Ne. ALS. Erstes Blatt. Sonntag den 29. Juni 1884 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. MVee««r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Stimme d-s *«*•2 ?!' mit Bringen. * Durch dre Post bezogen vrertelzührUch 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hhei l. Gefunden: 1 Rodhacke, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Stückchen Shirting, 1 Wagenbrille, 1 Kinderschuh, 1 Häkelnadel, mehrere Schlüssel. Gießen, den 28. Juni 1884. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutschland. —1. Darmstadt, 27. Junt. lZweite Kammer der Landüände.^ Der Präst« dent eröffnete die Sitzung um 9Vs Uhc mit Verkündigung neuer Einläufe. Hauptsächlich aber theilte er mit, daß die Differenzen zwischen der ersten und zweiten Kammer wegen des Gesetzes über die Enteignung von Grundeigentum nunmehr nach Beschlüssen der zweiten Kammer als beseitigt zu betrachten seien. Die hohe erste Kammer trat den diesseitigen Beschlüssen, die schon hierorts gemeldet wurden, in folgenden Punkten bet: 1) bet dem Antrag Möllinger, das Landstreicherwesen betr.; 2) bet der Vorstellung mehrerer Civilbeamten wegen nochmaliger Eröffnung der tn den Bekanntmachungen vom 4. December 1874 bezüglich der Berechnung der Dienstzeit der nach dem Edtct vom 12. April 1820 pensionsberechtigten Etvilbeamtcn vorbestimmten Fristen; 3) bet der Eingabe des Jmpfgegners Kayser; 4) bet der Eingabe verschiedener Gemeinden, das Flachsrösten betr.; 5) bei dem Gesuch der Gemeinde Alsfeld um Uebcrnabme der Schwalmbrücke durch den Staat; endlich 6) bet dem Gesuch der Mathilde Höppner um Aufhebung ihrer Ausweisung 4»uS Mainz. Bezüglich der Beschwerde der Industriellen und Bewohner der Gemeinde Mom- Dach wegen Erhebung von Werftgebühren in dem Floßhafen der Stadt Mainz, ferner bezüglich des Zusammenerschetnens des Erbschaftssteuergesetzes und Schenkungssteuer- gesetzes ist die 1. Kammer den Beschlüssen 2. Kammer nicht beigetreten und wird somit der Erlaß einer einseitigen Adresse nöthtg. Nunmehr theilt der Präsident mit, daß die 1. Kammer bezüglich des Erbschafts- und Schenkungsfteuergesetzes auf ihren Beschlüssen zu Art. 6 und Art. 36 beharrt, also folgenden Zusatz gemacht baden will bet beiden Artikeln: „Vermächtnisse und Stiftungen, welche zu mtldthättgen Zwecken innerhalb des deutschen Reiches Verwendung finden. Unter Vermächtnissen und Stiftungen zu mtldthättgen Zwecken im Sinne des Gesetzes sind solche zu verstehen, welche zum Vorthe'le von Bedürftigen geschehen, sei es, daß sie den Bedürftigen dtrect oder solchen Anstalten gemacht werden, durch welche sie (bezüglich der Substanz oder der Erträgnisse) den Bedürftigen zufließen." An der nun folgenden Diskussion beteiligten sich die Abgeordneten Muhl, Schröder, Falk, Hetnzerltug, Arnold und der Regierungscommissär Loth- risen. Die Abstimmung ergab Annahme der beiden Zusätze mit allen gegen 7 Stimmen. An der Discussion über den Antrag Wasserburg, die Einführung von Wahl- couverten betr., betheiligten sich die Abgeordneten Wasserburg, Muhl, Schröder, Hetnzerling, Dtttmar, Arnold und wurde mit allen gegen 5 Stimmen beschlossen, dem Ausschußantrag gemäß dem Antrag keine Folge zu geben. Nachdem die Kammer durch Erheben von den Sitzen dem Präsidenten ein DankeSvotum gegeben hatte für die gewissenhafte und umsichtige Leitung der Geschäfte, ladet derselbe die Mitglieder auf heute Mittag 12 Uhr zum Schluß des Landtags ein und schließt die letzte Sitzung 11 Uhr. Oesterreich. Pesth, 26. Juni. In dem Processe wegen der im vorigen Jahre statt- gefundenen antisemitischen Unruhen wurden sämmtliche Angeklagten von der Anklage auf Ausruhr freigesprochen, hingegen 26 Angeklagte wegen Gewaltthätig- keiten gegen Private zu einjähriger bis dreiwöchentlicher Kerkerstrafe verurtheilt. 19 wurden freigesprochen. ßrrgland. London, 26. Juni. (Unterhaus.) Fitzmaurice erklärt, Angesichts der ernsten Einwände der Mächte gegen den Congovertrag habe die englische Regierung der portugiesischen angezeigt, daß die Ratifikation nutzlos sei. Sie hoffe jeooch, den Theil, betr. die Fluß-Commission, aufrecht zu erhalten und ihr, wie ursprünglich beabsichtigt worden, einen internationalen Charakter zu geben. Gladstone erklärt, keine der Mächte hätte in ihrer Antwort bezüglich des Abkommens mit Frankreich einen Einwand erhoben; alle hätten indessen eine endgültige Aeußerung sich vorbehalten, wie es scheine, bis die weiteren Vorschläge zu ihrer Kenntniß gekommen. Sämmtliche Mächte, einschließlich der Pforte, würden die Conserenz beschicken. Zweifelhaft sei, ob der Vertreter der Pforte bereits der ersten am Samstag stattfindenden Conferenzfitzung beiwohnen werde. Gladstone setzt die Verhandlung über das Tadelsvotum auf Montag fest, wenn die dritte Lesung der Reformbill heute stattfinde. Weiter constatirte der Premier, daß die Erklärungen Ferrp's bezüglich der Schulden-Commission vollständig wahrheitsgetreu seien. Die Reformbill wurde in dritter Lesung ohne Abstimmung angenommen. Gladstone erklärte, ein etwaiger Conflict mit dem Oberhause wäre ernst, er fürchte den Ausgang aber nicht; er verlange, daß die Thatsache, die dritte Lesung sei nemine contradicente angenommen, zu Protokoll verzeichnet werde. Dies geschieht. — Ohne Abstimmung wurde in zweiter Lesung die Regierungs-Vorlage, welche die medicinischen Gesetze abändert, angenommen. Telegraphische Depeschm. WoLff'S LeLsgr. Berlin, 27. Junt. Der heutige Reichstag beschloß auf Antrag des Abgeordneten von Minntgerode, in Abänderung des gestrigen Beschlusses, zunächst die Wahlprüfuvgen und dann erst die dritte Lesung deS Unfallgesetzes zu erledigen. — Bet den Wahl- vrüsungen wurden die Wahlen der Abgeordneten von Slzanieckt vom 4. Wahlkreise (Thorn, Culm) des Regierungsbezirks Marienwerder und Kutschbach vom 20. Wahl- kreise (Ehrenfriedersdorf, Wolkenstein, Zschopau rc.) des Königreichs Sachsen den Anträgen der Commission gemäß für ungültig erklärt. — Bei der Berathung be8 Unfall- gesetzes erklärte der Abgeordnete Rickert, die deutsche freisinnige Partei könne wegen deS Ausschlusses der Prtvat-Verstcherungs-Gesellschaften, der bureaukrattschen Organisation, der langen Carrenzzeit, des Umlageverfahrens und der RetchSgarantie der Vorlage nicht zustimmen. Dagegen fand der Abgeordnete Buhl diese Punkte zwar diskuttrbar, er meinte aber, daß dieselben nicht in dem Maße bedenklich seien, um ihretwillen daö sonst gute Gesetz abzulehnen. Nach dem Schluß ,ber Generaldebatte wurden die SS 1 und 2 nach dem neuen, zwischen den Conservattven, Klerikalen und Nationalltberalen abgeschlossenen Compromiß, die S 3 und 4 dagegen in der Fassung der zweiten Lesung angenommen. Ebenso gelangten auch die §§ 5 bis 18 im Wesentlichen nach der Fassung der zweiten Lesung zur Annahme. Nachdem auch der Rest des Gesetzes fast debatteloS genehmigt worden war, wurde folgende von dem Abgeordneten Windthorst eingebrachte Resolution angenommen: den BundeSrath zu ersuchen, tn Erwägung zu ziehen, auf welche Weise die durch dieses Gesetz geschädigten Beamten der Prtvat-Verstcherungs- Gesellschaften zu entschädigen seien. — Der in Bezug auf daS UnfollverstcherungSgesetz eingebrachte Nachtragsetat wurde demnächst ebenfalls tn erster und zweiter Lesung genehmigt. — Alsdann vertagte sich das HauS bis morgen. — Die Provtnzial-Correspondenz hört mit dem 1. Juli d. I. auf zu erscheinen. Breslau, 27. Juni. Sämmtliche in der Grube „Deutschland" verschütteten Bergleute sind gerettet worden. Thorn, 27. Juni. Gestern Abend ist der Damm der Weichsel bei Mau vom Hochwasser durchbrochen. Heute früh reichte das Wasser bis Schmölln. Die Niederung aus der linken Flußseite steht vollständig unter Wasser, der Schaden ist sehr erheblich. Die Gefahr für den Damm bei Czar- nowo gilt durch die Hülfe des Militärs für beseitigt. Hier war der Waffer- stand in der Weichsel gestern 6,40, heute ist derselbe 5,70 und weiter fallend. Bern, 27. Juni. Der Nationalrath lehnte den Antrag Joos auf definitive Kündigung der lateinischen Münzconvention ab. Triest, 27. Juni. 'Die aus französischen Mittelmeer-Häfen und aus Algier kommenden Schiffe werden, wenn während der Uebersahrt alle Personen gesund blieben und der Gesundheitszustand ein vollkommen normaler ist, einer zehntägigen, andernfalls einer zwanzigtägigen Observation unterworfen. Paris, 27 Juni. Nach heute vorliegenden Meldungen aus Hanoi vom gestrigen Tage hat die französische Garnison von Langson 2 Tage lang gegen die Chinesen gekämpft und 10 Todte und 33 Verwundete verloren. Zum Aufsuchen der Verwundeten sind zwei Dampfer abgesandt worden. General Negrier ist mit Verstärkungen 2 Kilom. jenseits Bacle zu der französischen Colonne gestoßen und erwartet daselbst Instructionen. Die chinesischen Generale Wuong Ly und Nony stehen mit 10,000 Mann regulärer chinesischer Truppen zwischen Langson und Bacle. — Die Anzahl der aus Toulon seit gestern Abend gemeldeten Cholera- Todesfälle beträgt sieben. Daris, 27. Junt. Prinz Victor hat ein Schreiben an den Deputirten Jolibois gerichtet, tn welchem er erklärt, daß er fein väterliches Domicil verlassen müsse trotz der hohen Achtung, welche er vor seinem Vater hege, denn er müsse sich baS Recht wahren, frei zu benken. Die einzige Richtschnur für seine Haltung sei bie von Napoleon I. unb Napoleon IH. ihm überkommene. Er werbe biete Erbschaft intakt erhalten, er könne sich nicht dazu verstehen, an Handlungen thellzunehmen, welche seinen politischen Gefühlen unb seinem guten Glauben wibersprächen. Der Prinz erklärte schließlich, er habe beschlossen, sich allen compromittirenben Solibariiäten zu entziehe« unb werde auf neue Angriffe nicht mehr antworten, sondern in Zukunft bas Stillschweigen beobachten, welches ihm seine Lage auferlege. Bukarest, 27. Juni. Ein heute hier circulirendes Gerücht, das Ministerium habe seine Entlassung eingereicht, wird als bisher durchaus unbegründet bezeichnet. London, 27. Juni. Wie die „Daily News" glaubt, würde, falls die Wahlresormbill von den Lords verworfen werden sollte, noch eine Session im Herbste stattfinden; sollte jedoch die Verwerfung der Bill von Seiten der Lords wiederholt erfolgen, so dürste die Auflösung des Parlaments und eine Neuwahl zu erwarten sein. 8 London, 27. Juni. Das Oberhaus nahm die Reform-Bill in erster Ö_ Unterhaus. Auf eine Anfrage Lowther's erklärte der Premier Gladstone, was die dem Conseilprasidenten Ferry zugeschriebene Aeußerung angehe, baß das Belieben einer Macht nicht genüge, um die übereinstimmenden Ansichten der^nberen Gon* ferenzmächte unwirksam zu machen, so glaube er, daß überhaupt niemals baS Beliebe« einer Macht im Stande gewesen sei, die Wirksamkeit der übereinstimmenden Ansichten der anderen Mächte zu verhindern. In solchem Falle habe die betreffende Macht ste S nach der Debatte ihren Einwand zurückgezogen, so daß der Beschluß etuMmmig gefaßt wurde. Dagegen habe allerdings niemals eine Macht vor ihrem Eintritt in eine Conferenz ober einen Congreß bas Recht ihrer individuellen Actton auf- 80 — Wie den „Daily News" unterm 26. b. Mts. aus Kairo telegraphirt wurde, ist der Fall von Berber amtlich bestätigt. Die Garnison wurde am Morgen des 26. Mai überrumpelt und mußte sich nach hartem Kampfe ergeben, worauf die Niedermetzelung derselben erfolgte, bei der nur Wenige entkamen. Die Frauen und Kinder blieben verschont. Lokale-. Gießen, 28. Juni. sSitzung der Stadtverordneten vom 26. Juni.) Anwesend : Herr Bürgermeister Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Heß, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Batst, Gail, Georgi, Hoch Hornberger, Kauf, Lübeking, Ad. Noll, Aug. Noll, Petri, Scheel, Simon, Vogt und Wortmavn. Ueberschwemmungen einzelner Straßen der Stadt bet Hochwasser. Unterm 4. Februar d. I. hatte die Baudeputatton beantragt, zur Entwässerung der Stadt eine definitive Pumpstation zu errichten und zu diesem Zwecke 12 000 JL ins Budget einzustellen, desgl. Voranschläge aufzustellen für Beschaffung der Pumpe, Rohi enleitung rc. Die auf Grund einer zu diesem Zwecke angefertigten Profilzeichnung Eingezogenen Erkundigungen, sowohl über die empfehlenswcrthesten Bezugsquellen der Einrrchtungen als auch namentlich über die Zweckmäßigkeit bereits bestehender derartiger Anlagen, führten zu dem Beschlüsse, oie Pumpe nebst Zubehör der Firma Brodnitz u. Sey)el in Berlin in Lieferung zu geben. Bezüglich der Beschaffung eines Röhrenkesscks werden die Herren Stadtverordneten Heß und Gail Erkundigungen einziehen und demnächst der Stadtverordneten-Versammiung Mittheilung machen. Die Quellwasserleitung betr. Die Commission hat beantragt, eine neu zu Tage getretene Quelle zu fassen und bezüglich der Quantität des Wassers zu beobachten. Auch soll das Wasser auf seine Qualität untersucht werden. — In Betreff des Standortes des für die Neustadt bestimmten Brunnens wird beschlossen, denselben zwischen der Wasserbude und der Mauer des Plstor'schen Gartens aufzustellen. Ferner sollen, entgegen einem früheren Beschlüsse, nur an den an den Ausgängen der Stadt befindlichen Brunnen Trinkbecher auzubringen, an sämmtltchen Brunnen Trinkbecher angebracht werden. Ausschlag der Kretsumlagen für 1884/85. Der hierfür erforderliche Betrag in Höhe von 32 209 JL wird bewilligt. Bedarf an Steinkohlen für die städtischen Anstalten. In die zur Beschaffung von Steinkohlen zu wählende Commission werden die Herren Stadtverordneten Baist, Hoch und Vogt gewählt. Die Erhebuna der Schulgelder betr. Die Erhebung der Schulgelder erfolgte seither in der Weise, daß die Schulgeldpfltchtigen durch zweimalige Bekanntmachung im Anzeiger sowohl über den Termin zur Zahlung des Schulgeldes als auch über die Höhe desselben unterrichtet wurden. Erfolgte nach Ablauf der gestellten Frist die Abentrtchtung der Beträge nicht, so erfolgte Mahnung. Nach einem vom Herrn 'Dtadtrentmeister erstatteten Bericht hat dieser Modus zu öfteren Klagen geführt und schlägt derselbe deshalb vor, in Zukunft, ähnlich wie bet den anderen Steuern, Zettel auszustellen, auf welchen die Höhe des Betrages, Termine u. s. w. verzeichnet sind und diese Zettel den Schulgeldpfltchtigen etnzuhändtgen- Das hierüber Seitens des Schulvorstandes abgegebene Gutachten spricht sich gegen die Aeuderung der seitherigen Er- -ebungSwetse aus und schließt sich auch die Stadtverordneten-Versammiung der ablehnenden Aussage an. Bestandliste der Realschule. Aus dem von dem Directorium dieser Schule erstatteten Berichte ist zu entnehmen, daß dieselbe tnsgesammt von 577 Schülern besucht wird, wovon 253 auf die Realschule 1. Ordnung, 170 auf die Realschule 2. Ordnung und 154 auf die Vorschule kommen. Anschaffung von Spielgeräthen für die höhere Mädchenschule. Die nach einem vorgelegten Bericht erforderlichen Sptelgeräthe sollen angeschafft, resp. schon vorhandene einer Reparatur unterzogen werben. Gleichzeitig wird beschlossen, für diese Rubrik JL 40 jährlich in das Budget einzustellen. Jahresversammlung des Hauptverein« der Gustav- Adolfs Stiftung. Ein in diesem Betreff vorliegendes Einladungsschreiben an die Stadtoerordneten-Versammlung wird zur Kenntntß gebracht; ferner wird dem Gesuch um^Ueberlassung von Laubwerk zur Ausschmückung der Stadtkirche Genehmigung Aufstellung von Waschpflöcken auf den Böschungen der Wieseck und des Schoorgrabens. Die Baudeputatton hatte s. Z. beantragt, die bereits errichteten Waschpflocke bis auf Widerruf zu belassen. In Folge der Indessen immer mehr zu ^age tretenden Unzutraglichkciten wird beantragt, daß nunmehr alle Waschpflocke zu entfernen sind. Dieser Antrag findet die Genehmigung der Versammlung. Ein aus der Mitte der Versammlung gestellte Antrag auf Verbot des Bleichens von Wäsche auf den Böschungen wird abgelehnt. Veräußerung des Stephanswegs. Herr Canzletrath Clemm hat von dem in voriger Sitzung beschlossenen Angebot, daß die Stadt gewillt sei, ihm die Hälfte des hinter seinem Etgenthum herztehenden Wegs abzulaffen, keinen Gebrauch gemacht, weßhalb beschlossen wird, nunmehr mit dm übrigen Interessenten wegen Veräußerung dieses Wegs in Unterhandlung zu treten. Gesuch des Bauunternehmers Anton Petri um Bauerlaubniß. Gesuchsteller beabsichtigt, hinter seinem Hause, mit der Front gegen die Kleinkmder- schule, eine Werkstätte zu erbauen. Die Genehmigung hierzu wird erthellt. Dem Gesuch des BauuntemehmerS Konrad Koch um Erlaubntß zur Ableitung von Wasser in einen städtischen Canal wird auf Widerruf stattgegeben. Ein weiteres Gesuch desselben um Ueberlassung städtischen Geländes und zwar zweier aus dem Bau der Ludwtgßstraße übrig gebliebener Abschnitte wird nur in Bezug auf einen Abschnitt genehmigt, welcher dem Gesuchsteller zum Preise von 30 pro Hi Klafter überlassen werden soll. Gesuch des Heinrich Rain um pachtweiseUeberlassung städtischen Geländes. Gesuchsteller beabsichtigt, den Platz, auf welchem seine Wasserbude steht, pachtweise zu erhalten. Die Versammlung beschließt, Gmehmigung bis nach Fertigstellung des für diesen Platz vorgesehenen Brunnens vorzubehalten. vermischtes. Steinbach, 23. Juni. Gestern wurde dahier der Friedhof der israelttffchm RelrgionSgemeinde durch Herrn Provinzial-Rabbtner vr. Levi eingeweiht. An dieser Feier nahm auch der gesammte Ortsvorstand nebst beiden Herren Lehrern Theil, sowie eme große Anzahl hiesiger und fremder Lmte. Der Geistliche war durch Abhaltm emes auswärtigen Gottesdienstes verhindert. In einer sehr schönen Rede besprach der §^r Rabbiner u. A. die Gründe, welche die hiesige israelitische Gemeinde bewogen, einen Friedhof hier anzulegen und empfahl denselben der Achtung nicht allein der israelitischen sondern auch der christlichen Gemeinde. Von dieser schwungvollen Rede waren, wie man sehen konnte, fast fämmtltche Zuhörer, welche andächtig die Worte des greism Herrn Rabbiner hörten, sichtlich gerührt. Mit dieser Einweihung wurde gleichzeitig die älteste hiesige israelitische Frau zur Ruhe bestattet. Möge ihr die Erde leicht werden. _B. Handel und Verkehr. „ ^uni. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund ^0*80^n5n pr. Stück 5-6 Enteneier pr Sttick 6-0 H Mse- 5)^ 00—00 Käse St. 4—9 H, Käsematte 3—0 L, Erbsen pr. Mer 22 Lmsen 30 Tauben per Paar 0,80—1 00 H SSMmer ner Kn o1 tn einer Sauna »oV^lßT^ M?at der Minister der öffentlichen Arbeiten btredionen hie n'h?; Veranlassung genommen, den Staatseisenbahn- mrecttonen die Vorsch.tften über das Verhalten des Dienstpersonals aeaen das foate bie dem l-tzt-r-n bet Benutzung der Eis-nb-chn-n u g wShr-nb-nErl-tcht-runa7n ,n.5r^nlruna iu br'ngm. Der Minister vertraut, botz bte ®“’«tionentaffiibete ^uch der neu verstaatlichten Bahnen, ebensowohl die sorafältiaste 2Inmelfunn her ^-r den Inhalt jener Bestimmungen derselben sich angelegen lassen sein werden. Bei den ohne gültige Billete im ^uge betroffenen Reisenden ist von der Erhebung des doppelten wenn btefcr weniger als 6 M beträgt, von der Erheb7ng b-s tztettn B r^ nur bann abzusehen, wenn bet Reisende gleich beim Einstetgen. sonbern auch bann, wenn derselbe beim ersten Erscheinen des Schaffners am oder im Couvee sofort und meldet, kein Billet zu haben. In solchem Falle M nur der um 1^ erhöhte Fahrpreis zu verlangen und es darf der Reisende, wenn er sich zu btffen Be- der Mttfahrt nicht ausgeschlossen werden, falls der Auss schluß nicht durch andere Gründe bedingt wird. Der um 1 erhöhte Fahrpreis ist wenn ein Reisender mit einem Billet niederer Classe eigenmächtig in Glosse Platz genommen oder über die seinem Fahrschein entsprechende Ztelstation hinaussährt, ohne auf der letzteren ein nmes Billet für die Weiterreise aelöL he« «p hCn f^ÖCn üorQ,u§t°tf<6t, daß der Reffende bei dem ersten Erscheinen Demselben unaufgefordert entsprechende Mittheilung gemacht ha Ist nicht geschehen, so muß der Betrag eines Zusatzbillets mit 6 2. bezw der hinttr- 30ßene höhere Fahrgeldbetrag durch V.rabfolgung enisprechender Fahrbillete erhoben werben. Schließlich bestimmt der Minister, daß in Fällen, in welchen Reisende ver- mrimhemf»l|npnari,9ia‘6bnrR