1884 Donnerstag den 31. Juli Str». 176 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Bureau: Schulstraße 7. 5031 * Sie- nerinneit mitzu- chneten Comile- Anordnnnzrn daS Nähere 8 lO am 14. Auzust 'omite-Mitgliev um 6. August lrhtt'alschen offen. Norstanv- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Pest bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pr. TeNgraMchr Depeschen. Woiff'S teiegr. Es-r«kKo«Stttz»B«««a«. Bad Gastein, 29. Juli. Se. Maj. der Kaiser nahm heute ein Bad, machte des Regens wegen aber erst um 3 Uhr Nachmittags eine Promenade. Vorher hatte der Kaiser der Gräfin Samberg einen Besuch abgestattet. Eine Ausfahrt war gestern der ungünstigen Witterung wegen unterblieben. — Die Großherzogin von Weimar trifft am 4. August zur Kur hier ein. Haag, 29. Juli. Von Seiten der Regierung wurde heule m den vereinigten Kammern der Gesetzentwurf, betr. die eventuelle Regentschaft der Königin, eingebracht. Der Gesetzentwurf über die Vormundschaft ist in Vorbereitung. Paris, 29. Juli. Von gestern Morgen 10 Uhr bis zum Abend find in Toulon 3, in Marseille 5 Personen an der Cholera gestorben. In Arles sind vom Sonntag Abend bis zum Montag Abend 6 Cholera-Todesfälle vor- geforamert gu[i. Seit gestern Abend bis heute Vormittag 10 Uhr starben in Toulon 7, in Marseiile 11 Personen an der Cholera. London, 29. J.rti In der gestrigen Sitzung der Conferenz stellte der deutsche Botschafter den Antrag, die Reform des ägyptischen Sanitätswefens als dringende, mit der Verwaltung Egyptens zusammenhängende Frage in Erwägung zu ziehen. Lord Granville weigerte sich, die Frage zur Diskussion zuzulaffen, denn die Conferenz sei nur zur Berathung resp. Abänderung des Liquidations- Gesetzes berufen. Die anderen Botschafter traten in der Competenzfrage der Auffaffung Lord Granvilles bei, indem sie gleichzeitig erklärten, daß sie im Falle der Diskussion den deutschen Reform-Antrag unterstützt haben würden. Der deutsche Botschafter ersuchte, Akt davon zu nehmen, daß er diese Frage angeregt, der Präsident aber die Diskussion nicht gestattet habe. — (Unterhaus). Unterstaatssecretär Ashley erkärte, nach lorgfaUtger Prüfung aller Umstände sei die Regierung zu dem Schluffe gekommen, daß der Anspruch Deutschlands, seinen Staatsangehörigen in Angra Pequena Schutz zu gewähren, nicht bestritten werden könne, obwohl die Walfisch-Bay und die an- grenzenden Inseln unstreilig britisches Gebiet sind. England ersuchte Deutschland, gemeinschaftlich mit England eine Commission ju ernennen, wUche tue Ansprüche der britischen Untertanen regeln soll, die nch in Angra Pequena niedergelassen oder dort Besitz erworben haben. , Kairo, 29. Juli. In Assuan laufen unbestätigte Gerüchte um, wonach Osman Sigma am 18. b. Mts. von einem Angehörigen des Bischan-stammes ermordet worden sei. itter, -Jcheclor. jer, Lehr, iteter. Lehrer. Nodnagel, ilschul-Direcior. ein: nb Frau« Deutschland. Darmstadt, 29. Juli. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 18. Juli den Amtsrichter bei dem Amtsgerichte Worms, Karl Ewald, mit Wirkung vom 1. August l. Js. an zum Staatsanwalt bei dem Landgerichte der Provinz Starkenburg zu ernennen. — Am 23. Juli wurde der Siedemeister bei der Saline Bad Nauheim, Ludwig August Plock, zum ständigen Gehülfen des Bergmeisters der Berg- meistere! Gießen mit dem Amtstitel „Bergmeisterei-Assistent" ernannt. Darmstadt, 29. Juli. Der neue Landtag soll zum ersten Male im October einberufen werden. (8r- Zig) Berlin, 28. Juli. Nachdem der Postpacket-Verkehr mit Portugal gänzlich eingestellt worden ist und die Postsendungen in Folge der Quarantäne-Maßregeln außer an der französisch-spanischen auch an der spanisch-portugiesischen Grenze einen 24stündigen Aufenthalt erleiden, müssen die den Hamburger und Bremer Postdampsern in Lissabon zuzuführenden Briessendungen 48 Stunden früher als sonst aufgeliefert werden. — Nach einer dem Reichspostamte ^gegangenen Mittheilung der niederländischen Postverwaltung sollen die zwischen Amsterdam und Batavia fahrenden Postdampser zur Vermeidung von Cholera-Gefahren bis auf Weiteres nicht mehr in Marseille, sondern in Neapel anlaufen. Demzufolge sind diejenigen Briefsendungen nach Niederländisch-Indien, welche mit den vorbezeichneten Schiffe» befördert werden sollen, über Italien zu leiten. — Die Berufung des Staatsraths zu seiner ersten Session, in der neben der Constituirung auch die Vertheilung mehrerer wichtiger gesetzgeberischer Angelegenheiten in die Abtheilungen und der Beginn der Thätigkeit Der letzteren erfolgen soll, ist, sicherem Vernehmen der „Schles. Ztg." zufolge, nunmehr be- stimmt auf den Monat October festgesetzt. Koblenz. 28. Juli. Die Enthüllung des Göben-Denkmaks, welcher der Kaiser beiwohnen wird, soll am 23. September stattfinden. England. London, 28. Juli. Die von der Conferenz heute abgehaltene Sitzung mutt e nach etwa dreistündiger Dauer auf morgen vertagt. — Unterhaus. Der Premier Gladstone theilte mit, daß in der heutigen Sitzung der Conferenz ein wichtiger Punkt zur Erörterung gelangt fei, betreffs dessen die Conferenz-Bevollmächligten an ihre Regierungen zu referiren gewünscht hätten; er hoffe, daß die Antworten der Regierungen noch für die morgende Sitzung der Conferenz eintreffen würden. Politische Ueberficht. Gießen, 30. Juli Die von mehreren Blättern gebrachte Nachricht, daß anläßlich der in voriger Woche erfolgten Abreise der kronprinzlichen Familie ein Attentat gegen dieselbe, resp. gegen Kronprinz Friedrich Wilhelm, geplant gewesen fei, hat sich als ersunden herausgestellt. Natürlich beruhen auch alle Mittheilungen über besondere polizeiliche Vorsichtsmaßregeln bei der Abreise der kronprinzlichen Herrschaften auf Erfindung. Betreffs der diesjährigen Baderersen des Fürsten Brs- marck steht noch immer nichts fest. Vorläufig bekommt ihm die ländliche Zu- rückaezogenheit von Varzin so gut, daß von einer Bade- oder Brunnenkur für die nächsten Wochen überhaupt noch nicht die Rede ist. Vermuthlich wird die übliche Kissinger Kur des Reichskanzlers dieses Jahr ganz wegfallen und dürste derselbe nur die Kur in Gastein durchmachen. Der Rücktritt des Directors des Reichsgesundherts-Amts, Geh. Ober-Regierungs-Rathes Dr. Struck, steht bevor. Herr Dr. Struck ist wegen seines schwankenden Gesundheitszustandes schon seit Monaten beurlaubt und war deshalb auch nicht Mitglied der deutschen Cholera-Commission, in welcher lediglich Dr. Koch das NeichSgesundheits-Amt vertrat. Ordentliche Mitglieder des Aintes sind zur Zeit der Director der Thierarzneischule in Berlin, Geheimrath Dr. Roloff, der Geheimrath Dr. Koch, sowie die beiden Regierungsräthe Dr. Sell und Dr. Wolffhügel. Dr. Koch nimmt zur Zeit die Geschäfte des beurlaubten Directors wahr. In Alzey sand am Sonntag eine nationallwerale Versammlung statt. In derselben gelangte eine Resolution, welche die Zustimmung zu der Social- und Colonial-Politik des Reichskanzlers ausspricht, einstimmig zur An- nähme; zum Reichstags - Candidaten für den Wahlkreis Bingen-Alzey wurde v. Schaub, Bankoirector in München, nominirt. Die Versammlung war von etwa 800 Personen besucht, und traten als Redner außer v. Schauß noch die Herren Osann (Darmstadts und Michel (Reu-Bamberg) auf. Die Aussichten für das Zustandekommen der französischen Verfassungs-Revision haben sich plötzlich bedeutend günstiger gestaltet. Die Samstags-Sitzung des Senats hat in ihrem Verlause dargethan, daß in dieser Körperschaft durchaus nicht eine solche Aversion gegen die Revisions-Vorlage herrscht, wie man bisher annahm, denn sämmtliche Redner äußerten sich in entgegenkommendem Sinne. Seinerseits erklärte der Ministerpräsident Ferry, daß die Regierung den Artikel 8 der Vorlage, auf welchen es hauptsächlich ankommt, einer nochmaligen Redaction unterziehen werde und inzwischen die Kammer zu einem neuen Votum veranlassen wolle. Auch Leon Say, welcher die Revisions-Vorlage bislang entschieden bekämpft hatte, erklärte sich zu möglichstem Entgegenkommen bereit, betonte aber ausdrücklich, daß er niemals einer Beschränkung der Rechte des Senats in finanziellen Fragen zustimmen werde. Am Dienstag setzte der Senat die Debatte über die Revisions-Vorlage fort. — Die Cholera-Epidemie in Toulon und Marseille ist im Abnehmen begriffen. Die Bewegung gegen das englische Oberhaus hat bereits wieder ein Riesen-Meeting gezeitigt. Der Schauplatz war diesmal Manchester, wo am Samstag 80,000 Personen im Pomona-Garten unter dem Vorsitze Bright's eine Versammlung abhielten. Von speciellem Interesse war, daß der mitanwesende Kriegsminister Hartington offen gegen die Action des Oberhauses auftrat, gleichzeitig aber auch erklärte, Agitationen bezüglich einer Reform des Oberhauses seien jetzt nicht rathsam. Bright bezeichnete als Zweck der Versammlung,' da-s Oberhaus zur Annahme der Wahlreform-Bill im Herbste zu nöthigen, andernfalls werde die Nation eine Beschränkung der Oligarchie fordern. Schließlich wurde eine gegen die Haltung des Oberhauses in der Wahlreform- Angelegenheit gerichtete Resolution einstimmig angenommen. Im italienischen Grenzconflict hat jetzt die italienische Regierung einige Zugeständnisse gemacht. Ihnen zufolge ist es den Bewohnern der schweizerischen Grenzdistricte gestattet, unter gewissen Bedingungen die italienische Grenze zu überschreiten, um ihren Geschäften jenseits derselben nachzugehen. Nach wie vor behauptet man in der Schweiz, daß der Cholera-Cordon nur ein Vorwand der italienischen Regierung sei, der eigentliche Grund der Absperrungs-Taktik aber sei der, die Schweiz für den vom Kanton Tessin aus betriebenen und großartig organisirten Schmuggelhandel, welcher die italienische Staatskasse empfindlich benachthelligt, zu strafen. Da Italien jedoch die gleichen Grenz- sperr - Maßregeln auch gegen Frankreich anwendet und ebenso gegen aus Oesterreich kommende Personen eine fünftägige Quarantäne angeordnet hat, so dürste obige Anschauung wohl auf irrigen Grundlagen beruhen. Die projectirte Reise des russischen Kaisers nach Warschau hat eine Menge Gerüchte hervorgerufen. Wir wollen von denselben nur oas eine erwähnen, nach welchem Kaiser Alexander auf seiner Reise nach Warschau die österreichische Grenze passiren und hier, vielleicht in Granica, eine Zusammenkunft mit dem österreichischen Kaiser haben würde. Ja, es wird sogar versichert, daß Kaiser Franz Josef den Czaren nach Warschau begleiten werde. Inwieweit dieses Gerücht den wirklichen Verhältnissen entspricht, muß dahingestellt bleiben. Jedenfalls verdient der Umstand registrirt zu werden, daß aus der Bahnlinie Skierniewice-Warschau, wie auch zwischen letzterem Orte und der österreichischen Grenze besondere Vorsichts- und Sicherheits-Maßregeln getroffen werden. :aimge W- Jahre nach en ist. Sthülettnn 4' AUW tfi ,UIW ober 'n »« fttuno, te/ Buge« unb 8 brer fiinber "'H d-ß ,e.ttttn bet leiben mögt, große werben, üffzuwenbenben te8 Festes uno alb an bie ge> "so freundet er§ durch Bri- 5" Weisen für fest enistehenben j" engagirenbe be" Zugängen sestiheilnehrnern 'n wohl bie be= kleinen Beitrag trauten Herren Here Beiträge 11 *La 4962 * r«r Niia Wiid. Wriiiir A <7 A- /■ j Lokales. G. Gießen, 30. Juli. f Sterblichkeit in Gießen.) Die Zahl der Todesfälle betrug während der Woche vom 20 bis 26. Iult tm Ganzen 8 und zwar wurden vorzugsweise Kinder betroffen. Von erwachsenen Personen starben nur 2 an Lungenschwindsucht. Von Kindern tm ersten Lebensjahre starben 2 au Brechdurchfall, eins an Keuchhusten. Von älteren Kindern erlag eins, das von auswärts hierher gebracht worden war, der Diphtherie, ein zweites starb an einer Verwundung, die es durch einen Sensenhieb erlitten, bei einem dritten wurde Herzlähmung als Todesursache angegeben. M In der Gei steht ein 3' Faffelochst taufen. Diei deßhalb, weil Mer und g sind. MuWm GroM. Särge: Neue Hot gerüiich ueue ein Cupern ii empsicht €.6. De Oeltz Bester Fus SSL- 5040 5044 Somrn räumen, nerfa^e Hosen, Joppen,! ebenso tetfauie rvie: Hosen, Ri Frauenkleiber zu S Caii Mw Ärsc f« b!‘ M-rl-a Will' « ' ,[(11 W i»Ä< sahrm * _ Von es.« und lange, lange f ßs gE bd iwdte. <*n (jt.rj «f* gI Wsche hinau.ge Ulm, 22. Mein »Mm der Oe M stauen von den r entwischt- 6-80 abgehauen-Ech Magen, dabet öl leben die Feste. hier bald dort von dem durch sie verübten Unfug. Für unsere Landbevölkerung, die schwer hierunter leidet, ist es uanz unbegreiflich, daß dos sonst so tiramme preußische Regiment diesen gewerbsmäßigen Unfug duldet. In kurhessiscker Zett, wo es noch ein HetmathSrecht gab, war ein solches Umherztehen ganz unmöglich. Jeder Zigeuner, der tm Lande wetten wollte, mußte an einem bestimmten Orte sich ntederlassen und dort einen ordnungsmäßigen Erwerb treiben. Auswärtige Zigeuner wurden an der Grenze weggewiesen. Run mag ja der Grundsatz der Freizügigkeit zu dem Schlüsse berechtigen, daß man, so wie keine Heimath, auch keinen Wohnsitz zu haben braucht und sich angeblich vom Umherzteh n tn Gottes freier Luft ernähern kann. Jedenfalls aber liegt eine Abdülse nahe, welche ohne erhebliche Anstrengung die Polizei zu leisten vermöchte. Wenn diese nur anordnen wollte, daß jeder Ztgeunertrupp, sobald er sich tm Lande bl cken ließe, von Station zu ©tat.on durch einen oder womöglich zwei Gendarmen b-gleitet würde, dnß auch an den Orten, wo derselbe sein Nachtlager aufschlägt, ein Gendarm übernachtete, so würde damit, wie wir glauben, sehr viel geholfen sein. Denn die Schutzlosigkeit der Landbevölkerung Ist es, waS diesem frechen Gesindel die Oberhand gibt. Ist ein Gendarm am Orte, bann haben die Bauern einen festen Anhalt, um jenem die Spitze zu bieten. Vielleicht würden die Banden auch sehr bald in der ständiger! Begleitung eines Gendarmen sich so ungemütblich fühlen, daß sie unser Land verließen und in ihre böhmischen oder anderweitigen Wälder zurückkehrten Heidelberg, 27. Juli. Die „Düsseldorfer Ztg.- Nr. 203 vom 24. Juli d. I schreibt über das von Gebr. v. Schenk dahier dargestellte neue Putzpulver: Schon manche schöne und für datz praktische Leben nützliche Erfindung, besonders tm Reiche ber Chemie hab n wir dem 19. Jahrhundert zu verdanken und noch immer schreiten wir vor und fast täglich werden neue Entdeckungen und E-findungen bekannt gemacht. So haben wir jetzt eine neue Entdeckung zu verzeichnen, die gewiß von allen Mttall- und Sptegelglasg.schäften, sowie in allen Haushaltungen mit Freuden ausgenommen wird. Es ist dies das doppelt geschlemmte Silicium von Gebrüder von Schenk in Heidelberg, da8 sich so ausgezeichnet als Putzpulver sür GlaS und alle Metalle bewährt. Mit Leichtigkeit nimmt eS von allen Metallen und GlaS den Schmutz fort und putzt Alles spiegelblank und gibt neuen Glanz; besonders wichtig ist diese Ersindung für die großen Spiegelscheiben, deren Reintgung im Winter und beim Sonnenschein so schwierig ltt. Putzpomade und Steorinöl, womit bis jetzt meistens die Metallsachen geputzt worden, werden durch das Stticium.-Putzpulver ganz verdrängt werden, da bamit zu putzen dne sihr schmutzige und langweilige Arbeit ist und die Metalle dadurch scharf angegr'ffen werden. Das geschlemmte Silicium putzt rasch, ohne Mühe, ist sehr reinlich und greift die Metalle nicht an. Es eignet sich vorzüglich für Gold, Silber, Neusilber, Alfenide, Messing, Kupf'r, Zinn, Blech und Spiegelglas. — Der Druckerkobold bat der Kölnischen Zeitung — allerdings nur tn einem "einen Thette ihrer Auflage — vor e'nigen Togen einen recht boshaften Streich grsprelt, von dem uns nur wundert, daß die Argusaugen des Kladderadatsch ihn nicht entdeckt und im „Briefkasten- zur gebührenden Rechenschaft gezogen haben. Es wurde da erzählt, wie die englischen Richter bei Körperverletzungen mit äußerster Strenge Vorgehen, und ein bestimmter Fall erwähnt, in welchem das Urthett auf fünf Jahre schwere Arbeit und dreißig Hiebe lautete. „Der Richter" - so heißt es nun weiter — ^bemerkte in seiner Urtheilsbegründung, er wolle und werde solchen Halunken, welche sich an harmlosen Menschen ohne Ursache und bloß zur Befriedigung ihres Muth- willens mit rohen Gewaltthätigke ten vergreifen, stets mit der durch das Gesetz zulässigen Öar°,yen Strenge die Lust zu Wiederholungen verleiden und in solchen Fällen die Gefangmßstrafe durch körperliche Züchtigung schärfen, denn nur die Erinnerung an bkfe blef&e bei solchen schmutzigen Schuften, welche sonst keine Scham besitzen, Hafter. Bcilhiebe entfernen den Rückgrat und im nächsten Moment hängt er in zwei Hälften ff-. ganze Procedur war so fabelhaft rasch vor sich gegangen, daß sie gerade durch diese Schnelligkeit ihrer Schrecken beraubt wurde. Eben schrie noch das Schwein, weil man es am Hinterbein erfaßt hatte und schon für.funddreißig Secunden (?) später hing es falt und steif, gereinigt und kopflos in zwei Hälften im Eishause, um sich spater noch in Schinken, Speckseiten und Rippenstücke zu verwandeln.- Der scharf- sichttae Leser wttd schon ungefähr ahnen, wie die Sache sich verhält; um aber die hier so schrecklich veileumdeten enallschen Richter nicht auf ein bloßes Errathen des Zusammenhanges anzuweisen, sondern sie in aller Form darüber zu beruhigen, daß die Anglophobie in Deuischland nicht so hoch gestiegen ist, ihnen eine so fürchteeliche Straf- Vollstreckung untrrzuschieben, wie die oben geschilderte, sei tn kurzen Worten bemerkt, daß die letzten sechs Zeilen der angeführten Stelle nicht die englischen Gerichte, sondern die großen Pökelhäuscr von Kansas City angehen, wo täglich einige Tausend Schweine geschlachtet werden. Obengenannter Kobold hat aus der tn einer frühem Ausgabe des Zweiten Blattes von Nr. 204 enthaltenen Beschreibung des großartigen Schlachthauses die Schlußzeilen entnommen und in hinterlistiger Weise an die Darstellung des englischen Gerichtsverfahrens angeklebt. — Das traurige Ende des Capttäns Webb in den Stromschnellen des Niagara ist noch in aller Gedächtniß. Nicht gewitzigt durch den Ausgang von Webb's Unternehmungen will jetzt wieder ein tollkühner Schwimmer sich hinabwagen. Marquis Bibbero, die« der Name des Tollhäuslrrs, ist gleich Webb ein bekannter englischer Schwimmer und macht das Unternehmen nut von zwei Versuchen abhängig, die er vorher an stellen wM. @r beabsichtigt nämlich zuerst zu untersuchen, ob sein „Vorgänger" Webb wirklich, wie später behauptet wurde, durch den ungeheuren Druck der Wasser- maffm zu Grunde gegangen sei, oder ob er nicht vielmehr in Folge eines Accidents unterlag, dem man mit etwas mehr Glück ober Gewandtheit als der unglückliche »Hero of the Channel“ aufzuweisen hatte, entgehen könnte. Zu diesem Zwecke wird Bibbero, wie amerikanische Blätter melden, zuerst einen Holzpflock mit einer Masse von der ungefähren Conststenz menschlicher Muskulatur überziehen, denselben die Schnellen hinabtreiben lassen und unten wieder guffangen. Sodann will er einen starken Kauischukoallon von der ungefähren Form und Widerstandskraft eines menschlichen Rumpfes, der statt der Lungen mit aufgeblascnm Schweinsblascn ausgestattet ist d.e.elbe Probe durchmachen lassen und dann, wenn beide Experimente zu seiner Hu- friedenbeit ausfallen, selbst die gefährliche Reise antreten. Ist das Ganze nicht bloßes Geflunker, so wird man der Geschichte Originalität nickt absprechen können und es bleibt dann nur zu hoffen, daß schon die erwähnten beiden Versuche nickt den gewünschten nachd-m sonst die Chronik des Niagara wohl wiederum ein trauriges Copitel bereichert werden wird. .ooo lW-iß- Indianers «16 der englische Reisende Dr. 9?. H-oth im Sommer 1883 den Rtd Bem hinabfuhr, traf er bei Santa Anna, dem äußersten und nördlichsten Sammelplätze von bolivianischen Kautschuksammlern, einen nur wenig zahlreichen Stamm von Indianern, welche sich Pacavara-Jndianer nannten und deren Hautfarbe kaum dunkler als diejenige der Spanier und Portugiesen ist. Sie sind halb seßhaft schon ttmaS civ l sirt und httfkn dm Bolivianern fleißig bei der Best-llung meS’r 2ucca« Vnb Bananenpflanzungen, wie beim Einsamweln deS cU ^schlechter sind nur mit einem kurzen Hemde bekleidet, durchbohren me Nasenscheibewand und stecken von beiden Seiten Federn hinein, so d^ß es von ^/„"'nOUs^eht, als hatten sie starke Schnurrbärte. In dm durchbohrten Ohrzipf-ln tragen sie die Augenzähne von Alligatoren. b!l Seeschlange erinnert folgende Mtttheilung der „Sarja": Inder Umgegend der Stadt Kijew soll sich seit Kurzem eine tmmmS reiche junge Dame nnWpM01 einsrüssel anstatt der Nase niedergelassen Haden. Diese Dame mit Anhängsel bietet Herz und Hand Demjenigen an, der in Anbetracht Vermögens (wie öerlaufet 5 Millionen) sich durch den Schweinsrüssel «NLrt Mt, dieselbe zu hetrathen. Ein junger Mensch soll sich zwar bereit mack?aÄ!» ru hetrathen, soll jedoch beim Anblick seiner Braut in £)bn= m?cben6iÄ auf ba§ Bestimmteste, die Rüsseltragende stillen bereits an« deren Gesicht mit einem Schleier (!) verdeckt gewesen. Es beutel der^schrecklichen Äh'™ T ?r°V Än*abI ÜOn Prätendenten auf den ®elb> ÄnabJ* dnßefunben 6aben unb tn Erwartung derselben die fd)i(i)tp'~bie^fIl.OfifOfntr? Die „Gazetta Ticinrse" erzählt eine köstliche Ge- bahnwaam'tn vollständiger Wahrheit beruht. Es langten zwei Eisen. Nun kämm bteGmft her ^?ae/M« re wit Chlorkalk, der andere mit Carbolsäure beladen. G"aenbemerk"naen m * ?»^ ^rung betrauten Beamten und desinficirten, trotz aller nähme sagten ste L.^se Waaren. Ihre Reglements gestatten ihnen feine Aus, infieirenben VRnnrin hl L " !* I f üroße Frage: „Haben diese desinficirten be8» SX' „ 1t doppelte DesinfectionSkraft erlangt oder ist letztere durch die Chemiker sollten doch zusammentreten und das dralz und Hopfen — ein guter Tropfen. Durch das Falliment eines Münchener HandlungShauses ist der Behörde ein wichtiger gunb BermischteS. Friedberg, 27. Juli. Heute fand im Hotel Trapp dahier eine sehr zahlreich besuchte Versammlung von Vertrauensmännern der nattonalltberalen Partei des 2. Oberhefsifchen ReichStagSwahl-Bezirks Friedberg-Büdingen statt. Als demnächstiger Rerchktagscanbibat wurde von dem hiesigen Wahlcomitö Oberlandesgerichtsprasident Görz oorgeschlagen und von der Versammlung allseitig mit Freuden begrüßt und als Candidat vroclamirt. Der Vorgeschlagene hat sich zur Annahme einer eventuellen Wahl bereit erklärt. Darmstadt, 28. Juli. Die unlängst stattgehabte Prüfung zum Postassistenten haben bestanden: Döring und Klein in Mainz, Müller I. in Alzey, Morgen stern in Offenbach und Pitzer in Gießen. Darmstadt, 28. Juli. Der Verein hessischer Aerzte bat Normativ-Bestimmungen entworfen, nach denen Verträge mit Kcankenkassen abgeschlossen werden dürfen. Dieselben bestimmen: 1) ES ist überall bei Verträgen mit Krankenkassen jeder Art die Honorirung der Einzelletstung anzustreben und wird als Mtnimalsatz für den Besuch am Tage 1 JL, bei Nacht 3 für die Ordination im Hause dcs Arztes am Tage 60 bei Nacht 1 50 festgesetzt. Es steht dem Arzte das Recht zu, für Besuche, oie Mo gms nach 8 Uhr bestellt werden, als für Extrabesuche, 1 50 H in Ansatz zu bringen. Für geburtShülfliche und chirurgische Operationen sind tm Minimum die kleinsten Ansätze der Taxe von 1865 anzusprechkn. 2) Bei Vereinbarung eines Avkrsums wird, falls nur daS Kassenmltglied behandelt werden muß, das Minimum des Ansatzes 34, falls auch die Familie behandlungsberechtigt ist, das Minimum 9 «ä für jedes Kassenmttglted pro Jahr betragen. 3) Sollte die Krankenkasse einen gemischten Modus wünschen, so setzt sich das Honorar aus den je zur Hälfte in Berechnung gebrachten Ansatzm von Nr. 1 und 2 zusammen, also auS dem halben Honorar für die Elnzellerstung und deren Aoersum. 4) Falls freie HÜlfskassen die Bezahlung des Aiztes ablehnen, soll die statutengemäß uoihwendige Krankheitsbescheinigung vom Arzte nur unter der Bedingung ausgestellt werden, daß die Kassen in ihren Statuten und in ihren Formularien für Krankenatteste sich selbstschuldnerisch und zwar unter Verzicht auf die Einwände der VoranSklage und Theilung, verpflichten, das Honorar deS Arztes nach Maßgabe der vorstehenden Minimalsätze für erkrankte Kassenmitglieder zu zahlen. Der Verein hessisch,r Aerzte hat im Anschluß hieran auch noch beschlossen, daß Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen seitens eines Arztes olS Verstoß gegen daS Interesse des ärztlichen Standes unb das Herabsetzen der Honorarforberung unter dos Minimum dieser Sätze zugleich als Verletzung ber ärztlichen StandeSehre angesehen werben, gegen welche der Verein in enffprechender Weise vorgchen würde. Darmstadt. Htteue Orthographie.) In b-m Schaufenster einer Colonlal- waaren'Handlung werden „Neue Holländändische Härringc" angeprsisen. Das geht noch über Puttkamer. Mainz, 28. Juli. sFeuersbrunst.) Heute Morgen um 4 Uhr ist die bekannte Treibriemen-Fabrik von Starck und Comp. dis auf den Grund niedergebrannt. Mainz, 28. Juli. Ueber den Brand ber Lebertreibriemen-Fabrik ber Firma L. Starck u Co. tn Mainz wird uns noch Folgendes mitgethettt: Das Feuer muß in der Fabrik schon geraume Zeit gewüthet haben, denn kaum mürbe der Brand bemerkt, als auch das ganze Gebäude, welches allerdings leicht brennbare Stoffe tn großen Quantitäten in sich barg, in Hellen Flammen stand. Die H tze, die van dem riesig brennenden Gebäude ausging, war so intensiv, daß zwei große benachdatte Häuser Feuer singen, doch gelang es jedetzmal der Umsicht ber FeuerDehr, b kSm-n""d^ ■ den gewünschten ; wieder um ein SS ;1«S ,d bald feßbaft der Best llM kinsamweln des kef durchbohren o daß eS von jtten . .„/I. Qfn der W ckt «XW Lg derfelb--^ 16»" bollä«. »ft« in die Hände gefallen, nämlich ein großes L Haufe geführten Brausurrogate. In Folg» yaoen die betrcffenben Aemter in allen Gegenden des Landes Haussuchungen gehalten. Thetlweise blieben diese Revisionen nicht resultatloS und es haben sich jetzt die betreffenden Brauer wegen Malzaufschlagshinterziehung zu verantworten. Es wird tm Interesse aller, von dieser Heimsuchung nicht betroffenen Brauereien liegen, sich dem Publikum zu nennen, wenn ntchl der gesammte Bierabsatz nach außen hin in Mitleidenschaft gezogen werden soll. Auf der andern Seite ist die Energie der Behörden nur anzuerkennen, sie beweist, daß sie die Bevölkerung vor den Bierpanschern und - den Steuersackel vor Schaden bewahren will. — Von einem ergötzlichen Quiproquo erzählt die „Pet. Gas.": Dieser Tage feierte Herr X. auf feiner fashionablen Villa in Y. den Namenstag seiner Gattin mit einem solennen Diner. Der Toast auf daS liebenswürdige Feftktnd wird ausgebracht und „Champagner her!" ruft der Gastgeber den Dienern zu. Es vergehen fünf, zehn lange lange Minuten — der Champagner kommt nicht. Endlich flüstert ein Diener seinem Herrn ir.'s Ohr: »Der Herr haben den Champagner wohl vergessen." — Wie vergessen — bringt mal die weiße Holzktste her!" — „Man sah schon nach, va ist was anderes drin!" — „Schafsköpfe seid Ihr! kennt Ihr nicht mehr Cham- pagnerflaschen, ich habe sie selbst von Jelissejew besorgt. Schafft die Kiste her." . . . Es geschieht. . - . »Nun also", sagt der liebenswürdige Wirth, und reicht eine, eine -weite, eine dritte dickbäuchige gut in Stroh verpackte Flasche den Gästen bin. Schallendes Gelächter unterbricht ihn in der angenehmen Beschäftigung. Was gibt's? Die Gäste lffen die Et'quetten der Flaschen ab: „Stoll und Schmidt" — „Carbol- fäurc" — „Stoll und Schmidt" — „Eisenvitriol" rc. Die 12 Champagnerflaschen waren in der städtischen Wohnung des Dillenbesitzers zurückgeblieben und die Kiste Desinfektionsflüssigkeiten, die für jene bestimmt gewesen, hatte er sorgsam auf die Dtasche hinauSgebracht. Ulm, 22. Juli. Vom Resultat deS hier abgehaltenen schwäbischen LiederfesteS gibt ein „Festbummler" folgenden drastischen Bericht: 10,000 Mark Deficit In Folge der Hitze vom Schlage getroffen zwei Mann. Ein Kind überfahren. Diverse Ehefrauen von den nachgereisten Männern ertappt. Fünf Taschendiebe eingesperrt, 20 do. entwischt. 6—8000 verwelkte Kränze und Guirlanden, 2—3000 in schönster Entwicklung abgehauene Eichen und Birken. 65,000 Liter Bier erzeugten 3000 heisere Kehlen und Magen, dabei 60 Mille Cigarren verdampft. 3000 leere Geldbeutel. Hurrah! Es leben die Feste! 1885 Schlachtfeld in Heilbronn!" Schiffsnachrichten. Bremen, 25. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer General Werder. Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 12. Juli von Bremen abgegangen war, ist gestern 10 Uhr AbendS wohlbehalten in Newyork angekommen. Handel und Verkehr. — VorauSbestellung von Billets und Gepäckscheinen. Wer zu beobachten Gelegenheit hat, wie sich eine große Anzahl Passagiere, namentlich aber Damen, abjagen, um auf Unterwegsstationen neue BilletS zu lösen und daS Gepäck neu abfertigen zu lassen, bedauert die armen, oft im dicksten Gedränge und Zug stehenden Leute, die sich alle dem nicht auszusetzen brauchten, wenn sie sich besser um die bei den Eisenbahnen bestehenden Bestimmungen kümmern wollten. Nach diesen, unseres Wissens bei fast allen Bohnen gültigen Bestimmungen können Reisende, die nach Stationen reifen, bte mit solchen, auf welchen die Reise angetreten wird, nicht im dirccten Verkehr stehen, sich die ungehinderte Fortsetzung ihrer Reise sichern, wenn sie dem Stationsvorsteher her Abgangs- bezw. UebergangSstation erklären, nach welchem Bestimmungsort und in welcher Classe er reift und wie viel Billets er wünscht und wie viel Stück Gepäcke und in welchem Gewicht er mit sich führt. Gegen die geringe 'Gebühr von nur 50 Pfennig wird von dem betreffenden Stationsvorsteher das Weitere telegraphisch veranlaßt, so daß der Passagier auf der betreffenden Station seine Billets und sein weiter expedirtes Gepäck vorfindet, eine Annehmlichkeit, für welche gewiß Jeder gern seine 50 Pfennig zahlt. Zur geft. Beachtung. Schriftliche Anfragen wegen Auskunftserthetlung über Inserate rc. können wtit nur dann beantiüf*rten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort bei gelegt tft. lieber I nie rate bezüglich deren Offener einzureichen sind, ist die Exp dition zu feinerlei Auskunftsertheilungen befugt. Cftertenbricf« sind — soweit keine bestimmt«, Abmachungen wurden — in der Grpt’htHon obinhnfrm Temperatur am 30. Jult (Mittags zwischen 11 und 12 Uhr). Wasserwarm- btr Lahn 151/?0 R- — Luftwärme 15V-0 R. im Schatten. Rübs amen. ■ Berkaus eines Fasselochsei,. In der Gemeinde Muschenheim steht ein 3 jähriger diensttauglicher Kaffelochse (Berner Race) zu verkaufen. Diese Abschaffung erfolgt nur deßha'.b, weil zwei Fasset von gleichem Alter und gleicher Größe vorhanden sind. Muschenheim, den 22. Juli 1884. Großh. Bürgermeisterei Muschenheim. Roth. 4900 Jeilgeöotenes. 5044 Sommerjoppen, um damit zu räumen, verkaufe zu J-L 1.50, 2.— n. 3—, Hosen, Joppen, Hemden, Blousen billigst; ebenso verkaufe ich getragene Kleider, wie-' Hosen, Röcke, Hemden, Stiefel und Frauenkleider zu billigen Preisen. Louis Rothenberger, ___________Neuenweg 22. Neue holl. Vollhäringe, geräucherten Lachs, neue eiligem. Gurken, Capern u. Perlzwiebeln empfiehlt 5047 C. G. Klein heim. Deutscher Oel-Glanz Lack Bester Fussboden-Anstrich, von großer Haltbarkeit, trocknet rasch und läßt sich leicht aufstreichen. Niederlage bei 5040 Emil Plstor. Neue empfiehlt 5051 Carl Schwaab’s ________Delicatessenhandlung. Cognac, ächt franzöfischen, Rum de Jamaica, Arac de Batavia 5048 bei C. Gr. Neue Holland. NollhärilM Neue mannirte Häringe empfiehlt 5050 Carl Schwaab’s Delicatessenhandlung. Allgemeiner Anzeiger. Dienstag den 5. August, Nachmittags 2 Nhr, werden im Hause der Frau Fürst Wittwe in der Neustadt (im Laden) nachbezeichnete Gegenstände, als: 1 Schreibsecretär, Tische, Stühle, Sophas, Kleiderschrank, Komode, Komode mit Glasaufsatz, Eckschrank, Spiegel, Bettstellen mit und ohne Sprungfeder-Einlagen, sehr gute Federbetten, 1 kleiner Ofen, 3 eins. Glaslüster, 1 span. Wand und sonstige Haushaltungsgegenstände, versteigert. Gleichzeitig eine große Parthie schwed. Streichfeuerzeuge in einzelnen Parthien, Schiefertafeln und Flaschen. In Auftrag: 5049 Hoffmann, Ortsgerichtsmann. Turnverein Gießen. Sonntag den 3. Augull, Nachmittags 3 Uhr, in WenaeFs Garten 38jührige8 NistungsM verbunden mit Schau- ii. Preislurnkn (VolksweMimien). Während des Turnens großes Concert (von der Kapelle des 116. Jnf.-Regts.) und (^esanqsvorträge. Abends Tanz. Eintrittskarten für Nichtmitglieder im Vorverkauf bei: Ottmar Köhler / Daniel Heil i Louis Lind, Kirchenplatz, Carl Merkel, Marktstraße, 5009 Carl Schwaab, Seltersweg, ä Person 40 Pfg., — an der Casse 30 Pfg. Der Borstand. Der Eingang befindet sich nur von der Gartenstraße aus. Für Auswanderer! Hiermit zur gefl. Nachricht, daß ich mit Heutigem die von Herrn A. Heppe, in Firma C. W. Dietz Nachfolger betriebene Auswanderungs-Agentur des Norddeutschen Lloyd in Bremen übernommen habe. Unter Zusicherung promptester und coulantester Bedienung halte mich werthen Interessenten vorkommenven Falls bestens empfohlen. Gießen, den 22. Juli 1884. Carl jLoos, am Kirchenplatz, 4916 C. W. Dietz Nachfolger. In allen Droguerie-, Colonial-, Material- und Eisenwaaren-Handlungen ist zu haben: doppelt geschlemmtes Silicium. Anerkannt bestes Putzpulver für Haus, Gewerbe und Industrie. (Gesetzlich geschützt.) Anwendbar auf alle Metalle und zum Putzen von Glasscheiben. In Originalpacketen ä 25 Pfennige. Ei* Packet deckt den Jahresbedarf einer größeren Haushaltung. Handlungen, welche noch kein Lager haben, werden gebeten, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Alleindebit für den En-gros-fBetrieb Friedrich Leo, 4919 Gießen. Gutachten. Jin Auftrage des Kais. König!. Numismatikers , Herrn Geheimen Rath Dr. Wahlmann, habe ich das mir von demselben übergebene und von den Herren Gebrüder von Schenk in Heidelberg in den Handel gebrachte „Doppelt geschlemmte Silicium" einer qualitativen sowie quantitativen analystischen Prüfung unterzogen und dabei sestgestellt, daß dieses Putzpuloer in sinniger Weise durch mehrfachen Schlemmprozeß aus Kryolith sNa Fl. + Al Fl3 gewonnen und somit ein neu gefundenes Calciumsilicat ist. Der Fluorgehalt ist an Flußspat, Natrium und Aluminium gebunden und wirkt ersteres entschieden reinigend auf alle Metalle, welche oxidirt erscheinen, während der Aluminiumgehalt ein An- greisen selbst der weichsten Metalle absolut verhindert. Doppelt geschlemmtes Silicium besitzt ein sehr geringes specifisches Gewicht, die damit verbundene Feinheit, welche bei Absiebung durch ein Sieb von 2000 Maschen pro □Zentimeter keinen Rückstand ergab, machen dieses Pulver zum Reinigen der Metalle außerordentlich geeignet und kann daher dasselbe empfohlen werden. Aus fünfmal zwölf Versuchen auf den verschiedensten Metallen wurden bei den Analysen keine Spuren von abgepuhten Metall- theilchen vorgefunden, während Gegenversuche mit Putzpomade, Putzkalk und besonders Tribbel solche im überreichen Maße ergaben. Eine Abschrift vorstehenden Gutachtens geht mit Erlaubniß des Herrn Auftraggebers an die Herren Gebrüder von Schenk m Heidelberg. Wien, den 28. Dezember 1883. gez. Prof. Dr. Sander. Die Anfertigung von Steppdecken übernehme in schönster Ausführung zu. billigen Preisen. Herrn. Aug. Hüller, 3278 Settersweg. 5035 Im Darmstädter Hans wird ein braver und ehrlicher Junge alL Hairs-prfche gesucht- 5043 Gießen, den 30. Juli 1884. K Jugendfest. Das diesjährige Juaendfcst wird am l?k. August im Phi- lofophenwsld abgehalten werden. Es betheiligen sich an demselben die im schulpflichtigen Alter stehenden Schüler und Schülerinnen der städtischen Volksschulen, der höheren Mädchenschule und der Realschule. Schülern anderer Lehranstalten ist Gelegenheit gegeben, am Jugendfest theilzunehmen, wenn sie sich bis zum 4. August bei Herrn Lehrer Lehr anmelden. Die Angehörigen jüngerer oder körperlich schwacher, weniger selbstständiger Kinder bitten wir freundlichst, dafür sorgen zu wollen, daß Jemand während des Zuges und der Spiele in der Nähe bleibe, um sich nöthigenfalls ihrer Kinder anzunehmen. Dringend müssen wir aber wünschen, daß jedes Eingreifen in die Spiele oder das Betreten der Spielplätze von D azu U n b e rn fe ne n unterbleiben möge. Die Betheiligung wird voraussichtlich eine sehr große werden. Hiermit steigern sich aber auch die für das Fest aufzuwenvenden Kosten in hohem Grade. Zur würdigen Begehung des Festes und zur Deckung der entstehenden Kosten richten wir deshalb an die geehrten Eitern und alle Freunde der Jugend die ebenso freundliche wie ergebene Bitte, uns mit ihrer Beihülfe, besonders durch Beiträge an Geld oder solchen Gegenständen, welche sich zu Preisen für die Jugend eignen, wohlwollend zu unterstützen. Weiter sind wir zur Bestreitung der Durch das Fest entstehenden bedeutenden Ausgaben — wozu die Kosten für die zu engagirende hiesige Regimentsmusik kommen — genöthigt, an den Zugängen zum Festplatze von den nicht zum Zuge gehörigen Festtheilnehmern ein Eintrittsgeld von 20 Pfg. zu erheben und Dürfen wohl die bestimmte Hoffnung aussprechen, Daß Jedermann den kleinen Beitrag gern entrichten und dadurch den mit Erhebung betrauten Herren ihr ohnedies schwieriges Amt erleichtern werde. Höhere Beiträge werden selbstverständlich dankend angenommen. Junge Damen, die geneigt sind, als Spielordnerinnen mitzuwirken, werden gebeten, sich bei einem Der unterzeichneten Comite- mitglieder zu melden, am besten bei Herrn Lehrer Lehr. Endlich werden Wirthe, die auf dem Fefiplatze am 14. August Wirtschaft betreiben wollen, ersucht, sich bei dem Comit6-Mitglied Herrn Stadtverordneten Hanstein bis längstens zum 6. August zu melden. lieber alle sonstigen auf das Fest bezughabenven Anordnungen wird einige Tage zuvor in dem „Gießener Anzeiger" das Nähere mitgetheilt werden. jttfss JFest-Comite : Baist, Brarnm, Büchner, Stadtverordneter. Bürgermeister. Kreis Schul-Jnspector. Hanstein, Georgi, Hornberger, Lehr, Stadtverordneter. Stadtverorvneter. Stadtverordneter. Lehrer. Möser, Franz, Schmuck, Spitz, Dr. Nodnagel, Lehrer. Lehrer. Reallehrer. Lehrer. Realschul-Director. Bigelius, Wetter, 5038 Direktor. Kaufmann. Neberfahrtsverträge für die von Bremen nach Amerika abgehenden Dampfer des Morddeutschen Lloyd schließt ab 2726 Pr. Seib©l in Gießen. Thierschuh-Verem. Montag L/8., 8 Uhr: Cafe Schwinn. 5053 MewüeLZrMgm. 5041 Ein möblirtes Zimmer zu oer- miethen. Seltersweg 15. 4980 Ludwigsstraße 12, unterer Stock, 5 Zimmer rc., zu vermiethen. ______________________H. Bepler. 4216 Zu vermiethen ein möbl- Zimmer mit Cabinet im Vorderhause, auch kann em Stübchen dabei abgegeben werden. Ludwig Orth, Neuen Bauen 11. 4414 Der 2. Stock, 4 Zimmer, Küche u. Zubehör, zu verm- Frankfurterstr. 69. 4392 In meinem Hause (Ostanlage) ist der 1. und 2. Stock, ie 6 Zimmer, nebst Mägdckammer und Gartenantheil sowie Pferdcstall, Remise und Burschenzimmer zu vermiethen. Louis Hettmold. 4181 Der mittlere Stock — 5 Zimmer nebst Zubehör — pr. 1. October oder früher zu vermiethen. I. Stein, Architekt. 4814 Mehrere Logis nebst Stallung zu vermiethen bei Friede. Jung, Frankfurterstraße 165. 4125 Eine Wohnung von 4 Zimmern mit allem Zubehör zu vermiethen. Chr. Schopbach. 4769 Ein kleines Logis mit (0)0615)10^ lenem Corridor zu vermiethen. Kreuz 10. 4753 In meinem Wohnhaus — Lud- wigsstraße 4 — ist in der mittleren Etage eine Wohnung von 6 Zimmern mit allem Zubehör und Benutzung des Hausgartens vom 1. Oct. l. I. an zu vermiethen. ________I. Hanstein. 4748 Ein Logis in meinem Vorderhaus, bestehend aus 3 Zimmern und allem Zubehör, zu verm. und am 1. Oct. zu beziehen. ___Gg. Unverzagt,-Steinstroße 3936 Mehrere möblirte Zimmer sofort zu vermiethen. Kreuzplatz 4._ 3995 Zwei gut möblirte Zimmer zu vermrethen. Lonis Petri III. 4334 Ein Familienlogis von 3 bis 4 Zimmern und Zubehör. Näheres in der Exped. d. Bl