ISS 4 Mittwoch den 31. December Rr. sos Amts- und Anzcigcblatt für den Kreis Gießen an des „Gießener Anzeigers . Barratt: Sckulstraße 7. unter jubelnder Zustimmung der Nation vollzogen und es ist keine Frage, daß un er tuender Staatsmann auf diesem Wege auch fernerhin die große Mehr- beit des Volkes hinter sich haben wird. Was die innern Angelegenheit^ Deutsch- sands anbelanat so treten uns hier als wichtigstes Ereigniß die Neuwahlen 'um Reichstage 'entgegen. Einen erfreulichen Fortschritt hat das ^^rgangene ^abr auf bcrn Gebiete der socialpolitischen Gesetzgebung durch die Annahme des Arbeiter-Unfallverstcherungs-Gesetzes Seitens des Reichstages gebracht und die dem neuen Reichstage gemachte Vorlage über die Ausdehnung des Gesetzes auf weitere Arbeiter-Kategorien beweist, welche Fürsorge dre Regierung unser greisen Kaders fortgesetzt dem Wohlergehen der untern Klaffen wldmet Leider sind dunkle Mächte fortwährend bemüht, an den Grundpfeilern des Reiches und der gesammtm gesellschaftlichen Ordnung zu rütteln und entscheidende Wendung eintreten wird. Durch das Ableben des Hessen Herzog Wilhelm von Braunschweig ist die braunschweigische Erbfolgefrage ® Ä« SS »nauW ««4 eine den Interessen des Reiches entsprechende Lösung ----------- Prri» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohtt Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 5" iif. ^Oesterreich-Ungarn, der treue Alliirte Deutschlands hat keine fikraiS be«i4n n will. D e traditionelle alljährliche Begegnung zwischen }g Äer®Ä «J “InUM* documentirt. Das Haupterergmß m § 1. wm Brüchen und Gruben, in Fabriken und Hüttenwerken, beim Eisenbahn- und " Binnendampfschifffahrtsbetriebe, auf Werften und bei Bauten, 2) im Handwerk und in sonstigen stehenden Gewerbebetrieben, Santp; 6^ Lust k.) bewegte Triebwerke, 3J ÄS nicht ausschließlich in vorübergehender Benutzung einer nicht zur Betriebsanlage gehörenden Kraftmaschine besteht, , - , nixt biß Befckäftiauna ihrer Natur nach eine vorübergehende oder durch L Arbebts^vertrag im^voraus ^aüs"einen'Zeitraum^ von" weniger ^als^iner Woche be-chränk. ist, nach Maßgabe der Vorschriften dieses Gesetzes gegen Krankheit 2U °°'^Liebsbeamte unterliegen der Virsicherungspflicht nur, wenn ihr Arbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt sechszweidrittel Mark für den Arbeitstag Sinne dieses Gesetzes gelten auch Tantiemen . « Naturalbezüge. Der Werth der letzteren ist nach Ortsdurchschmtts- Betreffend: Die Ausführung des Reichsgefetzes über die Krankenversicherung der Arbeiter. Bekanntmachung. W«Ä Mü Ä Beendigung des Arbeitsverhältmffes wieder abzumAden. ru eriolaen und muß enthaltene Vor- und Zunamen, Alter, Die An- und Abmeldung hat bei ter Bu.g.rme.st-e.i. M Mrt«»Mo«"bejro beä Austritts aus derselben. Beschäftigung und Wohnort des An- oder Abzumeldeichen, owie Z^punkt des Er,atrüts^m die Besch > S 8 s Gemeindekrankenversicherung zur "* S“»« SSL, i- SWN* «>d. -»« ... MHW » «W». « - «s« vr. Boek man n. ____________________——----- Das GwßlmWflichc Stcucr-Commiffarml Gießen •* -” **? L-»«"«— -xyXt______________ Gießen, den 29. December 1884. --- Politische Zahres-Uebersicht. v * ©iefen, 30. December. Wiederum ist im raschen Fluge der Zeit ein Jahr M Rüste gegangen und cs grüßt uns die ®^^,’"n"etbeAn^Et7^neieT3a^re Wchmals einen Blick i,„ bürgerlichen Leben °nd°mSch,depunke ^lisiker in diesem aus die Vergangenheit zuruckzuwerfen pst g, 1 v einmal Revue passiren wichtigen Momente d>° Ereignis^s alt« B-h- s ergangenen nno zieht somit gl-.chs-m rr>^lE« deutschen Reiche zu- Jahres. Wenn wir nun zun chfl s etjolge der kaiserlischen Re- wenden, so treten uns biet vor 8 Drei-Kaiser-Zusammenkunft Sietung in der auswärtigen W äu W- Q„ baä von Skierniewice besiegelte die Wiederannäherung^ * m:[(^ man als bäeliSÄtssuÄÄ lanvs bedeutete die noch s? -Dieselbe hat zwar ihre Aufgabe, alle auf ^C^ÄflbWi»en^e^ntot Fragen^ ^dortigen falls in bestiedigender W-ff- 'h« ^lc g g n fortschreitende Harmonie Congo-Cousereuz att. en,MUern °es Erdballs zu betrachten. Recht b-deuff-m nicht übersteigt. , Als Gehalt oder Lohn un preifen in Ansatz zu bringen. —---- “ ‘ “ Gießen, am 29. December 1884. ^^H^ZMrzogliche Kreisnmt Gießen ü MÄÄÄ'ÄÄffÄ. - -- - * * der Innern Politik bildeten für Cisleilhanien die Neuwahlen zur Mehrzahl der Landtage, die indessen nur für den mährischen Landtag eine bemerkens-o-rthe Veränderung brachte, indem die czechische Minderheit desselben eine erhebliche Verstärkung erhielt. In Ungarn fanden Neuwahlen zum Reichstage statt, welche die Position Des Ministeriums Tisza entschieden befestigten. Der alte Natio- naliiätenhader ist in Oesterreich während Des vergangenen Jahres nur in sehr beschränktem Maße hervorgetreten, dagegen bereitet das Anwachsen der anarchi- stischen Strömung, welches aus dem Processe gegen Stellmacher und Genossen erhellte, der österreichischen Regierung ernste Besorgnisse und hat dieselbe deshalb die Weiterdauer der über Wien und Umgegend verhängten Ausnahme- maßregeln angeordnet. In commercieller Beziehung war für den Donau- Kaiserstaat die Eröffnung der Arlberg-Bahn ein wichtiges Ereigniß und wird durch den neuen Schienenweg der Handel und Verkehr Oestereichs besonders nach der Schweiz und Frankreich hin eine bedeutende Steigerung erfahren. Die französische Republik hat eine recht unangenehme Erbschaft aus dem alten Jahre mit in das neue Jahr hinübergenommen: den Tong- kinghandel mit China. Trotz des Friedensschlusses von Tientsin ist die Tongkingsrage dis jetzt mit keinem Schritte ihrer Lösung näher gerückt, derselbe hat weitere Kämpfe zwischen den Franzosen und Chinesen in Tongking nicht verhindert und die begonnene Besetzung der Insel Formosa durch die Franzosen vermochte die chinesische Regierung nicht im Mindesten zur Nachgiebigkeit zu stimmen. Das französische Parlament hat indessen dem Ministerium Ferry die Mittel zu einer energischen Fortsetzung der Operationen in Ostasien bewilligt und so wird wohl endlich das Jahr 1885 die französisch-chinesische Affaire so oder so gelöst sehen. Nach Innen ist es dem Ministerium Ferry gelungen, die Senats-Wahlreform zu einem befriedigenden Abschlüsse zu bringen, dagegen ist ihm die Beseitigung der Arbeiternoth, namentlich in Paris und Lyon, noch immer nicht in dem wünschenswerthen Maße geglückt. Zahlreiche Opfer forderte das Auftreten der Cholera im Süden Frankreichs und bann auch in der Hauptstadt selbst und darf eß unter den obwaltenden Umständen als eine glückliche Fügung betrachtet werden, daß nicht das ganze Land von dieser Calamität heimgesucht wurde. Auch England hat, gleich Frankreich, auf dem Gebiete der auswärtigen Politik eine unangenehme Hinterlassenschaft aus dem alten Jahre mit in das neue hinübergenommen — die egyptische Frage. Es ist England bisher weder gelungen, in den egyptischm Finanzen und überhaupt in den inncrn Angelegenheiten des Pharaonenlandes Ordnung zu schaffen, noch auch den Aufstand im Sudan niederzuwerfen, ja, es hat sich sogar genöthigt gesehen, eine Expedition zur Rettung des in Khartum von den Heerhaufen des Mahdi ein- geschloffenen General Gordon abzusenden, deren Ausgang noch völlig ungewiß erscheint. Eine zweite Expedition machte sich nach Südafrika nothwendig um den Boern, welche das von ihnen besetzte Betschuana-Land nicht herausgeben wollen, Respect vor dem englischen Leoparden beizubringen; doch ist auch hier der Erfolg der Engländer noch keineswegs ein verbürgter. Eine ziemlich klägliche Rolle spielte England in den Verhandlungen mit Deutschland wegen der deutschen Colonial-Erwerbungen in Westafrika, welche Verhandlungen gerade nicht dazu beigetragen haben, das Ansehen des Cabinets Gladstone bei dessen eigenen Landsleuten zu stärken. Einen wesentlichen Erfolg trug dagegen das englische Cabinet in feiner innern Politik durch die Durchführung der Reform des Oberhauses davon, worin das Ministerium die große Mehrh.it des englischen Volkes auf seiner Seite hat. In Irland harrt die Agrarfrage noch immer ihrer Lösung und sind daselbst auch im vergangenen Jahre eine Reihe von Agrar-Verbrechen vorgekommen. Das Königreich Italien wurde auch im vergangenen Jahre von einer schweren Lanoes-Calamität in Gestalt Der Cholera heimgesucht, welche, von Frankreich in Piemont einbrechend, bald die ganze Halbinsel durchzog und besonders das schöne Neapel schwer heimsuchte. Gerade diese Tage und Wochen des Unglückes haben aber gezeigt, wie treu die italienische Nation zu ihrem Fürstenhause steht und das muthvolle Auftreten des Königs Humbert in dieser schweren Zeit der Prüfung hat ihm auch außerhalb Italiens allgemeine Sympathie erworben. Im Uebrigen sind aus Italien keine bemerkenswerthe politische Ereignisse zu berichten und dasselbe gilt auch bezüglich Rußlands. Dasselbe verhält sich in der auswärtigen Politik ziemlich reservirt, in Asien dagegen schreitet es langsam, aber sicher nach Südosten vor, wie die Annexion des Gebietes von Merw beweist. Die Nihilisten haben im vergangenen Jahre wenig von sich hören lassen und auch bei Dem Besuche des Czarenpaares in Polen, sowie den hieraus folgenden Kaisertagen von Skierniewice verhielten sie sich ruhig, was freilich keineswegs beweist, daß sie ihre dunkeln Pläne aufgegeben haben. Was nun die europäischen Staaten zweiten und dritten Ranges anbelangt, so ist zunächst bei Belgien der Sturz des liberalen Cabinets Frvre- Orban zu verzeichnen, welcher in Folge der Neuwahlen zur Deputirtenkammer erfolgte. Doch konnte sich auch das entschieden clericale Ministerium Malou nicht lange behaupten und mußte dasselbe wegen des ihm.ungünstigen Ausfalles der Gemeindewahlen dem gemäßigt clericalen Cabinet Baernaert weichen. Auch in Spanien fand Anfang dieses Jahres ein Minister wechsel statt, indem das liberale Ministerium Posada de Herrera dem clerical angehauchten Cabinet Canovas del Castillo Platz machte, doch scheint auch letzterem keine allzu große Lebensfähigkeit innezuwohnen. Aus den drei nordischen Königreichen ist lediglich der noch fortdauernde Kampf in Dänemark zwischen dem Ministerium Estrup und der radiealen Mehrheit der Volksvertretung zu erwähnen, dessen Ausgang sich noch nicht absehen läßt. Auch von der Valkanhalbinsel, dem politischen Wetterwinkel Europas, ist nichts Sonderliches zu berichten und scheint es in der That, als ob in den Balkanstaaten solidere Verhältnisse Platz greifen und ihre buntgemischten Völker- ftämme sich allmälig vertragen lernen sollten. In Nordamerika war das bedeutsamste politische Ereigniß des verflossenen Jahres die Präsidentenwahl, bei welcher der Demokrat Cleveland als Sieger hervorging und ist somit in der großen transatlantischen Republik die demokratische Partei zum ersten Male seit 20 Jahren zur Herrschaft gelangt. In Mexiko wurde der Präsident Gonzales durch den General Porsirio Diaz ohne jede Störung der öffentlichen Ordnung versetzt; in Süd-Amerika ist der chilenisch-peruanische Streithandel anscheinend noch immer nicht vollständig geschlichtet. Unter den Reichen des „schwarzen Continents" zieht Egypten noch immer die meiste Aufmerksamkeit auf sich, zur Zeit läßt sich aber nicht im Lokales. Mindesten beurtheilen, welches die nächste Zukunft des Pharaonenlandes sein wird. w . 9J1 sien verhält sich das chinesische Riesenreich gegenüber Den Ansprüchen der Franzosen auf Tongking fortgesetzt äußerst feindlich, aber audi hier vermag Niemand zu sagen, ob schließlich Frankreich oder China in dem seltsamen Handel, den beide Staaten miteinander haben, Sieger bleiben wird. In Australien endlich macht sich eine Bewegung der einzelnen Colomalregterungen gegen die deutschen Erwerbungen in der Südsee geltend Es ist noch nicht bekannt, wie man sich in London zu dieser Bewegung stellt keinesfalls wird dieselbe indessen Deutschland zur Wiederverzichtleistung auf die betreffenden Gebiete bewegen. a 1 Telegraphische Depeschen. telegr. HorrrsporErL^Brrrea«. 2k • D ^wbrr. Gegenüber einem A ttkel der „Daily NtwS" über die < contincntalen Mächte, Insbesondere Deutschland, über ^nrhh1 9m« ?Iä^A CÄ,?.0 * Ayprend sich bisher nickt geäußert Haden, sagt d'c AU?' 3'0- : Füc dl- conttnentalen Großmächte sei die Frage des Friedens ‘T?kC8ct°U €n ®,nü’rn?bmcn8 mit den continrntalen Nachbarmächten viel wichtiger °l%b(C Froge, «05 au? @mten wird. So lange eine Verständigung zwischen Ena^ -^nbH*rb Kl2ncfÄe $ ^ble' r°nne c8 wohl tm Inter.sse der britischen Regierung liegen Deutschland dafür zu gewinnen, daß es zuerst die Vorschläge annehme, um dann die französische Regterung unter die Pression des deutsch-englischen Einverständnisses »u bringen; aber das Interesse Deutschlands an seinem guten Einvernehmen m t Frank? retcb Jci ein zu großes, um wahrscheinlich zu machen, daß die deutsche Politik sich dazu hergedm werde, die englisch -egyptischen Kastanien auS dem französischen Feuer zu Ie"- c Uebereinstimmung der Besichten der Mächte, etnschlußl'ch England 0)6 rÄ Wege der schriftlichen Correspondenz erreicht werde, fei' UhPLn ?»renJ'?' ?drLc Conti-'entLlmacht werde die erste sein wollen, Vorsi-lSg7vorz?e!ft?" Übd0en bur* hte ^nahme oder Ablehnung bet englischen ” .Ar General ' Direktor der directrn Steuern fm Finanzministerium, Burg- bort ist zum Wirklichen Geyeimen Rath mit dem Prädikate „Excellenz" ernannt OOtvCP. Paris, 29. December. Senat. Graf St. Ballier richtet eine Anfrage an die Legierung über bk Ackerbaukrise, beklagt, daß die Commission betreffs der Erhöhung ?rrtnMAL6hA3nh ^bw^^^de mit ihren Arbeiten so langsam vorwärts komme und W fc61 0 die Regierung beabsichtige, die von der Commission abgeschafften m! giLht-ri red,tt erhalten. Der Ackerbaumtn.stcr erwidert, die Regierung ™rbe b‘e ^tz^lle aufreckt erhalten und bei Wiederzusammentritt der Kammern verlangen, baß die Ackerbaufrage auf die Tagesordnung gesetzt werde; die Regierung werde alles nur Mögliche thun, um die Lage der Ackerbau treibenden Bevölkerung zu verveff ^rn. ö 0 . Madrid, 28. December. Durch das ftattgehabte Erdbeben ist der größere Theil der Stadt Alhama zerstört worden, die Vorderseite der Kath-- drale von Granada hat sich etwas gesenkt, auch die Kathedralen von Sevilla und Giralda sind beschädigt. Von den Einwohnern der Ortschaft Albunueloö in der Provinz Granada hat eine große Anzahl das Leben eingebüßt. Klagenfurt, 29. December. In Tarvis und Umgegend haben in der Nacht vom Samstag auf Sonntag heftige Erderschütterungen stattgefunden. Insbesondere wurden drei Stöße von großer Stärke wahrgenommen. In den Mauern vieler Häuser sind Sprünge und Riffe entstanden. Wien, 29. Decbr. In der gestern von dem politischen Verein „Wahrheit einberufenen allgemeinen Arbeiterversammlung sollte zufolge Ankündigung der Reichstags-Abgeordnete Liebknecht sprechen. Bei der Eröffnung der Ver- sammlung wurde jedoch von dem Obmann des Vereins ein Polizei-Erlaß ve. lesen, durch welchen die persönliche Theilnahme Liebknechts an der Versammlung untersagt wird, da demselben der Aufenthalt in Wien nach dem Gesetze vom 22. Juli 1871 nicht gestattet werden könne. Liebknecht war von dem Verbot in Kenntniß. gesetzt worden. Paris, 29. December. Deputirtenkammer. Der von der Regierung verlangte Kredit von 1 Milliarde Frcs. zur Bestreitung Der Ausgaben für das 1. Quartal 1885 wurde mit 351 gegen 127 Stimmen genehmigt und sodann das Einnahmebudget nach den Beschlüssen des Senats ohne Debatte angenommen. ~ 30. Dec-mber. Die cm verflossenen Sonntag Nachmittag tm großen •Saale des (Safe Leib abgehaltene Generalversammlung des Vereins der deutschen freisinnigen Partei war, wie wir gestern schon kurz bemerkt n. ganz außerordentl ch zahlreich besucht- Herr L- Georgi eröffnete mit kurzen begrüßenden Wo'ten die Versammlung und erthrilts sodann dem Referenten Herrn Dr. Gutfletsch bad Wort zum Vortrag. Den Inhalt desselben fassen wir tm Nachstehenden zusammen: Redner begann mit dem Ausdruck feiner Freude über den freundlichen Empfang, den die Versammlung ihm bereitet habe. Dieser Empfang sei ihm ein Beweis, daß die herzlichen Beziehungen, die ihn mit seinen früheren Wählern zum Reichstage v r- banden, durch das Erlöschen seines Mandates n'cht geschwächt seien Hieran schloß Redner die wärmste Danksagung für die In der Zeit der Wahlagitation duses Herbstes von Stadt und Land bethätigte Anhänglichkeit an die von ihm vertretene liberale Sache. Der Dank gebühre in erster Linie dem unermüdlichen und aufopferungsvollen Vorsitzenden des Wahlcomitss, Herrn Ludwig Georgi, sodann aber d-n zahlreichen übrigen Freunden in Stadt und Land, welche mtt unvergleichlicher Hingebung für die liberale Sache gewirkt hätten. Zumal auf dem Lande sei die Wahlthätigkeit der Freunde um so anerkennensmerther, als gerade da bei der letzten Wahl ganz besondere Schwierigkeiten entg?genftanben. Dies süh te den Redner auf das eigentliche Thema seines Vortrages, den Verlauf und die Ergebnisse der Lfcten Reichstagswahlen. F0r den Verlaus der Wahlen bei uns in H ff en und spec'ell auch tm erstm Wahlkreise sei charakrenstisch und zumal auf dem Lande der liberalen Sache sehr nach- theisig gewesen die Beihilfe, welche unsere derzeitige als nationalliberal geltende Regierung der Coaliüon der Conseroativen und Nationalliberalen geleistet habe. Es stehe diese Beihilfe in einem unangenehm auffallenden Gegensätze zur Unparteilichkeit, mit der das frühere Ministerium die vorhergebenden RetchstagSwahlen bemäntelt habe und widerspreche in bedauerlicher Weise der Pflicht der Regierung, über den Parteien ZU stehen und die öffentliche Meinung durch freie und unbeeinflußte Abstimmung zum reinen und unverfälschten Ausdrucke gelangen zu lassen. Redner wolle sich für heute einer Beweisantretung in der Richtung enthalten, welcher posii've Einfluß der Regierung auf die Wahl geübt worden fei. Eine unleugbare Thatsache aber fei, daß in der Woche d-8 Beginns der Wahlagitation plötzlich ein Flüstern l urch die Schaar der Beamtrn, Bürgermeister und öffentlichen Diener bis zum Flurschützen gegangen sei, daß da« Ministerium keinen freisinnige, sondern einen „ftaalderbaltenben" natlonalllbtralerr Candidaten wünsch.'. Schon diese auf eizenthümlichen Wegen in Umlauf gebrachte und durch die Tbatsachen demnächst bestätigte Andeutung habe genügt, um die ganze Schaar der vom öffentlichen Dienste Abhängigen mst wen'gen löblichen Ausnahmen zum intensivsten Kampfe ge en die liberale bez. freisinnige Candidaiur zu eniflammen. Mit dieser Thatsache theilweise zusammenhängend sei die weitere, daß diesmal die Geistlichkeit in ganz unerhörter Weise in die Arena deS Wahlkampfes zu Gunsten des nationalliberalen Candidaten herabgestiegen sei. Im Interesse der Freiheit der Wahl ebenso sehr als im Jntercffe der Religion sei dies zu bedauern. Der Geistliche gehöre in die Kirche und tn dem Maße, als er sich in das politische Getriebe hinein begebe, entfremde er sich den seinem Amte zustehenden Ausgaben, verliere an kirchlicher Wirksamkeit und schädige die religiösen Jntereffen auf daS Empfindlichste. Auch die Judenhetze fei zur Schmach unterer Provinz weidlich von den Gegneru 't werde, stj wollen '»englischen «dw, Burgen) ernannt "krage on Ve "Höhung s komme und abgeschchen »e Regierung er Kammern 3|t Regierung evölkerung zu eben ist der ! der Ahe- von Sevilla : Albunuelos ißt. laben in der iatlgejunden. en. Inden rein „Wahr- AnkündiMg ng der Ver- i-Eckß vt-# Gesetze vom dem Verbot r Regierung lben für das und sodann angenommen. lag lot großen der deutschen inßerordenillch n Worten die sch baS Wort chco Empfang, i Aweis, daß '„W-e“'* ,'in ' auch S'Uem 7'u .‘Wneit 9e[|t"b. »9 fett, ”"9 « bii ?£ ü.b" Mond, über Mdens L'tz Ä ^ndvissis iu 1 m,t Frank- sich daz„ '°n Feuer zu b Enalind WWW Hieran schloß di.seSH»M liberale Sache, igsoollm Bor- -n ganz besondere Lichen lvaM auch tm erP * w* *Ä» S?Ä; t« P-->2 ßrs gs-s fess «‘>1 V>»‘" ÄfeS in 8577 Wilhelm Hlee 8580 Ein Student sucht für Anfangs Januar ein möbl. Zimmer zu mrethen. Offerten sind unter Nr. 8580 an die Erped. d. Bl. einzureichen. .luii.iüfir-s-flnihifiilioii.sfinrlPii in den neuesten Mustern sind in großer Auswahl zu haben bei haben seien. BrmerkenSwerlh für die diesmalige Wablbrwrgung sei der gehässige Ton gewesen, mit dem man die liberale Candtdatur bekämpfte. Redner führt E nrgetz in dieser R'chtung an, indem er unter großer HMerkert der Versammlung den Inhalt von Briefen auS Dörfern in der Gegend von Ridda m.ttheilt, woraus hervo'gchr, daß dorten die Behauptung in Umlauf zu setzen versucht wurde, er sei ein Jude. Die jenseitigen Parteiführer hätten sich auch nicht gescheut, ihn als mit ultramontarnn Neigungen behaftet und als eine ganz unselbständige Creatur deS Abgeordneten R'chter htnzustellen. Der Gegend von N-dda, welche sich überhaupt durch einen besonderen Ton der Agitation ausgezeichnet habe, gehö e auch die namentlich zwischen Nidda und O tenberg verbreitete Nachricht an, Redner sei cm „Republikaner" und „Demokrat", ctne Nachrede, dle sich j tzt auch der Präsident deS nauorallideralen Vereins in Gießen angeeignet habe. In den größeren Dörfern der Wetterau, Echzell. Blngenhllm, Berstadt habe man die letzte ^ett unmittelbar vor der Wahl, insbesondere den Abend des 27. October dazu benutzt, um eine Kostenrechnung des Redners zu o rbretten, welche während seiner Abwesenheit in Berlin in Folge eines V-rs-hens des GegenanwalteS nach einer zu hohen Werthklasse autgeftellt und demgemäß vom Gerichte mit R-cht entsprechend ermäßigt worden war. An die M'ttheilung dieser Rechnung habe man. insbesondere seitens eines HauptagttatorS, in Nidda die schmähl'che Verdächtigung an- peknüpft, daß die Rechnung gefl'sseutlich zu hoch gestellt sei und die Warnung, einen Rechtsanwalt nicht in den Reichstag zu wählen, der solche Rechnungen auSstelle. Zu diesen und ähnlichen Vorkommnissen sei noch zu erwähnen das vielfache Abretßen d.r Plakate des liberalen Wahlcomttr'S, selbst durch die öffentliche Bedienstete, auch dos Auistocheln der Bewohner einzelner Dörfer durch daS selbst von einem Gießener Lehrer kolvortirte Versprechen einer E!s'Nbahn-Hattestclle, eine Wahlagitationtzmeihode, welche von dem jenseitigen Parteiorgane zwar abgeleugnet, aber doch mit dem für die preußische Regierung unglaublich beleidigenden Hinweise beschönigt wurde, daß es selbstverständlich sei, wenn man annehme, auch in solchen Dingen werde die Thatlg- keit eines brr Regierung befreundeten Candtdaten wirksamer sein, a!S d'.e eines Redner weist noch hin auf die schimpflichen Nachreden gegen d.n Abgeordneten Hinze Seitens des Friedberger nattonalliberalen Wahlcomiiös, um dann zu betonen, daß er alle diese Dinge heute nur ungerne constattre, indeß h erüber umsoweniger schweigen dürfte, weil der Kampf der Parteien trotz beendigter Wahl heute roch so stark bestehe, wie nur je. Es sei in dieser Hinsicht namentlich charakteristisch, welche aufreizende Sprache auch jetzt noch das jenseitige Gießener Parteiorgan gegen die Freisinnigen führe, indem cs z B. dieselben als „freisinnig.' Vaterlands Verächter" beschimpfe und überhaupt ganz unetngedenk sei der Pflicht zum Senken der Waffe nach siegreichem St.eit- Er hoffe, daß mit der Zett die Gründung eines wirklich liberalen Blattes mögl'ch sein werbe, welches der derzeitigen Wehrlosigkeit gegen solche schnöde Angr-fie ein Ende bereite. , , , .. £ . . Diese Verholtungsweise der Nationalliberal.n auch nach beendigter Wahl sei w s-ntlich beeinflußt durch daß denselben unerwartete Resultat der Stichwahlen. Wie habe man nach den ersten Wahlen im gegnerischen Lager gejubelt und von der zer. malmten und zerriebenen freisinnigen Partei geredet, und wie kläglich sei gegenüber die Tbatsache, daß schließlich immer noch nahezu 70 Freisinnige gewählt wurden, das Er- gebniß der Vermehrung der nationalliberalen Sitze um nur 5 bis 7! Das errege den neidischen Unwillen dieser kleinen gern großen Partei, wobei dtes-lbe allerdings immer mehr, sei es absichtlich ober unabsichtlich, vergesse, daß ihre Agitation nicht Ihr selbst, sondern nur den Parteien zu Gute komme, denen auch sie angeblich feindlich gegen- überstehe. Ein Ausfluß dieses blinden Fraktionsnetdes sei die neueste dem ruhig Denkenden geradezu unbegreifliche Adressenagttation wegen der Ablehnung des Gehaltes eines weiteren Bureaudirectors tm auswärtigen Amte. Redner bestreitet, daß die freisinnige Partei dem Reichskanzler die verlangte geschäftliche Aushülfe versagt oder gar ein Mißtrauensvotum ertheilt habe. Man habe verwandte Anforderungen des Kanzlers bereitwillig und reichlich bewilligt. Man habe nur nicht gewünscht, daß jetzt schon eine ständige neueOrganna wn geschaffen werde bevor man weitere Erfahrungen gesammelt habe. Vor nicht f hr langer Zeit habe man ja eine ähnliche Erfahrung gemacht, die. zur Vorsicht auffordere: damals habe der Kanzler 4^000 JL für die Stelle eines Viceprasidenten sm St^tsmlmsterlum gefordert und bewilligt erhalten, und nicht zwei Jahre spater sei Stelle thatsachlich .wieder eingegangen. Er, Redner, würde allerdings aus mancherlei Gründen die für den neuen Bureaudirector geforderten 20000 doch bcrrnmflt ba6en; er Dcrftebe a6er wie man die gegentheilige Ansicht so st-.gmatisiren und das Ansehen des .Reichstags so schwer schädigeVkönne, !vie dies jetzt durch den Adrefsensturm der Nationalliberalen geschehe. So habe auch der Präsident des hiesigen nationalliberalen Vereins eine Adresse an den Reichskanzler zur Unterzeichnung auffleleßt jfe' burch den von acht süddeutschen Damen an ihre ,,Mitsck^veft^n—eil^sene^ Pmrsch-Gssenzen aller Art sowie feinster Arae, Ruw und Cognac, Thee, Choeoladen, Cacavvulver, Ananas und Maiwein-EN-nz zn Bowlen, Noth- nnd Weiß-Weine, spanische Weine und Mousseux empfehlt o. Cf. ffleinhenn. Schlackensteine für Massiv- und Fachwerkbauten empfiehlt Albrecht Stein, 2153 Wetzlar und Gießen, 8504 Hildebran-'schcs Rock-Äte 8581 im Zapf. Cafe Schwinn. Pfennig Sparkasse. Die Einleger werden aufgefordert, Samstag, den 3. Januar 1885 die Sparkassen-Scheine zum Zwecke der Einlage der Pfennig-Spargelder in die Sparkasse dahier an die Pfennig-Sparkaffe-Erheber abzugeben. Gießen, den 30. December 1884. Das Kuratorium. betrieben worden. Noch bedcuttndcr fei die Getreidezollogilat'on der G gner oewesen, mit bet sie bie unklare Beg'hiltchk-tt bet Menge bet Landbevölkerung du-ch Vorspiegelung eines vermeintlichen Interesses aufzustacheln versucht hätten. Durch solche Jnteresienagitation vergifte man die Gemüthcr der Wähler und entfremde sie der Pflicht, nur das Gesammtwohl Aller als Leitstern zu bttrüchten. Wobl d'.e stärkste Gegnerschaft aber fei der liberalen Candtdatur durch die Anregung deS Reichskanzlers erwachsen. der «m Frühjahre erklärt habe, daß ihm die Verein'guna der Liberalen v rhaßt sei. Diese Erklärung habe leider d.n Ausgangspunkt für eine förmliche Hetze der Freisinnigen geboten. Ang-sichtS dieser verschiedenen Agitationsmomente nehme sich sonderbar aus die prahlende Heroorbkbung der nattonalliberalen SiegeSbankettredner, daß man stolz sei, bte nattonalltberalen „Stege- ohne Bundesgenosse« errungen zu haben. Füc den KreiS Gießen fei dies um ,o unwahrer, weil ja die früheren Wahlen, zumal von 1881, ge, lebt hätten, daß in diesem Wahlkreise eine konservative Wählerschaft von 4000 btS 5000 Stimmen wirksam sei, nach deren Abzug dem nattonalliberalen Candtdaten entkernt nicht so viel Sturmen ö?rblkben, als dem freisinnigen. Daß eine wirkliche Eoalitton der Conseroattom uvd Natwnalltbrrolen in unserem Wahlkreise Vorgelegen habe, sei auch ersichtl ch auS den Sympathien, welche die zwei conservattv-n Führer, Graf Laudach und Rechtsanwalt Curtmann. für bie natlonalltberole Candtdatur be» thättgt hätten, zwei Männer, dir üb^r dem Verdacht liberaler Gesinnungen hoch vc> Auf den Tbeil der Adresse, der in der Manier des Reichskanzlers von einer „demokratisch- clericalen Parteivcrbindnng" spreche, sei anwendbar die bekannte derbe Kritik der GLthenachbcter. „ , Es sei angesichts der Thatsache, daß bereits am 29. November die Budget- Commission die fraglichen 20000 Mark, übrigens selbst auf Antrag des nationalllbe- ralen Abgeordneten Hammacher auch andere Anforderungen ablehnte und von da bis nm 15. Dezember die nationalliberale Partei keinerlei Aufregung über diesen Be- chlnß zeigte, beachtenswerth, wie die bis dahin schlummernde nationalliberale „Entrüstung" erst durch die Rede des Reichskanzlers vom 15. Dezember geweckt worden ei. Daß man bis zum 15. December in der Ablehnnng der Position gar nichts Merk- oürdigcs gefunden habe, zeige auch die Abmefcnhcit des nationalliberalen Vertreters ür Gießen in dieser Sitzung, eine Abwesenheit, welche dann durch keinerlei private Abbaltnng entschuldbar sein würde, wenn wirklich dieser Angelegenheit eine so große nationale Bedeutung gebührte. Warum die Adresseuunterzeichner nicht einen Theil ihrer überflüssigen Entrüstung seinerzeit in der Richtung vcrwerthet hätten, um den Reichstag, der doch wohl auch eine nationale Institution sei, gegen die Angriffe des Fürsten Bismarck in dessen erster Anrede in dieser Session zu schützen? Vor Allem aber frage er: Mit welchem Rechte und mit welchem Erfolge können diejemgem bie sich jetzt entrüstet zeigen, weil man dem Kanzler 20000 Mark, bie er für nöthia erklärte, ablehnte, künftige Anforderungen beffelben auf anderen Gebieten zurückweifen? mit welchem Rechte insbesondere können sie ihm das Tabakmonopol, das letzte Ideal des Kanzlers, verweigern, wenn er wiederholt, wie bereits früher, erklären sollte, er bedürfe des Monopols zur Schaffung der Wohlfahrt der deutschen Natwn? Daß diese Monopolvorlage in nicht allzu ferner Zeit wieder erscheinen werde, fei um so zweifelloser, weil das gegenwärtige Defizit im Reichshaushalte immer mehr anznschwellen drohe und die Regierung, wie es scheine planmäßig, vorerst von Maßregeln zu dessen Verringerung völlig absehe. .. . In einer Hinsicht stimmt Redner den Natlonalllberalen zu, nämlich im Bedauern darüber, deß im .Reiche>tage keine berechenbare und innerlid) zusammenhängende Majorität besteht. Die Schuld daran treffe aber die nationalliberale Partei; Redner habe es im Wahlkampfe oft betont, daß die Richtung der Nationalliberalen gegen bte freisinnige Partei nur zur Stärkung aller übrigen Parteien führen könne, und so seien beim in ler Tbat Centrum, Conservative und Socialoemokraten wesentlich gestärkt aue. dem Bruderkampfe der voimals verbündeten Parteien hervorgegangen. Bei dieser wesentlich durch die Vtationalliberalen geschaffenen Sachlage sei cs nun allerdings' richtig, daß die Freisinnigen nur mit Zurechnung des Centrnins Erfolge erzielen könnten. Die Sacke lie-e aber gerade so auch für die Natioiialliberalem Auch diese könnten z. B- ihre Pläne auf Erhöhung der Getreidezölle nicht ohne Hlffe des Centrums durchsetzen und daß sie recht gern solche Hilfe annehmen, habe der Wahlkreis Alzey gezeigt, in welchem für Herrn von Schauß in dringlichster Weise um diese Hll>c geworben worden sei. Eine liberale Majorität fei leider durch bu gegnerische Agitation roicbci auf Jahre hinaus unmöglich gemacht worden. Eines aber sei erzielt: die Einheit der Liberalen. Der letzte Wahlkampf und was ihm folgte, habe gezeigt, daß es setzt nur noch eine liberale Partei gebe, die freisinnige. Sie allem sei es, bte insbesondere das Prinzip der Entfesselung aller wirthschaftlichen Kräfte gegenüber dem immer mehr um sich greifenden StialSsocialismus Hochhalte, zwar ohne sich zu verschließen der Nothwendigkeit staatlicher positiver Thätigkeit auch auf wirthschafflichem Gebiete, aber immer in erster Linie die Selbsthilfe und erst im ssiothfalle die Staatshilfe anrufenb. Redner mahnt die Anwesenden, stets der Sache der Freiheit zu bienen; nicht der Geist, der den ,,'nnden Tisch" in Friedberg und die Zeichner der Entruftungs- adressen beseele, habe unser Volk zu seiner nationalen Entwickelung und zur Darbringung der blutigen, ihr gewidmeten Opfer gestärkt, sondern der Ausblick und bie Hoffnung auf diejenige wahre Freiheit, in der erst die Einheit Am vollen Werth erhalte, und die als Ziel zu leuchten habe Jedem, der das Gluck wünscht und die Wohlfahrt unseres Vaterlandes. uue- AzevLeyr. Gießen, ben 30. December. Ans dem heutigen Markt kosttte Butter per Pfund X 0.95—1.03, Hühnereier pr. Stück 8—0 Käse St. 4—8 A#,, Kasematte 2—3 Erbsen pr. Liter 20 Linsen 28 H, Tauben per Paar 0,50—0,60 H, Hühner per Stück at 0 85—1.20, Hahnen pr. Stück JL 1.00—1.50, Enten per Stück 31.1.40—1.80, Gänse per Pfund 48—62 Welsche 3L 9.50—12-00, Ochsenfleisch per Pfund 66—70 H, Kuh- und Rindfleisch 54—60 Schweinefleisch 50—60 Hammelfleisch 60- 68 Kalbfleisch 50—00 4, Kartoffeln per 100 Kilo 31 3.00—3.50, Milch per Liter 12—16 H, Zwiebeln per Ctr. 31 4.00—0.00, Weißkraut pr. Stück 4—7 H KirchSiche Anzeigen der Stadt Greste«. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sylvestertag, Mittwoch, den 31. December. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Neujahrstag, Donnerstag, den 1- Januar. Vormittags 9Va Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Armen hiesiger Gemeinde. Vom Januar 1885 an wird Pfarrer Schlosser, mit Genehmigung des Kirchenvorftandes. einige Misstonsstunden — für äußere, Heidenmifsion — veranstalten und halten. Dieselben werden Donnerstags, Abends 6 Uhr, in der Stadt- kirche gehalten werden- Die erste dieser Missionsstunden soll am Donnerstag, den 8. Januar, stattfinden und wird von Missionar Thumm aus Frankfurt a-M- gehalten werden. Der Gießener Kirchen-Kalender für 1885 enthält Mittheilungen über das kirchliche Leben unserer Gemeinde, eine Gemeindechronik und Erzählungen; er kostet 30 H._______ Feuerfeste Geldschränke, Stahlpanzer u. Schmiedeeisen, Gewölbethüren, Gassen in Möbelform, Geldkisten etc. liefert in gediegener Ausführung Friedr. Krogmann, 5600 Wallthorstraße 17. 8567 Für Anfang oder Ende März finden Mädchen, welche selbstständig kochen können, gute dauernde Stellen durch Frau Hüttenherger, Westanlage 15. r, Ctm. lang, 130 Ctm, breit Mark 5.50 (imitirt) 8540 Teppiche zum Belegen von ganzen Zimmern, 130 Ctm. breit. Neuheiten ms große Auswahl 8574 A. Koch. 8153 Anfang M Uhr 8576 8579 8570 Redaction: A- Scheyda. 200 240 260 60. 48. 48. 160 „ 200 „ U. 8. W. Prof. Dr. Kemmerichs Fleisch-Extract Mark T> Großh. Ortsgericht. Müller. Tüchtige Mödelschreiner finden Beschäftigung in der Kunstschreinerei sanft in dem Herrn entschlafen ist. Gießen, den 30. December 1884. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Mittwoch Mittags 1 Uhr vom Sterbehause, Sonnenstraße 27, aus statt. von Carl Ringshansen, Nidda. empfiehlt in vorzüglicher 'nslifät Ei. KaSkhuf. per Mir. 2.50. Abgepasste Germania-, Tapisserie- Mittwocb den 31. Decbr , Vormittags 11 Uhr, werden in meinem Comptoir 5 Mitgliedbücher eines hiesigen Sparvereins int Werthe von nnierSfir .X 1200, sowie um 111/2 Uhr, in der Treffelt'schen Wohnung, Selters- wcg 38, ein Linoleumtortteppich in der Größe von ca. 25 Qm gegen Baar- rahlung versteigert. 8556 Hoffmann, Concursverwalter. Gegenstände für Letztere beliebe man bis Donnerstag Nachmittag 5 Uhr bei Herrn Friseur Conrad (Mäusburg) niederzulegen. Hamburger FischhaMimg. Heute und folgende Tage: Große Sendung frische Helg. Schellfische. Frische Hechte, Karpfen, Rheinsalm, grüne Heringe zunl Braten, Schollen, vrima Kieler Sprotten p. Pfd. 60 russ. Sardinen p. Pfd. 50 H, Rollmöpse,' Caoiar, Sardellen empfiehlt in Ballstosfen, Blumen, Spitzen, Stosfund Ballhandschuhen. 1 8573 Fh. Ellinger. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage. 9.50 13.50 Donnerstag, den 1. Januar 1885 Abends 7 Uhr im Saale des Hotels „Einhorn“: Gesellschaftsverein. Die Bibliotbek ist jetzt an den drei Wochentagen: Montag, Donnerstag und Samstag jedesmal von 2 — 3 Uhr geöffnet. 9575 Gresellsch.aftBV'orstand. Todes Anzeige Statt jeder besonderen Anzeige Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß gestern Abend 6 Uhr nach langem schwerem Leiden unser lieber Gatte, Vater, Bruder und Schwager Heinrich Kirchner Bekanntmachung. An dem Regierungsgebäude auf dem Brandplatz ist ein neuer Briefkasten angebracht worden; die Leerungszeiten finden sich an dem Briefkasten vermerkt. Gießen, den 27. December 1884. Kaiserliches Postamt. Ni sert. Hütet Bellevue ( H ensel * Garten). Am Heuja.hr stage: ZWEI «ROSSE C’O.M'ERTE 8566 Eine tüchtige, perfekte Köchin sucht für gleich oder später Stelle bei einer feinen Heri-schaft oder in einem Hotel. Näheres bei Frau Hüttenberger, Westanlage 15. empfiehlt Brauerei Förtsch. Weihnachts - Feier verbunden mit Tausch-Verloosung. vermischte Anzeigen. 8578 Mk. 3000.— gegen gute Hypothek gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 8571 Ein zum Hotelbetrikbe pajsendrs Hans von 20—25 Zimmern in der nächsten Nähe der Bahn, oder ein bestrenommirtes wird auf eine längere Reihe von Jahren von einem soliden cautionsfähigen Wirthe zu pachten, bei einer geringen Anzahlung auch zu taufen gesucht. Offerten sub G. H. 300 an die Exped. d. Bl. Keilgcöotenes. Vorzügliches Helles Wiener und dunkles Münchener Bier Patent-Ausziehtische mit 3 Einlagen Bücherspinden mit Nickelbescblag . Zweithürige Kleiderschränke ° . Teppiche MMM von Ernst Lotz. Hochfeine matt und blank polirtc gtttficlkii. Polster-Möbel in allen Fa;ona und Dessins. Grosses langer in Spiegeln* Polirte Büffets in Nussbaum und in Eichen. ausgeführt von der Kapelle des Grossherzoglich Hessischen II. Infanterie-Regiments Nr. 116, unter Leitung des Kapellmeisters Herrn C. K r a u s s e. 8-82 Ende ?|2 Mr. Anfang 8 Mr. — Ende iri2 Uhr. Bier im aiaa- "Wffi Eiitree 30 Pfg. ZMK“ Bier im aiaa Bekanntmachung. Die Lieferung der für das Etats- jahr 1885/6 bei dem Großherzoglichen Gendarmerie - District Oberhessen erforderlichen Schreibmaterialien soll auf dem Weg der Submission vergeben werden. Die Offerten sind unter Ueber- sendung von Mustern und deren Preise bis längstens den 6. k. Mts. auf dem Diftrictsbüreau abzugeben, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können. Gießen, den 29. December 1884. Großherzoglicher Gendarmerie-District Oberhessen. 8568 Frh. v. Follenius, Major und Districts-Commandeur. Montag, 5. Januar 1885, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Immobilien des Johannes Weber II. dahier Flur XXXIV/581« 94 1 Mtr. Hof- 6/io 231 > raithe am 5953/io 119 J Schießhaus, „ XXXIV/5953/io 326 Mtr. Hofraithe Garten daselbst, „ XXXX/256 838 Mtr. Acker im Gart- feld in der Schwarzlach links, „ XXXX/256a 188 Mtr. Acker daselbst meistbietend versteigert werden und wird mit dem Zuschlag die Genehmigung er- theilt. Gießen, den 8. December 1884. jepasste Germania-, Tapisserie-, Plüsch-, imitirte Brüssel-, Sealskin- bis zu dem feinsten Axminster-Teppich Lagsr im ersten Stock. 8002 Dermietyungsn. 8569 Der 2. Stock zu vermiethen. Grünberger Straße 44. V. 8565 Ein Familienlogis (Vorderhaus), bestehend aus 6 heizbaren Zimmern mit allem Zubehör, nebst Gartenantheil ist zu vermiethen und den ersten April 1885 zu bezieheii^ imKörnev'schen Garten. 8572 Die Parterre-Wohnung in meinem Hanse, bestehend ans 5-7 Zimmern mit Zubehör, ist p. 1. April 1885 zu vermiethen. H ff- Vogt Wwe.,^Westanlage 22. 8343 Eine freund!icke Wohnung, 5 Zimmer, abgeschlossener Eorridor, Magdstube, Gartenantheil, Bleichplatz und sonstige Bequemlichkeiten, ist bis 1. April k. I. zu vermiethen. Gg. Schreiber, Schillerstraße 16. 7217 Eine größere Wohnung (beletage) bestehend aus 7 Zimmern und allem Zubehör, sowie Gartenantheil per 1. April cvent. 1. Januar 1885 zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl._________ 8557 Eine Stube mit Küche zu ver- , miethen. Asterweg 19. | 8165 Der erste Stock meines Vorderhauses, 6—7 Zimmer, Mägdckammer, Vorgarten, auch Gemüsegarten, und auf Wumch Scheune, Pferdestall, Remise, Bleichplatz re., wird durch Wegzug des Herrn Spiegel pr. 1. April 188a frei. Carl Wenzel, Frankfurterstraße 40, 8473 Parterre-Wohnung per 1. April zu vermiethen. Grünberger-Straße 36 bei W. Barthel. 8533 Eine Familienwohnnng mit Gartenantheil, größer oder kleiner, zu vermiethen. __________ _______bei Dr. Weber. ’ 8554 Frankfurterstr. 69 ist wegen Ver- setzung der 2. Stock, 4 Zimmer, Mche und Zubh. b. z. 1. April u. I. zu vermiethen, auf Wunsch auch früher. 8560 Eine Schlafstelle zu vermiethen. Wallthorstraße 65, III. 8550 Ein Familienlogis zu vermiethen bei Wwe. Plank, Wolkengasse. 1220 Schulstraße 10 Laden mit Logis zu vermiethen.