Dienstag den 29. Juli 188L •----------—-- ”■ . Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. BtttMUt Schulstraß- 7. Erscheint täglich nnt Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 P-. II Aentschkand. DarmSadt, 26. Juli. Das Amtsblatt des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung Nr. 17 enthält Aus- schreiben an die Gerichte und Gerichtsschreibereim d. d. Darmstadt, 18. Juli, betreffend: Die Gerichtskosten und Gebühren. Daffelbe lautet: Nachdem sich bei der Revision der Gerichtsschreibereien im Kastenwesen in mehreren Punkten eine verschiedenartige und theilweise unrichtige Anwendung der bestehenden Vorschriften gezeigt hat, eröffnen wir Ihnen, um eine gleich- artige und richtige Anwendung dieser Vorschristen zu sichern, unsere Auffaffung über die betr. Fragen und empfehlen dieselbe Ihrer Beachtung. I. Berechnung des Stempels bei Jmmobiliar-Veräußerungs. Verträgen, insbesondere bei Gutsübergabs-Verträgen mit Ansitz- und Auszugslasten. Bei Jmmobiliar-Veräuherunqs.Verträgen (Ziffer 1 des Stempeltariss der Verordnung vom 18. Januar 1882) ist für die Berechnung des Stempels der Werth des Gegenstandes maßgebend. Bei Kauf- und Uebergabs-Verträgen kann nun zwar in der Regel der Kauf- und Anschlagspreis als Werthmeffer be- trachtet werden; allein wenn Zweifel vorhanden sind, ob der Preis dem Werth entspreche, ist behufs Ermittelung de» letzteren eine Sachuntersuchung nach Maß. gäbe de« § 22 der Verordnung vom 18. Januar 1882 und der Ziffer I unseres Ausschreibens Nr. 21 vom 22. Mai 1882 vorzunehmen und zwar stempel- und gebührenfrei. , „ „ , m Nach diesen Grundsätzen ist namentlich auch bet Gutsubergabs-Vertragen, in welchen Einsitz- und Auszugsrechte gewahrt werden, zu verfahren. Al» Werth des Gegenstandes erscheint hier der Werth des übergebenen Guts abzüglich der darauf ruhenden und der durch den Gutsübergabs-Vertrag darauf gelegten Einsitz- und Auszugslasten, sowie der übernommenen Schulden im Sinne unseres Ausschreibens Nr. 48 vom 9. December 1882 (I. b). Dabei bemißt es sich nach den Umständen des einzelnen Falls, ob die Be- scheinigung des Ortsgerichts, daß der Anschlagspreis dem Werthe der Guts abzüglich des Werths der Belastungen und Schulden entspreche, (vergl. unser Ausschreiben Nr. 5 vom 30. Januar 1884 Ziffer VI) für genügend zu erachten oder ob wegen vorhandener Bedenken eine nähere Ermittelung, insbesondere eine genauere Berechnung des Werths der Einsitz- und Auszugslasten nach Maß- gäbe der wahrscheinlichen Lebensdauer des Einsitz- und Auszugsberechtigten, unter Berücksichtigung der Vorschriften unserer Ausschreiben Nr. 21 und 48 von 1882 vorzunehmen fei. II. Gebühr für Anlegung ober Abnahme der Siegel. Die Bestimmung der Ziffer 16 des Gebührentarifs der Verordnung vom 18. Januar 1882 hat zwar für die dieffeitigen Provinzen nur ein geringes Feld der Anwendung, gilt aber für die drei Provinzen. Die Abnahme eines vom Ortsgerichte angelegten Siegels durch den Amts- richter oder Gerichtsschreiber ist gebührenfrei. III. Gebührenpflicht bei Zwangsverpachtungen. Das Verfahren bei zwangsweiser Verpachtung von Liegenschaften, wie es vor dem 1. October 1879 eingehalten wurde, hat, abgesehen von den SS 644 bis 707 und 755 bis 757 C.-P.-O., sowie Artikel 49 bis 51 des Ausführung»- gesetzes zur C.-P.-O. und K.-O., keine Aenderung erfahren, insbesondere sind in den dieffeitigen Provinzen nach wie vor die Ortsgerichte mit Vornahme der Verpachtungen zu beauftragen. , , Was den Ansatz der Gebühren betrifft, so findet für die, Anordnung der Zwangsverpachtung die Gebühr der Ziffer 23a, für das weitere Verfahren, wenn fein Zuschlag erfolgt, diejenige der Ziffer 23b, wenn dagegen der Zuschlag erfolgt, diejenige der Ziffer 23g- des Gebührentarifs, und zwar diese tn der Weise Anwendung, daß, wenn die Liegenschaft aus ein Jahr verpachtet wird, von dem Pachtzinfe eines Jahres, wenn sie dagegen auf mehrere Jahre verpachtet wird, von der Summe des Pachterlöfes dieser mehreren Jahre die volle Gebühr des § 8 G.-K.-G. zu erheben ist, während bei einer Verpachtung auf unbestimmte Zeit, sofern solche überhaupt vorkommen sollte, nach Ziffer 19 des Gebührenlaris» der Verordnung vom 18. Januar 1882 und § 9 des G.-K.-G. der § 8 der C.-P.-O. zur Anwendung zu bringen wäre. IV. Gebühr sür Vollziehung des Arrestes in unbewegliches Vermögen. Die Anordnung des Arrestes und bie Vollziehung desselben sind zwei wesentlich verschiedene und getrennte Acte und ist deshalb bei einem Arreste in unbewegliche» Vermögen für die Anordnung des Arrestes, welche sich nach den Bestimmungen der C.-P.-O. bemißt, die Gebühr des § 35 Ziffer 3 G.-K.-G. auf Grund dieser reichsgesetzlichen Bestimmung und für die Vollziehung desselben, welche sich nach dem Landesgesetze (Art. 6 des A.-G. zur C.-P.-O. und K.-O.) bestimmt, eine gleiche Gebühr auf Grund der landesgesetzlichen Bestimmung der Ziffer 26 des Gebührentarifs vom 18. Januar 1882 zu erheben. Finger. v. Bechtold. Berlin, 26. Juli. Die heutige „Post" richtet wiederum an ihre Parteigenossen die dringende Mahnung, bei der Aufstellung der Candidaten für die bevorstehenden Reichstagswahlen auf ein Zusammenwirken der nationalen Parteien Bedacht zu nehmen. In erster Linie komme es darauf an, nicht Partei-, fonbern National-Jntereffen zu verfolgen. Hesterrcich. Wien, 26. Juli. Wilhelm Braumüller, der Chef der gleichnamigen Hofbuchhandlung, ist gestern Abend gestorben. — Die internationale Ausstellung von Motoren und Werkzeugen ist heute Vormittag durch den Protektor derselben, Erzherzog Karl Ludwig, eröffnet worden. Bad Gastein, 26. Juli. Se. Maj. der Kaiser nahm ein Bad, unterließ aber wegen de» Regens die Promenade. Gestern fand deshalb auch keine Ausfahrt statt. Zur Tafel waren heute geladen der Kanzler v. Goßler (Vater des Cultusministers) und Graf Dürkheim-Montmartin.. Irankreich. Part», 26. Juli. Der Minister des Ackerbaues, Meline, hat heute dem Ministerrathe einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach welchem der Eingangszoll für Ochsen auf 25, für Kühe und Stiere auf 12, für Schweine auf 6, für Kälber auf 4 und für Hämmel auf 3 Frcs. erhöht werden soll. — Die Revisions-Commission de» Senat» hat beschlossen, alle Amenve- mente abzulehnen, welche auf Revision des Art. 8 abzielen. Paris, 26. Juli. Von gestern Abend bis heute früh 10 Uhr starben in Toulon 13, in Marseille 31 Personen an der Cholera. — Seit heute Vormittag 10 Uhr bis zum Abend wurden in Toulon 4, in Marseille 11 Cholera-Todesfälle constatirt. Hnglaad. London, 26. Juli. Eine Depesche ver „Times" aus Liverpool sagt, daß ein Matrose, Namens Obrien, von dem jüngst aus Marseille eingetroffenen Dampfer „Saint Dunstan" gestern auf der Straße an der Cholera erkrankt sei; die herbeigeholten Aerzte seien aber noch zweifelhaft, ob es sich um einen Full asiatischer oder europätscher Cholera handele. — Nach in Liverpool eingezogenen Erkundigungen erwetst sich bie Meldung ber „Times" von der bärtigen Erkrankung eines Matrosen, Obrien, an Cholera als unrichtig. Es handelt sich hierbei nur um einen Anfall von Magenkramps. Italien. Rom, 26. Juli. Das Amtsblatt veröffentlicht den Wortlaut der Note des spanischen Ministers des Auswärtigen, Elduayens, vom 22. Juli an den italienischen Gesandten in Madrid, welche die Verhandlungen wegen des Pidal'- schen Zwischenfalls resumirt, versichert, daß das jetzige spanische Cabinet bie seit bet Bestimmung Noms zur italienischen Hauptstabt eingenommene Haltung früherer spanischen Ministerien Italien gegenüber durchaus nicht änderte und mit ber wieberholten Betonung ber Gefühle der Freundschaft schließt, bie zwischen Italien unb Spanien bestäuben. — Der Botschafter Nobilant ist hier eingetroffen, um vor ber Rückkehr nach Wien mit Mancini zu conferiren. , — Das Amtsblatt veröffentlicht Die Bestimmung einer fünftägigen Quarantäne an der Tyroler Grenze. — Die italienische Regierung vereinbarte mit dem Vertreter der Schweiz einige Zugeständnisse zu Gunsten der Grenzbewohner. Rußland. Petersburg, 26. Juli. Nach einer Meldung aus Nischny-Nowgorod ist der Passagier-Dampfer „Aniuta" am 24. d. Mt». auf der Wolga in Folge eines heftigen Sturmes untergegangen. Zwanzig Personen sind dabei umgekommen. Telegraphische Depescheu. tßolfl’« LveresvonS-nz-Burea«. Bad Gastei«, 27. Juli. Se. Maj. der Kaiser machte heute bei schönem Wetter eine Promenade und wohnte um 11 Uhr dem von dem Hof- prediget Frommel abgehaltenen Gottesdienste m der Kirche bei. Später machte Se. Majestät der Familie des Grasen Lehndorff in deren Villa einen Besuch. Gestern Nachmittag war die Ausfahrt wegen des Regenwetters unterblieben Nach dem nunmehr festgestellten Reifeprogramm wird die Rückreise Sr. Maj. des Kaisers von hier am 5. August, Mittags, erfolgen, ^n Salzburg wird übernachtet, der Kaiser nimmt im Hütel de l'Europe Absteige-Quartier. Am 6. August, Vormittags 9'/- Uhr, begiebt sich Se. MaMt zum Besuche des Kaisers und der Kaiserin von Oesterreich nach Ischl und nimmt im flötet „Kaiserin Elisabeth" Wohnung. Die Rückreise Sr. Ma,estat von Ischl erfolg,, am 7. August, Nachmittags 3'/, Uhr, und geht über Regensburg, Hos, Leipzig, Wittenberg, Großbeeren nach Babelsberg, wo die Ankunft am 8. August, Vor- mitlags^9 /, Uhr^ers g^ ber $£ute ^er stattgehabten nationalliberalen Versammlung wurde eine Resolution, welche die Zustimmung zu der Colomal- und Social-Politik de» Reichskanzlers ausspncht, emstimmig angenommen zum Reichstags-Canbidaten wurde v. Schauß (München)i benomimrt. ®te M«« lung war von etwa 800 Theilnehmern besucht, außer v. Schauß traten Osann (Darmstadt) und Michel (Neubamberg) als Redner auf. 5 Pari-, 27. Juli. Seit gestern Abend bis heute Vormittag 10 Uhr sind in Toulon 8 und in Marseille 18 Cholera-Todesfälle vorgekommen. London, 27. Juli. Der „Odsttvtt* glaubt, England habe jüngst Deutschland ausgefordert, seinen Einfluß aufzubieten, um die feindliche Haltung der französischen Vertreter auf der Conferenz gegen die ZtnSreductton der egyptischen Schuld zu modi- sictren. Deutschland habe ablehnend geantwortet, weil eine Einmischung als ein PressionSversuch anzusehen set und verletzen könne, während Deutschland, da eS kein spectelles Interesse an der Frage habe, keinen Grund zu Schritten habe, die Frankreich trrtttren könnten. Manchester, 27. Jult. Gestern fand hier im Pomona-Gatten eine Kundgebung der Liberalen gegen doS Oberhaus statt, an welcher gegen 80,000 Personen thetlnahmen. Bright führte den Vorsitz; der StaatSsecretür des Kriegs, Hartington, wohnte der Versammlung ebenfalls bet. Derselbe legte gegen die Aküon des Oberhauses Verwahrung ein, erklärte aber, Agitationen auf eine Reform des Oberhauses feien jetzt nicht rathsam. Bright bezeichnete als den Zweck der Versammlung, das Oberhaus zu nöthtgen, die Reformbill im Herbst anzunehmen. Sollte eS sich dann weigern, so werde die Nation eine Beschränkung der Oligarchie fordern. Schließlich wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher gegen die Action deS Oberhauses und dessen Veto protestirt wird. Petersburg, 27. Jult. Generaladjutant Baron Korff ist zum General- Gouverueur deS Amurgebieis und zum Commandeur der Truppen des neugebildeten Militärbezirks für das Amurgebtet ernannt worden. 8 — Dr. BatorSky, Arzt im Ministerium deS Auswärtigen, begibt sich heute nach Bagdad, um dort im Auftrage deS MedtcinalratheS Studien über die Best anzustellen. ' Konstantinopel, 27. Juli. Der Kassirer der hiesigen russischen Botschaft, Voultscheff, wurde gestern Nachmittag, nachdem er in der Banque Ottomane einen Geldbetrag von 1700 Pfund erhoben hatte, von einem Unbekannten überfallen, durch einen Stockschlag auf den Kopf betäubt und des erwähnten Geldbetrags beraubt, lleber den Thater ist noch nichts ermittelt. Die Verwundung Voultscheff's soll nur e ne leichte sein. Zur grst. Beacht»ug. k ®nfTaß?n wegen AuskunstserthMn« über Inserate re. können b* .wenn denselben eine Freimark für die 9torfant*rrt beigelent bezüglich deren Offerten emMrejckmi find, ist die «rrndifi^L «eeÄ Offerte nbrtefi sind — farocit kein? bestimn-t» g a iTtbPttifffv Abmacknnaen actrt>*f»n wurden — in »er Erveditwn Lokales. des nnu8^?^b®V?«* Verbreitung bt8 wohlverdienten Lobes und der Bemübon^n n/« lÄ ' Dank der volles Haus. Mr können unsere Aussagen über d^s i L^k ±7* ^nV‘- ein Piecen einzugehen, nur bestätigend wiederholen 2‘Temr Bon anlchließen. sind denn auch neben einer »umeitt rnb 2-®a8 würdig welche diesem Muster:Quartett die u>oblverd«ente^An»kennuna und"!^nm n§^°"n, Freunden des Männergesangs begeisterte Aufnahme bereiten "0 überall bet denn auch stets der gleiche pemniär- Erfolg zur’®e)te frfa. ^°°° ,elnem Auftreten Zlnbegrüadete Cholerafurcht. Die täglich an Zahl sich steigernden Ankündigungen sogenannter Cholera- Präservative, die eindringlichen Mahnrufe, sich noch bet Lebzeiten versichern zu lassen, einen bittern Liqueur tn's Haus zu schaffen und die Nickelmünzm statt im Geldbeutel auf der bloßen Brust zu tragen, mcht minder einige durch die öffentlichen Blätter verbreiteten Nachrichten von tödtlich abgelaufenen choleraarttgen Erkrankungen in Berlin, Constanz und an verschiedenen anderen Olten — alles daS hat nicht verfehlt auf ängstliche Gemüther einen beunrubigenden Eindruck hervorzubringen, so daß eine kleine Abkühlung gerade nicht unerwünscht kommen wirb, ja, eS dürfte sogar Pflicht der TageSpresse sein, unnöthtge Besorgnisse zerstreuen zu helfen und Gerüchten entgeaen- zutreten, die auf Handel und Verkehr nur nachtheiltg etnwtrken können. Die Cholera, die bekanntlich aus Ostindien stammt, erzeugt sich daselbst endemisch aus dem regelmäßigen Wechsel der Jahreszetten. Sie ist aber nicht blos eine Krankheit der heißeren Zone und deS Herbstes, vielmehr hängt sie in ihrer epidemischen Ausbreitung von gewissen allgemeinen Wttterungsetnflüssen und atmosphärischen Veränderungen ab, deren einzelne Faktoren wir zwar kennen, die wir aber in ihrer Gesammtheit zu berechnen noch außer Stande sind. Alle Versuche, das Welter voraus zu bestimmen, gehören btS jetzt noch in das Gebiet der Conjecturalpoltt'k, und so glücklich auch die Vorausbestimmungen der meteorologischen Institute bisher gewesen sein mögen, vom wissenschaftlichen Standpunkte aus können wir höchstens die Hoffnung aussprechm, daß eS der fortschreitenden Meteorologie einst gelingen werde, die Gesetze des WetterS endgilfig festzustellen, woraus wir erst später die Gesetze der geographischen Verbreitung der Krankheiten werden entwickeln können. Bts dahin also ist jeder Versuch, die Frage nach dem Gange brr Cholera bestimmt zu beantworten, heute zu sagen, ob und wann die Cholera hier auftreten werde ein gewagter, und nur au8 der Induktion, d. h. indem wir die historische Erfahrung und die wrstenschaftliche Beobachtung der einzelnen Momente, welche ursächlich die «■ruHülfe nehmen, dürfen wir UNS ein approximatives Urtheil über die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit ihre« Auftretens bilden Indem wir aber von dem erfahrungsmäßigen Grundsatz ousgehen, daß die Krankheit mit der Witterung vorschreitet, nämlich mit gewissen Veränderungen in der Atmosphäre die eine große räumliche und zeitliche Ausdehnung besitzen, haben wir bereits einen ge- Krankheit wenigstens einige Andeuiungen in . . J/de Witterungßkrankhe.t welche zu einer epidemischen Ausbreitung gelangt, wird, wenn sie pandemisch, d. h. eine Weltseuche zu werden beginnt, in ihrem Laufe meist von Osten zu uns kommenden Influenza hat man ebenfalls sehr genau bestimmen können und ihre Geschwindigkeit gleichfalls festgestellt ^ riemlich gleich mit der eines guten Rennpferdes befunden. Offenbar bettifft eine solche Bestimmung die Windesrichtung oder die Wolkenzüge, mit denen bn Krankheitsstoff, das Miasma, in der Luft fortbewegt. Bet der Cholera scheinen die atwospharffchen Veränderungen, mögen bkfe nun im Enderesullat in einer Verringerung des Ozongebaltes oder in sonst welcher krankwachenden Beschaffi-n- heit der eingeatbmeten Luft bestehen, langsamer vor sich zu gehen. Wir haben in fd)°n n°n ersten großen Weltreise her, welche die Cholera in den dreißiger Jabren machte, ^e bestimmte Erfahrung vor unS, mit welcher Langsamkeit sie sich unseren Ä1 hÄnfwU“", roo6‘ s°S-n, daß es oft -in Jahr und barüberbauert epe sich die Krankheit um ein paar geographische Grade tn die Länae nhpr vorwärts bewegt, wobei natürlich nicht ausgeschlossen ist, daß sie innerhalb Raumes einzelne Sprünge nach der B-schaffmheit deS Bodens, den sie h imsuckt machen kann. Dabei hat die Erfahrung gezeigt daß sie am liebsten hb S’ ouSfudjt unb hort am langflen perwestt° ’unb daß sie Lnso^erndemLu L großen Strome folgt, an welchen meiftentheilS auch d e großen DettehrSstraßen b^n- te'ÄSSÄ”-*'1”* Ä’ÄÄ ä'ä’W. W! ^Erdings nahe, daß, nachdem sie die europäische Küste erreicht batte fb b er aus in das Herz des Kontinents eindringen könnte. Allezuunsg'elan^ Nachrichten stimmen darin überein, daß sie bislang über ihren daentlfAp« ^"ous in andere Länder nur vereinzelte Sprünge gemacht hat und ohne metter “? •" <’*"«■«»"»»«-»»->-->« ®.»",« m «»'««ä: S'äsää1“ &»„•* <«-. ^Ätan\unb können ben Gang der Wiiterung nicht bestem?» ftn,Ä ®e.Heberjeununo haben wir, baß die Cholera" «ine Witt«?,?«?' krankheit ist, welche langsam und stetig fortschreitet. -umterungS- (Schluß folgt.) Verwischte». Darmstadt, 26. Juli. (Militärdienßnachrtchten.j v. Zimmermann, Rittmeister ä la suite des 1. Großh. Drag.-RegtS. (Garde-Drag.-RegtS.) Nr. 23 und Lehrer bet der Kriegsschule in Metz, commandtrt zur Dienstleistung bet dem Nebenetat des Großen GeneralftabS, unter Ueberwetsung zu den Offizieren K la suite der Armee, in den Nebenetat deS Großen Generalstabs versetzt; Freiherr v. Gleichen, genannt v. Rußwurm, Major und Escadronschef vom 2. Großh. Drag.-Regt. (Leib-Draa- Regt.) Nr. 24, als etatSmäßtger Stabsoffizier in daS Westfäl. Ulanen-Regt. Nr. 5 versetzt; v. Eschwege, Rittmeister vom 2. Großh. Drag.-Regt. (Letb-Drag.-Regt.) Nr. 24, unter Verleihung eines Patents seiner Charge, -um EScadronSchef ernannt; Boldt, Sec.-Lieut. von demf. Regt-, zum Premierlteutenant befördert: Becker, früher etatsmäßiger Stabsoffizier im 2. Großh. Drag.-Regt. (Leib-Drag .Regt.) Nr. 24, bisher Oberst und Commandeur des 1. Pomm. Ulanen-RegtS. Nr. 4, unter (Stellung Ma suite dieses Regts., -um Commandeur der 14. Cav.-Brtgade ernannt; Siebert, Unteroff vom 4. Großh. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, zum Port.-Fähnr. befördert; Kinzenbach, Vtcefeldwebel vom 1. Bat. (Wetzlar) 2. Raff. Landw.-Regts. Nr. 88 ar-um,r?CC r8iSl* Res. des 2. Großh. Jnf.-ReatS. (Großherzog) Nr. 116 befördert; Helling, Premierlieutenant vom 2. Großh. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116. mit Pension der Abschied bewilligt; Wetzell, Sec.-Lieut. von Derßanbö =§nf be8 1 8a« 2o Schiffer, Prem-Lieut. von der Landw.-' Inf. des 2. Bats. (Worms) 4. Großh. Landw.-Regts. Nr. 118, mit der Landwehr- Armee-Uniform her Abschied bewilligt. v ar ... r~ Srnte 1884 veröffentlicht die „Dorfztg." folgenden beachtenSwerthen Artikel: Die Ernte steht bevor! Die deS Roggens hat bereits an verschiedenen Otten begonnen. Die Witterung soll für die nächste Zeit sehr abwechselnd sein und doppelt dringt der Mahnruf an unS Landwirthe, alles zu thun, waS in unseren Kräften steht um wirklichen Verlusten vorzubeugen. Leicht ist es uns beim Wintergetreide. Gleich nach der Sense oder Sichel aufgepuppt und. wer über einigermaßen freie Zeit verfügt, schirmende Hauben aufgkfiülpt. Verfasser dieses hat den hohen Werth gut gedeckter Puppen sehr oft kennen gelernt; tagelanger, ja wochenlanger R gen vermag ihnen nur wenig zu schaden. Schwerer ift die Sache beim Sommergetreid''; hier sind wir schon vom Wctier ungleich mehr abhängig. Bei ungünstiger Witterung ist fleißiges Wenden, sollten wieder bessere Stunden kommen, sehr angezeigt. Sehr irrig ist die Ansicht, daß der Hafer am ehesten Regen vertrage und sogar durch Regen rösten müffe. Die Körner bi/ser Frucht keimen zwar nicht so leicht, allein das Stroh büßt sehr leicht bei Regen seinen Pflanzenzucker und seine feinen ätherischen Oele ein und sinkt dadurch gan- bedeutend an Werth Und -um Schluß, lieber Freund Landwirth, noch eine Mahnung: H°imse nichts im feuchten Zustand ein; daS Sprichwort ist nur zu wahr: Im Freien verdirbt lehen etwas, dagegen viel, sehr viel in unseren Scheunen. Das Jahr 1882 hat dieses wahre Wort nur in zu vielen Fällen bestätigt. 9 ' er ic*7~c. Die Entlarvung des unehrlichen Schützen WangerSheim auf dem hannoverschen Freischießen hat Freuoe und Genugthunng tn allen Schützenkreisen hervoraerufen. Ueber ben Hergang selbst erfährt man, daß daS Verdienst, ben Freibeuter gefaßt zu Haben, bem Schützenbeputirten S. zuzuschreiben ist. WangerSheim war, bevor er den für ihn verhängnißvollen Schuß abgab, an der Scheibe gewesen. Auf Betreiben deS ®utbß.ker (Scbeibenfeber Soltau ins G:bet genommen, welcher sowohl ben Schützen als auch später dem htazugerufenen Polizeicommiffarius gegenüber hartnäckia S- verlangte inbeß bte Abführung beffeiben unb erklärte für alle baraul erltstehenben Folgen aufzukommen. Gleichzeitig verlangte der Schützenbeputirte die ^rtnfl?r«h?im2öian6sr6^Cfm8n* ^r- 3encn0ef5nßni6 gestand NUN Soltau ein, daß WangerSheim in den fraglichen Schießcarton bas Loch geschnitten und er selbst die Kugel hindurchgeschoben habe. Als WangerSheim nun dem Scheibenseher gegenüber behauptete er, den Soltau gar nicht zu kennen, worauf dieser erwiderte: "Was, Sie Lump wollen mich nicht kennen?!" WangerSheim befindet sich noch im Zellengefängniß und sieht seiner Seftrafung entgegen. Als er auf dem Bremer Schienen den ©Überpreis oon 10,000 «AL gewann, hat daS Schützencollegium ihm denselben mit «iS» überantwortet, daß er ihn nur hinnehmen möge, da Beweise gegen ihn JuUfferwerbee 1 ^”• ^Oualttat JL 1.30, Kattoffeln (neue) per Gentner JL 2.75—3 50 Kohlrabi 4-5 pr. St., Erbsen 100 Ka. 12.00-18.00 Rothkraut pr St 25-40 I°uü-rden 0-0 Huhn^ 1.50-2.20, 1 Ente M 3.00-4.00, 1Ö 60-00 Z' M 1-70-2.00, Gans M. 4—0.00, Welsche M. 7-12.— Kepertoir der vereinigten Stadttheater zu Prankfurt a. M. crx- Opernhaus. Dienstag den 29. Juli: Aida. Mittwoch den 30. Juli: Settelstudent. Außer Abonnement. Donnerstag den 31. Juli: Neu einstudirt: Die weiße Frau. Der lustige Krieg. Außer Abonnement. Samstag ben 2. August: Don Juan. Sonntag ben 3. August: Rienzi. mtt1StaS ben 29. Juli: A^ch?n"b ö o'e^Luftspicl). Mittwoch den 30. Juli: Ultimo. ÄCJ9Kta® ?°n,31. Juli geschlossen. Freitag den 1. August: Graf Essex. Akt-ko7n'Lug,e? unb1Sb:eau3Um $ie Goldprobe. Schauspiel in Sonntag den 3. August: Zum 1. Mal- wiederholt: Die Goldprobe. am 281 Juli (Mittags zwischen 11 und 12 Uhr). ^asserwarme der Lahn 15° R. - Lustwärme 14° R. im Schatten. RÜbsamen. t a. R' littit. * dpro^--- 12 M' I Rö, in bftn MM nad) Itter über der Mckoweiüger i Familien in i in dem Passe S Lazareth mit n Morgen die eiter unten ge- dte Reisenden dem genannten in- und Stahl- (einschließlich 2929 Tonnen Heise«, 34767 ßtobuction im 1884 wurden vrn * 1U0' Lein t* OO.OO, Gentner Heu -5.00, Butter gf 25—40 ifot 60—00^' , können rrt beigeM 6ry?btteon K bchiuestt«' ififw__ h-n, LÄ HK >S xSS Hfi9t8'Sir 88’ f * *1 " ^er Landiv, et Lander', KliSverthrn ^denen Orte« A dopp^ Kräften fteht rSbu Gleich ? 8ett verfügt M ^nen nur "dwtr schon bVS Wenden, e AnM, daß 'Die Körner 'cht bet Regen M» bedeutend wng: Hrtnrse --mv-rdkbt 882 hat dieses bnnnoverschen hervorgerufen. !uta gefaßt zu bevor er dm Betreiben deS er sowohl dm iber hartnäckig ir alle daraus ndcputirte die tau ein, daß >d er selbst die her gegenübn- eser erwiderte: !t sich noch im Mer Schießen denselben mit idfe gegen ihn M Schießm Samstag den 30. August, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die .Immobilien des Friedrich Autzi Flur XXXX 40V,o 565 Meter Grabgarten links der Chaussee, , XXXX 4O*/to 751 Meter Hof- raithe daselbst meistbietend versteigert werden. Gießen, den 28. Juli 1884. Großherzogliches Ortsgericht. .5002 Müller. Dienstag den 29. Juli, Nachmittags 2 Uhr, sollen Bahnhofstraße, Weinsaal 2. Stock, nachstehende Gegenstände, nämlich: Möbel, Bettmerk, Weißzeug, Küchen - geräthe und sonstige Haushaltungsgegenstände versteigert werden. 4967 Hoffmann, Ortsgerichtsmann. Mittwoch den 30. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der F lettischen Hofraithe dahier 3 Kleiderschränke, 1 Wanduhr, 2 Kommoden, 1 Pultchen, 1 Sopha, 8 Bilder und sonstige Möbel meistbietend versteigert werden. Gießen, den 28. Juli 1884. Geißler, 5005 Gerichtsvollzieher. Aeilgeöotenes. Strohseile & cer,S Carl Lony Ww., Neuenweg 15. 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