, die nicht zum Be- reinigung-gebiet gehören. Es sind daS aber nur wenige Gartenslücke nahe am Ort. Die Preise schwanken natürlich sehr, dem Bernehmen nach zwischen 50 Pf. und 2 Mk. für den Quadratmeter. Ein Baubureau für die genannte Strecke wird höchst wahrscheinlich hier errichtet und mit den Arbeiten im nächsten Frühjahr begonnen werden. Dermifdttes» H. W.-W. Bitte eiueS Bieluamigev. Ich bin ein Berg in der U'r’pegenb Gießens und erhebe mein Haupt 488 Mtr. über den Meeresspiegel. Weit schaue ich in Gottes liebliche Welt hinaus und schon mancher Naturfreund, der mich besuchte, har vor Freude und Entzücken über die herrliche, von meinem Gipfel sich darbictende Fernsicht ausgerufen: „Wunderschön ist Gottes Erde, werth, da-auf vergnügt zu sein; drum will ich, bis ich Asche werde, mich dieser schönen Erde freu'n." Biele Namen trage ich. Wie das kommt, weiß ich nicht, denn einen Taufschein kann ich nicht aufwetsen. Man nennt mich Dünftberg, DünSberg, Dienstberg, DteS- berg, Dingsberg und DlenSberg. Bon diesen Bezeichnungen entsprechen nur die beiden letzteren den Thatsachen und Ereignissen, die sich in grauer Vorzeit, alS noch die alten Deutschen die Wälder durchjagten, und der Klang der Woffen mit dem Rauschen der Zwe'ge sich einte, auf meinem Scheitel zugetragen haben. Den Namen „Dünstberg" halte ich für falsch- denn besondere Dünste sende ich nicht hinauf zu den „Seglern der Lüste"- nur trage ich im Frühling und Herbst zuweilen eine graue Nebelkappe und die weiße Wintermütze muß ich auch früher aufsetzen als die übrigen Berge der Umgegend. Welche Gründe zu dem Namen „DünSberg" Veranlaffung gegeben haben, vermag ich nicht zu erklären. Ebenso kann ich die Bezeichnung „Dtenstberg" nicht als zu treffend erachten. Wohl bemühe ich mich, alle meine Besucher in freundlicher Weise zu empfangen, allein besondere Dienste kann ich ihnen, wie überhaupt der ganzen Umgegend, nicht erweisen „DieSberg" werde ich im Volksmunde genannt- der Name ist nur eine Abkürzung von „Dtensberg". Der Schreibwe se „DingSberg" kann ihre Berechtigung auf Grund der Annahme nicht abgrsprochen werden, daß ich einst der Berg war, auf kem die alten Deutschen, in der R gel am Dienstage, ihre öffentlichen Gerichts- und Dingvrrsamm- lungen abhielten, auf dem „Ding gehegt" d. h. Recht gesprochen wurde. Allein diese Bezeichnung befriedigt mich nicht. Ich bin nämlich von jeher der Meinung gewesen, daß „DienSberg" der allein zu Recht bestehende Name sei, und zwar auS folgendem Grunde: Mein Gipfel ist ein weitausschauender Opferaltar der kriegsfreudtgen Germanen gewesen- hier hielten sie ihre Gottesdienste ab- hier flehten sie, den Blick gen Himmel gerichtet, zu den erhabenen, unsichtbaren Göttern- hier brachten sie ihrem erbarmungslosen Kriegsgotte Zio, von dem bekanntlich der DienStag seinen Namen hat, Maffenopser von gefangenen Feinden dar. Wie nun der DienStag der dem Zio geweihte Tag war, so war ich der demselben Gotte geheiligte Berg. Mit Recht gebührt mir deshalb der Name „Dtensberg". Meine Bitte ist nun den geehrten Lesern bekannt, nun hoffe ich denn, daß alle meinen gewiß berechtigten Wunsch anerkennen, und mich fürderhin nur „DienS'erg" nennen. Der Vielnamige. •Ms. Kassel, 29. November. Am 2. Juli d. I. entstand in dem Dorfe Hombressen bei Hofgeismar eine größere Feuersbrunst, durch die ein großer Theil de- Ortes, nämlich einige dreißig Wohnhäuser, viele Scheuern rc. total eingeäschert und eine große Anzahl Leute um Hab und Gut gebracht wurden. AlS fahrlässiger Urheber dieses Brandunglücks stand nun ein Schornsteinfegergehilfe auS Hofgeismar hier vor der Strafkammer. Er hatte an jenem Tage von seinem Meister den Auftrag erhalten, in Hom- breffen nur die besteigbaren Schornsteine zu reinigen, der Gehülfe reinigte aber auch die sog. russischen, die unbesteig- baren Schornsteine trotz des starken stürmischen WetterS und trotzdem ihm vom Hausetgenthümer dringend abgerathen wurde. Bei dem Ausbrennen eines Schornsteines flogen nun die Funken stark umher, fielen durch ein Loch auf einen mit Stroh gefüllten Futterboden und — das Brandunglück war da. Der Angeklagte stützte sich darauf, der Meister habe ihm aufgetragen, auch die ruffischen Schornsteine auszu- brennen, was jedoch eidlich bestritten wurde. Somit wurde der Angeklagte der fahrlässigen Brandstifiung für schuldig erachtet und zu drei Monaten Gefängniß ver- urtheilt. * Mß. Heröfeld, 29. November. Im Walde bei Neukirchen ereignete sich ein trauriger Unglücksfall. Der Taglöhner Fuchs war mit seinem ältesten Sohne von 19Jahren Feuilleton. Verschiedene Buartiert. Kriegsbilder von jetzt und damals. Don Moritz von Berg, Verfasser der „Ulanenbriefe". (3. Fortsetzung.) Ein Unteroffizier mit etn'gcn Leuten ritt voraus und machte Quartier, und ein jeder der Offiziere Pflegte ihm, ehe er fortrttt, so seine besonderen kleinen Wünsche mit auf den Weg zu geben. Der eine liebte gern angenehme Weiblichkeit im neuen Quartier zu finden, der andere legte nur Werth auf daS Effen und Trinken und scheute alle ®6ne, der dritte gab alles hin, wenn das Logement nur recht komfortabel «ar- der nächste legte Gewicht auf einen guten Stall und viel Futter für die Pferde u. s. w., genug, der welgeplagte Quartiermacher, der auch noch Wachtmeisters- und Fähnrichs wünsche zu beachten hatte, mußte sich eine besondere Gebächt- mßkammer für olle die Zwecke anzuschoffen suchen. Am heutigen Tage hatte die ganze Angelegenheit deS Qnartler- machenS nur oberflächlich abgemacht werden können und jeder «ar neugierig, wie er wohl unterkommen würde, da der Quartiermacher nur eine Stunde vor unserem Abmarsch fortgeritten, allein durch schnelles Reiten und Ersparntß der MarschrendezvouS einen Vorsprung gewinnend, den fast fünf» »eiligen Marsch zurückgelegt hatte. Die Nachmittagssonne hatte heiß, recht heiß aus die marschirende Escadron herab geschienen- die Offiziere, welche, mit Ausnahme des an der Queue schließenden, vorn hinter den Trompetern ritten, hatten schon manchen Trunk aus der Feldflasche gethan- endlich war die Sonne geiunken und die ersten Sterne spiegelten sich in den silbernen Wellen der Marne, deren Lauf wir theilS begleiteten, thells kreuzten. Wie landschaftlich wunderschön auch die Gegend während des Marsches gewesen war, der Fluß m t seinen reben« bek'änzten Ufern, von deren bewaldeten Gipfeln die weißen Schlößchen der Champagnerfürsten herabsahen, darüber der blaue Himmel und die blühenden Felder ringsumher, wie wir auch geschwärmt hatten über all daS Schöne, das dem Auge fich bot, ein Nachmittagsmarsch bei glühender Hitze kann auf den weißslaubigen Kalkchauffeeu der dortigen Gegend doch seine Längen haben. So erging es auch uns, und Reiter und Pferde begannen eine rechte Sehnsucht nach der Stätte zu empfinden, wo sie das Haupt, refp. die Beine zur Ruhe legen könnten. Auch dieser langersehnte Moment erschien, denn vor uns leuchtete plötzlich aus der Dunkelheit der Schein einer Laterne, deren T'äger, ein „Ptsan" mit bummelnder Z pfelmütze, unseres Sergeanten lange Figur in das «chönste Siebt setzte. Die Gefichtszüge des Quartter-- machers verhießen Gutes, und auch bald meldete er, daß dir Quartiere vorzüglich wären, auch die Wünsche eines jeden der Herren sich noch hätten erfüllen lasten. Schnell wurden jetzt die Billetö an die Beritts ver« theilt, die nöthigen pol zeilichen Maßregeln getroffen und, nachdem dieses geschehen, auch ein roarnenteß Wort von mir an die Schwadron über die verführerischen Einwirkungen der weinreichen Gegend gesprochen war, zog ein jeder, geführt von einem ebenfalls die Zipfelmütze tragenden kleinen Eingeborenen , die sich trotz der späten Stunde in Schaaren eingefunden hatten, neugierig und erwartungsvoll seinem Quartiere zu. Auf meinem Billet de Logement stand: Msr. le (Serf u. Comp, PropristaireS, ein verheißungsvoller Ausdruck, der viel und wenig bedeuten konnte- daS Gesicht des Quartter^ machers hatte aber verständnihinnig gelächelt, ich glaubte also meine Erwartungen in Bezug des Kommenden ziemlich hoch stellen zu dürfen. Ich war schon mit meinem kleinen Führer eine Weile durch eine endlos lange Straße geritten, doch noch immer zeigte fich nichts vom Quartier. Hinter mir folgten meine beiden Burschen, der eine mit meinem zweiten Pferde, der andere mit einem kleinen Fuchs, dem „Moselpferde", einem Thier, daS unß bei dem Beginn des FeldzugeS an der Mosel zugelaufen war und das den ehrenvollen Auftrag gehabt hatte, bei Tage und auch bet Nacht im Stehen, ja in auf regenden Momenten der Nähe deS Feindes auch im Liegen, meine Packtaschen zu tragen. Genug, In diesem Aufzuge zogen wir die lange, mit Bäumen bepflanzte und auß kleinen, villenartigen Häusern bestehende rue hinab, und alS wir saft deren Ende erreicht hatten, da endlich stand der kleine Führer und zeigte auf ein hohes eisernes Gitter, destea aufgesperrte Thlttflüzel einladend eine breite, Parkartige Allee öffneten. Wir ritten in dieselbe hinein, die Nachtigall schlug tu melodischen Tönen in den Büschen blühender Syringen, recht« vom Wege erklang das leise Plätschern einer Fontaine, deren diamantgleicher Strahl in dem eben ausgehenden Mondlicht über den Wipfeln der Bäume im silbernen Schein erglänzte. In der Allee selbst war eß noch dunkel, doch begonnen die hier und da durchblickenden Mondesstrahlen ein träumerische- Leben in dieses Dunkel zu weben. Da machte die B.rum- allee eine Biegung, und vor meinen entzückten Blicken lag eine zweistöckige Villa von Hellern Gestein, umgeben voll blumengeschmückten Tcppichbeeten auf grünem Grunde, über welche die goldenen Wellen beß Mondlichtß flutheten. Daß klappernde Geräusch der Hufeisen auf dem durch eine Reihe blühender Orangen- und Mandelbäume von dem Parke abgethellten Hofe erweckte dos Echo auf dem Platze und kündete meine Ankunft an. Die Thür der Villa öffnete fich, ein Lichtschein drang heraus und in ihm stand, die Hand mir zum Willkomm entgegenstreckend, die wohlhäbige, rundliche Figur des Herrn Pcopriötaire, deffen rostgeß, bartloses Gesicht, mit fast biß zum Rücken verlängerter Siirn, trotz der späten Abendstunde und mehr ober weniger erwünschten Einquartierung doch freundliche, vertrauen- erweckende Züge zeigte. Ich warf daß Bein über den Sattel, stand neben dem Pferde, nahm mein schönstes Französisch zusammen und erwiderte die in wunderbarsten Phrasen an mich ergehende Begrüßungsrede. Darauf wurden meine Pferde im Nebengebäude in schönen Boxen untergebracht, und nachdem Msr. le Cerf Leute und Pferde noch zu bester Versorgung dem Administratcur empfohlen hatte, folgte ich ihm in die Billa. (Forts, folgt.) einer Dame geschrieben: Vor einiger Zeit laS ich in Ihrem Blatte einen Bericht über ein wahrhaft grauenhaftes Ereigntß, das wohl noch allgemein in Erinnerung fein wird. F" „Alles da ist". Sie erscheinen dabei in Begleitung eines zu diesem Zweck abgeordneten Reichsboten, dessen Zeit eS erlaubt, sich Namens des deutschen Volkes von dem Vorhandensein des Geldes zu überzeugen. Einige Handarbeiter gesellen sich noch dazu, die mit schweren Gegenständen hantiren können. DaS sind die bevorzugten Menschen, die hier deS Reiche- Kriegssparbüchse betreten dürfen- andere Sterbliche dürfen an diese nicht heran, und wer sonst noch den JuliuSthurm betritt, hat nur mit dem hier ebenfalls aufbewahrten Reichs- invalidenfonds zu thun. Ist man bis zum JuliuSthurm gelangt, so befindet man sich vor einer mächtigen eisernen Vollthür, die von einem Manne mit den Gardelitzen und dem todtbringenden Gewehr mit ArguSaugen bewacht wird. Nur wer das Paßwort hat, findet hier Eintritt, sonst tönt iüm, wir in der „Zauberflöle", ein barsches „Zurück" ent« fegen. Wer aber den richtigen Schlüsiel hat, dem ist der Eintritt nicht verwehrt, und kreischend drehen sie sich in dem tt-'wiß etwas verrosteten Schloß, die festen Riegel weichen und ebenso kreischend drehen sich der schwere Thorflügel in > inen Angeln. Die erste Barre ist überwunden, und man steht nun erst inmitten der Umfassungsmauer des Thurme- nor einer zweiten eisernen Gitterthür. Die Mauer hat die respectable Dicke von zwei und einem halben Meter, und in der Milte derselben liegt besagte Gitterthür, hinter der sich abermals eine eiserne Vollt.ür befindet, die den letzten und unmittelbaren Abschluß de- goldbeladenen Raumes bildet, der etwa zehn Meter über dem Hofe der Cidatelle liegt. Der KriegSfchatz ist in zwei Stockwerken, die durch eine Treppe mit einander verbunden sind, niedergelegt und zwar in deutschen Kronen und Doppelkronen, in jenen liebglänzenden Zehn und Zwanzig-Mäikern, die ohne Ausnahme das Bildniß Kaiser Wilhelm- I. tragen, aus dessen RegierungSzeit das Gold stammt. Das Gold liegt aber nicht in großen Haufen oder >n Fässern herum, wie in den Schatzkammern aus Taufend und Eine Nacht, wo man nur so tm Golde herumwühlen fann. Die- könnte man freilich im JuliuSthurme auch, denn dier lagern allein sechSmalhundcrttausend Zwanzigmrrkstücke und einhunderlsünfztgrausend Zehnmarkstücke, zusammen also siebenhundertfünfziglausend Goldstücke. Die einzelnen Gold« I stücke werden vielmehr zunächst in Beutel abgezählt, die dann in größerer Zahl in Kisten vereinigt werden- außerdem wird noch das Gewicht der goldgefüllten Beutel und daS der beutel« gefüllten Kisten feftgestcllt. In jeder solcher Kiste befinden sich zehn Beutel- neun derselben enthalten Zwanzigmarkstücke I und zwar jeder Beutel 10 000 Mark- der zehnte Beutel ist ebenfalls mit 10 000 Mark gefüllt, aber eS sind Zehnmark« stücke. Die niedere Mathematik und zwar die Arithmetik lehrt sonach, daß in jeder Kiste hunderttausend Mark aufbewahrt werden, daß mithin für den gelammten deutschen KrtegSichatz zwölfhundert solcher finniger Kistlein erforderlich find. Jedes derselben ist zunächst zugenagelt und zugeschraubt- die Nagel- und Schraubenküpfe find dabei in daS Holz versenkt und werden mit einem Stegl bedeckt, außerdem ist noch jede Kiste mit eisernen Bändern beschlagen. Je dreißig solcher @olb. hfhn find in einem Stapel aufeinandergeschichtet, sodaß jeder ^stapel 3 000 000 Mark enthält und demgemäß die Gelammt' zahl der S-apel vierzig beträgt. Außer diesen 1200 gold gefüllten K.steu ist noch eine Anzahl leerer Reservekisten vorhanden, die zur Verwendung gelangen, wenn die gefüllten Kisten bei den Revisionen Beschädigungen erlitten haben, die ihre weitere Verwendung ungeeignet erscheinen lassen. Wenn nun die RevisionScommisflon zur Besichtigung tingetroffen ist, verläuft daS Geschäft nach dem Betreten deS Thurmes etwa in folgender Weife: Zuerst wird die Paradeaufstellung der Kisten abgeschritten, d. h. die Kisten werden gezählt und jede einzelne Kiste gewogen, wobei sich das auf jeder Kiste ver merkte Gewicht, zwischen 78 und 80 Kilogramm, ergeben mufe. Hat man sich auf diese Werse vom Vorhandensein und dem richtigen Gewicht der Kisten überzeugt, so werden einige derselben geöffnet und daö Gewicht der darin enthaltenen Beutel festgestellt. Von einer Kiste endlich wird der Inhalt der Beutel auSgeleert und die einzelnen Stücke werden gezählt. "Nachdem dann alles wieder in öibnung gebracht ist, wirb nach Verschluß ber Thüren ber Rückzug auS bem Julius thurm angetreten. * Stettin, 27. November. Ein Recr ut beS Grenadier- I Regiments Nr. 2 würbe berort von Heimweh befallen, daß er vor einigen Tagen von feinem Truppentheil sich entfernte unb nach feiner Heimath in Vorpommern fuhr. Sein Vater, I in demselben Regiment gebient hatte, brachte den Fahnenflüchtigen wieder hierher und ermahnte ihn, seiner Dienstpflicht treu zu bleiben. Die Mahnung hatte aber wenig Erfolg, denn kaum hatte ber Vater sich wieder nach Hause begeben, als ber Sohn in der Kaserne seinem Leben durch Erhängen ein Ende machte. • Tal Fahrrad in Heere. Die Münchener Garnison veranstaltete dieser Tage eine große Hebung bezüglich der Benutzbarkeit von Radfahrern für die Verbreitung von Be fehlen. Der Gedanke war der, daß schriftliche Anordnungen den im Umkreise München- stehenden Truppen möglichst 1 mit Fällen von großen Buchen beschäftigt. Dabei fiel ein Daum beim Anhauen früher al- man erwartet hatte um unb erschlug ben jungen Fuchs, während ber Vater noch rechtzeitig zur Seite sprang. * Der Znlinlthnrm in Spandau verwahrt bekanntlich beu deutschen Reichskriegs schätz von 120 Millionen Mark. Im Hlndl'ck auf die im nächsten Jahre stattfindende Jubelfeier der Errichtung de- Deutschen Reiche», mit der ja zugleich auch der Reichskriegsschatz 25 Jahre alt wird, bringt daS „Rigaer Tagebl." über ben JuliuSthurm unb seinen kostbaren Inhalt intereffante Notizen. Die unmittelbare Umgebung be« JuliuSthurrneS ist tobt unb öde- eS hat bort auch eigentlich Niemand etwa« zu suchen, und cS nahen sich dem alten grauen Thurrne auch nur solche Menschenkinder, bie an, bei ober in ihm irgenb etwa« zu schaffen haben. Zn den letzteren gehören bie Beamten beS Reichsschatzamtes, bic alljährlich zweimal eine Durchsicht beS Schatzes vornehmen unb so eine Art von Musterung ausführen, ob auch noch schnell unb schneller als eS durch Reiter und Felbtelegraph möglich fei, überbracht werden sollten. Zn diesem Zweck entfiel auf jede drei bis vier Kilometer der 52 Kilometer betragenden Strecke je ein Radfahrer. DaS Ergebniß war, daß P/t Stunden genügten, um jeden Befehl über die 52 Kilometer zu vertheilen. Die Radfahrer hatten einen Kilometer in 1 Minute 44 Sekunden zurückgelegt. * Aschaffenburg, 29. November. Der seit zwei Tagen abgängige Gafthofbefitzer Hostombe, Besitzer des Gasthofs „Zur Eisenbahn", eine namentlich bei Reisenden sehr bekannte Persönlichkeit, wurde gestern Abend auf dem Büchelberge erhängt aufgefunden. Derselbe war in den letzten Jahren schwer leidend unb von ben Aerzten aufgegeben. * Grausame Etter«. Einem Wiener Blatte wird von 2^1 este 582 Fuß lang, und eS gehören 18,000 Pferdestärken dazu, um es mit Volldampf über die Ö-Öen zu führen. Rechner man e« aber im einzelnen au«, so findet man, daß anderthalb Pfund, also weniger al6 eine gute Hand voll, eine Pferdestärke für eine Stunde liefert. E ne Pferdestärke ist gleich ber Arbeit, mit ber man 300 Pfund einen Fuß hoch heben kann, so daß anderthalb Pfund Kohle 300 Pfund einen Fuß hoch eine Stunde lang zu Heden im Stande find, ©ber man nehme einen anderen Vergleich. Es nürten 100,000 Galeerensträflinge Tag unb Nacht rubern müssen, um ber „Majestic" eine Geschw nbigkett von 23 Meilen z» geben. Divibirt man 18,000 Pferdestärken durch 100,000, so findet man, daß anderthalb Pfund Kohle ungefähr die cinftünbige Arbeit von sechs Ruberem leisten. Freilich würbe man auf ber „Majestic" nicht mehr al» 480 Ruderer placiren können unb zehn Buschel fiohlen würden dieselbe m v ■ i Arbeit leisten, während 100 000 Galeerensklaven, jeder im i X rr®? , bcJ $qD' 11,0 ctn ÄtBb durch die Schuld Durchschnitte 150 Pfund schwer, fünfmal soviel wiegen ber elfjährigen Schwester, die ihm die Kleider anzündete, würden als die 1740 Tonnen Sohlen, welche die „Majestic« den Flammentod fand, und die schuldige Schwester dann, für eine fech«iägige Fabre brauche" gepeinigt durch die Furcht dor der Strafe, an« dem eiter. • Nach den «afstelluag.u eine« Statistiker, haben die ttchen Heim enttnid). Kurz darnach mußte ich nach England verfchiedeuen Gewerbe feit zehn Jahren eine Abnahme der " 2"' «eine Neigung, ließ damit beschäftigten Personen durch die entiprechend al« mich auch dort vorwiegend b.e Lage der Arbeiterkinder stu. Fabrikation mit Maschinen eingeeichteten Beiriede ein.n'Unh «mrii860rLn M k b!efe "litten wie folgt i Tischler und Zimmer,euie 15 püt Weiß. Ein- und Zweijährigen, die der Obhut einer acht, oder zehn- nähere!-Betrieb 33 pEt. Bäcker und Conditoren 20 pSt., ja^rljen Sthmefter anvertraut sind, und mit Schrammen und Schriftsetzer und Drucker 41 pCt., Weder 40 pC, fco i. Slffen bedeckt, oft auch verkrüppelte Gliedmaßen in« Leben (»alter 42 pCt. So auffallend diese Z fferu nud) (ein " " «eInt!ft”»n'M“nMfl6orra? b e,e "e0”6' ®*toefter , diese mögen, ,° muß man bedenken, daß in dieser Zeit auch wieder b f^nn ,s!r"en neue, viel Tausend Menschen beschäftigende Branchen schleppt, für sie kocht, und da« Hau-wefen in Stand halt, entstanden stad, wie j. B. nur an die Eiecrrotechnik, die und dann Abend«, wenn die Eitern heimkowmen, noch photographischen Druck - Betsabren, die Entwickelung der jämmerlich geprügelt wird, weil bas Wickelkind blutet oder chemischen Technologie -e. und der davon wieder abhängigen weil der Krug zer chlagen ist, oder weil die spärlichen Kohlen Branchen erinnert zu werden brauche. (Mitgeiheili vom °?° 8Clfd,,|t P-U°-l find ihr Shell Internationalen Paten. Bureau Karl Fr Reich t" uub sie find ihr sicherer unb reichlicher zugemessen, al« ihr Berlin N. W.). " w ffl’h« Dillinger erzählt in einer ihrer • Fürstliches Honorar. Professor Du, welcher bei ber Kinderge,chichten von solch einer kleinen «elteften, welche die Entbindung der Zarin zugegen war, erhielt ein Honorar -r”k bt"m"8"?”6t "l,o0en fann' und den von 80,000 Rubel, dos sind unoesäbr 100 000 Mark | Erlöser Tod zu Hilfe ruft; und wahrlich, wer beareift da I____ nicht bk unnatürlichste aller Erscheinungen, ben Kinberselbst« morb? DaS, scheint mir, ist bie traurigste Sette be« sozialen Sehiff-nachrichten. T U'ch- fel-en Norddeutscher Llopd, in Gießen »«treten durch di. Agenten -er, vor bcuen geschützt werben müssen, bie ihre natürlichen l!ooS unb I. M. Echulbos. Schützer sein sollten: vor bem Vater, ber sie in ber Trunken- _ Bremen, 28. November. sPer ttantzaUantischen Idegrcb.J heil mißhanbelt unb nicht für sie sorgt, vor ber Mutter, btc Postdampser München, Capt. A. v. Collen, vom Siorddeutfch n Mühsal unb allen Jammer, bie daS Leben ihr auferlegt, Äyott Ä^e!^ W< 4 * ®orm‘Ufl88 rooblbcbd-rn auch jen-r Arm-n annimmt, di. einen Schutz «.fÄ’S! brauchen, obgleich ober auch weil sie einen natürlichen Be deutsche« Literatur, für ben Betrag von achtzig Pfennrgm der schützer unb Dbtorger haben". deutschen 2ef6« p. ■/< Literfl. Jfl 8.— n. 4. 9376 DW" Tanger Optischer Waaren. empfiehlt 9822 £ Kinder-Confection für 186 In Jeder Schriftgattung 1 0G42 in (Birf.-n. 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